Missbrauch und
            Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2010/II
Juli - Dezember


31.12.2010 Martin Bormann, Sohn des Reichsleiters von Hitler, wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. In den 60er Jahren soll er einen heute 63-Jährigen im Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg-Liefering missbraucht haben. Das mutmaßliche Opfer wandte sich an die unabhängige Plattform von Betroffenen kirchlicher Gewalt. Bormann war damals Geistlicher, bevor er heiratete. Bekannt wurde er u.a. durch seine Teilnahme an Gesprächen, die Dan Bar On, ein israelischer Psychoanalytiker, begleitete. Diese Gespräche zwischen NS-Täter-Kindern und NS-Opfer-Kindern dienten der Versöhnung.
Quelle: ots.at
Quelle: ORF

30.12.2010 Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, berichtet, dass die anfänglich positive Zusammenarbeit mit dem Bistum Aachen im Fall des Pfarrers Georg K., der in Südafrika des Missbrauchs angeklagt ist, sich als zunehmend schwierig erweise. „Ich sehe keine Änderung im Verhalten des Bistums. Man geht nicht offensiv mit dem Fall um.“ 
Quelle: Grenzlandnachrichten

30.12.2010 So unterschiedlich sind die Einschätzungen: Die FR spricht davon, dass die kath. Kirche bei den Missbrauchsfällen versagt habe und Rom zu spät und zu lau auf die Skandale reagierte. Erzbischof Zollitsch hingegen lobte die Aufklärung und Aufarbeitung der Fälle. Er sei überzeugt,  dass die kath. Kirche sich der enormen Herausforderung gut gestellt habe, sagte er. Daneben sei es wichtig, nach vorne zu schauen, um dafür zu sorgen, dass es künftig möglichst nie mehr zu Missbrauch komme.
Darüber hinaus beabsichtigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz eine weitere Entschuldigung bei den Opfern für die Missbrauchsfälle.
Kommentar: Es wäre vielleicht hilfreicher, die Opfer selbst zu fragen, ob die Aufklärung und Aufarbeitung der Fälle bei ihnen "angekommen" sind. Das können vermutlich nur sie wirklich beurteilen und ich vermute, dass das so entstehende Bild sehr Unterschiedliches ergeben würde. Die einen sind - nach meiner Wahrnehmung - zufrieden mit der Aufarbeitung, andere hingegen erleben, dass nach wie vor vertuscht wird, Opfer über den Tisch gezogen oder abgewimmelt werden oder zwischen den unterschiedlichen Zuständigkeiten zerrieben werden.
Das Vorhaben der Bischofskonferenz, bei der Frühjahrsvollversammlung erneut um Vergebung zu bitten, legt den Verdacht nahe, dass die bisherigen Bitten um Vergebung nicht wirksam waren. Ob eine weitere Bitte die Wirksamkeit erhöht, bleibt abzuwarten. Ich vermute, dass die bisherige Unwirksamkeit der Bitte, die jetzt eine Wiederholung erforderlich macht, am falschen Adressaten liegt. Vielleicht müsste die Vergebungsbitte zuerst an die Opfer gerichtet werden, nicht an Fernsehkameras.

30.12.2010 Der Kinderdorf-Leiter, der durch die RTL2-Sendung "Tatort Internet" in den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern geriet, ist rehabilitiert. Die Ermittlungen gegen den 61-Jährigen wurden eingestellt.
Quelle: Augsburger Allgemeine

29.12.2010 Kurt Remele, Ethikprofessor in Graz, formuliert: "Mit Sorge beobachte ich, dass eine wachsenden Zahl von angehenden und amtierenden Klerikern, aber auch von katholischen Laien, die Missbrauchsthematik allmählich leid ist. Manche von ihnen geben sich dem Wunschdenken hin, dass päpstliches Bedauern und bischöfliche Richtlinien das Problem bald aus der Welt oder zumindest aus der Kirche schaffen würden." Zum Thema Vergebung führt Kurt Remele aus: " „Kultur des Verzeihens“? Der von den katholischen Bischöfen der Vereinigten Staaten in Auftrag gegebene Bericht des John Jay College of Criminal Justice aus dem Jahre 2004 erkannte in der „unangebrachten Bereitschaft zu vergeben“ einen der Hauptgründe dafür, dass katholische Geistliche ihren sexuellen Neigungen ungehindert nachgehen konnten. Diese Tatsache und der Respekt vor den Opfern klerikaler Gewalt verbieten jeden theologisch und psychologisch naiven Umgang mit dem Begriff der Verzeihung. Auch einem Brandstifter gegenüber sind Verzeihung und Mitgefühl gefordert. Aber bedeutet dies, dass ich ethisch richtig handle, wenn ich ihn mit einer Streichholzschachtel in der Hand in den Wald zurückschicke? Die Gnade des Evangeliums ist keine „billige Schleuderware“ (Dietrich Bonhoeffer)"
Quelle: Die Presse

29.12.2010 Irische KatholikInnen sind enttäuscht vom Papstbrief zu den Missbrauchsfällen. Sie vermissen die Selbstkritik des Vatikans/Papstes und den Hinweis auf strukturelle Ursachen der sexualisierten Gewalt durch kath. Priester.
Quelle: ORF

29.12.2010 In Belgien wurde die Kandidatur für einen Friedensnobelpreis für einen kath. Priester zurückgezogen. Ihm wird vorgeworfen, einen Jungen vor 40 Jahren sexuell belästigt bzw. vergewaltigt zu haben.
Quelle: Spiegel

29.12.2010 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Bistum Mainz eingestellt, weil die Verbrechen verjährt sind.
Quelle: Lauterbacher Anzeiger

28.12.2010 Scheußliche Erinnerungen. welt

26.12.2010 Der für die Hotline für Missbrauchsopfer verantwortliche Leiter der Lebensberatung Trier, Dr. Andreas Zimmer, macht darauf aufmerksam, dass ein Drittel der gemeldeten Delikte außerhalb der Kirche begangen wurden. Diese Menschen hätten angerufen, "weil sie von ihrer Kirche endlich eine Hilfe angeboten sahen.....Nicht nur Täter waren vielfach Mitglieder der Kirche, sondern auch gerade die Opfer waren und sind es.“
Quelle: faz

26.12.2010 Wie Hartmut von Hentig sich der Aufklärung widersetzte, ist in der Zeit nachzulesen.

26.12.2010 Erzbischof Zollitsch erklärt, die Kirche habe zu spät auf die Missbrauchsfälle reagiert.
Quelle: focus

24.12.2010 Matthias Drobinski interviewt Erzbischof Zollitsch.
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24.12.2010 Frohe Weihnachten allen, die hier vorbeischauen! Rika

23.12.2010 Joachim Frank bringt auf den Punkt, was Gewaltüberlebende alljährlich an Weihnachten fühlen: Dass sie die Idylle stören. Er schreibt: "Schwere Zeiten für Weihnachtsprediger: Zwei ihrer zentralen Begriffe – Kind und Krippe – sind kontaminiert, das Gift des sexuellen Missbrauchs vergällt die geistliche Rhetorik an Heiligabend. Wer kann in diesem Jahr vom Gotteskind hören, ohne an das zu denken, was Priester und Ordensleute Menschenkindern angetan haben? Viele Pfarrer und Bischöfe werden sich trotzdem scheuen, darüber erneut zu sprechen. Sie werden sich auf die Bedürfnisse gerade jener Gläubigen berufen, die sonst selten oder gar nicht zur Kirche kommen. Für sie sind „Stille Nacht“ und die Geschichte vom Stall zu Bethlehem Teil eines Rituals, Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach Geborgenheit und Harmonie. Der Missklang des Missbrauchs-Skandals steht hierzu im denkbar schrillsten Kontrast. Er stört das weihnachtliche Idyll."
Ob es in diesem vielbeschworenen Krisenjahr der kath. Kirche anders ist?
Quelle: FR

22.12.2010 Das Erzbistum München wird nach den Missbrauchsfällen umstrukturiert.
Quelle: Süddeutsche

22.12.2010 Der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz wurde angehört. Das Grenzecho berichtet: Die Kirche tritt traditionell großzügig und solidarisch auf, für die Dritte Welt, bei Naturkatastrophen und bei Epidemien. Die Kirche ist stets um Solidarität bemüht, auch wenn sie nicht direkt verantwortlich ist. Doch muss eine Einrichtung auch finanziell verantwortlich gemacht werden für Taten, die durch ihre Mitglieder begangen wurden«, fragte sich der Erzbischof. »An erster Stelle ist es doch wohl der Täter selbst, der das Opfer entschädigen muss. Ich bin nicht angetan von der Idee, dass eine Einrichtung wie die Kirche die Opfer (von pädophilen Priestern) automatisch entschädigen muss, vor allem, wenn die Taten weit zurückliegen."
Quelle: grenzecho

22.12.2010 Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Glück, beobachtet als Folge der Debatte um Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bei vielen Gläubigen Resignation. In den Gemeinden sei Frustration leider schon weit verbreitet.
Quelle: Domradio

22.12.2010 Der frühere belgische Erzbischof Daneels wurde 4 Stunden lang befragt. Den Vorwurf der Vertuschung wies er zurück, Fehler  im Umgang mit Missbrauchstätern - In Belgien ist von 500 Täter-Priestern die Rede - räumte er ein.
Quelle: Radio Vatikan

22.12.2010 Der Papst ist über die Missbrauchsfälle erschüttert.
Quelle: focus

20.12.2010 "Angesichts des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Priester rief Benedikt XVI. zu einer eingehenden Erneuerung der Kirche auf. Vor dem Hintergrund des "unvorstellbaren Ausmaßes" der Fälle müsse sich die Kirche fragen, welche Fehler sie gemacht habe. In der Vorbereitung der Priesteramtskandidaten müsse alles unternommen werden, um künftig zu verhindern, dass jungen Menschen "unter dem Deckmantel des Heiligen" schwerwiegende Verletzungen zugefügt würden, die einen Schaden für das ganze Leben hinterließen, hob der Papst hervor. Er dankte all jenen, die mit großer Hingabe Opfer betreut und ihnen das Vertrauen in die Kirche zurückgegeben hätten. Gleichzeitig dankte er den "viele guten Priestern", die in Demut und Treue ihren Dienst verrichteten."
Quelle: kath.press

19.12.2010 Im Erzbistum Berlin wurde ein weiterer Missbrauchsverdacht öffentlich.
Quelle: Welt

19.12.2010 „Wir wissen um ein fortbestehendes Dunkelfeld“, sagte Burgsmüller, eine Ermittlerin in der Odenwaldschule. Fest stehe auch, dass ein Missbrauch oft über Jahre fortgeführt worden sei. Ausdrücklich genannt sind in der Dokumentation der Odenwaldschule elf „Selbsttötungen“ ehemaliger Schüler. Dabei gebe es auch Hinweise auf „Missbrauchshintergründe“.
Quelle: welt
Die Süddeutsche zitiert Hartmut von Hentig, Reformpädagoge und Lebensgefährte des pädokriminellen Leiters der Odenwaldschule, mit der Aussage, er habe die Missbrauchsfälle aussitzen wollen. Der um Aufklärung bemühten derzeitigen Leiterin der Odenwaldschule in Heppenheim, Margarita Kaufmann, warf er in einem Brief an den Sohn eines Weggefährten "Schädlichkeit für die Schule, für die Pädagogik, für die Sache der Opfer" vor.
Quelle: Süddeutsche
s.auch Spiegel und faz

17.12.2010 In der Odenwaldschule wird inzwischen von 132 Opfern gesprochen und davon, dass das Internat in den 70er und 80er Jahren "ein Nest von Pädophilen" gewesen sei. Als Täter werden 6 Lehrer, 1 Referendar und 1 weiterer Schulmitarbeiter sowie 4 ältere Schüler benannt.
Der Opfer-Verein "Glasbrechen" und die Odenwaldschule können sich derzeit nicht auf "Entschädigungszahlungen" einigen.
Quelle: FR

17.12.2010 Das Bistum Limburg ist mit einer Präventionsseite online.

15.12.2010 M. Drobinski und M. Maier-Albang beschreiben den "Blick in den Abgrund", den das Erzbistum München mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle der letzten Jahrzehnte getan hat.
Quelle: Süddeutsche

13.12.2010 Die Bischofskonferenz ist mit den Ergebnissen des Runden Tisches Heimerziehung zufrieden. Die ehemaligen Heimkinder protestieren gegen die Beschlüsse des RTH. Die drei am RTH vertretenen Opfer stimmten dem Beschluss zu, weil ihnen angedroht worden war, andernfalls gar nichts zu bekommen. Der Verein ehemaliger Heimkinder will gegen die Ergebnisse des Runden Tisches Heimerziehung klagen. Die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-Güntner nannte die vorgeschlagene Höhe der Entschädigungen für die Opfer von Missbrauch eine "Demütigung".
Kommentar: Die Reaktion der Heimkinder müsste die Verantwortlichen erkennen lassen, dass die "gefundene Lösung" offensichtlich für alle Beteiligten eine Lösung zu sein scheint - nur für die Betroffenen nicht. Und dies nicht etwa, weil die ehemaligen Heimkinder besonders raffgierig wären, sondern weil der angebotene Fonds tatsächlich einer neuen Demütigung gleichkommt. Zum Vergleich: In Irland wurden ehemalige Heimkinder mit 76000 Euro pro Betroffene "entschädigt".

12.12.2010 Der Vatikan nimmt Stellung zu den Veröffentlichungen bei Wikileaks.
Quelle: Domradio

11.12.2010 Das Bonner Jesuitengymnasium hat einen Präventionsleitfaden veröffentlicht. Im Februar wird der Abschlussbericht der Kommission erwartet. Derzeit ist von 67 Opfern und 18 Tätern (darunter 15 Priester/Ordensmänner) die Rede.
Quelle: Domradio

11.12.2010 Die "Ergebnisse" des RundenTisches Heimkinder werden sehr unterschiedlich eingeschätzt. Das Domradio ist zuversichtlich, Dierk Schäfer stellt weitere Fragen. Weitere Berichte:  Süddeutsche, Spiegel, Zeit
Kommentar: Der geplante Entschädigungsfonds soll mit 120 000 000 Euro bestückt werden. Bei 30 000 ehemaligen Heimkindern, die nachhaltig geschädigt wurden, erhält jedes Ex-Heimkind 4000 Euro. Bei 50 000 Geschädigten erhält jede/r 2400 Euro. Mit diesen Beträgen werden  beispielsweise in etwa die Fahrtkosten zu einer mehrjährigen Therapie abgedeckt.

11.12.2010 Laut Wikileaks hat der Vatikan sich geweigert, an der Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen mit dem Staat in Irland zusammen zu arbeiten - er soll sich an der Art der Kontaktaufnahme gestört haben, die er als "Affront gegen die Souveränität des Vatikan" gesehen habe.
Quelle: stern

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10.12.2010 Die deutschen Bischöfe haben unter dem Eindruck der Missbrauchsfälle eine "Dialoginitiative" gestartet. Beginnen sollte sie im November 2010 mit einem Brief an die Gemeinden. Der Brief wurde auf das Frühjahr 2011 verschoben, weil die 27 Bistümer nicht mit einer Stimme sprechen können. DIe Einschätzung von  André Lorenz lesen sie in Liborius.de nach. Er schreibt u.a. "Denn viele Gläubige, denen die Kirche noch am Herzen liegt, haben zunehmend Probleme mit diesem Dilemma: Sie leben inmitten einer Gesellschaft, die von Religiosität weit entfernt ist, und sollen Bischöfen vertrauen, die von ihnen weit entfernt sind."

9.12.2010 Im Bistum Fulda war ein im Bistum Würzburg tätiger Priester des Missbrauchs verdächtigt worden. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden nun wegen Mangel an Tatverdacht eingestellt.
Quelle: Mainpost
In der Gemeinde kam es zu einer Spaltung. Die Gemeindemitglieder werfen dem Bischof vor, das Verfahren eingeleitet zu haben, obwohl es nur eine anonyme Anschuldigung gab, die nicht einmal den Namen des Beschuldigten enthielt. Den Hauptamtlichen werfen sie vor, den Pfarrer  gleichsam vorverurteilt zu haben. Ein Gemeindeberater, der die Gemeinde in der schwierigen Situation berät, war nicht eingeschaltet.
Quelle: Mainpost

10.12.2010 Die deutschen Bischöfe haben unter dem Eindruck der Missbrauchsfälle eine "Dialoginitiative" gestartet. Beginnen sollte sie im November 2010 mit einem Brief an die Gemeinden. Der Brief wurde auf das Frühjahr 2011 verschoben, weil die 27 Bistümer nicht mit einer Stimme sprechen können. DIe Einschätzung von  André Lorenz lesen sie in Liborius.de nach. Er schreibt u.a. "Denn viele Gläubige, denen die Kirche noch am Herzen liegt, haben zunehmend Probleme mit diesem Dilemma: Sie leben inmitten einer Gesellschaft, die von Religiosität weit entfernt ist, und sollen Bischöfen vertrauen, die von ihnen weit entfernt sind."
9.12.2010 Broschüre der Bischofskonferenz zur Prävention von sexuellem Missbrauch

9.12.2010 Leben im Kinderheim - 2 Männer erzählen von Prügel im Haus des Guten Hirten.
Quelle: Süddeutsche
s. auch: Verein Ehemaliger Heimkinder e.V.

8.12.2010 Im Landkreis Neustadt/Bistum Regensburg wird ein Pfarrer des sexuellen Missbrauchs verdächtigt. Das Bistum gab keine weiteren Informationen. Der Bürgermeister sagt, der Pfarrer sei beliebt und angesehen und eher ein Opfer.
Quelle: Radio Ramasuri

8.12.2010 Im Bistum Regensburg soll es bislang 8 Täter geben. 14 Opfer haben sich überwiegend über die Presse zu erkennen gegeben.
Quelle: Wochenblatt

8.12.2010 Aufklärung im Bistum Regensburg aus der Sicht eines Opfers. Das letzte, das das Opfer hörte: ""Was wollen Sie denn noch,? Wir haben Ihnen doch zugehört."
Quelle: Regensburg digital

7.12.2010 Aufklärung und Gehör für Opfer in St. Blasien
Quelle: Badische Zeitung

7.12.2010 "Der Missbrauchsbericht des Münchner Erzbistums handelt von einem System, das es auch in anderen Ordinariaten gegeben haben muss. Umso bedrückender ist es, dass der Bericht auf absehbare Zeit wohl der einzige bleiben wird." ..."Aber weil die Institution unversehrt und die Priester heilig bleiben mussten, wurden die Opfer zu Feinden der Kirche, setzten sich Lüge und Vertuschung fest und zeugten neue Lüge und Vertuschung." "Der Münchner Missbrauchsbericht handelt also in seiner Substanz nicht von bösen Menschen oder einem verlotterten Ordinariat; er berichtet von einem System - das ist sein Dienst an der Wahrheit. Er erzählt von einem System, das es auch in anderen Ordinariaten so gab, gegeben haben muss. Umso bedrückender ist es, dass der Bericht aus München-Freising offenbar auf absehbare Zeit der einzige bleiben wird; es müsste sich eigentlich jedes Bistum in Deutschland der gleichen schmerzhaften Wahrheitssuche unterziehen, die gleichen Konflikte aushalten mit jenen, die hinter allzu viel Offenheit die Nestbeschmutzung vermuten." Das sagt M. Drobinski.
Quelle: Süddeutsche

7.12.2010 Der Papst habe als Kardinal 1988 einen Vorstoß gemacht, um priesterliche Missbrauchstäter schneller aus dem Amt zu entfernen, sei jedoch am Kirchenrecht gescheitert. Das berichet die Rheinische Post.
Quelle: rp-online
Kommentar: Wenn das Kirchenrecht die gerechte Bestrafung verhindert und einem Täter weitere Missbrauchstaten an weiteren Opfern ermöglicht, dann gibt es nur Eines: dann muss das Kirchenrecht geändert werden.

6.12.2011 Kulturjournal über den RTH, Runden Tisch Heimerziehung. Was die damals und heute Verantwortlichen sagen, ist kaum erträglich - nicht nur für die ehemaligen Heimkinder. Es ist eine Schande!
Quelle: youtube

5.12.2010 Im Bistum Osnabrück ermittelt die Polizei gegen einen kath. Priester wegen der "Nutzung" Kinderpornografie im Internet. Der Priester wurde entpflichtet.
Quelle: noz

4.12.2010 Der Runde Tisch Heimkinder soll beschlossen haben, dass Opfer von Gewalt in Kinderheimen nicht mit einer pauschalen Entschädigung oder einer pauschalen Opferrente entschädigt werden sollen. Gezahlt sollnur werden, wenn sich Betroffene nachweisbar "in schwierigen Lebenssituationen befinden".
In Irland wurden ehemalige Heimkinder laut „Spiegel“ mit durchschnittlich 76 500 Euro entschädigt.
Quelle: Spiegel und moz.de

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4.12.2010 Eine Zusammenfassung des 250 Seiten langen Missbrauchsberichtes des Erzbistum München liegt vor. Die Kürzestfassung: "Aber allein schon die siebenseitige Zusammenfassung des Berichts, den Rechtsanwältin Marion Westpfahl im Münchner Ordinariat vorlegte, ist schockierend genug: Wenn es um Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ging, herrschte im Erzbistum ein System der Vertuschung und Verharmlosung. Akten wurden vernichtet, homosexuelle Kleriker erpresst. Die Täter zeigten selten Schuldgefühle, neigten aber zum Selbstmitleid. Mit am schlimmsten, so Westpfahl, empfand sie aber "die vollständige Nichtwahrnehmung der Opfer" durch das Ordinariat: "Es herrschte Desinteresse am Tatgeschehen und am Opferschicksal."
Laut Gutachten gab es 365 Fälle von Missbrauch. 159 Priester sind "auffällig" geworden, wobei damit nicht alle einschlägigen Übergriffe erfasst seien. "Vielmehr ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt." Wegen Sexualdelikten verurteilt wurden 26 Priester, unter ihnen befindet sich kein lebender Diözesanpriester mehr. Andere Misshandlungen durch Priester sind in 36 Fällen nachgewiesen worden. Außerdem wurden 15 Diakone und sechs Personen unter den Pastoralreferenten, Seelsorgehelfern und Jugendpflegern "auffällig". Auch die Religionslehrer im Kirchendienst nahmen die Gutachter unter die Lupe. 96 Fälle wurden ermittelt. Ein Lehrer wurde wegen eines Sexualdelikts verurteilt. Ein weiterer Fall sexuellen Missbrauchs sei erwiesen. Es gab keine Verurteilung wegen sonstiger körperlicher Misshandlungen, "obwohl solche nach Auffassung der Gutachter in 24 Fällen erwiesen sind".
Es kam zu umfangreichen Aktenvernichtungen, die nicht auf Schlamperei zurückzuführen ist, sondern auf eine Grundhaltung - d.h. wohl, dass es um systematischen Täterschutz ging. Die Gutachterin erwähnte auch "besonderes Erpressungspotenzial", dem homosexuelle Priester ausgesetzt wurden.
Quellen: welt
tz: "Je genauer die Fachleute hinschauen, umso schockierender sind die Erkenntnisse!"
in franken: Viele untersuchte Schriftstücke hätten einen "euphemistischen, verharmlosenden Sprachgebrauch". Die Auswirkungen auf das Opfer seien nur zu erahnen. Die betroffenen Kinder seien einer Vereinsamung ausgesetzt gewesen und gar nicht wahrgenommen worden, kritisierte Westpfahl.
Über die Täter fanden die Gutachter heraus, dass sie in einer Vielzahl von Fällen psychisch und physisch gering belastbar gewesen seien. Westpfahl sprach von "Wehleidigkeit und Selbstmitleid". Viele hätten sich hinter Krankheiten verschanzt und "Reifedefizite" aufgezeigt. Immerhin gehe es bei der überwiegenden Zahl der Täter um Männer zwischen 45 und 65 Jahren. Auffällig seien häufiger Alkoholmissbrauch gewesen sowie ein Auftreten der Fälle sexuellen Missbrauchs vorwiegend im ländlichen Bereich.
Süddeutsche: Opferzahlen gibt es gar keine.
Zeit

4.12.2010 Die Erzdiözese Salzburg schätzt, dass der in Bad Tölz gestorbene Pater B. , Benediktiner, ein gefährlicher Krimineller gewesen sei. Ein erster Verdacht tauchte bereits Anfang der 80er Jahre auf. Vor Gericht gestellt wurde der Täter nie.
Quelle: ORF

3.12.2010 Gabriele Heyers, Fachärztin für psychosomatische Medizin, weist darauf hin, dass von der Kirche ausgesuchte Therapeuten von den Betroffenen leicht als kirchentreu angesehen werden können, immerhin würden sie von der Kirche bezahlt. Befragungen hätten zudem ergeben, "dass ein absolutes Misstrauen der Patienten gegenüber der ,Täterinstanz’ Kirche herrscht." Wenn die Kirche es mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandal also ernst meine, müsse sie "eine eindeutige Stellungnahme für die Opfer abgeben", sagt die Fachärztin. Dazu gehöre auch die Nennung der Opferzahlen, ganz unabhängig davon, ob es zu staatsanwaltlichen Ermittlungen gekommen ist oder nicht.
Quelle: donaukurier

3.12.2010 Der Osnabrücker Bischof Bode hat am 1. Advent in einem Bußgottesdienst um Vergebung für die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch katholische Priester und KirchenmitarbeiterInnen gebeten. Von einigen Menschen, auch einigen Opfern, wird er dafür gelobt. Andere hingegen kritisieren den Bischof. In dem Blog „fortes fide“ hat der Kommentator „Der Aquinate“ die Bemerkung hinterlassen: „Dieses Missbrauchsgeschwafel geht mir auf den Senkel.“ Weiterhin wird Bode "pol´pulistisches Theater" vorgeworfen, von "Missbrauchs-Wahn" und vom "Niedergang des Bistums Osnabrück" ist die Rede in den Internetforen.
Quelle: noz und noz
Der Kommentar von Dierk Schäfer formuliert völlig klar, warum der Bußgottesdienst von Bischof Bode zwar gut gemeint war, aber im Grunde den zweiten Schritt vor dem ersten tat. Es scheint kaum vermittelbar, dass es keine Vergebung "unter Umgehung der Opfer" geben kann. Schäfer wörtlich: „wenn ich das richtig sehe, ... ist die demutsgeste an gott gerichtet. bode hätte sich glaubwürdiger in einer veranstaltung mit opfern den opfern zu füßen legen sollen, dann hätte wenigstens die symbolhandlung gestimmt. es ist ein jammer, allerdings nur zweiten grades, daß menschen mit liturgischer bildung mit symbolen nicht richtig umgehen können. der größere jammer ist allerdings, was menschen mit biblischer bildung ihren mitmenschen angetan haben.“ Für den unwahrscheinlichen Fall, daß Theologen oder gar Bischöfe, vielleicht sogar Bischof Bode eine Begründung für meine Aussage suchen und das – noch unwahrscheinlicher – in meinem Blog, so sei diese hier nachgereicht: In der Bergpredigt lesen wir bei Matthäus (5,24): »Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe.«

3.12.2010 Vier Monate nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg leiden zahlreiche Teilnehmer weiter unter erheblichen psychischen Spätfolgen. „60 bis 70 Prozent der Menschen, die zu den Treffen kommen oder zu denen ich telefonisch Kontakt habe, sind traumatisiert“, sagte Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Betroffenen- Vereins „Massenpanik Selbsthilfe“ am Freitag in Duisburg. Viele Traumatisierte benötigten ärztliche Behandlung. Bei der Kostenübernahme gebe es zum Teil Probleme mit den Krankenversicherungen, sagte Hagemann. Psychisch belastete Jugendliche hätten auch Probleme, Lebensversicherungen abzuschließen, weil die Gesellschaften ihnen die Aufnahme verweigerten. „Über solche Spätfolgen denkt kaum jemand nach.“
Quelle: FR

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2.12.2010 Die Bundesregierung zieht eine Zwischenbilanz der Arbeit des Runden Tisches.
Quelle: kirchensite

2.12.2010 Norbert Blaichinger stellt sein Buch über einen pädophilen Pater vor, der trotz vieler Opfer (mutmaßlich an die 100) ungeschoren blieb. Titel: Pater B. - eine Dokumenation. Erhältlich bei edition innsalz
Quelle: www.nachrichten.at
a.auch: PNP

2.12.2010 Im US-Staat Delaware erhält ein mutmaßliches Missbrauchsopfer eines Geistlichen 30 Millionen Dollar Schadenersatz, das sind knapp 22,9 Millionen Euro. Die Kirchengemeinde St. Elizabeth's in der Stadt Wilmington fmuss als Mitverantwortliche 3 Millionen der 30 Millionen Dollar zahlen. Der Täter hatte insgesamt 60 Tage in einem Gefängnis gesessen.
Quelle: Die Presse

1.12.2010 Thomas Schlingmann ist langjähriger Mitarbeiter der Berliner Beratungsstelle "Tauwetter" für Männer und Jungen, die missbraucht wurden. Er spricht davon, dass die Arbeit für die Opfer auf der Strecke bleibe.
Quelle: Tagesschau

1.12.2010 "Plötzlich so viel Schmutz. Es war wirklich wie ein Vulkankrater, aus dem plötzlich eine gewaltige Schmutzwolke herauskam, alles verdunkelte und verschmutzte, so dass vor allen Dingen das Priestertum plötzlich ein Ort der Schande erschien." So  soll es im neuesten Papstbuch stehen. So wurde es veröffentlicht. Der Papst hat noch immer die Perspektive "der Kirche" - die Perspektive der Opfer ist ihm fremd.
Quelle: baz

30.11.2010 Die Redemptoristen bitten Opfer, an der Aufklärung von Missbrauchsfällen mitzuwirken. Opfer haben sich gemeldet und über Verbrechen in den Internaten in Glanerbrug/Enschede und Bonn vor 40 und mehr Jahren berichtet.
Quelle: NOZ

30.11.2010 Missbrauch hinter Gittern - in Torgau
Quelle: focus

30.11.2010 Im Bistum Augsburg, Gemeinde Schiltberg, wurde ein katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Schwerer Missbrauch, den der Geistliche in den Jahren zuvor begangen hatte, wurde wegen der Verjährung nicht verhandelt.
Quelle: Augsburger Allgemeine
Weil der Pfarrer wenig Reue erkennen ließ, verdoppelte der Richter die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe. Bereits 1999 habe es Gerüchte um Missbrauch gegeben, erst jetzt habe das Bistum Augsburg den Pfarrer gezwungen, Selbstanzeige zu erstatten.
Quelle: br-online

29.11.2010 Im Bistum Köln wurde ein bisheriger Kaplan suspendiert, weil gegen ihn der Verdacht sexuellen Missbrauchs besteht.
Quelle: ksta

29.11.2010 Der Bischof von Osnabrück hat in einem Gottesdienst Gott und die Opfer um Verzeihung für das Leid gebeten, das aus sexuellem Missbrauch durch Priester und Kirchenmitarbeiter entstanden ist. Der Bischof sieht auch eine Mitschuld der Kirche. „Um des Ansehens der Kirche willen wurden Täter geschützt und Opfer ein zweites Mal geopfert“, sagte er in seinem Schuldbekenntnis.
Quelle: Oberhessische Presse
s.auch taz

28.11.2010 Die Führungsspitze der Odenwaldschule ist zurückgetreten. Sie konnte sich nicht auf eine Entschädigung für die inzw. 125 (bislang 50) Opfer einigen. Ermittelt wird von der Staatsanwaltschaft gegen etwa 1 Dutzend Lehrer.
Quelle: HR-online

28.11.2010 Der Papst sagt in seinem neuesten Buch: "Das Priestertum plötzlich so verschmutzt zu sehen, und damit die katholische Kirche selbst, in ihrem Innersten, das musste man wirklich erst verkraften." Vom Schmerz der Kinder  - und der Erwachsenen, die als Kinder sexualisierte Gewalt erlebt haben - ist keine Rede.
Quelle: Zeit

27.11.2010 Der Verein "Innocent in danger" legt seine Finanzen nicht offen.
Quelle: FR

27.11.2010 Professor Myriam Wijlens, Kirchenrechtlerin an der Katholischen Fakultät der Universität Erfurt, hat es sich zur Angewohnheit gemacht, bei ihren Vorträgen über sexuellen Missbrauch die „Opfer, Täter und potenziellen Täter“ unter ihren Zuhörern zu begrüßen. Bereits zweimal hat sie erlebt, dass Mitarbeiter, die mit ihr zusammen für die Kirche Leitlinien zum Umgang mit sexuellen Missbrauch erarbeiteten, selbst wegen Missbrauchs verhaftet und verurteilt wurden.
Quelle: Tag des Herrn

25.11.2010 ai macht auf Gewalt und sexualisierte Gewalt in Nacaragua aufmerksam.
Quelle: ai

25.11.2010 Im Bistum Eichstätt werden die Missbrauchsfälle aufgearbeitet. Die Anschuldigungen richten sich gegen sechs Diözesanpriester und einen Ordensgeistlichen. In fünf Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, in einem Fall kam es zu einer Verurteilung, vier Fälle sind verjährt. Zwei der beschuldigten Priester leben nicht mehr, drei sind nicht mehr im aktiven Dienst. Bei den beiden übrigen Geistlichen - sie sind noch in der Seelsorge tätig - beziehen sich die Vorwürfe auf deren Jugendzeit, als sie also noch nicht zu Priestern geweiht waren.
Quelle: ovb

25.11.2010 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung legt ihre Bilanz vor.
Quelle: Beauftragte Missbrauch
Quelle: taz

25.11.2010 Sieben Jahre Haft wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern - dazu hat das Landgericht Kassel am Donnerstag einen früheren katholischen Pfarrer aus Fritzlar verurteilt. Der 50-Jährige aus dem Prämonstratenser-Orden hatte gestanden, sich zwischen 1992 und 2003 an sechs Ministranten vergangen zu haben. Zudem hatten die Ermittler kinderpornografische Fotos auf seinen Computern gefunden.
Quelle: stern

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24.11.2010 Die Kirche vertuschte Vergewaltigungen und Gewaltexzesse, sagt eine österreichische Studie. Auch Kleinkinder waren Opfer. Zwölf Prozent der Opfer waren zu Beginn der Übergriffe sechs Jahre und jünger. Der Großteil der Misshandlungen (79,5 Prozent) ereignete sich zwischen dem siebenten und dem 14. Lebensjahr. Mädchen sind vor allem zwischen dem sechsten und achten, Burschen zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr gefährdet. Der Großteil der Misshandlungen (55,8 Prozent) fand in katholischen Internaten und Heimen statt. Der Rest wurde bei Jugendarbeit, Seelsorge und im Rahmen des Ministrierens gemeldet. Häufig handelte es sich um Kinder aus sozial schwächeren Schichten. Schwärzler: "Wenn sich ein Kind seinen Eltern anvertraute, bezog es meist Prügel. Auch die Kirchenvertreter schlugen zu und brachten so die Opfer zum Schweigen."
Quelle: Kurier.at

24.11.2010 Holger Eich, Psychologe und ehemaliges Mitglied der Opferschutzkommission der Erzdiözese Wien, berichtet, dass der Wiener Erzbischof Schönborn stets über Missbrauchsfälle informiert war. Untätig sei man nicht gewesen, in verschiedenen Fällen habe man Therapien gezahlt, in zahlreichen Fällen sei gar nichts passiert. Eine Weisung zum Vertuschen habe es nicht gegeben, Transparenz sei jedoch nicht gewollt gewesen. Die Ombudsstellen bezeichnete Eich als "zahnloses Element": "Die Opfer reden mit der Ombudsstelle, diese leitet an den Bischof eine Empfehlung weiter. Der Bischof wird von einer Diözesankommission beraten. Mit den Opfern gibt es keinen Kontakt mehr. Das ist, wie wenn ein Richter nicht mit dem Opfer redet, den Täter aber kennt." Daran habe sich auch durch den jüngsten Beschluss der Bischöfe, die Ombudsstellen besser zu vernetzen, "rein gar nichts geändert".
Quelle: Der standard

24.11.2010 In der Badischen (evangelischen) Landeskirche wurde ein Pfarrer zu zweieinhalb Jahren Gefängnis wegen Missbrauchs von 2 Jungen verurteilt.
Quelle: ntv

24.11.2010 In Belgien hat die parlamentarische Sonderkommission Rik Devillé angehört. Er ist Priester i.R. (ehemals Buizingen) und erhebt seit Jahren schwere Vorwürfe gegen die Kirche: Verantwortliche hätten Klagen über sexuellen Missbrauch durch Geistliche konsequent nicht ernst genommen. 427 Klagen hat Devillé seit 1999 entgegengenommen - meistens Klagen über Missbrauch durch Geistliche. Auf 1000 Briefe an Verantwortliche in der Kirche habe er die immer gleichen Antworten erhalten: "Wir können Sie Sie leider nichts tun" bzw. "Wir wissen von nichts."
Quelle: brf

24.11.2010 In Bobingen wurde der Stadtpfarrer Albert M. verabschiedet. Er hatte "unangemessene Berührungen" eigneräumt, die die Justiz als Straftaten bewertete. Der Pfarrgemeinderat zeigt sich betroffen - vom Weggang des Pfarrers. Und er dankte dem Pfarrer für all seine Mühe. - Der Bericht übermittelt nicht, wie die Opfer vom Weggang des Pfarrers und von seiner Verabschiedung durch den Pfarrgemeinderat denken.
Quelle: Augsburger Allgemeine

24.11.2010 Heute Abend wird in Fritzlar für die Priester und Ordensschwestern gebetet, die in dieser Stadt in Hessen gearbeitet haben.  Ebenfalls am heutigen Tag wird der Prozess gegen den geständigen Ordensmann der Prämonstratenser, der elf Jahre lang in 164 fällen Kinder/Jugendliche missbrauchte, eröffnet.
Von einem Gottesdienst, in dem für die Opfer gebetet wird, wurde nichts bekannt.
Quelle: FR

24.11.2010 Die Deutsche Bischofskonferenz stellte den Zwischenbericht der Hotline der DBK vor. Einige Ergebnisse: " 664 Nutzer der Hotline Sexualdelikte thematisiert, die im kirchlichen Umfeld stattfanden. 432 davon wurden durch Priester oder Ordensleute begangen. 393 Sexualdelikte wurden benannt, die nicht im kirchlichen Umfeld verübt wurden. Täter waren hier z. B. Lehrer in staatlichen Schulen und Internaten, Familienangehörige oder Verantwortliche im Verein. 16,1 Prozent aller Opfer gaben an, einmal missbraucht worden zu sein. 69,8 Prozent seien mehrmals und 14,1 Prozent andauernd missbraucht worden. Rund 97 Prozent der Anrufenden berichteten, zum Tatzeitpunkt katholisch gewesen zu sein. Gut 12 Prozent betonten, dass sie inzwischen aus der Kirche ausgetreten seien."
Quelle: DBK

22.11.2010 Der Bundeswehr fehlen Psychiater, die die vom Krieg traumatisierten Soldaten behandeln könnten. In den ersten drei Quartalen kehrten 483 Soldaten mit einer PTBS zurück.
Quelle: Die Zeit

20.11.2010 Im Vatikan findet ein Treffen von mehr als 100 Kardinälen statt.  Der Papst kündigte ein Rundschreiben mit Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen an. Das Treffen wird vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Levada, geleitet. Opfergruppen in den USA weisen darauf hin, dass Levada als Erzbischof von San Francisco einen Priester unter Druck gesetzt hatte, der einen Annäherungsversuch eines "offenbar pädophilen Priesters" an einen Jugendlichen gemeldet hatte. Der Priester ging 2002 gerichtlich gegen das Erzbistum San Francisco vor - mit Erfolg.
Quelle: de.news

19.11.2010 In der katholischen Kirche Luxemburgs haben sich 138 Betroffene bei der Hotline gemeldet. 114 Fälle sind an die Staatsanwaltschaft gegangen.
Quelle: Tageblatt Luxemburg

19.11.2010 Der Bischof von Eichstätt hat die Bitte um finanzielle Beteiligung an der Opferberatungsstelle "Wirbelwind Ingolstadt" abgelehnt. Die Beratungsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs wird verstärkt auch von Menschen in Anspruch genommen, die Opfer von Priestern oder Kirchenmitarbeitern wurden.
Quelle: Donaukurier

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16.11.2010 Gotthold Hasenhüttl, suspendierter Priester und Professor der Theologie, verlässt die katholische Kirche. Er hält sie nicht für reformfähig.
Quelle: Heute

16.11.2010 Die österreichische Klasnic-Kommission hat inzwischen für 58 der 652 Missbrauchsbetroffenen eine Entschädigungszahlung beschlossen.
Quelle: Die Presse

11.11.2010 Statements der Betroffenen und Für-Sprecher Betroffener am Runden Tisch der Bundesregierung
Quelle: beauftragte-missbrauch

10.11.2010 Hans Küng im Interview
Quelle: Grenzecho

8.11.2010 Der Papst hat 200 Kardinäle nach Rom eingeladen. Themen: Umgang mit Missbrauchsfällen und Übertritt von Anglikanern zum Katholizismus.
Quelle: stern.de

8.11.2010 Der Jesuitenorden hat den Dialog mit dem Eckigen Tisch nach dessen Anzeige gestoppt.
Quelle: Domradio

7.11.2010 Die Interessengemeinschaft Missbrauchsgeschädigter hat Strafanzeige gegen den amtierenden Rektor des Aloisiuskollegs in Bonn und weitere 4 Personen erhoben.
Quellen: Domradio und Eckiger Tisch

5.11.2010 Im Bistum Speyer wurden bislang zehn Priester und Ordensleute des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Außerdem wurden in über tausend Personalakten Hinweise auf bis zu 20 weitere Geistliche gefunden, denen sexueller Missbrauch oder sexuelle Belästigung Minderjähriger vorgeworfen wird. Insgesamt ist also von 30 Beschuldigten zwischen 1945 bis 2010 auszugehen.
Quelle: Bistum Speyer

4.11.2010 In der Steiermark sind neue Missbrauchsvorwürfe gegen einen Ordensmann, einen Pater des obersteirischen Benediktinerstiftes Seckau, bekannt geworden. Ein ehemaliger Schüler berichtete darüber. Der Beschuldigte ist vom Schul- und Pfarrdienst freigestellt.
Quelle: ORF

4.11.2010 Derzeit ist unklar, ob der Runde Tisch Heimerziehung vor dem Scheitern steht. Im Fall des Scheiterns wollen ehemalige Heimkinder  klagen.
Quelle: NOZ

4.11.2010 „Im Moment melden sich viele Menschen, die besonders schwer belastet sind“, erläutert Andreas Zimmer, der Leiter des Beratungsangebots. „Viele von ihnen sind in ihrem Leben immer wieder missbraucht worden: in der Familie, in der Kirche, am Arbeitsplatz“, so Zimmer. Diese schwer traumatisierten Opfer brauchen oft viel länger, bis sie sich zu einem Anruf durchringen können. Sie schließen ihr Leid lange in ihrem Innern ein. „Darunter sind einige Fälle, die in den 50er- und 60er-Jahren Missbrauch erlebt haben und sich erst jetzt offenbaren können“, zeigt Hotline-Leiter Zimmer auf."
Quelle: Rheinzeitung

4.11.2010 Auch Kritiker loben die Experten der kirchlichen Hotline.
Quelle: Rheinzeitung

4.11.2010 "Ein Fall von weniger Gewicht" - wie in der Evangelischen Landeskirche von Bayern mit einem Pfarrer, Ende 20, der eine damals 14-Jährige missbrauchte, umgegangen wurde.
Quelle: Süddeutsche

3.11.2010 Die österreichische unabhängige Opferschutzanwaltschaft beschloss bislang 39 Entschädigungszahlungen. Bis Ende Oktober meldeten sich 636 Menschen als Opfer von (sexualisierter) Gewalt.
Quelle: ORF

3.11.2010 Kirchenzeitungs-Chefredakteure und katholische Laien fordern den Rücktritt des belgischen Vorsitzenden der Bischofskonferenz.
Quelle: kathweb

1.11.2010 Der Papstsprecher Federico Lombardi lädt alle Verbände von Opfern sexuellen Missbrauchs ein, die Kirche auch als ihrenVerbündeten zu sehen.
Quelle: Radio Vatikan

31.10.2010 In Rom findet heute ein Fackelzug von Missbrauchsopfern von katholischen Priestern und Ordensleuten. Am Reformationstag wolle man zeigen, dass das Kapitel noch lange nicht abgeschlossen sei, sagten die Organisatoren. Sie wollen eine, wie sie sagen, ehrliche Entschuldigung. Irgendwann werden die Entschuldigungen kommen, die auch aus dem Herzen kommen. Eine finanzielle Entschädigung könne nur ein Teil sein, das sei aber unzureichend. Der Vatikan reagierte auf den Fackelzug: Er verbot, dass er auf dem Petersplatz ende.
Quelle: ORF
Kommentar: Offensichtlich kommen die Entschuldigungen der Kirchenleitungen bei den Opfern nicht an.

31.10.2010 Bei den Hiltruper Missionaren wurden vom externen Ermittler 6 Missbrauchsfälle ermittelt. Der Provinzial Werner Gahlen bat noch einmal um Entschuldigung vor Presse, Funk und Fernsehen. Am 27.10.2010 hat er sich zusammen mit einem Mitbruder mit den Opfern in Speyer getroffen.
Quelle: Hiltruper Missionare

31.10.2010 Im Zwischenbericht der von den Jesuiten am Bonner Aloisiuskolleg berufenen Missbrauchsbeauftagten Julia Zinsmeister ist von bislang 67 Missbrauchsopfern und 18 Tatverdächtigen die Rede, 15 von ihnen Jesuiten. Die Verantwortlichen des Ordens hätten schon vor 2010 von den Übergriffen gewusst und sie verschwiegen.
Quelle: az-web

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30.10.2010 Von einem ehemaligen Benedikter, dessen Job es war, sexuellen Missbrauch zu vertuschen.
Quelle: Tagesspiegel

29.10.2010 Ein Dekan aus dem Bistum Augsburg wurde wegen sexuellen Missbrauchs in drei Fällen zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und der Zahlung von 4000 Euro verurteilt. Er trat von seinem Amt als Dekan und Pfarrer zurück.
Quelle: Augsburger Allgemeine

28.10.2010 Ein Ordenspriester aus Fritzlar wird in 164 Fällen des sexuellen Missbrauchs von 6 Jugendlichen angeklagt. 30 Fälle hatte er zugegeben.
Quelle: FR
Die Ermittlungen gegen seinen Vorgesetzten, der von den Missbrauchstaten gewusst haben soll, laufen noch.
Quelle: hr-online

28.10.2010 "Auf die Frage eines Mitarbeiters der Sendung “Questions à la une” nach seiner Ansicht  zur Bestrafung des von Priestern begangenen  sexuellen Missbrauchs sagt der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz Léonard:"Sexuelle Straftäter sind auch Menschen. Natürlich müssen sie sich dessen bewusst werden, was sie getan haben, doch wenn sie nicht mehr im Amt sind und folglich keine Verantwortung mehr tragen, dann frage ich mich, ob ein Racheakt gegen sie, zumal er kein konkretes Ergebnis mehr hätte, eine menschliche Lösung ist."
Quelle: BRF online
Kommentar: Mit Racheakt meint der Bischof eine von einem Gericht ausgesprochene Strafe.
26.10.2010 Das kriegen Missbrauchsopfer zu hören: Der Religionslehrer bittet, doch auch an die Familie des Täters zu denken. Der Schuldirektor sagt, es könne so schlimm doch nicht gewesen sein. Die  Elternbeiratsvorsitzende sagt, man müsse jetzt nach vorne schauen. Der Beratungslehrer sagt, er wolle das nicht so genau wissen. Unterschriftenlisten für den Täter gibt es natürlich auch. Mitschüler rufen an und bitten das Opfer, nicht böse zu sein, sie hätten auch unterschrieben, denn ihnen persönlich habe der Mann ja nichts getan.
Quelle: Süddeutsche

25.10.2010 Dr. Norbert Reuhs, Diözesanrichter der Diözese Rottenburg-Stuttgart,  sagte auf einer Podiumsdiskussion: „Es gibt immer wieder Verdachtsfälle, aber keine Opfer, die sich melden.“ So gebe es offiziell auch keinen Täter.
Quelle: Schwäbische Post


24.10.2010 "Wilhelm Ritthaler ist mittlerweile ein bekannter Mann. Immer wieder hat er gesprochen über das, was ihm in seiner Zeit bei den Regensburger Domspatzen passiert ist. In der Süddeutschen Zeitung hat er im März zum ersten Mal öffentlich von den körperlichen Misshandlungen berichtet, später sprach er auch im Fernsehen. Sein Name sei dadurch bekannt gewesen, sagt Ritthaler, er wäre jederzeit zu kontaktieren gewesen. Gemeldet aber habe sich niemand, bis heute. "Es fühlt sich bitter an, es ist sehr enttäuschend", sagt der 63 Jahre alte Arzt und Psychotherapeut. "Ich hätte mir eine Reaktion gewünscht, aber ich habe es nicht anders erwartet. Das Bistum reagiert passiv, defensiv, beschwichtigend." Das Bistum Regensburg bestätigte, dass Wilhelm Ritthaler nicht kontaktiert wurde. "Es liegt kein Schreiben an ihn vor", erklärte Sprecher Clemens Neck. Das Bistum ruft Betroffene aber weiter dazu auf, sich zu melden." So berichtet die Süddeutsche - und von diesen Doppelbotschaften höre ich immer wieder: Verantwortliche in den Kirchenleitungen fordern Opfer auf, sich zu melden. Und wenn die sich melden, bricht das große Schweigen aus.
Quelle: Süddeutsche

23.10.2010 In der katholischen Kirche in Bayern sollen seit Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens 380 Menschen Opfer von Missbrauch oder Misshandlung geworden sein. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) unter Berufung auf eine Umfrage in den Diözesen und mehreren Ordensgemeinschaften. Es sei von mindestens 280 Tätern auszugehen, von denen die meisten aber schon verstorben seien. Die Ordinariate  Augsburg, München, Passau, Regensburg und Würzburg machten diese Angaben. Aus den Bistümern Bamberg und Eichstätt liegen keine Angaben vor.
Quelle: kath.web

22.10.2010 Ein ehemaliger katholischer Priester ist in Birmingham wegen Kindesmissbrauchs zu 21 Jahren Haft verurteilt worden. Der heute 73-Jährige hat während 20 Jahren in insgesamt 21 Fällen kleine Jungen sexuell missbraucht. Der Mann hatte bis zum Schluss alles abgestritten. Der Missbrauch begann in den 1950er Jahren. Der Mann hatte sich jahrelang einem Gerichtsprozess entzogen. Der Richter beschrieb den Verurteilten bei der Urteilsverkündung als «doppelzüngig und manipulativ». Seine Taten seien «unvorstellbar grausam» gewesen.
Quelle: radio basel

22.10.2010 Im Erzbistum Freiburg liegen die Missbrauchszahlen inzwischen vor: Von 1950 bis heute gab es etwa 110 Anzeigen. Diese richteten sich in der Zeit bis 2000 fast ausschließlich gegen Priester; danach sei das Verhältnis zwischen Geistlichen und pastoralen Mitarbeitern bei den Beschuldigten etwa ausgeglichen. Das Ordinariat geht davon aus, dass es mehr Opfer als bekannt gibt. Die Täter waren  mit einer Ausnahme männlich. Es habe so gut wie keine unbegründeten Anzeigen gegeben. Unter den Opfern waren auch solche, deren Missbrauch nicht innerhalb der Erzdiözese Freiburg stattgefunden hat. "Wir haben das trotzdem aufgenommen und bearbeitet, weil es für Opfer sehr schwierig ist, ,Wir sind nicht zuständig‘ gesagt zu bekommen", berichtete der Missbrauchsbeauftragte Domkapitular Dr. Maier. Betroffen waren überwiegend ältere männliche Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.
30 weitere Anzeigen benennen Gewalt in Heimen.
Quelle: Badische Zeitung

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21.10.2010 Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt gegen einen kath. Priester, dem Übergriffe vorgeworfen werden. Der Priester ist geständig.
Quelle: Rheinzeitung

21.10.2010 Über die verlorene Würde des Anderen: Erwin Möde geht in CiG dem missbrauchten Menschen und dem missbrauchten Gott nach.

20.10.2010 Hanspeter Oschwald berichtet, dass Papst Johannes Paul II. den Kindersschänder und Gründer des Ordens der Legionäre Christi, Marciel Maciel Degollado schützte. "Der Schaden für die Gesamtkirche wäre unabsehbar, wenn Papst Benedikt seinen Vorgänger zur Ehre der Altäre erheben würde. Es könnte sich schnell herumsprechen, welche Altlast Medien-Star Wojtyla hinterlassen hat. Es geht um Kindesmissbrauch."
Quelle: Südwestpresse
1.5.2011 Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. durch Papst Benedikt XVI. erfolgte heute. Einige - wenige - haben dagegen protestiert. Schaden wurde nur bei den Opfern von Kindesmissbrauch durch Kleriker der kath. Kirche angerichtet - aber das ist ja eine zu vernachlässigende Menschengruppe. Erzbischof Zollitsch sagte: "Er [Papst Johannes Paul II.], der unerschrocken für die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung der fundamentalen Menschenrechte eintrat, war und blieb ein entschiedener Kämpfer für eine `Kultur des Lebens`. .....Daran werden sich viele ihr Leben lang erinnern – kurzsichtige Kritik an der schnellen Seligsprechung wird Johannes Paul II. nicht gerecht und schon bald vergessen sein."
Kommentar: Das Eintreten von Papst Johannes Paul II. für die Menschenrechte werden die Opfer des Herrn Degollado, der vom Papst geschützt wurde, anders sehen. Ob die Kritik von Opferverbänden und Hans Küng und der Initiative Romero tatsächlich "kurzsichtig" und "bald vergessen" sein wird, wird sich zeigen. Ich glaube nicht, dass eine Kirche, die mit einer Lüge lebt, langfristig glaubwürdig ist.

20.10.2010 Schuld hat nicht der Teufel
Quelle: zeit.de

17.10.2010 Beim Bonner Aloisiuskolleg gibt es erneut einen Missbrauchsverdacht. Wie der «Bonner Generalanzeiger» (Samstag) berichtete, trennt sich die Jesuitenschule von einem unter Missbrauchsverdacht stehenden weltlichen Mitarbeiter. Seit Monaten ermittele die Staatsanwaltschaft gegen den Mann. Inzwischen lägen der Justiz drei Anzeigen vor. Dabei gehe es um Fälle möglicher Übergriffe gegen Schutzbedürftige in den späten 80er und 90er Jahren.
Quelle: liborius.de

16.10.2010 Thomas Wystrach stellt ein paar Fragen zur neuen "Dialogoffensive" und zum "neuen Aufbruch" der katholischen Kirche.
Quelle: wystrach.de

16.10.2010 Pater Mertes lobte das Vorgehen der Wiener katholischen Kirche: "Mit einer Bußfeier im Stephansdom, der Einrichtung einer Opferschutzkommission, der raschen Auszahlung von Therapie- und Entschädigungszahlungen und der Überarbeitung der kirchlichen Richtlinien habe Kardinal Schönborn wichtige Akzente gesetzt.
Quelle: kathweb
s. auch: welt.de: Mertes - Ungeliebter Mahner mit heiligem Zorn

16.10.2010 Ein Mitarbeiter der Caritas, Leiter eines Kinderdorfes, wurde in der fragwürdigen RTL-Sendung "Tatort Internet" als einer geoutet, der Kontakt zu einer Dreizehnjährigen im Internet suchte. Inzw. ist der Mann entlassen und verschwunden. Die Caritas Würzburg ist entsetzt, dass RTL 2 sie nicht früher informierte.
Quelle: Süddeutsche
Die Zeit formuliert andere Fragen zur Sendereihe "Tatort Internet".

16.10.2010 Die FR berichtet von den Verbindungen von Papst Johannes Paul II. zu Marcial Maciel Degollado, dem Gründer der Legionäre Christi, der Kinder, Jugendliche und Seminaristen missbrauchte.

15.10.2010 Der Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz äußerte in seinem Buch, das heute im Niederländischen veröffentlicht wurde, die Immunschwäche-Krankheit Aids könnte eine "Art von immanenter Gerechtigkeit" für den Missbrauch der Liebe sein.
Quelle: Spiegel

15.10.2010 Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann, zur Frage, wie die Kirche wieder Vertrauen zurück gewinnen könne.
Quelle: Liborius

14.10.2010 Der Anwalt von zwei Opfern des Marc Dutroux wurde zu einer Haftstrafe verurteilt wegen Konsum von Kinderpornografie.
Quelle: Spiegel

13.10.2010 Der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann weist darauf hin, dass die Sakralisierung des Priesters in der kath. Kirche sexuellen Missbrauch begünstigt habe. Kaufmann bemerkte, dass "Vergehen" gegen das 6. Gebot undifferenziert als Todsünden verstanden würden, also als Verstöße gegen die Ordnung Gottes. Die Folgen für den Nächsten hingegen würden ausgeblendet. Der Leiter des Berliner Canisiuskollegs, der Jesuit P. Klaus Mertes, betonte die Verantwortung der Kirche als Institution im Missbrauchsskandal. Die Kirche sitze zu Recht auf der Anklagebank, weil die Opfer mit ihren Beschwerden über lange Zeit nicht ernst genommen worden seien. Missbrauch sei "nicht nur die Missbrauchstat, sondern auch das Weghören".
Quelle: kath.web
Quelle: generalanzeiger

13.10.2010 Ein Hinweis auf eine Veranstaltungsreihe Gemeindehaus-Saal in Hamburg, St. Nikolai: Ärzte-Kanzel 2010 - am 10. November geht es um das Thema: Sexuelle Gewalt und ihre lebenslangen Folgen Trauma - Scham - Schweigen. Es spricht PD Dr. med. Dragana Seifert (Institut für Rechtsmedizin UKE) , Dipl.-Pädagogin Carmen Kerger (Dunkelziffer e.V. Hamburg)

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12.10.2010 Johannes Heibel,  , erhebt Vorwürfe gegen das Bistum Aachen: Es tue nichts, um den Prozess gegen den Priester des Bistums, der in Südafrika des Missbrauchs von Kindern angeklagt ist, zu beschleunigen.
Quelle: wzdüsseldorf

11.10.2010 Im Interview sagte Christine Bergmann, dass sich oft die Opfer und nicht die Täter schuldig fühlen.
Quelle: Märkische Allgemeine

10.10.2010 Der Freund des Papstes - ein Kinderschänder - über den Chef der "Legionäre Christi" und seine Beziehungen zu Papst Johannes Paul II.
Quelle: PF


11.10.2010 Das Erzbistum München distanziert sich von dem Spiegel-Bericht über das Engelswerk und dessen Anerkennung durch den Papst. Die vom „Spiegel“ angeführte „Anerkennung“ des Engelwerkes durch den Vatikan beziehe sich auf Mitglieder und Vereinigungen, die sich von sdem "Engelwerk" und deren abstrusen Lehren distanziert haben und fasse diese in einem eigenen Verein „Werk der Heiligen Engel“ (Opus Ss. Angelorum) zusammen.
Quelle: Erzbistum München

10.10.2010 Papst Benedikt XVI. lässt per Dekret die kruden Lehren des „Engelwerks“ wieder zu. Innerhalb der Kirche war die sektiererische Gemeinde stets hoch umstritten.
Quelle: FR
Welt.de

9.10.2010 Der Fall des Pfarrers Georg K. aus dem Bistum Aachen
Quelle: initiative gegen gewalt

9.10.2010 Der Speyrer Ombudsmann für Missbrauchsopfer stellt seine Arbeit ein. Der Ludwigshafener RA Rüdiger Weidhaas kann nach den neuen Richtlinien nicht mehr Ombudsmann sein, weil die Opfer - wenn gewünscht - mit absoluter Verschwiegenheit rechnen konnten. Die neuen Richtlinien formulieren hingegen: "Wenn ein mutmaßliches Opfer über einen Verdacht des sexuellen Missbrauchs informieren möchte, vereinbart die beauftragte Person ein Gespräch. Der Diözesanbischof bestimmt, wer seitens der Diözese an diesem Gespräch teilnimmt Zu Beginn des Gesprächs wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass der Missbrauchsverdacht der Strafverfolgungsbehörde mitgeteilt wird."
Quelle: Rheinpfalz

7.10.2010 Marilyn Monroe
Quelle: Die Zeit

7.10.2010 Im Bistum Regensburg wurden bislang fast 1500 Personalakten auf den Verdacht sexuellen Missbrauchs hin gesichtet. Diese Arbeit sei noch nicht abgeschlossen, sagte der Bistums-Sprecher. Seit dem Bericht von März 2010 seien keine neuen Fälle mehr bekannt geworden.
Quelle: Wochenblatt

7.10.2010 Ein Missbrauchsopfer aus dem Bereich des Erzbistums Freiburg berichtet, dass es vom Bistum an die für den Täter zuständige Abtei Mehrerau, Österreich, verwiesen wurde. Der Anwalt des Täters, eines Ordensmannes aus der Abtei Mehrerau, schrieb nun dem Opfer, "dass diesseits KEINE ZAHLUNG erfolgen wird". Dies läge ganz überwieged daran, dass das Opfer in seiner Verhaltensweise stark überzogen habe. Gemeint ist, dass das Opfer die Presse einschaltete, als es weder im Bistum noch beim Orden Gehör fand. Der Anwalt wirft dem Opfer auch vor, eine "apostolische Klageschrift" in Rom eingereicht zu haben.
Quelle: NetzwerkB


7.10.2010 In Nordirland trafen Missbrauchsopfer mit Politikern und Psychologen zusammen. Das Treffen stand unter dem Thema "Zeit für Gerechtigkeit". Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert bei dem Treffen die nordirische Regierung zur Untersuchung von institutionellem Kindesmissbrauch auf.
Quelle: kipa

7.10.2010 Im Vatikan beginnt die Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt in der Kirche Irlands, um das erschütterte Vertrauen wieder herzustellen. Vier vatikanische Inspektoren sollen die Vorgänge in Irland untersuchen.
Quelle: domradio

7.10.2010 Die österreichische Klasnic-Kommission hat weiteren 10 Opfern von Gewalt Entschädigungen zugesagt. Insgesamt haben sich bei der unabhängigen Opferschutzanwaltschaft 556 Betroffene gemeldet.
Quelle: kath.web.

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7.10. 2010 Der in Südafrika angeklagte Priester, K., aus dem Bistum Aachen, bewegt sich nach Aussagen einer Mutter in Südafrika frei. Auch die Kirche kontrolliert nicht, ob er sich an die Auflage - kein Kontakt zu Kindern und Jugendlichen - hält. Der Vorsitzende der Initiative gegen sexuelle Gewalt, Johannes Heibel, zeigt sich in einem Brief an den Personalverantwortlichen des Bistums, Pfarrer Schmitz, ebenfalls enttäuscht von den Vorgängen im Bistum. Er habe gehofft, dass nach der Podiumsdiskussion in Viersen mehr passieren werde, sagte er. Weder die Staatsanwaltschaft noch das Bistum Aachen seien wirklich um die Aufklärung möglichst aller Missbrauchsfälle in Sachen K. bemüht. Heibel fragt, warum niemand alle ehemaligen Messdiener in allen von Pfarrer K. geleiteten Pfarreien anschreibe. Er fragt auch, warum das Bistum Aachen nicht allen Betroffenen finanzielle Hilfe zusichere. Heibel spricht von Ignoranz. Ihn wundere es nicht, dass es viele Opfer vorziehen, zu schweigen, bei dem Unverständis und der Kälte, die ihnen entgegen gebracht würden.
Quelle: Grenzland

7.10.2010 Die Angst der Kirche vor Erneuerung thematisiert Gernot Facius.
Quelle: Welt.de

7.10.2010 Das Bistum Passau legt seine Missbrauchsbilanz vor: "Demnach ist im Bistum Hinweisen auf sexuellen Missbrauch oder Gewaltanwendung durch 40 Personen nachgegangen worden. Die Hinweise und Rückfragen bezogen sich auf den Zeitraum von 1948 bis 2009, wobei der Großteil der Hinweise die Zeit zwischen 1960 und 1980 betrifft. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es 26 Fälle, in denen wegen sexuellem Missbrauch ermittelt wurde. 14 Mal ging es um Gewaltanwendung. 21 Priester, ehemalige wie aktive , waren betroffen. Zwölf Fälle wurden staatsanwaltschaftlich behandelt. Es gab eine Verurteilung wegen Verbreitung pornografischer Schriften. Ein Verfahren läuft noch. Zehn Verfahren wurden entweder aufgrund eingetretener Verjährung oder haltloser Anschuldigungen eingestellt."
Quelle: pnp

4.10.2010 Ein ehemaliger Messdiener muss wegen Kindesmissbrauchs ins Gefängnis. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den heute 31-jährigen Eventmanager am Montag wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu vier Jahren und neun Monaten Haft.
Quelle: ad-hoc-news

4.10.2010 Der Zwischenbericht der Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmannliegt vor. Bei über 80 Prozent der Betroffenen liegt der Missbrauch mindestens 20 Jahre zurück. Diejenigen, die sich bereits an jemanden gewendet hatten, berichten vielfach, dass ihnen nicht geglaubt wurde oder dass sie sogar dafür bestraft wurden.
Quelle: beauftragte-missbrauch

4.10.2010 Ein Mitglied der Franziskaner-Minoriten muss den Orden in Würzburg verlassen. Ihm wird vorgeworfen, Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. Der Orden und der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, wurden für ihre Entscheidung, den angezeigten Pater D. aus der Seelsorge zu entfernen, kritisiert. Orden und Bistum halten Pater D. für schuldig. Weitere Schritte gegen den ehemaligen Diözesankaplan und geistlichen Beirat der DJK Würzburg werden vom Ordensgeneral der Franziskaner-Minoriten in Rom entschieden.
Quelle: mainpost

3.10.2010 Predigt von Marieluise Gallinat-Schneider

3.10.2010 In den letzten 2 Wochen haben sich weitere 40 Missbrauchsopfer in Belgien gemeldet. Das hat die Arbeitsgruppe “Menschenrechte in der Kirche” aus Löwen bekanntgegeben.
Quelle: brf

2.10.2010 Eine Stimme der Hoffnung: Dom Erwin Kräutler erhielt den alternativen Nobelpreis für seinen Kampf mit den und für die Menschen im Regenwald. Er sagt u.a.: "Ein Bischof gehört unters Volk." Recht hat. er.
Quelle: kurier.at

2.10.2010 Das Ausmaß sexualisierter Gewalt von Priestern gegen Kindern mache in Italien keine kirchliche Initiative gegen Missbrauch nötig, sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Mariano Crociata.
Quelle: Radio Vatikan

1.10.2010 Der belgische ehemalige Leiter der Missbrauchskommission sprach sich in einem Interview für den Rücktritt des Papstes aus. Ihm gehen die von der Kirchenleitung eingeleiteten Schritte nicht weit genug.
Quelle: BRF

1.10.2010 Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, hält den Bischöfen Zögerlichkeit bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern vor. Ihr ist schwer verständlich, warum die Bischöfe keine Summen für finanzielle Hilfen nennen und nicht großherzig handeln - was man von ihnen zu Recht erwarten könne. In der Öffentlichkeit werde der Verdacht genährt, dass sich die Bischöfe drücken wollen.
Quelle: Domradio

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1.10.2010 Ursula Enders, Zartbitter Köln, nennt das Entschädigungsangebot der katholischen Kirche (bis zu 4250 Euro an Psychotherapiekosten für Missbrauchsopfer) eine Verhöhnung der Opfer. Sie kennt Fälle, in denen Opfer mehrere Zehntausend Euro für Therapiekosten selbst gezahlt haben. Sie weist darauf hin, dass die am Runden Tisch versammelten Institutionen zum Teil selbst Tatort gewesen sind. Die automatische Strafanzeige beurteilt sie als ein Druckmittel in der Hand von Tätern: "Du bist schuld, wenn ich ins Gefängnis muss."
Quelle: FR

30.9.2010 Die Laiengemeinschaft "Regnum Christi", die den Legionären Christi angegliedert ist, wird vom Erzbischof von Valladolid, Ricardo Blazquez Perez als Apostolischem Visitator untersucht. Dem Ordensgründer Marcial Maciel Degollado, der Seminaristen sexuell missbraucht hatte und Vater dreier Kinder war (die er nach deren Angaben ebenfalls missbrauchte), warf der Heilige Stuhl "objektiv unmoralisches Verhalten" vor. Der Ordensgründer hatte jahrzehntelang unter dem Schutz der Kirche, incl. des Vatikan und des letzten Papstes, gestanden, obwohl erste Vorwürfe bereits 1956 vorlagen, 1978 und 1989 erneuert wurden und noch einmal 1999 (s. auch NDR)
Quelle: kathweb

30.9.2010 Wolfgang Wagner kommentiert in der FR unter dem Titel "Die Perspektive der Täter" die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche als geprägt vom Geist der Bürokraten. Schlecht müsse das nicht sein, meint Wagner - aber es fehle ein Zeichen der Großherzigkeit.
Die Bischöfe begründeten die Unklarheit über die Höhe der "Entschädigungszahlungen" damit, dass sie mit der Angabe hoher Beträge keine andere Institution unter Druck setzen wollten, die nicht so viel Geld hat. Das jedoch ist nach Wagners Ansicht die Täterperspektive, die es zu überwinden gelte. Es gehe nicht darum, Einrichtungen zu schonen, sondern Opfern zu helfen.
Quelle: FR

30.9.2010 Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Runden Tisch vier Vorschläge zum Umgang mit sexualisierter Gewalt vorgelegt:
- Einmalige Zahlung eines Geldbetrags, der als „finanzielle Anerkennung“ des zugefügten Leids gelten soll.
- Zahlung für therapeutische Hilfe oder therapeutische Paarberatung
- Regelungen für individuelle Härtefälle
- Präventionsfond
Quelle: Radio Vatikan

29.9.2010 Klaus Laubenthal, Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg berichtet von 55 Gewaltopfern. In 6 Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ca ein Viertel der Betroffenen wollte keine Anzeige. In einem zweiten Viertel gehörten die Beschuldigten nicht zum Bistum Würzburg. Ein großer Teil der BEschuldigten sei verstorben. In einigen, wenigen Fällen haben die Beschuldigten die Täten eingeräumt. Einzelne Anschuldigungen stellten sich als falsch heraus. Die meisten Betroffenen wollten ihre Erlebnisse offen legen und sie wollten Gerechtigkeit. Der Missbrauchsbeauftragte steht mit den Betroffenen, die das wünschen, in Kontakt und iinformiert sie darüber, wie es weitergeht.
Quelle: Mainpost

29.9.2010 In der Mainpost trifft ein namentlich nicht genanntes, aber der Redaktion bekanntes Opfer sexualisierter Gewalt, Peter M., den Nagel auf den Kopf. Ich zitiere: „Für mich ist weniger die Summe entscheidend, als die Grundhaltung der Kirche: Gestehen die Verantwortlichen im Umgang mit den betroffenen Menschen Schuld ein und zeigen sie Reue?“
Peter M. wurde von einem Würzburger Franziskaner-Minoritenpater missbraucht, der wegen Verjährung nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Der mutmaßliche Täter bestreitet die Vorwürfe. Peter M. vermisst - nachdem er seinen Missbrauch offenbart hatte - beim Missbrauchsbeauftragten der kath. Kirche, Bischof Ackermann, Zeichen von Reue oder Schuldgefühl. „Ich hätte mir gewünscht, dass man mich ernst nimmt und mir Glauben schenkt und mich in dem Aufklärungsprozess begleitet.“ Dies sei nur sehr bedingt geschehen. Statt dessen hätten ihn die Verantwortlichen teilweise um Verständnis dafür gebeten, wie schwierig die Situation für sie sei. [D.i. ein Vorgehen, das mir unendlich oft begegnet ist.]
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, hatte in einer Presseerklärung berichtet, dass die Bischöfe ein Hilfsmodell entwickelt hätten, „die Opfer dabei zu unterstützen, ihr Opferschicksal zu überwinden und neue Stärke zu gewinnen“. Peter M. stellt dazu fest: „Die Kirche als Seelsorgerin, die die Opfer tröstet, brauche ich nicht. Ich will nicht von der Institution der Täter getröstet und therapiert werden. Das ist eine ganz verkorkste Herangehensweise.“ Bislang hat der Würzburger allerdings den Eindruck, der Kirche ginge es in der momentanen Entschädigungsdebatte vor allem um Imagepflege – tatsächliche „gesamtmenschliche Hilfe“ und Anerkennung des erlittenen Unrechts ist genau das, was er konkret vermisst.
Quelle: Mainpost

29.9.2010 Das Kinderschutzzentrum Salzburg wird immer häufiger mit schweren Missbrauchsfällen konfrontiert. Seit März 2010 sind die Anfragen um ca 20 %, d.h. um 200 "Fälle" gestiegen.
Quelle: krone at.

29.9.2010 Der Hauptmissbrauchstäter Ludger Stüper, Bonner Aloisius-Kolleg, ist gestorben und wurde beerdigt. 8 Geistliche zelebrieren sein Requiem. Unter ihnen sind der derzeit amtierende Rektor des Aloisius-Kollegs und sein Vorgänger. Mitglieder des Eckigen Tisches registrieren, dass beide dem Kontakt mit Opfern ausweichen. Die Opfer sexualisierter Gewalt durch Ludger Stüper sehen darin die Solidarität der Kirche mit einem Täter. Rektor Rabe formulierte nämlich in seiner Totenrede: "In den letzten Jahren ist aber auch Schatten auf seine Person [Ludger Stüper] gefallen. Mit Erschrecken hat er zur Kenntnis genommen, dass sein früheres Fotografieren in manchen Dingen unangebracht war. Er hat zur Kenntnis genommen, dass man jugendliche Seelen auch durch solches unbedachtes Tun verletzten kann Er hat sich bei einigen Betroffenen entschuldigt. Er hat einen Brief an den Provinzial geschrieben, wo er das auch nochmal dargelegt hat und versichert hat, dass er zu keiner Zeit weitergreifende Übergriffe vollzogen hat. Es hat ihn bedrückt. Er hat darunter gelitten, weil Vergebung ihm letztlich nicht genügend gegeben worden ist.” Opfer von Stüper haben jreagiert und einen Offenen Brief verfasst.
Quelle: Eckiger Tisch und Offener Brief
s.auch Trierer Fernsehpfarrer in der Kritik - Volksfreund

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29.9.2010 Im Positionspapier der Teilnehmer_innen des bundesweiten Kongresses „Aus unserer Sicht“ heißt es u.a. " Menschen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, verfügen über ein breites Wissen, zum Beispiel über Täterstrategien, sexualisierte Gewalt begünstigende gesamtgesellschaftliche und institutionelle Strukturen, beeinträchtigende Auswirkungen und Möglichkeiten der Bearbeitung. Dieses Wissen muss in die Arbeit gegen sexualisierte Gewalt einfließen."
Quelle: aus unserer sicht

27.9.2010 Die Gründerin der Josefsschwestern, eines australischen Ordens, Mary MacKillop, soll im Oktober 2010 heilig gesprochen werden. 1871 wurde sie aus "Rache" für ihre Anzeige gegen Pater Keatin, einen pädophilen Priester, exkommuniziert.
Quelle: kath.web

25.9.2010 Dortmund — Zahlreiche Opfer sexuellen Missbrauchs haben sich seit dem Start der Kampagne "Sprechen hilft" innerhalb weniger Tage bei der Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmann gemeldet. Insgesamt gingen seit dem Kampagnenstart am Dienstag etwa 1100 Anrufe und Briefe ein, wie die "Ruhr-Nachrichten" unter Berufung auf die Geschäftsstelle der Missbrauchsbeauftragten berichten. Von der Einrichtung der Geschäftsstelle im vergangenen April bis zum Dienstag meldeten sich demnach 2500 Betroffene schriftlich oder telefonisch.
Quelle: google.com

25.9.2010 Seit der Abschlussbericht der Adriaenssenskommission vorliegt, sind über 50 neue Klagen über sexuellen Missbrauch eingereicht worden. Genannt werden als Schauplätze der Verbrechen die Abteischule von Zevenkerken bei Brügge und das "Klein Seminar" in Hoogstraten in der Provinz Antwerpen. Der beschuldigte Geistliche hat jetzt Hausverbot im "Klein Seminar" erhalten.
Quelle: bfr

25.9.2010 Ein gehörloses Opfer, Terry Kohut, erzählt.
Quelle: religion.blog

25.9.2010 Das Schweigen brechen: TV.Spot.

25.9.2010 Die katholische Kirche will die Opfer sexuellen Missbrauchs individuell entschädigen.
Quelle: Spiegel
Die Bischofskonferenz weist die Darstellung des Spiegel zurück. Quelle: kath.web

In Österreich ist inzwischen von 500 bekannten Opfern von Priestern und Ordensleuten die Rede. Die von Kardinal Schönborn ins Leben gerufene Klasnic-Kommission hat ein Schmerzensgeld-Modell vorgestellt. Es orientiert sich an der gängigen österreichischen Rechtssprechung bei Missbrauchsfällen. "Leichtere Fälle" des Missbrauchs (keine Vergewaltigung) erhalten 5000 Euro. Für mehrfache Übergriffe über eine längere Zeit oder eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung (Vergewaltigung) sind 15.000 Euro vorgesehen. Bis zu 25.000 Euro erhalten Betroffene, die über mehrere Jahre Missbrauch mit Verletzungsfolgen ausgesetzt waren. Darin inkludiert sind auch seelische Schmerzen. Die vierte Kategorie betrifft extreme und besonders brutale Fälle. Hier gibt es keine finanzielle Obergrenze.
Quelle: kurier.at

23.9.2010 Michael Katsch, der Sprecher des Eckigen Tisches, im Interiew.
Quelle: ZDF-Mediathek

23.9.2010 Pressemitteilung von Erzbischof Zollitsch anlässlich der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. Dort heißt es u.a.: "Wir haben während der Vollversammlung ein Modell erörtert, das aus mehreren Teilen besteht. Seine grundlegende Idee ist es, Opfer dabei zu unterstützen, ihr Opferschicksal zu überwinden und neue Stärke zu gewinnen. Dieses Modell muss noch weiterentwickelt werden."
Kommentar: Dieser Satz zeugt von einer großen Respektlosigkeit gegenüber Opfern von Menschengewalt. Er suggeriert, dass Opfer sich freiwillig an ihrem Opferschicksal festhalten. Er unterstellt, dass Opfer bislang kein Interesse daran hatten, mit den Folgen der Traumatisierung durch Menschengewalt zurechtzukommen. Er übersieht jene Menschen, die nichts mehr "überwinden" können, weil sie sich umgebracht haben. Und er signalisiert, dass Kirche die bevorzugte Institution sein will, die Opfern helfen will. Und ganz nebenbei hat diese Position noch den Vorteil, die Opfer unsichtbar machen - dann kann ja alles nicht so schlimm sein mit der sexualisierten Gewalt, wenn die Folgen der Gewalt mir nichts dir nichts zum Verschwinden gebracht werden können. Die Realität von Opfern sieht nach meiner Erfahrung anders aus.
Hier hätte ich mir aufmerksames und demütiges Zuhören der Bischofskonferenz gewünscht, um die Realitäten von Opfern überhaupt erst einmal kennenzulernen. Wäre das schon geschehen, dann könnte ein solcher Text nicht in einer Pressemitteilung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz stehen.
Erika Kerstner

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23.9.2010 Karin Prummer kommentiert in der Süddeutschen die Ergebnisse der Bischofskonferenz. Sie sagt, es fehle der nächste Schritt nach dem Einräumen von Fehlern, nämlich die Entschädigung der Opfer. Damit verspiele die Kirche eine Chance, die so schnell nicht wieder komme.
Quelle: Süddeutsche

22.9.2010 In Spanien ermittelt die Polizei gegen einen katholischen Priester aus Valencia (Kreis Ribera Alta). Es soll sich um einen 39-jährigen Geistlichen handeln, der zwei Jungen, 13 und 14 Jahre alt, sexuell missbraucht haben soll. Der Erzbischof von Valencia suspendierte den Priester und teilte in einer Presseerklärung sein Bedauern mit.
Quelle: comprendes.de

22.10.2010 "Wir haben Opfern zu wenig zugehört, Fehler falsch beurteilt und unser Handeln, wie andere auch, oft zu sehr darauf ausgerichtet, dass das Ansehen der eigenen Institution, der Kirche, bewahrt bleibe." Umso wichtiger sei nun ein Dialog über den künftigen Kurs der Kirche. An dessen Spitze müssten die Bischöfe stehen. "Der neue Aufbruch, den wir suchen, beginnt bei uns selbst!" Das sagte Erzbischof Zollitsch zu Beginn der Herbstkonferenz der kath. Bischöfe Deutschlands.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Mit den "Fehlern", die falsch beurteilt wurden, meint der Vorsitzende der Bischofskonferenz vermutlich Verbrechen an Kindern und Jugendlichen.

21.9.2010 Eine Pastorin, als Kind vom Vater und einem katholischen Priester, missbraucht, fordert von der Nordelbischen Kirche rückhaltlose Aufklärung im Ahrensburger Missbrauchsgeschehen und stellt ihre Kenntnisse aus Opfersicht zur Verfügung.
Quelle: Abendblatt

19.9.2010 Nun sollten die Kirchenführer ihre Erfahrungen mit dem Ausmaß und den Folgen von Kindesmissbrauch auch in außerkirchlichen Gesellschaftsbereichen einbringen. Es gebe keinen besseren Weg zur „Wiedergutmachung dieser Sünden“, als „in demütiger Haltung des Mitgefühls die Kinder zu erreichen, die anderswo weiter Missbrauch erleiden“, sagte der Papst.
Quelle: Domradio
Kommentar: Der Papst hat noch nicht realisiert, dass mit hoher Sicherheit auch in der Kirche nach wie vor Kinder missbraucht werden. Und ihm ist noch nicht klar, dass es eine Wahrnehmungsdifferenz gibt: Die Kirchenleitung glaubt, sie tue alles für die Opfer - viele Opfer sehen das jedoch anders.

19.9.2010 Ehemalige Schüler von Jesuitenschulen, die missbraucht wurden, fordern eine Entschädigung von 82373 € pro "Fall". Jesuiten hatten 5000 Euro angeboten. Die Opfervereinigung "Eckiger Tisch" will sich an die Bischofskonferenz wenden, weil der Jesuitenorden nicht zahlen kann.
Quelle: Fuldaer Zeitung

18.9.2010 Die Ermittlungen gegen den ehemaligen belgischen Bischof Roger Vangheluwe stehen vor dem Abschluss. In den Medien wird berichtet, Vangheluwe habe nicht, wie von ihm eingeräumt, einen, sondern zwei Neffen sexuell missbraucht. Beide Fälle seien aber strafrechtlich verjährt. Das zweite Opfer habe aus eigenem Willen weder die Staatsanwaltschaft noch die unabhängige Untersuchungskommission informiert,. Es soll nun von der Staatsanwaltschaft angehört werden. Der Vatikansprecher bestätigte, dass im Vatikan Kirchenstrafen gegen Vangheluwe geprüft werden - das brauche aber Zeit.
Quelle: Radio Vatikan

18.9.2010 Von Jesuitenpatres missbrauchte ehemalige Schüler haben das Angebot eines Schmerzensgeldes in Höhe von 5.000 Euro zurückgewiesen. 'Wir wollen nicht nur eine symbolische, sondern eine tatsächliche angemessene Genugtuung für das, was uns vor Jahrzehnten angetan worden ist', sagte Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches. Der Eckige Tisch spricht von einem "Täterschutzprogramm" und fordert 82 373 Euro. Siese Summe ist die durchschnittliche Entschädigungssumme für Schäden der Seele, die in den letzten Jahren in Deutschland und Österreich durch Gerichte festgesetzt wurden.
Quelle: ad-hoc-news

18.9.2010 Investigativer Journalismus - heilsam für Politik und Kirche
Quelle: Stuttgarter Zeitung

18.9.2010 Papst Benedikt XVI. hat in London sein „tiefes Bedauern“ gegenüber den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kleriker zum Ausdruck gebracht. Er empfinde „Beschämung und Demütigung“ angesichts dieser „unbeschreiblichen Verbrechen“, sagte das 83-jährige Kirchenoberhaupt am Samstag bei einer Pontifikalmesse in Westminster Cathedral. Die Folgen des Skandals sollten als „Strafe zur Heilung der Opfer, zur Läuterung der Kirche und zur Erneuerung ihres uralten Engagements in der Erziehung und Sorge um junge Menschen beitragen“. Für die Opfer hoffe er, „dass die Kraft der Gnade Christi, sein Versöhnungsopfer, ihrem Leben eine tiefgreifende Heilung und Frieden bringen möge“. Zugleich betonte der Papst, ihr Leiden sei durch „die Sünden einer geringen Anzahl von Priestern“ verursacht.
Quelle: abendblatt.de
Vertreter der Missbrauchsopfer äußerten sich trotz der deutlichen Worte des 83-jährigen Kirchenoberhaupts unzufrieden. Die Äußerungen Benedikt seien "Public Relations aber nicht Buße". Der Papst habe konkretes Handeln gegen pädophile Geistliche unterlassen.
Quelle: reuters.com
Kommentar: Die Mär von den Einzelfällen hält sich hartnäckig. Allein in Rom sollen 3000 "Einzelfälle" vorliegen. Eine Überschlagsrechnung für Deutschland kommt auf 487 Täter - Priester und Ordensleute. Alles Einzelfälle.

17.9.2010 "Fakt ist jedenfalls, dass eine beschuldigte Organisation den Mißbrauchsopfern ein konkretes Zahlungsangebot vorgelegt hat; für die ehemaligen Heimkinder steht das noch aus. Die ehemaligen Heimkinder werden also nicht nur zweitklassig behandelt, indem für sie die Hotline der katholischen Kirche kostenpflichtig ist (im Gegensatz zu den Mißbrauchsopfern), sondern ihnen macht man auch kein konkretes Entschädigungsangebot, verweist vielmehr auf die lange Bank des Runden Tisches."
Quelle: Blog von  Dierk Schäfer

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16.9.2010 In Luxemburg haben sich 138 Missbrauchsopfer von Kirchenleuten gemeldet.
Quelle: wort.lu

16.9.2010 Die Enthüllungen hätten ihn schockiert und sehr betroffen gemacht, sagte Papst Benedikt am Donnerstag Journalisten an Bord des Flugzeugs, mit dem er nach Schottland flog. "Und es ist sehr traurig, dass die Autorität der Kirche nicht genügend wachsam war und nicht schnell und entschieden genug die notwendigen Maßnahmen ergriff", fuhr er fort.
Quelle: reuters.de
Kommentar: Damit dürfte er recht haben: Nicht die Taten schockierten den Papst, sondern die Enthüllungen. Denn die Taten kannte er als langjähriger Vorsitzender der Glaubenskongration ja. Dass er über die Autorität der Kirche - in diesem Fall über sich selbst - traurig ist, ist angemessen. Traditionell gehört bei den Katholiken zur Reue auch die Änderung des Verhaltens und die Wiedergutmachung. Da ist noch einiges zu tun... 

16.9.2010 Die Orden in Deutschland wollen die bischöflichen Leitlinien vollumfänglich übernehmen.
Quelle: kath.web

15.9.2010 In Österreich trat das Kuratorium der Opferschutz-Stiftung zusammen. Sie berieten über Entschädigungszahlungen an die bislang 433 Opfer. Summen wollten sie nicht nennen. Der Vorsitzende von Wir sind Kirche-Austria, Hurka, rechnet im Schnitt mit 20.000 Euro Schmerzensgeld und pro Betroffenen eine zweijährige Therapie.
Quelle: kurier.at

15.9.2010 Die Priester der irischen Diözese Ferns sollen jährlich 1.000 Euro für die Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer zahlen. Damit soll ein Teil der Schadenersatzforderungen über eine Million Euro beglichen werden. 8,1 Millionen Euro wurden bislang an 60 Missbrauchsopfer von 20 Priestern gezahlt.
Quelle: kath.web

15.9.2010 Die Jesuiten haben beschlossen, MIssbrauchsopfer von Jesuiten finanziell zu entschädigen. Von einer Pauschale über 5.000 € ist die Rede. Eine unabhängige Kommission solle klären, wer Anspruch auf das Geld habe. Für die Zahlungen sollen weder Spendenmittel verwendet noch Geld aus Projekten abgezogen werden, sagte Kiechle, "wir werden unseren Lebensstil einschränken müssen". Einige Bischöfe seien verärgert über das Vorpreschen der Jesuiten. Opfersprecher weisen darauf hin, dass eine Summe von 5000 Euro aber "in keiner Weise angemessen". sei Man sei "solidarisch mit der Vereinigung der Heimkinder am runden Tisch". Die Heimkinder fordern gestaffelte Zahlungen zwischen 20.000 und 120.000 Euro oder eine pauschalierte Zahlung von 54.000 Euro. Die Summe sei nicht übertrieben, sagte Katsch: "Der Durchschnitt der in Deutschland und Österreich in den vergangenen Jahren gerichtlich verhängten Schmerzensgelder für psychische Beschädigungen beträgt 82.000 Euro, wir bleiben deutlich darunter."
Quelle: Süddeutsche
Presseerklärung des Eckigen Tisches

15.9.2010 Die DAK ist inzwischen von ihrer Darstellung abgerückt: Sie spricht nicht mehr von erweiterten Doktorspielen in einer Kinderklinik auf Sylt. Ob ein Doktorspiel oder Missbrauch vorliegt, wird die Staatsanwaltschaft klären. Da die 13 beteiligten Kinder strafunmündig sind, wird es nicht um strafrechtliche Bewertung gehen. Die Frage jedoch, warum die Betreuer nichts von den Ereignissen mitbekommen haben, wird zu klären sein.
Quelle: Spiegel

14.9.2010 Einer der in Darmstadt wegen Kindesmissbrauch (auch von Säuglingen), Konsum und Verbreitung von Kinderpornografie Angeklagten sagte, er habe schon immer "Freude am Umgang mit Kindern" gehabt. Der gleiche Angeklagte oder einer seiner Mitangeklagten sagte, Frauen und Kinder hätten ihn schon immer leicht um den Finger wickeln können. Ein Angeklagter aus Wald-Michelbach/Odenwalt meinte zu einer heute 19-Jährigen, die er als 6-Jährige missbraucht hatte: "Erst durch die Lektüre ihrer Aussage habe ich erkannt, dass es nicht genügt, gewaltfrei durchs Leben zu gehen, sondern dass man auch die Seelenlage eines Kindes berücksichtigen muss."
Quelle: tagesspiegel
Wir lernen: Sexueller Missbrauch von Kindern und Säuglingen hat etwas mit der Freude am Umgang mit Kindern zu tun und es sind die Frauen und Kindern, die den Mann um den Finger wickeln - es also darauf anlegen, missbraucht zu werden. Und schließlich erfahren wir, dass sexueller Missbrauch eines 6-jährigen Mädchens ein "gewaltfreies" Handeln ist - der Missbrauchstäter hat nur vergessen, die Seelenlage eines Kindes zu berücksichtigen.

14.9.2010 Der "Eckige Tisch" hat den Vatikan zu mehr Aufklärung von sexuellem Missbrauch in katholischen Einrichtungen aufgerufen. In dem Schreiben berichtet die Initiative der von Jesuiten Missbrauchten von dem früheren Pater Wolfgang S., SJ, der in den 70er und 80 er Jahren an ORdensschulen in Berlin, Hamburg, Sankt Blasien Schüler missbraucht hat. 1991 hat er im Kontext seines Antrages auf Laisierung dem Papst gegenüber ein umfangreiches Geständnig abgelegt. Er räumte den Missbrauch von über 100 Kindern und Jugendlichen ein. Der „Eckige Tisch“ fordert nun Auskunft darüber, wer Anfang der 90er Jahre über die Laisierung von Wolfgang S. entschieden habe und wie darüber mit den Jesuiten kommuniziert worden sei. Zudem stelle sich die Frage, warum die Kirche auf das Geständnis nicht mit einer Strafe reagiert habe, so die Initiative.
Quelle: Radio Vatikan und der BEitrag eines Opfers zur Frage: "Wie viel ist genug?"
Derweil berichtet Radio Vatikan, der Papst sei erschüttert über das Ausmaß des Missbrauchs von Kindern durch Priester in Belgien

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13.9.2010 Hans Hermann Brunkhorst berichtet über seine Erfahrungen. Ein Fazit: "Ich denke, dass Gott nur von Menschen erfunden wurde, um andere zu unterjochen, ihnen Angst und ein schlechtes Gewissen zu machen. Wenn es einen Gott wirklich gibt, muss er sehr böse sein. Wie sonst könnte er so etwas zulassen? Wenn ich die salbungsvollen Worte der Priester, Pastoren, Bischöfe und des Papstes über die Güte Gottes höre, wird mir nur noch schlecht."
Hans Georg van Herste, der diese Geschichte vorstellte, berichtet von seinen Erfahrungen: "Ich bot diese Geschichte mehreren Medien an, die anfangs großes Interesse zeigten. Als nichts geschah und ich nachhakte, wurde mir von einem Mitarbeiter eines Radiosenders erklärt, das Thema Missbrauch sei für ihn abgedroschen und deshalb würde er nichts bringen. Ein Zeitungsredakteur erklärte mir, er wolle die Geschichte unbedingt bringen, es würden aber noch Beweise fehlen.
Quelle: pressemitteilung.ws
Kommentar: Die öffentliche Aufmerksamkeit ist vorbei, das Interesse erlahmt, das Thema ist durch - nur die Opfer, die können nicht vergessen, weil sie täglich mit den Folgen konfrontiert sind.

13.9.2010 Gravuren, die ein Leben lang bleiben - ein Missbrauchsopfer erzählt. Der missbrauchende Pater ist verstorben, der Orden hat sich formal entschuldigt – mehr nicht. Keine Zeugenbefragung und keine Nachforschung, ob es noch andere Missbrauchsopfer gibt. Das Opfer sagt:  "Für die Kirche kann ich nur sagen, sie sind nicht gut beraten mit dieser Art von Aufklärung wie ich sie gerade erlebe. Ich rate der katholischen Kirche dringend, ganz intensiv eine Aufklärungsarbeit in voller Öffentlichkeit zu machen. Die heutigen Ordensleitungen haben diese Fehler ja nicht begangen. Sie begehen jetzt weitere Fehler, in dem sie vertuschen und nicht aufklären. Aber hier hilft wirklich ein offenes, geradliniges Angehen dieser Fälle und den Opfern vielfältige Hilfe anzubieten."
Quelle: Dorothea Brummerloh

13.9.2010 Die belgischen Bischöfe wollen ein Zentrum zur Heilung, Rehabilitation und Versöhnung von Opfern von Missbrauch durch Mitarbeiter der Kirche eröffnen. Sie seien entschlossen, die richtigen Lektionen aus den furchtbaren Ereignissen der letzten Monate zu ziehen, wird gesagt. So wolle man in Zukunft alle neuen Initiativen nur mit den Opfern selbst planen.
Quelle: Radio Vatikan
Die Vereinigung "Menschenrechte in der Kirche", Sprecherin: Lieve Halsberghe, kritisierte die mangelnde Unabhängigkeit der geplanten Einrichtung. Halsberghe sagte, es könne kein solches Zentrum «über Verbrechen in einer Institution geben, das von dieser Institution selbst kontrolliert wird."
Quelle: zuonline
Der zuständige Bischof Leonard erneuerte seinen Aufruf an Missbrauchs-Täter unter den Geistlichen, sich bei den kirchlichen Verantwortlichen zu melden. Sein entsprechender Appell von Ende April sei noch nicht wirklich erhört worden, so der Erzbischof. Ein Missbrauchsopfer sagte, die Kirche als Institution der Täter müsse sich völlig aus den Ermittlungen zurückziehen.
Quelle: kath.web
Domradio berichtet: Abzuwarten bleibt, ob es mit der Initiative der Bischöfe gelingt, die Bedürfnisse der Opfer nach Würde, Anerkennung und Wiedergutmachung tatsächlich wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Sie kamen zuletzt in der Debatte in Belgien oft kaum noch vor.
Quelle: Domradio

13.9.2010 Die Kirche in Belgien will sich der Opfer annehmen und gibt zu, Mitschuld an den Missbrauchsfällen zu haben.
Quelle: Der standard

13.9.2010 In Niedersachsen darf ein Lehrer weiter unterrichten, nachdem er eine 15jährige Schülerin dreimal missbraucht hatte. Er zahlte eine Geldstrafe und stellte einen Antrag auf Rückstufung um 2 Besoldungsgruppen. Das war's. Ob die neue Schule, an die er sich versetzen ließ, informiert ist, konnte das Minsiterium nicht sagen. Es sei davon ausgegangen, dass die Geldstrafe und die Besoldungsrückstufung ausreichten, um  davon ausgehen zu können, dass der Lehrer keine weiteren Übergriffen begehen werde.
Quelle: westdeutsche zeitung

12.9.2010 Die Kirche entlässt eine Erzieherin, weil sie vor 23 Jahren einen geschiedenen Mann geheiratet hat . "Missbrauch verjährt, Scheidung  aber nicht!", kommentieren - ganz richtig - die Erzieherin und ihr Mann.
Quelle: der westen
Kommentar: Das ist ein respektloser Umgang der Kirche mit einem Menschen.
12.9.2010 Bärbel Bohley ist tot.
Quelle: Die Zeit

11.9.2010 Pater G. Beschuldigter Benediktinermönch hat sein Geständnis widerrufen. Der Verteidiger will eine Begutachtung mehrerer Zeugen durch einen namhaften deutschen Aussagepsychologen fordern. Die Zeugen sollen erneut vrnommen werden. Der Anwalt vermutet, dass die Art der Vernehmung "hypothesengeleitet" gewesen sei, die ermittelnden Beamten unter Druck gestanden haben und den Beschuldigten negativ stereotypisiert hätten. Der Hauptbelastungszeuge sagte, er sei nicht sexuell missbraucht worden noch habe er je eine Aussage über 100 andere Opfer gemacht, wie die Akten aussagen.
Quelle: focus.de
10.9.2010 "Wer tiefe Reue zeigt, der kann auch klare Worte finden." - Das sagt David Winands und er hat Recht.
Quelle: jetzt.de

10.9.2010 Im Bistum Aachen stehen 24 Priester unter dem Verdacht, Kinder und Jugendliche zwischen 1945 und 2010 missbraucht zu haben. 8 der Täter leben noch. 3 mutmaßliche Täter sind wegen Verbrechen zwischen 1990 und heute kirchenrechtlich zur Rechenschaft gezogen worden. 7 Täter wurden strafrechtlich verurteilt, ein Verfahren ist noch anhängig, ein Fall wurde strafrechtlich nicht geahndet, weil keine Anzeige vorlag. Bei 15 Tätern waren die Verbrechen strafrechtlich verjährt.
Quelle: Domradio

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10.9.2010 Die belgische Missbrauchskommission der Kirche stellte heute ihren Bericht vor. Er ist im Internet einsehbar. Es ist von 475 Fällen sexuellen Missbrauchs zwischen 1960 und heute die Rede. Opfer waren meist Jungen im Alter von 12 Jahren, aber auch 2 Jahre alte Jungen waren betroffen. Mindestens 13 Missbrauchsopfer haben sich das Leben genommen; 6 haben versucht, sich umzubringen. Die Kommission zeigte sich schockiert, dass die Eltern der Opfer häufig Kenntnis vom Missbrauch hatten, sich jedoch für den Schutz des Täters - nicht zuletzt, weil der Herr Pfarrer ein "Freund des Hauses" war - entschieden.
Der Skandal könne noch weit dramatischere Ausmasse haben als bislang bekannt, sagte der Leiter der Kommission, Adreanssen. Mehrere befragte Priester, die von einzelnen Zeugen belastet worden seien, hätten Listen von 10, 15 bis 20 Internatsschülern vorgelegt, die sie missbraucht hätten.
Quelle: der standard
Quelle: bfr
s. auch fr-online vom 13.4.2010
Quelle: drs.ch

9.9.2010 Die Hausdurchsuchungen in kirchlichen Einrichtungen Belgiens waren nicht rechtens. Die Missbrauchskommission trat zurück, weil die Justiz die den Opfern zugesicherte Vertraulichkeit gebrochen habe. Am kommenden Freitag will sie ihren Abschlussbericht vorstellen.
Quelle: Radio Vatikan

9.9.2010 Das Bistum Augsburg hat einen Schlussbericht über Missbauchsfälle zwischen 1946 und 2003 vorgelegt. Von März bis August gaben 80 Personen Hinweise auf Misshandlungs-und Missbrauchsfälle. 34 Hinweise bezögen sich auf Angehörige der Diözese Augsburg. Unter den 34 Opfern waren 30 Jungen und 4 Mädchen, zur Tatzeit meistens 10-14 Jahre alt. Das jüngste Opfer war 8 Jahre alt. Die körperlichen Misshandlungen waren schwerwiegend und auch zur damaligen Zeit nicht vom Züchtigungsrecht gedeckt.Sie fanden überwiegend in Schulen statt.  In 22 Fällen ging es um sexuellen Missbrauch. Die Übergriffe hätten oft im Elternhaus stattgefunden. 20 der Beschuldigten sind tot, gegen 6 wird ermittelt. Sie wurden von seelsorglichen Aufgaben entbunden. Den Opfern habe die Diözese Hilfe angeboten und für therapeutische Behandlungen bis jetzt 50.000 Euro zugesichert.
Quelle: Mittelbayerische und Augsburger Allgemeine
Der Begriff: "Schlussbericht" suggeriert, dass es seit 2003 keine sexualisierte und körperliche Gewalt in der Kirche mehr gebe und auch in Zukunft nicht mehr geben werde. Das dürfte leider eine Fehleinschätzung sein.

8.9.2010 "Aufbruch oder Abschottung – welche Lehren zieht die katholische Kirche aus dem Missbrauchsskandal" – so lautet das Thema einer Gesprächsrunde, die das DeutschlandRadio im Rahmen seiner Sendereihe "Länderzeit" am Mittwoch, 15. September 2010, 10:10 Uhr bis 11:30, ausstrahlt. Die Sendung kommt live aus dem Tagungshaus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim.
Quelle: Bistum Rottenburg-Stuttgart

8.9.2010 Wie viel Buße darf's denn sein? - fragt Rudolf Jekel im Vorfeld der "Genugtuungszahlungen" die Jesuiten und Eckiger Tisch im September diskutieren wollen.

8.9.2010 Insgesamt gab es im Bistum Aachen in der Zeit von 1953 bis 2000 sieben Fälle mit strafrechtlicher Verurteilung von Priestern.  Eom Ermittlungsverfahren wurde mit der Auflage einer Zahlung von 2.000 Euro durch den Beschuldigten eingestellt. Fünf der verurteilten Priester waren nach Verbüßung ihrer Strafe unter strengen Auflagen wieder im kirchlichen Dienst tätig, davon zwei als Pfarrer tätig, drei von ihnen sind zwischenzeitlich verstorben. Nach den aktuell geltenden diözesanen Bestimmungen würden sie heute keinen neuen kirchlichen Auftrag erhalten.
Quelle: Bistum Aachen

8.9.2010 In Hessen stehen sechs mutmaßliche Drahtzieher eines Kinderporno-Rings vor Gericht. Sie sollen im Internet mit perfiden Methoden 100.000 Dateien ausgetauscht haben. Die Opfer: Säuglinge und Kinder. Die Staatsanwaltschaft geht von 500 Nutzern aus, etwa 140 von ihnen wurden ermittelt.
Quelle: Süddeutsche und Spiegel

8.9.2010 Ein Schweizer katholischer Priester soll 2001 eine drogenabhängige Frau unter Ausnützung einer Notlage beim Massieren missbraucht haben. Die Taten sollen in Neuenburg begangen worden sein. Bereits früher wurde ein Verfahren wegen ähnlicher Handlungen im Kanton Freiburg wegen Verjährung eingestellt.
Quelle: Radio Vatikan

7.9.2010 Im Erzbistum Hamburg haben sich 2002 und 2004 vier Frauen und ein Mann gemeldet und Vorwürfe gegen einen Priester erhoben, der sie in den 1970er Jahren und frühen 1980er Jahren missbraucht haben soll. Schauplätze seien Lingen in Niedersachsen und Bremen gewesen.  Vorwürfe aus den letzten Arbeitsorten, Rendsburg und Nortorf, seien nicht bekannt. Anfangs habe die Kirche die "Sache intern geregelt". Erst 2010 wurde die Staatsanwaltschaft in Bremen und Osnabrück eingeschaltet. Der heute 67-jährige mutmaßliche Täter sei 2010 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Im Jahr 2002 - nach den ersten Vorwürfen - habe der mutmaßliche Täter eine Therapie auferlegt bekommen; Jugendarbeit sei ihm nur noch im Team erlaubt worden.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat die Verfahren wegen Verjährung eingestellt, ohne die Vorwürfe zu prüfen. Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt noch, ob die mutmaßlichen Taten verjährt sind.
Quelle: kn-online
Im Erzbistum Hamburg haben sich etliche MEnschen gemeldet und Vorwürfe gegen Pfarrer und andere kirchliche Mitarbeiter erhoben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu Missbrauchsfällen im Kinder- und Jugendhaus St. Josef in Bad Oldesloe, im Benediktiner-Kloster Nütschau (beide Kreis Stormarn) sowie im Schullandheim Neu-Börnsen (Kreis Herzogtum Lauenburg).
Quelle: ndr

7.9.2010 Kardinal Danneels bedauert, dass er im Missbrauchsfall von Bischof Vangheluwe nicht dessen Abberufung verfügt habe, sondern das Opfer bat, dem Täter zu vergeben und bis zu dessen Pensionierung Stillschweigen zu halten.
Quelle: n-tv

7.9.2010 Die Klasnic-Kommission hat zwei weitere Anzeigen gegen kirchliche Einrichtungen eingebracht. Vermutlich betreffen sie Einrichtungen in Oberösterreich und Tirol. Zum einen handle es sich um das 1990 geschlossene Caritas-Heim in Gleink/Steyr und ein Jungeninternat des seraphischen Liebeswerks der Kapuziner in Fügen. Die mutmaßlich betroffenen EInrichtungen bestätigten die Angaben nicht. In einem Fall gehe es um den Vorwurf der Gewalt, im anderen Fall um Gewalt und sexualisierte Gewalt. An die 50 potenzielle Opfer seien vermutlich betroffen. Eines der Delikte könnte noch nicht ganz 20 Jahre her sein.
Gemeldet haben sich bei der Opferanwaltschaft der katholischen Kirche mittlerweile 433 Betroffene, seit Juni seien das 130 mehr. Dabei würde sich die Schwere der berichteten Fälle steigern, berichtete Klasnic und rief Opfer abermals dazu auf, sich schnell zu melden.
Quelle: Der Standard
Die österreichischen Entschädigungen sind festgelegt: "Leichtere" Fälle des Missbrauchs (keine Vergewaltigung) erhalten 5000 Euro.
Für mehrfache Übergriffe über eine längere Zeit oder eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung (Vergewaltigung) sind 15.000 Euro vorgesehen. Bis zu 25.000 Euro erhalten Betroffene, die über mehrere Jahre Missbrauch mit Verletzungsfolgen ausgesetzt waren. Darin inkludiert sind auch seelische Schmerzen. Die vierte Kategorie betrifft besonders extreme und brutale Fälle. Hier ist gar keine finanzielle Obergrenze gesetzt.
Quelle: kurier.at

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5.9.2010 Nach Angaben des "Eckigen Tisches" gibt es einen Aufruf von Christine Bergmann, sich mit Berichten, Sichtweisen und Forderungen an die Beauftragte der Bundesregierung zu wenden. Der Runde Tisch wolle sich ein Bild von den verschiedenen Betroffenengruppierungen, ihren WÜnschen und Forderungen verschaffen. Es wird darauf hingewiesen, dass der Runde Tisch möglicherweise Ende September 2010 letztmalig tage.


4.9.2010 Noch im September wird es ein Gespräch zwischen den Jesuiten und Mitgliedern des "Eckigen Tisches" geben. Voraussichtlich wird auch über Entschädigungszahlungen gesprochen.
Quelle: ad hoc news

4.9.2010 In Portugal wurde das Urteil gegen die Missbrauchstäter der Casa Pia, Lissabon, gesprochen.  Opfer waren 32  mittellose, taubstumme oder verwaiste Kinder und Jugendliche. Der als einziger Geständige, der Hausmeister, erhielt 18 Jahre Haft. Die anderen Strafen  für die 5 der 6 übrigen Täter lagen zwischen knapp 6 und den genannten 18 Jahren. Das Verfahren dauerte 6 Jahre, 920 Zeugen wurden gehört. Einige der Opfer versuchten, sich in diesen Jahren das Leben zu nehmen.
Quelle: Spiegel

3.9.2010 Gegen einen Jugendbetreuer der evangelischen Kirche liegen zwei ANzeigen wegen sexuellen Missbrauchs vor. Mutmaßliche Opfer sind 2 Mädchen der Jugendgruppe, eine davon 13 Jahre alt.
Quelle: welt.de

2.9.2010 Morgen wird in Portugal ein jahrelang erwartetes Urteil gesprochen. 32 Kinder und Jugendliche wurden in dem staatlichen Kinderheim Casa Pia, Lissabon, jahrelang missbraucht. Das scheint unstrittig zu sein. Täter sind der ehemalige Heimangestellte Carlos Silvino und sechs weitere Angeklagte. Zu ihnen gehört der in Portugal bekannte Showmaster Carlos Cruz, ein prominenter Arzt und ein ehemaliger Botschafter.
Solange 2002 nur der Angestellte angeklagt war, war die Öffentlichkeit entrüstet und um die Opfer besorgt. Als prominente Tatverdächtige bekannt wurden, wurden aus den Opfern die Bösen, deren Aussagen kein Glauben geschenkt werden darf.
Die prominenten Angeklagten beschäftigten die die teuersten Anwälte. Deren Strategie war, die Opfer als Lügner hinzustellen und durch EIngaben und Anträge den Prozess zu verschleppen. Der Pozessbeobachter Pedro Namora, Rechtsanwalt, Prozessbeobachter und selbst Opfer im Kinderheim Casa Pia, geht davon aus, dass nach dem Schulerweis der Angeklagten die Verteidigung auf Verjährung setzen wird.  (Das ist ein auch in Deutschland bekanntes übliches Mittel, Sexualstraftäter ungestraft zu lassen.)
Quelle: Deutschlandradio
Quelle: Spiegel 3.9.2010

2.9.2010 Britta Baas, Publik Forum, weist auf einige Schwachpunkte der neuen Leitlinien gegen Missbauch der DBK hin.
Quelle: Publik Forum

2.9.2010 Sühne muss weh tun, sagt Pater Mertes.
Quelle: Rheinischer Merkur


1.9.2010 "Das neue Regelwerk ist nur so gut, wie die Bereitschaft echt ist, Opferschutz vor Täterschutz zu stellen." So urteilt Patrick Schwarz  über die neuen Leitlinien der Bischofskonferenz- und dürfte damit Recht haben.
Quelle: Die Zeit

1.9.2010 Der belgische Kardinal Danneels gerät nach der Veröffentlichung einer protokollierten Aufnahme eines Gespräches mit Bischof  Vangheluwe, dem Opfer  und dessen Eltern weiter unter Druck, meldet kath.press. Kardinal Daneels wehrt sich dagegen.

1.9.2010 Kommentar von Matthias Drobinski, Süddeutsche, zu den neuen Leitlinien gegen Missbrauch in der kath. Kirche.

31.8.2010 Zu den bereits vor 2010 öffentlich gemachten Fällen von Missbrauch im Bistum Magdeburg sind 8 Beschuldigte  neu hinzugekommen. 6 der Beschuldigten waren oder sind Priester, 4 davon verstorben. Die Vergehen der beiden noch lebenden Priester sind nach staatlichem und kirchl. Recht aufgearbeitet, 2 Beschuldigungen richten sich gegen Personen, die nicht Priester sind. Diese Fälle werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Abschließende Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das Bistum geht von weiteren unbekannten Fällen aus.
Quelle: Bistum Magdeburg
Quelle: pr-inside

31.8.2010 Der irische Kardinal Sean Brady will den Papst auf seiner Englandreise begleiten. Der Vorsitzende der Irischen Bischofskonferenz war zum Rücktritt aufgefordert worden, weil er als Gemeindepriester Mitte der 7oer Jahre an der Vertuschung eines Missbrauchsfalls beteiligt gewesen sein soll.  Der Vorsitzende der Nationalen Säkularen Gesellschaft, Terry Sanderson, erklärte, die Ankündigung Bradys spiegele die «Arroganz» wider, «die so vielen in der Hierarchie der katholischen Kirche zu eigen» sei. Sollte der Papst dem Kardinal erlauben, ihn zu begleiten, käme dies einer «wortlosen Billigung» seines Verhaltens gleich, so Sanderson.
Quelle: Liborius

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31.8.2010 Die Leitlinien der Bischofskonferenz - Stand 23.8.2010
Kommentar von Peter Wensierski, Spiegel
Kommentar von "Wir sind Kirche"
Kommentar von FR
Erster Kommentar:
  • Im Birnauer Missbrauchsfall, in den neben dem Orden der Zisterzienser von Mehrerau/Österreich das Erzbistum Freiburg involviert ist, ist laut BAZ vom 20. Juli 2010 und  BAZ vom 21.7.2010 strittig, welche Verantwortung das Erzbistum Freiburg trägt. Die bisherige Regelung in den Leitlinien von 2002 lautete: "Die Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt - unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen - bei der Diözese. In anderen Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung an."  Die neuen Leitlinien sehen vor, dass ein Diözesanbischof die Ansprechperson für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker, Ordensangehörige und andere MitarbeiterInnen im kirchl. Dienst beauftragt. Der Diözesanbischof ist auch für Ordensangehörige zuständig, die in bischöflichem Auftrag tätig sind. Soweit die Regelung. Im Birnauer Missbrauchsfall ist nun genau dies umstritten: War der Täter (der vom Erzbistum trotz seines Geständnisses nach wie vor als 'mutmaßlicher Täter' bezeichnet wird) in bischöflichem Auftrag tätig - oder galt der bischöfliche Auftrag nur dem Orden und nicht dem einzelnen Ordensangehörigen? Mit der neuen Regelung scheint auch in Zukunft eine Zuständigkeitsrangelei zwischen Diözese und Orden nicht zu vermeiden sein - auf Kosten des Opfers.
  • Mir fehlen große Bereiche der Prävention.
  • Mir fehlt der gesamte Bereich der Postvention, wie sie in der "Initiative GottesSuche" praktiziert wird.
  • Völlig undiskutiert ist die Frage nach einer Entschädigung der Opfer. Natürlich kann man wie Kardinal Lehmann von der "Begehrlichkeit nach Geld" sprechen und Opfern damit Geldgier unterstellen. Man kann auch - zu Recht! - sagen, die Schäden seien  mit Geld nicht wieder gut zu machen. Das stimmt. Sie sind unwiderruflich nicht mehr wieder gut zu machen und die vielen Folgen von Traumatisierung durch Menschengewalt sind wirklich nicht in Geld aufzuwiegen. Dennoch muss es eine Form von Genugtuung geben, die über eine der vielen billigen Entschuldigungen der letzten Monate hinausgeht und die zeigt, dass Täter und Vertuscher auf Opfer zugehen wollen. Das wäre nur recht und billig. Nur: Billig darf es für die Kirche nicht werden. Das hat zwei Gründe:
1. Weil sie offensichtlich nur unter Schmerzen lernt, evangeliumsgemäßer zu handeln - und Geld abzugeben, tut ihr weh. Wenn eine Genugtuung ihr nicht weh tut, wird sie nicht lernen, ehrlichen Herzens auf Opfer zuzugehen. Das lehrt die Vergangenheit.
2. Billig darf es nicht werden um der Opfer willen, weil die in den meisten ihrer Lebensbereiche lebenslänglich "draufzahlen". Es geht nicht um Begehrlichkeit - es geht um ein Stückchen Gerechtigkeit. Und die kann höchstens symbolisch sein - aber sie sollte mindestens symbolisch sein.
  • Mir fehlt der Schutz der Opfer vor den Nachstellungen der Gemeinden, in denen sie üblicherweise als Nestbeschmutzer gelten und in denen man lieber den Täter schützt und das Opfer beschuldigt - wie das nicht nur in Uznach in der Schweiz vor vielen Jahren geschah, sondern wie es bis heute geschieht.
  • Und last not least wäre es nicht schlecht, wenn das Schweigen der Kirchen gegenüber den Opfern ein Ende fände - es dauert schon viel zu lange und es hat sich kaum etwas geändert daran seit Anfang 2010.

31.8.2010 "Die Sorge um Glaubwürdigkeitsverlust kann eine Falle sein. Ich hege den Verdacht, dass da in aller Stille die Aufpolierung der Institution im Zentrum steht, der institutionell kirchliche Selbsterhalt - und eben nicht das Evangelium, das befreit zu einem wahrhaftigen Umgehen mit Opfern, Tätern und den vielen Wegguckern. Nur wenn es uns wirklich um die Opfer geht, werden wir am Ende vielleicht Glaubwürdigkeit gewinnen. Sozusagen als Kollateralgewinn." Das sagt Klaus Mertes, SJ.
Quelle: Südwestpresse
Kommentar: Ich teile seine Einschätzung.
28.8.2010 In Elisabethenfehn, Bistum Münster, hat der Kaplan Alwin B. zwischen 1957 und 1961 sechs Jungen missbraucht. Zunächst hatten Eltern den Kaplan konfrontiert, er leugnete. Daraufhin kam es zu einer Anzeige. Der Priester wurde zu einer 3-jährigen Haftstrafe verurteilt. Er verbüßte ein Jahr der Strafe und wurde 1963 mit dreijähriger Bewährungsauflage entlassen. Danach wohnte er im Bistum Mainz. Weitere Straftaten wurden bis zu seinem Tod 2002 nicht bekannt.
Quelle: General-Anzeiger

28.8.2010 Kardinal Danneels, Belgien, bedauert, dass er an einem Gespräch mit einem missbrauchenden Kollegen und dem Opfer und der Opferfamilie teilgenommen hat. Ein heimlicher Tonbandmitschnitt dieses Gespräches belege die Vertuschungsabsichten des früheren Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz, schreiben belgische Zeitungen. Daneels bestreitet Vertuschungsabsichten.
Quelle: der standard und stern.de

26.8.2010 Michael Tfirst (tfirst@gmx.at), Missbrauchsopfer aus Österreich, sucht weitere Opfer des aus Deutschland stammenden Pallottiners und Zirkuspaters Schönig.
mehr unter: news4press

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25.8.2010 Nach Ansicht der beiden Vatikan-Journalisten Andrea Tornielli und Paolo Rodari ist der Papst systematischen Attacken internationaler Medien ausgesetzt.
Quelle: Radio Vatikan

25.8.2010 Großbritanniens katholische Kirche soll zusammen mit Regierung und Polizei einen katholischen Priester gedeckt haben, der 1972 an den Bombenattentaten im nordirischen Claudy beteiligt war.
Quelle: Radio Vatikan

25.8.2010 Pater Mertes, Berlin, sorgt sich weniger um die Glaubwürdigkeit der Kirche als um die Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche. Er macht die Erfahrung: "In dem Moment, wo Offenheit und Versöhnungswillen da sind, die Bereitschaft, bittere Wahrheiten über sich selbst auch anzuerkennen und Reaktionen daraus folgen zu lassen, Vertrauen zurückgewonnen wird. Ich habe in den letzten Monaten ganz viel Vertrauenszuwachs erlebt."
Quelle: Domradio

25.8.2010 Bei der niederländischen Missbrauchskommission haben sich seit Mitte März etwa 900 Opfer gemeldet.
An eine kirchliche Beratungsstelle wandten sich im gleichen Zeitraum ca 1600 mutmaßliche Opfer.
Quelle: Domradio und stern.de

24.8.2010 Ordensobere und Bischöfe beraten nach Aussagen des Sprechers der Bischofskonferenz gemeinsam über eine finanzielle Entschädigung von Missbrauchsopfern. Absprachen gebe es noch nicht.
Der Sprecher der deutschen Jesuiten teilte mit, Ende September werde ein Vorschlag zur Entschädigung von Opfern vorliegen.
Die Ettaler Benediktinerabtei hat einen Fonds für unmittelbare Hilfe eingerichtet. Über Entschädigungszahlungen werde erst nach Abschluss der Verhandlungen der DBK entschieden. Das erklärten Abtei und der Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer. Die Gespräche zwischen Abtei und Opfern seien so erfolgreich, dass sie ohne die Unterstützung von Anwälten fortgeführt werden könnten. Ziel sei, einen modifizierten Täter-Opfer-Ausgleich zu erreichen.
Quelle: Radio Vatikan

24.8.2010 Missbrauch: Im Jahr des heiligen Geizes. Erst rang die Kirche um Worte, jetzt ringt sie ums Geld. Ein Kommentar.
Quelle: Die Zeit

24.8.2010  Im Bistum Osnabrück soll ein damals in Haren/Emsland tätiger katholischer Geistlicher ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt haben. Die Vergewaltigung ist noch nicht verjährt, der drei Jahre andauernde sexuelle Missbrauch jedoch. Der Geistliche hat die sexuellen Kontakte eingeräumt, schildert sie jedoch als einvernehmlich. Gegen den Geistlichen gibt es zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung. Opfer soll eine damals 23-Jährige sein, die im April und Mai 1995 mehrfach vergewaltigt wurde. Die Ermittlungen in diesem Fall seien noch nicht abgeschlossen und der Nachweis der Gewaltanwendung schwierig.
Quelle: focus und NDR

23.8.2010 Klaus Mertes, SJ, äußert sich zur Überarbeitung der Leitlinien zum Umgang mit den Missbrauchsfällen. Korrekt benennt er das Allerwichtigste: "Das Allerwichtigste was wir tun müssen, ist dass wir uns mit einer Frage auseinandersetzen, die über die Richtlinienfrage hinausgeht: was müssen wir bei uns reflektieren und bedenken, um uns zu öffnen für die „Opfer unserer Pastoral“. Und er formuliert positiv: "In dem Moment, wo die Menschen vor allem in der Kirche aber auch außerhalb der Kirche erleben, dass die Kirche ehrlich und ohne Angst mit der Wahrheit, auch wenn sie bitter ist, umgeht, in dem Moment wächst Vertrauen.“
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Es gibt sie, die Öffnung für die Opfer der katholischen Pastoral - aber nur punktuell. Ich höre noch zu viel von Opferbeschimpfung, von Abwimmeln, von Abschrecken, von Leugnen von Verantwortlichkeit - und immer wieder davon, dass die angesprochene kirchl. Stelle zuallererst überprüft, ob sie zuständig ist. Es geht nicht um das Opfer, nicht um sein Leid; es geht darum, die Zuständigkeit abzuwehren und das Opfer weiterzuschicken. Dass die nächste Stelle ebenfalls ihre Zuständigkeit leugnet, ist Ehrensache. Der Gipfel des Zynismus liegt darin, dem Opfer, das eine Therapie braucht, psychische Labilität zu bescheinigen und ihm dann  eine Form von Unzurechnungsfähigkeit zu bescheinigen - am besten durch den Täter und dessen Anwalt, der wiederum von der Kirche finanziert wird. - Mit einer Änderung der Leitlinien wird kaum das zu erreichen sein, was Opfer brauchen, wenn die in der Institution Handelnden sich nicht mit dem Opfer solidarisieren, sondern nach wie vor mit den Tätern und mit der Institution.

23.8.2010 Mathias Drobinski in der Süddeutschen über die Pflicht zum Widerspruch in der katholischen Kirche.
Quelle: Süddeutsche

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21.8.2010 Ein Pfarrer aus dem saarländischen Neunkirchen/Bistum Trier, kehrt in seine Gemeinde zurück. Er war des sexuellen Missbrauchs verdächtigt worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit des Pfarrers als Erzieher im Homburger Internat Johanneum. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen wegen Verjährung ein. Ein Gutachter hatte dem Pfarrer bestätigt, er könne ohne Einschränkungen wieder in der Seelsorge eingesetzt werden.
Quelle: salue.de

21.8.2010 Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der KatholikInnen, Kortmann, mahnt einen neuen Anfang im Verhältnis zwischen Klerikern und Laien an.
Quelle: Deutschlandradio

21.8.2010 Der Priester aus der katholischen Seelsorgeeinheit Tiengen-Lauchringen, Erzbistum Freiburg, wird seinen Dienst in der SE nicht mehr antreten. Gegen ihn wird in Irland weiterhin wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er war dort als Angehöriger der Legionäre Christi in der Mission Jugendlicher tätig. Näheres ist nicht bekannt. Er sagt, er sei unschuldig.
Quelle: Südkurier

20.8.2010 Matthias Drobinski äußert sich verhalten bis skeptisch zu den Aufräumarbeiten in der Katholischen Kirche. Die Leitlinien sollen überarbeitet werden. Die Vorbereitungen trifft der Ständige Rat der Bischofskonferenz in Himmelspforten.
Quelle: jetzt.süddeutsche

20.8.2010 Im Bistum Speyer wurde ein Diözesanpriester beurlaubt. Ihm wird sexuelle Belästigung einer Jugendlichen vorgeworfen. Der Geistliche hat sich selbst angezeigt. Ihm wurde jede seelsorgliche Tätigkeit untersagt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Quelle: Bistum Speyer
Bereits im vergangenen Jahr war einem anderen Priester sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. Dem Bistumssprecher zufolge wurde das Verfahren eingestellt. Der Mann habe die Pfalz verlassen.
Quelle: Ärztezeitung

19.8.2010 In den USA haben sieben mutmaßliche Missbrauchsopfer aus der Diözese Oakland eine Klage wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs eingereicht. Die Diözese habe sich nicht ausreichend um die Suspendierung des Priesters gekümmert und die Eltern nicht rechtzeitig gewarnt. Der damals zuständige Kurienkardinal Ratzinger schrieb in einem Brief, die Argumente seien gravierend, aber eine solche Entscheidung brauche Zeit.
Quelle: standard.at

18.8.2010 Erzbischof Zollitsch will in Zukunft noch offensiver gegen sexuellen Missbrauch vorgehen. Sie trete für die vollständige Ausarbeitung der Fälle im kirchlichen Raum ein und sie wolle in die gesamte Gesellschaft hineinwirken, um Kindesmissbrauch einzudämmen. Zollitsch verwies auf die Präventionskonzenpte der katholischen Jugendverbände oder kirchlichen Schulen, die hervorragend seien.
Quelle: Domradio

17.8.2010 Das Erzbistum Freiburg verstärkt seinen Dialog mit den Menschen. Dazu wurden ein Telefon und eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet. Wörtlich: "Mit Blick auf die weiter wachsende Bedeutung des Internets will die katholische Kirche gezielt „neue Brücken der Kommunikation bauen“, um mit den Menschen auch digital in Kontakt zu kommen und „von ihrer Freude und Hoffnung, ihren Sorgen und Ängsten, von ihren Ideen und Fragen zu hören“, erklärte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch. Der Erzbischof von Freiburg hat dabei nicht nur die aktiven Katholiken im Blick: „Kirche darf nicht zu viel mit sich selbst kommunizieren. Kirche braucht Reichweite – auch im Internet.“ So möchte die Erzdiözese auch mit Menschen ins Gespräch kommen, die bisher nicht in ihrer Gemeinde engagiert oder bereits aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Dafür wurden spezielle Dialog-Seiten und eine besondere Email-Adresse eingerichtet (dialog@ordinariat-freiburg.de)."
Quelle: Erzbistum Freiburg
Kommentar: Die angegebene Mail-Adresse scheint nicht zu funktionieren. Jedenfalls wurden meine Mails vom 17. Mai, 6. Juli und 5. August bislang nicht beantwortet. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer Gemeinde engagiert bin, noch nicht aus der katholischen Kirche ausgetreten bin und - horribile dictu - auch noch etwas von Wünschen Gewaltüberlebender an Kirche mitteilen wollte? 
Nachtrag vom 19.8.2010: Heute kam eine Mail von einem Mitglied der Missbrauchskommission. Es soll zu einem Gespräch kommen. Das ist eine erfreuliche Nachricht.
Nachtrag vom 1.9.2010: Die Pressestelle des Bistums Freiburgs bestätigt den Eingang der Mails seit Mai an unterschiedliche Adressaten des Erzbischöflichen Ordinariates Freiburg. Der Absender berichtet mir zunächst von den gestern veröffentlichten neuen Leitlinien, zitiert Bischof Dr. Ackermann und schreibt dann, dass die von mir angemerkten Punkte - "Wahrnehmung der Gewalt, Information über Traum und Traumafolgen, Widerstand gegen Opfermythen, Empathie gegenüber den Belangen der Opfer, Vermeidung von Vergebensforderungen und Wiederaufbau von Vertrauen" - "schon jetzt zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit unserer Ansprechpartner bei Missbrauch" seien.
Daraufhin bedanke ich mich für den Eingang der Mail und stelle fest, dass der Absender der Pressestelle mein Anliegen (Postvention! nicht Prävention oder Aufdeckung!) nicht verstanden habe und dass die neuen Leitlinien keineswegs die von mir eingebrachten postventiven Gesichtspunkte berücksichtigen. Ich mache keinen Versuch mehr, mein Anliegen noch einmal zu erklären und es kommt auch keine Nachfrage.
Dass die Pressestelle im Grunde keine inhaltliche Stellungnahme/Rückmeldung geben kann, versteht sich. Sie war auch nicht der erste Adressat der Wünsche Gewaltüberlebender an Kirche. Offensichtlich ist eine Kommunikation, die diesen Namen verdient, nicht möglich.
Nachtrag: Es kommt am 6.9.2010 zu dem Gespräch mit dem Mitglied des Beraterstabes der Missbrauchskommission.

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16.8.2010 Andreas Kirchmair fragt, ob die katholische Kirche von einer Krise zur nächsten geht oder ob sie die Chance nutzt, der Welt ein Beispiel zu geben, wie sie mit Missständen im Klerus umgeht.
Quelle: Die Presse

16.8.2010 Die FR spricht von der Kirche im Bunker und kommentiert mit diesem Begriff das erwartbare, erfahrbare und dennoch fatale Gesprächsverbot in der Kirche, wie es mit dem Rücktritt von Michael Broch zutage tritt.

16.8.2010 Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) ist bestürzt über den Rücktritt von Michael Broch, dem Geistlichen Leiter des Münchner Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses. Der Journalistenverband sieht es als ein fatales Signal für die Gesprächskultur in der Kirche an, wenn eine offen geäußerte Kritik zu solchen Konsequenzen führe. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bernhard Hermann hat auch sein Stellvertreter Hermann Glandorf inzwischen sein Amt niedergelegt. Er begründete ebenso wie Hermann diesen Schritt damit, dass inzwischen auch sein Vertrauensvorrat in die Bischöfe erschöpft sei. Die GKP sieht dies als Alarmsignal für den Zustand der katholischen Kirche. 
Quelle: gkp
s.auch den Kommentar von Matthias Drobinski in der Süddeutschen

14.8.2010 "Fürchterlich" betroffen von den vielen bekannt gewordenen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, hatte Michael Broch das geschlossene System der "Männerwirtschaft" und bischöfliche "Bunkermentalität" kritisiert und gesagt: "Wenn es so weitergeht, fährt Papst Benedikt die Kirche an die Wand." (Der Spruch könnte von mir stammen:-). Broch war der Geistliche Leiter des Münchner Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (ifp), das 1968 von der Dt. Bischofskonferenz gegründet worden war.  Broch trat auf Druck der Bischöfe zurück - nur Lehmann, Mainz, hatte sich für seinen Verbleib ausgesprochen.
Hörfunkdirektor Hermann, beratendes Mitglied der Bischofskonferenz und Aufsichtsratsvorsitzender des ifp, tritt ebenfalls zurück. "Wenn Bischöfe sich in ihrer Mehrheit als Repräsentanten eines gnadenlosen Systems gerieren, will ich mit denen als katholischer Christ nichts mehr zu tun haben", begründete er seinen Rücktritt.
Quelle: SWP und Stuttgarter Zeitung
Kommentar: Wenn die neue Diskussionsbereitschaft der Bischöfe, die im Gefolge der aufgedeckten Missbrauchstaten beschworen wurde, darin besteht, dass das Spektrum der erlaubten Diskussion durch Entlassungen und Entzug des bischöflichen Vertrauens sichergestellt wird, dann bleibt von der neuen Gesprächsbereitschaft nichts übrig.

14.8.2010 Vier Messdiener sind angeklagt worden, weil sie zwei andere Ministranten während einer Ferienfreizeit gequält und missbraucht haben sollen.
Quelle: welt.de

13.8.2010 Die belgische Generalstaatsanwaltschaft hat die gerichtlichen Untersuchungen im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen kritisiert. Bei den Ermittlungen seien Fehler begangen worden. Deshalb dürften alle Untersuchungsergebnisse aus den Hausdurchsuchungen nicht verwendet werden.
Quelle: BRF

13.8.2010 Wir sind Kirche, Hartmut Meesmann, beschreibt die Situation nach einem halben Jahr Diskussion wegen der aufgedeckten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Er nimmt auch Stellung zum "Fall Zollitsch" im Blick auf die Missbrauchsfälle in Birnau/Nussdorf und Oberharmersbach, und berichtet die Stellungnahme von Opfern.
Quelle: WsK

13.8.2010 Der Papst lehnt den Rücktritt der zwei irischen Weihbischöfe Eamonn Walsh und Raymond Field ab. Beiden war die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen worden. Sie hatten im Dezember 2009 ihren Rücktritt angeboten. Die Ablehnung der Rücktritte ist ein Rückschlag für den Erzbischof Martin, der eine rückhaltlose Aufklärung des jahrzehntelangen Missbrauchs von Kindern durch katholsiche Geistliche fordert. Irische Missbrauchsopfer kritisieren die Entscheidung des Papstes.
Quelle: google.com und kleine zeitung

12.8.2010 zu sexuellem und gewalttätigen Missbrauch in der Bonner Jesuitenschule, dem Aloisius-Kolleg, haben sich 35 frühere Schüler gemeldet. Gegen 2 Täter wird ermittelt. Bislang war von 6 Tätern die Rede.
Quelle: az-web

12.8.2010 Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus Munderkingen, Alb-Donau-Kreis, wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Aus den Jahren 2005 bis 2008 werden auch mögliche sexuelle Übergriffe auf einen 16-Jährigen durch den gleichen Priester in Wangen/Allgäu untersucht.
Quelle: Radio Seefunk

12.8.2010 Das Erzbistum Freiburg reagiert auf den Missbrauchsfall in Birnau.
Quelle: SWP

12.8.2010 Eine Mutter berichtet, wie Vertreter der Kirche mit ihr umgingen. Es ging 2008 um 5 Kinder, bis Augsut 2010 hatte sich niemand von der Kirche bei den Opfern bzw. ihren Eltern gemeldet. Die Eltern mussten sich von Prälat Prassel als Schuldige hinstellen lassen.
Quelle: Initiative gegen sexuelle Gewalt

11.8.2010 Fran Ferder, John Heagle: Das innere Funktionieren einer Hierarchie mit der Mentalität eines Sexualtäters. Davon sprechen die beiden AutorInnen, eine Franziskanennonne, klinische Psychologin, Autorin und Professorin an der Uni von Seattle und ein Priester, Psychotherapeut, Anwalt für kanonisches Recht und Professor an der Uni von Seattle.
Quelle: Wir-sind-Kirche.at
Hier geht's zum Dokument Normae de gravioribus delictis

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11.8.2010 Ein Opfer des Paters Gregor M. aus Nussdorf, Erzbistum Freiburg, äußert sich gestern im SWR-Fernsehen. Der zuständige Missbrauchsbeauftragte, Domkapitular Dr. Maier, gesteht, er habe einen Fehler gemacht, als er nicht nachgefragt habe beim Kloster, ob der Täter aus der Seelsorge herausgenommen wurde.
Quelle: SWR

11.8.2010 Bei der Klasnic-Kommission haben sich 350 Opfer von Gewalt gemeldet. Mehr als die Hälfte betreffen Vorfälle in Internaten und Schulen von Ordenseinrichtungen. Zwei Drittel der Meldungen stammen von Männern.
Über die Austrittszahlen des Vorjahres wird die Kirche in Österreich nicht wie üblich im August berichten, sondern erst zu Beginn des nächsten Jahres.
Quelle: Die Presse

10.8.2010 Der Vatikan begrüßt, dass eine Klage gegen den Papst in den USA zurückgezogen wurde. In Kentucky hatten drei Männer geklagt, der Heilige Stuhl habe sexuellen Missbrauch vertuscht. Da sie aber nicht nachweisen können, dass die US-Bischöfe Angestellte des Vatikan sind, hat die Klage keine Erfolgsaussichten. In Wisconsin und Oregon sind noch zwei weitere Klagen gegen den Vatikan anhängig.
Quelle: Domradio

9.8.2010 Hinweis auf eine Neuerscheinung: Rainer Bucher, Johann Pock (Hg.): Klerus und Pastoral. Werkstatt Theologie. Praxisorientierte Studien und Diskurse. Bd. 14, LIT-Verlag 2010, u.a. mit Beiträgen von Dr. Barbara Haslbeck und mir :-).

9.8.2010 Interview mit Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung in der FR: "Was ich lese, übersteigt mein Vorstellungsvermögen".
Kommentar: Wenn schon die ehemalige Bundesfamilienministerin geschockt ist, die doch eine Menge über Gewalt in der Familie hätte wissen müssen und wissen können, dann wird vielleicht verständlicher, warum Opfer schweigen - sie müssen damit rechnen, dass ihnen nicht geglaubt wird (wer glaubt schon Ungeheuerliches?) und dass sie beschuldigt werden.

9.8.2010 Der wegen Kindesmissbrauch zurückgetretene belgische Bischof, Roger Vangheluwe, hat der Familie des Opfers jahrelang hohe Entschädigungsgelder gezahlt. Der Sprecher des früheren Bischofs sagte, damit habe nicht das Schweigen der Familie erkauft werden sollen.
Quelle: ORF-Religion

7.8.2010 Erzbischof Zollitsch zeigt Verständnis, dass das Leid der Opfer andauere. Er erinnerte daran, dass er die Schüsse gehört hat, mit denen sein damals 16-jähriger Bruder ermordet wurde.
Quelle: Domradio
Kommentar: Wenn das so ist, dann wird immer unverständlicher, dass Erzbischof Zollitsch in den Missbrauchsfällen (22) von Oberharmersbach vertuscht hat  und auf diesen Vorwurf von Report Mainz nicht reagiert. Unverständlich ist, dass auch im Birnauer Missbrauchsfall in seinem Erzbistum Freiburg offensichtlich nicht engagiert und transparent gehandelt wurde und wird und der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der zugleich Erzbischof von Freiburg ist, nichts dagegen unternimmt.  Er lässt zu, dass das dortige Opfer in den Statements des Erzbistums so dargestellt wird, als hätte es Unrecht, sei mäkelig, weil es die vermeintlich großzügig angebotene Hilfe nicht angenommen habe und als sei es "sehr verzweifelt" - die letzte Beschreibung klingt fast wie "unzurechnungsfähig". Auch wenn eine solch persönliche Aussage des Erzbischofs so aussieht, als stünde Verständnis dahinter, so fehlt mir dennoch die eindeutige Positionierung des Erzbistums an der Seite der Opfer und es fehlen die entsprechenden Handlungen (Mt 7,20).

7.8.2010 Am Collegium- Josephinum-Internat wurden Schüler sexuell und körperlich misshandelt. Täter waren drei Redemptoristenpatres. Im ersten Fall wurde der sexuelle Missbrauch von folterähnlichen Züchtigungsmaßnahmen begleitet. Im zweiten Fall gab es neben dem Missbrauch ein perfides Überwachungssystem. Die Opfer mussten jüngere Schüler überwachen und erhielten dafür Privilegien. Einkauf und gemeinsames Anschauen von Pornoheften, die Schüler hatten kaufen müssen, gehörten dazu. Der externe Missbrauchsbeauftragte geht von weiteren Opfern aus. Ein Opfer hatte an die Ordensoberen geschrieben, das Schreiben lag auch der Vatikan-Behörde vor. Eine Antwort gab es ebensowenig wie Kontakt zu den Strafverfolgungsbehörden.
Ein dritter Pater hörte von sexuellen Unregelmäßigkeiten und erzwang mit folterähnlicher Befragung ein Geständnis - der Opfer.  Dieser noch lebende Täter entschuldigte sich bei seinen Opfern.
Quelle: Generalanzeiger

6.8.2010 Der BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) beklagt den durch den sexuellen Missbrauch entstandenen Vertrauensverlust in die kirchliche Jugendarbeit. Dirk Tänzler, Bundesvorsitzender des BDKJ, forderte den Vatikan auf, vermehrt den Dialog mit jungen Menschen zu suchen.
Quelle: Jesus.de

7.8.2010 Die Kirche tabuisiert wichtige Fragen, sagt Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkommitees der Deutschen KatholikInnen.
Quelle: rp-online

5.8.2010 Der Abt des Klosters Marienstatt, Andreas Range, hat eingeräumt, dass es auch am Gymnasium Marienstatt Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch gegeben hat. Ein Opfer spricht von faschistoiden Zügen und davon, dass die Gewalt System hatte.
Quelle: RegioTicker und Rheinzeitung

5.8.2010 Ein Frater aus dem Maristenkolleg in Mindelheim, der ehemalige Leiter, wird vermutlich doch noch angeklagt, weil ein Opfer sich gemeldet hat, bei dem das Verbrechen noch nicht verjährt ist.
Quelle: Vaterland.li/

5.8.2010 Der Papst beklagt sich in einem Schreiben an die Kolumbus-Ritter, eine in den USA gegründete katholische Laienorganisation, über "oftmals falsche und unbegründete Angriffe" auf die Kirche und ihre Vertreter.
Quelle: Baseler Zeitung

4.8.2010 „Das Eingeklammerte beten wir nicht mit"!? Zur Problematik der Feindpsalmen in der christlichen Rezeption. Ursula Silber
Quelle: Haus Ohrbeck

3.8.2010 Tauwetter und Wildwasser Berlin laden zu einem Kongress. Mehr unter http://www.aus-unserer-sicht-kongress.de/

3.8.2010 Die an das Erzbistum Freiburg zu stellenden Fragen stellt skydaddy.

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3.8.2010 Da sind sie wieder - die Missbrauchsopfer, die Schatten werfen und die gute Stimmung trüben könnten. Nach Aussagen der Veranstalter des MinistrantInnen-Treffens in Rom  wird das Treffen in keiner Weise vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche überschattet.  Nach Ansicht des Präsidenten der internationalen Ministrantenvereinigung, Weihbischof Martin Gächter, betrifft sexueller Missbrauch teils Jahrzehnte zurückliegende Vorgänge und stelle aus seiner Sicht "kein besonders aktuelles Problem für das Pfarreileben" dar. Ein Beleg dafür sei, dass die Ministranten zahlreicher als je zuvor zu der internationalen Begegnung nach Rom gekommen seien.
Quelle: Die Presse
Kommentar: Schon einmal haben Missbrauchsopfer die gute Stimmung eines Welttreffens gestört: Im Sommer 2008 beim Weltjugendtag in Sydney. Diesmal gelingt ihnen das in Rom zur Erleichterung von Weihbischof Gächter nicht. Opfer sind also Menschen, die von der Kirche als Störer erlebt werden. Der Optimismus des Weihbischofs, dass sexueller Missbrauch kein Problem der Gegenwart in den Pfarreien sei, widerspricht allem, was man über sexuellen Missbrauch, über die Täter, über das jahrzehntelange Schweigen der Opfer, über das Vertuschen der Helfershelfer.... wissen kann. Halbwegs verlässliche Zahlen sagen aus, dass jeder 10. Junge und jedes 7. Mädchen zwischen 0-14 Jahren i.e.S. missbraucht (d.h. vergewaltigt) werden. Unter den 53000 MinistrantInnen in Rom sind also statistisch 3785 Mädchen und 2650 Jungen, die missbraucht wurden/werden. Was werden diese 6435 Kinder/Jugendliche fühlen, wenn sie hören müssen, dass ihre Not "kein Thema" ist?

2.8.2010 Es geht um den Zisterzienser-Pater Gregor Müller, der jahre- oder jahrzehntelang Ministranten missbrauchte, in Birnau, in Deisendorf (inzwischen SE Birnau), in Mehrerau, in Baden/Bistum Basel - und vielleicht auch andernorts. Das zuständige Erzbistum Freiburg rückt nur dann mit der Wahrheit heraus, wenn sie nicht mehr verborgen werden kann - und lehnt im Übrigen jegliche Verantwortung ab. Das Mutterkloster Mehrerau zeigt sich ahnungslos - derweil der Missbrauchstäter von Ort zu Ort versetzt wurde. Nebenbei: Nicht nur, dass er ein zweites Mal in Birnau als "Seelsorger" auftauchte - er scheint auch nicht drei Jahre in Frankreich  (Kloster Oelenberg/Mulhouse) gewesen zu sein - wie bislang kolportiert wurde, - sondern nur 3 Monate. Dann taucht er von Februar 1969 bis Ende 1970 im Kloster Himmerod/Eifel wieder auf. Dort betreute er neben seinem weiteren Studium die Pfarrei Gransdorf. Von dort wurde er in die Schweiz versetzt, wo er bekanntermaßen erneut Kinder missbrauchte. Warum dieser Deutschland-Aufenthalt von Pater Gregor bislang verschwiegen wurde, lässt Vermutungen anstellen.  Über Pädophilie ist immerhin bekannt, dass von ihr Betroffene nicht einfach aufhören, sich Opfer zu suchen und sie zu finden. Die von der Abtei Mehrerau beauftragte Agentur für "Krisenkommunikation" äußert sich nicht zu diesem Zeitraum.
Nach Auskunft des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof des Erzbistums Freiburg, Zollitsch, soll es darum gehen, aufzuklären und die Perspektive der Opfer zuallererst im Blick zu haben.
Das, was ich zu den Missbrauchsfällen rund um Pater Gregor mitbekomme (und in Oberharmersbach ebenfalls), straft diese Aussagen Lügen. Die Opfer werden von der Kirche nach wie vor als Feinde der Kirche erlebt.
Dr. Jens Schmitz von der Badischen Zeitung formuliert: "Wo sich schuldig und mitschuldig Gewordene zur Wahrheit bekennen, zeigen Opfer oft hohe Vergebungsbereitschaft. Wahrheit, die gegen Widerstände ans Licht gezerrt wird, hinterlässt neue Verletzungen, kann aber immer noch der Versöhnung dienen. Nur wo die Wahrheitssuche unterbleibt, da wird auch Vergebung zum frömmelnden Wunsch." So wie Schmitz formuliert - so ist es. Wer lügt, vertuscht, oder nicht die Wahrheit und nicht die ganze Wahrheit sagt oder irgendetwas, was gar nicht Thema ist, der verspielt jegliche Glaubwürdigkeit - da mag es noch so viele Akademietagungen zur Glaubwürdigkeit der Kirche und noch so viele rote Telefone geben.
Quelle 1: Badische Zeitung
Quelle 2: Badische Zeitung
s. auch: SF
Kommentar: Opfer brauchen keine Agentur für Krisenkommunikation, die einem Bistum oder Orden helfen, das Opfer über den Tisch zu ziehen. Opfer brauchen nur ein ehrliches und berührbares Gegenüber. Aber das scheint im Erzbistum Freiburg und leider auch andernorts zu viel verlangt zu sein. Erika Kerstner

2.8.2010 Ein früherer Leiter des Stuttgarter Bibelwerkes wird von seinem Neffen und anderen Männern des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

2.8.2010 Bischof Küng, St. Pölten, warnt vor dem Missbrauch mit dem Missbrauch.
Quelle: Standard

1.8.2010 Erzbischof Zollitsch will unter den Ministranten, die derzeit ihr Treffen in Rom haben, für den Priesterberuf werben. Der Focus lässt offen, ob  auch bei den Ministrantinnen für den Priesterberuf geworben werden soll.
2006 hatten sich noch 211 junge Männer für diesen Beruf beworben, jetzt sind es deutschlandweit nur noch 150.

1.8.2010 Anna Catherin Loll stellt im "Spiegel" (S. 37-38) fest, dass der Missbrauchsfall von Birnau (incl. Deisendorf und Nußdorf) die Frage aufwirft, ob Erzbischof Zollitsch, Freiburg, alles für die Aufklärung getan hat. Strittig ist, ob Birnau dem Kloster Mehrerau oder dem Erzbistum Freiburg untersteht, ob also das Erzbistum Freiburg oder der Abt des Klosters Mehrerau zuständig ist. Elmar Güthoff, Professor für Kirchenrecht an der Ludwig-Maximilian-Universität München urteilt: "Für alles, was auf dem Territorium eines Bistums passiert, ist grundsätzlich der zuständige Bischof verantwortlich." Die Unterlagen scheinen eindeutig zu sein: Birnau gehört zum Bistum Freiburg. Die Seelsorge für Birnau, Nußdorf und Deisendorf wurde vom Freiburger Erzbischof in einem sog. Gestellungsvertrag den Zisterziensern der Abtei Wettingen-Mehrerau übertragen. Ein Gestellungsvertrag beinhaltet, dass jeder Mönch, der in der Seelsorge eines Bistums nicht nur aushilfsweise arbeitet, dem zuständigen Bischof gemeldet sein muss. (vgl. auch Südkurier v. 30.12.2008)
Zur Erinnerung: Die Klärung dieser Frage ist für ein Opfer wichtig, das von Pater Gregor Müller in dessen erster Zeit in Birnau von 1966-1968 missbraucht wurde.  In Nußdorf hat sich laut Südkurier ein zweites Opfer aus der Zeit von 1966 - 1968 gemeldet. Pater Gregor wurden im Herbst 1968 sexuelle Übergriffe im Kloster Mehrerau/Privatgymnasium vorgeworfen. Zwischen 1971 und 1987 wird von 4 Opfern im Bistum Basel berichtet.

31.7.2010 Der Missbrauch in Ahrensburg - offensichtlich besteht nach wie vor Klärungsbedarf.

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31.7.2010 Mona Lisa zieht Bilanz in den Missbrauchsfällen. Es sieht so aus, als sprächen Opfer und bisherige Täterschützer aneinander vorbei. Die einen meinen, den anderen zu helfen und die Hilfe scheint nicht anzukommen bei den Opfern. Es werde nach wie vor gemauert in den Institutionen:.
Quelle: ZDF

31.7.2010 Der Pfarrer der Siebner Gemeinde, der eine Mail eines Opfers aus Deutschland (Birnau?) an das für ihn zuständige Bistum Chur weiterleitete, wird in seiner Gemeinde angefeindet. Man wirft ihm dort vor, dass er aufgedeckt hat, dass Pater Gregor Müller in Deutschland Kinder missbrauchte. Der Churer Bischof konfrontierte P. Gregor u.a. mit der Mail, die der Siebner Pfarrer weitergeleitet hat und der Täter gestand, dass er mehrere Jungen missbraucht habe. Leute aus der Siebner Kirchengemeinde finden, dass die Information des Bischofs schlimmer sei als der Missbrauch, den Pater Gregor begangen hat.
Quelle: Zisch

31.7.2010 „Wir müssen um der Opfer und um unserer eigenen Glaubwürdigkeit willen alles tun, damit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs rückhaltlos nachgegangen wird“, sagte Bischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der Nordelbischen Kirchenleitung im Blick auf den Missbrauchsfall in Ahrensburg. Eine der Maßnahmen ist die Einsetzung externer Gutachter.
Quelle: Nordelbien.de

29.7.2010 Die Therapeutin Helga Peteler im Interview: "Wir bleiben verletzbar".
Quelle: Rheinischer Merkur

28.7.2010 Im Erzbistum Freiburg hat möglicherweise der Zisterzienserpater Gregor Müller fünf Jahre lang ohne Genehmigung des Freiburger Erzbischofs (von 1987 bis 1992 unter Erzbischof Oskar Saier und unter dem damaligen Personalreferenten Zollitsch) als verantwortlicher Pfarrer in Nussdorf und Deisendorf - zur heutigen Seelsorgeeinheit Birnau gehörend - gearbeitet. Angesichts der fünfjährigen Funktion als Gemeindeseelsorger sagte der renommierte US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle der BZ jetzt, es sei "nahezu unmöglich", dass die Erzdiözese damals nichts davon gewusst habe. Die Pressestelle des Erzbistums teilt auf Anfrage der BZ mit: "Es mag sein, dass Pater Gregor M. in seiner zweiten Phase in Birnau von 1987 bis 1992 als Seelsorger für Deisendorf wahrgenommen wurde." Dies ändere jedoch nichts daran, dass er lediglich in der Diözese und nicht für die Diözese tätig gewesen sei. Er habe dafür keinen offiziellen Auftrag durch das Ordinariat Freiburg gehabt.
Der US-amerikanische Kirchenrechtler Thomas P. Doyle hingegen vertritt die Ansicht, dass ein sog. "Gestellungsvertrag" mit einem Orden, nicht jedoch mit Individuen geschlossen werde. Aber jeder Priester, der in solchen von ORden betreuten Gemeinden arbeite, müsse dem Bischof gemeldet werden und brauche eine Genehmigung.
Die Klärung dieser Frage ist für ein Opfer wichtig, das von Pater Gregor Müller in dessen erster Zeit in Birnau von 1966-1968 missbraucht wurde.  In Nussdorf hat sich laut Südkurier ein zweites Opfer aus der Zeit von 1966 - 1968 gemeldet. Pater Gregor wurden im Herbst 1968 sexuelle Übergriffe im Kloster Mehrerau/Privatgymnasium vorgeworfen. Zwischen 1971 und 1987 wird von 4 Opfern im Bistum Basel berichtet.
Quelle: Badische Zeitung und Badische Zeitung vom 29.7.2010

28.7.2010 Bei der Telefon-Hotline der Bischofskonferenz haben im 1. Halbjahr d.J.  372 Menschen angerufen.
Quelle: Deutsche Bischofskonferenz

28-7-2010 Ein zur Tatzeit noch nicht 14-jähriger Junge gibt an, in Liechtenstein von Frater G.,  Frater G.,  dem ehemaligen Leiter des Maristenkollegs in Mindelheim, auf Silum im Februar 2004 sexuell missbraucht worden zu sein. Die Tat ist ncoh nicht verjährt.
Quelle: Vaterland 28.7.20010

26.7.2010 skydaddy klärt auf darüber, was das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg unter den Hilfs-Angeboten für das Opfer von Birnau versteht - und was das Opfer selbst darunter versteht.  Das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg schreibt: "Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass die Behauptung des Anzeigeerstatters, ihm sei keine Hilfen angeboten worden, schon nach dessen eigenen Angaben falsch ist. Er habe selbst angegeben, dass ihm die Frage gestellt worden sei, wie man ihm helfen könne." Das Opfer hingegen stellt fest: "Man hat mir nur die theoretische Frage gestellt, wie man mir helfen könnte. Als ich fragte, welche Hilfen man mir bieten könne – bekam ich keine Antwort. Die Hilfen, die ich erbat
a) Kostenübernahme für Mediator oder Rechtsbeistand zu einem Gespräch
b) aktuelle Adresse des Täters
c) eigene Nachforschungen der Diözese nach Zeugen und Opfern
d) Namenslisten der Ministranten, Pfarrgemeinderäte, Mesner…wurden mir verweigert."
Kommentar: Ich möchte meinen, dass das Opfer am besten beurteilen kann, ob ihm geholfen wurde oder nicht. Eine Hilfe, die beim Opfer nicht ankommt, ist vermutlich keine Hilfe. Dann wird es Zeit, dass das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg sich noch einmal mit dem Opfer in Verbindung setzt - und diesmal zuhört.

26.7.2010 Die vergessenen Missbrauchsopfer - Report München. Robert S., Missbrauchsopfer von Jesuiten, schrieb im Januar 2010 - nach 30 Jahren des Schweigens - an das Canisius-Kolleg von seinem Leid. Er erhielt eine Empfangsbestätigung seines Schreibens. Er sagt: "Wir wurden 30 Jahre vergessen und im Moment sieht's so aus, als würde man uns wieder vergessen."
Kommentar: Wer eine Leidens-Geschichte mit einer Empfangsbestätigung - nach 2 oder drei Wochen! - quittiert, hat nichts von Leidensgeschichten verstanden.

26.7.2010 Missbrauchsopfer von Jesuiten fordern eine Entschädigung.
Quelle: ORF

25.7.2010 Das Verfahren gegen 5 Benediktiner des Klosters Einsiedeln wurde eingestellt wegen Verjährung. Es handelt sich um Berührungen und unanggebrachte verbale Äußerungen, in einem Fall um sexuelle Handlungen.
Quele: Radio Vatikan


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25.7.2010 Wir sind Kirche fragt nach, wie es mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche weitergehen solle.

24.7.2010 Die Badische Zeitung berichtet von der Akademietagung in Freiburg "Glaubwürdigkeit der Kirche" unter der Überschrift: Tiefe Risse zwischen Anspruch und Tun. Das Schlusswort bei der Veranstaltung war ehrlich. Stefan Orth, Redakteur bei der Herder Korrespondenz, sagte: "Ich habe weiterhin ein ungutes Gefühl hinsichtlich der Bischöfe, ob die sich nicht selbst als Opfer sehen. So schmerzhaft die Selbsterkenntnis ist, es kann eigentlich nicht schmerzhafter sein als das, was die Opfer erlebt haben."
Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Das Erzbistum hoffe auf Dialog per Telefon oder Internet - heißt es. Das klingt befremdlich, wenn dann auf eine Mail erst gar nicht - auch nicht auf Rückfrage - reagiert wird.

23.7.2010 Die katholische Kirche in Chile hat dem Präsidenten Pinera vorgeschlagen, eine Generalbegnadigung durchzuführen, die auch - unter bestimmten Bedingungen - für Schergen der früheren Militärdiktatur gelten solle. Die Angehörigen der ca 3000 Verschwundenen protestierten.
Quelle: Generalanzeiger

23.7.2010 In der Katholischen Akademie fand am 22.7.2010 eine Tagung zur Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche im Erzbistum Freiburg statt. Die TeilnehmerInnen waren sich darüber einig, dass man Glaubwürdigkeit nicht durch strategische Werbeaktivitäten gewinnen könne, sondern nur durch konkrete Schritte, die das Anliegen der Kirche als zu Gott gehörender Versammlung (kyriake ekklesia) glaubhaft machen. Thomas Herkert, Akadmieleiter, sagte: „Zu den alarmierenden und deprimierenden Erfahrungen dieser Tage zählt, dass nach Umfragen trotz aller Anstrengungen und eindeutigen Aussagen der Bischöfe die überwältigende Mehrheit der Deutschen nicht glaubt, dass die katholische Kirche wirklich an Aufklärung interessiert ist.“ Eine der wichtigsten Aufgaben scheine es jetzt zu sein, "die Grundlagen für neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Dazu gehört Transparenz“, so Thomas Herkert.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Kommentar, auf den ich nicht verzichten kann: Dass die Anstrengungen der Kirche, auch im Erzbistum Freiburg, so gar nicht bei den Menschen ankommen wollen, liegt nicht so sehr an der Bösartigkeit und Voreingenommenheit der Menschen, sondern daran, dass es - trotz aller Mailadressen mit "kommunikation@ordinariat-freiburg.de" - nicht zu einem Gespräch zwischen den ChristInnen an der Basis und dem Bischöflichen Ordinariat kommt. Das Argument, dass es leider keine Zeit gäbe, um Anliegen von Opfern anzuhören, wurde mir bereits im März 2005 vom damaligen und jetzigen Missbrauchsbeauftragten genannt. Dass es in fünfeinhalb Jahren nicht möglich gewesen sein soll, den Zeitmangel und die Arbeitsüberlastung zu reduzieren, soll das Bischöfliche Ordinariat jemand anderem erzählen - mir nicht mehr.
Ein Zweites kommt hinzu als mögliche Ursache: Vielleicht glauben die ChristInnen an der Basis einfach nicht mehr, was ihnen das Ordinariat in Freiburg in Sachen Missbrauch in Oberharmersbach, in Birnau und andernorts vorsetzt - es gibt zu viele Unklarheiten. Zuviel wird erst eingestanden, wenn es bereits öffentlich ist.  Und: Es sind nicht einmal mehr die ChristInnen, die ihrer Kirche längst den Rücken gekehrt haben - der Glaubwürdigkeitsverlust hat so loyale und treue Leute wie mich erfasst.

23.7.2010 Der katholische Redemptoristenorden der Provinz St. Clemens in Köln gibt bekannt, dass Opfer von Gewalt 6 Redemptoristen des Missbrauchs oder der Gewalt beschuldigten. 2 der mutmaßlichen Täter waren in Bonn, einer im Internat in Glanerbrück tätig. Wie meistens sind 2 der Täter verstorben und die Taten ohnehin verjährt (sexueller Missbrauch ist eines der sichersten Verbrechen, formulierte mal ein Opfer. Es hat Recht.) Vorwürfe von körperlicher Misshandlung betreffen einen Pater, der noch lebt.
Quelle: Generalanzeiger

23.7.2010 Im Bistum Trier wurde eine Internetseite zur Prävention von sexuellem Missbrauch eingerichtet.

23.7.2010 Ein Priester aus den USA wurde vom Papst laisiert. Er hat vor 30 Jahren einen Jugendlichen sexuell missbraucht. Dies teilte die Diözese von Youngstown in Ohio mit. Der Priester hatte den Missbrauch gestanden, gegen ihn wurde jedoch wegen der Verjährung kein Justizverfahren eingeleitet.
Quelle: die presse

23.7.2010 Der Abt des Klosters Ettal formuliert einige selbstkritische Fragen. Er stellt fest: "Das erste Wort unserer Regel heißt: Höre! Wir haben nicht gehört."
Quelle: Süddeutsche

23.7.2010 Mitglieder des Ordens der Herz-Jesu-Missionare am Johanneum Homburg/Saar haben Kinder und Jugendliche  misshandelt und missbraucht. Über die Anzahl der Opfer und der Täter und die Taten gibt es keine weiteren Nachrichten. Opfer trafen sich mit  Generalvikar Dr. Jung  vom Bistum Speyer. Ein Gesprächsangebot der Missionare lehnten die Opfer größtenteils ab, da das bisherige Vorgehen des Ordens als völlig unzureichend kritisiert wurde. Der Orden habe bisher weder selbst für Transparenz und Information gesorgt, noch eigene Verfehlungen eingeräumt, obwohl diese bereits durch weitere Betroffene und Zeugen bestätigt worden sind.
Quelle: Bistum Speyer

22.7.2010 Dokumentation des Gottesdienstes am Sonntag, 18.7.2010, 10.30 Uhr  - ca 13.30 Uhr mit der Wir-sind-Kirche-Gruppe Karlsruhe in Karlsruhe, Hirschsstraße 103, Kapelle des Karl-Rahner-Hauses ... die unter die Räuber gefallen sind” - Sexueller Missbrauch und wie Christinnen und Christen mit Opfern und Überlebenden umgehen können

22.7.2010 Im Bistum Dresden-Meißen gab es entgegen dem ersten Anschein auch Missbräuche von Kindern und Jugendlichen durch Priester. Zwei Missbrauchsopfer berichteten von einem 1971 gestorbenen Priester, der verbrecherische Handlungen an den Mädchen begangen habe. Ebenfalls gibt es einen Verdacht auf die Verletzung der sexuellen Integrität einer Minderjährigen vor va 25 Jahren durch einen damaligen Kaplan in Riesa. Der Beschuldigte wurde suspendiert, die Täten sind verjährt.
Außerdem gibt es zwei Fälle aus den 70er und 80er Jahren, die aufgearbeitet und abgeschlossen sind. In Leipzig läuft zudem ein Verfahren gegen einen Lehrer einer katholischen Schule. Der Mann wurde wegen sexueller Belästigung entlassen, eine strafrechtliche Ermittlung wurde eingestellt.
Quelle: nachrichten-lvz-online

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22.7.2010 "skydaddy" stellt Fragen an die Staatsanwaltschaft Konstanz im Birnauer Missbrauchsfall.

22.7.2010 Heute Abend findet in der Freiburger Akademie ein Forum zur aktuellen Krise der katholischen Kirche statt. "Eine der wichtigsten Aufgaben scheint es jetzt zu sein, die Grundlagen für neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen", heißt es in der Einladung. Ich finde, dass ein guter Anfang schon mal wäre, wenn Briefe oder Mails beantwortet würden.

22.7.2010 Nach der Einstellung des Verfahrens gegen Erzbischof Zollitsch gibt es Aussagen des Freiburger Ordinariates, dem das Opfer und ein amerikanischer Kirchenrechtler widersprechen.
  • Das Erzbistum sagt, es sei seiner Verpflichtung nachgekommen, als es 2006 von dem Missbrauch in Birnau durch das Opfer erfuhr und den Orden darüber informiert habe. Für die Ermittlungen sei der Orden des Täters zuständig, nicht die Diözese. Das Bistum sei kirchenrechtlich nicht zuständig gewesen und habe auch nicht gegen die Leitlinien verstoßen. Der Täter sei auch nicht in einem Gestellungsverhältnis oder im Auftrag des Erzbischofs tätig gewesen, sondern lediglich als gelegentlich vom zuständigen Pfarrer herangezogene Aushilfe an Feiertagen.
  • Der US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle hingegen sagt, dass mit dem Orden ein Gestellungsvertrag geschlossen werden müsse und dass jeder in der Gemeinde tätige Priester dem Erzbischof gemeldet werden müsse. Eine Genehmigung durch den Erzbischof sei in jedem Fall nötig, sobald jemand als Priester tätig wird und mit Laien beschäftigt sei.
  • Der Kirchenrechtler Bier hingegen sagt, dass der Erzbischof seiner Pflicht genügt, wenn er den Orden informiert, weil der Täter nicht mehr greifbar ist und die Tat womöglich schon verjährt ist. Doyle hingegen argumentiert, dass der Erzbischof unabhängig von der zeitlichen Distanz Verantwortung habe, den Fall zu untersuchen, denn als Seelsorger sei er auch dem Opfer verpflichtet.
  • Das Ordinariat berichtet, es habe sich um das Opfer gekümmert. Ein Gespräch zwischen Täter und Opfer habe stattgefunden. Das Opfer hingegen versichert an Eides statt, dass das Gespräch nicht stattgefunden habe. Darüber hinaus habe das  Bistum ein allgemeines Hilfsangebot gemacht, sei aber nicht konkret geworden. Als das Opfer das konkret angebotene Gespräch mit der Erzdiözese annehmen wollte, bat es um einen Mediator oder Rechtsbeistand, der aber von der Erzdiözese nicht bewilligt wurden.

21.7.2010 Die Theologin Heimbach-Steins in der FR im Gespräch mit Bischof Bode: Der Kirche droht die Kernschmelze, sagt sie.

21.7.2010 In einem Ferienlager sollen 6 Jugendliche (ca 13 Jahre alt) von z.T. älteren Lagerteilnehmern sexuell misshandelt worden sein. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Süddeutsche und Spiegel

21.7.2010 Der Erzbischof von Freiburg, Zollitsch, ist von der Staatsanwaltschaft Konstanz von allen Vorwürfen entlastet worden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft "fehlt jegliche Grundlage für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit". Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Ermittlungsverfahrens einmal mit der Verjährung der sexuellen Übergriffe in Birnau von 1966 bis 1968. Gleiches gelte für den Zeitraum zwischen Ende der 80er und Mitte der 90er Jahre - da gäbe es lediglich Vermutungen des Anzeigeerstatters, aber keine Geschädigten. Selbst wenn sich Opfer aus nicht verjährter Zeit melden würden, stellte die Staatsanwaltschaft Konstanz fest, gäbe es keine Hinweise, dass der damalige Personalreferent Zollitsch Missbrauch billigend in Kauf genommen oder gefördert haben könnte. Das Erzbistum Freiburg hatte bislang immer betont, dass die Zusammensetzung der Klostergemeinschaft des Zisterzienserordens in Birnau vom Abt des Ordens eigenständig geregelt werde und nicht dem Erzbistum Freiburg unterstehe.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Quelle: Die Zeit
Die Badische Zeitung berichtet darüber hinaus: "Auf Nachfrage der Badischen Zeitung erklärte Oberstaatsanwaltschaft Christoph Hettenbach, man habe nach Bekanntwerden der Anzeige in der Presse bewusst zugewartet, damit eventuelle Opfer sich melden konnten. Einen öffentlichen Aufruf habe man nicht veranlasst, und natürlich könne man auch in den betroffenen Gemeinden nicht von Haus zu Haus gehen. Den Täter habe man nicht vernehmen können, seine Anschrift sei nicht bekannt und die einzigen nachweisbaren Fälle alle verjährt. Der Anzeigeerstatter sei aber vernommen worden."
Kommentar: Verstehe ich das richtig: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz bestanden in der Vernehmung des Anzeigeerstatters, in der Nicht-Vernehmung des Täters und im Zuwarten, ob eventuelle Opfer sich melden? Wer nur ein wenig von der Dynamik traumatisierter Menschen weiß, weiß auch, dass ein Outing von Opfern erst dann möglich ist, wenn ausreichend Vertrauen aufgebaut werden konnte. Pater Mertes hat vorgemacht, wie Menschen Vertrauen aufbauen können. Ich bezweifle, dass die bisherigen Stellungnahmen des Erzbistums Freiburg vertrauensförderlich waren/sind. Und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz, die offensichtlich im Zuwarten bestanden, dürften Opfer auch nicht gerade ermutigen, Anzeige zu erstatten. Da bekannte Straftaten verjährt sind und andere nicht bekannt sind, wurde die Frage, ob das Erzbistum Freiburg für die Seelsorgeeinheit Birnau zuständig war/ist, von der Staatsanwaltschaft erst gar nicht geprüft. Zuletzt hatten zwei Kirchenrechtler nach einer ersten Unklarheit diese Frage bejaht.
Zu einer moralische Verpflichtung des Erzbistum äußert sich die Staatsanwaltschaft naturgemäß nicht.
Weitere infos unter: skydaddy und pater gregor
Wir haben es also mit Missbrauchstaten zu tun, die zwischen 1966 und 1968 in Birnau (mindetens ein Opfer) stattfanden.  Im Herbst 1968 wurde Pater Gregor aus Mehrerau in den Elsaß versetzt. Ein Großvater hatte den Missbrauch seines Enkels mitbekommen und hat zusammen mit anderen Eltern (Opferzahl?) für die Entfernung des Paters aus Mehrerau gesorgt. Pater G. ging im Herbst 1968 bis 1971 in den Elsaß. Zwischen 1971 und 1987 wird von 4 Opfern im Bistum Basel berichtet. In zwei Fällen wurde Anzeige erstattet. Wäre es nicht naheliegend, bei jemandem, der wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige,  die sich über mindestens 11 Jahre hinziehen, genauer hinzuschauen und gezielt nach weiteren möglichen Opfern zu suchen?  

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21.7.2010 Das Erzbistum Freiburg hat Report Mainz (ARD - Sendung vom 19.7.2010) Diffamierung von Erzbischof Zollitsch vorgeworfen. Der Sprecher des Erzbistums verwies darauf, dass aus dem Zusammenhang gerissene Briefausschnitte und geschickt arrangierte Fernsehbilder  präsentiert wurden und Zitate Zollitschs bewusst weggelassen wurden. "Hätte man die Brief in voller Länge präsentiert, ergäbe sich ein anderes, Zollitsch entlastendes Bild" - so das Erzbistum.
Quelle: rp-online
Kommentar: Das Erzbistum kann ja die vollständigen Briefe veröffentlichen.

21.7.2010 Das Erzbistum Freiburg reagiert auf die Report-Mainz-Sendung vom 19.7.2010 und formuliert: "Hintergrund ist die Anzeige eines mutmaßlichen Missbrauchsopfers eines Mönchs aus der österreichischen Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau."
Dem Erzbistum ist bekannt, dass es sich um ein Opfer handelt und nicht um ein mutmaßliches Opfer. Dem Erzbistum Freiburg ist bekannt, dass der Täter den Missbrauch in der heutigen Seelsorgeeinheit Birnau gestanden hat. Wenn es dennoch von einem mutmaßlichen Opfer spricht, dient diese Äußerung dazu, das Opfer unglaubwürdig zu machen.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Der Pressesprecher nimmt im Interview Stellung zur Report-Mainz-Sendung.

21.7.2010 Die Badische Zeitung vermutet, dass der Erzbischof von Freiburg, der zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, die eigenen Leitlinien gegen Missbrauch von 2002 nicht befolgt hat. Der Redakteur schaut sich den Kommunikationsstil und die Besonderheiten der Sprache des Erzbistums genauer an und stellt fest: Die Formulierungen der Pressestelle entpuppen sich als eigentümlich leer. "... bei näherer Betrachtung wird an den fraglichen Stellen weder etwas Entlastendes noch etwas Falsches gesagt, sondern sozusagen gar nichts: Die Wallfahrts- und Klosterkirche Birnau gehört tatsächlich als Priorat zur Abtei Mehrerau. In allen hier wichtigen Aspekten gehört sie aber zur Erzdiözese, samt ihrer Seelsorgeeinheit. Robert Zollitsch mag auch mit Personalentscheidungen und Vorgängen im Kloster Birnau nichts zu tun gehabt haben. Für die Betreuung seiner Gemeindemitglieder durch die Patres war er aber sehr wohl zuständig. Die Stabsstelle Kommunikation kommuniziert nicht falsch, aber irrelevant."
Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Vielleicht geschieht dem Opfer und den Opfern rund um Birnau doch noch Gerechtigkeit - soweit sie überhaupt möglich ist.

21.7.2010 Der emeritierte belgische Erzbischof Godfried Danneels steht im Verdacht, Missbrauchsvorwürfe vertuscht zu haben. Ihm droht ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung.
Quelle: Südwestpresse

20.7.2010 Der Vatikansprecher P. Lombardi sagt, gegen Missbrauch helfen Gesetze alleine nicht aus. (Er hat Recht: Man müsste sie auch befolgen.)
Quelle: kath.press

20.7.2010 Fall Birnau bzw. Fall Zollitsch: Kirchenrechtler sehen den Erzbischof von Freiburg in der Verantwortung für die Seelsorgeeinheit Birnau. Der Kirchenrechtler Bier korrigiert eine frühere andere Darstellung. Die Erzdiözese Freiburg hatte sich ausführlich dazu geäußert, dass die Klosterkirche Birnau als Priorat zur Zinsterzienserabtei Wettingen-Mehrerau in Österreich gehöre und als Territorialabtei unabhängig vom jeweiligen Diözesanbischof sei. Das scheint irreführend gewesen zu sein.
Quelle: Badische Zeitung

20.7.2010 Der ehemalige Schulleiter des Bonner Aloisiuskollegs ist mit 82 gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Missbrauchs an Schülern gegen ihn. Von 30 Fällen waren 13 möglicherweise noch nicht verjährt. Die Übergriffe dauerten 40 Jahre lang. Mehr als 24 Opfer beschuldigten den mutmaßlichen Täter.
Quelle: Domradio

20.7.2010 Ein katholischer Priester aus Erbendorf/Oberpfalz im Bistum Regensburg hat einen Strafbefehl wegen sexuellen Kindesmissbrauchs bekommen. Er soll 2009 drei Mädchen einer Grundschulklasse unsittlich angefasst haben. Der Strafbefehl lautet auf 10 Monate Bewährung und Zahlung von 4000 €. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: Mittelbayerische

20.7.2010 Die Zahl traumatisierter Soldaten nimmt zu. Bericht in der FR

19.7.2010 "Im Frühjahr 1995 erreichte uns das Schreiben einer Opfer-Hilfsorganisation, das bei uns neue Recherchen und Aktivitäten auslöst", sagt der Erzbischof Zollitsch im Interview vom 19.7.2010 faz-net zu den Missbrauchsfällen in Oberharmersbach.
In der Badischen Zeitung Freiburg hingegen las sich diese Darstellung am 14. Juli so: "In den bisherigen Stellungnahmen hatte das Ordinariat mehrfache Versuche für sich reklamiert, konkretere Informationen über mögliche Vergehen zu erhalten. Entsprechend hieß es im März dieses Jahres: "Als sich dann 1995 – bei weiteren Recherchen des Erzbistums – ein Missbrauchsopfer meldete und dem Pensionär klar gemacht wurde, dass nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werde, nahm sich der Pfarrer das Leben." Auch diese Aussage konkretisierte Eberle [der Pressesprecher] nun auf Nachfrage: Die weiteren Recherchen des Erzbistums seien eine Reaktion auf die Anzeige des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen."
Kommentar: Was stimmt denn nun? Drei Varianten des gleichen Vorgangs stehen zur Auswahl:
1. Das Erzbistum Freiburg hat 1995 von sich aus recherchiert und dann hat sich ein Opfer gemeldet. (Aussage im März 2010)
2. Die weiteren Recherchen des Erzbistums im Jahr 1995 waren eine Reaktion der Kirche auf die Anzeige eines Opfers bei der Staatsanwaltschaft (Stand vom 14. Juli 2010)
3. Eine Opfer-Hilfsorganisation schrieb an das Ordinariat und löste dadurch neue Recherchen und Aktivitäten aus. (Stand vom 19.7.2010)
"skydaddy" stellt dazu noch ein paar m.E. berechtigte Fragen und analysiert die Sprache des Erzbistums Freiburg.

20.7.2010 Die Süddeutsche äußert Zweifel an Erzbischof Zollitsch.

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19.7.2010 Neue Vertuschungsvorwürfe gegen Erzbischof Zollitsch bei Report Mainz

19.7.2010 Das Ermittlungsverfahren gegen Erzbischof Zollitsch wegen des Vorwurfs der Beihilfe zu sexuellem Missbrauch an Kindern wird vermutlich eingestellt. Der Südkurier berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Konstanz das Ermittlungsverfahren gegen einen früher in der Klosterkirche Birnau eingesetzten Pater wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits eingestellt hat. Wenn es in der Hauptklage kein Verfahren gibt,  kann es auch keine Beihilfe-Vorwürfe geben, sagen Juristen.
Quelle: Südkurier
Kommentar: Ein Verfahren gibt es nicht - weder gegen den Täter, noch gegen den Erzbischof wegen Beihilfe. Nur eines gibt es: Ein Opfer oder auch mehr als ein Opfer. Nur: Das ficht das Erzbistum Freiburg nicht an.

19.7.2010 Wie aus einem Täter ein Opfer gemacht wird und wie die Leidenden selber schuld sind. Zum Nachruf auf Gerold Becker in welt.de

19.7.2010 Heimkinder sollen mit einer Opferrente von 300 € entschädigt werden. Dazu schreibt Helmut Jacob einen ebenso richtigen wie zornigen Kommentar. Er schreibt u.a.: "Eine weitere Niedertracht der Stellen, die sich offiziell mit der Aufarbeitung von Heimkinderschicksalen beschäftigen (Runder Tisch, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Caritas, Diakonisches Werk, Landschaftsverbände und Landesjugendämter), besteht auch darin, dass sie den wirklichen Opfervertretern keine Beachtung schenken. Prof. Manfred Kappeler, der den Zwischenbericht zum Runden Tisch analysierte und auch sonst wichtige Beiträge zur Aufhellung der Erziehungsgeschichte in den Nachkriegsjahrzehnten geliefert hat, wird offensichtlich ebenso ignoriert, wie Diplom-Theologe/Diplom-Psychologe Dierk Schäfer, der immer wieder Möglichkeiten der Opferhilfe aufgezeigt hat."
18.7.2010 Im Fall des Oberharmersbacher Pfarrers, der mehr als 22 Kinder missbraucht haben soll, gibt es neue Vorwürfe gegen den damaligen Personalreferenten des Erzbistums Freiburg, Erzbischof Zollitsch. "Report Mainz" liegen 2 Briefe des Erzbischofs aus dem Jahr 1995 vor, in denen er  - damals Personalreferent - sich zum Oberharmersbacher Missbrauchsfall äußert. Darin schreibt Zollitsch, dass die Gemeinde Oberharmersbach nicht über wesentliche Details des Skandals informiert werden solle: "Eine solche Aufklärung hätte zudem … nur noch den Sinn eines Racheaktes gegenüber einem alten und kranken Mann … Eine solche nachträgliche Rache nützte niemandem und würde einen Menschen ohne Not in den Ruin oder gar Tod treiben." Bereits 1992 wurde Zollitsch, damals Personalreferent, von einem Priester des Erzbistums Freiburg über den Missbrauch am Neffen dieses Priesters persönlich informiert. Die sexualisierte Gewalt war auf 4 Seiten protokolliert. Es kam zum Gespräch zwischen dem Priester, dem Opfer und dem Personalreferenten. Der Priester sagt: "Ich denke, es wurde vertuscht, schlicht und einfach. Man wollte den Skandal verhindern auf dem Rücken der Schwächsten", sagte der noch aktive Pfarrer gegenüber "Report Mainz".
Quelle: swr
Quelle: Die Zeit
Das Erzbistum Freiburg nimmt dazu Stellung: "Diese Vorwürfe sind weder neu noch gerechtfertigt. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch hat sich bereits im März dazu geäußert und deutlich gemacht, dass es den damals Verantwortlichen nicht darum ging, etwas zu vertuschen. Die damals Verantwortlichen haben versucht, den Schaden zu begrenzen und sexuellen Missbrauch zu verhindern."
Für morgen, Montag, ist eine ausführliche Stellungnahme des Erzbistums Freiburg angekündigt.
Kommentar: Wenn - wie nicht nur in diesem Fall bislang - so oft gelogen wurde oder Halbwahrheiten verbreitet wurden, muss sich niemand im Freiburger Ordinariat wundern, wenn auch die Kirchenloyalsten und Gutwilligsten kein Wort mehr von dem glauben, was das Erzbischöfliche Ordinariat erzählt.
Merken muss man sich auch, dass die Herstellung von Gerechtigkeit für den Erzbischof Zollitsch ein "Racheakt" ist.
Unerklärt bleibt in der Erklärung des Erzbistums Freiburg, wessen Schaden begrenzt werden sollte - der Schaden der Kirche oder der Schaden der Opfer?

 17.7.2010 Dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, liegt der Missbrauch in Oberharmersbach auf der Seele. "Er habe deshalb die Opfer und ihre Angehörigen inzwischen mehrfach um Verzeihung gebeten ", berichtet kath.net.

17.7.2010 In der Odenwaldschule gab es offensichtlich bereits kurz nach der Gründung vor 100 Jahren sexuelle Übergriffe durch Erzieher und Lehrer.
Quelle: Spiegel

17.7.2010 Katholikinnen fordern Reformen - jetzt.
Quelle: FR

16.7.2010  Maria Jepsen, Bischöfin der Nordelbischen Kirche, gibt ihr Amt auf. Im Kontext einer Missbrauchsgeschichte sei ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt worden, sagt Jepsen.
Quelle: Zeit

16.7.2010 Bislang haben sich bei Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, ca  1500 Menschen gemeldet, mehr als die Hälfte von ihnen kommen aus dem Bereich der katholischen Kirche. BErgmann berichtet, dass sich nur ganz wenige Täter melden und dass sie von Reue bisher noch nichts gehört habe. Sie betont, dass es erneut zu eienr tiefen Verletzung der Opfer führt, wenn diese erleben müssten, dass versucht wird, das eine oder andere nicht zu benennen.
Quelle: Domradio

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16.7.2010 Der Tagesanzeiger bemerkt, dass für den Vatikan die Priesterweise für Frauen genauso schlimm ist wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Barbara Dorris, Überlebenden-Netzwerk von Priestern Missbrauchter, erklärt, dass der Erlass des Vatikan sich nur mit einem Teilproblem beschäftigt, nämlich der Amtsenthebung pädophiler Priester. In Wirklichkeit seien relativ wenige Kinder missbraucht worden, weil Priester nicht schnell genug abgesetzt worden seien, sondern es seien Hunderttausende Kinder durch das Vorgehen von Bischöfen una anderen Kirchenmitarbeitern zum Opfer geworden. Der Erlass sieht keine Sanktionen vor, wenn missbrauchende Priester durch Kollegen und Vorgesetzte gedeckt werden.
Quelle: Tagesanzeiger

16.7.2010 Das Netzwerk ECPAT sammelt Unterschriften für eine Petition gegen Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen. Die Bun desregierung wird aufgefordert, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und ein nationales Meldesystem aufzubauen.
Quelle: Domradio

15.7.2010 Das österreichische Justizministerium gibt an, dass am 15. Mai d.J. 34 Ermittlungsverfahren gegen katholische Priester und KirchenmitarbeiterInnen wegen Misshandlungen und sexualisierter Gewalt gebe. Nach Angaben von Ö 1 ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruch gegen die meisten Beschuldigten, nämlich 22. In Innsbruck werden verjährte Fälle nicht gleich eingestellt, da sich auch noch Betroffene aus jüngster Zeit melden könnten - damit würde die Verjährung für ältere Fälle aufgehoben.
Quelle: ORF

15.7.2010 Eine Frau, die den Notruf von "Wir sind Kirche" betreut, berichtet. Sie stellte in den vergangenen Wochen fest, dass sich Wut in die Verzweiflung der Opfer mischt. Viele haben sich erst an die offizielle Hotline der Kirche gewandt - und später an "Frau Katharina", wie sie sich am Telefon nennt. Je mehr Zeit verstreicht, desto größer ist die Enttäuschung der Opfer, dass noch immer nichts geschehen ist, dass sie noch immer keine Entschädigungen erhalten haben, dass der Prozess zäh und langsam ist, dass "die Kirche ihrem Empfinden nach nicht kooperiert, sondern inszeniert. Vor allem sich selbst." "Sie fühlen sich im Stich gelassen", sagt Katharina B. Und noch viel schlimmer: "Sie fühlen sich nun, da sie endlich gesprochen haben, ein zweites Mal missbraucht. Für viele Betroffene ist es ohnehin schwierig, Hilfe bei der Institution zu suchen, deren Opfer sie einst wurden."
Quelle: Spiegel
Kommentar: Auch ich beobachte, dass an vielen (nicht allen!) Stellen Kirche sich selbst inszeniert und sich darin gefällt, von der Option für die Opfer zu sprechen. Wenn es tatsächlich um die Opfer ginge, müsste diese Grundhaltung auch bei den Opfern ankommen - und genau das geschieht nicht. Xavier Naidoo bringt es auf den Punkt: "In Japan bringen sich Politiker um, wenn sie Scheiße gebaut haben. Und bei uns? Die weinen noch nicht mal. Furchtbar!"

15.7.2010 Der Vatikan hat die Verjährungsfrist für Missbauchsdelikte von bisher 10 auf 20 Jahre angehoben, gerechnet vom 18. Geburtstag des Opfers an. Übergriffe von Priestern auf Geisteskranke werdenjenen auf Kinder gleichgestellt.  Beistz und Verbreitung von Kinderpornographie wird in Zukunft auch als schwerwiegendes Verbrechen betrachtet.
Quelle: NZZ

15.7.2010 Der kirchenkritische Blogger "skydaddy" hat den deutschen Kirchenrechtler Georg Bier befragt, wer für die Seelsorgeeinheit Birnau im Erzbistum Freiburg zuständig sei. Zunächst hatte Professor Bier öffentlich geäußert, Erzbischof Zollitsch sei niemals für die Seelsorge in der Kloster- und Wallfahrtskirche Birnau zuständig gewesen. Skydaddy wollte nun wissen, wie zu verstehen sei, dass Erzbischof Zollitsch die Seelsorgeeinheit Birnau errichtet habe und auch den Leiter der Seelsorgeeinheit - einen Mönch des Klosters Mehrerau - ernannt habe, ohne für die Seelsorge zuständig gewesen zu sein. Prof. Bier wollte dieser Frage nachgehen, antwortete aber skydaddy auch auf Nachfrage bislang nicht.
Skydaddy hatte einen zweiten Kirchenrechtsprofessor, Richard Puza, der sich wie Prof. Bier zur Nichtzuständigkeit des Freiburger Erzbischofes geäußert hatte, angefragt. Der reagierte auf zwei Anfragen nicht.

Skydaddy hat sich nun an den US-amerikanischen Kirchenrechtler und Missbrauchsexperten Thomas P.Doyle gewandt. Dieser vertritt die Ansicht, dass der Freiburger Erzbischof eine Untersuchung des Missbrauchsfalles in Birnau hätte vornehmen müssen, als er 2006 davon Kenntnis erhielt.
Nach Ansicht von Skydaddy erwecken sowohl das Erzbistum Freiburg als auch der Abt des Klosters Mehrerau den Eindruck, als sei das Erzbistum Freiburg nicht für die Seelsorgeeinheit Birnau zuständig. Zu unterscheiden sei die ordensrechtliche Zuständigkeit, die beim Orden liegt und die seelsorgerliche Zuständigkeit, die natürlich beim Bischof liege. Die umfangreichen Ausführungen  der Freiburger Erklärungen  und der Erklärung des Abtes über Territorialabteien und deren Unabhängigkeit vom Diözesanbischof müssen - so skydaddy - beim Leser den Eindruck erwecken, dass dies eben auch für Birnau zutrifft. Auf diese Weise wird offenbar bewusst ein falscher Eindruck erzielt, ohne dass – jeder Satz für sich genommen – gelogen wird.
Quelle: skydaddy

14.7.2010 Das Ordinariat Freiburg hat seine bisherige Darstellung korrigiert: Nicht erst - wie bislang angegeben - 1995 gab es einen konkreten Hinweis auf Missbrauchs-Verbrechen durch den katholischen Pfarrer von Oberharmersbach, Hinweise gab es bereits 1992 durch ein Opfer. Der 1991 aus dem Amt genommene Täter habe 1992 gegenüber dem Erzbistum Reue und Buße zugesichert. Reue und Buße setzen natürlich voraus, dass der Täter seine Taten auch gestanden hat. Im März d.J. hatte das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg von weiteren Recherchen im Jahr 1995 berichtet. Nun sagt das Ordinariat, die weiteren Recherchen seien eine Reaktion auf die Anzeige des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen.
Derzeit sind 22 Opfer dieses Priesters aus Oberharmersbach bekannt. Die tatsächliche Zahl der Opfer sei jedoch mit Sicherheit höher, sagte der Sprecher des Erzbistums Freiburg.
Quelle: Badische Zeitung

14.7.2010 Die Evangelische Landeskirche Nordelbien will die Missbrauchsopfer von Ahrensburg entschädigen. Der inzwischen pensionierte Pastor Dieter K. soll von Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre mehrere Jugendliche sexuell missbraucht haben. Die Bischöfin Maria Jepsen dementiert, dass sie   von den Verbrechen erfahren habe.
Quelle: Evangelischer Pressedienst

14.7.2010 In Luxemburg gingen bis Ende Juni 124 Berichte über Misshandlungen und Missbrauch bei der kirchlichen Kontaktstelle für Missbrauchsopfer ein. 91 Frauen und Männer hatten sich als Opfer oder als Zeugen gemeldet und berichteten von sexualisierter Gewalt durch Priester, Ordensleute oder jugendliche Mitbewohner in sozialen Einrichtungen. 65 Berichte gingen an die Staatsanwaltschaft.
Quelle: Radio Vatikan

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14.7.2010 In der evangelischen Schwesterkirche im Rheinland haben 57 Frauen und Männer über Misshandlungen und sexualisierte Gewalt berichtet. 13 Berichte bezogen sich auch Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen der Diakonie und zweier kirchlicher Stiftungen. In 5 Fällen sei die Gewalt in anderen Landeskirchen geschehen und in 3 Fällen in der katholischen Kirche.
Quelle: FR

14.7.2010 Der neue Augsburger Bischof Zdarsa wurde im Interview gefragt: "Natürlich findet sexueller Missbrauch in der Kirche seltener statt als etwa in der Familie. Aber das Vertrauen, das man der Kirche und den Priestern entgegenbringt, muss doch besonders hoch sein. Wiegt deswegen der Vertrauensbruch nicht besonders schwer?"
Er antwortete: "Das ist richtig. Aber ich möchte doch darum bitten, dass wir immer wieder differenzieren. Der Anspruch an Priester ist hoch, und wir haben uns immer wieder neu danach auszurichten. Auch ich muss mir bei jeder Predigt überlegen: Predigst du nicht auch für dich? Insgesamt wird uns aber daran deutlich gemacht, dass die Kraft, das Geheimnis Christi glaubwürdig zu verkünden, nicht von uns kommt, sondern von Gott. Der Apostel Paulus sagt: Gottes Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Damit möchte ich aber keineswegs die Vergehen herunterspielen."
Quelle: Augsburger Allgemeine
Kommentar: Paulus hat mit Sicherheit nicht gemeint, dass in Verbrechen gegen Kinder und Jugendliche die Kraft Gottes eine gute Chance habe, sich zu vollenden.

13.7.2010 Johannes Röser stellt in CiG "Die Priesterfrage".

13.7.2010 Das Bistum Aachen geht wichtige Schritte: Es ernennt zum einen auch eine weibliche Ansprechperson für sexuellen Missbrauch. Es will jemanden mit der Betreuung und Nachsorge für die Opfer beauftragen - das ist ein Gesichtspunkt, der bislang kaum im Gespräch ist: Dass Opfer, die sich als solche kenntlich gemacht haben, unter enormem psychischen Druck stehen und auf Ansprache und Rückfrage angewiesen sein können. Und schließlich ist auch im Blick, dass ein (mutmaßlicher oder erwiesener) Täter seine bisherigen MitarbeiterInnen in große Verunsicherung stürzt.
Quelle: az-web

12.7.2010 Im Bistum Essen wurde ein 31-jähriger katholischer Priester beurlaubt. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen des Vorwurfs, er habe einen erwachsenen Mann zu sexuellen Handlungen gezwungen. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
Quelle: Bistum Essen

12.7.2010 Der frühere Generalobere der Jesuiten, Johannes G. Gerhartz SJ, gibt eine Erklärung über seinen Umgang mit Missbrauchsfällen im Jesuitenorden ab.

12.7.2010 Erstmals hat das Bistum München in Zusammenhang mit der Versetzung des pädophilen Pfarrers Peter H. Fehler zugegeben.
Quelle: Süddeutsche

12.7.2010 Roman Polanski wird nicht an die USA ausgeliefert. Sein Hausarrest in der Schweiz ist beendet.
Quelle: Süddeutsche

12.7.2010 "Zu keiner Zeit wurde an die Kinder und Jugendlichen gedacht und Sorge getragen, ihnen zu helfen." So steht es im Sondergutachten von Andrea Fischer zu den Missbrauchsfällen bei den Jesuiten. Naheliegend ist, dass die Zahl der Betroffenen deutlich höher sein dürfte als die Zahl derer, die sich gemeldet haben. Das Sondergutachten empfiehlt dem Jesuitenorden, mit Entschädigungszahlungen nicht auf die Ergebnisse des Runden Tisches zu warten. Entschuldigungen alleine wirkten schal, wenn sie keine Konsequenzen hätten, heißt es u.a. in dem Gutachen.
Quelle: Domradio

12.7.2010 Eine Mitinitiatorin einer Pro-Papst-Demo fragt: "Er [der Papst] hat sich bei den Missbrauchsopfern entschuldigt - was soll er also noch alles tun?"
Quelle: vienna

12.7.2010 Thomas von Mitschke-Collande, Unternehmensberater in München, empfiehlt den deutschen Bischöfen, eine neue Synode einzuberufen. Vielleicht hat er mit der Empfehlung ja mehr Erfolg als die KatholikInnen an der Basis.
Quelle: Bistum Essen

12.7.2010 Kardinal Meisner sagt, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche habe die Seelsorge erheblich erschwert. Ihn quäle die "Wolke des Verdachts", unter die nun alle geraten sind. "Das ist eine wirklich teuflische Situation", meinte er.
Quelle: Welt
Kommentar: Wer von einer "Wolke des Verdachts" und einer "teuflischen Situation" spricht, vermeidet mit der Vernebelung und der Passiv-Formulierung, Verantwortliche für diese Situation zu benennen. Verantwortlich für diese Situation sind Kirchenmänner, die Kinder und Jugendliche missbraucht haben und Kirchenmänner, die die Täter gedeckt und die Verbrechen vertuscht haben.

12.7.2010 "Viel zu lange hat sich die Kirche nur selbst beweihräuchert, hat ihrem Nimbus das Wohl der Menschen untergeordnet und sich für sakrosankt erklärt, hat Gehorsam befohlen und Gefolgschaft reklamiert, hat vertuscht, was nicht zum Bild von ihr passte. Dabei ist das Herz der Kirche erstarrt. Es hat sein Mitgefühl verloren. Statt für sie Zufluchtsort zu sein, sich zu öffnen, zuzuhören, ihre Nöte wahrzunehmen, Trost zu spenden, Hilfe zu geben und selbst bußfertig zu sein, hat sie sich verbarrikadiert, kritische Fragen an sich abprallen lassen und darauf mit rechthaberischen Worten gekontert." Das und mehr Richtiges sagt Heribert Prantl bei der Verleihung der verschlossenen Auster an die kath. Kirche
Quelle: Süddeutsche

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11.7.2010 Auch in Chile kommen immer mehr Missbrauchsfälle ans Tageslicht. Quelle: Eckiger Tisch

11.7.2010 Im Kloster Ettal wurde ein Erzieher beurlaubt. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen, der vor 25 Jahren im Kloster Scheyern in Oberbayern geschehen sein soll. Der weltliche Erzieher bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: Süddeutsche

10.7.2010 Die unabhängige österreichische Opferanwältin, die im Auftrag der Kirche für Missbrauchsfälle zuständig ist, hat sich Kritik von der Kirche, von den "Schulbrüdern" eingehandelt. Diese sind verärgert über eine Anzeige durch Klasnic. Klasnic kündigte eine weitere Anzeige gegen eine andere katholische Einrichtung an.
Die Schulbrüder müssten nach Ö1-Angaben längst Bescheid gewusst haben sowohl über Missbrauchsvorwürfe als auch über zugegebenen sexuellen Missbrauch. Dafür sprächen Erfahrungen von mutmaßlichen Opfern und ein Gerichtsurteil. Woher die Sicherheit der Schulbrüder rührt zu sagen, dass es sexuellen Missbrauch bei den Schulbrüdern nicht gegeben habe, ist nicht erkennbar.
Quelle: oe1

10.7.2010 Die "Verschlossene Auster" 2010 geht an die Deutsche Bischofskonferenz. Es ist eine Auszeichnung für die Informationsblockaden der katholischen Kirche, die vertuschte, verleugnete und verheimlichte. Der Kritik-Preis wird von der Journalistenvereinigung netzwerks recherche e.V. verliehen. In der Begründung heißt es: "Die Deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Information nicht und widerspricht damit ihren eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit."
Quelle: www.finanznachrichten.de
Die Laudatio hielt Heribert Prantl: "Das kalte Herz der Kirche"

10.7.2010 Im Bistum Regensburg, in Erbendorf, wurde der Stadtpfarrer wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt. Dem 58-jährigen Geistlichen werden unsittliche Berühungen von 9-jährigen Schülerinnen vorgeworfen. 
Quelle: Oberpfalznetz

10.7.2010 Der belgische Kardinal Danneels hat Anzeige wegen Verletzung des Justizgeheimnisses erstattet. Was in den vergangenen Stunden über ihn in den Medien veröffentlicht wurde, schädige den Ruf des Kardinals auf irreparable Weise.
Quelle: Radio Vatikan

9.7.2010 Sexueller Missbrauch beginnt schleichend - Dr. Barbara Haslbeck informiert im Bistum Bamberg
Quelle: Bistum Bamberg

9.7.2010 Das Erzbistum Freiburg legt eine Zwischenbilanz vor: 36 Diözesanpriester, 4 Ordenspriester, 2 Ordensbrüder, 2 Erzieher - insgesamt also 44 Täter - werden des sexuellen Missbrauchs zwischen 1950 und 2000 beschuldigt. 16 Diözesanpriester sind gestorben, 12 im Ruhestand, 4 beurlaubt. 2 Anzeigen werden geprüft, 2 Hinweise lassen sich nicht einem Täter zuordnen. Über die Anzahl der Opfer gibt es keine Informationen.
Im März 2010 hatte das Erzbistum gesagt, es habe erst 1995 einen Hinweis auf einen Missbrauchstäter - den Pfarrer von Oberharmersbach - erhalten. Aber es gab bereits 1992 Hinweise aus Oberharmersbach. Erzbischof Zollitsch - damals Freiburger Personalreferent - sagt heute, er hätte damals zusammen mit dem Erzbischof Saier und dem Generalvikar Bechtold Hinweisen intensiver nachgehen müssen.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Nach Angaben von rga-online meldeten sich alleine in Oberharmersbach 17 Opfer. Ein Brief des Erzbischofs an die ChristInnen in Oberharmersbach ist in baden-onlinenachzulesen. Der Erzbischof ist geschockt über die Anzahl der Opfer: "Damals war uns allen nicht bewusst, wie groß die Zahl der Betroffenen in der Gemeinde ist." Dem Bericht ist nicht zu entnehmen, ab welcher Mindestzahl an Opfern ein Erzbischof geschockt ist. 
Am 21. Mai 2010 war im Südkurier noch von 40 Tätern im Erzbistum Freiburg die Rede.
Die Badische Zeitung hat bereits im März Fragen an das erzbischöfliche Ordinariat Freiburg gestellt. Nicht alle sind beantwortet.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Ackermann, hatte gesagt: "Wo kein wirklicher Aufklärungswille vorhanden war und Täter einfach nur versetzt wurden, müssen wir in einer ganzen Reihe von Fällen gestehen, dass vertuscht worden ist.".

9.7.2010 Der Vatikan hat nach der apostolischen Visitation des Klosters Ettal den Abt Barnabas Bögle und den Prior Maurus Kraß rehabilitiert. Sie haben keine Fehler im Umgang mi Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch gemacht. Beide hatten Ende Februar auf Drängen des Erzbistums München-Freising auf ihre Ämter verzichtet.
Quelle: Domradio

9.7.2010 Seit März dieses Jahres sind bei der Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs bereits 1500 Berichte eingegangen seien. Von Männern übrigens meist schriftlich, der Älteste darunter ein Mann von 80 Jahren.
Quelle: Morgenweb

9.7.2010 Gerold Becker, der langjährige Leiter der Odenwaldschule, ist tot. Die von der südhessischen Odenwaldschule beauftragten Opferanwältinnen Claudia Burgsmüller und Brigitte Tilmann zogen eine Zwischenbilanz ihrer Aufklärungsarbeit.  Sie sprechen von mehr als 50 Opfern. "Die Gegenwehr von Opfern sexuellen Missbrauchs wurde in dem Internat systematisch gebrochen", sagte die Wiesbadener Strafrechtlerin Burgsmüller am Donnerstag in Heppenheim. Entschädigungszahlungen sind derzeit nicht vorgesehen.
Quelle: rp-online

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9.7.2010 Papst Benedikt XVI. hat einen Kommissar ernannt, der die Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ nach einem Skandal um sexuellen Missbrauch disziplinieren soll. Der italienische Kurienerzbischof und vatikanische Wirtschaftsfachmann Velasio De Paolis soll den Orden auf jenem „Weg der Reinigung“ begleiten, den Benedikt gefordert hatte. Ob es dem Kommissar - im Sprachgebrauch des Vatikans „Päpstlicher Beauftragter“ - dabei auch um das Finanzgebaren der wohlhabenden „Legionäre Christi“ gehen wird, ließ der Heilige Stuhl in seiner Mitteilung vom Freitag in Rom offen.
Quelle: Sächsische Zeitung

8.7.2010 Andrea Fischer legt ihren Bericht über die Missbrauchsfälle im Jesuitenorden vor.
Quelle: Eckiger Tisch

8.7.2010 Das Aloisius-Kolleg in Bonn hat Julia Zinsmeister, Professorin, mit der Prüfung der Missbrauchsfälle beauftragt. Im Aloisius-Kolleg ist von 6 Tätern und 30 Opfern die Rede.
Quelle: Domradio

8.7.2010 Die Zeitung "La Dernière Heure" berichtet, Godfried Danneels habe bei Informationen über Missbrauchsfälle die Opfer entweder an die zuständige Diözese verwiesen, gar nicht reagiert oder ihnen ein Buch mit dem Titel "Vergeben lernen" überreicht. In seiner gestrigen Vernehmung habe er oft mit dem Hinweis reagiert, er könne sich nicht erinnern.
Quelle: ORF
Kommentar: Die Nachrichten aus der belgischen Kirche sind verwirrend: die einen bauschen auf und machen schon mal aus einem Kunstwerk ein kinderpornografisches Bild - die anderen vertuschen routinemäßig. Da herauszufinden, was nun wirklich gespielt wird, ist nicht so einfach.

7.7.2010 Godfried Danneels wurde 10 Stunden von der Justiz verhört. Er habe bestritten, von Missbrauchsfällen gewusst zu haben. Allerdings wird auch berichtet, dass in 50 Missbrauchs-Dossiers seht, Danneels habe von den Verbrechen gewusst. Danneeels war von 1979 bis 2010 an der Spitze der Erzdözse Mechelen-Brüssel und der belgischen Bischofskonferenz. Die gefundenen Unterlagen über Dutroux sind offensichtlich an die Presse gelangt und wurden unterschiedlichen Leuten zugeschickt, darunter der kath. Kirche in Belgien.
Quelle: Wiener Zeitung

7.7.2010 Ungefähr 250 Missbrauchsopfer haben sich bis gestern, Dienstag, bei der Klasnic-Kommission, die von Kardinal Schönborn eingesetzt wurde,  gemeldet.
Quelle: Die Presse

6.7.2010 Die belgische Generalstaatsanwaltschaft habe das Verfahren gegen die Kirche von Belgien an sich gezogen, berichtete der flämische Fernsehsender VRT gestern. Sie überprüft, ob die Durchsuchungen der Häuser der belgischen Kirche rechtens waren. Waren sie das nicht, dürfen die beschlagnahmten Unterlagen nicht verwendet werden.
Quelle: RP-online

6.7.2010 Bei der Durchsuchung in Häusern der belgischen Kirche/Bischofskonferenz sollen auch vertrauliche Berichte über den Fall Dutroux gefunden worden sein. Der ehemalige Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Kardinal Godfried Danneels, wurde heute von der Staatsanwaltschaft als Zeuge verhört. Nach Angaben des Senders RTL-TVI soll es bei dem Verhör unter anderem um die Dutroux-Dokumente gehen, aber auch um Vorwürfe unterlassener Hilfeleistung. Es gebe Hinweise, dass Missbrauchsvorwürfe vertuscht worden seien. Das Verhör solle klären, ob Danneels davon gewusst habe. Wenn dem so sei, könne ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung folgen.
Quelle: ORF

6.7.2010 Der Fall eines Ordensmanns aus dem Bezirk Gänserndorf wurde bekannt. Dieser wurde am vergangenen Freitag am Landesgericht Korneuburg wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu sechs Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, seine Vertrauensstellung als Seelsorger ausgenützt zu haben. Demnach habe er zwei psychisch angeschlagene junge Frauen, die in dem Kloster Rat und Orientierung suchten, sexuellen Übergriffen ausgesetzt.
Quelle: kleine Zeitung

6.7.2010 Die Ermittlungen gegen einen Ordensmann des Klosters Metten wegen übermäßiger Gewalt und sexueller Übergriffe wurden eingestellt. Die Taten sind entweder bereits verjährt oder die Vorwürfe seien sehr pauschal und in manchen Fällen läge kein strafbares Verhalten vor.
Quelle: idowa.de

6.7.2010 Im Fall des Fritzlarer Missbrauchstäters, eines Prämonstratenser-Paters, wird nun auch gegen den Prior wegen des Verdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch durch Unterlassung ermittelt. Der Prior soll von den mutmaßlichen Taten des Festgenommenen gewusst, aber geschwiegen haben.
Quelle: FR

6.7.2010 Manuel N., 29 soll als Elfjähriger in der katholischen De La Salle Schule in Strebersdorf über mehrere Monate hinweg von insgesamt sieben Mitarbeitern und Geistlichen vergewaltigt worden sein. Auch Fotos und Videoaufnahmen sollen gemacht worden sein. Die Klasnic-Kommission hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien erstattet. Die Erzdiözese Wien sprach davon, dass die Vorwürfe ernst zu nehmen seien. "Der Verdacht wird bestätigt", hieß es. Nach Angaben der Mutter des mutmaßlichen Opfers liegen der Kommission noch weitere Vorwürfe von ehemaligen Schulbrüder-Absolventen vor. Das wird vom Schuldirektor Johann Gassner dementiert: "Es gibt sicher keine weiteren Missbrauchsfälle." Die Kongregation der Schulbrüder weist die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs energisch zurück. Der Provinzial der Schulbrüder, Johann Gassner, erklärte, er habe erst heute über die Medien von den neuerlichen Vorwürfen erfahren. Bei den Vorwürfen handelt es sich um einen bereits Mitte der 1990er Jahre verhandelten und zweimal von der Staatsanwaltschaft geprüften Fall, in dem die Mutter eines mutmaßlichen Opfers den Vorwurf des Missbrauchs gegen die Schulbrüder in Wien-Strebersdorf eingebracht hatte. Laut Ö1 habe sich zumindest ein weiteres mutmaßliches Missbrauchsopfer bei der Opferschutzanwältin Klasnic gemeldet und Vorwürfe gegen Schulbrüder erhoben.
Quelle: kurier.at und kath.at und ORF
Nachtrag: 7.7.2010 In der Wiener Zeitung steht, dass die Schulbrüder seit Wochen gewusst hätten, dass die Klasnic-Kommission eine "Sachverhaltsdarstellung" abgeben wolle. Das erklärte die Opferschutzkommission.

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5.7.2010 Der Papst rief die Gläubigen dazu auf, den Geistlichen trotz allem Liebe entgegenzubringen. Wörtlich: "Liebt euren Bischof, liebt eure Priester: Trotz ihrer Schwächen ist ihre Anwesenheit im Leben wertvoll."
Quelle: ORF
Kommentar: Der Papst kann leider immer noch nicht unterscheiden zwischen der Schwäche eines Menschen und einem Verbrechen, das ein Mensch begeht. Die Frage ist, ob die Opfer die Anwesenheit eines Priesters, der sie missbraucht, auch als wertvoll ansehen. Offensichtlich ist der Papst noch keinen Millimeter weitergekommen in dem nötigen Versuch, das Leben aus der Perspektive der Opfer anzuschauen. Das ist enttäuschend - aber nicht überraschend.

3.7.2010 Der katholische Erzbischof von Melbourne, Australien, entschuldigt sich bei den Missbrauchsopfern. - Am Freitag dieser Woche war in Sydney ein katholischer Priester zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der heute 67 Jahre alte Mann hatte vor Gericht gestanden, in seiner Zeit als Lehrkraft an einer katholischen High School in Sydney mehr als 20 Jungen im alter zwischen fünf und sechzehn Jahren auf zum Teil sadistische Weise missbraucht zu haben. Opfer des Missbrauchs hatten vor Gericht ausgesagt, die Schüler hätten in ständiger Angst gelebt, missbraucht zu werden.
Quelle: kath.press

3.7.2010 Opferschutzorganisationen in Belgien klagen seit längerem, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle vertusche. Rund 4500 Kinder und Jugendliche sollen Opfer von pädophilen Priestern sein. Woher diese Information stammt, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
Quelle: news4press

Der Runde Tisch Heimerziehung spricht zum ersten Mal über Entschädigungszahlungen. Genaueres ist nicht zu erfahren.
Quelle: Domradio

2.7.2010 In CiG berichtet ein früherer katholischer Priester, der geheiratet hat, dass er von der Kommunion ausgeschlossen ist. Er fährt fort: "Wer jedoch als suspendierter Priester ohne Zölibatsdispens eine zivile (kirchenrechtlich ungültige) Ehe eingeht, ist vom Empfang der ­Sakramente ausgeschlossen.  ... Nach staatlichem Recht verurteilte Priester trifft diese Sanktion nicht. Ein mir bekannter Pfarrer stand trotz mehrfacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern immer wieder der Eucharistie vor. Er wurde im letzten Jahr suspendiert, 24 Jahre nach den ersten öffentlich bekannt gewordenen Vorfällen."
2.7.2010 Der Spiegel berichtet über die Rolle Ratzingers im Missbrauchsskandal. Danach sieht es so aus, als habe der Vatikan erst auf Druck von Bischöfen gehandelt.

2.7.2010 In Belgien hat die Justiz den Verdacht, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle vertuscht habe. Seit 1998 gibt es - anlässlich der Dutroux- Enthüllungen - eine kirchliche Kommission. An deren Arbeit kritisierte Rik Devillé, katholischer Priester, dass ANzeigen nicht nachgegangen werde. Devillé hat sich in den 90er Jahren mit über 300 Beschwerden von Opfern beschäftigt. Nach seiner Schätzung habe die Kirche davon nur etwa 5% weiterverfolgt.
Quelle: Tagesspiegel

2.7.2010 Der Münchner Erzbischof hat Missbrauchsopfer getroffen. Quelle: kath.web( nicht mehr online s. auch Radion Vatikan

2.7.2010 Der Vatikan-Anwalt in den USA, Jeffrey Lena, sieht kein Risiko für den Vatikan, dass er durch Entschädigungszahlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Priestern in den USA in den Bankrott gehen müsse. In dem konkreten Missbrauchsfall, um den es in Oregon gehe, sei der Priester nicht Angestellter des Heiligen Stuhls, sondern dem Orden unterstellt, dem der Täter angehört. Der Vatikan-Jurist erkennt an, dass es bei dem Opfer um ein wirkliches Opfer gehe.
Quelle: Radio Vatikan

2.7.2010 Ein weiteres mutmaßliches Opfer des in einem anderen Fall geständigen Pater G. meldet sich nun zu Wort. Das Opfer soll in einer Kapelle in Nussdorf (Seelsorgeeinheit Birnau) missbraucht worden sein. Der Bistumssprecher des Erzbistums Freiburg geht davon aus, dass die Kapelle in Nussdorf dadurch nicht entweiht wurde. Die Staatsanwaltschaft Konstanz prüft derzeit, ob der Erzbischof von Freiburg für die Seelsorgeeinheit Birnau mit den Dörfern Nußdorf und Deisenberg zuständig war oder nicht. Eingerichtet wurde die Seelsorgeeinheit durch das Erzbistum Freiburg. Das Erzbistum Freiburg geht davon aus, dass die alleinige Verantwortung, auch bei Personalentscheidungen, beim Abt von Mehrerau liege. In den Leitlinien der Bischoskonferenz von 2002 heißt es: "Die Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt - unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen - bei der Diözese. In anderen Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung an."
Quelle: Südkurier

2.7.2010 Der Sprecher des Bistums auf der Insel Mallorca geht davon aus, dass es dort nie sexuellen Missbrauch gegeben habe. Der katholische Priester Jaume Satandreu hingegen berichtet, dass er über 2 Jahre hinweg von einem katholischen Priester missbraucht wurde. Er sei nicht der Einzige gewesen, der mutmaßliche Täter habe einen ganzen Harem mit weiteren Mischülern gehalten. Als Santandreu als Elfjähriger ins Priesterseminar in Palma eintrat und dort von den seltsamen Vorgängen berichtete, habe man ihn auf die Bibel schwören lassen, niemals wieder davon zu sprechen. Auch ein entsprechendes Papier habe er unterschreiben müssen, berichtet Satandreu.
Quelle: Mallorca-Zeitung

2.7.2010 In der Diözese Linz meldeten sich 140 Personen und berichteten von Gewalt und sexcualisierter Gewalt. 58 Personen werden beschuldigt, in 27 Fällen wurden die Beschuldigungen an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet. 80 bis 90 % der ANzeigen dürften sich nach Schätzung der diözesanen Kommission als verjährt erweisen; ggf. ist auch ein Teil der Täter inzw. gestorben, nur 5 befinden sich noch im kirchlichen Dienst.
Quelle: ORF

2.7.2010 In Australien muss der kath. Priester John Sidney D. (67) für knapp 20 Jahre ins Gefängnis. Er hat zwischen 1968 und 1986, also 18 Jahre lang, mindestens 25 Schulkinder zwischen 5 und 16 Jahren sexuell missbraucht. Die Richter nahmen dem Angeklagten seine geäußerte Entschuldigung nicht ab.
Quelle: shortnews

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2.7.2010 Nicht mehr so alleine dastehen müssen - sagt ein Überlebender von Gewalt im wdr.

1.7.2010 Die belgische Theologin Karlijn Demasure sagte der Zeitschrift Knack, sie habe nach Hinweisen von Missbrauchsopfern mit Tätern gesprochen, die selbst spontan noch zehn weitere Opfer genannt hätten. Rechne man diese Zahl hoch, komme man auf mehr als 5000 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Demasure kritisierte zugleich den früheren Vorsitzenden der Belgischen Bischofskonferenz Kardinal Godfried Danneels. Die Pastoraltheologin gehört der unabhängigen Kommission zur Aufklärung von Missbrauchsfällen durch kirchliche Mitarbeiter an, die am Montag zurücktrat.
Der niederländische Anwalt Martin de Witte aus Amersfoort berichtet, er habe nichts dagegen, wenn die Behörden auch in den Niederlanden eine polizeiliche Untersuchungsaktion der Kirche mache wie in Belgien. "Noch immer herrscht eine Kultur vor, alles unter den Teppich kehren zu wollen", sagte der Jurist. Die Justiz müsse feststellen, ob die Kirche Unterlagen über noch nicht verjährte Fälle besitze, in denen sie selbst nicht aktiv werden wolle, um Opfer ausfindig zu machen. In die von der Kirche eingerichteten Kommission zur Untersuchung sexueller Übergriffe hätten die Opfer kein Vertrauen, meint der Jurist.
Quelle: kath.web
Kommentar: Die Hochrechnung von Karlijn Demasure ist nach meinem Kenntnisstand realistisch: Nur 10% der Opfer von Kirchenleuten haben sich bislang gemeldet. Die sich nicht gemeldet haben, trauen der Kirche nicht, die Taten sind verjährt, sie können nach Jahrzehnten halbwegs in Frieden leben und wollen nicht noch einmal mit der Vergangenheit konfrontiert werden - die letzten Monate waren schwer genug. Sie haben den Glauben, dass Kirche zu ihnen steht, längst verloren.

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