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Adressen für Betroffene

Vatikanische Initiativen

1. Kinderschutzzentrum der Gregoriana:
Geschäftsführende Direktorin Karlijn Demasure, Vorsitzender Pater Hans Zollner
Aufgabe des Kinderschutzzentrums ist die Prävention und die weltweite Fortbildung in dem eLearning Projekt der Gregoriana. „Wir sind nicht zuständig für das Behandeln von Rechtsfragen. Wir sind keine Berufungsinstanz, weder für Opfer noch für Täter, das ist bei der Glaubenskongregation angesiedelt. Unser Ansatz ist die Präventionsarbeit, die natürlich darauf aufbaut, dass man das ernst nimmt, was Opfer gelebt und erlitten haben.“ (Pater Zollner).
2. Päpstliche Kinderschutzkommission:
Die Internetseite (Beta-Version) der Pontificial Commission For The Protection Of Minors ist online (12/2016). Es bleibt abzuwarten, ob die Aufgabenbeschreibung der Kommission klarer wird. Bisher gibt es sehr unklare, z.T. widersprüchliche Aufgabenbeschreibungen.

Aufgabenbeschreibungen der Päpstlichen Kinderschutzkommission nach Presseinformationen:
    • Leitlinien zur Prävention erstellen, sich um die Betreuung von Missbrauchsopfern kümmern, für eine Schulung kirchlicher Mitarbeiter sorgen Die Welt, 5.12.2013
    • den Bischöfen weltweit sagen, dass und wie sie handeln müssen. Sie könne Missbrauchsfälle weltweit nicht aufarbeiten. Die Zeit, 2.3.2014
    • Die Kommission könne „keine individuellen Missbrauchsfälle” behandeln vaticanhistory, 3.5. 2014
    • Die Kommission solle Vorschläge und Initiativen für einen wirksamen Kampf gegen sexuellen Missbrauch im kirchlichen Raum entwickeln kath.ch, 7.2.2015
    • Aufgabe der Kommission sei die Betreuung von Missbrauchsopfern; Entwicklung pastoraler Hilfe für Missbrauchsopfer kathpedia, 11.2.2015
    • Schaffung von Transparenz und Prozessentwicklung für eine funktionierende Rechenschaftspflicht für alle, die mit Minderjährigen arbeiten; Arbeitsgruppen sollen eingerichtet werden, die Forschungen und Projekte voranbringen sollen Radio Vatikan, 11.2.2015
    • Papst Franziskus hat eine internationale Kinderschutzkommission ins Leben gerufen, die sich vor allem der Forschung in dem Bereich widmen soll.
      "Es gibt Opfer, es gibt Betroffene von Missbrauch, die uns schreiben, dass sie weder Zuhause, noch von der Familie oder von der Diözese Hilfe erhalten und die dann bei uns nach Hilfe fragen. Wie wir mit diesen Anfragen angehen, wird sich im Lauf der Zeit weisen. Denn es sind sehr viele. Und da wird sich auch hoffentlich mit der päpstlichen Kinderschutzkommission auch eine Möglichkeit ergeben, dass wir uns gegenseitig unterstützen und sehen, wie man in bestimmten Fragen besser helfen kann.“
      Radio Vatikan, 17.2.2015
Mitglieder: Kardinal Sean Patrick O'Malley OFMCap, Hans Zollner (im E-Learning-Projekt der Gregoriana), Hanna Suchocka (frühere polnische Ministerpräsidentin), Humberto Miguel Yáñez (argentinische Jesuit), Marie Collins (Dublin, Irland und Missbrauchsopfer, Gründerin einer Opferschutzgruppe) zum 1.3.2017 zurückgetreten, Dr. Catherine Bonnet (Frankreich), Prof. Sheila Hollins (Großbritannien), Prof. Claudio Papale (Italien), 2015 ausgetreten, Peter Saunders (Großbritannien) (Mitgliedschaft "ruht" seit dem 6.2.2016, von einer Auszeit ist die Rede; am 8.3.2017 bezeichnet Pater Zollner den Vorgang als Suspendierung), Luis Manuel Ali Herrera (kolumbianische Priester, Psychologieprofessor in Bogota), Gabriel Dy-Liacco (philippinischer Kinder- und Jugendtherapeut), Bill Kilgallon (Neuseeland, Nationaldirektor für professionelle Standards in der Kirche), Kayula Gertrude Lesa. (Sambia, Fachfrau für Kinderschutz, Menschenhandel und Flüchtlingsrechte), Hermenegild Makoro (Sekretärin der südafrikanischen Bischofskonferenz, Ordensschwester und Lehrerin), Kathleen McCormak (australische Expertin für kirchliche Sozialarbeit), Krysten Winter-Green (US-Sozialarbeiter, im Bereich Kinderschutz, Aids- und Obdachlosenhilfe tätig)

3. Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation - 10 Mitarbeiter (Badische Zeitung, 11.2.2014)

4. Am 19.5.2014 kündigte der Papst eine neue Kommission innerhalb der Glaubenskongregation an. Sie soll sich mit Einsprüchen von Bischöfen in Missbrauchsfällen befassen. Bisher wurden solche Einsprüche auf wöchentlichen Konferenzen der Kardinäle und Bischöfe erörtert, die der Kongregation angehören. In Zukunft sollen sie von einer kleineren Gruppe von Experten behandelt werden. Papst Franziskus berief schon einen Leiter für die Kommission: Es ist der argentinische Erzbischof Jose Luis Mollaghan von Rosario. Er wird gleichzeitig zum Mitglied der Glaubenskongregation.
Der Papst hat am 4.6.2016 ein Motu Proprio mit dem Titel "Come una madre amrorevole" ("Wie eine liebende Mutter") erlassen, das am 5. September in Kraft tritt. Darin ist geregelt, dass Bischöfe von ihrem Amt abgelöst werden, wenn ihnen ein schwerwiegender Mangel an Sorgfalt - sowohl durch Handlungen als auch durch Unterlassungen -  bei Missbrauch Minderjähriger nachgewiesen wird. Für Bischöfe ist die vatikan. Bischofskongregation oder die Missionskongregation zuständig, für Provinziale und Äbte die Ordenskongregation. Die Glaubenskongregation (Präfekt: der ehemalige Regensburger Bischof Müller) ist nicht damit befasst. Die letzte Entscheidung liegt beim Papst, der von Kirchenrechtlern beraten wird. 
Quelle: kathpress.at

Am Ende scheint niemand im Vatikan für die Opfer zuständig zu sein. (Wenn ich das falsch sehe, bitte ich um Nachricht!)


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