Missbrauch und Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2003

Lehrstück über die Solidarität der Zuschauer, die Isolation der Opfer und die Stilisierung der Täter zu den "wahren Opfern" (Uznach)

Quelle: Yahoo-Nachrichten vom 5.1. 2003
Studie: Vier von zehn Nonnen in den USA sexuell missbraucht
(AFP) Vier von zehn Nonnen in den USA sind einer Studie zufolge schon einmal sexuell missbraucht worden - oft von einem Priester oder einer anderen Nonne. Insgesamt 34.000 Ordensfrauen seien davon möglicherweise betroffen, berichtete die Tageszeitung "St. Louis Post-Dispatch" am Sonntag. Die entsprechende Studie der Universität St. Louis im US-Bundesstaat Missouri werde seit 1996 unter Verschluss gehalten, weil die katholische Kirche einen Skandal befürchte. Viele der Nonnen seien "Opfer der Strukturen in derselben Institution, der sie ihr Leben gewidmet haben", zitierte die Zeitung den Psychologen John Chibnall, der für die Studie insgesamt 1164 Nonnen aus 123 US-Ordensgemeinschaften befragt hatte.
 

kath net: 6.1. 2003
US-Studie: Angeblich (!) vier von zehn Nonnen sexuell traumatisiert
Umfragen zur sexuellen Gewalt an Frauen kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Vier von zehn Nonnen in den USA gaben an, unter verschiedensten Formen von sexueller Traumatisierung zu leiden, wie die Zeitung "St. Louis Post-Dispatch" berichtet. Das Spektrum reicht von sexuellem Missbrauch, der zum Teil bis in der Kindheit zurückreicht, bis hin zu sexueller Belästigung und Übergriffen u. a. von Priestern und Mitschwestern, heißt es in einer von der St. Louis-Universität durchgeführten Studie, die seit 1996 unter Verschluss gehalten wurde. Mindestens 34.000 Ordensfrauen seien betroffen, ist das Ergebnis der Studie. Einer der Co-Autoren, John T. Chibnall, befragte insgesamt mehr als 1.100 Nonnen von 123 Ordensgemeinschaften in den USA. Das Durchschnittsalter der befragten Ordensfrauen war 62 Jahre; sie waren durchschnittlich 42 Jahre im Kloster.
Die Studie wurde von verschiedenen Ordensgemeinschaften mitfinanziert und 1996 abgeschlossen. Erstmals wurde 1998 über die Studie berichtet, die Presse griff jedoch das Thema nicht auf. Mit dem Argument "Wir wollen unsere Schmutzwäsche nicht in der Öffentlichkeit waschen" habe das Leitungsgremium katholischer Ordensfrauen von jeder Veröffentlichung der Fakten abgesehen, berichtet der Forscher Chibnall. Eine Sprecherin der US-Bischöfe meinte, dass die Bischofskonferenz von der Ordensfrauen-Studie nichts gewusst hätte. Die Untersuchung kam nun durch den Ex-Priester Christopher Dixon in die Öffentlichkeit. Der in St. Louis ansässige Dixon behauptet, als Kind von drei Priestern missbraucht worden zu sein. Er meint, dass die Veröffentlichung dieser Fakten zu einer ähnlichen Welle führen würde wie es bei den Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker gewesen sei.
Die Ordensfrauen-Studie beschäftigte sich mit drei Typen von sexueller Gewalt: Kindesmissbrauch, sexueller Ausbeutung sowie sexueller Belästigung. Fast 20 Prozent der befragten Ordensschwestern gab an, als Kind sexuell missbraucht worden zu sein. Der Täter war meist ein männliches Familienmitglied; in neun Prozent der Fälle soll es sich um einen Priester oder ein Ordensmitglied gehandelt haben. Eine von acht Nonnen gab an, sexuell ausgebeutet worden zu sein. Fast drei Viertel von ihnen sagte, dass sie Opfer eines Priesters oder von Ordensleuten geworden sei. Knapp 10 Prozent der befragten Ordensfrauen gab an, zumindest einmal in ihrem Ordensleben Zielscheibe von sexueller Belästigung gewesen zu sein.
Nach Angaben der Forscherin Ann Wolf bestünden ähnliche Tendenzen zur sexuellen Gewalt gegen Frauen auch in anderen Religionen. 73 Prozent der US-Rabbinnerinen sowie 77 Prozent der Angehörigen der "United Methodist Church" gaben an, Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein. Die Ordensfrauen-Studie bestätigt auch die Ergebnisse verschiedener nationaler Untersuchungen zur sexuellen Gewalt an Frauen. Danach sollen zwischen 20 und 27 Prozent aller US-Frauen in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sein; 31 Prozent aller Frauen wurden Opfer sexueller Belästigung in der Arbeit.  
Radio Vatikan, 7.1.2003
Großbritannien
Im Falle eines des Kindesmissbrauchs beschuldigten Priesters in der englischen Diözese Manchester soll der damals zuständige Bischof, Odore Gendron, Beweisunterlagen vernichtet haben. Das Bistum erklärte, die Papiere seien medizinische Berichte gewesen, die von dem zuständigen Arzt des Priesters nur unter Auflage herausgegeben wurden, dass sie nach der Kontrolle durch den Bischof vernichtet würden.

http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel1683.php
15.1.2003 Unter dem Titel "Gesetz des Verdrängens " hat Matthias Drobinski über einen Fall sexualisierter Gewalt in Georgenberg, Oberpfalz, berichtet. Der Pfarrer K. muss sich am 5. und 7.Februar vor Gericht verantworten. Die Weidener Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch in 45 Fällen vor, begangen an zwölf Kindern, neun bis 14 Jahre alt. K. gibt mittlerweile die Taten zu; das Bistum Regensburg hat ihn beurlaubt. Schon 1992, K. war damals Kaplan in Nittenau, hatten Eltern beim dortigen Pfarrer Josef Schiedermeier mit Anzeige gedroht; der Pfarrer will bis heute nichts gewusst haben. In Landshut, der nächsten Kaplanstelle, hatte sich Pfarrer Anton Högner geweigert, mit K. zusammenzuarbeiten. K. wurde dennoch anstandslos nach Georgenberg versetzt.
Weder in Georgenberg noch in Nittenau hat sich ein Kirchenvertreter bei den Opfern gemeldet, sich entschuldigt, Hilfe angeboten.  Gesagt wurde, es hätten Gespräche stattgefunden und den Opfern werde geholfen.
Man wisse nicht die Adressen der Familien, muss Diözesansprecher Gregor Tautz mitteilen  und betont : „Das Bistum ist nach wie vor bereit, den Eltern zu helfen“.
„Wenn doch irgendjemand hierher gekommen wäre“, sagt Frau Böhmler, dann hätte das Gerede aufgehört.“ Das Gerede, dass sich die Eltern nur produzieren wollten. Eine Zeit lang sollten in der sehr katholischen Gemeinde sogar Unterschriften gesammelt werden – für den Pfarrer, nicht für die begrapschten Kinder. Pfarrer K. hat sich bei den Kindern halbherzig entschuldigt – er kennt also die Adressen seiner Opfer. „Ich kann die Entschuldigung nicht annehmen“, sagt eine Mutter, Erika B., „solange die Kirche meinem Kind nicht hilft.“

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Yahoo 16.1.2003
Missbrauchsvorwürfe gegen katholischen Pfarrer bestätigt
Mainz (dpa) - Wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen soll ein katholischer Pfarrer aus Rüsselsheim von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgeschlossen werden. Das teilte das Bistum Mainz am Donnerstag mit. Die Vorwürfe hätten sich in einer kirchlichen Voruntersuchung bestätigt.
Kardinal Karl Lehmann habe das Ergebnis an die Glaubenskongregation in Rom weitergeleitet, die für besonders schwere Straftaten gegen die Sittlichkeit zuständig ist. Einzelheiten des Ermittlungsergebnisses nannte das Bistum nicht. Wann der Vatikan in dem geheimen Verfahren entscheidet, ist unbekannt.
Das Bistum hatte den Pfarrer Mitte Juli 2002 beurlaubt. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll er zwei Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren unsittlich berührt haben, zu sexuellen Handlungen sei es aber nicht gekommen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft Darmstadt sind mögliche Straftaten bereits verjährt, die Ermittlungen wurden Ende 2002 eingestellt. Nach kirchlichem Recht liege jedoch keine Verjährung vor, betonte das Bistum. Nach vielen Vorwürfen gegen Priester hatten die katholischen Bischöfe Ende September 2002 Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch verabschiedet.

20.1.2003 Radio Vatikan
Die gegen den Pariser Weihbischof Jean-Michel di Falco erhobenen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen sind verjährt. Das hat heute ein Berufungsgericht bestätigt. Di Falco hatte die Tat abgestritten und seinerseits Verleumdungsklage eingereicht. Der 61-jährige Bischof ist einer der bekanntesten Kirchenmänner Frankreichs, von 1987 bis 1996 war er als Sprecher der Bischofskonferenz tätig.
.....
Der Ruf der katholischen Kirche durch die Sex-Skandale sei arg beschädigt worden – doch werde sie daraus nur stärker hervorgehen. Diese Meinung vertritt das Oberhaupt der katholischen Kirch ein England, Kardinal Cormac Murphy O’Connor in einem Interview, das heute in der Tageszeitung „The Daily Telegraf" erschien. Die Kirche habe aus den Pädokriminalitäts-Skandalen gelernt, offener zu sein und sich mehr um die Opfer zu kümmern. Der Kardinal war zuletzt selbst ins Schussfeld geraten, weil er angeblich einen Fall von Pädokriminalität in seiner Diözese in den 80er Jahren verschwiegen hatte.

22.1.2003 Radio Vatikan
Amerika. Vereinigte Staaten
Gegen die Legalisierung der Abtreibung vor dreißig Jahren haben in der Nacht auf Mittwoch tausende Menschen in Washington demonstriert. Vertreter der Katholischen Kirche sagten, dieser Jahrestag sei ein Tag der Trauer und bekundeten damit erneut ihre Ablehnung gegenüber dem amerikanischen Abtreibungsrecht.
Kardinal Bernhard Shaw wird pünktlich am dritten Februar im Missbrauchsprozess gegen Reverent Paul Shanly aussagen müssen. Das hat gestern eine Richterin entschieden. Die Anwälte des zurückgetretenen Bostoner Erzbischof hatten kurzfristig versucht, die Aussage unter Eid hinauszuzögern. Richterin Constance Sweeney ermahnte die Anwälte, den Prozess nicht zu behindern. Insgesamt laufen in den USA 210 Verfahren gegen katholische Priester.

24.1.2003 Priester im Bistum Aachen nach Vorwurf sexuellen Vergehens in Ruhestand versetzt
Aachen (iba) – Der Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff hat einen Priester des Bistum Aachen wegen des Verdachtes einer sexuellen Verfehlung von seinen Aufgaben entbunden und in den Ruhestand versetzt.
Er steht in dem Verdacht, sich einem erwachsenen Mann körperlich genähert zu haben, der unter gesetzlicher Betreuung steht. Der Pfarrer hat den Vorgang selber offengelegt und bei der Staatsanwaltschaft Selbstanzeige erstattet. Das Ermittlungsverfahren ist bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach anhängig.
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat das Bistum Aachen eine kirchliche Voruntersuchung eingeleitet, Gespräche mit dem Betroffenen und seiner gesetzlichen Betreuerin geführt und diesem Hilfe angeboten. Er wird derzeit fachpsychologisch betreut. (iba/Na 6)

27.1.003 RADIO VATIKAN
Amerika. Vereinigte Staaten
Trotz zahlreicher Vorwürfe im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen will der katholische Bischof der US-Diözese Manchester, John McCormack, nicht zurücktreten. Der Oberhirte werde sein Amt weiterführen und auch seine Arbeit für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester fortsetzen, sagte sein Sprecher vor Journalisten. Zuvor hatten rund 200 Demonstranten vor der Kathedrale der Stadt den Rücktritt des Bischofs gefordert. Ihm wird vorgeworfen, als Mitarbeiter des mittlerweile zurückgetretenen Bostoner Kardinals Bernard Law zu pädokriminellen Priestern geschwiegen zu haben.
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28.1.2003 Radio Vatikan: Irland
Die Erzdiözese Dublin will einem Missbrauchsopfer rund 300.000 Euro Entschädigung zahlen. Eine entsprechende Einigung sei mit dem inzwischen erwachsenen Mann nach jahrelangem juristischen Streit erzielt worden, berichteten heute irische Medien. Zudem wolle sich Dublins Kardinal Desmond Connell für die Behandlung des seit 1985 aktenkundigen Falls entschuldigen.

Spiegel, 30.1.2003: MISSBRAUCH IN DER KIRCHE
Das Schweigen der Hirten
Von Peter Wensierski
Die deutschen Bischöfe versprachen den "Sex-Opfern" von Priestern Schutz und Hilfe. Die Realität sieht anders aus: Vertagen, verschweigen, verhöhnen.

3.2.2003 Sunday Business Post berichtet am 3.2.2003, dass der Rücktritt erwartet werde. Connell, der seit 1988 die Erzdiözese Dublin leitet, hatte letzte Woche eine öffentliche Entschuldigung gegenüber einem Missbrauchsopfer ausgesprochen. Die Erzdiözese versprach eine Entschädigungszahlung. 

 3.2.2003 Radio Vatikan
Irland
Dublins Kardinal Desmond Connell hat Medienberichte zurückgewiesen, nach denen er wegen des Missbrauchsskandals in seiner Erzdiözese zurücktreten werde. Für derartige Berichte gebe es überhaupt keinen Anlass, betonte der 77-Jährige nach irischen Pressemeldungen. Mit Erreichen seines 75. Lebensjahrs hatte Connell gemäß dem Kirchenrecht sein Rücktrittsangebot eingereicht. Dieses wurde von Papst Johannes Paul II. jedoch bislang nicht angenommen. Allein in der Erzdiözese Dublin liegen laut Schätzungen mehr als 400 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs durch Priester vor. Unter anderem wird Connell vorgeworfen, verdächtige Priester versetzt zu haben.

4.2.2003 Radio Vatikan. Amerika
Ein Gericht im US-Bundesstaat Oregon hat dem Bischof von Baker, Robert Vasa, untersagt, Millionenwerte aus Diözesanbesitz auf einzelne Pfarreien zu übertragen. Richter Michael Adler begründete sein Urteil mit anstehenden Entschädigungsforderungen mutmaßlicher Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester von umgerechnet etwa 65 Millionen Euro, wie US-Medien heute berichten. Die Gerichtsentscheidung ist vorläufig; mit einem Verfahren zur endgültigen Klärung dieses in der Geschichte der US-Kirche bislang einmaligen Falles wird in einigen Monaten gerechnet.

Radio Vatikan, 21.2.2003
Amerika. Vereinigte Staaten
Die Erzdiözese Boston hat angekündigt, in anhängigen Verhandlungen wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Einigung mit den Anwälten der Opfer zu kommen. 40 Anwälte, die 300 Opfer vertreten, werden in den kommenden Wochen über die finanzielle Widergutmachung mit dem Bistum verhandeln. Es geht um eine Entschädigungssumme von ungefähr 100 Millionen Euro.

Über die Erfahrungen mit der Informationspolitik der katholischen Kirche der USA. Der gedeckte Missbrauch. Rechercheure des Boston Globe deckten auf, dass Kirchenobere den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester deckten. Das vierköpfige "Globe Spotlight Team" erhielt hierfür den Pulitzer Preis.
Quelle: http://www.message-online.com/arch3_03/33_pfeiffer.html (nicht mehr online)

10.3.2003
USA: Bischof nach Missbrauchs-Skandal zurückgetreten
Der Bischof der Diözese Tucson im US-Bundesstaat Arizona, Manuel Moreno, ist im Gefolge eines Skandals um sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester zurückgetreten. Finanziell steht die Diözese auf Grund enormer Entschädigungszahlungen vor dem Ruin.
Der Papst habe den Rücktritt des 72-Jährigen Manuel Moreno angenommen, berichtet die "New York Times". Üblicherweise gehen Bischöfe erst mit 75 Jahren in den Ruhestand. Die Diözese Tucson war nach hohen Zahlungen wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs an den Rand des Bankrotts gelangt. Im Jänner 2002 hatte die Diözese einen Vergleich mit 16 Klägern geschlossen und sich zur Zahlung von 16 Millionen Dollar verpflichtet. Im Gegenzug wurde der Diözese Stillschweigen über die Vorwürfe zugesagt. Mehrere Priester der Diözese sollen in den vergangenen Jahrzehnten Ministranten missbraucht haben. Dem Bischof wurde vorgeworfen, er habe die Priester nach Bekanntwerden der Vorwürfe lediglich versetzt. Einer der beschuldigten Priester wurde 1992 suspendiert und vergangenes Jahr verhaftet. Weil die vorgeworfenen Delikte bereits verjährt waren wurde keine Anklage erhoben.

Radio Vatican, 18.3.2003
Der ehemalige Internatsdirektor Hector Pared ist gestern zu einer Gefängnisstrafe von 24 Jahren verurteilt worden. Der Priester hatte sich des sexuellen Missbrauchs an Schülern strafbar gemacht, wie aus Justizkreisen zu erfahren war. Das Tribunal von Quilmes, einem südlich gelegenen Vorort von Buenos Aires, hat ihn in mindestens zehn Fällen für schuldig befunden.

Yahoo-Nachrichten vom 25. März 2003
Priester wegen Kindesmissbrauchs verurteilt
Caen (AP) Wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes ist ein Priester in der Normandie zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Geistliche war angeklagt, sich 1990 an einem damals zwölfjährigem Jungen vergangen zu haben, den er in die Ferien mitgenommen hatte. Das Schwurgericht in Caen verfügte am Dienstag zudem, der 84-Jährige müsse 15.000 Euro Schadenersatz zahlen.
Sein heute 22 Jahre altes Opfer hatte sich vor zwei Jahren der Justiz offenbart. In dem Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit sagten auch vier Zeugen aus, die nach eigenen Angaben früher ebenfalls von dem Priester sexuell misshandelt wurden. Diese Taten sind verjährt. Der Geistliche war seit Bekanntwerden der Vorwürfe ohne Priesteramt, die Justiz ließ ihn auf freiem Fuß.
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2003 BDKJ- Bundesfrauenkonferenz nimmt zu den Richtlinien der DBK zum Umgangmit sexueller Gewalt Stellung
Quelle: http://www.bdkj.de/behindert/position/2003_bukofrauen.pdf (nicht mehr online)

8.4.2003 Kindesmissbrauch: Katholischer Priester will Geständnis ablegen. In Dortmund (Nordrhein-Westfalen) hat am Dienstag der Prozess gegen einen 39-jährigen katholischen Priester begonnen. Ihm wird vorgeworfen, 1998 einen 13 Jahre alten Jungen sexuell missbraucht zu haben. Bei Beginn des Prozesses erklärte der vorbestrafte Priester, er war im Dezember 2002 wegen ähnlicher Fälle zu vier Jahren Haft verurteilt worden, er wolle ein Geständnis ablegen. Das Geständnis war für die Öffentlichkeit nicht zugängig.
Quelle:  www.waz.de

Süddeutsche Zeitung 17.4.2003
In einem Artikel steht die Mitteilung, dass der Bischof den Eltern der missbrauchten Kinder den Vorwurf machte, sie hätten eine Mitschuld, weil sie den Missbrauch nicht früher angezeigt hätten.

Mittwoch 23. April 2003, 18:03 Uhr
Priester belästigte Mädchen im Katechismus-Unterricht
(AFP) Ein 77-jähriger Priester in Ostfrankreich hat die sexuelle Belästigung von sieben Mädchen während des Katechismus-Unterrichts gestanden. Die Staatsanwaltschaft Saint-Dié teilte am Mittwoch mit, dass sie gegen den Geistlichen aus der Vogesen-Ortschaft Saint-Michel-sur-Meurthe ein Ermittlungsverfahren einleitete. Damit soll geklärt werden, ob weitere Kinder betroffen waren.

Artikel vom 30. April 2003, 20:48 Uhr / Quelle: Blick Online
(http://www.blick.ch/PB2G/PB2GA/pb2ga.htm?snr=43821 nicht mehr online)
USA: Vier von zehn Nonnen werden in den USA sexuell missbraucht.
WASHINGTON – Eine US-Studie enthüllt Schreckliches: Vier von zehn Nonnen in den USA sind schon einmal sexuell missbraucht worden – oft von einem Priester oder einer anderen Nonne.
Möglicherweise sind insgesamt 34 000 Ordensfrauen davon betroffen. Nicht genug, dass das Ergebnis der Studie selbst ein Skandal ist. Skandalös ist auch, dass die Studie der Universität St. Louis seit 1996 unter Verschluss gehalten wird. Die katholische Kirche befürchtet nämlich einen Skandal. Für die Studie wurden insgesamt 1164 Nonnen aus 123 US-Ordensgemeinschaften befragt. Die von Nonnenorden mitfinanzierte 15-seitige Studie ist demnach die einzige US-weite wissenschaftliche Erhebung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.
Die Autoren der Studie gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele der Befragten aus Scham und Furcht vor einer Entdeckung möglicherweise nicht offen geantwortet hätten. Viele der Nonnen seien «Opfer der Strukturen in derselben Institution, der sie ihr Leben gewidmet haben», sagt der Psychologe John Chibnall.

Radio Vatikan 7.5.2003 - Australien
Drei anglikanische Bischöfe des Landes fordern den Rücktritt des Generalgouverneurs Peter Hollingworth. Dieser hatte während seiner Amtszeit als Erzbischof von Brisbane Priester an einer kirchlichen Schule im Amt belassen, die verdächtigt werden, Jugendliche missbraucht zu haben.

Yahoo 11. Mai 2003: Australischer Generalgouverneur lässt Amt ruhen. Sydney (AFP)
Nach neuen Anschuldigungen lässt der in einen Skandal um Kindesmissbrauch verwickelte australische Generalgouverneur Peter Hollingworth sein Amt vorübergehend ruhen. Damit wolle er die Würde des Amtes bewahren, sagte der Vertreter der britischen Königin Elizabeth II. nach einem Gespräch mit Premierminister John Howard. In der vergangenen Woche waren neue Anschuldigungen gegen Hollingworth bekannt geworden, wonach er in den 60er Jahren eine Frau vergewaltigt haben soll. Hollingworth wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Hollingworth wird beschuldigt, während seiner Zeit als Erzbischof von Brisbane 1990 bis 2001 Fälle von Kindesmissbrauch vertuscht. Dem früheren Geistlichen wird unter anderem vorgeworfen, den Missbrauch von Kindern durch einen von ihm ernannten Priester an einer Schule nicht der anglikanischen Kirche gemeldet zu haben. Zudem soll er in eine kirchliche Kommission zum Thema Kindesmissbrauch ausgerechnet einen Geistlichen berufen haben, dem selbst Übergriffe auf Minderjährige zur Last gelegt wurden.

In einem anderen Fall aus dem Jahr 1993 soll Hollingworth ein Opfer bedrängt haben, keine Anzeige zu erstatten. Medienberichten zufolge schützte Hollingworth überdies einen anglikanischen Bischof, der ein junges Mädchen missbraucht haben soll, vor strafrechtlicher Verfolgung. Im Zuge des Skandals wurden Forderungen nach einem Rücktritt Hollingworths immer lauter.
 
23. 5.2003 Australisches Gericht lässt Klage gegen Gouverneur fallen
Sydney (AP) Ein australisches Gericht hat am Freitag eine Klage gegen Generalgouverneur Peter Hollingworth wegen Vergewaltigung fallen lassen. Das 57-jährige mutmaßliche Opfer hatte sich im April das Leben genommen. Der Anwalt der drei Kinder der Frau, Julian Burnside, erklärte, die Familie habe die Klage angesichts des gewaltigen Medieninteresses zurückgezogen. Hollingworth, der als Repräsentant der britischen Königin Elizabeth II. faktisch Staatsoberhaupt Australiens ist, hatte angesichts der Vorwürfe sein Amt vorläufig niedergelegt.
Hollingworth zeigte sich in einer Fernsehansprache zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts. Er sagte jedoch nicht, ob und wann er in sein Amt zurückkehren werde. Hollingworth, der frühere anglikanische Erzbischof von Brisbane, hatte den Vorwurf zurückgewiesen, in den 60er Jahren bei einem Kirchenausflug eine Frau vergewaltigt zu haben. Die angeblich Betroffene hatte in diesem Jahr Klage gegen Hollingworth eingereicht, nachdem sie ihn auf einem alten Foto wiedererkannt haben wollte.
Wegen Vorwürfen der Vertuschung von sexueller Kindesmisshandlung war schon zuvor der Ruf nach einem Rücktritt des Generalgouverneurs immer lauter geworden. So soll Hollingworth als Bischof von Brisbane Anfang der 90er Jahre einen pädokriminellen Priester gedeckt haben. Oppositionsführer Simon Crean erneuerte am Freitag seine Forderungen nach einem Rücktritt des Generalgouverneurs.
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12.5.2003
Die Christian Brothers Congregation (Gemeinschaft der christlichen Brüder) fordert vom irischen High Court, der Untersuchungskommission für Kindesmissbrauch die Veröffentlichung von Namen ihrer verstorbener Mitglieder, die des Missbrauchs beschuldigt sind, zu verbieten. Die Kommission unter dem Vorsitz der Richterin Mary Laffoy befasst sich mit rund 700 Missbrauchsvorwürfen gegen gegenwärtige, frühere und verstorbene Brüder.

15.5.2003 Die Tagespost berichtet: Das Amtsgericht Weiden hat einen Regensburger Diözesanpriester zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, Franz K., wurde des 45-fachen Missbrauchs von 12 Kindern und Jugendlichen (sowie der Unterschlagung von 76000 Euro) für schuldig befunden. K. wurde auf Lebenszeit verboten, Kinder und Jugendliche zu unterrichten oder zu betreuen. In Rom stünde noch ein Disziplinarverfahren an. Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Priesters waren bereits 1992 K.’s damaligem Pfarrer in Nittenau und später mehrfach dem Ordinariat zugegangen. Der Priester hatte die Vorwürfe seinen Vorgesetzten gegenüber jedoch stets bestritten.

14.6.2003 Vatican-Nachrichten
Manilas Kardinal Jaime Sin hat alle Katholiken zu einer Gebetswoche für die Priester des Landes aufgerufen. In einer Erklärung, die heute veröffentlicht wurde, mahnte er zudem alle Geistlichen „zu Umkehr und Reinigung“. Hintergrund sind Anschuldigungen gegen den Weihbischof in Manila, Teodoro Bacani. Dem 63-jährigen Bacani wird vorgeworfen, seine ehemalige Sekretärin sexuell belästigt zu haben. Bacani selbst hatte die Anschuldigung zurückgewiesen, jedoch einen „unangemessenen Ausdruck der Zuneigung“ eingeräumt. Bacanis Sprecher Romulo Ranada sagte dazu, der Fall sei bereits an den Vatikan weitergeleitet worden. Kardinal Sin beklagte, dass der Vorfall durch die Medien aufgebauscht worden sei, sprach sich jedoch gleichzeitig für die Suche nach der Wahrheit aus.

18. Juni 2003 Papst nimmt Rücktritt von US-Bischof an
Rom (AP) Papst Johannes Paul II. hat am Mittwoch den Rücktritt von Bischof Thomas O'Brien aus Phoenix im US-Staat Arizona angenommen. Der 67-Jährige steht seit Dienstag im Verdacht, nach einem tödlichen Verkehrsunfall Fahrerflucht begangen zu haben. Bereits vor zwei Wochen hatte der Oberhirte der 430.000 Katholiken in Arizona sich mit den Behörden auf eine Einschränkung seiner Befugnisse geeinigt, um einer Anklage wegen Behinderung der Justiz zu entgehen. O'Brien hat eingeräumt, Priestern die Arbeit mit Minderjährigen gestattet zu haben, obwohl er von Vorwürfen der Kindesmisshandlung gegen diese Seelsorger wusste. Darüber hinaus habe er die Priester in neue Gemeinden versetzt.
Quelle: news Yahoo

20.6.2003 US-Bischöfe: Kampf gegen Missbrauch entschieden fortsetzen

Yahoo 21.6. 2003
30 Jahre Gefängnis für Priester wegen sexueller Misshandlung
Clearwater/USA (AP) Im US-Staat Florida ist ein ehemaliger katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der angeklagte Robert Schaeufele bekannte sich am Freitag in Clearwater der versuchten schweren sexuellen Körperverletzung in zwei Fällen schuldig und vermied damit eine mögliche lebenslange Haftstrafe. Angeklagt war er der dreifachen schweren sexuellen Körperverletzung in drei Fällen. Staatsanwalt Tim Hessinger sagte, der Exgeistliche müsse voraussichtlich 15 Jahre im Gefängnis absitzen.
Schauefele war seit 1975 Priester in mehreren Gemeinden in der Region von Tampa Bay. Im Zuge der Welle von Klagen gegen katholische Geistliche in den USA wegen sexueller Vergehen erhoben 22 Personen Vorwürfe gegen ihn. Die meisten Fälle waren verjährt. Die Diözese von St. Petersburg schrieb in einer Erklärung zum Abschluss des Falls, sie hoffe, dass nun auch eine Phase der Heilung für jene beginnen könne, die misshandelt worden seien.

Dienstag 24. Juni 2003, 18:47 Uhr
Zwölf Jahre Haft wegen Kindesmissbrauch für Priester in Chile
(AFP) Wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ist ein katholischer Priester in Chile zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die Richterin sprach den 45-jährigen José Andrés Aguirre Ovalle am Dienstag schuldig, sich zwischen 1998 und 2000 an etwa zehn Mädchen vergangen zu haben. Dem Urteil zufolge muss der Priester aus Valparaiso rund hundert Kilometer westlich der Hauptstadt Schadenersatz an die Familien der Opfer zahlen. Sollte er die Summe nicht aus eigener Tasche zahlen können, müsse das Erzbistum dafür aufkommen. Zudem wurden Ovalle seine Bürgerrechte aberkannt.

25.06.2003
Sexueller Missbrauch hinterlässt tiefe Spuren bei betroffenen Kindern und Eltern
Bischöfliches Ordinariat zieht Konsequenzen aus den Vorfällen in Georgenberg
http://www.kjf-regensburg.de/html/presse030624georgenberg.htm (nicht mehr online)

27.06.2003 Vorbeugen - Erkennen - Helfen - im Gespräch mit Dipl.- Psychologin Dr. Birgit Böhm: Sexueller Missbrauch an Kindern
http://www.kjf-regensburg.de/html/pressemitteilungen.php?datei=anzeigen&von=archiv&jahr=2003&id=61 (nicht mehr online)
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3.7.2003 Radio Vatican Neuseeland
Zur Falschaussage aus Geldgier im Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen den katholischen Orden „St. John of God“ hat sich ein Zeuge bekannt. Wie Zeitungen berichteten, hat der 34-Jährige vor einem Gericht in Christchurch gestanden, als Schüler der Ordensschule „Marylands“ nicht von Ordensbrüdern sexuell missbraucht worden zu sein. Er habe diese Aussage lediglich gemacht, um Wiedergutmachungszahlungen zu erhalten, die der Orden den Opfern angeboten hatte. (KNA)
Amerika Vereinigte Staaten
Die katholische Diözese von San Bernadino und eine Missionsvereinigung werden einem Brüderpaar, das von einem Priester sexuell missbraucht wurde, 4,2 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen. Ähnlich hohe Forderungen werden auch in anderen anhängigen Gerichtsverfahren gegen katholische Priester erwartet. (AP)

 9.7.2003 Pädokrimineller Ex-Priester mit viereinhalb Jahren Zuchthaus bestraft (Yahoo - Nachricht)
Jona (AP) Der 64-jährige Ex-Pfarrer von Uznach ist wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und mehrfacher sexueller Nötigung zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Das Gericht ordnete zudem eine ambulante Psychotherapie an. Der Ex-Priester ist seit über einem Jahr im vorzeitigen Strafvollzug.
Das Kreisgericht Gaster-See in Jona (SG) beurteilt das Verschulden des früheren Pfarrers als sehr schwer. Er habe vorwiegend aus egoistischen Motiven gehandelt. Strafverschärfend wirkten sich die mehrfache Tatbegehung sowie die lange Zeitdauer der Delikte und die Ausnützung einer erheblichen Vertrauensbeziehung als Pfarrer und Firmgötti aus. Strafmildernd liess das Gericht eine leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit zu. Zudem sei der Pfarrer geständig, habe ein kooperatives Verhalten an den Tag gelegt und Reue gezeigt. Dem heute 22-jährigen Opfer muss der Ex-Pfarrer gemäss dem Gerichtsentscheid 6.500 Franken Schadenersatz sowie 50.000 Franken Genugtuung zahlen. Überdies ist er für weiteren Schaden als Folge der strafbaren Handlungen ersatzpflichtig. Staatsanwalt Thomas Weltert hatte fünf Jahre Zuchthaus gefordert, Verteidiger Emil Nisple verlangte dreieinhalb Jahre.
Die Taten des früheren Pfarrers waren unbestritten. Er hatte zwischen 1985 und 1997 die drei Söhne einer befreundeten Familie im Pfarrhaus regelmässig sexuell missbraucht. Wegen Verjährung konnten nur noch die Taten ab 1992 strafrechtlich beurteilt werden, denen das jüngste der drei Brüder zum Opfer fiel. Ihm hatte der Pfarrer beispielsweise zum 16. Geburtstag 10.000 Franken quasi als «Schweigegeld» geschenkt. Das Opfer weist schwere Entwicklungsschäden auf und muss noch heute in eine Therapie gehen.

Der Pfarrer hatte sich bereits 1984 mehrmals an zwei Pflegekindern sexuell vergriffen. 1969 und 1971 wurde er zudem zwei Mal wegen Exhibitionismus verurteilt. Diesen Vorstrafen kam laut dem Gerichtsentscheid keine grosse Bedeutung mehr zu, da sie sehr lange zurückliegen.

Der Fall hatte an Ostern vor einem Jahr für grosses Aufsehen gesorgt, weil der Bischof von St. Gallen in den Kirchen einen Brief verlesen liess, in dem er die Strafuntersuchung gegen den katholischen Pfarrer öffentlich machte. Ins Visier der Justiz gerieten auch der Gemeindepräsident von Uznach und zwei Gemeindemitarbeiter, die offenbar von den Übergriffen gewusst hatten. Die Anklagekammer verzichtete aber auf ein Strafverfahren wegen Verletzung der behördlichen Anzeigepflicht gegen sie.

Nach Bekanntwerden des Falls hatte sich auch der Vorgänger des Uznacher Pfarrers, ein heute 78-jähriger pensionierter Priester, im «SonntagsBlick» geoutet. Im Verlaufe der Untersuchung gestand er ein, dass es zwischen 1960 bis 1991 in Wil (SG) und Walenstadt (SG) mehrfach sexuelle Handlungen mit Kindern gekommen sei. Auf ein Strafverfahren gegen ihn wurde aber ebenfalls verzichtet, zumal alle Fälle verjährt waren.
weiter  Lehrstück über die Solidarität der Zuschauer hier

News 23. 07. 2003 USA: Priester missbrauchten über 1.000 Kinder Der Kirchenskandal um missbrauchte Kinder in Boston hat ein weit größeres Ausmaß als bisher bekannt. Mehr als 1.000 Kinder seien in den vergangenen 60 Jahren in der Diözese missbraucht worden, teilte der Justizminister des Bundesstaates Massachusetts, Tom Reilly, am Mittwoch mit. Das Ausmaß des Skandals sei schockierend. Er sprach von 250 Priestern und Kirchenmitarbeitern, die sich an den Kindern vergangen hätten. Das Ministerium machte in seiner Untersuchung nicht nur den inzwischen zurückgetretenen Bostoner Kardinal Bernard Law verantwortlich. Auch von den anderen führenden Mitarbeitern der Kirche habe kaum jemand jemals etwas unternommen, um den Missbrauch zu stoppen.
Versetzungen in aller Stille Reilly warf Kardinal Law und seinen Vorgängern vor, Kinder gefährdet zu haben, indem er beschuldigte Priester einfach in aller Stille in andere Gemeinden versetzt habe. Der Skandal hatte die katholische Kirche in den USA in eine schwere Krise gestürzt. Kardinal Law und andere Bischöfe mussten zurücktreten. Papst Johannes Paul II. hatte alle US-Kardinäle nach Rom einberufen, um nach Auswegen aus der Krise zu suchen.
Quelle: ORF

31.7.2003 Supreme Court rules on Laffoy evidence
http://www.rte.ie/news/2003/0731/laffoy.html

Radio Vatikan 3.9.2003. Irland
Die Vorsitzende einer Kommission, die kirchliche Missbrauchs-Fälle behandelt, tritt zurück. Damit reagiert Mary Laffoy, Richterin am Obersten Gerichtshof, auf Kritik aus der Regierung an der langen Dauer der Verfahren. Laffoy hatte seit 2000 eine Regierungskommission geleitet, die Vorkommnisse von sexuellem Missbrauch an kirchlichen Einrichtungen in Irland untersucht. (AFP)

13.9.2003 Pfarrer verurteilt
Wegen sexueller Belästigung minderjähriger Mädchen ist ein katholischer Pfarrer in Australien zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. Der 63-Jährige gestand vor Gericht 34 Fälle zwischen 1972 und 1981. Die Mädchen waren bis zu vier Jahre jung, teilte Radio ABC mit. (dpa)
Die taz

25.9.2003 Radio Vatikan. Philippinen
Wegen Pädokriminalitäts-Vorwürfen sind in zwei Bistümern insgesamt 34 Priester aus ihren Pfarreien entfernt worden. Diese Zahlen nannte heute ein Kirchensprecher. Die Bischöfe des mehrheitlich katholischen Lands hatten sich im Juli für kirchliche Missbrauchsfälle in der Vergangenheit öffentlich entschuldigt. (AFP)
Indonesien
Das Erzbistum Adelaide entschädigt Opfer von sexuellem Missbrauch mit fast 60.000 Euro pro Kopf. Das kündigte der Erzbischof der Stadt an. Das Geld sei nicht mit Bedingungen verbunden; die Opfer brauchten keine Erklärungen zu unterschreiben und nicht auf Prozesse zu verzichten. Bei den Opfern handelt es sich um behinderte Menschen, die von einem Schulbusfahrer ihrer katholischen Schule missbraucht worden waren. (AP)
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28.10.2003 Radio Vatican
Besorgt über die Anzahl neuer Missbrauchs-Beschwerden in der katholischen Kirche von England und Wales hat sich Birminghams Erzbischof Vincent Nichols geäußert. Seit der Einführung neuer Richtlinien zum Umgang mit dem Problem vor 18 Monaten habe es insgesamt 148 Anschuldigungen gegeben, sagte Nichols am gestern Abend bei einer Pressekonferenz in London. (kna)

9.11.2003 KNA. Österreich
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat alle Opfer von Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter um Verzeihung gebeten. Das sagte er bei der Veröffentlichung einer „Erklärung zur Frage des Umgangs mit sexuellem Missbrauch in der Kirche“. Er bat auch um Entschuldigung in Fällen, in denen Verantwortliche in der Kirche trotz eindeutiger oder schwerwiegender Hinweise nicht entschlossen genug gehandelt hätten. Vorbehaltlose Aufklärung sei sowohl für die Opfer als auch für die Beschuldigte hilfreich, sagte der Kardinal. (kna)
s. auch ORF Nachricht vom 10.11.2003

Yahoo, 27.11.2003
Australischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt
Hobart/Australien (AP) Wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen ist ein früherer anglikanischer Priester in Australien zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Verurteilte habe mit «atemberaubender Scheinheiligkeit» das Vertrauen seiner Opfer und derer Familien missbraucht, erklärte der Richter des Obersten Gerichtshofes auf der australischen Insel Tasmanien, Peter Underwood, bei der Urteilsverkündung am Donnerstag. Dem 58-jährige Garth Stephen Hawkins wurde wegen insgesamt elf Delikten schuldig gesprochen. Er beging die ihm zur Last gelegten Taten zwischen 1974 und 1984 - oft setzte er seine männlichen Opfer vorher unter Alkohol. 1998 zog er sich aus der Kirche zurück und wurde im vergangenen Jahr von einem Kirchengericht aus dem Priesteramt verstoßen.

13. 12. 2003 Yahoo
Polnischer Priester wegen Missbrauchs von Kindern festgenommen
Warschau (dpa) - Ein 40 Jahre alter Priester aus einer Gemeinde in Ostpolen ist wegen sexuellen Missbrauchs von fünf Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft will Haftbefehl gegen den Geistlichen beantragen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Die Eltern der Kinder hatten den Missbrauch vor wenigen Tagen den Kirchenbehörden gemeldet und später bei der Polizei angezeigt, hieß es. Der Pfarrer wurde noch vor seiner Festnahme mit sofortiger Wirkung suspendiert.

14.12.2003 : Hiphop-Sängerin Hill schockt Vatikan mit Appell gegen Pädokriminalität
ROM - Die US-Hiphop-Sängerin Lauryn Hill hat den Vatikan mit einem Appell gegen Pädokriminalität geschockt. Sie machte die kritischen Äusserungen beim traditionellen Weihnachtskonzert im Vatikan, an dem auch Kardinäle und Bischöfe teilnahmen. Vor ihrem Auftritt am Samstagabend vor 7500 Zuschauern im Saal Paul VI verlas die mehrfache Grammy-Gewinnerin einen selbst geschriebenen Text gegen die Plage der pädokriminellen Priester in der katholischen Kirche, der die Anwesenden zutiefst entrüstete. Es gebe keinen erklärbaren Grund, warum man die Kirche verteidigen sollte, sagte die 28-jährige Künstlerin mit bebender Stimme. Sie sprach von Ausbeutung und Missbräuchen. Sie sei sich bewusst, dass ihre Worte einige Anwesende verletzen würden. "Was soll man aber von jenen Familien sagen, die von den Menschen verraten wurden, an die sie glaubten? Was kann man über jene im Körper und im Geist missbrauchten Kinder sagen?", fragte die Künstlerin vor dem versteinerten Publikum. Es werde geheuchelt, statt zu Gott zu beten. Sie glaube nicht an die Vertreter Gottes auf Erden, sondern nur an Gott. "Die Menschen sündigen", betonte die Sängerin. Ihre Worte lösten entrüstete Reaktionen aus. Einige Kardinäle verliessen aus Protest den Saal. Cristina Parodi, Moderatorin des Abends, der vom privaten TV-Kanal Canale 5 hätte übertragen werden sollen, entschuldigte sich bei den Anwesenden. Canale 5, im Besitz des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi, wird sehr wahrscheinlich bei der Übertragung des Konzerts Hills Appell auslassen. Dabei hatte der Vatikan keine Zweifel gehabt, die bekennende Katholikin Hill zum Weihnachtskonzert einzuladen. Im Leben des US-Stars, die mit Bob Marleys Sohn Rohan Marley verheiratet ist, spielt der Glaube an Gott eine wichtige Rolle.

17.12.2003 Radio Vatikan. Österreich
Der Wiltener Abt Raimund Schreier hat sein Bedauern über vermutete sexuelle Übergriffe eines Mitbruders an Kindern und Jugendlichen betont. Als Vorwürfe von sexuellen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen durch einen Pfarrer für ihn zur "moralischen Gewissheit" geworden seien, habe er sofort veranlasst, den Priester von seiner Aufgabe als Pfarrer von Sellrain zu entbinden, stellt Abt Schreier fest. Diese Verfügung bleibe bis zur Klärung der Vorwürfe aufrecht, auch wenn die Vorfälle rund 20 Jahre zurück liegen. (kap)

Tessiner Pfarrer wegen Pädokriminalitäts-Verdacht verhaftet
GORDOLA - Der Pfarrer von Gordola sitzt unter dem Verdacht des Kindsmissbrauchs in Untersuchungshaft. Dem 62-Jährigen werden sexuelle Belästigung sowie sexuelle Handlungen mit mehreren Minderjährigen vorgeworfen.Die Festnahme des Priesters sei am Samstag erfolgt, teilt die Tessiner Staatsanwaltschaft mit. Angaben zum Stand der Untersuchungen wurden keine gemacht.
Gemäss Berichten von Tessiner Zeitungen wurden die Ermittlungen aufgenommen, nachdem einige Knaben ihre Eltern informiert hatten. Der Pfarrer war seit über zehn Jahren in der Gemeinde Gordola und im Verzasca-Tal tätig. Er wurde von seinem Amt suspendiert, wie die Diözese von Lugano in einem Communiqué mitteilte.Es ist schon der zweite Pfarrer aus dem zwischen Locarno und Bellinzona gelegenen Dorf, der in einen derartigen Fall verwickelt ist. Gegen den Vorgänger des 62-Jährigen war die Justiz vorgegangen, kurz nachdem er 1993 aus Gordola versetzt worden war.
Pier Giacomo Grampa, der designierte Bischof von Lugano, der sich derzeit an einem abgeschiedenen Ort auf seine Weihung vom kommenden Sonntag vorbereitet, hat laut Communiqué "mit Schmerz" auf die Nachricht reagiert.
Grampa wird am Sonntagmorgen in Gordola die Heilige Messe zelebrieren, um der "leidgeprüften und desorientierten Gemeinde" Mut zuzusprechen. Am Nachmittag wird er dann in Lugano zum neuen Bischof geweiht. Der 67-jährige Grampa ersetzt den altersmüden Giuseppe Torti, der am 1. Februar 76 Jahre alt wird.
Quelle: http://www.tages-anzeiger.ch/dyn/news/newsticker/341382.html
Nachtrag von 2008: Im Sommer 2003 wurde der damals 56-jährige Bruno K., Pfarrer im hessischen Pohlheim, zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. K. hatte, wie es im Urteil hieß, »sexuelle Handlungen vor Kindern« begangen und zwei Messdienern im Pfarrhaus Pornovideos gezeigt. Was ist aus Herrn K. geworden? Antwort des Bistums Mainz: K. ist heute Seelsorger in einem Altenheim.
Quelle: zeit.de
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