Missbrauch und
                Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2008

Dokumentation des Regensburger Missbrauchsfalls


20.12.2008 1,4 Millionen Dollar will die Erzdiözese von Chicago an einen Mann, der als Kind von einem Priester missbraucht wurde, zahlen. Die Verbrechen sollen 1987 begonnen haben, als der Junge 13 Jahre alt war. Bislang wurde der Priester nicht zur Rechenschaft gezogen. Er befindet sich noch im Amt und hat das mutmaßliche Opfer wegen Verleumdung angeklagt. Die Verantwortlichen der Diözese sollen von den Verbrechen gewusst haben, wie aus Dokumenten hervorgeht.
So berichtet der Standard.at


4.12.2008 Die Ausburger Allgemeine schreibt: Kindsmissbrauch in der Kirche bleibt oft ungesühnt

2.12.2008 Der pädophile Pfarrer, der in einem bayerischen Internat in Lebenhan mindestens 16 Jungen missbrauchte, hat den Papst um Amtsenthebung. Im Orden wird er - mit Auflagen - verbleiben dürfen. Strafrechtlich sind alle Taten verjährt. Der zuständige Provinzial der Ordensprovinz behält sich angesichts des Ausmaßes der Missbrauchshandlungen vor, in Rom die kirchenrechtliche Verjährung aufzuheben. Dann wäre ein kirchl. Strafprozess möglich.
Quelle: Spiegel


30.11.2008 Im Bistum Brügge, Belgien, wurde ein kath. Priester vorläufig vom Amt suspendiert. Er steht im Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Eine Hausdurchsuchung förderte auch kinderpornografische Dokumente zu Tage. Die Justiz spricht von einem einzigen Fall, ermittelt aber in mehreren Richtungen.
Quelle: brf


25.11.2008 Das tägliche Grauen - die Arbeit eines Ermittlers in Sachen Kinderpronografie.
'Der Markt sei zu lukrativ, sagt [Oberstaatsanwalt Peter] Vogt, die Täter zu skrupellos. Und sie sind überall: in allen Schichten, in jedem Alter. Vogt hat Jugendrichter und Staatsanwälte erwischt und immer wieder Priester. Einmal hat er sogar sieben Computeranschlüsse in Vatikanstadt ausfindig gemacht - auf seine Anfrage erhielt er nie eine Antwort.'
Quelle: FR


19.11.2008 Kein gutes Licht werde auf Bischof Marx geworfen in seiner Art, mit der "Causa Rothe" umzugehen, sagt die Süddeutsche. Bischof Marx hat den in den St.Pöltener Skandal verwickelten Ex-Vizechef des dortigen Priesterseminars in der Seelsorge untergebracht. Der Arbeitgeber Caritas war ebenso wenig informiert wie die Leitung des Altenheimes, in dem Rothe eingesetzt ist. Der Ortspfarrer hingegen war informiert.

18.11.2008 Einem Spiegel-Bericht zufolge hat die Staatsanwaltschaft Bonn 563 Ermittlungsverfahren wegen des Konsums von Kinderpornografie eingeleitet. Unter den Verdächtigen sollen Ärzte, Priester und ein Fußballtrainer sein.
Quelle: Spiegel

17.11.2008 Die Stellungnahme des Erzbistums München zur Einsetzung des früheren stellvertretenden Leiters des Priesterseminars St. Pölten in einem Münchner Altenheim und einer Münchner Kirchengemeinde ist hier nachzulesen

15.11.2008 Der frühere Vize-Leiter des Priesterseminars in St. Pölten, W. Rothe, war 2004 suspendiert worden, nachdem er mit Seminaristen Sex-Parties gefeiert hatte und homosexuelle Beziehungen gepflegt hatte. Im St. Pöltener Priesterseminar waren überdies kinderpornografische Fotos gefunden worden. Inzwischen ist er im Erzbistum München in einer Pfarrei und einem Altenpflegeheim als Seelsorger tätig. Das Erzbistum München konnte dem Spiegel keine Auskunft darüber geben, warum der Geistliche wieder als Seelsorger eingesetzt ist. Erst im Frühjahr hatte Rom seine Suspendierung bestätigt.
Quelle: Spiegel und Süddeutsche

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11.11.2008 Die Ermittlungen gegen den Hamburger katholischen Priester wurden eingestellt. Er stand seit April (s. Nachricht vom 23.4. und 28.4.2008) unter dem Verdacht, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Die im April ausgesprochene Beurlaubung wurde mit sofortiger Wirkung zurückgenommen.
Quelle: domradio


8.11.2008 Das Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg hat 28 Fälle von sexuellem Missbrauch, aber auch von Misshandlung oder Regelverstoß, durch katholische Priester untersucht. Der Großteil der Fälle ist verjährt oder die mutmaßlichen Täter sind tot.
Quelle: tagesanzeiger


4.11.2008 Im Bistum Trier wurden bei einem 37-jährigen katholischen Pfarrer Kinderpornos gefunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Pfarrer wurde vom Bistum vom Dienst beurlaubt. Die Gemeinden erfuhren vom Bistum, dass die Beurlaubung "psychische Gründe" habe. Bereits im Februar 2008 war ein anderer Pfarrer aus V. wegen des Besitzes von Kinderpronografie vom Dienst suspendiert worden.
Quelle: sol.de


4.11.2008 Im Gegensatz zu katholischen Bistümern habe bei vielen religiösen Gemeinschaften und Orden beim Thema „Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge noch kein Umdenken stattgefunden“. Das kritisierte Adrian von Kaenel, Präsident des zuständigen Fachgremiums der Schweizer Bischofskonferenz im Zusammenhang mit dem mehrfachen Pädophilie-Verdacht bei einem Westschweizer Kapuzinerpater.
Quelle: Radio Vatikan


3.11.2008 Der aus dem Bistum Lausanne-Genf-Freiburg stammende Kapuzinerpriester (s. Nachricht vom 8.2.2008) hat den sexuellen Missbrauch seines Neffen gestanden. Inzwischen besteht jedoch der Verdacht, dass er insgesamt 24 Jungen missbraucht haben soll. Die Taten seien in ca 38 Jahren begangen worden. Zunächst hatte das Bistum erklärt, der Kapuziner habe zwei Jungen missbraucht. Als die Untersuchungsrichterin Gendre das Dossier erhalten habe, sei es um acht Kinder gegangen, die Opfer geworden seien, teilte sie mit. Nach der Einvernahme des mutmaßlichen Täters sei die Opferzahl jedoch auf 22 gestiegen. Zwei weitere Verdachtsfälle habe eine Kommission des Bistums gemeldet. - Mit Ausnahme eines Falles sind alle anderen verjährt.
Die Untersuchungsrichterin Gendre untersuchte auch, ob sich der Orden der Begünstigung des mutmaßlichen Täters schuldig gemacht habe. 1989 wurde der mutmaßliche Täter nach Frankreich versetzt. Da jedoch die Verjährungsfrist für das Delikt sieben Jahre betrage, stelle sich die Frage nach der Begünstigung des mutmaßlichen Täters durch den Orden nicht mehr.
Gendre hat weitere Untersuchungen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs gegen 4 kath. Priester angestellt. Zwei wurden wegen des Todes der Angeschuldigten eingestellt; in einem Verfahren erhärteten sich die Anschuldigungen nicht. Ein viertes Verfahren läuft noch.
Quelle: Südostschweiz u.a.


31.10.2008 Der Vatikan will psychologische Tests - bei Bedarf - für Priesteramtsanwärter einführen, um frühzeitig erkennen zu können, ob es Probleme gibt, die den Berufsweg behindern könnten.
Quelle: Vatican
Dokument

27.10.2008 Wegen eines Verfahrensfehlers muss ein pädophiler Sexualstraftäter aus dem Gefängnis entlassen werden. Die Polizei erwägt, die Nachbarn des 61-jährigen Ex-Priesters über die anhaltende Gefahr, die dieser Mann darstellt, zu informieren.
Quelle: Tagesspiegel

22.10.2008 Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Koblenz bleiben die Verbrechen des Lebenhaner Paters ungesühnt. Sie sind - wie so oft in Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch - verjährt, wenn die Opfer endlich sprechen können.

Quelle: br-online.de
Kommentar: Nicht umsonst nennt Renate Bühn (http://www.frau-lot.de/) sexuellen Missbrauch ein "sicheres Verbrechen". Von 2000 Sexualstraftätern werden 100 angezeigt, 15 tatsächlich angeklagt, drei davon werden freigesprochen, zehn bekommen eine Bewährungsstrafe und nur zwei müssen tatsächlich mit einer Haftstrafe rechnen.


21.10.2008 Die Mainpost berichtet, dass die Ermittlungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern Mitte der 70er Jahre durch einen Pater des Ordens "Missionare von der Heiligen Familie" in Lebenhan andauern. Bislang haben sich inzwischen mehr als zehn frühere Internatsschüler gemeldet, die sich an die Vorfälle erinnern können und den Missbrauch beobachtet haben.

Ob andere Patres von dem Missbrauch wussten, ist derzeit unklar. Ein Mitarbeiter einer Firma, der beruflich im Kloster zu tun hatte, ist nach Auskunft der Mainpost von einem Kind informiert worden. Der Mitarbeiter habe daraufhin die Internatsleitung und das Rathaus informiert. An Ansprechpartner im Rathaus könne er sich nicht erinnern. Der damalige Internatsleiter starb vor 20 Jahren. Ob die schnelle Abberufung des heute Beschuldigten in einem Zusammenhang mit der Information des Firmenmitarbeiters an Rathaus und Internatsleitung steht, ist unklar.
Quelle: mainpost.de


20.10.2008 Der Prozess um den angeblichen sexuellen Missbrauch einer 47-jährigen Frau, die als Kind im Beichtstuhl ders Würzburger Marienheims missbraucht worden sein soll, wurde ausgesetzt. Die Prozessfähigkeit der Klägerin solle geprüft werden, teilte das Ordinariat der Diözese Würzburg mit.
Quelle: mainpost.de
Kommentar: Mit Sicherheit hat die Kirche das Recht (und die Pflicht), eine falsche Anklage zurückzuweisen. Ob sie das Recht hat, eine Verdachtsdiagnose über die Klägerin in der Öffentlichkeit mitzuteilen, bezweifle ich jedoch sehr. Die Verdachtsdiagnose "Borderlinestörung" oder "Persönlichkeitsstörung", wie sie von der Presse als Formulierung des Ordinariats lanciert wurde, ist geeignet, einen vermutlich sehr gequälten Menschen, in aller (halbinformierten) Öffentlichkeit ein für allemal unmöglich zu machen.


12.10.2008 Der 71-jährige Pater, dem sexueller Missbrauch in einem kirchlichen Internat in Bayern vorgeworfen wurde, hat eingeräumt, Schüler in den 70er Jahren missbraucht zu haben. Zuvor hatten sich zwei Opfer bei der vom Orden der "Missionare von der Heiligen Familie" eingesetzten Kommission gemeldet.
Quelle: Der Spiegel


10.10.2008 Die Staatsanwaltschaft wird keine Ermittlungen gegen den Pater einleiten, weil die Taten mit einiger Sicherheit verjährt seien. Ein zweiter Zeuge, ein ehemaliger Internatsschüler, hat sich nach Angaben der Mainpost gemeldet. Er wisse, dass ein Bettnachbar im Internat missbraucht worden sei. Er selbst sei jedoch kein Opfer. Opfer haben sich bislang nicht gemeldet.
Quelle: mainpost.de


8.10.2008 Im Kloster Lebenhan, im dortigen früheren Internat, sollen Mitte der 70er Jahre Internatsschüler sexuell missbraucht worden sein. Das berichtete ein heute 50 Jahre alter Theologe, ein ehemaliger Internatsschüler, der selbst die Zudringlichkeiten des mutmaßlichen Täters, eines Missionspaters, abwehren konnte. Ander hätten das nicht gekonnt. Die zuständige Kirchenprovinz des Ordens der "Missionare von der Heiligen Familie" hat den Angeschuldigten 71-jährigen Pater von allen Ämtern und Aufgaben entbunden und eine kirchliche Kommission einberufen, die die Vorwürfe prüft.  Der Sprecher des Ordens geht davon aus, dass die Taten verjährt sind. Der Leitende Oberstaatsanwalt von Schweinfurt wies jedoch darauf hin, dass die Verjährung von der Schwere der Taten abhänge.
Quelle: Mainpost
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6.10.2008 Der Ex-Priester aus Bottrop, dem zehnfacher sexueller Missbrauch eines zur Tatzeit 12-jährigen Kindes vorgeworfen wird, muss drei Jahre und neun Monate in Haft. Der Verurteilte hatte zunächst zum Vater des Opfers über Jahre hinweg ein sexuelles Verhältnis. Ein Jahr nach dem Missbrauch des Kindes wurde das Verbrechen in der Familie bekannt. Es kam zu einem Gespräch, bei dem vereinbart wurde, auf eine Anzeige zu verzichten. Erst als die Tochter der Familie auf Anzeige drängte, weil auch sie von dem Angeklagten vergewaltigt worden sei, wurde der Missbrauch bekannt. Die Vergewaltigung des Mädchens bestreitet der Verurteilte. Sie ist überdies nicht mehr justitiabel, da verjährt. Ein weiterer Missbrach eines weiteren Sohnes der Familie gestand der Täter. Auch dieser Missbrauch ist verjährt.
Der Richter wies darauf hin, dass der Verurteilte nicht Opfer, sondern Sexualstraftäter sei.
Quelle: derwesten.de


29.9.2008 Geld und Gewalt - ein Priester des Erzbistums Freiburg vor Gericht.
Quelle: Spiegel
9.10.2008 Das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg geht den Nachrichten nach, die von einem Bruch des Beichtgeheimnisses im Kontext des Verfahrens gegen einen Priester des Erzbistums Freiburg berichten.
10.10.2008 Der Beschuldigte hat sich zu seinen Taten bekannt und wird sich um Wiedergutmachung bemühen. Dafür erhält er eine BEwährungsstrafe, die unter 2 Jahren liegt. Welche Konsequenzen die Kirche zieht, wird erst nach dem Urteilsspruch des Gerichtes entschieden.
Quelle: morgenpost.de


23.9.2008 Ein ehemaliger Offizial des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg wurde zu einer 28-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Sechs Monate muss er absitzen. Verurteilt wurde er wegen Betrug und Urkundenfälschung. U.a. behielt er 1999 eine Entschädigung von 100 000 Franken an ein Opfer sexuellen Missbrauchs für sich.
Quelle: bazonline.ch


22.9.2008 Ein früherer Pfarrer einer Bottroper Kirchengemeinde hat drei sexuelle Übergriffe auf einen 1994/1995 zwölfjährigen Jungen zugegeben. Die Staatsanwaltschaft geht von häufigerem Missbrauch aus. In der Anklageschrift ist von 15 z.T. besonders schweren Fällen die Rede. Die Schwester des Opfers habe den Pfarrer angezeigt. Sie wurde ebenfalls von ihm missbraucht. Allerdings sind diese Taten verjährt. Der Familie waren die Taten bekannt, sie brach den Kontakt zu dem Pfarrer ab, erstattete aber keine Anzeige.
Quelle: wdr


16.9.2008 Ein Mann wurde in Dortmund zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er war in das Haus eines Pfarrers aus Hamm eingebrochen, hatte kinderpornografische Fotos gefunden und den Pfarrer damit erpresst. Bei der Geldübergabe wurde der Erpresser festgenommen. Der Geistliche, der nicht mehr im Kirchendienst sein soll, bezeichnete den Einbrecher und Erpresser als den Mann, der sein Leben zerstört habe. Darauf, was die Produktion und der Konsum von Kinderpornografie mit den Kindern macht, ging der Pfarrer ebensowenig ein wie darauf, das er wegen des Konsums von Kinderpornografie zu 3200 Euro Geldstrafe verurteilt wurde.
Kommentar: Dies ist ein ubiquitär zu beobachtendes Phänomen, dass Menschen, die Kinder zu Herstellung oder Konsum von Pornografie missbrauchen, sehr wohl Mitleid mit sich, aber keines mit den Kindern haben.
Quelle: Spiegel


10.9.2008 Der Bamberger Domkapitular, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, wurde aller seiner kirchlichen Ämter enthoben.
Quelle: kanal 8


21.8.2008 Ein Artikel in der ZEIT: Ein Priester an der Grenze. Von J.Burger und W. Uchatius, 21.8.2008. Der Fall des Domkapitulars Otto M.: Wie die katholische Kirche versucht, einen Fall von sexuellem Missbrauch aufzuklären.
Quelle: Die Zeit


15.8.2008 Gegen einen Kirchenverwaltungsrat aus Murg, Kanton St. Gallen, wird wegen Pädophilie ermittelt.
Quelle: St. Galler Tagblatt


14.8.2008 Bamberger Missbrauchsfall - Domradio über eine schwierige Aufklärung


13.8.2008 Ein bekennender pädophiler Kirchenverwaltungsrat aus dem Kanton St. Gallen tritt zurück.
Quelle: kath.ch und tagblatt
13.9.2009 Der Kirchenverwaltungsrat muss Ende Oktober 2009 vor Gericht.
Quelle: tagblatt


13.8.2008 16 Missbrauchsopfer von elf katholischen Geistlichen der Erzdiözese Chicago erhalten 12,7 Millionen Dollar. Der Kardinal, Francis George sagte, er müsse die Schuld eingestehen. Er sei für die Vertuschung der Vorfälle (er meint: Verbrechen) verantwortlich. Die Fälle reichen bis 1962 zurück.
Quelle: die presse.com


11.8.2008 Die Welt berichtet, dass es bislang keine Anhaltspunkte für den Verdacht gibt, dass der Bamberger Domkapitular den ehemaligen Schüler, der mit Anfang 20 Selbstmord beging, missbraucht habe. Undurchsichtig ist derzeit auch die Geldzuwendung über 20 000 DM an ein anderes Opfer des mutmaßlichen Täters.
Quelle: welt.de


10.8.2008 Im Fall des Domkapitulars des Bistums Bamberg, der des sexuellen Missbrauchs von bislang 4 mutmaßlichen Opfern verdächtigt wird, prüft die Staatsanwaltschaft den Selbstmord eines ehemaligen Schülers des damaligen Leiters des "Ottonianum". Frühere Schulkameraden sagten Focus, der Schüler sei vom Direktor missbraucht worden und habe sich deswegen aus Verzweiflung das Leben genommen. Nach dem Focus-Bericht geht die Staatsanwaltschaft dem Hinweis nach, ein anderer missbrauchter Junge habe von dem Verdächtigten 20 000 DM erhalten. Das Geld sei als Hilfe für einen bedürftigen Schüler deklariert worden. Dem Ordinariat Bamberg ist davon nichts bekannt. Ebenfalls sollen sich zwei Pastoralassisten des Erzbistums als Missbrauchsopfer des mutmaßlichen Täters zu erkennen gegeben haben.
Quelle: Focus


9.8.2008 Wir sind Kirche fordert erneut die konsequente Anwendung bischöflicher Leitlinien zu sexuellem Missbrauch in der Kirche.


9.8.2008 Ein bekennender Pädophiler in einem Kirchenamt in der Schweiz.
Die Katholische Administration nimmt Stellung dazu.
Ein taz-Artikel von 2002 gibt genauere Auskunft.

8.8.2008 Der Präsident des Hessischen Verwaltungsgerichts in Kassel, Dr. J. R., wurde wegen des Besitzes von Kinderpornografie (zur Erinnerung: d.i. die fotografische oder filmische Darstellung von Folter an Kindern) zunächst im Januar 2007 zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt und jetzt aus dem Richteramt entfernt.
Quelle: Spiegel
Er ist - laut Pressebericht der Diözese Fulda vom 20.1.2006 - auch Vorsitzender des Kirchlichen Arbeitsgerichts der Diözese Fulda. Ob er aus diesem Amt ebenfalls entlassen wurde, ist mir derzeit unbekannt. M.W. hat ein Kirchl. Arbeitsgericht auch über Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kleriker und sonstige Kirchenangestellte zu befinden. Das Bistum Fulda hat seit Januar 2007 von der Verurteilung seines Arbeitsgerichtsvorsitzenden wegen des Besitzes von Kinderpornografie wissen können (Nachricht im Focus vom 10.1.2007 und vom 5.7.2007).
Nachtrag 12.8.2008: Nach Auskunft eines Mitgliedes des Kirchl. Arbeitsgerichtes des Bistums Fulda wurde der Verurteilte bereits Ende 2006 von seinem Amt entbunden.
Nachtrag vom 22.8.2008: Inzwischen ist die Internetseite der Diözese Fulda, die den verurteilten Vorsitzenden benannte, gelöscht.

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6.8.2008 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen kirchlichen Mitarbeiter im Erzbistum Bamberg. Der Leitende Oberstaatsanwalt Düsel teilte mit, der Mann stehe im Verdacht, sich an mehreren Frauen sexuell vergangen zu haben. Die Diözese habe die Staatsanwaltschaft im April/Mai informiert - anders als im Fall des Bamberger Domkapitulars, dort wurde die Staatsanwaltschaft aufgrund von Medienberichten tätig.
Quelle: b2b-deutschland.de/


5.8.2008 Das Erzbistum Bamberg hat Vertuschungsvorwürfe im Missbrauchsfall um einen Domkapitular zurückgewiesen. Die Diözese teilte mit, dass dem mutmaßlichen Opfer zu keinem Zeitpunkt eine Verzichts- oder Unterlassungserklärung vorgelegt worden sei. Diese Meldung hatte der Focus lanciert. 
Quelle: welt.de


3.8.2008 Ein Bamberger Domkapitular, verantwortlich für den Bereich der pastoralen MitarbeiterInnen, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sich zwischen 1976 bis 1991 als Präfekt und Direktor eines Jungengymnasiums an Schülern vergriffen zu haben. In dieser Zeit waren ihm Schüler von 10 - 20 Jahren anvertraut. Bereits 2007 habe ein erstes Opfer sich gemeldet. Da jedoch Aussage gegen Aussage stand, unternahm das Bistum nichts. Erst als sich im Mai 2008 drei weitere Opfer meldeten, wurde der Domkapitular am 18.7.2008 beurlaubt. Der Beschuldige kann sich nicht erinnern. Erzbischof Schick bat, nicht zu vergessen, wie viel Gutes der beschuldigte Domkapitular als Priester bewirkt habe.
Den Betroffen versprach er jede Hilfe, die nötig und möglich sei.
Quelle: www.welt.de

24.7.2008 Gegen einen Pfarradministrator im Erzbistum München-Freising wird wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch ermittelt. Die Mutter des mutmaßlichen Opfers erstattete Anzeige. Das Ordinariat beurlaubte den Geistlichen umgehend. Die Pfarrei wurde bereits am 13. Juli in den Sonntagsgottesdiensten informiert. Ein Justizssprecher sagte, der Vorwurf sei als leichterer Fall von Missbrauch einzuordnen.
Quelle: Erzbistum München und Freising

24.7.2008 In den USA wurde ein Franziskanermönche wegen der Vergewaltigung von drei Jungen zu einer Haftstrafe von 8-10 Jahren verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Er muss sich als Sexualstraftäter registrieren lassen und ein GPS-Gerät tragen. Bereits vor 6 Jahren wurde er aus dem aktiven Dienst entfernt. Er hatte zuvor als Highschool-Lehrer und im Gemeindedienst gearbeitet.
Quelle: Kleine Zeitung

21.7.2008 Der Papst traf in Sydney vier Missbrauchsopfer kath. Kleriker, zwei Frauen und zwei Männer. Die Opferverbände in Australien kritisieren die Auswahl und die Geheimhaltung. Die anhaltende Kritik könnte ein Hinweis sein, dass seit April 2002 zwar viele Worte der Entschuldigung gemacht wurden, reale Taten bei den Betroffenen bislang aber nicht ankamen.
Quelle: faz


20.7.2008 Der Papst hat in Australien sein Mitgefühl für die Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ausgedrückt. Manchen Betroffenen gingen die Worte des Papstes zu wenig weit. Sie erwarten Taten.
Quelle: Spiegel


17.7.2008 In Euskirchen soll sich ein Betreuer in der Katholischen Jugendarbeit über Jahre hinweg an einer großen Zahl von Jungen vergangen haben. Der Betreuer ist in 104 Fällen angeklagt, in zwei Fällen wird ihm versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Die Anklage wird auf den Missbrauch von zehn Jungen zwischen 9 und 13 Jahren begrenzt. Betroffen sein sollen bis zu 60 Jungen. Quelle: Rundschau online


16.7.2008 In schöner Offenheit hat der Koordinator des Weltjugendtages in Sydney, Weihbischof Anthony Fisher, gesagt, was üblicherweise nicht die Öffentlichkeit erreicht: Die Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester störten die gute Stimmung des Weltjugendtages durch ihr "Festhalten an alten Wunden". Dem Bischof ist jedenfalls zu danken für seine Offenheit - da bleiben dann keine Fragen mehr offen.
Quelle: rp-online
vgl. dazu die Äußerungen des Weihbischofs: Der Gott der Liebe „kommt mit heilendem Balsam und grenzenloser Großzügigkeit zu einer Menschheit, die gebrochen ist: zu denen, die verwundet sind, aber auch zu jedem, der andere verletzt. Er ist denen nahe, die entsetzlich leiden und aufgrund ihrer Not jede Hoffnung verloren haben.“ (Äußerung vom 22.8.2007, offensichtlich inzw. überholt)
Nachtrag 20.7.2008 Weihbischof Fisher hat sich für seine Äußerung vom 16.7.08 entschuldigt. Quelle: focus


16.7.2008 Der frühere kath. Pfarrer im oberbayerischen Weilach wurde zu einer Bewährungsstrafe von 10 Monaten verurteilt, weil er sich zwischen 2003 und 2004 an einem 13-jährigen Mädchen vergangen hat. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt teilte mit, dass weitere Fälle sexuellen Missbrauchs nicht nachgewiesen werden konnten. Der Priester wurde vom Bistum Augsburg suspendiert.
Quelle: tz-online

8.7.2008 Nicht der Täter ist schuld, sondern der Bote, der die Tat öffentlich macht; in diesem Fall ein Generalvikar. So jedenfalls scheint es ein Mitglied der Gemeinde zu sehen, deren früherer, inzw. gestorbener Pfarrer mit hoher Sicherheit mehrere Kinder/Jugendliche missbraucht hat. Er sagt, der Generalvikar habe mit der Öffentlichmachung der Verbrechen der Kirche geschadet. Und er fügt hinzu, die Verbrechen hätten nicht veröffentlicht werden müssen, da ohnehin jeder in der Gemeinde Bescheid gewusst habe.
Der Ortspfarrer nannte die Veröffentlichung der mit hoher Sicherheit berechtigten Vorwürfe für die vom Missbrauch Betroffenen einen „Befreiungsschlag und eine Erlösung“. Das dürfte zutreffen.

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7.7.2008 Das Erzbistum Köln bedauert, dass Menschen zu Opfern wurden. Der Täter ist inzwischen verstorben.
Quelle: KStA

6.7.2008 Das Erzbistum Köln bestätigt die Vorwürfe gegen einen inzw. verstorbenen kath. Priester, Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben.

3.7.2008 Im Bistum Lausanne-Genf-Freiburg ermitteln die Behörden in neuen Missbrauchsfällen katholischer Priester. Das berichtet "Le Temps" und der Bericht wird vom Untersuchungsrichteramt bestätigt. Die Untersuchungen werden Ende Juli abgeschlossen sein. Le Temps berichtet unter Berufung auf Kirchenkreise, dass ein früher verdächtigter Kirchenmann seine pädophilen Kollegen an die Justiz verraten habe. Die zuständige Untersuchungsrichterin bestätigte den Bericht nicht und gab auch keine weiteren Informationen.
Quelle: blick.ch

26.6.2008 Ein kath. Pfarrer aus dem Main-Kinzig-Kreis verzichtet auf seine Pfarrei. Es waren Pädophilie-Vorwürfe laut geworden, die sich auf ein Verfahren Ende der 80er Jahre in Freiburg/Schweiz bezogen, das mit dem Freispruch des Angezeigten endete. Nachforschungen ergaben laut Bistum bis heute keine neuen Verdachtsmomente. Der Pfarrer sei "durch die massive Beschädigung seines Rufes erkrankt" und sehe ich nicht in der Lage, eine neue Aufgabe zu übernehmen, teilte das zuständige Bistum Mainz mit.
Quelle: FR
Siehe auch Nachricht vom 28.4.2008: In der FR wird der Vorwurf erhoben, dass im Bistum Mainz ein Priester, Spätberufener, geweiht wurde, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde und der von diesem Vorwurf mangels Beweisen freigesprochen wurde. Der Kirchenleitung habe er diese Vorgeschichte vor der Weihe verschwiegen. 2005 wurde die Diözese über die Schweizer Vorgänge informiert und machte eine Anzeige, die jedoch wegen der Verjährung zu nichts führte.

25.6.2008 In Neuseeland ist ein 73-jähriger kath. Priester des sexuellen Missbrauchs von sieben behinderten Jungen in einem Internat in Christchurch schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß steht noch aus. Der Täter war Prior des Ordens, der die Schule unterhielt. In 16 Fällen wurde er freigesprochen.
Ein anderer Priester, der an der gleichen Schule arbeitete, sitzt wegen Missbrauchs bereits im Gefängnis.
Quelle: oe24.at

21.6.2008 In CiG beschreibt ein Pfarrer seinen Arbeitsplatz u.a. so: "Dass ausgerechnet Vertreter jener Kirche, welche stets eine rigide Sexualmoral vertritt, durch sexuelle Übergriffe auf Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder für Schlagzeilen sorgen, fühlt sich alles andere als gut an. Der Glaubwürdigkeit wird der Boden entzogen. Verurteilungen sind nicht angebracht. Hinter solchen Übergriffen verbergen sich seelische und körperliche Dramen. Trotzdem fühlt es sich nicht gut an, unter dem Verdacht zu stehen, ein sexuelles Monster zu sein, vor dem gewarnt werden muss."
Kommentar: Offensichtlich meint der Autor, Täterarbeit sei nur möglich, wenn die Taten nicht als Verbrechen verurteilt werden. Damit werden natürlich die Opfer der Verbrechen zu Menschen, die gar keinem Verbrechen zum Opfer fielen. Das ist eine weitere Variante von Täterschutz und Opfer-Entsorgung. Nicht einmal eindeutige Papstworte haben diese Variante verhindern können. Dass es sich nicht gut anfühlt, zu einer Institution zu gehören, die Verurteilungen von Sexualstraftätern für "nicht angebracht" hält, verstehe ich. Ich verstehe auch, dass das Gefühl, dem Generalverdacht der Täterschaft oder des Vertuschens von Straftaten zu unterliegen, unangenehm ist. Da gibt es nur ein Mittel, diesem Verdacht zu entkommen: Sich auf die Seite der Opfer zu stellen und Straftaten zu verurteilen. Jesus war da eindeutig und scheute sich nicht vor einer klaren Verurteilung: Wer einen dieser Kleinen verachtet, dem gehört ein Mühlstein um den Hals gebunden und er gehört ins tiefste Meer geworfen.
Quelle: CiG
Auf meinen Hinweis, dass Jesus Verbrechen an Kindern sehr wohl verurteilte, ließ mich der Autor des Artikels wissen, seine Formulierung "Verurteilungen sind nicht angebracht", sei undifferenziert und er sei keineswegs der Ansicht, dass sexuelle Übergriffe strafrecht nicht geahndet werden müssen und dass Täter einfach in andere Diözesen oder Tätigkeitsfelder verschoben werden.

20.6.2008  In Frankreich, Colmar, wird einem Pädophilennetzwerk, dem 44 Männer zw. 17 und 50 Jahren angehören, der Prozess gemacht. Die Mitglieder des Pädophilenrings sollen illegales kinderpornografisches Material (gibt es auch legales?) vertrieben haben. Unter den Verdächtigen ist auch ein Pfarrer.
Quelle: tv-Südbaden.de

13.6.2008 In der kath. Kirche Englands und Wales' sind 2007 mutmaßlich insgesamt 53 Kinder von Priestern oder kirchl. Laien missbraucht worden. In sieben Fällen soll es sich um sexuellen Missbrauch handeln, begangen von Priestern. Quelle: kathweb

11.6.2008 Am Dienstag wurde der Haftbefehl gegen den 66-jährigen katholischen Pfarrer in Bottrop außer Vollzug gesetzt. Der Angeschuldigte hatte zuvor die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eines Kindes teilweise eingeräumt. Die Strafkammer sah angesichts des Teilgeständnisses und der Presseberichterstattung keine Wiederholungsgefahr mehr und erlegte dem Geständigen auf, jeglichen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zu meiden. Außerdem untersagte das Bistum die Rückkehr des Pfarrers in seine bisherige Wohnung. Er muss in einer vom Bistum zur Verfügung gestellten Unterkunft wohnen.
Quelle: Der Westen

7.6.2008 Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt unter Leitung der Staatsanwaltschaft gegen einen Pfarrer aus dem Raum Schrobenhausen. Dem 54-jährigen Geistlichen wird vorgeworfen, fünf Ministrantinnen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren sexuell belästigt zu haben. Die Diözese Augsburg hat den Beschuldigten mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt.
Quelle: Kanal 8

4.6.2008 Das Bistum Essen hat einen Katholischen Priester aus Bottrop wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern beurlaubt. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss, teilte der Essener Oberstaatsanwalt Kassenböhmer mit. Der Priester sitzt derzeit in U-Haft.
Quelle: heute.de

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3.6.2008 In Bielefeld wurde ein katholischer Pfarrer vom Dienst suspendiert. Seit Dezember 2007 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 49-Jährigen. Auf der Festplatte seines Computers wurden ca 250 Bilder entdeckt, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder (Kinderpornografie) zeigten. Das zuständige Bistum Paderborn teilte mit, dass die Einleitung kirchenrechtlicher Schritte vom Ausgang des Ermittlungsverfahrens abhängen.
Quelle: fr-online
s. auch WDR
Zur Erinnerung: Hinter kinderpornografischen Bildern stehen Kinder, denen sexualisierte Gewalt angetan wurde und die dabei fotografiert/gefilmt wurden. Die Fotos und Filme kursieren, werden verkauft und gekauft.
Nachtrag 16.10.2009: Nach Informationen von carechild.de arbeitet der katholische Pfarrer wieder im Militärpfarramt. Darüber hinaus habe er auf einem von ihm (mit-?) veranstalteten Familientag Umgang mit Kindern gehabt. Eine Nachfrage von carechild am Telefon wurde mit der Antwort abgetan: "Dies alles stimmt nicht." Das Ordinariat verwies auf eine schriftliche Anfrage, die dann nicht beantwortet wurde. (s. charechild)

2.6.2008 Gegen einen kath. Priester aus dem Kreis Rottweil wird wegen Kinderpornografie ermittelt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Priester im Besitz von Kinderpornografie sei und an ihrer Verbreitung beteiligt war. In einem Internet-Café soll er Kontakt zu Minderjährigen gesucht und gefunden haben. Zuvor schon war er wegen der Veruntreuung von Spendengeldern suspendiert worden, die im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in Peru stand.
Ob die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird, entscheidet sie nach Auswertung der Datenträger.
Quelle: Schwarzwaelder-bote.de

30.5.2008  Ein Priester des Kantons Freiburg steht im Verdacht, im Jahr 2000 eine Frau sexuell missbraucht zu haben. Der Priester bestreitet die Vorwürfe. Die Justiz war durch einen Dritten/eine Dritte informiert worden. Das mutmaßliche Opfer entschied sich nach der Befragung durch die Polizei zur Anzeige. Quelle: www.news.ch
Die Verantwortlichen des Bistums Freiburg, Lausanne, Genf ergreifen während des laufenden Verfahrens keine Massnahmen gegen den betroffenen Priester. Sollte die Justiz die Vorwürfe bestätigen, werde man entsprechende Sanktionen erlassen, sagte Bischofsvikar Marc Donzé auf Anfrage.
Quelle: www.nachrichten.ch

18.5.2008 Eine 47-jährige Frau aus Augsburg hat die katholische Kirche auf eine halbe Million Euro Schadenersatz wegen jahrelangem sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Priester verklagt. Die Übergriffe seien geschehen, als sie im Marienheim in Würzburg lebte. Das OLG Bamberg hält nach Angaben von Focus die Klage für erfolgversprechend. Die Frau erhielt Prozesskostenhilfe zugesagt - für die Übergriffe während der letzten fünf Monate ihres Heimaufenenthaltes. Frühere Übergriffe seien verjährt.
Der Rechtsanwalt der beklagten Diözese Würzburg sagte zu Focus: "An dieser Geschichte ist kein Wort wahr." Die Frau sei krank und könne Fantasie und Wahrheit nicht auseinanderhalten. Die  Glaubwürdigkeit der Klägerin, so Focus, werde jedoch durch ein ärztliches Gutachten eines Psychologen der kath. Universtität Eichstätt gestützt. Das Gutachten wurde im Auftrag der Kirche erstellt. Die Klägerin könne zwischen Fantasie und Realität trennen und ihr fehle auffallend die Neigung zur Fabulation, Phantasie und zum Surrealen, so das Ergebnis des Gutachtens.
Quelle: Focus

16.5.2008 Der Erzbischof von Sydney erwartet von Papst Benedikt XVI. bei dessen Australien-Besuch im Juli klare Worte zum sexuellen Missbrauch durch Priester. "Ich wäre erstaunt, wenn er zu einem Thema von derart großer Bedeutung nichts sagen würde", sagte Kardinal George Pell am Freitag vor Journalisten in Sydney. Die australischen Bischöfe hätten sich bereits für den Kindesmissbrauch durch Geistliche entschuldigt. Die Kirche würde "alles tun, um die Wunden zu heilen". Ob der Papst auch Missbrauchsopfer persönlich treffen werde, konnte Pell nicht sagen.
Quelle: Mittelbayerische.de

3.5.2008 Einen Monat nach dem Bekanntwerden mutmaßlicher Missbrauchsfälle in einer Bergisch Gladbacher Pfarrgemeinde dauern die Gespräche an. Ein Vertreter des Erzbistums Köln sagte, es haben sich mehrere Personen gemeldet.
Quelle: ad-hoc-news

1.5.2008 Die Diözese Davenport, Iowah, hat einem Ausgleich mit 150 Missbrauchsopfern von Klerikern zugestimmt. Die Entschädigungszahlungen betragen 27 000 000 Dollar. Bischof Marin Amos erklärte: "Das ist jetzt für uns kein abgehaktes Thema. Wir haben einen Lernprozess durchgemacht und stellen jetzt Transparenz und Gerechtigkeit über alles."
Quelle: Radio Vatikan

29.4.2008 Nachdem das Bistum Basel unwirsch auf einen 60 Jahre zurückliegenden Missbrauchsfall reagierte, bricht eine weitere Frau im Pensionsalter ihr Schweigen und berichtet, sie sei als junges Mädchen vom Dorfpfarrer missbraucht worden. Als die Frau Mitte 30 war, sei sie dem Pfarrer eher zufällig wieder begegnet und habe ihn zur Rede gestellt. «Warum ich?», hatte sie wissen wollen. Der Pfarrer habe geantwortet: «Weil du ein Kind der Sünde bist, ist meine Schuld nicht so gross.» Ein Kind der Sünde sei sie, da sie unehelich gezeugt war, erklärt N.N.
Quelle: Thurgauer Zeitung

29.4.2008 Ein kath. Pfarrer aus Hamm wurde wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildern zu 80 Tagessätzen à 40 ¤ verurteilt. Der Strafverteidiger signalisierte, dass sein Mandant die Strafe hinnehmen werde. "Dem Pastor ist es wichtig, die Angelegenheit so still und schonend wie möglich für alle Beteiligten - auch für seine alte Gemeinde - zu Ende zu bringen. Und natürlich ohne eine öffentliche Hauptverhandlung", sagte er.
Das Bistum Paderborn teilte mit, der Pfarrer sei seit 3-4 Wochen im Dortmunder Raum in der Krankenhausseelsorge im Einsatz. Auch eine Aushilfstätigkeit in Sonntagsgottesdiensten sei nunmehr noch möglich.
Quelle: wa-online

28.4.2008 Der Anzeigensteller im Fall des Hamburger Missbrauchsverdachts gegen einen katholischen Priester sagt in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt, ihm sei definitiv bekannt, dass die Kirche informiert war. Der Beschuldigte erhält Sympathiekundgebungen, der Anzeigensteller Morddrohungen.

28.4.2008 In der FR wird der Vorwurf erhoben, dass im Bistum Mainz ein Priester, Spätberufener, geweiht wurde, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde und der von diesem Vorwurf mangels Beweisen freigesprochen wurde. Der Kirchenleitung habe er diese Vorgeschichte vor der Weihe verschwiegen. 2005 wurde die Diözese über die Schweizer Vorgänge informiert und machte eine Anzeige, die jedoch wegen der Verjährung zu nichts führte.

25.4.2008 Konradsblatt: Neues Vertrauen - zur Papstreise in die USA

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23.4.2008 Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Priester in der Hansestadt wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Ein Mitglied des Pastoralrats der Katholischen Kirche hatte über einen Hamburger Rechtsanwalt Strafanzeige erstattet und Zeugen benannt. Das Erzbistum Hamburg erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, es sei noch nicht informiert. Sollten tatsächlich eine Strafanzeige und ein Ermittlungsverfahren existieren, dann werde der Geistliche sofort beurlaubt werden.
Quelle: Abendblatt
Kommentar: Wenn der - am 27.4.2008 verstorbene - Prälat, in seinen Unterlagen 9 Jahre lang eine Anzeige gegen einen Priester wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs vorliegen hatte, ohne weitere Schritte zu unternehmen, dann frage ich mich, was die öffentliche und innerkirchliche Diskussion spätestens seit 2002 bewirkt hat.

21.4.2008 Ein Missbrauchs-Opfer eines Priesters berichtet in  welt.de

20.4.2008 Die Papst-Rede im Wortlaut
Inzwischen berichtet die New York Times unter Berufung auf den Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, dass die Kirche an eine Verlängerung der Verjährungsfristen denke, weil die Opfer erst viele Jahre nach ihrem Missbrauch den Mut hätten, ihren Fall der Kirche zu melden. So die Meldung der SZ.


19.4.2008 Sebastian Moll in der FR: Nicht jedes Opfer ist von der Geste Benedikts beeindruckt. Opfer, die an dem Gespräch mit dem Papst teilnahmen, zeigten sich beeindruckt. Anderen hingegen war die Geste und die vage Forderung nach "seelsorgerischer Aufmerksamkeit" zu wenig. Sie fordern grundlegende Änderungen. Dazu gehöre, dass die Kirche gegen jeden Bischof, der ein Verbrechen vertuscht hat, ein Disziplinarverfahren einleitet und dass jeder Priester, der ein Kind missbraucht hat, automatisch sein Amt verliert. Ein Opfer, Patricia Ann Cahill, meinte: "Er redet davon, wie sehr ihn das belastet? Er soll doch mal mit uns zu Mittag essen. Wir können ihm erzählen, was es wirklich bedeutet, belastet zu sein."
In der taz wird berichtet, dass die Psychologin Mary Gail Frawley-ODea aus Charlotte, die mit Missbrauchsopfern der Kirche arbeitet, die Haltung des Papstes als deprimierend bezeichnet, weil es keinen Test gibt, der im Vorhinein Pädophilie erkennen könne. Das zentrale Problem sei nie der Missbrauch an sich gewesen. "Das zentrale Problem war immer, welche Antwort man bekommt, wenn man einen Missbrauch meldet."
Kommentar: Seit 2002 verspricht die Kirchenleitung ein Ende der Vertuschungen und Versetzungen und sie verkündet den Opfern ihre tiefe Betroffenheit und versichert, dass ihre größte Sorge den Opfern gelte. Es wird sich an konkreten Maßnahmen, die bei den Opfern auch ankommen, zeigen, was von den erneuten Ankündigungen zu halten ist - verantwortlich für die Umsetzung der Forderungen und die Durchführung der Richtlinien zum Umgang mit innerkirchlichen Missbrauchsfällen ist nämlich in Deutschland der jeweilige Ortsbischof.  Es bleibt abzuwarten, wie im Bistum Regensburg weiterhin mit dem Riekofener Missbrauchsfall umgegangen wird. Und im Vatikan wird zu sehen sein, was mit den 990 bislang nicht verurteilten amerikanischen Priester-Tätern geschehen wird.

18.4.2008 Der Papst ist überraschend mit Opfern pädosexueller Gewalt durch kath. Priester zusammengetroffen. Der Opfer-Verein SNAP sprach von einem "positiven Schritt auf einem sehr langen Weg". Der Papst traf 25 Minuten lang 5 - 6 erwachsene Opfer. Eines davon, Bernie Mc-Daid, berichtete, er habe dem Papst gesagt, es sei nicht nur sexueller, sondern auch spiritueller Missbrauch gewesen - und das solle der Papst wissen. Andere TeilnehmerInnen bezeichneten das Treffen als sehr offen und emotional. Vatikan-Sprecher Lombardi meinte, es sei vermutlich das erste Treffen eines Papstes mit Opfern.
SNAP kommentierte, das Treffen sei ein lange erwarteter Schritt. Hätte es nicht stattgefunden, müsste man von einem verheerenden Symbol sprechen.
Quelle: rp-online
Kommentar: Auch ich halte dieses Treffen für einen ersten wichtigen Schritt auf einem langen Weg zur Wiedergewinnung von Glaubwürdigkeit der Kirche in den Augen der Opfer. Der Hinweis, dass sexueller Missbrauch durch Priester zugleich spiritueller Missbrauch ist, scheint mir richtig: Wenn Kirche sich nicht auf die Seite der Opfer stellt, dann vermittelt sie den Opfern, dass Gott auf der Seite von Gewalttätern steht. Damit fällt Gott als letzte - und nicht selten einzige - Appellationsinstanz gegen erlittenes Unrecht aus. Das ist der Tod Gottes in den Herzen der Opfer.

17.4.2008 Das OLG Bozen hat einen katholischen Priester wegen fortgesetzter sexueller Gewalt gegen ein zur Tatzeit minderjähriges Mädchen zu 7,5 Jahren Haft verurteilt. Damit wurde das Urteil der 1. Instanz, ein Freispruch, aufgehoben. Die Verteidigung kündigte Berufung vor dem röm. Kassationsgericht an. Begründung: Die Anklage beruhe nur auf Träumen der Klägerin, die sie ihrer Therapeutin berichtete.
Quelle: ORF-Tirol

17.4.2008 Kommentar zum Besuch des Papstes in den USA: Allerorten wird berichtet, der Papst schäme sich, weil ca 5000 amerikanische kath. Priester ca 12.000 Kinder in den letzten 50 Jahren sexuell missbraucht haben. [Diese Zahlen werden wohlweislich nicht genannt. Verschwiegen wird auch, dass in den 1000 dem Vatikan vorliegenden Anzeigen alleine aus den USA bislang nur 10 Täter verurteilt wurden.] Ich denke, die Scham des Papstes nützt nur dem Ansehen des Vatikans in der Öffentlichkeit und sonst niemandem, wenn ihr keine Taten folgen, die bei den Opfern als Entlastung ankommen. Notwendig wäre: Offenlegung der Verbrechen, Verurteilung der Täter und vor allem eine spürbare Solidarisierung der Kirche mit den Opfern. Der erste Schritt der Solidarisierung ist, ihnen zuzuhören. Aber selbst dieser Schritt geschieht derzeit in den USA nicht; ein Treffen des Papstes mit Gewaltopfern von Priestern ist nicht eingeplant. Wie - um Himmels willen - will Kirche denn den Opfern helfen, wenn es kein Gespräch mit ihnen darüber gibt, was sie denn brauchen?
fragt Rika, die vielfältige Erfahrungen damit hat, wie in Deutschland gewaltüberlebende Christinnen, die Opfer kirchlicher und familiärer Täter wurden, von der Kirche beschwiegen und abgewimmelt werden

17.4.2008 Ein Priester, der bei einem Bergunfall gerettet wurde, beging sexuellen Missbrauch. Das Opfer, heute selbst Priester, will die Vergangenheit ruhen lassen.
Quelle: kath.ch

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16.4.2008 Schuld und Sühne - Kommentar zum USA-Besuch des Papstes. Matthias Drobinski in der SZ . Drobinski schreibt: "Sollte Benedikt XVI. sich nicht lieber auf die großen weltpolitischen Auftritte konzentrieren, auf die Rede vor den Vereinten Nationen, auf den bewegenden Auftritt am Ground Zero?    
Die Antwort lautet: Nein - weil beides zusammengehört. Weil der Papst nicht vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen von Menschenrechten reden kann, wenn den Missbrauchsopfern nicht Gerechtigkeit zuteil wird. Weil der Papst nicht weltweite soziale Gerechtigkeit, den Schutz der Familien, des geborenen und ungeborenen Lebens fordern kann, wenn innerhalb seiner Kirche die Menschenrechte missachtet, die Opfer übersehen, ihre Leidensgeschichten ignoriert werden."

16.4.2008 Papst Benedikt XVI. spricht davon, dass die Missbrauchsfälle ein großes Leid für die Kirche der Vereinigten Staaten, für die gesamte Kirche und für ihn persönlich seien.
Quelle: kath.ch

15.4.2008 Die US-amerikanische Opferselbsthilfe derer, die von katholischen Priestern missbraucht wurden (SNAP), schreibt in einem statement, dass die Kirche Millionen für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben und den Eindruck erweckt habe, ihr Umgang mit Missbrauchsopfern habe sich verändert. In Wirklichkeit widersprächen die Taten der Bischöfe ihren Versprechen. Wörtlich schreibt SNAP: "Despite pledges to promptly suspend accused predators, bishops often don't do that. Despite promises to be 'transparent' about child sex cases, bishops often don't do that. Despite pledges to treat victims with compassion, bishops don't often do that." Vom Papst erwartet SNAP anlässlich seines USA-Besuchs Taten statt Versprechen.
Quelle: SNAP

Ein Treffen mit Opfern ist bislang nicht vorgesehen, berichtet ORF.

faz.net berichtete am 14.4.2008, dass die amerikanische Bischofskonferenz zu dem Ergebnis gekommen sei, dass es glaubwürdige Berichte über mehr als 5000 Priester gibt, die sich seit 1950 an etwa 12.000 Kindern vergriffen haben.

Die Presse.com hat am 10.4.2008 geschrieben: Das italienische Nachrichtenmagazin "Panorama" berichtete im Vorfeld des Papstbesuches in den USA, dass seit 2001 rund 1000 Anzeigen wegen pädophiler Verbrechen von Priestern aus den USA eingegangen seien. In 10 der 1000 angezeigten Fälle kam es zu einem Strafprozess, d.i. 1 %.

14.4.2009 Ein Lehrer, der Anfang der 90er Jahre wegen Missbrauch angezeigt wurde, tauchte unter. "Alle dachten, er sei in einem japanischen Kloster», erinnert sich die Schülerin. Die Freiburger Polizei schreibt ihn zur Fahndung aus, kann – oder will – aber nicht fündig werden. Dabei hätte sie gar nicht bis Japan suchen müssen: X versteckte sich im Priesterseminar in Mainz (D). Als 1996 in Freiburg das Verfahren wegen Verjährung eingestellt wird, ist Ex-Katholikenhasser X. schon katholischer Pfarrer in Deutschland.
Quelle: blick

4.4.2008 Anfang der 1970er Jahre soll ein inzwischen verstorbener Geistlicher der Gemeinde St. Maria Königin in Bergisch Gladbach-Frankenfort Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben. Opfer werden gebeten, sich bei Domkapitular Dr. Robert Kümpel zu melden.
Quelle: express.de

1.4.2008 In Mischendorf, Österreich, wurde ein Kaplan wegen sexueller Belästigung verbaler und handgreiflicher Art von den Eltern der Kinder angezeigt. Von Bischof Iby wurde er mit sofortiger Wirkung des Dienstes enthoben. Das Ordinariat ist betroffen und bedauert.

22.3.2008 Gleich in zwei Interviews äußerte sich der Apostolische Nuntius Dr. Jean-Claude Périsset zum Fall Riekofen. In der pnp fragt der Interviewer: "Wenige Tage vor Ihrem Besuch fand der Prozess gegen einen hiesigen Priester statt, der Jungen sexuell missbraucht hat. Wie stark belastet das Thema sexueller Missbrauch das Ansehen der katholischen Kirche?"
Périsset: "Das ist ein trauriges Beispiel mit Folgen für die Missbrauchten, die Hilfe brauchen, aber auch für junge Männer, die Priester werden wollen und diese Schwachheit sehen. Dennoch sollte man die Hoffnung nicht verlieren. Ich bete regelmäßig für diese Mitbrüder, die gefallen sind, um Gottes Erbarmen, aber auch um menschliches Erbarmen. Sie brauchen unsere Hilfe, damit sie irgendwie wiederhergestellt werden. Was sollte man sonst tun? Sie lebenslang einsperren? Das geht nicht, auch wenn sie ein Verbrechen begangen haben. Es gibt nicht einfach hier die Guten und dort die Bösen, die weg müssen. Man muss ihnen helfen, nicht sie wegschicken."

20.3.2008 Im Interview mit der Mittelbayerische Zeitung sagte der Apostolischer Nuntius Dr. Jean-Claude Périsset zum Fall Riekofen: "Ich denke an das Kind, das missbraucht wurde, aber auch an den Priester, der so schwach blieb. Ich bin sehr traurig, wenn ich das höre. Aber ich glaube, es gibt auch für die Sünder immer eine Erlösung. In diesem Fall hat, so weit ich weiß, das Gericht schon früher gesagt, er könne wieder normal eingesetzt werden. Ich glaube nicht, dass man die Strafen noch verschärfen muss. Sicher wird man noch stärker auf die Ausbildung und Weiterbildung und auf die innere Haltung der Priester achten müssen. Die Bischöfe und der Heilige Stuhl wollen hier nicht nur mit Strafe, sondern auch mit Blick auf die Erlösung reagieren."

Kommentar: Dem Opfer gilt in beiden Interviews jeweils ein Halbsatz des Nuntius. Die restlichen Äußerungen betreffen den Täter. Dieser Befund entspricht ziemlich genau dem, was Opfer von Gewalt im kirchlichen und gesellschaftlichen Kontext auch erleben - das Interesse gilt dem Täter.

16.3.2008 Richter erhebt schwere Vorwürfe gegen Bistum Regensburg Welt.de

15.3.2008 Auch die Justiz schaute lange weg - Augsburger Allgemeine über den Riekofener Missbrauchsfall

15.3.2008 Das Bistum Regensburg stellt offengebliebene Fragen nach dem Abnschluss des Strafverfahrens gegen den Ex-Priester von Riekofen

14.3.2008 Verliert jetzz auch die Kirche das Vertrauen der Bürger? kath.de Kommentar

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14.3.2008 Radio Vatikan zur Verurteilung des Riekofener Ex-Pfarrers

13.3.2008 Der Ex-Pfarrer von Riekofen ist wegen sexuellen Missbrauchs im Wiederholungsfall zu drei Jahren Gefängnis und Sicherungsverwahrung verurteilt worden.  In der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte mehrfach bei seinem Opfer und dessen Eltern. Der psychiatrische Gutachter Bernd Ottermann  stellte dar, dass der Angeklagte sich in den 10-jährigen Jungen verliebt habe und nie das Gefühl hatte, dem Kind zu schaden.
Offiziell war der 1999 schon einmal Verurteilte in einem Altenheim tätig. Tatsächlich jedoch hatte er bereits 2 Jahre vor Ende seiner Bewährungszeit, die ihm den Kontakt mit Kindern verbot, die gesamte Seelsorgearbeit in Riekofen übernommen und sich besonders um die Ministranten gekümmert. Offiziell erfolgte der Einsatz in Riekofen erst ab 2004.
Quelle: Augsburger Allgemeine
Bislang hatte das Bistum Regensburg gesagt, es habe seitens des Ordinariats "keinerlei Beaufgtragung zu Aushilfseinsätzen in der Gemeinde- und Ministrantenarbeit in der Pfarre Riekofen" gegeben.
Die Welt jedoch berichtet: 'Aus der von der Polizei beschlagnahmten Personalakte des Pfarrers geht allerdings hervor, dass die Diözesanleitung zu jeder Zeit über die Arbeit des vorbestraften Priesters in Riekofen informiert war. So wurden auch Zeitungsartikel gesammelt, die über die Aktivitäten des Geistlichen mit Jugendlichen berichteten. Nachdem der zuvor zuständige Pfarrer gestorben ist, war der Angeklagte praktisch bereits während seiner Bewährungszeit als Pfarrer verantwortlich.'
Quelle: welt.de
Dass ihn sein Dienstvorgesetzter, also die Diözese, wieder einsetzte und damit die Taten ermöglicht habe, habe sich bei der Strafzumessung zugunsten des Angeklagten ausgewirkt, sagt der Richter. Das bisherige Gutachten von Herrn Ottermann hatte bereits 2000 festgestellt, dass Peter K. eine "Kernpädophilie und homoerotische Veranlagung" habe. Laut Richter Iglhaut hätte sich die Diözese dieses Gutachten besorgen können, aus dem hervorgeht, dass K. keinesfalls mehr mit Kindern hätte arbeiten dürfen. Ein Vermerk auf dieses Gutachten fand die Polizei denn auch in K.s kirchlicher Personalakte. Und auf den Internetseiten der Diözese ist nachzulesen, der Justitiar des Bischofs sei "in groben Zügen" über Ottermanns Gutachten informiert gewesen.
(Quelle: SZ)
s. auch Chronologie des Riekofener Missbrauchsfalles


12.3.2008 Polskaweb.eu berichtet, dass der Haupttäter, Priester Andrzej aus der Diözese Stettin-Cammin (Szczeciń-Kamień) (s. Nachricht vom 10.3.08) sei immer nur solange vom Dienst abgelöst worden, bis die bischöflichen Ermittlungen auf Anordnung der höchsten Instanz eingestellt wurden. Im Frühjahr 2007 hatten Reporter der konservativen Tageszeitung "Rzeczpolita" bereits, nach Hinweisen aus der Öffentlichkeit, an einer Reportage über die Geschehnisse in der katholischen Erziehungseinrichtung in Stettin berichten wollen, doch deren Chefredakteur untersagte die Veröffentlichung mit dem Hinweis, dass man erst neulich über einen phädophilen Priester aus Lodz berichtet habe und man müsse es ja nicht übertreiben. Eines der Opfer, heute Dominikanerpater in Warschau hat sich am Abend im Fernsehen geoutet: "Ein großer Teil meiner Seele ist gestorben". Nach Ermittlungen von Journalisten sollen mehrere Bischöfe in das Schweigen um die Phädophilie im eigene Hause verwickelt sein.
Quelle: www.news4press.com

10.3.2008 Pfarrer Andrzej Lesiński hielt einen Gottesdienst für den Präsidenten der Stadt Czesław Małkowski ab, weil dieser wegen Vergewaltigung einer schwangeren Beamtin und anderen sexuellen Übergriffen verhaftet worden war. Die Messe fand bereits am vergangenen Wochendende statt, doch die Worte aus der Predigt von Pfarrer Lesiński zugunsten des dringend verdächtigten Präsidenten kamen erst jetzt in die Presse, als Pfarrer Lesiński einen Gottesdienst am 8. März, dem Welt-Frauentag, für missbrauchte Frauen abgelehnt hatte und einige Frauen sich mit ihrem Anliegen an die Presse gewandt hatten.
Quelle: polskaweb.eu


10.3.2008 Gegen einen polnischen kath. Priester läuft ein Verfahren vor einem Bischofsgericht -  13 Jahre nach der ersten Beschwerde über sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Zeitung "Gazeta Wyborcza" warf den kirchl. Behörden jahrelange Vertuschung vor. 1995 wurde der zuständige Bischof über die Vorwürfe unterrichtet. Der Bischof fand die Berichte nicht glaubwürdig. Mit den Opfern sprach er nicht. 2002 schrieb ein Dominikanermönch die Erzählungen der Opfer auf und übergab sie dem Stettiner Erzbischof Zygmunt Kaminski. 2007 wurde der umstrittene Priester suspendiert. Inzwischen hatte er mehrere katholische Schulen geleitet.
Quelle: www.derwesten.de

3.3.2008 Don Gelmini, italienischer kath. Priester, der in Italien und andernorts Hunderte von Drogenentzugsanstalten gegründet hat, wurde auf eigenen Wunsch laisiert, Mit der Laisierung will er gegen die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vorgehen, ohne die kirchl. Autorität einzubeziehen. In nächster Zeit will er eine Bruderschaft von Laien und Ordensleuten grünen, die die "§Christotherapie" verbreiten soll. Neun frühere Schutzbefohlene hatten die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erhoben. Gelmini hat die Vorwürfte mit Nachdruck zurückgewiesen.
Quelle: dolomiten.it

27.2.2008 Die Schweizer Bischofskonferenz hat sich aus aktuellem Anlass mit der Praxis der Umsetzung der Richtlinien zu sexuellen Übergriffen in der Seelsorge befasst. Grundsätzlich haben sich die Richtlinien bewährt, vor allem im Bereich der Prävention. Die Pädophilie-Fälle der letzten Wochen betreffen Verfehlungen, die mehrere Jahrzehnte zurückliegen. Falsch sei es gewesen, die pädophilen Priester erneut in der Seelsorge einzusetzen. Die SBK bedauert dies.
Quelle: kath.ch
28.2.2008 Bischof Genoud schlägt vor, Gruppen anonymer Opfer unter fachlicher Betreuung zu bilden, ebenso Gruppen von Angehörigen der Opfer. Mit Schreiben vom 24. Januar forderte Genoud die Priester seines Bistums auf, für Opfer von Pädophilen Messen zu feiern, aber auch für die pädophilen Priester selber zu beten. In den Hauptkirchen der Diözese werden spezielle Orte geschaffen, wo Gläubige für Opfer und Täter beten können. Im Karfreitagsgottesdienst will Genoud persönlich die Opfer um Vergebung bitten. Überhaupt sei es vordringlich, die Opfer ernsthaft um Verzeihung zu bitten, auch wegen "des Mangels an Transparenz, Klarheit und Kommunikation".
Quelle: tagesanzeiger.ch

26.2.2008 Das Schweizer Fernsehen bringt heute Abend, 22.20 Uhr in "Der Club" eine Sendung zum Thema: Zölibat und Pädophilie". Die Sendung ist auch als live-stream und Video anzuschauen.
SF

20.2.2008 Der Generalvikar von Vaduz weist darauf hin, dass Steuerhinterziehung ein Verstoß gegen das 7. Gebot ist. Es heißt: "Du sollst nicht stehlen."
Quelle: religion.ORF

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19.2.2008 Ein Lehrstück über Kirche, Medien und Pädophilie
Quelle: NZZ

18.2.2008 Der Bischof von Chur, V. Huonder, kritisierte den Umgang der Medien mit Priestern unter Pädophilieverdacht. Er sagte, die diskutierten Fälle lägen bereits Jahre zurück; sie seien aufgewärmt worden, ohne die Folgen für die Opfer zu bedenken. Aus heutiger Sicht müsse man sagen, dass Fehler gemacht worden seien, aber nicht nur auf kirchlicher Seite, auch in den Schulen und Familien. Die Versetzung pädophiler Priester verteidigte Huonder mit dem Hinweis, die Kirche versuche, auch jenen Menschen, die fehlbar würden, eine Chance zu geben, wenn sie bereit und fähig seien, ihr Leben zu ändern.
Hans Küng hingegen spricht von einem Skandal, vom Vertuschen und Versetzen.
Quelle: SonntagsZeitung
Der Zeitungsartikel berichtet nicht, ob der Bischof Opfer gefragt hat, ob auf sie Rücksicht genommen wurde und von wem.

14.2.2008 Der Generalvikar Pater Trauffer des Bistums Basel wendet sich gegen die Berichterstattung Schweizer Medien über Pädophiliefälle in der Kirche. Er sieht hinter dem Thema Pädophilie ein anderes, grösseres: Es gehe nicht um die real existierende sexuelle Gewalt und wie man sie verhindere, sondern um die real existierende katholische Kirche und wie man sie verhindere. Er schreibt in einem offenen Brief: "Jede Form sexuellen Missbrauchs ist selbstverständlich etwas Unentschuldbares und gehört rechtlich geahndet. Das Verurteilen einer möglicherweise unschuldigen Person ohne klare Beweise ist jedoch ebenso unentschuldbar. Es gilt in unserem Rechtssystem immer noch die Unschuldsvermutung. Im Fall der katholischen Kirche ist es wegen auflagenträchtiger Denkschablonen seit geraumer Zeit jedoch umgekehrt. Es gilt die Schuld-Vermutung, bis zum Erweis der Unschuld."
Quelle: Bistum Basel

6.2.2008 In Freiburg/Schweiz hat sich ein Priester umgebracht. Nach Aussagen des Vikariates ertrug er die gegen ihn veranstaltete "mediale Hetzjagd" nicht mehr. 2001 war der Geistliche angezeigt worden wegen des Verdachts von sexualisierten Gewalttaten an einem Jungen in den 80er - Jahren. Da die Taten, die der Verdächtige in der Voruntersuchung zugegeben hatte, verjährt waren, gab es keine Untersuchung. Der Priester war medizinisch betreut worden und hatte keinen Kontakt mehr zu Kindern. - Der Präsident des Presserates hält es für denkbar, dass die Medien, darunter nicht-journalistisch vorgehende Blogger, zu weit gegangen seien und verwies auf das "Recht auf Vergessen". Zugleich meinte er, die Kirche habe das Thema zu lange verschwiegen und es sei nicht verwunderlich, dass nun so viel darüber geschrieben werde.
Quelle: NZZ + SF
Und so sieht die Opfer-Seite aus: Blick

3.2.2008 Monika Schmid, Theologin und Gemeindeleiterin der Pfarrei Illnau-Effretikon, sagte im Wort zum Sonntag im SF, dass etwas nicht stimme mit der katholischen Kirche, wenn Priester, die sich verlieben und heiraten, ihren Beruf aufgeben müssen und Priester, die Kinder missbrauchen, versetzt werden und eine andere Arbeit bekommen.
Quelle: kath.ch


18.2.2008 Der Bischof von Chur, V. Huonder, kritisierte den Umgang der Medien mit Priestern unter Pädophilieverdacht. Er sagte, die diskutierten Fälle lägen bereits Jahre zurück; sie seien aufgewärmt worden, ohne die Folgen für die Opfer zu bedenken. Aus heutiger Sicht müsse man sagen, dass Fehler gemacht worden seien, aber nicht nur auf kirchlicher Seite, auch in den Schulen und Familien. Die Versetzung pädophiler Priester verteidigte Huonder mit dem Hinweis, die Kirche versuche, auch jenen Menschen, die fehlbar würden, eine Chance zu geben, wenn sie bereit und fähig seien, ihr Leben zu ändern.
Hans Küng hingegen spricht von einem Skandal, vom Vertuschen und Versetzen.
Quelle: SonntagsZeitung
Der Zeitungsartikel berichtet nicht, ob der Bischof Opfer gefragt hat, ob auf sie Rücksicht genommen wurde und von wem.

14.2.2008 Der Generalvikar Pater Trauffer des Bistums Basel wendet sich gegen die Berichterstattung Schweizer Medien über Pädophiliefälle in der Kirche. Er sieht hinter dem Thema Pädophilie ein anderes, grösseres: Es gehe nicht um die real existierende sexuelle Gewalt und wie man sie verhindere, sondern um die real existierende katholische Kirche und wie man sie verhindere. Er schreibt in einem offenen Brief: "Jede Form sexuellen Missbrauchs ist selbstverständlich etwas Unentschuldbares und gehört rechtlich geahndet. Das Verurteilen einer möglicherweise unschuldigen Person ohne klare Beweise ist jedoch ebenso unentschuldbar. Es gilt in unserem Rechtssystem immer noch die Unschuldsvermutung. Im Fall der katholischen Kirche ist es wegen auflagenträchtiger Denkschablonen seit geraumer Zeit jedoch umgekehrt. Es gilt die Schuld-Vermutung, bis zum Erweis der Unschuld."
Quelle: Bistum Basel

9.2.2008 Eine Frau hat 60 Jahre lang über ihren Missbrauch durch einen Pfarrer im Thurgau geschwiegen. Als sie im Pensionsalter 2004 das Zimmer, in dem der Missbrauch stattgefunden hatte, erneut betrat, kam alles wieder hoch. Sie wandte sich an Bischof Koch und verlangte eine öffentliche Entschuldigung und eine Überweisung von 20.000 Franken an den Weißen Ring. "Ich habe genug von salbungsvollen Worten", sagt sie. "Jetzt will ich Taten sehen.... Ich schweige nicht mehr."
Eine Entschuldigung des Bischofs gab es nicht, eine Überweisung an die Opferhilfeorganisation ebenfalls nicht. Nach Aussagen der Frau habe der Bischof sie im Gespräch nicht ernst genommen und ging auf ihre Argumente nicht ein. Der Tagesanzeiger sprach telefonisch mit Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer. Der lachte darüber, dass jemand erst 60 Jahre später an die Öffentlichkeit geht.
Quelle: Tagesanzeiger
Kommentar: Damit scheinen Opfer in der kath. Kirche rechnen zu müssen: Nicht ernst genommen zu werden oder ausgelacht zu werden. Es sieht so aus, als würden Kirchenleute einfach nicht lernen wollen, dass Amnesien über Jahrzehnte stabil sein können als Folge von Menschenrechtsverletzungen. Und es scheint so zu sein, dass Kirche nach wie vor erst unter dem Druck der Öffentlichkeit halbwegs angemessen reagiert. Noch immer nicht wird verstanden, dass der Schaden für die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht in der Veröffentlichung eines Verbrechens besteht sondern im Verbrechen, das dann von der Kirche vertuscht wird.

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8.2.2008 Die Untersuchung in der Schweiz, Jura, gegen einen 67-jährigen pädokriminellen Kapuziner hat keine weiteren Hinweise auf sexuelle Übergriffe ergeben und wurde deshalb eingestellt. Der Kapuzinerpater hatte gestanden in den 1980-er Jahren in Lully/Freiburg einen 10-jährigen Jungen und ab 1989 in Frankreich seinen minderjährigen Neffen missbraucht zu haben. Seit 2005 lebte er wieder in einem Kloster und habe nach eigener Aussage keine weiteren Delikte begangen. Unter Vorbehalt weiterer Fakten wurde die Untersuchung daher eingestellt. Die Untersuchung in Freiburg und in Frankreich hingegen geht weiter.
Quelle: Tagesanzeiger


7.2.2008 Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt gegen einen Geistlichen aus V. (Bistum Trier), der wegen des Besitzes kinderpornografischer Fotos verdächtigt wird. Das Bistum Trier bestätigt, dass der zuvor auch in O. tätige Priester beurlaubt ist. 

6.2.2008 In Freiburg/Schweiz hat sich ein Priester umgebracht. Nach Aussagen des Vikariates ertrug er die gegen ihn veranstaltete "mediale Hetzjagd" nicht mehr. 2001 war der Geistliche angezeigt worden wegen des Verdachts von sexualisierten Gewalttaten an einem Jungen in den 80er - Jahren. Da die Taten, die der Verdächtige in der Voruntersuchung zugegeben hatte, verjährt waren, gab es keine Untersuchung. Der Priester war medizinisch betreut worden und hatte keinen Kontakt mehr zu Kindern. - Der Präsident des Presserates hält es für denkbar, dass die Medien, darunter nicht-journalistisch vorgehende Blogger, zu weit gegangen seien und verwies auf das "Recht auf Vergessen". Zugleich meinte er, die Kirche habe das Thema zu lange verschwiegen und es sei nicht verwunderlich, dass nun so viel darüber geschrieben werde.
Quelle: NZZ + SF
Und so sieht die Opfer-Seite aus: Blick


2.2.2008 Wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jungen muss eine 79-jährige Nonne in den USA für ein Jahr in Haft. Norma G. wurde für schuldig befunden, mit mindestens 2 Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren wiederholt sexuelle Kontakte unterhalten zu haben. Erste Vorwürfe tauchten 1992 auf, wurden jedoch vom damaligen Vorgesetzten nicht weitergeleitet. Erst 2005 leiteten die Strafbehörden ein offizielles Ermittlungsverfahren ein. In kircheninternen Untersuchungen gestand die Nonne den Missbrauch von drei weiteren Jungen. Zunächst drohten ihr 20 Jahre Haft, verurteilt wurde sie zu 10 Jahren, von denen 9 auf Bewährung ausgesetzt wurden. Als das Gericht fragte, ob sie sich Gedanken über die Gefühle der Jungen gemacht habe, antwortete die Nonne. "Welcher Teenager kann einer solchen Gelegenheit schon widerstehen?"
Quelle: Krone.at


1.2.2008 Der Bischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg fordert eine bessere innerkirchliche Kontrolle pädophiler Priester. [Die Forderung ist vermutlich an sein eigenes Bistum gerichtet.] Der Bischof sei bestürzt über die Berichte über Pädophilie. Er betonte, zu oft würden diese Fälle in Gesellschaft und Kirche tabuisiert und tot geschwiegen, was zu "dramatischen Entwicklungen" geführt habe (für wen die Entwicklungen dramatisch waren - für Täter, Opfer, das Bistum oder für wen auch immer -, geht aus dem Bericht nicht hervor). Inzwischen gibt es eine telefonische Hotline, bei der 14 Anrufe eingingen. 9 Menschen wollten nur reden, fünf Menschen suchten die direkte Begegnung mit dem Bischof. Gewisse Fälle lägen bis 50 Jahre zurück; "fünfzig Jahre des Leidens", kommentierte der Bischof. Der Bischof gab zu bedenken, dass verschiedene Opfer selbst Jahrzehnte nach dem Geschehen nicht bereit seien, sich der Belastung eines Gerichtsverfahrens auszusetzen. Sie möchten vielmehr mit jemandem über das Erlittene reden. Aufgabe der Kirche sei es, sie in ihrem Heilungsprozess zu unterstützen.
Derzeit liegen dem Bistum eine Liste mit den Namen von zehn der Pädophilie bezichtigten Priester vor. Eine neu eingerichtete Kommission werde die Liste prüfen und versuchen, Fakten und Gerüchte zu sichten. Der Bischof rief das Bistum zu einem "Weg der Vergebung" auf und forderte, mit Gottesdiensten der jugendlichen Opfer zu gedenken. Am Karfreitag sollen in den Gottesdiensten Opfer und Täter in das Gebet eingeschlossen werden.
Quelle: kipa-apic.ch
Kommentar: Was der "Weg der Vergebung" konkret bedeutet, ist dem Pressebericht nicht zu entnehmen. Offen bleibt, wer da wem vergeben möge und welche Schuld zu vergeben ist: die Schuld der Tat, die Schuld der Vertuschung, die "Schuld" der Veröffentlichung der Tat. Wie es möglich sein soll, für Opfer und Täter zugleich zu beten, wird abzuwarten sein. Bislang war es jedenfalls in all dieser vermutlich redlichen Absicht so, dass in solchen Vergebungsbitten am Ende aus den Opfern die wahren Täter gemacht wurden.
Ich glaub' die schönen Absichtserklärungen und Forderungen erst, wenn ich von keinem Opfer von Gewalt durch Priester, kirchliche Mitarbeiter oder Familienangehörige mehr erfahren muss, wie Opfer beschwiegen und abgewimmelt werden und wie (kirchliche) Täter den Schutz der Kirche bis zuletzt erfahren. Rika


1.2.2008 Ein Fachgutachten über den Riekofener- Ex-Pfarrer, der einen Jungen 22 mal missbraucht haben soll, ergab, dass der mutmaßliche Täter nur vermindert schuldfähig sei. Im Falle einer Verurteilung solle er weiterhin in der Psychiatrie untergebracht werden. Ohne Therapie gehe eine große Wiederholungsgefahr von ihm aus.
Quelle: Süddeutsche

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1.2.2008 Der Gründer des konservativen katholischen Ordens Legionäre Christi, Marcial Maciel, ist eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Orden mit. Papst Benedikt XVI. hatte vor zwei Jahren disziplinarische Maßnahmen gegen Maciel verhängt, dem der sexuelle Missbrauch von Seminaristen vorgeworfen wurde. Maciel hatte gute Beziehungen zu Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II.. Die Maßregelung bestand darin, dass Pater Maciel "ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße" führen solle. Auf ein kirchenrechtliches Verfahren wurde wegen der "zerbrechlichen Gesundheit" des damals 2006 85-Jährigen verzichtet.
Quelle: Yahoo


1.2.2008  Das "Fachgremium Sexuelle Übergriffe in der Pastoral" stellt fest dass die von der Schweizer Bischofskonferenz im Jahr 2002 erlassenen Richtlinien über sexuelle Übergriffe "offensichtlich nicht in allen Institutionen der Kirche mit derselben Ernsthaftigkeit umgesetzt worden sind".
Quelle: kath.ch

30.1.2008 In den "Lokal-Nachrichten-online" wird der ehemalige Pfarrer von Riekofen und mutmaßliche Kindesmissbraucher als "Sex-Pfarrer" bezeichnet. Dieser Begriff legt nahe, dass es um Sexualität ging - aber es geht um ein Gewaltverbrechen, das ihm zur Last gelegt wird. Nach Presseberichten hat der mutmaßliche Täter sich bei seinem Bischof entschuldigt. Von einer Entschuldigung beim Opfer ist nichts bekannt. Unbekannt ist auch, wann der Bischof den angekündigten Besuch in Riekofen, der für den 23.9.2007 vorgesehen war, machen wird. Bekannt ist, dass entgegen den bisherigen Veröffentlichungen noch keine Anklage erhoben wurde und dass der Beschuldigte ein Geständnis ablegen will.

27.1.2008 kath.ch berichtet von dem Selbstmord der Mutter des missbrauchten Neffen, als sie im August 2007 vom Missbrauch ihres Sohnes erfuhr, und von zwei Selbstmordversuchen des jüngeren Bruders. 1990 brachte sich ein 17-jähriger Messdiener des Kapuziners um. 1995 brachte sich ein 20-jähriger Student um, der als Junge an einem Ferienlager des Kapuziners teilgenommen hatte.

26.1.2008 "Das Bistum Freiburg im Mediengewitter" und "Nulltoleranz für pädophile Priester nach Aufdeckung alter Vorfälle" - so titelt die NZZ und informiert, dass neben der Anschuldigung gegen einen Kapuziner weitere rund zehn Priester im Verdacht stehen, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der zuständige Offizial, Betticher, wies darauf hin, dass zunächst die Unschuldsvermutung zu gelten habe. Zu den vorhandenen Richtlinien zum Umgang mit sexuellen "Übergriffen" sagte er, dass u.U. auch dann Anzeige erstattet werden müsse, wenn das Opfer es nicht wünsche. Denn das Interesse der Kinder müsse noch höher bewertet werden als der Opferschutz.
Das Bistum Freiburg hat sich zu einem offensiven Vorgehen entschlossen, um die zu Unrecht Beschuldigten zu entlasten und um die ohnehin schwierige Arbeit der ca 400 Priester nicht zusätzlich mit einem Generalverdacht zu belasten.
Quelle: NZZ

26.1.2008 Im Bistum Regensburg wurde Anklage gegen den der Pädophilie verdächtigen früheren Pfarrer von Riekofen erhoben. Die Anklage geht von 20 Übergriffen auf einen 13-jährigen Messdiener aus. In einem Gutachten wird dem Angeklagten "homoerotische Kernpädophilie" bescheinigt.
Quelle: Süddeutsche
Dokumentation zum Riekofener Missbrauchsfall

24.1.2008 In der Schweiz wurde der Staatsanwaltschaft ein weiterer Verdachtsfall eines pädokriminellen Priesters übergeben. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.
Quelle: nzz.ch

23.1.2008 Nicolas Betticher, Offizial im Bistum Lausanne-Genf-Freiburg beurteilte die Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch als zu vage. Nur in schweren Fällen, "wenn sich die nahe GEfahr von Wiederholungstaten nicht auf andere Weise bekämpfen lässt", ist die Information der Ermittlungsbehörden vorgesehen. Es sei wichtig, dass die Wahrheit so schnell wie möglich ans Licht komme. Nur das sei im Interesse des Opfers, sagte er.
Quelle: 20min.ch

23.1.2008 Die Erzdiözese Los Angeles hat ihr zentrales Verwaltungsgebäude verkauft, um die vereinbarte Entschädigung wegen sexuellen Missbrauchs zahlen zu können. Die Kirche muss insgesamt 660 Millionen DOllar an 508 Opfer zahlen. Für 45 weitere Fälle wurden bereits 60 Millionen Dollar gezahlt.
Quelle: pr-inside.com

22.1.2008 Die Schweizer Bischofskonferenz will die seit 2002 geltenden internen Richtlinien zum Umgang mit pädokriminellen Priestern überprüfen, nachdem ein Priester nach einem sexualisierten Gewaltverbrechen - er hatte vier Jahre lang einen 10jährigen Jungen missbraucht - lediglich versetzt worden war. Die Bischofskonferenz lässt verlauten, dass sie heute anders handeln würde.
Quelle: tagblatt.ch
Kommentar: Der Satz "Heute würden wir anders handeln" wird seit 2002 häufig wiederholt - immer dann, wenn ein "neuer Fall", auf den die Richtlinien nicht zutreffen, weil sie später in Kraft traten, öffentlich bekannt wird. Zu wünschen wäre, dass ALLE bekannten Verbrechen zumindest innerkirchlich geahndet werden, wenn sie schon nicht mehr justitiabel sind aufgrund der inzwischen eingetretenen Verjährung. Richtlinien helfen wenig, wenn es ein "geheimes Einverständnis" der kirchlich Verantwortlichen mit den Tätern gibt. Es ist dieses "geheime Einverständnis", das die Opfer verrät und die Täter schützt. Würden die Verantwortlichen anerkennen, dass Pädophilie nicht heilbar ist, dann müssten sie wissen, dass pädo- und ephebophile Täter in der Regel Mehrfachtäter sind und eine Versetzung nur andere Kinder/Jugendliche der Gefahr ausliefert, Opfer zu werden.


20.1.2008 Zum ersten Mal gesteht ein Mitglied der katholischen Hierarchie die Verantwortung im Fall des Schweizer Priesters ein, der unter dem Verdacht pädosexueller Verbrechen in der Schweiz und in Frankreich steht. Der kirchliche Offizial Nicolas Betticher spricht von "geheimem Einverständnis"; diese Aussage tue ihm weh, sagte er, aber sie sei zutreffend. Der Missbrauch von mindestens einem Kind sei dem Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg seit 1989 bekannt gewesen, die zivilen Gerichte jedoch nicht informiert worden. Stattdessen habe die Kirche den Täter nach Frankreich geschickt.
Der Angeschuldigte hat inzwischen gestanden, 1992 (!) seinen 12-jährigen Neffen missbraucht zu haben. Die Untersuchungen dauern an, eine Verhaftung fand bislang nicht statt.
Quelle: tagesschau sf.tv
Kommentar: Wenn Kirche ein "geheimes Einverständnis" mit einem Sexualstraftäter in den eigenen Reihen eingesteht, dann tut sie das sehr spät. Eine Überprüfung kirchlichen Verhaltens wäre 2002 zu erwarten gewesen, als die pädokriminellen Verbrechen von Priestern in den USA bekannt wurden und als die Schweizer Bischofskonferenz ihre eigenen Richtlinien "Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge" (Dezember 2002) verabschiedete.

12.1.2008 SNAP, die Vereinigung von Frauen und Männern in den USA, die von Priestern missbraucht wurden, fordert im Vorfeld des Papstbesuches im April den Rücktritt des früheren Bostoner Erzbischofs Kardinal Berard Law, 76, von allen vatikanischen Ämtern. Law gehört acht vatikanischen Kongregationen an; darunter der Bischofs-, Klerus-, Ordens- und Bildungskongregation. Zwar musste Law 2002 als Erzbischof von Boston zurückreten, da er pädokriminelle Geistliche gedeckt hatte; aber seine Ämter im Vatikan behielt er bei. Die hohe Stellung Laws in der kirchlichen Hierarchie und seine machtvolle Rolle bei der Ernennung neuer Bischöfe sei "Salz auf die noch unverheilten Wunden der Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter", sagte ein Vertreter von SNAP.
Quelle: domradio

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11.1.2008 In der Mittelbadischen Presse berichtet Karin Jäckel im Rahmen der Buchbesprechung ihres Buches "Er war ein Mann Gottes", dass sie als Reaktion auf ihr früheres Buch über geheime Priesterkinder "Sag keinem, wer dein Vater ist" von einer anonym bleibenden Frau getadelt wurde. Diese schrieb an Frau Jäckel, dass es in einer Kirchengemeinde im süddeutschen Raum  - ortsbekannt - sexuellen Missbrauch durch einen Priester gegeben habe. Frau Jäckel zitiert die anonym bleibende Frau weiter: "Es sei aber eine Todsünde, darüber zu reden. Man müsse schweigen, um den Glauben zu schützen, denn jeder Pfarrer sei von Gott berufen und daher für immer schuldlos. Schuldig sei allein das Kind, das sich für so etwas hergebe, obwohl es wisse, dass es verboten sei."
Kommentar: Diese Frau stellt die Dinge auf den Kopf. Verantwortung für pädokriminellen Missbrauch hat der Erwachsene - nicht das Kind.

11.1.2008 Ein Schweizer Kapuzinerpriester mit Wohnsitz im Kapuzinerkloster Montcroix in Delsberg hat gegenüber Zeitungen einen Fall von sexuellem Missbrauch in Frankreich eingestanden. Auf ein Gesuch Frankreichs soll er von der Generalstaatsanwaltschaft des Jura in der Schweiz vernommen werden. Der Verdächtige war bereits einmal des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Damals wurde der Fall mit der Zahlung einer Entschädigung beigelegt. Der Priester verließ danach die Schweiz und lebte für 10 Jahre in Frankreich.
Quelle: tagesanzeiger.ch
15.1.2008 Der Schweizer Kapuzinerpriester hat nach einem Bekenntnis in französischen Medien nun auch vor den Schweizer Behörden den Missbrauch eines Kindes in Frankreich zugegeben. Er habe seine Aussagen vollumfänglich wiederholt und zugegeben, 1992 einen damals zwölf Jahre alten Knaben in sexueller Absicht berührt zu haben. Die Tat habe sich während des Aufenthalts des Priesters in der Region Grenoble an dessen Wohnort ereignet.
Quelle: baz.ch

5.1.2008 Der Präfekt der Kleruskongregation, Kardinal Claudio Hummes rief zu weltweitem Gebet für die Opfer sexueller Verfehlungen durch Priester auf. Es sei wichtig, die Verfehlungen einzugestehen und zu benennen. Vor allen Dingen aber gehe es um die Opfer, stellte der brasilian. Kardinal klar. Die Sühne-Initiative für moralisches und sexuelles Fehlverhalten von Priestern sei mit Blick auf "sehr schwere Vorfälle" aus jüngerer Zeit auf den Weg gebracht worden.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Der Aufruf zum Gebet ist gut und wichtig. Ergänzt werden müsste er aber um den Aufruf zu tatkräftiger und (!) den Opfern auch erfahrbarer Solidarität. Auch Personalentscheidungen in der Kirche sollten so gefällt werden, dass sie die Solidarität der Kirche mit Missbrauchsopfern dezidiert und unmissverständlich zum Ausdruck bringen. So ist unverständlich, dass der Vatikan einen Bischof als Mitglied der Glaubenskongregation ernannte, der einen verurteilten pädokriminellen Priester mit einer Pfarrei betraute, in der der Täter erneut einen Jungen missbrauchen konnte. Da Kardinal Hummes ebenfalls Mitglied der Glaubenskongregation ist, kann ja noch gehofft werden, dass er den Regensburger Bischof persönlich bittet, Kontakt zu den Opfern in Riekofen aufzunehmen und die Verfehlungen einzugestehen, soweit sie in seinem Zuständigkeitsbereich liegen - bevor er sein Amt in der Glaubenskongregation antritt.


3.1.2008 Der spanische Bischof von Teneriffa, Bernardo Alvarez, hatte in einem Interview erklärt, Homosexuelle seien ebenso krank wie Päderasten und es gäbe Minderjährige, die den sexuellen Missbrauch wünschten. Nach Protesten ließ er seinen Vikar verlautbaren, da seien wohl Sätze aus dem Zusammenhang gerissen worden. "Mit seinen Worten möchte der Bischof ein absolut verabscheuenswürdiges Phänomen wie den Missbrauch von Minderjährigen weder rechtfertigen noch verstehen." Auf die von den Kritikern geforderte persönliche Berichtigung hat Alvarez bisher verzichtet. Die Bischofskonferenz schweigt zu dem Vorfall.
Quelle: NZ
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