Missbrauch
                    und Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2014


31.12.2014 Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich einen guten Übergang ins Neue Jahr und ein Neues Jahr mit Zuversicht und Frieden. Ich danke herzlich für all das Vertrauen, das mir von euch/Ihnen entgegengebracht wurde.
"wir dürfen getrost sein
Du wanderst mit"
(Aus: Carola Moosbach: Bereitet die Wege. Poetische Kommenrate zu Bachs geistlichen Kantaten, München 2012, S. 41)
Dass uns diese Hoffnung nicht verlässt, hoffe und wünsche ich.
Erika Kerstner

31.12.2014 Hinweis: Am Mittwoch, 7. Januar, 23.30 Uhr sendet die ARD einen Film über die Erfahrungen von ehemaligen Regensburger Domspatzen mit vielfältiger Gewalt und mit der Aufklärung durch die Kirche.
Quelle: mittelbayerische.de

29.12.2014 Markus Günther über die Situation der katholischen Kirche: "Ja, die historische Kulisse steht noch, das ist wahr, und sie ist verblüffend gut erhalten. Doch in vielem gleicht die Kirche in Deutschland heute der späten DDR: sieht stabil aus, steht aber kurz vor dem Kollaps."
Quelle: faz.net

29.12.2014 "Ganz viele Bischöfe stecken den Kopf in den Sand und wollen überhaupt nicht mehr darüber sprechen." Das sagt Klaus Mertes. Der ORF fasst dasselbe Interview unter dem Titel zusammen: "Jesuit in D: Missbrauchsaufarbeitung auf gutem Weg". Wunibald Müller beobachtet: "Die klerikale Struktur ist zäh." So viel zur Bereitschaft der kath. Kirche, die Aufklärung voranzutreiben und sich den Opfern zuzuwenden. Die zitierten "Diagnosen" (nicht jedoch die optimistischen Aussagen) von Klaus Mertes und Wunibald Müller werden von vielen Opfern geteilt.

26.12.2014 Die Heimopfer der Brüdergemeinde Korntal sind nicht einverstanden damit, dass die Brüdergemeinde ohne Abstimmung mit den Opfern festlegt, wer die Aufarbeitung machen soll. Der zuständige Bischof July hat bisher geschwiegen. Er beteuert, dass sein erstes Interesse den Opfern gelte und unterstützt die Brüdergemeinde in ihrem Vorhaben, die Aufarbeitung durch die Landshuter Professorin Mechthild Wolff vornehmen zu lassen. Bischof July ist der Ansicht, die Opfer würden spüren, dass ihr Anliegen ernst genommen werde. Die Opfer sehen das anders.
Kommentar: Offensichtlich müssen die Brüdergemeinde und der Bischof die gleichen Fehler machen, die die allermeisten Täter-Institutionen vor ihnen auch schon gemacht haben: Die Opfer umgehen und trotzdem der Ansicht sein, im Interesse der Opfer zu handeln.
Quellen: heimopfer-korntal und Kontextwochenzeitung

Liebe Frauen! Liebe BesucherInnen!
Ich wünsche allen, die in diesen Tagen hier vorbeischauen, ein gesegnetes Weihnachtsfest - und im Neuen Jahr Halt und Wurzeln!  Und wenn wir beten "Herr, erbarme dich!", dann hoffe ich, dass wir zugleich beten "Mensch, erbarme dich!" - und uns selbst gemeint wissen.
Eure/Ihre Erika K.
Kalender 2015

wurzeln schlagen im leben.
heimisch werden.
sicher stehen.
ein traum.
 
nein, das ist kein traum.
manchmal spüre ich nichts von den wurzeln.
manchmal liegen sie offen,
angreifbar,
verletzlich,
aber sie sind da.

neben allen kranken und verdorbenen wurzeln
gibt es die, die tragen
und die nicht zerstörbar sind:
dass Einer mich erdacht hat,
dass Er ja zu mir sagte,
noch bevor jemand nein sagen konnte,
dass Er es ist, der trägt -
verläßlich,
 
sicher,
immer.
 
mit diesen wurzeln kann ich
leben.
(Bild und Text stammen von Listenfrauen. Der Kalender GottesSuche wird von einer Frau seit Jahren herausgegeben und von vielen Frauen mitgestaltet.)


22.12.2014 In seiner Weihnachtsansprache an die Mitarbeiter der Kurie nannte Papst Franziskus als eine der "Krankheiten": "Spirituell und geistig abzustumpfen: 'Es ist gefährlich, diese menschliche Empfindsamkeit zu verlieren, die einen mit denen weinen lässt, die weinen, und mit denen feiern lässt, die fröhlich sind' ". Von dieser Abstumpfung und dem Verlust menschlicher Empfindsamkeit können Opfer sexueller Gewalt viel erzählen.
Quelle: zeit

Die ganze Rede des Papstes auf Deutsch.
Und hier ist nachzulesen, wie die Brandrede des Papstes von Radio Vatikan bereits wieder relativiert wird. "Wirklich gute Mitarbeitermotivation" sei das nicht, sagt Pater Hagenkord, Leiter von Radio Vatikan.
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22.12.2014 Am 22. Januar beginnt der Prozess gegen einen Pater des Klosters Ettal. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2001 und 2005 mehr als 20 Kinder sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: radio-oberland.de

22.12.2014 Das Landgericht Krefeld ist sich nicht zu schade dafür, ein Opfer eines Pfarrers so zu benennen, dass es identifizierbar ist. In Zeiten, in denen noch immer die Opfer für die Schuldigen gehalten werden, ist das unerträglich. Mein Protest ist abgeschickt.

19.12.2014 Scotland Yard glaubt einem Mann, der von einem Pädophilenring in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts berichtet. Er selbst sei Opfer gewesen. Der Mann - genannt "Nick" - berichtet von zigfachen Vergewaltigungen und von Morden an drei Jungen. Prominente Politiker und Militärs und Prominente des öffentlichen Lebens sollen dem Pädophilenring angehört haben.
"Nick" soll auch den früheren Botschafter und MI6- Geheimdienstchef Sir Peter Hayman als Täter identifiziert haben. Bei Hyman wurde bereits in den 80er Jahren kinderpornografisches Material gefunden. Bekannt war, dass er Mitglied im „Paedophile Information Exchange" (Kontaktbörse für Kinderschänder) war. Haymann wurde nie angeklagt, 1992 starb er. Der Verdacht, dass Täter aus hochrangigen Kreisen von diesen Kreisen geschützt wurden, ist nicht von der Hand zu weisen.
Bereits 1983 hat der inzw. verstorbene Tory-Abgeordnete Geoffrey Dickens dem Innenminister Brittan ein Dossier mit Details, darunter Täternamen, übergeben. Das Dokument ist verschwunden und konnte auch nach intensiver Suche nicht gefunden werden.
Quelle: Süddeutsche und faz

18.12.2014 Heute wurde Edathy, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter, vor einem Untersuchungsausschuss vernommen, der die Vorgänge um den Konsum von Kinderpornografie bzw. "legalen Fotos" (Edathy) und die Rolle von Parteigenossen, die Edathy - vielleicht - vor drohenden Ermittlungen gewarnt haben sollen, klären soll. Von zwei christlichen Termini war in der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses ebenfalls die Rede: Von Opfern und von Mitleid. Der Name des Opfers ist Edathy. Die anderen Opfer - die Kinder und Jugendlichen, deren Fotos Edathy "konsumierte" - wurden nicht erwähnt. Das Mitleid Edathys galt - sich selbst.
Quelle: FR

18.12.2014 Bericht über die anhaltende Bevormundung von ehemaligen Heimkindern. Die Geldzahlungen dürfen nur in - der  Genehmigung ausgesetzte - Sachleistungen geleistet werden. Bücher dürfen nicht genehmigt werden. (Ich kenne Menschen, die leben von Büchern und mit Büchern!)
Quelle: zdf.de/ZDF

17.12.2014 Der Papst hat 9 weitere Mitglieder in die vatikanische Kinderschutzkommission berufen. Unter ihnen ist der Brite Peter Saunders, der eine Vereinigung Betroffener gegründet hat und selbst betroffen ist. 7 der inzwischen 17 Mitglieder sind Frauen, von den 10 Männern sind 5 Priester.
Quelle: religion.orf.at

14.12.2014 Der Pfarrer von Reichertshofen kehrt in seinen Dienst und an seinen Dienstort zurück. Ihm war sexueller Missbrauch vorgeworfen worden, der sich in den staatlichen Untersuchungen nicht erhärtete.
Quelle: nordbayern.de

12.12.2014 „Der Zwang zur Ehelosigkeit könnte unter manchen Umständen zu Missbrauch beigetragen haben.“ Das steht in einem Bericht einer australischen kirchlichen Wahrheitskommission, die den jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern durch Priester untersuchte.
Udo Rauchfleisch, Österreich, Psychotherapeut, spricht von einem klaren Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch. Die Leygraf-Studie in Deutschland hatte ergeben, dass 16% der priesterlichen Täter als pädosexuell bzw. ephebo"phil" eingestuft wurden. 84% der Priester-Täter begingen Kindesmissbrauch, obwohl sie nicht pädo- oder ephebophil waren. Diese Gruppe fand jedoch nicht das Interesse der Kirchenleitung, denn bei ihnen könnte sich der Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch zeigen und das ist nicht gewollt.
Quelle: orf

3.12.2014 Sexuelle Gewalt macht vor keiner Gesellschaftsschicht Halt: Bill Cosby wird von einer Kalifornierin wegen Vergewaltigung angezeigt; ein britischer Kinderarzt hat krebskranke Kinder missbraucht und wurde zu 22 Jahren Haft verurteilt. Ein katholischer Pfarrer wurde wegen des Besitzes kinderpornografischer Medien zu einer Geldstrafe verurteilt und gilt als nicht vorbestraft, wenn er die Strafe bezahlt. Der Vatikan wird entscheiden, ob er weiterhin als Priester tätig sein kann. In Großbritannien wird untersucht, ob es tatsächlich einen Pädophilenring gab, dem auch prominente Politiker, Richter und andere Personen des öffentlichen Lebens angehörten.

3.12.2014 Der frühere Nuntius in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, ist aus dem Hausarrest entlassen worden, weil die höchstzulässige Dauer überschritten ist. Der Vatikansprecher wies außerdem auf den Gesundheitszustand des Ex-Nuntius hin. Wesoloski wird sexueller Missbrauch und der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Er ist bislang einmal vom vatikanischen (weltlichen) Gericht vernommen worden.
Quelle: kipa

2.12.2014 Wer von einem Priester, Ordensmann oder einer Ordensfrau missbraucht wurde, dessen Verhältnis zur Religion und zum Glauben bleibt oft erschüttert.
Quelle: Ärztezeitung

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1.12.2014 Deborah F. Hellmann, Lisa M. Dinkelborg, Sandra Fernau (KFN): Psychosoziale Folgen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche. In dieser Untersuchung des KFN wurde ermittelt, dass 21,2 % der Missbrauchshandlungen im Kontext der Beichte geschahen (a.a.O., S. 113). Diese Verbrechen fallen kirchenrechtlich unter das "crimen sollicitationis" und müssten zur Exkommunikation des Täters führen.
Quelle: researchgate.net/

30.11.2014 Mitte November hat der Papst den Amtsverzicht des Erzbischofs von Saragossa, Manuel Urena Pastor, 69 J., angenommen. Vermutlich haben Vatikan-Untersuchungen ergeben, dass die Erzdiözese einem ehemaligen Diakon ungewöhnlich viel Gehalt gezahlt haben, insgesamt 105.000 Euro. Mutmaßlich handelte es sich um Schweigegeld, damit der Diakon nicht "mit sexuellen Bedrängungen eines Priesters" an die Öffentlichkeit gehe oder sogar Anzeige erstatte. Derr mutmaßlich übergriffige Priester soll ein enger Freund des emeritierten Erzbischofs sein.
Quelle: kath.press

26.11.2014 In Granada wurden 3 Priester und 1 Religionslehrer wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch verhaftet. Die Verhafteten gehören einer Gruppe von Geistlichen an, dem sog. "Clan der Romanones", die eine sektenähnliche Struktur haben sollen. Andere Quellen sprechen von Opus-Dei-Angehörigen. Sie sollen Treffen veranstaltet haben, bei denen es zu sexuellen Ausschweifungen gekommen sei. Ein mutmaßliches Opfer hatte den Papst informiert. Der rief zwei Mal bei dem Opfer an, das zweite Mal, weil er unzfrieden mit der Reaktion des Bistums Granadas gewesen sei. Das Bistum hatte zwar die drei hauptverdächtigen Priester aus dem Dienst entfernt, die Mitwisser aber unbehellig gelassen.
Quelle: Badische Zeitung

24.11.2014 Im September wurde der Jesuit Robert J. Geisinger von Papst Franziskus zum Kirchenanwalt ernannt. Damit ist er der vatikanische Chefankläger in Missbrauchsfällen. Er ist in der Glaubenskongregation angesiedelt. Nun stellt sich heraus, dass Geisinger nach Angaben von The Boston Globe 1995  bereits von Missbrauchsvorwürfen gegen Reverend Donald McGuire wusste, aber erst 2002 die Kirchenvertreter informierte. Weder informierte Geisinger die Öffentlichkeit noch die Polizei. Bereits in den 1960er Jahren waren Beschwerden gegen McGuire bei der Kirche eingegangen. Inzwischen ist er zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Jesuiten zahlten an 6 Opfer, die zwischen 1975 und den frühen 2000er Jahren missbraucht wurden, 19 Millionen Dollar.
Lombardi, der Vatikansprecher, sagte: "The Holy See fully expects Father Geisinger to continue to do an excellent job as Promoter of Justice, based on his prosecution record, his commitment to justice and his concern for victims."
Quelle: epochtimes

23.11.2014 Der Chefankläger des Vatikans, Robert J. Geisinger, der Verstöße gegen das Kirchenrecht u.a. im Umgang mit Missbrauchsfällen, bearbeitet, hat es selbst jahrelang versäumt, einen priesterlichen Missbrauchstäter, Rev. Donald J. McGuire, um dessen Verbrechen er lange wusste, aus dem Amt zu entfernen. Mc Guire hatte viele einflussreiche Unterstützter, u.a. Mutter Teresa von Kalkutta.
Quelle:
bostonglobe.com


22.11.2014 Der Würzburger Generalvikar Karl Hillenbrand ist gestorben. Er war an den Anliegen der Initiative GottesSuche interessiert. Wir trauern um einen Verbündeten.
Nachtrag Karsamstag, 26.3.2016: Heute wird bekannt, dass Generalvikar Hillenbrand einem hochrangigen Kollegen in seinem Bistum, gegen den es Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gab, erlaubte, dass der Beschuldigte seine Akte, die üblicherweise nicht zugänglich ist, einsehen durfte, und sie ggf. "bearbeitete". Außerdem hat Generalvikar Hillenbrand zusammen mit dem Beschuldigten beschlossen, dass die Anzeige nicht an die Staatsanwaltschaft geht. Das nenne ich eine gekonnte Irreführung.
Spiegel 26.3.2016 und
Infos aus der Printfassung des Spiegels und missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de/

21.11.2014 Das Erzbistum Saint Paul und Minneapolis erwägt den Konkurs, um die Missbrauchsopfer des Bistums entschädigen zu können. Zwei Verfahren sind abgeschlossen, 20 stehen noch an. Im Erzbistum Saint Paul wird 34 Priestern sexueller Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen, 12 der Täter sind tot, die anderen nicht mehr im Kirchendiest.
Quelle: katholisch.de

21.11.2014 In Hohenzell/Innkreis wurde ein Denkmal zu Ehren von Kardinal Hans Hermann Groer mit einem neuen Sinn versehen. Erinnert wird mit einem Relief daran, dass Kardinal Groer an diesem Ort für Ungeborene gebetet habe. Erläuternd wird die Bibel zitiert: "Wer aber einen von diesen Kleinen" (Mt 18,6).
Die Plattform österreichischer Betroffner kirchlicher Gewalt hat das Zitat vervollständigt. Vollständig heißt es nämlich: "Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem gehört, dass ihm ein Eselsmühlstein um den Hals gehängt und er versenkt wird in die Tiefen des Meeres." Damit will die Gruppe - zu Recht - darauf aufmerksam machen, dass Kardinal Groer Schülern des Jungenseminars sexuelle Gewalt angetan hat und dass dies verschwiegen bzw. geleugnet wird.
Quelle: orf

Kommentar: Der Begriff "Ärgernis geben"/
σκανdalizein umfasst ein großes Bedeutungsspektrum: "jemandem einen Stolperstein oder ein Hindernis in den Weg legen, auf dem jemand stolpern und hinfallen kann; jemanden zur Sünde verleiten; Abfall bewirken; verursachen, dass jemand beginnt zu misstrauen; jemanden verlassen, dem zu vertrauen sein sollte und dem zu gehorchen ist; von jemandem verletzt, verärgert, angegriffen werden; bei jemand anderem sehen, was ich missbillige und das mich hindert an der Anerkennung seiner Autorität; Ärgernis geben; irre machen." All das geschieht mit einem Menschen - zumal, aber nicht nur mit Kindern und Jugendlichen -, der sexuell missbraucht wird.   
21.11.2014 Amy Berg hatte in ihrem Film "Erlöse uns vom Bösen" u.a. den Ex-Priester Oliver O-Grady, der in Kalifornien viele Kinder - um die 25 nach eigener Aussage - missbrauchte und wegen des Missbrauchs von 2 Jungen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war. Nach 7 Jahren Haft wurde er 2000 nach Irland in seine Heimat abgeschoben. Zwischen 2007 und 2010 jedoch tat er in einer Rotterdamer kath. Gemeinde Dienst als "Brother Francis". 2010 ging er nach Irland zurück, vergaß jedoch auf dem Flughafen seinen Laptop mit 280.000 kinderpornografischen Dateien und Videos. Er wurde zu 3 Jahren Haft verurteilt. Im April 2014 wurde er entlassen. Nun lebt er in einer Umgebung, in der auch Kinder leben, ohne dass die Nchbarn Bescheid wissen.
Quelle: sundayworld.com
Kommentar: Wenn eine Rotterdamer Kirchengemeinde den Dienst eines Ex-Priesters akzeptiert, der notorisch Kinder sexuell missbraucht und weiterhin zumindest Kinderpornografie konsumiert, so ist zu fragen, ob die Gemeinde und das Bistum sich nicht informieren.

18.11.2014 In Spanien wurden 10 Priester wegen des Verdachtes, Kinder missbraucht zu haben, suspendiert. Vor Gericht wurde Anzeige erstattet.
Quellen: europeonline-magazine.eu und cat.elpais.com

17.11.2014 Klaus Mertes, SJ, im Interview: "Ausgrenzung hat mit Macht zu tun". Aufzeichnung vom 5.10.2014
Quelle: explizit.net

14.11.2014 Sexuellen Missbrauch gibt es überall, auch in orthodoxen jüdischen Gemeinden.
Quelle: welt.de

14.11.2014 Das belgische Bistum Brügge hat einen Priester, der 2010 wegen Missbrauchs an zwei Schülern angezeigt worden war, nach Brasilien gehen lassen. Dort arbeitet er derzeit mit Straßenkindern. Die Verbrechen waren zum Zeitpunkt der Anzeige verjährt. Der zuständige Bischof in Brasilien sei vom Bistum Brügge informiert worden.
Quelle: deredactie

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13.11.2014 Im Bistum Brügge wurde bereits im Jahr 2013 ein Priester wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Der Priester hat inzwischen gestanden. Er wurde - entgegen der Richtlinien - nicht von seinem Amt in Hooglede abgezogen. Das Bistum hatte dem Angezeigten jeglichen Umgang mit Jugendlichen untersagt. Der Angezeigte hielt sich nicht daran. Erst Anfang Nov. 2014 wurde er suspendiert. (Bischof Vangheluwe war lange Zeit Bischof von Brügge. Auch ihm wurde sexueller Missbrauch vorgeworfen.)
Zur gleichen Zeit protestierten Gläubige aus Middelkerke gegen ihren Pastor, der einschlägig aufgefallen war und seinen Dienst wieder antrat. Dem Druck des Bistums wich er nicht, nun jedoch dem Druck der Gemeinde.
Heute fand eine Anhörung eines parlamentarischen Ausschusses statt, in der sich der Bischof von Brügge, ein Kanonikus und die Bischöfe von Tournai und Antwerpen verantworten müssen.
Quelle: deredactie.be

13.11.2014 Die EKD hat Konsequenzen gezogen. 2013 noch war in einem kirchlichen Disziplinarverfahren zwar der angeklagte Oberkirchenrat gehört worden, nicht jedoch die Opfer. Inzwischen müssen auch die Opfer gehört werden. IHnen wird bei der Zeugenvernehmung und darüber hinaus ein Verfahrensbeistand gewährt, den die Kirche bezahlt. Täter, die im Ruhestand oder im Wartestand sind, können nun zurückgestuft werden.
Quelle: FR

13.11.2014 In Wien hat die Kirche die Staatsanwaltschaft über einen Missbrauchsvorwurf eines 17-Jährigen gegen einen kath. Priester informiert.
Quelle: kurier.at

13.11.2014 Doris Wagner, ehemaliges Mitglied eines katholischen Ordens, berichtet aus der "Innenperspektive", wie von Opfern sexueller Gewalt gedacht wird: "Außerdem hieß es, wir müssten nun hoffen, dass die Kirche in der Öffentlichkeit nicht ganz so schlimm angegriffen werden würde. Die Medien würden übertreiben und in Wirklichkeit sei die Zahl der Opfer vergleichsweise gering. Die Fälle lägen alle schon lange zurück und sie gingen zum großen Teil auf das Konto von Priestern, die sich durch die sexuelle Revolution hatten mitreißen lassen. Außerdem wären die meisten Fälle Übergriffe an Buben gewesen, das heißt die Täter waren homosexuell. Damit waren sie ohnehin diskreditiert und die Kirche war nicht für ihr Verhalten verantwortlich zu machen. Es waren alles nur bedauerliche Einzelfälle von untreuen Priestern.Die Opfer und deren Leid waren kein Thema. Geschweige denn die Frage, ob und wie man ihnen helfen konnte. Das Opfer war nur die Kirche, die nun von den Medien angegriffen wurde."
Quelle: epochtimes.de
Zur Mediathek - Sendung ARD

12.11.2014 Ein ehemaliger Schüler der Regensburger Domspatzen, Alexander Probst, hat einen Brief an den Papst geschrieben. Trotz Einschreibebestätigung kam dieser Brief dort nicht an. Probst sagt anlässlich des Rechenschaftsberichtes des Regensburger Missbrauchsbeauftragten: "Für unsere Seelen und unsere Herzen hätten wir uns etwas anderes erwartet." Er gehört zu fast hundert früheren Domspatzen, die mutmaßlich über Jahrzehnte missbraucht wurden. Im Rechenschaftsbericht des Missbrauchsbeauftragten tauchen sie nicht auf.
Quelle: Süddeutsche

12.11.2014 Der chilenische Geistliche John O., 68 J., der großen Einfluss in Wirtschaft und Politik hatte und den Legionären Christi angehört, wurde wegen des drei Jahre andauernden Missbrauchs eines kleinen Mädchens verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 10 Jahre Gefängnis gefordert. Das ergangene Urteil lautet auf 4 Jahre Schutzaufsicht und ein lebenslängliches Verbot eines öffentlichen Postens mit Verantwortung. Auch der berufliche Umgang mit Kindern wurde ihm verboten.
Quelle: derstandard.at

11.11.2014 Bei der Glaubenskongregation wurde eine Stelle eingerichtet, die die Untersuchung von Missbrauchsfällen und schweren Delikten (delicta graviora) durch Kleriker beschleunigen soll. Das Gremium soll Einsprüche gegen Entscheidungen der Kongregation bearbeiten. Durchschnittlich gibt es monatlich 4-5 Einsprüche. Einsprüche von Kardinälen werden weiterhin in der Kardinalssitzung der Glaubenskongregation behandelt. Von einer Kommission, die Einsprüche von kirchl. Missbrauchsopfern bearbeitet, ist nichts bekannt.

11.11.2014 Das "Netzwerk Missbrauch" (Rete L'abuso, Italien) stellt fest, dass es zwar gute Worte für Missbrauchsopfer gebe, aber kaum Taten.
Quelle: Rete L'Abuso

11.11.2014 Das Netzwerk B. schreibt einen Offenen Brief an den Bundesjustizminister, der die Möglichkeit von Opfern, gegen sexuellen Missbrauch strafrechtlich vorzugehen, nur bis zum 30. Lebensjahr vorsieht. Morgen wird der Bundestag darüber entscheiden.
Quelle: Netzwerk B 

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11.11.2014 Im Bistum Regensburg erhielten 30 Opfer seit 2011 Geldzahlungen. Der Missbrauchsbeauftragte erhielt die Zahlen vom Bistum vorgelegt. Er geht davon aus, dass sich nur eine Minderzahl von Opfern gemeldet haben. Unbekannt ist, ob die 30 Opfer, die Geldzahlungen erhielten, zu den 2011 bekannten 78 (77?) Opfern hinzukommen oder 2011 bereits bekannt waren. Wie viele Anträge gestellt wurden, geht aus dem Bericht des Missbrauchsbeauftragten auch nicht hervor. Seit 1945 soll es 13 Geistliche gegeben haben, die wegen sexueller Straftaten an Minderjährigen verurteilt wurden.
 Quellen: Mittelbayerische, Bistum Regensburg, regensburg-digital
vgl. auch: Spiegel 20.3.2001 und Berliner Zeitung, 22.3.2001
Kommentar: Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass es im Bistum Regensburg nicht als sexueller Missbrauch gewertet wird, wenn "ein erwachsener Mann den Kopf eines Kindes zwischen die Beine nimmt, stöhnend seinen Penis am Genick des Kindes reibt, während er ihm gleichzeitig auf den nackten Hintern schlägt. Das Stöhnen könne nämlich von der Anstrengung beim Verprügeln kommen."

10.11.2014 Der Papst hat einen australischen Priester laisiert, der 2011 wegen sexuellen Missbrauchs von vier Jugendlichen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war.
Quelle: Radio Vatikan

9.11.2014 Im Bistum Würzburg wurde ein Priester von seinen Tätigkeiten entbunden. Ihm wird eine sexualbezogene Grenzüberschreitung gegenüber einer minderjährigen Person vorgeworfen.
Quelle: radiogong.com

8.11.2014 Der geistlichen Gemeinschaft "Das Werk" wird von AussteigerInnen vorgeworfen, dass sie Kontakte der Mitglieder nach außen kontrollieren bzw. unterbinden und dass Frauen, die sexuell missbraucht wurden, als Beteiligte an ihrem Missbrauch angesehen werden. Ein Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde und der ihn später auch gestand, sei an eine zentrale Stelle im Vatikan versetzt worden.
Quellen: orf und vorarlberg.orf + Die Zeit (20.4.2014)

7.11.2014 Die Erzdiözese Chicago hat Tausende interne Dokumente zum Thema sexueller Missbrauch durch Priester zugänglich gemacht. Die Dokumente zeigen, wie die Erzdiözese Chicago die Verbrechen vertuschte, indem sie u.a. Priester-Täter versetze. Anwälte von Opfern zeigen sich zufrieden mit der Veröffentlichung der Dokumente, sagen aber, sie reichten nicht aus.
Quelle: ORF


6.11.2014 Der österreichische Oberste Gerichtshof hat die Nichtigkeitsbeschwerde eines Ex-Paters von Stift Kremsmünster zurückgewiesen. Der Pater wurde wegen sexueller und sonstiger Gewalt gegen 24 Schüler verurteilt.
Quelle: orf


4.11.2014 Am 9.1.2015 beginnt der Prozess gegen Pfarrer K., Bistum Aachen.
Quelle: wz-newsline.de

2.11.2014 Bischof David Hope, England, tritt von seinem geistlichen Amt zurück. Als Bischof von York soll er Vorwürfe gegen den ehemaligen Dekan von Manchester wegen Kindesmissbrauch nicht an die Polizei weitergeleitet haben. Hope ist ehemaliger Primas der Anglikan. Kirche von England.
Quelle: kath.web

1.11.2014 So geht Geschichtsklitterung im Dienste des Ansehens der kath. Kirche. Radio Vatikan schreibt heute:
"Der Heilige Stuhl hat die überarbeiteten Regeln der „Legionäre Christi“ approbiert. Das teilt der neue Generaldirektor der Gemeinschaft, Pater Eduardo Robles-Gil, mit. Die Ordenskongregation des Vatikans gab danach schon am 16. Oktober ihr Plazet zu den „Konstitutionen“. Das ist ein wichtiger Schritt der „Legionäre“ in ihrem Genesungsprozess; die in Mexiko entstandene Gemeinschaft war ins Trudeln geraten, als kurz nach dem Tod ihres Gründers Marcial Maciel 2008 Einzelheiten seines skandalträchtigen Lebens, darunter auch sexuelle Missbrauchsfälle, bekannt wurden."
Tatsache hingegen ist: Bereits 1956 wandten sich 5 mexikanische Bischöfe an Rom und klagen Marcial Maciel der Päderastie und des Drogenkonsums an. Maciel wurde für 2 Jahre seiner Ämter enthoben. 1997 berichteten 8 ehemalige Legionäre Christi - heute Professoren oder Diözesanpriester -, dass sie von Marcial missbraucht wurden.
Am 30.11.2004 empfing Papst Johannes Paul II. Marcial. Im Januar 2005 leitete Kardinal Ratzinger eine Untersuchung ein, mit der Msgr. Scicluna beauftragt wurde. Am 26.5. 2006 empfahl Papst Benedikt XVI. Marcial, ein Leben der Buße und des Gebetes. Von Verbrechen war keine Rede, von den Opfern auch nicht. Im Januar 2008 starb Maciel - in den USA, nicht etwa am Ort seiner Buße. Die Missbrauchsverbrechen des Ordensgründers wurden also nicht erst 2008 nach seinem Tod bekannt - sie waren seit 1956 bekannt und Einzelheiten spätestens seit 1997.

29.10.2014 Im Bistum Triest hat ein kath. Priester Selbstmord begangen. Er hat den sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens gestanden und sollte suspendiert werden. Das Bistum Triest bittet die Gläubigen um das Gebet für den Priester. Von einem Gebet für das Opfer ist keine Rede.
Quelle: orf

29.10.2014 Bewerbungsschluss für den Betroffenenrat des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs ist der 21.11.2014.

27.10.2014 Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hat sich bei einer Mutter für den sexuellen Missbrauch ihrer drei Söhne an einer kirchlichen Schule entschuldigt.
Quelle: evangelisch.de

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27.10.2014 Die Ärztin Luisa Bonello sprach 6 Tage vor ihrem Tod von "Omertà", dem Schweigen, das in Italiens katholischer Kirche herrscht. Sie beklagte, dass in 8 Monaten nichts geschehen sei. Der für das Bistum Savona zuständige Bischof Lupi sagte: „Ich habe nicht die Absicht, zu den Lügen Stellung zu nehmen, die von einer Frau verbreitet werden, die Rache im Sinn hat. Einer rachsüchtigen Person, die aufgrund ihrer Entfernung aus dem Eucharistischen Ministerium Lügen gegen unsere Kirche verbreitet.“
Bei ihrem Gespräch mit Papst Franziskus hatte sie ein Dossier dabei, das u.a. einen Briefverkehr zw. Joseph Ratzinger und den Savoneser Bischöfen dokumentierte, der die Anweisungen enthielt, die Vorfälle zu vertuschen.
Quelle: netzfrauen

25.10.2014 Im italienischen Bistum Albenga-Imperia häufen sich die Skandale: Der Bischof verteidigt einen Missbrauchstäter, ein Priester stellt Nacktfotos von sich ins Internet und arbeitet als Barmann in einer Bar, in der Partys mit minderjährigen Prostituierten stattgefunden haben sollen; einer belästigt junge Mädchen sexuell... Die Ärztin Luisa Bonello hat den Missbrauch an einigen ihrer Patienten angezeigt und sprach auch mit dem Papst. Bei ihrer Rückkehr wurde sie von Bistumsmitarbeitern diskreditiert. Inzwischen wurde sie tot aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Anstiftung zum Suizid.
Quelle: sueddeutsche.de

24.10.2014 Vinnie Nauheimer: 40 Thesen gegen sexuellen Missbrauch durch katholische Priester
Quelle: renegadecatholic.com

22.10.2014 Die Staatsanwaltschaft Warschau hat Anklage gegen den polnischen Missionar P. Wojciech G., Michaelit, erhoben. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2009 und 2013 sechs Minderjährige in der Dominikanischen Republik und 2 Minderjährige von 2000 - 2001 in Polen missbraucht zu haben. Auch der Besitz von kinderpornografischem Material wird ihm angelastet.
Quelle: orf

21.10.2014 Deborah F. Hellmann: KFN - Forschungsbericht NR. 122:  Repräsentativbefragung zu Viktimisierungserfahrungen in Deutschland, 2014

20.10.2014 Der Unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs ruft dazu auf, sich für den Betroffenenbeirat zu melden. Mehr Infos hier.

17.10.2014 Menschenrechtsvertreter fordern im Verfahren gegen den Ex-Nuntius Wesolowski, dass eine Kommission gebildet werde, die das Land während der Gerichtsverhandlung im Vatikan vertritt. Ziel sei es, die Familien der Missbrauchsopfer zu repräsentieren und zu unterstützen. - Das wäre eigentlich Aufgabe der vatikan. Kinderschutzkommission gewesen.
Quelle: Radio Vatican

16.10.2014 Der aus dem Fernsehen bekannte chilenische Geistliche John O'Reilly, Angehöriger des Ordens der Legionäre Christi, wurde wegen Kindesmissbrauch an einem 7-jährigen Mädchen schuldig gesprochen. Er beteuert seine Unschuld. Die sexuelle Belästigung der älteren Schwester konnte ihm nicht nachgewiesen werden. O'Reilly gehört zu den Verteidigern von Marcial Maciel Degollado, dem Ordensgründer.
Quelle: orf

14.10.2014 Kirsten Fehrs, Beschöfin der Nordkirche, stellt einen Bericht zu den Missbrauchsfällen in der ehemaligen Nordelbischen Kirche vor. Eine unabhängige Kommission aus zwei Juristinnen und zwei Pädagogen haben 155 Empfehlungen für die Nordkirche ausgesprochen. Welche davon umgesetzt werden, wird eine Arbeitsgruppe entscheiden. Ursula Enders, Köln, berichtete, dass 2013 die Eltern eines Kindes, das in einer kirchlichen Kita in Hamburg-Schnelsen missbraucht worden war, keine adäquate Hilfe erhielten. Sie seien zu Adressen geschickt worden, die dann aber mangels Kapazität keine Unterstützung leisten konnten. Durch Fehler bei der Aufarbeitung seien neue Konflikte entstanden.
Quelle: taz

12.10.2014 Im Bistum Essen gab es seit 1950 insgesamt 56 Täter (darunter 19 Ordensleute, vermutlich überwiegend aus dem Sales-Haus) und 159 Hinweise. (Ob die Hinweise identisch mit Opfern sind, ist nicht zu entnehmen. Bislang wurden mehr als 99 Opfer benannt.)
Quelle: der westen

8.10.2014 Regina Ammicht Quinn und die Internationale Zeitschrift für Theologie, Concilium, erhalten den Herbert-Haag-Preis 2015.
Quelle: kipa-apic.ch

6.10.2014 Zahlungen der Bischofskonferenz "in Anerkennung des Leides..." sind nicht pfändbar.
Quelle: juris.bundesgerichtshof.de

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4.10.2014 Papst Franziskus habe pädophilen Priestern - unabhängig von ihrem kirchlichen Rang - den Krieg erklärt, sagen Beobachter. Aber es bleibt die Frage, ob der Papst nicht eine "passive Verteidigungshaltung mit medienwirksamen Reflexen im letzten Moment" einnehme. So wird von den Leitlinien der Glaubenskongregation gefordert, dass Verdächtige bei der jeweiligen Landesjustiz anzuzeigen sind. Der Ex-Nuntius-Wesolowski jedoch wurde nach Rom beordert, ohne dass die Justiz in Santo Domingo durch die Kirche informiert wurde. Wesolowski war ca 1 Jahr in Freiheit - er hatte Zeit, Beweise zu vernichten - und tat dies wohl auch. Masalles, Weihbischof von Santo Domingo, traf Wesolowski bei einem Spaziergang in der röm. Innenstadt und kommentierte die Begegnung: "Das Schweigen der Kirche hat das Volk Gottes verletzt." 
Die Opfer Wesolowskis werden in Santo Domingo jedenfalls noch lange auf Gerechtigkeit warten müssen.
Quelle: zeit.de

2.10.2014 In Luxemburg hat sich ein kath. Priester wegen sexuellem Missbrauch selbst angezeigt.
Quelle: volksfreund.de

2.10.2014 Der Film "Die Auserwählten" (Odenwaldschule) ist in der Mediathek der ARD noch 6 Tage zu sehen. Wer Trigger fürchtet, sollte überlegen, ob er ihn anschauen will. Die Hauptfigur des Films - eine Lehrerin, die den Kindern zuhörte und glaubte - gab es in Wirklichkeit nicht. Andreas Huckele ("Wie laut soll ich denn noch schreien!?) sagt: "Im Kollegium der Odenwaldschule gab es niemanden, der uns helfen wollte."
Die anschließende Diskussion mit Anne Will ist hier nachzusehen.
Bemerkenswert: Adrian Koerfer weist darauf hin, dass sich inzwischen vermehrt Mädchen als Opfer in der Odenwaldschule outen. Das dürfte in der kath. Kirche ähnlich sein: In der Diskussion seit 2010 haben sich Jungen/Männer als Opfer zu erkennen gegeben. Mädchen/Frauen kommen seither in der Diskussion nur wenig vor. Und von den Heimkindern spricht sowieso kaum jemand.


1.10.2014 Der Vatikan ermittelt gegen Bischof Robert Finn von der Diözese Kansas City-Saint Joseph. Ihm wird vorgeworfen, Fälle von sexuellem Missbrauch nicht gemeldet zu haben. In den USA stand er deswegen bereits vor Gericht.
Quelle: mobileapps.tt.com
Kommentar: Wenn der Vatikan gegen alle Bischöfe ermittelt, die Missbrauchsfälle nicht den staatlichen oder kirchlichen Stellen gemeldet haben, wird es viel zu tun geben.

1.10.2014 Im Stift Göttweig wurde ein Benediktinermönch suspendiert von der Pfarreiseelsorge. Er habe über Twitter zweideutige Tweets geschickt, die Saufgelage und Stricherdienste verherrlichten.
Quelle: orf.at

30.9.2014 Kardinal Lehmann, Mainz, verbreitet nach wie vor die These von den "wenigen Tätern" unter den Priestern. "Es fing nach der Jahrtausendwende an mit einigen Fällen des sexuellen Missbrauchs. Ein Jahrzehnt später wurde von diesen Vergehen noch mehr aufgedeckt, auch wenn es relativ wenige Täter waren. Aber jeder ist einer zu viel... Wir durften uns nicht viel beklagen, denn die Ursache für die harte Kritik lag bei uns selbst. Wenn die Angriffe pauschal gegen die Kirche und die Bischöfe im Ganzen gerichtet wurden, war es dennoch nicht so einfach, diese Angriffe zu ertragen, wenn man selbst überhaupt nicht beteiligt und verantwortlich war. ...Vieles ist aufgearbeitet worden, wie z.B. Gespräche mit Betroffenen, Wiedergutmachung in vieler Hinsicht und zahlreiche Präventionsmaßnahmen, um nur an den sexuellen Missbrauch anzuknüpfen. Wir haben zehntausende Menschen, die vom Kindergarten bis zur Jugendarbeit täglich auf allen Ebenen Kinder und Jugendliche begleiten, denen man nichts vorwerfen kann. Auch dies gehört zur Wahrheit."
Quelle: Bistumszeitung Mainz
Zur Erinnerung: Im Bistum Mainz gab es bis zum 20.3.2012 29 Anträge auf "Geldzahlungen in Anerkennung usw.",  25 mal wurden Zahlungen bewilligt. Anzunehmen ist, dass auch Kardinal Lehmann in seiner Funktion als Bischof von Mainz (seit 1983 bis heute) über den Umgang mit Tätern unter den Priestern zu entscheiden hatte und hat.   

30.9.2014 Der frühere Nuntius Wesolowski soll die Kinder, die er missbrauchte, nicht nur mit Geld, sondern auch mit Medikamenten für ihre nächsten Verwandten entlohnt haben. Medikamente sind in Santo Domingo sehr teuer. Wesolowski wird nach dem Strafrecht des Vatikans verurteilt, das bis zum 1.9.2013 galt. Es sieht eine Haftstrafe vor, die nur halb so hoch ist, wie dies in der seit dem 1.9.2013 geltenden Regelung vorgesehen ist.
Die Glaubenskongregation ermittelt außerdem gegen den chilenischen Bischof Marco Antonio Ordenes, dem sexueller Missbrauch von zwei Minderjährigen vorgeworfen wird, und gegen den Peruaner Gabino Miranda Melgarejo, dem ebenfalls Kindesmissbrauch vorgeworfen wird.
Am 12.9. 2014 bereits mussten sich Erzbischof Marian Golebiewski und Kardinal Kazimierz Nycz vor der Glaubenskongregation rechtfertigen. Ihnen wird vorgeworfen, Fälle pädophiler Geistlicher bewusst verschwiegen zu haben. Derzeit geht die Glaubenskongregation mehr als 100 Hinweisen auf pädophile Geistliche aus Polen nach.
Quelle: Stuttgarter Nachrichten

27.9.2014 Im Jahr 2013 wurden 600 kath. Priester im Vatikan wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt.
Quelle: Radio Vatikan

27.9.2014 Die vatikanischen Ermittlungen gegen den ehemaligen Erzubischof Wesolowski wegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie kommentiert der Sprecher der Bischofskonfernez, Matthias Kopp, nicht. Das sei eine rein vatikanische Angelegenheit.
Inzwischen scheint unklar, was bei der Vorstellung des Forschungsprojektes klar zu sein schien: Welche 9 Bistümer die Akten von 1945 bis heute und welche 18 Bistümer die Akten seit 2000 zur Verfügung stellen.
'Man wolle jetzt zunächst mit den qualitativen Interviews mit Opfern und Tätern beginnen, um auf diesem Weg mehr über die Täterstrategien zu erfahren. Danach könne man gezielter nach Akten forschen', sagte der Sprecher der Bischofskonferenz.
Die qualitativen Interviews mit Opfern sollten - entsprechend der vorgelegten Planung (S. 4) - seit Mai 2014 gemacht werden. Von dem geplanten Aufruf zur Teilnahme (a.a.O. S. 12) an dem Studienprojekt ist m.W. bislang nichts öffentlich bekannt geworden.
Quelle: tagesspiegel

26.9.2014 Die Opfer, die im Homburger Internat "Johanneum" sexuell missbraucht wurden, beklagen, dass Orden (Hiltruper Missionare) und Schule sich nicht mehr mit dem Thema beschäftigen wollen: "Die Missbrauchsfälle am Johanneum sind, soweit es die Seite des Ordens angeht, aufgearbeitet."
Quelle: deutschlandradio

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26.9.2014 Der ehemalige Erzbischof Wesolowski hatte mehr als 100.000 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt auf seinem privaten Computer. Weitere 40.000 habe er gelöscht. Die Dateien wurden z.T. aus dem Internet heruntergeladen. Zum Teil wurden auch 13-17jährige Opfer des Erzbischofs gezeigt, die nackt posierten oder beim Geschlechtsverkehr untereinander und mit Erwachsenen gefilmt wurden.
Die Untersuchungen des Vatikanstaates werden auch auf frühere Dienstorte des Nuntius (Bolivien, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan, Afrika, Costa Rica, Japan, Schweiz, Indien Dänemark) ausgedehnt. Außerdem wird nach Komplizen gesucht.
Quelle: tagesspiegel.de

25.9.2014 Papst Franziskus hat Bischof Rogelio Ricardo Livieres Plano, Paraguay, des Amtes enthoben. Der Bischof hatte einen Priester, Carlos Urrutigoity, zum Weihbischof gemacht trotz der Warnung der nordamerikanischen Bischöfe. Urrutigoity war in den USA des sexuellen Missbrauchs junger Seminaristen überführt worden. Seine Diözese Scranton/Pennsylvania, hatte 400.000 Dollar wegen Körperverletzung gezahlt. Als Bischof Livieres Plano mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, bezichtigte er seinen Vorgesetzten Erzbischof von Asuncion der praktizierten Homosexualität. Plano berichtete, Urritigoity sei ihm von hochrangigen Vatikanklerikern, u.a. dem damaligen Kardinal Ratzinger, empfohlen worden.
Quelle: tagesspiegel

24.9.2014 Der Vatikan hat den ehemaligen Erzbischof Wesolowski festnehmen lassen und - wegen seines Gesundheitszustandes - unter Hausarrest gestellt. Es habe Fluchtgefahr bestanden. Wesolowski wird sexuelle Gewalt gegen Kinder/Jugendliche vorgeworfen.
Quelle: zeit.de

19.9.2014 Helmut Jacob hat seinen blog eingestellt. Einem aufrechten Mitmenschen, der unermüdlich für diejenigen kämpfte, die - auch von den Kirchen - "vergessen" wurden, ein herzlicher Dank! Es gibt eine Gruppe, die sein Engagement mit Sicherheit nicht vergessen wird: Diejenigen unter den Heimkindern, denen er eine Stimme gegeben hat und die - von ihm ermutigt - sprechen konnten.

17.9.2014 Im Stift Kremsmünster wurde eine Gedenktafel für die etwa 40 Opfer sexueller Gewalt durch ca 10 Patres - unter ihnen der Konviktsdirektor - und 4 weltliche Lehrer aufgestellt.
Quelle: orf

16.9.2914 Die zivilrechtliche Klage eines ehemaligen Zöglings gegen zwei Patres des Admonter Stiftes wird neu aufgerollt. Gegen den Richter stellte der Anwalt des Klägers einen Befangenheitsantrag, der noch geprüft werden muss. Der Richter hatte sich noch vor Abschluss der Beweisaufnahme der Einlassung der Patres angeschlossen, dass sie in Admont keine Freizeit gehabt hätten. Damit wäre dann nicht mehr das Kloster zuständig, sondern die staatliche Schulaufsichtsbehörde.
Quelle: kleinezeitung

13.9.2014 Das Bistum Münster hat an 111 Opfer sexueller Gewalt ca 700.000 Euro gezahl.
Quelle: azonline.de

12.9.2014 Hedwig Herrath Beckmann hat über ihre Kindheit und Jugend in einem Elternhaus, das von Sucht und Armut dominiert war, und über ihre Erfahrungen auf der Marienburg in Coesfeld, wo Nonnen sie mit brachialen Erziehungsmethoden quälten, ein Buch geschrieben. Titel "Hilifi – Gottes vermaledeite Brut"
Quelle: bistummuenster.de


11.9.2014 In Frankreich wurde ein 40jähriger katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs von 4 Jungen zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Verurteilte war u.a. Kaplan bei der katholischen Pfadfinderschaft Europas.
Quelle: de.radiovaticana.va

11.9.2014 Ein früherer Pfarrer von Unterthürheim soll Anfang der 1980-er Jahre einen Jungen missbraucht haben. Im Juni 2013 wurde er vom Bistum Augsburg beurlaubt, im Februar 2014 wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. Das kirchl. Verfahren liegt bei der Glaubenskongregation in Rom.
Quelle: stadtzeitung.de

10.9.2014 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, J.-W. Rörig, weist darauf hin, dass der Schutz von SchülerInnen vor sexueller Gewalt noch nicht ausreicht. Mängel bestehen vor allem in der Beratung und der Unterstützung der Akut-Betroffenen und der Erwachsenen-Betroffenen. Beratungsstellen seien unterfinanziert und unterbesetzt.
Quelle: domradio.de

9.9.2014 Ursula Enders bemängelt die unzureichende Hilfe für kindliche und jugendliche Opfer sexuellen Missbrauchs. Sexuelle Gewalt, die durch Gleichaltrige angewandt werde, werde zu wenig gesehen. Und über den Anstrengungen zu Prävention und der Bearbeitung der "Altfälle" werde übersehen, dass es auch heute "Fälle" gibt. Sie wies darauf hin, dass die Sorge um die Opfer in der evangelischen Kirche durch ihre nicht-hierarchischen Strukturen erschwert werde. Neben den bestehenden Systemen müsse es eine unabhängige, vertrauenswürdige, neutrale und finanziell ausreichend ausgestattete Kompetenzgruppe geben, die mit und für die Betroffenen und ihre Familien arbeitet.
Quelle: ekagger

8.9.2014 Der Papst hat das altersbedingte Rücktrittsgesuch des irischen Kardinals Sean Brady angenommen. Brady hatte als Priester an einem Treffen mit 2 Opfern teilgenommen, die sich zum Schweigen verpflichteten.
Quelle: rp-online.de

5.9.2014 Klaus Mertes sagt, die Kirche müsse vor Gewalt schützen und nicht die Institution Kirche vor den Betroffenen der Gewalt. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Quelle: kathpress

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5.9.2014 Bischof Bonny, Antwerpen, nimmt im Vorfeld der Bischofssynode Stellung zur Kluft zwischen dem Lehramt und dem Leben der Gläubigen: "Die Bischofssynode über die Familie. Erwartungen eines Diözesanbischofs". Das sind deutliche Worte, theologisch solide untermauert - und hilfreich. Ob sie auf der Bischofssynode gehört werden, bleibt abzuwarten, denn sie dürften nicht die Mehrheitsmeinung der dort vertretenen Bischöfe darstellen.


4.9.2014 Bischof Dr. Ackermann ist der Ansicht, dass es "sicher gut" sei, die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester stärker an der nun begonnenen Forschung zur Aufarbeitung und beim weiteren Ausbau der Präventionsbemühungen der Kirche zu beteiligen. Er meint, die Opfer seien in besonderem Maß Experten, die "es ernst zu nehmen gilt". Ackermann beklagte, dass viele Menschen daran zweifelten, dass die Kirche dazugelernt habe. In Fachkreisen, in der Politik und bei Experten habe sich die Kirche jedoch ein "gutes Standing" erarbeitet. Ob die Kirche auch bei den Opfern ein gutes Standing erreicht hat, erwähnt Bischof Ackermann nicht. Dabei wären sie es, die als Experten am besten beurteilen könnten, ob kirchliche Maßnahmen ihnen eine Hilfe waren oder nicht.
Quelle: katholisch.de


28.8.2014 Im Mäuseversuch war es möglich, durch einen Lichtstrahl (Optogenetik) schlechte Erinnerungen in positive Erinnerungen umzuwandeln. Die Forscher entdeckten ein Netzwerk von Nervenzellen, das für die Verknüpfung von Erinnerungen mit Gefühlen verantwortlich ist. Sie versuchen, katastrophale Ereigenisse mit positiven Gefühlen zu verknüpfen und hoffen, damit auch traumatisierten Patienten zu helfen.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de


Notschrei - Gotthard Fuchs in CiG

26.8.2014 In einem Zeitraum von 16 Jahren wurden in der englischen Stadt Rotherham etwa 1400 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Die Behörden haben die Anzeigen der Kinder/Jugendlichen nicht ernst genommen.
Quelle: Spiegel
Originalbericht hier

25.8.2014 In Polen sollen 4 Beratungszentren für Opfer sexueller Gewalt durch katholische Priester entstehen, haben die Bischöfe Polens beschlossen.
Quelle: orf

23.8.2014 Kardinal Pell, früher Australien, jetzt Rom, ist der Ansicht, dass die Kirche keine Verantwortung für die Vergehen (d.h. Verbrechen!) von kath. Priestern, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen, hat. Auch Speditionsunternehmen hätten schließlich keine Verwantwortung für die Vergehen ihrer Mitarbeiter.
Quelle: taz.de

22.8.2014 Einem Chefarzt eines Bamberger Klinikums wurde gekündigt. Ihm wird sexueller Missbrauch und Vergewaltigung vorgeworfen.
Quelle: Spiegel


22.8.2014 Die Grünen haben eine Hotline geschaltet: donnerstags 18-20 Uhr. Tel. Nr. 030/28442-197

22.8.2014 Wer als ehemaliges Heimkind Geld für Sachleistungen aus dem Opferhilfefonds haben möchte, muss sich beeilen. Und er muss bereit sein, demütigende Prozeduren über sich ergehen zu lassen.
Quelle: Süddeutsche

20.8.2014 Auf einer Lesung des Buches "Der Pfarrer und die Detektive" von Johannes Heibel hat sich ein verurteilter Priester als Opfer dargestellt. Dem später Verurteilten hatte der Pater, der im Auftrag des Bistums für die Prüfung des Falles verantwortlich war, geschrieben: "Bitte versuche, möglichst die Finger von Jugendlichen und Kindern wegzuhalten. Du denkst nichts Böses, wenn du da eine vernünftige Zurückhaltung außer Acht lässt, aber andere legen es dir sofort zum Bösen aus …" 
Quelle: main-netz

17.8.2014 Buchbesprechung von Johannes Heibel "Der Pfarrer und die Detektive" in "Diesseits von Eden", WDR 5

8.8.2014 Ursula Raue, Missbrauchsbeauftragte des Aloisiuskollegs in Bonn, wurde aus ihrer Aufgabe vom Orden der Jesuiten verabschiedet.
Quelle: General-Anzeiger

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7.8.2014 Johannes Heibel ("Der Pfarrer und die Detektive") bat das Bistum Aachen, mit Pfarrer Georg K. zu sprechen und auf ihn einzuwirken, ein Geständnis zu machen - das erspart den Opfern erneute Belastungen.
Quelle: wz-newsline

7.8.2014 Im Bistum Aachen muss sich ein Kaplan wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie vor Gericht verantworten.
Quelle: www.welt.de

30.7.2014 Nachdem Detlev Zander über seine Gewalterfahrungen im Kinderheim der Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal-Münchingen öffentlich berichtete, sprechen zunehmend mehr Opfer von ihren Erfahrungen. Sie haben inzwischen die "Initiative Opferhilfe Korntal" gegründet.
Quelle: swr.de

30.7.2014 Pfarrer Georg K. wurde von Südafrika nach Deutschland ausgeliefert. Hier erwartet ihn ein Prozess wegen vielfachen sexuellen Missbrauchs. Seit 2008 stand er in Südafrika wegen sexuellen Missbrauchs von Kommunionkindern vor Gericht. Das Verfahren wurde 2014 eingestellt - auch, weil K. sich in Krefeld wegen deutlich schwerer Verbrechen verantworten muss und weil Ermittlungsakten einfach so verschwanden. Die in Deutschland erhobenen Vorwürfe waren dem Bistum Aachen seit 2003 bekannt, wurden jedoch nicht ernst genommen. Zu dieser Zeit waren die ersten Missbrauchsrichtlinien der DBK bereits seit einem Jahr in Kraft. Dort hieß es: "Jede Anzeige oder Verdachtsäußerung wird umgehend geprüft. Unmittelbar nach Kenntnisnahme eines Verdachts oder eines Vergehens leitet der Beauftragte die Prüfung ein. Er führt mit dem Verdächtigten ein Gespräch, zu dem er einen Juristen hinzuzieht. Über das Gespräch wird ein Protokoll angefertigt, das von den Beteiligten zu unterzeichnen ist. Mit dem (mutmaßlichen) Opfer bzw. seinen Erziehungsberechtigten wird umgehend Kontakt aufgenommen. Aufgrund der protokollierten Tatbestände wird beurteilt und festgestellt, wie den Betroffenen am besten zu helfen ist und weiter vorgegangen werden muss. Die Fürsorge der Kirche gilt zuerst dem Opfer. Dem Schutz des Opfers vor weiterem Missbrauch oder öffentlicher Preisgabe von Informationen wird besondere Sorgfalt gewidmet. Auch dem Verdächtigten gegenüber bleibt die Pflicht zur Fürsorge. Er steht bis zum Erweis des Gegenteils unter Unschuldsvermutung."
Quelle: wz-newsline.de/

28.7.2014 Bischof Rogelio Livieres Plano der Diözese Ciudad del Este, Paraguay, wurde suspendiert. Hintergrund könnten Konflikte um die Ausrichtung der Priesterausbildung sein. Bischof Rogelio Livieres Plano gehört dem Opus Dei an und verfolgt eine sehr konservative Linie. Der Bischofskonferenz war er wiederholt ferngeblieben; seinem Kollegen, dem Erzbischof von Asuncion, hatte er öffentlich Homosexualität vorgeworfen; den Geistlichen in der Hauptstadt wirft er Nähe zur Befreiungstheologie vor. Ob sein Einsatz für den des Missbrauchs verdächtigen Generalvikar eine Rolle bei der Suspendierung spielt, ist unbekannt.
Quelle: kathpress.co.at

28.7.2014 Dem Generalvikar der Diözese Ciudad del Este in Paraguay, Fr. Carlos Urrutigoity, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen, den er in der Zeit zwischen den späten 1990er Jahren und 2002 in den USA in der inzwischen geschlossenen St. Gregory Academy begangen haben soll. Der Bischof Rogelio Livieres der Diözese Ciudad del Este, Opus Dei-Mitglied, Paraguay, habe den Beschuldigten trotz der Warnungen des Bistums Scranton, USA, inkardiniert.
Quelle: catholicnewsagency.com

28.7.2014 Das Bistum Trier hat die Beurlaubung des ehemaligen Pfarrers von Lebach aufgehoben mit der Begründung, die Staatsanwaltschaft habe das Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen im März 2014 eingestellt. Auch kirchenrechtlich sei dem Priester "kein strafrechtlich relevantes Vergehen im Sinne der Leitlinien der DBK für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger " nachgewiesen worden. Der inzwischen im Ruhestand befindliche Pfarrer ist bereit, Aushilfen und Vertretungen zu übernehmen. Mit Bischof Ackermann wurde verabredet, dass der Pfarrer sich von der Pfarreiengemeinschaft Lebach fernhalten soll, "um vor Ort nach den für alle Beteiligten belastenden Monaten eine ungestörte pastorale Arbeit zu ermöglichen".
Quelle: Volksfreund
Kommentar:
Der Pfarrer hatte einem 15-Jährigen Geld für Sex angeboten, der Jugendliche hatte das Geld genommen, ohne die erwartete Dienstleistung zu liefern. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hatte das Verfahren gegen eine Geldauflage von 6000 Euro eingestellt. Diesen Hintergrund jedoch berichtet das Bistum Trier nicht und erweckt damit den Eindruck, dass dem Pfarrer weder von der Staatsanwaltschaft noch von der Kirche - die ja, wie immer betont wird, viel strengere Vorschriften als der Staat habe - irgendetwas vorzuwerfen sei. Ob das nun eine Mentalreservation oder eine Lüge ist, möge der Leser entscheiden.
Nebenbei: Die gültigen Leitlinien der DBK werden vom zuständigen BIschof, der zugleich Missbrauchsbeauftagter der DBK ist, auch nicht eingehalten. Dort heißt es zur Definition sexueller Gewalt: "Zusätzlich finden sie [die Leitlinien] unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalls Anwendung bei Handlungen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit, die im pastoralen oder erzieherischen sowie im betreuenden oder pflegerischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen eine Grenzverletzung oder einen sonstigen sexuellen Übergriff darstellen. Sie betreffen alle Verhaltens- und Umgangsweisen mit sexuellem Bezug gegenüber Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen, die mit vermeintlicher Einwilligung, ohne Einwilligung oder gegen den ausdrücklichen Willen erfolgen. Dies umfasst auch alle Handlungen zur Vorbereitung [sic!], Durchführung und Geheimhaltung sexualisierter Gewalt."
Wer einem Minderjährigen Geld gibt und dafür sexuelle Handlungen erwartet, missachtet also nicht die Würde eines Kindes/Jugendlichen?! Da ist nur ein Kommentar möglich: Die Würde von Kindern und Jugendlichen ist im Bistum Trier jedenfalls nicht gut aufgehoben. Und: "Pastorale Arbeit" verliert unter solchen Bedingungen jegliche Glaubwürdigkeit.

25.7.2014 In der kath. Kirche von England und Wales wurden 52 kath. Priester laisiert seit 2001. 2012 gab es 59 Anzeigen, 2013 waren es 81 Anzeigen. Zwischen 2003 und Ende 2013 gab es ca 448 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs. Ende 2013 waren 384 Priester und kirchliche Mitarbeiter unter Einschränkungen in der Kirche tätig. Der kath. Kirche von England und Wales gehören ca 5,5 Millionen Katholiken an.

25.7.2014 In Australien ist ein Militärbischof wegen sexuellem Kindesmissbrauch angeklagt. Bisher wurden 71 Kleriker angeklagt.
Quelle: dw

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24.7.2014 Seelsorge mit traumatisierten Menschen im Erzbistum Freiburg

19.7.2014 Nach Ansicht des früheren Chefanklägers des Vatikans, Bischof Charles Scicluna, waren es die Bischöfe, die zu wenig gegen pädophile Priester unternommen haben. Sie wären verantwortlich für die Ahndung der Missbrauchsfälle durch Priester gewesen. Der Vatikan habe lediglich die Aufgabe, kirchenrechtliche Hilfe zur Verfügung zu stellen. Scicluna betonte zugleich, der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, habe keine Missbrauchsfälle vertuscht. Zahlen über den Prozentsatz der Kleriker, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen, liegen Scicluna nicht vor.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Die Äußerungen Sciclunas dienen der Mythenbildung. Sie sind nicht hilfreich, denn
  • Die Bischöfe erhielten 1962 das vatikanische Schreiben „Crimen sollicitationis“. Es wurde 2001 noch einmal mit dem Schreiben „De delictis gravioribus“ bestätigt. Darin wurden die Bischöfe angewiesen, Missbrauchsfälle  dem Vatikan zu melden und Stillschweigen über den Fortgang des Prozesses zu halten. Einer Anweisung, keine Anzeige bei der Polizei zu erstatten, bedurfte es nicht: Auf den Korpsgeist der Kleriker war Verlass.
  • Nicht nur in der Amtszeit Kardinal Ratzingers - aber auch dort - dauerte es oft Jahre und Jahrzehnte, bis ein Priester-Täter seines Amtes enthoben wurde. Papst Benedikt XVI. als Held, der den Missbrauch bekämpfte, darzustellen, wie Pater Zollner, Mitglied der vatikanischen Missbrauchskommission, das tut, lässt Opfern von Priestern keine Hoffnung: Im Vatikan will man offensichtlich die Realität nicht sehen - und die Opfer auch nicht.
  •  In den USA ergab 2004 eine Studie der Bischofskonferenz (!), dass 6,5% der Priester sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen verübten. Der Papst hingegen wiederholt, was seine Berater ihm sagen: 2% der Priester seien Missbrauchstäter. Mit anderen Worten: "Ist alles nicht so schlimm. Es muss doch mal Ruhe einkehren!"

18.7.2014 Der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig sagt, es werde im Umgang mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche "immer noch verdrängt".
Quelle: freitag.de

18.7.2014 In Deutschland traten 2013 über 178.000 Katholiken aus der Kirche aus. Der Religionssoziologe Ebertz führt diese hohe Zahl auf chronische Skandale zurück. "Es handelt sich um Systemfehler, es handelt sich um einen institutionellen Mangel – und die Antwort ist dann Vertrauensverlust. ... Die Menschen haben den Eindruck, dass das kein Versagen von einzelnen ist: es hat System – und das ist ein Super-GAU, denn Institutionsvertrauen ist viel schwieriger zurückzugewinnen als das Vertrauen in einzelne." Ebertz rechnet mit weiteren Aufdeckungen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Er empfiehlt, die Bemühungen der Kirche auch zu kommunizieren und die Qualität von externen Sachverständigen kontrollieren zu lassen.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Qualitätskontrolle im Blick auf den Umgang der Kirche mit Opfern sexueller Gewalt könnten diese leisten. Man müsste sie nur fragen.

18.7.2014 Im Erzbistum Freiburg wurde eine Studie erstellt. Zwischen 1942 und 2013 wurden 185 Opfer, überwiegend Jungen, bekannt. 72 der Opfer waren Heimkinder. Von 119 Tätern ist die Rede. Das Erzbistum Freiburg hat "Anerkennungsgelder" an 130 Opfer gezahlt: 736.000 Euro. Hinzu kommen 170.000 Euro, mit denen das Erzbistum Therapien mitfinanziert hat.
Quellen: swr und Erzbistum Freiburg und katholisch.de
Kommentar: Dass fast nur Jungen als Opfer bekannt werden, könnte daran liegen, dass sexuelle Gewalt gegen Jungen seit 2010 sagbar geworden ist. Dem Thema "sexuelle Gewalt gegen Mädchen" wird seit 2010 kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Ich vermute, dass die Dunkelziffer dort erheblich ist.
Zum Vergleich: Das Bistum Limburg veröffentlichte heute sein Vermögen.
Es beträgt 909 000 000 Euro plus 4 400 000 Euro Vermögen des Domkapitels, 92 000 000 Euro Vermögen des Bischöflichen Stuhls und 31 000 000 Euro der Schulstiftung. Das sind 1,036 Milliarden Euro.

16.7.2014 Der Vatikan gibt der polnischen Staatsanwaltschaft keine Dokumente zum Fall des Ex-Nuntius in der Dominikanischen Republik, J. Wesolowski. Das teilte der Sprecher der poln. Staatsanwaltschaft mit.
Quelle: ORF

15.7.2014 Im Bistum Trier wird derzeit kirchenintern gegen 19 Priester wegen des Verdachts, Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, ermittelt. Die verdächtigen Priester sind während der Untersuchungen weiter im Amt.
Quelle: swr
Dies entspricht den Leitlinien (2013). Dort heißt es: "Liegen tatsächliche Anhanltspunkte für den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen oder erwachsenen Schutzbefohlenen vor, entscheidet der Ordinaris (Bischof) über das weitere Vorgehen unter Berücksichtigung der kirchen- und arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Im Falle von Klerikern kann er gemäß Art. 19 SST konkrete, in can. 1722 CIC aufgeführte Maßnahmen verfügen (zum Beispiel die Freistellung vom Dienst; Fernhalten vom Dienstort bzw. Arbeitsplatz; Fernhalten von Tätigkeiten, bei denen Minderjährige gefährdet werden könnten."

14.7.2014 "Molti miei collaboratori che lottano con me mi rassicurano con dati attendibili che valutano la pedofilia dentro la Chiesa al livello del due per cento. Questo dato dovrebbe tranquillizzarmi ma debbo dirle che non mi tranquillizza affatto. Lo reputo anzi gravissimo. Il due per cento di pedofili sono sacerdoti e perfino vescovi e cardinali. E altri, ancor più numerosi, sanno ma tacciono, puniscono ma senza dirne il motivo. Io trovo questo stato di cose insostenibile ed è mia intenzione affrontarlo con la severità che richiede." Soll der Papst gesagt haben.
Heute nun dementiert Lombardi: Der Papst habe nicht behauptet, dass es pädophile Kardinäle gebe.
Kommentar: Wenn - wie die Mitarbeiter des Papstes sagen - 2% oder - wie Fachleute sagen - 4 und mehr Prozent der kath. Kleriker "pädophil" sind bzw. Kinder missbrauchen, auch wenn sie nicht pädo- oder ephebophil sind, dann wäre es eher unwahrscheinlich, wenn es unter den Kardinälen niemanden gäbe, der Kinder missbraucht hat.

13.7.2014 Papst Franziskus geht davon aus, dass im Klerus etwa 2% der Priester pädophil veranlagt seien, auch Bischöfe und Kardinäle. In einem Interview sagte der Papst auch, das Schweigen der Mitwisser sei unhaltbar und er habe die Absicht, diese Probleme - wenn nötig - mit Strenge anzugehen.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Die Größenordnung von 2% der Kleriker, die pädophil veranlagt seien, könnte dann stimmen, wenn der Papst sich auf die Veranlagung bezieht. Bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch kath. Priester und Ordensleute muss jedoch bedacht werden, dass ein hoher Prozentsatz der Missbrauchstäter gerade nicht pädo- oder ephebophil veranlagt ist. Die (umstrittene) Studie von Prof. Leygraf ergab in Deutschland, dass 83% der Täter weder pädo- noch ephebophil sind. Kardinal Hummes ging 2009 von 4% Missbrauchstätern unter Priestern, Bischöfen und Kardinälen aus (Nachrichtenarchiv vom 27.6.2009). Die John-Jay-Studie spricht von 4,3%. Die Bischofskonferenz der USA kam 2004 in einer Studie auf 6,5% der Priester, die Minderjährige sexuell missbrauchen. Richard Sipe, amerikanischer Pastoralpsychologe, spricht von 6-9%. Die vom Papst genannte Zahl dürfte geschönt sein.
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12.7.2014 Interview mit Christoph Fleischmann, WDR 5, Diesseits von Eden.

11.7.2014 In Vorarlberg wirft ein Missbrauchsopfer eines Priesters der Kirche Vertuschung vor.
Quelle: vorarlberg.orf.at/

9.7.2014 Der Hilfsfonds für Menschen, die in Kinderheimen der DDR Opfer von Gewalt wurden, soll aufgestockt werden. Die ursprünglich vorgesehenen 40 Millionen Euro sind nach 2 Jahren weitgehend aufgebraucht. Jetzt sollen zunächst 25 Millionen Euro mehr eingezahlt werden, aber auch diese Summe dürfte um ein Vielfaches noch steigen.
Quelle: taz.de/

8.7.2014 So wird Marie Kane im Anschluss an das Gespräch mit Papst Franziskus zitiert: "Marie Kane, 43, personally asked Pope Francis to dismiss the Primate of All Ireland for failing to protect children from paedophile monster Brendan Smyth..."  Marie Kane said that nothing will change until those who were involved in “cover-ups” in this country are removed. She said: “It’s a big thing with me that there are still members of the hierarchy there who were involved in the cover-up. Until people like (Cardinal) Sean Brady are gone I will never believe there is change.” Ms Kane said Pope Francis “listened intently” to her “and at times seemed frustrated by what he was hearing”. She said she told the Pope that “cover-up is still going on and you have the power to make these changes”. Ms Kane said that Pope Francis said it was “difficult to make these changes”.
Quelle: irishmirror.ie
Mark Vincent Healy (54), Dublin: He pointed out that to date in the church “the focus has been on protection rather than provision of help to those abused.”
Quelle: irishtimes.com
Wenn Papst Franziskus zugehört hat, weiß er jetzt:
1. Nicht nur Priester-Täter dürfen keine Seelsorger mehr sein, auch Bischöfe, Erzbischöfe..., die sexuelle Gewalt vertuschten, gehören entlassen.
2. Es wird weiterhin vertuscht.
3. Prävention wurde verbessert; vergessen wurden diejenigen, die schon Opfer geworden sind (zu ergänzen wäre: Und trotz aller Prävention auch weiterhin Opfer werden).

7.7.2014 Sechs Missbrauchsopfer aus Irland, Großbritannien und Deutschland - 3 Frauen und 3 Männer - trafen heute den Papst. Sie hatten sexuelle Gewalt durch kath. Priester erlebt. Der Papst verglich die sexuelle Gewalt mit dem Verrat des Petrus an Jesus und bat, weinen zu können. Er nannte die Gewalt ein Verbrechen und eine ernste Sünde (crime and grave sin). Marie Kane, eines der Opfer sagte, dass sie warten werde, ob sich viel verändern wird. Solange Leute wie Kardinal Sean Brady nicht gegangen seien, glaube sie nicht an eine Veränderung. Die Kirche habe noch einen weiten Weg vor sich und kirchliche Missbrauchsopfer wollten noch erleben, dass die Bischöfe zur Rechenschaft gezogen würden, die Missbrauch durch Kleriker vertuscht hätten.
Quellen: Radio Vatikan und Irish central
7.7.2014 SNAP reagiert sehr skeptisch auf das Treffen. Die Opferorganisation hat jahrelange Erfahrung im Umgang mit Kirchenführern. Mary Caplan, New York City, sagt: "A dozen years ago in Dallas, two dozen SNAP members met with cardinals and bishops. Afterwards, virtually none of those prelates ever contacted us again, despite repeated promises to do so. Worse, virtually none of them made anything but the most superficial and fleeting changes in how they dealt with victims, predators or enablers. In short, in retrospect, we're pretty convinced those meetings were distractions and wastes of time and energy. And we've heard similar stories from victims in other countries too. ... But Catholic officials don't lack knowledge. They lack courage – the courage to be honest, to “out” and oust their criminal colleagues, both those who commit and conceal sexual violence against children. And they lack the incentive to act responsibly because those who act irresponsibly are virtually never defrocked, demoted, disciplined or even defrocked. No meeting with victims – however many or compelling or articulate they may be – changes this fundamental, distressing and unhealthy reality.
Quelle: SNAP


6.7.2014 Der Vatikan sagt der australischen königlichen Missbrauchskommission, es sei nicht angemessen, dass der Vatikan alle Informationen über Missbrauch von Priestern der Kommission übergibt. Übergeben wurden 2 Dokumente von 2 Priestern.
Quelle: theguardian.com

5.7.2014 Vor 30 Jahren entstand in Großbritannien eine Dokumentensammlung zu möglichem Kindesmissbrauch durch hochrangige britische Politiker und Prominente in den 1980er Jahren. Erstellt wurde die Sammlung von dem Abgeordneten Geoffrey Dickens, der 1995 starb. Bekannt war Dickens für seinen Kampf um Aufklärung von Kindesmissbrauch durch hochrangige Persönlichkeiten. Wo die Dokumentensammlung hingekommen ist, ist weitgehend unbekannt - Teile davon gingen an die Polizei, andere Teile sind verlorengegangen oder wurden vernichtet.
Premierminister David Cameron hat die Suche angeordnet.
Quelle: süddeutsche

4.7.2014 Der ehemalige BBC-Moderator Rolf Harris, der u.a. Kindersendungen moderierte, wurde zu 5 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Er hat zwischen 1968 und 1986 mehrere Mädchen und junge Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt. Die Opfer waren zwischen 7 und 19 Jahre alt.Quelle: spiegel.de

4.7.2014 Kommentar von Lukas Plewnia zum Umgang der kath. Kirche mit Missbrauchsopfern in Polen.
Quelle: hpd.de

4.7.2014 Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester haben einen Brief an Papst Franziskus mit der Forderung nach strukturellen Neuerungen geschrieben. Sie verlangen, sexuellen Missbrauch UND dessen Verschleierung als "schweren Straftatbestand" einzustufen.
Quelle: tageblatt.lu

3.7.2014 Die anglikanische Kirche in Australien hat beschlossen, das Beichtgeheimnis bei sexuellem Missbrauch aufzuheben.
Quelle:aktuell.evangelisch.de

3.7.2014 Im Kloster Ettal gibt es in diesem Schuljahr keine Neuanmeldung für das Internat.
Quelle: tz.de

3.7.2014 In Italien wird gegen einen 64jährigen Priester wegen Missbrauchsvorwürfen ermittelt. Er wurde 2012 aus dem Priesterstand entlassen, Seine Berufung wurde verworfen. Nun darf er nur noch privat Eucharistie feiern und muss sich 5 Jahre lang einer Psychotherapie unterziehen.
Quelle: zenit.org
Dass laisierte Priester privat Eucharistie feiern können, war mir bislang unbekannt.

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2.7.2014 Am kommenden Montag trifft Papst Franziskus trifft mit sechs Missbrauchsopfern zusammen, zwei davon aus Deutschland.
Quelle: kath.press

2.7.2014 Der Journalist Sebastian Bellwinkel fasst die bisherigen Ansätze der Hilfe für Missbrauchsopfer unter dem Titel "Verlogene Haltung der Politik" zusammen und berichtet, wie die Opfer sexualisierter Gewalt alleingelassen werden.
Quelle: ndr.de

1.7.2014 In Mexiko ist ein kath. Priester aus San Luis Potosi auf der Flucht. Ihm wird vorgeworfen, dass er in über 3 Jahrzehnten ca 100 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht habe. 19 Opfer erstatteten Anzeige. Der Opferanwalt und ein anderer Priester werfen der Kirche vor, seit 1995 Kenntnisse von den Verbrechen zu haben. Auch der Vatikan sei informiert worden, habe aber nichts unternommen. Das Erzbistum widerspricht: Erst 2012 sei Anzeige erstattet worden und der Vatikan habe den Priester entlassen.
Quelle: aktuell.evangelisch.de

30.6.2014 Heute hat die australische Untersuchungskommission einen ersten Bericht über ihre bisherige Untersuchung vorgelegt. Darin sind Meldungen enthalten, die Vorwürfe in mehr als 1000 einzelnen Institutionen betreffen. 60% der Anzeigen betrafen kirchliche Institutionen, 18,6 % staatliche Institutionen, 9,7% säkulare Institutionen. Die übrigen Anzeigen entfielen auf andere oder unbekannte Kategorien. 86,7% der mutmaßlichen Täter waren männlich. 28,8% davon Mitglieder des Klerus; 15,7% Lehrer. Im Schnitt brauchten die Opfer 22 Jahre, bis sie sich meldeten.
Die Arbeit der Kommission wird bis 2017 verlängert, erste aussagekräftige Auswertungen sind Ende 2015 zu erwarten.
Quelle: news.ninemsn.com.au und sbs.com.au

30.6.2014 Der australische Bischof Max Davis soll 1969 einen damals 13-jährigen Jungen missbraucht haben. Der Militärbischof bestreitet den Vorwurf. Er ist vom Dienst freigestellt. Die Verhandlung in Perth ist für den 25.7.2014 angesetzt.
Quelle: orf

27.6.2014 Der frühere Vatikan-Gesandte für die Dominikanische Republik, Monsignor Jezef Wesolowski, wurde von der Galubenskongregation des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden und seines Amtes enthoben, er wurde laisiert. Er soll 7 Kinder missbraucht haben. Wesolowski hat 2 Monate Zeit, Berufung einzulegen. Wenn das Urteil rechtskräftig ist, wird das Strafverfahren bei den vatikan. Instanzen fortgesetzt.
Üblicherweise dauert es Jahre, bis ein Täter laisiert wird.
Quelle: tribtown.com und radiovaticana.va

27.6.2014 Die australische Kirchenrechtlerin Schwester Moya Henlen sagte vor der australischen Untersuchungskommission, dass die Glaubenskongregation 2001, als sie die Missbrauchsuntersuchungen übernahm, Regeln eingeführt habe, um zu verhindern, dass Details der Untersuchungen sexueller Gewalt durch Priester und ihre Bestrafung bekannt würden. Henlen bestätigte, dass es noch immer das päpstliche Geheimnis gebe, auch wenn die Kirche inzwischen offener mit Missbrauchsfällen umgehe.
Quelle: dailymail

26.6.2014 Die Kirche und die Gewalt gegen Kinder - in Irland, Polen und Deutschland.
Quelle: CiG

25.6.2014 Der kath. Erzbischof von Adelaide, Australien, Philip Wilson, sagte vor der Königlichen Kommission, die Missbrauch in Institutionen aufklären soll, dass der Vatikan in den späten 1990er Jahren aktiv verhindert habe, dass Bischöfe gegen missbrauchende Priester vorgingen. Die Kleruskongregation sei immer auf der Seite der Priester gestanden und habe den Bischöfen Instruktionen gegeben, was zu tun sei: Den Priestern die Rückkehr in den Dienst zu erlauben.
Quelle: theaustralian.com.au/

23.6.2014 Die Glaubenskongregation hat festgestellt, dass die Missbrauchsvorwürfe gegen den chilenischen Bischof Cristian Contreras Molina, San Felipe, unbegründet sind. Auch die staatlichen Behörden haben ihre Untersuchungen abgeschlossen.
Quelle: catholicherald.co.uk

22.6.2014 Polens Bischöfe entschuldigten sich in einem Bußgottesdienst bei den Opfern sexueller Gewalt durch Priester. Bischof Piotr Libera, Bischof von Plock, räumte ein, dass die polnische Kirche nicht das Wohl der Kinder an die erste Stelle gesetzt hätten. Er kritisierte, dass ein Teil der Kirche die Missbrauchstaten nicht wahrhaben wolle. Der polnische Opferverband "Fürchtet euch nicht" war nicht eingeladen.
Nach anderer Quelle zitierte Kardinal Dziwisz den Papst: "Es gibt keinen Platz im Priestertum oder im Klosterleben für diejenigen, die junge Menschen verletzt haben." Es waren lediglich 6 Bischöfe aus Polen bei der Tagung und dem Gottesdienst anwesend. Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Michalik, nahm nicht an dem Gottesdienst teil. Er hatte 2013 gesagt, die Kinder seien selber schuld, wenn sie sexuell missbraucht würden.
Der Vertreter des Vatikans, der Priester Robert Olivier, betonte, dass die Kirche das Thema Pädophilie auf lokaler Ebene bekämpfen müsse und man keine Intervention vom Vatikan erwarten solle. (Gemeint ist vermutlich: die lokale Kirche müsse die Pädophilie bekämpfen, nicht das "Thema Pädophilie" - denn das geschieht ja längst, auch in Polen.)

19.6.2014 Ein ehemaliges Heimkind erzählt aus der "Kinderhölle Korntal" - Triggergefahr!
Quelle: kontextwochenzeitung.de

17.6.2014 Der Bund hat den "Fonds sexueller Missbrauch im familiären Bereich" 2013 mit 50 Millionen Euro ausgestattet, die Länder sollen noch einmal soviel beisteuern. Lediglich Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben bezahlt. Bisher gingen beim Fonds 796 Anträge von Missbrauchsopfern ein. 270 Gesuche zur Übernahme von Therapiekosten wurden bislang bewilligt.
Quelle: wochenblatt.de

11.6.2014 Die kath. Kirche Polens will mit einem Reuegebet ein Zeichen der Entschuldigung an Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester setzen. Bislang hatte die kath. Kirche in Polen zwar sexuellen Missbrauch durch Priester verurteilt, aber keine Mitverantwortung übernommen.
Quelle: Augsburger Allgemeine
13.6.2014 Allerdings lehnt die kath. Kirche in Polen jede institutionelle Verantwortung ab.
...
Katholische Kirche plant Reuegebet als Entschuldigung für Sex-Missbrauch - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Katholische-Kirche-plant-Reuegebet-als-Entschuldigung-fuer-Sex-Missbrauch-id30181107.html


11.6.2014 Petersplatz 6 - Eine Recherche über Pädophilie und Missbrauch in kirchlichen Institutionen in Österreich. Feature von Ute Maurnböck-Mosser. Vorsicht - Triggergefahr
Quelle: www.betroffen.at

10.6.2014 Ein Gericht in Südafrika empfiehlt dem Justizminister, den in Südafrika des sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagten kath. Priester K. nach Deutschland abzuschieben. In Deutschland warten Opfer seit Jahren auf eine gerichtliche Klärung der sexuellen Gewalt, die der Priester in einer Selbstanzeige zumindest pauschal gestanden hat.
Quelle: wz newsline
Kommentar: "K., a priest at a Catholic church in Sundowner, Randburg, was facing charges of sexually abusing five boys, aged nine to 11, after he allegedly climbed into their tents wearing just boxer shorts during a First Holy Communion camp in February 2008." So wird von der Anklage in Südafrika berichtet. Die Pressemitteilung des in Deutschland zuständigen Bistums Aachen macht daraus "Dem Priester ... wurde vorgeworfen, Kinder seiner Gemeinde gegen deren Willen festgehalten zu haben." Das klingt nun nach einem harmlosen Spiel. Wer Genaueres wissen will, lese Der Pfarrer und die Detektive von J. Heibel.
14.6.2014 Inzwischen wird bekannt, dass das Verfahren in Südafrika eingestellt wurde, weil Ermittlungsakten einfach so verschwanden und damit Beweismöglichkeiten verloren gingen. 

9.6.2014 Die Odenwaldschule verliert ihren Status als Unesco-Modellschule. Die Beründung: „Die Mitgliedschaft der Odenwaldschule im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen ist bis zum Ende des kommenden Schuljahres ausgesetzt. Danach wird weiter entschieden. Im Nachhinein hat die Schule zu lange gezögert, transparent, konsequent und opferorientiert sich den vielfältigen Bewältigungsaufgaben zu stellen.“
Quelle: echo-online

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6.6.2014 Das Buch "Der Pfarrer und die Detektive" von Johannes Heibel kann ich, nachdem ich es nun  gelesen habe, empfehlen. Es dokumentiert eindrücklich den garstig breiten Graben zwischen der Wahrnehmung der Amtskirche über ihren guten Umgang mit den Opfern und der Wahrnehmung von Opfern über den - wie soll ich sagen: schäbigen und ignoranten und täterschützenden? - Umgang der Kirche mit ihnen und ihren Familien. Das Buch müsste Pflichtlektüre aller Kirchenverantwortlichen sein. Aber ich weiß zu meinem großen Bedauern, dass die nicht einmal wissen wollen, was Gewalt durch Menschen bei Kindern und Jugendlichen lebenslänglich anrichtet.

6.6.2014 Im Bistum Trier wurde der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen beurlaubt. Ihm wird sexueller Missbrauch einer damals 16-jährigen Jugendlichen in den 1980er Jahren vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft wurde informiert, der Pfarrer beurlaubt.
Quelle: sr-online und Bistum Trier
Kommentar: Die sexuelle Gewalt kath. Priester gegen weibliche Jugendliche wird nur selten thematisiert, obwohl sie einen erheblichen Teil der Übergriffe ausmachen dürfte.

4.6.2014 So sieht CiG den Regensburger Katholikentag: "Bei aller Fröhlichkeit, Frömmigkeit und Bewegtheit der fünf Tage Wallfahrts-Auszeit mit Heiligem, Beten, Liturgie, Essen und Trinken, Schauen und Schauenlassen scheint sich das Kirchen-Business as usual mit seiner Aufbruchsrhetorik und seinen Unterhaltungsthemen in Wiederholungen, im routiniert geschäftigen Treiben zu erschöpfen. Ökumene - nichts Neues. Das Zweite Vatikanische Konzil - ehrenwerte Rückerinnerung, aber Geschichte, passé. Gedenken der Befreiungstheologie - das war einmal brennend. Schwangerenkonfliktberatung - entschieden. Missbrauchsskandale - längst durchdiskutiert."
Die Opfer sehen es ganz anders. Sie sagen, die Aufarbeitung steht noch ganz am Anfang; die Prävention braucht den bislang nicht nachgefragten Sachverstand der Betroffenen in einem Beirat; die Forschung - so sie bei der mutmaßlichen Aktenvernichtung überhaupt noch möglich ist - dauert noch an und ob sie Betroffene einbezieht, bleibt abzuwarten; die Orden sind erst gar nicht in die Forschung einbezogen; eine unabhängige Kommission gibt es immer noch nicht; die Geldzahlungen "in Anerkennung des Leides" setzen die Beantwortung von unsäglichen Fragen voraus, der Betroffene zu retraumatisieren geeignet ist; insgesamt ist die "Umkehr der Kirchenverantwortlichen zu den Opfern" bestenfalls bei einigen wenigen Menschen vorhanden; dass betroffene ChristInnen traumakundige SeelsorgerInnen brauchen, ist noch kaum im Blick der Kirche, u.s.w. Wieder einmal ist zu beobachten, dass die Wahrnehmung der Kirchenleitung und der Außenstehenden eine ganz andere als die der Opfer ist.

4.6.2014 Zwei Kämpfer für die Rechte von Opfern sind aus ihren Kirchen ausgetreten, weil sie keine Hoffnung mehr haben, dass sich in den Kirchen etwas zugunsten der Opfer ändert: Helmut Jacob trat aus der evang. Kirche aus, Johannes Heibel hat die katholische Kirche, seine Frau die evangelische Kirche verlassen.

4.6.2014 In Irland wurden bereits in den 70er Jahren des 20. Jhs. ca 800 Kinderleichen in der stillgelegten Klärgrube eines Heimes für Mütter mit unehelichen Kindern gefunden. Niemand interessierte sich für das Schicksal der Kinder und ihrer Mütter. Nun hat eine Historikerin genauere Untersuchungen angestellt. Es dürfte sich um die Kinder der Mütter aus dem Heim handeln, das zwischen 1925 und 1961 von Tausenden Frauen bewohnt wurde. Die Kinder starben an Masern, Tuberkulose, Vernachlässigung und Unterernährung.
Quelle: sueddeutsche.de
Kommentar: Der Kampf der kath. Kirche um das Leben ungeborener Kinder wird durch den Umgang der verantwortlichen kath. Schwestern mit den geborenen Kindern konterkariert. Noch zynischer geht nicht. Sage ich als Mutter von drei Kindern und inzw. Oma eines fast 5 Monate alten Enkelkindes.

4.6.20134 In Belgien gingen 2012 und 2013 insgesamt 323 Anzeigen wegen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bei der kath. Kirche ein. Das berichtet die Kinderschutzkommission der belgischen Bischofskonferenz. 71% der Opfer sind männlich, 25% der Opfer waren zum Zeitpunkt der Verbrechen jünger als 10 Jahre, 66% waren zwischen 10 und 18 Jahren alt. 94% der Täter waren Männer, knapp die Hälfte davon Priester.
Quelle: radiovaticana.va

4.6.2014 Die Deutsche Ordensoberenkonferenz (DOK) hat ihre Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und ihre Rahmenordnung Prävention aktualisiert.
Quelle: kathweb.at

2.6.2014 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte - EGMR - hat den irischen Staat zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt. Das heute 50-jährige Opfer erlitt in ihrer Grundschule durch den Direktor sexuelle Gewalt. Irische Gerichte hatten ihre Ansprüche zurückgewiesen. Der EGMR beruft sich auf Art. 3 der MRK: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“ Im Artikel 13, auf den sich der Spruch der Richter ebenfalls bezieht, heißt es: „Sind die in der vorliegenden Konvention festgelegten Rechte und Freiheiten verletzt worden, so hat der Verletzte das Recht, eine wirksame Beschwerde bei einer nationalen Instanz einzulegen, selbst wenn die Verletzung von Personen begangen worden ist, die in amtlicher Eigenschaft gehandelt haben.“
Quelle: kurier.at

2.6.2014 Der Horror um den BBC-Mitarbeiter Savile nimmt kein Ende. Triggergefahr
Quelle: Spiegel

31.5.2014 Ebba Hagenberg-Miliu, Prof. Michael Osterheider, Barbara Tambour, Prof. Christian Pfeiffer und Janina Neutze diskutierten auf dem Regensburger Katholikentag über sexualisierte Gewalt. Dr. Neutze, die sich im Forschungsprojekt Mikado mit den Hintergründen von sexueller Gewalt befasst, beklagt teils massiven Gegenwind von Institutionen, Schulen und Eltern - Geld werde schnell bereitgestellt, aber über Missbrauch und Sexualität reden wolle kaum jemand. - Professor Dr. Michael Osterheider, Forensiker, nannte vor Jahren die kath. Kirche ein  „Biotop und „Schutzraum“ für Pädophile und erneuerte auf dem Kirchentag diese Einschätzung. Intransparente Strukturen, die einen Korpsgeist pflegen und nicht öffentlich seien, begleiteten und unterstützten die Übergriffe, sagte er.
Quelle: Mittelbayerische
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30.5.2014 Katholikentag Regensburg - "Kirche auf dem Weg zu einer Kultur der Achtsamkeit?"
Auf der Podiumsdiskussion räumte Bischof Dr. Ackermann ein, dass die Bischofskonferenz keine Gewalt über die Entscheidungen von Bischöfen habe (regensburg-digital).
Bischof Ackermann nahm laut katholisch.de seinen Amtsbruder Müller gegen Vorwürfe in Schutz und bescheinigte ihm eine konsequente Fortsetzung des unter Papst Benedikt XVI. eingeschlagenen klaren Kurses. Insgesamt seien über 2.000 Priester weltweit wegen Missbrauchs laisiert worden. Zugleich verteidigte Ackermann das differenzierte Vorgehen der deutschen Bischöfe und erklärte, auch die Täter hätten ein Recht auf faire Verfahren und Urteile. Er verteidigte diese Position gegen Unmutsbekundungen aus dem Publikum. Weiter bescheinigte Bischof Ackermann Kardinal Müller "eine konsequente Fortsetzung des unter Papst Benedikt XVI. eingeschlagenen ... Kurses".
Matthias Katsch, Eckiger Tisch, und andere Opfergruppen legten einen Forderungskatalog an die Kirche vor. Sie schreiben u.a.: "Solange es keinen Austausch von Angesicht zu Angesicht gibt und kein Dialog in Gang kommt, kann die verschiedentlich vorgebrachte Bitte um Vergebung für die Schuld der Kirche als Institution von den Betroffenen nur als hohl und leer empfungen werden." Sie haben Recht.
Dr. Barbara Haslbeck legte dar, dass sie in Priesterfortbildungen erstmal 2 Stunden braucht, um die Ängste der Priester um sich selbst zu bearbeiten. Die Priester fürchten einen Generalverdacht und sie wissen von falschen Missbrauchsbeschuldigungen zu erzählen und von willkürlichen Versetzungen (katholisch.de + Video). Sie formuliert den Wunsch nach Frauen als Priesterinnen, weil sie weiß, dass Männerbünde sich verändern, wenn Frauen hinzukommen (on demand). Die Zulassung von Frauen als Priesterinnen könnte den bislang existierenden "Männerbund Kirche" verändern - zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Kommentar:
Dass Bischof Dr. Ackermann ein faires Verfahren und faire Urteile für Priester fordert, die Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan haben, ist eine Selbstverständlichkeit - die Fairness dürfte in den meisten Fällen gegeben sein. Das Problem liegt eher darin, dass die meisten kirchlichen und sonstigen Missbrauchstäter ohne Strafe bleiben. Nur ein Bruchteil wird angezeigt und verurteilt. Priester und Geistliche liegen im Ansehen immer noch auf Platz 6 - die Sorge vor einem Generalverdacht gegen katholische Priester trifft subjektiv sicher zu und ist ernst zu nehmen - aber sie hat wenig Anhalt in der Wirklichkeit. Sie signalisiert auch, was viele Opfer spüren: Priester und Leitungsverantwortliche in der katholischen Kirche sind immer noch mit sich selbst und mit ihrer Kirche beschäftigt - die Opfer sind entgegen den ständig wiederholten Äußerungen, sie stünden im Mittelpunkt - immer noch nicht wirklich im Blick. Und ganz nebenbei: Seit 2010 hat sich das Thema „Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ sowohl gesellschaftlich als auch kirchlich zunächst erweitert auf sexuelle Gewalt gegen Jungen, die bisher kaum im Blick waren. Inzwischen hat sich die Wahrnehmung allerdings wiederum verengt: Mädchen und Frauen als Opfer sexueller Gewalt sind gesellschaftlich aus dem Blick geraten. In der katholischen Kirche wurden Mädchen und Frauen als Opfer von Priestern/Ordensmännern – trotz zweier ökumenischer Dekaden, die auch von katholischen Frauen mitgetragen wurden -  noch überhaupt nicht wahrgenommen.
Bischof Dr. Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, hat noch nicht das Leid der Opfer verstanden. Hätte er es verstanden, würde er nicht von "irgendeiner Chance" für bestrafte und aufrichtig bereuende Priester-Täter sprechen. Er meint damit nämlich vermutlich, dass bestrafte und reumütige Priester weiterhin in der Seelsorge eingesetzt werden können - etwa in Krankenhäusern oder Alters- und Pflegeheimen. Bischof Ackermann kann nicht ermessen, was es bedeutet, wenn ein Opfer sexueller Gewalt in Pfarrei, Klinik oder Altenpflegeheim einem Täter gegenübersteht. Er kann es deswegen nicht, weil er das Leid der Opfer noch nicht wirklich verstanden hat.
Wenn Bischof Dr. Ackermann davon spricht, dass der jetzige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, ehemals Regensburger Bischof, den unter Papst Benedikt XVI. eingeschlagenen Kurs der Bearbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle konsequent fortsetze, dürfte er - wohl unfreiwillig - die Wahrheit sagen: Auch unter Papst Benedikt wurden Täter geschützt, Opfer im Stich gelassen, Zahlen nicht oder unvollständig veröffentlicht. So verwundert auch die von Bischof Ackermann genannte Zahl von weltweit 2000 Priestern, die wegen sexueller Gewalt in den Laienstand (offensichtlich ein Stand, der eine Strafe ausdrückt) versetzt wurden, nicht wirklich. Noch am 23.5.2014 sprach der Vatikan vor der UNO von 848 laiisierten Priestern. Die von der Kirche veröffentlichten Zahlen scheinen ziemlich beliebig zu sein - es gibt ja bislang auch in Deutschland keine zuverlässigen Zahlen und sie sollen auch im neuen Forschungsprojekt nicht erhoben werden. Durch die Presse gingen alleine für Deutschland (seit 1945?) 1269 Priester und Ordensmänner als Täter und mehr als 2650 Opfer, wobei auch diese Zahlen mit Vorbehalt zu sehen sind. 
Es war nicht Thema auf dem Katholikentag und es scheint nur bei ganz wenigen Kirchenleuten Thema zu sein: Hat Kirche auch jene Menschen im Blick, die in nicht-kirchlichem Kontext Opfer sexueller Gewalt wurden? Unermüdlich haben Kirchenleute in den vergangenen Jahren auf Opfer sexueller Gewalt in Familien hingewiesen. Diente dieser Hinweis nur zur Vergleichgültigung der Missbrauchsfälle in der Kirche? Dieser Verdacht liegt nahe, denn bislang gibt es - von wenigen Ausnahmen abgesehen - keine qualifizierte Seelsorge für Opfer sexueller Gewalt, obwohl jeder 8. Mensch, also auch jeder 8. Katholik und jeder 8. Protestant zwischen 0 und 14 Jahren sexuelle Gewalt i.e.S., d.h. Vergewaltigung, erlitten hat.
Auch die von Klaus Mertes und anderen hervorgehobene Fähigkeit der Opfer, die Sprachlosigkeit zu überwinden, ist nur die halbe Wahrheit. Zwar haben viele Opfer gesprochen - aber sie haben weitgehend noch nicht das Gefühl, auch gehört zu werden. Viele von denen, die gesprochen haben ohne gehört zu werden, haben sich längst zornig, resigniert und nicht selten retraumatisiert wieder von den Kirchen abgewandt - sie erwarten nichts mehr von den Kirchen.

30.5.2015 Die Theologin Julia Enxing formuliert das Notwendige, das in der katholischen Kirche noch zu leisten ist: "Die Vergebung ist wichtig, und die Bitte um Vergebung setzt aber voraus, dass die Schuld auf allen Ebenen anerkannt wurde. Erst wenn die Schuld betrachtet, anerkannt, reflektiert wurde, wissen wir, um was wir eigentlich um Vergebung bitten."
Quelle: Deutschlandradio kultur

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30.5.2014 Der Chicagoer Kardinal Francis George wurde zu Missbrauchsvorwürfen - vermutlich im Fall des Priesters Daniel McCormack - vor Gericht gehört. McCormack bekannte sich 2007 des Missbrauchs schuldig, erhielt eine fünfjährige Haftstrafe, befand sich in der Psychiatrie und wurde letzte Woche erneut in U-Haft genommen, weil weitere Vorwürfe bekannt wurden.
Quelle: radiovatican

30.5.2014 In Mexiko ist erstmals ein kath. Priester wegen sexueller Gewalt gegen Kinder suspendiert und vor einem staatlichen Gericht angezeigt worden. Bereits 1998 gab es Vorwürfe, denen die Kirche aber nicht nachging.
Quelle: iol.co.za

29.5.2014 Vier ehemalige Domspatzen, die in ihrer Schulzeit bei den Regensburger Domspatzen sexuelle Gewalt erlitten haben, waren gestern auf dem Katholikentag in Regensburg. Sie protestierten gegen das Vergessen, Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen von sexueller und körperlicher Gewalt an mehr als 60 Kindern unter den Domspatzen. Ihnen gehören Respekt und Dank!
Quelle: Regensburg digital

29.5.2014 Das Buch "Der Pfarrer und die Detektive" von Johannes Heibel ist im Horlemann-Verlag (€ 16,90) erschienen.

27.5.2014 Auf seiner Rückreise aus dem Nahen Osten hat Papst Franziskus sexuelle Gewalt gegen Kinder durch Geistliche als das bezeichnet, was es ist: Ein Verbrechen. Der gewalttätige Priester begehe "Verrat am Leib des Herrn", das Verbrechen wei wie eine "satanische Messe", sagte Franziskus. Anfang Juni wird der Papst sich mit ca 8 Opfern sexueller Gewalt in der Kindheit treffen. Bislang gab es kein Treffen des Papstes mit Opfern.
Quelle: Handelsblatt
Kommentar: Wer mit katholischer Diktion vertraut ist, weiß, dass die Begriffe "Verrat am Leib des Herrn" und "satanische/schwarze Messe", nach anderen Quellen auch der Begriff "Sakrileg" ein Höchstmaß an Verurteilung transportieren. Wenn der Papst das Thema "sexuelle Gewalt gegen Kinder" zur Chefsache macht statt sie den Institutionen anzuvertrauen, die bislang schon damit beschäftigt waren, besteht ein wenig Hoffnung, dass die Verbrechen nicht weiterhin verharmlost und vertuscht werden. Das wird abzuwarten sein und sich u.a. daran zeigen, ob ein unabhängiges Gremium beauftragt wird, an das sich Opfer wenden können.

26.5.2014 Ein australischer Priester, 70,  wurde wegen sexuellem Missbrauch  von 15 Schülern, die auf der Krankenstation ihrer Schule waren, zu 10 Jahren Haft verurteilt. Richter Frank Gucciardo wurde schlecht, als er von den Folgen für die Opfer hörte - er musste den Saal verlassen. Der Anwalt des Verurteilten sagte, der Priester sei zum Paria geworden und überall als pädophiler Priester bekannt.
Bereits 2006 war der Priester seines Amtes enthoben worden. Er war zu mindestens dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er 11 Jungen unsittlich angegriffen hatte. In diesem Prozess waren die Verbrechen, die er in der Schule beging, noch unbekannt.
Bereits 1994 war der Priester wegen Kindesmissbrauch verurteilt worden. Sein Orden, die Salesianer, schickten ihn daraufhin nach Samoa, wo er weiter als Priester arbeitete. 2004 wurde seine Vorstrafe dort bekannt und er ging nach Australien zurück.
Quelle: dailymail.co.uk

24.5.2014 Die UNO lobt und kritisiert den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen. Original hier. Das UNO-Antifolterkomitee der Vereinten Nationen fordert den Vatikan auf, die Meldepflicht ernst zu nehmen und ein unabhängiges Gremium einzurichten. Der Vatikan hingegen weist darauf hin, dass die katholischen Priester nicht der vatikanischen Gesetzgebung unterliegen und somit der Vatikan auch nicht haftbar sei.
Quelle: religion.orf.at

23.5.2014 "Es würde nie jemand offiziell sagen, dass dies nicht nötig sei. Aber umgekehrt ist auffallend, dass das Interesse nicht sehr gross ist." Das stellt die Professorin für Seelsorge, Isabelle Noth, fest, wenn es im Kampf gegen sexuelle Gewalt um besser ausgebildete Seelsorger geht.
Quelle: derbund.ch

22.5.2014 Der Haushaltsausschuss hat am Mittwoch bei den Beratungen des Etats 2014 des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung auf Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD die Zuweisungen an den Fonds für Opfer und Heimerziehung um 19,5 Millionen Euro auf 500.000 Euro gekürzt. Grund für die Kürzung ist, dass die notwendigen Abstimmungen mit Ländern und Kirchen über deren Beteiligung sich verzögert. Deshalb kann das eingeplante Geld in diesem Jahr nicht mehr abfließen.
Quelle: sozialticker

22.5.2014 In New York wurde ein Kinderporno-Ring ausgehoben, 71 Verdächtige wurden festgenommen, unter ihnen 2 Polizisten, zei Krankenpfleger, ein Rabbi, ein Au-Pair und der Trainer eines Kinder-Baseballteams. Eine Frau war unter den Festgenommenen. Die Verfassungsschutzbehörde teilte mit, das Ausmaß der Straftaten sei schockierend und der professionelle Hintergrund von vielen Verdächtigen besorgniserregend.
Quelle: tageblatt.de/

20.5.2014 "Aufklärung und Vorbeugung – Dokumente zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz", 2., völlig überarb. und aktualisierte Aufl. 2014, 31. März.
Quelle: DBK

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20.5.2014 Der Papst will eine Experten-Kommission in der Glaubenskongregation einrichten, die sich mit Einsprüchen von Bischöfen und Priestern in Missbrauchsfällen befasst. Leiter der Kommission ist der argentinische Erzbischof Jose Luis Mollaghan, Rosaria.
Quelle: Radio Vatikan

13.5.2014 Die katholische Kirche in Irland wird von der nationalen Behörde für Kinderschutz gelobt. Sie habe ein rationales, weit reichendes und integriertes System für die Sicherheit seiner Schutzbefohlenen installiert.
Quelle: kipa

10.5.2014 Italienische Missbrauchsopfer von Klerikern haben Papst Franziskus einen Videobrief geschickt.

9.5.2014 Tom Doyle, Kirchenrechtler, seit 30 Jahren für kirchl. Missbrauchsopfer engagiert, berichtet im National Catholic Reporter, dass Papst Johannes Paul II. mit Sicherheit spätestens seit 1984 von den Verbrechen wusste - und nichts unternahm. Deutsche Übersetzung hier.

8.5.2014 Das Bistum Würzburg hat vor dem Amtsgericht zugestanden, dass Bernhard Rasche nicht nur Zeuge sexueller Gewalt in einem Internat in Lebenhan war, sondern auch Opfer eines Paters, der 16 Schüler sexuell misshandelte. Vor Gericht sagte das Bistum, sie habe "nach damaligem Kenntnisstand" von Rasche als Zeuge, nicht als Opfer gesprochen. Rasche sagt, das Bistum Würzburg habe auch damals schon Bescheid gewusst. Infos zu den Hintergründen hier
Quelle: Mittelbayerische und mainpost

6.5.2014 Der Vatikan hat in einer Anhörung vor der UNO zur Anti-Folter-Konvention erstmals belastbare Zahlen über priesterliche Missbrauchstäter vorgelegt. Danach wurden seit 2004 weltweit 3420 Priester angezeigt, 848 wurden entlassen, 2572 kamen mit geringen Strafen (Buße und Gebet) davon. Sichergestellt sei, dass die von der Kirche Verurteilten nicht mehr mit Kindern in Kontakt kämen. Der Vatikanvertreter Erzbischof Silvano Tomasi betonte, dass die Anti-Folter-Konvention nur innerhalb der Grenzen des "Heiligen Stuhls" gelte, legte aber dennoch weltweite Zahlen vor. Tomasi widersprach auch nicht, dass sexuelle Gewalt gegen Kinder und Vergewaltigung als Folter bezeichnet werden müssen.
Quelle: abendblatt
Kommentar: Alleine in Deutschland wurde in der Presse von mindestens 1269 Priestern berichtet, die Kinder und Jugendliche mit sexueller Gewalt überzogen. Die Zahlen des Vatikans dürften die Realität nur sehr begrenzt widerspiegeln.   

6.5.2014 Ein Bericht bestätigt die körperliche, psychische und sexuelle Gewalt gegen Kinder, die im Kinderheim St. Iddazell in Fischingen/Schweiz lebten. Die Klosteranlage wurde als Waisenanstalt, Sekundarschule, Erziehungs- und Kinderheim genutzt, die von Patres und Ordensschwestern geführt wurden. 6500 Kinder und Jugendliche waren in 97 Jahren dort.
Quelle: NZZ

5.5.2014 In Sachsen-Anhalt wurden Mitglieder eines Pädophilen-Rings vorübergehend festgenommen. Die Ermittlungen laufen. Die 10 Männer und eine Frau gestanden ihre pädophile Neigung, nicht jedoch Straftaten. Sie trafen sich auf einem Kinderflohmarkt und auf dem Spielplatz eines Zoos. Ein 5-jähriges Kind sollte Kontakte zu anderen Kindern anbahnen. Ziel des konspirativen Treffens war es, "Aufenthaltsorte von Kindern zu besichtigen und neue Kontakte zu Kindern zu knüpfen." Als Lockvogel wurde ein 5-jähriges Kind benutzt.
Quelle: süddeutsche

3.5.2014 Die Kinderschutzkommission des Vatikans wird keine individuellen Missbrauchsfälle behandeln. Vielmehr wird sie Empfehlungen geben, wie die Kirche ihre Verantwortung wahrnehmen könne. "Besonderes Augenmerk wolle man auf die Bewusstseinsbildung über die 'tragischen Konsequenzen' von Missbrauch und die 'verheerenden Folgen des Nicht-Hinhörens und Nicht-Berichtens über Verdachtsfälle' sowie das 'Versagen in der Unterstützung von Opfern, Überlebenden und ihrer Familien' lenken" sagte Kardinal O'Malley.
Unklar ist derzeit, ob die Kommission an ein vatikanisches Dikasterium angegliedert werde.
Quelle: Vaticanhistory

3.5.2014 Das Bistum Würzburg und ein Missbrauchsopfer stehen sich vor Gericht gegenüber. Das Opfer hat das Bistum verklagt, um endlich überhaupt eine Reaktion des Bistums auf seine Missbrauchsakte zu erreichen. Das Opfer Bernhard R. berichtet, dass auf keine seiner Bitten um ein Gespräch eingegangen worden sei und erst ein Anwaltsschreiben zu einer Äußerung des Bistums führte. Bernhard R. sagt: „Trotz allem Bemühens stellt sich keine einzige Kirchengemeinde offen hinter die Opfer." Bis heute habe sich kein betroffener Priester oder Ordensmann öffentlich geäußert. Die Kirche habe noch nicht begriffen, dass sexuelle Gewalt kein Verstoß gegen das 6. Gebot ist, sondern versuchter Mord.
Quelle: mittelbayerische
Dazu passt dann die Nachricht aus dem Vatikan, dass sich vom 1.-3.5. die Missbrauchskommission der kath. Kirche getroffen habe. "Besonderes Augenmerk wolle man auf die Bewusstseinsbildung über die „tragischen Konsequenzen“ von Missbrauch und die „verheerenden Folgen des Nicht-Hinhörens und Nicht-Berichtens über Verdachtsfälle“ sowie das „Versagen in der Unterstützung von Opfern, Überlebenden und ihrer Familien“ lenken, sagte Kardinal O’Malley. (Nun, dann hat die Kommission auch in der kath. Kirche in Deutschland noch ein weites Arbeitsfeld, wie u.a. die Würzburger Ereignisse zeigen.)
Quelle: Radio Vatikan


27.4.2014 Der Pfarrer von Lauchheim, Bistum Rottenburg-Stuttgart, wurde wegen des Verdachts, Kinderpornographie zu besitzen, von Bischof Fürst bis zur Klärung der Vorwürfe von seinen Verpflichtungen entbunden.
Quelle: Südwestpresse


27.4.2014 Einspruch anlässlich der Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II., der u.a. den Missbrauchstäter Degollada - Legionärsgründer - schützte.
Für eine Heiligsprechung ist ein Wunder nötig. "Wunder" wird dabei verstanden als ein Vorgang, der mit (heutigen) naturwissenschaftlichen Methoden nicht erklärbar ist.
Papst Johannes Paul II. soll eine Nonne von der Parkinson-Krankheit und eine Frau aus Costa Rica geheilt haben. Das wahre Wunder wäre gewesen, wenn dieser Papst (und seine Nachfolger) sich zu den Opfern bekehrt hätte. Die Opfer hätten das Wunder dann auch bestätigen können. So jedoch können sie nur wieder einmal feststellen, dass sie nicht dazugehören und ihre Erfahrungen - z.B. mit dem Vertuschen der Verbrechen - keine Bedeutung haben. Wie eine Kirche "unter Umgehung der Opfer" feiern will, ist mir schleierhaft.

26.4.2014 In den Niederlanden wurde ein weiterer Bischof bekannt, der vier Jungen sexuelle Gewalt angetan hat. 2 Jahre nach Bekanntwerden informierte die Diözese Utrecht auf Anfrage der Presse darüber.
Der Tagesanzeiger kommentiert die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II.   nachrichten.at

25.4.2014 Dank betroffen.at ist der UN-Bericht über die Anhörung des Vatikans zum Umgang mit sexueller Gewalt in der kath. Kirche in Deutsch übersetzt.

25.4.2014 Matthias Katsch nennt das Grundproblem: Beim Umgang der kath. Kirche mit den Opfern sexueller Gewalt durch kath. Priester fehlt die Empathie mit den Opfern.
Quelle: BZ

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25.4.2014 Der Religionssoziologe Michael N. Ebertz sagt zur Heiligsprechung der beiden Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II.: „Wenn die Päpste anfangen, einander durch die Bank heilig zu sprechen, dann ist das die nochmalige Steigerung einer Selbstsakralisierung der Institution Kirche und des Papstkults durch einen Kult um die Person der Päpste“, sagte der Freiburger Wissenschaftler dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag-Ausgabe). Eine Institution, deren Spitzenpersonal so um sich selbst kreise, wirke leicht unglaubwürdig."
Dazu passt dann auch die Nachricht über Papst Paul VI., der nach Angaben der italienischen Zeitschrift "Credere" noch in diesem Jahr selig gesprochen werden solle. Die Anerkennung des dafür erforderlichen Wunders ist in Arbeit. Zur Erinnerung: Papst Paul VI. hat die Enzyklika "Humanae vitae" zu verantworten, die er gegen den Rat eines Fachgremiums durchsetzte. Das dürfte 1968 eine Entscheidung gewesen sein, die den Entfremdungsprozess von Eheleuten von der Kirche bzw. der Kirche von den Familien eingeleitet hat, die heute beklagt wird.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger

23.4.2014 Die belgische Theologin Karlijn Demasure wird geschäftsführende Direktorin des Center for Child Protection, Gregoriana. Demasure gehörte in Belgien der kirchlichen Kommission an, die sich mit Missbrauch in der belgischen Kirche befasste. Vorsitzender bleibt Pater Hans Zollner. Die jüngst gegründete vatikanische Kommission zum Schutz von Minderjährigen soll - laut Radio Vatikan - nun doch nicht an der Glaubenskongregation (Präfekt: EB Müller, ehemals Regensburg) angesiedelt werden, sondern direkt dem Papst unterstellt werden.
Quelle: Radio Vatikan

22.4.2014 Der Vatikan weist alle Vorwürfe gegen Papst Johannes Paul II. zurück, er sei persönlich in den Fall des Gründers der Legionäre Christi, der viele Kinder sexuell misshandelt hat, verwickelt gewesen.
Quelle: zeit.de
Dazu lese man doch im Religionsphilosophischen Salon einfach mal nach. Z.B. hier oder hier oder hier. Auch wenn Papst Johannes Paul II. möglicherweise Informationen durch Mitarbeiter vorenthalten wurden, so wäre es seine Aufgabe gewesen, die Mitarbeiter anzuweisen, ihm die Informationen über verbrecherische Priester vorzulegen.

Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich - trotz aller Nachrichten und wegen aller Nachrichten der letzten Tage - die Hoffnung, die in Leben, Sterben und Auferstehung Jesu liegt.
Ostersonntag 2014: 600 m2 Wohnfläche für Bertones neue Residenz - das dürfte für ca 13 Personen reichen bei einem durchschnittlichen Quadratmeterbedarf von 45 m2 pro Person. So manche 5-köpfige Familie wäre mehr als froh, wenn sie gar 225 m2 zur Verfügung hätte. Das dürfte selbst im reichen Deutschland die Ausnahme sein. Und dass sexuelle Gewalt gerade in fundamentalistisch organisierten Gruppierungen vorkommt, ist nicht neu. Dass sie als "Liebe auf Gegenseitigkeit" definiert wird, gehört zu den üblichen Verschleierungstaktiken. Und nochmal: Und wer meint, diese Nachricht passe nicht so recht zur Karwoche oder zu Ostern, der irrt.
Quelle: zeit.de

Ostersonntag: In der Odenwaldschule steht ein Lehrer im Verdacht, Kinderpornografie konsumiert zu haben. Opfer fordern die Schließung der Schule.
Quelle: Spiegel

Karsamstag 2014: Erzbischof Martin, Dublin, sagt laut KNA, dass viele Priester in Irland durch die Missbrauchsaffäre in der kath. Kirche traumatisiert seien.
Quelle: kipa
Kommentar: Nun muss man diesem Erzbischof wohl erklären, dass es einen Unterschied zwischen einem Leid und einer Traumatisierung durch Menschengewalt gibt. Es ist eine Schande, dass er das immer noch nicht verstanden hat. Also, noch einmal: Nicht jedes belastende Lebensereignis ist ein Trauma. Zu einem Trauma wird ein Ereignis erst, wenn ein Mensch einer Bedrohung für das Leben oder für die körperliche Unversehrtheit ausgeliefert ist, wenn er mit Gewalt und Tod konfrontiert ist; Hilflosigkeit, Angst, Kontrollverlust und drohender Vernichtung ausgesetzt ist und der Bedrohung weder durch Kampf noch durch Flucht entkommen kann. Judith Hermann (Narben der Gewalt, München 1993, S. 54) definiert ein Trauma so: „Psychisches Trauma ist das Leid der Ohnmächtigen. Das Trauma entsteht in dem Augenblick, wo das Opfer von einer überwältigenden Macht hilflos gemacht wird. Ist diese Macht eine Naturgewalt, sprechen wir von einer Katastrophe. Üben andere Menschen diese Macht aus, sprechen wir von Gewalttaten. Traumatische Ereignisse schalten das soziale Netz aus, das dem Menschen gewöhnlich das Gefühl von Kontrolle, Zugehörigkeit zu einem Beziehungssystem und Sinn gibt." Die irischen Priester, deren Kollegen Kinder sexuell misshandelten, sind nicht mit Gewalt und Tod bedroht - sie könnten die Institution verlassen, wenn sie wollten; sie sind nicht gnadenlos alleine, denn sie haben einander. Niemand bringt sie zum Schweigen... Ja, sie leiden, aber sie sind nicht traumatisiert. Erzbischof Martin macht das, was immerzu geschieht: Er erklärt die Kirche zum Opfer und macht die wirklichen Opfer verschwinden.

Karsamstag 2014: Andreas Huckele, ehemals Odenwaldschule - die gerade erneut mit sexueller Gewalt in Form von Kinderpornographie kämpft - sagt klare Worte zum gesellschaftlichen Umgang mit sexueller Gewalt: "
Im Gegensatz zu Holocaust-Opfern und Contergan-Geschädigten werden die Betroffenen sexualisierter Gewalt nicht aussterben. Doch ihr Zorn wächst. Darüber, dass sie nun von einer wissenden Gesellschaft genauso alleinegelassen werden wie 2010. Gewissenlos Betrachtende sind eben noch schwieriger auszuhalten als gewissenlos Handelnde." - Da ist was dran. Und wer meint, das passe nicht so recht zur Karwoche oder zu Ostern, der irrt.
Quelle: Süddeutsche

Karsamstag 2014: "Mit einer Mahnwache vor dem Essener Dom wollen Missbrauchsopfer am 27. April gegen die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. am gleichen Tag in Rom protestieren. "Die Heiligsprechung verhöhnt die Opfer sexualisierter Gewalt", erklärte Wilfried Fesselmann vom Opfernetzwerk SNAP am Donnerstag. Johannes Paul II. (1920-2005) sei tief in die Vertuschung der Missbrauchsfälle involviert gewesen und tauge nicht als christliches Vorbild."
Quelle: epd

Karfreitag 2014 Der Innsbrucker Theologie-Dekan Niewiadomski sagte, der demnächst heilig zu sprechende Papst Johannes Paul II. habe beim Umgang mit den Missbrauchsfällen in der Kirche durch sein "Nicht-wahrhaben-Wollen" des Missbrauchs "den Kairos verkannt". Wie bei allen großen Heiligen gebe es auch bei ihm "Schattenseiten".
Quelle: kathpress.co.at/
Kommentar: Das Fördern von Verbrechern - wie dieser Papst es u.a. mit dem Gründer der Legionäre Christi tat - als "Schattenseite" zu bezeichnen, ist unerträglich.

Karfreitag 2014 - Sendungshinweis WDR, Karfreitag, 18.4.2014, Diesseits von Eden, Opfer und Sühne
später als Podcast unter: http://www1.wdr.de/radio/podcasts/wdr5/diesseitsvoneden106.html
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17.4.2014 In einer Kreuzweg-Andacht betet der Papst auch für die Opfer sexueller Gewalt: Jesus ist gestorben, "um den Preis für jeden ungerecht verdeckten Missbrauch zu zahlen und um zu zeigen, dass er, Gott, unwiderruflich und ohne Ausflüchte auf der Seite der Opfer steht." - Der Präfekt der Glaubenskongregation sagt: "Über die kanonischen Sanktionen gegen den Täter hinaus ist die Zuwendung und Hilfe für die Opfer von größter Bedeutung, wofür eben die Diözesen und die Ordensgemeinschaften Sorge zu tragen haben."
Quellen: Radio Vatikan und FAZ

12.4.2014 Ein früherer Bischof der Diözese Roermond starb 2013. Jetzt gab die kath. Kirche zu, was sie bislang leugnete: Der Bischof hat zwischen 1958 und 1961 als Kaplan in Zuid-Limburg 2 Kindern sexuelle Gewalt angetan.
Quelle: dutchnews.nl

11.4.2014 Der Papst bittet die Missbrauchsopfer "einiger" Priester um Vergebung.
Quelle: taz
Kommentar: Zugleich wird er am 27.4.2014 einen hochrangigen Täterschützer heiligsprechen: Papst Johannes Paul II. Das passt nicht zusammen.

10.4.2014 Das ist die Kirche auch:-)
10.4.2014 Erzbischof Kardinal Carlo Maria Martini (1927 bis 2012) hat als Zeuge im Heiligsprechungsprozess von Papst Johanes Paul II. Bedenken gegen die Heiligsprechung geäußert. Der Papst habe die Ortskirchen vernachlässigt zugunsten der neuen geistlichen Bewegungen. Die Feier der Heiligsprechung soll am 27.4.2014 in Rom stattfinden.
Quelle: religion.orf.at
Kommentar: Der Tag der Heiligsprechung von Johannes Paul II wird für die Opfer des Gründers der Legionäre Christi ein Tag der Trauer werden. Dann werden sie nämlich erfahren, dass auch ein Papst heilig gesprochen werden kann, der einen Sexualstraftäter schützte, obwohl er mindestens seit 1983 von den Verbrechen wusste. 

10.4.2014 Frauen seien selbst schuld, wenn sie vergewaltigt werden. Das glaubten laut einer Studie 35 Prozent der Brasilianer. Laut der Gesundheitsbehörde werden in Brasilien pro Jahr mehr als 500.000 Frauen vergewaltigt.
Quelle:
stern.de

9.4.2014 Im März war bekannt geworden, dass das Erzbistum Berlin einen Priester rehabilitierte, obwohl der Priester sexuelle Gewalt gegen einen Jungen gestanden hatte. Da er das Geständnis jedoch nicht unterschrieben hatte, galt er der Kirche als unschuldig. Das damalige Opfer hatte nun ein Gespräch mit dem Bischof des Erzbistums Berlin. In diesem Gespräch sagte der Erzbischof, dass es eine unabhängige Untersuchungskommission nicht geben werde. Er wies darauf hin, dass es doch einen Beraterstab gebe. Das damalige Opfer bezeichnet den Beraterstab als "zahnlosen Tiger", weil er keine Akteneinsicht in Ermittlungen zu Missbrauchsfällen hat.
Quelle: maz s. auch pnn.de und Tagesspiegel

9.4.2014 Als "zahnlosen Tiger" wird man wohl auch die Päpstliche Kommission zum Kinderschutz bezeichnen müssen. Pater Hans Zollner - Gregoriana, mit dem Kinderschutzprogramm betraut, - sagte am 26.3.2014 Radio Vatikan: "The commission will look into the legislation of the Church, the Canon Law and will try to find out whether this is effective or not and then recommend to the Holy See if there is something to change and what to change," Fr Zollner told Vatican Radio. He admitted however that the commission does not "have any legislative power."
Quelle: au.ibtimes.com

9.4.2014 Der frühere Limburger Generalvikar Kaspar war von 1970 bis 2006 Leiter des Kinderheims St. Vincenzstift, einer großen Einrichtung für Behinderte in Rüdesheim-Aulhausen. In einer neueren Untersuchung, die die Ereignisse nach 1970 umfasst, berichten Opfer und Mitarbeiter, dass Kaspar ihren Beschwerden über Gewalt und Misshandlung von Kindern in diesem Heim nicht nachgegangen ist. Gestern bat Kaspar um Nachsicht, es tue ihm unendlich leid und er bitte um Entschuldigung. Laut Radio Vatikan sagte er wörtlich: "Ich teile die Bestürzung und Fassungslosigkeit all derjenigen, denen im Sankt Vincenzstift Aulhausen Leid zugefügt wurde und denen Unrecht geschehen ist." Unerwähnt lässt Kaspar, dass er gerichtlich gegen Alexander Markus Homes' vorging, ein Heimkind, das 1981 in dem Buch "Prügel vom lieben Gott" von seinen Erfahrungen im Kinderheim berichtete. Kaspar überzog Homes zunächst mit einem Strafverfahren wegen übler Nachrede, dann erwirkte er eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Buches. Das Strafverfahren wurde eingestellt, es kam zu einem Vergleich. Homes musste aus seiner Dokumentation einen "literarisch verfremdeten" Text machen. Heute sagt Homes, die Entschuldigung von Kaspar sei keinesfalls ausreichend und er könne sie nicht akzeptieren.
Quelle: faz.net

6.4.2014 Hans Zollner, SJ, Leiter des Kinderschutzprojektes der Gregoriana, sagt, der Heilige Stuhl habe keine Sanktionsmöglichkeiten, wenn eine Bischofskonferenz Leitlinien zum Schutz Minderjähriger vor sexueller Ausbeutung durch Priester weder hat noch sich daran hält. Und er fragt: : "Wie soll denn der Heilige Stuhl das durchsetzten?" Zugleich weist er darauf hin, dass es Bischöfe gebe, die "wegen eklatantem Fehlverhalten" abgesetzt wurden. [Es scheint also durchaus Sanktionsmöglichkeiten zu geben.]
Zollner sagt weiter, dass in Rom seit dem Jahr 2000 etwa 4500 Anzeigen angekommen seien mit einer deutlich höheren Zahl an Opfern. 10 Leute bearbeiten die Anzeigen und sind außerstande, mit jedem Opfer in Kontakt zu stehen oder auch nur die Opfer über den Stand der Prozesse zu informieren.
Quelle: tabularasa-jena.de

4.4.2014 Sexuelle Gewalt an Universitäten der USA scheint Alltag zu sein - genau wie das Ignorieren der Gewalt: "Nach einer Studie aus dem Jahr 2007 sollen ein Fünftel aller Studentinnen sexuell missbraucht worden sein. Sieben Prozent der männlichen Studenten sollen zugegeben haben, schon einmal versucht zu haben, eine Frau zu vergewaltigen oder tatsächlich eine Vergewaltigung begangen zu haben. Zwei Drittel davon sogar mehrmals, im Durchschnitt sechs Mal. Die wenigsten seien festgenommen oder bestraft worden, da nur zwölf Prozent der Opfer Anzeige erstatten.
Quelle: Zeit.de

3.4.2012 Einem irischen Priester in Chile, Mitglied der Legionäre Christi, wird sexuelle Gewalt an zwei Schwestern, 7 und 11 Jahre alt, vorgeworfen. Der Priester John O'Reilly, bestreitet die Vorwürfe. Er hat gute Kontakte zu reichen Familien und ist als TV-Pfarrer bekannt geworden. Ihm drohen 20 Jahre Haft.
Quelle: Radio Vatikan

2.4.2014 An die Rolle des ehemaligen Generalvikars im Bistum Limburg bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen erinnert ein Artikel in der Zeit. Generalvikar Kaspar ging damals gegen eines der Opfer, Alexander Markus Homes, mit einer Strafanzeige wegen übler Nachrede vor und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Buches. Der Autor durfte seine Erinnerungen "Prügel vom lieben Gott" nicht mehr Dokumentation nennen - er musste sie als "literarisch verfremdet" deklarieren. Die im Herbst 2013 vorgestellte Studie, die allerdings nur bis 1970 reicht, bestätigt Alexander Markus Homes.
Quelle: Zeit

1.4.2014 Anmerkungen zum neuen Forschungsprojekt der Deutschen Bischofskonferenz zu sexuellen Gewalt in der Kirche
Im März 2015 ergänzt.

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30.3.2014 Interview mit dem Kirchenrechtler Prof. Norbert Lüdecke in WDR 5, "Jenseits von Eden" ab Sendeminute 2. Thema: Die neue Missbrauchsstudie. Lüdecke sagt, dass die Geheimarchive der 27 Bistümer von den für sie verantwortlichen Bischöfen laut Kirchenrecht auch nicht für die Forschung zur Verfügung stehen dürfen. Die zu befragenden Bischöfe, von Bischof Dr. Ackermann "Kirchenverantwortliche" genannt - haben bislang keine Verantwortung für die Vertuschungen übernommen und keine Konsequenzen gezogen. Ob sich das mit dem neuen Forschungsprojekt ändern wird, bleibt abzuwarten.

29.3.2014 Die italienische Bischofskonferenz hat neue Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen vorgelegt. Danach sind Bischöfe nicht verpflichtet, den Staat über Missbrauchs-Priester zu informieren, sie haben jedoch "die moralische Pflicht, zum Gemeinwohl beizutragen."
Quelle: kath.web

28.3.2014 Der kürzlich ernannte neue Finanzchef des Vatikans, der australische Kardinal George Pell, hat Fehler im Umgang mit einem Missbrauchsopfer in seiner bisherigen Diözese Sydney eingeräumt. „Wir haben, teils unbeabsichtigt, in unserer moralischen und seelsorglichen Verantwortung vielfach versagt“.
Quelle: orf und NZZ

28.3.2014 Das Kloster Mehrerau aus der Sicht der Opfer (Vorsicht! Triggergefahr!)
Quelle: egbert-schmoll.com

27.3.2014 Ein ehemaliger Bischof der anglikan. Kirche von England muss am 10.4.2014 vor Gericht erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 1977 und 1992 sein Amt zu sexualisierter Gewalt an Jungen benutzt zu haben.
Quelle: the guardian

27.3.2014 Andreas Püttmann zur Causa Limburg.
Quelle: Christ und Welt

26.3.2014 Das Verfahren gegen einen ehemaligen Pfarrer der Pfarreiengemeinschafte Lebach wegen sexuellen Missbrauchs wurde eingestellt. Der Priester muss eine Geldbuße von 6000 Euro zahlen. Er hat inzw. auf sein Amt verzichtet. Er hatte einem 15-Jährigen Geld für sexuelle Handlungen angeboten. Ob es eine kirchenrechtliche Ahndung gibt, ist nicht bekannt.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

26.3.2014 Der Limburger Bischof wird nicht nach Limburg zurückkehren. Er hat schon seit Oktober 2013 seinen Amtsverzicht angeboten, den der Papst nun annahm.
Quelle: Zeit.de

25.3.2014 In "Residential Schools", in denen bis 1980 Indianisch stämmigen Kindern ihre Kultur ausgetrieben werden sollte, kam es zu Folter, sexueller Gewalt und körperlicher Gewalt.
Quelle: mz.web

24.3.2014 "Missbrauchte schämen sich" Interview mit Ebba Hagenberg-Miliu.
Quelle: Deutsche Welle

24.3.2014 Bischof Dr. Ackermann hat heute das neue Forschungsprojekt über sexuelle Gewalt in der kath. Kirche vorgestellt. Der Forschergruppe gehören 7 ForscherInnen an, u.a.:  Prof. Dreßing, Forensische Psychiatrie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit;  der Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Heidelberg, Prof. Dieter Dölling, und der Leiter des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, Professor Andreas Kruse. Das Projekt konzentriert sich bevorzugt auf qualitative Untersuchungen. Quantitative Daten sollen erhoben werden zur Auftretenshäufigkeit und zum Umgang mit sexuellen Missbrauchshandlungen an Minderjährigen durch Geistliche. Dazu werden in 9 Bistümern Personalakten von 1945 bis heute nach Taten (nicht auch nach Tätern?) und nach Opfern untersucht. In 18 Bistümern umfasst die Untersuchung den Zeitraum ab 2000 bis heute.
Darüber hinaus sollen Täterstrategien, Opfererleben und das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche untersucht werden. Tiefeninterviews mit Opfern, Kirchenverantwortlichen und Tätern sind geplant.
Quelle: katholisch.de
Anfragen an das neue Forschungsprojekt hier

23.3.2014 Der Theologe Hoff nimmt Stellung zur Äußerung von Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, dass gegen den Limburger Bischof eine "Menschenjagd" stattgefunden habe. "Für Müller geht es im Fall des Limburger Bischofs ums Ganze. Die Kirche darf sich nicht von außen – und dann auch noch öffentlich – kontrollieren lassen. Sie bestimmt die Gesetze ihrer Kommunikation und Entscheidungsgewalt selbst – intern. Müller geht in seiner Solidarität mit dem Limburger so weit, dass für ihn Fragen wie die juristisch einschlägige Lüge des Bischofs keine Rolle spielen können. Eine kirchliche Lappalie offensichtlich. Schließlich steht etwas Grundsätzlicheres auf dem Spiel. An der Entscheidung zu Tebartz-van Elst erweist sich, wo es in der Kirche langgeht."
Quelle: Christ und Welt

22.3.2014 Die Besetzung der Kinderschutzkommission im Vatikan mit 8 Personen ist beschlossen. Ihr gehören an: P. Zollner (SJ, Rom bzw. Deutschland), Sean Patrick O'Malley (Kardinal , Boston), Hanna Suchocka (Polen), Humberto Miguel Yánez (SJ, Argentinien) und Marie Collins (Irland). Die weiteren 3 Mitglieder Claudio Papale (Kirchenrechtler, Jurist, Italien), Sheila Hollins (Psychiatrieprofessorin), Dr. Catherine Bonnet. sind . Die Hälfte der Mitglieder sind Frauen, fünf sind Laien.
Quelle: Radio Vatikan und orf


22.3.2014 Die Besetzung der Kinderschutzkommission im Vatikan mit 8 Personen ist beschlossen. Ihr gehören an: P. Zollner (SJ, Rom bzw. Deutschland), Sean Patrick O'Malley (Kardinal , Boston), Hanna Suchocka (Polen), Humberto Miguel Yánez (SJ, Argentinien) und Marie Collins (Irland). Die weiteren 3 Mitglieder sind unbekannt. Die Hälfte der Mitglieder sind Frauen, fünf sind Laien.
Quelle: Radio Vatikan

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20.3.2014 Opfer des Aloisiuskollegs berichten von ihren Erfahrungen mit einem Täter und vom Umgang mit den Missbrauchsfällen am Aloisiuskolleg: podcast-ww.wdr.de und Text von Christoph Fleischmann.

Buchhinweis: Ebba Hagenberg-Miliu (Hg.): Unheiliger Berg. Das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.
Hier mehr

20.3.2014 Wenn das keine gute Nachricht ist: "Im Bistum Würzburg ist die Bewältigung der Missbrauchsproblematik gelungen", sagte der Missbrauchsbeauftragte der Diözese Würzburg. Zwischen 3/2013 und 3/2014 wurden 4 Vorwürfe gemeldet. 2012/2013 waren es 14 Fälle und 2011/2012 waren es 62 Fälle.
Quelle: br.de

19.3.2014 Unter der schönfärberischen redaktionellen Überschrift "Das Grundvertrauen bleibt" bringt das Domradio ein Interview mit Klaus Mertes, SJ, der am Sonntag den Herbert Haag-Preis erhielt. Zu ergänzen wäre nämlich, was Mertes auch sagt: "Auch frage ich mich: Wie kann ich das Vertrauen in bestimmte kirchliche Personen und Strukturen neu finden? Die Antwort lautete und lautet in einigen Fällen: Es geht definitiv nicht mehr. Diesen Vertrauensverlust habe ich akzeptieren müssen." Der Preisträger weist darauf hin, dass es schwer für Kirchenverantwortliche ist, u.a. für Personalverantwortliche, zuzugeben, dass sie weggeschaut haben. Gelernt habe er 2010, dass es nicht genügt, die Täter aufzudecken und zu bestrafen, sondern zu fragen: "Wie haben die Kinder das erlebt? Wie informieren wir die Eltern?"
Quelle: Domradio
Kommentar: Zu ergänzen wäre, dass immer noch die Frage an die inzwischen erwachsen/alt/älter gewordenen Opfer fehlt, was die denn brauchen.

18.3.2014 US-Fahnder haben einen internationalen Kinderpornoringe im Internet ausgehoben: 14 Verdächtige wurden festgenommen und angezeigt. 27.000 Kunden wurden "bedient", mehr als 250 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren wurden dafür ausgebeutet.
Quelle: Süddeutsche

18.3.2014 Ein polnischer katholischer Priester wurde verhaftet, weil ihm sexueller Missbrauch eines Minderjährigen und das Zeigen von Kinderpornografie in der Zeit vom 1.1.2000 und dem 7.1.2003 vorgeworfen wird. Bereits 2001 wurde der Priester wegen sexueller Gewalt an einem Ministranten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Offensichtlich wurde er nach dieser Verurteilung erneut in priesterlichem Dienst eingesetzt.
Quelle: thenews.pl

16.3.2014 Klaus Mertes, SJ, hat den Herbert Haag-Preis erhalten. Er sagte, der Sprung aus der kirchlichen Sprachlosigkeit über die Missbrauchsskandale gehe nicht ohne Schmerzen, führe jedoch zu einer Veränderung des Selbstbildes. Er äußerte die Hoffnung, dass mit Papst Franziskus, SJ, eine neue Chance bestehe, auf das Missbrauchsthema zuzugehen.
Quelle: kipa

15.3.2014 Die Öffentlichkeit geht davon aus, dass sexuelle Gewalt im kath. Kirchenrecht strenger gehandhabt wird als im staatlichen Recht. Das Erzbistum Berlin hörte den Täter an, der Täter gestand, unterschrieb jedoch das Vernehmungsprotokoll nicht, weil er davon ausging, die Vernehmung sei ein seelsorgliches Gespräch gewesen.
Der Vatikan wurde über den Vorgang informiert, ihm lag auch das nicht unterschriebene Vernehmungsprotokoll vor. Er reagierte, dass der Priester wieder eingesetzt werden könne, wenn ein forensisches Gutachten ergebe, dass der Täter keine Gefahr mehr für Kinder und Jugendliche darstelle. Daraufhin rehabilitierte das Erzbistum Berlin den Täter und informierte die Gemeinde: "Die staatlichen und kirchlichen Untersuchungen gegen Ihren Pfarrer sind inzwischen ergebnislos eingestellt worden. Aus unterschiedlichen Gründen hat das kirchliche Verfahren sehr lange gedauert und damit alle Beteiligten unnötig belastet. Ich bedaure dies ausdrücklich und bitte um Entschuldigung. Für Ihren Pfarrer steht der Wiederaufnahme seines priesterlichen Dienstes nichts mehr entgegen." Nun hat das Opfer protestiert und das Erzbistum Berlin gestand zu, man habe nicht bedacht, wie die Erklärung auf das Opfer wirken würde: „Wir hatten im Ordinariat wohl zu sehr den Täter im Blick und nicht das Opfer“, sagte der Pressesprecher.
Quellen: pnn.de und Tagesspiegel vom 20.3.2014

14.3.2014 Die Beratung ehemaliger Heimkinder ist teurer als die für den Südwesten veranschlagten 6,2 Millionen Euro, weil der Bedarf alle Erwartungen übertrifft. Derzeit müssen die mehr als 1000 Männer und Frauen, die einen Antrag stellten, monatelang warten. In Zukunft sollen die Verwaltungskosten der Anlauf- und Beratungsstelle für Heimkinder 10% des Fonds für die Heimkinder (!) betragen dürfen, nicht wie bisher 5%. Die Mittel für die Beratung ehemaliger Heimkinder im Südwesten sollen nach einer Empfehlung des Sozialausschusses des Landtags voraussichtlich verdoppelt werden.
Quelle: focus

14.3.2014 Der Unterthürheimer Pfarrer ist wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornos, vom Augsburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt worden. Der Benediktiner soll ich in den 80er Jahren in Österreich an einem Jugendlichen vergangen haben. Sein Anwalt sagte, er könne sich nicht vorstellen, wie die Vorwürfe zustande kamen. Sie seien von einem psychisch schwer gestörten Mann gekommen.
Quelle: rt1-nordschwaben
Kommentar: Je schlimmer die Gewalt war, desto mehr ist mit psychischen Folgeschäden zu rechnen. Dass die Folgeschäden dann dem Opfer als Unzurechnungsfähigkeit zugerechnet werden, ist eine durchaus übliche Täterstrategie.

14.3.2014 Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Neustart des Forschungsprojektes "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" beschlossen. Konkrete Details wollten die Bischöfe nicht nennen.
Quelle: Südwestpresse

12.3.2014 In einem Brief an Papst Franziskus hat ein Potsdamer Katholik jetzt seinen Missbrauchsfall bekannt gemacht.
Quelle: maz-online

12.3.2014 "Immer mehr Kinder werden Opfer sexueller Ausbeutung. Ein UN-Bericht kritisiert die dahinter stehende Industrie. Die Nachfrage steige weiter - "unterstützt durch ein Milieu aus sozialer Toleranz, Komplizenschaft und Straflosigkeit". "
Quelle: Süddeutsche

11.3.2014 Das Erzbistum Philadelphia, USA, stellt Beihilfen für die Opfer pädophiler Kleriker ein. Bislang erhielten 13 Kinder von Opfern sexueller Gewalt durch Priester des Erzbistums Zuschüsse zum Schulgeld, insgesamt 196.000 €, derzeit erhalten kaum 6 Opfer Zuschüsse. Das Erzbistum erklärte, die Hilfen für einzelne Familien sollten fortgesetzt werden als "klares Signal für das Engagement des Erzbischofs für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. Einige Opfer sind empört, weil sie erst jetzt von solchen Unterstützungsleistungen erfahren.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Was es bedeutet, dass Beihilfen eingestellt werden und zugleich weitergezahlt werden, kann ich leider nicht erklären...

9.3.2014 "Auch Behinderte litten früher in Kinderheimen – doch beim Fonds „Heimerziehung“ gehen sie leer aus. Ein fatales Versäumnis soll nun geheilt werden."
Quelle: tagesspiegel.de
Kommentar: Wenn es denn wahr wird...

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9.3.2014 In der Schweiz (Wohnbevölkerung ca 8,1 Millionen Menschen) gehen jährlich zwischen 3500 und 4000 Meldungen über sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen bei der Polizei ein. (Zum Vergleich: In Deutschland wurden bei 80 Millionen Menschen 2012 ca 14.865 Fälle gemeldet.)
Quelle: aargauerzeitung.ch

9.3.2014 Edathy will ein Buch schreiben.
Quelle: Süddeutsche
Merke: Nicht die Opfer sind die Opfer, sondern ein erwischter Täter und ggf. seine Institution ist das wahre Opfer. Das gilt auch für die KAB, deren Vorstandsmitglied wegen Kinderpornographie, d.h. wegen des Anschauens von Bildern, die die sexuelle Folter von Kindern zeigen, zurückgetreten ist. Der KAB geht es um die Institution, nicht um die Opfer. Offensichtlich ist auch dort noch nicht angekommen, dass die Opfer mitten unter uns leben und die Täter auch. 


8.3.2014 Der emeritierte Papst Benedikt XVI. war schon zu Lebzeiten seines Vorgängers Johannes Paul II. von dessen Heiligkeit überzeugt. Das sagte er in seinem im ersten Interview nach seinem Amtsverzicht Ende Februar 2013. Für ihn war das Hauptkriterium der Heiligkeit von Johannes Paul II. dessen Mut zur Wahrheit.
Quelle: Domradio
Kommentar: Die Legionäre Christi, die Opfer ihres Gründers wurden, der von Johannes Paul II. geschützt wurde, werden das anders sehen.

8.3.2014 Der Sekretär der Bildungskommission der Konferenz der Bischöfe von England und Wales aus dem Dominikaner-Orden hat gestanden, 5005 zum Teil extrem brutale Bilder von Kinderpornographie, d.h. Folter von Kindern, zu besitzen. Er wurde suspendiert. Urteilsverkündung ist am 31. März.
Quelle: The tablet

7.3.2014 Das Gericht in Südafrika hat die Verhandlung gegen Pfarrer Georg K., dem auch in Deutschland sexuelle Gewalt gegen Kinder vorgeworfen wird, auf den 3.4.2014 vertagt. Dann soll geprüft werden, wie mit dem Auslieferungsantrag aus Deutschland verfahren werden soll. Inzwischen sind Jahre seit der Anzeige gegen K. vergangen. Erste Hinweise erhielt das Bistum Aachen anonym bereits 2003, nahm sie aber erst Anfang 2010 ernst.
Quelle: wz-newsline.de

5.3.2014 Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt gegen den Bundesvorsitzenden der KAB wegen des Verdachts der Kinderpornographie. Der Geständige ist noch im November 2013 als Mitglied in den Hauptausschuss des Zentralkommitees der Katholiken gewählt worden. Er ist auch CDU-Mitglied.
Quelle: www.focus
6.3.2014 Der geständige Kinderpornographie-Konsument entschuldigt sich: „Ich kann mich nur bei allen entschuldigen, die durch mein Handeln Leid erfahren – bei meiner Familie, bei Freunden, bei den Politikern, bei den Bischöfen und bei meinem Verband. Ich kann verstehen, dass jetzt viele Menschen zutiefst enttäuscht sind.“
Kommentar: Er hat eine Gruppe bei seiner Entschuldigungsbitte vergessen: Die Opfer. Jene Kinder, deren sexuelle Folter er angeschaut hat.

5.3.2014 Gegen einen langjährigen Berater von David Camerone wird im Zusammenhang mit Kinderpornographie ermittelt. Er wurde verhaftet.
Quelle: Blick.ch

5.3.2014 "Voglio dire due cose. I casi di abusi sono tremendi perché lasciano ferite profondissime. Benedetto XVI è stato molto coraggioso e ha aperto una strada. La Chiesa su questa strada ha fatto tanto. Forse più di tutti. Le statistiche sul fenomeno della violenza dei bambini sono impressionanti, ma mostrano anche con chiarezza che la grande maggioranza degli abusi avviene in ambiente familiare e di vicinato. La Chiesa cattolica è forse l’unica istituzione pubblica ad essersi mossa con trasparenza e responsabilità. Nessun altro ha fatto di più. Eppure la Chiesa è la sola ad essere attaccata".
Übersetzung: Zwei Dinge möchte ich sagen: Die Missbrauchsfälle sind schrecklich, weil sie tiefe Wunden zurücklassen. Benedikt XVI. war sehr couragiert und hat eine Straße geöffnet. Die Kirche hat viel auf dieser Straße gemacht. Vielleicht am meisten. Die Statistik des Phänomens der Gewalt gegen Kinder ist beeindruckend, aber sie zeigt mit Deutlichkeit, dass die große Mehrheit des Missbrauchs in der familiären Umgebung und in der Nachbarschaft geschieht. Die kath. Kirche ist die einzige öffentliche Institution, die sich mit Transparenz und Rechenschaft bewegt hat. Niemand anders hat mehr getan. Doch die Kirche ist die einzige, die angegriffen wurde.
Quelle: La corriere
Kommentar: Ermutigend klingt das nicht. Und natürlich gibt es in Familien mehr sexuelle Gewalt als in der Priesterschaft - es gibt ja auch mehr Familien als kath. Priester. Eine halbwegs zuverlässige Aussage über die Häufigkeit sexueller Gewalt in der Priesterschaft kann erst getroffen werden, wenn es entsprechende unabhängige Untersuchungen gibt. Für Deutschland gibt es die noch immer nicht. Dass "die Kirche" transparent mit den Missbrauchsfällen umgegangen ist, dürfte für einige Verantwortliche zutreffen - und für viele leider immer noch nicht. Wären die Aufklärung und der Opferschutz Chefsache für den Papst, würde seine Äußerung zum Thema anders klingen.   

5.3.2014 Nach einer repräsentativen EU-Studie hat in Deutschland jede 3. Frau seit dem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt, jede 20. Frau wurde vergewaltigt, 12% der Frauen wurden vor ihrem 15. Lebensjahr Opfer sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs durch einen Erwachsenen, d.h. jede 8. Frau. Jede 3. Frau berichtet von psychischer Misshandlung in der Partnerschaft, 18% berichten, dass sie Stalking-Opfer wurden. Nur jedes 4. Opfer von Gewalt geht zur Polizei.
Quelle: spiegel.de/
Kritik an dieser Studie finden Sie hier - es ist niemandem gedient, wenn die Forscher unseriös arbeiten.

4.3.2014 Gespräch über die Schweizer Verdingkinder
Quelle: www.srf.ch/ (Vorsicht! Triggergefahr!)

4.3.2014 Über die vielen Worte und die wenigen Taten für Opfer von Gewalt in Kindheit und Jugend in Deutschland.
Quelle: www.spiegel.de

1.3.2014 Bei einem BKA-Spitzenbeamten wurde kinderpornographisches Material entdeckt, das illegal und strafrechtlich relevant war. Das Material wurde  Anfang 2012 der Staatsanwaltschaft übergeben. Der Beamte zahlte Ende 2012 einen Strafbefehl, um einen Prozess zu vermeiden und wurde ein Jahr später in den Ruhestand versetzt.
Quelle: FR

28.2.2014 Im Erzbistum Berlin wurde ein Priester, der 2010 den sexuellen Missbrauch eines Jungen in einem Gespräch mit dem damaligen Weihbischof und dem Domprobst Stefan D. gestanden hatte, vollständig rehabilitiert und wieder in seinen Dienst eingesetzt. Die Gemeinde wurde darüber informiert, dass die kirchliche Untersuchung ergebnislos eingestellt worden wäre. Generalvikar und Domprobst gaben die Information über das Geständnis nicht an die Staatsanwaltschaft weiter.
Als das Opfer sich im Sept. 2013 erneut an das Erzbistum wandte, sei es 'auf einen Missbrauchsbeauftragten getroffen, der ihm im Gespräch signalisiert habe, es lohne sich doch nicht, gegen Windmühlen anzukämpfen.'
Quelle: berliner-zeitung.de
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27.2.2014 Im Bistum Augsburg - Unterthürheim - wurde ein Pater wegen des Besitzes von pornographischen Darstellungen von Kindern und Jugendlichen verurteilt. Einem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, der im Ausland stattgefunden haben soll, ging das Gericht nicht nach.
Quelle: http://www.stadtzeitung.de

24.2.2014 Die katholische Kirche in Kroatien hat einen Priester nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Es ist die erste Verurteilung nach dem Kirchenrecht in Kroatien. Das Strafmaß wurde nicht bekanntgegeben.
2012 berichteten Medien von angeblich mehr als 100 Jungen und von Priestern, die Opfer dieses Pfarrers geworden sein sollen. "Von seinen Untaten sollen alle in der Kirche gewusst haben, hieß es damals, doch soll der nun verurteilte Geistliche einen mächtigen Beschützer gehabt haben. Dieser sei im Vatikan wegen der Vergewaltigung einer Ordensschwester vor Gericht gestellt worden."
Quelle:tt.com/home

24.2.2014 Auf Teneriffa wurde ein 85-jähriger britischer kath. Priester festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 1957 und 1991 sieben Kindern sexuelle Gewalt angetan zu haben, darunter auch 6-jährigen. Die Polizei hat über 20 Jahre nach dem Mann gesucht, der laut BBC auf Teneriffa mit seinem richtigen Namen gemeldet war, nach anderen Quellen den Tarn-Namen Raul Martin trug. Die Kirche hat die Polizei bei der Suche unterstützt.
 Quelle: sueddeutsche.de

24.2.2014 Der Erzbischof von Edinburgh, Leo Cushley, hat den Fall von Kardinal Keith O'Brien, seinem Vorgänger, in den Vatikan geschickt. Drei Priester werfen O'Brien erzwungene und missbräuchliche sexuelle Beziehungen vor.
Quelle: the guardian

23.2.2014 In Minneapolis erhält ein Priester, der wegen Kindesbrauch verurteilt war, seit Jahren von der Kirche eine Berufsunfähigkeits-Rente - aus Gründen der christlichen Nächstenliebe.
Quelle: merkur-online

23.2.2014 Der Sexualmediziner Beier plädiert dafür, dass Pädophile auch in Staatsämter kommen dürfen unter der Voraussetzung, dass sie die volle Verantwortung für ihre sexuelle Präferenz übernehmen und ihr Verhalten sicher kontrollieren können. "Angehörige einer sexuellen Minorität können besonders wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sein, weil sie eine ganz andere Wahrnehmung für Entrechtung und Ausgrenzung haben", sagte Beier.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Dass Pädophile tatsächliche eine gute Wahrnehmung für Entrechtung und Ausgrenzung haben, dürfte richtig sein - solange es um ihre eigene Ausgrenzung geht. Dass sie eine besondere Wahrnehmung für die Entrechtung ihrer Opfer haben, darf jedoch sehr bezweifelt werden. TherapeutInnen jedenfalls berichten von einem gravierenden Mangel an Empathiefähigkeit von Tätern. Ob dies bei Pädophilen, die nicht Täter werden, anders ist, weiß ich nicht.

20.2.2014 In Rom wird am Samstag der Erzbischof von Santiago, Ricardo Ezzati, zum papstwahlberechtigten Kardinal erhoben. Ein Missbrauchsopfer wirft ihm vor, in seinem Fall die Ermittlungen behindert zu haben.
Quelle: biobiochile.cl

19.2.2014 Im Erzbistum Köln wird auch an den Schutz von Senioren und Behinderten vor sexueller Gewalt gedacht.
Quelle: Berliner Zeitung

19.2.2014 Von der neu einzurichtenden Kinderschutzkommission sagt der Jesuit Hans Zollner: „Die Kommission soll dem Schutz von Kindern und Jugendlichen dienen und unter anderem Modelle pastoraler Hilfe für Missbrauchsopfer entwickeln“, sagte der Jesuit Hans Zollner. Und: „Nachbesserungsbedarf gibt es bei der Transparenz der innerkirchlichen Gerichtsverfahren, bei der Ausstattung der Gerichte und vor allem bei der Hilfe für die Opfer.“
Quelle: tagesspiegel
Kommentar: In Rom scheint angekommen zu sein, dass es nicht damit getan, Opfer mit Geld abzuspeisen und sie zu TherapeutInnen weiterzuschicken. Verstanden worden ist hoffentlich, dass auch Opfer Kirche sind (wenn sie es denn noch wollen) und dazugehören.

18.2.2014 Zum Hintergrund der sog. Posing - Filme und - Fotos. Vorsicht: Triggergefahr.
Quelle: sueddeutsche.de

17.2.2014 In der Edathy-Affäre wird über alles Mögliche gesprochen - nur nicht über die Opfer. Lea Ackermann fordert mehr gesetzlichen Schütz für die Opfer von Kinderpornografie.
Quelle: Solwodi

17.2.2014 Der Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis, USA, muss über die Missbrauchsfälle in seinem Erzbistum aussagen. Ein Einspruch des Erzbistums wurde vom Gericht zurückgewiesen.
Quelle: orf

17.2.2014 In Polen wurde der Ordenspriester Woijciech G., 36, verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, mindestens drei Kinder in der Dominikanischen Republik sexuell missbraucht zu haben. Außerdem haben die ponlischen Behörden Ermittlungen gegen den ehemaligen Nuntius, Erzbischof Joszef Wesolowski, aufgenommen.
Eine andere Quelle spricht von mindestens 10 Opfern. Außerdem berichtet sie, dass auch in Polen Ermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie (d.h. Folter) eingeleitet wurden.
Quelle: domrep-magazin.de

15.2.2014 Ein Pfarrer, dem das Bistum Trier sexuelle Gewalt gegen Minderjährige vorwarf, hat einen "strengen Verweis" von Bischof Ackermann erhalten: 3000 Euro Geldstrafe und 1 Jahr Verbot der öffentlichen Amtsausübung. Weitere staatliche oder kirchenrechtliche Konsequenzen gibt es nicht. "Dem Beschuldigten konnte nach Überzeugung des Bistums insgesamt in vier Fällen im Zeitraum von 1984 bis 1986 ein Verhalten nachgewiesen werden, das als sexuelle Übergriffigkeit und Grenzverletzung zu werten ist." Das damalige Kirchenrecht ging davon aus, dass "minderjährig" bedeutet, dass ein Opfer unter 16 Jahre alt ist. Inzwischen gilt als minderjährig, wer unter 18 ist.
Quelle: Rheinzeitung

11.2.2014 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Münster wurde vor 4 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 15-Jährigen verurteilt. Eine junge Frau hatte 2009 Anzeige erstattet. Nun wurde dem Priester die Berechtigung zu kirchlichen Amtshandlungen entzogen und er wurde laisiert. Der verurteilte Priester hat 1997 in Honduras ein Hilfsprojekt für Straßenkinder im Alter von 8 bis 14 Jahren ins Leben gerufen und Spenden dafür gesammelt.
Quelle: nwzonline.de
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11.2.2014 Pater Zollner, SJ, sagt im Interview, die Vorwürfe der UN an den Vatikan im Blick auf die Behandlung der Missbrauchsfälle seien für die Vergangenheit zutreffend, heute jedoch nicht mehr.
Quelle: badische-zeitung.de

9.2.2014 Childhood Brasilien hat zusammen mit der OAK Foundation eine Studie gemacht, die bestätigt, dass Kinder und Jugendliche in Brasilien durch große Sportveranstaltungen erhöhten Gefahren ausgesetzt sind. Die Anwesenheit von Touristen und der vermehrte Bedarf an Hilfsarbeitern erhöhen das Risiko von Kinderarbeit und Kinderprostitution. Schon jetzt ist sexueller Missbrauch von Kindern die zweithäufigste Straftat in Brasilien. Das Alter der betroffenen Kinder liegt dabei zwischen 10 und 14 Jahren.
Quelle: de.childhood.org


7.2.2014 Bischof Cristian Contreras, Chile, hat den Vatikan gebeten, Missbrauchsvorwürfe gegen ihn zu prüfen, deren Wahrheitsgehalt er bestreitet. Andere Priester haben die Vorwürfe gegenüber dem Center for Investigative Journalism/CIPER vorgebracht. U.a. soll es in einem Fall um ein 15-jähriges Kind gehen. Der Vatikan hat im Januar die Vorwürfe untersucht. Überprüft wurde auch der Priester Mariana Labarca, ehemaliger Leiter der Mercedarios, eines Ordens, bei dem Bischof Contreras Mitglied ist. Labraca hält sich derzeit in einem Kloster auf.
Quelle: Radio Vatikan

7.2.2014 Der Vatikan kritisiert den Bericht der Kinderrechtskommission der UNO, die mit ideologisch geprägten Äußerungen zu künstlicher Empfängnisverhütung, Abtreibung und menschlicher Sexualität ihre Grenzen überschreite und sich in innerkirchliche Angelegenheiten einmische.
Quelle: orf
Kommentar: Wenn die UNO die Struktur der kath. Kirche nicht verstanden hat - und das scheint streckenweise tatsächlich so zu sein -, so sollte der Vatikan doch die UNO-Aussagen zum Täterschutz und zum Mangel an Opferschutz bei den Missbrauchsfällen sehr ernst nehmen und eine Kommission einsetzen, die kirchenunabhängig arbeitet, um die Fälle der Vergangenheit wirklich aufzuklären. Aber wieder einmal sieht es so aus - wie bereits in Deutschland bei der gescheiterten Pfeiffer-Untersuchung -, dass Kirchenleute sich in einen Streit verstricken, bei dem dann die Opfer einfach aus der Wahrnehmung rausfallen.

7.2.2014 Ein 26-Jähringer Pole beschuldigt einen katholischen Priester, ihn in der Jugend sexuell missbraucht zu haben. Der Täter wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Das Opfer fordert von der Diözese Koszalin-Kolobrzeg und einer Pfarrei knapp 48.000 Euro und eine Entschuldigung. Die Diözese verweigert die Zahlung von Schadenersatz, da es dafür keine rechtliche Grundlage und keine Beweise für eine Mitverantwortung der Kirche gebe. Das Opfer spricht davon, die Kirche habe von der pädophilen Neigung des Priesters gewusst, die Diözese weist das zurück. Sie hat den Täter 2008 wegen einer Beziehung zu einem Mann suspendiert.
Quelle: orf

6.2.2014 Pater Mertes im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagt: "Bischöfe, die an Vertuschungen beteiligt waren, sollten ihr Amt verlieren oder zurücktreten. Aber stattdessen klettert ein Bischof Müller, der in Regensburg an höchster Stelle vertuscht und vernebelt hat, mir nichts dir nichts auf der römischen Karriereleiter nach oben." Mertes fährt fort: "Da sitzt er [Müller] als Nummer drei im Vatikan und fabuliert immer noch ständig von irgendwelchen 'böswilligen Pressekampagnen' gegen die katholische Kirche. Von Reue keine Spur, und erst recht nicht von der Bereitschaft, sich auf Strukturprobleme der Kirche im Zusammenhang mit Missbrauch einzulassen. Müller macht einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Er tut so, als hätte es da halt ein paar böse Kleriker gegeben, aber sonst wäre in der Kirche alles in Ordnung und könnte so bleiben, wie es immer war. Ich halte das für unerträglich. Unerträglich vor allem auch für die Opfer. Wie will dieser Mann ausgerechnet als Chef der Behörde, die ja nicht zuletzt für das Thema Missbrauch zuständig ist, eigentlich je wieder glaubwürdig sein?"
Quelle: Kölner Stadtanzeiger
Kommentar: Die Forderung, dass Bischöfe, die an Vertuschungen beteiligt waren, zurücktreten oder suspendiert werden sollen, ist auch dann richtig, wenn damit weltweit viele Bischofsstühle verwaisen werden. Zur Rolle von Bischof Müller ist noch zu ergänzen, dass es für Opfer unerträglich ist, dass die neue geplante Kinderschutzkommission ausgerechnet der Glaubenskongregation unterstellt werden soll, deren Präfekt Müller ist. Unter diesen Bedingungen ist von dieser Kinderschutzkommission nicht viel zu erwarten.

6.2.2014  Der Vizerektor der Päpstlichen Universität Gregorian, Hans Zollner, S, äußert zum UN-Bericht u.a.: "... die jüngsten Bemühungen des Heiligen Stuhls scheinen mir nicht in genügendem Maß widergespiegelt zu sein: die Bemühungen um mehr Transparenz, den Versuch, das Kirchenrecht neu zu definieren und neue Normen einzuführen.“ Er weist jedoch darauf hin, dass zu den Punkten, die "unbedingt gelöst werden müssen" die Frage gehört: „Welche Mitverantwortung haben die Bischöfe oder die höheren Ordensverantwortlichen, wenn sie wussten von einem Missbrauch, der durch einen Prietser o.ä. geschehen ist, und die nicht entsprechend den kirchlichen und staatlichen Normen gehandelt haben?"
Quelle: Radio Vatikan

6.2.2014 Das Generalkapitel der Legionäre Christi hat sich bei seinen Mitgliedern und bei den Opfern des Gründers Maciel entschuldigt.
Quelle: Radio Vatikan

5.2.2014 Christian Weisner, Wir sind Kirche, kommentiert die UN-Aussagen zum vatikanischen Vorgehen in Missbrauchsfällen. Christian Pfeiffer, KFN, kommentiert ebenfalls.

5.2.2014 Der Vatikan reagiert auf die Vorhaltungen der UNO, er habe nichts zu verbergen und werde die offenen Fragen beantworten. Erzbischof Silvano Maria Tomasi, der bei der Anhörung am 16.1. dabei war, sagte: „Es geht immerhin um 40 Millionen Fälle von Kindesmissbrauch weltweit. Leider gehen einige Fälle von Missbrauch auf das Konto von Kirchenleuten, selbst wenn das mit Blick auf die Gesamtzahl der Fälle ein geringer Teil ist. Die Kirche hat darauf reagiert und tut das weiterhin. Wir müssen auf unserer Politik der Transparenz und Intoleranz von Missbrauch beharren, weil schon jeder einzelne Fall von Kindesmissbrauch ein Fall zu viel ist.“ Tomasi beklagte, dass die Neuerungen des Vatikans, die in den letzten 2 Jahren eingeführt wurden, von der UN nicht berücksichtigt worden sind.
Zu den Empfehlungen der UN, katholische Positionen im Blick auf Homosexualität, Empfängnisverhütung und Abtreibung zu verändern, sagte Tomasi, das seien nicht verhandelbare Positionen der kirchlichen Lehre.
Quelle: radiovaticana.va
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5.2.2014 Die UNO hat heute in Genf ihren Bericht im Anschluss an die Anhörung des Vatikans zu Kindesmissbrauch veröffentlicht. Unter anderem wirft sie dem Vatikan vor:
- Missbrauchsfälle in der Kirche nicht bzw. nicht ausreichend aufgeklärt zu haben.
- das Ansehen der Kirche höher einzustufen als den Schutz Minderjähriger
- konkrete Angaben zu Missbrauchstätern zu verweigern
- Missbrauchs-Täter in ihrem priesterlichen Amt zu lassen und sie nicht der Justiz zu übergeben.
Die UN äußerte tiefe Besorgnis, dass dem Heiligen Stuhl unterstellte Mitglieder der Kirche in den Missbrauch zehntausender Kinder weltweit verstrickt seien.
Die Vatikan-Vertreter hatten bei der Anhörung ihre Weigerung, konkrete Fakten zu nennen, damit begründet, dass der Vatikan keine staatliche Verantwortung für Kircheninstitutionen sowie deren Angestellte in anderen Ländern habe.
Quelle: Spiegel und Süddeutsche

3.2.2014 Peter Schruth - seit 2011 Ombudsmann für die Heimkinder in Ost und West - hat für den Fall, dass es zu einer Einschränkung des Heimkinder-Fonds Ost kommt, seinen Rücktritt angekündigt.
Quelle: tagesspiegel.de

2.2.2013 Entgegen den bisherigen Versprechen sollen die "Entschädigungszahlungen" an Heimkinder Ost noch restriktiver als bisher gehandhabt werden. Betroffene sollen nach den Plänen des Bundesfamilienministeriums nur noch etwa 3 Monate Zeit haben, pauschal und ohne (entwürdigenden) Nachweis 3000 Euro zu erhalten. Es mangelt nicht nur an Geld im Fond - es mangelt auch an Beratern. Betroffene müssen bis zu eineinhalb Jahre auf ein Beratungsgespräch warten.
Quelle: Spiegel

2.2.2014 Die Stieftochter von Woody Allen, Dylan Farrow, wirft dem Regisseur in einem Offenen Brief an die New York Times sexuellen Missbrauch vor. Ihre Mutter, Mia Farrow, hatte dies bereits in den 90er Jahren des letzten Jhs. behauptet, ohne dass es zu einer Untersuchung oder zu Konsequenzen kam.
Quelle: Süddeutsche
3.2.2014 Woody Allen weist die Vorwürfe seiner Stieftochter zurück.
Quelle: Spiegel

1.2.2014 Auch Männer sind Opfer häuslicher Gewalt.
Quelle: FR

1.2.2014  Im Bistum Trier hat ein mutmaßliches Opfer im Juli 2012 einen katholischen Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Seither ermittelt das Bistum. Im Dezember 2013 wehrte sich der Angezeigte, indem er Flugblätter nach einem Gottesdienst an die Gläubigen verteilte. Darin wirft er dem BIstum "Hinhaltetaktik" vor. Inzwischen räumte der Priester einen Übergriff von 1984 an einem anderen Opfer ein. Zur Anzeige vom Juli 2012 äußert er sich nicht. Er hat jedoch - anders als das Bistum Trier - Konsequenzen gezogen und wird keine Eucharistie mehr feiern, bis die Vorwürfe geklärt sind.
Der Sprecher des Bistums wies darauf hin, dass 1984 keine Anzeige beim Bischöflichen Generalvikariat eingegangen sei. Lediglich der damals zuständige Dechant sei von PFadfindern informiert worden. Ob der Vorfall an das Bistum weitergemeldet wurde, sei nicht zu erkennen, es gäbe keine Notiz in der Personalakte.
Quelle: Volksfreund

1.2.2014 Bernhard R., nach eigenen Angaben Opfer sexuellen Missbrauchs in den 70er Jahren durch einen Pater im Internat Lebenhan, hat über seine Rechtsanwältin Klage gegen die Diözese Würzburg eingereicht: Damit geht ein lange schwelender Streit um Behauptungen der Kirche, Rasche sei nur Zeuge sexuellen Missbrauchs und kein Opfer, nun vor dem Amtsgericht Würzburg weiter. Bernhard R. hatte das Bistum 2008 informiert, dass er Opfer eines Lebenhaner Paters geworden war - das Bistum bezeichnete ihn aber mehrfach als Zeuge, nicht als Opfer.
Quelle: mainpost

1.2.2014 Die US-Diözese Helena reichte einen Insolvenzantrag ein wegen Zahlungen in Millionenhöhe an 362 Menschen, die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester wurden.
Quelle: Süddeutsche

30.1.2014 Beim Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe beim Papst soll der Papst vor Klerikalismus gewarnt haben - auch dem der Laien. Außerdem forderte er die österreichischen Bischöfe auf, mit laisierten Priestern ins Gespräch zu kommen und zu prüfen, wie diese ins kirchliche Leben eingebunden werden könnten.
Quelle: diepresse.com
Kommentar: Mit den laisierten Priestern sind hoffentlich nicht die 400 gemeint, die entweder um Entlassung aus dem Amt gebeten hatten oder von Papst Benedikt XVI. entlassen wurden, weil sie Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchten.

31.1.2014 Der Papst will die neu gegründete Kinderschutzkommission des Vatikans an die Glaubenskongregation anschließen. Er dankte der Glaubenskongregation für ihre Bemühungen im Kampf gegen Fälle von sexuellem Missbrauch (!). Die Kommission wurde im Dezember 2013 angekündigt.  
Quelle: kathweb.at
Kommentar: Bislang war von einer unabhängigen Kommission, nun ist von ihrer  Eingliederung in die Glaubenskongregation die Rede. Chef der Glaubenskongregation ist Erzbischof Müller, ehemals Bischof von Regensburg.


28.1.2014 Heute und morgen tagt in Würzburg der Ständige Rat der DBK. Thema wird auch das Forschungsprojekt sexueller Missbrauch sein. Die Bewerbungsfrist lief Ende Oktober 2013 aus. 
28.1.2014 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einer Irin Schmerzensgeld (30.000 Euro) und 85.000 Euro Kostenerstattung) zugesprochen. Die Frau war 1973 als Neunjährige vom Schuldirektor wiederholt sexuell missbraucht worden. Der EGMR urteilte, die Frau sei als Mädchen in ihrem Recht verletzt worden und der Staat habe gegen seine Pflicht verstoßen, Kinder vor Misshandlungen zu schützen.  Quelle: spiegel.de
28.1.2014 Die Bundeswehr machte 2005 eine Studie mit 7 Fragen. Sie wollte wissen, wie viele Frauen sexuelle Belästigung melden und ob sie mit der Bestrafung der Täter zufrieden seien. Drei Viertel der Frauen hatten keine Meldung gemacht, weil sie meinten, es würde sich sowieso nichts ändern. Die Frauen, die eine Beschwerde eingereicht hatten, waren unzufrieden. Fast die Hälfte von ihnen berichtete, dass es gar keine Untersuchung gab oder diese stark verzögert wurde. "Nachdenklich" machen müsse das, kommentierten die Wissenschaftler 2005. In einer neuen Studie 2011 tauchten nun 5 der 7 Fragen erst gar nicht mehr auf. Die Begründung der Bundeswehrsprecherin dafür: Die Umfrage von 2011 sollte vergleichbar gemacht werden mit der Umfrage von 2005.
Als die Resultate vor einigen Monaten der Bundeswehr vorlagen, erhielt der Wissenschaftler den Auftrag herauszufinden, ob andere Arbeitgeber nicht ähnliche Probleme haben mit sexueller Belästigung. Das fand der Wissenschaftler auftragsgemäß heraus und bei der Vorstellung der Studie wurde dann auch betont: Nicht nur bei der Bundeswehr gibt es sexuelle Belästigung.
Quelle: Spiegel
Kommentar: So formuliert man Studien, wenn man Ergebnisse nicht wissen will. Und mit Blick auf "andere" können unliebsame Ergebnisse relativiert werden. Das ist gut für die Bundeswehr - und schlecht für die Frauen.

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24.1.2014 "Dem Vernehmen nach ist die Vergabe [des neuen Forschungsvorhabens "Missbrauch in der kath. Kirche"] an einen interdisziplinären Forschungsverbund entscheidungsreif. Bis 2017 soll er Ergebnisse liefern. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, legt Wert darauf, dass für das Projekt alle benötigten Akten zur Verfügung gestellt werden - auch jene aus sogenannten Geheimarchiven."
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Da dürfen wir gespannt sein - z.B. auf die Langfassung des bislang nur als Zusammenfassung veröffentlichten geheimen Westpfahl-Berichts aus dem Erzbistum München. Interessant dürfte auch werden, ob denn nun die Vorgaben des kirchlichen Datenschutz- und Archivrechtes nicht mehr gelten und ob es tatsächlich die nötigen Sondergenehmigungen zur Akten-Einsicht in allen 27 Bistümern und in allen Orden gibt - auch in die Geheimakten und die bischöflichen Handakten. Im gescheiterten Forschungsprojekt mit Christian Pfeiffer/KFN war dies noch nicht möglich gewesen. In der Ausschreibung des jetzigen Forschungsprojektes war noch die Rede davon, dass die Regelungen des kirchlichen Datenschutz- und Archivrechtes zu beachten seien.

23.1.2014 Jeff Anderson, Opferanwalt aus den USA, hat den Papst aufgefordert, ein kirchliches Disziplinarverfahren gegen Kardinal Francis George einzuleiten, um ihn für seine Rolle in der Vertuschung von Missbrauchsfällen zu bestrafen.
Quelle; kipa

23.1.2014 Der Eckige Tisch zieht Bilanz der Aufarbeitung von sexueller Gewalt durch zwei der Haupttäter, Wolfgang St. und Peter R.. Die Bilanz ist bitter: "Das ist der Stand der Dinge vier Jahre nach der Bekanntmachung der Missbrauchsfälle durch Betroffene: Den Tätern geht es gut. Die Kirche fühlt sich als Vorreiter bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs. Und die Opfer können sehen, wo sie bleiben."
Quelle: Eckiger Tisch

23.1.2014 In Psychologie heute 1/2013 wird die Verarbeitung sexueller Gewalt von katholischen Opfern untersucht. Das Ergebnis: Katholisch geprägte Opfer interpretieren das Erlebnis mit katholisch-christlicher Semantik. In einem in der Zusammenfassung geschilderten Fall übernimmt das Opfer die "Suggestion von Freiwilligkeit und Komplizenschaft" und "weist sich im Rahmen einer katholischen Semantik selbst die Schuld für sexuelle Gewalterfahrungen zu." Ein anderes Opfer interpretiert die Gewalt als eine "Prüfung Gottes".
Quelle:psychologie-aktuell
Kommentar: Wenn die Kurzfassung die Ergebnisse richtig wiedergibt, dann sind sie nicht überraschend. Jedes Opfer interpretiert das, was ihm widerfährt, innerhalb des ihm vertrauten Sinnsystems - eigentlich keine Überraschung. Und dass das Opfer sich selbst die Schuld zuweist, gehört zur Dynamik sexueller Gewalt - die ist unabhängig von Glauben bzw. Konfession.

23.1.2014 Im Bistum Trier sollen sich in den letzten vier Jahren 107 Missbrauchsopfer gemeldet haben. 72 Anträge auf Geldleistungen gingen ein, 68 davon wurden bearbeitet.
Quelle: focus

21.1.2014 Das Erzbistum Chicago will die Akten von 30 ehemaligen Priestern öffnen, die Kinder missbrauchten. Akten von weiteren 35 Priestern waren im Gespräch.
Quelle: orf und Süddeutsche v. 22.1.2014

19.1.2014 Der englische Observer wirft BBC-Verantwortlichen vor, sie hätten von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen des pädophilen Jimmy Savile gewusst, aber nichts unternommen. Eine Untersuchung geht von Hunderten, ggf. bis zu eintausend Opfern in 4 Jahrzehnten aus.
Quelle: faz.net

19.1.2014 Michael Lerchenberg, Regisseur, berichtet über seine Zeit im ehemaligen Internat des Augsburger Gymnasiums St. Stephan
...
Michael Lerchenberg klagt an: Sexuelle Übergriffe im Internat - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Michael-Lerchenberg-klagt-an-Sexuelle-Uebergriffe-im-Internat-id28460082.html
. Der Abt wirft ihm heute vor, die Grenzen des Anstands zu überschreiten.
Quelle: augsburger-allgemeine.de

17.1.2014 Der Vatikan  hat 2011 und 2012 insgesamt 384 Priester ihres Amtes enthoben, weil sie sexuelle GEwalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt hatten.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Kommentar: Da lohnt es, genauer hinzuschauen. 2011 waren es 135 Priester, die ihr Amt von sich aus zurückgaben und 125, denen das Amt entzogen wurde. 2011 gab es 67 freiwillige Rücktritte und 57 angeordnete Rücktritte vom Priesteramt. Die genaue Schlagzeile müsste also heißen: Der Vatikan hat 2011 und 2012  insgesamt 182 Priestern das Priesteramt entzogen. 202 traten freiwillig von ihrem Amt zurück.
Quelle: ncronline

17.1.2014 Der Vatikan wehrt sich gegen eine Berichterstattung wie diese und betont, dass er nur für Fälle zuständig sei, die im Vatikanstaat geschehen, ansonsten müsse sich die UN an die lokalen Behörden, d.h. wohl die Bistümer wenden:
„Es lag nicht in der Kompetenz des Komitees, nach Einzelfällen zu fragen – auch wenn es einen Einzelfall gibt, der unter die Kriterien der Konvention fällt. Das ist der Fall eines Diplomaten, der ein Bürger des Vatikanstaats ist [Erzbischof Jozef Wesolowski, früherer Nuntius in Santo Domingo, Anm.]. Zu den entsprechenden Vorwürfen werden derzeit Ermittlungen durchgeführt, und das wurde vom Leiter unserer Delegation, Nuntius-Erzbischof Tomasi, offen angesprochen. Bei anderen Fällen lautete die Antwort des Heiligen Stuhls, dass diese auf lokaler Ebene behandelt werden und dass man da auf lokaler Ebene nachfragen sollte.“ Das sagte Weihbischof Charles Scicluna im Radio - Vatican-Interview dazu.

16.1.2014 Matthias Katsch, Sprecher der Opfergruppe Eckiger Tisch, äußert sich kritisch zum Urteil über den Haupttäter des Canisius-Kollegs: 4000 Euro, in Raten an einen Fond für Missbrauchsopfer einzuzahlen und Entzug des Priesteramtes. Verhandelt wurde EIN Fall, den der Täter in Hildesheim beging. Die Taten am Canisius-Kolleg wurden nicht berücksichtigt. Nach Schätzungen der Jesuiten müssten es ca 50 - 60 Fälle sexuellen Missbrauchs an Jungen sein. Der Eckige Tisch schätzt die Zahl der Betroffenen auf mehr als 100.
Quelle: Spiegel
und Eckiger Tisch

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16.1.2014 Heute war die Anhörung des "Heiligen Stuhls" vor einer UNO-Kommission zur Behandlung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche. Charles Scicluna, früherer Chefermittler des Vatikans und Tomasi, Vertreter des Hl. Stuhles bei der UNO, waren die Gesprächspartner. Im Dezember hatte der Vatikan Auskunft über die kirchlichen Verfahren verweigert.
Insgesamt wurden von den Diözesen in den vergangenen Jahren rund 4.000 Fälle an die Glaubenskongregation weitergeleitet.
Kritiker werfen dem Vatikan vor, mit seinem Schweigen die Missbrauchsvorwürfe gegen Kirchenmitarbeiter vertuschen zu wollen, doch der Vatikan erklärt, dadurch Zeugen und Opfer schützen zu wollen.
Quelle: religion.orf.at/
Kommentar: Dass der Vatikan die Opfer schützen wolle, ist neu. Und dass es weltweit rund 4.000 Fälle geben soll, dürfte eine Phantasie-Zahl sein. In den USA geht man davon aus, dass 6-10% der Priester Missbrauchstäter sind. Bei ca 410.675 Priestern und Bischöfen/Ordensbischöfen weltweit müsste von ca 24.000 Tätern weltweit ausgegangen werden.

16.1.2014 Der Papst fordert zu mehr Schuldbewusstsein und und Selbstkritik im Blick auf die Missbrauchsskandale in der kath. Kirche auf. Sie seien eine Schande der Kirche. Dass sie "richtig Geld" gekostet hätten, sei gut so. Hinter den Skandalen stünden Männer und Frauen ohne Gottesbeziehung, aber mit einer Machtposition in der Kirche.
Quelle: kathpress

16.1.2014 Auf den Philippinen wurde ein Pädophilen-Ring ausgehoben. Die Täter übertrugen die Gewalttaten live ins Internet. 15 Kinder - 6 - 15 Jahre alt - wurden in Sicherheit gebracht, 29 Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen sind auch Angehörige der Opfer.
Quelle: Spiegel

15.1.2014 Interview mit Matthias Katsch anlässlich der Verurteilung eines Canisius-Kolleg-Täters zu 4000 Euro Strafe und Entzug des Priesteramtes.
Quelle: Deutschlandradio

15.1.2014 Im Erzbistum Berlin meldet die KNA 28 katholische Priester als Missbrauchstäter seit 1947. Bislang waren 22 Täter bekannt. Bis zum 4.6.2012 waren 19 Täter bekannt.
Quelle: Erzbistum Berlin

15.1.2014 Immer mehr Opfer sexueller Gewalt durch katholische Priester melden sich in Polen.
Quelle: Süddeutsche

14.1.2014  Klaus Mertes, SJ, plädiert - ganz zu Recht! - dafür, dass das Thema gleichgeschlechtliche Sexualität in Schulen behandelt wird.
Quelle: Badische Zeitung

14.1.2014  Die Anglikanische Kirche, bis vor wenigen Jahren die größte und dominierende christliche Einzelkonfession Australiens, ist von dem Missbrauchsskandal ähnlich stark betroffen wie die Katholische Kirche.
Quelle: aktuell.evangelisch

14.1.2014 In Nordirland sollen Hunderte Fälle von Kindesmissbrauch zwischen 1922 und 1995 in Kinderheimen und anderen öffentlichen Institutionen aufgearbeitet werden. Zur Entscheidung steht die Frage, ob der Missbrauch systematisch erfolgte und ob die Behörden versagt haben. Im Vorfeld hatten sich 430 mutmaßliche Opfer gemeldet.
Quelle: ttcom

14.1.2014 Das Bistum Stockton, Kalifornien, will als zehntes von 194 US-Bistümern Gläubigerschutz beantragen. Die Entscheidung sei schwierig, sagte der Bischof, erlaube jedoch, die Opfer sexuellen Missbrauchs so fair wie möglich zu entschädigen.
Quelle: kipa

14.1.2014 Im Jahr 1999 wurden in Baden-Württemberg 2.300 Fälle sexueller Missbrauchs bekannt. 2006 waren es zirka 4.100 Fälle, 2011 rund 12.400 Fälle und 2012 etwa 12.600 Fälle. Alle Experten sind sich jedoch einig: nicht die Zahl der Fälle ist gestiegen, sondern die Zahl deren Anzeige. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg ist überzeugt, dass ihr Leitfaden zur Sensibilisierung erheblich beigetragen hat.
Quelle: Ärztekammer Ba-Wü
Kommentar: 12.600 Fälle 2012 alleine in Baden-Württemberg. Die Kriminalstatistik für ganz Deutschland spricht für 2012 von 14.865 Kindern, die Opfer wurden. Es muss also wohl eher von der Richtigkeit der Schätzungen von Opfergruppen ausgehen: 200 000 Kinder pro Jahr.

10.1.2014 Mehr als 1000 mutmaßliche Opfer sexueller Gewalt in Institutionen haben vor der australischen Untersuchungskommission ausgesagt. Ca 22% wurden in kirchlichen Kinderheimen sexuell misshandelt, 21% in kirchlichenSchulen/Internaten, 16% in Kirchen und religiösen Orten, 9% in staatlichen Kinderheimen, 31% in anderen Institutionen.
Quelle: radio vatican

9.1.2014 Der des sexuellen Missbrauchs an 5 Kindern beschuldigte Nuntius in Polen, Wesolowski, wird nicht nach Polen ausgeliefert. Erzbischof W. sei Bürger des Vatikanstaates und das vatikanische Strafrecht lasse eine Auslieferung nicht zu. Das kirchliche Ermittlungsverfahr4en läuft.
Quelle: katholisch.de
Nachtrag: Der Vatikan dementiert - Polen habe lediglich nach dem derzeitigen Status und Wohnort des Ex-Nuntius gefragt, nicht jedoch dessen Auslieferung beantragt.
Quelle: radio vatican

7.1.2014 Auf Vorschlag des Roermonder Bischofs Franz Wiertz sollen Missbrauchsopfer einen Heiligen bekommen: Bischof Frans Schraven. Schraven wurde 1937 ermordet - und mit ihm 8 weitere Priester -, als sie chinesische Frauen vor Zwangsprostitution durch Japaner schützen wollten.
Quelle: radiovaticana.va
Kommentar: Dringender als einen toten Heiligen brauchen Opfer sexueller Gewalt lebendige solidarische Christen, die die Aufklärung voranbringen und die Opfer fragen, was sie brauchen.

*6.1.2014 Das Erzbistum Santa Fe, USA, hat die meisten seiner 92 Pfarreien als gemeinnützige Organisationen eintragen lassen. Damit sind die Gemeinden vom Bistum unabhängiger und können nicht zu Entschädigungsansprüchen wegen sexueller Gewalt herangezogen werden, wie das Albuquerque Journal berichtete.
Quelle: kipa

1.1.2014 Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich ein Gutes Neues Jahr: Dass Sie alles Nötige bekommen, das Sie zum Leben brauchen, mit Schwierigkeiten fertig werden und die Hoffnung nicht verlieren!

31.12.2013 Erzbischof Zollitsch sagt in einem Interview: "Ich glaube sagen zu können, dass ich mich den Aufgaben so gut wie möglich gestellt habe", betonte Zollitsch, der in diesem Zusammenhang vor allem auf den Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verwies: "Beim Thema Missbrauch haben wir eine neue Präventionsordnung und Leitlinien formuliert, die erfolgreiche Telefonhotline nenne ich und die materielle Anerkennung erlittenen Leids. Wir sind gut mit der ganzen Aufarbeitung vorangegangen, wo andere noch manches aufzuholen hätten."
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Würden die Opfer gefragt, fiele die Bilanz wohl anders und viel differenzierter aus. Positiv zu vermerken ist mit uneingeschränkter Anerkennung, dass im Erzbistum Freiburg 22 SeelsorgerInnen in 9 (!) Tagen fortgebildet wurden in Seelsorge mit Gewaltüberlebenden.

29.12.2013 Die Bistümer Mainz, Limburg und Fulda haben bislang mehr als 300 000 Euro für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche gezahlt. Insgesamt haben sich 1300 Opfer kath. Priester und Ordensleute bei der Deutschen Bischofskonferenz gemeldet. An sie wurden laut Radio Vatikan ca 6 Millionen Euro ausgezahlt.
Quelle: Lampertheimer Zeitung
Kommentar: Es könnte nachdenklich stimmen, dass es in Österreich 1381 Opfer sexueller Gewalt gab bei einer Katholikenzahl von ca 5 Millionen Katholiken und einer Priesterzahl von derzeit 3834 Priestern und Ordenspriestern. In Deutschland gab es bei ca 24 Millionen Katholiken und 14636 Priestern und Ordensleuten ca 1300 Meldungen. 

27.12.2013 Im US-Bundesstaat Pennsylvania wurde die Haftstrafe gegen den Personalchef der Diözese Philadelphia, Monsignore William Lynn, wieder aufgehoben. Die Beweise für die Vertuschung von Missbrauchsfällen haben nicht ausgereicht, begründete das Gericht.
Quelle: Thüringer Allgemeine

24.12.2013 "Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote erheben sich - Arme bringen (!) frohe Botschaft." (Lk 7,22 - Übersetzung Bibel in gerechter Sprache). Das lässt Jesus dem Johannes ausrichten - und uns auch. Allen, die hier vorbeischauen: Frohe Weihnachten!

23.12.2013 Der Hilfsfonds für Ehemalige Heimkinder Ost - 40 Millionen Euro - ist aufgebraucht. Benötigt würden ca 200 Millionen Euro. Eine weitere Finanzierung ist geplant, aber nicht absehbar.
Quelle: finanzen.net

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23.12.2013 Beatrice Eichmann-Leutenegger zum 100. Geburtstag von Etty Hillesum (1914-1943)

22.12.2013 Hinweis auf ein Gespräch von Peter Henselder mit Missbrauchsüberlebenden

17.12.2013 Die taz schreibt in einer Bilanzierung: "Opfer sexueller Gewalt zu sein geht noch immer mit Stigmatisierung einher. Daran hat die Debatte seit 2010, als massenhaft Fälle in kirchlichen Einrichtungen bekannt wurden, nichts geändert. Missbrauchsopfer gelten gemeinhin als dauerhaft geschädigt, als irgendwie nicht zurechnungsfähig. Opfer zu sein ist ein Makel, den man nicht mehr loskriegt."
Quelle: taz

17.12.2013 Der für die Diözese von Marquette, Michigan, ernannte Bischof John Doefler hat Akten über Missbrauchsfälle vernichtet.
Quelle: jsonline.com

12.12.2013 Kurienkardinal Kasper hat die Null-Toleranz-Politik der kath. Kirche bekräftigt. Schuldige Geistliche sollten aus dem Priesteramt entlassen werden. Kasper wies auch darauf hin, dass leitende Mitglieder der Kirche im Umgang mit den Missbrauchsfällen Schuld auf sich geläden hätten. Das dürfe man nicht kleinreden. Unbekannt ist, ob Kasper auch Konsequenzen für schuldige Kirchenleitungen, z.B. Rücktritte, gefordert hat.
Quelle: kipa

12.12.2013 Der australische Daily Telegraph berichtet, dass die kath. Kirche Australiens 43 000 000 Dollar  an die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester gezahlt hat, damit die Opfer schweigen.
Quelle: guardianlv.com
s. auch childabuseroyalcommission.gov.au/

10.12.2013 Die irische Kinderschutzeinrichtung von 6 Diözesen der kath. Kirche hat der Kirche in einem 4. Teil einer Untersuchung ein weitgehend positives Zeugnis zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen ausgestellt.
Quelle: kipa

9.12.2013 Der Papst hat die Arbeit des Zentrums für Missbrauchsopfer gewürdigt, das von Don Fortunato Di Noto in Sizilien eingerichtet wurde. Fortunato di Noto arbeitet seit vielen Jahren mit Missbrauchsopfern.
Quelle: radio vatican

7.12.2013 Die katholische und die evangelische Kirche beteiligen sich an einem ergänzenden Hilfesystem für Betroffene sexueller Gewalt, das vom Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch 2011 beschlossen wurde. Der Bund hat bereits 50 Mio Euro eingezahlt, Mecklenburg-Vorpommern hat 1,03 Mio Euro eingezahlt, Bayern hat seine Bereitschaft zur Beteiligung bereits bekundet. Von anderen Bundesländern sind keine Zusagen bekannt. Bis zum 30. April 2016 können Betroffene von sexueller Gewalt in den Familien subsidiär zu bestehenden Hilfesystemen und Rechtsansprüchen Anträge auf Übernahme von Sachleistungen bis zur Höhe von 10.000 Euro beantragen. Mehr unter http://www.fonds-missbrauch.de/
Quelle: ekd

7.12.2013 In Niederösterreich wurde ein kath. Pfarrer zu vier Jahren Haft verurteilt. Er wurde schuldig befunden, einen Jugendlichen vergewaltigt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Quelle: die presse

7.12.2013 Die Legionäre Christi haben 9 Legionärs-Priester des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden, unter ihnen der Gründer des Ordens. Insgesamt gibt es Vorwürfe gegen 35 Priester der Legionäre, die noch geprüft werden.
Quelle: religion.orf.at und kath.web

Kommentar: Sollten alle angezeigten Priester der Legionäre (35 von 642) Missbrauchstäter sein, dann wären das 5,4% der Priester bei den Legionären, eine überaus bedrückende Zahl.

6.1.2014 Das Erbistum Santa Fe, USA, hat die meisten ihrer 92 Pfarreien als gemeinnützige Organisationen eintragen lassen. Damit sind die Gemeinden vom Bistum unabhängiger und können nicht zu Entschädigungsansprüchen wegen sexueller Gewalt herangezogen werden, wie das Albuquerque Journal berichtete.
Quelle: kipa


31.12.2013 Erzbischof Zollitsch sagt in einem Interview: "Ich glaube sagen zu können, dass ich mich den Aufgaben so gut wie möglich gestellt habe", betonte Zollitsch, der in diesem Zusammenhang vor allem auf den Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verwies: "Beim Thema Missbrauch haben wir eine neue Präventionsordnung und Leitlinien formuliert, die erfolgreiche Telefonhotline nenne ich und die materielle Anerkennung erlittenen Leids. Wir sind gut mit der ganzen Aufarbeitung vorangegangen, wo andere noch manches aufzuholen hätten."
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Würden die Opfer gefragt, fiele die Bilanz wohl anders und viel differenzierter aus. Positiv zu vermerken ist mit uneingeschränkter Anerkennung, dass im Erzbistum Freiburg 22 SeelsorgerInnen in 9 (!) Tagen fortgebildet wurden in Seelsorge mit Gewaltüberlebenden.


29.12.2013 Die Bistümer Mainz, Limburg und Fulda haben bislang mehr als 300 000 Euro für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche gezahlt. Insgesamt haben sich 1300 Opfer kath. Priester und Ordensleute bei der Deutschen Bischofskonferenz gemeldet. An sie wurden laut Radio Vatikan ca 6 Millionen Euro ausgezahlt.
Quelle: Lampertheimer Zeitung
Kommentar: Es könnte nachdenklich stimmen, dass es in Österreich 1381 Opfer sexueller Gewalt gab bei einer Katholikenzahl von ca 5 Millionen Katholiken und einer Priesterzahl von derzeit 3834 Priestern und Ordenspriestern. In Deutschland gab es bei ca 24 Millionen Katholiken und 14636 Priestern und Ordensleuten ca 1300 Meldungen. 

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