Missbrauch und Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2011

31.12.2011 Alle Welt spricht inzwischen von Entschädigung für Heimkinder. Fakt jedoch ist, dass es keine Entschädigung für Erlittenes gibt. Es gibt lediglich: Beratungsstellen, Leistungen, wenn aufgrund unbezahlter Zwangsarbeit, die auch nicht in der Rentenversicherung gemeldet war, Minderungen der Rentenansprüche eingetreten ist und wenn Folgeschäden vorliegen oder ein besonderer Hilfebedarf aufgrund von Heimerziehung. Entschädigung ist etwas anderes. Wer Leistungen beansprucht, muss zugleich den Verzicht auf alle weiteren Ansprüche erklären.
Quelle: morgenpost

30.12.2011 Durch Information über eine Zeitung hat das Bischöfliche Ordinariat bemerkt, dass ein wegen Kindesmissbrauch verurteilter katholischer Priester als Aushilfe über die Feiertage eingesetzt werden sollte und den Einsatz verhindert.
Quelle: Augsburger Allgemeine

30.12.2011 Ein belgischer Priester, ehemaliger Pfarrer in Dinant, ist des sexuellen Missbrauchs von 12 oder mehr Kindern und Jugendlichen angeklagt. Er ist zum Teil geständig, verharmlost aber seine Verbrechen. Einige Opfer soll er unter Druck gesetzt haben, nicht auszusagen.
Quelle: radio vatican und brf

29.12.2011 Ein irischer kath. Priester ist in Brasilien festgenommen werden. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.
Quelle: radio vatican

27.12.2011 Die diesjährige Sternsinger-Aktion kommt Kindern und Jugendlichen in Nicaragua zugute. Sie steht unter dem Motto: "Klopft an Türen, pocht auf Rechte". In Nicaragua leiden mehr als die Hälfte der Minderjährigen unter Gewalt in der eigenen Familie. 14 Prozent der befragten Jungen und Mädchen berichten von sexuellen Übergriffen. Kinderarbeit ist im zweitärmsten Land Mittelamerikas weit verbreitet. Mehr als 600.000 Kinder, etwa 23 Prozent aller Mädchen und Jungen unter 15 Jahren, haben 2008 gearbeitet. Rund eine Million Kinder besuchen keine Schule.
Quelle: domradio
Kommentar: Das Motto der Sternsingeraktion klänge überzeugender, wenn die katholische Kirche sich am Runden Tisch Heimerziehung für die Ex-Heimkinder in Deutschland eingesetzt hätte, statt ihre Forderungen am RTH zurückzuweisen. Lesenswert hierzu der zusammenfassende Bericht von Manfred Kappeler.

24.12.2011 Liebe Frauen! Liebe Mitlesenden!
Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, das der Hoffnung auf Gerechtigkeit auf die Füße hilft - im Angesicht eines Kindes, das uns Gott zeigt.
Eure Rika

23.12.2011 Ein ehemaliger Priester hat in einem Wiener Internat 3 Jahre lang 10-13jährige Jungen sexuell missbraucht. Es seien so viele gewesen, dass er sich nicht mehr an jeden einzelnen missbrauchten Jungen erinnern könne.
Quelle: ORF

22.12.2011 Bischof Ackermann gibt gravierende Fehler im Umgang mit zwei Missbrauchsfällen in seinem eigenen Bistum Trier zu.
Quelle: sr
Quelle: Wortlaut seiner Entschuldigung.
Kommentar: Seit 2002 gibt es die Leitlinien zum Umgang der kath. Kirche mit Missbrauchsfällen. 2010 wurden sie verschärft. 2011 hat - ausgerechnet! - der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz noch immer nicht verstanden, dass die Leitlinien nur dann etwas taugen, wenn sie auch angewandt werden. Es fällt schwer, die Entschuldigung dieses Bischofs zu glauben und noch schwerer fällt es, davon auszugehen, dass der Vorgang ein Einzelfall ist. Er zeigt vielmehr auch der Gutgläubigen, dass die Kirchenleitungen das Problem nicht wirklich erkannt haben und nicht wirklich zu den Opfern umgekehrt sind. Zeit genug hätten sie gehabt. Die Quittung erhält die kath. Kirche in Form der Kirchenaustritte. Andreas Heller hat das Nötige längst gesagt. Auch ich sage es seit 12 Jahren. Und ich bin -Gott sei Dank - bei Weitem nicht die Einzige. Was fehlt, ist das Gehört-Werden. Wenn Kardinal Schönborn aus Österreich sagt, die Pfarrer-Initiative habe der Kirche geschadet, dann weiß auch er nicht, was die Basis in den Gemeinden seit Jahrzehnten  umtreibt.
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21.12.2011 Der Papst hat Kinder im Vatikan empfangen. Seit der Vertuschung von Missbrauchsfällen durch die oberste Kirchenleitung hat eine solche Nachricht einen sehr bitteren Beigeschmack.
Quelle: Radio Vatican

21.12.2011 "Beim Thema Missbrauch gibt es noch viel aufzuarbeiten. Deshalb wäre Meisners Stellungnahme zur Causa Wulff überzeugender gewesen, wenn die katholische Kirche im Umgang mit den großen Sündern in ihren eigenen Reihen die gleiche Härte und Konsequenz zeigen würde."
Quelle: welt.de
Kommentar: Das ist die Hypothek, die sich die Kirchenverantwortlichen eingehandelt haben: Dass jedermann ihr vorwerfen kann, sie handle nicht nach ihren eigenen Maßstäben, wenn sie in ihrem Umgang mit den Missbrauchstätern in den eigenen Reihen nicht mit der Härte reagiert, die sie von anderen einfordert.

20.12.2011 Heute bei Sonnenuntergang beginnt das 8-tägige jüdische Lichterfest Chanukka, das mir ja so viel bedeutet. Für alle Frauen, die letztes Jahr noch nicht hier waren und die Geschichte nicht kennen: nach einer Besatzung Israels war der Tempel durch die Besatzer geschändet. Die Zeremonien, um ihn wieder zu weihen, dauern 8 Tage, an denen das ewige Licht brennen muss. Es war aber nur Lampenöl für einen Tag übrig - neues Öl weihen geht erst, wenn der Tempel geweiht ist - Dilemma! Aber durch ein Wunder reichte das bisschen Öl für 8 Tage und der Tempel konnte geweiht werden. Heute feiert man es so, dass man am ersten Abend eine Kerze anzündet, am 2. Abend 2 usw. bis 8 (ob sich Wichern da seinen "Adventskranz" abgeschaut hat, der ja ursprünglich 24 Kerzen hatte?) Und man isst Fettgebackenes (ob da die Sylvesterkrapfen her kommen?). Ab heute brennen bei mir also Kerzen für uns:
- für den Glauben, dass alles Geschändete wieder heil und heilig werden kann
- für das Vertrauen, dass unsere Ressourcen ausreichen werden, auch wenn das manchmal nicht so ausschaut
- für den Mut, Dinge die aussichtslos erscheinen dennoch zu wagen und zu beginnen 
Herzlich
N.N.

20.12.2011 Das Domradio berichtet, dass der frühere Rotterdamer Bischof Ronald Bär fünf Priesteramtskandidaten geweiht hat, die später junge Menschen missbrauchten. Pikant, aber nicht überraschend: Bär soll Hausverbot im Priesterseminar gehabt haben, weil er angeblich sexuelle Kontakte zu den angehenden Geistlichen suchte.
Das Domradio titelt: "Eine Wunde geht auf" und sagt weitere Aufdeckungen voraus - in den Niederlanden. Dort wartet man nicht, dass Opfer sich melden - man befragt einen Bevölkerungsquerschnitt. Was in Deutschland herauskäme, würde man nachfragen, wissen wir nicht.

19.12.2011 Der Verein der Opfer in der Odenwaldschule, "Glasbrechen e.V." zieht eine bittere Bilanz des Umgangs der Schule und des Trägervereins mit den Opfern.
Quelle: Glasbrechen e.V.

19.12.2011 Ein Vater, der seine Tochter 34 Jahre lang missbrauchte, ist vom Vorwurf der Vergewaltigung frei gesprochen wurden. Die Tochter war 12, als der Inzest begann. Das Gericht spricht von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr.
Quelle: Frankfurter Rundschau
Kommentar: Offensichtlich ist diesem Gericht die Dynamik von Missbrauch nicht bekannt.

18.12.2011 Ein Opfer aus der Odenwaldschule berichtet im Tagesanzeiger.

18.12.2011 Eltern ehemaliger Pfadfinder des Ako-pro-Seminars haben sich nun zu einer Interessengruppe zusammengetan. Sie sind entsetzt, dass immer mehr Missbrauchsfälle bekannt werden, die der ehemalige Leiter zwischen 1983 und 2001 begangen haben soll. Vier Anzeigen laufen, eine wurde erst jüngst eingereicht. Weitere Ermittlungen sind im Gang.
Quelle: Generalanzeiger
Zugleich wird im Bistum Trier bekannt, dass ein Messdiener zweimal wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Er war ursprünglich selbst Opfer eines Kirchenmitarbeiters.
Quelle: volksfreund.de

18.12.2011 Bischof Ackermann ist wegen eines nicht-veröffentlichten Missbrauchsfall, der mit der Nicht-Suspendierung des Täters einherging, in die Kritik geraten. Er äußert sich verwundert, dass seine Kritiker an die Öffentlichkeit gegangen sind, statt ihn selbst anzusprechen. Die KSJ, die zu den Kritikern gehört, weist auf ihre 4 Schreiben an den Bischof hin, von denen keines beantwortet wurde. Nicht einmal eine Eingangsbestätigung gab es.
Quelle: volksfreund

18.12.2011 Pfarrer K. aus dem Bistum Aachen steht seit 2 Jahren in Südafrika vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, er habe in Südafrike Kinder missbraucht. Er versucht seit 2 Jahren, den Prozess in die Länge zu ziehen. Auch in Deutschland gibt es Anzeigen gegen K., der mit internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Geständnis über seine Taten in Deutschland hat er unterschrieben. Vom Bistum erhält er weiterhin Lebensunterhalt. Der Fall wurde nach Rom, der Glaubenskongregation, gemeldet. Rom hat dem Bistum untersagt, gegen K. weitere kirchenrechtliche Schritte zu unternehmen, bevor seine Schuld erwiesen sei. Hilfen für die Opfer gibt es erst, wenn K. schuldig gesprochen wird, sagt M. Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz.
Quelle: express.de

18.12.2011 Im Bistum Würzburg wurde ein Missbrauchsfall bekannt, der vor 30 Jahren stattgefunden hat. Der Täter, kath. Priester, wurde in den Ruhestand versetzt.
Quelle: in franken.de

18.12.2011 Hans Küng spricht in den PNP von einer sterbenden Kirche. Der Passauer Generalvikar widerspricht ihm in den PNP.
18.12.2011 Hans Küng spricht im Spiegel davon, dass jeder Reformer in der katholischen Kirche Angst vor Rom haben muss.

18.12.2011 "Es gibt keine Strafe, die dem gerecht werden könnte", titelt die Süddeutsche über einen Inzestfall in Willmersbach.

17.12.2011 Die katholische Kirche hat sich im Bistum Trier, aus dem der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, kommt, nicht an die eigenen Richtlinien gehalten. Erst 10 Monate, nachdem der Fall eines Priesters, der in den 90er Jahren zwei minderjährige Ministrantinnen missbrauchte, bekannt wurde, hat das Bistum den Geistlichen beurlaubt und die Öffentlichkeit informiert. Erst die Frankfurter Rundschau hat den Fall öffentlich gemacht. Auch die KSJ kritisiert das Bistum.
Quelle: Saarbrücker Zeitung
Quelle: 16vor.de
Quelle: theosalon.blogspot.com/
Kommentar: Volksfreund

16.12.2011 Ein Pallotiner-Bruder wurde wegen sexuellem Missbrauch verurteilt.
Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Pallottiner-Bruder-wegen-Missbrauchs-an-20-Jaehrigem-verurteilt-id17924911.html

16.12.2011 Europol hat einen Kinderpornoring zerschlagen. Von bislang 269 Verdächtigen wurden 112 festgenommen. Das Netzwerk arbeitete über das Internet und tauschte Material in extremer Form aus. (Vorsicht! Triggergefahr!)
Quelle: Süddeutsche

16.12.2011 Bisher haben ca 900 Missbrauchsopfer kath. Priester in Deutschland Anträge auf Entschädigung gestellt. Das sind weniger als die in der Presse bekannten mehr als 2000 Opfer.
Quelle: Süddeutsche

16.12.2011 In den USA gibt es die Organisation www.bishopaccountability.org. Sie hat 130 000 Akten online gestellt, in denen über 3000 katholische Priester als Täter erfasst sind. Eine neue Quelle ist das Geheimarchiv der Erzdiözese Philadelphia, in dem Missbrauchsfälle zusammengetragen wurden. Die Papiere belegen, dass Kirchenobere an der Vertuschung beteiligt waren. Das Geheimarchiv war entdeckt worden, als Ermittler in Philadelphia auf der Offenlegung der Geheimakten bestanden. Dort stehen derzeit drei Priester und ein kath. LEhrer vor Gericht ebenso wie der engste Vertraute des dortigen Bischofs. Er ist angeklagt, die Verbrechen systematisch vertuscht zu haben. In Kansas City wird einem Bischof vorgeworfen, Beweise für den Missbrauch von Mädchen durch einen Pfarrer monatelang unterschlagen zu haben. Zu den häufigsten Seitenbesuchern von www.bishopaccountability.org gehört die amerikanische Bischofskonferenz.
Quelle: Spiegel

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16.12.2011 In den Niederlanden haben nach Einschätzung einer Untersuchungskommission die Diözesen und Ordensgemeinschaften von Missbrauchsfällen in ihren Einrichtungen gewusst. In den Jahren 1945-1981 wurden ca 10000 bis 20000 Minderjährige in katholischen Einrichtungen missbraucht. Rund 800 Täter wurden identifiziert, 105 von ihnen (10%) sind noch am Leben. Kritik übte die Kommission am früheren Rotterdamer Bischof R.Ph.Bär, der ungeeignete Männer zur Priesterweihe zugelassen habe. Die Salesianer hatten sich zwar strenge Regeln gegeben, sie aber nicht angewandt. Sexuell unangemessenes Verhalten - so die Kommision - könne Teil der internen klösterlichen Kultur gewesen sein.
Im Vergleich zu sexuellem Missbrauch außerhalb der Familie gibt es keinen erkennbaren Unterschied zwischen kirchlichen und anderen Einrichtungen. Allerdings liege die Gefahr, Opfer zu werden, in Institutionen doppelt so hoch wie in Familien.
Quelle: faz kathweb Domradio

14.12.2011 Die belgische katholische Kirche will sich bei Entschädigungen für Missbrauchsopfer den Empfehlungen einer neutralen, kirchenunabhängigen Schiedskommission unterwerfen. In Belgien liegen mehr als 700 Beschwerden über Missbrauchsfälle vor - ein Großteil liegt Jahrzehnte zurück und ist verjährt. Opfer sollen zwischen 5 000 und 25 000 Euro erhalten, in außergewöhnlichen Fällen auch bis 100 000 Euro.
Quelle: kathweb

13.12.2011 Hier erfahren wir, womit Verantwortliche in der katholischen Kirche beschäftigt sind. Da können Gewaltüberlebende nicht mithalten.
13.12.2011 Misshandlung im Kindesalter hinterlässt bleibende Spuren im Gehirn. Betroffene fürchten sich schneller, haben einen stärkeren Schreckreflex, Angst vor Nähe zu anderen Menschen und sind im Alltag ängstlicher als andere Menschen. Sie führen ein "Leben in Alarmbereitschaft".
Quelle: sciencedirekt und Ärztezeitung

12.12.2011 Bordellbesuche als Betriebsausflug scheint ja salonfähig zu sein. Jetzt bei Wüstenrot.
Quelle: Spiegel

9.12.2011 Die Polizei hat einen Kinderporno-Ring ausgehoben, der Bilder per Handy tauschte. 250 Männer werden verdächtigt. In den beschalgnahmten Unterlagen gibt es Hinweise auf weitere 178 mutmaßliche Täter. Es wurden rund 220 000 Bild- und Videodateien gefunden.
Quelle: Spiegel

9.12.2011 Gegen den früheren Erzbischof von Dublin John Charles McQuaid sind Anschuldigungen wegen Kindesmissbrauch erhoben worden. Die Murphy-Kommission stellte zwei konkrete Anschuldigungen und einen Fall befürchteten Missbrauchs vor. Eine der Anschuldigungen bezieht sich auf einen Jungen, der 1961 12 Jahre alt war. McQuaid war 31 Jahre lang Erzbischof von Dublin (1940 - 1971). Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, dann kann nur geschlussfolgert werden, dass Missbrauchstäter bis in höchste kirchliche Kreise vertreten waren und dass niederrangige Missbrauchstäter sich im Schutz ihrer Vorgesetzten sicher vor Strafverfolgung fühlen durften.
Quelle: Radio Vatikan

8.12.2011 Ein Priester aus dem Bistum Trier, Klaus K., wird wegen sexuellen Missbrauchs beim Bistum angezeigt. Das Bistum verzögert die Aufklärung des mutmaßlichen Missbrauchsfalls.
Quelle: FR

8.12.2011 Einem ehemaligen Football-Trainer an der Penn-Universität wird sexuelle Gewalt gegen weitere Opfer vorgeworfen. Er wurde verhaftet.
Quelle: Spiegel

6.12.2011 Das Bistum Aachen gibt auf Nachfrage einer Zeitung Fehler im Umgang mit dem mutmaßlichen Missbrauchstäter Pfarrer K. zu. Bereits 2003 habe es Hinweise gegeben, das Bistum jedoch hat nichts unternommen, weil es keine Beweise gehabt habe. 2007 wurde der Priester in eine Auslandsgemeinde nach Südafrika versetzt. Dort muss er sich seit Monaten wegen einer (erneuten) Anklage wegen Missbrauchs vor einem südafrikanischen Gericht verantworten.
Quelle: az.web

5.12.2011 Im Erzbistum Köln wurde eine Gemeinde gestern darüber unterrichtet, dass ein früherer Pfarrer eine Jugendliche missbraucht hat.
Quelle: rundschau-online.de

5.12.2011 Wie im Bistum Trier mit einem Missbrauchsopfer eines jetzt aus dem öffentlichen Pfarrdienst herausgenommenen Ruhestandspriester umgegangen wurde und wird, berichtet die Frankfurter Rundschau. Das Opfer erhielt - als es sich vor Jahren an den damaligen Bischof Spital wandte - die bezeichnende Antwort, 'man wisse um die Fehltritte von Pfarrer K., dieser aber leiste vorbildliche Gemeindearbeit in einem sozialen Brennpunkt. Sie [das Opfer] möge sich daher genau überlegen, was sie tue - "denn wir sind viele, und Sie sind alleine" schrieb ein Sekretär des Bischofs.'
Am 27.7.2011 wandte sich die Anwältin des Opfers noch einmal an das Bistum Trier. Erst nach einer Erinnerung 5 Wochen später bestätigt das Bistum den Eingang des Schreibens vom Juli. Ende September teilt die Justitiarin des Bistums Trier dem Opfer mit, dass das Bistum die Kosten für "externe" Anwälte nicht übernehme. Die Kirche wusste seit Februar 2011 von den Vorwürfen, aber erst Ende Oktober wurde dem Beschuldigten das öffentliche Feiern der Messe untersagt. Im Juni 2011 weihte der Beschuldigte noch einen Kindergarten ein.
Quelle: Frankfurter Rundschau
Kommentar: Wenn ein solcher Umgang mit einem Opfer und mit einem Täter von dem Bistum gepflegt wird, dessen Bischof der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz ist, dann ist dies entlarvend. Dann kann jeder einschätzen, was die vielen opferfreundlichen  Aussagen von 2010 und 2011 wert sind.

3.12.2011 "Das Schweigen hat wieder eingesetzt" bilanzieren der Jesuit Mertes, Betroffene und Familienangehörige.
Quelle: Dradio

1.12.2011 In Frankreich steht ein früheres Führungsmitglied der "Gemeinschaft der Seligpreisungen" wegen sexuellen Missbrauchs in 50 Fällen vor Gericht. Auch der Gründer der Gemeinschaft, Ephraim Croissant, hatte "sexuelle Beziehungen" zu einer Minderjährigen zugegeben. Philippe Madre, früherer Moderator der charismatischen Gemeinschaft, wurde von einem Berufungsgericht des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden.
Quelle: kath.web

1.12.2011 Im Bistum Trier wurde öffentlich, dass zwei weitere Priester Kinder/Jugendliche sexuell missbraucht haben. Einem Ruhestandsgeistlicher aus Saarbrücken wurde die öffentliche Feier der Eucharistie und die Spendung anderer Sakramente untersagt. Er darf auch nicht an Veranstaltungen der Gemeinde teilnehmen, in der er lebt. Ihm wird sexuelle Gewalt gegen zwei Messdienerinnen vorgeworfen.
Gegen den Pfarrer von Lebach-Gresaubach und Schmelz-Limbach läuft eine kirchenrechtliche Voruntersuchung. Der Pfarrer informierte daraufhin die Staatsanwaltschaft. Ein Opfer hatte sich an den Missbrauchsbeauftragten von Trier gewandt. Der Beschuldigte gab die Tat zu. Außerdem gab es in den 70er Jahren einen weiteren Hinweis auf sexuelle Gewalt durch diesen Priester.
Quelle: swr und Bistum Trier

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1.12.2011 Es ist das immer gleiche Muster, das auftaucht, wenn "Götter" gestürzt werden. In den USA werden zwei Trainer, Bernie Fine an der Syrakuse University und Jerry Sandusky an der Penn State University angeklagt, über Jahre hinweg Jungen missbraucht zu haben. Der Kongress wird sich damit beschäftigen. Die Fans der mutmaßlichen Täter halten - wie gewohnt - zu den Tätern, nicht zu den Opfern. Die mutmaßlichen Täter standen unter dem Schutz mächtiger Männer des Footballs. Sandusky hat gar eine eigene karitative Stiftung für Jungen aus prekären Familien gegründet.
Quelle: welt.de

30.11.2011 In Irland hat der Missbrauch-Untersuchungsbericht über Missbrauchsfälle in 6 katholischen Diözesen harte Kritik an einigen Bischöfen geübt. Diese Bischöfe hätten für Täterbegleitung gesorgt, die Opfer hingegen nur unzureichend unterstützt.
Quelle: kath.web und zeit.de und domradio

30.11.2011 Der Runde Tisch Missbrauch hat seine Arbeit beendet. In einem Jahr wird er wieder tagen, um zu prüfen, ob die Beschlüsse durchgeführt wurden. Die Beteiligten betonten, dass die Arbeit des Runden Tisches Missbrauch gut gewesen sei, aber noch nicht zu Ende sei. Ursula Enders, Zartbitter, Opfervertreterin hingegen nannte die Ergebnisse mager. Sie bemangelte, dass zu wenig zum Ausbau des Beratungsangebots vereinbart worden sei.
Quelle: domradio und freitag.de

30.11.2011 Die ursprüngliche Idee eines gemeinsamen Fonds für Missbrauchsopfer, der von Kirchen, Sportvereinen, der öffentlichen Hand und anderen Institutionen gespeist werden sollte, hat der Runde Tisch Missbrauch nicht durchgesetzt. Die Missbrauchsopfer müssen bei der Institution um eine finanzielle Entschädigung betteln, die für ihren Missbrauch verantwortlich ist. Es gab auch keine Empfehlung zur Höhe der Entschädigung. Die 100 Mio Euro, die für den Ausbau des Hilfesystems vorgesehen sind, kommen möglicherweise nie bei den Betroffenen an - Länder und Kommunen haben bereits wegen ihrer Zahlungen protestiert, weil sie für Opfer von sexueller Gewalt in der Familie aufkommen sollen.
Quelle: dradio

30.11.2011 Die rumänisch-orthodoxe Kirche nennt ein mutmaßliches Missbrauchsopfer und einen weiteren Zeugen "unglaubwürdig". Der Beschuldigte ist der Erzbischof von Tomis, der Hochgeweihte Teodosie. Er weist alle Beschuldigungen zurück. Vor einigen Jahren vergab der Erzbischof einen Studienplatz in Theologie gegen Geld und Schnaps. Der vermeintliche Studierwillige war Reporter und dokumentierte die Bestechung per Kamera.
Quelle: punkto

29.11.2011 Es bleibt dabei: Die Heimkinder werden noch einmal benachteiligt und gedemütigt. 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche lebten zwischen 1945 und 1975 in der Bundesrepublik in Heimen, die sich überwiegend in kirchlicher Hand befanden. Denen, die Gewalt und sexuelle Gewalt erlitten haben, sollen insgesamt 120 Millionen Euro für Therapien, Rentennachzahlungen und individuelle Hilfe zur Verfügung gestellt werden. Als erstes bedienen sich nun die Länder aus dem Fonds, um Anlaufstellen aufzubauen.
Quelle: domradio

29.11.2011 Bislang liegen der Bischofskonferenz 820 Entschädigungsanträge vor - weniger als erwartet.
Quelle: dradio

26.11.2011 "Mein Vater - mein Todfeind" - die Geschichte einer Familie in Bayern. Quelle: Süddeutsche

26.11.2011 "Das Vorgehen der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch kann nach den Worten Papst Benedikts XVI. ein Vorbild für die gesamte Gesellschaft sein. "Es ist meine Hoffnung, dass die ernsthaften Anstrengungen der Kirche, sich dieser Wirklichkeit zu stellen, der Gesellschaft insgesamt hilft, Fälle sexuellen Missbrauchs in ihrem wahren Ausmaß und ihren verheerenden Folgen zu erkennen", sagte der Papst am Samstag vor US-amerikanischen Bischöfen. Benedikt XVI. forderte zugleich, dass jene Standards, die für die Kirche gälten, auch für andere Institutionen verpflichtend sein müssten."
Quelle: kath.web und Spiegel

25.11.2011 Zum Einstieg in den Advent ein Beitrag von Carola Moosbach, 1999 - immer noch aktuell.

24.11.2011 Der neue Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung ist Johannes-Wilhelm Rörig
23.11.2011 Der Kommentator der Rheinzeitung, Christian Kunst, stellt fest, dass es nach einer honorigen Geste klinge, die Anerkennung verdiene: Das Land hilft ehemaligen Heimkindern. SIeht man sich die Zahlen an, muss man feststellen, dass es nich um einen Skandal handelt, "bei dem die Opfer jahrelanger, oft von Kirche und Staat geduldeter Gewalt und Willkür erneut zutiefst gedemütigt werden."
Quelle: Rheinzeitung

22.11.2011 Mehr als die Hälfte aller Frauen mit Behinderungen werden zu Opfern von Gewalttaten. Das geht aus einer Studie für das Bundesfamilienministerium hervor.
Quelle: Spiegel

21.11.2011 Der frühere US-amerikanische Kardinal Law wurde 2002 international bekannt, weil er u.a. George Geoghan, einen kath. Priester, der mehr als 100 Kinder missbrauchte, geschützt und von Gemeinde zu Gemeinde versetzt hatte. Law trat zurück und wurde 2004 von Papst Johannes Paul II. auf den Posten eines Erzpriesters in der röm. Basilika Santa Mario Maggiore gesetzt. Protesten begegnete die Kurie damals mit dem entlarvenden Hinweis, dies sei keine Machtposition. Nun lief die Amtszeit des Kardinals mit dem 80. Lebensjahr aus. Der Papst verlängerte sie nicht, was er hätte tun können.
Quelle: europeonline

18.11.2011 Unter dem mir unvergessenen Titel "Den Opfern einen Namen geben" hat die Frankfurter Rundschau bereits im Herbst 2000 über 93 Opfer rechter Gewalt bis 1999 berichtet. Das Erschrecken der Politiker über die Zwickauer Terroristen ist - gelinde gesagt - unverständlich. FR, Tagesspiegel und Opferorganisationen weisen seit Jahren auf die Verdrängung rechter Gewalt durch die Politik hin.

18.11.2011 Ein Kantor einer Evangelischen Gemeinde in Geesthacht muss sich wegen Missbrauchs in 15 Fällen vor Gericht verantworten. Zwei und mehr Opfer sind bekannt. In einem Fall, der vor 15 Jahren geschah, besuchte der Pastor die Mutter des Opfers und machte ihr klar, dass man den Ausführungen des Kindes nicht glauben werde. Die Mutter sah von einer Anzeige ab, weil die Familie weiter in Geesthacht leben wollte. Im Fall eines Mädchens, das zw. 2008 und 2010 Opfer wurde, erstattete die Mutter - trotz der Intervention einer Pastorin - Anzeige. Die Anklage wurde mangels Beweisen eingestellt. Erst als 2010 ein damals 14jähriges Mädchen sich ihrer Mutter anvertraute und von sexuellem Missbrauch, der im Alter von 13 Jahren begann, berichtete, wurden die Ermittlungen konsequent aufgenommen.
Quelle: Lübecker Nachrichten

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18.11.2011 Ein im Juli 2011 beschuldigter irischer Priester ist rehabilitiert. Er hat sich als unschuldig erwiesen. Ihm war fälschlich vom irirschen Fernsehsender RTE vorgeworfen worden, er habe in Kenia ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt und mit ihr ein Kind gezeugt.
Quelle: kath.web

14.11.2011 In Wien melden sich vermehrt Menschen, die in Kinderheimen Gewalt erlebt haben - nachdem die ersten Opfer des Kinderheims auf dem Wilhelminenberg das Schweigen gebrochen haben. Inzwischen gibt es nicht nur eine eigene Wilhelminen-Kommission, sondern eine überregionale, staatliche Opfer-Kommission. Die bisherige Meldefrist wurde aufgehoben.
Betroffene vernetzen sich u.a. unter Heimkinder.
QUelle: kurier.at

14.11.2011 Ein Dorfpfarrer aus dem Erzbistum Freiburg hat nun sexuellen Missbrauch in drei Dörfern - Unadingen, Reiselfingen, Bachheim - in den Jahren 1990 bis 1995 gestanden. Das Erzbischöfliche Ordinariat bittet die Opfer sich zu melden und bedauert. Eltern, die in den 90er Jahren die Verbrechen öffentlich machten, wurden in den Gemeinden gemobbt.
Quelle: Südkurier

14.11.2011 "skydaddy" schaut Missbrauchsfälle im Bistum Hildesheim genauer an.
Quelle: skydaddy

14.11.2011 So unterschiedlich ist die Wahrnehmung: Der irische Bischofskonferenzvorsitzende beklagt einen Generalverdacht gegen katholische Priester und der Ministerpräsident Enda Kenny erhielt für seine harsche Kritik am Vatikan Unterstützung aus der Bevölkerung für seine Kritik am Vatikan.
Quelle: kath.web

10.11.2011 In der Pensylvania State University gab es seit 2002 MIssbrauchsvorwürfe gegen einen Football-Trainer. Der Cheftrainer leitete die Vorwürfe an die Universitätsleitung weiter, die nichts unternahm. Der mutmaßliche Täter fand seine Opfer bei einer Stiftung, die er sebst für Kinder aus schwierigen Verhältnissen gegründet hatte. Es ist von mindestens 8 Jungen die Rede, die mehr als ein Jahrzehnt lang sexuell missbraucht wurden.
Der Chef-Trainer und der Präsident der Universität wurden inzw. entlassen.
Quelle: Spiegel

9.11.2011 Es ist immer noch möglich, Kinder "im Namen Gottes" zu prügeln. Manche sterben dabei.
Quelle: FR

9.11.2011 Im Londoner Kloster Ealing Abbey und der angegliederten renommierten Schule soll es über 60 Jahre hinweg zu Kindesmissbrauch gekommen sein. Das ist das Ergebnis eines am Mittwoch in der Zeitung "The Times" veröffentlichten Untersuchungsberichts. Der "Times" zufolge nennt der Untersuchungsbericht die Namen mehrerer Geistlicher, gegen die glaubhafte Missbrauchsvorwürfe vorlägen. Scharf kritisiert der Bericht die Zerstörung von Akten und Dokumenten sowie wiederholte Fehler bei der Dokumentation oder Prüfung von Missbrauchsvorwürfen über Jahrzehnte hinweg. Der Bericht basiert den Angaben zufolge auf Aussagen von mehr als 100 Personen, von denen viele den erlittenen Missbrauch erstmals offenlegten. Autoritäten des Klosters hätten den Missbrauch wegen eigener Beteiligung vertuscht.
Quelle: kath.web

9.11.2011 In Dublin hat eine Schule den Namen eines früheren Bischofs abgelegt, weil dieser Bischof Missbrauchsfälle vertuschte.
Quelle: kipa-apic

9.11.2011 Ein Pater aus dem Bistum Augsburg, der des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurde, ist vollständig rehabilitiert. Er kehrt an seine Arbeitsstelle zurück.
Quelle: Augsburger Allgemeine


9.11.2011 Ein Mann aus dem Landkreis Peine wurde wegen 340fachen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter zu 2 JahrenHaft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er an die zu Beginn der sexuellen Gewalt 9-Jährige 10000 Euro zahlen.
Quelle: Spiegel

7.11.2011 Die katholische Kirche in den Niederlanden hat zugestimmt, dass Opfer von sexueller Gewalt durch Geistliche zwischen 5000 und 100000 Euro erhalten. Diese Regelung wurde von der Bischofskonferenz und der Vereinigung der Ordensoberen akzeptiert. Empfohlen wurde sie von einer Kommission, die im Juni ihren Bericht vorlegte.
Quelle: kath.web

7.11.2011 Mehr als 70% der Pfarrer Österreichs stehen -zumindest teilweise - hinter der Pfarrer-Initiative und ihren Forderungen. Das hat eine Studie des Religionsforschers Zulehner ergeben. Interessant sind einige Einzelheiten der Studie.
Quelle: orf

4.11.2011 Die Lobby für Mädchen in Köln braucht für ihre Arbeit Sponsoren, weil die finanzielle Förderung durch staatliche Stellen nicht ausreicht. Unter dem Motto "Ich übernehme Verantwortung" können Sie einen Beitrag leisten.

1.11.2011 In Salzgitter ist ein kath. Priester des 280fachen seyuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen angeklagt. Er hat gestanden, bestreitet lediglich in einem Fall die Anzahl der Vorwürfe. Die mutmaßlichen Opfer waren zwischen 8 und 15 Jahre alt. Die Taten liegen zwischen 2004 und 2011.
Quelle: Spiegel

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29.10.2011 In Berlin-Köpenick haben Ausbilder der "Berliner Parkeisenbahn" Kinder seit den 90er Jahren regelmäßig sexuell ausgenutzt. Die Kinder kamen teilweise aus sozial schwierigen Verhältnissen. Verurteilt wurden bislang zwei Täter. Gegen 7 weitere Täter liegen Anzeigen vor.
Quelle: Tagesspiegel

28.10.2011 Die Legionäre Christi wollen die Opfer ihres Gründers entschädigen. Sie nehmen die österreichischen Entschädigungszahlungen zum Vorbild.
Quelle: ORF

27.10.2011 Vom Umgang der Kirche in Österreich mit einem Täter.
Quelle: profil.at

25.10.2011 In der Londoner Ealing Abbey der englischen Benediktinerkongregation und der ihr zugehörigen Schule Saint Benedict's School werden Missbrauchsvorwürfe untersucht. Der ehemalige Rektor der Schule, David Pearce, wurde beschuldigt, über 36 Jahre hinweg Schüler missbraucht zu haben. Er wurde 2009 zu 8 Jahren Haft verurteilt.
Auch dem ehemaligen Abt des Klosters, Laurence Soper, wird sexuelle Gewalt vorgeworfen. Er ist aus dem röm. Ordenshaus der Benediktiner verschwunden und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Ihm drohte eine Anklage wegen Kindesmissbrauchs.
Quelle: kathweb.at

25.10.2011 Christine Bergmanns Nachfolge als unabhängige Missbrauchsbeauftragte ist nicht geregelt.

25.10.2011 Ein Interview mit Ursula Enders in der ARD.

23.10.2011 Sodalitium Christianae Vitae: Die geistliche Kampftruppe gegen die Kirche der Armen versinkt in einem sexuellen Gewaltskandal. Einer ihrer Gründer, Gérman Doig, sollte selig gesprochen werden. Nun zeigte sich, dass er zwischen 1980 und 1990 bei Besinnungstagen »Nacktmeditationen« veranstaltet und mindestens drei junge Männer sexuell missbraucht hat. Über Details des Missbrauchs berichten weder Perus Medien, noch der Vatikan und schon gar nicht die Leitung des Sodalicio. Unter den Zeugentexten, die Doig belasten, finden sich auch Anklagen gegen den weiteren Gründer Luis Figari, der »aus Gesundheitsgründen« auf Druck aus Rom als Sodalicio-Generalsuperior zurücktrat. Er wird in Zusammenhang mit der Verschleppung von Jugendlichen aus Familien gebracht. Ferner pflege Figari, der sich als »Soldat« der päpstlich geförderten, gegen die Befreiungstheologie kämpfenden »Theologie der Versöhnung« versteht, Kontakte zu Rechtsextremen in Spanien, Brasilien und anderen Staaten. Außerdem stecken Sodalicio-Verantwortliche in Peru in einem Skandal um Kinderpornografie im Internet, so berichtet ein ehemaliger Sodalicio-Oberer. Juristisch sei der Fall noch nicht abgeschlossen.
Die SCV gehören zu den vom Vatikan favorisierten Gruppierungen einer Neu-Evangelisierung.
Quelle: WsK

23.10.2011 Der Heimkinder-Fonds für 800 000  Heimkinder ist mit 120 Millionen Euro ausgestattet. Davon gehen nun noch 10% für Verwaltungskosten ab. Die Verwaltungskosten gehen an den Staat und die Kirchen. "Es geht nur noch um die Abwicklung eines Problems auf verwaltungstechnischem Weg."
Quelle: top-medien

22.10.2011 Das Konzil vor dem Ausverkauf? Das fragen die Stimmen der Zeit angesichts der Verhandlungen mit den Pius-Brüdern.

19.10.2011 Missbrauchsopfer der Region erzählen in der PNP

19.10.2011 Ein Artikel über das Buch "Ohne Fehl und Tadel" von Johannes Heibel.

19.10.2011 "Gute Taten rächen sich", sagt der Pressesprecher des Bistums Regensburg, weil eine Internetzeitung (regensburg-digital.de) nach einer erneuten Gerichtsverhandlung im Viechtacher Missbrauchsfall von Vertuschung und Schweigegeld sprechen darf, wo das Bistum sich als opferfreundlich erlebt.

18.10.2011 Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, hat heute die Ergebnisse einer Studie über Gewalt vorgestellt. Im Vergleich zur letzten Studie 1992 (3300 Befragte) ist bei 11500 Befragten ein deutlicher Rückgang sexueller Gewalt gegen Jungen und Mädchen bis 16 Jahre festzustellen. Frauen berichten zu 6,4 % (1992: 8,6%) und Männer zu 2,8% (1992: 2,8%) von Missbrauch mit Körperkontakt. Entgegen dem öffentlichen Eindruck, der sexualisierte Gewalt in der kath. Kirche überrepräsentiert darstellt, berichtete nur eine Frau von Missbrauch durch einen kath. Priester.
Quelle: Spiegel und focus
Kommentar: In der neuen Befragung sind KatholikInnen unterrepräsentiert und psychisch Kranke und traumatisierte Menschen erst gar nicht gefragt worden. Außerdem wurden Menschen zwischen 40 und 60 J. aus der Untersuchung ausgeschlossen, weil diese bereits 1992 (also damals zw. 20 und 40 J.) befragt wurden. Wer z.B. von Amnesien als Traumafolge etwas versteht, weiß, dass vielen Opfern erst mit 40 oder 50 Jahren die Vergangenheit zugänglich ist. Bekannt ist, dass psychische Erkrankungen incl. PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung) eine typische Folge von Menschengewalt sind. Der Verdacht liegt nahe, dass die Untersuchung zu optimistischen Ergebnissen kommen wollte und daher alle "Risikogruppen" ausgeschlossen hat, die die Realität annähernd hätte abbilden können.

16.10.2011 In einem Kinderheim in Wien, Wilhelminenberg, soll es zusätzlich zu körperlicher und seelischer Gewalt auch zu "organisierten" Vergewaltigungen von Mädchen gekommen sein. Das sagen zwei Schwestern, die als 6- und 8-Jährige in dem Kinderheim untergebracht waren. Der Weiße Ring hält die Anschuldigungen für denkbar. Eine unabhängige Kommission soll die Vorwürfe prüfen.
Quelle: der standard.at

16.10.2011 Einladung zu einer Veranstaltung der Initiative gegen sexuelle Gewalt in Speyer am 20. Oktober 2011: Mahnender Mühlstein; Mt 18,6

15.10.2011 Der Papst und die Heimkinder
Quelle: weserstadt-minden.de

15.10.2011 Der Ahrensburger Pastor Helgo Haak bewirbt sich um die Propst-Stelle im Kirchenkreisbezirk Rahlstedt-Ahrensburg und übt schafte Kritik am Umgang seiner Kirche mit den Missbrauchsfällen. "Es hat den Anschein, als sorge man sich vor allem um das öffentliche Ansehen der Kirche, um die eigene Position, nicht aber um das Befinden der Opfer sexuellen Missbrauchs. Man hat Angst, Stellung zu beziehen und verweigert sich, Vergangenes aufzuklären." Und: "In der Krise reagiert unsere Kirche nicht lutherisch, sondern katholisch. Dabei geht es doch um alles. Um die Glaubwürdigkeit dieser Kirche."
Quelle:  Abendblatt

15.10.2011 In den USA wurde zum ersten Mal ein katholischer Bischof im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch angeklagt. Bischof Robert Finn  wusste seit Dezember 2010 von kinderpornografischen Fotos, die Rev. Shawn Ratigan, Diözese Kansas City, gemacht hat. Erst im Mai 2011 erstattete der Bischof Anzeige. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Bischof allen Grund zur Annahme, dass für die Aufnahmen ein Kind missbraucht worden war.
Quelle: Spiegel

14.10.2011 Helmut Klotzbücher erhielt vom Voristzenden der Bischofskonferenz einen Brief - aus Anlass des Papstbesuches möge er den "Benedikt-Südafrikafonds" unterstützen. Klotzbücher erwartet von der kath. Kirche eine Rente von 300 Euro monatlich oder alternativ eine einmalige "Entschädigung" von 50 000 Euro für die Jahre im Kinderheim.
Quelle: readers-edition.de

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12.10.2011 Ein ehemaliges Heimkind erzählt - es gibt nichts mehr zu verlieren.
Quelle: taz
12.10.2011 Ein weiterer Bericht eines ehemaligen Heimkindes.

10.10.2011 Johannes Heibel hat das Buch "Ohne Fehl und Tadel. Kirche, klerikale Täter und deren Opfer" veröffentlicht, in dem Opfer von Klerikern zu Wort kommen. Es wurde am 16. September 2011 in Regensburg vorgestellt. Regensburg-digital berichtete. Nun gibt es eine Äußerung des Pressesprechers des Bistums Regensburg, die bemerkenswert ist. Der Pressesprecher wurde von dem Journalisten Florian Sendtner  (Bayerische Staatszeitung vom 7.10.11) gefragt, ob eine Abmahnung des Herausgebers des Buches geplant sei. Der Pressesprecher antwortete, dass es im Moment keine Planung gebe, gegen das Buch vorzugehen. Sollte es allerdings öffentliches Interesse auf sich ziehen,  dann werde das Ordinariat die Lage neu bewerten.
Quelle: Bayerische Staatszeitung vom 7.10.2011 und regensburg-digital

8.10.2011 Eines der Opfer, die beim Papst waren, erzählt. Es ist die Geschichte eines Opfers, das zum Täter gemacht wurde. (Vorsicht! Triggergefahr)
Quelle: Südkurier

8.10.2011 In der Diözese Augsburg wurde das Verfahren gegen einen Ordensmann wegen des Verdachs des sexuellen Missbrauchs eingestellt. Es gibt keine Beweise. Ob die Kirche ein Verfahren gegen den Ordenspriester einleiten wird, ist unbekannt.
Quelle: Augsburger Allgemeine

7.10.2011 Die Zeit fragt, warum Ansari der einzige Lehrer ist, der sich an die Seite der Opfer aus der Odenwaldschule stellte. Eine sehr berechtigte Frage.

6.10.2011 Der Vatikan hat einen der Pädophilie beschuldigten maltesischen Priester entlastet. Aufgrund der ungenügenden Beweislage könne der Priester Sciberras nicht vor Gericht gestellt werden. Zwei andere Priester waren verurteilt worden, einer starb vor der Verurteilung.
Quelle: Radio Vatikan

5.10.2011 Die Aufklärung der schrecklichen Vorgänge an der Odenwaldschule laufen nur schleppend. Mehrere renommierte Schulen ziehen jetzt Konsequenzen. Die Vereinigung der Landerziehungsheime (LEH) wurde von der Schule Schloß Salem vor wenigen Tagen verlassen. Das ist ein Akt der Solidarität mit den Opfern in der Odenwaldschule. Bemerkenswert.
Quelle: taz

5.10.2011 Im Bistum Regensburg wurden die gegen einen kath. Pfarrer erhobenen Vorwürfe sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von der Kirche als falsch zurückgewiesen. Damit endet eine monatelange Beschuldigung eines Unschuldigen.
Quelle: Pfarrer-Jakob-Eder

3.10.2011 "Wir müssen anerkennen, dass die römisch-katholische Kirche in unserer Gesellschaft eine solche Machtposition aufgebaut hat, dass sie auch weitgehend ohne Dialog mit ihren Opfern auskommt – und wie es scheint, auch mit immer weniger Dialog mit ihren engagiertesten Mitgliedern." Diese Bilanz zieht Matthias Katsch und fährt fort: "Wir werden nicht weiter den Unwilligen hinterherlaufen und unsere Kräfte dabei verschleißen, Anerkennung von denen zu erreichen, die fest entschlossen sind, unsere drängenden Fragen zu überhören."Wir werden nicht weiter den Unwilligen hinterherlaufen und unsere Kräfte dabei verschleißen, Anerkennung von denen zu erreichen, die fest entschlossen sind, unsere drängenden Fragen zu überhören." Das ist eine bittere Bilanz - und eine realistische. 
Quelle: Eckiger Tisch

3.10.2011 Zwei Missbrauchsopfer, die den Papst getroffenhaben, im Interview: "Wenn ich Kirchenglocken höre, wird mir schlecht". Und: "Doch eines hat ihr (dem Missbrauchsopfer) bei der Messe sehr gefehlt. Der Papst hätte, so sagt sie, doch so leicht noch ein, zwei Sätze sagen können über das Leid aller Missbrauchsopfer, das er sieht, und dass er allen Missbrauchsopfern Kraft wünsche, das durchzustehen. Doch da kam nichts."
Quelle: welt.de

30.9.2011 Missbrauchsopfer werden verhöhnt, sagt Norbert Denef in einem Gastbeitrag für die FR.

30.9.2011 Der Gründer und Chefredakteur der "Legionarios"- Agentur "Zenit" trat zurück; Jesus Colina-Diez war offenbar von der Vertuschungsstragie des Ordens enttäuscht. Papst Benedikt XVI. hatte im Interview-Buch "Licht der Welt" von November 2010 eingeräumt, dass die Verantwortlichen der zuständigen vatikanischen Kongregationen "sehr langsam und verspätet" auf den Missbrauchs-Skandal um Maciel reagiert hätten. Der Papst betonte, dass das Doppelleben des Ordensgründers "irgendwie sehr gut verdeckt" gewesen sei.
Zur Erinnerung: Bereits 1956 gab es Anschuldigungen gegen Maciel, die von 5 mexikanischen katholischen Bischöfen im Vatikan erhoben wurden.
Quelle: kath.web

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30.9.2011 Im Bistum Osnabrück wurde ein Verfahren gegen einen früheren katholischen Priester eingestellt. Ein kirchenrechtliches Verfahren läuft noch.
Quelle: noz.de

29.9.2011 Sexuelle Gewalt wird auch von Frauen begangen.
Quelle: Spiegel

29.9.2011 Einzug in Freiburg: Papst Benedikt

29.9.2011 Im Bistum Würzburg haben sich die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht erhärtet. Es steht Aussage gegen Aussage.
Quelle: br-online

28.9.2011 In Irland sind 18 000 Meldungen von Missbrauch in kirchlichem Kontext eingegangen. 18 000  Einzelfälle...
Quelle: kath.web

27.9.2011 Papst Benedikt XVI. hat während seines Deutschlandsbesuchs im Erfurter Priesterseminar fünf Missbrauchsopfer getroffen. Zwei der Betroffenen, ein 63-jähriger Mann und eine 35-jährige Frau, erzählen im Interview mit report München, wie erschüttert der Papst auf ihre Geschichte reagiert hat.
Quelle: BR online

27.9.2011 Jene 45-Jährige Österreicherin, die zwei Geistliche wegen sexueller Nötigung angezeigt hatte, ist von der Klasnic-Kommission enttäuscht. Die Frau bekommt zwar eine Entschädigung von 15.000 Euro, doch nur wegen der Übergriffe eines Paters. Ranghohe Kirchenmitglieder würden geschützt.
Quelle: ORF

26.9.2011 Amnesty International hat in einer Untersuchung zum Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche in Irland zahlreiche Fälle als Folter und menschenunwürdige Behandlung eingestuft. "Kinder wurden gequält und brutal behandelt, sie wurden geschlagen, mussten hungern und wurden misshandelt", sagte Colm O'Gorman von Amnesty International Irland bei der Vorstellung eines Berichts. Dies gelte unter dem Gesichtspunkt der international gültigen Menschenrechte als Folter, fügte O'Gorman, selbst ein Missbrauchsopfer, hinzu. Der Missbrauch zehntausender Kinder sei das "vielleicht größte Versagen in Menschenrechtsfragen in der Geschichte des Staates".
Quelle: ntv

26.9.2011 Die DBK formuliert: "Indirekt nahm der Papst auch zum Thema Missbrauch Stellung. Benedikt XVI. kritisierte, dass der christliche Anspruch der Kirche in jüngster Zeit von den „schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens“ überdeckt worden sei. Gefährlich werde es, wenn der Zugang zur christlichen Botschaft  durch „die Unbotmäßigkeit ihrer Boten“ versperrt werde."
Im Original heißt es wörtlich: "Dieser Skandal, der unaufhebbar ist, wenn man nicht das Christentum selbst aufheben will, ist leider gerade in jüngster Zeit überdeckt worden von den anderen schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens. Gefährlich wird es, wenn diese Skandale an die Stelle des primären skandalon des Kreuzes treten und ihn dadurch unzugänglich machen, also den eigentlichen christlichen Anspruch hinter der Unbotmäßigkeit seiner Boten verdecken."
Quelle: dbk
Wortlaut
Kommentar: Wer von Unbotmäßigkeit spricht, meint Ungehorsam gegenüber einer weisungsbefugten vorgesetzten Autorität. Er hat den Schaden der Institution im Blick. Er hat nicht den Schaden für die Opfer des Verbrechens im Blick. Und wer nicht verstanden hat, dass das Skandalon des Kreuzes keineswegs durch Verbrechen an Menschen verdeckt wird, sondern ganz im Gegenteil dazu führt, nicht nur den Skandal der Ermordung von Jesus sondern auch den Skandal der Verbrechen an Kindern und Jugendlichen aufzudecken, der hat vom Kreuz Jesu Entscheidendes nicht verstanden.

25.9.2011 Opferverbände weisen darauf hin, dass die Geste des päpstlichen Treffens mit 5 Opfern unglaubwürdig ist, solange nicht auch nach den Strukturen gefragt wird, die den Missbrauch und seine Vertuschung ermöglichten.
Quelle: katholisch.de

24.9.2011 Der Papst traf in Erfurt Missbrauchsopfer. In der Pressemeldung des Vatikans heißt es: "Bewegt und erschüttert von der Not der Missbrauchsopfer hat der Heilige Vater sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet für alles, was ihnen und ihren Familien angetan wurde. Er hat den Anwesenden versichert, dass den Verantwortlichen in der Kirche an der Aufarbeitung aller Missbrauchsdelikte gelegen ist und sie darum bemüht sind, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Papst Benedikt XVI. ist den Opfern nahe und bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der barmherzige Gott, der Schöpfer und Erlöser aller Menschen, die Wunden der Missbrauchten heilen und ihnen inneren Frieden schenken möge." (Es bleibt zu hoffen, dass auch die Kirchenleute helfen, die Wunden der Missbrauchten zu lindern - von Heilung wird nur ausnahmsweise zu sprechen sein. Zur Linderung gehört eine offensive Aufklärung und eine "Entschädigung", die die Würde der Opfer nicht erneut verletzt. Ob die wissenschaftliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle die Bezeichnung "Aufklärung" verdient, ist fraglich - denn die Akten werden von Kirchenleuten gesichtet und erst dann den Forschern übergeben. EK)
Quelle: dbk

24.9.2011 Der Kölner Theologe, Bestsellerautor und Psychiater Manfred Lütz sagt: Viele Betroffene seien so tief verletzt, dass es für sie nie genug sein kann, was Benedikt XVI. sagt oder tut. Denn zu sehr hat nach den Worten des Psychiaters der Missbrauch das Leben der Opfer bestimmt. Aber Lütz warnt davor, das Thema gleichsam zu ritualisieren, es immer und immer wieder aufzugreifen. "Die Worte verlieren dann ihre Kraft, werden irgendwann nicht mehr ernst genommen." Nach Ansicht von Lütz müsse man fair sein, schließlich habe sich die katholische Kirche der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle intensiv und systematisch angenommen. Die meisten Missbrauchsfälle, so Lütz, ereignen sich bekanntlich in Familien und Sportvereinen. Insbesondere bei Letzteren mangelt es aber noch an vergleichbaren Maßnahmen.
(Ob das für ein Opfer sexueller Gewalt hilfreich ist, wenn es darauf hingewiesen wird, dass es andernorts noch mehr Opfer gibt? Und ob gleichsam ritualisiertes Sprechen über sexuelle Gewalt das wirkliche Problem ist? Ist es nicht so, dass die fehlenden Taten das Problem sind? EK)
Quelle: rp-online

23.9.2011 In seiner Predigt in Erfurt beklagte der Papst die Spaltung der Christenheit. Fulbert Steffensky wurde einmal gefragt, ob die blockierte Ökumene die Kirchen unglaubwürdig mache. Seine Antwort: "Sie kann einen zumindest am guten Willen gewisser Kirchenoberhäupter zweifeln lassen. Machen Sie mal jungen Menschen klar, warum sie nicht miteinander das Brot nehmen sollen, wenn rundherum die Welt brennt! Auch ich hab es satt, römisch-katholischen Bischöfen zuzuhören, wie sie ihre Phantomschmerzen über die Trennung von Protestanten und Katholiken vor dem Kirchenvolk ausbreiten. Soll man doch gemeinsam zum Abendmahl gehen, dann braucht man nicht mehr zu leiden!"
Quellen: radio vatikan und reformiert

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23.9.2011 Bischof Ackermann reflektiert über die Aufarbeitung sexueller Missbrauchsfälle im katholischen Bereich: "Mut zu Wahrheit und Erneuerung".
Quelle: Stimmen der Zeit

22.9.2011 In seiner Rede im Bundestag hat der Papst sich auf den König Salomo berufen, der sich von Gott etwas erbitten durfte. Salomo erbat sich ein "hörendes Herz" - das würden sich Missbrauchsopfer auch vom Papst und den Kirchenleitungen erhoffen: ein hörendes Herz.
s.auch: welt.de

22.9.2011 "Spektakulär aber ist, was sich aus dem Bekenntnis des Papstes ergeben müsste: Die Geltung dieser Rechte im innerkirchlichen Bereich! Diese Frage blieb in der Rede offen; sie kann aber nicht offen bleiben. Sie betrifft die Stellung der Frauen und der Laien in der Kirche, sie betrifft die Hierarchie. Wenn sich Benedikt XVI. zu den Grund- und Menschenrechten bekennt, kann er sie innerkirchlich nicht missachten." Wie wahr!
Quelle: Süddeutsche

22.9.2011 Ein Blick in die Realität: Viele Missbrauchsopfer leben von Hartz IV.
Quelle: Morgenpost

22.9.2011 Schmerz verjährt leider nicht. taz

22.9.2011 Die katholische Kirche in Malta hat "Entschädigungszahlungen" an Missbrauchsopfer katholischer Priester abgelehnt. Begründung:
"Die Verbrechen seien lediglich von einigen Individuen verübt worden und die Institution könne nicht die gesamte Verantwortung übernehmen", teilte die Kirche schriftlich am Donnerstag mit.
Quelle: europeonline-magazine.eu

22.9.2011 Erzbischof Zollitsch ist der Ansicht, dass die katholische Kirche aus den Missbrauchsskandalen gelernt habe. Die Frage, ob die Überlebenden das auch so sehen, bleibt offen. Sie sind diejenigen, die das am besten beurteilen können. Meines Wissens wurden sie nicht gefragt.
Quelle: newsticker.sueddeutsche.de/

Die gesellschaftlichen Kosten von sexualisierter Gewalt belaufen sich jährlich in Deutschland auf ca 11 Milliarden Euro. Nicht eingerechnet sind die Kosten, die die Überlebenden selbst aufbringen.
Quelle: swp.de/

21.9.2011 Die Legionäre Christi siedeln sich in Neuötting an. Sie wurden von Generalvikar Metzl "sehr wohlwollend begleitet" und vom Bistum Passau herzlich willkommen geheißten. Der Orden der Legionäre ist aus zwei Gründen umstritten: Er hat eine sehr konservativ - fundamentalistische Ausrichtung und sein Gründer hat über Jahrzehnte Seminaristen sexuell missbraucht.
Quelle: pnp
21.9.2011 Report Mainz in der Mediathek: Der Papst und die pädophilen Priester

20.9.2011 Matthias Katsch beschreibt das Ziel, mit dem Kirche auf die Opfer zugehen sollte: Versöhnung. Er beschreibt auch, warum das für die kath. Kirche so schwer ist.
Quelle: FR

20.9.2011 Im Bistum Würzburg prüft der Missbrauchsbeauftragte Vorwürfe gegen einen katholischen Priester, er habe einen 15-Jährigen missbraucht. Der Geistliche bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: Mainnetz

20.9.2011 Im Vorfeld des Papstbesuches beschreibt die FAZ die Situation der kath. Kirche in Deutschland und erinnert u.a. daran, dass sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz im Fall eines Priesters, der sich über Jahre hinweg weitgehend unbehelligt an Kindern und Jugendlichen vergangen hatte, nur dadurch behaupten konnte, dass er wesentliche Sachverhalte – unwissentlich oder auch nicht – unvollständig darstellte.
Quelle: faz

20.9.2011 Transparente Aufklärung von Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch kath. Pfarrer, Ordensmänner und Kirchenangestellte sieht so aus: 51 Geistliche stehen bzw. standen in einem kirchenrechtlichen Verfahren, gegen 28 Priester ist das Verfahren noch anhängig, 18 wurden suspendiert, 2 wurden mit der Strafe der Laisierung (!) belegt. 20 Bistümer in Deutschland (von 27) haben die Fragen von Report Mainz zumindest z.T. beantwortet. Insgesamt gab es seit 1945 Hinweise auf sexuelle Gewalt bei 521 Priestern und Diakonen (meine eigenen Recherchen sprechen von ca 1000 Tätern). Report Mainz hat auch im Vatikan gefragt, wie viele Verfahren gegen Priester in Deutschland eingeleitet wurden, mit welchem Ergebnis, wie viele von ihnen aus dem Klerikerstand entlassen wurden. Der Vatikan hat keine der Fragen beantwortet.
Quelle: Report Mainz

20.9.2011 Womit muslimische Frauen kämpfen, wenn sie dem Missbrauch entkommen wollen und entkommen sind.
Quelle: Der Spiegel

20.9.2011 In Regensburg wurde das Buch von Johannes Heibel, „Ohne Fehl und Tadel – Kirche, klerikale Täter und deren Opfer“ vorgestellt.
Der ehemalige katholische Pfarrer Guido Sauer hat ein Vorwort für das Buch geschrieben. Als Jugendseelsorger war er immer wieder mit den Erlebnissen Jugendlicher mit sexueller Gewalt konfrontiert, innerhalb der Familie, aber auch der Kirche. Der Umgang der Kirchenleitung damit sei „eine der bittersten Erfahrungen meines Lebens“ gewesen. Er sei wiederholt auf taube Ohren gestoßen und wenn in dem Buch davon die Rede sei, dass hier emotionale Analphabeten am Werk seien, die sich „nicht einfühlen können oder wollen“, dann spreche ihm das aus der Seele.
Johannes Heibel berichtet, dass er als Vorsitzender der Initiative gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sehr viele Rückmeldungen bekommen habe. „Von der Kirche war nichts dabei.“
Quelle: regensburg-digital

17.9.2011 Der Verein „Glasbrechen“, in dem Opfer von Missbrauch in der Odenwaldschule zusammengetan haben, geht von 500 missbrauchten Schülern aus. Der Vorsitzende Adrian Koerfer kritisiert zudem die zurückhaltende Aufklärung durch das neue Führungsteam der Odenwaldschule und bringt als Fazit den bitteren Satz: "Alles wie gehabt."
Quelle: FR und FR

16.9.2011 Die katholische Kirche in Irland muss um ihr Ansehen kämpfen. Selbst ein Bischof, Martin, spricht von "Seilschaften" in Irland und im Vatikan, die hinterrücks versuchten, die staatlichen und kircheneigenen Regeln gegen den Missbrauch auszuhebeln.
In der Protestorganisation "Association of Catholic Priests (ACP)" engagieren sich ca 500 katholische Priester, die kein Blatt vor den Mund nehmen: Die Bischöfe seien "ein armseliger Haufen, dem jedes Führungsvermögen fehlt", sagt einer der Wortführer der ACP und weist darauf hin, dass der Vatikan unter Papst Benedikt XVI. "selbst unter Katholiken den Großteil seiner Autoriät verpielt" habe.
Quelle: Spiegel

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15.9.2011 Der katholischen Kirche sind im Jahr 2010 insgesamt 146 Missbrauchsfälle gemeldet worden. Die Täter waren in den häufigsten Fällen Priester. Abt Martin Werlen von Einsiedeln nimmt Stellung.
Quelle: Baseler Zeitung

14.9.2011 In dem Dorf in Mittelfranken wussten wohl viele Einwohner, was Sache ist - aber keiner half der Tochter des Täters. U.a. auch, weil die Angst vor Verleumdungsklagen umging.
Quelle: Süddeutsche
Und ein Interview mit einer forensischen Psychologin, die erklärt, was geschieht, wenn die Verantwortung diffus ist. Ganz richtig sagt Sandra Loohs, die Psychologin u.a. dazu: "Das Kernstück ist subtile Manipulation. Es findet eine Schuldverschiebung statt, das Opfer ist dann selbst davon überzeugt, dass es eine Mitverantwortung trägt."

14.9.2011 Nur Schläge im Kinderheim.
Quelle: Zeit

14.9.2011 Italiens katholische Kreise reagieren heftig auf die Initiative des US-amerikanischen Verbands "Survivors Network of those Abused by Priests" (SNAP), dem Opfer pädophiler Priester angehören, und der Menschenrechtsorganisation "Center for Constitutional Rights", die dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag ein Dossier mit Vorwürfen gegen den Vatikan vorgelegt haben. "Es handelt sich wieder einmal um eine Strategie gegen die Katholiken", betonte der Erzbischof von Neapel, Kardinal Crescenzio Sepe am Mittwoch.
Quelle: die presse.com

13.9.2011 Ein 69-jähriger Mann aus Mittelfranken soll seine Tochter missbraucht haben und 3 Kinder mit ihr gezeugt haben.
Quelle: Spiegel.de und Süddeutsche

13.9.2011 SNAP hat beim Internationalen Strafgerichtshof eine Klage gegen Vatikan-Verantwortliche eingereicht. Die Klage benennt "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" durch Vergewaltigung, sexuelle Gewalt und Folter, begangen von kath. Priestern. s.auch presse.com

13.9.2011 Missbrauchsopfer, die in der US-amerikanischen Gruppe SNAP engagiert sind, starten heute in Amsterdam zu einer Sensibilisierungskampagne in europäischen Hauptstädten.
Quelle: ORF

13.9.2011 Die EKD hat sich bei den Heimkindern entschuldigt. Kommentare von Heimkindern sind hier nachzulesen.
Quelle: Spiegel.de und MDR

12.9.2011 Eine Gemeinde im Bistum Trier versucht, die Folgen langjährigen Missbrauchs durch einen Pfarrer auch für die Gemeinde aufzuarbeiten.
Quelle: Volksfreund

10.9.2011 Die Inzestvorwürfe gegen einen 80-jährigen Österreicher haben seine beiden Töchter zurückgenommen. Der Täter sei ein anderer Mann gewesen.
Quelle: Spiegel

9.9.2011 Francesco Zanardi, als Kind von einem kath. Priester missbraucht, hat bei Recherchen 130 Missbrauchsfälle durch kath. Priester zwischen 2000 und 2011 gefunden. Er hat den Papst um eine Audienz gebeten und wird ab 22.9. von Savona nach Rom zu Fuß gehen, in der Hoffnung, vom Papst empfangen zu werden.
Quelle: berlin online
Quelle: ntn24.com

9.9.2011 Ein Gericht in Hartford, USA, hat die Klage eines Opfers von sexueller Gewalt gegen die Legionäre Christi zugelassen. Der Kläger, Raúl González aus Mexiko, wirft den "Legionären" vor, sie hätten ihn nicht vor dem pädophilen Maciel (1920-2008) geschützt.
Quelle: Südwestpresse und kathweb.at/

8.9.2011 Das Kloster Ettal entschädigt Gewaltbetroffene. Die Initiative Ettaler Missbrauchsopfer spricht davon, dass das Kloster "Maßstäbe" setze. Der Papstbesuch kostet jeden kath. Christen 1,00 €, das Entschädigungsmodell der Bischofskonferenz  0,15 €. Im europäischen Vergleich werden Opfer von Gewalt sehr unterschiedlich entschädigt:
Irland                                                    ca 68 000 €
Österreich                                             ca 15 000 €
Ettal                                                      ca 10 000 €
Deutschland                                 2 000 bis 5 000 €
(Odenwaldschule - nicht kirchlich)                   0 €
Quelle: http://ettaler-missbrauchsopfer.de/

7.9.2011 Johannes Heibel hat das Buch "Ohne Fehl und Tadel. Kirche, klerikale Täter und deren Opfer" veröffentlicht, in dem Opfer von Klerikern zu Wort kommen. Es wird am 16. September 2011 ab 19.30 Uhr im Dollingersaal des Historischen Rathauses in Regensburg vorgestellt. Regensburg-digital berichtet.

7.9.2011 Die taz kommentiert das Buch von Jürgen Dehmers über die Odenwaldschule "Wie laut soll ich denn noch schreien?" unter anderem so: "Klartext hilft. Dehmers spricht ihn." Wer das Buch gelesen hat, weiß, dass der Kommentator Recht hat.
s.auch: Süddeutsche vom 27.9.2011

6.9.2011 Der Jesuit Theo Schneider wurde in sein Amt als Jesuitensuperior und Gemeindeseelsorger in Göttingen eingeführt. Schneider war zuvor Rektor des Bad Godesberger Aloisiuskollegs. Eine unabhängige Untersuchungskommission hatte für Schneider Mitwisserschaft an zahlreichen Missbrauchsfällen ermittelt, die in seine Jahrzehnte als Ako-Internatsleiter und - Rektor fielen.
Quelle: Generalanzeiger

6.9.2011 Ein Opfer des Aloisius-Kollegs berichtet. U.a. davon, dass sich bis zum 6.9.2011 kein Täter und kein anderer Jesuit bei den Opfern gemeldet hat. Briefe an den Generaloberen der Jesuiten und an den Papst blieben unbeantwortet. Einer der Täter jedoch meldete sich - mit der Androhung einer Verleumdungsklage. Den Wert der Vereleumdung bezifferte Pater S. mit 75000 Euro. Daraufhin rechneten die Opfer nach: Wenn eine Verleumdung 75000 Euro wert ist, dann sind körperliche, seelische und sexuelle Gewalt etwa 84000 Euro wert.
Quelle: wdr

5.9.2011 Wegen vieler Todesfälle in einer psychiatrischen Klinik nahe Roermond ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der ehemalige Pflegeleiter der Einrichtung berichtet, dass ihm ein Ordensbruder 1969 gesagt habe, sein Vorgänger, ebenfalls Ordensbruder, habe Anfang der 50er Jahre 20 Kinder und Jugendliche getötet. Der Pflegeleiter informierte nach eigenen Angaben sowohl Vorgesetzte als auch Behörden. Eine Reaktion sei nicht erfolgt. Die Staatsanwaltschaft kannte diese Aussage bislang nicht.
Quelle: wdr

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4.9.2011: In Kanada wurden 80.000 Kinder in katholischen Schulen und Internaten missbraucht. Das sind 6,9% der Inuits, der Metis und der Angehörigen der First-Nation. 80.000 Einzelfälle.
Quelle: Liborius
Kommentar: Bezeichnend ist die Überschrift: "Missbrauch in der katholischen Kirche Kanadas: Mehr als 700 Millionen Euro für Opfer" - der Leser soll wissen, dass die Kirche hohe Unkosten durch die Opfer hat.
Martin Schlüter hat betroffene Inuit in Alaska fotografiert.
4.9.2011 Der Vatikan sagt, die katholische Kirche in Irland habe Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen gemacht. Im Vatikan seien hingegen keine Fehler gemacht worden. Es habe keinen Eingriff in die staatlichen Rechte in Irland gegeben. Vgl. den Brief an die Kirche in Irland von Luciano Storero, dem Apostolischen Nuntius, in dem es u.a. hieß: "Insbesondere ergeben sich aus der Situation der 'verpflichtenden Anzeige' [beim Staat] ernsthafte Vorbehalte sowohl moralischer als auch kirchenrechtlicher Natur".)
Quelle: ARD
Die Antwort des Vatikan, Original, Hintergrundbericht
Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, freut sich über die Antwort des Vatikans auf die Vorwürfe der irischen Politiker.
Hier ist nachzulesen, wie eine ausgewogene Darstellung des Sachverhaltes aussieht - der Vatikan kommt dabei nicht gut weg.

4.9.2011 Heute, 4.11., 21.45 Uhr in 3sat: Wenn einer von uns stirbt, geh ich nach Paris.

2.9.2011 Die Legionäre Christi wollen sich im Bistum Passau niederlassen.
Quelle: Süddeutsche

1.9.2011 In Rheinland-Pfalz soll ein heute 79Jähriger über Jahrzehnte hinweg "etliche" Kinder missbraucht haben.
Quelle: Spiegel

1.9.2011 Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt,  hat ein Buch geschrieben: "Ohne Fehl und Tadel. Kirche, klerikale Täter und deren Opfer".

31.8.2011 "Wie laut soll ich denn noch schreien?" fragt sich Jürgen Dehmers (Pseudonym) von der Odenwaldschule. "Dehmers schont nicht die Leser, nicht die Täter und schon gar nicht sich selbst. Zwei Bücher sind bisher über die Verbrechen an der Odenwaldschule erschienen, aber erst Dehmers gibt den Blick frei auf die seelischen Verwüstungen, die die Verbrechen in den Opfern hinterlassen haben."
Quelle: FR

30.8.2011 Die Erzdiözese Boston hat die Namen der Täter, soweit sie Priester und verurteilt sind, veröffentlicht.
Quelle: ORF

30.8.2011 Der Aufruf der österreichischen Pfarrer-Initiative zum Ungehorsam erhält zum Teil Zustimmung: Abt Haidinger kann das Anliegen verstehen, nicht jedoch die Vorgehensweise; Abt Felhofer meint, alle müssten an einen Tisch kommen und nennt Bischöfe, Äbte, Ordensleute, Vertreter der Pfarrerinitiative - die Laien hat er vergessen. Abt Zeller regt an, dass der Vatikan auf die erschiedenheit der Kontinente reagieren solle.
Quelle: kath.web

30.8.2011 Zu sechseinhalb Jahren wurde ein 32-Jähriger verurteilt. Er hat sexuelle Gewalt gegenüber 6 Kindern ausgeübt.
Quelle: Süddeutsche

30.8.2011 Ein Vater hat den sexuellen Missbrauch von 2 Töchtern gestanden. Eine Tochter ist schwanger - vermutlich von ihrem Vater.
Quelle: Spiegel

29.8.2011 Viele Iren und Irinnen sind mit der katholischen Kirche fertig.
Quelle: faz

29.8.2011 Im österreichischen St. Peter am Hart wird ein 80-Jähriger des jahrzehntelangen Missbrauchs an zwei Töchtern beschuldigt. In dem Dorf sind die "Hauptschuldigen" aber schon ausgemacht: die Mutter und die Großmutter mütterlicherseits.
Quelle: FR

26.8.2011 Abt Werlen meint, die kath. Kirche sei durch die Missbrauchskrise ehrlicher geworden.
Quelle: kipa

26.8.2011 Ein Interview mit Herrn Ansari, einem der wenigen Lehrer der Odenwaldschule, der sich an die Seite der Opfer stellte. Er sagt, dass sich bis heute noch viele Reformpädagogen weigern, die Verbrechen zu thematisieren.
Quelle: Spiegel

25.8.2011 Weil der Missbrauch von Kindern bis ca 4 Jahre schwer nachweisbar ist, gehen Täter oft straflos aus.
Quelle: FR

25.8.2011 In Krefeld lässt sich ein Arzt nieder, der in der Colonia Dignidad mitverantwortlich für sexuelle Gewalt ist. In Chile wurde er verurteilt und wird per Interpol gesucht. Deutschland jedoch liefert nur ausnahmsweise jemanden aus.
Quelle: Spiegel

25.8.2011 In Österreich wurde bekannt, dass ein Vater zwei Töchter über 40 Jahre wie Gefangene hielt und sie missbraucht haben soll.
Quelle: tagesspiegel.de, Süddeutsche

24.8.2011 Einem Lehrer wird vorgeworfen, ein Abhängigkeitsvehältnis zu einer Schülerin, 14 J., ausgenutzt zu haben.
Quelle: Spiegel

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23.8.2011 Der ehemalige Bischof von Cloyne, John Magee, hat sich für seine Rolle im Missbrauchsskandal entschuldigt. Er bitte die Opfer auf Knien um Vergebung, falls er ihr Leiden durch ungenügende Umsetzung der Kinderschutzrichtlinien verschlimmert habe, sagte er. Außerdem bot er den Opfern ein privates Gespräch an.
Quelle: ORF

22.8.2011 Taubblinde fallen durch alle Raster.
Bericht in der FAZ
Unterschriftenliste

19.8.2011 Die evangelische Kirche plant, sich bei den Heimkindern zu entschuldigen.
Quelle: domradio

13.8.2011 Das Schweigekartell - Michael Katsch im Interview mit SWR

13.8.2011 Die Anzeigen gegen drei österreichische Kirchenvertreter - einen Tiroler Pater, den österreichischen Missio-Generaldirektor Leo M. und Kradinal Schönborn, der über die Vorfälle informiert gewesen sei - waren von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt worden. Die Clearing-Stelle legt nun ein Gutachten einer Psychologin (keine Ferndiagnose!) vor, die die Grenzverletzungen durch die beiden beschldigten Kirchenvertreter als gravierend einschätzt. Die Clearing-Stelle empfiehlt eine weitere Therapie und ggf. eine Entschädigung in Höhe von 70 000 Euro. 
Quelle: derstandard.at/

13.8.2011 Ein Benediktiner der Abtei St. Matthias, Trier, hat offenbar nicht 3, sondern 6 Jugendliche missbraucht. Auch diese Taten dürften verjährt sein.
Vorwürfe, die Abtei habe schon vor Jahrzehnten von den Übergriffen gewusst und sie vertuscht, wies der Abt zurück. Es habe zwar Gerüchte gegeben, sagt Ignatius Maaß, "aber nichts Greifbares". Erst nachdem sich die ersten Opfer bei ihm gemeldet hätten, "hatten wir etwas in der Hand".
Quelle: volksfreund.de

12.8.2011 Helmut Schüller,  Pfarrer-Initiative Österreich, im Interview. Sein Schlusssatz auf die Frage: "Wie weit sind Sie bereit, für Ihre Anliegen zu gehen" lautet: "Ich persönlich werde nichts zurücknehmen und sehe den Dingen, die da kommen könnten, gefasst ins Auge."
Quellen: nachrichten.at, derstandard.at
s.auch das Schreiben von Heribert F. Köck, MCL, an Kardinal Schönborn

12.8.2011 Drei weitere Opfer eines Paters der Benediktinerabtei St. Mathias in Trier haben sich gemeldet. Das teilte der Abt der Abtei mit. WEs handle sich um schwerwiegende Taten.
Quelle: Domradio

12.8.2011 Der Prozess gegen einen Priester aus dem Bistum Aachen , der in Südafrika läuft, zieht sich hin. Das Urteil wird 2012 erwartet.
Quelle: Grenzlandnachrichten

11.8.2011 Pfarrer aus dem Erzbistum Berlin melden Widerstand gegen die Untersuchung ihrer Personalakte durch Wissenschaftler an. Untersucht werden soll der sexuelle Missbrauch Minderjähriger durch Priester, Diakone und männl. Ordensangehörige.
Quelle: freie welt

11.8.2011 Vier Mitglieder der österreichischen Pfarrer-Initiative waren heute zum Gespräch mit Kardinal Schönborn eingeladen. Der ORF berichtet. Die Pfarrerinitiative ebenfalls.
Weitere Quellen: presse.com, presse.com
Kommentar: Am wichtigsten scheinen dem Kardinal die Fragen nach Amt und Gehorsam zu sein - also Machtfragen.

11.8.2011 Ein Gericht sprach den Eltern von zwei minderjährigen Opfern eines kath. Priesters in Kolumbien 170 000 Euro Schadenersatz zu. Die Kinder gehören zu einer Flüchtlingsfamilie und waren zum Tatzeitpunkt 7 und 9 Jahre alt. Der Geistliche war Flüchtlingsseelsorger. Er wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. Es ist die erste Verurteilung in Kolumbien.
Quelle: Radio Vatikan

11.8.2011 Erzbischof Clifford, irische Diözese Cloyne, hat ein Treffen aller Priester der Diözese angekündigt, um über den jüngsten Bericht über Vertuschungen zu sprechen. Ein Mitglied der "Vereinigung kath. Priester" sagte, das Klima unter den Geistlichen sei schlecht. "Wir verspüren wirkliche Verbitterung, aber die gibt es auch unter den Kirchenbesuchern, die es genau wie wir Priester nur schwer verstehen können, dass die Kinderschutz-Richtlinien nicht eingehalten wurden, und wir müssen mit ihnen darüber reden."
Von der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts über Missbrauchsfälle in der Diözese Raphoe sagte dessen Bischof, die Berichterstattung sei ungenau, irreführend und deshalb nicht im öffentlichen Interesse.
Quelle: kath.web

11.8.2011 Die Diözese von Belleville und ihre Versicherung zahlten an ein Opfer eines Priesters 6,3 Millionen US-Dollar. "Er hat niemals Hass auf Kownacki gezeigt", sagt Mike Weilmuenster, der Anwalt des Opfers. "Er ist nur zerstört." Und: "Die Diözese hat bis heute nicht anerkannt, dass er missbraucht wurde. Auch eine Entschuldigung gab es nie."
Quelle: kurier.at  welt.de

9.8.2011 Zur Dokumentation über die Odenwaldschule - "Geschlossene Gesellschaft" schreibt der Spiegel.

7.8.2011 Matthias Katsch, Ex-Schüler des Canisius Kollegs in Berlin - spricht über das klerikale Schweigekartell und den "katholischen Geschmack des Missbrauchs".
Quelle: SWR 2
Persönliche Bilanz von Matthias Katsch

7.8.2011 Das Netzwerk katholischer Priester wendet sich gegen die beabsichtigte Prüfung von Personalakten durch externe Wissenschaftler.
Quelle: Spiegel

9.8.2011 Christian Pfeiffer, Mitverantwortlicher für die wissenschaftliche Untersuchung von Personalakten der Priester, bestätigt, dass die Persönlichkeitsrechte gewahrt werden. Domradio
WsK merkt zu Recht an: "Im Unterschied zu Irland handelt es sich bei den deutschen Studien nicht um von der Regierung in Auftrag gegebene und terminierte Untersuchungen, sondern um ein nach langem Zögern von den Bischöfen selbst genehmigtes Verfahren. Welche Auswirkungen dieses Zögern auf den Umfang der auswertbaren Akten hat, ist noch nicht absehbar. Für München und Freising wurden 2010 „umfangreiche Aktenvernichtungsaktionen“ festgestellt." az-web weist darauf hin, dass im Erzbistum München 9mal mehr Missbrauchsfälle aufgedeckt wurden als vor der Untersuchung durch dieses Bistum bekannt waren - obwohl es umfangreiche Aktenvernichtungsaktionen gegeben habe.
Kirchenaustritte 2010

München-Freising +     
Rottenburg-Stuttgart +
Freiburg -                  
Köln +                        
Augsburg -                 
Münster -                   
Paderborn -                
Trier +                         
Mainz +                       
Regensburg -              
Würzburg -               
Limburg -                  
Aachen -                   
Berlin -                        
Hildesheim +               
Bamberg -                   
Essen  -                     
Hamburg  +                  
Speyer -                       
Eichstätt -                    
Fulda -                         
Osnabrück  +               
Passau -                      
Dresden-Meißen  -       
Erfurt  +                       
Magdeburg -                 
Görlitz -                            
Total:                            

21.585 Personen
15.653Personen                   

15.279Personen                     

15.163 Personen             

12.073 Personen               

 8.063 Personen  
  7.942 Personen
  7.386 Personen
  6.968 Personen
  6.658 Personen
  6.455 Personen
  6.291 Personen   
  5.961 Personen
  5.907 Personen
  5.809 Personen
  5.807 Personen
  5.296 Personen
  5.116 Personen
  3.848 Personen
  3.180 Personen
  2.783 Personen    
  2.740 Personen
  2.571 Personen 
  1.075 Personen
     748 Personen
     573 Personen
     136 Personen

Total:   181.193 Personen  


5.8..2011 In Irland fürchten sich kath. Priester, auf die Straße zu gehen.
Quelle: Radio Vatikan

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3.8.2011 Dr. Haslbeck über ihre Arbeit mit Gewaltüberlebenden in campus passau

3.8.2011 Ein Sozialarbeiter wurde verhaftet. Er arbeitete in der Diözese Plymouth als Beauftragter für Kinderschutz in der Kirche. Auf seinen privaten und dienstlichen PCs wurden ca 4000 Bilder von Kindern gefunden, die deren Gefoltert-Werden zeigten.
Quelle: ibtimes

2.8.2011 In Malta wurden zwei kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Ein dritter starb, bevor Anklage erhoben wurde. Bekannt wurden 11 Opfer.
Quelle: diesseits.de

1.8.2011 Nach Mitteilung von Erzbischof Michael Neary, Irland, ist die Kirche Irlands erschüttert über die Enthüllungen des Berichts aus der Diözese Cloyne. Neary sagte, es handele sich um das "Fehlverhalten einiger Priester".
Quelle: kath.web

25.7.2011 Der Vatikan ruft seinen Botschafter in Irland zu Konsultationen zurück. Der stellvertretende Pressesprecher des Vatikan, Pater Ciro Benedettini, erklärte auf Nachfrage von Journalisten, dass es darum gehe, gemeinsam mit dem Nuntius eine offizielle Antwort des Vatikan auf den Cloyne Report zu formulieren. Das Einbestellen sei aber auch ein Zeichen dafür, wie schwerwiegend die Situation im Augenblick sei. Es zeige auch, wir überrascht und betrübt der Vatikan über „einige übertriebene Reaktionen“ sei.
Quelle: Radio Vatikan

24.7.2011 Der Jesuit Mertes berichtet, dass es unter den Katholiken eine laute, selbstgerechte Minderheit gibt, die eine aggressive Diskussionskultur habe. Vertreter der Amtskirche verhielten sich gegenüber dieser „lauten, selbstgerechten Minderheit“ zu nachgiebig, „aus Angst davor, selbst beschimpft zu werden“.
Zu oft werde „von oben“ schweigend zugeschaut, „wie einige Leute in der Kirche andere immer frecher überfallen mit dem Vorwurf, sie würden die Kirche spalten, insbesondere dann, wenn sie sich in Verbänden, Gremien oder gar im Zentralkomitee der deutschen Katholiken engagieren“, so Mertes weiter.
Quelle: Domradio

22.7.2011 Der Küster einer evangelischen Kirchengemeinde in Wilhelmshafen ist des sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern in 13 Fällen angeklagt.
Quelle: ndr

22.7.2011 Der Vatikan bedauert, dass ein Brief von 1997 an die irischen Bischöfe von diesen missverstanden worden sei. Die irischen Bischöfe waren angehalten worden vom Vatikan, Missbrauchstäter nicht der Polizei zu übergeben. Der Brief habe auch die Drohung enthalten, dass sich Rom auf die Seite der Angeklagten stellen werde, falls die Kinderschutzrichtlinien der Bischöfe Irlands von 1996 durchgesetzt würden.
Der Vatikansprecher Lombardi hatte zu diesem Vorgang gesagt, das Schreiben des Vatikan an die Bischöfe Irlands sei missverstanden worden.
Und im Übrigen seien die vatikan. Normen und Zuständigkeiten inzwischen ja grundlegend geändert und verschärft worden.
Quelle: ORF

21.7.2011 Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen hat die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern einen Diakon vom Dienst suspendiert. Der Diakon hatte eine leitende Funktion in einem Kinderheim, wie die Landeskirche am Mittwoch in München mitteilte.
Quelle: ORF

21.7.2011 Nach den ungewöhnlich harschen Vorwürfen des irischen Premierministers Enda Kenny gegen den Vatikan wegen dessen Umgang mit sexuellem Missbrauch hat sich auch Dublins Erzbischof Diarmuid Martin der Schelte angeschlossen: Es gebe Gruppen in der katholischen Kirche, die sich den Maßnahmen zum Schutz von Kindern widersetzten, sagte er im irischen Fernsehen RTE. Er sei „verärgert, beschämt und erschrocken“ über diejenigen, „die glauben, sie könnten tricksen“.
Quelle: die presse und Spiegel

21.7.2011 Der Jesuitenpater Theo Schneider wurde Leiter der Göttinger Jesuitenkommunität. Schneider war zuvor Rektor des Aloisius-Kollegs, Bad Godesberg. Er hatte zu den ihm bekannten Verfehlungen eines Kollegen geschwiegen und minderjährige Schutzbefohlene im Stich gelassen.
Quelle: taz

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20.7.2011 Wie eine Frau, die als Jugendliche von einem evang. Pastor missbraucht wurde, im Paragraphendschungel untergeht und vergeblich um ihr Recht kämpft.
Quelle: Süddeutsche

20.7.2011 Die katholische Bischofskonferenz entschädigt ca 560 Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester oder Ordensleute. Die Anerkennugnsquote liegt bei 95 %. Kritiker gehen von mehr als 2000 Opfern aus. Viele stellen keinen Antrag - sie haben gute Gründe.
Quelle: Süddeutsche

20.7.2011 Der Vatikan beabsichtigt, auf die Vorwürfe der irischen Regierung, Missbrauchstaten vertuscht zu haben, reagieren. Der Vatikansprecher Lombardi wies die Vorwürfe zurück. Vor einer Woche hatte eine Untersuchungskommission über Kindesmissbrauch in der südirischen Diözese Cloyne den Vatikan und den damaligen Bischof John Magee (74) scharf kritisiert. Magee habe die von der Irischen Bischofskonferenz aufgestellten Kinderschutzrichtlinien missachtet. Eine langsame Reaktion des Vatikan auf die Vorwürfe habe die Täter noch unterstützt und in Sicherheit gewiegt.
Quelle: kath.web

20.7.2011 "Mangelnde Distanz" sei dem Bistum Hildesheim im Fall des Priesters aus Salzgitter, der gestandenhat, drei Kinder sexualisiert misshandelt zuhaben, bekannt gewesen.
Quellen: ndr, ndr, ndr, ndr, ndr, Spiegel

17.7.2011 Der in Salzgitter verhaftete kath. Priester hat sexuelle Gewalt gegenüber zwei weiteren Jungen zugegeben. Keinen Zusammenhang  mit sexueller Gewalt jedoch scheint es mit dem Selbstmord eines Obdachlosen in der Wohnung des Priesters zu geben, der sich 2007 erschossen hat.
Quelle: Wetterauer Zeitung

17.7.2011 In  Irland hat sich der vom Vatikan eingesetzte Verwalter der südirischen Diözese Cloyne, Erzbischof Dermot Clifford, erneut bei den "Opfern der Missbrauchskrise" (?) und beim Kirchenvolk entschuldigt. Die Diözese Cloyne hatte 19 Missbrauchstäter nicht den Ermittlungsbehörden gemeldet und die Täter geschützt. Clifford sicherte erneut Maßnahmen zu, um künftig einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.
Quelle: kath.web

16.7.2011 Ein kath. Geistlicher aus dem Raum Salzgitter wurde wegen des Verdachts, ein Kind missbraucht zu haben, festgenommen.
Quelle: stern

17.7.2011 Er hat gestanden.
Quelle: ndr

16.7.2011 In der kath. Pfarrei St. Peter Bruchsal hat der Pfarrgemeinderat Ende Juni 2011 einen bemerkenswerten Beschluss gefasst: Er hat die fast 500 Jahre andauernde "unsägliche Spaltung der Christenheit in unseren Breiten für beendet erklärt" und den Willen Jesu Christi, dass alle eins seien, als gewichtiger als alle theologischen und kirchenpolitischen Überlegungen und Fragestellungen gewertet.
Da es zu Missverständnissen und Unterstellungen kam, ist der Erklärung des PGR, die rechtlich ungültig und daher formal gar nicht zustande kam, vorangestellt, wie sie zustandekam.
Quelle: joerg-sieger.de/oekumene

16.7.2011 Ein Thema, das bislang kaum Aufmerksamkeit fand, ist der sexuelle Missbrauch unter Jugendlichen.
Quelle: Süddeutsche

15.7.2011 "Mich schmerzt am meisten, dass es uns bei einigen Opfern nicht gelingt, in irgendeiner Form zu einer Versöhnung zu kommen." Das sagt Bischof Ackermann in einem Interview."
Quelle: volksfreund.de
Quelle: domradio

15.7.2011 Bischof Ackermann weist in einem Interview darauf hin, dass im Erzbistum München-Freising durch die genaue Untersuchung der Akten seit 1945 neunmal mehr Missbrauchsfälle kenntlich wurden als durch Opfermeldungen angezeigt wurden. Dies dürfte nach meiner Erfahrung  ein ziemlich realistisches Bild darstellen.
Quelle: Badische Zeitung

14.7.2011 'Missbrauch ist kein Thema der Vergangenheit, sondern der Gegenwart', sagte Christine Bergmann. Eine Untersuchung über Missbrauch in Institutionen bestätigt ihren Eindruck. Gut zwei Drittel der Heime meldeten mindestens einen Fall in den letzten drei Jahren. Bei Schulen und Internaten meldete jeweils knapp die Hälfte zumindest einen Vorfall. Seit 2007 wurden insgesamt 1000 Verdachtsfälle publik - nicht alle Vorwürfe konnten erhärtet werden. Man muss von mehreren Tausend Missbräuchen pro Jahr - im Hellfeld - ausgehen. In den wenigsten Fällen wurden Beschäftigte der Institutionen - etwa Lehrer oder Erzieher - als mutmaßliche Täter genannt. Viel öfter wurden Gleichaltrige für Übergriffe verantwortlich gemacht. In Heimen waren es 40 Prozent. Beim größten Teil der Verdachtsfälle (von 32 bis 49 Prozent) soll der Missbrauch aber nicht in der Einrichtung, sondern außerhalb stattgefunden haben, etwa in Familien. Die hohe Zahl der Verdachtsfälle in Heimen erklärte Rauschenbach mit den Lebensumständen: Anders als in einer Schule und selbst einem Internat lebe man eng, wie in einer Familie, zusammen. Auch stammten die Kinder fast immer aus schwierigen Verhältnissen.
Quelle: Süddeutsche

14.7.2011 Frühere Heimkinder fordern die Untersuchung ungeklärter Todesfälle in Kinderheimen der frühen BRD. Auch die hohe Sterblichkeit in Säuglingsheimen der 1950er, 60er- und 70er Jahre müsse aufgeklärt werden. 
Quelle: Domradio

14.7.2011 Die irische Regierung hat nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts über die angebliche Vertuschung von Kindesmisshandlungen durch katholische Priester in den Jahren 1996 bis Anfang 2009 den Botschafter des Vatikans einbestellt. Erzbischof Giuseppe Leanza sollte am Donnerstag auf Außenminister Eamon Gilmore treffen und zu dem Vorwurf Stellung nehmen, dass der Vatikan irischen Bischöfen davon abgeraten habe, die pädophilen Priester der Polizei zu melden. Im Regierungsbericht ist von 19 Priestern die Rede, die sexualisierte Gewalt anwandten und deren Fälle bislang unbekannt waren, obwohl der zuständige Bischof Magge versichert hatte, die Polizei über alle mutmaßlichen Verbrechen in Kenntnis gesetzt zu haben. Radio Vatikan bestätigt, dass der Bischof von Cloyne sich nicht an die seit 15 Jahren existierenden kirchlichen Regeln zum Umgang mit Missbrauchsfällen gehalten hat.
Quelle: epochetimes
Quelle: euronews
Quelle: Radio Vatikan
Quelle: domradio

13.7.2011 Die Frau, die den österreichischen Missio - Chef Leo M., der sexuellen Gewalt beschuldigt hatte und deren Anzeige zurückgewiesen wurde, hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wurde gerettet.
Quelle: standard at
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13.7.2011 Ein neuer Untersuchungsbericht über die Verschleierung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Irland hat deren Versagen bei der Aufklärung der Verbrechen ans Licht gebracht. So wird in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht unabhängiger Ermittler deutlich, wie Verantwortliche der Diözese von Cork von 1996 bis 2009 Beweise zu Beschwerden über 19 Priester bewusst zurückhielten.
Quelle: net-tribune
Quelle: Badische Zeitung

13.7.2011 Die Katholische Aktion in Österreich hat sich hinter das Theologen-Memorandum gestellt.
Quelle: ORF
13.7.2011 Nach einer Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts mussten sich 80 Prozent der Heime, knapp 70 Prozent der Internate und 50 Prozent der Schulen in der jüngeren Vergangenheit mit Verdachtsfällen sexueller Gewalt auseinandersetzen.
Quelle: Nassauische Neue Presse
Quelle: emsdettener Volkszeitung

13.7.2011 Christian Pfeiffer, einer der Untersucher der von den kath. Bischöfen in Auftrag gegebenen Forschung über Täter und Überlebende, im Interview bei Domradio. Er weist übrigens darauf hin, dass alle Opfer, die dies wollen, mit der Forschungsgruppe Kontakt aufnehmen können.
Quelle: Domradio
Quelle: DBK

12.7.2011 Die Ermittlungen gegen den beldischen Bischof Vangheluwe wurden eingestellt.
Quelle: Domradio

12.7.2011 In Quebec steht ein katholischer Priester, der 13 Kinder missbraucht hat, vor Gericht.
Quelle: tz-online

10.7.2011 Beim ersten Dialog-Treffen in Mannheim kristallisierten sich folgende Themen für die Weiterarbeit heraus: "Viele wünschten sich eine Kirche, in der die Laien mehr zu sagen haben und Frauen zumindest Diakoninnen werden können, eine Kirche, in der Geschiedenen oder sonst Gescheiterten nicht die Rechtgläubigkeit abgesprochen wird und Wiederverheiratete zur Eucharistiefeier gehen dürfen. Sie wollen eine Kirche mit einer anderen Sexualmoral, die Homosexuelle nicht ausgrenzt."
Quelle: Tagesspiegel

8.7.2011 An dem Dialog-Prozess, der heute und morgen in Mannheim stattfindet, nehmen 300 Menschen teil, unter ihnen  ca 95 Frauen.
Quelle: dbk

8.7.2011 Die evangelische Kirche registriert, dass die kath. Kirche Wege aus der Vertrauenskirche sucht.
Quelle: evangelisch.de

8.7.2011 Die Wiener Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen drei hochrangige kath. Priester - unter ihnen Kardinal Schönborn - eingestellt. „Auch wenn man davon ausgeht, dass die Angaben der Betroffenen korrekt sind, ist der Tatbestand der sexuellen Nötigung rechtlich nicht gegeben“, sagt Vecsey. Die Verjährung der Vorfälle bezeichnet er allerdings als „Hauptgrund“ für die Einstellung des Verfahrens.
Quelle: ORF

8.7.2011 Der kath. Priester aus dem Bistum Aachen, der in D. wegen sexuellen Missbrauchs von 25 Kindern gesucht mit Internationalem Haftbefehl gesucht wird, steht derzeit in Südafrika vor Gericht.
Quelle: Grenzlandnachrichten

7.7.2011 Die Deutsche Bischofskonferenz hat zwei Forschungsaufträge vergeben. Sie sucht verlässliche Informationen zu den Missbrauchsfällen, zur Vorgehensweise und den Motiven der Täter und zu den Opfererfahrungen. Ziel ist eine wirksamere Vorbeugung vor sexuellem Missbrauch. An den Projekten beteiligt sind Bischof Ackermann, der Kriminologe Christian Pfeiffer und der Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Uni Duisburg-Essen, Norbert Leygraf.
Quelle: kath.web
Der Spiegel berichtet, dass in allen 27 Bistümern die Akten der letzten 10 Jahre untersucht werden sollen und in 9 Diözesen die Akten seit 1945.
Skydaddy bezweifelt die Unabhängigkeit der beauftragten Forscher.
Wir sind Kirche merkt an: "Doch über die Untersuchung von Einzelfällen hinaus müssen nach Ansicht der katholischen Reformbewegung in diesen Forschungsprojekten auch die Fragen nach möglichen strukturellen Ursachen und nach den tieferen Zusammenhängen von Macht, Sexualität und Missbrauch gestellt werden, die zu sexualisierter Gewalt und ihrer oft jahrzehntelangen systematischen Vertuschung führen. Das schließt auch Fragen der kirchlichen Amts- und Machtstruktur ein, denn jeder Fall von sexualisierter Gewalt ist zunächst ein Machtmissbrauch. Auch der Umgang der katholischen Kirche mit dem Thema Sexualität und Homosexualität ist vermutlich ein wesentlicher Teil des Problems." WsK weist auch auf die Möglichkeit umfangreicher Aktenvernichtungsaktionen hin, die in der Zeit zwischen Ankündigung der Untersuchung und Beginn möglich geworden sind. WsK mahnt ebenfalls an, dass sexualisierte Kindesmisshandlung kein Phänomen des letzten Jahrzehnts ist, eine Untersuchung der letzten 10 Jahre dem Ausmaß des Problems also nicht gerecht wird. "Die geplante detaillierte Befragung der Überlebenden sexualisierter Gewalt (sogen. „Opfer“) per Fragebogen wirft einmal mehr die Frage auf, wie viel ungefragte Konfrontation mit dem Tathergang die Überlebenden verkraften. Es entsteht der Eindruck, als seien für ein individuelles Eingehen auf ihre Bedürfnisse weder ausreichend Personal noch ausreichende Mittel vorhanden. Warum verweigern die Bischöfe den Betroffenen nach wie vor die Qualifizierung als „Überlebende“? Wer diese Würde der Betroffenen nicht wahrnimmt und achtet, zeigt einmal mehr, dass er zu einer Begegnung auf Augenhöhe weder willens noch in der Lage ist."
Auch Christine Bergmann möchte die Untersuchung nicht zeitlich beschränkt wissen.
Kommentar: Die Vorgabe, dass die Untersuchung auf die letzten 10 Jahre beschränkt wird, nimmt in Kauf, dass alle diejenigen, die durch Traumatisierung amnestisch wurden und/oder aufgrund der Gewaltfolgen nicht in der Lage sind, sich zu äußern oder Anzeige zu erstatten, unberücksichtigt bleiben. Das Bild dürfte kaum der Wirklichkeit entsprechen. Ob die Maßnahmen von Vorgesetzten, die durch Versetzung, Vertuschung, Aktenvernichtung.... Täter schützten, ebenfalls untersucht werden, ist nicht bekannt.
7.7.2011 Hier können Sie sich an einer Unterschriftenaktion gegen den Verkauf von 200 Panzern nach Saudi-Arabien beteiligen.
Quelle: campact
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6.7.2011 Gotthard Fuchs denkt über den Dialog nach. CiG

6.7.2011 Ein irischer Priester verklagt den irischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender RTE wegen übler Nachrede. Der Sender hatte über jahrzehntelangen sxuellen Missbrauch durch kath. Missionare in Afrika berichtet und u.a. den Mill-Hill-Missionar Kevin R. beschuldigt, in Kenia ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt zu haben und ein Kind mir ihr gezeugt zu haben. Der Angeschuldigte musste als Seelsorger zurücktreten und aus dem Pfarrhaus ausziehen. Er sagt, er sei unschuldig.
Quelle: kath.web

18.11.2011 Der im Juli 2011 Beschuldigte ist rehabilitiert. Er hat sich als unschuldig erwiesen. Quelle: kath.web

5.7.2011 Der Vorstand der Priester, die den Aufruf zum Ungehorsam in Österreich starteten, wird  von Kardinal Christoph Schönborn zum Gespräch eingeladen.
Quelle: ORF

5.7.2011 Katholische Reformgruppen sagen, dass sie zum Dialogprozess, der am Freitag in Mannheim startet, nicht eingeladen wurden. Sie fordern einen fairen Dialog.
Quelle: orf

5.7.2011 Der Bundessicherheitsrat hat  Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und Algerien bereits genehmigt. Dabei handele es sich um Rüstungs- und Sicherheitsprojekte in Algerien in Höhe von zehn Milliarden Euro sowie um zweihundert Leopard II-Panzer, die für Saudi-Arabien gebaut werden sollen. Die Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel“ appelliert an die Bundesregierung, aufgrund der Missachtung grundlegender Menschen- und Bürgerrechte in beide Länder keine Waffen und Rüstungsgüter zu liefern.
Quelle: pax christi

4.7.2011 Nach langem Ringen hat sich die KSJ - Diözese Würzburg - von ihrem langjährigen Mentor, einem Franziskaner-Minoriten, getrennt, der wegen sexuellen Missbrauch suspendiert wurde. Hilfreich war ein Treffen von KSJ-Mitgliedern mit einem Opfer des Mentors.
Quelle: Mainpost

4.7.2011 In der Evangelischen Kirche im Rheinland haben sich inzwischen 56 mutmaßliche Missbrauchsopfer gemeldet.
Quelle: nachrichten t-online

4.7.2011 Die irischen Orden mussten ihre Vermögenslage aufdecken. Sie besitzen 3,8 Milliarden € und beteiligen sich mit  476 Millionen € an den Zahlungen von 1,36 Milliarden Euro an "Entschädigungszahlungen" für Missbauchsopfer.
Quelle: Radio Vatikan

3.7.2011 Bischöfe sollen nach Ansicht des vatikanischen Chefermittlers für Missbrauchsfälle Missbrauchsopfer persönlich treffen. Wer nicht selbst mit den Betroffenen spreche, könne „das Drama dieser schrecklichen Sünden niemals wirklich verstehen“, so Scicluna im Gespräch mit dem Internetportal Vatican Insider.
Quelle: Radio Vatikan

2.7.2011 Johannes Röser denkt über die Entwicklung der Kirche im 21. Jahrhundert nach.
CiG

1.7.2011 Der Hausarrest, dem der frühere IWF-Vorsitzende Strauss-Kahn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Hotelangestellten unterlag, wurde aufgehoben. Die Rolle des mutmaßlichen Opfers ist unklar. Möglicherweise hat die Frau mehrfach gelogen und versucht, eine Situation herzustellen, aus der sie Kapital schlagen wollte.
Quelle: Spiegel

1.7.2011 Die Österreicherin, die z.T. hochrangige Geistliche des Missbrauchs beschuldigt, wurde von einem Psychiater, den ein Beschuldigter um ein Gutachten bat, aufgrund von vielen sms' und Mails als "Borderlinerin" diagnostiziert, ohne dass dieser Gutachter die Frau je gesehen hat. Unklar scheint auch zu sein, wie eine solche Diagnose an die Öffentlichkeit gelangen kann. Die Frau hat Strafanzeige  bei der Ärztekammer gestellt. Der Gutachter ist inzwischen aus der Gesellschaft für Psychiatrie ausgetreten. Die Ärztekammer überprüft das Geschehen.
Quelle: ORF

1.7.2011 Gegen einen Geistlichen, der in Kempen, Lobberich und Hinsbeck tätig war, wird in Johannesburg verhandelt. Ihm wird vorgeworfen, er habe sich mehreren Erstkommunionkindern sexuell genähert. Wie das Verfahren ausgeht, ist offen. Deutschland hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Priester erwirkt, weil in Deutschland mindestens 25 Zeugenaussagen vorliegen, die den Vorwurf sexuellen Missbrauchs erheben.
Quelle: wz

1.7.2011 Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den früheren Pfarrvikar der katholischen Seelsorgeeinheit Tiengen-Lauchringen - in Irland im Auftrag der Legionäre Christi tätig - eingestellt. Die irischen Behörden haben ihre Ermittlungen ebenfalls eingestellt. Ob die angezeigten Vorwürfe überhaupt für eine Anklageerhebung ausreichten, ist unklar. Zudem ist seit mehr als 10 Jahren Strafverfolgungsverjährung eingetreten. Das Erzbistum Freiburg hält die derzeitige Beurlaubung aufrecht.
Quelle: Südkurier

29.6.2011 Über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Afrika berichtet der Spiegel.

27.6.2011 In der Klasnic-Kommission haben sich 964 österreichische Opfer von kath. Priestern gemeldet. Das sind 55 mehr als noch am 13.5.d.J.
Quelle: Die Presse

27.6.2011 Die Frau, die angibt, vom Leiter von Missio Austria sexuell genötigt worden zu sein, hat einen weiteren Priester, einen Franziskanerpater, beschuldigt, sie als 17-Jährige missbraucht zu haben. Der Priester hatte gestanden, inzwischen aber wohl sein Geständnis widerrufen. Er ist inzwischen suspendiert.
Quelle: Kleine Zeitung

26.6.2011 Dem Leiter von Missio wird sexuelleNötigung von einer Frau vorgeworfen. Der Beschuldigte und Missio erklären, wie zuvor auch der Vatikan, die Anschuldigungen entbehrten einer Grundlage.
Quelle: Radio Vatikan

25.6.2011 Österreichische Pfarrer reden Klartext.

25.6.2011 Im Bistum Trier wurden an 11 Opfer Entschädigungen gezahlt 26 haben einen Antrag auf Entschädigung gestellt. Im Bistum Mainz gingen 13 Anträge ein, 4 Fälle wurden entschieden, in einem Fall wurde eine Zahlung abgelehnt. Den "Entschädigten"  versucht die Diözese mit Gesprächen, und praktischen Ratschlägen zu helfen. Im Bistum Speyer gingen 12 Anträge ein, 11 sind positiv beschieden worden; ausbezahlt wurde noch nicht. Im Bistum Limburg wurden 5 Anträge gestellt, eine Entscheidung der zuständigen DBK gab es noch nicht.
Quelle: Rheinzeitung
Ein Opfer aus dem Bistum Trier äußert sich hier.
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24.6.2011 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart werden Verantwortliche auf die Opfer von (sexualisierter) Gewalt durch Priester zugehen, den Antrag auf "Entschädigung" zur Sprache bringen und den Opfern anbieten, vorhandene Unterlagen zu benutzen, so dass sie den unsäglichen "Antrag" nicht ausfüllen müssen. Es ist der Versuch, eine Retraumatisierung der Opfer zu vermeiden.
Quelle. swr.de

23.6.2011 In der bayerischen Diözese Würzburg haben 8 der 40 bekannten Opfer einen Antrag auf "Entschädigung" gestellt. In Augsburg  sind es 12, in Bamberg 5, in Eichstätt "relativ wenige". Die Bistümer München, Regensburg und Passau machten keine Angabe. Laubenthal, Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg, vermutet, dass für viele Opfer der Betrag von bis zu 5000 € zu niedrig sei und sie daher ganz auf einen Antrag verzichtet haben. Zudem hätten wohl manche Schwierigkeiten, den achtseitigen Fragebogen auszufüllen.
Im Kloster Ettal haben nach Auskunft des Sprechers der Ettaler Missbrauchs- und Mishandlungsopfer, Köhler, wohl 60 der rund 100 Betroffenen Antrag auf Entschädigung gestellt. Köhler sagt, dass viele Opfer ihre Geschichte nicht noch einmal erleben wollen und daher keinen Antrag stellen. Köhler prangerte an, dass einige ehemalige Ettaler die Opfer als "Nestbeschmutzer" beschimpften.
Quelle: br
Kommentar: Wer das Antragsformular kennt und ein wenig von Traumafolgen weiß, der weiß auch, dass nicht viele Opfer in der Lage sind, das Formular auszufüllen. Ob die Abschreckung der Opfer durch das Antragsformular von der DBK beabsichtigt war oder auf das Unwissen der DBK über Traumafolgen zurückzuführen ist, lässt sich nicht erkennen. Einen Zweck für die DBK erfüllt es allemal - die Entschädigungszahlungen werden sich in Grenzen halten.
(Nach meiner Zählung gibt es übrigens in Würzburg 62 Opfer - Laubenthal sprach von mehr als 83 - und in Ettal 120 oder mehr, in Augsburg 80, in Bamberg 25 und in Eichstatt 8.)

18.6.2011 Der Vatikan will den Bischöfen helfen, Missbrauchsfällen vorzubeugen.
Quelle: Radio Vatikan

18.6.2011 Mehr als 100 Jahre lang - bis in der 1970er Jahre - hat die britische Regierung über 100 000 Heimkinder nach Australien und in andere Kolonien des Empire deportiert. Den Kindern wurden "Oranges and Sunshine" versprochen. So lautet der Titel des Films von Jim Loach. Loach hat mit der Frau zusammengearbeitet, die die Menschenrechtsverletzung 1984 aufdeckte: Margaret Humphreys. Der Regisseur sagte: "Die Regierungen von Großbritannien und Australien haben sich erst sehr spät für diese illegale Praxis entschuldigt. Von der Kirche kamen kaum Reaktionen."
Quelle: news.de

18.6.2011 Die Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart wollte im Oktober über Sexualität und Kirche debattieren. Bischof Fürst hat die Tagung verboten. Seine Begründung: Er befürchtet, dass die Tagung zu einer Polarisierung führt, die ein GEspräch zwischen Vertretern der unterschiedlichen theologischen und kirchenpolitischen Richtung erschweren oder unöglich machen würden.
Quelle: FR
Das Verbot des Bischofs kam wohl aufgrund des Protestes rechter Kreise zustande.
Quelle: swr

16.6.2011 Ein früherer Offizial des Bistums Lausanne muss für 30 Monate ins Gefängnis, 10 davon unbedingt. Er hat Geld veruntreut. (Da geht es mit der Verurteilung und Suspendierung und dem Ausschluss vom priesterlichen Dienst erstaunlich schnell!)
Quelle: 20 min.ch

16.6.2011 In den hessischen Bistümern Fulda und Limburg wurden bislang keine Entschädigungen an MIssbrauchsopfer gezahlt.
Quelle: Fuldaer Zeitung

13.6.2011 R.Heusbourg, Vorsitzender der unabhängigen Hotline für Missbrauchsopfer der Katholischen Kirche in Luxemburg, stellt fest, dass das Ergebnis der 4 Monate lang geschalteten Hotline eine Statistik und die gesammelten Aussagen von 138 Opfern sei. Sonst sei nichts geschehen. Weder die kath. Kirche noch der Staat haben ein Interesse an einer vollständigen und nachhaltigen Aufklärung dieser Verbrechen.
Quelle: luxprivat

11.6.2011 Bischof Gonzalo Lopez Maranon ist seit dem 24. Mai im Hungerstreik. Der Hungerstreik ist der Versuch, ein Zeichen der Versöhnung in seiner früheren Diözese San Miguel, Ecuador, zu setzen. Mittlerweile haben sich zahlreiche Bischöfe aus Ecuador, aber auch aus anderen lateinamerikanischen Ländern mit dem Anliegen ihres Amtsbruders solidarisiert. Im Hintergrund des Hungerstreiks geht es um einen innerkirchlichen Konflikt und um einen Konflikt zwischen Kirche und Regierung. Der Vatikan hatte als Nachfolger von Maranon den konservativen Argentinier Schindler vorgeschlagen. Der befreiungstheologisch orientierte ecuadorianische Staatspräsident hatte Schindler abgelehnt mit der Begründung, die Linie Schindlers diene dazu, die soziale Arbeit in der Diözese zu zerstören und eine rückwärtsgewandte fundamentalistische Sekte an die Macht zu bringen. Der Hungerstreik zieht mittlerweile internationale Aufmerksamkeit auf sich, denn Bischof Lopez hatte sich in seinen 26 Amtsjahren einen Ruf als Anwalt der indigenen Bevölkerung erworben. Unter anderem protestierte er international gegen ein vom US-Ölkonzern Chevron verursachtes Umweltdesaster. Seitdem ist er in Ecuador äußerst populär. Allzu lange werden sich die Bischöfe mit ihrer Entscheidung nicht Zeit lassen können. Sie müssen abwägen, ob ihnen die Rückkehr eines populären Bischofs in seiner pastorale Heimat wichtiger ist als der Eindruck, sich von der Regierung des Landes Personalentscheidungen vorschreiben zu lassen.
Quelle: http://www.domradio.de/aktuell/74236/ein-bischof-probt-den-aufstand.html

11.6.2011 Der Vatikan hat die erste Phase seiner Vor-Ort-Untersuchungen in Irland abgeschlossen. Es sei ein hinreichend vollständiges Bild entstanden. Die Ergebnisse der im März 2010 angekündigten Visitation sollen Anfang 2012 veröffentlicht werden. "Der katholische Primas von Irland, Erzbischof Diarmuid Martin, hatte dem Vatikan in der vergangenen Woche vorgeworfen, noch keine Konsequenzen aus den Visitationen gezogen zu haben. Er erwarte sich von den Ergebnissen der Visitationen wichtige Anregungen für die Erneuerung der irischen Kirche. 'Ich verliere deshalb zunehmend meine Geduld mit der Langsamkeit des Prozesses, der vor über einem Jahr begonnen hat' so der Erzbischof, der selbst über Jahrzehnte in Diensten des Vatikan arbeitete. Dies sei 'keine Kritik am Heiligen Vater, sondern eine Aufforderung an seine Mitarbeiter', so Martin. Und weiter: 'Je länger uns die Früchte der Visitationen vorenthalten werden, desto größer ist die Gefahr falscher Erwartungen; desto mehr werden jene ermuntert, die nichts von Reformen halten.'
Quelle: katholische sonntagszeitungKommentar: Erzbischof Martin vergaß darauf hinzuweisen, dass sich Anfang 2012 kein Mensch - ausgenommen die Opfer, so sie bis dahin noch nicht aufgegeben haben - mehr für die Kirche und ihren Umgang mit Missbrauchsopfern interessieren wird. 

11.6.2011 Ein Aktuelles Forum des Frankfurter Domkreises Kirche und Wissenschaft will sich mit der Frage nach dem Glauben der Opfer von Misshandlung/Missbrauch am Freitag, 17. Juni, um 19.30 Uhr im Haus am Dom befassen. Thema: "Missbrauch – sexuelle Gewalt – christliche Spiritualität“.
Quelle: Bistum Limburg
Der Journalist Matthias Matussek hat die Debatte um sexuelle Gewalt gegen Heranwachsende als massiv antikirchlich kritisiert. „Ich halte die Diskussion um Missbrauch für eine der größten Entgleisungen, Verzerrungen und Kirchenkampfkampagnen, die man sich nur vorstellen kann“, sagte der „Spiegel“-Autor. „Seit dem Missbrauchsskandal ist jeder, der sich als katholisch outet, pädophilieverdächtig."
Quelle: Welt.de

10.6.2011 In Österreich wurden über 100 Verfahren gegen Priester, die Kinder oder Jugendliche missbraucht hatten, eingestellt - wegen Verjährung. Ein Verfahren wurde nicht eingestellt.
http://oe1.orf.at/artikel/278979
Im Maristeninternat versucht man, verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Verloren gegangen war es, als der langjährige Leiter der Einrichtung, Frater G., sich an Minderjährigen vergangenhatte.
Quelle: augsburger-allgemeine.de

9.6.2011 "Hat sich die Diskussion über sexuellen Missbrauch inzwischen weiterentwickelt? Hat man mehr verstanden?
Gallwitz: Ich persönlich glaube das nicht. Von dem Moment an, wo das wieder aus der täglichen Berichterstattung herausgenommen wurde, ist man wieder in die normale Denkweise zurückgegangen. Wenn ich mir vorstelle: Ich habe vor einigen Monaten Natascha Kampbusch getroffen und sie hat erzählt, dass erwachsene Leute in Wien vor ihr auf der Straße ausspucken. Da sehen Sie, dass Menschen wenig beeindruckt sind durch kurzfristige Hypes in der Berichterstattung. Was man nie glauben wollte, glaubt man einfach nicht. Es steckt immer die Vermutung dahinter, dass viele Kinder und junge Menschen die Opferschaft provoziert haben.
Die alte Ausrede: Das Kind hat mich verführt.
Gallwitz: Richtig.
Und die Opfer sind selber schuld.
Gallwitz: Ja. Das ist am einfachsten. Dann sind meine Nachbarn keine potentiellen Täter und damit ist die Welt wieder in Ordnung."
Quelle: planet-interview.de
Kommentar: Das ist ein zutreffender Ausschnitt aus einem Interview mit dem Polizeipsychologen Adolf Gallwitz. Es fehlt noch immer allerorten an Mitgefühl mit den Opfern. Das Krisenjahr 2010 hat nach meinen Erfahrungen daran nichts Entscheidendes geändert.
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9.6.2011 Heute war die Bundestagsdebatte über die "Entschädigung für Heimkinder". Vor leerem Haus bestätigten sich die Fraktionen, dass sie gute Arbeit geleistet haben. Von den 3 abstimmungsberechtigten Opfern hatten zwei zugestimmt, weil ihnen von Frau Rupprecht und Frau Vollmer gesagt wurde, wenn sie nicht zustimmen, dann würde der RTH platzen und die Heimkinder ganz leer ausgehen.
Geplant ist ein Fond, der mit 120 Millionen Euro ausgestattet wird. Ein Drittel davon zahlen die beiden Großkirchen und ihre Wohlfahrtsverbände.
Quelle: helmutjacob.over-blog.de
Quelle: Bundestagsdebatte
Quelle: Antrag an den Bundestag von CDU/CSU, SPD, FDP, B90/DIE GRÜNEN
Quelle: Dierk Schäfer
9.12.2010 Die Zeit
Verein ehemaliger Heimkinder
Schreiben des Vereins ehemaliger Heimkinder an die Mitglieder des Bundestages vom April 2011
Report Mainz vom 11.4.2011
Kommentar: Der Fond soll von den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden mit 40 Millionen Euro ausgestattet werden. Zwei Zahlen zum Vergleich: Die kath. Kirche hat für den dreitägigen Papstbesuch 10 Millionen (die nicht ausreichen) eingeplant. Für die Bankenrettung standen innerhalb einer Woche 480 Milliarden Euro zur Verfügung.

8.6.2011 Das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg räumte ein, einen Fehler im Umgang mit einem Missbrauchsopfer gemacht zu haben. Es hatte die Rechnung einer Therapeutin an den Täter geschickt, damit der sie begleiche. Auf der Rechnung stand die Adresse des Opfers. Künftig solle sichergestellt sein, dass die Adresse eines Opfers nur noch mit Einwilligung des Opfers an den Täter gegeben werden kann. Einen vorsätzlichen Verstoß gegen den Datenschutz weist das Erzbistum Freiburg zurück.
Quelle: Erzbistum Freiburg

7.6.2011 Mit einiger Sicherheit das das Ordinariat Freiburg die Daten eines Opfers an den Täter weitergegeben. Der Täter wandte sich daraufhin an die Therapeutin des Opfers und an das Opfer selbst.
Quelle: Zeit
Kommentar: Wenn dieser Vorgang der Wahrheit entspricht, dann ist er ungeheuerlich. Er zeigt, dass das Erzbistum Freiburg immer noch nicht weiß, dass Opferschutz vor Täterschutz zu gehen hat und was Täterschutz der Kirche bei Opfern anrichtet. Dieser Vorgang ist durch nichts zu entschuldigen.  Außerdem ist es üblich, dass Kirchenleute permanent um Verständnis bitten - für sich selbst. Für Opfer bleibt nicht viel Verständnis übrig.
Nicolaus Braas, Gewaltopfer aus Luxemburg, beklagt, dass die Kirche Luxemburgs keines ihrer Versprechen gehalten habe.
Quelle: luxprivat.lu

7.6.2011 Die meisten Täterorganisationen spielen auf Zeit in der Entschädigungsfrage für Missbrauchsopfer.
Quelle: FR

6.6.2011 Erstmals sind VertreterInnen von Betroffenen am Runden Tisch beteiligt. "Der runde Tisch mache viel und gute Arbeit zu Prävention und Intervention, hieß es. Aber, so fragt Christian Bahls: "Was geschieht mit den Altfällen? Was wird der runde Tisch am Ende tatsächlich für die Betroffenen geleistet haben?"
Quelle: taz

6.6.2011 Unterschriftenaktion von pro asyl gegen die Abschottungspolitik der Europäer. "Anlässlich des Treffen des Europäischen Rates am 24. Juni 2011 protestiere ich gegen die Politik der EU und ihrer Mitgliedstaaten in Bezug auf die dramatische Situation von Flüchtlingen...."
Zur Unterzeichnung

6.6.2011 Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag, Siegfried Kauder (CDU), äußert Kritik an der Vorgehensweise der katholischen Kirche in Bezug auf Entschädigungszahlungen für Opfer im baden-württembergischen Oberharmersbach und wirft der Kirche eine Art Verzögerungstaktik vor. Gegenüber "Report Mainz" sagt Kauder: "Man hält die Opfer hin. Das halte ich für eine katastrophale Folge einer Straftat mit psychischen Konsequenzen für das Opfer, die nicht sein dürfen, die eine Kirche nicht in Kauf nehmen darf." Auf die Frage, ob die katholische Kirche hier ihren moralischen Ansprüchen gerecht werde, antwortet Kauder: "Ich glaube eher nicht. Ich bin auch der Meinung, dass die Kirche diese Linie nicht lange wird durchhalten können."
Quelle: Pressemappe SWR
Die Deutsche Bischofskonferenz weist die Vorwürfe zurück.

4.6.2011 Die Spur führt nach Rom. "Seit den sechziger Jahren wurden in kirchlichen Einrichtungen in Belgien Kinder durch Priester und Ordensleute sexuell missbraucht. Das war den Vorgesetzten in vielen Fällen bekannt, die Informationen wurden nachweislich bis in den Vatikan weitergeleitet. Allerdings galt in der katholischen Kirche die Regel, dass Missbrauchsfälle nicht an weltliche Behörden gemeldet werden durften. Deshalb blieben die pädophilen Priester unbehelligt, wurden meist lediglich versetzt und avancierten so zu Wiederholungs- und Serien­tätern. „Inzestuöse Passivität“ nennt Peter Adriaenssens, der Ex-Vorsitzende der belgischen Untersuchungskommission zu den Missbrauchsfällen, dieses Stillschweigen.  Von „unterlassener Hilfeleistung“ spricht Opferanwältin Christine Mussche im profil-Interview."
Quelle: profil.at

1.6.2011 In Belgien haben etwa 80 Missbrauchsopfer gerichtliche Schritte gegen belgische Bischöfe und den Papst in Rom eingeleitet.
Quelle: Donaukurier

2.6.2011 Rund 80 mutmaßliche Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche in Belgien haben gerichtliche Schritte gegen den Vatikan und gegen Kirchenobere im eigenen Land eingeleitet. Vorladungen des Gerichts in Gent seien auf dem Weg, sowohl an belgische Bischfe als auch nach Rom, erklärte der Opferanwalt Walter Van Steenbrugge. Die Opfer werfen dem Papst vor, es versäumt zu haben, Anweisung zu geben und zu intervenieren, so dass die Missbrauchsverbrechen fortgesetzt werden konnten.
Quelle: Radio Vatikan

31.5.2011 "Nicht zuständig" - das müssen so manche Opfer von Gewalt hören, wenn sie sich an kirchliche Stellen wenden. Eine Institution schiebt der anderen die "Zuständigkeit" zu und keiner fühlt sich verantwortlich. Auf der Strecke bleibt das Opfer - hier ein Kind, das in der Psychiatrie untergebracht wurde, weil es keinen Heimplatz gab.
Quelle: Dierk Schäfer
s, auch wdr-Bericht

30.5.2011 Die "Gemeinschaft der Seligpreisungen" erhält eine neue Rechtsform. Anlass ist die Verurteilung des früheren Moderators der Gemeinschaft, Philippe Madre, Arzt und Ständiger Diakon, wegen Missbrauch. Mitglieder der Leitung hatten die sexuellen Übergriffe gegen Minderjährige nicht angezeigt. Die Gruppierung ist aus der Charismatischen Erneuerung hervorgegangen.
Quelle: kath.net

31.5.2011 Inzwischen korrigiert die "Gemeinschaft der Seligpreisungen" die Darstellung in der Presse, dass die neue Rechtsform der Gemeinschaft von der kirchlichen Behörde nicht mit der sexualisierten Gewalt des früheren Moderators der Gemeinschaft begründet wurde.
Quelle: kath.net

30.5.2011 Die belgische katholische Kirche will den Opfern (ca 500) ihre Würde wiedergeben und eine «finanzielle Entschädigung entsprechend ihrer Bedürfnisse» gezahlt werden. Der katholischen Kirche war in Belgien vorgeworfen worden, zu wenig Mitgefühl für die Opfer pädophilen Missbrauchs zu zeigen.
Quelle: südostschweiz
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30.5.2011 44 Alt-Ettaler haben einen Antrag auf Entschädigungszahlung wegen erlittener körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt gestellt. Der Vorsitzende des Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer teilte mit, dass es vielen schwer falle, etwas zu schreiben.
Quelle: domradio

28.5.2011 Interview mit Hans Küng. "Das Wort von der Diakonia, Dienst, ist in den Evangelien in sechs verschiedenen Fassungen überliefert. Das Wort Hierarchie dagegen, also heilige Herrschaft, wurde erst Jahrhunderte später eingeführt und ist das Gegenteil von Diakonia. Der mittelalterliche Papalismus ist pure Ideologie."
Quelle: Zeit

28.5.2011  Unter den Opfern von Gewalt gibt es auch vergessene Kinder in Österreich, z.B. aus privaten Heimen wie Pro Juventute.
Quelle: diepresse.com

28.5.2011 Das Tischtuch zwischen den ehemaligen Heimkindern "Gut an der Linde" und der Bergischen Diakonie Aprath scheint endgültig zerschnitten.
Quelle:rundschau-online

27.5.2011 Don Riddardo Seppia, ein in Italien verhafteter katholischer Priester ist HIV-positiv und kokainsüchtig. Sexuellen Missbrauch von Minderjährigen bestreitet er.
Einem früheren Seminaristen wird Anstiftung zur Prostitution vorgeworfen. Der Ex-Sminarist und Seppia telefonierten häufiger über ihre "sexuellen Abenteuer". Ein 18-Jähriger wird beschuldigt, Seppia und dem Ex-Seminaristen Minderjährige zugeführt zu haben. In einem Telefonmitschnitt sagte der Priester, der 18-JÄhrige möge ihm einen Zehnjährigen suchen, möglichst dunkelhäutig - und er solle sich bei drogenabhängigen Müttern umschauen. Ein Arzt erklärte, seine Kindetr seien bereits 1994 von Seppia mit sexuellen Äußerungen belästigt worden. Der Arzt habe Anzeige erstattet und das Telefon des Geistlichen sei abgehört worden. Der Geistliche wurde versetzt. Der frühere Pfarrer von Genua Piercarlo Casassa erklärte, er habe die Kurie 1986 über den Verdacht informiert. Konkrete Beweise haben gefehlt. Am 15. Mai noch hatte der zuständige Bischof , Kardinal Angelo Bagnasco, geäußert, die Information treffe die Kirche wie ein Blitz auss heiterem Himmel. (kath.web)
Quelle: der standard

27.5.2011 Ein Kriminologe zu den Mustern an Misshandlungen in Institutionen
Quelle: Zeit

27.5.2011 Die Zahl der getöteten Kinder in Deutschland nimmt ebenso zu, wie die Zahl von Kindern, die misshandelt und missbraucht werden.
Quelle: ntv

26.5.2011 Diskussion bei Maischberger ein Jahr nach Beginn der öffentlichen Missbrauchsdiskussion.

26.5.2011 Schockenhoff zur Diskreditierung des Begriffs "Dialog" durch die Kath. Kirchenleitung.
Quelle: CiG

25.5.2011 Am 27. März 1995 hatte profil die Geschichte des Groer-Opfers Josef Hartmann veröffentlicht. Die erste Reaktion der Kirche kam von den damaligen Weihbischöfen Helmut Krätzl und Christoph Schönborn und lautete: Eine solche Verleumdungskampagne gegen Priester habe es seit der Nazi-Zeit nicht gegeben. Schönborn entschuldigte sich später für den Nazi-Vergleich. Ihm war in den Wochen nach der profil-Veröffentlichung klar geworden, dass die Anschuldigungen von Hartmann und der profil-Bericht richtig sind. 3 Jahre später (! für Opfer eine unendlich lange Zeit später) sagte er, er habe die moralische Gewissheit, dass die Vorwürfe gegen Groer im Wesentlichen zutreffen.
Quelle: kurier.at

25.5.2011 Die Bundesregierung sollte sich ihre Empfehlungen sehr schnell zu eigen machen und den Worten des Bedauerns auch sichtbare Taten folgen lassen, um die Opfer nicht ein zweites Mal einem demütigenden Verfahren um Anerkennung und Wiedergutmachung auszusetzen.
Quelle: Morgenweb

25.5.2011 Missbrauchsopfer von Jesuiten fühlen sich vom Orden hingehalten
Quelle: Welt

25.5.2011 Die Opfer sind lästig und die Kirche will das Thema schnell vom Tisch haben, kommentiert die Welt.25.5.2011 Die Opfer aus Kinderheimen in den östlichen Bundesländern werden übersehen.
Quelle: Tagesspiegel

25.5.2011 Dem Kommentar von Jens Schmitz in der Badischen Zeitung ist nichts hinzuzufügen. Er schreibt: "Bergmanns Empfehlungen bei den verjährten Fällen sind dagegen vor allem für jene Institutionen unangenehm, die dachten, sich mit dem Hinweis auf die direkte Verantwortung der Täter einer Mithaftung entziehen zu können...Die 5000 Euro, die die katholische Kirche neben Therapien anbietet, sind allerdings nicht nur im Vergleich mit Entschädigungen in Irland oder den USA lächerlich wenig, sondern auch angesichts des Ordnungsgelds von bis zu 250 000 Euro, mit dem das Bistum Regensburg derzeit einen Blogger bedroht, der ihm Vertuschung vorgeworfen hatte. Das Hamburger Landgericht befand, der Journalist habe das nicht ausreichend nachweisen können. Unabhängig vom Berufungsverfahren klafft hier die Wertzumessung zwischen einer zerstörten Kinderseele und einer vermeintlich in ihrem Ruf geschädigten Prominenz doch arg auseinander. ...Sollten Bergmanns teure Vorschläge annähernd so umgesetzt werden, wie sie im Raum stehen, wäre das ein Zeichen gesamtgesellschaftlicher Solidarität mit denjenigen, die in dieser Republik zu den einsamsten Opfern geworden sind. Allerdings wird man dann auch über die Entschädigungsansprüche der Heimkinder noch einmal sprechen müssen, die bislang ebenfalls 5000 Euro erhalten sollen....Eine Einsicht bleibt vor allem den Kirchen nicht erspart: Mehr als anderswo sind Opfer hier anfällig für eine zweite bittere Enttäuschung – wenn nämlich die versprochene Transparenz und der Anspruch, Seelsorge für die Beladenen zu betreiben, im direkten Kontakt nicht vorbehaltlos spürbar werden..."

24.5.2011 Das Opfer eines Präfekten bei den Regensburger Domspatzen berichtet: "Von der Katholischen Kirche hat sich bis zum heutigen Tag keiner bei mir gerührt, keiner hat sich entschuldigt. Das einzige Angebot, das ich bekam, war vom Bistum Eichstätt, ich könne ja zu einem seelsorgerischen Gespräch vorbeikommen. Und es rief eine Missbrauchsbeauftragte an aus Regensburg. Sie ist laut ihren eigenen Worten unabhängig, keine Vertreterin der Kirche. Als sie dann aber auf unserer Seite im Internet las, die Kirche hätte keinerlei Kontakt aufgenommen, rief sie mich noch mal an und meinte, das stimmt ja nicht, sie hätte sich doch gemeldet. Da konnte ich nur sagen: Liebe Frau B., Sie sind doch angeblich eine unabhängige Person, Sie sind doch nicht die Katholische Kirche. Sie hat sich auch nicht entschuldigt für das, was uns angetan wurde. Keiner der direkten Täter hat sich entschuldigt."
Quelle: Donaukurier

25.11.2011 Bischof Gerhard Müller, Regensburg, spricht von einer „Inszenierung“ sexuellen Missbrauchs gegen die Kirche durch einen bestimmten, aber nicht näher definierten Personenkreis. Er verharmlost die Verantwortung der Kirche mit der (prinzipiell richtigen) Feststellung, dass sexuelle Gewalt kein ausschließlich kirchliches Problem sei und lässt die Leser schließlich wissen: „Dass Missbrauch von den Verantwortlichen in der Kirche absichtlich vertuscht worden ist, dafür habe ich keinen Beleg.“
Quelle: regensburg-digital

24.5.2011 Im Bistum Trier bekommen erste Opfer Entschädigungszahlungen. Der Bischofskonferenz liegen 400 Anträge vor.
Volksfreund

24.5.2011 Maischberger: "Ein Jahr Kampf gegen sexuellen Missbrauch: Wie machtlos sind wir?"

24.5.2011 Zusammenfassung der Ergebnisse über "Konfessionelle Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschland"
Quelle: ruhruni bonn

24.5.2011 Tilmann Jens, Odenwaldschule, macht aus Opfern Täter und aus Tätern Opfer.
Quelle: FR
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24.5.2011 Der Pater der Benediktinerabtei in Trier, der sich an mindestens drei Jugendlichen - eingestandenermaßen - vergangen hat, muss nun doch mit einer staatsanwaltschaftlichen Untersuchung rechnen. Der Abt des Klosters kennt die Vorwürfe seit einem Jahr und hat die Staatsanwaltschaft nicht informiert. Vielmehr stellte er selbst fest, dass die Taten verjährt seien. Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt nun.
Quelle: Volksfreund

24.5.2011 In der irischen kath. Kirche wird von irischen Missionaren berichtet, die in Afrika über 30 Jahre hinweg Kinder missbrauchten und vergewaltigten. Im fokus der Berichte steht ein Redemptoristenpater, der 1996 einen 16-Jährigen in den Slums von Kapstadt und später einen sudanesischen Flüchtling missbraucht haben soll. Die beiden mutmaßlichen Opfer berichteten, dass sie psychologisch untersucht wurden - nicht der mutmaßliche Täter. Der Täter wurde versetzt, aber nicht angezeigt.
In Kenia soll ein Priester der Mill-Hill-Missionare ein siebenjähriges Kind missbraucht haben. Und in Kenia soll ein weiterer Missionar bei der Vergewaltigung eines kenianischen Mädchens eine inzw. 29-jährige Tochter gezeugt haben. Der Beschuldigte wies die Anschuldigungen zurück.
Quelle: kathweb, Radio Vatikan,

24.5.2011 Die katholische Kirche etwa müsste laut Bericht der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung für 45 Prozent aller Missbräuche in Institutionen geradestehen - so hoch ist der Anteil der katholischen Taten. Der Bericht empfiehlt, Entschädigungszahlungen an gesetzlichen Schmerzensgeldregelungen zu orientieren. Dort ist von 3 000 bis 50 000 Euro die Rede. Bergmann: "Banken sind auch gerettet worden, da kann man auch Betroffene anfangen zu retten."
Quellen: Abschlussbericht, Zusammenfassung des Abschulssberichtes, taz, taz, Zeit, Süddeutsche, dradio, FR
Im Domradio heißt es, die Empfehlungen der Missbrauchsbeauftragten seien "kompatibel mit dem, was wir [kath. Kirche] praktizieren". Wie es zu dieser Aussage kommen kann, da für die kath. Kirche die Obergrenze von Entschädigungszahlungen bei 5 000 Euro liegen, im Bergmann-Bericht jedoch bis zu 50 000 Euro genannt werden, entzieht sich meiner Vorstellung.
Quelle: Domradio

23.5.2011 Auch im Stift Kremsmünster gab es sexualisierte und körperliche Gewalt. Das Stift hatte nun zu einer Aufführung des Zwei-Personen-Stücks "Die Beichte" von Mitterer geladen. Der Abt sagte:  „Innerhalb des letzten Jahres ist uns allen bewusst geworden, dass es in unseren Erziehungseinrichtungen zu Übergriffen gegen Schüler gekommen ist, für die ich mich als Abt mehrmals entschuldigt habe. Ich und Mitbrüder hatten Kontakt zu Betroffenen in verschiedener Weise, und dabei wurde mir bewusst, wie tief die Verletzungen in Worten oder Handlungen gehen, die schon Jahrzehnte zurückliegen. Ich bin überzeugt, dass wir in der Auseinandersetzung mit den dunklen Kapiteln unserer Vergangenheit eine Reinigung erleben, die wieder verstärkt Gott in den Mittelpunkt unseres Lebens und unseres Handelns stellt. Wir werden erneuert aus dieser Auseinandersetzung hervorgehen. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchte es einen ehrlichen und ernüchternden Blick. Nichts soll verharmlost oder verschwiegen werden.“
Quelle: presse.com
Seit einiger Zeit ist das Theaterstück wieder verfügbar.

23.5.2011 Pater B. von den niederländischen Salesianern war Mitglied bei der Vereinigung "Martijin", eine Gruppe, die die Entkriminalisierung von Pädophilie anstrebt. Sein Orden distanzierte sich von Pater B. ebenso wie vom niederländischen Salesianer-Oberen Herman Spronck. Spronck hatte Verständnis für die Haltung von Pater B. geäußert.
Quelle: Radio Vatikan

23.5.2011 Inzwischen sind 7 Opfer des Täters aus Delmenhorst, Bistum Münster, bekannt. Rückblickend habe die Leitung des Bistums Münster nun festgestellt, „dass die Besetzung in Allerheiligen mit dem Priester Franz N. eine grobe Fehlentscheidung war.“
Quelle: nwzonline.de23.5.2011

22.5.2011 Französische Feministinnen stellen fest, was nicht zu übersehen ist: Der alltägliche Machismo verharmlost sexualisierte Gewalt - unabhängig davon, ob Strauss-Kahn nun schuldig ist oder nicht.
Quelle: Spiegel

22.5.2011 Die Benediktinerabtei St. Matthias, Trier, informiert, dass das Ordensmitglied Bruder Bernhard sich in den 70er und 80er Jahren des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht habe. Drei Opfer seien bekannt. Der Abt äußerte sein Bedauern und schrieb, dass "das" für ihn und seine Gemeinschaft sehr schmerzhaft sei.

Quelle: Abtei St. Matthias


21.5.2011 Christine Bergmann, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, hat in dieser Funktion dazugelernt, obwohl ihr als Berliner Frauensenatorin und als Bundesfamilienministerin die Schwierigkeiten von Gewaltopfern nicht unbekannt waren: "Ich hab immer gedacht, ich weiß, was da los ist ... Ich hab vor allen Dingen begriffen, wie stark die Folgen sind. Die Älteste, die sich bei uns gemeldet hat, war 89, sie hat das erste Mal darüber geredet. Und man merkt, das ist alles noch da, das tut weh, das ist lebendig und hat Folgen gehabt für das ganze Leben. Das war für mich eine ganz ganz einschneidende Erfahrung."
Quelle: dradio

20.5.2011 Im Alter von acht bis elf Jahren wurde der Schauspieler Gabriel Byrne von Mitgliedern der Christian Brothers, einem weltweit tätigen Laienorden der katholischen Kirche, sexuell und körperlich missbraucht – erst in Irland, später auch in England. Das erste Mal sprach Gabriel Byrne vor drei Jahren in einem Radiointerview darüber. Im Interview lesen Sie mehr von ihm.
Quelle: Freitag

20.5.2011 In Delmenhorst hat sich ein weiteres Opfer des katholischen Priesters gemeldet, der 40 Jahre lang die Allerheiligen-Gemeinde in Deichhorst betreute. Insgesamt ist also inzwischen von 7 Opfern dieses Priesters auszugehen.
Quelle: weser-kurier

20.5.2011 Die von der katholischen Kirche der USA in Auftrag gegebene Studie über die Ursachen von Kindesmissbrauch in der kath. Kirche ist unter usccb.org nachzulesen. kath.net titelt, Missbrauch sei nun ein "historisches Problem" der Kirche und bemerkt: "Die Revolutionen infolge der „sexuellen Befreiung“ und der sogenannten 68er-Ereignisse treten immer deutlicher in ihrer Relevanz für das Auftreten von auch verbrecherischen Missständen hervor."

19.5.2011 Ines Pohl zeigt auf, wie in der Diskussion um den Vergewaltigungsvorwurf gegen Strauss-Kahn "die Perspektive des Täters" eingenommen wird, auch von renommierten Zeitungen. Dazu passt auch die Nachricht, dass die Ergo-Versicherung 100 ihrer Mitarbeiter eine Sex-Orgie mit 20 Prostituierten in Budapest spendierte. Die Frauen sollen nach jedem Kontakt einen Stempel erhalten haben. Der Spiegel berichtet ebenfalls.
Quelle: taz

18.5.2011 Opfer des Ahrensburger Pastors beklagen, dass die evangelische Kirche den Missbrauch an mutmaßlich 20 Opfern nicht sorgfältig aufarbeite.
Quelle: Tagesspiegel und taz und taz- Kommentar

18.5.2011 Die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann hat seit März 2010 ca 15 000 Anrufe und Briefe erhalten. Mehr als 60% der Fälle seien im familiären und sozialen Umfeld geschehen. Bei den Institutionen liege die kath. Kirche mit 45% der Fälle vorne. Bergmann sagte, die Regierung sei in der Pflicht, wenn es um Hilfe für lang zurückliegende Fälle gehe und für Menschen, die in ihren Familien missbraucht wurden.
Quelle: Domradio

18.5.2011 Rund 200 Demonstranten solidarisierten sich in Köln mit dem bekennend homosexuellen Theologen und Pädagogen David Berger. Sie protestierten gegen den Entzug der Lehrerlaubnis für Berger.
Quelle: Domradio

18.5.2011 Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken sagte, eine Diskussion um das Priestertum von Frauen würde "unsere Kirche zerreißen". Dass die Verweigerung von Gerechtigkeit für KatholikInnen ein anhaltendes Unrecht sei, sagte er nicht.
Quelle: Domradio

17.5.2011 Die Stiftung Freiheit der Presse wird morgen Anne Klesse, Uta Keseling, Joachim Fahrun, Daniel Müller, Michael Behrendt und Jens Anker  - alle bei der Berliner Morgenpost - mit dem ersten Platz des Wächterpreises auszeichnen. Die Journalisten haben das gesellschaftliche Bewusstsein darüf geschärft, dass Missbrauch und seine Vertuschung unter keinen Umständen hinzunehmen seien.
Quelle: journalist.de

16.5.2011 Ein Pfarrer aus dem Bistum Magdeburg, der Kinderpornografie (d.i. Folter an Kindern) konsumierte, ist zu 6 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.
Quelle: stern

16.5.2011 Die Glaubenskongregation des Vatikan hat ein neues Dokument zum Umgang mit Missbrauchsfällen veröffentlicht. Ziel aller Bemühungen müsse sein, Minderjährige zu schützen und den Opfern zu helfen, heißt es in dem Dokument.
Quelle: ORF
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15.5.2011 Ein chilenisches Gericht hat den 56-jährigen Priester der Gemeinde Melipilla wegen Sex mit 4 Minderjährigen - 16-17 Jahre alt - für 10 Jahre ins Gefängnis geschickt. Die Geliebte des Priesters hatte die Treffen mit den Jugendlichen organisiert. Sie wurde wegen Beihilfe zur Prostitution zu 5 Jahren Haft verurteilt.
Quelle: latina-press und ORF

15.5.2011 Im Erzbistum Genua wurde ein kath. Priester wegen des Verdachts, einen 16Jährigen missbraucht zu haben, festgenommen. Der Erzbischof sagte alle Termine ab und reiste sofort in die betroffene Gemeinde.
Quelle: kath.web

13.5.2011 Im November 2010 war noch von rund 650 Opfern die Rede, die sich bei der Klasnic-Kommission gemeldet habe. Inzwischen ist die Rede von 909 Opfern.
Quelle: nachrichten.at

12.5.2011 Der Publizist und Mitglied der Klasnic-Kommission Feichtlbauer sagt, Josef Hartmann, Missbrauchsopfer von Kardinal Groer, habe Pionierarbeit geleistet. Stimmt. Der Preis, den Hartmann bezahlt, heißt: Er findet unter seinem Namen keine Arbeit mehr.
Quelle: ORF

12.5.2011 Die Kirche in Luzern lässt den Missbrauch in Heimen erforschen. Die Synode hat 130.000 Franken für eine Studie bewilligt, die den gesellschaftlichen und ideologischen Gründen für den Missbrauch auf den Grund gehen will. Die beauftragten Herausgeber, die Theologen Markus Ries und Valentin Beck von der Universität Luzern, sollen nach Antworten suchen auf die Frage, weshalb der christlich gebotene Einsatz für Unterstützungsbedürftige nicht selten mit unterdrückerischen Mitteln geleistet worden ist.   Das Ergebnis wird im September 2012 erwartet.
Quelle: kipa/apic

12.5.2010 Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, dass eine kirchl. Organisation sich um die Opfer-Perspektive bemüht. Das Stift Kremsmünster führt das Mitterer- Stück "Die Beichte" auf. "Der Inhalt des im Jahr 2004 erstmals gespielten Theaterstückes erzählt die Geschichte eines verwaisten Buben, der von einem Priester missbraucht wird und als Erwachsener dasselbe mit seinem Sohn tut. Im Vorjahr wurden ähnliche Vorkommnisse aus vergangenen Jahrzehnten im oberösterreichischen Benediktinerstift öffentlich bekannt. Mit der Aufführung wollen die heutigen Stiftsverantwortlichen einen weiteren Beitrag zur Aufarbeitung des Geschehenen leisten. Der Reinerlös der Aufführung kommt einer Opferschutzorganisation zugute."
Quelle: kathweb.de

9.5.2011 Vor der Aufgabe der Neugründung. Die Kirche in sich wechselseitig verstärkenden Krisen. Michael N. Ebertz
Quelle: www.wir-sind-kirche.de

9.5.2011 Michelle Martin (51), die Exfrau und Komplizin des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux, kommt möglicherweise in Kürze frei.
Quelle: Süddeutsche

9.5.2011 Für drei Jahre muss ein Obermessdiener ins Gefängnis. Er hat zwei Jungen in Gerolstein/Vulkaneifel missbraucht. Wegen Verjährung wurden  16 der 30 Fälle nicht berücksichtigt. Zuvor war der Obermessdiener von einem Vikar missbraucht worden. Die Taten des Vikars sind verjährt. Er wurde vom Bistum Trier beurlaubt.
Quelle: fnp.de
Der Volksfreund berichtet außerdem, dass das Hauptopfer des Obermessdieners inzwischen ebenfalls wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. "Ein komplexes System" nannte es der Richter.

9.5.2011 Ein katholischer Geistlicher wurde vom Amtsgericht Passau zur Zahlung von 7500 Euro verurteilt. Das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs wurde vorläufig eingestellt. Dem Priester (49) wurde Missbrauch (küssen, streicheln, umarmen) von drei Mädchen vorgeworfen. Er bestreitet jeglichen sexuellen Hintergrund und bedauert das durch ihn entstandene Leid.
Quelle: trp 1

9.5.2011 In Belgien hat sich ein zweiter Geistlicher, der des Missbrauchs beschuldigt wurde, umgebracht.
Quelle: Domradio

8.5.2011 Die chilenische Justiz und eine katholische Bildungseinrichtung haben gegen den Bischof von Chillán, Carlos Pellegrín Barrera, Anzeige wegen des sexuellen Missbrauchs von Schülern eingereicht. Pellegrín, der am 25. März 2006 durch Papst Benedikt XVI zum Bischof ernannt wurde, war zwischen 1999 und 2006 Rektor der renommierten Schule Verbo Divino. Dort soll er sich unzüchtig gegenüber Schutzbefohlen verhalten haben. Die Behörden, welche durch eine anonyme E-Mail auf den Vorfall aufmerksam gemacht wurden, haben inzwischen Ermittlungen eingeleitet.
Quelle: latina press

8.5.2011 Josef Hartmann, der den Groer-Fall ins Rollen brachte, sagt im Interview, in der kath. Kirche habe sich in der Substanz nichts geändert. Zwar würden Würdenträger heute in Sachen Missbrauch anders auftreten, das sei aber nur der Erfolg von PR-Beratungen.
Quelle: ots.at
Franz-Xaver Kaufmann drückt es so aus: "Was in der gegenwärtigen Situation mich als gläubigen Katholiken besonders bedrückt, ist das Fehlen einer spirituellen Dimension in der Auseinandersetzung der Kirche mit dem Missbrauchsskandal."  (in: Kirchenkrise. Wie überlebt das Christentum? Freiburg 2011, S. 165)

8.5.2011 Rückblick auf die Missbrauchsfälle in Portugal. Unter den Tätern waren u.a. ein Psychiater, ein Showmaster, ein Diplomat.
Quelle: euronews

7.5.2011 Der Direktor einer katholischen Schule hat in der Dominikanischen Republik 7 Kinder zw. 3 und 7 Jahren missbraucht.
Quelle: hispaniola

7.5.2011 Esther Mujawayo, Überlebende, gibt den Opfern eine Stimme.
Quelle: taz
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6.5.2011 Manche Sexualstraftäter werden nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sicherheitsverwahrung freikommen, andere nicht.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Nicht umsonst nennt Renate Bühn (http://www.frau-lot.de/) sexuellen Missbrauch ein "sicheres Verbrechen". Von 2000 Sexualstraftätern werden nämlich 100 angezeigt, 15 tatsächlich angeklagt, 3 davon werden freigesprochen, 10 bekommen eine Bewährungsstrafe und nur 2 müssen tatsächlich mit einer Haftstrafe rechnen: das sind 0,1%. Da möge dann jede/r selber nachrechnen...

5.5.2011  Der päpstliche Laienrat hat der "Katholischen Weltunion der Presse" die Anerkennung entzogen. Diese UCIP darf sich nicht mehr katholisch nennen. Der Vorsitzende berichtet, er sei vor dieser Entscheidung nicht gehört worden und statutenwidrige Vorgänge könne er nicht erkennen. Die Gründung einer neuen weltweiten Vereinigung von katholischen Medienschaffenden zeichnet sich ab.
Quelle: orf

5.5.2011 Der frühere kanadische Bischof Raymond Lahey hat sich schuldig bekannt, Kinderpornographie eingeführt zu haben. Er war im September 2009 am Flughafen von Ottawa festgenommen worden. Der Ex-Bischof ist bereit, eine Gefängnisstrafe anzutreten. Im Vatikan sind kirchenrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden.
Quelle: rp-online

5.5.2011 Erzbischof Meisner, Köln, hat Dr. David Berger die kirchl. Lehrerlaubnis für kath. Religionslehre an Schulen entzogen. Der Kardinal begründete die Entscheidung mit den Veröffentlichungen und Äußerungen von Berger, in denen Berger den Anschein erweckt hat, in Lehre und Lebensführung nicht mehr mit den kirchlichen Normen übereinzustimmen. Berger habe damit das Vertrauen des Bischofs zerstört. Berger hatte sich als homosexuell zu erkennen gegeben und das Buch "Der heilige Schein" veröffentlicht. Der Sprecher des Erzbistums Köln versicherte, die Homosexualität von Berger habe keine Rolle beim Entzug der Missio Canonica gespielt.
Quelle: orf und Spiegel

4.5.2011 Hans Küng, kath. Theologe, verurteilt die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II.: "Bis ans Ende seines Lebens hielt Johannes Paul schützend die Hand über Maciel [den Gründer der Legionäre Christi]. Wie er überhaupt bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche komplett versagt hat. Das ganze Ausmaß dieser scheußlichen Verbrechen wurde von ihm gemeinsam mit Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation systematisch vertuscht."
Quelle: FR

3.5.2011 Bundeskanzlerin Merkel sagte: "Ich freue mich, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten"
 Quelle: bz-berlin.de
Kommentar: Ich kann verstehen, dass "die Welt" erleichtert ist, dass bin Laden keinen Terror mehr ausüben kann. Freude über seinen Tod jedoch halte ich für völlig unangemessen. Und wenn der peruanische Präsident die Ermordung bin Ladens als Wunder bezeichnet, das der am Sonntag selig gesprochene Papst Johannes Paul II. gewirkt habe, dann wird es peinlich - oder soll ich sagen: Bizarr und pervers?

3.5.2011 In Mannheim, Erzbistum Freiburg, wurde ein kath. Priester der kroatischen Mission vorübergehend beurlaubt. Ihm wird vorgeworfen. grenzverletzend mit einer jungen Frau umgegangen zu sein.
Quelle: Morgenweb

3.5.2011 Im Bistum Passau steht ein katholischer Priester vor Gericht. Er soll drei Mädchen mehr als 100 mal missbraucht haben.
Quelle: Süddeutsche

3.5.2011 Der australische Bischof William Martin Morris, 67, hat vorgeschlagen, viri probati (bewährte Männer) und Frauen zu Priestern oder Priesterinnenzu weihen. Dafür wurde er vom Vatikan des Amtes enthoben. Die Bischöfe des australischen Bundesstaates Queensland hatten sich bei der Visitation durch Erzbischof Charles Chaput hinter Bischof Morris gestellt. Morris sagte, er habe das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens nie gesehen. Damit sei ihm "jede Möglichkeit einer angemessenen Verteidigung" verweigert worden. Benedikt XVI. habe dazu erklärt, das Kirchenrecht sehe keine Rechtsverfahren für Bischöfe vor; diese könnten vom Papst ernannt und abberufen werden. Morris willige in einen vorzeitigen Ruhestand ein im Wissen, dass "die große Mehrheit der Menschen und Priester der Diözese" hinter ihm stünden.
Quelle: kipa.ch
Kommentar: Dieses Vorgehen des Vatikan dürfte die Bischöfe in Deutschland zusätzlich hindern, die Position deutscher KatholkInnen im Vatikan zu kommunizieren. Ein schlechtes Omen für die Dialogoffensive von Erzbischof Zollitsch. Andererseits: Was haben denn die dt. Bischöfe zu verlieren? Lediglich ein Amt (das Frauen sowieso [noch] nicht zusteht) und einen Titel. Ihre Existenzgrundlage wäre kaum gefährdet. Und wenn sich die 27 Bischöfe und Erzbischöfe und ihre (oder unsere?)  Weihbischöfe zusammentäten, würde der Vatikan vermutlich anders reagieren als gegenüber dem einzelnen Bischof Morris aus Australien.

1.5.2011 "Das Unbehagen bleibt", sagt Mathias Drobinski angesichts der Seligsprechung von Johannes Paul II. in der Süddeutschen.

30.4.2011 Die Jesuiten haben ihre "Entschädigungszahlen" an die Misshandlungs- und Missbrauchsopfer der Jesuiten in den Schulen und Internaten zurückgestellt, bis die Politik eine Entscheidung über die Zahlungen an die Ex-Heimkinder getroffen hat. Derzeit scheitert das Zustandekommen des Fonds an den Bundesländern. Das könne sich noch lange hinziehen, sagt der Sprecher des Jesuitenordens.
Bislang haben sich ca 200 Opfer bei den Bistümern und 25 bei den Jesuiten gemeldet und Anträge gestellt, (das sind ca 10% der bekannten Opfer). Ein ehemaliger Schüler des Canisius-Kollegs berichtet, dass viele Opfer sich - abgeschreckt durch die langwierigen Verhandlungen mit der Kirche und den Orden und deren immer neuen Verzögerungstaktiken - resigniert zurückgezogen hätten.

30.4.2011  Michael Hegglin erhält den katholischen Medienpreis der Schweizer Bischöfe für den Film "Wolllust unter der Soutane." "Drehen in Uznach war nicht einfach", sagt der Dokumentarfilmer.
Quelle: kath.ch und Radio Vatikan

30.4.2011 SWR - Interview mit Hans Küng: "Johannes Paul II. hat einen notorischen Kinderschänder geschützt."

29.4.2011 Die Staatsanwaltschaft Steyr hat Verfahren gegen 22 Erzieher und Funktionsträger des früheren Caritas-Erziehungsheims in Steyr-Gleink eingestellt. Den Beschuldigten wurde vorgeworfen, Zöglinge zwischen 1960 und 1980 körperlich misshandelt, bedroht und vereinzelt auch sexuell missbraucht zu haben. Die Fälle seien verjährt; drei mutmaßliche Täter sind bereits verstorben.
Quelle: Radio Vatikan
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29.4.2011 Der Orden der Schulbrüder in den USA hat Insolvenz angemeldet, weil er die mehr als 50 Schadenersatzklagen wegen Missbrauch nicht zahlen kann. Die meisten Forderungen an die "Christian Brothers" stammen aus Missbrauchsfällen an der inzwischen geschlossenen Briscoe Memorial School bei Kent, Bundesstaat Washington. Einige Klagen bezögen sich auch auf ein Ordensmitglied, das an zwei Schulen des Ordens in Seattle tätig gewesen sei. Dem ORden gehören etwa 250 Mitglieder an. 
Quelle: kath.web

29.4.2011 "Gedenkt der Heiligsprechung des Märtyrers San Oscar Romero durch die Armen dieser Erde. "
Quelle: ci-romero.de

29.4.2011 Hans Küng sagt im Interview mit der FR: "Der Nachfolger spricht den Vorgänger selig – da geht es doch in Rom zu wie zu den Zeiten der Cäsaren, die den jeweils vorangegangenen Kaiser zum Gott erhoben! Die Selig- und Heiligsprechung dient dem Papst als Instrument der Selbstdarstellung. ....vermutlich denkt der gegenwärtige Papst, wenn er seinen Vorgänger seligspricht, gerät all das Schlimme in Vergessenheit, was dieser Mann angerichtet hat.....Selbst im Vatikan gab es Zweifel, ob die jahrzehntelange Anhänglichkeit des Papstes an den mexikanischen Priester und Gründer der „Legionäre Christi“, Marcial Maciel Degollado, eine Seligsprechung nicht komplett unmöglich machen würde. Der Mann war nicht nur ein notorischer Kinderschänder, sondern führte ein komplettes Doppelleben mit zwei reichen Geliebten. Diese Frauen trugen maßgeblich zur Finanzierung der päpstlichen Jubelreisen nach Mexiko bei. Bis ans Ende seines Lebens hielt Johannes Paul schützend die Hand über Maciel. Wie er überhaupt bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche komplett versagt hat. Das ganze Ausmaß dieser scheußlichen Verbrechen wurde von ihm gemeinsam mit Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation systematisch vertuscht. "
Quelle: FR
Der Kommentar von Joachim Frank in der FR: "Vom Konzept einer stets reformbedürftigen Gemeinschaft (Ecclesia semper reformanda), wie sie das Zweite Vatikanische Konzil postuliert hat, ist die Kirche des seligen Johannes Paul und des unglückseligen Benedikt so weit entfernt wie die ersten Jünger Jesu am See Genezareth vom vatikanischen Palast.

29.4.2011 Die katholische Kirche in Chile hat ein neues Vorgehen bei sexuellem Missbrauch durch Kleriker beschlossen. Zwei Anzeigen sind zwei Tage nach Einführung des neuen Vorgehens gemacht worden.
Quelle: latinapress

28.4.2011 Im Spiegel findet eine Debatte um die kommende Seligsprechung von Johannes Paul II. durch Benedikt XVI. statt. Ich beteilige mich daran, weil ein Mann dort schrieb, er wolle ja nicht die Opfer beleidigen, fände aber deren derzeitigen Protest gegen die Seligsprechung "kleinlich".
Wer den Diskussionsverlauf verfolgen will, findet ihn unter http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=34535. 

27.4.2011 Prominente KatholikInnen kritisieren die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. Sie schlagen Oscar Romero als Kandidaten für die Seligsprechung vor. Johannes Paul II. habe die Armen in Lateinamerika "regelrecht verraten", weil er Romero zu guten Beziehungen zu den Machthabern seines Landes geraten habe.
Quelle: news-de.com/

27.4.2011 Am 1. Mai soll Papst Johannes Paul II. durch seinen Nachfolger Papst Benedikt XVI. seliggesprochen werden. Dagegen erhebe ich Einspruch. Obwohl Papst Johannes Paul II. sicher große Verdienste erworben hat, so hat er zugleich einen Missbrauchstäter geschützt und ihn gefördert: Den Gründer der Legionäre Christi, Pater Maciel Marciel Degollado.

25.4.2011 Es sind 80% der Katholiken und 61% der Gottesdienstbesucher, die Reformen von der katholischen Kirche fordern. 81% sind der Ansicht, dass die katholische Kirche nicht genug zur Aufklärung der Missbrauchsfälle tut. 73% sagen, die Kirche tue zu wenig für die Opfer. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagte, er sei bereit, über den Zölibat zu sprechen. Darunter versteht er, dass die Bischöfe die guten Gründe für die Ehelosigkeit der Priester darlegen.
Quelle: Zeit
Kommentar: Die Bischöfe könnten mit einer breiten Basis rechnen, die Reformen mittrüge - wenn die Bischöfe denn wollten. Das Dialog-Verständnis des Vorsitzenden der DBK ist befremdlich. Dialog heißt für ihn, dass die Bischöfe das tun, was sie seit Jahrhunderten tun und was sie offensichtlich nicht überzeugend können: Die guten Gründe für den Pflichtzölibat darlegen.

Karfreitag 2011 Wir gedenken heute des Menschen, der vor 2000 Jahren Opfer von Menschen wurde. Wir gedenken heute auch der ca 2000 bekannten Opfer von katholischen Priestern und der Vielen, die in Familien und im Nahbereich Opfer von Menschengewalt wurden.

22.4.2011 Wer die Kirche öffentlich kritisiert, mit dem "spricht man nicht" - so erfährt es eine Kritikerin im Bistum Würzburg.
Quelle: Mainpost

22.4.2011 Hans Küng äußert sich zum Zustand der kath. Kirche
Quelle: dradio und evangelisch.de

22.4.2011 In Chile hat der Priester Fernando Karadima, 80, seit den 50er Jahren bis 2006 Jugendliche  und Erwachsene missbraucht. Karadima leitete ein Priesterseminar bzw. ein Vorbereitungsseminar für Priesteramtsanwärter. 4 Opfer zeigten ihn an. Der Vatikan erklärte ihn für schuldig des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und Erwachsenen und verordnete ihm als Strafe ein Leben der Zurückgezogenheit und der Buße. Der Kardinal von Santiago Francisco Javier Errazuriz gab zu, kircheninterne Ermittlungen 2005 gestoppt zu haben. Der Eckige Tisch berichtet von 15 Opfern.
Auch gegen eine ehemalige Oberin der Ursulinen liegen 3 Anzeigen vor. Der Vatikan schickte die Beschuldigte nach Deutschland zurück.
Quelle: Südamerika heute
Quelle: blogs taz.de
Quelle: eckiger tisch

12.4. und 21.4.2011 Im Bistum Münster, in Delmenhorst und Wilhelmshaven, hat ein kath. Priester Messdiener und Messdienerinnen missbraucht. Der Bischof von Münster erfuhr im Februar 2010 davon. Im März 2010 wurden zwei weitere Fälle bekannt. Der Beschuldigte zog aus Delmenhorst weg, eine Erklärung wurde der Gemeinde nicht gegeben. Auch 1971 bei Amtsantritt des Pfarrers Franz N. erfuhr die Gemeinde nicht, dass er zuvor eine Therapie wegen Pädophilie gemacht hatte.
Von 6 Opfern in Wilhelmshafen ist die Rede. Ein Opfer aus Delmenhorst berichtet von 7 Opfern dort. Opferzahlen aus Münster werden nicht genannt.
Quelle: nwzonline und nwz online
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21.4.2011 Auf die Frage: "Wie wollen Sie angesichts des wachsenden Priestermangels zusätzliche Entfremdung [zusätzlich zu der Entfremdung der Gläubigen von der Kirche wegen der Missbrauchsfälle] vermeiden?" antwortet  der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: "Bei der Entfremdung geht es meist nicht primär um die Frage der räumlichen Nähe des Priesters zu den Gläubigen. Ich freue mich über das oft gute Image der Pfarrer vor Ort. Aber mit der inneren Entfernung der Gläubigen zu kirchlichen Institutionen schwindet die Vertrautheit und wächst manchmal auch die Gleichgültigkeit. Es ist eindeutig: Wir haben weniger Priester, als wir haben wollen. Wir setzen auch auf den Einsatz der Laien im kirchlichen Dienst, etwa Pastoralreferenten und Gemeindereferentinnen. Da passiert sehr, sehr viel Wertvolles."
Quelle: Generalanzeiger
Kommentar: Erzbischof Zollitsch  nimmt nur die Entfremdung der Menschen von der Kirche wahr. Die Entfremdung der Kirche von den Menschen gerät nicht in seinen Blick.

20.4.2011 Es laufen Ermittlungen gegen den ehemaligen Bischof von Brügge, Vangheluwe, weil der Verdacht besteht, es gebe zwei weitere Opfer. Eines dieser weiteren Opfer habe sich das Leben genommen. Vangheluwe hat bestritten, dass es weitere Missbräuche gegeben habe.
Quelle: Radio Vatikan Grenzecho rtbf uk.reuters tvnz

20.4.2011 Ein evangelischer Pfarrer soll seine Enkeltochter missbraucht haben.
Quelle: Süddeutsche

20.4.2011 Auf Ibiza wurde der Leiter einer Schule, ein kath. Priester und langjähriger Sprecher des Bistums Ibiza, verhaftet und auf Kaution frei gelassen. Ihm wird der Missbrauch von 12 Kindern und Jugendlichen vorgeworfen.
Quelle: comprendes.de

20.4.2011 Papst Johannes Paul II. soll am 1. Mai "zur Ehre der Ältäre erhoben" werden. Die  baz erinnert daran, dass er Kinderschänder wie Groer oder Maciel gedeckt hat.
Quelle: bazonline

20.4.2011 Ein Priester aus dem Bistum Münster hat mindestens 6 Kinder missbraucht. Gemeindemitglieder  der letzten Gemeinde in Delmenhorst gehen von 5 weiteren Fällen aus, die der Kirche bislang nicht bekannt sind. Die Aufklärung der Gemeinde und ihre Begleitung durch das Bistum/Offizialat scheint wenig hilfreich zu sein. Von Vertuschen wird gesprochen, da dem Bistum seit 1971 bekannt war, dass der Priester Kinder missbraucht hatte. Dennoch durfte er nach 6 Monaten Therapie wieder in eine Kirchengemeinde. Im Frühjahr 2010 wurde er aus Delmenhorst abgezogen, ohne Erklärung. Erst als ein Opfer sich an die Presse wandte, wurden die Hintergründe der Versetzung bekannt. Die Kirche habe die Opfer schützen wollen, sagt der Offizialatsrat Monsignore Winter. Die Akte des Täters ist unbekannt, vielleicht nicht auffindbar.
Quelle: Weserkurier und Weserkurier

20.4.2011 Der mutmaßliche Mörder, der Kinder missbrauchte und mindestens drei Kinder ermordete, hat von 2000 bis 2008 im Hamburger Wohnprojekt der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort - eienr Einrichtung der Diakonie - gearbeitet. 
Quelle: kath.net

19.4.2010 Drei Bücher zum Zustand der Kirche(n). Die Kirche ist "geistig impotent und blutleer".
Quelle: baz online
Hinzugefügt sei ein Hinweis auf Ottmar Fuchs: Im Innersten gefährdet. Für ein neues Verhältnis von Kirchenamt und Gottesvolk, Innsbruck 2010

18.4.2011 Der zurückgetretene belgische Bischof Vangheluwe bedauert - nicht den Missbrauch an zwei Neffen (einer  war 5 Jahre alt, als der Missbrauch begann) - sondern das Interview.
Quelle: kath.net

18.4.2011 Die Badische Zeitung schildert, wie ein Missbrauchsfall wegdefiniert wird und das Opfer alleine bleibt.
Quelle: Badische Zeitung

17.4.2011 Bischof Vangheluwe ist mit unbekanntem Ziel aus der Kirchengemeinde abgereist, in die ihn der Vatikan geschickt hatte.
Quelle: Stern und orf

17.4.2011 Von den ca 2080 bekannten Opfern kath. Kleriker haben 210 einen Antrag auf "Entschädigung" gestellt. 25 Anträge wurden beraten,
Quelle: Volksfreund

15.4.2011 Der Vatikan verfolgt den Fall Vangheluwe genau und belgische Bischöfe seien schockiert über ihren Kollegen.
Quelle: Radio Vatikan und welt
Kommentar: Laut Domradio fühlte sich Jürgen Mettepenningen, belgischer Theologe und für kurze Zeit im vergangenen Jahr Sprecher der Belgischen Bischofskonferenz, nach eigenem Bekunden nach dem Interview des Herrn Vangheluwe kotzübel. Das halte ich für eine angemessene Reaktion. Anders als die vatikan. Reaktion - da wird nur genau beobachtet.... Das genaue Beobachten hat im Vatikan Tradition. So wurde der Priester Murphy aus Wisconsin von 1974 bis zu seinem Tod 1998 durch den Vatikan "beobachtet". Obwohl er 200 gehörlose Kinder missbraucht hatte, bekam er am Ende ein Begräbnis in allen Ehren.

15.4.2011 Im Bistum Magdeburg läuft ein Untersuchungsverfahren gegen einen kath. Priester, der im Besitz von pornographischen Bildern 14- - 18-Jähriger war.
Quelle: mdr

15.4.2011 Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin, hat einen Zwischenbericht über die Aufklärung von Missbrauchsfällen in der Diözese Dublin vorgelegt. Seit der Veröffentlichung des Murphy-Berichtes 2009 gab es 50 neue Anschuldigungen über 20 Priester. Insgesamt seien in der Dubliner Diözese 570 Missbrauchsfälle bekannt geworden. Anzeigen und Beschwerden gab es gegen 177 Priester, die zwischen 1940 und 2010 in Dublin arbeiteten.
Quelle: ORF

15.4.2011 Roger Vangheluwe, ehemaliger Vorsitzender der belgischen Bischöfe, hat in einem Fernsehinterview gesagt, er habe einen zweiten Neffen missbraucht. Gewalt habe er nicht angewandt. Sein Priesteramt wolle er deswegen nicht aufgeben. Vangheluwe bezeichnete die Vorgänge als "ein bisschen Intimität", für das er mehrere zehntausend Euro an einen der Neffen gezahlt habe. Zudem habe er die Vorgänge regelmäßig gebeichtet.
Quelle: heise.de
Kommentar: Der Bischof hat gebeichtet - das muss dann ja wohl genügen. Bleibt abzuwarten, wie lange die belgischen Bischöfe und der Vatikan dem Bischof noch erlauben, Opfer zu beleidigen.

15.4.2011 Michael Ebertz denkt über die Situation der kath. Kirche nach, beschreibt die sich wechselseitig ergänzenden Krisen und spricht von der Aufgabe einer Neugründung der Kirche, einem Refounding-Prozess.
Quelle: Herder-Korrespondenz
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15.4.2011 Ein Vikar wurde wegen Verbreitung von Kinderpornographie zu 22 Monaten Gefängnisstrafe auf Bewährung und der Zahlung von 20.000 € verurteilt. In 38 Fällen hatte er Bilddateien an 150 Tauschpartner weitergeben. Die Ermittler fanden auf zwei Rechnern des Geistlichen 650 Bilder und 14 Videos mit kinderpornografischen Inhalten. Der Vikar sei laut Gericht nur deshalb mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen, weil 17 000 bereits gelöschte Dateien auf seinem Rechner nicht wieder hergestellt werden konnten.
Quelle: Welt

13.4.2011 Kurzzeitig hat der Vatikan Kondome erlaubt - bis sich die Erlaubnis als Übersetzungsfehler herausstellte.
Quelle: Spiegel

13.4.2011 Die österreichische Opferschutzanwaltschatz hat nach einem Jahr einen Bericht vorgelegt. Bislang meldeten sich 837 Opfer kirchlicher Täter. 253 gemeldete Fälle gelten als "erledigt" - für die Kommission, nicht für die Betroffenen.
Quelle: Opferschutz.at und orf

13.4.2011 Verheiratete katholische Priester verunstalten das Antlitz der Kirche. Das meint der für die weltweit 250 000 kath. Priestern zuständige Präfekt Kardinal Piacenza.
Quelle: kath.web

13.4.2011 Im Bistum Trier gab es ein Treffen von Opfern mit Bischof Ackermann. Dort wurde bekannt, dass die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Ordensoberenkonferenz beabsichtigen, einen Forschungsauftrag zum sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche in Auftrag zu geben. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit könnten auch Personalakten gesichtet werden. Derzeit werden Personalakten erst 30 Jahre nach dem Tod eines kirchl. Mitarbeiters frei gegeben - oder auch nicht.
Quelle: Volksfreund

12.4.2011 Aus Delmenhorst, Bistum Münster, hat sich ein weiteres Opfer gemeldet, das von noch anderen Opfern berichtet. Gestern hatte das Bistum Münster Opfer des Priesters, der seit 1971 in Delmenhorst tätig war, zur Meldung aufgefordert. Der Täter hatte zuvor in Wilhelmshaven und in Münster fünf Kinder missbraucht. Die Gewalttaten waren dem Bistum Münster seit Februar 2010 bekannt. Aus Rücksicht auf die Opfer war es bislang nicht an die Öffentlichkeit gegangen und hatte auch nicht nach weiteren Opfern gefragt.
Quelle: Weserkurier
12.4.2011 Säuglingsheime von Caritas und Diakonie - verschwiegenes Unrecht, leidvolle Gegenwart, Schweigen der Träger. Vorsicht: Triggergefahr
Mediathek

12.4.2011 Aus Rücksicht auf die Opfer und in Sorge um deren Retraumatisierung hat das Bistum Münster einen Missbrauchs"fall", der  dem Bistum seit Februar 2010 bekannt war, nicht veröffentlicht. Einen Tag nach der Darstellung eines Opfers im Weserkurier reagierte das Bistum. Dass das Bistum Münster zwischen Februar 2010 und heute nach weiteren Opfern des mutmaßlichen Täters gesucht habe, ist unbekannt. Quelle: Weserkurier

11.4.2011 Das Bistum Münster äußert sich zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester, der von 1963 bis 1966 in Wilhelmshaven und von 1966 bis 1971 in Münster fünf Kinder missbraucht haben soll.
Quelle: Weserkurier

11.4.2011 Die Zahl der gemeldeten Missbrauchsvorwürfe gegen Geistliche in den USA ist im vergangenen Jahr einem Bericht der örtlichen katholischen Kirche zufolge stark angestiegen. Nach rund 400 Fällen im Jahr 2009 seien 2010 fast 700 Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eingegangen, schreibt die US-Kirche in dem am Montag veröffentlichten Bericht.
Vor dem Hintergrund der Debatte über Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche hätten viele Opfer erst jetzt den Mut gefunden, sich zu melden, heißt es in dem Bericht.
Quelle: Stern und focus
Dazu passt die Information, dass die Hotline der Deutschen Bischofskonferenz nach wie vor gebraucht wird. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich 2010 nur ein Teil der Opfer gemeldet hat.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

11.4.2011 Der wegen Kindesmissbrauchs zurück getretene Bischof Vangheluwe, Belgien, ist zur Strafe für die verjährten Straftaten in ein Kloster in der Loire-Region, Frankreich, gezogen. Er muss ich einer spirituellen und psychologischen Behandlung unterziehen. Diese Strafen verhängte der Vatikan.. Der Kirchenjurist Rik Torfs spricht von "einer zu milden Strafe" und der frühere Sprecher der BHelgischen Bischofskonferenz, Mettepenningen, sagte, das Urteil werde den Opfern nicht gerecht.
Quelle: kath.web

11.4.2011 In Heimen von Caritas und Diakonie wurden Säuglinge zwischen 1949 bis 1975 zu Tausenden misshandelt. "Die Hände, die Arme, die Beine wurden an die Gitterstäbe der Betten angebunden und es wurden unruhige Kinder auch mit Medikamenten ruhig gestellt, mit sedierenden Medikamenten, völlig ohne Problembewusstsein. Hauptsache sie waren ruhig", berichtete der Sozialpädagoge Professor Manfred Kappeler in «Report Mainz».
Quelle: fnp

9.4.2011 Die Ermittlungen gegen eine Priester des Bistums Münster wurden eingestellt, das Opfer leidet weiter. Im Umfeld des missbrauchenden Priesters gab es einen Selbstmord.
Quelle: wzonline und nwzonline und weserkurier 11.4.2011

9.4.2011 Opfer von Hiltruper Missionaren sagen, die Hiltruper Missionare entzögen sich einer wirklichen Aufklärung. Das Bistum Speyer hat keinen Einfluss auf den Orden. Für die Opfer führen die Erfahrungen mit der Kirche zu Vertrauensverlust und Austritt aus der Kirche.
Der Orden geht von 2 Tätern und 6 Opfern aus, Betroffene sprechen von 4 - 8 Tätern.
Quelle: Rheinpfalz.de
s.auch Initiative Ehemaliger des Homburger Johanneums

8.4.2011 So sieht "Aufklärung auf katholisch" für das Opfer eines Berliner katholischen Priesters aus.
Quelle: Berliner Zeitung


8.4.2011 Alois Glück,  Präsident des ZdK, sieht in den stark angestiegenen Kirchenaustrittszahlen in Deutschland lediglich die Spitze eines Eisbergs:"Der Vertrauensverlust betrifft längst nicht mehr nur die, die am Rande unserer Kirche stehen, er hat schon lange auch die Kernschichten der engagierten Gläubigen erreicht, und das nicht nur in der katholischen Kirche. Die Austritte seien als Weckruf zu verstehen und müssten auf einen offenen und vorbehaltlosen Dialog in unserer Kirche treffen.
Quelle: kipa/Apic
Die Einschätzung der Badischen Zeitung:  Der Ruf nach Reformen perlt an der Kirchenleitung ab.
Quelle: Badische Zeitung

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6.4.2011 "Unsere schmerzvolle Vergangenheit wird unser größtes Kapital"- das sagt das Missbrauchsopfer Ashley Judd - und hat Recht damit.
Quelle: Krone.at

6.4.2011 In einem offenen Brief wirft der Verein Sapec (Soutien aux abusé-e-s par des prêtres de l’Eglise catholique) dem Westschweizer Diözesanadministrator Pierre Farine vor, "das Erlebte der Opfer und ihre Gefühle" totzuschweigen. Im Vergleich zitierte der 2010 gegründete Verein, der Missbrauchsopfer von Klerikern vertritt, den Erzbischof von Dublin und Primas von Irland, Diarmuid Martin, der versucht habe, sich in die Schmerzen der Missbrauchsopfer, in ihre erlittenen Demütigungen, ihre Angst, ihre Isolierung ihre Verlassenheit einzufühlen. ('only radical change would ensure the survival of the Irish Church'. ) Farin hingegen hatte gesagt, die Kirche habe eine schlechte Zeit hinter sich, "doch es wurde Klarheit hergestellt. Jetzt verfügen wir über die Waffen, um gegen dieses Problem zu kämpfen".
Quelle: kipa/apic
Kommentar: Es ist das alte Lied: Im Fokus von Kirchenleitungen ist .... die Kirche - sie hat eine schlechte Zeit hinter sich - ein schlechtes Jahr. Die vielen schlechten Jahre und Jahrzehnte, die Opfer hinter sich haben, sind für Herrn Farin nicht der Rede wert. In seinem Fokus sind nicht die Opfer und nicht das "System Kirche" und auch nicht die Beteiligung von Kirchenleitungen an der Vertuschung - und damit der Ermöglichung  und Fortsetzung  von Verbrechen an Kindern und Jugendlichen. Für mich ist immer noch unfassbar, dass "Spezialisten für das Heil von Menschen" so wenig Mitgefühl mit Menschen haben, deren Leben zerbrochen wurde und die alle Stadien von Unheil Tag für Tag erleben. Der Schlüssel zur Bekehrung der Kirche(nleitungen) zu den Opfern liegt im Hören auf die Opfer.Warum ist das so schwer zu verstehen?!  

6.4.2011 Nach Recherchen von „Christ & Welt“, einer Beilage der Wochenzeitung "Die Zeit", hat die Missbrauchsaffäre zu einem Anstieg der Kirchenaustritte um fast 40 Prozent geführt.
Quelle: Welt
Quelle: Spiegel
Kommentar: Nach Ansicht von Andreas Heller haben die Kirchenleitenden den Ernst der Situation nicht verstanden. Hellers Prognose: "Organisationen ändern sich erst, wenn die Angst vor dem Untergang größer ist als die Angst vor der Veränderung. Diese Untergangsangst in der Kirche ist erst schemenhaft zu erkennen."

6.4.2011 Von 2000 Sexualstraftätern werden 100 angezeigt, 15 tatsächlich angeklagt, drei davon werden freigesprochen, zehn bekommen eine Bewährungsstrafe und nur zwei müssen tatsächlich mit einer Haftstrafe rechnen. So hat Renate Bühn ausgerechnet (http://www.frau-lot.de/). In Hessen lässt die Staatsanwaltschaft diesen Befund im Blick auf die katholische Kirche bestätigen: Die meisten Verbrechen sind verjährt, wenn sie überhaupt angezeigt wurden.
Quelle: fnp

5.4.2011 Aus Enttäuschung über Missbrauchsfälle hat der australische Bischof Michael John Malone die Leitung seines Bistums Maitland-Newcastle abgegeben. Der 71-Jährige erklärte am Montag, der Auftrag der Kirche sei durch diese Ereignisse «kompromittiert». Nach eingehender Prüfung sei er zu der Auffassung gekommen, das Bistum brauche einen neuen Leiter, der die nötige Erneuerung leisten könne. Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich Malone wegen der Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs in seinem Bistum als emotional erschöpft und desillusioniert bezeichnet.
Quelle: Liborius

5.4.2011 Das Treffen mit dem Peiniger aus dem Bistum Essen (Vorsicht: Triggergefahr)
Quelle: taz

5.4.2011 Eine erschreckende Bilanz - Austrittszahlen aus der kath. Kirche
Quelle: Wir sind Kirche

5.4.2011 Die Vorwürfe gegen den belgischen Bischof Vangheluwe sind mit hoher Sicherheit verjährt. Das Verfahren wird demnächst eingestellt.
Quelle: kath.web

5.4.2011 Matthias Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz, äußert sich zur Kommunikation in der und mit der katholischen Kirche. Im Blick auf die Missbrauchsfälle bestätigt Kopp der kath. Kirche, also auch sich: "Wir haben uns unserer Verantwortung gestellt." Ob  diese Sicht von vielen, allen, manchen Opfern geteilt wird, ist dem Text nicht zu entnehmen.
Quelle: Sinnstifter-magazin

5.4.2011 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart wurde eine Studie vorgestellt, die Gewalt in den Kinderheimen belegt.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

1.4.2011 Ein Jugenddiakon des evangl. Kirchenkreises Verden wird verdächtigt, kinderpornografisches Material zu besitzen und möglicherweise Mitglied in einem Kinderpornoring zu sein.
Quelle: ndr

1.4.2011 Christian Füller, Autor des Buches "Sündenfall - Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte" sagte: "Eine ganze liberale Elite hat versagt".  Die "Szene" sei nicht bereit, hinzuschauen.
Quelle: taz

31.3.2011 Ein Opfer aus Österreich berichtet. Von sich und von zwei anderen Opfern, die gestorben sind.
Quelle: Kurier.at

31.3.2011 Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt hat den leitenden Pfarrer des Pastoralverbundes Johannland-Siegtal suspendiert. Dem Geistlichen wird der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen.
Quelle: der westen

29.3.2011 James Dean wurde als Kind von einem Priester missbraucht. Dies berichtete er Liz Tailor, die es jetzt nach ihrem Tod veröffentlichen ließ.  Dean starb mit 24 Jahren bei einem Autounfall.
Quelle: Süddeutsche

28.3.2011 Der Einsiedler Abt Martin Werlen kritisiert die katholische Kirche im Zusammenhang mit den vergangenes Jahr laut gewordenen Vorwürfen von sexuellem Missbrauch. Die Kirche habe die Chance nicht gepackt, der Weltöffentlichkeit zu zeigen, was ihr wichtig sei. Sie habe nicht genug getan, um Missstände aufzudecken, sagte Werlen in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung». «Es wäre eine Herausforderung gewesen, zu zeigen, was uns wichtig ist: Sich um die Opfer kümmern, Täter korrekt behandeln, das Schlechte aufarbeiten.»
Quelle: NZZ und Aargauer Zeitung - Interview im Wortlaut

27.3.2011 In Berlin wurde ein kath. Priester beurlaubt. Gegen ihn wird der Verdacht sexuellen Missbrauchs erhoben. Das Opfer habe sich nach Auskunft des Bistums erst jetzt gemeldet. Der mutmaßliche Täter hatte bereits in den 90er Jahren, nach der Tat, den Bischof informiert, durfte aber weiterhin in der Seelsorge arbeiten.
Quelle: Abendblatt und Tagesspiegel

26.3.2011 Bischof Müller beklagt sich beim Papst über deutsche Medien.
Quelle: Wochenblatt

26.3.2011 Der ehemalige Pfarrer von Riekofen trifft in Regensburg auf Kirchenmitglieder, die ihn kennen. Das Bistum Regensburg hat der ehemaligen Gemeinde keine Informationen über den Freigang des Verurteilten aus der Psychiatrie gegeben.
Quelle: Wochenblatt.de

25.3.2011 In den USA zahlen Jesuiten ca 500 Missbrauchsopfern von Klerikern 166.000.000 Dollar (ca 117.535.000 Euro) - das sind im Schnitt 235.000 Euro pro Opfer. Zum Vergleich: Die Jesuiten in Deutschland bieten den Opfern im Schnitt 5000 Euro als "Entschädigung" an.
Quelle: Spiegel
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25.3.2011 Der im Februar vergangenen Jahres im Zuge des Missbrauchsskandals am Bad Godesberger Aloisiuskolleg (Ako) wegen des Verdachts der Mitwisserschaft als Rektor zurückgetretene Jesuitenpater Theo Schneider wechselt zum 1. April in die Glaubenskommunität St. Michael nach München. Er hat das Vertrauen des Provinzials. Schneider wird in der Münchner City-Kirche in der Abteilung Glaubensorientierung arbeiten.
Quelle: Generalanzeiger

25.3.2011 Einem kath. Pfarrer auf Mallorca, Can Picafort, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er soll vor mehr als zehn Jahren zahlreiche minderjährige Mädchen auf Mallorca missbraucht haben. Bereits 1998 erstattete ein Katechismus-Schüler Anzeige, die Ermittlungen wurden mangels Beweisen eingestellt. Auch das Bistum sah keinen Handlungsbedarf. Als ein lokaler Radiosender den Vorfall 2010 wieder aufgriff, meldete sich ein weiteres Opfer. Inzw. hat der Pfarrer Mallorca verlassen, ob er den Strafverfolgungsbehörden übergeben wurde, ist unbekannt.
Quelle: Mallorcainfos

25.3.2011 "Wir sind Kirche" bezeichnet das Angebot der Bischöfe an Gewaltopfer von Klerikern als "lächerlich".
Quelle: fnp

25.3.2011 In Österreich wurden 499 Opfer von Klerikern bekannt. Quelle: orf

25.3.2011 Thomas Seiterich bewertet den Dialogprozess, den die Bischofskonferenz den katholischen Gemeinden vorschlägt. Man muss keine unverbesserliche Pessimistin sein, um das Urteil Seiterichs zu teilen. Seiterich kommentiert: "Die große Enttäuschung über das Vorhaben der Bischöfe liegt darin, dass die Themen des Dialogprozesses aus einer rein innerkirchlichen Perspektive formuliert sind, noch dazu in einer Klerikalsprache, die den allermeisten Gläubigen fremd ist. Die Jahresthemen lauten: »2012: Diakonia der Kirche – Unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft; 2013: Liturgia der Kirche – Die Verehrung Gottes heute; 2014: Martyria der Kirche – Den Glauben bezeugen in der Welt von heute.« Das sollen die Themen sein, die die Menschen brennend beschäftigen?" Und Seiterich benennt die Sorge, die ich für völlig realistisch halte: "Düstere Aussichten also für den Dialogprozess! Wenn die brennende Not der zunehmend priesterlosen Pfarreien, die überall zu XXL-Gemeinden fusioniert werden, von den Bischöfen nicht wirklich als Thema zugelassen wird, wird die Dialoginitiative zu einer verlogenen Veranstaltung. Die schon stark ramponierte Glaubwürdigkeit der Kirchenleitung würde noch mehr zerstört." - So wird es sein.
Quelle: Publik Forum

23.3.2011 Ein Beitrag über Vergebung, ihre Möglichkeiten - und ihre Grenzen im wdr  u.a. mit Katharina von Kellenbach

23.3.2011 Bischof Ackermann warnt vor überzogenen Hoffnungen auf den Dialogprozess der kath. Bischöfe. Z.B. dürfe davon nicht erwartet werden, dass das Priestertum von Frauen ergebnisoffen diskutiert werden könne.
Quelle: Domradio
Kommentar: Einmal wird eine Zeit kommen, in der Frauen und Männer, ChristInnen und Nicht-ChristInnen, nur noch den Kopf darüber schütteln werden, dass Frauen  in der katholischen Kirche jahrhundertelang NICHT zum Priesteramt zugelassen wurden. Die biblischen Belege sind eindeutig: Gott wurde nicht Mann, er wurde Mensch. Und Gott schuf den Menschen - als Frau und Mann schuf Er/Sie den Menschen. So einfach ist das. Genauso einfach wie die Tatsache, dass der Apostel Paulus die Sklaverei noch akzeptierte, über die wir heute nur noch den Kopf schütteln können.

23.3.2011 Opfer sexuellen Missbrauchs können künftig bis zu 30 Jahre nach der Tat zivilrechtliche Ansprüche stellen. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch einen Gesetzentwurf, mit dem die Rechte von Opfern gestärkt werden sollen. „Oft sind die psychischen Folgen sexualisierter Gewalt so folgenreich, dass erst Jahre nach der Tat zivilrechtliche Schritte eingeleitet werden können“, sagte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).
Quelle: Domradio

22.3.2011 Hier redet einer - Cornelius Hell - zornigen Klartext über die Fähigkeit von missbrauchenden Priestern, noch dem Verbrechen ein seelsorgliches Mäntelchen umzuhängen und sich einen Dreck zu scheren um das Opfer/die Opfer. Die Wortwahl Hells ist nicht gerade salonfähig - noch weniger salonfähig hingegen ist das Verhalten des Täters und jener Bischöfe, die "wissen nichts, hören nichts und sehen nichts (und zahlen im Notfall für die Kinder), wenn ihnen nur ihre Priester nicht davonlaufen." Hell kommentiert auch die Opferbeschuldigung des mutmaßlichen Täters: "Hinter der pastoralen Sanftmut kommt allerdings bei Dir gleich der fiese Untergriff: Frau P. hätte durch ihre Erkrankung eine psychische Veränderung durchgemacht und würde sich jetzt Dinge zusammenfantasieren. "
Quelle: die Presse

22.3.2011 Pax Christi kritisiert das militärische Eingreifen in Lybien.
Quelle: katholisch.de

22.3.2011 Hans Küng: Ist die katholische Kirche noch zu retten? Ein Interview im Deutschlandradio

21.3.2011 Im Bistum Fulda hat ein Pater den sexuellen Missbrauch eines Kindes gestanden, das er im Bistum Würzburg missbrauchte. Der Pater vom Deutschen Orden offenbarte sich dem Missbrauchsbeauftragten des Ordens, Michael Ling, Mainz. Ling sagte: „Im schlimmsten Fall droht ihm bei den Sanktionen die Entfernung aus dem Kleriker-Stand. Das kommt dann einer Vernichtung seiner Existenz gleich. Er hat ja nichts anderes gelernt." Über die existenzschädigenden bis -vernichtenden Folgen für das Opfer sagte Herr Ling nichts. Er übersah auch, dass nicht das Opfer die Verantwortung für die Folgen trägt, die dem mutmaßlichen Täter aus seinem Verhalten entstehen.
Quelle: FR und Spiegel

20.3.2011 Ein Opfer berichtet in infranken.de

20.3.2010 Ein Buch über die Aufklärung in der Odenwaldschule
Quelle: ksta

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19.3.2011 Behindertenvertreter Klaus Dickneite berichtet in einem Interview, wie schwer es sei, die Belange Behinderter, die Gewalt erlitten haben, in den Runden Tisch einzubringen. (Das ist erstaunlich, denn es müsste sich herumgesprochen haben, dass Behinderte in einem noch größeren Ausmaß als Nicht-Behinderte Gewalt ausgesetzt sind.)
Quelle: pressemitteilung.ws

19.3.2011 In Grebenhain sind Opfer enttäuscht von der Reaktion des Bistums Mainz. Dort sprach Prof.Ling, Bistum Mainz, mit den Opfern und belehrte sie über juristische Schritte in einem Missbrauchsfall.
Quelle: kreis-anzeiger.de
Quelle: missbrauch-gelingt-grabosch.webnode.com/

19.3.2011 Ein Kommentator spricht von "plüschigen Formulierungen" der Bischofskonferenz in ihrem Brief an die Gemeinden. Die plüschigen Formulierungen deuteten eben nicht die "Zeichen der Zeit".
Quelle: noz

18.3.2011 Die Liste der Themen, die in der Dialogoffensive der kath. Bischöfe nicht angesprochen werden dürfen, ist lang. Sie umfasst: lehramtlich geklärte Themen wie Zölibat, kirchliche Sexualmoral, Priestertum der Frau, Priesterweihe erprobter verheirateter Männer und Homosexualität.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Nun ist es an den Laien herauszufinden, welche Themen angesprochen werden dürfen. Die Gespräche über diese Themen sollen in unterschiedlichen Gremien und bei verschiedenen Anlässen, wie z.B. dem Papstbesuch im September, stattfinden. Wie ein Gespräch zwischen Papst und Tausenden Menschen während eines Gottesdienstes möglich sein soll, werden wir im September sehen.

18.3.2011 Kommentar in der Süddeutschen zum Dialogprozess der Bischöfe: "Bischöfe unter sich. Wie groß das Elend ist, in dem die katholische Kirche steckt, hat sich bei dieser Frühjahrsversammlung der Bischöfe gezeigt. Sie sinken auf die Knie, um Umkehr, Reue und Buße zu zeigen angesichts der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Mancher Bischof hat sich dafür überwinden müssen, andere hat die Zeremonie sehr berührt. Doch es wirkt nicht, das Zeichen. Es wirkt nicht, weil es Buße nicht als Kompromiss gibt, Reue nicht als fein ziselierte Formulierungskunst, Umkehr nicht als selbstmitleidige Klage. Es lässt die Gläubigen unberührt, es verletzt die Opfer, die draußen vor dem Dom demonstrieren, weil sie wissen: Es ist ein Zeichen für die da drinnen, nicht für uns hier draußen." (mad)
Quelle: WsK

18.3.2011 Ein Buch über dubiose Geldflüsse - u.a. an Kardinal Sodano - hat eine frühere Ordensleiterin der Legionäre Christi geschrieben.
Quelle: kath.web

18.3.2011 Ein Pfarrer aus dem Bistum Mainz ist am 8. März gestorben. Ihm wurde sexueller Missbrauch von mehreren Jungen und mindestens einem Mädchen vorgeworfen. Die Verbrechen waren wegen Verjährung nicht mehr justitiabel. Weihbischof Guballa äußerte sein Mitgefühl mit den Opfern und empfahl den Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes.
Quellen: kreis-anzeiger, Kreis-Anzeiger 18.3.2011, Oberhessische Zeitung 19.3.2011, Kreis-Anzeiger 19.3.2011

17.3.2011 Wort der DBK an die Gemeinden

17.3.2011 Im Bistum Würzburg gab es 62 Gewalt-Vorwürfe. 24 Priester des Bistums und 6 andere Mitarbeiter der Diözese wurden beschuldigt. Ein Teil der Vorwürfe betraf andere Ordensangehörige oder Priester anderer Bistümer. Ihre Anzahl ist unbekannt.
Quelle: tv.touring 17.3.2011

17.3.2011 Im Bistum Trier wurde ein Priester - Mitglied des Priesterrates - beurlaubt. Er hat sich selbst angezeigt. Ihm wird sexueller Missbrauch in Gerolstein vorgeworfen. Zuletzt war er in Dierdorf tätig. Bekannt wurden die Vorwürfe gegen den Priester bei den Ermittlungen gegen einen 26-jährigen Obermessdiener aus der Eifel, den die Trierer Staatsanwaltschaft unlängst wegen mehrfachen Missbrauchs angeklagt hat.
Quelle: Bistum Trier
Quelle: Volksfreund

17.3.2011 Das Urteil gegen den früheren Pfarrer von Schiltbert, Bistum Augsburg, ist rechtskräftig. Schuldeinsicht kennt der Täter nicht.
Quelle: Augsburger Allgemeine

16.3.2011 Das Bistum Speyer hat 30 mutmaßliche Opfer über die Möglichkeit, 5000 Euro zu beantragen, informiert.
Quelle: Bistum Speyer

16.3.2011 Europol hat den weltweit größten (vermutlich bekannten größten) Kinderpornoring zerschlagen. Der Ring hat 70 000 Mitglieder,. Es gibt 670 Verdächtige und knapp 200 Festnahmen. 230 Kinder wurden vor weiterer Folter gerettet.
Quelle: Spiegel
Quelle: Süddeutsche

16.3.2011 Das Bistum Regensburg gab heute bekannt, dass seit 1945 10 Priester 78 Kinder/Jugendliche missbrauchten. Einer der Täter soll 36 Opfer, ein zweiter 12 Opfer gehabt haben. Alle seien verurteilt worden. Angaben über Gewalt bei den Domspatzen wurden nicht gemacht. Dort soll der einstige Internats-Leiter Georg Z. von 1953 bis 1958 einen "Harem" an minderjährigen Jungen missbraucht haben. Der Bischof hat bisher kein Gespräch mit den Opfern gesucht.
Quelle: Wochenblatt 16.3.2011
Quelle: Regensburg digital 16.3.2011
Quelle: Dierk Schäfer

16.3.2011 Matthias Katsch sagt: "Ich habe gemerkt, dass das alles nichts mit mir zu tun hat." Er meint den Bußakt der katholischen Bischöfe in Paderborn und spricht aus, was viele Opfer empfinden.
Quelle: Tagesspiegel
Zu den Demonstranten in Paderborn, die vor dem Dom standen, kam kein einziger Bischof. Die Bischöfe baten also Gott "unter Umgehung der Opfer" um Vergebung.
Quelle: taz.de
Quelle: der westen

15.3.2011 Sexualisierte und körperliche Gewalt gegen Kinder in Irland. 15 000 Opfer haben sich gemeldet. Der irische Staat zahlt. Wer Geld erhalten hat, muss schweigen.
Quelle: YouTube

15.3.2010 Erzbischof Zollitsch und die Bischofskonferenz bitten um Vergebung für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch kath. Priester und dafür, dass Verantwortliche allzuoft weggeschaut haben. Wer die wegschauenden Verantwortlichen waren, wird nicht benannt. Erzbischof Zollitsch sagte: "Das Entscheidende ist das Erbarmen mit dem Schuldigen und das Verzeihen." Erbarmen mit den Tätern ist also angesagt. Dass Opfer Erbarmen - und zuallererst Gerechtigkeit! - brauchen, bleibt unerwähnt. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter berichtet Jesus nichts vom Erbarmen von irgendjemandem mit den Räubern, die den Beraubten halbtot liegen ließen. Jesus berichtet vom Erbarmen mit dem, der unter die Räuber gefallen war. Offensichtlich kennen unsere Bischöfe ihre Bibel nicht - oder nehmen sie nicht ernst.
Quelle: DBK
Kommentar von "Wir sind Kirche": Ein bisschen Buße.

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14.3.2011 Heute beginnt in Paderborn die Frühjahrsvollversammlung der kath. Bischöfe. Geplant sei auch ein Bußgottesdienst, der das bischöfliche Bedauern für die Opfer von Gewalt durch kath. Priester und MitarbeiterInnen zum Ausdruck bringen soll. Zweierlei ist dazu anzumerken: Ich habe gelernt, auf die Taten zu schauen, nicht auf die Worte. Und: Es bleibt abzuwarten, ob in dem Bußgottesdienst auch die Komplizenschaft der Bischöfe und ihrer Mitarbeiter mit den Tätern benannt wird. 

14.3.2011 Handhabung der Missbrauchsfälle in Irland

13.3.2011 Bei den Hiltruper Missionaren - Johanneum - sagen die Opfer: "Niemand will zuständig sein." Hier ist ein Bericht aus der Sicht der Opfer über den Aufklärungswillen der Hiltruper Missionare im Blick auf die Verbrechen am Johanneum nachzulesen.
Quelle: Ehemalige Johanneum

13.3.2011 '... doch trotz aller Beteuerungen: Der ehrliche Wille zur schonungslosen Aufklärung lässt sich auch bei viel gutem Willen nur sehr schwer erkennen. Zugegeben wurde vom Orden meist nur, was ohnehin nicht mehr zu leugnen war.' Das ist der Stand der Diskussion über die Missbrauchsfälle am Johanneum - aus der Sicht der Opfer.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

13.3.2011 Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, schreibt in der Bistumszeitung: "Es gab jedoch leider schon im vergangenen Jahr ärgerliche Reaktionen einzelner „Opfer", die wiederholt von den Medien eingeladen worden sind, wenn z. B. gerufen wurde: „Geld will ich endlich sehen, nichts als Geld!" Mich hat tief empört, in was für einer Gesellschaft wir leben, wenn es am Ende wirklich nur ohne Rücksicht auf alle anderen Dinge um das blanke Geld geht"
Quelle: Glaube und Leben

12.3.2011 Michael N. Ebertz, Religionssoziologe, sagt: "Einige Bischöfe haben noch nicht richtig begriffen, was die Stunde geschlagen hat. Viele halten die Angelegenheit für abgehakt und ausgesessen. Man spielt auf Zeit und hofft, dass etwa durch den anstehenden Papstbesuch die schwarzen Wolken am Himmel vertrieben werden. Gleichzeitig trauen viele Katholiken ihrer Kirche nicht mehr die Kraft zu Reformen zu."
Quelle: ksta

12.3.2011 Dem Regensburger Journalisten Aigner - regensburg-digital - wurde vom Landgericht Hamburg verboten zu sagen/zu schreiben,  Geldzahlungen und eine Verschwiegensheitsverpflichtung im Fall des sexuellen Missbrauchs an einem Jungen durch einen katholischen Priester seien Schweigegeld gewesen. Dass der Journalist das nicht mehr denken darf, war m.W. nicht Gegenstand der Verhandlung.
Quelle: Nordbayern.de
Stellungnahme des Bistums Regensburg

11.3.2011 Ettaler Missbrauchsopfer werfen der kath. Kirche Versagen bei der Aufarbeitung der Verbrechen vor. Niemand greife ein, wenn die Organisationen der Täter sich nicht bewegen wolle. Der Einzelne stünde der Kirche komplett machtlos gegenüber, sagte der Sprecher der Ettaler Opfer, Robert Köhler. Der Kirche fehlten Experten für die Bewältigung der Krise. Köhler machte darauf aufmerksam, dass es sich nicht um Einzeltäter handele, sondern um das Resultat von "jahrzehntelangem Organisationsversagen" und dass die Kirche nicht zum Opfer von "Einzeltätern aus den eigenen Reihen" wurde. Der Anwalt des Opfervereins, Stephan Lang, wies darauf hin, dass zahlreiche frühere Ettaler Schüler die Missbrauchsopfer als Lügner und Nestbeschmutzer beschimpften.
Quelle: ORF und Ettaler Opfer
Kommentar: Die kath. Kirche täte gut daran, die Opferperspektive wahrzunehmen und ihren Kritikern aufmerksam zuzuhören - sie könnten die Kirche nämlich auf blinde Flecken hinweisen.

11.3.2011 Ein Salzburger Domprediger legt seine Ämter nieder. Ihm wird sexuelle Gewalt vorgeworfen. Er erklärt sich für unschuldig und die Kirche sieht Handlungsbedarf.
Quelle: kath.web
Der kath. Kirche waren die Vorwürfe seit 2009 bekannt - sie hat nichts unternommen, um den Sachverhalt aufzuklären. Erst als die Klägerin an die Öffentlichkeit ging, hat die Kirche reagiert. Die übliche Opferbeschuldigung formuliert der mutmaßliche Missbrauchstäter auch: Er "sagt, die „schwere Erkrankung“ von Frau P. habe wohl eine „tragische, bedauernswerte Wesensänderung herbeigeführt“."
Quelle: mein Salzburg

10.3.2011 In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden seit 1945 mindestens 94 Kinder und Jugendliche von kirchl. Mitarbeitern missbraucht.  68 Männer und 26 Frauen meldeten sich als Opfer - 9 Fälle waren nicht eindeutig nachzuweisen. Von 45 Tätern ist die Rede.
Quelle: Domradio und Stuttgarter Zeitung

10.3.2011 Michael Tfirst weist auf nach wie vor ungelöste Missbrauchsfälle in Österreich und Deutschland hin.
Quelle: newsforpress

10.3.2011 Das US-Bistum Philadelphia hat 21 Priester wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen suspendiert. Bereits 2005 waren bei einer Schöffenanhörung glaubwürdige Beschuldigungen gegen 63 Priester des Bistums bekannt geworden, die Zugang zu Tausenden von Kindern gehabt hatten.
Quelle: welt.de

9.3.2011 In den USA wurden 21 Geistliche wegen des Vorwurfes sexueller Gewalt gegen Kinder/Jugendliche vorübergehend ihres Amtes enthoben und 3 weitere beurlaubt. Insgesamt seien 37 Verdachtsfälle verhandelt worden. Die Kritik konzentriert sich auf den 75-jährigen Kardinal Rigale. Der Theologe Leonard Primiano fragt, was der Kardinal gewusst habe und wann. Dem Kardinal wird von Hinauszögern bis Vertuschen alles vorgeworfen.
Quelle: stern
Quelle: die presse

9.3.2011 Der Chef der Salzburger Ombudsstelle für kirchliche Missbrauchsopfer, Prälat Hans Reißmeier, erklärte im ORF, er könne sich den Missbrauch nicht vorstellen. Denn hätte das Opfer sonst den Domprediger als Priester für die eigene Hochzeit und die Taufe der eigenen Kinder gewählt? Und: "Können Sie sich das vorstellen?" Das muss nicht einmal Bösartigkeit sein bzw. der Versuch, eine falsche Aussage des Opfers zu insinuieren. Das kann genauso gut auch erbarmungswürdige Ahnungslosigkeit und Inkompetenz sein. Der Herr Prälat und Chef der Ombudsstelle (die nach kircheninterner Anweisung eher nicht mit Klerikern, sondern mit Laien, vor allem Psychologen besetzt sein sollte) hat offenbar die letzten 20 bis 30 Jahre sozialpsychologischer Erkenntnisse nicht zur Kenntnis genommen.
Quelle: der standard

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8.3.2011 Kardinal Lehmann verteidigt die Entschädigungszahlungen der Kirche an Opfer sexueller und körperlicher Gewalt.
Quelle: welt

8.3.2011 Pro Asyl lanciert Schreiben an Dr. Merkel, Flüchtlinge aus Libyen auch in Deutschland aufzunehmen.

6.3.2011 Die Kirche will zuerst die Täter zu Zahlungen an die Opfer heranziehen. Das könnte kirchenrechtlich jedoch schwierig werden.
Quelle: Tagesspiegel

6.3.2011 Ein Opfer scheint es zu geben - aber keinen Täter. Ein Salzburger Domprediger spricht von einer einvernehmlichen Beziehung mit einer erwachsenen Frau. Besagte Frau erhielt neben den Therapiekosten "dem Vernehmen nach"  50.000 Euro von der Klasnic-Kommission zugesprochen. Der Domprediger ist weiterhin im Amt.
Quelle: profil.at

6.3.2011 Claudia van Laak bewertet den Umgang der katholischen Kirche mit Gewaltopfern: "Was die Betroffenen brauchen, was sie sich als Ausgleich, als materielle Entschädigung wünschen - die verantwortliche Institution, deren Strukturen den Missbrauch erst möglich machten, sie hat die Opfer bis heute nicht danach gefragt."
Quelle: Deutschlandfunk

5.3.2011  Roman Siebenrock zum TheologInnen-Memorandum

5.3.2011 Interview mit Grünen-Poliltiker Marcus Bocklet zur Odenwaldschule: "Eine Verhöhnung der Opfer"
Quelle: FR
Der Artikel der FR über die Odenwaldschule vom November 1999 ist hier nachzulesen.

5.3.2011 Aufruf zu einer Demonstration in Paderborn, Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe

4.3.2011 Ein Opfer Der Odenwaldschule berichtet von einem Jahr Vergeblichkeit.
Quelle: FR

4.3.2011 Gegen drei Klosterbrüder des Klosters Kremsmünster gibt es Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauch, gegen 5 weitere Klosterbrüder und drei weltliche Lehrer gibt es Vorwürfe wegen körperlicher oder seelischer Gewalt. Das sagte der Abt des Klosters Kremsmünster. Er spricht von 45 Betroffenen.
Quelle: ORF

4.3.2011 Abt Ambros, Kremsmünster, gesteht Fehler ein.
Quelle: der standard

4.3.2011 "Max" beschreibt, wie das Leben mit sexueller Gewalt sich anfühlt. Er beschreibt es so, wie ich es von vielen missbrauchten Menschen kenne. Er erzählt vom Leben, das es ihn gekostet hat und vom Suizid als beständiger Hoffnung. (Vorsicht! Triggergefahr)
Quelle: taz
Hier stehen die "Bestimmungen" der DBK und hier geht's zum Antragsformular der Bischofskonferenz auf Entschädigung bis zu 5.000 Euro.
Kommentar: Machen Sie sich auf Fragen gefasst, die triggern können und die davon zeugen, dass die kath. Kirche keine Ahnung von Opferdynamiken, PTBS etc. hat. Sie verharmlost Traumafolgen als "Beeinträchtigungen". 

4.3.2011 Die taz kommentiert das Entschädigungsangebot der katholischen Kirche als "Flatrate für langjährige Sex-Spiele" und sagt: "Was halt viel darüber aussagt, für wie schwerwiegend die Kirchenoberen Missbrauch nach wie vor halten: für irgendetwas in der Wertklasse eines mäßigen Gebrauchtwagens eben."
Quelle: taz

3.3.2011 Ein italienischer katholischer Priester wurde wegen Kindesmissbrauch von sieben Kindern zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Quelle: stern

3.3.2011 Der Diakoniedirektor der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel, kritisiert, dass der Fokus nur noch auf der Höhe der Entschädigungszahlungen liege. Entscheidender sei die Anerkennung des erlittenen Leides und die angebotene Hilfe.
Quelle: evlka
Kommentar: Ich gebe dem Diakoniedirektor Recht. Und ich vermute, dass es genau die fehlende Anerkennung des erlittenen Leides ist, die Opfer auf die Höhe von Entschädigungszahlungen schauen lässt - ersatzweise.

3.3.2011 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, spricht im Blick auf die "Anerkennungszahlungen" der Kirche für die Opfer von Gewalt von "einer Geste", die von oben herab getan werde. Es gab keine Frage der Kirche an die Opfer, was sie denn brauchen (Mk 10,51). Katsch weist auch darauf hin, dass die Bischöfe nicht verstanden haben, dass sie nicht ersatzweise für die Täter Anerkennungszahlungen leisten sollen, sondern für ihr komplizenhaftes Schweigen, Verheimlichen und Vertuschen.
Quelle: Eckiger Tisch

3.3.2011 Der Weiße Ring kritisiert die Entschädigungszahlungen an Opfer von kirchl. Sexualstraftätern als "Verhöhnung der Opfer".
Quelle: Themenportal

3.3.2011 Beitrag in der Tagesschau

3.3.2011 Die Dt. Bischofskonferenz hat beschlossen, Opfern sexueller, sexualisierter und körperlicher Gewalt bis zu 5.000 € als "Symbol"  für die Anerkennung des Leids der Opfer zukommen zu lassen. Jeder Fall werde einzeln geprüft und bewertet. Dies soll eine Koordinierungsstelle bei der Bischofskonferenz aus Juristen, Psychologen und Theologen tun. In besonders schweren Fällen sollen auch „zusätzliche“ Leistungen jenseits der 5000 Euro möglich sein. Zudem können Betroffene Therapien bezahlt bekommen. Die Namen der Mitglieder der Koordinierungsstelle werden aus Angst vor Belästigung nicht bekannt gegeben.
Quelle: FR
Kommentar: Die Bereitschaft zur "symbolischen Zahlung" kam ohne Befragung der Betroffenen und ohne Verhandlungen mit ihnen zustande. Die FR kommentiert denn auch, dass die Bischofskonferenz hier "ein Symbol für die Unfähigkeit der Kirche, mit diesem Skandal in ihren Reihen fertig zu werden", gesetzt hat.
3.3.2011 Opfer von Tätern, die zum Bistum Trier gehören, berichten, dass einer der Täter offiziell 15 Opfer hat, man aber von bis zu 50 Opfern ausgehen müsse. "Wir sind Kirche" schätzt die Opferzahlen in Deutschland auf etwa 1700 Menschen.
Quelle: Volksfreund

3.3.2011 Cornelis Sch. (69) wird sexuelle Gewalt gegen einen 14-Jährigen in Ngong, Kenia, vorgeworfen. Sch. ist seit 2002 Bischof von Ngong und gehört den Mill-Hill-Missionaren an. 2009 wurde Sch. das öffentliche Feiern von Messen und seelsorgliche Tätigkeiten untersagt. Die Ordensleitung in Maidenhead, England, gab als Rücktrittsgrund "gesundheitliche Gründe" am.

2.3.2011 Nach einem Jahr Aktivitäten der Deutschen Bischöfe wird noch immer Aufklärung vermisst.
Quelle: Volksfreund Trier

2.3.2011 Ursula Raue, Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens, fordert nach Informationen des Eckigen Tisches 50.000 € Entschädigung für sich selbst. Frau Raue war im Januar 2011 vom Tagesspiegel unterstellt worden, dass sie in den Räumen der Rechtsanwaltskanzlei arbeitete, die den Jesuitenorden  g e g e n  die Interessen der Opfer von Jesuiten vertreten. Diese Adresse der Rechtsanwaltskanzlei war im Internetverzeichnis aller Missbrauchsbeauftragten der Dt. Ordenobernkonferenz benannt worden.
Zum Vergleich: Die Jesuiten haben 5000 € als "Anerkennungszahlung" für Opfer sexueller, sexualisierter und körperlicher Gewalt durch Jesuiten ins Gespräch gebracht.
Quelle: Eckiger Tisch

2.3.2011 Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen Obermessdiener aus der Eifel Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Der 26-Jährige soll sich zwischen 2004 und 2008 in 30 Fällen an Jungen und männlichen Jugendlichen vergangen haben.
Quelle: swr.de

2.3.2011 „Beim Papst-Besuch im September wollen die Bischöfe das Thema [sexuelle und sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche] nicht mehr als offene Baustelle haben“, sagt ein hochrangiger Kirchenvertreter. Deshalb wollen sie auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Paderborn die Entschädigungsfrage vom Tisch bringen. (Opfer könnten die angesagte Harmonie stören. E.K.)
Quelle: Domradio

2.3.2011 Peter Wensirski spricht im Spiegel von einer "Skandal-Aufarbeitung" und davon, dass den Opfern ein Maulkorb droht. Die Opfer störten, sagt er. "Sie sollten ihr Schweigen brechen, endlich erzählen, was damals passiert ist. Als vor einem Jahr ein Missbrauchsskandal das Bonner Aloisiuskolleg erschütterte, fühlten sich betroffene ehemalige Schüler mit ihren Nöten erstmals ernst genommen. Zwölf Monate später ist die Aufbruchstimmung in Ernüchterung umgeschlagen. "Jetzt ist alles, wie es schon immer war", sagt einer der vom Missbrauch Betroffenen. Die Bonner Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen gegen einen der mutmaßlichen Täter wegen Verjährung ein. Doch damit nicht genug: Der Beschuldigte ging sogleich per Unterlassungsklage gegen ehemalige Schüler und deren Aussagen vor. Die Opfer sehen sich dadurch gezwungen, weiter zu schweigen." Mir sind mehrere Fälle bekannt, in denen den mutmaßlichen oder erwiesenen Opfern Klagen auf Unterlassung zugestellt oder angedroht wurden für den Fall, dass sie öffentlich von dem Verbrechen berichten.
Quelle: Spiegel

1.3.2011 So unterschiedlich ist die Wahrnehmung: Ein Missbrauchsopfer - und es ist nicht das einzige - macht dem Erzbistum Bamberg Vorwürfe, dass sein Anliegen "unfreundlich zurückgewiesen worden" sei. Sein Psychotherapeut Fricke berichtet, sein Patient habe sich mehrfach an das Bistum gewandt und um Kostenübernahme der Therapiestunden gebeten. Im Juli 2010 kam die Antwort: "Eine Entschädigung durch die Erzdiözese Bamberg kommt nicht in Betracht.“
Quelle: nordbayern.de

28.2.2011 "Von tätlicher Nächstenliebe versehrt" - ein Heimkind berichtet.
Quelle: mittelhessen.de

28.2.2011 Klaus Fischer denkt über den Pflichtzölibat für kath. Priester nach: "Was heute jedoch nicht überzeugt, vermutlich auch in früheren Epochen nicht überzeugt hat, ist eine Haltung, die es in einer äußerst gefährlichen pastoralen Not vorzieht, die Zölibatspflicht mit allen Mitteln festzuschrauben, und die dafür auf andere Arten von Priesterberufen, den Erhalt von Gläubigen und von Gemeinden, die sich im Großverband zu großen Teilen auflösen, aus Gründen des Prinzips verzichtet.
Quelle: CiG

28.2.2011 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Paderborn ist wegen Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften in Brilon angeklagt worden. Er soll in 38 Fällen Kinderpornos über das Internet weitergegeben haben und 14 Videos und 600 Bilder mit Kinderpornografie aus seinem Computer gehabt haben.
Quelle: ORF

25.2.2011 Ein deutscher Pater, der monatlich eine Woche in der Schweiz bei einer Familie mit zwei Kindern/Jungen lebte, hat beide Kinder sexuell missbraucht. Er gehörte zeitweise der Piusbruderschaft an. In Deutschland war er einschlägig vorbestraft wegen sexueller Handlungen mit Kindern.  Nach Ablauf der Bewährungszeit beging er die Straftaten in der Schweiz. Er wurde zu 30 Monaten Freiheitsstrafe, unbedingt, verurteilt.
Quelle: bernerzeitung

25.2.2011 Gegen den suspendierten Dekan von Fürth lag 2008 bereits eine Anzeige vor, die sich auf eine sexuelle Nötigung im Jahr 1990 bezog. Die Staatsanwaltschaft stellte die Verjährung fest.
Das Erzbistum Bamberg war bereits 2001 von dem mutmaßlichen Opfer informiert worden. In diesem Jahr schied der Priester als Kurat der DPSG aus und übernahm drei Fürther Pfarreien. 2005 wurde er Dekan, obwohl der Erzdiözese die Anschuldigung bekannt war.  Bisher hat die Erzdiözese erkloärt, es gäbe keine weiteren Anzeigen oder Ermittlungen gegen den Geistlichen.
Quelle: Nordbayern

23.2.2011 Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, hat den Niedergang der irischen katholischen Kirche prophezeit. Laut Bericht der Tageszeitung "The Irish Examiner" (Mittwoch-Ausgabe) sagte Martin im Zuge einer Rede an der Universität Cambridge, die irische Kirche müsse sich in Zukunft mit einer Rolle als "Minderheitenkultur" abfinden. "Die Herausforderung ist, sicherzustellen, dass sie dann keine irrelevante Minderheitenkultur sein wird", betonte der Erzbischof. Die Krise der Kirche gehe über den Missbrauchsskandal hinaus und habe lange davor begonnen.
Quelle: kath.web

23.2.2011 in Irland wird nicht mehr gegen einen Priester des Erzbistums Freiburg ermittelt. Warum das Verfahren eingestellt wurde, ist unbekannt. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und die kirchlichen Ermittlungen gehen in Deutschland weiter.
Quelle: Südkurier

23.2.2011 Der "Welt" ist es - nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg - untersagt zu behaupten: Kardinal Marx vertuschte Missbrauchsvorwürfe, nach außen hin gab sich Kardinal Marx als Aufklärer. Doch er hielt Informationen über einen Missbrauchsfall zurück, um sie später politisch zu nutzen Das Erzbistum ist in dieser Sache monatelang untätig geblieben.
Quelle: Erzbistum München

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22.2.2011 Ein Fürther Dekan wird wegen erneuter Missbrauchsvorwürfe suspendiert.
Quelle: Abendzeitung Quelle Nordbayern 21.2.2011 Nordbayern 20.2.2011

22.2.2011 Mit einer symbolischen Fußwaschung haben sich Kirchenleute bei Opfern von sexueller Gewalt entschuldigt.
Quelle: tt.com

21.2.2011 Die Odenwaldschule vertagt die Entschädigungszahlungen auf unbestimmte Zeit. Den Opfern vermittelt sie, sie - die Opfer - würden der Schule schaden.
Quelle: FR

21.2.2011 Ein Ex-Bundeskurat der DPSG ist vom Erzbistum Bamberg wegen Missbrauchsverdacht angezeigt worden und vom Dienst suspendiert.
Quelle: Liborius
Quelle: nordbayern.de

21.2.2011 Ein Pfarrer im Erzbistum Köln erhielt 2010 einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs. Weder er noch die staatliche Behörde informierten das Erzbistum. Der Priester wurde von seinen Aufgaben entbunden und er wurde gemäß Kirchenrecht in Rom gemeldet.
Quelle: Rundschau-online

20.2.2011 Dem früheren Pfarrer von Schmidt, Josef B., wird mehrfacher sexueller Missbrauch eines Jugendlichen vorgeworfen. B. ist 1984 verstorben. Die Vorfälle sollen sich in den 60er Jahren in Eilendorf, Bistum Aachen, ereignet haben.
Quelle: an-online

20.2.2011 Im Erzbistum Bamberg wurde ein kath. Priester suspendiert. Ihm wird vorgeworfen, Mitte der 80er Jahre sexualisierte Gewalt angewandt zu haben. Das Verfahren gegen einen hochrangigen Priester des Erzbistums Bamberg, Münkemer, liegt seit 3 Jahren in Rom.
Quelle: kathpress.at

20.2.2011 Gegen den Vogelsberger Priester, der in den achtziger Jahren eine immer noch nicht genau bekannte Zahl von Jungen missbraucht haben soll, ist das kirchliche Strafverfahren eingeleitet worden. Das gab der Justiziar des Bistums Mainz, Prof. Dr. Michael Ling, bei einer Gemeindeversammlung in Grebenhain bekannt. Ling forderte alle Opfer auf, sich beim Bistum zu melden, damit die Kirche ihnen Hilfe anbieten könne. Die Opfer sind außerordentlich enttäuscht, dass es außer juristischen Erläuterungen nichts zu hören gab, was ihnen in ihrer Situation helfen würde. „In der Versammlung sind erschütternde Briefe verlesen worden, auf die Ling überhaupt nicht reagiert hat. Wir sind fassungslos, dass ein hoher Vertreter der Kirche sich so aufführen kann.“
Quelle: Lauterbacher Anzeiger

19.2.2011 Bei der Telefonhotline der Bundesregierung sind 9000 Anrufe eingegangen. Christine Bergmann sagte, das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in Deutschland sei "bei weitem noch nicht auf dem Tisch". Sie forderte die Kirchenvertreter auf, stärker auf mögliche Missbrauchsopfer zu achten.
Quelle: Radio Vatikan


18.2.2011 Der Raue-Bericht über die sexuelle, sexualisierte und körperliche Gewalt gegen Schüler des St. Blasien-Kollegs ist fertig: 13 mutmaßliche Täter sind namentlich bekannt, mehr als 40 Menschen haben sich gemeldet. Unter den sexualisiert bzw. sexuell Gewalttätigen waren auch zwei Präfekten. 9 der 13 mutmaßlichen Täter handelten exzessiv gewalttätig.
Quelle: Badische Zeitung

18.2.2011 Das Kloster Ettal wird bald die Höhe von "Anerkennungsgeldern" für Opfer sexueller und sexualisierter und körperlicher Gewalt nennen. 5000 Euro seien eine Richtschnur.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar Mathias Drobinski, Süddeutsche

17.2.2011 " 'Emotional hat uns das Kloster nicht erreicht.' Zu tief ist der Abgrund, zu sehr haben die Benediktiner geschwankt zwischen ehrlich betroffener Einsicht, Hilflosigkeit und Abwehr."
Quelle: Süddeutsche und Abendzeitung München
Kommentar: Das sagt ein Ettaler Opfer und bringt damit auf den Punkt, was ich immer wieder höre: An vielen Orten lässt der Umgang mit Gewaltopfern von Patres und Klerikern zu wünschen übrig. Am meisten vermissen viele das Gefühl, es mit einem ehrlichen und berührbaren Gegenüber zu tun zu haben.
15.2.2011 Heute wurde der Abschlussbericht über sexuelle, sexualisierte und körperliche Gewalt gegen Schüler im Aloisiuskolleg, Bonn, vorgestellt. Es ist die Rede von 18 Jesuiten und 5 weltl. Lehrern als Täter. Mehr als die Hälfte der Berichte (31 von 58) beziehen sich auf einen Täter, der von 1968 bis 2008 in leitender Stellung am Aloisius-Kolleg war.
Quelle: Jesuiten.org
Ausführlicher Abschlussbericht
s. auch Eckiger Tisch zum Tode von Pater Georg, bei dessen Beerdigung beklagt wurde, dass ihm von den Opfern nicht genug verziehen worden sei. Wörtlich: "Er hat darunter gelitten, weil Vergebung ihm letztlich nicht genügend gegeben worden ist."
Die Zeit: Der Ruf des Internates war wichtiger als die Kinder

14.2.2011 Der Papst-Ermittler in Irland zieht eine verheerende Bilanz der Missbrauchsfälle in Irland. Die Kirche habe nur noch 5-10 Jahre Zeit, eine Situation wie in Mitteleuropa zu vermeiden, in der die Religion nur noch eine marginale Rolle spiele.
Quelle: Domradio

13.2.2011 In Genf hat sich ein des Missbrauchs beschuldigter Priester umgebracht.
Quelle: Radio Vatikan

12.2.2011 Heimkinder-Schicksale.
Quelle: Regensburger Nachrichten

12.2.2011 Michael Ebertz, Freiburger Religionssoziologe im Horizonte-Gespräch, fürchtet ein "Lernversagen" der kath. Kirche.
Quelle: hr (ab ca 20. Minute)

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12.2.2011 Peter Seewald hat in kath.net ein Interview gegeben, das keine Frage offen lässt. "Der Aufstand der Theologen ist eine Rebellion im Altenheim. Jetzt sind vor allem die deutschen Bischöfe gefordert. Der Papst weiß, dass die größten Angriffe auf die Kirche aus der Kirche selbst kommen."
Quelle: kath.net
Kommentar: Der zitierte Papst-Satz wurde im Kontext der aufgedeckten Fälle von sexueller Gewalt genannt. Für Seewald sind also die ProfessorInnen, die Diskussionspunkte für den längst überfälligen Dialog in der Kirche benennen, mit Priestern vergleichbar, die Kinder und Jugendliche missbrauchen und vergewaltigen. Die kritischen TheologInnen werden von Seewald zu Feinden der Kirche erklärt. Natürlich kann man so "argumentieren" - und Seewald kann nicht nur, er tut es auch.  Der Dialog scheint schon abgebrochen zu sein, bevor er auch nur begann. Offensichtlich ist der dramatische Verlust an Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche überhaupt nicht wahrgenommen worden.

11.2.2011 In der Öffentlichkeit hat Erzbischof Marx, München, den Eindruck erweckt, seit Mai 2010 jeden Verdachtsfall sexueller Gewalt sofort an die Staatsanwaltschaft zu übergeben. Im Fall eines des Missbrauchs verdächtigen Erziehers aus dem Kloster Ettal wurde das Kloster aber erst drei Monate nach Bekanntwerden informiert. Dies sei auf Bitten des Opfers geschehen.
Quelle: welt

11.2.2011 Kardinal Kasper äußert sich zum Memorandum der deutschsprachigen Theologen.
Quelle: Radio Vatikan

11.2.2011 Sexuelle Gewalt in 121 Fällen wird einem Passauer Priester, 48, vorgeworfen. Die mutmaßlichen Opfer waren drei Mädchen zw. 7 und 12 Jahren. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Bereits 2006 wurde der Geistliche wegen "Vorkommnissen in seiner Pfarrei" befragt - ein eindeutiger und direkter Zusammenhang mit sexueller Gewalt habe sich damals nicht ergeben.
Quelle: Süddeutsche

10.2.2011 Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg wurden die sexuellen Gewalttaten von zwei mutmaßlichen Missbrauchstätern, kath. Priester, aufgedeckt. In dem einen Fall sind die Taten verjährt, der "Fall" liegt in Rom.
Quelle: 20min.ch

10.2.2011 Kardinal Simonis, Niederlande, gibt inzwischen zu, dass er in der Zeit als Erzbischof einen pädokriminellen Priester deckte. Im März 2010 hatte er noch gesagt, er habe nichts gewusst.
Quelle: tazblog
Quelle: rnw.nl
Der Priester soll nach seiner Versetzung in die Gemeinde von Amersfoort dutzende Kinder missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von sechs Opfern zwischen 1987 und 2008.
Quelle: rp-online

9.2.2011 Hier geht's zur Unterschriftenliste des TheologInnen-Memorandums: Kirche 2011 - ein notwendiger Aufbruch.
Ein Interview mit Georg Steins finden Sie hier.

9.2.2011 In einem Fall aus dem Jahr 2010 soll der Erzbischof von München Hinweise auf sexuelle Gewalt drei Monate lang vertuscht haben. Das belege ein Papier des Münchner Ordinariats, das der „Welt“ vorliege. Durch Marx’ Verhalten habe ein möglicherweise pädophiler Mann unbehelligt als Erzieher weiterarbeiten können, und Jugendliche womöglich in Gefahr gebracht, berichtet die Welt.
Quelle: welt
Das Erzbistum München hat Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt.

9.2.2011 Jens Schmitz fragt sich anlässlich des TheologInnen-Memorandums zur Kirchenreform  und des Widerspruchs, den das Memorandum erfährt,  was denn katholisch sei. Er stellt gut-biblisch fest, dass es nicht nur um Liturgie, Sakramente, Beichte etc geht, sondern ebenso um den Nächsten. "Der geplante Dialog wird sich, wenn er zustande kommt, nicht nur um einzelne Sachthemen drehen können. Er wird auch ein Ringen um die Kultur in dieser Kirche werden – um die Ernsthaftigkeit, mit der sie sich für ihre Grundlagen interessiert."
Quelle: Badische Zeitung

9.2.2011 Die Ermittlungen gegen einen katholischen Pfarrer aus Munderkingen wegen sexueller Gewalt wurden mangels Beweisen eingestellt. Die  ihm vorgeworfenen Taten aus den 80er Jahren sind verjährt. Die jüngeren Vorwürfe aus den Jahren 2005 bis 2008 ergaben keine Beweise.
Quelle: Schwäbische

8.2.2011  Das seien "nur beschwichtigende Formeln, die in Sonntagsreden angesprochen werden, denen aber im Grunde keine Taten folgen.... aber es ist jetzt wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, noch einmal einen wirklichen Aufbruch zu wagen, bevor die Institution implodiert." - So urteilt Professor Wolfgang Langer, emeritierter Professor für Religionspädagogik an der Uni Wien. Und der Interviewer/die Interviewerin spricht von einer "Imagepolitur", die die kath. Kirche nach den 2010 öffentlich gewordenen sexuellen und körperlichen Gewaltverbrechen betrieben habe.
Quelle: ORF

8.2.2011 „Die Schule [die Odenwaldschule] hat sich bis heute nicht um die Opfer gekümmert, die sich gemeldet haben. Und sie hat kein einziges Mal gefragt: Was wollt ihr eigentlich?“ Das sagen Gewaltopfer über ihre ehemalige Schule - und sie sprechen von einem "Jahr voller Absichtserklärungen". - Es ist das, was Michael Albus katholischerseits mit der "Ankündigungskirche" benennt. Auch da wurden die Opfer nicht gefragt, was sie brauchen. Und auch da warten die Opfer, dass die vielen Ankündigungen und Erklärungen guten Willens bei den Opfern auch ankommen - bei vielen tun sie das nämlich nicht.
Quelle: FR

8.2.2011 Die Deutsche Bischofskonferenz gibt eine Handreichung der Jugendkommission zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Bereich Jugendpastoral heraus.

8.2.2011 Nach wie vor scheint es Täter zu geben, die geschützt werden und Opfer, die abgewimmelt werden. Ein Bericht von Fakt.

7.2.2011 Michael Albus äußert sich zur "Ankündigungskirche", der es nicht gelungen ist, im Blick auf Opfer von Gewalt durch Kleriker und Kirchenmitarbeiter zu handeln. Dass die angekündigte "Dialogoffensive" nicht vorankomme, liege an den deutschen Bischöfen, die Angst vor Rom hätten.
Quelle: wir sind kirche

7.2.2011 Schmerzensgeld in Höhe von 7 500 Euro hat ein Landgericht einem jungen Mann zugesprochen - nach einem sexuellen Missbrauch, der 19 Jahre zurück liegt. Der heute 34-Jährige hatte fast 2 Jahrzehnte den Missbrauch "vergessen" (psychogene Amnesie). Obwohl die Verbrechen verjährt waren, bekam der Kläger aufgrund der Amnesie Recht. Das Urteil dürfte für nicht wenige Opfer interessant sein.
Quelle: ndr

3.2.2011 Schon 144 TheologInnen haben sich zusammengetan und ein Memorandum zur Kirchenreform vorgelegt. Neues wird nicht angesprochen. Aber es ist das erste Mal seit über 20 Jahren (Kölner Erklärung), dass TheologInnen sich öffentlich gemeinsam äußern.
Quelle: Süddeutsche

3.2.2011 Lesenswert ist das Buch von Manfred Kappeler, Anvertraut und ausgeliefert. Sexuelle Gewalt in pädagogischen Einrichtungen, Berlin 2011. Ein Auszug daraus beschreibt, wie mit Opfern umgegangen wird, die keine Beweise haben. Manfred Kappeler, Anvertraut und ausgeliefert, 2011, S. 28:
"Eine Frau, die während ihrer ganzen Kindheit und Jugend in katholischen Kinder- und Erziehungsheimen leben musste und dort von Nonnen körperlich schwer "gezüchtigt" (was für ein Wort!) und durch sexuelle Gewalt für ihr Leben traumatisiert wurde, berichtete darüber in einer bundesweit ausgestrahlten Fernsehsendung, nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, den Orden zu einer Anerkennung dieses Unrechts und seiner Folgen zu bewegen. Daraufhin wurde sie durch einen sogenannten "externen Ermittler", einen Rechtsanwalt, aufgefordert, in einem Gespräch mit der Ordensleitung und deren Anwalt zu den von ihr erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen, und zwar in den Diensträumen der Ordensoberin. Die Frau schlug ein Gespräch an einem neutralen Ort vor, ohne Rechtsanwälte und in Begleitung einer Freundin, ihres Mannes und eines therapeutisch qualifizierten Wissenschaftlers, der sie seit einiger Zeit begleitet und zu dem sie Vertrauen hat. Dieser Vorschlag wurde von einer detailliert begründeten Stellungnaheme des sie behandelnden Psychotherapeuten unterstützt, in der auch auf die Gefahr einer starken posttraumatischen Reaktion hingewiesen wurde, die provoziert werden könnte durch eine verhörartige Gesprächssituation unter Bedingungen, die der für das Geschehene verantwortliche Orden diktiert. Der Vorschlag wurde von der Ordensleitung abgelehnt. Nachdem die Frau die vom Orden für ein Gespräch gestellten Bedingungen, die den Charakter einer Vorladung hatten, zurückgewiesen hatte, wurde gegen sie bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Verleumdung eingereicht. Nun ist die Frau mit einem Vordruck der Justizbehörde zur "Vernehmung" mit verbindlicher Terminsetzung "vorgeladen" worden."
Dies ist nicht der einzige mir bekannte Fall, in dem Opfer zu Tätern und Täterinnen gemacht werden und von den Tätern angezeigt  oder von einem Weihbischof mit Anzeige bedroht werden. Jedes Opfer, das keine Beweise hat und dem keine anderen Opfer des gleichen Täters bekannt sind, tut gut daran, sich bedeckt zu halten. Erika Kerstner

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3.2.2011 Die katholischen Bischöfe wissen inzwischen, mit welcher Summe sie Opfer sexueller, sexualisierter und sonstiger Gewalt "entschädigen" wollen. Aber sie sagen es erst im März 2011.
Quelle: FR

2.2.2011 Zwei evangelische Geistliche werden wegen sexualisierter Gewalt von ihrer Kirche verurteilt.
Quelle: Nürnberger Nachrichten

1.2.2011 Eine Kommission aus externen Fachleuten und Ordensmitgliedern soll sich künftig mit den Schadensersatzansprüchen von Opfern sexualisierter Gewalt gegenüber dem Gründer des Ordens "Legionäre Christi", dem 2008 verstorbenen mexikanischen Priester Marcial Maciel Degollado, befassen.
Quelle: ORF

1.2.2011 Ein Täter, Sozialtherapeut und 114 Opfer in 29 Jahren - darunter auch Heimbewohner aus einem Heim in Süddeutschland.
Quelle: berner zeitung

1.2.2011 Den Beratungsstellen für Menschen mit (sexualisierter) Gewalterfahrung fehlt Geld. Die Versprechen der Politik, alles zu tun, um Betroffenen zu helfen, sind bislang bei den Betroffenen und den Beratungsstellen nicht angekommen.
Quelle: Süddeutsche

30.1.2011 Der Kölner Stadtanzeiger hat 1000 Personen repräsentativ befragen lassen (Omnisquest). 68% der Befragten sind der Meinung, die katholische Kirche trage nicht konstruktiv zur Aufklärung sexualisierter Gewalt bei. Auch 63 % der KatholikInnen vertreten diese Ansicht.
Quelle: Perspektive

30.1.2011 Was sind das für "Hirten, die die Herde lieber hungern lassen"?, fragt Theo Dierkes, WDR, angesichts der Zurückweisung des Vorstoßes von Politikern, die auf die pastorale Not priesterloser Gemeinden hinweisen. Der Kommentator sagt: "Es zählt nicht die Gemeinde, nicht das Recht der Katholikinnen und Katholiken an sich. Die katholische Kirche denkt ausschließlich vom Priester her." Kardinal Brandmüller hatte die C-Politiker gefragt, was sie als Politiker legitimiere, zu einem innerkirchlichen Thema Stellung zu beziehen, das sie weder von Amts wegen noch persönlich betrifft. So viel zur Dialogoffensive der Bischofskonferenz.
Quelle: Deutschlandradio

29.1.2011 Wunibald Müller sagt im Interview: "Wir laufen Gefahr, uns unglaubwürdig zu machen." Und er hat Sorge, dass man riskiert, "dass Opferverbände den Papst bei seinem Besuch im September mit dieser offenen Frage konfrontieren" könne.
Quelle: Domradio
Kommentar: Vielleicht ist es nötig, den Papst im September mit den offenen Fragen - auch an ihn als Präfekten der Glaubenskongregation und als Münchner Kardinal - zu konfrontieren.

29.1.2011 Das "Aktionsbündnis der Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit)" hat einen "Entschädigungsbetrag" von 5000 Euro als zu gering abgelehnt. "Das würden wir als Faustschlag ins Gesicht empfinden", sagte ein Sprecher des Bündnisses, das 16 Opfer vertritt.
Quelle: Volksfreund

28.1.2011 "Der Ablehnung des „Eckigen Tisches“ schließen wir uns an und fordern zudem, dass die Opfer der exzessiven körperlichen und psychischen Gewalt ebenfalls entschädigt werden. Aus unserer Sicht wird versucht das jahrzehntelange Organisationsversagen mit Geld aus der Portokasse wegzuwaschen. Das Vorgehen der Kirche in Österreich, die im Schnitt 15.000 € auszahlt und ein Verfahren zur Beurteilung entwickelt hat, muss auch in Deutschland als Minimum übernommen werden. Zum Vergleich: Ein Brief an jeden der 24 Mio. deutschen Katholiken würde in Summe über 13 Mio € Porto kosten."
Quelle: Ettaler Missbrauchsopfer

28.1.2011 Wer gehofft hatte, dass das Thema sexualisierte Gewalt jetzt "erledigt" ist, sieht sich getäuscht. 40% der bislang 606 Opfer von sexueller Gewalt, die sich gemeldet haben, sind mit der Aufklärung unzufrieden. Das berichtet Dr. Andreas Zimmer, Leiter der Missbrauchshotline der katholischen Kirche. Zimmer geht aber davon aus, dass die Zahl bei der Vorlage des Schlussberichts der Hotline im Herbst deutlich höher sein wird. Derzeit fragten auch immer mehr Anrufer nach einer Entschädigung. Auch dies sei ein Indiz dafür, dass die katholische Kirche unter Zugzwang gerät. Vor allem wird aber zunehmend deutlich, wie weitreichend der sexuelle Missbrauch gewesen sein muss. 70 Prozent der Anrufer wurden mehrfach, weitere 14 Prozent andauernd missbraucht. Und die Zahl dieser Anrufer wächst. Zimmer hält es für dringend nötig, die Kultur der Achtsamkeit gegenüber den Opfern glaubhaft umzusetzen.
Für „Wir sind Kirche“ ist zentrales Problem, dass die Kirche zwar einen Dialog mit der Basis angekündigt hat, diesen aber nicht führe. Außerdem gebe es immer noch viele selbst verordnete Denkverbote.
Quelle: Rheinzeitung

28.1.2011 Die Missbrauchshotline der kath. Deutschen Bischofskonferenz verzeichnet inzwischen 4 375 Beratungen. Die Hotline ist eine erste Anlaufstelle für Menschen, die im Raum der kath. Kirche Opfer von sexualisierter Gewalt wurden.
Quelle: europeonline

28.1.2011 Thomas Weiner, Mitglied des "Eckigen Tisches", spricht in der FR davon, dass die Bischöfe den Wunsch äußerten, die Krise möge die Kirche stärken und dieser Wunsch ihn erschrecke. Er halte ihn für "arrogant und kaltschnäuzig".
Quelle: FR

28.1.2011 Miguel Abrantes, ehem. AKO Bonn, bezeichnet das Angebot der Jesuiten als "einfach nur enttäuschend" und weist darauf hin, dass er bislang keinen Brief der Jesuiten bekam, alles unausgesprochen geblieben sei und Täter nicht zur Rechenschaft gezogen würden. Stattdessen wird ein Opfer vom mutmaßlichen Täter wegen angeblich falscher Anschuldigungen auf Schadenersatz verklagt. (Anm.: Diese Erfahrung müssen auch andere Opfer machen. Statt Unterstützung durch Kirche/Orden zu erhalten, erhalten sie Schadenersatzforderungen oder Anzeigen wegen Rufschädigung.
Quelle: Rundschau-online

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27.1.2011 "Versöhnung erfordert Eingeständnis der Schuld, dann muss Buße und Wiedergutmachung, soweit möglich, folgen. Das müssen die Täter leisten und auch die Institutionen, in denen Missbrauch geschehen ist. Alle Beteiligten müssen alles tun, damit Versöhnung geschieht. Als Christen dürfen wir dabei auf Gott setzen, der Versöhnung schenkt."
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Dies sagt der Bamberger Bischof Schick im Kontext des 70. Todestages von Maximilian Kolbe. Er realisiert, dass der Dreiklang von Schuld, Buße und Wiedergutmachung auch im Blick auf Täter und Opfer sexualisierter Gewalt gilt. Neu ist die Erkenntnis, dass von den Tätern und den Täterschützern das Eingeständnis der Schuld, die Buße und die Wiedergutmachung zu fordern ist, bevor Versöhnung geschehen kann.

27.1.2011 Die Reaktion des "Eckigen Tisches" auf das Angebot der Jesuiten, jedem Opfer 5 000 € Anerkennungszahlungen zu geben, ist zornig. Die Zahlung ist "ein Zeichen dafür, dass Kirche und Orden immer noch nicht verstanden haben, was sie als Institution insgesamt und ihre Vertreter als konkrete Täter an gravierenden Lebensschäden bei den Betroffenen angerichtet haben....Dieser Betrag folgt damit jedoch der Logik, nicht danach zu fragen, was die Opfer brauchen, sondern was die Täterorganisation sich leisten will."
Quelle: Eckiger Tisch
Quelle: Badische Zeitung

27.1.2011 Von "Strukturen der Sünde" spricht Prof. Stephan Goertz, Mainz, die die katholische Kirche in den Blick nehmen und ändern muss, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit wiedererlangen will. "Sie trösten sich womöglich mit dem Abebben der (medien-)öffentlichen Erregungswelle. In Wahrheit geht es aber nicht um das Bild der Kirche in den Medien, sondern um ihren Wesenskern: das glaubwürdige Zeugnis ihrer Botschaft. Daran müsste sie auch dann arbeiten, wenn sich die Öffentlichkeit überhaupt nicht mehr für das Thema Missbrauch interessierte."
Quelle: FR

27.1.2011 Im Kloster Einsiedeln und den ihm angeschlossenen Institutionen haben sich in den letzten 60 Jahren 15 Mönche eines sexuellen Übergriffes schuldig gemacht. Die Zahl der Opfer dürfte sich auf rund 40 belaufen.Dies teilte die unabhängige Untersuchungskommission heute mit, die im Auftrag von Abt Martin Werlen die Vorkommnisse aufgearbeitet hat. Neun Mönche vergingen sich an Minderjährigen. Der grösste Teil dieser Übergriffe entfällt auf die 60er- und 70er-Jahre und geht zu Lasten von drei Mönchen.
Quelle: Tagesanzeiger.ch

26.1.2011 Die deutschen Jesuiten haben Opfern von Gewalt nun offiziell Anerkennungszahlungen angeboten. Bis zu 5000€ für jedes der ca 200 Opfer.
Quelle: Radio Vatikan

25.1.2011 So kommentiert Dierk Schäfer, was Heimkinder erleb(t)en: "Es hat offensichtlich zwei Phasen der Mißhandlungen gegeben, einmal die Mißhandlungen der Heimkinder damals und dann den heutigen Umgang mit ehemaligen Heimkindern. den ich in manchen Fällen nur als weitere Mißhandlung sehen kann. Soweit es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kirchlichen Stellen betrifft: Anscheinend glauben sie nicht an Gott, sonst würden sie sich anders verhalten."
Quelle: Dierk Schäfer

25.1.2011 Die Jesuiten machen Gewaltopfern ein Angebot - Gewaltopfer sind nicht zufrieden.
Quelle: standard.at

23.1.2011 Christine Bergmann sagt in der Badischen Zeitung: "Schöne Leitlinien reichen nicht."

23.1.2011 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, sagt: Worte sind zu wenig.

23.1.2011 Interview mit P. Mertes im Deutschlandradio

22.1.2011 Der frühere Caritas-Präsident  und Generalvikar in Wien, Schüller, sagt, er habe Kadinal Schönborn von vielen Missbrauchsfällen in Kenntnis gesetzt. Die Kirchenleitung habe jedoch zu langsam reagiert. Nach 10 Jahren als Missbrauchsbeauftragter habe Schüller sich seelisch-psychisch ausgelaugt gefühlt und sich als "Feigenblatt" behandelt gesehen, da Grundsätzliches nicht gestimmt habe.
Quelle: profil
Quelle: news.at

22.1.2011 Einer der Gründer der taz hat in der Odenwaldschule Kinder missbraucht.
Quelle: taz

22.1.2011 Der Freiburger Religionssoziologe Ebertz geht von 200 000 bis 250 000 Kirchenaustritten im Jahr 2010 aus. Das sind 80% mehr als 2009.
Quelle: Liborius

21.1.2010 Michael Stahl und der emeritierte Bischof Mixa wollen gemeinsam auf Vortrags-Tournee gehen. Michael Stahl ist eng mit dem Missionswerk Karlsruhe verbunden. Na dann...
25.1.2011 Der Donaukurier berichtet, dass der frühere Bischof Mixa nun doch nicht auf Tournee geht.

21.1.2011 Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen Pater G., Kloster Ettal, erhoben. Sie hält es für erwiesen, dass Pater G. vor Jahren sexuelle Handlungen an Personen vorgenommen hat, die zur Tatzeit Kinder waren. Der Bericht der faz berichtet einige Hintergründe.
Quelle: faz
Quelle: tz-online spricht von mehr als 15 verdächtigen Priestern und von mehreren hundert Opfer. "Im Abschlussbericht schreibt Sonderermittler Pfister von wahrscheinlich mehreren hundert Opfern und nun mehr als 15 verdächtigen Patres und drei weltlichen Erziehern. Ins Visier gerät sogar ein früherer Abt, der gestand, Köpfe von Schülern auf Pulte geschlagen zu haben."

21.1.2011 Ein ehemaliger Leiter eines Maristenkollegs in Mindelheim wurde in Landshut wegen Missbrauch eines minderjährigen Schutzbefohlenen zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Angehörige des katholischen Maristen-Ordens hatte vor Gericht gestanden, bei einer Jugendfreizeit im Jahr 2004 einen 13-jährigen Schüler belästigt zu haben. Bereits vor zweieinhalb Jahren war der Mann wegen einer ähnlichen Tat verurteilt worden. Das Gericht fasste die beiden Urteile zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 18 Monaten zusammen, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Quelle: Süddeutsche

21.1.2011 Das Landgericht Hamburg hat heute entschieden, dass der Spiegel nicht behaupten oder den Eindruck erwecken dürfe, dass das Bistum Regensburg einem Opfer Geld zahlte, um einen Missbrauchsfall zu vertuschen.
Quelle: Bistum Regensburg und wochenblatt.de

21.1.2011 Christine Bergmann im Interview. Sie hat den "doppelten Verrat" verstanden.
Quelle: südkurier

21.1.2011 Fall Georg K., Bistum Aachen
Quelle: wz-newsline

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20.1.2011 Die Staatsanwaltschaft München hat gegen einen Mönch des Benediktinerklosters Ettal Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen Benediktinerpater, der 2005 von Bayern nach Sachsen versetzt worden war. Zuvor war der Geistliche, der auch an dem Klostergymnasium unterrichtete, in den Verdacht sexueller Verfehlungen geraten. Diese bestätigten sich in einer internen Untersuchung angeblich nicht. Der Erzbischof von München hat daraufhin Abt und Schulleiter entlassen, die vom Vatikan wieder eingesetzt wurden.
Quelle: faz

20.1.2011 Ursula Raue, die Beauftragte des Jesuitenordens, die sexualisierte Gewalt im Canisius-Kolleg untersuchte,  arbeitete in der gleichen  Kanzlei wie die Anwälte, die den Jesuitenorden gegenüber den Opfern vertreten. Sie sei jedoch nicht Angehörige der Kanzlei gewesen, heißt es.
Quelle: Tagesspiegel (nicht mehr online: 21.1.2011)
Quelle: de.news
Quelle: Tagesspiegel: Richtigstellung der Behauptungen vom 20.1.2011 am 26.1.2011: Frau Raue arbeitete zu keiner Zeit mit der Kanzlei zusammen, die den Jesuitenorden gegenüber den Opfern vertritt.

20.1.2011 Interview mit Richard Sipe, einem auf Kindesmissbrauch durch Geistliche spezialisierten Fachmann. Er sagt u.a.: "Es kann mit vernünftiger Sicherheit festgestellt werden, dass unter katholischen Priestern ein höherer Anteil Minderjährige missbraucht als unter Gruppen von Männern mit vergleichbarem Alter, Bildung und Beruf (Einkommen). ...Die meisten Opfer klerikalen Missbrauchs brauchen im Durchschnitt 32 Jahre, bevor sie ihren erlittenen Fall melden können. .. Die sexuelle Aktivität (vergangen oder gegenwärtig) von Bischöfen und Vorgesetzten ist eines der mächtigsten Elemente, das die Vertuschung der Verbrechen ihrer Untergebenen bedingt. Sie müssen selbst keine Kinder missbraucht haben, aber ihre sexuelle Aktivität könnte auffliegen, wenn das Netz der Verheimlichung reißt. ... Historische Dokumente, Archive und Studien enthüllen eine lange Tradition von Geheimhaltung und sogar Verniedlichung sexueller Übergriffe des Klerus. Die Erhaltung des Bildes einer reinen und perfekten Priesterschaft war von vitalem Interesse für die klerikale Machtstruktur. Skandal untergräbt die Steuerung und Glaubwürdigkeit. ...Jeder von uns in den Vereinigten Staaten, der mit zivilen oder strafrechtlichen Fällen von Missbrauch durch Priester befasst war, hat die Unterschrift von Ratzinger auf Dokumenten gesehen, die belegen, dass er die Fakten der Missbrauchsvorwürfe kannte. Niemand im Vatikan hat mehr Information über sexuellen Missbrauch durch Priester als Ratzinger (jetzt Papst Benedikt XVI.) ... Obwohl gute Dinge in Entwicklung sind, dürfen wir uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wurzeln des Problems und notwendige Reformen noch nicht einmal an die Oberfläche gekommen sind."
Quelle: aha Luxemburg

19.1.2011 Prof. Dr. Kappeler über den RTH und der offizielle Abschlussbericht

19.1.2011 Literaturhinweis: Raphaela M. Schaner: Kleine Herzen brechen leise. Bete und verzeihe! Aber... schweig!
Link

19.1.2011 Das Bistum Augsburg legte seine Missbrauchszahlen offen und spricht von 34 Fällen. Darunter seien vor allem Schläge von Lehrern, Priestern und Nonnen. Der kirchl. Ermittler Kocherscheidt ist überrascht, dass auch einige Nonnen sadistische Neigungen auslebten.
In 30 Fällen konnte der Missbrauchs-Beauftragte in mühsamer Kleinarbeit die Beschuldigten ausfindig machen, unter ihnen sechs Geistliche. 20 der mutmaßlichen Täter sind bereits verstorben. Jedes Opfer erhält einen Bericht, was aus seinem Fall geworden ist.
Quelle: br-online

19.1.2011 Der Vatikan sagt, sein Schreiben von 1997 sei missverstanden worden. Der Vatikan habe in dem Schreiben auf eine strikte Beachtung der kirchlichen Rechtsnormen bei Missbrauchsfällen gedrängt, um entsprechenden Geistlichen keine Handhabe zu bieten, sich kirchlichen Strafen zu entziehen. Daher seien die Bischöfe aufgefordert worden, die entsprechenden kanonischen Vorschriften genau zu beachten.
Quelle: ORF
Quelle: presse vom 24.1.2011

19.1.2011 Der langjährige frühere Leiter des Maristeninternats in Mindelheim, Frater G., wurde von einem Schöffengericht in Landshut wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Tatzeitraum lag im Februar 2004. Der Frater war bereits vorbestraft. Am 26.8.2008 war er wegen sexueller Gewalt vom Amtsgericht Memmingen zu einer Bewährungsstrafe von 10 Monaten verurteilt worden. Die Verbrechen lagen im Jahr 2004.
Quelle: Augsburger Allgemeine

18.1.2011 Vergewaltigte Frauen vor Gericht. (Vorsicht - Triggergefahr!) FR
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18.1.2011 Drei ehemalige Zöglinge von Heimen und Pflegeeltern der Salzburger Jugendwohlfahrt sind offenbar nicht nur dort, sondern danach auch in kirchlichen Betreuungseinrichten missbraucht worden. Mit diesen erschütternden Berichten von Betroffenen wurde die Ombudsstelle der Erzdiözese Salzburg konfrontiert.
Quelle: Der standard
17.1.2011 Im Landkreis Cham missbrauchte ein Frater der Barmherzigen Brüder mindestens drei Bewohner einer Behinderteneinrichtung. Der Staatsanwalt ermittelt.
Quelle: Mittelbayerische

17.1.2011 Kardinal Marx sagt, die Kirche gehe vorbildlich mit den Missbrauchsfällen um.
Quelle: Weserkurier


17.1.2011 Eine irische TV-Dokumentation berichtet, "der Vatikan" bzw. "Rom" habe irische Bischöfe unter Druck gesetzt, priesterliche Missbrauchstäter nicht der Polizei auszuliefern. Eine entsprechende Anweisung sei in einem Brief des Vatikans aus dem Jahr 1997 gegeben worden. Der öffentliche Rundfunk RTE erwähnt, dass "Rom" ankündigte, sich af die Seite der Angeklagten zu stellen, falls die Bischöfe ihre Kinderschutzrichtlinien von 1996 durchsetzten und sich ein betroffener Priester an den Vatikan wende.
Der Irish Examiner berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass der Vatikan sich mindestens 2mal direkt in die bischöflichen Untersuchungen eingeschaltet und Versuche unterbunden habe, Missbrauchstäter aus dem Amt zu entfernen. Der Vorsitzende von "Voice of the Faithful", B. Maguire, sagte: "Der Brief taucht die Reaktion der Bischöfe sicher in ein ganz anderes Licht als zuvor und legt die Schuld direkt vor die Türen des Vatikan." Es gehe nicht mehr nur um pädophile Priester und Bischöfe, die sie deckten, "sondern um ein ganzes System, das die Taten dieser Priester und Bischöfe möglich machte", so der Sprecher.
Quelle: ORF

16.1.2011 Prof. Müllner über sexuelle Gewalt in der Bibel. Sie wundert sich - zu Recht -, dass Kirche so überrascht ist, dass sexuelle Gewalt auch in der Kirche vorkommt.
Quelle: hna

15.1.2011 Und so sieht "Wir sind Kirche" die geplante Seligsprechung des Papstes.
Quelle: Glaube aktuell

14.1.2011 "Neueste Erhebungen in den deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften nennen eine Gesamtzahl von 900 Tätern und etwa doppelt so vielen bekannten Opfern." Und: "Wie sagt der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann? 'Nichts trifft die Glaubwürdigkeit der Kirche härter als der Vorwurf der Verlogenheit und Scheinheiligkeit.' Stimmt. EK
Quelle: FR

14.1.2011 Johannes Paul II. soll am 1. Mai 2011 selig gesprochen werden. Er scheint alle Bedingungen für eine Seligsprechung zu erfüllen. Davon, dass er den Gründer der Legionäre Christi in Schutz nahm, wird nicht mehr gesprochen. Die Zeit der Scham und der Demut scheint vorbei zu sein.

14.1.2011 Rund 60 Prozent der (derzeitigen) Heimkinder in Deutschland sind psychisch auffällig. Das sagt der Traumapädagoge Martin Kühn im epd.
12.1.2010 Beratungsangebot für männliche Missbrauchsopfer in Nürnberg - ein Interview
Quelle: nordbayern.de

12.1.2011 Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat das wegen Missbrauchvorwürfen eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen Geistliche  und Erzieher des Bregenzer Klosters Mehrerau eingestellt. Die Staatsanwaltschaft gab an, dass Anschuldigungen gegen insgesamt 16 Personen. vorgelegen haben. Da die Taten überwiegend in den 1960 und 1970er Jahren begangen wurden, sind sie verjährt. Wie viele der 16 angezeigten Personen Geistliche waren, ist unbekannt. Bereits im Oktober 2010 waren die Ermittlungen gegen einen Pater, der sich zwischen 1970 und 1982 im Internat des Klosters an zehn Jugendlichen vergangenen haben soll, wegen Verjährung eingestellt worden.
Quelle: vol.at
14.1.2011
Die Badische Zeitung berichtet, dass das Kloster Mehrerau ein Opfer (in der BZ "P." genannt) ersucht, mit dem Anwalt des Paters wegen "Entschädigung" und wegen eines Gesprächs mit dem Täter Kontakt aufzunehmen und eventuelle Forderungen in Österreich bei der unabhängigen Opferschutzkommission geltend zu machen.
Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Diesem Opfer wird also weder vom Erzbistum Freiburg, das das Kloster Mehrerau zum Tatzeitpunkt mit der Seelsorge im Erzbistum Freiburg (Birnau und Nussdorf) beauftragt hatte (sog. Gestellungsvertrag), noch vom Kloster Mehrerau Unterstützung gewährt. Mir ist nicht verständlich zu machen, wie sich in diesem Fall die "Sorge für die Opfer" zeigt, wenn weder Erzbistum noch Orden sich zuständig wissen. In den Leitlinien von 2010 heißt es: "Der Diözesanbischof ist zuständig in Fällen von Ordensangehörigen, die in bischöflichem Auftrag tätig sind, unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen. In anderen Fällen liegt die Zuständigkeit bei den jeweiligen Ordensoberen. Ihnen wird dringend nahegelegt, den örtlich betroffenen Diözesanbischof über Fälle sexuellen Missbrauchs oder Verdachtsfälle in ihrem Verantwortungsbereich sowie über die eingeleiteten Schritte zu informieren." Weitere Regelungen sind nicht vorgesehen. Diese Ungeregeltheit ermöglicht es Ordensmännern, die Kinder/Jugendliche missbrauchen, in einer Grauzone zwischen Orden und Bistum zu agieren. Ein ähnlicher Fall beschreibt Blaichinger in seinem Buch Pater B.: "Pater B. wandelte zwischen Klostermauern und Pfarrhöfen und war als beurlaubter Mönch weder für den Erzabt St. Peter noch für die Linzer Bischof richtig greifbar." Es sind die Opfer, die auf der Strecke bleiben, obwohl Erzbischof Zollitsch einen besseren Austausch mit den Orden geplant hatte (s. swp vom 12.8.2010).

12.1.2011 Belgische Medien berichten, dass die kath. Kirche am 11.1.2011 zugab, dass ihr 134 Fälle bekannt seien, in denen Priester seit 1960 Minderjährige sexuall missbraucht haben. Der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz sagte, die Hauptaufgabe der Kirche sei, den Opfern zuzuhören. 90 der mutmaßlichen Straftäter sind noch am Leben. 22 Priester wurden suspendiert, 21 kamen vor ein Zivilgericht. Im Bistum von Lüttich beispielsweise sind 17 Fälle bekannt, aber nicht ein einziger wurde supendiert noch verurteilt.
Quelle: Tageblatt

11.1.2011 Auch Nonnen sollen Kinder missbraucht haben.
Quelle: orf

11.1.2011 Der Regensburger Journalist Aigner steht in Hamburg vor Gericht. Er hat über den Regensburger Missbrauchsfall (RIekofen) in einer Art berichtet, die dem Bistum nicht angenehm war. Das Bistum Regensburg klagte. Die Entscheidung des Hamburger Gerichtes wird am 25.2.2011 erwartet.
Quelle: br-online

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11.1.2011 „Anrufen, anrufen hieß es immer. Dann durfte man sich kurz ausheulen, aber getan wurde nichts“, sagt ein Gewaltopfer aus dem Bistum Regensburg (Domspatzen). Das Bistum habe ihn nur ausgehorcht, ergänzt das Opfer. Und: Die versprochene Pressekonferenz im September hat es nie gegeben, ein Ergebnisbericht fehlt bis heute.
Quelle: MIttelbayerische

11.1.2011 In Österreich sind 87 393 KatholikInnen im Jahr 2010 aus der Kirche ausgetreten.
Quelle: kurier.at

11.1.2011 Die Hotline der katholischen Kirche in Luxemburg wurde gestern eingestellt. Künftig soll die Theologin und Familientherapeutin Yvonne Lanners für entsprechende Anfragen zur Verfügung stehen.
Quelle: kathweb

11.1.2011 Das Oberpfalznetz berichtet von einem weiteren möglichen Missbrauchsfall im Bistum Regensburg.

10.1.2011 "Es muss sich in der Kirche was ändern", sagt der Missbrauchsbeauftragte von Münster.
Quelle: katholisch.de

10.1.2011 Vom Leiden und Schweigen der (Dom-)Spatzen
Quelle: Mittelbayerische

9.1.2011 Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen sind Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen einen prominenten Kirchenmann in Belgien erhoben worden. Der Jesuitenpater Luc Versteylen (83) soll in einem von ihm gegründeten Studienhaus in den 1970er Jahren Minderjährige missbraucht haben, berichteten belgische Medien am Wochenende. Das Grenzecho erwähnt, dass Versteylen sich im Kampf gegen Pädokriminalität einen Namen gemacht habe.
Quelle: rp-online
Quelle: Grenzecho

8.1.2011 Ein Opfer berichtet.
Quelle: Lauterbacher Anzeiger

7.1.2011 Zwei der drei Benediktinermönche des Klosters Wechselburg, die Ende Februar von ihren Aufgaben als Jugendseelsorger beziehungsweise Pfarrer zweier katholischer Kirchgemeinden enthoben worden waren,  dürfen nach einer Entscheidung der vatikanischen Glaubenskongregation in Rom wieder seelsorgerisch tätig sein.
Quelle: freie presse

7.1.2011 Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, stellte beim Neujahrsempfang die berechtigte Frage: "Wer ist öffentlicher Anwalt der Opfer, deren Missbrauch außerhalb der Kirche geschehen ist?“
Quelle: tagblatt
Kommentar: Seit die Kirchenleitungen zur Kenntnis nehmen mussten, dass in ihren eigenen Reihen Missbrauchstäter sind, da geraten dann auch die Menschen in den Blick, die in ihren Familien oder im Nahbereich Opfer von (sexualisierter) Gewalt wurden und werden. Bislang war das - trotz der Dekade gegen Gewalt, der sich auch katholische Gruppierungen anschlossen - kein Thema. Es bleibt zu hoffen, dass die Kirchenleitungen hinter den Erkenntnisstand, dass (sexualisierte) Gewalt allerorten stattfindet, nicht mehr zurückfallen. 

6.1.2011 „Ich hatte keine Kindheit – nur Angst“, sagt Heinz Laumen. Kindheit und Jugend verbrachte er in verschiedenen Kinderheimen – darunter auch Fichtenhain.
Quelle: wz-newsline

6.1.2011 Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Priester und Mitarbeiter des Jesuitenkollegs St. Blasien eingestellt. Die möglichen Delikte wie sexueller Missbrauch, Misshandlungen und Körperverletzungen seien verjährt.
Quelle: liborius

5.1.2011 Die belgische Staatsanwaltschaft in Kortrijk hat - nach der Klage eines Mannes wegen sexualisierter Gewalt durch Klosterschwestern - eine weitere Klage einer Frau wegen sexualisierter Gewalt durch Klosterschwestern entgegengenommen.
Quelle: bfr

5.1.2011 Neue Erkenntnisse zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zu möglichen Gegenstrategien soll eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen bringen. Bis Ende April werden bundesweit rund 11.000 Menschen befragt, ob sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Nach Angaben des Institutsdirektors Christian Pfeiffer handelt es sich um die größte Studie, die es jemals zu dem Thema in Deutschland gegeben hat. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorgelegt werden.
Quelle: waz

5.1.2011 Die Erzdiözese Milwaukee hat Insolvenz angemeldet. Sie kann die "Entschädigungen" von Missbrauchsopfern nicht mehr zahlen.
Quelle: die presse

4.1.2011 In Belgien haben nur noch 8 von 100 Menschen Vertrauen in die Kirche. Ursache seien die sexualisierte Gewalt und wie Kirchenleitungen damit umgegangen sind. Etwas weniger dramatisch war der Vertrauensverlust in Medien, Polizei, Justiz und Banken.
Quelle: brf

3.1.2011 In Belgien beschuldigt ein Mann Ordensschwestern eines Kinderheimes des sexuellen Missbrauchs.
Quelle: brf

3.1.2011 Warten eines ehemaligen Heimkindes auf "Entschädigung".
Quelle: Westfälischer Anzeiger

3.1.2011 Wieder einmal sind es die Opfer, die die Mechanismen des Bagatellisierens, Abwiegelns, Verharmlosens, der Entschuldigungen der Institution, die alle zu Lasten der Opfer gehen, offenlegen. Diesmal sind es 5 Opfer aus der Helene-Lange-Schule, Wiesbaden, die dieser Aufgabe nachkommen. Es sind nicht die selbsternannten Helfer...
Quelle: FR

2.1.2011 Die Mainpost berichtet über den Fall des Paters Damian M., der viele Unterstützer hat.

1.1.2011 Hier ist eine glaubwürdige Predigt zu finden. Danke!

1.1.2011 Euch allen hier und allen Gästen wünsche ich ein Gutes Neues Jahr, Frieden, Kraft für das Nötige; täglich neu Vertrauen - und den Segen des Himmels, damit wir einmal mehr aufstehen können als wir hinfallen. Herzlich!
Eure/Ihre Rika

1.1.2011 "Darum gibt es letztlich keinen gerechten Grund zwischen Himmel und Erde, sich von der sichtbaren Kirche, der „Arche des Heils“ zu trennen, mag auch die Enttäuschung über das Versagen einzelner Brüder und Schwestern – selbst wenn es die höchsten Repräsentanten der Kirche wären – noch so groß sein." Das sagt der Regensburger Bischof in seiner Silvester-Predigt.
Quelle: Bistum Regensburg
Kommentar: Hätte der Bischof verstanden, was sexualisierte und körperliche Gewalt bei Kindern und Jugendlichen anrichten kann, würde er nicht so fahrlässig predigen und jenen Opfern, die die Kirche verlassen haben, ihre "gerechten Gründe" absprechen. Es gibt sie nämlich, die gerechten Gründe.

1.1.2011 Kardinal Meisner spricht von "einem schrecklichen Jahr für die Kirche". Die Opfer von Menschengewalt hatten ebenfalls ein schreckliches Jahr. Aber das sagt er nicht. Er weiß es vermutlich nicht.
Quelle: Tagesschau

1.1.2011 Der Aachener Bischof bittet in seiner Silvesterpredigt die Opfer von sexualisierter Gewalt um Verzeihung. Dass er sich um die Aufklärung im Fall Pfarrer Georg K. bemüht, bezweifelt hingegen Johannes Heibel in den Grenzlandnachrichten.
Quelle: an-online
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