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                  Missbrauch
Über den Gründer der Legionäre Christi, Pater Maciel Marciel Degollado (1920–2008)
und seine Helfer und Unterstützer
(Link zu einem Film, der die Reaktion von Papst Benedikt auf die Frage eines Journalisten nach Pater Maciel zeigt; undatiert, vor dem 3.10.2009: "I am not so informed"))

Am 1. Mai 2011 sprach Papst Benedikt XVI. seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II. selig - und damit eine kirchenpolitische Linie, die beide Päpste verfolgten. Am 27.4.2014 wird Papst Franziskus Papst Johannes Paul II. heilig sprechen. Diese Selig- und Heiligsprechung ist ein Schlag ins Gesicht der Missbrauchsopfer katholischer Priester.

Warum?

  • Papst Johannes Paul II. hielt bis kurz vor seinem Tod seine schützende Hand über einen Mann, der viele Kinder - Betroffene sprechen von Hunderten von Kindern - missbraucht hat. Laut Tagesanzeiger.ch wusste der Papst seit 1983 von den Verbrechen, die sein Schützling, der Gründer der Legionäre Christi, Maciel Marciel Degollado, begangen hat.

  • Der ehemalige Kardinal Ratzinger und jetzige Papst Benedikt XVI. war von 1981 bis April  2005 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. In dieser Eigenschaft hat er vielleicht nichts von den ersten Anzeigen gegen Degollado gewusst, die Mitte der 50er Jahre in Rom eingingen  und von Missbrauch seit den 40er Jahren berichteten. Aber mit Sicherheit muss Kardinal Ratzinger seit 1983 informiert gewesen sein. Laut Tagesanzeiger war er nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören, die sich daraufhin 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte. Ratzinger hat erst  2005 begonnen, einen kirchlichen Prozess gegen Degollado anzustrengen. Im Mai 2006 erging das Urteil: Degollado solle ein zurückgezogenes Leben des Gebetes und der Buße führen. Im Abschlussbericht spricht der Vatikan davon, dass niemand in der Umgebung Degallados etwas von den Missbräuchen bemerkt habe.

Was war geschehen?

  • Maciel Marciel Degollado hat über 6 Jahrzehnte Kinder und Jugendliche missbraucht, darunter seine eigenen beiden Söhne. Erste Anschuldigungen gab es im Vatikan bereits 1956. U.a. hatten 5 mexikanische Bischöfe sich Ende August 1956 an den Vatikan gewandt und beklagt, Maciel würde die Sodomie mit jungen Ordensangehörigen praktizieren. Es kam damals zu einem kirchlichen Gerichtsverfahren, u.a. wegen Drogenmissbrauch Degollados. Der Angeklagte wurde frei gesprochen.
  • 1978 und 1989 hatte der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben und von seinem Missbrauch berichtet. Eine Antwort erhielt er nicht. Papst Johannes Paul II. vertraute wohl auf die Untersuchung von 1956.
  • Eine weitere Klage wurde 1999 (oder 1997?) im Vatikan eingereicht von 20 ehemaligen Seminaristen, die früher hochrangige Legionäre waren und heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure sind. Die von Kardinal Ratzinger eingeleitete Untersuchung wurde 2002 wieder abgebrochen.
  • Erst im Sommer 2005 wurden  die Vorwürfe aufgegriffen - 50 Jahre nach den ersten Anzeigen. Weder Papst Johannes Paul II. noch Kardinal Ratzinger  als Chef der Glaubenskongregation hatten ein Interesse daran, die Verbrechen des Ordensgründers der Legionäre Christi aufzudecken. Sie warteten, bis sie auf den fragilen Gesundheitszustand des Beschuldigten hinweisen konnten und eine "Strafe" verhängen konnten, die für die Opfer ein Hohn ist.

Die Seligsprechung eines Papstes, der einen vielfachen Missbrauchstäter schützte, durch einen Papst, der sich am Schützen des Täters beteiligte, ist ein Hohn für die Opfer des Täters. Die Heiligsprechung durch Papst Franziskus setzt die Verhöhnung der Opfer fort. Was inzwischen öffentlich ist, wird noch einmal bestätigt: Die obersten Repräsentanten der katholischen Kirche haben keinen Respekt vor den Menschen, die im kirchlichen Kontext von Seelsorgern missbraucht wurden. Opfer haben im Vatikan keine Fürsprecher und Verbündeten. Es ist eine Schande.
Erika Kerstner
27.4.2014


Wenn Sie mehr wissen wollen über den Gründer der Legionäre Christi und über die, die ihn vor einer Anklage schützten, lesen Sie vor allem bei Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon, weiter


Das Leben des Maciel Marciel Degollado (1920–2008) - Wikipedia
Eine Gruppe der Missbrauchsopfer der Legionäre Christi finden Sie hier: http://www.regainnetwork.org/article.php?a=47245740 und http://www.regainnetwork.org/
1979 Papst Johannes Paul II. feiert einen Gottesdienst mit den Legionären Christi.
1983: 10 Opfer informieren den Papst. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht. Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte. Erst kurz vor Maciels Tod 2008 verordnete Papst Benedikt dem Gründer ein Leben in völliger Zurückgezogenheit. Im März 2009 ordnete der Vatikan eine Untersuchung des Ordens an.

23.2.1997 Head of Worldwide Catholic Order Accused of History of Abuse. So lautete die Titelgeschichte des "Hartford Current" 
Bishop-accountability.org teilt die Namen der Ankläger von 1997 mit:

  • The Rev. Felix Alarcon, 63, of Venice, Fla., who opened the Legion's first U.S. base in the Woodmont section of Milford, Conn., in 1965.
  • Professor Jose de J. Barba Martin, 57, a Harvard-educated literary scholar who teaches at the Instituto Tecnological Autonomo de Mexico, Mexico City.
  • Saul Barrales Arellano, 62, Catholic school teacher, Mexico City.
  • Alejandro Espinosa Alcala, 59, rancher, rural Mexico.
  • Juan Manuel Fernandez Amenabar, left statement before he died Feb. 7, 1995; former Legionary priest and president of the Northern Anahuac University in Mexico City.
  • Arturo Jurado Guzman, 58, instructor, U.S. Defense Department School of Linguistics, Monterey, Calif.
  • Fernando Perez Olvera, 62, engineer, Monterey, Mexico.
  • Jose Antonio Perez Olvera, 59, lawyer, Mexico City.
  • Juan Vaca, 59, of Holbrook, N.Y., college guidance counselor, president of the Legionaries in the United States from 1971 to 1976.

1999 Untersuchung des Lebens von Maciel Degollada durch die Glaubenskongregation. 2002 wird sie ohne Angabe von Gründen abgebrochen.

4.1.2001 Ansprache von Papst Johannes Paul II. an die Legionäre Christi, die den 60. Gründungstag feiern. Dort sagt der Papst u.a.: "Ihr wolltet diese Herausforderung des Evangeliums in Angriff nehmen, indem ihr die besondere Betonung auf die brüderliche Herzlichkeit eurer zwischenmenschlichen Beziehungen legt und den Geist der Nächstenliebe in euren Gedanken und Werken pflegt. Dabei seht ihr schweigend über die Fehler der anderen hinweg und stellt vielmehr deren positive und nützliche Taten heraus."

30.11.2004 Ansprache des Papstes Johannes Paul II. an die Legionäre

30.6.2005 Der Gründer der Legionäre, Degallado, ist 85 Jahre alt. 7 ehemalige Seminaristen werfen ihm Missbrauch an ihnen vor, begangen in den Fünfziger und Sechziger Jahren. Anschließend habe er sie (!) in der Beichte von allen Sünden freigesprochen. Nach kath. Recht verjährt ein solcher Missbrauch des Beichtsakramentes nicht. Die Ankläger waren ehemals hochrangige Legionäre, heute sind sie Anwälte, Hochschullehrer oder Ingenieure. Ihre Klage reichten sie 1997 im Vatikan ein. Es tat sich nichts. Papst Johannes Paul II. hatte bereits 1978 und 1989 Anzeigen gegen Degallado erhalten. Einer der Absender war der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, in den 70er Jahren Präsident der Legionäre in den USA. Eine Antwort erhielt er nicht. Offensichtlich vertraute der Papst Johannes Paul II. auf das Ergebnis einer Untersuchung von 1956, als Degollado u.a. wegen Drogenmissbrauch angeklagt war, aber freigesprochen wurde. Die Führung der Legionäre legte ein Schreiben von Angelo Sodano vor, Vatikan-Staatssekretär, in dem sie die derzeit laufenden Ermittlungen bestreiten. Sodano wird als glühender Verehrer der Legionäre Christi eingeschätzt.
Quelle: kath.ch

3.7.2005 Das Päpstliche Athenäum "Regina Apostolorum" veranstaltet im Oktober 2005 den zweiten Exorzismuskurs "Exorzismus und Gebet um Befreiung".  vor allem wegen grosser Nachfrage. Das "Athenaeum Pontificium Regina Apostolorum" ist eine Gründung von Pater Maciel Marciel Degallado aus dem Jahr 1993 und eine Universität päpstlichen Rechts. Sitz ist Rom. Derzeitiger Rektor ist Pedro Barrajón LC.„Istituto Sacerdos“
Quelle: kath.net

20.5.2006 Die Legionäre Christi kommentieren die "Verurteilung" ihres Gründers angesichts dessen hohen Alters und seiner schwachen Gesundheit zu einem "zurückgezogenen Leben des Gebetes und der Buße" folgendermaßen: "Angesichts der gegen ihn vorgebrachten Anklagen hat P. Maciel seine Unschuld bekräftigt und sich in Nachahmung des Beispiels Jesu Christi immer dafür entschieden, sich in keiner anderen Weise zu verteidigen."
Quelle: storico.radiovaticana.org

21.5.2006 Ältere Informationen informieren besser. Die Vorwürfe beginnen nämlich nicht erst 1998, sondern stammen bereits von 1956 und 1978. Sie umfassen also einen Zeitraum von 5 Jahrzehnten! Wie viele Opfer vermeidbar gewesen wären, wenn Marcial Maciel Degallado nicht geschützt worden wäre, lässt sich vermutlich nicht exakt feststellen.
Quelle: www.ikvu.de

1.10.2006 Ein Bericht über die Niederlassung der Legionäre Christi in Deutschland. Darin wird berichtet, dass der Papst Degollado aufforderte, seine Ämter niederzulegen.
Quelle: Welt.

26.1.2007 Der persönliche Sekretär von Papst Johannes Paul II und jetziger Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz, soll schriftlich über die Verbrechen des Erzbischofs von Posen, Paetz, und über die Verbrechen des Gründers der Legionäre, Marcial Maciel Degollado, informiert gewesen sein, diese Nachricht aber - laut "Glos Wielkopolski" - dem Papst verheimlicht haben. Im Dezember 2002 schrieb der mexikanische Pater Antonio Omelas über die Verbrechen Degollados an Dziwisz. Auch diese Nachricht sei nicht an den Papst weitergeleitet worden.
Quelle: www.vol.at

1.2.2008 Der Gründer des konservativen katholischen Ordens Legionäre Christi, Marcial Maciel, ist eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Orden mit. Papst Benedikt XVI. hatte vor zwei Jahren disziplinarische Maßnahmen gegen Maciel verhängt, dem der sexuelle Missbrauch von Seminaristen vorgeworfen wurde. Maciel hatte gute Beziehungen zu Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II.. Die Maßregelung bestand darin, dass Pater Maciel "ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße" führen solle. Auf ein kirchenrechtliches Verfahren wurde wegen der "zerbrechlichen Gesundheit" des damals 2006 85-Jährigen verzichtet.
Quelle: orf.at

1.2.2008 Schönstatt kondoliert: "Wir glauben, dass er sein Lebenswerk weiterführen wird."
Quelle:
Schönstatt

30.10.2008 Die Legionäre Christi seien ultrakonservativ und hätten "nicht unerheblichen Einfluss" im Vatikan.
Quelle: ORF.

21.12.2008 Papst Benedikt XVI. begrüßt die Legionäre Christi anlässlich eines Angelus-Gebetes.

31.3.2009 Eine Visitation der Legionäre Christi wird angekündigt.

1.4.2009 Der Papst lässt die Gemeinschaft der Legionäre Christi überprüfen. Der Orden wurde 1941 in Mexiko von dem mexikanischen Pater Marcial Maciel gegründet. Dem Gründer wurde von mehreren früheren Seminaristen sexueller Missbrauch vorgeworfen. 2006 war er vom Papst gemaßregelt worden und zu einem zurückgezogenen Leben des Gebets und der Buße verurteilt worden. Maciel starb 2008.  Die ersten Vorwürfe waren bereits 1956 erhoben worden. Sie wurden in den Jahren 1978, 1989 und 1999 erneuert und erweitert. Die jetzige Überprüfung findet statt, weil Pater Maciel Frau und Tochter habe. Dies räumte der Orden ein.
Quelle: die presse.com

1.4.2009 Die Ordensgemeinschaft wird überprüft.
Quelle:
welt.de

13.7.2009 Die angekündigte Überprüfung beginnt.
Quelle: katholisch.de (nicht mehr online)

11.8.2009 Erste Anzeigen gegen Degollade stammen von 1956.
Quelle: soitu.es

20.8.2009 Sex, Lügen und Katechismus - von Claudius Prößer
Quelle: tazblog

Januar 2010 Über die Legionäre Christi
Quelle:
imprimatur

4.3.2010 Degallado soll seine eigenen Kindern missbraucht haben.
Quelle: ORF

4.3.2010 Der Gründer der Legionäre unter Missbrauchsverdacht
Quelle:
Die Presse

17.3.2010 Degollado soll Frauen, Seminaristen und die eigenen Kinder missbraucht haben.
Quelle:
der standard

25.3.2010 Die Legionäre entschuldigen sich.
Quelle:
Legionäre (nicht mehr online)

7.4.2010 Gottes schmutziger Legionär, der dem Vatikan Gelder einbrachte.
Quelle: stern

7.4.2010 Gottes Geldeintreiber
Quelle: Süddeutsche

30.4.2010 Der Papst empfängt die Visitatoren
Quelle:
regnumchristi.eu

1.5.2010 Erklärung des Heiligen Stuhls ZUR APOSTOLISCHEN VISITATION DER KONGREGATION DER LEGIONÄRE CHRISTI - 1. MAI 2010
Quelle: Radio Vatikan

1.5.2010 Im Vatikan gibt es eine Geheimakte der Legionäre. "Der Vatikan hat im Vorfeld versucht, die Vermutungen um eine Mitwissenschaft von Papst Johannes Paul II aus dem Weg zu räumen. So veröffentlichte die italienische Zeitung Il Giornale ein Schreiben der Glaubenskongregation an die Behörde für Heiligsprechungen. In dem Brief teilt der jetzige Präfekt Kardinal William Joseph Levada mit, Papst Johannes Paul II sei offenbar nicht umfassend über die Vorwürfe gegen Marcial Maciel informiert gewesen. Gleichwohl bestätigt das Schreiben, dass es an den Papst gerichtete Briefe mit Anschuldigungen gegen Maciel gegeben habe. Aus dem Schreiben geht nicht hervor, ob diese das ehemalige Kirchenoberhaupt je erreicht haben."
Quelle: Zeit

1.5.2010 Im Abschlussbericht der Visitatoren des Vatikan bei den Legionären Christi heißt es: Die Apostolische Visitation konnte aufweisen, daß die Lebensführung von Pater Marcial Maciel Degollado ernsthafte Konsequenzen im Leben und in der Struktur der Legion verursacht hat, so sehr, daß ein Weg der tiefgehenden Revision erforderlich ist. Die sehr schwerwiegenden und objektiv unmoralischen Verhaltensweisen von Pater Maciel, die durch unbestreitbare Zeugenaussagen bestätigt sind, erweisen sich bisweilen als wirkliche Straftaten und zeugen von einem skrupellosen Leben, ohne authentische religiöse Ausrichtung. Einem großen Teil der Legionäre war ein solches Leben nicht bekannt, vor allem aufgrund des von Pater Maciel geschaffenen Beziehungssystems, der es geschickt verstand, sich Alibis zu verschaffen und bei den ihn umgebenden Personen Ansehen, Vertrauen und Stillschweigen zu erwirken und die eigene Rolle als charismatischer Gründer zu festigen.
Nicht selten hatten [1.] ein beklagenswertes In-Mißkredit-Bringen und [2.] das Entfernen derer, die an seinem korrekten Lebenswandel zweifelten, und auch [3.] die irrige Auffassung, dem Guten nicht schaden zu wollen, was die Legion vollbrachte, um ihn herum einen Verteidigungsmechanismus geschaffen, der ihn über lange Zeit unangreifbar und es folglich äußerst schwierig machte, sein wahres Leben zu kennenzulernen."
Quelle: Internetpfarre

2.5.2010 Die Legionäre danken für die Visitation: "Wir danken Papst Benedikt XVI. herzlich für seine väterliche Fürsorge gegenüber unserer Kongregation und nehmen in tiefem Glauben und Gehorsam an, was er verfügt hat. Ebenso sind wir dankbar für die intensive und selbstlose Arbeit der Apostolischen Visitatoren und für die Nähe und das Gebet so vieler Menschen, die uns in dieser Zeit begleiten."
Quelle: kath.net

2.5.2010 Papst lässt den Orden der Legionäre reformieren
Quelle: Spiegel

3.5.2010 Dem Gründer der Legionäre Christi wird vorgeworfen, unzählige Seminaristen missbraucht und mit zwei Frauen drei Kinder zu haben. Zwei der Kinder werfen Marcial Maciel Degollado ebenfalls sexuellen Missbrauch vor. Die ersten 10 Opfer, die in den 50er Jahren im römischen Seminar missbraucht wurden, haben den Vatikan bereits vor 30 Jahren verständigt. Der Vatikan unternahm nichts. Noch 1994 lobte Papst Johannes Paul II. Maciel wegen dessen "effizienter Führung der Jugend" - obwohl dem damaligen Papst die Vorwürfe seit 1983 bekannt waren. Die erste Opfergruppe berichtete 1997 von Hunderten von Knaben, die Maciel missbraucht habe. 1998 erhoben die Opfer Anklage bei der Glaubenskongregation. Josef Ratzinger hörte sie nicht an. 2002 ging die Gruppe daher zur UNO und klagte über die Untätigkeit der Glaubenskongregation. Kurz vor Maciels Tod ordnete Papst Benedikt dann an, Maciel solle in völliger Zurückgezogenheit leben.
Quelle:www.tagesanzeiger.ch/ und bernerzeitung.ch

27.5.2010 Joaquin Navarro-Valls, früherer Vatikansprecher, hat die Behauptung zurück gewiesen, Papst Johannes Paul II. habe Missbrauchsfälle vertuscht. Im Fall des Gründers der Ordensgemeinschaft "Legionäre Christi", Marcial Maciel Degollado (1920-2008), sei das kirchenrechtliche Verfahren noch unter dem Pontifikat des polnischen Papstes eröffnet worden. Auch im Fall Groer habe der Papst nichts vertuscht. Quelle: kath.web nicht mehr online
Quelle: ndr.de (nicht mehr online) und
kathpress.at
30.5.2010 Hans Küng gibt Papst Johannes Paul II. die Schuld, dass die Glaubenskongregation unter Ratzinger nicht gegen Groer, Krenn, Haas und Maciel vorgehen konnten. Küng weist auch Benedikt XVI eine Mitschuld zu. Die diffamierende Äußerung Sodanos ("Geschwätz") vom Ostersonntag sei mit dem Papst abgesprochen, meint Küng. Und er erinnert daran, dass Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 2001 ein Schreiben an alle Bischöfe "Über schwere Vergehen" gerichtet habe, in dem gefordert wurde, die Missbrauchsfälle unter des Secretum Pontificium zu stellen. Wer gegen diese Forderung verstößt, zieht sich schwere Kirchenstrafen zu.
Quelle: diepresse.com und

23.6.2010 Raul Gonzalez Lara, Sohn des Gründers der Leginäre Christi, Marcial Maciel Degollada (1920-2008), hat den Orden in den USA auf Schadenersatz verklagt. Der Anwalt Andersen ist auf kirchliche Missbrauchsfälle spezialisiert. Er wirft Papst Benedikt XVI. und dem früheren Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und anderen ranghohen Kirchenführern vor, von Maciels Drogensucht und Pädophilie gewusst zu haben und nichts dagegen unternommen zu haben.
Quelle: Liborius (nicht mehr online)

9.7.2010 Papst Benedikt XVI. hat einen Kommissar ernannt, der die Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ nach einem Skandal um sexuellen Missbrauch disziplinieren soll. Der italienische Kurienerzbischof und vatikanische Wirtschaftsfachmann Velasio De Paolis soll den Orden auf jenem „Weg der Reinigung“ begleiten, den Benedikt gefordert hatte.
Quelle: sz-online.de

20.10.2010 "Der Schaden für die Gesamtkirche wäre unabsehbar, wenn Papst Benedikt seinen Vorgänger zur Ehre der Altäre erheben würde. Es könnte sich schnell herumsprechen, welche Altlast Medien-Star Wojtyla hinterlassen hat. Es geht um Kindesmissbrauch." So urteilt Hanspeter Oschwald, ein Kenner des Vatikan.
Quelle: Neckarchronik

22.10.2010 Papst Benedikt XVI. begrüßt auch die Mitglieder der Legionäre Christi, die beim Angelus-Gebet anwesend sind.
Quelle: Vatikan

21.8.2010 Der Priester aus der katholischen Seelsorgeeinheit Tiengen-Lauchringen, Erzbistum Freiburg, wird seinen Dienst in der SE nicht mehr antreten. Gegen ihn wird in Irland weiterhin wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er war dort als Angehöriger der Legionäre Christi in der Mission Jugendlicher tätig. Näheres ist nicht bekannt. Er sagt, er sei unschuldig.
Quelle: suedkurier.de

16.10.2010 Ende 2004 empfing Papst Johannes Paul II. den Gründer der Legionäre. "Ausdrücklich dankte er dem Mexikaner für „einen von den Gaben des Heiligen Geistes erfüllten priesterlichen Dienst“. Maciel war seit Jahrzehnten ein gerngesehener Gast in Rom. 1941 hatte er den stramm konservativen Orden der Legionäre Christi gegründet, der heute als Konkurrenz zum spanischen Opus Dei gilt. Gäbe es eine innerkirchliche Rangliste der schwersten Sünder, Maciel nähme einen Spitzenplatz ein. Der 2008 verstorbene Ordensgründer war nicht nur jahrzehntelang weltlichen Lastern wie Rauschmitteln zugeneigt. Auch mit dem Zölibat nahm er es nicht sonderlich genau und zeugte mit zwei Frauen drei Kinder, wie der Orden unterdessen selbst zugegeben hat. Am schwersten aber wiegt, dass Maciel zwischen 20 und 100 Jugendliche missbraucht haben soll, darunter auch seine eigenen Kinder. Als Begründung diente ihm nach Aussagen von Opfern ein „Leiden im Unterleib“, das nur mittels „Massage“ gelindert werden konnte. Nach vollbrachter „Behandlung“ nahm er den Opfern die Beichte ab und erlegte ihnen Schweigen auf, wie es die Ordensregeln vorsahen. Die Vorwürfe gegen Maciel waren im Vatikan seit Jahrzehnten bekannt. Bereits Ende der 70er Jahre hatte ein Opfer seine Qualen geschildert und den Brief, versehen mit den Aussagen weiterer Leidensgefährten, nach Rom geschickt. Nichts geschah. Erst 1997 wagten acht ehemalige mexikanische Seminaristen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Kurz darauf legten sie Beschwerde bei der Glaubenskongregation ein, eine Untersuchung wurde jedoch bald wieder eingestellt – wie üblich ohne Begründung. Nach außen galt das Gebot der Omerta, des Schweigens, und noch immer hielt der Papst seine schützende Hand über Maciel.
Quelle: www.fr-online.de/

14.1.2011 Johannes Paul II. soll am 1. Mai 2011 selig gesprochen werden.
Quelle: evangelisch.de

21.1.2011 „Begegnungskommission“ eingerichtet für all jene, die durch das "Fehlverhalten" des Gründers verletzt wurden. Mit "Fehlverhalten" sind Verbrechen gemeint.
Quelle: Legionäre (nicht mehr online)

1.2.2011 Eine Kommission aus externen Fachleuten und Ordensmitgliedern soll sich künftig mit den Schadensersatzansprüchen von Opfern sexualisierter Gewalt gegenüber dem Gründer des Ordens "Legionäre Christi", dem 2008 verstorbenen mexikanischen Priester Marcial Maciel Degollado, befassen. Radio Vatikan berichtet: "Maciel hatte, wie sich erst nach seinem 2008 erfolgten Tod herausstellte, ein Doppelleben geführt; ihm wird auch der Missbrauch von Priesteramtskandidaten vorgeworfen."
Quelle: radio vatikan

14.4.2011 Mittlerweile wurde aufgedeckt, dass andere Ordensmitglieder in mehreren Apostolischen Schulen ebenfalls Jungen missbraucht haben. In der Presse werden die Kinder meist als minderjährige „Seminaristen“ bezeichnet, weil die Einrichtungen auch „Kleine Seminare“ genannt werden. Öffentlich bekannt ist Missbrauch in Schulen in Chile, Italien, Spanien und den USA. In Irland soll Missbrauch in der Jugendseelsorge des Ordens stattgefunden haben. Das Erzbistum Freiburg hat im April 2010 einen Seelsorger  der Legionäre Christi beurlaubt, weil die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die neue Strategie des Ordens wird von Christian Modehn dahingehend kritisiert, dass er nun versuche, die Problematik alleine auf den Gründer zu begrenzen. Modehn sieht außerdem aufgrund von spanischen Quellen Anzeichen dafür, dass es im Orden der Legionäre weitere übergriffige Angehörige gibt. In Mexiko wurde von Missbrauchsfällen an drei Schulen berichtet.
Quelle: Wikipedia

28.3.2012 Die Karriere des Marcial Maciel
Quelle:
faz.net

30.10.2016  Rev. Luis Garza, ehemals die Nummer Zwei bei den Legionären Christi, wird von einem Mann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Garza betont seine Unschuld.
Quelle: nzherald.co.nz

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