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Gewaltüberlebende Christinnen und das Profil des christlichen Hauses1
Erika Kerstner

Fragestellung

Menschen, die als Kind, Jugendliche oder Erwachsene das Opfer anderer Menschen wurden, haben oft lebenslänglich an den Folgen körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt zu leiden. Sie leben mitten unter uns. Ich bin eine von ihnen. In meiner durchaus erfolgreichen Therapie hatte ich feststellen müssen, dass spirituelle Fragen nur am Rande vorkamen. Die Versuche, neben der Therapie seelsorgliche Begleitung zu finden, waren gescheitert. Ein Seelsorger sprach mir im ersten Gespräch von Auferstehung – an einem Tag, an dem ich nicht wusste, wie ihn überleben. Eine Seelsorgerin reagierte auf meine Geschichte mit Entsetzen, Sprachlosigkeit und Kontaktabbruch. Ein dritter Seelsorger versicherte mir, dass die Vergangenheit doch weit zurück läge und es schlimmere Lebensgeschichten gäbe. Meine verzweifelten Fragen nach dem Sinn meiner Lebensgeschichte und dem Dasein Gottes bei der Bewältigung der Traumatisierung und des Lebens mit den Traumafolgen fanden kein Gehör und keinen Mitchristen, der ihnen standgehalten hätte. Ich blieb alleine mit meinen Fragen.

So begann ich am Ende meiner Therapie im Sommer 2000 in beiden Großkirchen nach bestehenden Gruppen von Frauen zu recherchieren, die vor dem Hintergrund ihrer Gewalterfahrungen miteinander über ihren Glauben nachdenken wollten und ihn als Ressource im Leben mit Traumafolgen nutzen wollten. Diese Suche führte mich später auch ins Internet1. Ich fand keine Gruppen. Also blieb nur ein Weg: Selbst eine Gruppe zu gründen und zugleich nach Verbündeten in beiden Großkirchen Ausschau zu halten. Beides schien mir wichtig zu sein. Gewaltüberlebende benötigen ihnen Verbündete, wenn sie die in der Gewalt zerrissenen Verbindungsfäden zur Gemeinschaft der Menschen und dort der Glaubensgenossinnen wieder oder erstmals knüpfen wollten. Und sie benötigen die gegenseitige Solidarität und Unterstützung im Leben mit den Traumafolgen.

Im Frühjahr 2001 fragte ich daher den Leiter eines katholischen Bildungshauses, ob er sich in diesem Haus eine Arbeitsgruppe gewaltüberlebender Christinnen vorstellen könne. Er antwortete, er halte die Einrichtung einer Selbsthilfegruppe angesichts des Profils seines Bildungshauses für schwierig. „Wir machen theologische Erwachsenenbildung“, schrieb er und mir klang es, als hätte er gesagt: Hören Sie zu, wir  beschäftigen uns ernsthaft mit Theologie und mit Erwachsenen. Ich korrigierte das Missverständnis, ich wolle keine Selbsthilfegruppe, sondern eine Arbeitsgruppe initiieren. Die Antwort kam postwendend: „Kennen Sie überhaupt das Programm des Bildungshauses?.....Was die Einrichtung einer Arbeitsgruppe angeht, bin ich zurückhaltend. Das würde nicht zu unserem Profil passen.“ Ich war verblüfft: Passen Menschen mit Gewalterfahrungen also nicht zum Profil eines christlichen Hauses? Waren sie nicht willkommen, WEIL sie Gewalt erlebt hatten? War nicht auch Jesus ein Gewaltopfer?

In den nun folgenden Jahren sollte ich viele christliche Häuser kennenlernen und erfahren, wer zum jeweiligen Profil passte und wer nicht. Gewaltüberlebende Christinnen passten überwältigend oft nicht. Nur einige wenige Male fand ich Menschen, die mir sagten und zeigten, dass ich genau richtig bin, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit – und dass ich und meinesgleichen exakt zum Profil des Hauses passten2.

In der Gewalt wird den Opfern die eigene Wahrnehmung getrübt und vernebelt. Oft findet eine völlige Umwertung im Interesse des Täters statt – er nennt gut, was das Opfer erleidet; er bezeichnet es als richtig und erreicht damit eine höchst bedrohliche Verwirrung des Opfers. Gewaltopfer lernen, ihrer eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen. Lange nach dem Ende der Gewalt besteht die Verwirrung des Opfers fort, eine tiefe Verunsicherung über die eigene Wahrnehmung und die Angemessenheit der eigenen Gefühle bleibt erhalten. Das Misstrauen gegenüber der eigenen Wahrnehmung zwingt zur ständigen Vergewisserung darüber, ob das Gegenüber nicht doch Recht hat oder ob den eigenen Gefühlen und dem eigenen Nachdenken zu trauen ist. Nachdem ich gehäuft und nahezu flächendeckend erfuhr, dass gewaltüberlebende Christinnen in den Kirchen nicht willkommen sind, hatte ich in einem langen, oft tief verunsicherten Prozess zu überprüfen, ob ich Christentum auf eine furchtbar verquere Art völlig missverstanden hatte, als ich an den Türen christlicher Häuser anklopfte, um Einlass bat und weg- oder weitergeschickt wurde. Ich ging also der Frage nach, was das Profil eines christlichen Hauses ausmacht. Und was lag näher als in den Gründungsdokumenten der Kirche nachzuschauen?

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Biblische Befunde

  • Christentum ist Gewaltanschauung

Die Bibel der Juden und Christen beginnt mit der Trennung von Gott und setzt sich – ganz logisch – fort in der Rivalität und Gewalt zwischen Menschen, die nicht einmal vor dem Mord am Bruder zurückschreckt. Wie alt auch immer diese Geschichten sein mögen, nach  Auschwitz und angesichts der gegenwärtigen Geschichte können wir nicht mehr darauf vertrauen, dass sie falsch oder überholt sind. Wir haben in den Urgeschichten der Bibel eine korrekte Beschreibung auch unserer Gegenwart vor uns. Im Blick auf Gewalt gegen Frauen ist nach der ersten repräsentativen Untersuchung des Bundesfamilienministeriums über „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ 20043  ermittelt worden, dass 37% aller Frauen hierzulande ab dem 16. Lebensjahr körperliche Gewalt erlebt haben. Gewalterfahrungen zwischen 0 und 16 Jahren sind damit ebenso wenig benannt wie seelische oder sexuelle Gewalt. 37% - das ist eine ungeheuerliche Zahl. Und gehen wir nur einmal davon aus, dass jede dieser Frauen auch nur mit EINEM nicht  direkt von Gewalt betroffenen Menschen zu tun hat, der möglicherweise als Partner, Kind, Freund oder Freundin... erleben und manchmal erleiden muss, was Gewalt bei einem Menschen langfristig anrichtet, dann sind bereits 74% der Bevölkerung direkt und indirekt von Gewalt betroffen. Wenn hier von epidemischem Ausmaß gesprochen wird, dürfte es keine Übertreibung sein. Die Diagnose der Bibel ist in den Geschichten des Anfangs also bis heute zutreffend: Gewalt gehört zum Leben jenseits des Paradieses dazu. Sie ist alltäglich und findet mitten im Frieden statt.

Der übliche Vorwurf an das Alte Testament, es sei ein gewalttätiges Buch, verkennt den wahren Sachverhalt. Gewalttätig ist nämlich nicht, wer die Gewalt sichtbar macht. Gewalttätig, Gewalttäter schützend und Opfer zum Schweigen verurteilend verhalten sich vielmehr jene, die die Gewalt unsichtbar machen oder in der üblichen Unsichtbarkeit belassen wollen.

Das Profil des christlichen Hauses zeichnet sich offensichtlich dadurch aus, dass es die Wirklichkeit von Gewalt auch wahrnehmen und in den Gründungsdokumenten aufdecken kann.

  • Die Bibel verschweigt Männergewalt gegen Frauen nicht4

Die Bibel ist zweifelsohne ein patriarchales Buch, entstanden in patriarchalen Zeiten, wohl ganz überwiegend von Menschen geschrieben, die Profiteure des Patriarchats hätten sein können und vielleicht manchmal auch waren. Dennoch hat die Geschichte Tamars (2 Sam 13,1-22) den Weg in die Bibel gefunden. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die von ihrem Halbbruder Amnon vergewaltigt wird. Diese Geschichte könnte in einem modernen Lehrbuch über sexuelle Gewalt stehen. Wir finden alle Elemente, die bis heute sexuelle Gewalt im Nahbereich ausmachen: Das Opfer ist hilfsbereit, arglos – und steht ganz alleine. Seine Umgebung verbündet sich miteinander gegen das Opfer: Jonadab und Amnon planen die Vergewaltigung gemeinsam. König David lässt sich als Handlanger einspannen. Mögliche Zeugen werden vor der Tat weggeschickt. Das Opfer wird von allen Hilfsquellen abgeschnitten. Amnon benutzt gezielt die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft seiner Halbschwester. Sie gehören zur erfolgreichen Durchführung der Vergewaltigung, sind nachgerade eine ihrer Voraussetzungen. Kein Argument, kein Entgegenkommen, kein Vorschlag Tamars schützen sie. Nach der Vergewaltigung empfindet der Täter Hass. Sein Hass richtet sich nicht gegen seine Tat oder sich selbst, sie richtet sich gegen das Opfer. Der Bruder Abschalom empfiehlt seiner Schwester nach der Vergewaltigung zu schweigen. Es sei ja wohl alles nicht so schlimm, sie möge es sich nicht so zu Herzen nehmen. Auch der Vater, König David, hört von der Sache. Er wird zornig – und Tamar könnte Hoffnung auf Gehör und Gerechtigkeit schöpfen. Aber Davids Zorn – wiewohl politisch korrekt – entpuppt sich als eine für das Opfer folgenlose Attitude. Der väterliche Zorn ändert für Tamar überhaupt nichts. David tut, was üblich ist: Er spricht nicht einmal mit dem Vergewaltigungsopfer, das seine Tochter ist. Und er tut gegenüber dem Täter, was bis heute üblich ist: Er zieht ihn nicht zur Rechenschaft. Die von Amnon verübte und von Tamar erlittene Gewalt wird mit einem Mantel des Schweigens umgeben. Niemand zieht den Täter zur Verantwortung, niemand rehabilitiert das Gewaltopfer und stellt sich an seine Seite. Der einzige, der mit Tamar spricht, ihr Bruder Abschalom, spricht den Satz, den noch alle Gewaltopfer kennen: Schweig still! Das Letzte, was wir von Tamar hören, lautet: „Von da an lebte Tamar einsam im Haus ihres Bruders Abschalom.“ Von da an ist Tamar einsam; die Gewalt hat die Verbundenheit mit allen Menschen zerstört.

So nüchtern, alltäglich und exakt berichtet die Bibel von Gewalterfahrung im Nahbereich. Und genau wie heute wird geschwiegen, Schweigen empfohlen und das Opfer alleine gelassen.

Jenseits des biblischen Textes entwickelt Tamars Geschichte jedoch eine bis heute wirksame Eigendynamik. Diese Eigendynamik wird vom Opfer der Gewalt initiiert. Nach dem Rausschmiss aus dem Haus Amnons streut Tamar Asche auf ihr Haupt, zerreißt das Ärmelkleid, legt ihre Hand auf den Kopf und geht schreiend weg. Sie schreit. Außerhalb des Hauses. Auf offener Straße. Unerhört! Unerhört?

Nein, denn Tamars Schrei blieb nicht unerhört. Es muss mindestens einen Menschen oder eine Menschengruppe gegeben haben, die den Schrei dieser Frau und vieler anderer Frauen hörten und verstanden. Diese Menschen nahmen Tamars Geschichte als ZeugInnen wahr und stellten sich als Sprachrohr des stumm gemachten Opfers zur Verfügung: Sie machten die Geschichte bibelöffentlich. Wenigstens sie beteiligten sich nicht am Verschweigen und Vertuschen. Wenigstens sie gaben diesem Opfer eine Stimme.

Es ist Tamars Schrei in aller Öffentlichkeit, der bis heute Frauen ermutigt, das ihnen angetane Unrecht, die an ihnen verübte Gewalt nicht schweigend hinzunehmen. Die Bibel ist dabei die Verbündete der Frauen. Sie nämlich hält sich nicht an Abschaloms Schweigegebot. Sie macht die Geschichte Tamars öffentlich und bringt sie – tröstlich für alle von sexueller Gewalt Betroffenen - zu Gehör. Bis heute können Frauen sich darauf berufen. Zum Profil des christlichen Hauses gehört es also, dass Gewaltopfer schreien dürfen und das erlittene Unrecht öffentlich machen dürfen.

  • Täter und Täterinnen haben Gesicht und Namen – Gewalt ist himmelschreiende Sünde

Bleiben wir noch bei Tamars Geschichte. Der biblische Text wirft Tamar nicht ihr Alter, nicht ihre Kleidung, nicht ihre Arglosigkeit, nicht ihr Vertrauen gegenüber dem Bruder, nicht ihre Hilfsbereitschaft, nicht ihr Mitgefühl, nicht ihren Gehorsam gegenüber dem Vater vor. Der Text macht auch nicht unterschwellig oder klammheimlich Vorschläge, was das Opfer an welcher Stelle der Vorgänge hätte tun müssen, um das Verbrechen abzuwenden; was es hätte sagen müssen; wann es hätte schreien müssen und wann besser schweigen, um die Tat zu verhindern. Es wird auch nicht der Versuch gemacht, von einer Täter-Opfer-Dynamik zu sprechen, die der Entschuldigung des Täters und der Beschuldigung des Opfers dienen könnte. Nach der Vergewaltigung zweifelt der biblische Text weder an der Gewalttat des Bruders noch an der Glaubwürdigkeit des Opfers.

Werfen wir noch einen Blick auf eine männliche Opfergeschichte der Bibel. Josef, der Ägypter, wird von Potifars Frau einer Vergewaltigung angeklagt, die er nicht begangen hat. Er muss mit den Folgen einer falschen Anschuldigung leben und ins Gefängnis. Unbefangen und inmitten patriarchaler Blickverengungen kann die Bibel das Opfersein von Männern und das Täterinsein von Frauen genauso  thematisieren wie das Tätersein von Männern und das Opfersein von Frauen.  Bemerkenswert ist, dass weder der unschuldige Mann noch die unschuldige Frau klammheimlich, hinter vorgehaltener Hand oder öffentlich der Mittäterschaft verdächtigt werden. Sie werden wahrgenommen als das, was sie sind: Opfer von Gewalt. Nicht mehr, nicht weniger.

Umgekehrt macht die Bibel keinen Versuch, Täterschaft (von Frauen oder Männern) zu verschleiern, zu vertuschen, unsichtbar zu machen, zu entschuldigen. Kain IST der Mörder seines Bruders. David IST der Mörder Urijas; Amnon HAT seine Schwester vergewaltigt, Jiftach seine Tochter geopfert; die Frau des Potifar HAT Josef unter falscher Anklage ins Gefängnis gebracht und Ägypten IST eine Sklavenhaus. Da gibt es nichts zu beschönigen.

Und was da geschieht, nennt die Bibel beim richtigen Wort: Sünde. Gegen einen Trend, der auf diesen so oft missbrauchten Begriff verzichten möchte, halte ich ihn für eminent wichtig. Er erlaubt den stumm Gemachten, gegen diejenigen und dasjenige aufzustehen, was sie stumm machte und stumm halten möchte. Es ist ein Wort, das aufstehen hilft „im Namen Gottes“, des stärksten und oft auch einzigen Verbündeten, den Gewaltüberlebende haben.

Zum Profil des christlichen Hauses gehört, dass Opfer von Gewalt nicht der irgendwie gearteten Mittäterschaft beschuldigt werden. Täter werden nicht als ehemalige Gewaltopfer, die gar nicht anders konnten, entschuldigt. Die Bibel hat ein unzeitgemäßes Wort für Unrecht und Gewalt. Sie nennt sie Sünde und bringt mit diesem  altmodischen Wort Gottes Interesse an denen, die dem Menschen zum Opfer fielen,  zum Ausdruck.

  • Öffentliche Redeerlaubnis für Opfer

Oft sind Opfer von Gewalt stumm, über Jahre und nicht selten Jahrzehnte ihres Lebens hinweg. Sie werden von Tätern und durch diejenigen, die durch Zuschauen und Nichtstun die Täter unterstützen, zum Schweigen gebracht. Was sie erlitten, hat ihnen die Sprache verschlagen. Und es gibt zu oft niemanden, der ihre Geschichte hören will; niemanden, die und der sich vom Unglück dessen, der dem Menschen zum Opfer fiel, affizieren lassen möchte; niemanden, der in der Nähe bleibt, wenn die Gewalt im Erleben des Opfers brutal gegenwärtig ist, als läge sie nicht schon lange zurück. Opfer von Menschengewalt erleben auch Jahre und Jahrzehnte später in sog. flash backs, dass sie in das Erleben der Gewaltsituation hineinkatapultiert werden, als geschähe sie erneut.

Nicht selten ist es die Sprache der Bibel, zu der gewaltüberlebende Christinnen greifen. Über weite Strecken ist sie die Sprache der Opfer. In den Psalmen steht auch Gewaltopfern eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung. Diese Texte zeigen drei für Opfer überlebensnotwendige  Resonanzböden: Da ist ein Gott, der nicht schläft und nicht die Gebete überhört. Die Beterin, die Schreierin zu Gott, hat ein hörfähiges Gegenüber, Gott selbst. Und sie kann sich in eine jahrtausendealte Tradition des Betens überwältigter Menschen einreihen – sie ist zweifach nicht allein. Und wenn es dann noch den einen oder anderen Menschen, die eine oder andere christliche Gemeinde gibt, die den Notschrei hören, der sich in den Psalmen zum Ausdruck bringt, dann können wir von Glück sagen – und tun das gerne und mit großer Dankbarkeit.

Es war das Gewaltopfer, das im Zentrum christlichen Glaubens steht, das sich in letzter Not eines Psalmgebetes, Ps 22, bediente: Jesus am Kreuz. Das Johannesevangelium sagt von ihm: „Auf ihn werden sie schauen“. Hinschauen werden sie, die Christen und Christinnen, nicht wegschauen. Und sie werden dreierlei sehen: Sie werden sehen, was menschliche Gewalttätigkeit noch mit dem in allen Punkten Unschuldigsten anzustellen in der Lage ist. Sie werden sehen, mit wem dieser Gekreuzigte sich gemein macht: Mit allen Menschen unserer Welt, die dem Menschen zum Opfer gefallen sind – wie er. Und schließlich werden sie sehen, an wen sich wendet, wer dem Menschen unterlag: An einen Gott, der den Schrei gequälter Menschen von Ägypten her hört.

Die Bibel jedenfalls ist der Ansicht, dass Opfer mitzureden haben und nicht disqualifiziert sind durch ihr Opfersein. Bis heute gültig legt Israels Erfahrung mit seinem Gott Zeugnis dafür ab, dass die Opfer von Gewalt das erste Stimmrecht haben. Die Kinder Israels schrieen in ägyptischer Sklaverei und Gott hörte ihr Geschrei. Er verstopfte seine Ohren nicht, machte sich nicht mit den Mördern und den Sklavenhaltern gemein; wimmelte nicht ab, beschönigte das Elend nicht; beschwichtigte die Schreienden nicht; sagte ihnen nicht, dass er gerade anderweitig beschäftigt sei; warf den Schreienden nicht vor, dass sie außerplanmäßig und unerwartet Opfer geworden seien und deswegen Hilfe für sie leider nicht eingeplant sei. Gott relativiert ihr Leiden nicht durch Vergleiche mit dem Elend von Menschen andernorts; er vertröstet nicht auf ein Irgendwann, das ein Nie ist. Gott holt keine Auskünfte bei den Sklavenhaltern ein, ob denn die hebräischen Sklaven und Sklavinnen zu Recht schreien und ob sie glaubwürdig seien. Gott sagt klipp und klar: „Ich habe das Elend meines Volkes, das in Ägypten ist, wohl gesehen, und ihr Schreien über ihre Treiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Leiden.“ Gott sieht das Elend von Menschen, hört ihr Schreien und kennt ihr Leiden. Wer je im Elend geschrieen hat, weiß um die Kostbarkeit dieses einen Satzes.

  • Gottes verleiblichte Solidaritätserklärung mit Gewaltopfern

Es ist vielen ZeitgenossInnen, auch ChristInnen, heute oft nicht mehr nachvollziehbar, warum das menschgewordene Antlitz Gottes, Jesus, ausgerechnet am Kreuz so elend krepieren musste. Wäre Befreiung nicht auch anders möglich gewesen? Wozu überhaupt dieses brutale Sterben? Hätte es ein weniger brutaler Tod nicht auch getan?

Carola Moosbach, Gottes-Dichterin und Inzestüberlebende, deren Bücher keine Neuauflage erleben werden und deren viertes Buch keinen Verlag fand, bringt es in ihrem Gebet "Gottesfinsternis" (Zum Karfreitag5)  auf den Punkt:

Jesus hat mit Leib und Leben unterschrieben, dass das Gott-Sein seines Gottes darin besteht, sich für Freiheit und gegen alle Formen von Unfreiheit und Gewalterfahrung einzusetzen - koste es, was es wolle. Wenn ein Mensch leidet – und wir können wissen, dass das Leid von Menschen viehisch sein kann -, dann hilft es, Einen neben sich zu haben, der selbst das Opfer menschlicher Willkür wurde. Es tröstet. Carola Moosbach kommentiert diesen Vorgang: „Danach tut es immer noch weh, aber anders.“6  Das ist die Frucht der Solidarität Gottes mit Menschen: Es tut immer noch weh, aber anders. Der Unterschied liegt darin, dass der Mensch nicht mehr alleine ist. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ein Mensch in der Not einsam ist oder jemanden neben sich hat. Viehisch ist das stumme Leiden; menschlich ist das Leid, das sich zum Ausdruck bringen darf. Das braucht ein Gegenüber, jemanden, der hört – und weiß oder wissen will, wovon die Rede ist. Gott ist einer, der und die hört. Jesus ist einer, der weiß, wovon die Rede ist.

Gott alleine, im luftleeren Raum jedoch hat kaum eine Chance, als hilfreiches Gegenüber wahrgenommen zu werden, wenn es keine Menschen gibt, die seine befreiende und helfende Botschaft der Solidarität übermitteln.

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Solidarität mit Gewaltüberlebenden: Bestandsaufnahme

Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Erfahrungen der letzten 5 Jahre berichten, die ich bei dem Versuch machte, die Unterstützung der Kirchen beim Aufbau einer Gruppe Betroffener vor Ort und einer virtuellen Gruppe im Internet zu erhalten.

Das Trauma besteht zu einem Teil in der Erfahrung einer Gewalt, der das Opfer keinen Widerstand entgegensetzen und dem sich das Opfer auch nicht durch Flucht entziehen konnte. Das Trauma besteht zu einem zweiten Teil ganz wesentlich im Schweigen-Müssen über die Gewalt. Es ist bekannt, dass ein Gewaltopfer sieben Menschen ansprechen muss, bevor ein Mensch es anhört und ihm glaubt. Ich habe in fünf Jahren der Kontaktversuche mit kirchlichen Ämtern dreißig Menschen ansprechen müssen, bis ein Mensch zugehört hat und in der Lage war, das Muster an Schweigen, Abwimmeln, Weiterreichen zu durchbrechen. Drei Handvoll Menschen habe ich auf diese Art gefunden. Sie können sich ausrechnen, wie viele ich ansprechen musste.

Mit der Abwehr Gewaltüberlebender versuchen Menschen, ihr eigenes Sicherheitsgefühl zu bewahren. Die Erkenntnis, dass Gewalt jeden Menschen treffen kann, bedroht das notwendige Vertrauen in das Leben. Die Bedrohung muss abgewehrt werden. Dies kann gelingen, wenn die Schuld an der Gewalt in einer Eigenschaft oder einem Verhalten des Opfers gefunden werden kann. Wird die Schuld an der Gewalt im Opfer festgemacht, dann kann es gelingen, dass Menschen sich anders als das Opfer verhalten und folglich nicht durch Gewalt bedroht werden. So ist die Illusion aufrechtzuerhalten, dass nur die Opfer gefährdet waren, nicht jedoch man selbst in Gefahr ist, Gewaltopfer zu werden. Dieses Ziel ist zu erreichen, wenn das Opfer abgewertet, der Beteiligung an der Gewalt beschuldigt und ausgegrenzt wird. Der Versuch Nichtbetroffener, das eigene Sicherheitsbedürfnis zu bewahren, geht auf Kosten des Gewaltopfers. Das Opfer verbleibt in der leidvollen Isolation, die konstitutiver Bestandteil des Traumas ist.

Eine solidarische Kirche muss sich darüber klar werden, dass nicht der Bote, der von Gewalt berichtet, Schuld hat an der berichteten Gewalt. Der Vorwurf, der dem AT als einem gewalttätigen Buch gemacht wird, wird implizit auch gegenüber Gewaltopfern gemacht. Gewaltopfer, die sich zu erkennen geben, machen bereits durch ihre fortdauernde Existenz die Gewalt sichtbar. Sie brechen das Tabu des Schweigens über Gewalt. Auf einen Tabubruch reagieren die meisten Menschen mit aggressiver Abwehr oder mit schweigender Abwendung. Aggressive Abwehr ist der Kirche verwehrt. Sie hat in den letzten zwei Jahrzehnten das Thema „Gewalt gegen Frauen“ als ein Thema der Kirche identifiziert. Ohne Gesichtsverlust darf und kann sie hinter diesen Erkenntnisstand nicht mehr zurückfallen. Mit aggressiver Abwehr ist also nicht zu rechnen. Ich habe sie auch nur selten erlebt.

Der Wunsch, den Boten der Gewalt, das Opfer, abzuwehren, besteht jedoch nach wie vor. Nur muss dieser Wunsch heute mit anderen Mitteln verwirklicht werden. Diese Mittel gibt es tatsächlich und sie werden auch angewandt. Darüber ist zu sprechen, um vor dieser Folie skizzieren zu können, welche Schritte zu gehen sind, so dass auch Gewaltüberlebende im christlichen Haus Asyl finden.

  • Dem Schweigen kein Ende

Dass das verbal eingeklagte und inzwischen in durchaus vorhandenen Texten, Broschüren, Hochglanzpapieren, Websites geforderte „Ende des Schweigens“ von den Kirchen selbst als seine Fortsetzung praktiziert würde, habe ich nie für möglich gehalten. In 5 Jahren sprach ich gezielt ca 557 Menschen im haupt- oder ehrenamtlichen Kirchendienst an. Mit 192 von ihnen nahm ich direkten Kontakt auf, die anderen erreichte ich über Mailinglisten kirchlicher MitarbeiterInnen. Insgesamt reagierten von den 557 Angesprochenen 80% mit Schweigen. Unter den direkt und einzeln Angesprochenen waren dies immer noch knapp 47%, die überhaupt nicht reagierten. Dem Schweigen sieht man seine Gründe nicht an. Seine Folgen jedoch liegen auf der Hand: Gewaltopfer sind weiterhin zum Schweigen innerhalb der Kirchen verurteilt. Damit geschieht traumatische Wiederholung und Erneuerung dessen, was Gewaltüberlebende schon immer erfahren und was konstitutiver Bestandteil des Traumas ist.

Bedrückend an diesem Schweigen ist ein Strukturmoment, das das nicht stattfindende Gespräch charakterisiert: Die Botschaft der Hochglanzpapiere enthält die Aufforderung an Gewaltopfer, in Kirche einen Gesprächspartner mit offenen Ohren zu suchen und das Versprechen, dort Menschen mit offenen Ohren und Herzen zu finden. Nimmt die Gewaltüberlebende Botschaft und Versprechen ernst, beim Wort und in Anspruch, dann muss sie erleben, dass die Botschaft nicht gilt. Mitnichten bedeuten die geschriebenen Worte das, was sie proklamieren. Damit befindet sich die Gewaltüberlebende erneut in einer Situation, die das Trauma ausmacht; in einer double-bind-Situation. Die Worte bedeuten nicht, was sie sagen. Das erschütterte Vertrauen in die Verlässlichkeit der Sprache und der SprecherInnen wird erneut erschüttert.

  • Verbale Interessensbekundungen

Lehrreich ist es, sich die Reaktionen derer anzuschauen, die immerhin nicht schwiegen, sondern reagierten, deren Reaktionen  jedoch meist über kurz, seltener über lang im Sande und im Nebel des Nirgendwo verliefen.

Manche meiner GesprächspartnerInnen schrieben in ersten Reaktionen auf meine Bitten um Vernetzung oder Unterstützung von „Zustimmung, großem Interesse, einem wichtigen Anliegen, einem häufig übersehenen Thema, ihrem inzwischen geweckten Interesse; Interesse an weiteren Informationen....“; sie baten darum, „in Kontakt zu bleiben“ und wünschten Berichte über die weiteren Erfahrungen. Im Vertrauen darauf, dass diese Formulierungen meinten, was sie sagten, knüpfte ich bei späteren Kontaktversuchen an ihnen an. Da stellte sich dann heraus, dass das große Interesse am Thema entweder bereits erlahmt war oder sich auf seine Bekundung beschränkte – es hatte keine weiteren Folgen.

Andere Schreiben trafen auf kirchliche MitarbeiterInnen, die auf dem Sprung zu einer Tagung, in den Urlaub, in die Feiertage waren und sich im Anschluss daran wieder melden wollten, um auf mein Anliegen einzugehen. Ich musste den Eindruck gewinnen, dass eine erkleckliche Anzahl kirchlicher MitarbeiterInnen bislang nicht von der Tagung und aus dem Urlaub zurückgekehrt sind und dass kirchliche Feiertage eine Dauer von Jahren haben. Jedenfalls erhielt ich in diesen Fällen keine Antworten mehr.

Gelegentlich kam ich mit absurden Szenarien in Kontakt: Die eine kirchliche Mitarbeiterin konnte eine Gruppe gewaltüberlebender Christinnen leider nicht mit einem Link unterstützen, solange auf der Internetseite ein Mann als Unterstützer benannt war. Die kirchliche Mitarbeiterin einer anderen Diözese konnte ebenfalls keine Unterstützung leisten, weil der Gruppe die Unterstützung ausgerechnet eines Kirchenmannes, diesmal jedoch die eines anderen, fehlte.

Häufiger wurde mir sehr schnell geantwortet mit der Mitteilung, dass die Angesprochene nicht zuständig sei, jedoch dafür sorgen werde, dass mein Schreiben an die zuständige Stelle des Amtes weitergeleitet werde. Offensichtlich gelang es auch in Monaten und Jahren nicht, jemanden zu finden, der zuständig sein könnte - bislang blieben jedenfalls Antworten aus. Im Laufe der Zeit lernte ich, dass das versprochene Weiterleiten meiner Anfrage garantierte, dass mein Schreiben nie beantwortet werden würde. Es gelang mir, sehr viele kirchliche Stellen auszumachen, die nicht zuständig für gewaltüberlebende Christinnen waren. Darunter waren Frauenseelsorge, kirchl. Frauenarbeit; Frauen, die in der Dekade gegen Gewalt mitarbeiteten; kirchliche Ämter, deren Internetseiten und Broschüren sich engagiert zeigten für die reale Lebenswelt von Frauen und auch von Frauen mit Gewalterfahrungen. Ich musste lernen, dass die Texte, die mir Hoffnung auf Gehör machten, nur Texte waren – sie hatten keinen Anhaltspunkt in einer mir erfahrbaren Realität.

  • Opferbeschuldigung

Gelegentlich wurde unter dem Deckmantel der Fürsorge für die Opfer von Gewalt Opferbeschuldigung – und damit Täterschutz - betrieben. Der Artikel einer kirchlichen Frauenzeitschrift7 rezipierte Forschungen der amerikanischen Templeton-Foundation, einer fundamentalistisch orientierten, mit üppigen Finanzen ausgestatteten Institution, deren Gründer und Geschäftsführer den Irakkrieg ebenso rechtfertigen konnten wie sie in wirtschaftlichem Erfolg einen Beleg für die Zustimmung Gottes zu ihrem Lebensstil finden.

Der Artikel forderte vom Opfer Vergebung und bedrohte das Opfer mit der Ankündigung psychosomatischer Erkrankungen im Falle der Nicht-Vergebung. Die Täter wurden nicht benannt. Die Taten – Verbrechen – wurden als „Kränkungen“ verharmlost und unsichtbar gemacht. Den Tätern galt keine Aufforderung zur Umkehr und Wiedergutmachung – den Opfern hingegen wurde gesagt, dass sie solange an den Folgen der Gewalt zu leiden haben werden, wie sie unfähig zur Vergebung seien. Besonders pikant war, dass ein Gebet von Carola Moosbach, deren Gebete allerorten zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ verwendet werden, gegensätzlich zum Anliegen der Autorin interpretiert wurde. Frau Moosbachs  Beharren auf der Anklage wurde gegen jeden Textbefund umgedeutet in die Aufforderung zur Vergebung. Die Richtigstellung der Autorin wurde nicht gehört, ihre Gegendarstellung nicht veröffentlicht. Mein Protestbrief gegen diese Form der Opferbeschuldigung wurde nie veröffentlicht – und er wurde nie beantwortet. Katholische Frauen der kirchlichen Frauenarbeit wissen nun aber landauf landab, was von Opfern zu halten ist. Bestehende Vorverurteilungen der Opfer wurden noch einmal festgeklopft. Der großangelegten medialen Opferbeschuldigung konnten die Betroffenen kein veröffentlichtes Wort entgegensetzen. Ein Jahr nach diesem gescheiterten Kommunikationsversuch fragte ich die Redakteurin der Zeitschrift, die für die Veröffentlichung des Artikels und die Nichtveröffentlichung der Proteste verantwortlich zeichnete, ob wir miteinander nach den Gründen des Scheiterns der Gesprächsversuche schauen könnten. Auch dieser Brief wurde nie beantwortet.

  • Alibifunktion der Texte

Bei den wenigen  Situationen, in denen ich Gelegenheit erhielt, mit kirchlichen Ansprechpartnerinnen zu sprechen, klärte sich meine Erfahrung noch einmal. Auch wenn diese Gespräche weitgehend ergebnislos verliefen, zeigten sie mir doch die Hintergründe des Schweigens und Abgewimmeltwerdens. Sie waren mir sehr hilfreich, weil sie das kaum zu ertragende, da immer mit Retraumatisierungsgefahr verbundene Schweigen beendeten. Zudem konnte ich in diesen Gesprächen meine Vermutungen über die Gründe des Schweigens und der Abwehr bestätigt finden.

In einem dieser Gespräche mit einer kirchlichen Frauenseelsorgerin wurde mir sehr eindrücklich klargemacht, dass die vielen kirchlichen Solidaritätsschreiben mit Gewaltopfern eine Alibifunktion haben. Zunächst fragte diese Frau völlig verständnislos, warum Gewaltüberlebende ausgerechnet bei Kirche anklopfen, es gäbe doch so viele gute Opferhilfeorganisationen. Sie wies mich darauf hin, dass Kirche „noch nicht so weit“ sei, um Gewaltüberlebenden ein offenes Ohr anzubieten. Im Laufe des Gespräches legte meine Gesprächspartnerin mehrere Aktenordner auf den Tisch und deutete auf den Schrank, der voller Aktenordner mit Texten gegen Gewalt ist. Sie sagte – in der Stimme Protest und Hilflosigkeit zugleich: „Kirche tut doch schon so viel gegen Gewalt! Schauen Sie!“ Dieser Hinweis auf die Existenz ungezählter Anit-Gewalt-Papiere erfüllte im Gespräch eine dreifache Funktion: Er diente als Nachweis unermüdlichen kirchlichen Tuns im Interesse von Gewaltopfern. Er sollte zugleich mein Anliegen – die Bitte um direkten Kontakt mit Betroffenen – unsichtbar machen. Und schließlich gelang es, mit diesem Hinweis in mir das Gefühl der Undankbarkeit gegenüber Kirche zu nähren. – Ich werde den Verdacht nicht los, dass diese kirchlichen Texte, die mir ob ihres Entgegenkommens nicht selten die Tränen in die Augen trieben, dazu dienen, dass kirchliche Mitarbeiterinnen sich hinter ihnen verstecken können und sich mit ihnen zugleich die real vor ihnen stehenden Gewaltüberlebenden vom Leibe halten können.

Dass Letzteres tatsächlich beabsichtigt ist, wurde mir in einem anderen Ereignis unmissverständlich vor Augen geführt. Es hatte einen ökumenischen „Impulstag gegen Gewalt“ gegeben. Er sollte dazu dienen, Betroffene miteinander in Verbindung zu bringen und eine langfristige Gruppe Betroffener zu gründen. Neun Frauen hatten ihr Interesse daran durch Hinterlassung ihrer Adresse bekundet. Die kirchliche Frauenseelsorgerin, der die Adressen anvertraut worden waren, lud – entgegen der Absprache – die Interessierten nicht ein und reagierte auch nicht auf meine Nachfrage. Offensichtlich war die Bedrohung, die von einer langfristigen Gruppe Betroffener auszugehen schien, so groß, dass die Seelsorgerin die begonnene Vernetzung Betroffener ohne Rücksicht auf Gesichtsverlust boykottieren musste.

Es ist die Häufung des Schweigens gegenüber und die Abwehr von Gewaltüberlebenden innerhalb der Kirchen, die ich als nahezu flächendeckend zu beschreiben habe. Sie macht die Situation Gewaltüberlebender in den Kirchen so entsetzlich trostlos. 

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Perspektiven und Not-Wendigkeiten

  • Gewalt im Nahbereich

Es fällt den Kirchen leicht, sich für Gewaltopfer in der Ferne einzusetzen. Sie engagieren sich für die Opfer von Menschenhandel in Osteuropa, in Afrika für Opfer von Genitalverstümmelung, in Afghanistan für Kriegsopfer. Kirchen fällt es auch noch leicht zu erkennen, dass Menschen, die im Moment hier bei uns Opfer von Gewalt werden, des Schutzes und der Solidarität bedürfen. Sie richten Frauenhäuser und Zufluchtstätten für akut Bedrohte ein und bauen die Notfallseelsorge aus. Dieses kirchliche Tun ist notwendig und soll an keiner Stelle in Frage gestellt werden.

Unterstützung im akuten Notfall jedoch ist nur ein Teil der notwendigen Solidarität. Kirchen haben oft noch keinen Blick für die lang und oft lebenslänglich anhaltenden Folgen von Gewalt. Sie wissen noch nicht oder wollen es nicht wissen, dass auch Menschen im Nahbereich, die dem Menschen zum Opfer fielen, weit über die „Erstversorgung“ hinaus spürbare Solidarität brauchen, um die in der Gewalt zerrissenen Verbindungsfäden zur Gemeinschaft der Menschen wieder knüpfen zu helfen. Die Existenz des Opfers, das unter fortdauernden Gewaltfolgen leidet, scheint kaum aushaltbar zu sein. Das Opfer provoziert. Die Gewalt IST nicht mehr rückgängig zu machen. Sie ist unwiderruflich geschehen und sie hat Folgen, die bestenfalls gelindert werden können – rückgängig gemacht werden können sie nicht mehr. Die Existenz des Opfers verurteilt die HelferInnen zur  - vermeintlichen - Ohnmacht. Kirche muss lernen, diese Ohnmacht auszuhalten. Sie gewönne damit Anteil an der Ohnmacht des Opfers und würde in dieser Anteil-Nahme zugleich die oft entsetzliche Einsamkeit traumatisierter Menschen reduzieren. Routiniert, nur politisch korrekt, aber innerlich unberührt ist eine solche Anteilnahme nicht zu leisten. Man kann nämlich tatsächlich niemandem die Tränen abwischen, ohne sich die Hände nass zu machen, wie ein afrikanisches Sprichwort es ausdrückt. Aus solcher Anteilnahme kommt niemand ungeschoren raus. Sie konfrontiert mit schmerzlichen Erkenntnissen: Das Leben ist zerbrechlich; Gewaltopfer leben in unmittelbarer Nähe als Kollegin, Nachbarin, Schwester, Freundin; es gibt keinen Zusammenhang zwischen bösem Tun und Erleiden von Gewalt; Gewalt kann jede und jeden treffen.

Die fortdauernde Existenz des Opfers konfrontiert Kirche auch damit, dass alle wichtigen und mit großem Aufwand betriebenen Aufklärungs- und Präventionsprojekte der Kirchen nicht verhindern konnten und nicht verhindern werden, dass es Menschen gibt und weiterhin geben wird, die Gewalt und ihre Folgen erleiden. Kirchen dürfen sich der Erkenntnis nicht verweigern, dass alle Anstrengungen zur Gewaltvermeidung – so nötig sie sind! -, in gewisser Weise vergeblich sind. Derzeit ist es noch überwältigend oft so, dass dem Opfer der Gewalt die Vergeblichkeit aller Präventions- und Aufklärungsarbeit angelastet wird. In der kirchlichen Optik ist es das Opfer, das sich nicht korrekt verhielt, denn es ließ sich zum Opfer machen und konterkarierte damit alle kirchlichen Anstrengungen.

  • Die Befragung des Opfers: Was willst du, dass ich dir tun soll?

Die Notwendigkeit kompetenten und professionellen Handelns von kirchlichen MitarbeiterInnen in all ihren Handlungsfeldern steht außer Frage. Diese Kompetenz kann jedoch nicht erreicht werden, solange Gewaltüberlebende Objekte kirchlichen Handelns sind und nicht als Subjekte am Gespräch über die benötigte Hilfe beteiligt werden. Bislang wird der Kontakt mit Opfern gemieden. Bei kirchlichen MitarbeiterInnen können sich so Phantasien darüber einstellen, was Gewaltopfer benötigen.

Dann geschieht, was derzeit noch geschieht: Auf Tagungen wird über Gewaltopfer gesprochen. Wollen Anwesende, Betroffene, „von den Opfern“ – nicht notwendigerweise von sich selbst - sprechen, kühlt die Atmosphäre spürbar ab, wie mir verschiedene Gewaltüberlebende, auch solche, die selbst im kirchlichen Dienst stehen, berichteten. Die wehenden Fahnen, die bedruckten T-shirts, die Hochglanzpapiere – sie mögen Aufmerksamkeit erregen und die Öffentlichkeit erreichen – Gewaltüberlebende erreichen sie nicht. Nicht wenige unter ihnen können diese Solidaritätsveranstaltungen nur als eine Variante der Abwehr Betroffener erleben und sich, manchmal mit Bitterkeit, abwenden.

Noch immer geschieht, was mir die Frauenseelsorgerin einer Diözese auf meine Bitte hin, Überlebende von Gewalt im Nahbereich auf einem Frauentag zur Dekade im Blick zu haben, antwortete: An diesem Tag gehe es nicht um Überlebende von Gewalt im Nahbereich. Es komme „stärker darauf an, die Dekade insgesamt ins Bewusstsein der Frauen zu rufen und durch konkrete Beispiele die Frauen zu ermutigen, das Thema auch in ihren Gruppen zu diskutieren.“

Wenn Kirche nicht mit den Betroffenen spricht; deren Erfahrungen und Perspektiven nicht in ein gemeinsames Gespräch über Notwendiges einbindet; Gewaltüberlebende als passive, hilflose, schwache, womöglich unzurechnungsfähige Opfer darstellt, dann degradiert sie Gewaltopfer zu Objekten kirchlichen Handelns. Sie enthält diesen Menschen ein weiteres Mal ihr Subjekt-Sein und ihre Menschenwürde vor.  

Wird Kirche darauf hingewiesen, dass ihr gutgemeintes Tun die Gemeinten verfehlt, dann sind die kirchlichen MitarbeiterInnen betroffen und irritiert. Sie fühlen sich missachtet und erleben, dass ihre Arbeit verkannt wird. Sie können die Ursache dafür, dass ihr Engagement nicht bei den Betroffenen ankommt, nur in den Gewaltüberlebenden festmachen. Es sind die Gewaltüberlebenden, die der Kirche ihre Anerkennung als solidarische Kirche verweigern. Diese Verweigerung kann nur darauf zurückgeführt werden, dass Opfer bösartig und ignorant sind. Es sind die Opfer, die partout ihre Bedürfnisse nach solidarischem Handeln nicht an die kirchlich gezeigten Solidaritätsaktionen anpassen wollen. Opfer beharren darauf, dass ihre Bedürfnisse andere sind und dass sie von öffentlichen kirchlichen Aktionen nicht erreicht werden. Sie müssen darauf beharren, wenn ihnen daran gelegen ist, dass Kirche und Gewaltopfer einander nicht verfehlen. Die bislang vorherrschende Gesprächsverweigerung der Kirchen muss überwunden werden, damit Kirche sein kann, was sie zu sein wünscht: Solidarische Kirche. Es ist dringend nötig, Opfer zu fragen, was sie von Kirche benötigen, wenn sie kirchliche Solidarität erfahren wollen. Professionelles kirchliches Handeln muss mit der Perspektive der Betroffenen verbunden werden; denn sie sind es, die qualifiziert Auskunft über das geben können, was sie benötigen. Kirchliches Handeln läuft Gefahr, das Ziel zu verfehlen, wenn es nicht gemeinsam mit Betroffenen gesucht und gefunden wird. Kirche muss beginnen, MIT den unter die Räuber Gefallenen zu sprechen und nicht mehr ÜBER sie. Ohne dieses Gespräch leidet die Glaubwürdigkeit der Kirche Schaden und damit wird das Weitererzählen des Evangeliums beschädigt und gefährdet.

  • Das Opfer als öffentlicher Zeuge

In der „Dekade gegen Gewalt“ wurde von katholischen und evangelischen Männergruppierungen die Heppenheimer Erklärung8  verabschiedet. Diese Erklärung formuliert im Blick auf Gewalt im Nahbereich: „Die Grenzen zwischen Tätern und Täterinnen und Opfern sind oft nicht klar zu erkennen.“ Und: „Die Erfahrung von Ohnmacht trifft sowohl Männer als auch Frauen und ist oft Ausgangspunkt von Gewalt.“ Eine solche Formulierung riskiert, völlig missverstanden zu werden und steht in der Gefahr, die Opfer von Gewalt unter Verdacht zu stellen. Gewaltopfer werden sie als den Versuch lesen, TäterInnen als frühere Opfer für potentiell unschuldig und Opfer als spätere GewalttäterInnen für potentiell schuldig zu erklären. Eine solche Formulierung ist geeignet, gegen die ausdrücklich bekundete Absicht der AutorInnen Gewaltopfern zu signalisieren, dass sie gut daran tun, im kirchlichen Raum über ihre Gewalterfahrung weiterhin zu schweigen.

Als ich gegen die Aussagen der Heppenheimer Erklärung protestierte, kam es zu einem Briefwechsel mit einigen der Gruppierungen, die für diese Sätze verantwortlich zeichneten. In diesem Briefwechsel wurde deutlich, dass die UnterzeichnerInnen erschrocken waren, dass ihre gut-gemeinte und vermeintlich sachliche Erklärung die Opfer zum Schweigen im kirchlichen Raum veranlasst, um erneutes Beschuldigtwerden zu vermeiden, das Opfer ja durch Täter und Zuschauer schon längst kennen. Es wurde in diesem Briefwechsel aber auch deutlich, dass die Gewaltdekade alle am öffentlichen Diskurs über Gewalt beteiligt, nur die Gruppe der Opfer nicht. Die Begründung dafür lautet, dass es „gerade in dieser Auseinandersetzung“ nötig sei, „die häufig unscharfe Grenze zwischen sachgerechter Aufarbeitung und persönlicher Betroffenheit empfindsam wahrzunehmen.“ Ich gehe davon aus, dass die „Frontlinien“ der an Gewalt Beteiligten nicht entlang der Linie Männer gegen Frauen verlaufen – auch wenn dies angesichts der Zahlen eine naheliegende Beschreibung zu sein scheint. Vielmehr glaube ich, dass die an der Gewalt Beteiligten sich mit drei Rollen beschreiben lassen: Entweder sie sind Täter oder Täterin; oder sie finden sich in der Rolle der ZuschauerInnen oder sie haben die Rolle des Opfers. An die Seite des Opfers können jene ZuschauerInnen und Umstehenden gelangen, die sich mit dem Opfer verbünden. Das Urteil darüber, wer als verbündet erfahren wird, steht nur dem Opfer zu, denn es ist das Opfer, das die Solidarität erfährt – oder auch nicht erfährt. Solange das Opfer keine Solidarität erfährt, muss davon ausgegangen werden, dass die beabsichtigte Solidarität die Gemeinten verfehlt.

Bislang sind also Opfer von Gewalt und die ihnen Verbündeten nicht am Diskurs über Gewalt beteiligt. Sie werden – um es zugespitzt zu formulieren – für unfähig gehalten, sich „sachgerecht“ an diesem Diskurs zu beteiligen. Für den Diskurs über Gewalt geeignet hingegen scheinen ZuschauerInnen und TäterInnen.

Wenn die Dekade gegen Gewalt den Eindruck vermeiden will, dass zwar TäterInnen und ZuschauerInnen qualifiziert beim Thema Gewalt Mitspracherecht haben, nicht jedoch die Opfer, dann bleibt nur ein Weg: Gewaltopfer dürfen vom Gespräch über Gewalt nicht ausgeschlossen bleiben. Der derzeitige Ausschluss der Opfer vom Gespräch muss als das erkannt werden, was er ist: zutiefst unbiblisch.

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Gottes Solidarität mit Gewaltopfern wird glaubwürdig in solidarischen Menschen und solidarischer Kirche

Über weite Strecken sind Menschen, die lange nach dem Ende der Gewalt an den Folgen leiden, darauf angewiesen, dass das  in der Gewalt zerbrochene Vertrauen in sich selbst, in Menschen und in Gott wieder heilen kann. Keine von uns kann dies für sich alleine tun. Dazu brauchen wir einander und wir brauchen Verbündete. Christinnen finden in Gott einen starken Verbündeten. Die Bibel sammelt viele Erfahrungen von Menschen mit einem Gott, der sich ihnen als befreiend gezeigt hat. Diese Texte sind für Gewaltüberlebende voller Hoffnung. Sie vermitteln Kraft im Leben mit Traumafolgen.

Diese Texte alleine jedoch sind überfordert, wenn nur ihnen die Aufgabe zukommt, die oft abgrundtiefe Einsamkeit Gewaltüberlebender zu reduzieren. Sie sind unentbehrlich, aber nicht ausreichend. Traumaüberlebende brauchen Menschen, die mit ihrem Leben die Wahrheit und Glaubwürdigkeit der Texte bezeugen und sich bei Bedarf dieses Zeugnis auch was kosten lassen. Sie brauchen eine Kirche, die auch ihnen gegenüber Zeugnis für Gottes Heilswillen ablegt und gemeinsam mit ihnen in der Welt Zeugnis davon gibt, dass Gottes Heilswillen allen Menschen gilt. Wenn ChristInnen von einem Gott Zeugnis geben möchten, der an der Seite von Gewaltopfern steht, wird es ihnen – ein Stück weit zumindest – genau wie jenen ergehen: Man wird sie anfeinden. Sie werden sich Opferbeschuldigung anhören müssen. Im kirchlichen Raum müssen sie damit rechnen, dass man sie mit der Pflicht der Opfer zur Vergebung konfrontiert, die Pflicht der Täter zur Umkehr und zu tätiger Reue jedoch unterschlägt. Man wird sie verantwortlich machen für ihre Botschaft von Gewalt mitten unter uns, auch in der Kirche. Sie werden damit rechnen müssen, dass man sie als „NestbeschmutzerIn“ isoliert, ihnen aus dem Weg geht und hinter ihrem Rücken agiert. Sie werden erleben müssen, wie aus vermeintlicher Sorge patriarchale Strukturen mehr geschützt werden als die Menschen, die Opfer auch dieser Strukturen wurden. Solidarität hat ihren Preis; folgenlos, kostenlos und billig wird sie nicht zu erbringen sein. Der zu zahlende Solidaritätspreis ist derzeit noch hoch.

Hoch jedoch ist auch der Gewinn: Gewaltopfer werden denen, die sich ihnen verbünden, ihr Vertrauen schenken. Verbündete werden Anteil an den Kämpfen, Niederlagen, aber auch an den Siegen Gewaltüberlebender erhalten. Sie werden aus nächster Nähe miterleben dürfen, welche Hoffnung und Kraft bis heute davon ausgeht, dass vor 2000 Jahren ein Gott, unser Gott, sich mit den Allerletzten dieser Welt gemein machte. Und hin und wieder werden Verbündete in das Angesicht eines Menschen schauen dürfen, dem sich nach langem und schrecklichem Leid eine Hoffnung auftut. Und sie werden spüren dürfen, dass nicht sie der Grund dieser Hoffnung sind, dass ohne sie jedoch die Hoffnung tot wäre für diesen Menschen. Es besteht Grund zur Hoffnung für alle, solange es Menschen gibt, die sich mit denen gemein machen, die gemeinhin von allen gemieden werden als seien sie ansteckend. Miteinander wird zu erfahren sein, dass der je unterschiedliche Beitrag zum Wachsen des Reiches Gottes unverzichtbar ist. Mir scheint, dass dieser Lohn den Einsatz rechtfertigt.

Zugleich ist dies der Beitrag, den Gewaltüberlebende Kirche und Welt anbieten können: Sie können mit ihrem Leben Zeugnis dafür ablegen, dass der heruntergekommene Gott von ihnen auch und gerade im extremen Ausgeliefertsein des Lebens noch als hilfreich erfahren wird. Gewaltüberlebende sind also nicht nur Menschen, die kirchliche Unterstützung in Anspruch nehmen möchten – ihr Leben hat vielmehr Anteil am Zeugnis von ChristInnen für den Heilswillen Gottes. Nur wenn Kirche Gewaltüberlebende integriert, kann sie ihrem Auftrag nachkommen, „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“9  zu sein. Ohne gewaltüberlebende Christinnen fehlt dem christlichen Haus das Profil.


Anmerkungen
1  http://www.gottes-suche.de
2  Diesen Menschen ein herzlicher Dank!
3  Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland, 2004; s. auch http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Studie-Gewalt-gegen-Frauen,property=pdf,bereich=,rwb=true.pdf
4  Sie kann aber auch Gewalt von Frauen gegen Männer thematisieren, wie an der Josefsgeschichte zu zeigen ist
5  Carola Moosbach: Lobet die Eine, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2000, S. 19
6  a.a.O., S. 62
7  in Heft 6/2003 der kfd-Mitgliederzeitschrift: Die Mitarbeiterin unter der Überschrift "Die beste 'Rache' ist, glücklich zu werden
8  veröffentlicht u.a. unter http://www.treffpunkt-ethik.de/dokumente/default.aus?fid=1750
9  Lumen Gentium 9

Dieser Artikel war zur Veröffentlichung in der Dokumentation einer Veranstaltung "com-passion - theologische Perspektiven im Globalisierungsprozess", die am 28.-29.10.2005 in Passau stattfand, vorgesehen.

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