Missbrauch und Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2005

17.12.2005 In Irland klagen 15.000 Menschen auf Entschädigung für Missbrauch durch die katholische Kirche. Die Anklagen gelten Missbrauch und Misshandlungen in zumeist kirchlich geführten Kinderheimen.
Quelle: Yahoo


8.12.2005 Das Bistum Magdeburg erwartet, dass sich auch noch andere Opfer aus anderen Dienstorten des Vikars und des Organisten der Delitzscher Marienkirche melden, die Norbert D. ab 1958  missbrauchten. Peter WillmsBeauftragter des Bistums, weiß,über die Schwierigkeiten von Opfern, zu sprechen. Laut Pressebericht sagte er: "Es sollte sich niemand abwenden, der in seinem Umfeld mit Missbrauchsfällen konfrontiert wird. Den Opfern sollten wir glauben." Das häufig geäußerte Unverständnis von Angehörigen über den späten Zeitpunkt der Offenbarung wies Willms zurück. Schon in der Fachliteratur sei das Phänomen, dass sexuell Missbrauchte oft Jahrzehnte benötigen, um über ihr Leid in jungen Jahren offen zu sprechen, ausgiebig beschrieben.
Quelle: Leipziger Volkszeitung



5.12.2005 Der Spiegel berichtet ausführlicher über zwei Fälle von sexuellem Missbrauch im Bistum Magdeburg. Der Artikel ist lesenswert. Es sind immer die gleichen Strukturen: Abwimmeln, zum Schweigen auffordern und im Zweifel: Nicht mit dem Opfer reden. Das Besondere an diesem "Fall" ist, dass ein Bistum 25.000 Euro zahlte - für Therapien, die 122 850 Euro kosteten.
mehr: Spiegel
Nachtrag 7.12.2005: Leser der Leipziger Volkszeitung vom 7.12.2005 sprechen davon, dass einer der beiden Beschuldigten noch weitere Opfer hinterlassen hat. Unklar ist, wie weit dies Gerüchte sind.


3.12.2005 Der Kirche liege an der Unterstützung der Opfer sexuellen Missbrauchs und sie wolle die Opfer schützen, berichet Yahoo. Hintergrund: Das Bistum Magdeburg habe zwei Fälle sexuellen Missbrauchs bestätigt. Einer liege zwei bis drei Jahre zurück und sei im Kirchengericht noch nicht abschließend geklärt, ein anderer datiere aus den 60er Jahren, sagte Sprecher Thomas Lazar am Samstag auf AP- Anfrage. Einen Vorabbericht des Magazins «Der Spiegel», nach dem die katholische Kirche in einem bisher beispiellosen Fall ein Opfer sexuellen Missbrauchs entschädigt habe, wollte der Sprecher so nicht bestätigen. Dem Magazin zufolge überwies das Bistum Magdeburg dem ehemaligen Ministranten Norbert D. 25.000 Euro. D. soll seit seinem neunten Lebensjahr insgesamt neun Jahre lang erst von einem Pfarrer und dann von einem Kirchenangestellten missbraucht worden sein. Er habe seit 1993 versucht, den Fall bei verschiedenen Kirchenstellen anzuzeigen, lange ohne Erfolg. Das Bistum wollte den weiteren Angaben zufolge zunächst nur dann eine Entschädigung zahlen, wenn D. sich verpflichte, über den Missbrauch durch den inzwischen verstorbenen Pfarrer zu schweigen. Bistum-Sprecher Lazar wollte die Namen nicht bestätigen, auch um die Opfer und ihre Familien zu schützen. In beiden Fällen seien den Opfern Hilfe und Beratung angeboten worden, die auch angenommen worden sei. «Zu finanziellen Dingen äußere ich mich nicht», soll Lazar auf die Frage nach der Höhe der Hilfe geantwortet haben. «Es liegt uns daran, nichts zu vertuschen, wir wollen die Leute schützen», habe er hinzugefügt.
Quelle: Yahoo

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25.11.2005 Ein Gericht in Goiania, Brasilien, hat einen katholischen Priester wegen sexuellen Missbrauchs zweier Kinder zu 14 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Der Kirchenmann streitet die Vorwürfe ab. In der jüngsten Vergangenheit waren bereits zwei andere brasilianische Priester wegen Missbrauchs zu Haftstrafen verurteilt worden.
Quelle: Radio Vatikan


22.11.2005: In den USA wurde der hochrangige katholische Ordensvikar in Phoenix, Monsignore Dale F. wegen Verdachts, sich an minderjährigen Jungen und jungen MÄnnern vergangen zu haben, festgenommen. Sieben Ankläger sagen, F. habe sie zw. 1984 und 1994 in der St. Timothy's Kirche, Mesa, sexuell belästigt.
Quelle: Shortnews - Stern

21.11.2005 Der Spiegel meldet, dass Eva Dubuisson aus Gent, Belgien, 50.000 Euro Entschädigung erhalten hat. Sie war als Kind von einem Priester vergewaltigt worden. Daraufhin kam das Mädchen in eine von Nonnen geleitete Besserungsanstalt. Der Täter wurde 40 Tage lang in Untersuchungshaft genommen und später versetzt. Er predigte, bis er mit 92 Jahren starb.
Quelle: Spiegel

1.11.2005 Ein katholischer US-Militärpfarrer einer Bamberger Einheit ist zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Pfarrer hatte drei Soldaten Alkohol aufgedrängt und sie zuerst in einer Gaststätte, später in seiner Wohnung zu Oralverkehr gezwungen. Die Opfer waren zwischen 18 und 20 Jahre alt. Ein weiterer Missbrauch ereignete sich 2004 mit drei untergebenen Marine-Infanteristen in Doha im Golfstaat Katar.
Quelle: Spiegel

27.10.2005 Die Kath. Kirche in Irland deckte - einer staatl. Untersuchung zufolge - über Jahrzehnte den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. 20 Jahre lang habe die Kirche die mit den Vorwürfen von Missbrauch und Vergewaltigung konfrontierten Priester nicht ausgeschlossen, nur versetzt. Sean Brady, Oberhaupt der r-k. Kirche in Irland, bat die Opfer um Verzeihung. Kinderschutzorganisationen zeigten sich nach der Vorlage des Berichts unzufrieden: "Es wird niemand namentlich benannt, niemand beschuldigt. Wahrschienlich wird dafür niemand vor Gericht stehen müssen", sagte ein Vertreter.
Quelle: ORF


12.10.2005 Die US-Kirchen veröffentlichen Akten zu Missbrauch. Aus den persönlichen Akten von 126 angeklagten Geistlichen geht hervor, dass die Geistlichen nach den Missbrauchstaten beraten wurden und dann mit neuen Aufgaben betraut wurden. In anderen Fällen habe die Diözese die Eltern der Opfer bedrängt, die Taten zu verweigen. In allen Akten würden Fälle von Kindesmissbrauch nur indirekt und mit Zurückhaltung behandelt. Es sei die Rede von "moralischer Untauglichkeit" oder dem "Übertreten von Grenzen". Über Jahre seien anonyme Beschwerden über Missbrauch ignoriert worden und die Fälle im Zweifel zugunsten der Priester behandelt worden.
Quelle: http://www.n24.de/boulevard/nus/index.php/n2005101213372700002


13.10.2005 Die Los Angeles Times gibt an, dass im Bistum L.A. 11% der Priester Kinder und Jugendliche sexueller Gewalt aussetzten.
Quelle: http://articles.latimes.com/2005/oct/13/local/me-priestdata13

30.9.2005 Ein vom Vatikan benanntes Komitee hat seine neunmonatige Visite aller Priesterseminare in den Vereinigten Staaten aufgenommen. Die Visite ist die Antwort auf eine Serie US-weiter Missbrauchsfälle durch katholische Priester, die vor drei Jahren das Land erschütterte. Untersucht werden sollen unter anderem Anzeichen für Homosexualität bei den insgesamt 4.500 Priesteramtskandidaten. Dazu werden die Visitatoren in Einzelgesprächen untersuchen, ob die Seminaristen die Morallehre der Kirche voll annehmen und ob sie andererseits spirituell und emotional gut auf den Zölibat vorbereitet werden. Zum Verantwortlichen für die Visite hat der Vatikan den 66jährigen Erzbischof Edwin F. O´Brien ernannt. Er gilt als unparteiisch, weil ihm als Militärbischof (früher im Vietnamkrieg) kein Priesterseminar untersteht. Was mit homosexuellen Priesteramtskandidaten geschehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Allerdings rechnen Beobachter für die kommenden Wochen mit der Veröffentlichung eines päpstlichen Dokumentes, das Homosexuellen den Zugang zum Priesteramt verwehren soll. Vom Vatikan selbst gibt es dafür keinerlei Bestätigung.

Quelle: Radio Vatikan

30.9.2005 Alle des sexuellen Missbrauchs überführten Priester und Kirchenmitarbeiter sollen für den Rest ihres Lebens von kirchlichen Ämtern ausgeschlossen werden. Das hat eine Arbeitsgruppe der Kanadischen Bischofskonferenz empfohlen. Bis März sollen die Bischöfe nun Kommentare zu dem Strategiepapier einsenden.
Quelle: Radio Vatikan


23.9.2005 Bischof Klaus Küng von St. Pölten gab bekannt, dass gegen den ehemaligen Regens Ulrich Küchl des Priesterseminars St. Pölten ein Amtsenthebungsverfahren als Pfarrer von Eisgarn und Eggern eingeleitet worden sei. Es sei nicht gelungen, den der Kirche entstandenen Schaden zu beseitigen. Küchl sei den Auflagen nur teilweise nachgekommen. Bischof Küng sagte weiter, dass Küchl nach Abschluss des Amtsenthebungsverfahrens weiter als Seelsorger, aber in einer anderen Pfarrei, wirken könne.,
Quelle: ORF


21.9.2005 In Frankreich ist ein katholischer Priester wegen der Vergewaltigung von Minderjährigen zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der 65-jährige Kanadier Denis V. wurde am Mittwoch von einem Strafgericht im nordfranzösischen Evreux für schuldig befunden, in der Gemeinde Lieurey von 1989 bis 1992 einen Jungen, der damals zwischen 14 und 17 Jahre alt war, sexuell missbraucht zu haben. Der Fall erregt in Frankreich großes Aufsehen und hat die katholische Kirche insgesamt in die Kritik gebracht. Denn Vadeboncoeur war bereits 1985 in der kanadischen Provinz Québec zu 20 Monaten Haft wegen sexuellen Übergriffen gegen Minderjährige verurteilt worden. Obwohl der Bischof von Evreux davon gewusst hatte, hatte er ihn 1988 mit der Leitung der Gemeinde in der Normandie betraut.


15.9.2005 Priesterseminar St. Pölten: Das Wiener Straflandesgericht hat am 15.9.2005 bestätigt, dass es im Priesterseminar St. Pölten homosexuelle Beziehungen gegeben hat. Die Klage der ehemaligen Leiter, Regens Ulrich Küchl und Sub-Regens Wolfgang Rothe, wurde abgewiesen.
Quelle: ORF


30.8.2005 Die Erzdiözese Salzburg hat nach der gerichtlichen Verurteilung eines Pfarrers aus dem Pinzgau wegen Besitz von kinderpornografischem Bildmaterial den zu drei Monaten bedingter Haft Verurteilten sofort und endgültig von seinem Amt als Pfarrer suspendiert. Man könne nach der - noch nicht rechtskräftigen - Verurteilung auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen, sagte Generalvikar Reißmeier. Kinderpornografie sei "kein Kavaliersdelikt", sondern ein äußerst verwerfliches Verbrechen, zu dessen Zweck Kinder missbraucht, unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten würden. Gegen den Geistlichen werde zudem ein kirchenrechtliches Verfahren mit dem Ziel der endgültigen Suspendierung vom Priesteramt angestrengt.
Quelle: Erzdiözese Salzburg - http://www.kirchen.net/portal/news.asp?id=1187 am 30.8.2005
http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=c&ressort=w&id=502935
s. auch Nachricht vom 14.6.2005


23.8.2005 Der argentinische Bischof von Santiago des Estero, Maccarone, ist wegen einer Beziehung zu einem jungen Mann (Radio Vatikan spricht von einem Jugendlichen, deswegen die Einordnung unter das Kapitel Missbrauch) von seinem Amt zurückgetreten. Der Papst nahm das Rücktrittsgesuch "aus gesundheitlichen Gründen" an. Der Ständige Rat der Argentinischen Bischofskonferenz formulierte, dass die Kirche Tag für Tag zur Bekehrung aufgerufen sei, "ohne die Wahrheit zu fürchten oder sie verbergen zu wollen."
Quelle: ORF


3.8.2005 Die Zeitung The Blade, Toledo in Ohio, berichtet, dass der katholische Polizeichef der Jahre 1956 bis 1970, Anthony Bosch, ein ungeschriebenes Gesetz herausgegeben habe, nach dem Geistliche nicht verhaftet werden könnten. Bei Missachtung drohte Entlassung, wie der ehemalige Polizist Gene Fodor berichtet. The Blade will mindestens fünf Fälle seit den 50er Jahren hrausgefunden haben, in denen die Polizei beim Vertuschen von Missbrauch durch Priester mitgeholfen habe. Der Priester Robert Lamatia bestätigte, dass er die Versetzung eines Kollegen, der einen Jungen missbraucht hatte, überwacht habe. Die Polizei habe in diesem Fall nie eingegriffen. Die Diözese lehnte eine offizielle Stellungnahme ab. Zur Begründung hieß es, "die Angelegenheit sei lange her und eine öffentliche Debatte wäre für die potenziellen Opfer sehr schmerzlich." (Kommentar: Für die Opfer ist der Missbrauch oft lebenslang schmerzlich und die Vertuschung und das andauernde Schweigen sind in der Regel, jedenfalls für Opfer schmerzlicher als eine Offenlegung und Klärung.)

Quelle: Süddeutsche Zeitung


3.8.2005 Die Leiterin eines Waisenhauses in Kroatien wurde nach einem Missbrauchsskandal aus gesundheitlichen Problemen entlassen. Die Polizei war auf ein Tagebuch des ehemaligen Kochs des Waisenhauses gestoßen, der dort detailliert seine sexuellen Erlebnisse mit Waisenkindern beschreibt. Der Koch wurde Ende Juni 2005 festgenommen, zusammen mit dem früheren Hausmeister des Heims. Dem Hausmeister wird sexueller Missbrauch eines geistig behinderten Jungen von 1995 - 1999 vorgeworfen.

s. auch Nachricht vom 28.6.2005
Quelle: Yahoo


21.7.2005 Wegen versuchten sexuellen Missbrauchs einer Neunjährigen wurde gegen einen Pfarrer in T./Mosbach Strafbefehl beantragt. Der betrunkene 64-jährige Geistliche habe sich dem Kind bei einer Feier unsittlich genähert, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Quelle: Bad. Neueste Nachrichten

13.7.2005 Die Anzeige eines Priesterseminaristen gegen Ulrich Küchl, den ehemaligen Regens des St. Pöltener Priesterseminars, wurde zurückgelegt. Der Vorwurf des Seminaristen: Küchl und Wolfgang Rothe hätten ihn genötigt, eidesstattliche Erklärungen zu unterschreiben, in denen er die Vorwürfe homosexueller Kontakte zwischen den beiden widerrufe. Auch die Vorerhebungen gegen Küchl und Rothe wurden eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Quelle: http://www.kath.net./detail.php?id=10989

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6.7.2005 Am 20. Juni stellte Frau Regina Soares Jurkewicz, Professorin am Theologischen Institut der Diözese Santo André, Brasilien, ihre Forschungsergebnisse über den Sexualmissbrauch an Frauen und Kindern in der katholischen Kirche in der Presse vor. Die untersuchten Fälle zeigten, dass die katholischen Amtsträger aus Angst vor einem Skandal und um den Ruf der Institution zu schützen, die Fälle vertuschten und sich damit begnügten, die beschuldigten Priester in andere Pfarreien zu versetzen. - Am 21. Juni erhielt Frau R. Soares Jurkewicz ihr Entlassungsschreiben als Professorin des Theologischen Instituts.
Für Spanisch Sprechende:
http://www.catolicasonline.org.br/conteudo/conteudo.asp?QS_intTpCont=9&QS_intConteudo=1533

6.7.2005 Die Diözese Covington, Kentucky, zahlt 120 Millionen Dollar an hunderte Opfer eines Missbrauchsskandals als Entschädigung. Die Opfer, die über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg von Priestern und anderen Klerikern sexuell misshandelt worden waren, beschuldigten Die Diözese in ihrer Sammelklage, den Missbrauch vertuscht zu haben. Ein Fonds für die psychologische Betreuung von Opfern soll eingerichtet werden.
Quelle: Yahoo

1.7.2005 Die Erzdiözese Miami, Florida, zahlt einer jungen Frau wegen sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester Schmerzensgeld in unbekannter Höhe. Die Frau war zwischen 1993 und 1997 im Alter von 13 bis 17 Jahren wiederholt durch den inzw. seines Amtes enthobenen Priester Jan M. sexuell missbraucht worden.
Quelle: Yahoo

30.6.2005 Rund 42 000 000 US-Dollar zahlen die Diözesen Sacramento und Santa Rosa an Missbrauchsopfer. Als Täter verdächtigt werden in Sacramento 10 Priester; zwei von ihnen sind gestorben, drei auf der Flucht nach Mexiko und vier aus der kath. Kirche ausgetreten. Das Übliche halt.
Quelle: Radio Vatikan

30.6.2005 In Manchester hat ein 35-jähriger Mann ca 900.000 Euro von der Erzdiözese Birmingham erstritten. Der Kläger wurde zwischen dem 7. und 18. Lebensjahr von einem Priester missbraucht. Er leidet heute an Schizophrenie und posttraumatischem Stress, so dass seit 5 Jahren eine Unterbringung in einer Nervenklinik nötig war. Ein früherer Messdiener hat letztes Jahr bereits eine Entschädigungssumme von 330.000 Pfund erhalten. Insgesamt acht Männer, die zur Tatzeit zwischen 8 und 17 Jahre alt waren, haben vor Gericht Missbrauchsvorwürfe gegen den Priester erhoben. Der Täter ist inzwischen gestorben. Er wurde nie zur Rechenschaft gezogen.

Quelle: Yahoo


30.6.2005 Im Vatikan läuft derzeit eine Untersuchung gegen Padre Marcial Maciel Degallado. Er ist Gründer der mächtigen katholischen Organisation Legionäre Christi. Ende 2004 gab der Präfekt der Glaubenskongregation, Ratzinger, Anweisung, gegen Pfarrer Maciel zu ermitteln. Sieben ehemalige Seminaristen beschuldigen ihn, sich in den 50er und 60er Jahren sexuell an ihnen vergangen zu haben und sie anschließend in der Beichte von allen Vergehen freigesprochen zu haben. D.i. ein Missbrauch, der nach kanonischem Recht nicht verjährt. Weitere 20 ehemalige Seminaristen sind heute bereit, gegen Maciel auszusagen. Die Ankläger sind ehemals hochrangige Legionäre, heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure. Die Klage wurde bereits 1999 im Vatikan eingereicht. Bereits 1978 und 1989 hatte der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben. Eine Antwort erhielt er nicht. Der damalige Papst vertraute wohl auf eine Untersuchung von 1956, in der Maciel verschiedener Vergehen verdächtigt, jedoch freigesprochen wurde.

29.6.2005 St. Pölten: Der frühere Regens des Priesterseminars St. Pölten, in dem Kinderpornografie gefunden worden war und Hinweise auf Ausbeutung von Abhängigkeitsverhältnissen, habe die Sabbatzeit "leider nicht genützt, um zur Klärung der im Raum stehenden Vorwürfe gegen seine Person, über die wirtschaftlichen Probleme der Kollegiatsstiftung und betreffend die Amtsführung des diözesanen Priesterseminars St. Pölten von 2001 bis 2004 beizutragen", ließ die Diözese verlauten. Die Diözese habe sich ehrlich bemüht, Küchl eine Rückkehr als Seelsorger in die früheren Gemeinden zu ermöglichen. Man werde weiter das Gespräch mit Küchl über künftige seelsorgliche Einsatzmöglichkeiten suchen. [!]
Quelle: ORF

28.6.2005 Seit Jahresanfang veröffentlichen kroatische Zeitungen Berichte über Fälle von Kindesmisshandlung im Caritas-Waisenhaus in Brezovica bei Zagreb. Im Mai wurde ein Hauswart wegen Vergewaltigung eines geistig behinderten 10-jährigen Jungen festgenommen. Mitte Juni nahm die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen auf. Der zuständige Generalstaatsanwalt entließ seither drei Staatsanwältinnen, darunter seine Stellvertreterin, weil sie von den Vorkommnissen wussten, sie aber vertuscht hatten.
Die Caritas-Chefin von Zagreb, Jelena Brajsa (70), wies alle Vorwürfe zurück und dementierte stets, dass sie etwas gewusst habe. Allerdings hat sie persönlich einen Koch des Waisenhauses entlassen, nachdem er sich an Kindern vergangen hatte. Bisher nahm die Kirche keine Stellung zu den Vorwürfen - ausgenommen die Predigt des Erzbischofs von Zagreb, Bozanic, vom Wochenende, in der er die Verbrechen, falls begangen, verurteilte.

Die Medien spekulieren, dass die Caritas-Chefin dunkle Geheimnisse der Kirche kenne. Außerdem habe sie die Caritas in schwieriger Tito-Zeit geleitet. Das könne das Schweigen der Kirche erklären.

27.6.2005 Ein 58-jähriger hat sich während einer Messfeier von Kardinal Roger Mahony an der Kathedrale von Los Angeles angekettet. Der Mann, der angibt, Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester gewesen zu sein, wurde nach der Messe von der Polizei festgenommen. Vor der Kathedrale demonstrierten während der Messe Missbrauchsopfer gegen den kirchlichen Umgang mit den Skandalen.
Quelle: Radio Vatikan

18.6.2005 Das Internetnachrichtenportal N24 meldet, dass im St. Pöltener Priesterseminar erneut Theologiestudenten Kinderporno-Seiten aufgerufen haben. Bischof Klaus Küng bestätigte den Bericht des Wiener Nachrichtenmagazins "Profil". (Zur Verdeutlichung: Kinderpornografie ist das Wort dafür, dass Kinder gefoltert werden.)
Quelle: http://www.n24.de/boulevard/nus/index.php/n2005061814541700002

Nachtrag: Bischof Küng zeigte sich überrascht über den Profil-Bericht. 

Es habe sich um einen einmaligen Zugriff auf pornografische Web-Seiten im Jänner in der philosophisch-theologischen Hochschule gehandelt, wo auch Besucher hinkommen. Eine Konsequenz sei die verpflichtende Eintragung von Usern und die Benützung eines Passwortes verfügt worden.
Quelle: ORF


St. Pölten hat nun auch eine Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs. Ihr Titel: Ombudsstelle zum Schutz vor Gewalt, sexuellen Übergriffen und übler Nachrede. Der Leiter der Ombudsstelle, Dechant Zarl, meint, es liege ihm viel an der Glaubwürdigkeit der Kirche und die Opfer sollen sehen, dass ihre Stimme gehört wird.

Quelle: ORF


14.6.2005  Internetpornografie: In Österreich wurden 96 Personen vorübergehend verhaftet. Bei ihnen wurde kinderpornografisches Material gefunden. Bei 50% der inzw. wieder Freigelassenen wisse die Polizei aufgrund der Tatsache, dass strafbare Abbildungen gefunden wurden bzw. die Beschuldigten ein Geständnis ablegten. Unter den Beschuldigten befinden sich auch 2 Lehrer, 1 Priester und Personen, die öfter Kinder beaufsichtigten. Bei dem gefundenen Material handelt es sich um 19 Giga-byte Datenmaterial, umgerechnet 8 000 000 Seiten Din A 4. Die Aufnahmen wurden überwiegend in Russland gemacht mit 9-12-jährigen Jungen und Mädchen. 
Quelle: Die Presse.com


4.6.2005 Die Diözese Covington, Kentucky, zahlt 120 Millionen Dollar zur Entschädigung hunderter Missbrauchsopfer aus den letzten 50 Jahren. Die Opfer haben eine Sammelklage eingereicht und die Diözese beschuldigt, den Missbrauch vertuscht zu haben. Ihm sei nach Gesprächen mit mehr als 70 Betroffenen bewusst, dass Geld nicht für das Leid entschädigen könne, das die Opfer als Kinder durchgemacht hätten, erklärte Bischof Roger Foys am Freitag. Er hoffe aber, dass die Einigung ihnen und ihren Angehörigen ein gewisses Maß an Frieden und Heilung bringe. Die Opfer sollen vor Abzug der Anwaltskosten je nach Schwere der Misshandlung zwischen 5.000 und 450.000 Dollar erhalten, außerdem soll ein Fonds für die psychologische Betreuung von Opfern eingerichtet werden. Der Einigung muss noch ein Richter zustimmen.
Quelle: Yahoo
s. auch: ORF 6.6.2005

24.5.2005 In Italien wurde ein Kinderpornoring mit fast 200 Verdächtigen, darunter auch drei Pfarrer, ein Bürgermeister, ein Polizist und ein Sozialarbeiter, ausgehoben. Die Gruppe lud Bilder/Filme von vier- bis achtjährigen Kindern von einer passwortgeschützten Website herunter, die nicht mit einem Index versehen war und nur über die HP aus einem 'östlichen Land' erreichbar war. Die Pornofilme wurden auf den Computern der drei Pfarrer gespeichert.
Quelle: Yahoo

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10.5.2005 Das Bistum St. George's in der kanadischen Provinz Neufundland will alle Kirchen (150) für ca 10,5 Millionen US-Dollar verkaufen, um die 39 Opfer sexuellen Missbrauchs zu entschädigen. Der Priester Kevin Bennett war in den 90er Jahren wegen hunderter sexueller Übergriffe zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Quelle: Yahoo

29.4.2005 In Costa Rica wurde ein kath. Priester zu 30 Jahren Haft und umgerechnet 13.000 € Geldstrafe verurteilt. Der Richter Luis Afuilar erklärte die Aussage der Opfer für "völlig glaubwürdig". Der Priester beteuerte seine Unschule.
Quelle: Yahoo

23.4.2005  Yahoo meldet, dass die Diözese von Santa Rosa, Kalifornien, an eine Frau, die vor mehr als 20 Jahren von einem Priester sexuell missbraucht wurde, 3,3 Millionen Dollar Entschädigung zahlt. Dem Anwalt zufolge ist dies die bisher höchste Schadenerssatzzahlung an ein weibliches Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester.


14.4.2005 Die kalifornische Diözese Oakland muss zwei Brüdern, die vor 25 Jahren von einem Priester missbraucht worden waren, 1,55 Mio Euro Entschädigung (knapp 2 Mio Dollar) zahlen. Das Gericht hatte befunden, dass die Kirche stillschweigend die Verbrechen toleriert hatte.
Im März 2005 hat eine Jury in San Francisco einem Missbrauchsopfer eines Klerikers mehr als 400.000 Dollar zugesprochen. Auch dort kamen die Geschworenen zu dem Schluss, dass die Kirche über den Missbrauch Bescheid wusste und nichts dagegen unternahm.
Derzeit sind in nordkalifornischen Diözesen über 150 weitere Klagen anhängig.
Quelle: ORF

14.4.2005 In Augsburg ist ein als Kirchenmitarbeiter beschäftiger 35-Jähriger des schweren sexuellen Missbrauchs an seiner siebenjährigen Tocher und einem zehnjährigen Nachbarsmädchen angeklagt. Er hat pornografische Fotos gemacht, die er über das Internet verbreiten wollte. Er ist in vollem Umfang geständig. Auf seinem Computer wurden mindestens 5000 kinderpornografische Dateien gefunden, die er dritten Personen zur Verfügung stellte.
Quelle: Yahoo

12.4.2005 Die Staatsanwaltschaft Mosbach in Baden-Württemberg ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Main-Tauber-Kreis wegen sexuellen Missbrauchs in betrunkenem Zustand. Opfer sei ein neunjähriges Mädchen. Ob die Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, ist noch unklar. Es gebe aber konkrete Zeugenhinweise. Ein Vertreter der Erzdiözese Freiburg teilte mit, der Pfarrer habe um sofortige Beurlaubung gebeten, die ihm gewährt wurde.
Quelle: Spiegel

4.4.2005 Das Verfahren gegen Kaplan August Paterno wegen sexuellen Missbrauchs wurde von der Staatsanwaltschaft Feldkirch eingestellt. Die Vorfälle seien als verjährt einzustufen. Ob die Anschuldigungen (von 14 Anklägern) zutreffen, wird von der Staatsanwaltschaft nicht mehr geprüft. In der Kirche verjähren Anschuldigungen 10 Jahre nach dem Erwachsenwerden der Opfer - eine weitere Untersuchung ist also auch von der Kirche nicht zu erwarten. Der Vorarlberger Fernsehpfarrer hatte im September 2004 um seine Pensionierung gebeten. Bischof K. Küng hat dem Ansinnen stattgegeben. Paterno hatte bei den kircheninternen Voruntersuchungen den Vorwurf des Missbrauchs zurückgewiesen, gleichzeitig aber angegeben, sich mit den Anklägern zusammensetzen zu wollen, um gut zu machen, was gut zu machen sei.
Quelle: der standard
Kommentar: Da ist nichts mehr zu kommentieren. Wer wissen will, auf wessen Seite Gott in dieser Geschichte steht, die lese am besten R. Bucher: Gottes Niederlage in seiner Kirche


30.3.2005 Ein Gericht in Santiago de Chile hat einen Priester wegen Pädokriminalität zu 540 Tagen Hausarrest verurteilt. Der Mann soll sich an einem Neunjährigen vergangen haben. Gleichzeitig entlastet das Gericht den zuständigen Bischof vom Vorwurf, er habe von dem Missbrauch gewusst. Quelle: Radio Vatikan


17.3.2005 In Los Angeles ist ein katholischer Pfarrer wegen Kindesmissbrauchs von drei Jungen über drei Jahre hinweg schuldig gesprochen worden. Der südamerikan. Pfarrer war von Rom nach Los Angeles geschickt worden. Er wurde im September 2004 festgenommen. Das Strafmaß wird am 22.4.2005 verkündet. Dem Missbrauchstäter drohen mehr als 8 Jahre Haft.
Quelle: Yahoo

16.3.2005 der US-amerikanische Priester John Nesbella erhebt den Vorwurf sexuellen Missbrauchs gegen einen Franszikaner des Dritten Ordens. Der beschuldigte Priester starb am 19.3.2003; die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit, in der das mutmaßliche Opfer 16 Jahre alt war. Der Bischof, der in dem Vorwurf ebenfalls benannt wird, Mons. Joseph Adamec, teilte mit, dass der Tod des Beschuldigten eine Überprüfung der Anschuldigung unmöglich mache. Der Bischof erklärte auch, daß er es bedauere, daß der Vikar seine Vorwürfe nicht früher erhoben habe.
In einer Stellungnahme äußerte sich Mons. Joseph Adamec, der verklagte gegenwärtige Diözesanbischof von Altoona-Johnstown zur Klage seines Priesters. Es sei in gewisser Weise problematisch, sich einen Priester als Kläger gegen die eigene Diözese und gegen den eigen Bischof vorzustellen.
Kommentar: Die psychologische Dynamik nach Traumatisierung durch Gewalt bringt es häufig mit sich, dass Opfer von Gewalt erst Jahre und nicht selten Jahrzehnte später erst sprechen können. Warum der Bischof es für problematisch hält, sich einen Priester als Kläger gegen die eigene Diözese und gegen den eigenen Bischof vorzustellen, wird in dem Artikel von kreuz.net  nicht erklärt.

21.2.2005 Die Krise ist nicht vorbei - nur die Zeit der Leugnung des Problems, sagte die Leiterin des Kinderschutz-Büros der Bischofskonferenz, Kathleen McChesney, nachdem die US-Bischofskonferenz über weitere 1092 Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen 756 Priester und Dekane im Jahr 2004 berichtete. Die Vorwürfe bezogen sich auf 1965 - 1974. Drei Viertel der Beschuldigten seien gestorben, aus dem Amt entlassen oder in nicht-öffentliche Ämter versetzt worden. Die Bischofskonferenz stuft 900 Vorwürfe als glaubwürdig ein. Die Zahl der mutmaßlichen Opfer beläuft sich auf 1083.
Danach wurden von 1950 bis 2002 rund 4400 Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Vorwürfe kamen von etwa 11 000 Einzelpersonen. Die Ausgaben für Gerichtskosten sowie Therapien für Opfer und Geistliche lagen dem Report zufolge in diesem Zeitraum bei 500 Millionen Dollar.
Quelle: religion.orf.at


18.2.2005 Mehr als 1000 neue Sex-Vorwürfe gegen katholische Geistliche in USA
Die dpa meldet, dass es in der katholischen Kirche der USA im vergangenen Jahr 1092 neue Vorwürfe gegen 756 Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs von 1083 Minderjährigen gegeben habe. Die Nachricht bezieht sich auf eine Mitteilung der katholischen Bischofskonferenz in Washington. Die meisten Beschuldigungen betreffen angebliche Vorfälle in den Jahren 1965 bis 1974. Vor einem Jahr hatte die katholische Kirche erstmals Statistiken über den Kindesmissbrauch in den USA vorgelegt. Dabei wurden rund 4400 Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Quelle: Yahoo
Anmerkung: In einer Zeit, eines flächendeckendes Niedergangs des Ansehens der kath. Kirche in Deutschland ist damit zu rechnen, dass das Problem des Missbrauchs eher zu- als abnehmen wird.

8.2.2005 In Massachusetts wurde ein ehemaliger Priester verurteilt, der vor 20 Jahren in Boston einen Jungen vergewaltigte und missbrauchte. Er soll in seiner Arbeit als "Straßenpriester", der sich um Kinder kümmerte, dutzende Kinder missbraucht haben. Zur Anklage kamen 2002 nur 4 vier Fälle. Zwei Ankläger zogen die Anklagen zurück, ein dritter verschwand. Der nun verurteilte Fall betrifft einen heute 27-Jährigen, der sich erst im Zuge der Öffentlichwerdung von Missbrauchsfällen in den USA an seine eigene Geschichte erinnerte. Shanley ist einer der wenigen Täter, die bisher verurteilt wurden. Die meisten Verdächtigen konnten sich einer Anklage entziehen, da die Taten nach 15 Jahren verjährt sind.
Quelle: Radio ORF, Yahoo Nachrichten
religion.orf.at
15.2.2005 Der Ex-Priester wurde zu 12-15 Jahren Gefängnis verurteilt. Er soll nicht in ein staatliches Gefängnis, sondern in eine private Institution, damit er nicht - wie Geoghan - von Mithäftlingen ermordet wird.
16.2.2005 mehr

6.2.2005 Der ehemalige Subregens des Priesterseminars von St. Pölten, veröffentlicht eine Gegendarstellung zu den Vorkommnissen Ende 2004. Nachzulesen unter http://www.kath.net./detail.php?id=9639. Der Doktorvater des Subregens ist Georg Gänswein.


1.2.2005 Papst will sexuelle Eignung von Seminaristen prüfen.Das empfiehlt der Papst in einem Schreiben an seine Bildungs-Kongregation. “Angesichts der sozialen und kulturellen Entwicklungen derzeit”, so Johannes Paul II., “kann es nützlich sein, wenn kompetente Spezialisten den Seminaristen helfen, die Anforderungen des Priesteramts besser zu verstehen. Sie sollen im Zölibat ein Geschenk der Liebe zum Herrn und zu den Brüdern erkennen. Schon bei der Aufnahme ins Seminar sollte ihre Eignung, zölibatär zu leben, aufmerksam geprüft werden.” Noch vor der Weihe, so der Papst weiter, sollten die Verantwortlichen also “moralische Gewissheit” haben über die “affektive und sexuelle Reife” der Seminaristen.
Quelle: Radio Vatikan

22.1.2005 Ein reformierter Pfarrer aus Versoix GE ist wegen Verdachts auf Misshandlung suspendiert worden. Er soll seine ausländische Haushälterin mit sadistischen Handlungen missbraucht haben. Die Ermittlungen laufen seit Dezember, der Pastor wurde am 20.1. des Amtes enthoben.
Quelle: tagesanzeiger

20.1.2005 Radio Vatikan: Eine schwierige Aufgabe hat der neue Generaldirektor der Legionäre Christi, Alvaro Corcuera, Mexiko zu bewältigen. Die Organisation ist untereinander zerstritten. Viele Priester haben sie in letzter Zeit verlassen und ihr Gründer, Marcial Maciel, muss sich erneut wegen Pädokriminalitäts-Vorwürfen vor Gericht verteidigen.

s. auch die Äußerungen von Marcial Maciel zur Rolle der Frau: Jugend- und Familientreffen von Regnum Christi. Der Gründer P. Maciel verteidigt Frauen, Familie und Glauben


11.1.2005 Ein Priester aus Bad Münder, Bistum Hildesheim, hat gestanden, vor mehr als 20 Jahren einen damals 17-jährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben. Die Diözese war vom Therapeuten des Opfers informiert worden. Den Tatort veröffentlichte das Bistum nicht. Die Tat ist verjährt. Der Geständige wurde von seinen Aufgaben entbunden. Der Missbrauchsbeauftragte sagte: "Sexueller Missbrauch von Kindern gleicht einem Seelenmord." Weitere Konsequenzen für den Täter werden noch entschieden.
Quelle: taz + Die Welt

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4.1.2005 USA: Rekordsumme von 100 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer: Die katholische Diözese Orange im US-Staat Kalifornien hat sich zur Zahlung von 100 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) an Missbrauchsopfer bereit erklärt. Damit werden 9ß Klagen gegen 31 Priester, einen Mönch, zwei Nonnen und 10 weitere Mirchenitarbeiter beigelegt. Die ältesten Vorwürfe datieren von 1936, die jüngsten von 1996.

2.1.2005 Monsignore Dale Fushek, der Gründer der USA-weiten charistmatischen Jugendbewegung "Life Teen", wurde von seinem Diözesanbischof wegen Verdacht auf Unzucht mit Jugendlichen beurlaubt. Das berichtet die Tagesszeitung "The Arizona Republic". Es handelt sich um den zweiten Vorwurf. Im ersten Fall einigte man sich 1995 auf einen außergerichtlichen Vergleich über 45.000 $. Der damals 14 jährige Ankläger behauptet, im Pfarrhaus von Fushek von einem anderen Priester vergewaltigt worden zu sein. Fushek habe zugeschaut und bei sich sexuelle Handlungen ausgeführt, ohne einzuschreiten oder ihn zu beschützen. Der heute 35 jährige Ankläger im 2. Fall sagt, er habe erst kürzlich vergessene Erinnerungen über die Geschehnisse im Jahre 1985 wieder zutage gefördert.