3.Missbrauch und
            Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2013



31.12.2013 Erzbischof Zollitsch sagt in einem Interview: "Ich glaube sagen zu können, dass ich mich den Aufgaben so gut wie möglich gestellt habe", betonte Zollitsch, der in diesem Zusammenhang vor allem auf den Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verwies: "Beim Thema Missbrauch haben wir eine neue Präventionsordnung und Leitlinien formuliert, die erfolgreiche Telefonhotline nenne ich und die materielle Anerkennung erlittenen Leids. Wir sind gut mit der ganzen Aufarbeitung vorangegangen, wo andere noch manches aufzuholen hätten."
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Würden die Opfer gefragt, fiele die Bilanz wohl anders und viel differenzierter aus. Positiv zu vermerken ist mit uneingeschränkter Anerkennung, dass im Erzbistum Freiburg 22 SeelsorgerInnen in 9 (!) Tagen fortgebildet wurden in Seelsorge mit Gewaltüberlebenden.

29.12.2013 Die Bistümer Mainz, Limburg und Fulda haben bislang mehr als 300 000 Euro für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche gezahlt. Insgesamt haben sich 1300 Opfer kath. Priester und Ordensleute bei der Deutschen Bischofskonferenz gemeldet. An sie wurden laut Radio Vatikan ca 6 Millionen Euro ausgezahlt.
Quelle: Lampertheimer Zeitung
Kommentar: Es könnte nachdenklich stimmen, dass es in Österreich 1381 Opfer sexueller Gewalt gab bei einer Katholikenzahl von ca 5 Millionen Katholiken und einer Priesterzahl von derzeit 3834 Priestern und Ordenspriestern. In Deutschland gab es bei ca 24 Millionen Katholiken und 14636 Priestern und Ordensleuten ca 1300 Meldungen.

27.12.2013 Im US-Bundesstaat Pennsylvania wurde die Haftstrafe gegen den Personalchef der Diözese Philadelphia, Monsignore William Lynn, wieder aufgehoben. Die Beweise für die Vertuschung von Missbrauchsfällen haben nicht ausgereicht, begründete das Gericht.
Quelle: Thüringer Allgemeine


24.12.2013 "Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote erheben sich - Arme bringen (!) frohe Botschaft." (Lk 7,22 - Übersetzung Bibel in gerechter Sprache). Das lässt Jesus dem Johannes ausrichten - und uns auch. Allen, die hier vorbeischauen: Frohe Weihnachten!

23.12.2013 Der Hilfsfonds für Ehemalige Heimkinder Ost - 40 Millionen Euro - ist aufgebraucht. Benötigt würden ca 200 Millionen Euro. Eine weitere Finanzierung ist geplant, aber nicht absehbar.
Quelle: finanzen.net

23.12.2013 Beatrice Eichmann-Leutenegger zum 100. Geburtstag von Etty Hillesum (1914-1943)

22.12.2013 Hinweis auf ein Gespräch von Peter Henselder mit Missbrauchsüberlebenden

17.12.2013 Die taz schreibt in einer Bilanzierung: "Opfer sexueller Gewalt zu sein geht noch immer mit Stigmatisierung einher. Daran hat die Debatte seit 2010, als massenhaft Fälle in kirchlichen Einrichtungen bekannt wurden, nichts geändert. Missbrauchsopfer gelten gemeinhin als dauerhaft geschädigt, als irgendwie nicht zurechnungsfähig. Opfer zu sein ist ein Makel, den man nicht mehr loskriegt."
Quelle: taz


12.12.2013 Kurienkardinal Kasper hat die Null-Toleranz-Politik der kath. Kirche bekräftigt. Schuldige Geistliche sollten aus dem Priesteramt entlassen werden. Kasper wies auch darauf hin, dass leitende Mitglieder der Kirche im Umgang mit den Missbrauchsfällen Schuld auf sich geläden hätten. Das dürfe man nicht kleinreden. Unbekannt ist, ob Kasper auch Konsequenzen für schuldige Kirchenleitungen, z.B. Rücktritte, gefordert hat.
Quelle: kipa

12.12.2013 Der australische Daily Telegraph berichtet, dass die kath. Kirche Australiens 43 000 000 Dollar  an die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester gezahlt hat, damit die Opfer schweigen.
Quelle: guardianlv.com
s. auch childabuseroyalcommission.gov.au/

10.12.2013 Die irische Kinderschutzeinrichtung von 6 Diözesen der kath. Kirche hat der Kirche in einem 4. Teil einer Untersuchung ein weitgehend positives Zeugnis zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen ausgestellt.
Quelle: kipa

9.12.2013 Der Papst hat die Arbeit des Zentrums für Missbrauchsopfer gewürdigt, das von Don Fortunato Di Noto in Sizilien eingerichtet wurde. Fortunato di Noto arbeitet seit vielen Jahren mit Missbrauchsopfern.
Quelle: radio vatican
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7.12.2013 Die katholische und die evangelische Kirche beteiligen sich an einem ergänzenden Hilfesystem für Betroffene sexueller Gewalt, das vom Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch 2011 beschlossen wurde. Der Bund hat bereits 50 Mio Euro eingezahlt, Mecklenburg-Vorpommern hat 1,03 Mio Euro eingezahlt, Bayern hat seine Bereitschaft zur Beteiligung bereits bekundet. Von anderen Bundesländern sind keine Zusagen bekannt. Bis zum 30. April 2016 können Betroffene von sexueller Gewalt in den Familien subsidiär zu bestehenden Hilfesystemen und Rechtsansprüchen Anträge auf Übernahme von Sachleistungen bis zur Höhe von 10.000 Euro beantragen. Mehr unter http://www.fonds-missbrauch.de/
Quelle: ekd

7.12.2013 In Niederösterreich wurde ein kath. Pfarrer zu vier Jahren Haft verurteilt. Er wurde schuldig befunden, einen Jugendlichen vergewaltigt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Quelle: die presse

7.12.2013 Die Legionäre Christi haben 9 Legionärs-Priester des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden, unter ihnen der Gründer des Ordens. Insgesamt gibt es Vorwürfe gegen 35 Priester der Legionäre, die noch geprüft werden.
Quelle: religion.orf.at und kath.web
Kommentar: Sollten alle angezeigten Priester der Legionäre (35 von 642) Missbrauchstäter sein, dann wären das 5,4% der Priester bei den Legionären, eine überaus bedrückende Zahl.

6.12.2013 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana zieht Ende 2014 von München nach Rom um. Pater Zollner sagte zur Einrichtung einer Kommission gegen sexuellen Missbrauch durch den Papst, dass dies ein klares Zeichen sei, dass der Papst und die Kardinäle der Kommission Priorität einräumen. Er betonte, dass die Kommission auch Handlungsmöglichkeiten haben müsse. Nötig seien Durchgreifmöglichkeiten, "auch rechtlich greifende Instrumente, das auch durchzusetzen, was von der gesamten Rechtsordnung der Kirche her vorgesehen" sei, notfalls auch gegen den Widerstand eines Bischofs.
5.12.2013 Der Papst richtet eine Kommission gegen sexuellen Missbrauch ein. 'Das erste Anliegen der Kommission sei die pastorale Aufmerksamkeit für Opfer von Kindesmissbrauch in der Weltkirche,' heißt es. Die Kommission stehe in der Linie, die Papst Benedikt eingeschlagen habe.
Quelle: Radio Vatikan

4.12.2013 Der UN-Ausschuss für die Rechte von Kindern bei der Menschenrechtskommission in Genf hatte im Juli 2013 dem "Heiligen Stuhl" einen Fragebogen vorgelegt, der bis zum 1.11.2013 beantwortet werden sollte. Die UN fragten nach, was die katholische Kirche zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt tue, wie sie mutmaßliche Täter von potentiellen Opfern fernhalte und wie sie sich um die Opfer sexueller Gewalt kümmere. Adressiert war der Fragenkatalog an den Heiligen Stuhl. Im Vatikan war nun zu hören, dass der Heilige Stuhl als Völkerrechtssubjekt des Papstes und als Beobachter bei den UN der Ansprechpartner der UN sei, jedoch keine Möglichkeit habe, auf die Bischöfe einzuwirken. Richtiger Adressat für die Fragen der UN seien die Bischöfe. Deswegen war es nicht möglich, den Fragenkatalog termingerecht zu beantworten. Der Vatikan werde jedoch die Fragen rechtzeitig vor dem mündlichen Anhörungstermin Mitte Januar beantworten.
Quelle: faz
Kommentar: Wenn ein Schreiben falsch adressiert ist, sollte es doch möglich sein, in kurzer Zeit unter Rücksprache mit dem Absender den richtigen Adressaten herauszufinden und das Schreiben an die richtige Stelle weiterzuleiten. Die Begründung des Vatikans für die Verzögerung klingt allzusehr nach der bekannten Verzögerungstaktik. Auch der Hinweis, 'die Kirche treibe im Innenverhältnis zu ihren Priestern die Aufklärung wie schon unter Benedikt XVI. weiter „ohne Pardon“ voran und halte sie zur Kooperation mit staatlichen Behörden an' klingt nicht sonderlich vertrauenerweckend.

3.12.2013 Der ehemalige Sprecher des Bischofs von Fano, Italien, wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er missbrauchte ein 13 Jahre altes Mädchen.
Quelle: kipa

3.12.2013 ein 37-jähriger portugiesischer kath. Priester wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der frühere Vize-Rektor eines Seminars in Fundao hat 6 Minderjährige, die zwischen 13 und 15 Jahre alt waren, sexuell missbraucht. Zuletzt war in Portugal 1993 ein Priester wegen Kindesmissbrauch verurteilt worden.
In Polen wurde ein 49-jähriger Preister zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hat 5 minderjährige Jungen missbraucht.
Quelle: ntv


2.12.2013 Der ehemalige Vizerektor des portugiesischen Priesterseminars von Fundao, Luis Miguel Mendes, wurde zu zehn Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt. Unter den Opfern waren fünf Seminaristen. Zuletzt war in Portugal im Jahr 1993 Pater Frede Cunha wegen sexuellen Missbrauchs und der Ermordung eines 15-Jährigen verurteilt worden.
Quelle: lefigaro.fr

29.11.2013 Ein heute 44-jähriger Saarländer hat sich im Juli 2012 beim Bistum Trier gemeldet und sexuelle Gewalt eines saarländischen Pfarrers im Jahr 1985 angezeigt. Seither läuft das Verfahren. Der Beschuldigte ist weiter im Amt und als Seelsorger tätig.
Quelle: Rheinzeitung

25.11.2013 3 Filme über sexuelle Gewalt an Kindern: Kampf gegen Missbrauch - uneingelöste Versprechen.

27.11.2013 Das katholische Erzbistum Chicago hat sich mit einem ca 20jährigen Kläger auf den Verzicht auf eine weitere Verfolgung vor Gericht geeinigt. Das Erzbistum zahlt ca 1 Million Euro (1,2 Mio Franken). Gleichzeitig willigte es in die Veröffentlichung von Akten zu weiteren 29 Missbrauchsfällen kath. Priester ein.
Quelle: kipa

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27.11.2013 Westschweizer Vertreter von Opfern von Priestern und Ordensleuten, Sapec, haben sich mit ihrem Anliegen an die Bundesparlamentarier gewandt. Sie fordern eine gerechte Lösung für die Missbrauchsopfer. Die in Belgien gefundenen Regelungen bezeichnen sie als vorbildlich. Dort gibt es eine von der Kirche unabhängige Kommission.
Quelle: kipa

25.11.2013 Die Familienpolitiker der Union wollen offenbar die unabhängige Stelle gegen Kindesmissbrauch abschaffen.
Quelle: Süddeutsche

21.11.2013 Ein heute 66-jähriges Opfer von mehreren Redemptoristen-Patres aus dem Collegium Josephinum, Hagen, verklagt den Orden auf Schmerzensgeld. Der Bericht enthält Trigger - bitte, Vorsicht! Hier geht*s zur Seite der Redemptoristen-Opfer.
Quelle: noz

18.11.2013 Die Klasnic-Kommission hat ein Buch „Art und Ausmaß des institutionellen Missbrauchs durch Angehörige der Katholischen Kirche – Psychotraumatologische Folgen für die erwachsenen Betroffenen“ über ihre Arbeit, die wissenschaftlich begleitet wurde von Brigitte Lueger-Schuster, vorgestellt. Das Kommissionsmitglied Hubert Feichtlbauer, kath. Publizist, benennt auch, dass der Vatikan maßgeblich an der Vertuschungspraxis beteiligt war. Einige Inhalte sind hier nachzulesen.
Quelle: die presse

14.11.2013 In Kanada wurde ein internationaler Kinderpornografie-Ring gesprengt. 341 Menschen - unter ihnen 2 Lehrer, 2 katholische Pfarrer, Pfadfinderführer und Polizisten - wurden festgenommen, 386 Kinder wurden gerettet. Unter den Geretteten sind auch Kinder aus Deutschland.
Quelle: taz

13.11.2013 Der Untersuchungsausschuss des Parlamentes des australischen Bundesstaat Victoria hat seine Untersuchung "Vertrauensverrat" veröffentlicht. Gegenstand der Untersuchung waren vor allem Missbrauchsfälle zwischen 1960 und 1985. Das Urteil über die kath. Kirche fiel verheerend aus. "Es habe auch in anderen Konfessionen wie der Anglikanischen Kirche und in der Heilsarmee zahlreiche Missbrauchsfälle gegeben, aber der katholische Klerus sei für sechsmal so viele Missbrauchsfälle verantwortlich wie Mitglieder aller anderen Kirchen zusammen. In der katholischen Kirche von Victoria habe vor 1990 'eine Kultur der Verschleierung und Verdrängung geherrscht', hieß es in dem Bericht." Kritisch bewertete der Ausschuss auch die Rolle von Kardinal George Pell, der zwischen 1996 und 2001 Erzbischof von Melbourne war. Pell hatte zwar eingeräumt, dass einige Bischöfe und Ordensobere Missbrauchsfälle vertuscht hätten, jedoch betont, dass die Kirche als Ganze keine Schuld trage.
Eine Untersuchung in der Diözese Mailand-Newcastle steht noch aus. Der Vorwurf, Kirche und Polizei hätten gemeinsam Missbrauchsfälle vertuscht, soll geprüft werden.
Quelle: kipa

11.11.2013 In Slowenien wurden zwei Diözesen, die Arbeitgeber eines inzwischen gestorbenen Priesters waren, der sexuelle Gewalt verübte, zu Geldstrafen verurteilt. Die richterliche Entscheidung ist ein Präzedenzfall.
Quelle: kipa

11.11.2013 Das Verfahren gegen den Krefelder Pfarrer in Südafrika ist vertagt worden auf März 2014. Es begann im März 2010. Die Krefelder Staatsanwaltschaft ermittelt ebenfalls gegen den Pfarrer und hat seine Auslieferung beantragt. Ihm wird in Deutschland sexueller Missbrauch in 37 Fällen vorgeworfen. Er fand von 2002 bis 2006 statt.
Quelle: wz.online

8.11.2013 Wie ein kirchliches Gericht im Interesse eines Oberkirchenrates entscheidet, der ein 14-jähriges Mädchen missbrauchte, lesen Sie in der FR.

6.11.2013 Es sei ein Fehler gewesen, dass Papst Johannes Paul II. sich 2004 mit dem "später als Pädophilen entlarvten Ordensgründer Marcial Maciel Degollado" traf, sagte Stanislaw Dziwisz, Kardinal von Krakai und ehemaliger Privatsekretär von Johannes Paul II.
Quelle: kipa-apic
Kommentar: Dass erst nach 2004 die Verbrechen Maciel Degollados bekannt geworden wären, ist ein Märchen. Der Papst war spätestens seit 1983 informiert. Der Vatikan hat erste Ermittlungen, die dann eingestellt wurden, bereits 1956 angestellt.

5.11.2013 Das Bistum von St. Paul und Minneapolis hat sich die Lobbyarbeit gegen eine Verlängerung der Verjährungsfristen bei sexuellem Kindesmissbrauch zwischen 2001 und 2008 insgesamt 800 000 Dollar kosten lassen.
Quelle: startribune.com

4.11.2013 Terre des Hommes/Niederlande hat eine 10-jährige Internet-Figur - Sweetie - als Lockvogel geschaffen. Mehr als 1000 mutmaßliche Kinderschänder haben sich bei "Sweetie" gemeldet und wollten bezahlten Webcam-Sex mit dem vermeintlichen philippinischen Mädchen haben. Terre des hommes identifizierte die Verdächtigen. Ihre Daten wurden der Polizei übergeben. In den 10 Wochen, die das Angebot lief, suchten mehr als 20 000 Pädophile den Kontakt.
Quelle: welt

4.11.2013 Im Bistum Basel hat ein Pfarrer eine Jugendliche missbraucht. Hier ist nachzulesen, wie quälend das kirchliche Verfahren für das Opfer ist.
Quelle: blick.ch/

4.11.2013 Kurzfilm "Der Weltverdruss"
Quelle: youtube.com/

1.11.2013 Der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Müller macht "die Öffnung des katholischen Milieus für die Ergebnisse evangelischer Bibelwissenschaft der 1950er- und 1960er-Jahre" verantwortlich für die "Krise des Priestertums". Die in der Exegese enthaltenen Vorurteile seien oft nicht erkannt worden, dadurch hätten "die radikale Kritik am Kult und an der priesterlichen Vermittlerrolle auch im katholischen Raum Fuß gefasst. Zudem sei das biblische Fundament des Priestertums infrage gestellt worden."
Quelle: kathweb
Da erübrigt sich jeder Kommentar.

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31.10.2013 Neue Rubrik: Erfahrungsberichte Betroffener

30.10.2013 Im Bistum Trier darf ein Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, weiterhin zelebrieren.
Quelle: Volksfreund

29.10.2013 Die 26 Opfer des Football-Teams der Pennsylvania State University erhalten eine Entschädigung von knapp 43 Millionen Euro. Der Trainer, Sandusky, wurde wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen zu 30-60 Jahren Haft verurteilt.
Quelle: sueddeutsche.de

27.10.2013 Der Berliner Sexualwissenschaftler Klaus M. Beier ist der Ansicht, dass pädophile Neigung kein Ausschlussgrund für das Priesteramt sei. Bedingung sei jedoch eine vollständige Verhaltensabstinenz. Verhaltensabstinenz sei von einem Christen erwartbar und auch leistbar.
Quelle: kath.web
Kommentar: Das Anliegen, Pädophile nicht sozial auszugrenzen, kann ich teilen. Ich halte die Empfehlung des Wissenschaftlers, Pädophile zum Priesteramt zuzulassen, allerdings für blauäugig. Die Missbrauchsfälle in Institutionen haben gezeigt, dass nicht von Verhaltensabstinenz bei pädophilen Priestern ausgegangen werden kann. Diese Männer mit dem Priesteramt und dem Ansehen dieses Berufes auszustatten, kann vielmehr als Einladung zu sexuellen Übergriffen verstanden werden und ist unverantwortlich. Es gibt andere Berufe, in denen es keinen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen gibt.

24.10.2013 In amerikanischen Universtitäten wird jede 5. Studentin im Laufe des 4-jährigen Studiums vergewaltigt.
Quelle: arte

24.10.2013 Die US- Diözesen zahlten 2012 umgerechnet 82 000 000 Euro. Davon wurden 40 000 000  Euro für "Entschädigungen" an Missbrauchsopfer gezahlt, 5,2 Millionen für Therapien und 25 000 000 für Anwaltskosten. Seit 2007 sind die Zahlen rückläufig. 2007 zahlten die US-Diözesen 362 000 000 Euro für die Folgen von Missbrauchsfällen.
Quelle: orf

23.10.2013 Klaus Mertes, SJ, erhält den Herbert-Haag-Preis 2014. Im Missbrauchsskandal sehe der Jesuit den "Auftrag", zu zeigen, wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit neu werden können, schreibt die Stiftung. Seine Aufgabe sehe er nicht in der "rückwärtsgerichteten Anklage", sondern in einer "Zukunftsarbeit für seine Kirche, die schlimme Erfahrungen radikal ernst nimmt".
Quelle: kipa

23.10.2013 Die polnische Justiz fragt im Vatikan und beim polnischen Nuntius nach, ob die diplomatische Immunität des Bischofs und Vatikanbotschafters Jozef Wesolowski, der des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wird, weiterhin besteht.
Quelle: kipa

23.10.2013 Filmbesprechungen von Mea maxima culpa - Stumme Schreie: abendblatt.de und welt.de
21.10.2013 Der frühere Erzbischof Harry Flynn und der Geistliche Kevin McDonough sind von ihren Posten im Verwaltungsrat der kath. Universität St. Thomas, Minneapolis, zurückgetreten. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie Meldungen über sexuelle Gewalt von Priestern unbeachtet ließen. Einer der Beschuldigten, Curtis W. wurde inzwischen zu 5 Jahren Haft verurteilt. 
Quelle: orf

18.10.2013 Filmhinweis: Dienstag, 20.15 Uhr bei arte: Mea maxima culpa - Stumme Schreie
Besprechungen: abendblatt.de und welt.de

18.10.2013 Der Limburger Generalvikar Kaspar gehört zu denen, die die Aufklärung der Missbrauchsfälle behindert haben. Seine Rolle im Limburger Bischofsskandal ist noch nicht klar. 
Quelle: focus

17.10.2013 Die polnische Kirche macht in den Fällen, in denen kath. Priester Kinder missbrauchten, die gleichen Fehler wie zuvor die Bischöfe in den USA, in Irland, Holland, Deutschland...
Quelle: dradio

16.10.2013 pro asyl wendet sich an dieBundeskanzlerin, um einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen zu erreichen. Zur Unterschrift geht es hier.

16.10.2013 Der "Eckige Tisch", ein Zusammenschluss Missbrauchsbetroffener durch Jesuiten, fordert den Jesuitenorden auf, sein Vermögen offenzulegen, nachdem dies im Gefolge des öffentlich gewordenen Finanzgebarens des Limburger Bischofs auch einige Bistümer getan haben. Bislang waren Forderungen des Eckigen Tisches nach Offenlegung des Vermögens der Jesuiten nicht erfüllt worden.
Quelle: Eckiger Tisch

12.10.2013 Das Kloster Kremsmünster ist in einem weiteren Fall auf Schadenersatz verklagt worden.
Quelle: orf

12.10.2013 Der Limburger Bischof wird öffentlich demontiert. Seine Glaubwürdigkeit ist verloren. Einer, der lügt, keine Rechenschaft ablegt über die Verwendung von Geldern (die ihm anvertraut sind, aber nicht gehören und über die sowieso nur wenige Eingeweihte in der Kirche Bescheid wissen) und diejenigen entlässt, die ihm hilfreich kritisch sein könnten, sollte gehen, um die Kirche nicht noch mehr zu beschädigen. Es ist ein Trauerspiel, dass dieser Bischof keine Freunde hat, die ihm helfen, den Schaden für sich und die Kirche zu begrenzen. Und die anderen Bischöfe sollten ihr Gewissen erforschen: Wie transparent sie mit Geld umgehen, wie sie "Hof halten", wie sie z.B. im Kontext kirchlicher Missbrauchsfälle die Wahrheit vertuscht haben; wie sie Menschen, deren Leben durch sexuelle Gewalt oft massiv beeinträchtigt wird, mit einer (zudem schäbigen) Geldsumme abgespeist haben. Es ist noch ein weiter Weg, bis auch in der Hierarchie angekommen ist, was eine arme (und selbstverständlich ehrliche!) Kirche mit den Armen und mit den Ausgebeuteten bedeutet.      

9.10.2013 Auch bei pro familia gab es pädophilenfreundliche Beiträge in der Verbandszeitschrift. Außerdem bestanden Verbindungen zwischen pro familia und der AHS (Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität). Einer der umstrittenen Autoren publiziert bis heute bei pro familia.
Quelle: Spiegel

9.10.2013 Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz hält die Kinder für verantwortlich, wenn sie missbraucht werden. Missbrauch werde oftmals hervorgerufen, wenn das Kind Liebe suche, dann verlöre es sich selbst und zöge noch den anderen Menschen mit hinein.
Quelle: polen-heute.de

8.10.2013 Der polnische Erzbischof glaubt, dass die Scheidung von Eltern die Wahrscheinlichkeit von sexueller Gewalt gegen Kinder erhöht.
Quelle: zeit

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8.10.2013 Im Bistum Chur sind in den letzten Jahren keine Missbrauchsfälle mehr bekannt geworden.
Quelle: kipa

5.10.2013 Viele der schwangeren Frauen, die als Flüchtlinge über das Mittelmeer kommen, wenn sie nicht zuvor ertrinken, sind auf der Flucht vergewaltigt worden. (Triggergefahr!)
Quelle: dradio

4.10.2013 Dass seit vielen vielen Jahren Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, ist nicht neu. Auch die Abschottungspolitik der EU gegen Flüchtlinge ist nicht neu. Die Betroffenheit angesichts von 130 und viel mehr Ertrunkenen ist pure Heuchelei.

4.10.2013 In Polen wurde ein Militärkaplan aus dem Priesteramt entlassen. Er hat mutmaßlich minderjährige Mädchen vergewaltigt und eine von ihnen zu einer Abtreibung gezwungen.
Quelle: derstandard.at

3.10.2013 Die polnische Diözese Kaszalin-Kolobrzeg argumentiert, dass Schadenersatzzahlungen Sache des priesterlichen Missbrauchstäters seien, nicht der Kirche. Ein Opfer klagte auf Schadenersatz und sagte, die Kirche habe den Täter geschützt, obwohl dessen Pädokriminalität bekannt gewesen sei.
Quelle: religion.orf.at

2.10.2013 In Polen wurde der des Missbrauchs verdächtige Priester Wojciech G in seinem Elternhaus ausfindig gemacht. Er wurde nicht verhaftet. Auf seinem Computer fanden sich 87000 kinderpornografische Fotos (im Klartext: Fotos von gefolterten Kindern). Der Priester gehört dem Michaelitenorden an, ein Pater dieses Ordens bezweifelte gegenüber einem Reporter, dass die Vorwürfe berechtigt seien. Auch Wojciech G. wies die Vorwürfe zurück. Die Bischofskonferenz sagte auf einer Pressekonferenz: "Jeder Fall von Pädophilie, besonders unter Geistlichen, ist für die Kirche eine äußerst schmerzliche Situation". Dass jegliche sexuelle Gewalt in erster Linie für das Opfer schmerzlich ist, oft lebenslänglich schmerzlich, weiß die Bischofskonferenz offensichtlich noch nicht.
Bekannt wurde auch, dass in der Diözese Warschau-Praga ein wegen Missbrauchs verurteilter Pfarrer weiterhin für die Betreuung von mehr als 24 Ministranten zuständig ist - das Urteil sei ja noch nicht rechtskräftig, betonte die Diözese.
Quelle: kath.web

2.10.2013 Papst Franziskus plant, das kirchliche Verfahren gegen Priester, die Kindesmissbrauch begangen haben, zu beschleunigen. Auf nationaler Ebene sollen für die 1. und 2. Instanz kirchliche Spezialgerichte eingeführt werden. Bislang waren die Verfahren in der Glaubenskongregation im Vatikan angesiedelt. In schwerwiegenden Fällen kann die Entlassung aus dem Klerikerstand auf dem Verwaltungsweg und ohne Strafprozess durchgeführt werden. Letzte Berufungsinstanz ist der Oberste Gerichtshof, die Apostolische Signatur,
Quelle: orf

1.10.2013 So ist das, wenn jemand die Wahrheit sagt, eine klare und einladende Sprache spricht und niemanden ausschließt: Man hört ihm gerne zu. Papst Franziskus scheint so jemand zu sein.
Quelle: Radio Vatikan

30.9.2013 Heimkinder scheitern mit ihrem Antrag auf "Entschädigung" an der Bürokratie des Heimkinderfonds. Bislang haben von den ca 800 000 Heimkindern 4500 eine Vereinbarung mit dem Fonds getroffen, der Ende 2014 ausläuft.
Quelle: FR

29.9.2013 Kardinal Lehmann verweist auf die hohe Dunkelziffer von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche auch in Sport, Familie und Therapie. Und er fordert, mit dem Datenschutz bei Geheim- und Personalakten sehr sorgfältig umzugehen: "Nicht um den Eindruck zu erwecken, wir haben etwas zu vertuschen, sondern um Tätern, die vielleicht nur einmal eine Dummheit gemacht haben, überhaupt eine Chance zu geben weiterzuleben."
Quelle: ntv
Kommentar: Es gehört einiges dazu, ein Verbrechen an einem Kind oder Jugendlichen eine "Dummheit" zu nennen. Kardinal Lehmann hat gegenüber 2002 leider nichts dazugelernt.

28.9.2013 Die Grünen wollen nun doch eine Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt durch Grüne einrichten.
Quelle: Spiegel

28.9.2013 Der in Südafrika auf seinen Prozess wartende kath. Priester K., der eine knappe Woche im Gefängnis war, ist gegen eine Kaution von 375 Euro wieder auf freiem Fuß. Sein Prozess soll am 9.11.2013 fortgesetzt werden. Der Anwalt hatte die Freilassung beantragt mit der Begründung, die Auslieferungshaft sei eine "unbillige Härte".
Quelle: Grenznachrichten

28.9.2013 Im Fall des Vatikanbotschafters, Erzbischof Jezef Wesolowski, ermittelt nun auch die polnische Staatsanwaltschaft auf Wunsch der Dominikanischen Republik. Ebenfalls ermittelt wird gegen den Priester Wojciech G. , 36, einen Mitarbeiter des Vatikanbotschafters, der zusammen mit Wesolowski Jugendliche sexuell missbraucht haben soll. Wojciech G. hält sich in Polen versteckt. Es wird vermutet, dass er in seinem Heimatort ist. Die Dorfbewohner verteidigen Wojciech G. mit dem Argument, die Beschuldigungen seien nur ein Zeichen der Rache seitens dominikanischer Drogenhändler. Diese sollen den Mönch für die Bemühungen der Vertreter der Katholischen Kirche, die drogensüchtigen Kinder aus der Not herauszuholen, beschuldigen. Die polnische Bischofskonferenz entschuldigte sich für den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester. Dies ist die erste Entschuldigung der Bischofskonferenz Polens.
Quelle: kath.web

27.9.2013 Ein katholischer Ordenspriester ist zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der 58-Jährige hatte vor dem Landgericht Würzburg neun Übergriffe auf den Sohn seiner Haushälterin gestanden. Er hat das Kind mehrfach missbraucht, seit es 6 Jahre alt war.
Quelle: Spiegel

27.9.2013 Der peruanische Weihbischof Gabino Miranda Melgarejo, Mitglied des Opus Dei, wurde vom Papst laisiert. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Er hatte auch die Leitung der bischöflichen Kommission für Jugendseelsorge inne.
Quelle: kipa

25.9.2013 Die Missbrauchsermittlungen gegen den Nuntius in der Dominikanischen Republik stehen laut KNA kurz vor dem Abschluss. Allerdings muss der Nuntius keine Strafverfolgung durch den Staat fürchten. Eine Strafverfolgung wäre nur möglich, wenn auf das am 6.8.1954 geschlossene Konkordat zwischen dem Vatikan und der Dominikanischen Republik verzichtet würde.
Quelle: Religionsphilosophischer Salon

25.9.2013 In der Slowakei wird ein kath. Priester des sexuellen Missbrauchs einer zur Tatzeit Elfjährigen beschuldigt.
Quelle: orf

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25.9.2013 Unter dem Titel "Eine Kirche, die sich wirksam sexualisierter Gewalt entgegenstellt" formulieren kath. Reformgruppen ihre Wünsche an Papst Franziskus:
Der Skandal der sexualisierten Gewalt durch Geistliche kann nur überwunden werden, wenn Bischöfe, die diese Gewalt verharmlosen oder vertuschen, aus ihren Ämtern entfernt und nach allgemein verpflichtend errichteten Verfahren vor kirchliche und zivile Gerichte gestellt werden. Die katholische Kirche muss ernsthaft den Komplex der systembedingten Ursachen erforschen, die zu diesem Skandal globalen Ausmaßes geführt hat, und alles in ihrer Macht Stehende tun, um eine Wiederholung zu verhindern"
Quelle: Wir sind Kirche


24.9.2013 Papst Benedikt XVI. schreibt zum Thema 'pädophile Priester in der kath. Kirche': Ich habe jedoch niemals versucht, diese Situationen zu verheimlichen“.
Quelle: orf

24.9.2013 Ein Ordenspreister hat vor dem Würzburger Landgericht den Missbrauch des zu Beginn der Verbrechen 5 Jahre alten Jungen gestanden. Pädophil sei er nicht.
Quelle: Welt

21.9.2013 Helmut Jacob schreibt einen offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. U.a. formuliert er: "In den drei Nachkriegsjahrzehnten und bis heute haben unbeschreibliche Verbrechen in allen Facetten unter den Dächern der Katholischen Kirche stattgefunden. Sie reichen von brutalsten Schlägen bis hin zu Vergewaltigungen von jugendlichen Männern und Frauen. Selbst Kinder mussten für die perversen Gelüste von katholischen Erziehern, Patern und Priestern ihren Körper hinhalten. Neben den physischen und sexuellen Gewalttexzessen wurden sie auch psychisch gequält. Unvergessen ist die Geschichte einer Frau, die als kleines Kind von einer Nonne zu nächtlicher Stunde durch den Heimflur zum Hinterhof gezerrt wurde. Dort wurde dem Kind eine Schaufel in die Hand gedrückt mit der Aufforderung: Du schaufelst jetzt dein eigenes Grab! Ihr wurde mitgeteilt, sie habe sich dort hineinzulegen, um von der Ordensschwester dann lebendig begraben zu werden..... Insgesamt sind wenigstens 800.000 Opfer zu beklagen, und dies ist ein geschönte Zahl. Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht eingerechnet. Auch die älteren Menschen in den Heimen fallen durchs Raster. Für all diese Scheußlichkeiten zahlt die Katholische Kirche zusammen mit der evangelischen Seite 30 Millionen Euro und verkauft dies als Entschädigung. Im Durchschnitt bekommt jedes, für sein Leben gezeichnete Opfer, 5.000,-€. Der Umbau der Bischofsresidenz von Tebartz kostet wenigstens 10 Millionen Euro. Genaue Zahlen wird der Kirchensteuerzahler nie erfahren. Müsste sich die Katholische Kirche angesichts dieser Diskrepanz nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche für Luxus und Geprotze Kirchengelder aus dem Fenster wirft und für ihre Opfer lediglich Almosen bereithält?"
21.9.2013 Über das St. Vincenz-Stift in Aulhausen.
Quelle: faz

21.9.2013 Im Bistum Aachen warten die Verantwortlichen ab, ob der mutmaßliche Sexualstraftäter Pfarrer K., der in Südafrika wohl schon wieder auf freiem Fuß ist, verurteilt wird oder nicht, bevor die Verantwortlichen mit den mutmaßlichen Opfern ein Gespräch führen und ggf. Mitgefühl mit ihnen zeigen.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Das ist ungefähr so als würde der berühmte barmherzige Samariter dem unter die Räuber Gefallenen erst dann helfen, wenn die Räuber dingfest gemacht und verurteilt wurden. Nicht einmal ihr Geständnis wäre ausreichend Grund, dem Opfer zu Hilfe zu kommen.

20.9.2013 Gegen den peruanische Weihbischof der Diözese Ayacucho, Gabino Miranda, wird wegen Kindesmissbrauch ermittelt. der 53-Jährige sei bereits seines Amtes enthoben. Es liegen mehrere Anzeigen wegen Kindesmissbrauch vor. Miranda soll zum Opus Dei gehören.
Quelle: n-tv.de

20.9.2013 Die Staatsanwaltschaft Krefeld will die Auslieferung des in Südafrika lebenden Pfarrers K. aus dem Bistum Aachen, der in Auslieferungshaft war und inzwischen wohl gegen Auflagen wieder frei ist.
Quelle: aachener-nachrichten
Und so wurden die Eltern der betroffenen Kinder von Verantwortlichen in der Kirche behandelt.

20.9.2013 Interview mit Franziskus, Teil I und Teil II
Kommentar: Dass die Reaktionen auf das Interview in Deutschland so überschwänglich ausfallen, obwohl Papst Franziskus eigentlich nur katholische Selbstverständlichkeiten formuliert, hängt vermutlich damit zusammen, dass diese menschlichen und mit den Menschen mit-fühlenden Aussagen in den letzten Jahrzehnten in Rom vergessen wurden. 

20.9.2013 Klaus Mertes plädiert angesichts der Diskussion über den Umgang der Grünen mit Pädophile dafür, statt selbstgerecht auf andere zu zeigen, grundsätzlich den Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft zu thematisieren. Die Instrumentalisierung der Diskussion zu Wahlkampfzwecken lehnt er - ganz zu Recht! - ab.
Quelle: kath.web


20.9.2013 Der mahnende Mühlstein kommt nach Hannover am 27. September, 15 Uhr, Fußgängerzone Hannover Mitte, Ecke Georgstr./Limburgstraße
19.9.2013 Vor dem Würzbürger Landgericht findet die Verhandlung gegen einen Pater statt, der einen Jungen zwischen 1994 und 1998 missbraucht hat. Die sexuelle Gewalt begann, als das Kind 3 Jahre alt war.
Quelle: Mainpost

17.9.2013 Nun hat die Debatte um die Unterstützer von Pädophilen die Politik und den Wahlkampf erreicht. Auffällig ist, dass da ganz viele Leute involviert sind, sich verteidigen, andere beleidigen, sich entschuldigen, die eine Gewalt gegen die andere Gewalt aufrechnen; Überlegungen angestellt werden, wem die Debatte in der heißen Wahlkampfphase nutzt... Nur eine Gruppe von Menschen fällt unter den Tisch: Es sind die Opfer. Aber das sind die ja gewohnt.
Quelle: Spiegel


17.9.2013 Missbitt und Schafsbrief fordern den Rücktritt des Missbrauchsbeauftragten, Bischof Dr. Ackermann.
Quelle: Schafsbrief

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17.9.2013 Mertes berichtet von dem peruanischen Priester German Doig, Gründer der geistlichen Bewegung Sodalicio de vida Cristiana, dessen Missbrauch kurz vor der Seligsprechung aufgeflogen ist.
Damit ist neben den Legionären Christi und der Gemeinschaft der Seligpreisungen eine dritte mir bekannte Persönlichkeit/Gruppe um eine Person, die eine autoritär geprägte Gemeinschaft gründete, der sexuellen Gewalt überführt.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Kommentar:
"Die härtesten Gegner der Aufklärung sind oft die Opfer selber. In vielen Fällen vermittelt der Täter ihnen das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Diesen Mythos zu zertrümmern, ist sehr schwierig. Weil die Opfer sich oft gar nicht als Opfer sehen, sondern als Mitglied einer elitären Gruppe, kommt die Missbrauchserfahrung oft erst viele Jahre später hoch." Diese Aussage von P. Mertes könnte aus der Perspektive eines Jesuiten, gesprochen über Jesuitenschüler, zutreffen; das weiß ich aber nicht. Dass Opfer sexueller Gewalt "Gegner der Aufklärung" (welch verletzende Polemik!) seien, jedenfalls lange Zeit die erlittene sexuelle Gewalt nicht benennen, hat viele andere Gründe: Manche leiden unter psychogenen Amnesien; andere sind außerstande, klar zu erkennen, was das war, das sie erlitten haben. Täter vernebeln immerhin die Wahrnehmung des Opfers und der Umgebung. Wieder andere haben oft an mehreren Stellen gesprochen, wurden nicht gehört und haben sich zurückgezogen. Dass Opfer daran hängen, "etwas Besonderes" zu sein, ist mir in 13 Jahren, in denen ich Kontakt mit Opfern habe, nicht begegnet.

16.9.2013 Der Zivilprozess gegen 2 Patres und die Leitung des Stiftes Admont, Österreich, beginnt. Unklar scheint derzeit, ob die Stiftsleitung oder der Staat verantwortlich für den Mangel an Aufsicht sind.
Quelle: ORF

16.9.2013 Jürgen Trittin hat Anfang der achtziger Jahre als Student ein Kommunalwahlprogramm in Göttingen presserechtlich verantwortet, in dem Straffreiheit für Sex mit Kindern gefordert wird. Der Spitzenkandidat hat das eingeräumt und als Fehler bezeichnet – aber erst nachdem es der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter herausgefunden hatte.
Quelle: Zeit

16.9.2013 Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Richtlinien zum Umgang mit kirchl. Missbrauchstätern neu gefasst.
Quelle: Deutsche Bischofskonferenz

16.9.2013 Gegen den aus Wittlich stammenden Pfarrer Georg K. wird seit März 2010 in Südafrika wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Die Kirche hat ihn suspendiert. Jetzt wurde er auf Betreiben von Interpol in Haft genommen. Der nächste Verhandlungstermin ist am 8.11.2013. Wird er für schuldig erklärt, muss er zunächst seine Strafe absitzen, bevor er nach Deutschland ausgeliefert werden kann. Im Falle eines Freispruchs kann er sofort ausgeliefert werden. In Deutschland hat er bei der Krefelder Staatsanwaltschaft Selbstanzeige erstattet. Sie ermittelt in 37 Fällen.
Quelle: wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen

16.9.2013 Eine wissenschaftliche Studie im Bistum Limburg hat zwei katholische EInrichtungen untersucht: Das Vincenzstif Aulhausen/Rüdesheim und das Jugendheim Marienhausen. Dort haben sich 55 Menschen wegen sexueller Übergriffe, incl. Vergewaltigung gemeldet. "Die Ergebnisse, die die Studie zusammengetragen hat, übersteigen alles, was ich mir jemals vorgestellt habe", erklärte Vincenzstift-Geschäftsführer Caspar Söling und bat die Opfer um Entschuldigung.
Quelle: kipa-apic.ch
Quelle: Wiesbadener Kurier

13.9.2013  Der katholische Priester Shawn R. aus der Diözese Kansas-City muss 50 Jahre in Haft. Er hatte Pornobilder mit Kindern gemacht. Der zuständige Bischof Robert Finn wusste mehrere Monate lang davon, meldete den Priester aber nicht den Behörden. Er wurde zu 2 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er ist weiterhin im Amt und will katholische Einrichtungen zum Vorreiter im Kinderschutz machen.
Quelle: orf

13.9.2013 Papst Franziskus beklagt die Gewalt auch in christlichen Familien.
Quelle: kath.web

10.9.2013 Gegen einen bereits verurteilten Essener Domkapitular ging im Frühjahr 2013 eine weitere Anzeige eines mutmaßlichen Opfers ein. Gegen den 69-jährigen Domkapitular wird ermittelt.
Bereits 2011 war der katholische Geistliche nach dem Missbrauch an einem 16-Jährigen zu einem Bußgeld in Höhe von 14 000 Euro verurteilt worden. Im Frühjahr ging eine weitere Anzeige eines mutmaßlichen Opfers bei der Essener Polizei ein, die nun wieder gegen den 69-Jährigen ermittelt.

Erneut ermittelt die Essener Polizei nach einer Missbrauchsanzeige gegen einen 69-jährigen ehemaligen Domkapitular des Bistums Essen. Bereits im Jahr 2011 hatte man den katholischen Geistlichen nach dem Missbrauch an einem 16-Jährigen zu einer Geldstraße von 14 000 Euro verurteilt.

Ermittlungen gegen Ex-Domkapitular des Bistums Essen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/essen/ermittlungen-gegen-ex-domkapitular-des-bistums-essen-id8427569.html#957661622
Quelle: Der Westen

10.9.2013 In Asien ist Gewalt gegen Frauen weit verbreitet.
Quelle: FR

9.9.2013 Ein Text von Annette

9.9.2013 In der schottischen Diözese Galloway wurde der Priester Patrick Lawson seines Amtes enthoben. Er hatte sich unter einem Pseudonym an der Aufdeckung eines mutmaßlichen Missbrauchstäters beteiligt und dem Täter, einem katholischen Pfarrer, vorgeworfen, Messdiener sexuell missbraucht zu haben. Ihn selbst habe dieser Priester ebenfalls im Jahr 1996 als Seminarist sexuell belästigt. Die Kirche sei in den 17 Jahren, die seither vergangen sind, nicht angemessen mit seinen Vorwürfen umgegangen.
Quelle: kipa

8.9.2013 Auch der Kinderschutzbund wurde von Pädophilen unterwandert. Walter Bärsch, Gründungsmitglied des pädophilenfreundlichen Arbeitskreises Humane Sexualität (AHS) war langjähriger Präsident des Kinderschutzbundes.
Quelle: Spiegel

5.9.2013 Gegen einen irischen Priester von den Legionären Christi laufen Ermittlungen. Er soll in einer von Geistlichen betriebenen Schule in Santiago, Chile, Kinder missbraucht haben.
Quelle: tagblatt

5.9.2013 Auch in Argentinien wird gegen einen katholischen Priester wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Der mutmaßliche Täter soll zwischen 1984 und 1992 mehr als 50 Schüler zwischen 10 und 14 Jahren sexuell missbraucht haben.
Quelle: kath.web

5.9.2013 Der Gesandte des Vatikans in der Dominikanischen Republik, der polnische Erzbischof Josef Wesolowski, ist wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs seines Amtes enthoben worden. Er soll in kirchlichen Einrichtungen sieben Kinder missbraucht haben.
Quelle: orf


4.9.2013 Was hat die Politik für die Betroffenen getan? (Vorsicht - Triggergefahr!)
Quelle: NDR

4.9.2013 Ein bemerkenswerter Vorgang: Bischof Dr. Ackermann entschuldigt sich bei Pfarrer Ittmann. Vor 3 Jahren hatte Ittmann einen Missbrauchsfall dem Bistum und dem Dekan gemeldet und war daraufhin mit anonymen Drohbriefen bedacht worden. Er hatte Ostern 2012 die Pfarrei verlassen. Der zuständige Dekan hatte die Vorwürfe als Gerüchte abgetan - später stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die Täter wegen Verjährung ein - ein Opfer hatte die Vorwürfe bestätigt. Der Nachweis, von wem die Drohbriefe stammten, konnte nicht geführt werden. Im Kontext der Meldung eines Missbrauchsfalls an das Bistum durch Pfarrer Ittman kamen Gerüchte auf, Ittmann habe sich in Berlin "etwas zuschulden kommen lassen". Wer mit katholischer Sprachregelung vertraut ist, weiß, dass damit der Vorwurf sexueller Gewalt gegen Kinder/Jugendliche lanciert wird. Nun einigten sich der Pfarrer, die Gemeinde und Bischof Ackermann auf eine Klarstellung: Ittman habe keine sexuelle Gewalt angewandt und ihm geschah Unrecht durch das Bistum, durch Bischof Ackermann und durch Teile seiner Gemeinde. Bischof und Laiengremien stellen nun fest, dass Fehler passiert seien - vor Ort und im Bistum. Nicht unterschrieben hat Bischof Ackermann einen Zusatz zur Erklärung, in dem Ittmann und engagierten Mitgliedern der Pfarrei für ihre Arbeit in schwieriger Zeit gedankt wurde.
Quelle: Saarbrücker Zeitung
Kommentar: Eine andere Möglichkeit des Umgangs mit einem Bistumspfarrer, der einen Missbrauchsfall bzw. 3 Missbrauchsfälle meldet, wäre natürlich gewesen, diesem Pfarrer dafür zu danken, dass er den undankbaren Job des Boten übernimmt, der eine unangenehme Botschaft überbringt und sich - durch und durch jesuanisch - für die Opfer einsetzt und künftige Opfer zu verhindern sucht. Es bestünde Grund, einem solchen Pfarrer von Herzen zu danken. Was ich hiermit tue... Ich weiß von anderen Priestern, dass auch sie nicht gehört wurden - und wünschte, es gäbe mehr solcher Priester, die sich solidarisch mit Opfern verhalten und die Konsequenzen schlicht in Kauf nehmen. Es gehört zum Erleben von Opfern von Menschengewalt, dass sie nicht ernst genommen werden und eine Menge Verachtung und mehr erleben, sobald sie den Mund aufmachen. Ihnen tut es gut, Menschen an ihrer Seite zu erleben, die wissen, wowon Opfer sprechen, wenn sie von ihren Erfahrungen erzählen, wie das war, als sie ihr Schweigen brachen.

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31.8.2013 Pater Klaus Mertes sagt, die Kirche könne von den Opfern lernen. U.a. würden sie aufzeigen, dass in der Kirche ganz tief etwas nicht stimme.
Quelle: dradio

29.8.2013 Drei Jahre öffentliches Sprechen über Missbrauch: Bilanz und Ausblick von MAtthias Katsch, Eckiger Tisch.
Quelle: Eckiger Tisch

29.8.2013 Nach der Bundestagswahl soll das Büro des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung geschlossen werden.
Quelle: Süddeutsche

28.8.2013 Die Deutsche Bischofskonferenz hat das mit Christian Pfeiffer gescheiterte Forschungsprojekt nun neu ausgeschrieben. Ein interdisziplinäres Forschungskonsortium soll die Auftretenshäufigkeit und den Umgang mit sexuellen Missbrauchshandlungen an Minderjährigen durch Geistliche im Bereich der DBK und eine qualitative Analyse institutioneller Einflüsse (Täter-Opfer-Institutionen-Dynamik) untersuchen. Bereits vorliegende empirische Befunde und Studienergebnisse (Ettaler Untersuchung, Lexgraf-Untersuchung, Auswertung der Hotline der DBK) sollen zusammengeführt werden. Andere Forschungsergebnisse werden nicht genannt, obwohl einige internationale Studien vorliegen. 9 Bistümer sollen von 1945 bis heute untersucht werden und 18 Bistümer von 2000 bis heute. Ob damit alle 27 Bistümer in einem kleineren bzw. größeren Zeitraum erfasst werden, geht aus der Ausschreibung nicht hervor. Die Ausschreibung ist auf den 31.10.2013, also nach der nächsten Bischofskonferenzsitzung, terminiert. Die Vorauswahl wird voraussichtlich im Dezember 2013 getroffen werden. Anschließend werden die in Fage kommenden Forschungskonsortien zur genaueren Vorstellung eingeladen. Die Ausschreibung enthält auch einen Hinweis, dass die weltlichen undkirchlichen Datenschutzregeln und das Archivrecht zu beachten seien und die entsprechenden Dokumente zur Verfügung gestellt werden (!).
Quelle:
Kommentar: Ob es zu einer Überarbeitung der Leitlinien auf der nächsten Sitzung der DBK kommt, ist nicht erkennbar. Bischof Ackermann hatte die Überarbeitung auf dem Mannheimer Katholikentag angekündigt. Abzuwarten bleibt, ob es in 2 Monaten möglich ist, ein interdisziplinäres Forschungskonsortium auf die Beine zu stellen und einen gemeinsamen Antrag fristgerecht abzugeben.

28.8.2013 In Linz klagt ein Pfarrer auf Unterlassung und 126.000 Euro Schadenersatz gegen Missbrauchsvorwürfe eines heute 41-jährigen ehemaligen Ministranten. Das mutmaßliche Opfer hat von der Klasnic-Kommission Opferanerkennung, 5000 Euro und 30 Therapiestunden erhalten. Die Schuld des beschuldigten Pfarrers hingegen ist nicht erwiesen, sie sei nicht nachvollziehbar, sagte der Vorsitzende der Opferschutzkommission der Diözese Linz.
Quelle: kath.web


28.8.2013 Die italienische Diözese Bozen-Brixen muss im Anschluss an einen zivilrechtlichen Prozess 700.000 Euro Schadenersatz an ein Missbrauchsopfer und dessen Eltern zahlen. Diözese und Pfarre trügen eine Mitverantwortung, hieß es. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: kath.web

25.8.2013 Ein kath. Pfarrer wird sexueller Gewalt beschuldigt. Er wurde wegen Fluchtgefahr verhaftet.
Quelle: http://www.nordbayern.de
Quelle: http://www.nordbayern.de
Quelle: http://www.nordbayern.de

24.8.2013 In Spanien wurde ein kath. Priester verhaftet, der in mehreren Gemeinden in Irland Kinder missbraucht haben soll.
Quelle: Der Westen

24.8.2013 Im Bistum Eichstätt wurde ein Pfarrer wegen Fluchtgefahr nach Missbrauchsvorwürfen inhaftiert.
Quelle: Süddeutsche

23.8.2013 Der schottische Kardinal Keith O'Brien, Vorsitzender der schottischen Bischofskonferenz, soll nach Angaben des Erzbischofs von Glasgow, Mario Conti,  verhindert haben, dass ein Bericht über die Missbrauchsfälle erstellt wurde. Die schottische Bischofskonferenz bestätigte inzwischen die Aussagen Contis.
Zur Erinnerung: O'Brien war im Februar nach Vorwürfen persönlichen sexuellen Fehlverhaltens von seinem Amt als Erzbischof von Saint Andrews und Edinburgh zurückgetreten. Er verzichtete nach öffentlichen Protesten auch auf seine Teilnahme an der Papstwahl im März.
Quelle: kipa

22.8.2013 Anlässlich eines Streites zwischen Priesters wird öffentlich, dass der eine Streitgegner, der wegen eines kirchenkritischen Interviews angegriffen wurde, von einem Priester sexuelle Gewalt erlitten hat.
Quelle: polen heute


22.8.2013 Andreas Huckele (alias Jürgen Dehmers: "Wie laut soll ich denn noch schreien?"), schreibt in der Süddeutschen: "Jetzt sprengt es meine Vorstellungskraft, mit welcher zynischen Gleichgültigkeit die Informationen verarbeitet werden." Er berichtet vom wachsenden Zorn der Betroffenen: "[Zorn] darüber, dass sie nun von einer wissenden Gesellschaft genauso alleinegelassen werden wie 2010. Gewissenlos Betrachtende sind eben noch schwieriger auszuhalten als gewissenlos Handelnde."
Quelle: Süddeutsche

19.8.2013 Das Kloster Mehrerau hat sich mit einem zweiten Missbrauchsopfer eines Mehrerau-Paters außergerichtlich geeinigt. Dem Vernehmen nach zahlt das Kloster dem Kläger 250.000 Euro Schmerzensgeld und übernimmt die Anwaltskosten.
Quelle: ORF

19.8.2013 Christian Füller darf einen Artikel über das Verhältnis der Grünen zu Pädokriminalität nicht in der taz veröffentlichen. Hier geht's zum Artikel.
18.8.2013 "Ungenaue Methoden, überzogene Interpretationen und - indirekt- eine Verharmlosung der Gefahr durch Geistliche" - so urteilen im deutschlandradio Kritiker der Leygrafstudie, die im Dezember 2012 vorgestellt wurde. Ich finde darin Kritik von Annette und mir wieder.

17.8.2013 Die anglikanische Kirche lässt die Missbrauchsfälle - inclusive vor der Zeit von 1950 - von einem unabhängigen Institut untersuchen. Dabei werden auch die Akten verstorbener Priester untersucht.
Quelle: kath.web

15.8.2013 "Es war der eigene Vater - Eine Pfarrerin kämpft um ihr Leben" ist - nach Protest beim Sender durch Susanne Jensen - wieder online.

15.8.2013 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig mahnt die kath. Kirche, die Missbrauchsfälle in der Kirche wissenschaftlich untersuchen zu lassen.
Quelle: www.zeit.de/
s.auch "Kontraste"

15.8.2013 Der BBC - Radiomoderator Dave Lee Travis wird verdächtigt, zwischen 1977 und 2007 zwölf sexuelle Straftaten begangen zu haben. Er weist die Anschuldigungen zurück.
Quelle: spiegel.de

12.8.2013 In der Bundeswehr werden Sexualstraftaten bekannt.
Quelle: zeit.de

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11.8.2013 Alice Schwarzer kommentiert den Umgang der Grünen mit Pädokriminalität. Thomas Schlingmann, Tauwetter, kommentiert ebenfalls.

11.8.2013 Nicht nur bei den Grünen, auch in der FDP gab es Befürworter von Kindesmissbrauch.
Quelle: faz

11.8.2013 In Großbritannien wird aufgedeckt, dass Polizisten schutzlose Menschen, z.B. Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, missbrauchten.
Quelle: zeit.de

11.8.2013 Erzbischof Zollitsch zieht eine positive Bilanz der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Er hob die Überarbeitung der Leitlinien, die Entschädigungen und die Präventionsmaßnahmen hervor. Er kündigte auch an, die Missbrauchsfälle wissenschaftlich untersuchen lassen zu wollen, nachdem der Vertrag mit Christian Pfeiffer gescheitert ist.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Lobend erwähnte er nicht den Umgang Kirchenverantwortlicher mit den Opfern katholischer Kleriker oder mit den Menschen, die in den vielzitierten Familien Opfer sexueller Gewalt wurden - da ist nämlich noch (fast) nichts geschehen.

10.8.2013 Erzbischof Zollitsch wagt im Interview: "Die schwierigste Frage, die uns beschäftigt hat, war tatsächlich das Auftauchen der Missbrauchsfälle. Keiner von uns hatte sich das vorstellen können, keiner von uns hat das je gedacht, und wir haben gespürt, dass hier eine Welle auf uns zukommt. ... Ich war über den Skandal selber überrascht, und noch mehr über das Ausmaß, weil ich mir von meiner Lebenserfahrung einfach so etwas gar nicht vorstellen konnte.
Quelle: dradio.de
Kommentar: Als langjähriger Personalreferent seines Bistums hat Erzbischof Zollitsch mit Sicherheit Missbrauchsfälle mitbekommen und entsprechende "Maßnahmen" eingeleitet - seine Überraschung ist kaum glaubhaft.

8.8.2013 Aus dem Bistum Münster hatte es geheißen, dass ein Priester aus Ostbevern, dem sexuelle Gewalt vorgeworfen worden war, freigesprochen worden war. Nun korrigiert das Bistum: Es sein kein Freispruch wegen erwiesener Unschuld, sondern aus Mangel an Beweisen. Ursprünglich durfte der Geistliche öffentlich keine Eucharistie mehr feiern oder andere priesterliche Tätigkeiten ausüben. Diese Sanktionen wurden aufgehoben.
Quelle: epd.de/

6.8.2013 "Warum interessiert sich die Kirche mehr für die Erlösung der Schuldigen als für die Gerechtigkeit gegenüber den unschuldig Leidenden? Warum tut sie sich mit schuldigen Tätern leichter als mit unschuldigen Opfern? Und warum trat sie so oft im triumphalistischem Purpur vor die Welt und spendete den Mächtigen ihren Segen?"
Dieser Frage und anderen Fragen - die auch für Gewaltüberlebende ChristInnen bedeutsam sind - ging der Theologe Johann Baptist Metz nach. Er feierte gerade seinen 80. Geburtstag.
Quelle: Zeit

6.8.2013 Petition gegen die Überwachungen: change.org

2.8.2013 Über die alltägliche Gewalt in Ägypten - an Frauen, Männern und Kindern.
Quelle: Süddeutsche

2.8.2013 Video mit Susanne Jensen - eine Stimme aus dem Chor der Genichteten 31.7.2013
1.8.2013 Die kath. Kirche in Kalifornien veröffentlicht Akten über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen durch Ordensangehörige von 5 Orden.
Quelle: moz

31.7.2013 Zwei Priesterseminaristen aus dem Würzburger Priesterseminar werden wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen und Haltungen aus dem Priesterseminar ausgeschlossen.
Quelle: Süddeutsche

30.7.2014 Die UNO fordert den Vatikan auf, detailliert Stellung zu Missbrauchsfällen in der Kirche zu nehmen und von den Hilfen zu berichten, die der Vatikan den Opfern zukommen lässt.
Quelle: lamula.de/
Kommentar: Bislang ist lediglich von juristischen, therapeutischen und finanziellen Hilfen die Rede. Wichtig wäre auch kompetente (!) seelsorgliche Unterstützung und Begleitung für die Menschen, die in der Kirche oder in Familien, im Nahbereich, in nicht-kirchlichen Institutionen Opfer von sexueller Gewalt wurden und die seelsorgliche Begleitung - immerhin ein Alleinstellungsmerkmal einer christlichen Kirche! - wünschen. Muss die UNO das der Kirche sagen?

28.7.2013 Christoph Fleischmann im WDR (ab Min.8): Er lässt ein Opfer des Oberkirchenrats zu Wort kommen, dessen erstinstanzliches Urteil des EKD-Gerichtes zur Entlassung des Täters führte. Inzwischen gibt es ein letztinstanzliches Urteil vor: Aufgrund des Alters des Täters und seines Gesundheitszustandes sei die verhängte Strafe unverhältnismäßig. Der Täter wurde gehört, das Opfer nicht. Das kirchliche Gericht betrifft die Beziehung des Pfarrers zur Kirche.  Die Tatfolgen für Opfer spielen keine Rolle.
Quelle: Christoph Fleischmann.de
s.auch den Kommentar von Christoph Fleischmann in PF

26.7.2013 Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, über den Reformbedarf der kath. Kirche in der Süddeutschen

23.7.2013 Die Grünen und ihr Umgang mit Pädophilie (Triggergefahr!)
Quelle: welt.de

29.7.2013 Im Bistum Dresden liegt ein Bericht über den Stand der Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vor.
Quelle: Bistum Dresden

28.6.2013 Im Bistum Trier wird einem Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat sexueller Missbrauch vorgeworfen. Das Bistum schweigt.
Quelle: missbit

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27.7.2013 Helmut Schüller, Pfarrerinitiative Österreich, darf nicht in der Diözese Boston auftreten. Das ordnete der Bostoner Erzbischof Sean Patrick O'Malley, der zu den 8 Papstberatern zur Kurienreform gehört, an. Die Begründung: Einzelpersonen werden keine öffentlichen Auftritte in katholischen Pfarren oder bei kirchlichen Ereignissen erlaubt, wenn deren Positionen der katholischen Lehre widersprechen.
Quelle: die presse

27.7.2013 Zum ersten Mal wurde in Spanien, auf Mallorca ein Priester wegen Kindesmissbrauch seines Amtes enthoben.
Quelle:mallorcainfos.com

26.7.2013 Die römische Polizei ermittelt gegen 9 Priester im Vatikan, darunter einen Bischofssekretär sowie einige höher gestellte Prälaten, wegen des Verdachts, einem Prostitutionsring anzugehören, der von einem Polizisten geleitet wird. Mutmaßliche Opfer sind Jugendliche aus Rumänien, die zwischen 150 und 500 Euro erhalten haben sollen. Anzeige erstattet hat ein Ex-Priester, der wegen Pädokriminalität im Gefängnis war und anschließend - vergeblich - um Wiederaufnahme ins Priesteramt bat. Kardinalvikar Vallini wies die Vorwürfe gegen die Geistlichen zurück. Er habe "vollstes Vertrauen in das Gericht" und sei der Überzeugung, dass die Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprächen.
Quelle: Süddeutsche

24.7.2013 Der Lebacher Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird und der die Vorwürfe bestreitet, verzichtet auf sein Amt.
Quelle: volksfreund

24.7.2013 Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg.
Quelle: intern-at.de

24.7.2013 Überblick über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche
Quelle: br.de/radio/bayern2/


23.7.2013 Veranstaltungshinweis: Freitag, 30.8.2013, 19 Uhr, in Eckerförde;Pastorin Susanne Jensen "Kunst und Glaube - als Befreiungsweg einer Missbrauchsüberlebenden"

19.7.2013 Im Jahr 2012 sind 118.288 Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten.
Quelle: Spiegel

16.7.2013 Bayrischen Kindern geht es gut. Da gibt es keine sexuelle Gewalt gegen Kinder, zumindest nicht im sonst üblichen Ausmaß. Das sonst übliche Ausmaß: jede/r 8. ist Betroffener, 12% aller Kinder unter 14 Jahren. Da dies in Bayern anders ist, beteiligt sich die Schulbehörde nicht an einer Umfrage unter SchülerInnen, die das Ausmaß der Gewalt erheben soll.
Quelle: Süddeutsche

16.7.2013 In Polen soll ein 52-jähriger kath. Priester in ein Altersheim gehen und seine Gemeinde aufgeben. Der Pfarrer hatte die nachgiebige Haltung seines Bischofs gegenüber pädokriminellen Pfarrern und gegen Antisemitismus beklagt.
Quelle: europaonline

16.7.2013 Die irischen Frauenorden, die die Magdalenen-Häuser betrieben haben, in denen bis 1996 junge Mädchen als Zwangsarbeiterinnen lebten, zahlen keinen Beitrag zum Entschädigungsfond. An der Aufarbeitung der Geschichte wollten sie jedoch mitwirken und ehemalige Heiminsassen in Betreuungseinrichtungen ihrer Orden versorgen.
Quelle: kipa
Kommentar: Ob ehemalige Zwangsarbeiterinnen im Alter und in Pflegebedürftigkeit noch einmal in die Häuser zurück wollen, in denen sie einst misshandelt und ausgebeutet wurden und die ihnen heute Gerechtigkeit verweigern, ist nur schwer vorstellbar. Aber vielleicht ist das ja das Ziel des Angebots der Mercy Sisters, der Sisters of Our Lady of Charity und der Goot Shepherd Sisters.

13.7.2013  In einem Caritas-Kinderheim hat ein ehrenamtlicher Mitarbeiter vier Jungen über mehrere Wochen sexuell missbraucht. Der Mitarbeiter hatte ein einwandfreies erweitertes Führungszeugnis vorgelegt. Nach Informationen von tz wurde gegen ihn wegen ähnlicher Delikte mehrfach ermittelt. 
Quelle: tz-online.de

12.7.2013 Das Erzbistum Köln möchte keine Zahlen zu Missbrauchsfällen in der Kirche vorlegen.
Quelle: KStA

10.7.2013 Das Kinderrechtskomitee der UN wird vom 13.-31.1.2014 vom "Heiligen Stuhl" die Darlegung seiner Maßnahmen zum Schutz von Kindern verlangen. Darlegen soll der Vatikan auch, was er zur Unterstützung von Opfern tut, wie viele minderjährige Opfer Therapien oder finanzielle Entschädigungen erhalten. Im Blick auf Kinderprostitution und Kinderpornografie soll der Vatikan mitteilen, ob Kirchenmitarbeiter, die mit Opfern in Kontakt kommen, ein besonderes Training erhalten haben. Gefragt wird auch nach den "Magdalene Laundries" in Irland und nach der Wegnahme von Säuglingen gegen den Willen ihrer Mütter unter dem Diktator Franco - mit Hilfe der katholischen Kirche.
Quelle: kath.web

8.7.2013 Die anglikanische Kirche entschuldigt sich bei den Missbrauchsopfern von anglikanischen Priestern. Sie habe den Opfern nicht zugehört.
Quelle: jesus.de

8.7.2013 Papst Franziskus hat die Insel Lampedusa besucht, um der ca 20.000 Menschen zu gedenken, die auf der Flucht vor Hunger und Not im Mittelmeer ertrunken sind. Franziskus spricht von einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit."
Quelle: Radio Vatikan

5.7.2013 Einem Jugendtrainer bescheinigt das Gericht Mangel an Einsicht in das Unrecht und gute Manipulationsfähigkeit.
Quelle: Spiegel

4.7.2013 Im Bistum Osnabrück wurde der frühere Pfarrer von Spelle/Emsland in einem kirchengerichtlichen Verfahren verurteilt, seine priesterliche Tätigkeit wurde eingeschränkt. Die Staatsanwaltschaft lehnte ein Verfahren mangels hinreichendem Tatverdacht ab.
Quelle: bistum-osnabrueck.de

3.7.2013 Der frühere Konviktsdirektor des Stiftes Kremsmünster wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Ihm werden - neben anderen Delikten - sexueller Missbrauch, Sexual- und Gewaltdelikte vorgeworfen. In 39 Fällen wurde ermittelt, von 24 Opfern ist die Rede, 15 unter ihnen sind Opfer sexueller Gewalt. Der Angeklagte hat gestanden und sich bei den Opfern entschuldigt. Die Anwälte der Opfer vermissen jedoch Reue. Gegen das Urteil werden die Anwälte des Verurteilten Berufung einlegen.
Quelle: kath.web

3.7.2013 "Eine Vatikanbank wie die bisherige aber braucht niemand mehr. Sie ist der institutionalisierte Glaubensverrat", sagt Matthias Drobinsky in der Süddeutschen. Recht hat er.

2.7.2013 Das für eine Heiligsprechung nötige 2. Wunder, das Papst Johannes Paul II. gewirkt haben soll, ist gefunden. Seine Heiligsprechung könnte noch 2013 stattfinden.
Quelle: zeit.de
Kommentar: Unterlassene Hilfeleistung und Täterschutz - wie im Fall des Gründers der Legionäre Christi - wiegen natürlich weniger schwer als ein Wunder.

2.7.2013 Der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern war suspendiert worden und hatte Teile seiner Pension verloren, weil ihm sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Fehlverhalten gegenüber weiblichen Untergebenen vorgeworfen wurden. Nun hat der Disziplinarhof der Evang. Kirche dieses Urteil vom Februar 2011 aufgehoben und das Verfahren eingestellt, mit der Begründung, das Urteil sei unverhältnismäßig gewesen und es habe eine ganze Reihe von Verfahrensfehlern gegeben.
Triggergefahr!
Kommentierende Darstellung des Falles

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2.7.2013 Der frühere Kardinal Timothy F. Dolan, jetzt Erzbischof von New York, hat im Jahr 2007 57 Millionen Dollar Kirchgelder in Sicherheit gebracht - vor den Opfern sexueller Gewalt durch kath. Priester. Damit Opfer keinen Zugriff auf die Gelder haben, wurden sie - auf Anfrage beim Vatikan - in eine Friedhofsstiftung gesteckt. Vor kurzem sagte Kardinal Dolan, er habe nicht versucht, Gelder in Sicherheit zu bringen. Timothy Dolan hatte sich immer für die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester eingesetzt - so schien es.
Quelle: New York Times und DW

2.7.2013 Der australische Bischof William Wright hat sich für das Versagen seiner Diözese Maitland-Newcastle beim Krisenmanagement in mehreren Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern "bedingungslos" entschuldigt.
Quelle: kath.web

1.7.2013 Markus Ries, Valentin Beck (Hg.): Hinter Mauern. Fürsorge und Gewalt in kirchlich geführten Erziehungsanstalten im Kanton Luzern. Triggergefahr!
Quelle: lukath.ch

29.6.2013 Etwa 10.000 ehemalige Heim- und Pflegekinder in Österreich, von denen zwei Drittel auch sexuelle Gewalt erlitten haben, kämpfen um das Recht, ihre Akten einzusehen. Bislang fürchtete  Salzburg weitere Schmerzensgeld- und Opferrentenklagen und erlaubte lediglich Fragen zu den Akten. Nun sollen die Akten einsehbar sein - allerdings mit geschwärzten Daten Dritter.
Quelle: salzburger fenster

29.6.2013 Im Bistum Dresden liegt ein Bericht über den Stand der Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vor.
Quelle: Bistum Dresden

28.6.2013 Im Bistum Trier wird einem Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat sexueller Missbrauch vorgeworfen. Das Bistum schweigt.
Quelle: missbit

27.6.2013 Helmut Schüller, Pfarrerinitiative Österreich, darf nicht in der Diözese Boston auftreten. Das ordnete der Bostoner Erzbischof Sean Patrick O'Malley, der zu den 8 Papstberatern zur Kurienreform gehört, an. Die Begründung: Einzelpersonen werden keine öffentlichen Auftritte in katholischen Pfarren oder bei kirchlichen Ereignissen erlaubt, wenn deren Positionen der katholischen Lehre widersprechen.
Quelle: die presse

27.6.2013 Zum ersten Mal wurde in Spanien, auf Mallorca ein Priester wegen Kindesmissbrauch seines Amtes enthoben.
Quelle:mallorcainfos.com

26.6.2013 Die römische Polizei ermittelt gegen 9 Priester im Vatikan, darunter einen Bischofssekretär sowie einige höher gestellte Prälaten, wegen des Verdachts, einem Prostitutionsring anzugehören, der von einem Polizisten geleitet wird. Mutmaßliche Opfer sind Jugendliche aus Rumänien, die zwischen 150 und 500 Euro erhalten haben sollen. Anzeige erstattet hat ein Ex-Priester, der wegen Pädokriminalität im Gefängnis war und anschließend - vergeblich - um Wiederaufnahme ins Priesteramt bat. Kardinalvikar Vallini wies die Vorwürfe gegen die Geistlichen zurück. Er habe "vollstes Vertrauen in das Gericht" und sei der Überzeugung, dass die Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprächen.
Quelle: Süddeutsche

24.6.2013 Der Lebacher Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird und der die Vorwürfe bestreitet, verzichtet auf sein Amt.
Quelle: volksfreund

24.6.2013 Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg.
Quelle: intern-at.de

24.6.2013 Überblick über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche - Audio.
Quelle: br-online.de

24.6.2013 Überblick über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche
Quelle: br.de/radio/bayern2/

23.6.2013 David Clohessy, SNAP, sagt im Interview: "In der Kirchen-Hierarchie hat sich wenig verändert. Aber sehr verändert hat sich, dass die Bischöfe viel klüger und gewitzter geworden sind, um den Missbrauch zu vertuschen... Es hat in den letzten 25 Jahren viel Fortschritt gegeben, aber nicht wegen, sondern trotz der Bischöfe." Clohessy zitiert zwei Kirchenexperten, die von 100.000 Opfern kath. Priester in den USA ausgehen. Wenn Kirchenexperten die Zahlen so einschätzen - so Clohessy -, müsse man davon ausgehen, dass die wirkliche Zahl viel höher ist. 
Quelle: kurier.at

20.6.2013 "Gewalt gegen Frauen ist ein globales Gesundheitsproblem von epidemischem Ausmaß", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. "Zugleich sehen wir, dass das GEsundheitswesen mehr für Frauen, die Gewalt erfahren, tun kann und tun muss", so Chan. Zu den Ergebnissen der weltweiten Studie gehört, dass Frauen weit öfter sexuellen und anderen Brutalitäten durch ihre eigenen Ehemänner ausgesetzt sind als durch fremde Vergewaltiger. "Gewalt innerhalb von Beziehungen ist die am meisten verbreitete Gewalt gegen Frauen, betroffen sind 30 Prozent aller Frauen weltweit", erklärte die WHO.
Quelle: Spiegel
Quelle: Weltgesundheitsorganisation


18.6.2013 Kommentar von Christoph Fleischmann zum Buch Klaus Mertes: "Verlorenes Vertrauen"

17.6.2013 Ein BBC-Moderator wurde wegen sexueller Gewalt, u.a. gegen Kinder zu 15 Monaten Haft verurteilt. Sein Verteidiger wqies darauf hin, dass der Moderator zwischen 1967 und 1986 nur 13 Opfer hatte, während Jimmy Savile 1300 Opfer hatte. Den Ermittlungsbehörden zufolge sind mindestens 20 ehemalige oder aktuelle BBC-Mitarbeiter verdächtig, sexuelle Straftaten gegen Minderjährige begangen zu haben.
Quelle: spiegel.de

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Sein Priesterbild formuliert Kardinal Meisner anlässlich einer Priesterweihe so: "Als Gottmensch ist er [Jesus Christus] der personifizierte Bund von Gott und Mensch selbst. Hier liegt die Wurzel unserer priesterlichen Berufung: personifizierter Bund zu sein. Das geschieht an euch, liebe Weihekandidaten, in dieser Stunde. Darum ist uns Priestern ja auch die eheliche Bindung an einen Menschen versagt, weil wir personifizierter Bund zwischen Gott und allen Menschen sind."
Quelle: erzbistum-koeln.de


14.6.2013 Nach Einschätzung von regensburg-digital bleibt auch unter dem neuen Regensburger Bischof der Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt schwierig. Unklar ist, wie weit der Bischof über die Vorgänge in seinem neuen Bistum informiert ist.
Quelle: regensburg-digital.de

13.6.2013 Klaus Mertes zieht in der Zeit eine Bilanz der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche.

12.6.2013 "Das Evangelium sind die Armen - sagt Papst Franziskus.
Quelle: faz


11.6.2013 "Es ging und geht aber nicht darum, ein Zeichen gegenüber der Öffentlichkeit zu setzen, sondern in Kommunikation mit den Opfern zu treten. Die Qualität der Aufklärung hängt von der Qualität der Kommunikation mit den Opfern ab. Sie hat Vorrang. Das wurde im Frühjahr 2010 nicht genug gesehen." Das sagt Klaus Mertes in einem Interview anlässlich der Vorstellung seines Buches "Verlorenes Vertrauen".
Quellen: katholisch. de
Interview mit Klaus Mertes in rbb
Kommentar zum Buch von Christoph Fleischmann

10.6.2013 Die Rheinische evangelische Kirche zahlt an Opfer sexueller Gewalt von Kirchenmitarbeitern Geld: 5000,- Euro. In den letzten 2 Jahren meldeten sich 46 Betroffene, Die Hälfte von ihnen hat sexuelle Gewalt erlebt.
Quelle: rundschau online

10.6.2013 Im Bistum Augsburg wird gegen einen Pfarrer, einen ehemaligen Ordensgeistlichen, der Vorwurf sexuellen Missbrauchs in den 1980-er Jahren erhoben. Er ist vom Dienst suspendiert.
Quelle: Stadtzeitung

*8.6.2013 In der Dominikan. Republik wurde ein Priester wegen Kinderpornografie angeklagt. Der 45-Jährige hat Nacktaufnahmen von 2 Opfern gemacht, ihm drohen im Fall einer Verurteilung 15-30 Jahre Haft.
Quelle: domrep.magazin

6.6.2013  Die Freiburger Hochschule - Sozialwissenschaftliches Frauenforschungsinstitut - hat die früheren Zustände in kirchlichen Behinderteneinrichtungen untersucht und festgestellt, dass es dort Gewalt, Übergriffe und Exzesse gab, dessen Ausmaß "üppig" gewesen sei.
Quelle: Badische Zeitung

6.6.2013 In der kath. Kirche in der Schweiz wurden 2012 9 Opfer und 9 kirchliche Täter aus der Zeit von 1960 bis 2012 neu gemeldet. 2011 waren es 23 Opfer und 24 Täter.
Quelle: schwyzer zeitung

4.6.2013 Die Klage gegen einen Missbrauchstäter im Kloster/Internat Mehrerau ist zulässig, entschied das Gericht. Zur Verhandlung stehen Gewalttaten an 24 Opfern, 15 unter ihnen wurden Opfer sexueller Gewalt des Paters. Verfahren wegen 15 weiterer Opfer wurden wegen Verjährung eingestellt.
Quelle: orf

4.6.2013 Der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern war suspendiert worden und hatte Teile seiner Pension verloren, weil ihm sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Fehlverhalten gegenüber weiblichen Untergebenen vorgeworfen wurden. Nun hat der Disziplinarhof der Evang. Kirche dieses Urteil vom Februar 2011 aufgehoben und das Verfahren eingestellt, mit der Begründung, das Urteil sei unverhältnismäßig gewesen und es habe eine ganze Reihe von Verfahrensfehlern gegeben.
Quelle: Frankenpost
Kommentierende Darstellung des Falles

4.6.2013 Ein Interview rund um die Gewaltstudie 2013.

4.6.2013 In der Nordkirche hat eine unabhängige Expertenkommission nun bestätigt, dass in Ahrensburg tatsächlich Kinder sexuelle Gewalt erlitten haben und die nordelbische Kirche die Vorwürfe nicht habe wahrhaben wollen.
Quelle: NDR

4.6.2013 Die polnischen Bischöfe sind der Ansicht, sexuelle Gewalt durch kath. Priester sei kein Problem in Polen. Stanisław Jóźwiak, Erzbistum Breslau, hält eine Kommission für überflüssig. Wo es keine Missbrauchsfälle gäbe, sei auch keine Kommission nötig; Betroffene könnten sich - auch per Mail - an den Bischof wenden, der würde den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeben. Ob Opfer freilich an die Bischöfe schreiben wollen, wenn sie längst das Vertrauen in sie verloren haben, scheint mehr als fraglich. Erinnert sei an Bischof J. Paetz aus Poznan, der 2002 wegen Missbrauchs vom Dienst suspendiert wurde. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass Missbrauchstäter, die Kleriker sind, z.B. in die Dominikanische Republik ausweichen.  Auf den Philippinen ist sexuelle Gewalt durch Kleriker ebenfalls kein Problem nach Ansicht der Bischöfe. Shay Cullen hingegen arbeitet mit Straßenkindern und sieht das anders. Er sagt: "Wir haben hier Bischöfe, die solche Missbräuche völlig vertuscht haben, und wir wissen, dass das auch heute noch passiert."
Papst Franziskus ließ sich über die Präventionsarbeit der Gregoriana in Kooperation mit dem Erzbistum München informieren und forderte die Beteiligten auf, in den Bemühungen um Prävention nicht nachzulassen. Offensichtlich wurde Papst Franziskus nicht darüber informiert, dass die Kirche diejenigen, denen keine Prävention mehr helfen kann, weil sie längst Opfer wurden, vergessen hat.

3.6.2013 Ein 11-Jähriger verklagt Zeugen Jehovas wegen Kindesmissbrauch, weil es sonst niemand täte. Zeugen Jehovas sind der Ansicht, dass Funktionsträger von Gott auserwählt wurden und sich nicht an die Gesetze der Menschen halten müssen. Das wäre so, als würde man den Willen Gottes infrage stellen.
Quelle: vice

3.6.2013 Die philippinischen Bischöfe wehren sich gegen den Vorwurf, Missbrauch durch katholische Priester zu vertuschen. Sie sagen, Ermittlungen seien vertraulich und die Ergebnisse müssten nach Rom gemeldet werden.
Quelle: kath.web

31.5.2013 Ein 37-jähriger Erzieher muss sich wegen des sexuellen Missbrauchs mehrerer Schutzbefohlener zwischen 2004 und 2006 vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 11 Fälle vor.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

31.5.2013 In den USA hat sich, wie die New York Times berichtet - eine Gruppe von 12 Ordensfrauen und Priestern - 4 unter ihnen Missbrauchsopfer - zusammengetan, um die Aufklärung von Missbrauchsfällen in der kath. Kirche voranzubringen. Die Gruppe nennt sich Catholic Whistleblowers und sagt, es werde nach wie vor von den Kirchenleitungen vertuscht und berichtet von einem Fall in Newark, in dem ein Täter weiterhin mit Kindern arbeitet. Im April schrieben die Catholic Whistleblowers einen Brief an Papst Franziskus und andere und warten auf eine Antwort.

31.5.2013 Im Bistum Trier wurde ein Fachnetzwerk mit ExpertInnen von Polizei, Gesundheitsamt, Fachberatungsstellen für Opfer, Psychiater und kirchliche Verbands- und Berufsgruppenvertreter gebildet, um zum Thema Prävention ins Gespräch zu kommen. VertreterInnen von Opfern waren nicht als TeilnehmerInnen vorgesehen. Auch die Opfervertretungen im BIstum Trier wurden leider nicht eingeladen.
Quelle: Bistum Trier
Kommentar: Ich bin immer neu erstaunt, dass die Verantwortlichen in den Bistümern und Kirchenleitungen nicht verstehen, dass ihre öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen die Betroffenen verfehlen, wenn diese nicht beteiligt werden. Nach den Erfahrungen der letzten 3 Jahre müssten die Verantwortlichen doch bemerkt haben, dass die Unzufriedenheit und Enttäuschung über das kirchl. Vorgehen bei vielen (nicht allen) Opfern von Priestern und Ordensleuten hoch ist. Die Angst der Kirchenleitungen vor den Opfern wird sich erst legen, wenn es Kontakte zwischen Opfern und Kirchenleitungen gibt.  

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29.5.2013 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat sich für eine verlängerte strafrechtliche Verfolgbarkeit bei sexuellem Missbrauch ausgesprochen. Dafür solle die sogenannte Ruhensregelung geändert werden, sagte Rörig am Mittwoch in Berlin. Er plädierte dafür, das Alter, ab dem die Verjährungsfrist läuft, auf mindestens 28 Jahre anzuheben.
Quelle: katholisch.de
und 3sat

29.5.2013 Das Erzbistum Berlin warnt vor einem Missbrauchstäter, der rund um katholische Gottesdienste und Veranstaltungen nach seinen Opfern sucht.
Quelle: Morgenpost


28.5.2013 In Deutschland ist jeder 5. Erwachsene von psych. Gewalt betroffen. Die Gewalttätigkeit von Frauen ist im häuslichen Bereich ähnlich hoch wie die von Männern.
Quelle: Robert Koch Institut

28.5.2013 Otto Mühl, sog. Künstler, der in seiner Kommune viele viele Kinder misshandelte und sexuell missbrauchte, ist tot. Er wurde bis zuletzt in der Kunstszene hofiert mit den gleichen Argumenten, die auch für Roman Polanski geltend gemacht wurden oder - in vergleichbarer Weise - für Daniel Cohn-Bendit. Hier (Vorsicht! Triggergefahr!) äußern sich die Opfer von Otto Mühl.

27.5.2013 Der australische Kardinal Pell hat bestätigt, was alle Welt weiß: Dass auch in seinem frühren Bistum Melbourne - allerdings damals unter seinem Vorgänger - Missbrauchsfälle vertuscht wurden. Pell bedauerte voll und ganz und entschuldigte sich (!) dafür. Zugleich verteidigte Pell die Vorgehensweise, die er zusammen mit seinem Nachfolger, Erzbischof Hart, durchgesetzt habe. Von Opfern und der Polizei war Pell vorgeworfen worden, die Kirchenleitung habe die Zusammenarbeit mit der Polizei verweigert und Missbrauchsfälle und eine Reihe von Selbstmorden von Opfern vertuscht.
Quelle: religion.orf.at

27.5.2013 Das Oberlandesgericht Innsbruck hat im Fall der Anzeige eines ehemaligen Schülers des Gymnasiums Mehrerau die Berufung des Klosters zurückgewiesen - die Ansprüche seien nicht verjährt und das Kloster sei grundsätzlich in Haftung. Ein ähnliches Urteil war bereits im Fall von zwei anderen Missbrauchsfällen ergangen.
Quelle: kathpress.co.at

26.5.2013 Der letzte Koordinator der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle, Dieter F. Ullmann, wurde nach Informationen des SPIEGEL mindestens sechsmal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt.Gleichzeitig war er bei den Grünen auf Landesebene und ab 1985 auch auf Bundesebene aktiv. Volker Beck kann sich "nur vage" erinnern.
Quelle: Spiegel

23.5.2013 Die Grünen und ihre Geschichte der Unterstützung pädophilen Gedankengutes: "Nun ist man gespannt, ob die Grünen vergleichbar energisch wie die katholische Kirche ihre verhängnisvolle Geschichte aufarbeiten und die Fakten ohne Wenn und Aber ans öffentliche Licht bringen. Die ersten Versuche wecken leider nicht viel Hoffnung. In bisherigen Interviews, die von Parteileuten dazu gegeben wurden, findet man Beschwichtigung allenthalben." (Kommentar: Dass die kath. Kirche die Fakten ans öffentliche Licht gebracht hätte, ist ein Gerücht. Die einzige umfangreichere Untersuchung im Erzbistum München liegt unter Verschluss.)
Quelle: CiG

20.5.2013 "... als vor fast vier Jahren die sexuellen Missbräuche sichtbar wurden, hat mich das so erschüttert, dass ich überlegte, wie Heilung möglich ist. Die schaffen wir selbst nicht. Wir beten in der Pfingstsequenz „Heile, was verwundet ist“, und wir haben den Heiland in der Eucharistie in unserer Mitte. Diese Kraft wollen wir nun wirksam werden lassen mit einem großen Glaubensfest, damit die vielen Verwundungen wieder geheilt werden können." Sagt Kardinal Meisner über den Eucharistischen Kongress in Köln. Opfer sind nicht an diesem Kongress beteiligt, sind aber auch eingeladen.
Quelle: Stuttgarter Zeitung
Kein Kommentar

20.5.2013 In Belgien haben sich im letzten Jahr 307 weitere Opfer kath. Kleriker gemeldet. Im September 2010 war von 475 Opfern die Rede und bis August 2012 von über 800 Klagen.
Quelle: grenzecho


19.5.2013 Opfer des Edinburgher Erzbischofs Keith Patrick O-Brien sagen, ein zeitweiser Auslandsaufenthalt diene lediglich dazu, der Kirchenleitung Peinlichkeiten zu ersparen und ein Auslandsaufenthalt ohne psycholog. Behandlung belasse es dabei, dass der Kardinal für sich und für andere eine Gefahr darstelle.
Quelle: kathweb.at

Pfingsten 2013

Wo bist Du, Gott?

Bist Du nicht schon lange weg von mir?
Und immer noch werfe ich alles zu Dir
was Hoffnung heißt in mir.
Immer noch schreie ich,
mit jedem Atemzug, den Du mir gegeben hast.

Meine Bitten sind aufgebraucht, Gott,
aber nicht meine Hoffnung.
Wer bin ich, Gott,
wer bin ich bei Dir?
Du hast mich nicht bewahrt
vor dem Bösen.
Annette

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17.5.2013 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, J-W. Rörig, greift Daniel Cohn-Bendit scharf an. Er vermisse eine "reflektierte Auseinandersetzung" mit den pädophilen Äußerungen Cohn-Bendits. Rörig nennt die bisherigen Erklärungen Cohn-Bendits eine "Bagatellisierung", die unangemessen und für viele BEtroffene äußerst verletzend sei. Rörig ist auch enttäuscht, dass Cohn-BEndit nicht auf die Odenwaldschule eingeht, deren Schüler er war, und sich nicht von den Tätern in dieser Schule distanziert. Zugleich lobte Rörig den Bundesvorstand der Grünen, die den Einfluss von Pädophilie-Befürwortern auf die Partei in deren Anfangsjahren wissenschaftlich aufarbeiten lassen will.
Quelle: http://www.ksta.de/politik/paedophilie-missbrauchsbeauftragter-kritisiert-cohn-bendit,15187246,22802452.html

16.5.2013 Gegen den Gründer der Johannes-Gemeinschaft liegen Vorwürfe von 5-10 Frauen vor, er habe sich im seelsorglichen Kontext übergriffig verhalten. Die Gemeinschaft kommentiert: "Diese schmerzhafte Etappe, die wir gerade durchleben, wird uns bestimmt auch dazu führen, besser zwischen dem Charisma unseres Gründers und seiner menschlichen Persönlichkeit, mit seinen Qualitäten aber auch seinen Schwächen, zu unterscheiden."
Quelle: kath.net

16.5.2013 Der emeritierte Edinburgher Erzbischof Keith Patrick O-Brien hatte die sexuelle Belästigung von Priesteramtskandidaten zugegeben. Daraufhin war er "aus gesundheitlichen Gründen" von seinem Amt als Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh niedergelegt. Nun hat der Vatikan entschieden, dass O'Brien sich zu "geistlicher Erneuerung, Gebet und Buße" ins Ausland zurückziehen solle.
Quelle: kath.web

16.5.2013 Ein Priester in Szczecin, Polen, wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Als ein französisches Fernsehteam ihn interviewt, verschließt er die Türe und wird handgreiflich.
Quelle:
france24.com

13.5.2013 Der amtierende anglikanische Bischof von York,  John Sentamu, will einen Untersuchungsausschuss, der u.a. die Beteiligung seines Vorgängers an der Vertuschung eines Missbrauchs untersuchen soll. Der Vorgänger, Bischof Hope, wehrt sich und sagt, zur fraglichen Zeit habe es keine Verpflichtung gegeben, den Täter den staatlichen Behörden zu melden. Außerdem sei wegen einer Krebserkrankung keine Gefahr mehr von dem Täter ausgegangen.
Quelle: kathweb.at

11.5.2013 Regensburg.digital berichtet zusammenfassend über die "Causa Georg Zimmermann" und belegt eine über 50-jährige Vertuschungsgeschichte.
Quelle: Regensburg digital

8.5.2013 Jutta Lehnert erhielt den Dorothée-Sölle-Preis. Britta Baas hielt die Laudatio. Jutta Lehnert dankte. Der Preisträgerin herzlichen Glückwunsch und einen langen Atem!

6.5.2013 Im Bistum Trier wurden 3 Priester, die Kinder/Jugendliche missbraucht hatten, sanktioniert.
Quelle: SWR

5.5.2013 Der Papst bekräftigte beim Mittagsgebet, dass er für diejenigen bete, die unter Missbrauch gelitten haben oder leiden. Er versicherte, dass "wir alle" uns "mit Klarheit und Mut dafür einsetzen müssen, dass jeder Mensch und besonders die Kinder, die zu den Verletzlichsten gehören, immer verteidigt und geschützt werden." Zugleich wies er jedoch darauf hin, dass er die Linie seines Vorgängers fortsetzen wolle. Er empfing Don DiNoto, der sich in Italien mit der Organisation "Meter" seit 1989 für kirchliche und sonstige Missbrauchsopfer einsetzt.
Quelle:
radiovaticana.va
Kommentar: Dass Papst Franziskus die Linie seines Vorgängers fortsetzen will, ist eine schlechte Nachricht. Dass er mit Don DiNoto gesprochen hat, ist eine gute Nachricht. Wir werden sehen, welche Taten im Interesse von Gewaltopfern folgen werden. Ob die Opfer von Klerikern mit Erzbischof Müller an der Spitze der Glaubenskongregation, die für kirchl. Missbrauchsfälle zuständig ist, tatsächlich Gehör finden, ist nicht erwartbar.

2.5.2013 Im australischen Bundesstaat Victoria wurden 600 Missbrauchsopfer katholischer Kleriker mit 23 Millionen Euro von der Versicherungsgesellschaft der Kirche entschädigt.
Quelle: presse.com


2.5.2013 Ein angesehener britischer Sportreporter der BBC hat gestanden, zwischen 1967 und 1986 insgesamt 13 Mädchen und junge Frauen missbraucht oder sexuell bedrängt zu haben. Vergangenes Jahr wurde er von der Queen mit dem Orden des britischen Empires ausgezeichnet.  Die Anklage steht in keinem Zusammenhang mit den Verbrechen von Jimmy Savile.
Quelle: Spiegel

30.4.2013 Bei einer Anhörung von Missbrauchsopfern in Berlin haben diese erneut eine unabhängige Kommission zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in Institutionen und in Familien gefordert. Die Kommission "soll Betroffene anhören, die Tatorte des Missbrauchs untersuchen, Berichte dokumentieren, archivieren und veröffentlichen sowie das gesellschaftliche Erinnern an die Taten und deren Folgen für Millionen von Betroffenen zu organisieren." Adrian Koerfer, Ex-Schüler der Odenwaldschule, wies darauf hin, dass die Opfer in Institutionen eine Solidargemeinschaft haben, die in Familien jedoch weiterhin isoliert seien.
Am Rande der Tagung berichteten Ehemalige aus Jesuitenschulen, dass eine 100-Fragen-Liste an Stefan Kiechle, SJ, nur teilweise beantwortet wurde und Kiechle in einem internen Schreiben an die Ordensmitglieder den Hinweis hinzufügte: "
Von uns her gibt es kein Interesse, dieses schmerzhafte Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen."
Quelle: morgenpost.de/

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30.4.2013 Ein argentinisches Bistum, Quilmès, muss dem Missbrauchsopfer eines Priesters 30.000 Dollar "Entschädigung" zahlen. Der Täter, HIV-infiziert, starb 2005. In Argentinien wurden bislang 4 Priester wegen Missbrauchsdelikten zu 8 bis 24 Jahren Haftstrafen verurteilt.
Quelle: radiovaticana.va

29.4.2013 Die Justizministerin ist der Ansicht, dass die von Johannes-W. Rörig gewünschte unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs von Kindern nicht nötig sei. Der Runde Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch habe sich bereits intensiv mit der Aufarbeitung befasst und gute Ergebnisse im Interesse der Opfer erzielt.
Quelle: aktuell evangelisch.de
Kommentar: Viele Opfer sehen das anders. Aber die werden offensichtlich nicht gefragt.

24.4.2013 Im Bistum Würzburg äußern Opfer, dass ihnen keine finanzielle Entschädigung angeboten worden sei von der Kirche und dass sie weder Anteilnahme noch Gerechtigkeit erfahren hätten. Diese Stimmen dürften stellvertretend für viele andere stehen.
Quelle: mainpost


24.4.2013 Ein wegen jahrelangen Missbrauchs mehrerer Jungen zu sechs Jahren Haft verurteilter katholischer Geistlicher aus Salzgitter ist aus dem Priesterstand entlassen worden. Der Priester bat auf Wunsch des Vatikans um seine Entlassung. Er hat in 250 Fällen drei Jungen zwischen 9 und 15 Jahren missbraucht.
Quelle: Bistum Hildesheim

23.4.2013 Nach Ansicht eines ehemaligen Kirchenanwaltes, Prof. Schüller, verschleppt die kath. Kirche die Aufklärung der Missbrauchsfälle, weil da "sehr harte Wahrheiten ans Tageslicht kommen" werden und "auch bischöfliche Personen, die hoch angesehen sind, die längst gestorben sind, in ein Licht gerückt werden, wo man sagt: 'Wie konnten sie nur so reagieren?' "
Im Interview sagte Prof. Schüller, es seien Akten geschreddert worden, das haben ihm Leute bestätigt.
Quelle: NDR
Kommentar: Kirchenrechtlich müssen Akten 10 Jahre nach einer Verurteilung vernichtet werden. Lediglich das Urteil verbleibt in den Akten. Offensichtlich haben sich die deutschen Bischöfe erst im Zuge der "rückhaltlosen Aufklärung" daran erinnert, dass es da ja noch Akten gibt, die mehr aussagen, als sie die Öffentlichkeit wissen lassen wollen. Und sie haben sich erinnert, dass die Akten ja eigentlich zu vernichten wären....

19.4.2013 Johannes-Wilhelm Rörig, der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, setzt sich für eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs an Kindern ein. Die Kommission solle Bundestag und Regierung regelmäßig Bericht erstatten. Allerdings wird es wohl vor der (welcher?) Bundestagswahl nicht dazu kommen. Täglich gehen nach wie vor 25 Anrufe von Opfern ein - politisch getan hat sich fast nichts. Es fehlt allerorten der Wille, die gebetsmühlenartig vorgetragene Absicht, den Opfern sowas wie Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, in die Tat umzusetzen.
Quelle: tagesspiegel.de

18.4.2013 Jutta Lehnert, KSJ Trier, erhält von der Initiative Kirche von unten den „Dorothee Sölle-Preis für aufrechten Gang“. Der Preis wird für ihren Einsatz "bezüglich sexualisierter Gewalt in kirchlichen Strukturen, ihrer Begünstigung und Vertuschung" verliehen. Jutta Lehnert äußert sich ohne Rücksicht auf ihre kirchliche Anstellung zu diesem Thema und lässt sich auch durch disziplinarische Nachteile nicht abschrecken. „Was die Opfer – wir sagen lieber „betroffene Zeuginnen und Zeugen“ – brauchen, sind Menschen der Kirche, die ihre leisen Stimmen verstärken und die Tatbestände theologisch reflektieren. Damit sind einerseits die Taten gemeint, andererseits das Versagen der offiziellen Kirche.", sagt sie. Das Verbot des Trierer Bischofs, öffentlich über das Thema zu sprechen, beachtet sie nicht. , denn sie sei ja "Weltbürgerin des 21. Jahrhunderts.“ - Herzlichen Glückwunsch!
Quelle: IKvu

17.4.2013 Im Internat St. Joseph, Augsburg, Benediktiner, waren körperliche und sexuelle Gewalt zwischen den 50er und 70er Jahren des 20. Jh. offenbar "gängige Praxis". Den Bericht des Komponisten Wilfried Hiller bestätigten weitere Opfer gegenüber der Augsburger Allgemeinen.
Quelle: Augsburger Allgemeine

17.4.2013 In Polen wurde eine Stiftung von Opfern sexueller Gewalt durch kath. Priester gegründet. Aus Angst vor Stigmatisierung geben die 15 Gründungsmitglieder ihren Namen nicht bekannt. Die Stiftung fordert die Kirche auf, einen Dialog mit den Opfern von Priestern zu beginnen. Mitglieder der Stiftung berichten, dass die Kirche die Opfer oft als Erpresser betrachtet. Gespräche mit Kirchenleitungen gebe es in Form von Verhören.  Die Kirchenleitung in Polen äußert sich nicht zur Gründung der Stiftung.
Quelle: ORF

14.4.2013 In der EU stieg die offizielle Zahl der Opfer von Menschenhandel von 2008 bis 2010 um 18% - von 6309  auf 9528. Die Zahl der verurteilten Menschenhändler sank im gleichen Zeitraum um 13% (deutschlandweit um 15%) von 1534 auf 1339.
Quelle: tagesschau.de

14.4.2013 "Mit der Welle, die dann auf uns zukam, hätte keiner rechnen können", sagt der Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, Frigger, angesichts der Meldungen von Opfern katholischer Priester seit 2010. Nur wer die Erkenntnisse der Frauenbewegung seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, wer die Ereignisse in den USA und in Irland zu Beginn dieses Jahrtausends nicht mitbekommen hat, konnte überrascht sein.
Quelle: nw news

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13.4.2013 Dies ist ein Albtraum - vergleichbar den Albträumen, die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Kleriker erleben: Ein Mitarbeiter einer international angesehenen Organisation, die dem Schutz von Menschen zu dienen hat und auch so wahrgenommen wird, wird sexuelle Gewalt vorgeworfen; diesmal einem Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag.
Quelle: tagesspiegel

9.4.2013 Einem der Sprecher von missbit wurde vom Anwalt eines mutmaßlichen Täters, einem ehemaligen Priester des Bistums Trier, der mutmaßlich 17 Kinder missbraucht hat, mit einer Anzeige gedroht, wenn der weiterhin davon spreche, von diesem Ex-Priester missbraucht worden zu sein.
Quelle: volksfreund

8.4.2013 Ein Steyler Missionar wird von einem ehemaligen Internatsschüler des Gymnasiums Marienburg des schweren sexuellen Missbrauchs angezeigt. Bereits 2009 hatte sich das mutmaßliche Opfer bei einem der Mitbrüder schriftlich und telefonisch gemeldet, die Meldung wurde jedoch den Vorgesetzten nicht weitergegeben. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: kipa


8.4.2013 Bischof Zsifkovics, EIsenstadt, sagte seine Teilnahme am Gedenken für Kardinal Hans Hermann Groer ab.
Quelle: ORF

8.4.2013 Der in München lebende Komponist Wilfried Hiller hat schwere Vorwürfe gegen zwei Benediktiner-Patres vom Gymnasium St. Stephan erhoben. Sie sollen ihn missbraucht haben. Der heute zuständige Abt von St. Stephan, Theodor Hausmann, erklärte: „Wir werden uns dem stellen. Das sind wir Wilfried Hiller, dem Gymnasium und dem Kloster schuldig.“
Quelle: Augsburger Allgemeine

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Komponist: Ich wurde im Internat St. Stephan missbraucht - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Komponist-Ich-wurde-im-Internat-St-Stephan-missbraucht-id24740526.html

8.4.2013 Der kath. Pfarrer aus dem Bistum Magdeburg wurde wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und der Zahlung von 2.400 € verurteilt. Die kirchliche Verhandlung steht noch aus.
Quelle: mdr

7.4.2013 Im Bistum Magdeburg beginnt der Prozess gegen einen kath. Priester, bei dem kinderpornografische Dateien gefunden wurden.
Quelle: mdr

7.4.2013 Papst Franziskus fordert vom Präfekten der Glaubenskongregation, entschlossen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche vorzugehen. Er hielt die Kurienbehörde dazu an, sich vor allem für Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen und für die Hilfe für Opfer einzusetzen. Er wolle die Linie seines Vorgängers fortsetzen.
Quelle: orf
Kommentar: Nur Eines von Beidem geht: Entweder die Linie Benedikts fortsetzen oder entschlossen gegen Missbrauch vorgehen. Dass der Chef der Glaubenskongregation im früheren eigenen Bistum Regensburg durchaus nicht entschieden gegen Täter vorging, ist bekannt. Zuletzt hatte er von Lynchjustiz und Hexenverfolgung im Blick auf den Umgang mit Priester-Tätern gesprochen. Die Praxis - incl. Öffnung der Archive des Vatikans - wird zeigen, was von den Worten des Papstes zu halten ist.

4.4.2013 Im Johanneum muss inzwischen von mindestens 20 Opfern ausgegangen werden.
Quelle: sr-online.de

4.4.2013 Drei Jahre nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pater des Stifts Kremsmünster könnte der Fall nun vor Gericht gehen.
Quelle: orf

4.4.2013 In Graz soll es in einer betreuten WG der Stadt zu Vergewaltigungen einer Bewohnerin durch drei 17-Jährige gekommen sein. In einem weiteren Fall geht es um mutmaßliche Kindesmisshandlung und Vernachlässigung.
Quelle: presse

4.4.2013 Zwei weitere Opfer berichten von sexueller Gewalt durch Hiltruper Missionare.
Quelle: sr

4.4.2013 In Australien untersucht eine staatliche Kommission Missbrauchsfälle und deren Vertuschung in Kirchen, Schulen und anderen Einrichtungen. Die eingesetzte Kommission soll Vorwürfen der Polizei nachgehen, wonach die katholische Kirche Beweise versteckt und verdächtigte Priester geschützt haben soll.
Quelle: Süddeutsche
s.auch "Lästiges Gesindel" - diese Opfer

4.4.2013 Das Erzbistum Milwaukee will die Akten über Missbrauchsfälle nun doch öffnen.
Quelle: nzz

2.4.2013 George Entwistle, Direktor der BBC, ist - nach den Missbrauchsfällen durch Savile - zurückgetreten.
Quelle: de.nachrichten

2.4.2013 Im Bistum Bamberg haben sich 2011 zwölf neue Opfer und 2012 sieben neue Opfer gemeldet. Angaben über die Täter wurden nicht gemacht.
Quelle: pnp


Osternacht 2013:
"Doch manche brechen jetzt ihr Schweigen
die lange schon verstummt waren
Doch manches regt sich jetzt zum Licht
das tief verschüttet war"
Mit diesen Worten kommentiert Carola Moosbach in ihrem Text "Osterzweifel 1" (in: Bereitet die Wege. Poetische Kommentare zu Bachs geistlichen Kantaten, S. 79) das Ostergeschehen. Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich das Licht dieses Ostertages. Erika Kerstner

28.3.2013 Der Eisenstädter Bischof geht zu einer Gedenkfeier anlässlich des 10. Todestages von Kardinal Groer. Zur Erinnerung: Groer war ein notorischer Sexualstraftäter, der sich an Jungendlichen verging.
Quelle: standard.at
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An der Schwelle zum (winterlichen) Gründonnerstag:

Gethsemane
Lass sie vorübergehen
diese und alle Nächte
Gott
Lass den Tod keine Macht haben
über mein Leben
Bleibt bei mir Freunde
wacht und betet mit mir
in dieser endlosen Nacht

Was ist die Stimme der Verzweifelten
gegen den festen Schlaf derer
die sich sicher wähnen
Was ist die Todesangst des Menschen
gegen das Schweigen des Himmels
welch irrwitzige Hoffnung
dass Gott durch ihn
unsere Nacht versteht

Annette


27.3.2013  Ein früherer Kirchenmusiker der evang. Kirche in Nordenham muss sich wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Der 47-Jährige soll sich von Anfang 2011 bis März 2012 in 23 Fällen an mehreren Kindern vergangen haben.
Quelle: Süddeutsche


27.3.2013 In Polen hat ein Opfer sexueller Gewalt durch einen kath. Priester 25.000 Euro "Entschädigung" von der Kirche eingeklagt.
Quelle: moz.de

27.3.2013 Im Bistum Erfurt wurden 10 Anträge von Opfern sexueller Gewalt durch Priester auf eine Anerkennungszahlung gestellt. 7 wurden bislang positiv entschieden
Quelle: mdr

27.3.2013 Der päpstliche Nuntius in Deutschland sagt auf die Frage, ob des Lockerungen der kirchlichen Regeln geben wird, damit auch Frauen zu Priestern geweiht werden können: "Ganz sicher nicht. Das gehört zum Dogma. Wer über Frauenpriester redet, der spricht ins Nichts."
Quelle: Mittelbayerische
Kommentar: Niemand bezweifelt, dass das Frauenpriestertum (noch) nicht zur Lehre und Tradition der kath. Kirche gehört. Ein Dogma jedoch ist es nicht.

25.3.2013 Ein Schulsozialarbeiter soll in 20 Fällen Kinder missbraucht haben. Seine Opfer suchte er vor allem in Schulen, aber wohl auch in einem Projekt mit ADHS-Kindern, einer Stiftung des nicht unumstrittenen Hirnforschers Gerald Hüther.
Quelle: Spiegel

25.3.2013 Bischof Kräutler wird gefragt: Wie sollte Franziskus mit sexuellem Missbrauch und dem Geheimdossier zur Vatileaks-Affäre umgehen, das ihm Benedikt XVI. als schweres Erbe hinterlassen hat?" Seine Antwort: Der Papst soll es [das Erbe] nehmen und neue Wege beschreiten. Wenn jemand Verbrechen begeht, muss er vor einem weltlichen Gericht angeklagt werden, da gibt es kein Wenn und Aber. Schließlich geht es um Menschenleben. Die Menschenwürde.
Quelle: Spiegel


23.3.2013 Auch in der Kinderpsychiatrie in Marsberg gab es körperliche, psychische und sexuelle Gewalt: Katholisch erzogen und im Internat missbraucht. Am Runden Tisch war diese Opfergruppe völlig ausgeschlossen worden.
Quelle: finance

22.3.2013 Wie die Diözese Regensburg "Altfälle" verschleiert schildert Robert Werner.
Quelle: regensburg-digital.de

21.3.2013 Auf Mallorca wurde ein kath. Priester wegen Kindesmissbrauchs seines Amtes enthoben.
Quelle: KStA

20.2.2013 Matthias Katsch zieht eine bittere Bilanz. Er ist nicht der Einzige, der den Umgang mit Opfern von sexueller Gewalt als unsäglich beschreibt: "Aufarbeitung, Hilfe, Genugtuung−überallstehen wir am Anfang. Bei den Betroffenen ist wenig angekommen. Die meisten sind nie gehört worden. Sie haben keine Hilfeangebote bekommen, die sie sich nicht selbst organisiert haben. " So ist es.

21.3.2013 In Uganda wurde ein kath. Priester suspendiert, weil er Missbrauchsfälle kirchlicher Mitarbeiter angezeigt hat. Begründungen: Er habe "der guten Moral der katholischen Gläubigen Schaden zugefügt" und "Hass und Verachtung gegenüber der Kirche angestachelt". Der 55-jährige Priester Musaala hatte in einem Bericht erklärt, er sei als junger Seminarist im Alter von 16 Jahren von Mitgliedern des Klerus missbraucht worden. In einem unter seinem Namen von ugandischen Medien veröffentlichten Brief erklärte er zudem, dass Minderjährige auch weiterhin von Priestern und Bischöfen missbraucht würden.
Quellen: nzz und HNA
Kommentar: Auf diese Art dürfte die Aussage von Kardinal Turkson, in Afrika gebe es keinen Kindesmissbrauch, da es keine Homosexualität gebe, noch über lange Zeit dafür sorgen, dass die Opfer nicht gehört werden.
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19.3.2013 Wer immer Macht habe in Kirche, Politik oder Wirtschaft müsse wissen, dass „die wahre Macht das Dienen“ sei. Das gelte im besonderen für die Armen, die Schwachen und die Schutzlosen. Das sagte der Papst bei seinem Einführungsgottesdienst.
Quelle: orf

Kommentar: Ich hoffe, dass Papst Franziskus realisiert, dass sein Augenmerk auch auf jene schutzlosen Kindern zu richten ist, die sexuelle Gewalt erleb(t)en. In Deutschland ist jeder 8. betroffen. Das dürfte weltweit nicht anders aussehen. Dem Papst ist möglicherweise bekannt - obwohl das Thema in Argentinien wenig Öffentlichkeit findet -, dass es in einem Priesterseminar zu sexueller Gewalt gegen Seminaristen kam, durch einen Priester, der später als Bischof zurücktreten musste und dem 47 Opfer zugeordnet werden. Zuvor war ein Priester, Julio César G. in der Provinz Buenos Aires wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. G. war Gründer und Leiter der Stiftung für Kinder "Felices Los Niños" (Selig sind die Kinder).

19.3.2013 Im Bistum Würzburg gab es 8 weitere Fälle sexueller Gewalt und einen Fall körperlicher Gewalt von 8 Priestern und einem Mesner seit MÄrz 2012. Einige davon betrafen Priester, die aus anderen Bistümern kommen bzw. von Priestern aus dem Bistum Würzburg, die in anderen Bistümern arbeiteten.
Quelle: br.de

18.3.2013 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen einen Ruhestandsgeistlichen des Bistums Münster haben sich nicht erhärtet. Er wurde von einem Kirchengericht freigesprochen.
Quelle: wn

16.3.2013 Drei neue Texte von Annette

15.3.2013 Bericht über den Aufklärungswillen des Johanneums. Bemerkenswert ist die Aussage: "Der Orden bewegt sich auf dem Boden der von der Katholischen Kirche verabschiedeten Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsopfern. Das heißt, der Orden erkennt diejenigen Betroffenen als Opfer an, die sich bei ihm melden, einen Antrag auf Entschädigung stellen und deren Schilderungen, soweit noch möglich, durch Aussagen potenzieller Täter bestätigt werden." Das bedeutet: Nur wenn die Täter - soweit überhaupt noch erreichbar - durch ein Geständnis die Angaben der Opfer bestätigen, sind die Opfer für den Orden glaubwürdig. 
Quelle: Deutschlandfunk
Kommentar: Von dieser Argumentation können alle Täter und Täterschützer lernen: Der mutmaßliche Täter muss das tun, was er schon immer tat: Er muss das/die Verbrechen lediglich weiter leugnen. Die Glaubwürdigkeit der Opfer hängt ab von den Tätern. 

15.3.2013 Der 2. Bericht über die Vorgänge am AKO-Pro des Aloisiuskollegs in Bonn wurde von Arnfried Bintig unter dem Titel "Grenzverletzungen im AKO Pro Scouting am Aloisiuskolleg, Bonn – Bad Godesberg " herausgegeben. Täternamen und Namen von Verantwortlichen werden in dem Bericht nicht genannt, bemängeln Opfer.
Quelle: Bonner Generalanzeiger
und Generalanzeiger vom 18.3.2013

15.3.2013 Pater Mertes weist darauf hin, dass der neue Papst den Opfern zuhören müsse. Dies sei der Schlüssel, aus dem sich Änderungen im Umgang mit Betroffenen ergeben werden. Für dieses Vorgehen spricht meine eigene Erfahrung: Solange über Opfer geredet wird, statt mit ihnen, solange werden auch die gut gemeinten Maßnahmen im mutmaßlichen Interesse der Opfer bei den Opfern nicht ankommen. Die amerikanischen Bischöfe haben 2002 vorgemacht, was geschieht, wenn die Kirchenleitungen spüren, was Opfer erleiden. Erst wenn die Opfer gehört werden, wird sich etwas ändern - für sie, aber auch für die Kirche. Soweit sind wir - mit wenigen Ausnahmen - noch lange nicht.

14.3.2013 Das Opferschutzgesetz wurde geändert. Die Verjährung beginnt jetzt statt mit 18 Jahren erst mit 21 Jahren - Opferverbände nennen dies zu Recht eine "kosmetische Veränderung". Im Zivilrecht hingegen ist die Verjährungsfrist von 3 auf 30 Jahre erhöht worden. Sie gilt nicht rückwirkend. Der versprochene Opferfond, der zur HÄlfte mit Geldern des Bundes finanziert wird, soll erst einmal mit diesen Geldern anlaufen - die Zahlungen der Bundesländer stehen noch immer aus.
Quelle: FR

14.3.2013 "Wir brauchen eine Wahrheits- und Versöhnungskommission um den sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche aufzuarbeiten. Diejenigen, die die Kirche in diese Krise hineingeführt haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden und den vielen tausend, die verletzt und zerstört wurden, muss Gerechtigkeit zuteilwerden, damit die Zerrissenheit der weltweiten Kirche überwunden werden kann", Sagt Wir sind Kirche - und ich auch.
Quelle: change.org

Zur Unterschriftenliste geht's hier.

14.3.2013 Die Opfervereinigung SNAP erklärte, Millionen Kinder seien bis heute gefährdet, von katholischen Priestern missbraucht zu werden, weil die Kirche ihre Politik der Vertuschung noch nicht beendet habe. Die Organisation verwies auf zahlreiche Missbrauchsfälle im Jesuitenorden, zu dem Papst Fransziskus gehört.
Quellen: KStA
Der Eckige Tisch fordert Papst Franziskus auf, die Missbrauchsakten im Vatikan zu öffnen, nach Ursachen für die Verbrechen zu fragen und Konsequenzen zu ziehen, Betroffene zu treffen und ein Zeichen der Umkehr zu geben. Die Aufforderung endet mit dem Satz:
"Ihr heutiger Auftritt hat viele Hoffnungen geweckt, die Bescheidenheit im Auftritt, die Demut, die Geste der Segnung durch das Volk… Viele von uns, sind sehr skeptisch, oder erwarten nichts mehr. Aber: Wir sind tatsächlich gespannt. “

13.3.2013 Die 1,2 Milliarden Katholiken und Katholikinnen haben in Papst Franziskus ein neues Oberhaupt. Es wird sich zeigen, ob mit den mafiösen Finanzstrukturen und dem omertahaften Schweigen über kirchliche Missbrauchstäter ein Ende gemacht wird und ob neben den immensen Problemen der sog. 3. Welt auch die Probleme der Industrieländer und der emanzipierten Frauen Gehör finden werden. Der Name - wenn er denn kein Etikettenschwindel ist - lässt ein klein wenig hoffen.

13.3.2013 Niederländische Frauengruppen weisen darauf hin, dass die Meldefrist für weibliche Opfer kath. Kleriker zu kurz gewesen sei. Viele hätten erst jetzt erfahren, dass es eine Untersuchung gegeben habe. Die Möglichkeit, sich bei Deetmann zu melden, habe nur etwas länger als einen Monat lang bestanden.
Quelle: uni-muenster.de
http://www.vpkk.nl/
Kommentar: Deetmann ist bekannt für seine engagierte Arbeit. Dennoch dürfte die Kritik fundiert sein. Mir sind Äußerungen von deutschen Missbrauchsbeauftragten bekannt, die von einer erheblichen Anzahl weiblicher Betroffener sprechen. Auch in Deutschland dürfte der Missbrauch von Mädchen vor allem in Pfarreien oder zu Hause stattgefunden haben. Bislang liegt der Blick in D. jedoch nicht auf Mädchen als Opfer.

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13.3.2013 Die kath. Kirche von Los Angeles zahlt 4 Opfern eines inzwischen verurteilten Priesters fast 10 Millionen Dollar. Im Gegenzug gibt es keine weiteren Untersuchungen vor Gericht. Der Priester habe bereits 1986 Bischof Mahony den Missbrauch an Jungen gestanden, sei aber erst 2000 aus dem Dienst entlassen worden. Der Priester konnte fast 3 Jahrzehnte vermutlich bis zu 23 Jungen missbrauchen. Mahony nimmt derzeit an der Papstwahl teil.
Quelle: Zeit.de

12.3.2013 Der eckige Tisch, Matthias Katsch, formuliert Vorstellungen, was ein neuer Papst aufzuarbeiten hat, wenn die kath. Kirche glaubwürdig werden will: Die Ursachen von sexueller Gewalt sind zu untersuchen, eine Erneuerung der Hierarchie, die an der Vertuschung mitgewirkt hat, ist notwendig und die Akten des Vatikans sind für eine unabhängige Untersuchung zu öffnen. Die Wahl eines Papstes durch vertuschende Kardinäle verhindert die Glaubwürdigkeit der Kirche.
Quelle: eckiger-tisch.de

12.3.2013 Die Bischofskonferenz hat in ihrem Streit mit Christian Pfeiffer eine Textänderung in ihrer Darstellung der Streitursachen vorgenommen. Aus dem Satz, die Bischofskonferenz habe "einvernehmlich mit Professor Pfeiffer Formulierungen gefunden, die Wissenschafts- und Publikationsfreiheit garantierten" wird nun der Satz, dass die Bischofskonferenz Formulierungen vorschlug, "die sie für geeignet hielt, die Wissenschafts- und Publikationsfreiheit zu garantieren".
Quelle: kathweb.at/

12.3.2013 Jimmy Savile hätte 1964 bereits gestoppt werden können, wenn die britische Polizei Anzeigen ernst genommen hätte.
Quelle: Spiegel

11.3.2013 In einer evangelischen Freikirche in Beilstein sollen Kinder jahrelang sexuell missbraucht worden sein.
Quelle: swp

11.3.2013 In den Niederlanden sind Tausende Mädchen seit 1945 von kath. Priestern sexuell missbraucht und körperlich misshandelt worden. Sie waren zu Beginn des Missbrauchs zwischen 6 und 14 Jahre alt. Die genaue Zahl ist nicht feststellbar. 40% der Mädchen wurden oft über Jahre vergewaltigt. Bischöfe und Ordenskonferenzen bedauern.
Quellen: orf und radio vatican

11.3.2013 In der katholischen Kirche in Eggenfelden, Bistum Regensburg,  darf das Stück "Die Beichte" von Felix Mitterer nicht aufgeführt werden. Die ursprüngliche Zusage wurde zurückgenommen, weil "ein geweihter Raum nicht der richtige Ort für dieses Stück ist.“ In dem Theaterstück geht es um den sexuellen Missbrauch durch einen katholischen Priester.
Quelle: Merkur


9.3.2013 Das Bistum Augsburg legt einen Abschlussbericht über die Missbrauchsfälle vor: 148 Einzelfälle.
Quelle: Bistum Augsburg

7.3.2013 In seinem 2010 veröffentlichten Buch ‘Abusos sexuales en la Iglesia Católica’ (Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche) führt der argentinische Journalist Jorge Llistosella mehr als 9.000 Fälle weltweit aus den vergangenen 50 Jahren auf. In Rom hingegen sind nur 4000 Fälle bekannt.

7.3.2013 Ein Bericht belegt, dass Mönche in Ettal Gewalt und sexuelle Übergriffe systematisch eingesetzt haben. Bis in die 1980er Jahre hinein zählten Gewalt und sexuelle Übergriffe zum "pädagogischen Repertoire".
„Eine wirkliche Reue der Täter steht aus“, berichtet Radio Vatikan.
Quelle: zeit.de und welt.de
Originalbericht (Triggergefahr!)
Kommentar im Deutschlandfunk

7.3.2013 SNAP - ein Zusammenschluss von Missbrauchsopfern von kath. Priestern - hat eine Liste von 12 papstwahlberechtigten Kardinälen veröffentlicht, die Missbrauchsfälle vertuscht, Täter geschützt, Opfer im Stich gelassen haben oder das Problem des Machtmissbrauchs verharmlosen. Der Sprecher von Kardinal Dolan sagte, er werde nicht auf die Liste der Gruppe reagieren, "die wenig bis keine Glaubwürdigkeit hat". Vatikansprecher Federico Lombardi meinte: "Wir glauben, es ist nicht Sache von SNAP, zu entscheiden, wer zum Konklave kommt und wer gewählt wird. Die Kardinäle können selbst entscheiden, ohne Snap um Rat zu fragen."
Quelle: sueddeutsche.de
Quelle: Snap
Kommentar: Es zeugt von anhaltender Ignoranz der Verantwortlichen, wenn sie das Anliegen der Opfergruppe SNAP und anderer Opfergruppen nicht verstehen wollen. Offensichtlich ist ihnen nicht klar, dass jedes neue Oberhaupt der kath. Kirche, das mit den Stimmen von Täterschützern gewählt wurde, für Opfer keinerlei Glaubwürdigkeit mehr hat. 

6.3.2013 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte prüft die Klage eines irischen Opfers, die den staatlichen Behörden vorwirft, jahrzehntelang nichts gegen Gewalt und sexuelle Gewalt durch einen Schulleiter unternommen zu haben. Der Täter musste sich 1998 wegen 386 sexuellen Übergriffen an 21 Schülerinnen verantworten. Der irische Staat lehnt jegliche Verantwortung ab, weil der Vorgesetzte des Schulleiters, ein kath. Priester, keine Meldung an den Staat gemacht hatte.
Quelle: otz.de

5.3.2013 Der Umgang mit Missbrauchsfällen scheint als Thema der Kirche bei den Bischöfen oder einigen von ihnen angekommen zu sein.
Quelle: ORF

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4.3.2013 Die Kath. Universität Leuven hat eine Studie gemacht, nach der 60% der Belgier sagen, die Kirche sei für ihr Leben irrelevant. Vor allem wird der Umgang mit den Missbrauchsfällen als Ursache benannt.
Quelle: Radio Vatikan

4.3.2013 Im norditalienischen Savona missbrauchte ein Priester von 1981 bis 2000 mehrere Jungen. Am 8.9.2003 informierte der damals zuständige Bischof, der heutige Kardinal und Papstwähler Domenico Calcagno den Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger. Ratzinger unternahm - nichts. Calcagno schrieb an Ratzinger, dass keine Anzeige vorliege und die Presse bislang nichts erfahren habe. 1992  soll dem mutmaßlichen Sexualstraftäter sogar erlaubt worden sein, ein Zentrum für Kinder in Notlagen zu eröffnen. Möglicherweise wussten zwei weitere Bischöfe um die Straftaten des Priesters: Giulio Sanguineti und Dante Lanfranconi.
Quelle: Spiegel


3.3.2013 Der britische Kardinal O'Brien hat sich bei seinen Opfern entschuldigt, sein sexuelles Verhalten habe zeitweilig nicht "den Standards" entsprochen, die von einem Priester, Erzbischof und Kardinal erwartet werden. Erwartet wird, dass bei den Generalkongregationen intensiv über die Herausforderungen debattiert wird, mit denen sich die katholische Kirche konfrontiert sieht: der Missbrauchsskandal und die sogenannte Vatileaks-Affäre.
Quelle: Spiegel


2.3.2013 Der frühere Missbrauchsbeauftragte der kath. Kirche, Scicluna, lobte die Aufklärung der Missbrauchsfälle durch den emeritierten Papst Benedikt XVI. Scicluna war von 2001 bis 2012 Kirchenanwalt der Glaubenskongregation und zuständig für die Missbrauchsfälle, d.h. er lobt seine eigene Arbeit.
Quelle: katholisch.de

2.3.2013 Mexikanische Missbrauchsopfer fordern Kardinal Norberto Rivera auf, nicht am Konklave teilzunehmen. Rivera hatte - zusammen mit Kardinal Mahony - über den Kindesmissbrauch durch einen früheren Priester vorsätzlich geschwiegen. Das ermöglichte dem Täter weitere sexuelle Gewalt an einem Kind. Rivera wird von einem ehemaligen Priester auch vorgeworfen, den Gründer der Legionäre, einen notorischen Missbrauchstäter, geschützt zu haben. Ebenso soll er einen Täter geschützt haben, der mehr als 60 Kinder der Sierra Negra in Puebla vergewaltigte.
Quelle: kipa
Kommentar: Es ist verwunderlich, dass nur die Missbrauchsopfer von katholischen Klerikern formulieren, dass die Wahl eines Papstes, der mit Hilfe der Stimmen von Kardinälen gewählt wird, die Täter geschützt und Opfer alleine gelassen haben, unerträglich ist. Es ist verwunderlich, dass bislang kein einziger Kardinal aufgestanden ist und gesagt hat, er wolle nicht durch einen Kollegen gewählt werden, der Sexualstraftäter unterstützt und geschützt hat.

1.3.2013 Ein Kommentar zum Scheitern der Mediation zwischen der Initiative Ehemaliger Johanneum Homburg und den Herz-Jesu-Missionaren.

1.3.2013 Hans Küng über die "Aufarbeitung" der "Missbrauchsfälle" durch Papst Benedikt XVI.: "Das war eine verpasste Chance. Er war natürlich selber beteiligt in der - und zwar führend in Bezug auf die Vertuschung. Er hat im Mai 2001 ein feierliches Schreiben an sämtliche Bischöfe der Welt als Präfekt der Glaubenskongregation gerichtet und alle Bischöfe verpflichtet, jeder Fall müsse unter päpstliche Geheimhaltung gestellt werden. Und das war natürlich verhängnisvoll. Er hat sich nie dazu geäußert. Er hat zum Beispiel die irischen Bischöfe getadelt - in Irland da heben die alle gesagt: 'Ja, wer hat's denn angeordnet?' Er selber. Und das hat man ihm sehr übel genommen, dass er nicht hingestanden ist und gesagt hat: 'Ich bin eigentlich mitschuldig. In etwa sogar der Hauptschuldige für diese große Vertuschungsaktion!" Er hat da, glaube ich, mit dem Eingeständnis seiner Fehler war er nicht sehr ehrlich und ich hätte vorgezogen, er hätte es einfach gesagt, wie es war." (Sendeminute 10-11)

1.3.2013  Der oberste Gerichtshof Großbritanniens bestätigte ein früheres Urteil: Es gibt eine Haftung des Bischofs für Priester, genau wie in weltlichen Arbeitsverhältnissen. Damit scheiterte die Berufungsklage des Bistums Portsmouth in einem Missbrauchsverfahren.
Quelle: kipa

1.3.2013 Papst Benedikt XVI. hat den letzten Tag seines Pontifikates nicht genutzt, seinen eigenen Anteil als Präfekt der Glaubenskongregation und als Papst und den Anteil der Institution an Täterschutz und an der Vertuschung der Sexualstraftaten von katholischen Klerikern offenzulegen. Dieses Versäumnis wird ein neuer Pontifex zu tragen haben. Papst Benedikt hat auch die Kardinäle Brady und Mahony nicht vom Konklave ausgeschlossen. Ein neuer Papst wird mit den Stimmen jener gewählt werden, die Täter geschützt, Opfer alleine gelassen und weitere Opfer in Kauf genommen haben. Dieses Handeln/Nicht-Handeln der Kirchenleitung zeigt, dass der Satz des Papstes, "Sorge und Engagement für die Opfer ist die erste Priorität mit materieller, psychologischer, geistlicher Hilfe und Unterstützung" keine konkreten Konsequenzen hat.

28.2.2013 Immerhin - e i n  Kommentator weist darauf hin: "Kandidaten, bei denen nur der geringste Zweifel an einer sauberen Bilanz in Sachen Missbrauchsverfolgung ruchbar wird, sind chancenlos. Dies könnte in letzter Konsequenz das Alter zu einem Kriterium machen - da ältere Kandidaten in ihrer lange zurückliegenden Bischofszeit möglicherweise Dinge durchgehen ließen, die man heute mit aller Härte verfolgt."
Quelle: katholisch.de

28.2.2013 In Brasilien wird einem kath. Priester vorgeworfen, drei Mädchen missbraucht zu haben.
Quelle: merkur.online

28.2.2013 Pädophile Priester und sexueller Missbrauch seien nicht das "größte Problem" der Kirche. Dies sei vielmehr "die Ausbreitung von Unglauben in der Ersten Welt", so Kardinal Pell, Australien. Der gleichen Argumentation bedient sich der polnische Bischof Tadeusz Pieronek. Der Papst habe "mit viel wichtigeren Themen gerungen als der Pädophilie", sagte er. Bislang wurden in Polen nur wenige Priester-Täter angeklagt. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Der holländische Journalist Ekke Overbeek geht von sehr vielen Fällen aus.
Der Jesuit und Politologe Thomas Reese sieht den Umgang des Papstes und der Kirchenleitungen mit Opfern sexueller Gewalt durch kath. Priester ein wenig anders: "Beispielsweise hätte ich es schon gut gefunden, wenn 30 bis 40 Bischöfe öffentlich zugegeben hätten, dass sie versagt haben und dass sie daraus auch die Konsequenz ziehen und zurücktreten, und das hat eben noch nicht stattgefunden."
Quellen: kathweb und die presse.com und dradio.de
Kommentar: Da haben sie schon Recht, der Kardinal Pell und der Bischof Pieronek, dass der Papst Wichtigeres zu tun gehabt habe, als sich um Missbrauchspriester und deren Opfer zu kümmern. Beide Kirchenführer übersehen jedoch, dass jegliche Evangelisierungsbemühungen der kath. Kirche durch den Umgang mit den Opfern unglaubwürdig gemacht werden und die Anstrengungen Vieler an der Basis konterkariert werden durch das Verhalten der Kirchenführung.

26.2.2013 Hier ist nachzulesen, welchen Lebenswandel Joseph Kleutgen hatte, der maßgeblich an der Unfehlbarkeitserklärung des Papstes durch das 1. Vaticanum beteiligt war.
Quelle: sueddeutsche.de
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26.2.2013 "Und so ist die Kirche für viele heute zum Haupthindernis des Glaubens geworden. Sie vermögen nur noch das menschliche Machtstreben, das kleinliche Theater derer in ihr zu sehen, die mit ihrer Behauptung, das amtliche Christentum zu verwalten, dem wahren Geist des Christentums am meisten im Wege zu stehen scheinen." Das sagte - völlig richtig - Abt Werlen in einem Vortrag an der Uni Luzern - Worte von Joseph Ratzinger zitierend. Abt Werlen hatte klare Worte zu den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche gefunden.

26.2.2013 Matthias Katsch zieht eine bittere Bilanz über das, was für die Opfer von Gewalt seit Januar 2010 erreicht wurde bzw. nicht erreicht wurde.

26.2.2013 Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Levada, wies Opfergruppen zurecht, die Kardinal Mahony auffodern, nicht an der Papstwahl teilzunehmen. Levada sagte: "Es gibt ein paar Opfergruppen, denen genug nie genug ist." Mahony habe sich ja für Fehlentscheidungen, "die gemacht wurden", entschuldigt. Herr Levada vergisst zu erwähnen, dass die Fehlentscheidungen darin bestanden, dass Kardinal Mahony von 1985 bis 2011 pädophile Priester systematisch vor Strafverfolgung geschützt hat und damit auch weitere Verbrechen ermöglicht hat. Mahony wurde von seinem Nachfolger, Erzbischof Gomez, von seinen Aufgaben, die ihm nach Rücktritt von der Kirchenleitung der Erzdiözese Los Angeles verblieben waren, entbunden. Kardinal Mahony ist derzeit auf dem Weg nach Rom. Er schreibt in seinem Blog, er "bete für jene, die ihm seine früheren Vergehen nicht verzeihen könnten, und für Journalisten, die ihn beständig verleumdeten."
Quelle: kath.web
Kommentar: Schämen sollten sich die Kardinäle Levada und Mahony. Das tun sie aber nicht. Statt dessen beschimpfen sie die Opfer. Sie haben nichts dazugelernt. Ob sich dieses Mal jemand von den Kirchenleitungen an die Seite der beschimpften Opfer stellt und den Kardinälen Levada und Mahony erklärt, warum ihr Verhalten - gelinde gesagt - unangemessen ist? Oder ob auch diese Opferbeschimpfung - wie schon die Opferbeschimpfung von Erzbischof Müller - unwidersprochen bleibt?

26.2.2013 Inzwischen liegt eine "Deutsche Traumafolgekostenstudie" der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Ulm vor. Prof. Fegert nannte heute Zahlen. Die Studie bezieht sich auf 15-64-Jährige (2009)- Von den 53,9 Millionen Menschen dieser Altersgruppe warten 14,5% von schwerer bis extremer Kindesmisshandlung, -missbrauch oder Vernachlässigung betroffen. 1,6 Millionen Betroffene (20%) tragen langzeitfolgen davon, die die Gesellschaft jährlich 11 Milliarden Euro kosten.
Quelle: uniklinik ulm

25.2.2013 In Wien wurde die Begleitforschung zu den Ergebnissen der Klasnic-Kommission vorgestellt. Dem Bericht ist noch ein wenig das Erschrecken über die Folgen der Gewalt anzumerken. Die Psychologin Lueger-Schuster sagte: „Die vorliegenden Forschungsergebnisse beinhalten Daten, die in ihrer Summe ein erschreckendes Bild ergeben.“ Sie wies darauf hin, dass unter den in den 1950er Jahren und den folgenden Jahrzehnten Aufgewachsenen  sich heute „viele Menschen, die ebenfalls Missbrauch und Gewalt in ihrer Kindheit und Jugend erlebten, aber weiterhin schweigen“, finden. Sie rechnet mit einer erheblichen Dunkelziffer. Die Studie ergab, dass die Hälfte der Opfer, die einer Befragung zustimmten, unter einer „posttraumatischen Belastungsstörung“, an seelischen und körperlichen Folgen des erlittenen Missbrauchs sowie an Störungen im Beziehungsleben leiden. 83% der Opfer leiden unter einzelnen Symptomen der posttraumat. Belastungsstörung.
Quelle: orf

24.2.2013 Drei Priester und ein früherer Priester werfen dem britischen Kardinal Keith O'Brien (74) "unangemessenes Verhalten" vor. Die Vorwürfe datieren eine Woche vor der Rücktrittserklärung des Papstes. Die BBC berichtete, die kath. Kirche in Schottland habe die Beschuldigungen zurückgewiesen und wolle rechtliche Schritte gegen die Beschwerdeführer einreichen.
kath.web
Inzwischen ist der beschuldigte Kardinal zurückgetreten. Sein Rücktritt wurde angenommen und er wird nicht am Konklave teilnehmen. Bemerkenswert an dem Vorgang ist, dass ehemalige Priesterseminaristen die Anschuldigungen vorbringen.

24.2.2013 Ein Bericht über die Missbrauchsfälle am Homburger Johanneum in sr
28.2.2013 Inzwischen sind die Mediationsgespräche zwischen dem Orden und den Betroffenen des Johanneus gescheitert.

23.2.2013 Der Bürgermeister Manfred Dickert von Grebenhain hat einen Brief an den Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, geschrieben, in demer das Bistum Mainz zu einer Entschuldigung und einem ehrlichen Umgang mit den Missbrauchsfällen in Grebenhain aufforderte.
Quelle: kreis-anzeiger.de

22.2.2013 Der polnische Bischof Tadeusz Pieronek hat mit mutmaßlich verharmlosenden Aussagen über Kindesmissbrauch von katholischen Geistlichen Empörung ausgelöst. Auf das zu Ende gehende Pontifikat von Benedikt XVI. angesprochen, sagte der Ex-Generalsekretär der Bischofskonferenz einem TV-Sender, der Papst habe "mit viel wichtigeren Themen gerungen als der Pädophilie". Diese habe es immer gegeben und werde es immer geben, meint er.
Quelle: austria.com
Quelle: derstandard.at
Kommentar: Dass es sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche immer gegeben hat, ist wohl richtig. Falsch hingegen ist, dass ein Papst mit wichtigeren Themen zu tun habe. Im zentralen Text des Evangeliums zum Thema wird im Kontext nämlich die Frage gestellt: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Die Antwort Jesu an den Fragesteller/Gesetzeslehrer ist die Gleichnisgeschichte von dem Samariter, der dem half, der unter die Räuber fiel. Bischof Peronek sollte sein Evangelium (Lukas 10, 25-37) lesen. Nichts weniger als das "ewige Leben" steht auf dem Spiel. 

22.2.2013 Ob die Berichte in italienischen und deutschsprachigen Presseorganen über die Gründe für den Rücktritt des Papstes zutreffen, ist schwer auszumachen. Eine gewisse Plausibilität (s. die Kurzfassung des nie veröffentlichten Westpfahl-Berichts aus dem Erzbistum München von 2010) ist ihnen aber kaum abzusprechen.
Quelle: kurier.at

22.2.2013 Die Vollversammlung der katholischen Bischöfe in Trier führte nicht zu Enttäuschungen, weil es keine Erwartungen (mehr) gegeben hatte.
Quelle: wochenspiegel

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22.2.2013 "Wir selber können als Bischofskonferenz nicht anfangen, mit einzelnen Gruppen [von Missbrauchsopfern] Gespräche zu führen, denn sonst würden solche Gruppen unsere Bischofskonferenz bestimmen und wir kämen nicht zu unseren Themen". Erzbischof Zollitsch.
Quelle: swr
Kommentar: "Unsere Themen", "unsere Bischofskonferenz" einerseits und "solche Gruppen" andererseits - deutlicher kann der Sprecher der Bischofskonferenz nicht formulieren, was der Erfahrung der Opfer exakt entspricht: Sie gehören - aus der Sicht der Bischofskonferenz - nicht dazu. Jesus würde das mit Sicherheit anders sehen. Die Bischöfe haben immer noch nicht verstanden, dass es keine Glaubwürdigkeit "unter Umgehung der Opfer" geben wird.

22.2.2013 Über das Schweigen der Kirchenmänner - Johanneum in Homburg.
Quelle: SR

21.2.2013 Der belgische Kardinal, einziger Teilnehmer Belgiens an der Papstwahl, Godfried Danneels, soll nicht am Konklave teilnehmen, weil er wegen seines Verhaltens während des Missbrauchsskandals keine moralische Autorität mehr besitze. Das sagt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Menschenrechte in der Kirche", Rik Deville. Die Arbeitsgruppe vertritt mehr als 800 Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester in Belgien.
Quelle: kipa

21.2.2013 Ein indischer katholischer Priester ist wegen Vergewaltigung von 4 Mädchen - 6-8 Jahre alt - verhaftet worden.
Quelle: kipa

21.2.2013 Der irische Staat entschuldigt sich bei den mehr als 10 000 Frauen, die zwischen 1922 und 1996 in den Magdalenenheimen unter "schändlichen Zuständen" zur Zwangsarbeit eingesetzt waren. Vor 2 Wochen hat ein 1000 Seiten langer Bericht die Zustände angeprangert. Die irische Regierung kündigte konkrete Maßnahmen zur Wiedergutmachung an.
Quelle: spiegel.de

21.2.2013 In einem CNN-Interview sagte Kardinal Turkson, Homosexuelle seien schuld, dass Kinder durch pädophile Priester missbraucht werden. Auf dem afrikanischen Kontinent gebe es so etwas (gemeint ist sexuelle Gewalt gegen Kinder) nicht. Und innerhalb der afrikanischen Kirche gebe es - weil es ein kulturelles Tabu sei - keine homosexuellen Priester in der kath. Kirche. Kardinal Turkson, Ghana, wird als einer der möglichen Kandidaten für das Papstamt genannt.
Quelle: shortnews

20.2.2013 Bilanz des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch: Es gab viele Vorschläge und nur wenig wurde umgesetzt.
Quelle: süddeutsche und Spiegel

20.2.2013 In Trier fordern Missbrauchsopfer von Priestern "Aufklärung": swr. Auf einer Podiumsdiskussion fragen sie, warum Priester Täter werden - Bischof Ackermann hat eine Teilnahme an der Diskussion abgesagt.

20.2.2013 Neben Mahony geraten vier weitere Kardinäle, die an der Papstwahl teilnehmen, unter Druck. Auch sie sollen Sexualstraftaten von Klerikern vertuscht haben. Daneels (Belgien), Pell (Australien), Brady (Irland) und Justin Rigali (Philadelphia) werden genannt.
Quelle: heute.at

20.2.2013 Kardinal Mahoney soll sich im Vatikan für die Suspendierung eines priesterlichen Sexualstraftäters, Kevin B., eingesetzt haben, der mindestens 8 minderjährige Jungen missbraucht hatte. Kevin B. legte in Rom Widerspruch ein. Mahony wurde vom Vatikan nicht zur Sache gehört. 10 Jahre lang dauerte es, bis Kevin B. seines Amtes enthoben wurde. Das berichtet die Los Angeles Times.
Derzeit vergleicht Mahony, dem von Opfern geraten wird, nicht an der Papstwahl teilzunehmen, sich mit Jesus, der von allen verlassen wurde, am Kreuz starb und "wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde". Still habe der Herr sein Leid ertragen - "niemals gegen Missverständnisse aufbegehrt, niemals wütend werdend bei falschen Anschuldigungen". Und eben das sei so schwer für die Menschen: "Es ist mit Sicherheit schwer für mich auf meiner Reise."
Quelle: Spiegel

19.2.2013 Ein Interview über die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in Oberharmersbach, Erzbistum Freiburg, mit einem der mutmaßlich 100 - 150 Opfer.
Quelle: brennpunkt-ortenau.de
Und ein Bericht dazu.

19.2.2013 Das Kloster Mehrerau strebt einen außergerichtlichen Vergleich mit 2 Klägern an, deren sexuelle Gewalterfahrung noch nicht verjährt ist, wie neulich ein Gericht feststellte.
Quelle: Vorarlberg.orf

19.2.2013 Kardinal Mahony, der Missbrauchstäter vor der Justiz schützte, habe das "Recht zur Teilnahme" an der Papstwahl, sagte Kardinal Velasio De Paolis, römischer Kirchenrechtler. "Dies ist eine verwirrende Situation, aber die Regeln müssen eingehalten werden." Allenfalls könne Mahony mittels einer privaten Intervention "mit hoher Autorität" den Rat bekommen, "nicht teilzunehmen". Die in derartigen Fällen "gängige Praxis" sei die der "Überzeugung". Im Endeffekt werde es dem "Gewissen" Mahonys obliegen, die Entscheidung zu treffen.
Quelle: n-tv
Kommentar: Beim Im-Stich-Lassen der Opfer und dem Versetzen von Tätern von einem Ort zum anderen funktionierte das Gewissen von Kardinal Mahony nicht. Auch als er einen Meineid schwor, funktionierte sein Gewissen nicht. Wenn ein neuer Papst unter Beteiligung von Kardinälen, die sich der Vertuschung von Sexualstraftaten schuldig gemacht haben, gewählt wird, verspielt die Kirchenleitung weitere Glaubwürdigkeit, nicht nur bei den Opfern von Sexualstraftätern im Priestergewand.
Der Vorwurf, Täter geschützt, Verbrechen verharmlost und Opfer im Stich gelassen zu haben, trifft auch andere wahlberechtigte Kardinäle. So RE Giovanni Battista,   Bertone Tarcisio, S.D.B., Daneels Godfried (s.auch spiegel.de), Brady Seán Baptist, Levada William Joseph (Fall Gauthe), Dolan Timothy Michael (zahlte an Priester, die des sexuellen Missbrauchs schuldig waren, wenn sie das Priesteramt verließen), Rivera Carrera Norberto (schwieg vorsätzlich über den Kindesmissbrauch durch einen früheren Priester und versetzte den betroffenen mexikan. Geistlichen 1987 nach L.A., ohne die zuständige Erzdiözes über die Vorwürfe in Kenntnis zu setzen), Robles Ortega Francisco (verteidigte den Umgang des Präfekten der Glaubenskongregation, des späteren Papstes Benedikt XVI., mit dem Gründer der Legionäre Christi. Catrillon Hoyos Darío (gratulierte 2001 Bischof Pican, Frankreich, weil dieser sich geweigert hatte, den sexuellen Missbrauch durch einen Priester der französisichen Polizei zu melden. (s.auch Domradio)

19.2.2013 Hermann Häring schlägt vor, die Papstwahl erst in 2 Jahren durchzuführen. Er begründet den Vorschlag damit, dass eine Papstwahl ohne gesamtkirchl. Beteiligung nicht hinzunehmen seit, dass aus Gründen einer christlichen Geschwisterlichkeit die gegenwärtige Form des Papstamtes nicht akzeptabel sei, dass eine Reform des Papsttums eine disziplinäre, aber auch theologisch dogmatische Revision der Grundlagen voraussetze. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hätten ihre Kirche trotz anhaltender Warnungen in eine katastrophale Krise manövriert; sie und die Kardinäle hätten die Reformimpulse des Zweiten Vatikanischen Konzils 50 Jahre lang hartnäckig blockiert, keinerlei Bereitschaft zu neuem Nachdenken gezeigt, dadurch die Glaubensgemeinschaft schwerst geschädigt und alle Autorität verspielt. Dass nicht gehandelt wurde, sei ausschließlich den Kirchenleitungen anzulasten. Zudem lägen die entsprechenden Analysen, Forderungen und theologischen Lösungen schon seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Eine zügige Inventur der Reformbegehren sei also möglich.
"Durch diese Verweigerungshaltung hat sie [die Kirchenleitung] mit der Glaubwürdigkeit der römisch-katholischen Kirche Raubbau getrieben, innerhalb und außerhalb der Kirche die vielen Opfer ihres Regimes verhöhnt und ihren eigenen Triumph der gebotenen Solidarität mit den Verlorenen vorgezogen. Um der Kirche willen darf und muss nach fünfzig Jahren die Geduld der Kirchengemeinschaft am Ende sein," sagt Prof. Häring.
Quelle: Publik Forum

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19.2.2013 Auf der Bischofskonferenz, die derzeit in Trier tagt und von Protestveranstaltungen von Menschen, die sexuelle Gewalt durch Priester erlitten haben bzw. diesen Menschen verbündet sind, stellte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, klar, dass es kein Treffen zwischen Bischöfen und Vertretern von Opferverbänden geben werde. Man wolle sich die Tagesordnung “nicht von außen” bestimmen lassen. Opferverbände und "Wir sind Kirche", dass die Bischöfe die Missbrauchsfälle lediglich als „Imageproblem“  betrachteten. Erzbischof Zollitsch verteidigte die bisherigen Anstrengungen seiner Kirche: Keine zweite Institution in Deutschland habe mehr zur Aufklärung des Missbrauchs unternommen, sagte er.
Quelle: euronews
Kommentar: Diese Sicht der Kirchenleitungen - die Opfer sind "die Anderen", die nicht dazugehören und "draußen" sind  - ist Teil des Problems. Das Problem wird noch immer nicht wahrgenommen. Und: Es stimmt, dass die kath. Kirche als einzige Institution die Aufklärung von Missbrauchsfällen begonnen hat. Dass andere Institutionen gar nichts getan haben, bedeutet jedoch nicht, dass die kath. Kirche gut mit den Opfern und mit der Aufklärung umgegangen ist. Die Kirchenleitung wäre gut beraten, diejenigen zu fragen, was sie brauchen, die unter die Räuber gefallen sind.

18.2.2013 Amerikanische KatholikInnen setzen sich dafür ein, dass Kardinal Mahoney, der Missbrauchstäter in seinem Bistum Los Angeles 1985 bis 2011 vor Strafverfolgung geschützt hat und sie lediglich versetzt hat, nicht an der Papstwahl beteiligt sein soll. In einer Petition fordern sie Mahoney auf, sich selbst aus dem Konklave für die Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. auszuschließen. (s.a. auch Amy Berg: Erlöse uns von dem Bösen, DVD)
Quelle: orf
Kommentar: Es wäre interessant zu wissen, welche von den Papstwahlberechtigten nicht an Vertuschungen von Missbrauchsfällen beteiligt waren.


15.2.2013 Bijayalaxma Nanda, 45, Inderin, über sexuellen Missbrauch in Indien und die Schwierigkeiten, davon zu sprechen.
Quelle: zeit.de

15.2.2013 Ein neuer Papst sollte nicht nur Betroffenheit angesichts der vielen Sexualstraftaten durch kath. Priester äußern - er sollte auch Verantwortung dafür übernehmen. Zur Verantwortungsübernahme gehört, dass
  • die im Vatikan gesammelten Akten von einem kirchenunabhängigen Institut untersucht werden
  • Kirchengesetze, die vor Ort Untersuchungen verhinderten oder unnötig erschwerten, geändert werden
  • die Beteiligung der Kirchenleitungen an den Vertuschungen in allen Bistümern aufgedeckt wird
  • die Vertuschungen durch personelle Konsequenzen - Rücktritte - geahndet werden
  • nach strukturellen Ursachen gefragt wird, die keiner Einschränkung unterliegen
  • keine zu überprüfende Hypothese ausgeschlossen werden darf
  • doktrinäre und theologische Reformen durchgesetzt werden, um die Begünstigung sexueller Gewalt durch kirchliche Strukturen und Machtgefälle zu verhindern
  • das vermeintliche Ansehen der Kirche nicht vor der Solidarität mit den Opfern rangieren darf
Dass ein neuer Papst nicht an Vertuschungen beteiligt gewesen sein sollte, versteht sich von selbst.

12.2.2013 "Das [die Missbrauchsfälle] ist sicher eine ganz große Belastung, und, sagen wir mal, eine einschneidende Erfahrung dieses Pontifikates, aber man muss natürlich auch dazu sehen, dass das ja Dinge sind, die zurückliegen, zum Teil sehr weit zurückliegen, dass der Papst auch an dieser Stelle ein Stück Aufarbeitung von Geschichte von Kirche zu leisten hatte. Das tut er an seiner Stelle mit klaren Prinzipien, mit klaren Anweisungen an die gesamte Weltkirche. Aber dann sozusagen die konkrete Arbeit vor Ort, und das heißt auch, die Hilfe, das heißt, das Zuhören, das Hören auf die Betroffenen, das muss ja vor Ort in den Ortskirchen geleistet werden, wie etwa auch hier bei uns in Deutschland in den Bistümern, in den Ordensgemeinschaften, das kann ja der Papst sozusagen alleine nicht leisten." Das sagt der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz.
Quelle: dradio.de
Kommentar: Bischof Ackermann übersieht einfach immer noch, dass der zurücktretende Papst keine Verantwortung für seinen Anteil an den Vertuschungen übernommen hat, die während seiner Papstzeit und zuvor während seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation geschahen. Bischof Ackermann übersieht auch immer noch die Petitesse, dass für die Kirchenleitung die Erfahrungen von Gewalt durch Menschen/Priester sehr weit zurückliegen mögen - für die Opfer tun sie genau das nicht, denn sie gehören zu deren täglicher und nächtlicher Gegenwart Jahre und Jahrzehnte danach. Und natürlich kann nicht alleine der Papst von Rom aus den Opfern von Klerikern Gerechtigkeit und Anerkennung verschaffen. Verantwortung jedoch hätte er übernehmen können - er hat sie nicht übernommen. Opfer und Kirchenleitungen vor Ort müssten dringend miteinander über diese Wahrnehmungsdifferenzen sprechen - aber ich kann weit und breit keine Gesprächspartner erkennen. Vielleicht mit Ausnahme der Jesuiten. So gesehen, ist die Kritik von MexikanerInnen vermutlich sehr ernst zu nehmen. Nur: Wer ist bereit, sie zu hören?

11.2.2013 Im Stift Kremsmünster kam es zu 38 Missbrauchsfällen. Der Haupttäter soll mit dem pädophilen Kinderpsychiater Wurst "zusammengearbeitet" haben.
Quelle: kath.web

11.2.2013 Papst Benedikt XVI. tritt zurück. Kardinal Sodana nannte die Entscheidung einen "Blitz aus heiterem Himmel".
Quelle: Radio Vatikan
Hermann Häring kommentiert.
Mein Kommentar: Für Missbrauchsopfer war der Himmel in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht heiter, denn auch dieser Papst hat die Chance vertan, die Verantwortung für die Vertuschung der Missbrauchsfälle in der weltweiten katholischen Kirche zu übernehmen. 

7.2.2013 Nach wie vor stehen die Opfer im Zentrum der kirchlichen Sorge, sagt der neue vatikanische Missbrauchsbeauftragte Robert Oliver.
Quelle: zenit.org


7.2.2013 Dem Erzbistum Los Angeles werfen Missbrauchsopfer vor, in veröffentlichten Akten von Missbrauchstätern Namen Personalverantwortlicher getilgt zu haben und Dokumente über mutmaßlich pädokriminelle Geistliche zurückgehalten zu haben. Der Anwalt des Erzbistums kann sich das Verschwinden der Akten nicht erklären.
Quelle: kipa-apic.ch

7.2.2013 Erzbischof Meisner beklagt in einem Schreiben an  Priester und Kirchenmitarbeiter "die Häme und Aggression", die der Kirche entgegengebracht würden. Die Kirche von Köln habe in den vergangenen Wochen in der öffentlichen Wahrnehmung einen Sturm erlebt, wie Erzbischof Meisner ihn in seinen Jahren als Bischof selten erlebt habe. Er versichert, dass die Studie mit einem anderen Institut als dem KFN fortgesetzt werde. "Das sind und bleiben wir den Opfern schuldig, und hier lassen wir nicht nach, denen Gehör und Gerechtigkeit und alle möglichen Hilfen - auch finanzieller Art - zukommen zu lassen, die so schreckliches Leid erfahren mussten", schreibt der Erzbischof weiter.
Quelle: Spiegel

6.2.2013 Im Vatikan werden jährlich 600 katholische Priester als Sexualstraftäter angezeigt, die Kinder/Jugendliche missbraucht haben.
Quelle: Die Zeit

4.2.2013 Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, erhält Widerspruch für seine Aussage, in den USA und in Europa gebe es eine Pogromstimmung gegen die kath. Kirche.
Quelle: Mittelbayerische
Kommentar: Anders als seine Opferbeschuldigung von 2012 erregt diese Äußerung - zu Recht - Aufsehen. Müllers unflätige Opferbeschimpfung hat im September 2012 niemand zurückgewiesen. Erzbischof Müller hatte im Radio-Vatican-Interview den Opfern und denen, die an einer Aufklärung der Missbrauchsfälle interessiert sind, vorgeworfen, Lynchjustiz auf dem Niveau von Hexenprozessen zu betreiben. Wörtlich: „Wie immer sind wir an der Spitze: Es muss immer und überall um die Menschen gehen, die Opfer solcher furchtbaren Übergriffe geworden sind. Es muss auch um die Täter gehen, um vorbeugend – soweit das überhaupt möglich ist – tätig zu sein. Trotzdem muss auch die Würde des Täters gewahrt werden. Was in der Öffentlichkeit im Sinne von Lynchjustiz gefordert wird, das ist eine Rechtsvorstellung, die auf dem Niveau von Hexenprozessen stehen geblieben ist. In Sachen Missbrauch gehen unsere Glaubenskongregation und in vielen Ländern die einzelnen Bistümer sehr konsequent vor, und hier sind wir, wie ich glaube, beispielhaft.“

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2.2.2013 Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, macht vor allem in den USA und in Europa eine Pogromstimmung gegen die katholische Kirche aus und beklagt gezielte Diskreditierungs-Kampagnen gegen die katholische Kirche.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Die Perspektive der Opfer einnehmen bedeutet nicht, sich erstmal selber zum Opfer zu erklären. Wer über Pogromstimmung spricht, wenn es um die Aufdeckung von Wahrheit geht, hat nicht verstanden, was ein Pogrom ist. Und die Äußerungen von Erzbischof Müller dokumentieren den Realitätsverlust der Kirchenleitung. Nicht die Menschen haben die Kirche verlassen - die Kirche hat die Menschen verlassen. 

1.2.2013 Die Bischöfe Gregor Maria Hanke und Ludwig Schick haben eine kirchenkritische Predigtreihe in Nürnberg überraschend gestoppt. U.a. sollten Helmut Schüller, ein Initiator der österreichischen Pfarrer-Initiative, sprechen sowie die Kirchenrechtlerin Sabine Demel.
Quelle: Nürnberger Nachrichten
Kommentar: Wer seinen Kritikern nicht aufmerksam zuhört oder sie erst gar nicht zu Wort kommen lässt, steht bald alleine da - und das in Zeiten eines großangelegten "Dialogprozesses".

1.2.2013 Kardinal Mahoney, früherer Erzbischof von Los Angeles und der heutige Weihbischof von Santa Barbara und ehemalige Personalverantwortliche Thomas Curry, hatten drei Priester polizeilichen Ermittlungen entzogen. Einer der drei Priester wollte 1987 nach Kalifornien zurückkehren, erhielt jedoch keine seelsorgliche Aufgabe mehr, da er keine Medikamente nahm. Dafür versicherte dieser Priester der Kirchenleitung, die Gefahr gerichtlicher Klagen sei gering, denn die etwa 20 Opfer, die ihn wiedererkennen könnten, seien illegale Einwanderer. Nun darf Kardinal Mahoney keine öffentlichen Auftritte mehr absolvieren und keine Verpflichtungen in seiner Diözese mehr haben, bis 2016 jedoch ist er bei einer Papstwahl wahlberechtigt. Der Weihbischof Curry wurde als Regionalbischof von Santa Barbara entpflichtet.
Quelle: Radio Vatikan

1.2.2013 „Tausende von Polen wurden vermutlich von pädophilen Priestern missbraucht“, schreibt Ekke Overbeck, ein niederländischer Korrespondent in Polen, in seinem Buch „Lękajcie się“ (dt: Fürchtet euch“) ed. Czarna Owca 2013.
Quelle: presseurop

1.2.2013 Der Erzbischof von Los Angeles, Jose Gomez, hat Akten über mutmaßlichen sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester veröffentlicht. Auf der Internetseite der US-Diözese sind seit Donnerstag die Daten zu Vorwürfen gegen 124 Priester einzusehen. In 82 Fällen geht es um mutmaßlichen Missbrauch. Die Veröffentlichung ist Teil einer Einigung der Kirche und der mutmaßlichen Opfer von 2007.
Quelle: FR


31.1.2013 Katholisch? Eine Anfrage von Johannes Röser in CiG

31.1.2013 Einladung zur Teilnahme an der KFN-Studie

31.1.2013 Hermann Häring zur Lage der katholischen Kirche im Blick auf den Themenbereich Sexualität und Macht. Kardinal Meisner nimmt Stellung zur "Pille danach" und hält sie für die Verhinderung einer Zeugung im Falle einer Vergewaltigung für ethisch vertretbar erklärt.

30.1.2013 Traumatisierte Opfer sexueller Gewalt können auch nach Ablauf der Verjährungsfrist zivilrechtliche Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend machen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte in letzter Instanz eine Entscheidung des Osnabrücker Landgerichts.
Quelle: stern


29.1.2013 Bischof Dr. Hofmann weist die Anschuldigung von Christian Pfeiffer zurück. Prof. Laubenthal sagt, Christian Pfeiffer kompensiere mit seinen schweren Vorwürfen gegenüber der Kirche die Frustration über sein persönliches Scheitern als Leiter der Studie.
Quelle: Bischöfliches Ordinariat Würzburg

27.1.2013 Dem irischen Redemptoristen Tony Flannery, Mitbegründer der irischen Pfarrer-Initiative, droht die Glaubenskongregation die Exkommunikation und den Ausschluss aus dem Orden an. Der Orden hat sich hinter Flannery gestellt, der sein einjähriges Bußschweigen aufgegeben hat. Flannery tritt u.a. für die Priesterweihe von Frauen in der katholischen Kirche in.
Quelle: religion.orf

27.1.2013 Die Mainpost dokumentiert die Auseinandersetzungen zwischen der kath. Kirche und dem KFN: Bischof Hoffmann über die Aufarbeitung in der katholischen Kirche; Pfeiffers Vorwürfe: Kirche fehlen Sachargumente und Pfeiffer bezichtigt Kirchenvertreter der Lüge. Hier ist Prof. Laubenthal im Interview zu hören.

27.1.2013 In Spanien wurden bis in die 90er Jahre Kinder gestohlen. Die Kinder von Kirchengegnern und Regimekritikern wurden mit Hilfe von Priestern und Nonnen in regimetreue Familien gebracht.
Quelle: ZDF

27.1.2013 Die Bistümer Fulda, Mainz und Limburg haben über 300 000 Euro für 64 Missbrauchsopfer ausgegeben, berichtet die Welt. Eine Vergleichszahl dazu: mehr als 25 000 000 Euro kostete der Papstbesuch die Kirche. Nicht eingerechnet sind die staatlichen Unkosten.

25.1.2013 Die Ergebnisse der am Donnerstag vorgestellten Sinus-Studie zeichnen ein dramatisches Bild der Lage der katholischen Kirche in Deutschland. Michael Ebertz im Interview: Die Kirche in Deutschland könnte kollabieren - durch wachsende Irrelevanz und Selbstbeschädigung. Die Welt spricht vom erschütterten Vertrauen.

25.1.2013 Klaus Mertes stellt im Anschluss an die eigene Schülerzeit im Ako wichtige Fragen: "Heute, nach 2010, frage ich mich aus dieser Erfahrung heraus, ob und wie der Zusammenhang zwischen pädophiler Ästhetik und Praxis einerseits und lautstarker Homophobie andererseits zu verstehen ist." "Ich glaube, dass das Besondere der Situation am Ako in der Breite der Mitwisserschaft liegt. Wir wurden durch die Dreistigkeit, mit der die Symptome ausgestellt wurden, in das Mitwissen mit hineingenommen, ohne ganz zu begreifen, dass es ein Mitwissen war. Und darüber müssten wir miteinander sprechen - unter Einbeziehung der Opfer, die ja zu uns dazugehören." "Die Defensive führt in die Dauer-Aggression gegen die Opfer und in die eigene Erschöpfung." "Alle Untersuchungsberichte, die von außen kommen, werden die Wahrheit nicht aufdecken können, wenn von innen her keine Bereitschaft zum Sprechen über das eigene Mitwissen da ist."
Quelle: generalanzeiger

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24.1.2013 Die katholische Kirche hat ihre einstweilige Verfügung gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer zurückgezogen, mit der sie ihm den Vorwurf der Zensur untersagen wollte.
Quelle: Rheinzeitung

24.1.2013 Im Prozess gegen das Kloster Mehrerau wurde im Fall von zwei Gewaltopfern gerichtlich festgestellt, dass keine Verjährung vorliegt. Das 58-jährige Opfer gab an, dass ihm erstr 2010 die Übergriffe wieder bewusst geworden seien. Im Fall des 46-jüährigen Klägers wurde die Klage noch vor der 30-jährigen absoluten Verjährungsfrist eingebracht. Nach Angaben des Abtes, Van der Linde, ist der Täter heute schwer depressiv und suizidgefährdet. Wo sich der Mann aufhält, gab der Abt vor Gericht nicht an. Es wird mit einer Berufungsverhandlung gerechnet.
Quelle: vol.at

23.1.2013 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat am Dienstagabend seine zweitägige Krisensitzung in Würzburg beendet. Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals nach dem Zerwürfnis der Bischöfe mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer stand im Mittelpunkt. Das Thema wird die DBK auch in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen. Zum Abschluss des Treffens gab es keine öffentliche Erklärung zur weiteren Vorgehensweise.
Quelle: kathweb.at

23.1.2013 Bernhard Rasche schildert, was er vom bisherigen Verhalten der Verantwortlichen in der katholischen Kirche im Umgang mit Opfern sexueller und sonstiger Gewalt - vor allem im Bistum Würzburg - hält: Nichts.
Quelle: mainpost

22.1.2013 Ein Turntrainer hat drei Jungen dutzende Male sexuell misshandelt. Er wurde zu 6 Jahren Haft verurteilt, muss jedoch zuvor in die Psychiatrie. Er hat neben seiner Trainertätigkeit als Erzieher in einem Kindergarten gearbeitet.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexueller-missbrauch-sechs-jahre-haft-fuer-turntrainer-1.1580491

22.1.2013 Christian Pfeiffer im Spiegelinterview. Die Bischöfe, die sich heute in Himmelspforten getroffen haben, um über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu sprechen, haben keine Informationen an die Öffentlichkeit gegeben.

22.1.2013 "Dem Forschungsprojekt fehlte die gebotene Sensibilität bei der Befragung von Opfern sexuellen Missbrauchs. Das Konzept ließ dieses Einfühlungsvermögen vermissen, wie schon der Kriminologe Professor Dr. Klaus Laubenthal betont hat." Damit begründet der Bischof von Würzburg u.a. die Kündigung des kirchl. Forschungsauftrages für das KFN.
Quelle: Mainpost

22.1.2013 Der Anwalt der katholischen Kirche zog einen Antrag vor dem Hamburger Landgericht gegen Christian Pfeiffer zurück. Pfeiffer sollte sich verpflichten, kritische Aussagen über die Rolle der Kirche bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu unterlassen. Die Kirche hat inzwischen einen neuen Antrag mit anderem Inhalt gegen Pfeiffer gestellt.
Quelle: Süddeutsche


22.1.2013 Kardinal Mahoney, früherer Erzbischof von Los Angeles und der heutige Weihbischof von Santa Barbara, Thomas Curry, haben drei Priester polizeilichen Ermittlungen entzogen. Die drei Priester hatten sexuelle Gewalt an Kindern den kirchl. Vorgesetzten gestanden. Ihnen rieten Mahoney und Curry, keine Therapie zu machen aus Angst, die Therapeuten würden die Verbrechen anzeigen. Außerdem wurden die Priester außerhalb von Kalifornien eingesetzt, um die Strafverfolgung zu verhindern. Einer der drei Priester wollte 1987 nach Kalifornien zurückkehren, erhielt jedoch keine seelsorgliche Aufgabe mehr, da er keine Medikamente nahm. Dafür versicherte dieser Priester der Kirchenleitung, die Gefahr gerichtlicher Klagen sei gering, denn die etwa 20 Opfer, die ihn wiedererkennen könnten, seien illegale Einwanderer. Mahoney entschuldigte sich, erzählte von seinen Treffen mit Missbrauchsopfern und sagte, er bete täglich für sie. Weihbischof Curry war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Quelle: kath.web
und welt.de

20.1.2013  Sonntags - TV fürs Leben - ZDF ein kurzer Beitrag über die Inititative GottesSuche

19.1.2013 Während die einen längst zur Tagesordnung übergegangen sind, haben andere in der Kirche gemerkt, dass die Wahrnehmung der Opfer durch Kirchenverantwortliche noch ganz am Anfang steht - Jesuiten in Berlin zum Beispiel.
Quelle: Tagesspiegel


19.1.2013 Die Hotline der Bischofskonferenz und einige nötige konkrete Schritte, die gemeinsam mit Gewaltopfern zu gehen sind.

18.1.2013 Das Bistum Osnabrück zahlte an 10 anerkannte Opfer 46 000 € in Anerkennung ihres Leides.
Quelle: noz.de


18.1.2013 "Ein Mensch liegt hilflos und verletzt auf der Straße, misshandelt und halb tot. Da kommt ein Priester, doch er geht an dem Opfer vorbei. Auch ein Tempeldiener ignoriert den Verletzten, weil er um seine rituelle Reinheit fürchtet. Christen kennen die Geschichte als Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Doch dasselbe geschah diese Woche in Köln." Zwei katholische Krankenhäuser verwiegern einem 25jährigen Vergewaltigungsopfer die nötige Hilfe und weisen sie ab. Hintergrund: Die kath. Morallehre verbietet nicht nur Abtreibungen, auch die Pille danach, die eine Schwangerschaft verhindert, darf nicht verabreicht werden. Und weil das so ist, wurde dem Vergewaltigungsopfer erst gar nicht geholfen. Eva Baumann-Lerch sagt das Nötige dazu.
Quelle: Publik Forum

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18.1.2013 Interview vom Katholikentag 2012 über GottesSuche

18.1.2013 Diskussion bei Beckmann: Pola Kinski, Huckele, Christian Pfeiffer, P. H. Langendörfer SJ: Das lange Schweigen der Opfer
s. auch FR

17.1.2013 Opfer berichten.

17.1.2013 Eines der Opfer, das in Erfurt mit dem Papst gesprochen hatte, berichtet von seinen Erfahrungen. Er sagt, die Kirche habe auch seinen Fall nicht aufgearbeitet, die Kirchenleitung habe sich ihm gegenüber nie geäußert, lediglich kommentarlos 5000 Euro "Entschädigung" überwiesen.
Quelle: stern


17.1.2013 Link zur Bischofskonferenz, die heute den Abschlussbericht der Hotline vorstellte. Bischof Ackermann spricht von einer Spiritualisierung der Verbrechen.
Weitere Presseartikel:

"Besonders erschreckend dabei ist, dass eher wenige "leichte oder minderschwere Delikte" berichtet wurden, sondern es "im Regelfall um schwere und schwerste Delikte über längere Zeit durch enge Vertrauenspersonen" ging. Die FR vermutet, dass es Hinweise auf pädophile Netzwerke gibt. Sexuelle Gewalt war meistens geplant. Süddeutsche. Vgl. hierzu die Äußerung von Prof. Leygraf bei der Vorstellung seiner Studie: "Es ist vor allem auch ein Problem von Nähe. Die Priester hatten nun einmal einen sehr engen Kontakt zu Messdienern, Jugendführern und ähnlichen. Da hat die Gelegenheit es eben ergeben, dass sexuelle Übergriffe stattfanden."
Stellungnahme von Wir sind Kirche
WDR
Der Mut der Bischöfe wurde überschätzt. FR


17.1.2013 Daniel Deckers, FAZ, berichtet von den Schwierigkeiten der kath. Kirche, das Studienprojekt mit dem KFN so durchzuführen, dass keine Persönlichkeitsrechte und kein Datenschutz verletzt werden.
Quelle: faz
Kommentar: Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen und die Persönlichkeitsrechte sind ja auch in der angekündigten Studie der Bischofskonferenz, die mit einem anderen Vertragspartner fortgeführt werden soll, nicht ausgeräumt. Vermutlich bleibt es dann bei der Münchner Studie, die in einr Kurzfassung veröffentlicht wurde. Die umfangreiche Studie hingegen bleibt verschlossen im Geheimarchiv des Erzbistums München.  

16.1.2013 In einer Forsa-Umfrage wurden Mitte Januar 2013 1.009 Bundesbürger befragt. 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Kirche wolle eine vollständige Aufklärung verhindern. Nur 17 Prozent der Befragten glaubten, dass die katholische Kirche die Fälle sexuellen Missbrauchs, an denen Geistliche beteiligt sind, wirklich aufarbeiten will. Für 35% hat sich durch die Kündigung des Forschungsvertrages mit dem KFN das Bild der Institution verschlechtert. 16% der befragten KatholikInnen erwägen einen Austritt - unter den 45- bis 59-Jährigen sind es sogar 26%.
Quelle: Domradio

16.1.2013 Hier spricht ein Kirchenrechtler (Zentrum für Religion und Gesellschaft, Universität Bonn) Klartext - sehr hilfreich nach den Statements von Bischof Dr. Ackermann und anderen, die die Wahrnehmung der Menschen/KatholikInnen mit falschen oder halbwahren Aussagen vernebeln wollen, wie heute im Domradio.

15.1.2013 In der evangelischen Kirche im Rheinland wurden in den letzten zwei Jahren 61 Fälle sexuellen Missbrauchs gemeldet. Fast ein Drittel davon stammt aus den vergangenen drei Jahren. "41 Opfer hätten sich offenbart, aber auch zwei Täter, berichtete Claudia Paul, die eine eigens eingerichtete Stelle für diese Fälle leitet. Die übrigen Fälle seien von Vorgesetzten oder Mitarbeitern berichtet worden. Meist seien die Opfer zur Tatzeit Kinder und Jugendliche gewesen. 23 Fälle seien verjährt, 19 Fälle stammten aus den vergangenen drei Jahren. 47 Männer und 9 Frauen wurden als TäterInnen genannt. 43 der Beschuldigten seien zur Tatzeit bei der Kirche oder ihrer Diakonie beschäftigt gewesen. Nur ein Dutzend Fälle stamme aus dem Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Quelle: Spiegel

15.1.2013 "Es gab mit Herrn Professor Leygraf ein weiteres unabhängiges Forschungsprojekt zum sexuellen Missbrauch und zu Täterprofilen. Da haben wir solche Schwierigkeiten [wie mit Christian Pfeiffer] nicht gehabt." Sagt Bischof Ackermann. Schaut man sich diesen Hinweis genauer an, dann wird klar, warum Prof. Leygraf und die Kirche keine Schwierigkeiten miteinander hatten: Er und seine Kollegen haben insgesamt 78 Gutachten ausgewertet. Vorliegende Gutachten dürften öffentlich und gerichtsbekannt gewesen sein. 75 davon haben Prof. Leygraf und seine beiden Kollegen selbst erstellt. 18 weitere wurden den Forschern von 21 (der 27) Bistümern zur Verfügung gestelllt. 15 der 18 Gutachten waren unbrauchbar. Nur 3, deren Herkunft unbekannt ist, sind also neu hinzugekommen. Kein Wunder also, wenn die Kirchenleitung mit Prof. Leygraf keine solchen Schwierigkeiten hatte! Dieses Argument von Bischof Ackermann trägt also nicht weit. 
Weiter sagt Bischof Ackermann: Wo es zu Strafverfahren gekommen ist, müssen die Unterlagen nach Kirchenrecht aufgehoben werden. Er führt nicht aus, dass diese Unterlagen ins Geheimarchiv der Bischöfe müssen und nicht herausgegeben werden dürfen (CiC can. 489 §3). Er führt auch nicht aus, dass nach 10 Jahren resp. nach dem Tod eines Täters alle Aktenteile, die über eine kurze Information der Tat und das Urteil hinausgehen, vernichtet werden müssen. Er informiert also nicht, dass die mit Christian Pfeiffer geplante Langzeitstudie in 9 Bistümern von 1945 bis 2000 lediglich Fallzahlen der Verurteilten hätte liefern können, wenn die Bischöfe das Geheimarchiv öffneten. Alle anderen Forschungsziele wären unerreichbar gewesen - selbst wenn die Bischöfe ihre Geheimarchive öffnen würden.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Fälle, die den Bistümern bekannt waren, ohne gerichtlich verfolgt worden zu sein, inzwischen längst aus allen Akten entfernt wurden. Der immer wieder betonte "Aufklärungswillen" klingt noch unglaubwürdiger als zu Beginn der nun gescheiterten Studie.
Bezeichnend vielleicht, dass der erste und durchgezogene Widerstand gegen das Forschungsprojekt aus München kam. Der zuständige Generalvikar Beer wollte durchsetzen, dass die Forschungsergebnisse auch nicht veröffentlicht werden dürfen, wenn die Kirche nicht einverstanden ist. Beer kennt vermutlich die Ergebnisse der Münchner Untersuchung durch Frau Westphal, die nicht veröffentlicht wurde. Lediglich eine Kurzfassung wurde öffentlich gemacht. Beer weiß also, was auch aus dem Erzbistum München-Freising öffentlich würde, wenn Pfeiffer oder andere ungehindert forschen dürfen.

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14.1.2013 "Es ging um Zugriff auf Akten von Menschen, die noch leben und nicht um ihr Einverständnis gefragt werden - das ist sehr sensibel." Das sagt Bischof Ackermann im Gespräch mit dem Spiegel. Verstehe ich das richtig: Die Täter entscheiden letztendlich, ob - vorausgesetzt der Bischof öffnet die Geheimarchive, in denen alle neueren und alten Akten über Sittlichkeitsverbrechen oder einen fragwürdigen Lebenswandel laut Kirchenrecht hin müssen - ob die Akten mit geschwärzten Namen den Forschern zugänglich gemacht werden sollen?
Bischof Ackermann vergisst zu sagen, was es bedeutet, wenn in Akten, die älter als 10 Jahre sind bzw. nach dem Tod eines Priesters nur noch d
er Tatbestand und das Urteil in Sittlichkeitsverfahren aufzubewahren sind. Das heißt, die Längsschnittstudie, die Herr Pfeiffer in 9 Bistümern durchführen sollte, hätten lediglich die Zahlen der Verurteilten und bestenfalls ein paar Angaben zu den Taten und der Anzahl der (bekannten) Opfer hergeben können. Folgende 5 Punkte wurden jedoch als Ziele des Forschungsprojekts benannt:
"a) Die Untersuchung soll erstens belastbare Zahlen zum sexuellen Missbrauch durch Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige erbringen – und dies einerseits im Hinblick auf die Längsschnittentwicklung seit 1945 und andererseits als Querschnittsanalyse zur aktuellen Situation der Jahre seit der Jahrtausendwende.
b) Zum zweiten geht es darum, die Entstehung und den Verlauf des Missbrauchsgeschehens aus der Sicht der Opfer nachzuvollziehen und zu klären, welche Folgen die Taten bei ihnen ausgelöst haben.
c) Ein zentrales Anliegen ist es ferner, das Handeln der Täter zu analysieren und die Bedeutung der Einflussfaktoren zu erfassen, die ihre Taten gefördert haben.
d) Viertens soll die Untersuchung klären, wie sich die Katholische Kirche gegenüber Tätern und Opfern verhalten hat.
e) Schließlich geht es darum, gestützt auf die Untersuchungsergebnisse das bisherige Präventionskonzept1 der Kirche zu überprüfen und falls nötig ergänzende Vorschläge zu erarbeiten."
Zumindest für die Längsschnittuntersuchung 1945-2000 dürften die Akten keine Ergebnisse der Ziele b) - e) liefern, selbst wenn die Akten der Geheimarchive geöffnet würden.
Die Frage stellt sich, ob die gesamte Studie nicht eine Imagepflege-Aktion der Bischofskonferenz war, frei nach dem Motto von Erzbischof Müller, Rom: "
„Wie immer sind wir an der Spitze: Es muss immer und überall um die Menschen gehen, die Opfer solcher furchtbaren Übergriffe geworden sind. Es muss auch um die Täter gehen, um vorbeugend – soweit das überhaupt möglich ist – tätig zu sein. Trotzdem muss auch die Würde des Täters gewahrt werden. Was in der Öffentlichkeit im Sinne von Lynchjustiz gefordert wird, das ist eine Rechtsvorstellung, die auf dem Niveau von Hexenprozessen stehen geblieben ist. In Sachen Missbrauch gehen unsere Glaubenskongregation und in vielen Ländern die einzelnen Bistümer sehr konsequent vor, und hier sind wir, wie ich glaube, beispielhaft.“ . Der Forscher muss nicht das Kirchenrecht, das die Ablage der Akten, die Inhalte, das Löschen von Aktenteilen, den Zugang zu den Akten, ... betrifft, kennen - aber die Bischöfe kennen ihr Kirchenrecht und wissen, dass nach 10 Jahren nur noch rudimentäre Angaben in den Akten zu finden sind. Ach ja, und außer dem Papst kann ihnen niemand befehlen, das Geheimarchiv zu öffnen. Auch ein Bischof Ackermann kann das nicht.

14.1.2013 Eine Diskussionssendung zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche im Bayerischen Rundfunk.
10.1.2013 Eine Diskussionssendung "Bedingt aufklärungsbereit" - Forumsdiskussion im SWR 2
Ende der Aufklärung? ARD

13.1.2013 "Was bleibt von anderthalb Jahren Aufklärung?", fragt die FAZ im Fall des gekündigten Forschungsauftrags des Verbandes Deutscher Diözesen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Ihre Antwort: "Lauter Fragen, Gerüchte, Vorwürfe. Also nichts."
Quelle: faz

13.1.2013 Hier einige  Anmerkungen zum Scheitern des Forschungsprojektes des VDD mit dem KFN, Christian Pfeiffer

12.1.2013 Prof. Fegert, am Präventionsprojekt beteiligt, das von der Gregoriana, dem Erzbistum München-Freising und der Universität Ulm verantwortet wird, berichtet, dass die Kirche auf seine Arbeit keinen Einfluss nimmt.
Quelle: tagblatt.de

12.1.2013 Bischof Ackermann sagt, der katholischen Kirche geschehe Unrecht.
Quelle: Welt


11.1.2013 Der Abschlussbericht über die Verbrechen von Jimmy Savile, BBC London, liegt vor. (Vorsicht! Triggergefahr)
Quelle: FR

11.1.2013 Pater Mertes weist darauf hin, dass durch die Kündigung des Forschungsvertrags des Verbandes der Diözesen Deutschlands mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen das Vertrauen in den innerkirchlichen Aufklärungswillen erschüttert sei und dies ein großer Schaden sei, sowohl für die betroffenen Opfer als auch für diejenigen, die konkret vor Ort die Arbeit machen.
Quelle: badische-zeitung.de

11.1.2013 Die Kritik des Kriminologen und Missbrauchsbeauftragten des Bistums Würzburg, Laubenthal, an der Pfeiffer-Studie scheint nicht korrekt zu sein. Laubenthal hat Pfeiffer vorgeworfen, die Belange der Opfer nicht berücksichtigt zu haben. Im Forschungsauftrag waren die Opferbelange durchaus präsent: Dort heißt es: "Die Fragebogenerhebung muss methodisch so realisiert werden, dass weder die datenschutzrechtlichen noch die sonstigen Interessen des Opfers verletzt werden. Wir sehen hier folgenden Weg als geeignetes Verfahren an: Die kirchliche Institution, bei der sich das Opfer ursprünglich gemeldet hat, bitten wir darum, schriftlich bei ihm anzufragen, ob es mit der Zusendung des Fragebogens einverstanden wäre oder ob es selber Kontakt zum KFN aufnehmen möchte. Hiergegen ließe sich zwar einwenden, Familienmitglieder könnten unbefugt das Schreiben der Kirche öffnen und dadurch zum ersten Mal von dem Missbrauch Kenntnis erhalten. Dies erscheint uns allerdings nur in extremen Ausnahmefällen als realistische Gefahr. Ein Opfer, das den Mut gehabt hat, sich an die Kirche zu wenden, wird dies in aller Regel mit den Familienmitgliedern besprochen haben, mit denen es zusammenlebt. Im Übrigen werden die kirchlichen Stellen selber diesen Weg der brieflichen Kommunikation mit Missbrauchsopfern gehen müssen, wenn sie beispielsweise Fragen der Schadenswiedergutmachung klären möchten."
Außerdem war - anders als der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg es darstellt - geplant, die Missbrauchsbeauftragten der Bistümer zu befragen. Im Forschungsauftrag heißt es: "Ergänzend zu der direkten Anfrage beim Opfer wäre es aus unserer Sicht hilfreich, das Forschungsanliegen des KFN im Rahmen der Pressekonferenz öffentlich bekannt zu machen, in der die Katholische Kirche das hier skizzierte Forschungsvorhaben über die Medien bekannt gibt. Bei dieser Gelegenheit könnten die Opfer bundesweit dazu aufgerufen werden, sich per Brief oder per Email direkt beim KFN zu melden, sofern sie dazu bereit sind, sich als Interviewpartner zur Verfügung zu stellen. Ergänzend käme hier ferner die Meldung bei den Missbrauchsbeauftragten der Diözesen bzw. Ordensgemeinschaften in Betracht."
(Den Hinweis verdanke ich skydaddy.)
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11.1.2013 Das Kloster Ettal wird voraussichtlich im März 2013 eine Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Kloster vorstellen. Der Pressemeldung ist zu entnehmen, dass es "kein einfacher Weg" war, dass das Kloster jedoch erkannt habe, "dass nur die konsequente Aufarbeitung auch den Opfern gerecht wird". Der Zugang zu den Quellen und der Umgang mit den Ergebnissen der Forschung waren ohne Konflikte (!) möglich.
Quelle: Augsburger Allgemeine
Kommentar: Wer eine ungefähre Ahnung davon hat, was es die Opfer kostet, mit der Täterinstitution und einer lange Täter schützenden Institution im Gespräch zu bleiben und wer eine Ahnung davon hat, wie schwer es für schuldig Gewordene ist, die eigenen Abgründe anzuschauen, kann diesem Vorgehen seinen/ihren Respekt nicht verweigern. Warum es in Ettal dem Forschungsinstitut möglich war, die Quellen anzuschauen und warum dies in den katholischen Bistümern Deutschlands nicht möglich sein soll, wäre einen genauen Blick wert. Im Hintergrund steht auch eine Information des Ettaler Opfervereins, dass eines der Ettaler Opfer sich am 4.10.2012 das Leben nahm, weil es auch durch das Öffentlichwerden mit einer Retraumatisierung leben musste - und nach allem anderen nicht mehr leben konnte.

11.1.2013 Der Anwalt der Kirche wirft dem Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen vor, mit "forschen Briefwechseln das Verhältnis [zur kath. Kirche] zerrüttet zu haben". Der forsche Briefwechsel bestand darin, dass Christian Pfeiffer alle 27 katholischen Bischöfe in Deutschland fragte, ob sie Akten vernichtet haben (wie es das Kirchenrecht vorschreibt). Er erhielt von keinem Bischof eine Antwort.
Quelle: sueddeutsche.de

11.1.2013 Bischof Dr. Ackermann sagt: "Auch der Vorwurf der Aktenvernichtung ist nicht korrekt: Das Kirchenrecht sieht vor, dass bei Sittlichkeitsverfahren – in den ­Fällen, die strafrechtlich anhängig waren – ein Tatbestandsbericht und der Wortlaut des Endurteils auf Dauer aufbewahrt werden. Insofern lassen sich keine Straftaten vertuschen und Fallzahlen manipulieren. Es ist also falsch und irreführend, den Eindruck zu erwecken, es gebe eine vom kirchlichen Recht her geforderte Akten­vernichtung, die das Forschungsprojekt behindern würde."
Quelle: der westen


10.1.2013 Im Deutschlandfunk macht Pater Langendörfer, Sprecher des Verbandes der Diözesen Deutschlands, Angaben über die Hintergründe der Vertragskündigung mit dem Kriminologischen Forschungsprojekt Niedersachsen. Die Bischofskonferenz hat eine strafbewehrte Unterlassungserklärung erwirkt, die Christian Pfeiffer verbietet, von Zensur der Forschungsarbeit durch die kath. Kirche und von der Vernichtung von Akten zu sprechen.

10.1.2013 Drobinski, Süddeutsche, bringt die Dinge auf den Punkt: Die Kirche steckt in der Narzissmusfalle, sie kann den Blick nicht von sich selber abwenden. Und: Opfer spielen nur eine Nebenrolle. Drobinski schreibt: "Aber erst, wenn die Kirche diese Abgründe sieht, wird sie den Blick vom Spiegelbild abwenden können: zunächst hin zu den Opfern, die in diesem ganzen Streit höchstens eine Nebenrolle spielen. Und dann zu den Menschen, um derentwillen die Kirche wieder glaubwürdig werden sollte."
Quelle: Süddeutsche


10.1.2013 Der Kriminologe Laubenthal, zugleich Missbrauchsbeauftragter im Bistum Würzburg, kritisiert an der Pfeiffer-Studie mangelnden Opferschutz. Er bemängelte am Vorhaben von Pfeiffers Institut, die allein aus Akten hervorgehenden Missbrauchsopfer anzuschreiben. Damit wären sie ungefragt erneut mit den zum Teil Jahrzehnte zurückliegenden Ereignissen konfrontiert worden." Außerdem kritisierte Laubenthal, dass die Missbrauchsbeauftragten der Kirche nicht in die Studie einbezogen worden seien. Ihnen seien nämlich auch Opfer bekannt, die sich nicht bei den Diözesen oder Orden gemeldet haben.
Quelle: abendblatt

10.1.2013 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, fordert Aufklärung über die Missbrauchsfälle, die unabhängig von der Kirche vorgenommen wird. Er sagt: "Wir haben doch erlebt, oft über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, wie man uns hinhält, vertröstet und notfalls auch einfach niedermacht, wenn wir von unserem Leid erzählen wollen."
Quelle: taz

9.1.2013 Ein Beitrag in "Fokus Beratung. Informationen der Evangelischen Konferenz für Familien- und Lebensberatung e.V. ,Fachverband für Psychologische Beratung und Supervision", 21. Ausgabe/November 2012, S. 41, in dem auch auf GottesSuche hingewiesen wird.

9.1.2013 Den Bischöfen hätte vor Abschluss des Vertrages mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachen das Kirchenrecht bekannt sein müssen. In can. 489, §2 heißt es: "Jährlich sind die Akten der Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren, deren Angeklagte verstorben sind oder die seit einem Jahrzehnt durch Verurteilung abgeschlossen sind, zu vernichten; ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist aufzubewahren." Wie die Bischöfe dennoch medienwirksam versprechen konnten, in 9 Bistümern Untersuchungen des KFN zu ermöglichen, die den Zeitraum von 1945 bis heute umfassen sollten, bleibt schleierhaft.

9.1.2013 Die Aufklärung in der katholischen Kirche spaltet: Die Bischöfe, den Forscher Christian Pfeiffer und die Deutsche Bischofskonferenz. Hier ein Interview mit Bischof Ackermann und ein Interview mit Christian Pfeiffer.

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8.1.2013 Das zweite Forschungsprojekt, das der Verband Deutscher Diözesen beim Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in Auftrag gegeben hatte, scheint zu scheitern. Der Institutsleiter Christian Pfeiffer wirft den Diözesen vor, das Projekt sei "an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert". Die Kirche beharre darauf, über die Auswahl der beteiligten Forscher und über die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse zu bestimmen. Pfeiffer berichtete außerdem, es habe in mehreren Diözesen Vernichtungen von Akten von Sexualstraftätern gegeben. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz weiß davon nichts. Das Projekt sei am Datenschutz gescheitert. Wegen der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse sei die Kirche kompromissbereit gewesen. Inzwischen sei das Verhältnis zwischen der Kirche und Christian Pfeiffer jedoch zerrüttet.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Diese Entwicklung war seit langem absehbar. Das Interesse an wirklicher Aufklärung in der Kirche scheinen nur noch die Opfer zu haben - die Kirchenleitungen sind nicht daran interessiert. So viel zum Thema "rückhaltlose Aufklärung". 2010 und 2011 noch war von dieser rückhaltlosen Aufklärung, die "frei von falscher Rücksichtnahm" sein müsse, die Rede gewesen. Es sah so aus, als hätte die kath. Kirche verstanden, dass ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht. Jetzt steht sie nicht mehr auf dem Spiel - sie ist verloren. Da helfen dann auch keine Jahre des Glaubens, Weltjugendtage, Papstbesuche und andere events.

4.1.2013 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart wurden einem kath. Priester, der in den 1960er Jahren Kinder sexuell misshandelt hatte, für 3 Jahre die Bezüge um 20% gekürzt, da eine Bestrafung wegen der (derzeitigen) Verjährungsfrist nicht mehr möglich war. Der Priester hatte vor dem VGH geklagt.
Quelle: Radio Vatikan

4.1.2013 Die österreichische Studie "Psychotraumatologische Fragestellungen zu Gewalt und Missbrauch in der Katholischen Kirche" - Projektleitung hatte Ass-Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster - wurde veröffentlicht.
Quelle: Uni Wien

4.1.2013 In sieben Ländern wurden 245 mumaßliche Pädokriminelle festgenommen und 123 Kinder - 70 Jungen und 53 Mädchen - im Alter von 2-12 Jahren als Opfer erkannt. 44 der Kinder lebten bei den Tätern.Der Chef der US-Einwanderungsbehörde, John Morton, sagte: "Die traurige Realität ist, dass Ausbeutung von Kindern ein Teil des modernen Lebens ist und auf der ganzen Welt in großem Stil vorkommt." Teilweise werde Kindesmissbrauch live im Internet gestreamt.
Quelle: Spiegel

1.1.2013 Ein Gespräch mit Matthias Katsch und Godehard Brüntrup
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