Glaube nach Gewalt

Mutwort gegen die Hoffnungslosigkeit



Gotthard Fuchs: Wir sind sein Kreuz. Vom Mit-Leiden Gottes, 19.3.2017

"Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber seine Verheißungen." Dietrich Bonhoeffer

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.  (Ezechiel/Hesekiel 36,26)

Jahreslosung der Evangelischen Kirche

In deinen Toren will ich stehen
1. Advent 2016

"Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er, sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib." (Jes 11,1 ff.)
Das bedeutet auch:
Aus Barmherzigkeit und Mitleid darf nicht gegeben werden, was aus Gerechtigkeit geschuldet ist.
2. Advent




Ist nicht dies ein Fasten, wie es mir gefällt:
Unrechtsfesseln öffnen,

Jochstricke lösen,
Misshandelte als Freie entlassen,
jedes Joch zerbrecht ihr!

Dann wird dein Licht wie die Morgenröte hervorbrechen,
eilends wächst deine Wunde zu.
Dann wird deine Gerechtigkeit vor dir hergehen,
der Glanz Gottes sammelt dich auf.

Jes 58,6.8 (Übersetzung Bibel in gerechter Sprache)



"Wegen der Gewalttätigkeit gegen die Unterdrückten,
wegen des Stöhnens der elend Gemachten -
nun stehe ich auf", spricht Jahwe,
"ich werde die in Freiheit setzen,
die sich danach sehnen."
(Ps 12,6)
Januar  2007

"Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann."

(EG 361)


Dieser Text eines Liedes stammt von Paul Gerhardt, der 1607 - 1676 lebte. Mit 12 verlor er seinen Vater, mit 14 starb seine Mutter. Er erlebte den 30-jährigen Krieg, seine Heimatstadt wurde verwüstet, ein Bruder starb an der Pest; vier seiner fünf Kinder starben als Säuglinge oder Kleinkinder. Paul Gerhardt ist einer, der es wissen muss. Dennoch - oder deswegen? - kann er Gott zutrauen, gangbare Wege zu finden da, wo es manchmal keinen Weg mehr zu geben scheint.

Januar  2007

Prachtlibelle
© A.


"Die Stunde der Freiheit
ist die Stunde der Begegnung.
Und es ist nicht so,
daß ein suchender Gott
auf einen wegmüden Menschenwanderer warte.
Sie sind beide unterwegs aufeinander zu."

Alfred Delp: Im Angesicht des Todes, Freiburg 1958, S. 91

Januar 2007


„Das Christentum ist nicht der Honig der Welt,  sondern das Salz der Erde, in deren Wunden es brennt.”
(Verf. unbekannt)

Januar 2007

Für D. war in der letzten Zeit ein Satz aus dem Buch des Propheten Jeremia (29,11) wichtig:
So spricht Jahwe: "Ich will euch Hoffnung und Zukunft geben."
Jer 29,11
Jeremia war in Jerusalem zurückgeblieben - bei denen, die nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels nichts mehr zu erwarten hatten. Die jüdische Oberschicht war von den Siegern ins Exil geführt worden (586 bis ca 538 und später). Für die Exilierten war ein Ende der Gefangenschaft nicht absehbar. Manche erlagen der Versuchung, den so offensichtlich erfolgreichen babylonischen Göttern und ihren Priestern, Magiern und Sternenkundige, nachzulaufen. Die Heimat war fern. Gott war den Exilierten abhanden gekommen. Sie waren resigniert, gelähmt und ohne Perspektive. In diese aussichtslose Lage hinein schreibt Jeremia - selber bedrängt - einen Brief voller Hoffnung an die Exilierten. Er fordert sie auf, Gärten anzulegen, Häuser zu bauen, Kinder zu zeugen und zu empfangen. Wo auch immer Menschen hingeführt werden - Gott ist mit ihnen und verspricht Hoffnung und Zukunft auch in aussichtsloser Lage.
Februar  2007


„Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer das laut zu sagen, was ist.“
Rosa Luxemburg
(1871 – 1919)

10.2.2007

nach oben
Jer1,8

17.2.2007

Das Mutwort von Silvia

Gott heilt das Herz, das verwundet wurde und verbindet die Wunden ihrer Seelen.  (Psalm 147,3)

Wenn im Hebräischen "Herz" oder "Seele" steht, dann ist damit immer der ganze Mensch gemeint.
24.2.2007

"Das Wissen von Gott ohne Kenntnis unseres Elends zeugt den Dünkel.
Das Wissen unseres Elends ohne Kenntnis von Gott zeugt die Verzweiflung.
Das Wissen von Jesus Christus schafft die Mitte,
weil wir in ihm sowohl Gott als unser Elend finden."

Blaise Pascal, Über die Religion und über einige andere Gegenstände. hg. v. E. Wachsmuth, 1946, Nr. 527, 238
3.3.2007

Meine Sache ist es, an Gott zu denken.
Gottes Sache ist es, an mich zu denken.
Simone Weil

10.3.2007

Außerhalb der Armen gibt es kein Heil.
Jon Sobrino, von Rom mit einer "notificatio" gemaßregelt
(vgl. die Gerichtsrede Jesu in Mt. 25,40 "Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meiner geringsten Brüder und Schwestern, das habt ihr mir getan.")
17.3.2007

Ich will
                            dir trauen


Gott nimmt Anteil an deinen Ängsten und Erinnerungen.
John Henry Newman

24.3.2007

Glauben heißt: Die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.
Karl Rahner
31.3.2007


Wer den Menschen missachtet oder unterdrückt, trifft Gott.
Christoph Albrecht, SJ, Befreiungstheologe
14.4.2007


Eine der chassidischen Geschichten, die Martin Buber gesammelt hat, erzählt eine denkwürdige Begegnung des Rabbi Naftali aus Ropschitz. In dieser Stadt beauftragten die Reichen, deren Häuser einsam oder am Ende des Ortes lagen, Wächter, um nachts ihren Besitz zu schützen. Als Rabbi Naftali eines späten Abend am Rande des Waldes spazieren ging, begegnete er einem der Wächter: "Für wen gehst du?" fragte ihn der Rabbi. Der Wächter nannte den Namen eines Auftraggebers, fügte aber die Gegenfrage hinzu: "Und für wen geht Ihr, Rabbi?"

Das Wort traf den Gelehrten wie ein Pfeil. "Noch gehe ich für niemanden!", stammelte er. Lange schritt er schweigend neben dem Wächter einher. "Willst du mein Diener werden?", fragte er endlich. "Das will ich gern", antwortete jener, "doch was hab ich zu tun?" "Mich zu erinnern", sagte Rabbi Naftali.

Kommentar: Für B.: es ist besser zu wissen, für wen wir gehen; auch wenn wir oft nicht wissen, wohin.
21.4.2007


Du siehst alles ein bisschen klarer mit Augen, die geweint haben.
Marie von Ebner-Eschenbach

28.4.2007
nach oben

Was ich brauche

Brauche ich Gott?

Ich brauche Menschen,
deren Mut,
den meinen weckt.

Ich brauche Menschen
deren Mut mir zuruft,
dass Gott mich braucht.

Auch mich.

Kurt Marti
5.5.2007


Gott ist so groß,
dass er es wohl wert ist,
ihn sein Leben lang zu suchen.

Therese von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin
11.5.2007


Wer Gott sagt, findet sich nicht ab.
Unbekannt
19.5.2007


Vom Wahrsagen läßt sich's wohl leben in der Welt,
aber nicht vom Wahrheitsagen.
Georg Christoph Lichtenberg
26.5.2007

"Beten ist übrigens ganz einfach. ..... wünschen, was das Zeug hält. Und daran glauben, dass ein gutes Leben kein leidendes sein muss. Sondern eines, das am besten auf Erden selbst in die Hand genommen wird."

Jan Feddersen, 49, taz-Redakteur, in einem Artikel vom 26.5.07: "Ein Versuch über den Wunsch, zu glauben".

2.6.2007
nach oben

Die glücklichen Sklaven
sind die erbittertsten Feinde der Freiheit
Marie von Ebner-Eschenbach

9.6.2007


Leben heißt, mehr Träume in der Seele zu haben als die Realität zerstören kann.

Unbekannt

16.6.2007

"Sucht hingegen zuerst die Welt und die Gerechtigkeit Gottes, und dies alles wird euch dazugeschenkt werden. Sorgt euch deshalb nicht  um morgen, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Es reicht, wenn jeder Tag seine eigene Belastung hat." (Bibel in Gerechter Sprache Mt 6, 33-34)

 23.6.2007



"Wem verwehrt ist anzuklagen, dem ist genommen zu überwinden.

Else Pannek, (*1932), deutsche Lyrikerin
30.6.2007





Hoffnung ist eben nicht Optimismus,
es ist nicht die Überzeugung, dass es gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat -
gleich wie es ausgeht.

Vaclav Havel
7.7.2007

zum
                                Seitenanfang

"Die prophetische Stimme wird bei uns bestenfalls milde belächelt,
meist aber als vor-modern oder vor-gestrig zurückgewiesen.
Es geht so weit,
dass selbst das Wort Gerechtigkeit,
einer der biblischen Namen für Gott,
abgewiesen wird,
es soll nichts mehr mit Religion zu tun haben.
In einer Religion,
die Gott zum Privateigentum macht,
das der individuellen Glückssuche zugehört,
ist es notwendig,
den alten umfassenden Begriff Gerechtigkeit durch "fairness" zu ersetzen,
eine Art großzügiger Herablassund,
die die Sklaven einigermaßen anständig behandelt,
aber die Sklaverei nicht antastet."

Dorothee Sölle
(in: D. Sölle, F. Steffensky, Löse die Fesseln der Ungerechtigkeit, 2004, S. 116)

14.7.2007


„Tradition heißt: Das Feuer
hüten und nicht die Asche
aufbewahren.“
Angelo Giuseppe Roncalli (1881-1963)

21.7.2007

"Es gibt mitten im Feuer einen Ort,
an dem man ungehindert singen kann."

Anton Rotzetter, Leidenschaft für Gottes Welt. Aspekte einer zeitgemäßen Spiritualität, S. 57

28.7.2007
"Das ist es ja gerade:
das Ärgernis Gottes besteht darin,
daß er sich auf die Seite der Armen schlägt
und ganz und gar unausgewogen ist."
Anton Rotzetter, Leidenschaft für Gottes Welt. Aspekte einer zeitgemäßen Spiritualität, S. 152
4.8.2007

"Die Welt hat Angst, dass die Wahrheit ihr Herz bricht.
Dass das Herz ihrer Kinder bereits gebrochen ist, weiß sie nicht.
...
Ich bete jeden Tag um der Welt's Gehör für alle Kinder,
die wie ich mit ihrer Welt so allein sind."
Katrin T. in: Manuela Jung, Susanne Kristen, Petra Berndt (Hrsg) Überlebenskunst. Folgen und Erfolge., Freiburg 2007, S. 44
11.8.2007

"Spiritualität ist die Fähigkeit, das Reich Gottes zu vermissen."

Fulbert Steffensky
18.8.2007

nach oben


Niemand käme auf die Idee, Tinte mit Tinte abzuwaschen;
nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.

Marie von Ebner-Eschenbach
25.8.2007


Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben,
glauben sie nicht an nichts,
sondern an alles Mögliche.
Das ist die Chance
der Propheten -
und sie kommen in Scharen.

Gilbert Keith Chesterton
1.9.2007


Das Neue Testament ist der einzige Krimi,
der eindeutig den Leser als Täter enttarnt.

Unbekannt
8.9.2007


Jes43,1
Aber nun spricht Gott so: Ich habe dich geschaffen, Jakob, und dich gebildet, Israel:
Hab keine Angste, denn ich habe dich befreit; ich habe deinen Namen gerufen, zu mir gehörst du. (Jes 43,1)
15.9.2007


"Auch meine Verwundungen brauchen Zeugen"
D., in einem Beitrag der Mailingliste
22.9.2007

Schreibe es in den Sand,
wenn dich jemand verletzt.
Meißle es in Stein,
wenn jemand gut zu dir ist.

aus einem Listenbeitrag
29.9.2007
nach oben

"Ich werde solange davon sprechen,
bis ich eines Tages nicht mehr das Bedürfnis danach habe."
Magda Winter

aus dem Gedicht "Reden", in: Manuela Jung, Susanne Kristen, Petra Berndt (Hrsg.): Überlebenskunst. Folgen und Erfolge. Anthologie, Lumen Verlag Freiburg 2007, S. 165
6.10.2007



Fürchte nicht, daß dein Leben enden wird,
sondern fürchte lieber, daß es nie beginnen wird.


John Henry Newman, (1801 - 1890)
13.10.2007


Der das Ohr gestaltet hat, sollte nicht hören?
Der das Auge gebildet hat, sollte nicht sehen?
Ps 94, 9
20.10.2007
nach oben

Geduld ist ein Pflaster für alle Wunden.

Miguel de Cervantes Saavedra (1547 - 1616)
27.10.2007


  Susanne Kristen
Verbündet

Ich bin verbündet, mit dir, gegen sie,
dagegen, immer wieder zu hören
wie ein Täter aus dir spricht... oder eine Täterin...
Dagegen, dass die Stimme dir sagt,
dass du wertlos bist, Abfall, falsch, unwert;
dass du es wolltest, dass du genau so bist wie sie
und dass du schweigen muss,
dass dir niemand glaubt, dass dich niemand erträgt...
Aber ich bin verbündet und glaube dir, ich halte dich aus
und das, was du erzählst, wenn du es erzählst...
und auch, wenn du selbst glaubst,
was sie dir eingetrichtert haben.

Ich bin verbündet, mit dir, gegen sie,
gegen Bulimie, Anorexie, Adipositas und Binge,
gegen Alpträume und Selbstverletzung,
gegen Panikattacken, Magen- und Darmprobleme,
gegen Herzprobleme und Asthmaanfälle,
gegen Migräne und Wirbelsäulenprobleme,
gegen Schmerzen ohne körperliche Ursache,
gegen Ängste vor allem und jedem, auch vor mir.
Verbündet mit dir, dass du Nähe aushältst,
die dir mehr Angst macht als alles nur denkbar Schlimme,
die dich immer wieder auch vor mir in Panik weglaufen
oder erstarren lässt,
die dich immer wieder auch mich als Fremde behandeln lässt,
kalt und gleichgültig,
die dich immer wieder auch in mir einen Feind sehen
und angreifen lässt.
Dabei bin ich doch derselbe Mensch wie vor 5 Minuten,
Ich bin immer noch ich.
Ich bin immer noch in der Gegenwart -
du nicht.
Und du merkst es nicht einmal.
Und dann ziehst du dich zurück und gibst auf.

Ich bin verbündet, mit dem verängstigten Kind
hinter der panischen Angst, hinter dem wütenden Angriff,
hinter dem kalten schnippischen Wegstoßen
und dagegen, dass es sich selbst die Schuld gibt.

Ich bin verbündet, obwohl du glaubst,
es wäre zuviel für mich zu wissen,
was dir angetan wurde und wie du dich heute fühlst.
Das halte ich aus - aber anderes gar nicht gut.
Es fehlt mir, einfach nur ich sein zu können.
Es verletzt mich, dass du mir zutraust,
ich stünde auf der Seite der Täter
und dächte und handelte wie sie.
Es fehlt mir, Stabilität und Verlässlichkeit zu bekommen.
Es fehlt mir, genommen zu werden, wie ich bin.
Es belastet mich, dass ich so selten die Bestätigung bekomme,
dass der eingeschlagene Weg richtig ist,
dass es richtig ist, weiter zu hoffen,
für dich mit zu hoffen und für dich mit nicht aufzugeben,
wenn du nicht mehr hoffst und aufgegeben hast.

Aber ich bin verbündet und kann auch das aushalten,
ich hoffe, lange genug,
für dich, mit dir und auch für mich
und gegen alles, was sie angerichtet haben.
Der Autorin herzlichen Dank für die Abdruckerlaubnis!
3.11.2007


Denn euer Gott weiß doch, was ihr braucht
(Mt 6,8)

10.11.2007

...dann richtet euch auf
und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe
(Lk 21,28)

17.11.2007


Mach die Hungrigen satt und die Satten hungrig
24.11.2007

Wenn ein Unrecht nur lange genug hingenommen wird,
hält man es schließlich für Rechtens.
Thomas Paine, (1737 - 1809)
1.12.2007
Seitenanfang

Das elfte Gebot: Du sollst dich erinnern.
Unbekannt

8.12.2007

„Alles wächst von unten nach
oben – nichts von oben.”
Theresa von Avila (1515-1582)

15.12.2007


„Tradition heißt: Das Feuer hüten und nicht die Asche aufbewahren.“
Angelo Giuseppe Roncalli (1881-1963) 
22.12.2007

Gesegnet seien alle, die mir zuhören,
auch wenn das, was ich zu sagen habe,
sehr schwer zu ertragen ist.
Marie-Luise Wölfing
29.12.2007


 "Alles ist relativ, außer Gott und der Hunger."
Pedro Casaldaliga
5.1.2008

Wirklich gute Freunde sind Menschen,
die uns ganz genau kennen
und trotzdem zu uns halten.
Marie von Ebner-Eschenbach
12.1.2008
nach oben


So wird Jahwe für den Unterdrückten zur Burg,
zur Burg in Zeiten der Not.
Darum vertraut Dir,
wer deinen Namen kennt;
denn du, Jahwe, verlässt keine, die dich sucht.
(Ps 9, 10-11)
19.1.2008

Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen:
im Beten
und im Tun des Gerechten unter den Menschen.
Dietrich Bonhoeffer
26.1.2008


Du wagst ein Ja und erlebst einen Sinn.
Du wiederholst dein Ja, und alles bekommt Sinn.
Wenn alles Sinn hat,
wie kannst du anders leben als mit einem Ja?
Dag Hammarskjöld
2.2.2008

Ich möchte frei sein von meiner Angst,
gegen den Strom zu schwimmen,
damit ich tun kann, was recht ist.

Dietmar Rost
9.2.2008

Und sie werden gegen dich kämpfen, dich aber nicht überwinden;
denn ich bin doch mit dir - Spruch Jahwes -, um dich zu retten.

Jer 1,19
17.2.2008

Wenn du keine Hoffnung mehr hast,
bitte doch einen Menschen,
sie an deiner Statt wachzuhalten.
23.2.2008

Dort wo man Trost findet,
ist man zu Hause.
Unbekannt 
2.3.2008
Seitenanfang

Gotteskind sein heißt:
an Gottes Hand zu gehen.
Gottes Willen zu tun,
alle Sorgen und alle Hoffnung
in Gottes Hand legen

Edith Stein
8.3.2008

Es gibt kein fremdes Leid,
es gibt keine fremde Auferstehung.
Dorothee Sölle, Leiden,1976, S. 212
15.3.2008

Was wir von uns selbst erkennen,
ist nur die Oberfläche.
Die Tiefe ist weitgehend auch uns selbst verborgen.
Gott kennt sie.

Edith Stein
30.3.2008

Viel ist schon gewonnen,
wenn nur einer aufsteht
und Nein sagt.
Bert Brecht
5.4.2008

Dort wo man Trost findet,
ist man zu Hause.
unbekannt
12.4.2008

Wir müssen immerfort Deiche des Mutes bauen
gegen die Flut der Furcht
Martin Luther King
19.4.2008

 „Mit der Bibel ist es wie mit dem Brot.
Über das Brot kann man diskutieren,
man kann es analysieren
und in seine Be­standteile auflösen,
 doch nur dem,
der das Brot isst,
gibt und stärkt es das Leben.“

Erich Zenger
26.4.2008
Seitenanfang

Wir gehen nie allein.
Gott geht alle Wege mit.
Alfred Delp
3.5.2008

Es ist nicht auszudenken,
was Gott
aus den Bruchstücken unseres Lebens
machen kann,
wenn wir sie ihm ganz überlassen.

Blaise Pascal
10.5.2008


"Wir, die wir uns auf Jesus einlassen,
seinen Weg für den richtigen halten,
sind mit ihm auf dem Weg.
Wir bewundern ihn nicht,
wir  g e h e n  mit ihm.

Dorothee Sölle, in: Es muß doch mehr als alles geben. Nachdenken über Gott, Hamburg 1992, S. 118
17.5.2008

Gott ist immer in uns,
nur wir sind so selten zu Hause.

Meister Eckhart
24.5.2008

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen,
sondern um Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Antoine de Saint Exupéry
 31.5.2008

Wer kämpft,
kann verlieren.
Wer nicht kämpft,
hat schon verloren.

Bert Brecht
7.6.2008
zum
                                Seitenanfang

„Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und niemand ginge,
um mal zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge.“

Kurt Marti
14.6.2008

Unsere Seele ist wie ein Vogel
dem Netz des Jägers entkommen;
das Netz ist zerrissen
und wir sind frei.
Ps 124, 7
21.6.2008

"In New York, so wird erzählt, treffen sich zwei fromme Juden.
Fragt der eine den anderen:
Wie kannst Du nach Auschwitz noch an Gott glauben?'
Nach langem Schweigen antwortet der andere ebenfalls mit einer Frage:
'Wie kannst Du nach Auschwitz nicht an Gott glauben?'"
aus: Fritz Buri: Gott in Amerika, Zürich 1974
28.6.2008

"Die Wahrheit ist nicht ruhig und würdevoll und erhaben;
sie beißt und reibt und schlägt drein.
Die Wahrheit ist nichts für vorsichtige Menschen;
sie brauchen nicht die Wahrheit, sondern ein Sofa."
Kaj Munk, dänischer Schriftsteller im November 1941
5.7.2008

Unsere wichtigste Beteiligung an der Gewalt ist die Gewöhnung an sie.

Dorothee Sölle
12.7.2008


Beten ist Wünschen, nur feuriger.
Jean Paul
19.7.2008

Wir Theologen sagen manchmal mit leichter Zunge:
Gott hört und hilft auf eine andere Weise,
als wir es erwarten und als wir es uns vorstellen.

Aber die Menschen in den Lagern wollten nicht auf eine höhere Weise erhört werden.
Sie wollten befreit werden von den Demütigungen, vom Hunger,
von den Vergewaltigungen und vom barbarischen Tod.
Dorothee Sölle
9.8.2008

Eine Träne zu trocknen
ist ehrenvoller als Ströme von Blut zu vergießen.
Unbekannt
16.8.2008
zum
                                  Seitenanfang

Eine Reihe von Texten (der Bibel) erzählen von Gewalterfahrungen,
fast ohne Wertung und ohne ein Gegenmittel zu nennen,
und sie tun das in einer brutalen Offenheit, die erstaunt,
die aber die Erinnerung an die Opfer fest- und die Gottesfrage offen hält.

Frank Crüsemann in: Gewalt - Herausforderung für die Seelsorge. Internationale Beiträge zur "Dekade zur Überwindung von Gewalt", Heft 12, S. 34
24.8.2008

So leicht,
von Lobgesängen,
wird unsereins nicht satt.

Paul Celan
30.8.2008

Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller,
die verlassen sind.

Sprüche 31,8
6.9.2008

„Wer glaubt, ein Christ zu sein,
weil er die Kirche besucht,
irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto,
wenn man in einer Garage steht.“

Albert Schweitzer
20.9.2008

Ich rufe zu dir am Tag der Bedrängnis;
ich weiß, du wirst mich erhören.

Ps 86,7
27.9.2008

Es gibt keinen Kummer auf Erden,
den der Himmel nicht heilen kann.

Thomas Morus
4.10.2008

Gebet ersetzt keine Tat.
Aber Gebet ist eine Tat,
die durch nichts zu ersetzen ist.

Unbekannt
11.10.2008

Der ernsthafte Glaube und der ernsthafte Atheismus
sind nahe Geschwister,
so wie die banalen Welterklärungskünstler
und die schmerzfreien Gottesleugner
nahe Kumpels sind.
Fulbert Steffensky
18.10.2008
zum
                                Seitenanfang

Ich glaube, dass man Religion nur versteht,
wenn man die Liebe zu Gott "ohne Warum"
(Meister Eckart),
ohne Zweck, ohne Bezahlung denken kann.


Dorothee Sölle
25.10.2008


Die Bibelstellen, die ich nicht verstehe,
machen mir keine Kopfschmerzen,
nur die, die ich verstehe.

Mark Twain(1835-1910)
1.11.2008


Liebe ist das Einzige, was wächst,
wenn man es verschwendet

Ricarda Huch
8.11.2008

Wenn ich viel zu tun habe,
bete ich morgens eine Stunde.
Habe ich noch mehr zu tun,
bete ich zwei Stunden.

Martin Luther
15.11.2008


"Der Psalter verordnet den Unterdrückten nicht die brüderliche Liebe zu den Unterdrückern, damit diese so weitermachen können wie bisher.
Nein, das Psalmenbuch entlarvt die Unterdrückungsmechanismen und fordert Gott selbst auf, die Zustände zu beenden - damit SEIN Reich der Gerechtigkeit und der Solidarität wachse."

Erich Zenger, in: Psalmen, Auslegungen Bd. 1: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern, S. 18
22.11.2008

Lasst uns dem Leben trauen,
weil wir es nicht allein zu leben haben,
sondern Gott es mit uns lebt.

Alfred Delp
29.11.2008

An jenem Tag hören alle, die taub sind,
sogar Worte, die nur geschrieben sind,
und die Augen der Blinden sehen
selbst im Dunkeln und Finstern.
Jes 29, 18
6.12.2008
zum
                                  Seitenanfang


Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröst uns hier im Jammertal.

Friedrich Spee schrieb 1622 diesen Text, der zu dem Adventslied "O Heiland, reiß die Himmel auf" gehört. Spee war Jesuit. Er begleitete viele Frauen, die als Hexen zum Tod verurteilt worden waren, auf ihrem Weg zum Scheiterhaufen. Einmal sagte er, dass er bei keiner einzigen der wegen Hexerei verurteilten Frauen etwas habe entdecken können, was ihn von der Richtigkeit ihrer Verurteilung überzeugt hätte. Spee schrieb 1631 die "Cautio criminalis". Das Buch war gegen den berüchtigten "Hexenhammer" gerichtet und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Folter. Es gab den entscheidenden Impuls zur Beendigung der Hexenverfolgungen.
13.12.2008

Ich sage: Du bist meine Zuflucht.
Ps 142,6
3.1.2009



"Die Hoffnung auf die Zukunft ist es, die uns noch am Leben erhält.
Unsere Hoffnungen sind unsere Nahrung geworden."

Milton Schwantes, Am Anfang war die Hoffnung. Die biblische Urgeschichte aus der Sicht der Armen,München 1992, S.13
10.1.2009


"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von Jahwe,
der Himmel und Erde gemacht hat."

Ps 121,1-2
17.1.2009

"Ich glaube nicht,
dass wir (nach Auschwitz) über Gott reden können,
wir können nur zu Gott reden.
...Selbst wenn ich gegen ihn spreche,
spreche ich zu ihm."

Eilie Wiesel in einem Zeitungsinterview 1989
24.1.2009


"Ist es legitim und wirklich christlich,
den Opfern zu untersagen,
daß sie ihre Bitte um das Scheitern ihrer Henker
ihrem Gott in die Hände geben?"


Diese Frage stellt Erich Zenger, Psalmen. Auslegungen. Bd. 2, S. 156

31.1.2009



Das Böse wohnt in der Seele des Verbrechers,
ohne dort empfunden zu werden.
es wird empfunden in der Seele des unglücklichen Unschuldigen.
Alles geschieht,
als ob die seelische Verfassung,
die ihrem Wesen nach dem Verbrecher zukommt,
 von dem Verbrechen getrennt
 und mit dem Unglück verbunden worden wäre.


Simone Weil, Das Unglück und die Gottesliebe, München 1961
2, S. 115 f.

14.2.2009
Seitenanfang


Sie sind keine Atheistin,
Sie sind eine Suchende!
Beten Sie zum Hl. Geist!
Einfach anfangen!


Philomena Steiger zu Edith Stein, ca 1920
28.2.2009


Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert,
der hat keinen zu verlieren.

Lessing
7.3.2009


Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte,
ein Licht für meine Pfade.


Ps 119,105
14.3.2009


Jer 1,8
Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten

Jer 1,8
28.3.2009


Es kommt darauf an,
das Hoffen zu lernen.

Jean Jaurès
4.4.2009

Wer dem Geringen Gewalt tut,
lästert dessen Schöpfer;
aber wer sich des Armen erbarmt,
der ehrt Gott.
Sprüche 13,31
1.5.2009

Gewalt macht den Menschen zur Sache.
Simone Weil
28.5.2009


„Die die biblischen Traditionen beunruhigende Frage nach
der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde nämlich allzu
schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung
der Schuldigen."

Johann Baptist Metz
6.6.2009
Seitenanfang

Fulbert Steffensky hatte ein Enkelkind beobachtet, wie es unentwegt von einer Treppe in die Arme seiner Großmutter sprang. Es hatte keine Angst, daneben zu springen; es sprang und wusste, dass es aufgegangen wird. Steffensky (Die Zehn Gebote. Anweisungen für das Land der Freiheit, 2004S. 26) fährt fort:

"Wir müssten es auch mit der Sprache unseres Glaubens so machen:
springen, spielen, probieren
und wissen,
dass man bei diesem Gott nicht danebenspringen kann."

11.7.2009

Unser Gott... heilt die zerbrochenen Herzen
und verbindet ihre Wunden. 

29.7.2009


Gott ist deine Hüterin, er ist dir Schatten, sie steht dir zur Seite.
1.8.2009

Es verlangt meine Seele nach deiner Hilfe,
deinem Wort vertraue ich.

Ps 119,81
19.9.2009

Wir sind entkommen wie ein Vogel aus der Schlinge des Jägers.
Zerrissen die Schlinge - und wir sind frei.
Ps 124,7

26.9.2009

Führet die Sache des Unterdrückten und Waisen,
dem Geringen und Armen schafft sein Recht.

Ps 82,3

10.10.2009
Psalmen sind Nachtherbergen für die Wegwunden.
Nelly Sachs
17.10.2009


Und Gott wird mit Gerechtigkeit richten die Armen
und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande,
und Gott wird mit dem Stab seines Mundes den Gewalttätigen schlagen
und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.

Jes 11,4

24.10.2009

Man kann denken, ohne zu glauben.
Aber man kann nicht glauben, ohne zu denken.
Paul Weß
7.11.2009

JHWH ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
JHWH ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Ps 27,1
21.11.2009

JHWH spricht:
Ich, ich selbst bin es, der dich tröstet.
Wer bist du,
dass du dich vor sterblichen Menschen fürchtest,
vor Menschenkindern, die wie Gras verwelken?

Jes 51,12

5.12.2009

Die Sprache der Gebete ist "viel widerstandsfähiger,
viel weniger geschmeidig und anpassungsbereit,
viel weniger vergesslich
als die zumeist idealistische Sprache,
in der die Theologie sich bei ihrer Gottesrede um ihre Modernitätsverträglichkeit bemüht
und mit der sie ihre Verblüffungsfestigkeit
gegenüber allen Katastrophen und allen leidvollen Erfahrungen der Nichtidentität probt."

J.B.Metz, Memoria passionis, Freiburg 2006, S. 97 f.
12.12.2009


Gott hat eine Schwäche für den Menschen in seiner Schwachheit
Schalom Ben-Chorin
24.12.2009

Glaube denen, die die Wahrheit suchen,
und zweifle an denen,
die sie gefunden haben.

André Gide

9.1.2010


Denn JHWH ist deine Zuflucht,
du hast dir den Höchsten als Schutz erwählt.

Ps 91,9
16.1.2010
nach
                                                          oben

... und die Wahrheit wird euch befreien.
Joh 8, 32
6.2.2010

Deine Steinhartherzigkeit, Kirche, regt mich
nicht mehr auf. Mir scheint' s, so verbohrt, wie ihr euch
gebet, bleibt auch ihr in des Höchsten Hand, habt
Teil ihr am Heilsplan.

Schmerzlich seh'n wir euch: ihr verhaltet euch so,
heuchelnd, wie wir's kennen von Kind auf. Nur: wer
würde uns je glauben, wenn plötzlich Umkehr
And'res euch tun hieß?

Leugnet, lügt, deckt Frevel nur weiter zu! Euch
wird geglaubt, nicht uns! Und so reden wir wahr!
Unser Anseh'n schützt ihr; und dumm steht ihr da
– nämlich gar: weltweit.

Dennoch, Gott, lass Heimat uns werden, gieß neu
heil'gen Geist aus. Mitleid bestimme neu: Tun,
Reden, jedwed' Denken in deinem Haus! Bleib!
Zeig uns dein Antlitz!

Möge uns einander doch gut tun dein Recht!
Einsicht schenk letztendlich doch allen. In Ehr'n
halt, die jetzt schon Wärme verschenken, dein Reich
künden, die Zukunft!

Susanne J.
30.4.2010

"Und der Himmel wird immer noch über mir sein,
und nicht auf mich herabfallen;
die Erde wird immer noch unter mir sein,
und mich tragen.
Ich werde nicht versinken"

Susanne G. K.
7.8.2010


"Ohne alle Reaktionen in der Gesellschaft und in den Medien gut zu heißen, muss doch die darin massiv aufbrechende "Fremdprophetie" gegenüber der Kirche und in ihr sehr ernst genommen werden, wobei diese Prophetie der Kirche gar nicht so fremd sein kann, wenn sie die Theologie des Zweiten Vatikanums als ihren eigenen Identitätskern anerkennt beziehungsweise anerkennen würde."

Ottmar Fuchs in: Rainer Bucher, Johann Pock (Hg.): Klerus und Pastoral, 2010, S. 47 über den "Klerus im Verlust der Heiligkeit" angesichts der Missbrauchsfälle
2.9.2010


Es wird kein Mensch an die Botschaft vom Heil und vom Heiland glauben, solange wir uns nicht blutig geschunden haben im Dienste des physisch, psychisch, sozial, wirtschaftlich, sittlich oder sonstwie kranken Menschen.
Alfred Delp SJ (1907–1945; Jesuit, deutscher Journalist, Widerstandskämpfer)



Habakuk 1,2-3; 2,2-3:
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit.
Der Herr gab mir Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann. Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus.


Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen; das Netz ist zerrissen und wir sind frei.
Psalm 124,7
Ostern 2011


20.12.2011 Heute bei Sonnenuntergang beginnt das 8-tägige jüdische Lichterfest Chanukka, das mir ja so viel bedeutet. Für alle Frauen, die letztes Jahr noch nicht hier waren und die Geschichte nicht kennen: nach einer Besatzung Israels war der Tempel durch die Besatzer geschändet. Die Zeremonien, um ihn wieder zu weihen, dauern 8 Tage, an denen das ewige Licht brennen muss. Es war aber nur Lampenöl für einen Tag übrig - neues Öl weihen geht erst, wenn der Tempel geweiht ist - Dilemma! Aber durch ein Wunder reichte das bisschen Öl für 8 Tage und der Tempel konnte geweiht werden. Heute feiert man es so, dass man am ersten Abend eine Kerze anzündet, am 2. Abend 2 usw. bis 8 (ob sich Wichern da seinen "Adventskranz" abgeschaut hat, der ja ursprünglich 24 Kerzen hatte?) Und man isst Fettgebackenes (ob da die Sylvesterkrapfen her kommen?). Ab heute brennen bei mir also Kerzen für uns:
- für den Glauben, dass alles Geschändete wieder heil und heilig werden kann
- für das Vertrauen, dass unsere Ressourcen ausreichen werden, auch wenn das manchmal nicht so ausschaut
- für den Mut, Dinge die aussichtslos erscheinen dennoch zu wagen und zu beginnen 
Herzlich
N.N.

Gott ist nicht gekommen, das Leid abzuschaffen; auch nicht, um es zu erklären, sondern um es mit seiner Gegenwart zu erfüllen.
Paul Claudel
21.2.2012

nach oben

Hoffnung
Schwingen aus Morgenlicht

gegen das Dunkel des Todes

das Zschilpen der Spatzen

gegen das Schweigen des Frostes

in den Augen der Trauer

spiegelt sich Gottes Sonne


Annette
Ostern 2012

Frühling

Ausgezeichnet

Wir sitzen
          in
der Tinte.

Man bereitet
        uns
die Hölle auf Erden.

Man macht
        uns
unsichtbar.

Man will uns
ausrangieren
auf bemoosten Gleisen.

        Und doch
        sind wir
        nicht
        kleinzukriegen
        wegen der uns
        auszeichnenden Hoffnung.

aus: Cristy Orzechowski, Seine kleine Gegenwart, S.5
ein Text, der wie viele andere auch in Puno, Peru, bei Kerzenschein geschrieben wurde - es gab keinen Strom.
Der Autorin Dank für die Abdruckrechte



Hoffnung
Schwingen aus Morgenlicht
gegen das Dunkel des Todes
das Zschilpen der Spatzen
gegen das Schweigen des Frostes
in den Augen der Trauer
spiegelt sich Gottes Sonne

Annette
Ostern 2012



Jeder Mensch, auch der Geringste, ist so in Gottes Hand, als wäre er Gottes einzige Sorge, traue IHM.

Anni

Wer im Namen des Glaubens Menschen zusätzlich belastet und unter Druck setzt, baut nicht den Glauben, sondern seine eigene Herrschaft auf.
Ottmar Fuchs

Wer wieder einmal in alte Muster gefallen ist, möge als Leitwort nehmen:
"Aufstehen, Krone richten, weitergehen!"
(Geflügeltes Wort:-:)))


"Ich sehe ganz klar, dass das, was die Kirche heute braucht, die Fähigkeit ist,Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen - Nähe und Verbundenheit. Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. Man muss einen Schwerverwundeten nicht nach Cholesterin oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem anderen sprechen. Die Wunden heilen, die Wunden heilen… Man muss ganz unten anfangen."

Papst Franziskus, September 2013


"Sünde ist, wenn ich meine, alles selbst leisten zu müssen."
Gotthard Fuchs

Solange wir glauben, dass Menschen durch Gewalt von Gewalt erlöst werden können, werden wir keinen Frieden finden.


nach oben