Kirche und Missbrauch
Anmerkungen zur Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz, die im März 2014 auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde

Beteiligt an dem Forschungsprojekt sind Prof. Dreßing (Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie) Forensische Psychiatrie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit;  der Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Heidelberg, Prof. Dieter Dölling, (Jurist, Professor für Strafrecht und Kriminologie) und der Leiter des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, Professor Andreas Kruse (Psychologe, ehemaliger Domspatz ab ca 1963, war Mitglied der Synode der EKD).

Ziel des Projektes ist

  • eine quantitative Erhebung der Auftretenshäufigkeit der Missbrauchsfälle in Bistümern und Orden und des Umgangs mit ihnen. Dazu werden in 9 Bistümern Personalakten von 1945 bis heute nach Taten und nach Opfern untersucht. In 18 Bistümern umfasst die Untersuchung den Zeitraum ab 2000 "bis heute".
  • eine qualitative Erhebung, die Täterstrategien, Opfererleben und das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche untersuchen. Geplant sind Tiefeninterviews mit Opfern, Kirchenverantwortlichen und Tätern.
  • Vergleich der kath. Kirche mit anderen Institutionen

Quelle: katholisch.de

Meine Anmerkungen zur quantitativen Erhebung der Auftretenshäufigkeit der Missbrauchsfälle in Bistümern und Orden

Frauenorden werden gar nicht untersucht. Männerorden sind nicht Gegenstand einer erneuten bzw. ersten Erhebung. Es werden nur die bereits bekannten "Fälle" in die Studie einbezogen. D.h. die Männerorden, die bislang schon mit der Aufklärung zögerten, müssen sich nicht mehr sorgen, dass ihre "Fälle" in die Studie einbezogen werden. Es bedeutet auch, dass die Kinderheime, Psychiatrien für Kinder und die Internate, die von Ordensmännern oder Ordensfrauen geleitet und "betreut" wurden, nicht weiter untersucht werden. Von Kinderheimen weiß man, dass etwa jedes 4. Kind Gewalt erlebt hat. Dass ausgerechnet die Kinderheime und Kinderpsychiatrien aus der Untersuchung rausfallen, bedeutet, dass die Kinder/Jugendlichen, die dort Gewalt erlebten, nicht von Interesse sind. Das ist die Fortsetzung der bislang schon erlebten Missachtung (s. Runder Tisch Heimerziehung, bei dem behinderte Kinder gänzlich ausgeklammert waren und die anderen Heimkinder missachtet wurden. Belege bringt Helmut Jacob). Es handelt sich um 221  Kinder-  und  Jugendheime  und  139  Internate.

"Die Akten" werden von kirchl. Mitarbeitern rausgesucht und anonymisiert weitergegeben. Ein Richter wird dabei sein (um rechtl. Fragen zu beantworten? Was ist mit kirchenrechtlichen Fragen?). D.h. es liegt in der Kompetenz der kirchl. Mitarbeiter zu entscheiden, welche Akten herausgegeben werden. Da muss nach menschlichem Ermessen damit gerechnet werden, dass diejenigen, die entscheiden, welche Akten den Forschern zur Verfügung gestellt werden, loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber Kirche sind und ggf. im vermeintlichen Interesse der Kirche bestimmte Akten nicht herausgeben werden.

Überdies hatten die Bistümer 4 Jahre Zeit, Akten zu vernichten.

Gemäß Kirchenrecht müssen außerdem bei Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren sämtliche angefallenen Akten im Geheimarchiv aufbewahrt werden. Außerdem müssen jährlich alle Akten, die älter als 10 Jahre sind oder wenn der Angeklagte gestorben ist, vernichtet werden. Nur ein kurzer Bericht über die Taten und das Urteil bleibt archiviert. Wenn alles kirchenrechtlich korrekt zugeht, dann gibt es derzeit im Geheimarchiv der Bischöfe noch vollständige Akten zwischen 2004 und 2014. Strafsachen, die vor 2004 aktenkundig wurden, enthalten also nur noch einen kurzen Bericht und das Urteil und befinden sich im Vatikan.

Bischof Dr. Ackermann hat laut dem Internetportal katholisch.de am 24.1. und am 23.3.2014 Wert darauf gelegt, dass auch die Geheimarchive der Bistümer für die Akten geöffnet werden. (Im Januar 2013 sagte er noch in einem Interview mit der Welt am Sonntag, dass sich bei einem neuen Anlauf offenbar nicht wie geplant alle 27 deutschen Bistümer an der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Skandals beteiligen wollen. Nun könnten sich ja die Positionen in den letzten 14 Monaten durchaus geändert haben.) Nach Aussage des Kirchenrechtlers Prof. Lüdecke jedoch ist dies durch das Kirchenrecht verboten. Das Kirchenrecht schreibt vor, dass nur der Bischof einen Schlüssel hat. In der Zeit der Vakanz eines Bischofsstuhls muss die Zustimmung vom Diözesanadministrator kommen, die nur im "Falle wirklicher Notwendigkeit" gegeben werden darf. Nur der Diözesanadministrator selbst darf das Geheimarchiv öffnen. Alternativ zur Zustimmung des Bischofs können auch der Moderator der Kurie und der Kanzler - beide zugleich - der Öffnung zustimmen. Ich bin erstaunt, dass alle 27 Diözesanbischöfe bzw. in einigen Bistümern die Diözesanadministratoren der Öffnung ihres Geheimarchives zugestimmt haben sollen. Drei weitere Einschränkungen kommen hinzu: 

Opfer sexueller Gewalt können sich oft erst nach Jahrzehnten überhaupt an die Gewalt erinnern. Dies ist bei ca 40% traumatisierter Menschen der Fall. D.h. viele Opfer werden an die letzten 10-30 Jahre gar keine abrufbaren Erinnerungen haben. Um zuverlässige Zahlen zu erhalten, müsste in den kommenden 30 Jahren erneut regelmäßig nachgefragt werden.
Darüber hinaus haben sich viele bislang nicht bei der Kirche gemeldet, weil sie sich einer erneuten Auseinandersetzung mit den Taten nicht unterziehen wollen oder können.
Schließlich ist aus der Münchner Untersuchung (S. 4) bekannt, dass vieles erst gar nicht in den Akten auftauchte oder sprachlich so formuliert wurde, dass nicht mehr erkennbar war, worum es eigentlich ging.
2. Anmerkungen zur qualitativen Erhebung über Täterstrategien, Opfererleben und das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche

Ob die Tiefeninterviews mit Tätern die Wahrheit zeigen werden, wird sich zeigen. Normalerweise leugnen Täter, verharmlosen, sagen nur das, was ihnen nachgewiesen wurde. Mir sind viele Opfer bekannt, aber ich weiß von keinem Täter, der am Ende seines Lebens Bedauern äußerte. Das von Prof. Kruse in der Pressekonferenz benannte Bedürfnis von Holocaust-Tätern, am Ende des Lebens einen Lebensrückblick zu halten, sehe ich mit großer Skepsis. Wenn es in den letzten Jahren Prozesse gegen alte Holocaust-Täter gab, so leugneten die standhaft jede Schuld. Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm sagte 2013: „Ich habe keinen Einzigen [NS-Täter] erlebt in 20 Jahren, der Reue gezeigt hat.“ Fritz Bauer, der es wissen muss, sagte am 8.12.1964: "Seit dem Dezember 1963 warten die Staatsanwälte, dass einer der Angeklagten, also einer der unmittelbar Betroffenen, ein menschliches Wort zu den Zeugen und Zeuginnen findet, die überlebt haben, von denen die ganzen Familien ausgerottet worden sind. Es ist nicht gefallen und es wird auch nicht fallen." Es bleibt abzuwarten, ob das Forschungsprojekt der DBK andere Erfahrungen macht. Abzuwarten bleibt auch, ob die zu befragenden "Kirchenverantwortlichen" (das sind die Bischöfe!) in Interviews die Wahrheit sagen werden, wenn sie etwas vertuscht haben. Jedenfalls hat bisher ihre vielleicht vorhandene Reue zu keinem einzigen Rücktritt geführt. Und Rücktritte wären nötig, wenn die immer wieder beteuerte Übernahme von Verantwortung eine Bedeutung haben soll und nicht nur eine unverbindliche Aussage sein soll.

  • Dass Opfer im Vorfeld einbezogen wurden in das neue Forschungsvorhaben, ist mir unbekannt - obwohl ja doch wieder einmal auf der Pressekonferenz die Opfer als "Experten" betitelt werden. Wären Opfer im Vorfeld einbezogen worden, dann würden die skizzierten Interviewfragen an die Opfer anders aussehen als sie es tun.

  • Zusammensetzung, Auswahl, Legitimation der Opfer von der Basis und Rechte des noch zu bildenden Beirates (S. 12) wird man abwarten müssen. Da in der Vorbereitung und der Auswertung der Täter- und Opferinterviews auch der Beirat, d.h. auch Täter und Opfer beteiligt sein sollen, müssen mitarbeitende Opfer mit ihrer Retraumatisierung rechnen. Ob die Opfer psychotherapeutische, rechtliche und seelsorgliche Unterstützung für diese Arbeit und ggf. Bezahlung erhalten, wird abzuwarten sein.

  • Ein Teilprojekt soll eine biografische Analyse (S. 10-12) liefern, in der psychologische Merkmale über den Lebenslauf erfasst werden - von Tätern und (!) Opfern. Das klingt zunächst vernünftig, wird aber in der Ausführung verletzend. So soll z.B. die "Beziehungsgeschichte" (!) aus der Sicht von Opfer und Täter ebenso erfasst werden wie die subjektive Deutung möglicher Ursachen dafür, zum Opfer bzw. zum Täter geworden zu sein.1 Und natürlich wird das Opfer auch wieder zu seiner Bereitschaft zur Vergebung gefragt werden. Ich denke, über Vergebung können wir erst dann sprechen, wenn die Opfer das wollen. Und m.E. ist eine Voraussetzung für Vergebung, dass die Täter und die sie schützenden Kirchenverantwortlichen ihre Verbrechen bereuen, bekennen, wieder gut zu machen versuchen und sie nicht wiederholen. So, wie die skizzierten Fragen an die Opfer formuliert sind, dürften sie Opfer veranlassen, aus den Interviews "auszusteigen" oder erst gar nicht für Interviews zur Verfügung zu stehen. Angesichts dieser Fragen dürfte die Vermutung nicht von der Hand zu weisen sein, dass die Forscher keine Erfahrung im Umgang mit Opfern sexueller Gewalt haben bzw. dass eventuell vorhandene Erfahrungen nicht in die Beschreibung des Forschungsprojektes eingingen. 

Nach Aussage des Kirchenrechtlers Lüdecke vom 30.3.2014 haben die Forscher bislang keine dokumentierten Vor-Erfahrungen mit der Thematik "sexuelle Gewalt" und keine Kenntnis der Institution "katholische Kirche". Wie sie unter diesen Bedingungen einerseits sorgsam mit Opfern umgehen wollen und wie sie andererseits eine Institution, die sie nicht kennen, mit anderen Institutionen vergleichen wollen, ist unverständlich. Auch die quantitative Erhebung der Auftretenshäufigkeit der Missbrauchsfälle in Bistümern und Orden dürfte nur höchst lückenhaft möglich sein. Die qualitative Erhebung der Täterstrategien, des Opfererlebens und des Verhaltens der verantwortlichen Bischöfe ist schon im Vorfeld mit vielen Fragezeichen zu versehen.
Es bleibt dabei: Es braucht eine unabhängige Kommission des Parlamentes. Kirche kann sich nicht selbst "aufklären".

31.3.2014 Erika Kerstner

1 Das erinnert ein wenig an die Studie über misshandelte Frauen, die 1964 unter dem Titel "The Wife-Beater's Wife" erschien - "Die Frau des Mannes, der Frauen schlägt". Weil die Männer sich weigerten, mit den Forschern zu sprechen, wurden halt kurzerhand ihre Frauen untersucht. Ich hoffe, meine Assoziation ist falsch.

Link zur Pressekonferenz: Vorstellung der neuen Missbrauchsstudie


Weitere Fragen 23.3.2015

Nachdem es keinerlei kirchliche Reaktionen auf zwei Filme ("Das Schweigen der Männer, 16.3.2015 und Kirche zwischen Schuld und Sühne, 18.3.2015 ) gab, bleibt zu fragen, warum die Forscher, die im Auftrag der DBK das Forschungsprojekt verantworten, nicht interviewt wurden. Alte Fragen bleiben, neue sind zu stellen.

1. Die Überschrift des Projektes "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" ist irreführend (wurde allerdings in der Pressekonferenz geklärt). Wer sich in der Organisation der kath. Kirche nicht auskennt und/oder die Pressekonferenz nicht kennt, wird davon ausgehen, dass mit den "Ordensangehörigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" die in Deutschland angesiedelten Männerorden gemeint sind. In Wirklichkeit jedoch geht es nur um diejenigen Ordensangehörigen, die im Dienst eines Bistums standen, also von den Orden an ein Bistum "ausgeliehen" worden waren. Und diese Zahl dürfte nur einen Bruchteil der in Deutschland angesiedelten Ordensangehörigen ausmachen. Durch die Ausklammerung der Orden aus dem Froschungsprojekt wird der gesamte Bereich der kirchl. Schulen, Heime, Internate ... unsichtbar gemacht. 

2. In der Projektvorstellung (S. 12) hatte es geheißen:
"Voraussetzungen für das Gelingen dieses Teilprojekts
•Angemessenheit des Aufrufs und der Werbung für die Studienteilnahme. ...
•Partizipation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie an der Instrumentenentwicklung und der Interpretation einzelner Studienergebnisse"

In der Pressekonferenz (Abruf 23.3.2015) betonte Bischof Ackermann, es sei der Kirche/dem Forschungsprojekt ein wichtiges Anliegen, die Erfahrungen der Opfer in den Mittelpunkt zu stellen (sinngemäß zitiert). Bereits bei der Entwicklung der Forschungsinstrumente (geplant von 7/2014-12/2014, also inzw. abgeschlossen), aber auch bei der Interpretation der Ergebnisse sollten Opfer in einem einzurichtenden Beirat (Abruf 23.3.2015) vertreten und von Anfang an miteinbezogen werden.

  • Nun ist m.W. kein öffentlicher Aufruf an Betroffene oder an Opfer-Organisationen ergangen.

  • Es gab m.W. keine irgendwie geartete öffentliche Werbung für die Studienteilnahme (Abruf 23.3.2015 Doku hier). Wie also wurden die Opfer zur Teilnahme an der Studie gewonnen?

  • Unbekannt ist auch, ob TeilnehmerInnen der Studie an der Instrumentenentwicklung beteiligt waren. Dazu gehört vermutlich die Erstellung des Fragebogens, die zwischen Juli und Dez. 2014 erfolgte und - gemäß der Planung - abgeschlossen sein sollte. 

  • Wer ist als Vertreter/Vertreterin von Opfern im Beirat vertreten? Wie wurden die Mitglieder des Beirates ausgewählt? Wurde berücksichtigt, dass in der Öffentlichkeit seit 2010 ganz überwiegend Jungen als Opfer vorkommen, Mädchen hingegen kaum in Erscheinung treten? Wie sieht die Beteiligung von Opfern (weiblich und männlich) im Beirat aus?

3. Die Hotline war für die gesamte Zeit der Studie von Juli 2014 bis Ende 2017 geplant. Inzwischen wird sie erneut angekündigt, ist aber nicht eingerichtet (Abruf 21.3.2015).

4. Von Interesse ist, welche 9 Bistümer ihre Akten ab 1945 zur Verfügung stellen. Und welche 18 Bistümer ab 2000. Und welche Bistümer in einem der beiden Zeiträume Zugang zum Bischöflichen Geheimarchiv gewähren. Bischof Dr. Ackermann hatte am 24.1.2014 versprochen, "die Bischöfe würden alle benötigten Akten zur Verfügung stellen - auch jene aus den sogenannten Geheimarchiven." Am 23.3.2014 wiederholte er das Versprechen. Gilt das Versprechen?

5. Übrigens heißt es u.a. über die Täter: "Die Teilnehmer werden gebeten, ihre persönliche Entwicklung im Vorfeld, zum Zeitpunkt und nach der Tat ebenso zu schildern, wie Entwicklungen und Ereignisse, die aus ihrer Sicht zu einem angemessenen Verständnis von Tat, Täterschaft und persönlichen Folgen für Opfer und Täter beitragen. Opfer werden nicht nach den Tätern gefragt. Einerseits halte ich das für richtig, dass Opfer sich keine Gedanken über die Täter machen müssen. Andererseits dürfen Täter aber definieren, welche Folgen sie bei den Opfern erwarten. Und Opfer werden nicht nach der Unberührbarkeit, dem Zynismus, der Manipulation .... der Täter und ihrer Schützer gefragt. (Aber vielleicht kommt das ja in den Interviews vor.)

6. Im Teilprojekt 6 sind dann alle Einschränkungen der Studie aufgeführt: "Die Stärke eines möglichen wissenschaftlichen Bias durch den Einsatz von Mitarbeitern der Kirchenarchive an der Schlüsselstelle zu den Primärdaten kann letztlich vom Forschungskonsortium nicht beurteilt und bewertet werden. Es erfolgt aber eine Selbstverpflichtung der kirchlichen Bediensteten zur Mitarbeit an der Studie durch Dienstanweisung des jeweiligen Bischofs sowie die Versicherung der beteiligten Archivmitarbeiter, dass die Fragebögen korrekt bearbeitet werden. Es soll an dieser Stelle aber betont werden, dass eine repräsentative, umfassende und den üblichen wissenschaftlichen Standards genügende quantitative Vollerhebung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche methodisch nicht möglich ist. Mit den Mitteln der Studie können jedoch Schätzmodelle zur Prävalenz des sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche erarbeitet werden."

Derzeitiges Fazit: Nicht nur die Kirche, auch die ForscherInnen haben die Opfer verloren gegeben. Auf ihre Teilnahme kann offensichtlich verzichtet werden. Von der versprochenen Transparenz und der Beteiligung von Opfern/Opfervertretern ist - bislang - nichts übrig geblieben. Wen soll denn Ende 2017 noch das Ergebnis dieser "Forschung" interessieren? Oder ist genau das Desinteresse beabsichtigt?

Erika Kerstner, 23.3.2015


Auch bis zum 21.3.2016 gab es keinerlei Aufruf an Betroffene, sich zu melden. Inzwischen müsste - laut Zeitplan - die Opferbefragung abgeschlossen sein. Wie also kamen die Forscher in Kontakt mit kirchlichen Opfern?


Am 21.6.2016, 3 Monate nach dem Ende der Opferinterviews, gibt es überraschend eine Online-Umfrage an Opfer. Sie ist am 22.6.2016 morgens freigeschaltet. Wie und wann diese Umfrage ausgewertet wird - und von wem -, ist unbekannt.