Missbrauch
                    und Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Se
xuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2007


21.12.2007 Irlands Entschädigungsfonds RIRB teilte mit, dass die Opfer von Missbrauch in staatlich finanzierten Kindereinrichtungen in den letzten 5 Jahren die dortigen Opfer seelischen, körperlichen und sexuellen Missbrauchs mit insgesamt 750 Millionen Euro entschädigt hat. Die Ermittlungen in dem bis ion die 30er Jahre zurückreichenden Missbrauchsskandals dauern an. Nach Aussagen der Opfer kam es in früheren Jahrzehnten in Kindereinrichtungen zu häufigen Übergriffen durch Geistliche und andere Kirchenangestellte.
Quelle: koeln.de

4.12.2007 Wegen Missbrauchs zweier Minderjährigen hat ein US-Gericht einen ehemaligen Priester zu zehn Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der 59-Jährige hat die Taten Mitte der 90er Jahre begangen. Das Priesteramt hatte er 2000 verlassen. Die Erzdiözese Los Angeles zahlte 1,3 Mio Dollar Schadenersatz wegen anderer Missbrauchsfälle. Der Umgang des Erzbischofs Kardinal Roger Mahony, führte zu heftiger Kritik. Er unternahm nichts, als der Priester ihm bereits 1986 erzählte, dass er Jungen missbraucht habe. Stattdessen wurde der Geistliche jahrelang von Pfarrei zu Pfarrei versetzt.
Quelle: der standard

19.11.2007 In Alaska will eine Ordensprovinz der Jesuiten 110 Opfern sexuellen Missbrauchs von Priestern 34 Mio Euro zahlen, sagte der Betroffenen-Anwalt Ken Roosa. Die Fälle passierten zwischen 1961 und 1987 und betreffen 15 Jesuiten. Anklage war gegen keinen der Priester erhoben worden. Roosa lobte die außergerichtliche Einigung. Sie sei für Opfer ein großer Tag, denn lange habe niemand ihnen geglaubt. Die Häufung der Missbrauchsfalle sei entstanden, weil der Jesuitenorden zuvor auffällig gewordene Mitglieder nach Alaska versetzt habe. Die meisten Opfer sind Inuit, die in isolierten Gegenden leben. Einer Meldung der Los Angeles Times zufolge soll einer der Beschuldigten von 1968 bis 1975 in zwei Dörfern so ziemlich alle Jungen missbraucht haben. Zahlreiche Opfer seien dem Alkohol verfallen, hätten psychologische Traumate und zum Teil Selbstmordversuche unternommen.
Quelle: Yahoo- Nachricht und Tagesschau des SF
Und so liest sich die Nachricht in einem Internetportal mit dem Untertitel "kath. Nachrichten": "Angebliche Mißbrauchsopfer im Glück... Der Jesuitenorden zahlt 110 mutmaßlichen Opfern klerikaler Homo-Schändung die Riesensumme von umgerechnet 34 Millionen Euro. Das erklärte der Anwalt der angeblichen Opfer .... Es handelt sich um eine außergerichtliche Einigung, die nicht voraussetzt, daß der Orden Schuld eingesteht. Auch wurde keiner der angeblichen 13 oder 14 Täter jemals angeklagt."
Ohne Kommentar. Rika

18.11.2007 Ein Missbrauchsopfer eines pädokriminellen Pfarrers erzählt. Man muss nicht alle seine kirchenpolitischen Positionen teilen, um zu sehen, dass da einer ehrlich erzählt.
Quelle: Vatikan-Magazin

9.11.2007 In den USA wurden einem jungen Mann, der als Kind von einem pädokriminellen Priester missbraucht worden war, drei Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Die Kirche schloss mit dem heute 22 Jahre alten Opfer einen Vergleich. „Diese Vereinbarung unterstreicht die Bemühungen der Diözese, dem Opfer bei seiner Genesung zu helfen und ihm ein produktives und erfülltes Leben zu ermöglichen“, hieß es in einer Erklärung der Diözese von Scranton, Pennsylvania.
Quelle: focus.de

21.10.2007 Erzbischof Brady, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in Irland, hat sich für den sexuellen Missbrauch tausender Kinder durch irische Priester entschuldigt. Während einer Messe für Missbrauchsopfer sagte er, er könne sich "niemals genug bei denjenigen entschuldigen, die gelitten haben, während sie in der Obhut der Kirche waren". Es fiele ihm weiter schwer, die "erschreckenden Sünden" zu verstehen, die in den vergangenen 70 Jahren begangen worden seien. Die Kirche zu einem sicheren Ort für Kinder zu machen, sei für ihn wichtig, sagte Brady. Die Schadensersatzforderungen gegen die katholische Kirche sollen nach Regierungsschätzungen mittlerweile bei 1,16 Milliarden Euros liegen.
Quelle: Radio Vatikan und köln.de

1.10.2007 Vor fünf Jahren verfasste die Bischofskonferenz Leitlinien für den Umgang mit pädophilen Geistlichen - geholfen haben sie nicht, wie der jüngste Fall im Bistum Regensburg zeigt. In Fulda ließ Bischof Müller Fragen offen. Daniel Deckers und der Fall Müller in Regensburg/Riekofen
Quelle: faz

14.9.2007 Oh nein, nicht schon wieder, möchte ich gerne sagen. "Regensburg" reicht und ist erneut zu viel. Aus Italien kommen jedoch erneut makabre Mitteilungen. Ein bekannter Pater, Piero Gelmini (82), der sich um Zehntausende von Drogenabhängigen kümmerte, wird beschuldigt, 60 und mehr Menschen missbraucht zu haben. Unter ihnen sind auch Menschen, die in seinen inw. 164 Entzugsanstalten in Italien bzw. 74 ausländischen Anstalten leb(t)en. Gelmini ist Gründer der "Comunita incontro", die sich u.a. um HIV-Positive und Aids-Kranke Jugendliche kümmert. Er betonte seine vollkommene Unschuld.
Quelle: Der standard.at und

12.9.2007 In Wolfsburg darf ein Arzt, der wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, sexueller Nötigung von Patientinnen, Beleidigung und Körperverletzung seit Ende letzten Jahres in Haft saß, wieder in Wolfsburg praktizieren. Die Bezirksstelle Braunschweig der Ärztekammer war nicht zu einer Stellungnahme gegenüber der Presse bereit. Kollegen des verurteilten Arztes sind entsetzt und protestieren. Kommentar: Da fragt man sich, wo die Kollegen von priesterlichen Missbrauchstätern protestieren.
Quelle: newsclick.de

8.9.2007 Die Diözese von San Diego in Kalifornien zahlt 198,1 Millionen Dollar (144,64 Mio €) an Männer und Frauen, die von Priestern missbraucht worden sein sollen. Die Einigung kam nach zweitägigen Gesprächen vor Gericht zustande. Damit wurden nach über vierjährigem Rechtsstreit die Klagen von 144 Frauen und Männern beigelegt, die in der Presse als "mutmaßliche Opfer" bezeichnet werden.
Quelle: Spiegel

3.9.2007 Pfarrer Georg Schmucki, Dekanat St. Gallen, fordert, dass Seelsorgende mit Pädokriminalität konfrontiert werden müssen. Er mahnt eine offene Gesprächskultur an, um die Gefahr von Übergriffen in der Seelsorge zu minimieren. "Bistümer, die sich bei diesem Thema in Schweigen hüllen, handeln fahrlässig", sagte Schmucki.
Quelle:  kath.ch

28.8.2007 German Robledo war bis 2004 Vorsitzender des Kirchengerichtes im Erzbistum Cali, Kolumbien. Im Februar 2006 legte er alle kirchlichen Ämter nieder, um freier über Missstände berichten zu können. Er beschuldigt den Klerus des Erzbistums Cali des massiven moralischen Versagens. Die US-amerikanische katholische Nachrichtenagentur CNS listet die Beschuldigungen auf: zahlreiche Priester unterhielten dauerhafte sexuelle oder homosexuelle Beziehungen und zweigten Spendengelder für die Versorgung der eigenen Kinder ab. Weiterhin seien Gelder dafür verwandt worden, Vermittler von Kindern zu bezahlen, die anschließend von den Geistlichen missbraucht wurden. Robledo seien Dutzende von Kindern bekannt, die Erpressungsgelder verlangt hätten, weil sie sexuelle Kontakte zu Priestern gehabt hätten. Schließlich seien Geistliche, die in den USA des sexuellen Missbrauchs von Jungen und Mädchen angeklagt gewesen seien, in der Erzdiözese Cali eingesetzt worden. Robledo beschuldigt den zuständigen Erzbischof Juan Sarasti Jaramillo, schon lange über die Vorwürfe informiert zu sein, aber nicht zu handeln. An die Öffentlichkeit sei Robledo gegangen, weil auch nach mehrmaliger Information des Erzbischofs nichts geschehen sei.
Quelle: kipa

24.8.2007 Der Dominikanerorden in den USA zahlt 884.043,00 € (1,2 Mio Dollar) an einen ehemaligen Ministranten, der einem Priester sexuellen Missbrauch vorgeworfen hat. Das Opfer war 14 und 15 Jahre alt zur Tatzeit. Das Bistum Washington informierte die Justizbehörden. Der Vergleich kam vor der Klageerhebung zustande und ist mit keinem Schuldeingeständnis verbunden - so Susan Gibbs, die Sprecherin des Erzbistums.
Quelle: der standard.at

17.8.2007 In der gestrigen Panorama-Sendung der ARD erhob ein ehemaliger Ministrant gegen den Würzburger Bischof den Vorwurf, die sexuellen Übergriffe durch einen Priester verschleiert zu haben. Der Bischof habe dem Opfer geraten, keine Anzeige zu erstatten, damit nichts an die Öffentlichkeit gelange. Laut br-online weist der Bischof die Vorwürfe zurück.
In einer (1.) Pressemeldung vom 16.8., von KNA verbreitet und auf der HP des Bistums eingestellt, wird der ARD-Bericht als falsch zurückgewiesen. Der Würzburger Leitende Oberstaatsanwalt Clemens Lückemann bezeichnete die Behauptung der sexuellen Nötigung auf Anfrage als "definitiv falsch". In der Pressemeldung wird auf Zeitungsberichte verwiesen, die nach dem Selbstmord des Angeschuldigten schrieben, der damals 22-jährige Mann habe mit dem Priester ein sexuelles Verhältnis gehabt und dieses beenden wollen. Er sei aber erst zur Polizei gegangen, als der Geistliche gedroht habe, sich umzubringen. Das Bistum Würzburg hatte nach dem Suizid des Priesters bereits erklärt, dass die Vorgänge innerkirchlich untersucht worden seien. Noch vor der Selbsttötung sei die Ablösung des Pfarrers beschlossen und vorbereitet worden. Der junge Mann habe eine ihm vom Bistum angebotene Therapie abgelehnt, so Hillenbrand.
Kommentar: Die Berichterstattung ist eher verwirrend als klärend. Warum die Pressemeldung von einem sexuellen Verhältnis (und dann ja wohl einvernehmlich) zwischen dem Angeschuldigten und dem Ankläger berichten und br-online zugleich schreiben kann, Generalvikar Hillenbrand habe Panorama gegenüber gesagt, dass sich in dem kirchenrechtlichen Verfahren der Untersuchungskommission "der Verdacht" gegen den Geistlichen erhärtet habe, ist unverständlich. Ja - was stimmt denn nun? Und um welchen Verdacht geht es eigentlich? Und warum - um Himmels willen - beteiligt sich ein Bistum an der unterschwelligen Opferbeschuldigung durch Veröffentlichung des o.a. Beitrages?
 
Nachtrag: Inzwischen gibt es eine Pressemeldung des Bistums Würzburg, datiert ebenfalls auf den 16.8.  Die 1. Pressemeldung der KNA ist auf der Internetoberfläche des Bistums Würzburg nicht mehr aufzufinden. In dem nun vorliegenden Statement des Generalvikars wird auf einen Hinweis auf Zeitungsberichte verzichtet, die das Opfer zum Täter machen.
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Deutlicher ist da der Bericht des Schweizer Fernsehens vom 18.7.2007: Pädokriminalität: Wie ein Priesterschüler zum Opfer wurde. Im katholisch geprägten Italien werden jedes Jahr durchschnittlich zehn Priester wegen sexueller Übergriffe auf Kinder verurteilt. In Palermo führt ein Opfer, Marco Marchese, heute eine Hilfsorganisation für andere Opfer von Pädokriminellen.
Quelle: http://www.sf.tv/sf1/10vor10/index.php. Im Archiv den 18.Juli 2007 aufsuchen. Der Film ist online.
Er beschreibt die häufigen Reaktionen: Die Kirche ist nicht zu einer Stellungnahme bereit; angesprochene Pfarrer verweigern das Gespräch; nur einer, ein Militärpfarrer, meint, diese Fälle werden aufgeblasen, er kenne jedenfalls keine pädokriminellen Kollegen. Der inzw. verurteilte Täter fragte nach dem Prozess sein Opfer, ob die Anzeige denn nötig gewesen sei. Ebenfalls nach dem Prozess erhielt Marco Marchese eine Rechnung des Bischofs von Agricento über Euro 200.000, weil er das Ansehen der Kurie beschmutzt habe. Die Rechnung wurde nach öffentlichem Protest zurückgezogen.
Zugleich es gibt dort einen Pfarrer, Fortunato di Noto, der Anzeige gegen drei Kollegen erstattete, die Kinder missbrauchten. mehr

9.8.2007 Der kath. Kardinal von Mexiko-Stadt, Norberto Rivera, wurde vom Obersten Zivilgericht von Los Angeles zu einem Missbrauchsfall durch einen Priester befragt. SNAP, die US-Organisation der Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, teilte mit, dass Rivera vorgeworfen werde, einem mexikan. Geistlichen nach dem Missbrauch eines Messdieners zur Flucht nach Kalifornien verholfen habe. Ein Sprecher der Erzdiözese sagte, es habe sich nur um eine Befragung gehandelt, nicht um einen Prozess. Der Kardinal habe deutlich gemacht, dass das Gericht in L.A. nicht zuständig sei, sondern die Gerichtsbarkeit in Mexiko.
Quelle: SNAP und Yahoo

9.8.2007 Der kath. Kardinal von Mexiko-Stadt, Norberto Rivera, wurde vom Obersten Zivilgericht von Los Angeles zu einem Missbrauchsfall durch einen Priester befragt. SNAP, die US-Organisation der Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, teilte mit, dass Rivera vorgeworfen werde, einem mexikan. Geistlichen nach dem Missbrauch eines Messdieners zur Flucht nach Kalifornien verholfen habe. Ein Sprecher der Erzdiözese sagte, es habe sich nur um eine Befragung gehandelt, nicht um einen Prozess. Der Kardinal habe deutlich gemacht, dass das Gericht in L.A. nicht zuständig sei, sondern die Gerichtsbarkeit in Mexiko.
Quelle: SNAP-Info, SNAP und Yahoo

8.8.2007 Der Sprecher des Bistums Mainz, Blum, informierte anlässlich der Einstellung des Verfahrens gegen einen Rüsselsheimer Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs auch über 2 weitere Fälle. "Beide Priester seien verurteilt worden und arbeiteten jetzt in der "Kategorialseelsorge" - in Altenheimen, Kliniken oder Gefängnissen, ohne Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen", schreibt die FR. Da der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Mainz in diese Fälle nicht involviert war, ist davon auszugehen, dass es nicht um Missbrauch von Kindern ging.

27.7.2007 In Toronto starb Bischof Hubert Patrick O’Connor. Im Juli 1991 trat er als Bischof der kanadischen Diözese Prince George zurück, nachdem er im selben Jahr schwerer sexueller Vergehen angeklagt worden war. 1996 wurde er für schuldig befinden, in den 60er Jahren zwei junge kanadische Ureinwohnerinnen vergewaltigt zu haben. Von den zweieinhalb Jahren Gefängnis verbüßte er 6 Monate. Von der Anklage der sexuellen Belästigung einer Studentin wurde er freigesprochen. Der Bischof behauptete seine Unschuld und erklärte, die Unzucht mit einer ehemaligen Studentin sei im gegenseitigen Einverständnis geschehen. Die Anklage wegen Vergewaltigung einer Schulsekretärin wurde fallengelassen, nachdem sich der Bischof 1998 bei der Sekretärin entschuldigt hatte. Er gestand auch, ein Kind gezeugt zu haben, das später zur Adoption freigegeben wurde.
Quelle: kreuz net

16.7.2007 Reymer Klüver stellt in der SZ die Frage, ob die Erzdiözese Los Angeles den Missbrauchsopfern zahlt, damit Prozesse verhindert werden können. Im für heute geplanten  ersten Prozess hätte Kardinal Roger Mahony aussagen müssen, auch über das, was er gewusst hat und über seinen Umgang mit Missbrauchstätern. Die heute 59-jährige Mary Ferray kommentiert die Zahlung: ""Aber das Geld zeigt nur die ungeheuerliche Schuld. Ich würde es zurückgeben, könnte ich dafür meine Kindheit wiederhaben." Ferray war im Alter von sieben Jahren von einem Monsignore missbraucht worden.
Quelle: Süddeutsche

15.7.2007 Die Erzdiözese Los Angeles zahlt den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche eine Entschädigung von mindestens 600 000 000 Dollar. Diese außergerichtliche Einigung wurde getroffen, bevor am Montag der erste Prozess beginnen soll, den die 500 KlägerInnen angestrengt haben. Vereinbart wurde auch, dass vertrauliche Dokumente über die beklagten Priester freigegeben werden.
Quelle: Yahoo u.a.

11.7.2007 Nach Medlung der Nachrichtenagentur Apic wurde der Kardinal von Madrid, Antonio Maria Rouco Varela vom höchsten Gericht Spaniens für schuldig befunden, nicht genügend gegen einen Priester seines Bistums vorgegangen zu sein, der 2000 ein Kind missbraucht hatte.
In Italien gibt es inzwischen einen Priester, Don Fortunato Di Noto, der die kirchliche Öffentlichkeit immer wieder an die Notwendigkeit erinnert, sich dem Problem zu stellen. Nun hat er sich in einer Botschaft an Priester und Bischöfe Italiens gewandt.
Quelle: Radio Vatikan

10.7.2007 Der bekannte „Fernseh“-Kaplan August Paterno ist tot. Über 30 Jahre lang war er im Hörfunk und im Fernsehbereich tätig. Als 2004 Missbrauchsvorwürfe bekannt wurden, gab er diesen Arbeitsbereich ab. Die kirchl. Behörde und die Staatsanwaltschaft Feldkirch leiteten Untersuchungen ein, die jedoch wegen Verjährung wieder eingestellt wurden. A. Paterno hat in den letzten Lebensjahren in Niederösterreich/Pulkau aufgebaut - ein Zentrum für Jugendliche.
Quelle: mehrere

1.6.2007 Stefan Ulrich berichtet über einen BBC-Film über "Pädophilie im Vatikan" und fragt, ob der Chef der Glaubenskongregation, Joseph Ratzinger, geholfen hat, pädokriminelle Priester vor der Verurteilung durch Gerichte zu schützen.
Quelle: Süddeutsche

29.5.2007 In Slowenien wurde die erste Klage auf Entschädigung wegen sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester gegen die Diözesen Celje und die Erzdiözese Maribor eingereicht. Der inzwischen verstorbene beschuldigte Pfarrer habe mehrere Opfer missbraucht. Im Okt. 2006 wurden ihm 16 Straftaten von sexuellen Angriffen auf unter 15-Jährige vorgeworfen. Wegen des Todes des Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt. Die Klägerin gab an, als noch nicht achtjähriges Mädchen von dem Pfarrer vergewaltigt worden zu sein - der Missbrauch habe nach 5 Jahren 1995 aufgehört. 2005 meldete die junge Frau den Missbrauch dem damaligen Bischof von Marburg (Drau)/Maribor, doch dieser habe nichts gegen den Pfarrer unternommen. Im letzten Jahr brachten noch weitere Fälle sexuellen Missbrauchs in der slowenischen katholischen Kirche die Öffentlichkeit auf. Der jüngste Fall wurde in der vergangenen Woche gemeldet, wobei das Gericht gegen einen 35-jährigen Pfarrer ein Annäherungsverbot gegenüber zwei Mädchen ausgesprochen hat.
Quelle: Kleine Zeitung/Steiermark

22.5.2007 Der Vatikan ließ - laut standard.at - verlautbaren, dass die BBC-Dokumentation über pädokriminelle Priester Unwahrheiten enthalte. Das sagte der Sekretär der italienischen Bischofskonferenz, Bertori. Er verwies darauf, dass die Dokumentation den Eindruck erwecke, der heutige Papst sei verantwortlich für das 1962 herausgegebene Geheimdokument des Papstes "Crimen Sollicitationis". Der Papst sei damals jedoch ein einfacher Theologe gewesen. - Eine weitere inhaltliche Stellungnahme des Vatikan zu den in der BBC - Dokumentation erhobenen Vorwürfen des Täterschutzes ist der Presse nicht zu entnehmen.

19.5.2007 Im Internet wird nach Auskunft von La Republicca derzeit ein BBC-Film gezeigt, der bereits ausgestrahlt wurde. Opfer von Kindesmissbrauch durch Kleriker/Kirchemitarbeiter berichten. Das Schreiben "Crimen Solicitationis", das alle Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche dem Vatikan unterstellte, steht zur Diskussion. Die Diskussion ist alt - nur das Problem ist weiter ungelöst. Bitte, seid vorsichtig, wenn ihr euch die Dokumentation der BBC anschaut! Den Link dazu findet ihr hier. zur Dokumentation

16.5.2007 Der Wiener Erzbischof kritisierte seinen Bischofsvikar, der eines sexuellen Übergriffs auf einen Klosterbruder von Stift Heiligenkreuz beschuldigt wird. Er sagte, der Bischofsvikar habe sich unter "Alkoholeinfluss in eine Situation gebracht, die so nicht hätte sein sollen." Zugleich sprach er ihm das Vertrauen aus und berichtete, dass er die Amtsperiode des Bischofvikars im August 2006 um 5 Jahre verlängert habe. Zu diesem Zeitpunkt war Erzbischof Schönborn bereits über den Vorwurf informiert.
Quelle: der standard.
Kommentar: Offensichtlich will in die Köpfe solcher Amtsträger einfach nicht eingehen, dass Opfer solches Vorgehen allemal als Täterschutz ansehen. Jetzt fehlt nur noch - was in der Presse bereits anklang - der Satz von der "Psychiatrie-Bedürftigkeit des Opfers". Es wundert auch nicht, dass die Dechanten und Vikariatsräte breiteste Zustimmung zur Amtsführung des Beschuldigten vorbrachten und auf die große Beliebtheit des Seelsorgers bei den Menschen hinwiesen.

16.5.2007 Um die Entschädigungen für Missbrauchsopfer zahlen zu können, wird die Erzdiözese Los Angeles 50 Gebäude verkaufen. Insgesamt gibt es mehr als 500 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter. Im Dezember 2006 hatte die Erzdiözse 46 Klagen mit ca 45 Mio Euro beigelegt. Bislang wurden in den UsA insgesamt rund 1 200 000 000 Euro gezahlt. Kardinal Moheney betonte, der Verkauf der Gebäude werde die Seelsorge nicht beeinträchtigen.
Quelle: ORF

14.5.2007 Ein 46-jähriger Pfarrer aus dem Bistum Münster ist wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Priester sei schuldig, sich in vier Fällen an zwei Teilnehmern einer Messdienerfreizeit vergangen zu haben. Die Konsequenzen, die das Bistum ziehen wird, sind noch nicht entschieden. Da der Täter den Strafbefehl akzeptierte, wird es keinen Gerichtsprozess geben. Die Diözese zeigte den Geistlichen im Dezember 2006 an und stellte ihn vom Dienst frei. Er befand sich danach in einem Kloster und legte ein Geständnis ab. Quelle: Bistum Münster
In früheren Zeitungsmeldungen wurde berichtet, dass der Geistliche im November 2006 im Gottesdienst in I. eine Erklärung abgab: Er ließ einen Gruß an die Gemeinde verlesen und bedankte sich darin für die "Zeichen der Verbundenheit", denn er habe aus den Reihen der Gläubigen viel Zuspruch bekommen. Ob die Opfer auch Zuspruch aus der Gemeinde bekamen, war keiner der Nachrichten zu entnehmen.

12.5.2007 Nach angeblichen sexuellen Übergriffen durch einen Wiener Bischofsvikar befindet sich ein Mönch aus Heiligenkreuz in psychiatrischer Behandlung im AKH. Kardinal Schönborn kennt die Causa seit einem Jahr – Konsequenzen gibt es bislang keine.
Quelle: profil.at und die presse

16.4.2007 Laut Radio Vatikan hat der Erzbischof von Florenz, Kardinal Ennio Antonelli, gestern in einem Brief an die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ zugegeben, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester im Geheimen geregelt zu haben. Vor einer Woche war durch Aussagen von Gemeindemitgliedern bekannt geworden, dass der Geistliche Lelio Cantini in den siebziger und achtziger Jahren mehrfach junge Frauen und Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Kardinal Antonelli sagte, er habe vergangenen Sommer bei der Glaubenskongregation einen geheimen Prozess beantragt. Der Priester, der in seiner Diözese tätig war, sei infolgedessen für fünf Jahre von jeder pastoralen Funktion enthoben worden, so Antonelli über das Urteil.

13.4.2007 Die katholische Bischofskonferenz der USA hat Zahlen vorgelegt. 2006 wurden 714 glaubhafte Beschuldigungen wegen Missbrauchs an Kindern gegen 448 Priester erhoben. Die meisten der über 700 Opfer sei zu Beginn des Missbrauchs 10-14 Jahre alt gewesen. 2005 waren es 783 Beschuldigungen, 2004 1092. 70% der 2006 Beschuldigten seien nicht mehr im Dienst. Kirchl. Organisationen hätten 398,6 Mio Dollar für Gerichtskosten, Wiedergutmachung und Therapien ausgegeben.
Quelle: epd

22.3.2007 Ein 60-jähriger Priester des Bistums Essen wurde vom Dienst beurlaubt. Er soll ein Kind sexuell missbraucht haben. Das Bistum teilte mit, der Geistliche solle in zwei Fällen versucht haben, sexuelle Handlungen an einer Zwölfjährigen zu begehen. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage gegen den Priester erhoben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Dem Mädchen sowie dessen Familie sind vom Bistum Essen therapeutische und pastorale Hilfen angeboten worden.

12.3.2007 Der durch CNN bekannte Thomas Roberts gab bekannt, dass er als Jugendlicher von einem katholischen Priester, Father Jeff Toohey, drei Jahre lang, von 14 - 17 missbraucht wurde. Kurz nach dem BEginn des Missbrauchs versuchte er, Selbstmord zu begehen. Der Selbstmord misslang.
Als Roberts im College war, erstattete Michael Goles, ein Mitschüler, Anzeige gegen Jeff Toohey. Goles wurde nicht geglaubt, die Anklage wurde niedergeschlagen. Roberts hatte nicht den Mut, seinerseits Anzeige zu erstatten. Mit 34 Jahren, 20 Jahre nach den Verbrechen, schaffte er die Anzeige. Pater Jeff Toohey wurde zu 5 Jahren Haft verurteilt. Nach 10 Monaten wurde die Gefängnisstrafe umgewandelt in Hausarrest. Nach 8 Monaten endete auch diese Strafe.
Quelle: CNN

8.3.2007 In Texas ist ein ehemaliger katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs eines Jungen zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Der 65-Jährige war bis 1993 Priester der Diözese von Fort Worth. Sein Opfer, das heute knapp 30 Jahre alt ist, sagte am Mittwoch aus, der Priester habe ihn mit Drohungen gefügig gemacht. So habe er ihm gesagt, er könne ihn seiner Mutter wegnehmen. Er sei damals elf Jahre alt gewesen. Der Mann erklärte, er sei mit seinen Vorwürfen 2002 an die Öffentlichkeit gegangen, weil er inzwischen selber Kinder habe. Die Diözese hatte sich mit zwei mutmaßlichen Opfern des Priesters 2005 außergerichtlich auf eine Zahlung von 3,15 Millionen Euro geeinigt. Quelle: yahoo

3.3.2007 Am 7.1. 2007 musste Stanislaw Wielgus zurücktreten von dem Amt, das der Papst für ihn vorgesehen hatte - er sollte Erzbischof von Warschau werden. Grund für den Rücktritt war die Spionage von Wielgus für den früheren kommunistischen Geheimdienst. Inzw. erzhob die polnische Zeitung "Rzeczpospolita" weitere Vorwürfe gegen Wielgus. Er habe in seiner Diözese sexuelle Übergriffe auf Priesterschüler toleriert. Nach Informationen der Zeitung müssen sich mehrere Priester aus Wielgus früherer Diözese Plock wegen Sexualdelikten und Vergewaltigungen vor Gericht verantworten. Im Juli 2006 habe die Polizei im Computer eines Geistlichen kinderpornografische Fotos sichergestellt. Wilgius soll seinerzeit von den Vorgängen gewusst haben, sie jedoch heruntergespielt haben.
Quelle: net-tribune

28.2.2007 Laut ORF-Nachricht ist das US-Bistum San Diego, Kalifornien, nach mehr als 150 Klagen wegen sexuellen Mossbrauchs bankrott. Bischof Robert Brom will Gläubigerschutz beantragen, weil die Klägerforderungen die finanziellen Möglichkeiten des Bistums und seiner Versicherungen überstiegen. Das Opfer-Netzwerk der von Priestern Missbrauchten sagte laut ORF über den beabsichtigten Schritt in die Insolvenz, er sei der "moralische Bankrott eines eigennützigen Bischofs, der Angst vor unbequemen Fragen über das Verwöhnen und Verheimlichen pädokrimineller Priester" habe.  Vier andere Bistümer haben bereits Gläubigerschutz beantragt.

3.2.2007 Bischof Gumbleton gibt sich als Missbrauchsopfer eines Priesters zu erkennen.
Quelle: radio vatican

27.1.2007 Die polnische Tageszeitung "Glos Wielkopolski" berichtet, dass der persönliche Sekretär von Johannes Paul II., der jetzige Krakauer Erzbischof, Kardinal S. Dziwisz, in zwei Fällen dem Papst Informationen vorenthalten habe, indem er Nachrichten nicht weiterleitete.
Im ersten Fall hatte eine Gruppe von Priestern und kath. Laien im August 2000 einen Brief über Fälle sexueller Belästigung von Seminaristen durch den Posener Erzbischof Paetz geschrieben, den Dziwisz nicht weiterleitete. Der Papst habe erst "viel später" davon erfahren. Der Erzbischof Paetz war - unter Unschuldsbekundungen - am 28.3.2002 zurückgetreten.

Im zweiten Fall hatte der mexikanische Pater Antonio Ornelas im Dezember 2002 Kardinal Dziwisz von sexuellem Missbrauch durch den Gründer der "Legionäre Christi", Pater Marcial Maciel Degallado, berichtet. Degallado wurde 2006 bestraft. Die Strafe bestand darin, dass Pater Maciel "ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße führen solle. Auf ein kirchenrechtliches Verfahren wurde wegen der "zerbrechlichen Gesundheit" des damals 2006 85-Jährigen verzichtet.
Der Erzbischof Jozef Zycinski kommentierte den Zeitungsartikel: Das verzögerte Handeln des Papstes resultiere aus dem Bedarf nach einer sorgfältigen Untersuchung der einzelnen Fälle. Dziwisz könne auf keinen Fall für den Versuch einer Vertuschung von kirchlichen Sex-Affären verantwortlich gemacht werden.
Quelle: Vorarlberg online

10.1.2007 Der Präsident eines Verwaltungsgerichtshofes in D., Dr. J. R., wurde wegen des Besitzes von 1000 Kinderpornos auf seinem Computer zu neun Monaten Gefängnis mit Bewährung und zu 4800 € Geldstrafe verurteilt. Er hat den Strafbefehl akzeptiert.
Zugleich ist dieser Präsident eines Verwaltungsgerichtshofes Vorsitzender Richter des Kirchlichen Arbeitsgerichts einer Diözese in Deutschland. Zuständig ist er in dieser Funktion auch für Arbeitsgerichtsprozesse pädokrimineller Priester. Bis heute (10.12.2007) scheint sich am Vorsitz des Kirchlichen Arbeitsgerichtes nichts geändert zu haben.
Quelle: verschiedene
Nachtrag 12.8.2008: Nach Auskunft eines Mitgliedes des Kirchl. Arbeitsgerichtes des Bistums Fulda wurde der Verurteilte bereits Ende 2006 von seinem Amt entbunden. Die Internetseite hingegen benennt bis heute den Verurteilten als Vorsitzenden des Kirchl. Arbeitsgerichtes.
Nachtrag vom 22.8.2008: Inzwischen ist die Internetseite der Diözese Fulda, die den verurteilten Vorsitzenden benannte, gelöscht.
Nachtrag vom 16.7.2010: In der FR wird berichtet, dass der Verurteilte weiterhin 80% seiner Bezüge erhält. Die Amtsenthebung ist auch nach dreieinhalb Jahren noch nicht entschieden.

4.1.2007 Ein Priester aus dem Bistum Münster soll drei in seiner Obhut befindliche Jugendliche sexuell belästigt haben. Er habe die "Grenzüberschreitungen" gestanden, sagte Oberstaatsanwalt Schweer; dabei handle es sich aber nicht um massive sexuelle Handlungen. Die Staatsanwaltschaft Münster hatte im November 2006 die Ermittlungen nach einer Anzeige des Bistums gegen den 45-Jährigen aufgenommen. Der Pfarrer ist seither dispensiert. Die Übergriffe sollen bei einem Messdienerlager, in einer Lesenacht und bei einem Saunabesuch stattgefunden haben. Sie liegen drei bis 5 Jahre zurück. Die Polizei ermittelt, ob weitere Missbrauchshandlungen des Priesters aus Bocholt und Isselburg vorliegen.

Quelle: Yahoo