Missbrauch und
                Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2016


31.12.2016 Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich im kommenden Jahr, dass es gelingt, die Hoffnung nicht mürbe werden zu lassen und den Frieden in einer hasserfüllten Welt zu suchen.

Christrose
© A. 2/2014


31.12.2016  Rückblick GottesSuche 2016

27.12.2016 Leonardo Boff sagt im Interview mit Joachim Frank "Arm ist man nicht, arm wird man gemacht": "Wissen Sie, soweit ich ihn [den Papst] verstehe, ist das Zentrum seines Interesses gar nicht mehr die Kirche, schon gar nicht der innerkirchliche Betrieb, sondern das Überleben der Menschheit, die Zukunft der Erde. Beides ist in Gefahr, und man muss fragen, ob das Christentum einen Beitrag leisten kann, diese große Krise zu überwinden, an der die Menschheit zugrunde zu gehen droht."
Quelle: FR

27.12.2016 Kardinal Barbarin, Lyon, hat Fehler im Umgang mit einem sexuellen Missbrauchsskandal in seiner Diözese eingeräumt. „Tatsächlich bin ich zu spät aufgewacht“, sagte er. Hätte er sich früher mit den Opfern getroffen, hätte er sich sagen müssen: Ich muss sofort handeln, so Barbarin.
Quelle: radiovatican

23.12.2016 Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich ein Weihnachtsfest, das die Hoffnungen nährt!
Unterschrift

23.12.2016 Gegen einen Priester aus Lohne ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg nicht mehr wegen Kindesmissbrauch, die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt jedoch wegen des Besitzes jugendpornografischer Schriften. Das kirchenrechtliche Verfahren ruht während der Ermittlungen.
Quelle: nwzonline.de


22.12.2016 Drei Viertel aller Menschen, die als Ware gehandelt werden, sind Mädchen und Frauen.
Quelle: zeit.de

21.12.2016 Das staatsanwaltschaftliche Verfahren gegen einen kath. Priester aus Lohne wurde eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren wird weitergeführt.
Quelle: kirche und leben

19.12.2016 Im Prozess gegen den Verlobten der getöteten Maria Baumer wegen sexuellen Missbrauchs von Domspatzen-Schülern, Regensburg, wurde der Angeklagte zu zwei Jahren, ausgesprochen für 3 Jahre auf Bewährung verurteilt. Es fand ein Täter-Opfer-Ausgleich statt, der die Anwälte des Täters aber nicht hinderte, die Opfer zu beschuldigen. Das Gericht ging auch der Frage nicht nach, ob die Einrichtungen der Domspatzen den Missbrauch begünstigten.
Quelle: Regensburg-digital

19.12.2016 Die Glaubenskongregation hat das Ergebnis der kirchenrechtlichen Voruntersuchung wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Ruhestandspriester aus dem Bistum Würzburg bestätigt. Dem Pfarrer ist jegliches öffentliche Wirken in Seelsorge und Liturgie untersagt und er darf sich nicht im Dekanat Bad Kissingen aufhalten. Er hat vor mehr als 40 Jahren während seiner Arbeit in Polen eine Minderjährige über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht.
19.12.2016 Einer der bekanntesten Priester San Salvadors, Generalvikar der Erzdiözese San Salvador und ehemaliger Sekretär von Bischof Romero, dessen Biografie er schrieb, J. Delgado, wurde von einem kirchlichen Gericht des jahrelangen sexuellen Missbrauchs einer anfänglich Neunjährigen für schuldig befunden. Zwei weitere salvadorianische Priester wurden ebenfalls wegen Missbrauchs entlassen.
Quelle: foxnews.com  katholisch.de 20.12.2016


17.12.2016 Der Vatikan plant eine internationale Konferenz, die das Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana im Oktober in Rom organisiert. Thema ist der bessere Schutz von Kindern vor Missbrauch im Internet: "Child Dignity in the Digital World". Die Konferenz soll vom 3. bis 6. Oktober stattfinden.
Quelle: katholisch.de

16.12.2016 Der anglikanische Erzbischof von Perth, Roger Herft, hat der Polizei Kindesmissbrauch von Priestern als Bischof von Newcastle, Australien, zwischen 1993 und 2005 verschwiegen habe.  Er zieht sich vorzeitig aus dem Amt zurück.
Quelle:
news.de

16.12.2016 Kardinal Müller, heute Chef der Glaubenskongregation, war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg. Er wies den Vorwurf als "postfaktisch" zurück, die Aufklärung bei den Regensburger Domspatzen verschleppt zu haben - er habe sie initiiert. Der pnp sagte der Kardinal, er sei froh, dass sein Nachfolger Rudolf Voderholzer den Aufklärungsprozess fortsetze. Weiter schreibt die pnp, Kardinal Müller sei zu Gesprächen mit Opfern bereit.
Opfer und Opfervertreter erklären, dass Bischof Vorderholzer tatsächlich an der Aufklärung interessiert sei. Bis Ende 2017 sollen alle Opfer (422 ehemalige Domspatzen, darunter mindestens 65 Opfer sexueller Übergriffe) bei den Domspatzen finanziell entschädigt werden.
Quellen:
wochenblatt.de  radiovaticana.va  pnp.de  br.de  t-online.de/

16.12.2016 Der "Indianapolis Star" hat zu Missbrauchsfällen beim US-Turnverband recherchiert und mindestesn 368 Opfer ermittelt.
Quelle: Spiegel

15.12.2016 gewaltlos.de, ein Projekt des SkF Köln, bietet anonyme Online-Beratungen auf deutsch, englisch und türkisch für Frauen mit Gewalterfahrungen an.
Quelle: rundschau-online.de

15.12.2016 Die Grünen haben ihren Abschlussbericht zu sexuellem Missbrauch im Kontext der Partei vorgelegt. 30 Menschen haben sich gemeldet, darunter 12, die von sexuellem Missbrauch betroffen waren, in 6 Fällen stand der Missbrauch in direktem Zusammenhang mit den Grünen. In drei Fällen kann eine institutionelle Mitverantwortung nicht ausgeschlossen werden. Sie geschahen Anfang der Achtzigerjahre in der Emmaus-Gemeinschaft auf dem Dachsberg in Kamp-Lintfort. Diese Gemeinschaft hat sich auf die Prinzipien des französischen Priesters und Wohltäters Abbé Pierre berufen: 'Immer zuerst an den zu denken, der unglücklicher ist als man selbst. Jenem zu dienen, der am meisten leidet.'
Quelle: Spiegel soz-etc.com
Kommentar: Nebenbei: In der Verehrung des Abbé Pierre ging seine Frauenfeindlichkeit einfach unter.

Dezember 2016  Richard Sipe schrieb im Juli 2016 einen Brief an Bischof McElroy, San Diego, der nicht beantwortet und daher im Dezember veröffentlicht wurde.: Sipe nennt Namen und stellt fest: "Sooner or later it will become broadly obvious that there is a systemic connection between the sexual activity by, among and between clerics in positions of authority and control, and the abuse of children. When men in authority — cardinals, bishops, rectors, abbots, confessors,professors—are having or have had an unacknowledged - secret-active-sex-life under the guise of celibacy an atmosphere of tolerance of behaviors within the system is made operative."

13.12.2016 Die Korntaler Brüdergemeinde hat sich nach monatelangem Streit mit ehemaligen Heimkindern, ihren Unterstützern und zwei Mediatoren darauf geeinige, einen unabhängigen Aufklärer zu suchen. Mehr als 200 ehemalige Heimkinder werfen der evang. Brüdergemeinde vor, in den 1950er - bis 1980er-Jahren in zwei Kinderheimen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.
Inzwischen wurde bekannt, dass Kinder dort auch mit Medikaneten ruhiggestellt wurden.
Quellen: swp.de  http://heimopfer-korntal.de/

13.12.2016 In Dänemark hat ein Pastor sexuellen Missbrauch von Jugendlichen teilweise gestanden. Die Anklage bezieht sich auf Taten gegen vier Jungen und ein Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen hatte er bereits zugegeben.
Quelle: sh-ugeavisen.dk

9.12.2016 Zum ersten Mal wurde in Kerala, Indien ein kath. Priester nach dem Gesetz "Protection of Children from Sexual Offences (POCSO)" zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Er hat ein Mädchen seiner Gemeinde zwischen Januar und März 2016 vergewaltigt.
Quelle: msn.com

8.12.2016 Sklaverei in Deutschland - in der Fleischindustrie, in der häusl. Pflege, in der Prostitution - ein Prälat nennt die Vorgänge beim Namen.
Quelle: ardmediathek.de


8.12.2016 Von März 2014 bis März 2016 wurden in Großbritannien 334 Polizeibeamte wegen sexueller Übergriffe angezeigt. Nur knapp die Hälfte der Anzeigen wurde an die unabhängige Polizei-Beschwerdekommission weitergeleitet. Knapp 40% der Anzeigen kamen von Menschen, die bereits Opfer häuslicher Gewalt geworden waren. Die Polizeimitarbeiter hätten möglicherweise die besondere Verletzlichkeit ihrer Opfer ausgenutzt.
Quelle: zeit.de

8.12.2016 Künftig soll der Schutz Minderjähriger vor sexuellem Missbrauch Bestandteil der Ausbildung katholischer Priester sein. Es sei auch darauf zu achten, dass Kandidaten für das Priesteramt nicht in ein Verbrechen oder ein problematisches Verhalten verwickelt gewesen seien.
Quelle: Deutschlandfunk
s. auch: explizit.net

7.12.2016 Am 20.7.1957 soll ein damals 2-jähriges Mädchen von dem früheren inzwischen verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen, gegen den zwei weitere Anklagen vorliegen, sexuell missbraucht worden sein. Die vielfältigen Beschwerden der heute 61-Jährigen deuten auf das frühe Erleben von Gewalt. Die Identifizierung des Täters geschah vor der Veröffentlichung des jahrelangen Missbrauchs eines Ministranten durch den Bischof - eine Trittbrettfahrerin ist die Frau also nicht. Fachleute bezweifeln jedoch, dass Menschen Erinnerungen an Ereignisse vor dem dritten Lebensjahr haben können. Das Bistum Hildesheim hat ihren Antrag auf Anerkennung ihres Leids abgewiesen wegen mangelnder Plausibilität.
Quelle: focus und domradio.de

7.12.2016 Sexuelle Gewalt geschieht allerorten - bis heute. Christine Bergmann, die im Jahr 2010 Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs wurde und jetzt Mitglied einer Aufarbeitungskommission ist, zieht eine herbe Bilanz: Sexuelle Gewalt ist noch immer fast überall und alltäglich vorhanden. Dagegen helfe in erster Linie Prävention, eine wichtige Basis dafür sei Aufarbeitung, sagt Bergmann: „Aber hier muss noch viel passieren.“
Quelle: taz

6.12.2016 In Buenos Aires, Argentinien, wurden der 82-jährige kath. Priester Nicola Corradi und der 55-jährige Priester Horacio Corbacho verhaftet. Zusammen mit drei weiteren Männern werden sie beschuldigt, mindestens 22 Kinder in einer Schule für Jugendliche mit Hörbehinderungen in der Provinz Mendozo missbraucht zu haben. - BishopAccountability.org  berichtet, dass eine italienische Gruppe von Missbrauchsüberlebenden den Vatikan 2008 und 2014 darüber informierte, dass Corradi in Verona im "Provolo Institut für gehörlose Kinder" Kinder vergewaltigte. Dort sollen Hunderte von Kindern im Lauf der Jahre von zwei Dutzend Priestern und Ordensmännern sexuell missbraucht worden sein. Weder Papst Franziskus noch andere kirchliche Autoritäten schritten ein, so dass Corradi weiterhin Kinder missbrauchen konnte, dieses Mal in Argentinien.
Quelle: cruxnow.com  catholicherald.co.uk/n

6.12.2016 Die Internetseite (Beta-Version) der Pontificial Commission For The Protection Of Minors ist online.

5.12.2016 Die Schweizer Bischofskonferenz hat eine Gebets- und Bußfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld durchgeführt. Zwischen 2010 und 2015 hatten sich in der Schweiz 223 Opfer gemeldet. Von 150 Priestern und Ordenspriestern als Täter (bei derzeit ca 2460 Priestern und Ordenspriestern) wird berichtet. Die Feier entspricht einem Wunsch von Papst Franziskus.
Quelle: Radio Vatikan  srf

5.12.2016 Stafan Orth sagt über die Missbrauchsfälle im englischen Fußball: "Es ist erneut verstörend, über das Ausmaß sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu lesen und dabei auch zu erfahren, wie verheerend die Auswirkungen auch Jahrzehnte später noch sind."
Quelle: katholisch.de
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4.12.2016 Im englischen Fußball wurden - soweit bislang bekannt - mehr als 350 Spieler als Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Die Polizei ermittelt derzeit in 55 Fußballclubs. Sie arbeitet mit der "Child Abuse Inquiry" zusammen, die wiederum seit ihrer Gründung 2014 inzwischen die 4. Vorsitzende hat. Mehrere Juristen haben die Kommission vorzeitig verlassen, einer der Juristen steht selbst unter (bislang unbewiesenem) Missbrauchsverdacht. - Dass im Fußball Fälle vertuscht wurden, will der Geschäftsführer der Football Association, nicht glauben.
Quelle: faz

3.12.2016 Ein italienischer früherer Geistlicher hatte 2013 mehreren römischen Geistlichen sexuellen Missbrauch von Kindern nachgesagt. Nun wurde er zu knapp sieben Jahren Haft verurteilt.
Quelle: katholisch.de

2.12.2016 Teresa Nentwig, Uni Göttingen, hat in ihrer Untersuchung herausgefunden, dass die Berliner Senatsverwaltung wusste, dass Jugendliche unter Obhut von Pädokriminellen untergebracht wurden. Der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler (1928-2008) hatte vor rund 45 Jahren mindestens drei obdachlose Jugendliche bei mehreren pädophilen, wegen Missbrauchs vorbestraften Männern untergebracht. Kentler versprach sich von dem Experiment, dass die Jugendlichen durch die Männer sozial wieder gefestigt würden. Dass die Männer die Jugendlichen sexuell missbrauchen würden, war Kentler "klar". Wegen mangelnder Akten und mangelnder Akteneinsicht kann nichts Genaueres über die Vorgänge gesagt werden. Auch die Rolle der Senatsverwaltung bei der Vermittlung von Jungen aus schwierigen Verhältnissen in die Odenwaldschule muss noch detailliert aufgearbeitet werden.
Für Betroffene gibt es die Hotline 030-902275540.
Quelle: tagesspiegel.de

2.12.2016 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, sagt, das Thema Missbrauch sei "noch längst nicht durch", obwohl es Stimmen gibt, die meinen: "Jetzt muss es aber bald mal gut sein mit dem Thema!" Bischof Ackermann ist auch Leiter der bischöflichen Arbeitsgruppe zum Kinder- und Jugendschutz. Zu einer ersten bundesweiten Tagung lud er Fachleute aus Jugend-, Sport- und Behindertenverbänden, aus Caritas, Orden, Pfarreien,Hilfswerken und Schulen ein. Der Geschäftsführer der Caritaskommission der Bischofskonferenz, Johannes Stücker-Brüning, fasste zusammen, Kinder- und Jugendschutz müsse ein Markenzeichen der katholischen Kirche bleiben - mit der Folge, "dass es doppelt fatal ist, wenn wir hier versagen". Eine "ehrliche Fehlerkultur mit Blick auf eine vielfach unangemessene Praxis in der Vergangenheit" sei daher extrem wichtig.
Quelle; katholisch.de

30.11.2016 Der ehemalige Rintelner Superintendent Eckels hat 1965 einen Menschen missbraucht. Bereits 1945 war er wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden. Kirchenkreis und Landeskirche war diese - später aufgehobene - Verurteilung bekannt. Superintendent Andreas Kühne-Glaser spricht von einer Mitschuld der Kirche.
Quelle: dewezet.de szlz.de

30.11.2016 Die südafrikanischen katholischen Bischöfe entschuldigen sich bei kirchlichen Missbrauchsopfern. Die Bischöfe hätten nicht genug getan, um den körperlichen, emotionalen und psychologischen Schmerz anzuerkennen, den die Opfer erlitten hätten. Die Bischöfe hätten es versäumt, auf die zu hören, die innerhalb der Kirche missbraucht wurden. So seien Priester zu Mittätern geworden. - Von einem spirituellen Schaden ist keine Rede.
Quelle: deutschlandfunk.de

29.11.2016 Nur 3% der Täter, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen, sind aus Sicht von Medizinern psychiatrisch krank, 97% gelten als gesund und damit verantwortlich für ihr Tun. Mediziner benennen drei Gruppen von Sexualstraftätern: Täter, die mit Gewalt oder durch Androhung von Gewalt vor allem Frauen missbrauchen; solche, die durch starken psychischen Druck Gewalt ausüben und solche, die situationsbezogen Kinder missbrauchen. Die Rückfallquote liegt bei durchschnittlich 20%, Pädokriminelle haben eine Rückfallquote von mehr als 50%.
Quelle: Deutschlandfunk


29.11.2016 Die Generalversammlung der Jesuiten diskutierte u.a. zwei Dokumente, die sich mit einer öffentlichen Bitte um Entschuldigung wegen der Missbrauchsfälle bzw. mit einer Selbstverpflichtungserklärung zur Prävention befassten. Die Dokumente wurden nicht als öffentliche Dekrete angenommen. Grund sei "vor allem" die Sorge gewesen, dass "in einigen Ecken der Welt" eine öffentliche Stellungnahme Jesuiten zur Zielscheibe "fundamentalisitscher, antikirchlicher Kreise gemacht hätten und das Leben von Ordensmitgliedern und ihrer Mitarbeiter gefährdet hätten. "Und der Einsatz für Arme, der das eigentliche Objekt des Hasses ist, ist dem Orden wichtiger."
Quellen: domradio.de, Herder-Korrespondenz, 12/2016, S. 31
Kommentar: Missbrauchsopfer zählen - wieder einmal - nicht zu den Armen; sie gehören - wieder einmal - nicht dazu. Das ist bitter.

28.11.2016 Sexuelle Gewalt ist für 27% der Deutschen entschuldbar. 
Quelle: welt.de

26.11.2016 Spätestens seit den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche habe "ein Prozess der Entweihung der Hierarchie eingesetzt, den die katholische Kirche nur mit Demut beenden und wieder umkehren kann", erklärte Prantl auf dem Neujahrsempfang des Kirchenkreises Duisburg. Diese könnte ein Gewinn sein für die Ökumene; denn bisher habe der Hochmut der katholischen Kirche ein wirkliches Miteinander mit den lutherischen Kirchen verhindert.
Quelle: Domradio

26.11.2016 Eine inoffizielle Arbeitsgruppe hat die Vorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Janssen, Bistum Hildesheim, untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass es für die Anschuldigungen nicht die Spur eines Beweises gibt. Der Arbeitsgruppe gehören ein Jurist, ein Seelsorger und ehemalige Domkapitulare an, die einige Jahre im Bischofshaus wohnten. Ausführlich scheint sich der BEricht mit der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers zu beschäftigen. Unter den Personen, die Kenntnis der Situation im Bischofshaus hatten, habe sich niemand befunden, der die dargestellten Straftaten für möglich oder wahrscheinlich hielt.
Quelle: rp-online.de

25.11.2016 Im britischen Jugendfußball kam es in den 90er Jahren zu sexuellem Missbrauch durch Vereinstrainer. Das berichten mehrere ehemalige Fußballprofis.
Quelle: spiegel.de

25.11.2016 Im Bistum Würzburg spricht der Missbrauchsbeauftragte Laubenthal von dem Priester, der erstmals vor 16 Jahren strafrechtlich verurteilt wurde und 2015 laisiert wurde, von einem "Serientäter". Seit 2010 haben sich fünf neue Opfer gemeldet. Der Laiisierte hat Unterstützer, die die Opfer der Unglaubwürdigkeit bezichtigen.
Im Fall eines hochrangigen Geistlichen des Bistums gab es zwar Hinweise verschiedener Personen auf einen weiteren Fall, es hätten sich aber keine Anhaltspunkte ergeben, die eine Einschränkung der priesterlichen Rechte des Beschuldigten rechtfertigten, sagte der Missbrauchsbeauftragte.

Quelle: mainpost.de

25.11.2016 Zum heutigen Tag gegen Gewalt an Frauen
Frauen raus aus der Gewalt
Gewalt gegen Flüchtlinge
Frauenhäuser bangen jährlich um ihre Existenzgrundlage
Domradio
Jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer häuslicher Gewalt

23.11.2016 In Schweden wurde ein Kinderpornoring aufgedeckt. 51 Männer wurden verhaftet. Der Community, die sexuelle Gewalt an Kindern z.T. live anbot, gehören ca 5000 Nutzer an. Die Kinder kommen von den Philippinen und aus Norwegen.
Quelle: tt.com

21.11.2016 Filmhinweis: "Die Hände meiner Mutter", Regisseur Florian Eichinger. Sexueller Missbrauch durch eine Mutter.
Quelle: deutschlandradiokultur.de

21.11.2016 Die Schweizer Bischöfe treffen sich am 5. Dezember in Sitten zu einer Gebets- und Bußfeier, die den Opfern sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld gewidmet ist. Auch Opfer-Vertreter nehmen teil. Gebetet werden soll "für göttlichen Beistand bei der Heilung von Wunden der Opfer und bei der Überwindung von Schuld in Strukturen, Verhaltens- und Denkmustern innerhalb der Kirche".
Quelle: kath.ch
21.11.2016 Das Sterben von Flüchtlingen bei ihrer Flucht ist kaum noch ein Thema in den Medien. Viele Menschen glauben, dass die Flucht sicherer geworden ist, weil weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen. 2015 starben 3771 auf der Flucht im Mittelmeer. In diesem Jahr kamen bis Ende Oktober 4271 ums Leben.
Quelle: katholisch.de

21.11.2016 Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Heimkinder zu Medikamentenversuchen benutzt. In den sog. Fürsorgeanstalten habe der Geist nationalsozialistischer Vorstellungen von der Minderwertigkeit von Heimkindern geherrscht. Die Arzneimittelforscherin Wagner sagt, sie habe bundesweit 50 Versuchsreihen gefunden und stoße immer wieder auf Hinweise auf Medikamententtests, denen sie gar nicht nachgehen könne. Einer der zuständigen Pharmakonzerne, Merck, weist darauf hin, dass die Verantwortung für die Vrsuche nicht beim Konzern, sondern beim verabreichenden Arzt liege. Der Darmstädter Konzern hat der Wissenschaftlerin sein Archiv geöffnet. Sie fand dort u.a. 28 Familiennamen von Versuchskindern aus dem Essner Franz Sales Haus - nur einen hat das Sales-Haus ausfindig machen können.
Quelle: stern.de

20.11.2016 Der kath. Theologe Magnus Striet sagt am Ende des Jahres der Barmherzigkeit: "Also zunächst einmal ist hier tatsächlich alles rigoros offenzulegen, weil alles andere dazu führen würde, dass im Raum der Kirchen die Möglichkeit von sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Minderjährigen begünstigt würde. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt: Hier jetzt vorschnell von Barmherzigkeit gegenüber den Tätern zu reden, wäre Zynismus gegenüber den Opfern von sexueller Gewalt. Die sind zunächst einmal in den Vordergrund zu rücken. Allerdings, wenn mich mein Eindruck nicht trügt, gibt es auch weiterhin ein Problem bezogen auf – es sind zumeist Männer – Männer, die pädophil veranlagt sind, haben wir tatsächlich sozusagen ein humanwissenschaftliches Aufklärungspotential. Hier gibt es sexuelle Veranlagungen, die um keinen Preis ausgelebt werden dürfen, die aber nicht zugleich moralisch zu bewerten sind, sondern es gibt tatsächlich Veranlagungen, die zunächst einmal zu beschreiben sind. Es ist zu verhindern, dass sie – um es noch mal zu betonen – ausgelebt werden, aber man kann nicht einfach an dieser Stelle so tun, als ob das auf irgendeine moralische Schuld zurückzuführen sei."
Quelle: deutschlandradiokultur.de

19.11.2016 Hinweis auf eine Arbeitshilfe der DBK - Opfersensible Gemeinde
Quelle: domradio.de

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18.11.2016 Der Wiener Kardinal Schönborn bat kirchliche Missbrauchsopfer bei einem Staatsakt um Entschuldigung. Viel zu lange sei verharmlost, vertuscht, verleugnet und weggeschaut worden, sagte er.
Quelle: katholisch.de

17.11.2016 In Vibo Valentia, Italien, wurden ein kath. Priester und zwei weitere Männer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Jungen für homosexuelle Freier angeworben und ausgebeutet zu haben. Der beschuldigte Pfarrer (41) wurde vom Bischof von Mileto suspendiert.
Quelle: katholisch.de

16.11.2016 Im österreichischen Parlament gibt es eine Gedenkveranstaltung für Missbrauchsopfer in Heimen und kirchlichen Einrichtungen unter dem Titel "Geste der Verantwortung". Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" kritisiert diese Veranstaltung: die Klasnic-Kommission habe die Opfer mit Almosen abgespeist und halte bis heute die Daten der Täter unter Verschluss. Zudem kommen bei der Veranstaltung die Opfer nicht selbst zu Wort. Sie wurden auch nicht an der Vorbereitung beteiligt. 250 Betroffene sollen bei dieser Veranstaltung anwesend sein.
Quelle: religion.orf.at


16.11.2016 Vor der Kathedrale "Saints Mary and Joseph" im Bistum Armidale, Australien, will die Diözese ein Mahnmal aufstellen zur Erinnerung an die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. Opfer kritisieren, dass dieses Mahnmal auf Kirchengrund und zudem in unmittelbarer Nähe zum Grab eines Bischofs, der bei der Vert5uschung von Missbrauchsfällen eine zentrale Rolle gespielt habe, aufgestellt werden soll. Außerdem kritisieren sie, dass die Kirche die bunten Schleifen ("Loud Fence") an einem Zaun abnimmt - die Schleifen erinnern an die kirchlichen Missbrauchsopfer.
Quelle: religion.orf.at

16.11.2016 Studiennachmittag im Frauenforum der Diözese Augsburg, 21.11.2016, 16-18 Uhr, Auf dem Kreuz 41, Augsburg; Lesung und Gespräch mit Dr. Barbara Haslbeck "Damit der Boden wieder trägt"
Quelle: aaf-netz.de

14.11.2016 Hoffnungs- und Stärkungsgottesdienst: Freitag, 25.11.2016, 19 Uhr, St. Georgskirche Hamburg   mehr

13.11.2016 In Indien haben Katholikinnen zusammen mit der Theologin Astrid Lobo Gajiwala begonnen, gegen Missbrauch von Frauen durch Kleriker aufzustehen.
Quelle: Radio Vatikan

10.11.2016 Die Jahrestagung des Schweizer kirchlichen Fachgremiums "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld" fand mit der Expertin Karlijn Demasre als Gastreferentin statt. Die Theologin ist Direktorin des Zentrums für Kinderschutz der Gregoriana.
Quelle: kath.ch
9.11.2016 Über den Missbrauch von Heimkindern von 1950 bis 1970, an denen auch Medikamententests vorgenommen wurden
Quelle: zeit.de

9.11.2016 Ein aktueller Blick auf die Aufklärer sexuellen Missbrauchs in Internaten und Schulen und auf einen Versöhnungsakt zwischen Pater Mertes und Norbert Denef.
Quelle: general-anzeiger-bonn.de
Kommentar: Ob Versöhnung vor dem Aufklären der Verbrechen überhaupt möglich ist, bezweifle ich. 

9.11.2016 Das Bundeskabinett hat die Stiftung zur Entschädigung von missbrauchten Heimkindern mit Behinderungen auf den Weg gebracht. Ab Anfang 2017 sollen die Hilfen ausgezahlt werden. Bislang waren die Heimkinder mit Behinderungen nicht im Blick.
Quelle:katholisch.de

8.11.2016 Der Pariser Erzbischof, Kardinal Vingt-Trois, hat um Vergebung für den "fehlenden Mut und die Einsicht, der Plage des sexuellen Missbrauchs in der Kirche entgegenzutreten". Er sagte, es sei zu wenig Wert auf die Aussagen der Opfer gelegt worden.
Quelle: religion.orf.at

7.11.2016 Das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung berichtet, ein mögliches zweites Opfer habe sich an die Forscher gewandt, die im Auftrag des Bistums Hildesheim Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof H.M.Janssen untersuchen. Der ehemalige Ministrant habe sich auch an die Hildesheimer Allgemeine Zeitung gewandt. Das Bistum Hildesheim wollte sich nicht äußern. Sowohl das Bistum als auch das Forschungsinstitut erklärten, es gebe derzeit keinen offiziellen Aufruf an weitere mögliche Opfer. Dies war zuvor berichtet worden.
Quelle: ndr

7.11.2016 Nach Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Bischof von Hildesheim Janssen gibt es nun einen erneuten Aufruf an mögliche Opfer, sich zu melden. Der Bistumssprecher Bauernfeld sagte, es habe sich bislang kein weiteres Opfer gemeldet. Das Institut für Praxisforschung und Projektberatung München, das mit der weiteren Aufklärung beauftragt ist, will bis Mitte 2017 Ergebnisse vorlegen.
Quelle: pressreader.com

31.10.2016 Das Erzbistum Guam hat einen neuen (Koadjutor-)Erzbischof: Michael H. Byrnes von Detroit. Er folgt Erzbischof Apuron nach, der wegen sexuellen Missbrauchs zurückgetreten ist.
Quelle: cruxnow.com

31.10.2016 Die australische königliche Kommission, die sexuellen Missbrauch untersucht, glaubt den Aussagen von Kardinal Pell und von anderen Offiziellen der Bistümer Melbourne und Ballarat nicht. Pell habe in seiner Zeit als Priester und Erzbischof von dem "unangemessenen Verhalten von Klerikern gegenüber Kindern in den 1970er und 1980er Jahren" gewusst. Zudem seien Pell und andere hochrangige Offizielle in Melbourne Informationen über einen pädophilen Priester nicht nachgegangen und hätten somit bei dem Schutz von Kindern versagt. Das sagt Gail Furness, Anwältin der Missbrauchskommission. Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Pell waren 2002 vor einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne verhandelt worden - Pell wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein Mann hatte Pell beschuldigt, ihn als Zwölfjährigen in einem katholischen Jugendlager sexuell missbraucht zu haben. Nun tauchen Vorwürfe auf, Pell habe in seiner Zeit als Priester in Ballarat in den 1970er und 1980er Jahren mehrere junge Männer sexuell belästigt.
Quelle:katholisch.de orf

31.10.2016 Das Forschungprojekt "Erwartungen Betroffener von sexuellem Missbrauch an die Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission" ist online und fragt nach Betroffenen, die sich einbringen/beteiligen möchten.
Quelle: http://www.erwartungaufarbeitung.de/

31.10.2016 "Es werden Initiativen der Menschen unterdrückt, weil man versucht, Vorgaben durchzusetzen. Die heilige Sache wird als wichtiger erachtet als das, worum es wirklich geht: Gott ist die Liebe. Daraus erwächst grosser Frust bei kirchlichen Mitarbeitern. Und der Missbrauchsskandal hat deutlich gezeigt, dass das klerikale System zumindest den Boden für sexuellen Missbrauch mitbereitet hat – durch das Machtgefälle und indem man den Priester zu einem Heiligen stilisiert hat." Das - und mehr - sagt Wunibald Müller.
Quelle: kath.ch

31.10.2016 Kinder haben Rechte - Der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch am 18. November - Hintergrundinformationen und erste Anregungen für pastorale Arbeitsfelder - Gastbeitrag E. Kerstner, S. 20-23

30.10.2016  Rev. Luis Garza, ehemals die Nummer Zwei bei den Legionären Christi, wird von einem Mann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Garza betont seine Unschuld.
Quelle: nzherald.co.nz

27.10.2016 Die ehemalige Landespastorin Petra Thobaben soll Fälle von Missbrauch und Gewalt aufklären, die in den 60er- und 70er-Jahren in Kinderheimen in Schlesweig-Holstein geschahen. Sie erklärt, dass sie von Seiten der Landesregierung kein großes Interesse an ihrer Arbeit wahrnehme. Vor kurzem wurde bekannt, dass in den 60er-Jahren Medikamentenstudien an Heimkindern vorgenommen wurden.
 Quelle: ndr.de

26.10.2016 Die Verhandlungen von zwei Opfergruppen mit der Korntaler Brüdergemeinde gehen nur schleppend voran. Inzwischen zeigen sich die Opfervertreter aber verhalten zuversichtlich. Sie schauen nach den Aufklärungsvorgängen bei den Regensburger Domspatzen.
Quelle: leonberger-kreiszeitung.de

26.10.2016 Drei Beamte der australischen Polizei haben Kardinal Pell im Vatikan zu Missbrauchsvorwürfen befragt. Pell habe sich befragen lassen und seine Zusammenarbeit mit der Polizei zugesagt. Die Vorwürfe - Pell habe Schüler im Schwimmbad sexuell belästigt und sich im Umkleideraum nackt Schülern gezeigt - wies Pell zurück. Bislang sprach er immer von einer "Verleumdungskampagne". Die australische Polizei ermittelt weiter.
Quelle:
religion.orf.at  perthnow.com.au katholisch.de

26.10.2016 Im ehemaligen Kinderheim Margaretenhort, Harburg, das in evangelischer Trägerschaft war, hat es in den 80er-Jahren sexuellen Missbrauch gegeben. Mehrere Mädchen und Jungen sollen durch ältere Jugendliche über längere Zeit sexuell missbraucht worden sein, ohne dass die damalige LEitung oder Mitarbeitende des Hortes auf Hilferufe reagiert hätten.
Quelle: kirche-hamburg.de  welt.de

24.10.2016 Sexueller Missbrauch von Kindern durch Kleriker ist kein Alleinstellungsmerkmal katholischer Geistlicher oder katholischer und evangelischer Christen. Er kommt allerorten vor. Auch der Islam ist betroffen. Das Beispiel eines hochrangigen Koranvorlesers im Iran.
Quelle: alischirasi.blogsport.de
Kommentar: Wem diese Information als Begründung für Islamfeindlichkeit dient, missversteht das Anliegen: Sexueller Missbrauch ist immer und allerorten ein Verbrechen, das aufgedeckt werden muss im Interesse der Opfer.

24.10.2016 In Brasilien muss sich ein evangelischer Pastor wegen sexuellen Missbrauchs an einer Fünfjährigen verantworten.
Quelle: rosenheim24.de

20.10.2016  Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Augsburg hatte nach anonymen Beschuldigungen Strafanzeige gegen einen früheren Pfarrer aus Pfaffenhofen gestellt. Die Staatsanwaltschaft teilt nun mit, dass keine strafrechtlich relevanten Hinweise bei den Ermittlungen gefunden wurden.
...
Sex-Vorwürfe gegen Pfarrer bestätigen sich nicht - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/Sex-Vorwuerfe-gegen-Pfarrer-bestaetigen-sich-nicht-id39454867.html

Quelle: augsburger-allgemeine.de

20.10.2016 Empirisch belegt ist, dass Täter von Sexualdelikten an Kindern häufig auch dissoziale Auffälligkeiten zeigen, sagt H. Dreßing vom Mannheimer Zentralinstitut. Es sind Menschen, die oft Schwierigkeiten haben, Regeln einzuhalten. Einen empirisch belegten Zusammenhang zwischen Pädophilie und bestimmten politischen Einstellungen - wie sie derzeit im Kontext des NSU oder der rechten Szene diskutiert werden - gebe es jedoch nicht. Ursula Enders weist auf den unter Rechtsextremen verbreiteten Machtmissbrauch hin.
Quelle: dw.com

17.10.2016 In Kinderheimen wurden in Deutschland in den 50er bis 70er Jahren mehr als 50 Medikamentenversuche durchgeführt, teils auf Anordnung der Politik, mit Unterstützung des Bundesgesundheitsamtes. So wurden Impfstoffe gegen Kinderkähmung, Psychopharmaka und Neuroleptika verabreicht, die bei schweren psychischen Störungen - etwa Wahnvorstellungen oder Schizophrenie - eingesetzt werden. Als Folgen können Entwicklungsstörungen, Hirnschäden und psych. Leiden eintreten. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist zuständig für die Aufsicht. Er arbeitet seit mehr als 10 Jahren die Lebensverhältnisse ehemaliger Heimkinder auf. 2014 gab er ein Forschungsprojekt in Auftrag, das auch die Medikamentengabe untersuchen soll. Dies geschehe jedoch nur exemplarisch.
Quelle: www1.wdr.de

17.10.2016 Ein argentinisches Zivilgricht hat die kath. Kirche zu einer Geldstrafe von umgerechnet 45.000 € verurteilt. Der Theologiestudent Rubén Descalzo hatte den ehemaligen Erzbischof von Santa Fé, Edgardo Storni, vor 15 Jahren verklagt. Storni war 2009 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden, das Urteil war zwei Jahre später jedoch wieder aufgehoben worden. 2012 starb der Erzbischof, den Missbrauch hat er nie gestanden.
Quelle: Badische Zeitung

13.10.2016 Domspatzen-Vertreter loben das Bistum Regensburg und sagen, die gefundenen Lösungen werden vielen Opfern helfen.
Quelle: mittelbayerische.de

13.10.2016 Ein Film über Missbrauch in der Kirche. Vorsicht Triggergefahr!
Quelle: http://die-kinder-lassen-gruessen.at/

13.10.2016 Der frühere Bischof von Regensburg und heutige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, will sich nicht zu den neuen Entwicklungen bei der Aufklärung von Misshandlungen und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen äußern. Die Angelegenheit betreffe Müller heute nicht mehr, ließ die Glaubenskongregation mitteilen.
Kardinal Müller hatte 2010 i
n der Berichterstattung eine "Verletzung der Menschenwürde aller katholischen Priester und Ordensleute" gesehen und 2012 davon gesprochen, dass die Öffentlichkeit Forderungen "im Sinne von Lynchjustiz" stelle.
Quelle: katholisch.de

12.10.2016 Erstmals saßen ein Bischof und Opfervertreter der Gewalt- und Missbrauchsopfer bei den Regensburger Domspatzen in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Bischof Vorderholzer sagte, jeder Fall tue ihm in der Seele weh. Er könne nichts ungeschehen machen, aber die Betroffenen um Vergebung bitten. Mit den Verhandlungen zeigte er sich zufrieden - auch wenn es nur den Opfern und nicht dem Bistum zustehe, einen Schlussstrich zu ziehen. Der ehemalige Domspatz Alexander Probst sagte, die Domspatzen hätten etwas erreicht, von dem sie jahrelang geträumt hätten.
Der Ermittler RA Weber berichtete, dass das Bistum seine Arbeit tatkräftig unterstützt habe und ihm alle gewünschten Akten zur Verfügung gestellt hatte. Seit Januar 2016 haben sich weitere 129 Betroffene gemeldet. Die Gesamtopferzahl liegt nun bei 422. Weber spricht weiterhin von einer geschätzten Dunkelziffer von 600 bis 700 Betroffenen.

In den Gesprächen zwischen Kirchen- und Opfervertretern wurden weitere Maßnahmen verabredet. Sie umfassen eine soziologische und eine historische Studie, eine unabhängige Anlaufstelle beim Münchner Informationszentrum für Männer und ein Anerkennungsgremium, das über die Höhe der Geldzahlungen entscheidet. Bischof Vorderholzer begründete die Zahlungen in Höhe von 5.000 - 20.000 Euro: "Es ist ein Zeichen, dass wir es ernst meinen." Die Antragsteller müssen keine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben.
Quellen: br.de, radiovaticana.va, Süddeutsche

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12.10.2016 Ein ehemaliger kath. Priester soll erneut ein Kind missbraucht haben. Er wurde am 23.9.2016 in Untersuchungshaft genommen. Er war 2008 aus dem Klerikerstand entlassen worden, gab sich jedoch weiterhin als Priester aus. Bistümer hatten Gläubige vor dem Missbrauch des pastoralen Amtes gewarnt. Nicht gewarnt hatten sie davor, dass der wegen Kindesmissbrauch vorbestrafte Ex-Priester erneut Kinder missbrauchen könne. Der Ex-Priester war im Bistum Regensburg und im Bistum Mainz auch nach seiner Entlassung aus dem Klerikerstand als Priester tätig.
Quelle: wochenblatt.de Süddeutsche  swr.de  mittelbayerische.de

11.10.2016 Der österreichische Kardinal Schönborn und die Parlamentspräsidentin Bures kündigen für den 17.11. eine "Geste der Vrantwortung" zur sexuellen Gewalt durch die Kirche an. Der Sprecher der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt, Sepp Rothwangl, nennt dies eine Instrumentalisierung des Parlaments für Werbezwecke der Kirche. Er fordert zunächst eine angemessene Entschädigung der Opfer und die namentliche Nennung der Täter. Opfer wurden nicht in die Planung der Veranstaltung einbezogen. Sie fordern eine Absage der Veranstaltung und eine täterunabhängige staatliche Kommission zur Aufklärung der Missbrauchs- und Vertuschungsvebrechen nach irischem Vorbild. Außerdem solle die kath. Kirche sich für die Aufhebung der Verjährungsfristen einsetzen, was Schönborn zunächst zugesagt, dann aber nicht eingehalten habe.
Quelle: ots.at

11.10.2016 Seit dem 4. Oktober können Betroffene der Regensburger Domspatzen sich an eine bistums-unabhängige Stelle beim Münchner Informationszentrum für Männer wenden. Dort entscheiden sie selbst, ob und welche Meldungen an das Bistum weitergegeben werden. Dies wurde im Vorfeld der morgigen Pressekonferenz bekannt, an der der Internatsdirektor Rainer Schinko, der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und Betroffene - Alexander Probst und Peter Schmitt - teilnehmen werden.
Quelle: regensburg-digital und br

4.10.2016 Auf dem Mariahilfberg, Neumarkt, Bistum Eichstätt, sollen drei Priester der Ordensgemeinschaft "Instituo des Verbo Envarnado/Institut des fleischgewordenen Wortes" (IVE) von Bischof Hanke eingeführt werden. Sie sollen Seelsorge und Wallfahrtsbetreuung anbieten.
Quelle: bistum-eichstaett.de

Kommentar: Das Institut wurde 1984 in Argentinien von Carlos Miguel Buela gegründet. Buela wurde Anfang 2010 wegen Missbrauchsvorwürfen vom Vatikan mit lebenslanger Wirkung abgesetzt.
Das päpstliche Dekret vom 22.1.2010 wurde in der Öffentlichkeit erst im Nov. 2015 bekannt, als Ex-Mitglieder es veröffentlichten. Buela erhielt ein Kontaktverbot zu den Gemeinschaften. Das IVE hielt die vatikan. Anweisung intern geheim, hielt sich nicht an die Kontaktsperre und gestattete Buela weiterhin Zutritt zu seinen Niederlassungen. Daher wurde das Institut am 16.12.2015 auf Weisung der vatikan. Ordenskongregation unter Aufsicht gestelle. Aussteiger informieren hier.

3.10.2016 Pädophile Vergangenheit ist kein Hinderungsgrund, jemanden als Festredner einzuladen: Daniel Cohn-Bendit tritt am 3.10. als Festredner in der Paulskirche auf. Protest war vergeblich.
Quelle: epochtimes

3.10.2016 Die Studie zu den Missbrauchsfällen im Stift Kremsmünster darf nun - nach anfänglichen Widerständen des Klosters - nicht mehr nur online, sondern auch als Buch erscheinen. Die Studie untersuchte 350 Fälle sexueller, körperlicher und psychischer Gewalt, 24 Personen wurden beschuldigt - ohne dass die Beschuldigungen vollständig sind. Ein (1) Ex-Pater wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Quelle: religion.orf.at

2.10.2016 Der SWR 2 spricht von "Kommissionen, runden Tischen, Interviews" und beleuchtet die "Langmut der Missbrauchs-Aufarbeitung". Matthias Katsch formuliert: "Wir würden über dieses Thema nicht in der Breite diskutieren, wenn nicht Betroffene so hartnäckig am Ball geblieben wären die ganze Zeit. Wir verdanken es den Betroffenen, dass wir aufgehört haben, die Augen zu verschließen. Gleichzeitig ist es ein Stück weit auch ein Mangel an Unterstützung, den wir immer wieder bemerken. Also positiv gewendet:  damit Betroffene diese Rolle auch spielen können, müssen sie entsprechend Hilfe und Unterstützung erfahren. Und das ist etwas, was mindestens genauso zäh ist wieder Aufarbeitungsprozess. Da glaube ich, ist es einfach eine Pflicht der Gesellschaft, den Opfern schneller Hilfe zukommen zu lassen. Da hat man in der Vergangenheit zu wenig getan und tut man auch heute zu wenig. Wir müssen die Aufarbeitung verknüpfen mit spürbaren praktischen Verbesserungen für die Opfer, die unter uns leben und denen wir es verdanken, dass wir heute über diese Form der Gewalt anders sprechen als vor fünf oder zehn Jahren."
Quelle: swr.de

30.9.2016 Im Bistum Speyer meldeten sich seit 2010 insgesamt 63 mutmaßliche Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Preister. In 31 Fällen zahlte die Kirche insgesamt 229.000 Euro. Drei der Täter wurden vor staatlichen Gerichten verurteilt. Derzeit laufen vier staatliche und 2 kirchliche Verfahren.
Im Januar 2015 berichtete das Bistum von 53 Opfern. Seither sind also 10 Opfer hinzugekommen, die in der Presse m.W. nicht erwähnt werden.
Quelle: swr

30.9.2016 Am 2. Oktober beginnt in Rom die Generalkongregation zur Wahl eines neuen Generaloberen des Jesuitenordens. Aus diesem Anlass stellt der Eckige Tisch fest, dass in Deutschland mehr Menschen leben, die von Jesuiten missbraucht wurden, als der Orden in Deutschland noch Mitglieder hat. Bislang schütze der Orden diejenigen Mitglieder, die Missbrauch in ihrem Verantowrtungsbereich zugelassen haben. Öffentlich erkennbare Konsequenzen seien nicht ergriffen worden. Der Schluss sei naheliegend, dass kein Jesuit bei Verfehlungen im Amt mit Sanktionen rechnen müsse.
Quelle: eckiger-tisch-bonn.de

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30.9.2016 In Frankreich haben sich dem Verein La parole liberee 400 Menschen als Opfer sexuellen Missbrauchs zu erkennen gegeben, 90% davon (= 360) als Opfer katholischer Priester. Bei der von den Bischöfen eingerichteten Hotline gingen seit April 2016 insgesamt 80 Meldungen ein.
Quelle: franceinter.fr

28.9.2016 In Windesheim, Bistum Trier, heute zur Pfarreiengemeinschaft Guldenbachtal gehörend, soll der inzwischen verstorbene Pfarrer Ende der 1960er, Anfang der 1970er-Jahre laut Aussage von Opfern Kinder und Jugendliche sexuell bedrängt und teils auch missbraucht haben. Gabriel Ohler, "Kinderseelen in Not", bestätigte im Auftrag eines Opfers, dass das Bistum ein Opfer finanziell entschädigt habe unter der Bedingung, über die Geschehnisse nicht öffentlich zu sprechen. Am 17.11.2016 ist ein Versöhnungsgottesdienst geplant. Zur Vorbereitung sind Interessierte am 25.10. eingeladen. Bistum und Gemeinde wollen den Betroffenen ihre Anteilnahme versichern und als Gemeinde Abbitte leisten.
Quelle: Rheinzeitung

26.9.2016 Die kirchliche Voruntersuchung des Bistums Münster gegen einen zuletzt in Horstmar tätigen kath. Priester wegen sexuell intendierter Handlungen an einem Kind ist abgeschlossen. Die Unterlagen gehen an den Vatikan. Dort wird entschieden, welche Konsequenzen getätigt werden.
Quelle: wn.de


26.9.2016 Der frühere Priester von St. Gertrudis, Horstmar, Bistum Münster, beendet zum 30.9.2016 seinen Dienst im Bistum Münster. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren eingestellt.
Quelle: bistum-muenster.de

26.9.2016 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs beginnt mit den vertraulichen Anhörungen von Opfern sexuellen Missbrauchs in Kindheit und Jugend.
Quelle: Domradio.de

25.9.2016 Sexueller Missbrauch in Ballarat, Australien - eine Stadt schweigt und lässt die Opfer alleine.
Quelle: faz

23.9.2016 Themenheft der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Münster. Prävention sexualisierter Gewalt "Alle Achtung"

23.9.2016 Der Bischof von Gap, Frankreich, Jean-Michel Di Falco, ist in einem Zivilprozess zu Kindesmissbrauch vorgeladen. Ein ehemaliger Schüler des Privatcollege Saint-Thomas-d'Aquin in Paris beschuldigt den Bischof. 2002 war ein Prozess wegen Verjährung eingestellt worden. Der Bischof äußerte sich nicht zum aktuellen Prozess.
Quelle: Radio Vatikan
s. auch lesinrocks.com/2011

22.9.2016 An einer Darmstädter Schule missbrauchte der Lehrer Erich B. 35 bekannte Kinder und vermutlich viele weitere, bislang unbekannte Kinder zwischen 1961 und 1994. 2005 wurde er wegen 15 Fällen verurteilt, die übrigen Verbrechen waren verjährt. Er starb 2008. Weder die Schulleitung noch die Schulbehörde noch die Staatsanwaltschaft nahmen die Kinder ernst. Nach erstem Widerstand der Schulbehörde (es gebe keine Aktennotiz, die Akte über das Urteil sei nicht auffindbar) untersuchten inzwischen die Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller und die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, die Vorgänge. Sie sprachen mit Opfern und werteten das Tagebuch des Täters aus. Die Zusammenfassung des Berichtes ist hier zu finden, der vollständige Bericht hier.
Quelle: spiegel.de Internetseite der Opfer
s. auch http://www.taz.de/!5016458/

20.9.2016 In Österreich haben 1.455 Opfer katholischer Priester und Ordensleute (bei einer derzeitigen Gesamtzahl von 3.998 katholischer Kleriker in Ö) Entschädigungen erhalten. (Zum Vergleich: In Deutschland erhielten ca 1.700 Opfer katholischer Priester und Ordensleute - bei einer derzeitigen Gesamtzahl von 14.404 kath. Kleriker - eine Anerkennungszahlung.)
Quelle: radiovaticana.va

19.9.2016 Aus der vatikanischen Kinderschutzkommission  ist der Kirchenrechtler - Mitglied der Glaubenskongregation und der päpstlichen Universität Urbaniana - aus persönlichen Gründen zurückgetreten.
Quelle: ncronline.org

19.9.2016 Der Erzbischof der Pazifik-Insel Guam, USA, Anthony Apuron, wird von mindestens vier Ministranten beschuldigt, sie in den 1970er Jahren sexuell missbraucht zu haben. Apuron war damals Gemeindepriester. Nach dreimonatiger Untersuchung durch den Kurienerzbischof Hon-Tai-Fai empfahl der Sonderermittler die Absetzung des Bischofs wegen der "äußerst ernsten Vorwürfe". Apuron bestreitet jegliches Fehlverhalten und lehnte einen Rücktritt ab.
Das Parlament hat inzw. ein Gesetz verabschiedet, das die Verjährung bei Kindesmissbrauch abschafft. Die Kirche fürchtet nun Klagen, die zum Bankrott führen könnten.

Quelle: kurier.at s. auch guampdn.com und catholicherald.co.uk

14.9.2016 Der Vatikan korrigiert, dass der Papst nicht zwei Missbrauchsopfer traf, sondern zwei Vertreterinnen italienischer Missbrauchsopfer.
Quelle: orf

13.9.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung geht davon aus, dass in "jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Mädchen und Jungen sind, die von sexueller Gewalt betroffen sind." Das sagte er bei der Vorstellung der neuen Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt". Die Initiative wurde mit den 16 Kultusministerien entwickelt und soll zunächst an 6000 Schulen in Nordrhein-Westfalen starten und bis 2018 auf alle 30000 Schulen bundesweit ausgedehnt werden. Sie soll Schulen fachlich unterstützen, Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt zu entwickeln und zum Schulalltag werden zu lassen.
Quelle: FR

12.9.2016 Die vatikanische Kinderschutzkommission teilte mit, sie habe ein Papier entworfen, das sich mit der Vorbeugung des Missbrauchs von Kindern, Heranwachsenden und schutzbedürftigen Erwachsenen befasst. Das Papier werde demnächst dem Papst vorgelegt. Eine neue Website (englisch, italienisch, spanisch) soll eingerichtet werden, um über die Arbeit der seit 2014 bestehenden Kommission zu informieren und Termine bekannt zu geben. Für die Menschen, die bereits Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, soll ein Gebetstag eingerichtet werden. Auf der nächsten Tagung vom 20.-26. März will die Kommission über das katholische Schulsystem in Lateinamerika reden.
Der Papst traf zwei Frauen, die Missbrauchsopfer durch katholische Priester wurden. Sie überreichten ihm zwei Bücher. In einem Buch steht der Erlebnisbericht einer Italienerin, die als Jugendliche missbraucht wurde und die erste Publikation dieser Art in Italien ist. Im anderen Buch wird sexuelle Gewalt gegen Ordensfrauen durch Seelsorger thematisiert.
Quellen: Radio Vatikan katholisch.de

9.9.2016 Dem Hilfsfonds für Missbrauchsopfer geht voraussichtlich zum Jahresende das Geld aus. Nach wie vor zahlen 13 der 16 Bundesländer nicht in den Fonds ein. Die Bundesländer verweisen darauf, dass die Unterstützung des Fonds Sache des Bundes sei.
Quelle: mmnews.de

9.9.2016 Das Bistum Münster bittet, dass sich ggf. weitere Missbrauchsopfer des kath. Priesters aus Lohne melden. Die Ansprechspartner sollen Berichte über "Auffälligkeiten" des Geistlichen in der Vergangenheit entgegennehmen und dokumentieren. In den vergangenen Tagen seien mehrere "Geschichten" laut geworden, die Vorwürfe gegen den Priester beinhalten. Genauer wollte der Sprecher sich nicht zu diesen "Geschichten" äußern.
Quelle:
ndr

8.9.2016 Die katholische Journalistin Isabelle de Gaulmyn beschuldigt den Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, bereits vor 2007 über Missbrauchsfälle in seiner Diözese informiert worden zu sein. In ihrem am Donnerstag erscheinenden Buch „Histoire d’un silence“ (Geschichte eines Schweigens) schreibt Gaulmyn, sie habe Barbarin bereits zwischen 2004 und 2005 über die Missbrauchsfälle informiert. Die Journalistin ist stellvertretende Chefredakteurin der katholischen Zeitung „La Croix". Ihr Anliegen sei es nicht, die Kirche nicht verletzen, sondern vielmehr Kardinal Barbarin aufzufordern, „seiner Botschaft treu zu bleiben“, so Gaulmyn.
Quellen: radiovaticana.va und tempsreel.nouvelobs.com

6.9.2016 Bischof Ronald Mulkearns hat bei seinem Tod der Diözese Ballarat, Australien sein Vermögen - darunter eine Immobilie im Wert von ca 1,3 Millionen Euro - überlassen. Das Bistum will das Vermögen für die Unterstützung von Missbrauchsopfern nutzen. In Bischof Mulkearns' Diözese hat es in den 1970er und 1980er Jahren viele Missbrauchsfälle gegeben, die der Bischof ignorierte und vertuschte. Ein enger Mitarbeiter war zu jener Zeit Kardinal Georg Pell. Mulkearns hatte vor der australischen königlichen Untersuchungskommission gestanden, dass er von den Missbrauchsfälle überfordert gewesen sei. Er sei auch nicht sicher, ob er damals gewusst habe, dass Kindesmissbrauch eine Straftat war.
Quelle: orf

6.9.2016 Der Ruhestandspfarrer aus Bad Kissingen, dessen "Fall" seit 2014 beim Bistum Würzburg vorliegt, muss sich wegen Verjährung sexuellen Missbrauchs nicht vor einem staatlichen Gericht verantworten. Seine Akte wird Ende September in den Vatikan gehen.
Quellen: Abendzeitung München  und mainpost.de

6.9.2016 Ein katholischer Priester aus Lohne, Landkreis Vechta, Bistum Münster, steht im Verdacht, vier Jugendlichen pornografische Bilder gezeigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt. Der Beschuldigte ist beurlaubt worden vom zuständigen Bischöflichen Offizialiat Vechta.
Quelle: nwzonline.de  ndr.de 

6.9.2016 Kardinal Marx hatte 2006 als Bischof von Trier in einem Missbrauchsfall keine Ermittlungen angestellt und nicht mit dem Opfer gesprochen. Vor kurzem rechtfertigte er sich: "Heute wird in einem solchen Fall anders verfahren..." Norbert Bauer kommentiert die Rechtfertigung des Kardinals: "Es ist schon merkwürdig: Spitzenvertreter einer Institution, die großen Wert darauf legt, dass schon Kinder ihr Handeln unter den Begriffen Schuld und Sünde reflektieren und betont, dass ohne Bekenntnis keine Vergebung möglich ist, flüchten sich in subjektlose, passive Satzkonstruktionen, wenn sie sich ihrer Verantwortung stellen sollten. Und das wohl ganz bewusst. Denn sie ahnen, wenn sie sich zu ihrem Fehlverhalten bekennen würden, wenn sie sich nicht hinter Passivformulierungen verstecken würden, sondern einfach mach ICH sagen, könnte dies auch persönliche Konsequenzen nach sich ziehen."
Quelle: theosalon

Bis 9.9.2016 Der Film Verfehlung in der Arte-Mediathek.

2.9.2016 Barbara Haslbeck Erika Kerstner „Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis ich einen Seelsorger fand, der mir zuhörte“ Was Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kirche erleben, in: Pastoraltheologische Informationen, Bd. 36, Nr. 1
Lesenswert ist das gesamte Heft 1/2016 der Pastoraltheologischen Informationen "Gewalt - ein Thema der Praktischen Theologie?"


2.9.2016 Ein Priester des Schweizer Bistums Lausanne-Genf-Freiburg wurde zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt. Er hat einen 17-Jährigen sexuell missbraucht. Er war geständig.
Quelle: kath.ch

2.9.2016 Papst Franziskus hat den Rücktritt des Bischofs von Albenga-Imperia in Norditalien angenommen. Das teilte der Vatikan ohne weitere Details mit. Hintergrund dürfte sein, dass Bischof Mario Oliveri (72) u.a. einen Priester verteidigte, der  wegen sexuellen Missbrauchs einer Messdienerin zu sieben Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wurde.
Quelle: Domradio

25.8.2016 Hat Kardinal Marx einen Missbrauchstäter gedeckt? fragt Hannes Leitlein in der Zeit bzw. in Christ und Welt
24.8.2016 Claudia Adams von der Opferorganisation Missbit im Bistum Trier fordert, dass es eine von der Kirche unabhängige Aufarbeitung der Missbrauchsfälle geben müsse. Thomas Schnitzler, Mitglied des Betroffenenbeirates, Berater und Gutachter für das Bundesfamilienministerium, fordert ebenfalls eine externe Institution zur Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Beide kritisieren das schleppende Vorangehen der Ermittlungen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Pfarrer von Freisen aus dem Bistum Trier. Schnitzler weist darauf hin, dass es bei der Untersuchungskommission der Bischofskonferenz nicht transparent zugehe.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de  

23.8.2016 Im Bistum Regensburg wird nach Informationen von regensburg-digital seit Jahren wegen körperverletzender Übergriffe in Bischöflichen Knabenseminaren, darunter im Knabenseminar Obermünster, recherchiert. Offiziell erhalten nur Regensburger Domspatzen ihre Anerkennung als Opfer von Körperverletzungen, nicht jedoch Knabenseminare, die von deutlich mehr Jungen besucht wurden als die Institution der Domspatzen. Regensburg-digital vermutet, dass ua. der als Schläger bekannte Prälat Paul M. geschont werden soll. Betroffene fühlen sich vom Bistum Regensburg hingehalten und stimmen dem "Ausgleichsmodell" nicht zu, das die Ansprechpartnerin für Opfer von Körperverletzung im Bistum Regensburg verfolge - dieses Modell diene dem Wohl des Täters und dem Schutz der Diözese. Scheitere ein Ausgleich, trete die Ansprechpartnerin mit "völlig inakzeptablen und unprofessionellen Schuldzuweisungen" gegenüber Betroffenen auf.
Quelle: regensburg-digital.de

23.8.2016 Die Church of England hat ihre Bischöfe gewarnt, sich bei Opfern sexueller Gewalt durch Priester zu entschuldigen. So wollte sie Klagen vermeiden. Sie riet auch von persönlichen Treffen mit Opfern ab und empfahl bei Treffen, die dennoch stattfanden einen Rechtsbeistand.
Quelle: contra-magazin telegraph

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22.8.2016 Der katholische Priester Laurence Soper wurde in London verhaftet. Er war seit 2011 nach einem Verstoß gegen seine Kautionsauflagen untergetaucht. Ihm war 2011 vorgeworfen worden, fünf Schüler einer katholischen Privatschule in London missbraucht zu haben. Die Schule entschuldigte sich, nachdem ein Bericht viele weitere Missbrauchsfälle aufgedeckt hatte. Inzwischen wird Soper vorgeworfen, zwischen 1972 und 1986 neun Kinder sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: religion.orf.at

19.8.2016 "Wir sind Kirche" bezeichnet die Erklärung, warum der heutige Kardinal Marx und frühere Bischof von Trier Missbrauchsvorwürfen nicht konsequent nachging, als "Vertuschung light". Wir sind Kirche kritisiert, dass die Trierer Verantwortlichen sich mit der Erklärung des Täters, er sei unschuldig zufrieden gegeben habe und keine Akten der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen anforderte. Auch die Fürsorge für die Opfer, die bereits in den LEitlinien 2002 ausdrücklich vorgeschrieben war, entfiel. "Wir sind Kirche" schreibt: "Nach den Vorgängen in Hildesheim und Würzburg zeigen die aktuellen Vorwürfe gegen Kardinal Marx, dass das Thema sexualisierte Gewalt immer noch kleingeschrieben wird und noch lange nicht aufgearbeitet worden ist. Es drängt sich der Verdacht der „Salamitaktik“ auf: Es wird immer nur scheibchenweise zugegeben, was sowieso schon bekannt ist. Wir sind Kirche erneuert daher die Aufforderung, das Versagen in der Vergangenheit offen einzugestehen, da sich nur so die Türen für eine wirkliche Aufarbeitung der Vertuschung sexualisierter Gewalt öffnen."
Quelle: wir-sind-kirche.de

18.8.2016 Der heutige Kardinal Marx wusste 2006 als Bischof von Trier von dem Missbrauchsverdacht gegen den früheren Pfarrer von Freisen, unternahm jedoch nichts. Was er möglicherweise nicht wusste, aber hätte wissen können: M. hatte die Missbrauchsvorwürfe teilweise bei der Polizei gestanden. Damals sei nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz verfahren worden. Heute werde in einem solchen Fall anders verfahren, es würden eigene Ermittlungen angestrengt werden, teilte der Pressesprecher des Kardinals mit.
Quelle: sr
  volksfreund.de katholisch.de domradio.de
16.8.2016 Das Bistum Hildesheim hat das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München, das bereits den Missbrauch von Schülern im Benediktinerkloster Ettal sowie an der Odenwaldschule untersuchte, beauftragt, die bisherige Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Biscof Janssen und gegen den Jesuiten Peter R. zu untersuchen und ggf. weitere Missbrauchsfälle aufzuklären.
Quelle: domradio.de ndr radiovatican


14.8.2016 Im Bistum Lausanne-Genf-Freiburg wurde ein kath. Priester suspendiert. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die staatliche Justiz hat Verjährung festgestellt. Das kirchliche Verfahren liegt bei der Glaubenskongregation.
Quelle: radiovaticana.va

10.8.2016 Der ehemalige Ettaler Präfekt wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.
Quelle:  br

10.8.2016 Ein früherer Mönch und Priester, Philip Temple, 66, hat in London 12 Jungen und ein Mödchen missbraucht. Er wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt.
Quelle: bbc.com

10.8.2016 Ein ehemaliger katholischer Priester wurde 1987 wegen sexueller Handlungen mit Kindern, 2008 wegen des Herunterladens kinderpornografischen Materials verurteilt. Nun wurde er erneut zu einer Gefängnisstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt, weil er ein zu Beginn des sexuellen Missbrauchs zwölfjähriges Mädchen 13  Jahre lang missbraucht hat und sexuelle Handlungen an vier Schülern vorgenommen hat.
Die Kirche hatte den Priester Mitte 2015 suspendiert.

Quelle: kath.ch orf

10.8.2016 Zwischen Mai 2013 und Oktober 2015 wurden sexuelle Übergriffe, sexueller Kindesmissbrauch, Selbstverletzungen und Schikanen unter den Flüchtlingen auf der Pazifikisel Nauru dokumentiert. Die Flüchtlinge werden von Australien auf der Pazifikinsel untergebracht.
Quelle: zeit.de

10.8.2016 In Brasilien hat ein kath. Priester nach seiner erneuten Verhaftung Selbstmord begangen. Der Priester war bereits von 2007 bis 2015 wegen Belästigung eines 10-Jährigen und von 1995 bis 1999 wegen Missbrauchs von mehren Jugendlichen inhaftiert. Der Vatikan habe zwar Schritte gegen den Priester eingeleitet, die jedoch nie abgeschlossen wurden. Die letzte Strafe durfte der Verurteilte im Haus des Erzbischofs verbringen.
Quelle: katholisch.de

9.8.2016 Der irische Priester John O'Reilly, Legionäre Christi, der in Chile wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, muss sich nun auch vor einem vatikanischen Gericht verantworten. Im Nov. 2014 war er in Chile wegen Missbrauch eines Mädchens von 2010 bis 2012 zu 4 Jahren Schutzaufsicht verurteilt worden. Er hatte seine Stellung als Kaplan und spiritueller Direktor einer teuren Schule in Santiago de Chile benutzt. O'Reilly war einer der einflussreichsten Priester in Chile mit besten Kontakten in Wirtschaft und Politik.
Quelle: orf  religionsphilosophischer-salon.de

8.8.2016 Interview von Katharina Weyandt mit Annette Buschmann über "Seelsorge nach sexuellem Missbrauch"
Quelle: evangelisch.de

7.8.2016 Der Vatikan hat einen Angestellten beurlaubt, der des sexuellen Missbrauchs eines Mädchens verdächtig ist.
Quelle: domradio

5.8.2016 Sex mit Kindern unter 15 galt bisher in der Türkei als Missbrauch. Nun wurde diese gesetzliche Bestimmung vom Verfassungsgericht abgeschafft. Intellektuelle und Frauenrechtlerinnen sind entsetzt: Sexueller Missbrauch und Kinderehen werden in Zukunft straffrei florieren, fürchten sie, wenn kein neues Gesetz zu deren Verbot erlassen wird.
Quelle:
epochtimes.de

5.8.2016 "Die Pflicht zur Aufklärung endet nicht. Dazu gehört es auch, Selbstrechtfertigungen zu widersprechen, auf die Betroffenen zu hören und ihren Zorn zu respektieren. ... Ein Täter, der nur zugibt, was ihm nachzuweisen ist. Ein Kloster, das zunächst trotz des Geständnisses die Zeugen und Opfer penibel auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen ließ - um dann bitter zu erkennen, dass der Mitbruder sie zehn Jahre lang angelogen hat. Die Betroffenen, die erst laut werden müssen, bevor etwas passiert, die ihre Demütigung noch einmal im Kopf erleben müssen, bevor der Täter bestraft werden kann: In verschiedenen Konstellationen taucht das immer wieder auf, wo Fälle sexueller Gewalt offenbar werden. Und dass sie heute immer noch auftauchen, lässt ahnen, über wie vielen Fällen immer noch die Decke des Schweigens und Verdrängens liegt." So kommentiert M. Drobinski den derzeit laufenden Prozess gegen den Expater von Ettal.
Quelle:
süddeutsche

4.8.2016 Der ehemalige Pater des Klosters Ettal hat wohl nicht wie verabredet ein vollumfängliches Geständnis abgelegt.
Quelle: br  süddeutsche

4.8.2016 Ein ehemaliger Pater des Klosters Ettal wurde bereits 2015 wegen sexuellen Missbrauchs an drei Kindern zu einer Bewährugsstrafe verurteilt. Nun steht er erneut vor Gericht. Im ersten Prozess hatte das Kloster Gutachten in Auftrag gegeben und Anwälte engagiert - für mehrere Zigtausend Euro -, um die Unschuld des Paters zu belegen.
Quelle:
br.de  radio-oberland.de orf

2.8.2016 Die französische Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Lyons Kardinal Philippe Barbarin eingestellt. Es habe keine Hinweise auf mögliche Straftaten gegeben.
Quelle: katholisch.de

28.7.2016 Gegen Kardinal Pell ermittelt die australische Polizei wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs. Der Kardinal spricht von einer Verleumdungskampagne.
Quelle: katholisch.de süddeutsche orf  abc.net.au theguardian.com

28.7.2016 Im Bistum Regensburg wurde die Juristin Marion Kimberger als weibliche Ansprechparterin für Missbrauchsopfer eingesetzt.
Quelle: bistum-regensburg.de

22.7.2016 Jürgen Oelkers zu "Odenwaldschule: Zur Aufarbeitung des Skandals". Der Erziehungswissenschaftler hat das Buch "Die Karriere des Gerold Becker", Weinheim/Basel 2016, geschrieben.
Quelle: stimmen der zeit

21.7.2016 Die französische Bischofskonferenz hat eine Internetseite gegen Pädophilie eingerichtet.
Quelle: orf

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19.7.2016 In Neumarkt/Oberpflaz läuft ein Disziplinarverfahren gegen einen evang. Dekan. Ihm wird - nach einem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen - vorgeworfen, in zwei Fällen bei erwachsenen kirchlichen MItarbeitern die nötige Distanz nicht gewahrt habe.
Quelle: Mittelbayerische

18.7.2016 Das Ermittlungsverfahren gegen einen Priester aus Horstmar, Bistum Münster, wurde eingestellt, weil es "keinerlei Anzeichen für ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Priesters" gibt. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung wird fortgesetzt.
Quelle: 1.wdr.de

18.7.2016 Heute entscheidet sich, ob gegen den Bischof von Lyon, Kardinal Barbarin, ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Anzeigepflicht eingeleitet wird.
Quelle: domradio.de

17.7.2016 Der Trierische Volksfreund berichtet, dass das Bistum Trier bereits 2013 einen Pfarrer von Freisen wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hatte. Während des fast eineinhalbjährigen Ermittlungsverfahrens durfte der Pfarrer jedoch weiterhin Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten und mit einzelnen Messdienern in Urlaub fahren.
Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de

14.7.2016 Das Bistum Trier soll bereits "vor Jahren" von den Mitgliedern einer Pfarrerkonferenz des Dekanates St. Wendel über Missbrauchsvorwürfe gegen einen früheren Pfarrer von Freisen informiert worden sein. Ein Informant der Saarbrücker Zeitung, ein Priester, äußerte den Verdacht, dass der zuständige Weihbischof "seine schützende Hand" über den Beschuldigten hielt - in dieser Sache wurde jedenfalls nichts vom Bistum unternommen. Schließlich habe sich die Pfarrerkonferenz entschlossen, Bischof Ackermann zu informieren, nachdem sie nicht nur Hinweise aus der Bevölkerung bekam sondern auch Zeugen beobachteten, "wie auffällig der Pfarrer mit Kindern unterwegs war". Eine Stellungnahme des Bistums Trier liegt nicht vor.
Quellen: saarbruecker-zeitung.de saarbruecker-zeitung.de sr.de
sr-mediathek.sr-online.de (ab min.11) domradio.de

13.7.2016 Gegen einen kath. Pfarrer i.R. ermittelt die Staatsanwaltschaft nun zum 4. Mal. 2006 bereits hatte sie ein Verfahren wegen Verjährung und 2013 und 2015 die Verfahren wegen mangelndem Tatnachweis eingestellt. Nun ist eine neue Anzeige eines mutmaßlich weiteren Opfers bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.
Kirchenrechtlich sind die bisher angezeigten Taten nicht verjährt. Das Bistum Trier hat im Mai 2016 eine kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet.
Quelle: welt.de

12.7.2016 Jan-Heiner Tück im Gespräch mit Günther Bernd Ginzel über eine Theologie nach Ausschwitz.
Teil 1  Teil 2

*8.7.2016 Die Suche nach unabhängigen Gutachtern, die im Fall des ehemaligen Bischofs Janssen und des Paters Peter R. (Haupttäter am Canisius-Kolleg Berlin) den Umgang des Bistums Hildesheims mit Missbrauchsvorwürfen prüfen sollen, gestaltet sich schwierig. Seit Anfang des Jahres 2016 wurde kein Gutachter gefunden.
Das derzeit laufende Forschungsprojekt habe gezeigt, dass in internationalen Studien über 10.000 Würdenträger der kath. Kirche "im Alter von 15 bis 90 Jahren zu Tätern" wurden. Ihnen stünden fast 16.000 Opfer zwischen 0 und 25 Jahren gegenüber. (Nun: kath. Würdenträger dürften älter als 15 Jahre sein.)

Quelle: ndr.de
Kommentar: Diese Zahlen dürften sich auf die angeschauten Studien beschränken, denn alleine in den USA wurden nach Angaben der US-amerikanischen Bischöfe 6.528 Priester zwischen 1950 und 2015 angeklagt, d.h. 5,9% der 109.694 Priester. Zählt man die seit 2002 Ordinierten dazu, so sind 5,6% der 116.701  Priester wegen Missbrauchs angeklagt worden.
Alleine in Irland gingen Regierung und Kirche im Jahr 2004 von ca 11.000 Opfern aus. 2005 hatten 15.000 Menschen aus Irland Anklage erhoben. Die Täter- und Opferzahlen, die das derzeit laufende Forschungsprojekt veröffentlichte, dürften nur einen Bruchteil der Täter und Opfer in der katholischen Kirche umfassen.

7.7.2016 Der Erzbischof des Bistums Paraiba in Brasilien, Aldo Di Cillo Pagotto, ist zurückgetreten. Bereits seit 2015 durfte er keine Diakone und Priester mehr weihen oder neue Seminaristen aufnehmen. Ihm war vorgeworfen worden, Priester und Seminaristen zu weihen bzw. zuzulassen, die von anderen Bischöfen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs Minderjhriger aus ihren Bistümern entfernt worden waren. Der Rücktritt wurde vom Papst nach Can. 401,2 angenommen. Dieser Paragraph regelt den Rücktritt wegen angegriffener Gesundheit "oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund". Dem Erzbischof werden auch eigene "unziemliche sexuelle Kontakte" (mutmaßlich eine sexuelle Beziehung zu einem 18-Jährigen) angelastet.
Quelle: radiovaticana.va orf irishexaminer.com

6.7.2016 Papst Franziskus am den Rücktritt des brasilianischen Bischofs Aldo di Cillo Pagotto, Bundesstaat Paraiba, angenommen. Pagotto wird beschuldigt, sexuellen Missbrauch an Minderjährigen, der von Priestern seiner Diözese begangen wurde, ignoriert zu haben.
Quelle: argentinien.de


5.7.2016 Zum Tod von Eli Wiesel ein Zitat aus seiner Rede zum Friedensnobelpreis 1986: „Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“

2.7.2016 Der Kardinal von Lyon, Barbarin, hat vier Priester entpflichtet. Alle vier standen vor Gericht wegen Missbrauchs Minderjähriger, nicht alle wurden verurteit. Gegen weitere Priester seien „spezielle Massnahmen“ ergriffen worden.
Quelle: radiovaticana.va
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1.7.2016 Florian Breitmeier, NDR Redaktion Religion und Gesellschaft, schreibt: "Bislang ist nicht vorgesehen, dass die Forscher bei erwiesenen Fällen sexualisierter Gewalt oder bei Vertuschung auch konkrete Täternamen nennen. Die Forscher begründen dies mit eigenen Ethikrichtlinien. Im Sinne der viel beschworenen Transparenz und Glaubwürdigkeit sollte hier aber unbedingt gehandelt, sprich Namen genannt werden. Es ist vollkommen klar, dass es hierbei nicht um die Verbreitung halbgarer Gerüchte gehen kann. Dort aber wo womöglich Kardinäle, Bischöfe oder Generalvikare Täter nachweislich geschützt, Übergriffe vertuscht und eine umfassende Aufarbeitung behindert haben, da gibt es ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit, eventuelle Widersprüche zwischen Amt, offiziellen Verkündigungen und Taten zu erfahren. In diesen begründeten Fällen können sich kirchliche Vorgesetzte nicht auf das Persönlichkeitsrecht und damit auf die Privatsphäre beziehen. Denn ihre Entscheidungen trafen sie oder ihre Vorgänger unzweifelhaft in einem berufsbezogenen Kontext." Breitmeier fordert die Forscher auf, sich nicht hinter den eigenen Ethikrichtlinien zu verstecken und Bischöfe sollten an schonungsloser Klarheit interessiert sein.
Quelle: ndr.de
Kommentar: Wem es um die Glaubwürdigkeit der Kirche geht, muss m.E. auf Aufklärung beharren.
1.7.2016 Der niederländische Beauftragte für sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche, Deetman, kritisiert die Geheimhaltung, die zwischen der kath. Kirche und 361 Opfern verabredet wurde. Ob dabei Druck auf die Opfer ausgeübt wurde, ist der Kommission nicht bekannt. Im Bereich der Bistümer gab es 6 Vereinbarungen mit Vertraulichkeitsbestimmungen, bei den Orden waren es mindestens 255.
Quelle: katholiek.nl

1.7.2016 Heute gibt es beim ZI Mannheim einen Probandenaufruf - den ersten in der MHG-Studie der DBK.
Quelle: ZI-Mannheim

30.6.2016 Das Bistum Augsburg informiert über die Online-Umfrage des Forschungsprojektes der DBK.
Quelle: Bistum Augsburg

29.6.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung kritisiert die Aufarbeitung der kath. Kirche. Sowohl die Nennung der Täternamen als auch die Nennung der Namen derer, die Täter geschützt haben, sei nötig.
Quelle: katholisch.de

28.6.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert von der katholischen Kirche "volle Transparenz" in der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Harald Dreßing, ZI Mannheim, weist auf die Ethikrichtlinie der Universität Heidelberg hin, die es verbiete, Namen zu nennen. - Die Forscher mussten ihre Methodik mehrfach ändern, weil sich herausstellte, dass die Personalakten der Bistümer nicht sehr aussagekräftig seien: Dokumente wurden aus Datenschutzgründen vernichtet, Hinweise absichtlich vertuscht oder Kinder trauten sich nicht, über das zu sprechen, was ihnen angetan wurde.. „In vielen Fällen finden sich überhaupt keine Spuren in den Akten“, sagt Harald Dreßing.
Umso mehr seien die Forscher darauf angewiesen, dass sich viele Betroffene melden und über ihre Erfahrungen sprechen.
„Nur die Betroffenen kennen die Wahrheit", sagte Dreßing. (Online-Umfrage (Losung: MHG2016).
Quelle: Tagesspiegel

28.6.2016 Im Interview sagt Prof. Dreßing, dass ein Viertel der Täten durch kath. Priester schwere Sexualdelikte sind. Drei Viertel sind sog. hands-on-Delikte.
Quelle:
swr.de

28.6.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Regierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert von der katholischen Kirche mehr Transparenz bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Erforderlich sei die Nennung von Namen - von Täternamen ebenso wie von Namen derer, die Täter geschützt haben.
Rörig kann nicht erkennen, dass die Eignungsprüfungen für Priesteranwärter tatsächlich verändert worden wären. Er gibt die Kritik Betroffener wider, die darüber klagen, dass die Kirchenvertreter nicht auf Augenhöhe mit ihnen sprechen und sie sich "wie von oben herab behandelt" fühlen.
Quelle: nwzonline.de  orf.at 

28.6.2016 Im Zwischenbericht des Forschungsprojektes werden 17% der Täter als pädophil eingestuft. Sollte sich diese Größenordnung bestätigen, entspräche das dem üblichen Durchschnitt in der Gruppe der Sexualstraftäter. Aber: "Sollte sich diese Zahl in weiteren Studien bestätigen, wäre das deutlich mehr als der geschätzte Bevölkerungsdurchschnitt von etwa zwei bis vier Prozent der Männer". Auffallend ist der hohe Anteil (75,5%) von sog. Hands-on-Delikten (physische Übergriffe, Vergewaltigung, erzwungener Oralverkehr...). "Verstörend" sei dieser hohe Anteil, sagt der Forscher Prof. Dreßing.
Der Forscher Dölling, Heidelberg, beobachtet, dass knapp 44 % der Täter mehr als ein Opfer haben, nämlich im Durchschnitt 5,4 Opfer pro Täter. Die Ursache sieht er darin, dass das Opfer aus verständlicher Furcht heraus keine Anzeige erstattet.
Der nun vorgelegte Zwischenbericht beschäftigte sich mit 40 allgemein zugänglichen internationalen Studien über Missbrauch in der kath. Kirche und 13 Studien in weltlichen Institutionen. Der Spiegel merkt an, dass 4 von 10 Studien zu kircheninternem Missbrauch Befragungsmethoden anwandte, die sozialwissenschaftlich nicht anerkannt seien.
Auch die Zahl der strukturierten klinischen Interviews sei  verschwindend gering. Psychiatrisch-psychologische Erhebungen seien in nur zehn Prozent der Untersuchungen durchgeführt worden.
Quelle: Spiegel, dbk.de

28.6.2016 Das Bistum Essen beteiligt sich an der derzeitigen Studie der DBK. Es erwartet jedoch keine Überraschungen, da es selbst bereits die Akten durchforstet hat.
Quelle: www1.wdr.de

28.6.2016 Bischof Ackermann, oft gebe es in den Personalakten der Bistümer keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe. Eine Aktenvernichtung in größerem Stil habe es aber nicht gegeben. Es sei vorgekommen, dass die Staatsanwaltschaft gegen Priester ermittelt habe, die Kirche jedoch keinen eigenen Prozess anstrengte.
Quelle:
n-tv.de

27.6.2016 In den USA haben die katholischen Bischöfe des Bistums New York über 2 Millionen US-Dollar gezahlt, um Lobbyarbeit gegen eine Reform der Gesetzgebung zum Kindesmissbrauch zu betreiben. Die Reform soll es Opfern erleichtern, Entschädigungen einzuklagen. Im Bundesstaat New York können Zivilverfahren nur bis zum 23. Geburtstag eingereicht werden. Der neue Gesetzesvorschlag will diese Frist erweitern. Außerdem ist vorgesehen, dass Opfer, die nach gegenwärtiger Rechtslage keine Klage mehr einreichen können, innerhalb einer Ein-Jahres-Frist ihren Fall vor ein Zivilgericht bringen können. Die kath. Lobbyarbeit richtet sich vor allem gegen diese Ein-Jahres-Frist.
Quelle:  hpd
27.6.2016 Der Jesuiten-Orden hat einen Zwischenbericht über Missbrauchsfälle an Jesuiten-Schulen veröffentlicht. Zahlen zu Tätern und Opfern jedoch sind unklar. Neu ist, dass sich auch sechs Jahre nach der ersten Aufdeckung noch Opfer bei den Beauftragten melden: Bei der beauftragten Rechtsanwältin 17 Opfer seit 2011 und bei dem Therapeuten von Brisinki seit 2014 noch 23 Opfer. Der Orden hat bislang an 118 Betroffene "Anerkennungszahlungen" geleistet (589.000 Euro plus 132.000 Euro für Therapiekosten).
Die Zahlen jedoch sind undurchsichtig: Der Bericht spricht von 34 Betroffenen am AKO - der Zinsmeister-Bericht hatte von 58 Opfer gesprochen.
Im neuen Zwischenbericht werden Pater Stüper 15 Taten zugeordnet - im Zinsmeister-Bericht wurden 31 strafrechtlich relevante Missbrauchstaten des Paters benannt. Einem zweiten Pater im AKO, Pseudonym Julius, ordnet der neue Zwischenbericht fünf Taten zu. Die anderen AKO-Täter seien "fast alle nur einmal genannt", sagt der neue Zwischenbericht. Der Zinsmeister-Bericht von 2011 jedoch benennt weitere Mehrfach-Täter: 4 Gewaltfälle bei einem Pater Ludwig, 6 Fälle bei einem Pater Herbert, ein Pater Harald vom AKO-pro-Seminar wird dreimal schwer beschuldigt.
„Der Bericht des scheidenden Provinzials beinhaltet weiterhin Nebelkerzen. Erneut ist eine Chance auf Klarheit vertan“, kommentiert Heiko Schnitzler vom Eckigen Tisch Bonn die vorgelegten Zahlen des Ordens.
Quelle: general-anzeiger-bonn.de

27.6.2016 Die Forscher, die das derzeitige Forschungsprojekt der DBK verantworten, berichten, dass nicht alle Staatsanwaltschaften ihre Akten freigeben. Dies gelte vor allem für Bayern. Von der kath. Kirche jedoch erhielten die Foscher "alles, was sie wollen". Bischof Ackermann sagt, es gebe "keine Anhaltspunkte für die mengenweise Vernichtung von Akten". Nach Aussage von Prof. Dreßing haben sich alle Bistümer verpflichtet, ihre Geheimarchive zu öffnen. Die (Erz-) Bistümer Bamberg, Berlin, Essen, Freiburg, Hamburg, Magdeburg, Paderborn, Speyer und Trier sollen genauer untersucht werden. Darüber, dass Vergehen/Verbrechen erst gar nicht in die Priesterakten aufgenommen wurden, sagte er nichts. Drei Viertel der Taten in der kath. Kirche sind sog. Hands-on-Handlungen. Das zeigt, dass die Taten in der Kirche keineswegs harmloser sind als Missbrauchsfälle in anderen Bereichen.
Die bislang bekannten Folgen für Opfer gehen nicht über längst Gewusstes hinaus.
Matthias Katsch kritisiert: „Es ist für die Betroffenen absolut inakzeptabel, dass Bischöfe und kirchliche Vorgesetzte, die Missbrauchstaten unter der Decke gehalten und Täter geschützt haben, nicht genannt werden sollen.“ Zu einem Neuanfang gehöre die Übernahme von Verantwortung für die Vergangenheit, sagte er. Für ihn gehörten die Nennung der Kirchenmänner, die versagt hätten, und eine ehrliche Diskussion über die innere Struktur der Kirche dazu – neben einer angemessenen Entschädigung für die Opfer.
Und bisher wende die Kirche noch mehr Geld für Anwälte und PR auf als für Missbrauchsopfer.
Quelle: der westen.de morgenpost.de evangelisch.de  heute.de zeit.de dw FR KStA rp-online stern zdf taz swr-Interview Radio Vatikan Radio Vatikan kirchensite.de Ärztezeitung Süddeutsche katholisch.de

27.6.2016 Das derzeitige Forschungsprojekt der DBK (online seit 3.5.2016) hat in einer Metastudie 40 Studien aus Deutschland, den USA, Kanada, Australien und anderen Ländern über die kath. Kirche und 13 über andere Einrichtungen untersucht. Die Untersuchung bezog sich auf 14.588 Taten. Im kath. Raum waren die Täter zu über 80% Gemeindepfarrer und andere Priester. Sie wiesen zu 29,6% emotionale oder sexuelle Unreife auf. 21 % zeigten eine Persönlichkeitsstörung, 17,7 % zeigten pädosexuelle Merkmale. 13,1 % waren alkoholabhängig. Bei der Mehrheit der Fälle waren die Handlungen geplant und ereigneten sich am häufigsten in der Wohnung des Täters (24,2 %), in der Schule (12,8 %), auf öffentlichen Plätzen (10,4 %) oder vor/nach dem Gottesdienst in der Kirche oder angrenzenden Räumen (9,3 %). In 82,9 % kam es zu direktem Köperkontakt.
Die Metastudie des Forschungsprojektes der DBK zeigt, dass im kath. Raum der Anteil männlicher Missbrauchsopfer bei 78,6 % liegt, also deutlich höher ist als in nicht-kirchlichen Kontexten. Die Welt schreibt, es solle ei
ne biografische Befragung von Tätern und Opfern und einen Vergleich mit anderen Institutionen geben.
Quelle: welt.de  Präsentation des Zwischenberichts
Kommentar: Nach Planung der Studie müsste die Opferbefragung bereits im Februar 2016 abgeschlossen sein. Allerdings wurde vor einer Woche eine Online-Befragung für Opfer gestartet, die in der Planung nicht vorgesehen war. Dass sich deutlich weniger Frauen als Männer als Opfer zu erkennen gegeben haben, könnte daran liegen, dass Mädchen eher schweigen und zurückhaltender sind, wenn es darum geht, einen Fall anzuzeigen. Vor allem diejenigen, die als Jugendliche Opfer wurden, quälen sich sehr mit der Frage nach der eigenen schuldhaften Beteiligung. Die Metastudie spricht von 17,7 % pädophiler Täter. Die Leygraf-Studie bemerkte: "
Insbesondere der Anteil der Geistlichen mit einer sexuellen Präferenzstörung im Sinne einer Pädophilie ist eher gering. Die handlungsleitenden Motive für die begangenen sexuellen Übergriffe sind bei der Mehrheit der Geistlichen demnach im normal-psychologischen Bereich zu verorten." 

24.6.2016 Kardinal Marx hat in Dublin erklärt, die kath. Kirche habe viel getan, um Homosexuelle zu marginalisieren. Sie müsse sich entschuldigen. Kardinal Parolin hatte das irische Referendum zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe 2015 noch als Niederlage für die Menschlichkeit bezeichnet. Kardinal Marx wollte zu dieser Äußerung nicht Stellung nehmen. Marx selbst hatte noch 2011 Lesben und Schwule als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet.
Quellen: irishtimes.comqueer.de, 2011

24.6.2016 "Im katholischen Bistum Hildesheim sind im vergangenen Jahr fünf Anträge auf finanzielle Anerkennung sexualisierter Gewalt gestellt worden. Die gezahlte Summe beläuft sich insgesamt auf 30.000 Euro. Davon seien 17.000 Euro im Jahr 2015 ausgezahlt worden, 13.000 in 2016, teilte ein Bistumssprecher NDR Info auf Anfrage mit. Im Januar hatte das Bistum Hildesheim angekündigt, einen Gutachter einsetzen zu wollen, der die Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Priester Peter R. prüfen solle. Zudem erklärte die Diözese im März, auch die Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen von einem unabhängigen Gutachter aufarbeiten lassen zu wollen. In beiden Fällen hat das Bistum bislang noch keine Gutachter benannt oder eingesetzt."
Quelle: NDR

23.6.2016 Die Caritas hat eine leider nur als Buch veröffentlichte Studie über die Erfahrungen von behinderten Kindern und Jugendlichen zwischen 1949 und 1975 in Caritas-Heimen vorgestellt. In dieser Zeit lebten 30.000 bis 50.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen in katholischen Heimen. Für die Studie wurden 339 Menschen befragt, 70% berichteten über physische Gewalt, 60% berichteten von psychischer Gewalt, 30% auch von sexueller Gewalt. Hochgerechnet ergibt sich für 30.000 - 50.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung in kath. Heimen, dass 10.000-16.000 Opfer sexueller Gewalt wurden.
Quellen: dw.com caritas.de dbk dbk
domradio.de, katholisch.de, donaukurier.de, domradio.de, spiegel.de br24.de

23.6.2016 In der französischsprachigen Schweiz soll es nach dem Vorbild der kath. Kirche Belgiens ab September eine unabhängige Opferschutzkommission für Menschen geben, die durch Kleriker missbraucht wurden. Die Kommission besteht aus zwei Opfervertretern, drei Mitgliedern der Zivilgesellschaft und zwei Vertretern der kath. Kirche. Drei Berater werden Opfer und Beschuldigte anhören und gemeinsam mit den Opfern (!) eine Lösung erarbeiten.
Die Groupe Sapec erklärte, dass nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen Opfer von Klerikern wurde. Mädchen würden aber eher schweigen. (Das entspricht auch meiner Beobachtung.)
Quelle: radiovaticana.va
kath.ch
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22.6.2016 Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegen den suspendierten Pfaffenhofener Stadtpfarrer wegen der Verdachts auf sexuellen Missbrauch dauern weiterhin an. Die Anklagebehörde prüft, ob die anonymen Vorwürfe gegen den Geistlichen zutreffen oder nicht. Weitere Details nennt die Staatsanwaltschaft nicht. Der Pfarrer war kurz vor Fronleichnam kurzfristig von seinem Amt suspendiert worden. Ihm wird vorgeworfen, sich vor seinem Wechsel nach Pfaffenhofen an einem Ministranten vergangen zu haben.
Quelle: sueddeutsche.de

22.6.2016 Inzwischen haben sich rund 1700 kirchliche Opfer bei der Bischofskonferenz gemeldet. Am 21.1.2016 und ebenfalls noch am 13.3.2016 waren es noch 1600 Opfer gewesen. In 3 Monaten haben sich also ca 100 weitere Opfer gemeldet.
Quelle: katholisch.de, der westen.de 27.6.2016

22.6.2016 Das Bistum Trier hat kirchenrechtliche Untersuchungen von Missbrauchsvorwürfen verschleppt. Ein staatsanwaltschaftliches Verfahren gegen einen Priester wurde 2006 wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum - damals unter Bischof Marx und Weihbischof Ackermann - wurde von der Staatsanwaltschaft informiert. Konsequenzen gab es keine, die Unterlagen wurden im Geheimarchiv abgelegt. Sie waren 2013 "nicht mehr präsent", als weitere Ermittlungen gegen den selbe´n Priester eingeleitet wurden. Erst bei einem dritten Verfahren 2016 wurde das Bistum auf das Verfahren von 2006 wieder aufmerksam und holte sich die Unterlagen von der Staatsanwaltschaft.Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen liegt weder aus dem Bistum Trier noch aus dem Erzbistum München vor.
Quelle: eifelzeitung.de

21.6.2016 Zum Forschungsprojekt der Bischofskonferenz gibt es nun erstmals einen öffentlichen Aufruf an kirchliche Missbrauchsopfer, sich zu beteiligen. Vom 22.6.2016 bis zum 30.6.2017 kann eine Online-Umfrage ausgefüllt werden. Am Ende der Online-Befragung werden drei Kontaktadressen angegeben für diejenigen, die an einem vertraulichen Interview teilnehmen möchten. Zur Unterstützung für Betroffene wird auf die Hotline des UBSKM verwiesen. - Nach Planung allerdings fanden die eigentlichen Opferinterviews (S. 4) zwischen Juli 2014 und Februar 2016 statt. Seit Februar 2016 geschieht die Auswertung dieser Interviews. Wie die befragten Opfer für die inzwischen abgeschlossenen Interviews gefunden wurden, ist unbekannt - einen öffentlichen Aufruf gab es nicht. Unbekannt ist auch die Zusammensetzung des Beirates, der das Forschungsprojekt begleiten sollte und u.a. die Befragungen auswerten sollte. 
Quellen: ZI Mannheim, swr

21.6.2016 Das Bistum Münster hat nun verbindliche Regeln im Umgang mit kirchl. Missbrauchsfällen eingeführt. Es hat auch bekannt gemacht, dass sich seit Januar 2016 mindestens 7 weitere Opfer gemeldet haben, so dass die Gesamtzahl der bekannten Opfer im Bistum Münster bei "rund 130 Menschen" liegt.
Quelle:
wdr.de

21.6.2016 Inzwischen haben sich 1700 Opfer von kath. Klerikern bei der DBK gemeldet. Das Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit startet im Juli eine Online-Umfrage zum "Sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Priester, Diakone und andere Mitarbeiter der katholischen Kirche".
Quelle: Domradio

20.6.2016 Die bolivianische Regierung will Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche untersuchen.
Quelle: KNA und vicepresidencia.gob.bo katholisch.de

18.6.2016 Gegen den Erzbischof von Guam, Antony Apuron, erhebt ein dritter Mann den Vorwurf, der Erzbischof habe ihn als 15-Jährigen sexuell missbraucht.
Quelle: guampdn.com


18.6.2016 Das Morgenecho berichtet, dass Hinweise auf "Sittlichkeitsdelikte" eines Priesters des Bistums Trier 2006 im Geheimarchiv des Bischofs verschwanden, nachdem sowohl der damalige Bischof, Kardinal Marx, als auch der heutige Bischof und damalige Weihbischof Ackermann in einer Sitzung von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und der Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung erfahren hatten. Dem Priester war sexueller Missbrauch eines 15-Jährigen vorgeworfen worden. Als es 2013 erneut zu Anzeigen gegen denselben Priester kam, waren die Akten des Geheimarchivs unbekannt. Erst im Zuge eines dritten Verfahrens 2016 habe das Bistum Hinweise auf das Verfahren von 2006 gefunden und sich die Akten der Staatsanwaltschaft geben lassen.
Das Bistum sagt zu seinem Vorgehen, es habe damals nach den Leitlinien von 2002 gehandelt. Diese Leitlinien hätten nicht vorgesehen, dass in Fällen, die staatliche Ermittlungsbehörden nicht aufklären konnten, die Kirche eigene Ermittlungen anstelle. Der  Kirchenrechtler Georg Bier wiederspricht: Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung sei 2006 auch nach den damaligen Leitlinien möglich gewesen.
Georg Bier sagt, es sei Aufgabe des damaligen Generalvikars Georg Holkenbrink gewesen, die ihm 2011 von seinem Vorgänger übergebenen Akten des Geheimarchis durchzuschauen. Das geschah auch 2013 nicht.
Quellen: presseportal.de  Christoph Fleischmann  Morgenecho, 18.6.2016
WDR 5 Diesseits von Eden Sendung am Sonntag, 19.6.2016, 9.05 - 9.45 

15.6.2016 Johannes Heibel, "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen" weist darauf hin, dass es für die südafrikanischen Opfer des verurteilten und laisierten Priesters Georg K. keine Aufklärung der Missbräuche zu geben scheint. Das südafrikan. Gericht hatte den Geistlichen nach Deutschland überstellt, weil seine Taten in Deutschland gravierender als in Südafrika seien (und weil Akten verschwunden waren). Da die Kirche Georg K. inzw. laiisiert hat, ist auch sie nicht mehr verantwortlich für die Aufklärung der Taten in Südafrika und für die Verantwortungsübernahme derer, die Georg K. schützten und die Opfer und ihre vier Familien alleine ließen.
Stefan Wieland, Pressesprecher des Bistums Aachen, sagte: "Trotz fehlenden, rechtskräftigen Urteilen - eigentlich Grundlage für die Anerkennung von Leistungen erlittenen Leids - unterstützt und begleitet das Bistum Aachen - in Abstimmung mit der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) als dienstvorgesetzte Behörde von dem ehemaligen Pfarrer K. für seine Zeit in Südafrika - das Antragsverfahren auf materielle Leistungen in Anerkennung des Leids."
Quelle: rp-online


14.6.2016 Pater Zollner, SJ, Leiter des vatikanischen Zentrums für Kinderschutz, berichtet, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern der sexuelle Missbrauch von Kindern im Kontext anderer Formen von Missbrauch und Gewalt gegen Kinder gesehen werden muss: „Unter anderem von Verkauf von Kindern oder Jugendlichen und ihren Organen, von Kindern, die in den Krieg ziehen oder Schwerstarbeit leisten müssen, von Kindern in tiefster Armut. Wenn wir als Westler hinkommen und sagen, jetzt kümmert euch auch um den sexuellen Missbrauch, der Kindern und Jugendlichen dort geschieht, dann sagen die, erst einmal müssen wir schauen, dass sie überhaupt etwas zu essen haben.“
Quelle: Radio Vatikan

13.6.2016 Der Bischof von Würzburg hat einen Ruhestandsgeistlichen des Dekanats Bad Kissingen aufgefordert, das Dekanat zu verlassen. Dem Bistum wurde der Vorwurf im März 2015 bekannt, im November 2015 wurde eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Anfang Mai fand in der ehemaligen Pfarrei des Priesters ein Gesprächsabend statt, auf dem sich Generalvikar Thomas Keßler entschuldigte. Der Generalvikar berichtete Anfang Mai von der Selbstanzeige des Beschuldigten, die Staatsanwaltschaft spricht davon, dass die ANzeige erst vergangene Woche bei der Staatsanwaltschaft Schweinfurt eingegangen ist. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, vor mehr als 40 Jahren eine Minderjährige in Polen über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Der Geistliche hat die Vorwürfe weitgehnd eingeräumt, spricht aber von Einvernehmlichkeit.
Quelle: br.de und mainpost

10.6.2016 Charles Scicluna, Erzbischof von Malta, stellt fest, dass das Motu Proprio "Come una madre amrorevole" nicht nur dem Schutz von Kindern dient, sondern von Vernachlässigung spricht, die anderen einen schweren Schaden zufügen kann. Der Papst weist darauf hin, dass die bischöfliche Verantwortung nicht nur Einzelnen gilt, sondern auch ganzen Gemeinschaften, die vor moralischem, spirituellen und finanziellen Schaden bewahrt werden soll. Das Motu proprio ruft Bischöfe nicht dazu auf, Missbrauchsfälle den staatlichen Behörden zu melden - da seien die jeweils üblichen staatlichen Gesetze zu befolgen, sagt Scicluna. Schon bislang konnte der Papst Bischöfe aus schwerwiegenden Gründen des Amtes entheben. Nun jedoch gibt es eine Prozedur, die den Bischöfen das Recht auf Verteidigung zugesteht.
Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hatte im Deutschlandfunk befürchtet: "
Ich habe eine Sorge – ich sehe das positiv, aber ich habe eine Sorge, wenn man das Gesetz dann genauer liest, dass natürlich das auch Tür und Tor öffnet für Denunziationen. Ich habe ja lange ein Bischofssekretariat geleitet einen sehr profilierten Bischofs – Franz Kamphaus. Da kam jeden Tag von rechter und linker Seite Denunziationen, der Bischof würde sein Amt nicht sachgerecht ausüben. Also da müssen wir mal abwarten, wie das geht. Es kann nicht sein, dass jetzt ein Bischofsbashing beginnt und jeder, der irgendwo mal nur einen Fehler macht, seines Amtes enthoben wird. Das wäre fatal."

Quelle: de.radiovaticana.va

9.6.2016 Der irischen Kinderschutzbehörde der kath. Kirche wurden von April 2015 bis März 2016 Missbrauchsfälle gemeldet. 65 bezogen sich auf Diözesanpriester, 51 auf  Ordensangehörige. Im Jahr zuvor waren es 58 Anzeigen gegen Priester und 126 gegen Ordensangehörige. Die Mehrheit der Anzeigen bezog sich auf die 1960er bis 1980er Jahre. Eine Anzeige bezog sich auf das letzte Jahr.
Quelle: irishtimes.com

9.6.2016 Das brasilianische Gesundheitsministerium ermittelte steigende Zahlen sexuellen Missbrauchs an Mädchen unter zehn Jahren. Aktenkundig wurden 2015 4.024 Fälle von Vergewaltigungen, die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. 2011 wurden 2.267 Fälle aktenkundig, d.i. eine Steigerung um 77,5%.
17.871 Frauen wurden 2015 nach einer Vergewaltigung medizinisch behandelt. 57,8% der Vergewaltigungen fanden im eigenen Haushalt statt.

Quelle: latina-press.com

9.6.2016 Marie Collins, letztes und einziges Opfer in der päpstl. Kinderschutzkommission, nimmt Stellung zum Motu Proprio, das die Amtsenthebung für Bischöfe vorsieht, die einen schwerwiegenden Mangel an Sorgfalt bei Missbrauch Minderjähriger walten lassen, sagt, die neuen Regelungen müssten durchgeführt werden, dann könne man ihre Wirksamkeit beurteilen.
Quelle: irishcatholic.ie

8.6.2016 Der französische Kardinal Barbarin wurde über mutmaßliche Fehler bei der Weitergabe von Missbrauchsfällen von der Polizei vernommen.
Quelle: orf

8.6.2016 Im Jahr 2015 wurde der frühere Willicher Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seit 2003 gab es anonyme Hinweise auf sexuellen Missbrauch. Seit 2010 durfte er seine priesterlichen Aufgaben nicht mehr ausüben. Allerdings war er bis Sommer 2014 in Südafrika als Priester im Auftrag der Auslandsseelsorge der DBK (!) eingesetzt. Auch dort gab es ein Strafverfahren gegen ihn, das dann jedoch wieder eingestellt wurde wegen verlorener Beweismittel. Für die Eltern der in der südafrikan. Gemeinde betroffenen Kinder gab es ein kirchliches Redeverbot. Nun wurde der inhaftierte Pfarrer laisiert.
Quelle: rp-online und Radio Vatikan
s.auch Diesseits von Eden, 28.6.2015, ab min 20; Johannes gottes

7.6.2016 Der Erzbischof von Guam, Anthony Apuron, sagt, er sei das Opfer schrecklicher Verleumdungen. Roy Quintanilla wirft ihm vor, ihn sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: catholicherald

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7.6.2016 Pater Mertes, SJ, hofft, dass das Motu Proprio "Come una madre amrorevole", das die Bischöfe zur Rechenschaft ziehen soll, die Missbrauchstäter schützten und die Opfer im Stich ließen, auch wirklich umgesetzt wird oder ob dann auf der nächsthöheren kirchlichen Ebene der Hierarchie vertuscht wird. Mertes weist darauf hin, dass die Instanzen der Kirche, die in solchen Fällen urteilen, unabhängig sein müssen und transparent agieren müssen. Davon hinge die Glaubwürdigkeit der Verfahren für die Opfer entscheidend ab. Ihm sei auch nicht klar, wie die Zuständigkeiten innerhalb der Kurie geregelt seien.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Es scheint unterschiedliche Gremien im Vatikan zu geben, die mit kirchl. Missbrauchsfällen beschäftigt sind:

Zuständigkeiten scheinen unklar zu sein und versprechen, dass die Institutionen sich im Streit darum verheddern und ihre eigentliche Aufgabe nicht oder nur sehr verzögert erfüllen können. Schon bisher war die Transparenz nicht gegeben, Informationen flossen spärlich und widersprüchlich, der Papst selbst ernannte einen Bischof, der der Vertuschung beschuldigt wird und belässt einen Kardinal, der als Bischof Fälle vertuschte, in einem der wichtigsten Ämter des Vatikans. Abzuwarten bleibt, ob sich daran nun etwas ändert. Allerdings warten kirchliche Opfer schon zu lange. Nicht wenige erwarten gar nichts mehr von der Kirche.

6.6.2016 Papst Franziskus hat den Erzbischof Anthony Apuron, Guam/Pazifikinsel, beurlaubt. Dem Erzbischof wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.
Quelle: 11alive.com

6.6.2016 Alain Christnacht, Vorsitzender der französischen katholischen Kommission gegen Pädophilie, möchte jeden bekannten Fall von sexuellem Missbrauch in der Kirche "objektiv analysieren." Dazu sei es notwendig, "Abstand von den Ereignissen zu gewinnen und jeden Fall in seiner Komplexität zu betrachten... Wir müssen eine Stellungnahme zu den Tatsachen und Persönlichkeiten ausarbeiten, ohne dabei Untersuchungsrichter, Psychologen oder Psychiater zu sein“, sagte er. 
Quelle: Radio Vatican

4.6.2016 Der Papst hat ein Motu Proprio mit dem Titel "Come una madre amrorevole" ("Wie eine liebende Mutter") erlassen, das am 5. September in Kraft tritt. Darin ist geregelt, dass Bischöfe von ihrem Amt abgelöst werden, wenn ihnen ein schwerwiegender Mangel an Sorgfalt - sowohl durch Handlungen als auch durch Unterlassungen -  bei Missbrauch Minderjähriger nachgewiesen wird. Für Bischöfe ist die vatikan. Bischofskongregation oder die Missionskongregation zuständig, für Provinziale und Äbte die Ordenskongregation. Die Glaubenskongregation (Präfekt: der ehemalige Regensburger Bischof Müller) ist nicht damit befasst. Die letzte Entscheidung liegt beim Papst, der von Kirchenrechtlern beraten wird. 
Quelle: Radio Vatican und kathpress.at

3.6.2016 In der Schweiz unterstützt die katholische Kirche die Regelung, dass Personen, die verurteilt werden, weil sie die sexuelle Unversehrtheit eines Kindes oder einer abhängigen Person beeinträchtigt haben, endgültig das Recht verlieren , eine berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit mit Minderjährigen oder Abhängigen auszuüben"
Quelle: kath.ch

3.6.2016 Im Fall des mutmaßlichen Missbrauchs eines Jugendlichen durch einen Pfarrer in Freisen hätte das Bistum Trier möglicherweise schon viel früher Vorkehrungen treffen können. Nach SR-Informationen hatte das Bistum Trier schon vor zehn Jahren konkrete Hinweise auf den mutmaßlichen Missbrauch eines 15-jährigen Jungen.
Quelle: sr

31.5.2016 Das Opfer des früheren Pfarrers von Freisen, Bistum Trier, spricht.
Quelle: sr

31.5.2016 Der Jesuitenorden veröffentlicht einen Zwischenbericht (2010 - bis 3/2016) über Missbrauchsfälle
Quelle: jesuiten.org

30.5.2016 Matthias Katsch sagt: "Die Aufarbeitung sexueller Gewalt in der Kirche ist noch nicht gescheitert, denn sie hat noch gar nicht richtig begonnen."
Quelle: taz

30.5.2016 Eindrücke vom Literatur Café des Katholikentags Leipzig

30.5.2016 Vermutlich der einzige Pressebericht über die wenigen Katholikentagsveranstaltungen zum Thema "Prävention und sexueller Missbrauch" in der Mainpost.

30.5.2016 Pater Zollner SJ über Missbrauchsprävention in der Kirche: "Weil es psychische, strukturelle und systemische Abwehrmechanismen gibt: Die Kirche will keine Institution sein, die einen Makel hat, will sich nicht eingestehen, dass Verantwortungsträger so etwas Schreckliches machen. Konflikte werden gescheut, persönliche oder professionelle Bindungen spielen eine große Rolle. Die Erfahrung lehrt, dass alle Institutionen den Schutz ihrer Mitglieder vor andere Überlegungen rücken. ... Bei der katholischen Kirche kommt erschwerend hinzu, dass wir uns auf höhere Ideale berufen. Die Menschen klagen uns zu Recht an, wenn wir diese Ideale verraten. Außerdem haben manche Kirchenleute Unbehagen, mit dem Thema Sexualität offen umzugehen. Man hofft, dass Täter, die versprechen, nie wieder Kinder zu missbrauchen, das auch einhalten ... Das ist eine falsch verstandene Vergebungsspiritualität."
Quelle: katholisch.de

29.5.2016 Sexueller Missbrauch bei den Piusbrüdern: Über die bekannten und üblichen Strategien von Tätern und Täterschützern und die Chancenlosigkeit der Opfer auf Gerechtigkeit.
Quelle: Spiegel

26.5.2016 Gegen den Stadtpfarrer von Pfaffenhofen, Bistum Augsburg, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs von Kindern. Das Bistum informierte die Gemeinde. Bis zur Klärung ist der Pfarrer von seinem Amt entbunden.
Quelle: donaukurier und br süddeutsche

23.5.2016 Der Bischof der italienischen Diözese Oppido Mamertina-Palmi, Milito, erhält Drohungen wegen seiner Kritik an der Mafia. U.a. wird auf Vergehen gegen Minderjährige angespielt. Ein Priester der Diözese wurde im Dezember 2015 wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs festgenommen.
Quelle: Radio Vatikan
23.5.2016 Das Bistum Trier nimmt Stellung zu seinem Umgang mit dem Freisener Missbrauchsfall. s. auch saarbruecker-zeitung.de

23.5.2016 Das Bistum Trier hat gegen einen ehemaligen Pfarrer aus Freisen ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger Ende der 1990er Jahre eingeleitet. Bereits 2006 hatte die Staatsanwaltschaft die Ereignisse als verjährt eingestuft. Kirchenrechtlich seien die Vorgänge nicht verjährt. Das Bistum Trier habe erst im Zusammenhang mit den späteren Verfahren (2013 und 2016) von den Taten erfahren. Warum das Bistum nicht bereits 2006 die Akten angefordert und ein kirchliches Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, ist unklar.
Quellen: swr.de und focus

23.5.2016 Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg sucht nach möglichen Missbrauchsopfern eines früheren Superintendenten

Quelle: noz.de


22.5.2016 In einem offenen Brief wird die Aufklärungsarbeit des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, kritisiert.
Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de

21.5.2016 Nur 2 von 16 Bundesländern haben bislang in den Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs in Familien eingezahlt. Die anderen Bundesländer weigern sich weiterhin zu zahlen - die Zahlungen sind freiwillig und werden daher auch nicht geleistet. Inzwischen geht dem Fonds das Geld aus - da hilft auch die Verlängerung über den April 2016 hinaus nichts. Glücklich schätzen können sich die Brandenburger und Brandenburgerinnen - da wurde die Zahlung nicht geleistet mit der Begründung, man beteilige sich nicht an einer bundesweiten Regelung, weil es in Brandenburg nur einen Fall sexuellen Missbrauchs in Familien aus dem Jahr 1981 gibt, wie ein Regierungssprecher mitteilte.
Quelle: FR und Welt.de
21.5.2016 In der Landeskirche Hannover hat sich ein Mann als Missbrauchsopfer - damals 14 Jahre alt - des inzwischen verstorbenen Superintendenten des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg, Kurt Eckels, zu erkennen gegeben. Die Landeskirche Hannover hat inzwischen die mehr als 300 ehemaligen Konfirmanden der Jahrgänge 1965 bis 1976 angeschrieben, damit ggf. weitere Opfer ermutigt werden, sich zu melden.
Quelle: schaumburger-zeitung.de und landeskirche-hannovers.de

20.5.2016 Heute sprach der Papst mit Kardinal Barbarin von Lyon, dem das Vertuschen von Missbrauch vorgeworfen wird. Die französische Justiz ermittelt noch. Dass der Papst die Opfer der Täter, deren Taten eingestanden und mutmaßlich vertuscht wurden, empfangen habe, wird nicht berichtet.
Quelle:
radiovaticana.va
20.5.2016 Im Bistum Trier - dem Bistum des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz - wurde gegen einen Priester dreimal (2006, 2013 und 2016) wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs staatsanwaltlich ermittelt. Die Ermittlungen wurden zwei Mal wegen mangelnden Tatnachweises und in einem Fall wegen Verjährung eingestellt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Der Priester wurde - aus anderen Gründen - beurlaubt und in den Ruhestand versetzt, zelebriert jedoch weiterhin Messen. Ob das Bistum Trier 2006 und 2013 und 2016 ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet hat, wollte der Sprecher des Bistums mit Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte nicht sagen. Man könne jedoch davon ausgehen, dass das Bistum Trier entsprechend den von der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedeten Leitlinien agiere, sagte er.
Quelle: volksfreund.de und focus.de
Kommentar: Das Problem ist, dass inzwischen auch die Gutwilligsten den Glauben verloren haben, dass die kath. Kirche tatsächlich aufklären will: Es gibt zu viele Fakten, die den Aufklärungswillen der kath. Kirche widerlegen.  

20.5.2016 Im Deutschlandfunk gab es heute Morgen ein Gespräch über sexuelle Gewalt an Kindern mit Andreas Huckele, Prof. Heiner Keupp, Julia von Weiler, Tamaria Luding und Tanja von Bodelschwingh.
Quelle: ondemand-mp3.dradio.de

20.5.2016 Auch im Wilhelmsdorfer Heim der Brüdergemeinde Korntal gab es körperliche und seelische Gewalt und sexuellen Missbrauch. Die Aufarbeitung kommt nicht voran.
Quelle: schwaebische.de

18.5.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung zieht Bilanz: 1 Million Kinder und Jugendliche werden in Deutschland sexuell missbraucht, Hinzu kommen 7-8 Millionen Erwachsene, die als Kinder und Jugendliche sexuelle Gewalt erlebten. Die Grausamkeiten sind kaum vorstellbar, die Kinder erleiden. Und die Hilfen sind unzureichend: Fachberatungsstellen finanzieren sich zumeist über Spenden. Das "Ergänzende Hilfesystem"entwickelt sich zur Farce: Bevor es richtig gestartet ist, fehlen Gelder und die Antragsfrist soll bereits Ende August enden. Der Fonds Sexueller Missbrauch in der Familie wurde inzwischen zwar unbegrenzt verlängert, da es jedoch kein weiteres Geld zu geben scheint, bringt die Verlängerung nichts. Rörig sagt, dass Politik und Gesellschaft das Investment in Prävention und Hilfen erheblich erhöhen müssen, weil der Bereich sträflich unterfinanziert ist. Er spricht auch von kriminellen Strukturen und erinnert an Dutroux (Belgien) - dort kamen über 20 Menschen um, bevor sie aussagen konnten.
Quelle: Welt.de

18.5.2016 Dem Fonds für Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs geht das Geld aus. Nur der Bund und 2 Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern und Bayern) haben eingezahlt. Eine weitere Finanzierung ist nicht in Sicht.
Quelle: Spiegel

18.5.2016 In Kentucky hat der kath. Bischof Medley, Diözese von Owensboro, einen Priester suspendiert. Der Vorwurf: uanangemessner Kontakt mit einem Minderjährigen sexueller Natur.
Quelle: 14news.com

17.5.2016 Ein Mann aus Guam (einem nichtinkorporierten Territorium der USA) beschuldigt den Erzbischof Anthony Sablan Apuron des sexuellen Missbrauchs. Das Erzbistum will gegen diejenigen vorgehen, die "bösartige Lügen" über die lokale Kirche verbreiten.
Quellen: guampdn.com und pacificnewscenter.com

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17.5.2016 Monsignore Tony Anatrella, Diözese Paris, französischer Psychoanalytiker, Priester und  Berater des Päpstlichen Rates für die Familie wird von sieben Männern des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Erste Informationen soll der damalige Kardinal Lustiger 1999 erhalten haben, aber es geschah nichts.
Anatrella hatte noch im Februar 2016 bei einer Fortbildung neu ernannter Bischöfe gesagt, dass Bischöfe nicht verpflichtet seien, staatliche Stellen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch kath. Priester einzuschalten.
Quelle: ladepeche.fr s.auch cruxnow.com und retelabuso.org

17.5.2016 Papst Franziskus hat sich gegen einen Rücktritt des französischen Primas Erzbischof Philippe Barbarin von Lyon ausgesprochen. Er nannte einen Rücktritt "unklug", weil er als Schuldeingeständnis ausgelegt werde. Abzuwarten seien die staatlichen Ermittlungen.
Quelle: kathpress.at und la-croix.com

16.5.2016 Kritik an der Arbeit des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz übt ca: "Bischof Ackermann: vom Missbrauchsbeauftragten zum Vertuscher"
Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de

13.5.2016 Interview mit der Mainpost, Würzburg.
Quelle: Mainpost

12.5.2016 Dem früheren Pfarrer von Ergenzingen (1938-1962), Alfons L., wurde vom Ergenzinger Ortschaftsrat und vom Rottenburger Gemeinderat posthum das 1961 verliehende Ehrenbürgerrecht entzogen. Das Bistum Rottenburg hatte darum gebeten "aus Respekt vor den Betroffenen", denn dem Pfarrer wurde glaubhaft und plausibel der schwere sexuelle Missbrauch von drei Mädchen zwischen sechs und 16 Jahren, zum Teil über Jahre hinweg, vorgeworfen.
Quellen: schwarzwälder-bote.de und tagblatt.de

10.5.2016 Das Verfahren gegen einen Priester des Bistums Würzburg, der in Polen eine Jugendliche sexuell missbrauchte, soll - nach anderthalbjähriger Bearbeitungszeit im Bistum - nach Rom geschickt weden. Der Priester scheint trotz eines Verbotes weiterhin Gottesdienste zu halten. Vertreter des Bistums Würzburg waren zu einem Gespräch mit der Gemeinde, in der der Beschuldigte tätig war, gekommen. Generalvikar Keßler entschuldigte sich: "Für den mutmaßlichen Täter. Für die lange Zeit vom ersten Hinweis bis zum entschlossenen Umgang damit. Für das späte Gespräch mit der Gemeinde. Und für das 'nicht funktionierende Krisenmanagement' der Diözese.
Quelle: Mainpost

10.5.2016 David Ridsdale, Opfer seines Onkels, des Priesters Gerard Ridsdale, hat seinerseits als 18Jähriger einen damals 12-Jährigen sexuell missbraucht. Er ist Sprecher der Opfer von Ballarat, Australien, und war in dieser Eigenschaft zusammen mit anderen Opfern und Angehörigen von Opfern in Rom, um die Aussage von Kardinal Pell vor der australischen königlichen Missbrauchskommission anzuhören. Andere Missbrauchsopfer fühlen sich von D. Ridsdale verraten.
Quelle: 9news.com.au

9.5.2016 Kardinal Lehmann sagt im Interview: "Die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester, die mich bis in die jüngste Zeit erreichen, erschüttern mich jedes Mal aufs Neue, auch wenn sie sehr lange zurückliegen und ich manchmal den Eindruck habe, es gehe den Opfern heute nicht zuletzt um die Entschädigung."
Quelle: ksta.de
Kommentar: Das nennt man eine solide Opferbeschuldigung. Bedauerlich ist, dass der Kardinal leider nichts dazu gelernt hat.

5.5.2016 Die königliche australische Untersuchungskommission stellt fest, dass die katholische Kirche in Australien einige der schlimmsten Pädophilen hervorgebracht hat und  will im Februar 2017 ein letzter Hearing durchführen. Untersucht werden sollen Struktur und Leitung der kath. Kirche, die Rolle des Vatikans, das kanonische Recht, die Rolle des Zölibats, Auswahl, Screening, Ausbildung und Kontrolle der Arbeit von Priestern. Das abschließende Hearing will auch das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in kath. Institutionen in Australien untersuchen. Der Vorsitzende der Kommission, Francis Sullivan, sagte, die bisherigen Anhörungen haben offenbart, dass Geheimhaltung, Verschleierung und Komplizenschaft in der Kirche eine instinktive Reaktion zur Verteidigung der Kirche, zur Verhinderung eines Skandals und dem Schutz der Kirche dienten. Die Bedürfnisse der Kirche seien den Bedürfnissen der Opfer untergeordnet worden.
Quellen: childabuseroyalcommission.gov.au und katholisch.de


4.5.2016 Der Papst prangert sexuelle Gewalt gegen Frauen an."Wir haben herzlich wenig für Frauen getan, die sich in schweren Lagen befinden, wo sie verachtet, an den Rand geschoben und sogar ins Sklaventum herabgesetzt sind", sagte er und forderte mehr Einfluss von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Über ihren mangelnden Einfluss in kirchlichen Leitungs- und Entscheidungsgremien sagte er nichts.
Quelle: domradio


3.5.2016 Heute stellt der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Rörig, die unentgeltlich und ehrenamtlich arbeitende Aufarbeitungskommission vor. Rörig sagte, Politik und Gesellschaft müssten erst noch die riesige Dimension des sexuellen Kindesmissbrauchs begreifen. Sabine Andresen, Vorsitzende, erklärte, dass die Unabhängige Kommission Forschungsaufträge vergeben könne. Im Mittelpunkt jedoch werde die Anhörung Betroffener stehen. Betroffene sollen in vertraulichen Anhörungen oder in öffentlichen Hearings sprechen dürfen. Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches und Kommissionsmitglied formulierte: "Diesmal wollen wir es wirklich wissen."  2017 will die Kommission einen Zwischenbericht vorlegen.
Quelle: tagesschau.de und Deutschlandfunk
Aufarbeitungskommission:
"Wir möchten Sie ermutigen, uns von Ihren Erfahrungen zu berichten." (Hilfetelefon 0800-2255530, Sprechzeiten Mo, Mi und Fr. 9-14 Uhr, Die und Do: 15-20 Uhr; ausgenommen Feiertage, 24.12. und 31.12.; E-Mail: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de)
Pressekonferenz
Hier ist das öffentliche Interesse erkennbar.
https://www.youtube.com/watch?v=1YSpGDod_r0

2.5.2016 Ein Benediktiner aus dem Priorat Damme, Abtei Münsterschwarzach, hat in den 60er und 70er Jahren Schüler des Internats Damme sexuell missbraucht und misshandelt. Die Vorwürfe waren seit 2014 bekannt. Im März 2016 entschloss sich der Orden, alle Schüler der betreffenden Jahrgänge anzuschreiben. Mindestens 5 Opfer haben sich gemeldet. Die Opfer wünschen keine weitergehende Information der Öffentlichkeit.
Quellen: nwz-online und abendblatt

2.5.2016 Ein Rückblick auf den Umgang mit Schülern im Bistum Regensburg - und die Frage, ob der Bischof nur die Ereignisse in Etterzhausen und Pielenhofen untersuchen lässt, oder auch andere kirchliche Schulen und Internate.
Quelle: regensburg-digital

2.5.2016 Ein früherer katholischer Pfarrer aus Hürth-Efferen wurde 2011 von einem Betroffenen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, begangen in den 1970er Jahren. Der Pfarrer hat gestanden. Die Glaubenskongregation hat ihm die öffentliche Feier der Eucharistie und die Sakramentenspendung untersagt, der Titel "Pfarrer i.R." wurde ihm aberkannt, Kinder- und Jugendeinrichtungen und Schulen des Erzbistums Köln darf er nicht mehr betreten. Eine Geldstrafe muss er zahlen. Das Erzbistum Köln hat Hinweise auf weitere Betroffene aus der Zeit des Pfarrers in Köln-Bilderstöckchen.
In der Öffentlichkeit wurde die Anschuldigung 2011 nicht bekannt gemacht, der Pfarrer wurde auch nicht suspendiert, wie dies nach den Leitlinien vorgesehen ist. Der Grund: Er habe sich bereits im Ruhestand befunden.
Quelle: rundschau-online

2.5.2016 Dem suspendierten, aber bis vor Kurzem weiterhin amtierenden argentinischen Priester Carlos Ibanez, 58, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er soll zu Beginn der 90er Jahre in Argentinien, in Bell Ville, mindestens zehn Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben. Nach seiner Suspendierung tauchte er in Paraguay unter. Auch dort wurde er mit internationalem Haftbefehl gesucht, aber nicht gefunden. Beim Besuch des Papstes in Paraguay am 12.7.2015 stand er in der ersten Reihe, wie Bilder vom Gottesdienst in Nu Guasu zeigen. Die Zeitung "La Nacion" schreibt, dass fünf argentinische Priester in Paraguay untergetaucht seien. Die Zeitung geht von einem "Netzwerk des Schweigens" aus, das das Untertauchen der Gesuchten ermöglichte. Der Apostolische Nuntius in Paraguay, Ariotti, soll seit Weihnachten von dem Fall gewusst haben, was er bestreitet. Außerdem habe die Kirche versucht, "die brisante Veröffentlichung zu verhindern."
Quelle: katholisch.de und cafeparaguay.com

2.5.2016 Die Autoren des Münchner Instituts IPP, die eine Studie zu Missbrauchsfällen im Stift Kremsmünster (ebenso wie in Ettal) durchführten, dürfen die Studie nun doch als Buch herausgeben. Damit liegt es in wissenschaftlichen Bibliotheken aus. In Kremsmünster waren 24 Täter beschuldigt worden, 350  Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt angewandt zu haben. Ein Täter wurde verurteilt.
Quelle. orf

1.5.2016 Der Papst ermutigt die italienische Opfergruppe Meter, sich weiterhin gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu engagieren. Für Kindesmissbrauch verlangt er harte Strafen.
Dass er den im Sommer 2015 versprochenen Gerichtshof für Bischöfe, die kirchliche Täter schütz(t)en, eingerichtet hat, berichtet er nicht.

Quelle: kathpress

29.4.2016 SRF - Hansjörg Schult: Wie viel Transparenz will die Kirche?
Quelle: srf.ch

29.4.2016 SRF: "Sexuelle Gewalt an Kindern im grossen System"
Quelle: srf.ch

28.4.2016 In Frankreichs katholischer Kirche werden Missbrauchsfälle bekannt in der Pius-Bruderschaft und der Johannesgemeinschaft, aber auch in Bistümern. Im Bitum Orléans hat der Bischof Blaquart 2012 Anzeige gegen einen Pfarrer erstattet, den Angezeigten aber erst 2016 suspendiert. Er hätte das früher tun sollen, meinte der Bischof. In Lyon haben sich 17 Opfer bei der Selbsthilfegruppe La parole libérée gemeldet. Der Bischof von Lyon, Kardinal Barbarin, wusste seit 2007 von einem Missbrauchstäter (der bereits 1991 gestanden hatte), hat den Pfarrer jedoch nicht seines Amtes enthoben. Inzw. ermittelt die Justiz gegen den Pfarrer und den Kardinal. Die Bischöfe Frankreichs stellten sich hinter Barbarin.
Der Opfer-Verein Avref weist auf weitere Missbrauchsfälle bei den Pius-Brüdern und der Johannes-Gemeinschaft hin. Ein mutmaßliches Opfer bei den Pius-Brüdern erstattete Anzeige in Rom - vergeblich. Der verantwortliche Bischof für die Johannes-Gemeinschaft, der Bischof von Autun Rivière, reagierte bisher nicht auf die Vorfälle, obwohl ihm Akten und Klagen zugeschickt wurden.
Quelle: deutschlandfunk

27.4.2016 Drei australische Schulbeamte aus dem Bistum Melbourne bezweifeln die Glaubwürdigkeit von Kardinal Pell. Der Kardinal hatte vor der australischen königlichen Missbrauchskommission ausgesagt, er sei als damaliger Weihbischof von der Leitung des Schulamtes im Fall des Pfarrers Peter Searson, gegen den Missbrauchsvorwürfe erhoben worden war, getäuscht worden. Die Leitung des Schulamtes habe den Fall zum Schutz des damaligen Erzbischofs Frank Little "vertuschen" wollen. Nun haben der Direktor des Schulamtes Thomas Doyle und sein damaliger Stellvertreter Peter Annett die Anschuldigungen zurückgewiesen. Ein dritter ehemaliger Schulamtsmitarbeiter Allan Dooley kann sich nicht erklären, wie der Kardinal zu diesen Schlussfolgerungen kommen kann. Dooley sagte, er habe weder den Erzbischof geschützt noch die Vorwürfe gegen Searson unter der Decke gehalten.
Quelle: katholisch.de und Zeugenliste und Transkript vom Tag 189

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26.4.2016 Das Erzbistum Freiburg wendet sich gegen den Report-Bericht, es habe Missbrauchsopfer bei Verhandlungen über Entschädigungszahlungen unter Druck gesetzt. Ein Bistumssprecher sagte, es habe keine Drohungen oder vergleichbare Äußerungen gegeben. Zur Äußerung eines anderen Opfers aus Oberharmersbach, die Kirche habe ihn nach der Geldzahlung im Stich gelassen, betonte das Bistum, nach wie vor mit Opfern im Gespräch zu sein. Das Bistum habe in 101 Fällen 911.000 Euro gezahlt.
Quelle: katholisch.de und Erzbistum Freiburg
Kommentar: Dass das Bistum mit Opfern im Gespräch ist, beweist nicht, dass es auch mit dem Opfer aus Oberharmersbach im Gespräch ist, das den Vorwurf erhob, im Stich gelassen worden zu sein. 2014 sprach das Erzbistum von 130 Opfern, die die Kirche finanziell entschädigt habe.

25.4.2016 Der französische Kardinal Barbarin, Erzbischof von Lyon, gesteht Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein, weist jedoch den Vorwurf der Vertuschung zurück. Darüber hinaus stellte er klar, dass die "Verantwortung bei der Ernennung von Priestern nicht allein bei den Bischöfen liege, sondern auch bei Mitarbeitern einer Diözese. Demnach müssten auch Fehler bei der Ernennung gemeinsam verantwortet werden." Barbarin hatte in mehreren mutmaßlichen Missbrauchsfällen keine Meldung an die staatlichen Behörden gemacht. Der Generalvikar Yves Baumgarten sagte: "Nous avons manqué à nos obligations d’investigation, de recherche de la vérité " (Wir haben unsere Untersuchungsaufgabe verpasst, die Wahrheit zu recherchieren). Einen Rücktritt des Kardinals lehnt die Mehrheit der Priester des Bistums ab.
Quelle: deccanchronicle.com und orf und Radio Vatikan

25.4.2016 Missbrauchsopfer aus dem Erzbistum Freiburg berichten, dass die Kirche ihnen 20.000 Euro anbot als Anerkennung für erlittenes Leid durch sexuellen Missbrauch, den ein Pfarrer aus Oberharmersbach an mindestens 22 Kindern beging. Acht der Opfer lehnten die Zahlung zunächst ab. Ihre Anwälte erhielten daraufhin ein Schreiben des Bistums, dass der Betrag für die acht Opfer dem Präventionsfonds zur Verfügung gestellt werde, wenn die Opfer das Angebot endgültig nicht annehmen wollen. Das Erzbistum weist die Vorwürfe zurück: "Es gab keine Drohungen oder vergleichbare Äußerungen, vielmehr nur den korrekten Hinweis darauf, dass es sich um freiwillige Leistungen handelt." Die Opfer kritisieren auch das Verhalten der Kirche nach der Zahlung. Sie hätten das Geld bekommen "und dann hört man nichts mehr von der Kirche. Für die ist der Fall abgeschlossen und gut ist", sagte Missbrauchsopfer Gerhard M. Ein anderes Opfer wartet bis heute darauf, "dass sich seitens der Kirche jemand bei uns mal meldet und vor allen Dingen auch mal fragt, wie es uns überhaupt heute damit geht. Und das finde ich schon beschämend, weil seither ist da nichts gekommen."
Das Erzbistum hingegen stellt fest: "Wir sind nach wie vor mit den Opfern im Gespräch, kümmern uns um sie, vermeiden dabei aber eine dauernde Retraumatisierung durch regelmäßige Rückfragen. Einige Opfer nutzen auch aktuell weitere Hilfen: Über die in Aussicht gestellte Erstattung von Therapiekosten hinaus begleiten wir Menschen in Krisen- und Umbruch-Situationen mit unserer Unterstützung."
Quelle: swr.de
s. auch: swr.de und badische-zeitung.de

24.4.2016 Prof. Laubenthal, Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg, weist darauf hin, dass bis September 2010 die Missbrauchsbeauftragten Kontaktpersonen zur Staatsanwaltschaft waren und Strafanzeigen stellten. Seit den reformierten Leitlinien vom September 2010 (und 2013) liegt das Stellen einer Strafanzeige in der Verantwortung der Bischöfe bzw. anderer kirchlicher Dienstgeber. Laubenthal versteht daher auch den Zusammenhang nicht, den das Bistum zwischen der von ihm durchgeführten Plausibilitätsprüfung im zuletzt bekannten Fall einer Frau aus dem Bistum Würzburg einerseits und der nicht-erfolgten Strafanzeige durch das Bistum andererseits herstellt. Das Bistum reagierte nämlich auf die Feststellung der Verjährung und auf den Vorwurf der Vertuschung mit dem Satz: „Aufgrund der sofortigen Weitergabe des Vorwurfes zur Aufklärung an den Missbrauchsbeauftragten Professor Dr. Klaus Laubenthal gingen und gehen alle Vorwürfe, die in diese Richtung laufen, ins Leere.“ Die Staatsanwaltschaft jedoch prüfte den Fall, d.h. die Verjährung erst, nachdem die Frau in der Presse ihren Fall öffentlich machte.
Quellen: mainpost.de und mainpost.de

22.4.2016 Florian Breitmeier, Redaktion Religion und Gesellschaft des NDR, erinnert daran, dass das Bistum Hildesheim zugesagt hatte, unabhängige Gutachter mit der Aufgabe zu betrauen, die Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Janssen und gegen Peter R., den Haupttäter des Canisius-Kollegs zu untersuchen. Bislang ist nichts geschehen. Noch wurden keine Aufklärer ernannt. Breitmeier schreibt: "Fakt ist: Es gibt bislang keine umfassende Aufklärung der jüngsten Missbrauchsvorwürfe. Das ist mittlerweile erklärungsbedürftig."
Quelle: ndr.de

22.4.2016 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall der Beschuldigung eines hochrangigen Geistlichen aus dem Bistum Würzburg wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum Würzburg erklärte: "Die Feststellung der Staatsanwaltschaft zeigt, dass die Entscheidung der Diözese Würzburg, den Vorwurf eines offensichtlich verjährten mutmaßlichen Geschehens nicht zur Anzeige zu bringen, kein Vertuschungsversuch ist."
Quelle: br.de

21.4.2016 Bei der Wiedereröffnung der beschmierten Kiliansgruft in Würzburg sagte der Bischof, man müsse "allerdings auch fragen, ob eine solche Entgleisung nicht doch in einem weiteren Zusammenhang mit öffentlichen Kampagnen der vergangenen Wochen gegen die Kirche steht. Wird nicht oft genug ohne greifbare Belege unter Missachtung der Unschuldsvermutung und durch ständige Wiederholung unbewiesener Anklagen ein Boden bereitet, der Unruhe, Zwietracht und Frust fördert?"
Quelle: pow.bistum-wuerzburg.de
Kommentar: Der Bischof spielt vermutlich auf den jüngst öffentlich gewordenen Missbrauchsfall in seinem Bistum an. Dabei nimmt er die Unschuldsvermutung für den Beschuldigten sehr wohl in Anspruch, unterschlägt jedoch die Vermutung, dass das mutmaßliche Opfer die Wahrheit sagt. Bei dieser schwierigen Wahrheitssuche von einer Kampagne gegen die Kirche zu sprechen, halte ich für nicht angemessen.

20.4.2016 In einer katholischen Jungen-Schule in Japan wurden Kinder vergewaltigt. Die kirchlichen Verantwortlichen sagen, sie hätten die Vorfälle der Polizei gemeldet. Die Polizei findet jedoch keine Unterlagen über die Meldung.
Quelle: whig.com

19.4.2016 Das Bistum Würzburg nimmt Stellung zur Erwartung von zwei Opfern, dass das Bistum in den betroffenen Gemeinden den Missbrauch durch den Priester öffentlich zugeben soll und sich schützend vor die Opfer stellen solle.
Quelle: Mainpost

19.4.2016 Im Bistum Würzburg erwarten zwei Opfer eines kath. Priesters, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, dass das Bistum sich öffentlich in der Gemeinde Eichenbühl/Lkr. Miltenberg entschuldigt. Beide Opfer fordern, dass sich die Kirche klar und deutlich hinter die Opfer stellt und den Missbrauch durch den Priester überhaupt erst einmal öffentlich in den Gemeinden zugibt. Und beide fordern zudem die Bistumsleitungen auf, vor allen Mitgliedern in allen Gemeinden, in denen Missbrauchstaten durch Priester bekannt und auch bestätigt wurden, zu erklären, dass die Opfer keine Nestbeschmutzer sind, dass sie nicht böswillig sind, dass sie nicht durch ihre Vorwürfe unbescholtene Menschen in Misskredit bringen. Den Opfern ist klar, dass damit die "Harmonie" gestört werde, weil Viele lieber GRas über die Sache wachsen lassen wollen. Sie sind überzeugt, dass erst dann nach vorne geblickt werden kann, wenn die Kirche offensiv alle Fälle auf den Tisch legen würde.
Quelle: mainpost.de - siehe auch
christoph-fleischmann.de
18.4.2016 Ein Opfer bei den Regensburger Domspatzen hat sich bei RA Weber, dem unabhängigen Ermittler gemeldet: „Zum ersten Mal wird uns geglaubt.“ Solange die Kirche nur Aufklärung in eigener Sache betrieb, verweigerte sich das Opfer „diesen Spielchen“.
Quelle: fr-online.de


18.4.2016 In einem Elternrundschreiben der St. Mary’s Grundschule in Melbourne bat der kath. Priester Bill Edebohls um Gnade für pädophile Kollegen. Er kritisierte die Königliche Kommission Australiens, die Missbrauchsfälle in Institutionen untersucht. Die "Royal Commission" konzentriere sich im Falle von pädophilen Priestern nur darauf, dass die Opfer Gerechtigkeit erfahren, nicht aber auf den Heilungsprozess der Täter. Diesen werde zu oft Gnade für ihr Verhalten verwehrt, schrieb der Priester. Sexuelle Gewalt gegen Kinder verglich er mit der biblischen Geschichte, in der Jesus einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden worden war, Gnade erwies. Heutzutage müsse die Ehebrecherin durch "pädophiler Priester" ersetzt werden. Die Eltern reagierten empört, das Bistum Melbourne versucht zu erklären, warum der Priester dieses biblische Beispiel gewählt habe und Bernard Barrett, ein Forscher der Opfer-Organisation "Broken Rites", sagte, die Königliche Kommission untersuche Straftaten, nicht Sünden. Edebohls spiele schwere Straftaten herunter.
Quelle: focus.de


15.4.2016 In Uruguay entschuldigen sich die Bischöfe für sexuellen Missbrauch durch Priester und wollen eine Hotline einrichten. Missbrauchsfälle geschahen auch in der "Jerusalem Community" durch den Salesianer und Gründer Adolfo Antelo. Die Bischöfe Uruguays verboten daraufhin die Gemeinschaft. Der Vatikan erlaubte der Gemeinschaft, unter anderem Namen in anderen Ländern weiterzuarbeiten.
Quelle: washingtonpost

14.4.2016 Nach den Vorwürfen gegen einen kath. Pfarrer, der Kinderpornografie konsumierte, bangt die Kirche um ihren Ruf und fürchtet einen Imageschaden.
Quelle: naumburger-tageblatt.de

14.4.2016 Der Vatikan ernannte Joseph Anthony Ferrario (2003) zum Bischof von Honolulu (von 1982 bis 1993, Amtszeit von Papst Johannes Paul II.), obwohl bekannt war, dass Ferrario ein Missbrauchstäter war. Gläubige hatten vor der Ernennung zum Bischof im Vatikan mit einer Briefaktion protestiert. Nach Angaben von P. Thomas Doyle ignorierte der Vatikan die Informationen.
Quelle: hawaiinewsnow.com

13.4.2016 Der frühere Erzbischof von Posen, Julius Paetz, darf nicht an den 1050-Jahr-Feiern der Christianisierung Polens teilnehmen. Vom Apostolischen Nuntius in Polen, Erzbischof Celestino Migliore, wurde er daran erinnert, dass der Vatikan ihm vor drei Jahren die Teilnahme an öffentlichen Feiern untersagt hatte. Er hatte angekündigt, an den Feiern teilnehmen zu wollen.
Quelle: katholisch.de

13.4.2016 Im Bistum Magdeburg ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einem Hinweis des FBI gegen einen katholischen Priester aus Braunsbedra wegen des Besitzes von Kinderpornografie. Der Beschuldigte wurde beurlaubt und von seinen seelsorgerlichen Pflichten entbunden. Er soll "abgetaucht" sein. Der Pfarrer gilt als beliebt und hat sich u.a. für die Integration von Flüchtlingen eingesetzt.
Quelle: mz-web.de und FR und mdr
13.4.2016 Die kath. Kirche in Frankreich richtet Anlaufstellen für Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Kleriker ein und eine unabhängige Expertenkommission. Anlass sind Justizermittlungen gegen den Erzbischof von Lyon, Barbarin, dem vorgeworfen wird, frühere Missbrauchsfälle nicht den staatlichen Behörden gemeldet zu haben. Darunter ist der Fall eines Priesters, der vor 25 Jahren Pfadfinder sexuell missbrauchte und erst im August 2015 amtsenthoben wurde. Opferverbände sehen Fortschritte, bemängeln jedoch, dass es bisher nur Absichtserklärungen sind.
Quelle: orf und arte
Kommentar: Bereits im November 2000 hat sich die französische Bischofskonferenz mit Missbrauch durch Priester beschäftigt.


12.4.2016 Der osthessische kath. Priester, der Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattete, sagte, ein Jugendlicher sei sein Opfer. Die Tat sei einvernehmlich geschehen und es sei keine Gewalt angewendet worden. Johannes Heibel von der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch" forderte die Ermittlungsbehörden auf, das Verhalten des Pfarrers über einen längeren Zeitraum zu prüfen, da Einzeltaten die Ausnahme seien.
Quelle: move36.de

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11.4.2016 Bischof Ronald Mulkearns, Bischof von Ballarat zu einer Zeit, als Priester im Bistum Ballarat Kinder serienweise sexuell missbrauchten, wurde in einem schlichten Grab beigesetzt. Mulkearns wird Vertuschung der Missbrauchsfälle vorgeworfen. Der heutige Kardinal Pell war Generalvikar und Berater des Bischofs im Umgang mit Missbrauchsfällen und hat zuletzt vor der australischen königlichen Missbrauchskommission ein paar Fehler eingestanden, aber jegliche Verantwortung oder gar Konsequenzen zurückgewiesen.
Quelle: abc.net.au

10.4.2014 In Osthessen wurde ein kath. Pfarrer suspendiert. Er hat sich selbst angezeigt. Ihm werden Handlungen mit Jugendlichen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum vorgeworfen, "die den Verdacht von Verstößen gegen die Präventionsordnung im Bistum Fulda begründen".
Quelle:
katholisch.de

8.4.2016 Der Diözesanratsvorsitzende von Würzburg hat in einem Leserbrief zum Spiegel-Artikel vom 26.3.2016 als Privatmann Stellung genommen. Er gibt Ehrenerklärungen für den von ihm vermuteten Beschuldigten und für den verstorbenen Generalvikar ab und er bescheinigt dem Bistum einen vorbildlichen Umgang mit dem mutmaßlichen Opfer. Er beklagt eine unzureichende Darstellung der Bemühungen des Bistums in den Medien.
Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg, Laubenthal, kommentiert den Leserbrief des Diözesanratsvorsitzenden: „Dies mag die Meinung eines Privatmannes sein. Mehr nicht. Ich glaube, dass die von der beschuldigten Person im Verfahren der Plausibilitätsprüfung gemachten Einlassungen ebenso wie weitere Indizien zureichend in den Medien dargestellt sind. Jeder kann daraus – auch als Laie – seine persönlichen Schlüsse ziehen.“
Quelle: mainpost.de
Kommentar:
Auch ein als Privatmann schreibender Diözesanratsvorsitzender kann im konkreten Fall gar nichts zur Qualität des Opferschutzes sagen. Das kann nämlich nur das Opfer. Und das mutmaßliche Opfer hat offensichtlich gerade nicht die Erfahrung gemacht, dass die Verantwortlichen im Bistum Würzburg gut und hilfreich mit ihm umgegangen sind und umgehen. Der Diözesanratsvorsitzende unterstellt dem mutmaßlichen Opfer, es wolle die Glaubwürdigkeit der Kirche in Zweifel ziehen. Genau das tun die kirchlichen Verantwortlichen selbst. Dass der Leserbriefschreiber seine Hand für die Unschuld des Beschuldigten ins Feuer legt, ist nachvollziehbar. Er übersieht dabei jedoch, dass es im Kontext von sexuellem Missbrauch normal ist, dass die Umgebung "das nie von dem Mann gedacht hätte". Das bedeutet nicht, dass der Beschuldigte unschuldig ist. Es bedeutet auch nicht, dass er schuldig ist. Es besagt also gar nichts. Der Leserbrief dokumentiert, was er widerlegen möchte: Den mangelnden Opferschutz des Bistums Würzburg. Ich weiß von keiner Stimme innerhalb der Organisation Kirche, die vergleichbar für das Opfer sprechen würde.
8.4.2016 Der Bischof von Pontoise, Lalanne, hat sich dafür entschuldigt, dass er nicht gewusst habe, dass Pädophilie, d.h. sexuelle Gewalt gegen Kinder, eine Sünde ist. Er hat sich entschuldigt.
Quelle: katholisch.de


8.4.2016 Es ist 20 Jahre her, dass ein kath. Priester, Alois B., 14 Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Haren-Erika, Landkreis Emsland, missbrauchte - von 1987 bis 1995. Der heutige Pfarrer wird bis heute auf die damaligen Ereignisse angesprochen. "Bei allem Verständnis sieht sich Willmann (der heutige Pfarrer) in diesen Situationen selbst als Opfer. Er müsse sich für Taten rechtfertigen, die er gar nicht begangen habe."
Quelle: ndr.de
Kommentar: Hier wird wieder einmal nicht erkannt, wer die wahren Opfer sind. Wieder einmal hält sich ein Kirchenmann für das wahre Opfer.

7.4.2016 Im Rahmen einer Diskussionssendung sagte der französische Bischof von Pontoise, Lalanne: "Die Pädophilie ist ein Übel. Ist sie aber eine Sünde? Das wüßte ich nicht zu entscheiden. Es ist für jede Person unterschiedlich. Es ist aber ein Übel, und das Wichtigste, das zu tun ist, ist der Schutz der Opfer oder der möglichen Opfer.“ Die Opfergruppe La Parole Libérée protestierte.
Quelle: katholisches.info
Kommentar: Wenn der Bischof auch nach Jahren intensiver Diskussion in der kath. Kirche die Sündhaftigkeit sexueller Gewalt gegen Kinder/Jugendliche nicht aus den 10 Geboten ableiten kann, dann sollte er sie zumindest aus dem Kirchenrecht ableiten können: zum Beispiel Normae de gravioribus delictis Art. 6 §1.1; CiC
Can. 1395 §2. Was ist von einem Bischof zu halten, der weder das staatliche noch das kirchliche Recht zu kennen scheint?
7.4.2016 Das Vorgehen gegen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester in Belgien lässt sich so zusammenfassen: "sechs Jahre Ermittlungsarbeit für Nichts, weggeworfenes Geld und verlorene Mühe. Und noch viel schlimmer: falsche Hoffnungsschimmer für die ohnehin schon schwer getroffenen Opfer."
Quelle:
brf.be

4.4.2016 Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Anklage gegen den früheren Verlobten der tot aufgefundenen Maria Baumer erhoben. Sie wirft dem ehemaligen Domspatz vor, einen Schüler des Domspatzengymnasiums 2003 und 2004 sexuell bzw. einen weiteren Schüler von Februar 2006 bis Juli 2011 schwer sexuell missbraucht zu haben - die Schüler waren 11 oder 12 bzw. 13 Jahre alt. Vorgeworfen wird dem Angeklagten auch sexuelle Nötigung und vorsätzliche Körperverletzung einer früheren Patientin (20 Jahre). Außerdem wird dem Angeklagten der Diebstahl von Medikamenten und der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen.
Quelle: Mittelbayerische und Wochenblatt


4.4.2016 Der australische Bischof Mulkearns ist gestorben. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Bischof von 1971 bis 1997 Übergriffe vertuscht und Belege dafür beseitigt zu haben. George Pell, Kardinal und Chef der vatikan. Finanzen, war ein enger Mitarbeiter Mulkearns. Pell hatte dem Bischof zuletzt vorgeworfen, ihn in einem Missbrauchsfall getäuscht zu haben.
Quelle: orf

4.4.2016 Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den italienischen Bischof Gerardo Antonazzo wurden wegen eines Formfehlers eingestellt. Die Staatsanwaltschaft schickte die Unterlagen an den Vatikan. Der Vatikan betrachtet die Vorwürfe als unbegründet. Laut einer ungenannten vatikan. Quelle heißt es, die Vorwürfe stammten von nicht angenommenen Priesteramtskandidaten.
Quelle: orf

3.4.2016 Der italienische Bischof von Sora-Cassino-Aquino-Pontecorvo, Gerardo Antonazzo, wird von 8 Seminaristen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Bischof weist die Anschuldigungen zurück.
Quelle: corriere.it


2.4.2016 Teresa Kettelkamp wurde in die vatikanische Kinderschutzkommission berufen. Sie sagt, der Papst meine den Kinderschutz ernst.
Quelle: cruxnow.com

2.4.2016 Kindesmissbrauch - Verharmlosung und Vertuschung: Für die südafrikanischen Opfer des in Deutschland verurteilten Täters Georg K. wird es keine Gerechtigkeit geben. Pfarrer Breitenbach sagt, die Buchveröffentlichung über die Taten des Pädophilen-Pfarrers ("Johannes Heibel: Der Pfarrer und die Detektive") habe zur Suspendierung und Verurteilung beigetragen. Er sei darüber erleichtert, aber: „Das kommt leider auch zu spät“, meint er.
Quelle: mainpost.de/

1.4.2016 Ein Missbrauchsopfer eines zweiten Lyoner Priesters hat Anzeige gegen Kardinal Barbarin gestellt. Der Kardinal habe einen (zweiten) Priester, der des Missbrauchs schuldig ist, bis März 2016 in der Seelsorge belassen. Er war wohl bereits 2009 informiert worden. Anders als Erzbischof Scicluna sagt, scheint es ja auch in Frankreich noch möglich zu sein, Missbrauchstäter in der Seelsorge zu belassen.
Quelle: katholisch.de und Radio Vatikan

31.3.2016 Der Argentinier Sebastián Cuattromo wurde mit ca 16 Jahren von einem Ordensmann der Marianisten, Fernando Picciochi - neben einem weiteren Opfer - sexuell missbraucht. 2000 erstattete Cuattromo Anzeige. Der Beschuldigte floh in die USA, wo er Dank Cuattromos Hinweis festgenommen und nach Argentinien ausgeliefert wurde. 2012 wurde Fernando Picchiochi wegen wiederholter sexueller Nötigung Minderjähriger zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Inzw. ist er wieder frei, weil ihm die U-Haft angerechnet wurde.
Cuattromo sagt, er habe von der katholischen Kirche keine Unterstützung erhalten. Als der Orden ihm eine Entschädigung anbot, verlangte er zugleich Stillschweigen. Daraufhin ging Cuattromo zum damaligen Erzbischof von Buenos Aires, Bergoglio. Der schickte Bischof Mario Poli. Poli erklärte dem Opfer, dass es richtig sei, wenn der Marianisten-Orden Stillschweigen verlangte.
Die US-amerikanische Opferorganisation Bishop Accountability wirft Papst Franziskus, der von 2005 - bis 2011 die argentinische Bischofskonferenz leitete, sein Schweigen vor. Franziskus habe
das Problem des Kindesmissbrauchs nicht öffentlich gemacht, sich bei den Opfern nicht entschuldigt und keine Richtlinien zum Umgang mit Pädophilen innerhalb der katholischen Kirche veröffentlicht. Die wurden erst 2015 erstellt. Der Papstbiograf Sergio Rubin sagt, Bergoglio habe zwar in seiner Zeit als Erzbischof seine Haltung gegenüber dem Problem des sexuellen Missbrauchs verschärft und gewollt, dass die Justiz gegen pädophile Priester vorgehe, jedoch keine Leitlinien aufgestellt.
Laut Bishop Accountability haben in den vergangenen Jahrzehnten ca 50 Priester Kinder sexuell missbraucht, die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Ein Teil der Täter wurde verurteilt.

Sebastián Cuattromo stellt fest, dass die Gesten der Entschuldigung eine "Konsequenz des jahrzehntelangen Kampfes der Opfer" sind: "Wir selbst haben erreicht, dass den Kirchenhierarchien heute keine andere Wahl bleibt, als offen über das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs und dessen Vertuschung zu reden."
Quelle: Deutschlandfunk

31.3.2016 Das Würzburger "mutmaßliche" Missbrauchsopfer äußert sich in einem Interview.
Quelle: br und abendzeitung-muenchen.de

30.3.2016 Im steyrischen Kinderheim Gleink sollen Erzieher Jungen nicht nur verprügelt haben, sondern auch zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Bereits verurteilt wurde ein Erzieher wegen sexueller Übergriffe zu 8 Monaten Haft. Die weiteren Vorwürfe gelten dem ehemaligen stellvertretenden Heimleiter Pater L. Die Klasnic-Kommission weist darauf hin, dass der Beschuldigte noch immer in der Kirche tätig ist. Ein kirchenrechtliches Ermittlungsverfahren läuft.
Quelle: nachrichten.at

30.3.2016 Die Erzdiözese Boston zahlt 10 Missbrauchsopfern ca 1 Million US-Dollar (ca 880.000 €) Schmerzensgeld. Das Erzbistum erklärte, die Kirche "fühlt sich verpflichtet, die Fälle von klerikalem Missbrauch in einer mitfühlenden und gerechten Weise zu lösen". Der Anwalt der Opfer, Garabedian, sagte, noch immer meldeten sich Opfer, die es bisher nicht schafften, sich zu melden. Seit der Aufdeckung des Boston Globe 2002 und damit der Öffentlichmachung der Missbrauchsfälle in den USA sind inzwischen 14 Jahre vergangen.
Quelle: domradio.de

30.3.2016 Opfer sexuellen Missbrauchs können Mittel aus dem Ergänzenden Hilfesystem auch nach dem 30.4.2016 beantragen. Der dafür geschaffene Fonds sollte mit 100 Millionen Euro ausgestattet werden. Der Bund hat zugesagte 50 Millionen gezahlt, Bayern zahlte 7,6 Millionen und Mecklenburg-Vorpommern 1,3 Millionen. Die übrigen 14 Bundesländer zahlten die zugesagten 41,1 Millionen Euro bislang nicht.
Quelle: radiovaticana.va

30.3.2016 Der Pariser Erzbischof Vingt-Trois unterstützt den Kardinal Barbarin. Vingt-Trois glaubt, Barbarin habe alles im Kampf gegen Pädophilie getan. Georges Pontier, Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz, sagte, es liege an Barbarin, eine Antwort auf die derzeitige Situation zu finden. Gegen Barbarin läuft ein Ermittlungsverfahren. Ihm wird vorgeworfen, zwei Priester, die Jugendliche sexuell missbrauchten, nicht der Staatsanwaltschaft angezeigt zu haben.
Quelle: katholisch.de

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29.3.2016 Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall des Würzburger hochrangigen Geistlichen. Außerdem prüft der jetzige Missbrauchsbeauftragte Hinweise verschiedener Personen auf einen weiteren Fall, die sich möglicherweise auf dieselbe Person als Täter beziehen.
Quelle: br.de und Interview mit dem Missbrauchsbeauftragten


29.3.2016 Der Nordkirchener Diakon, der wegen sexuellen Missbrauchs eines ehemaligen Schülers verurteilt wurde, hat Revision eingelegt.
Quelle: ruhrnachrichten.de


29.3.2016 Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen: "Schade, dass erst jetzt so aufgeklärt wird" - von Lisa Weiß
Quelle: deutschlandradio

28.3.2016 Robert Werner: Warum Georg Ratzinger Domkapellmeister wurde. Regensburg-digital schaut die Ernennungen der Verantwortlichen für die Regensburger Domspatzen und die Vorschule in Etterzhausen genauer an. Das Urteil über Georg Ratzinger: "Faktisch war Ratzinger ein tragender, zumindest ein duldender Teil dieses gewalttätigen Systems und nicht dessen Gegner." Dass G. Ratzinger von sexuellem Missbrauch durch den Vater von Probst wusste, ist bekannt. Dass er weder gegen die Gewalttäter noch gegen die Missbraucher etwas unternahm, auch.
Quelle: Regensburg-digital

"Die Auferstehung Jesu, die wir heute feiern, ist kein Trost, sondern ein Trotz. Wir sind Protestmenschen gegen den Tod. Wir trotzen dieser Wirklichkeit des Leidens und der Verfolgung den Glauben ab, weil es eine Zuversicht gibt, die Gott uns verheißen hat. Und wir werden tun, was wir können." CIG
Hoffnung © A.

Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich von Herzen "Frohe Ostern!" Und das nicht trotz aller Nachrichten, die uns beunruhigen, sondern wegen all dieser Nachrichten. Es braucht Menschen, die die Wahrheit beim Namen nennen, auch die bittere - und dennoch der Hoffnungslosigkeit und Resignation widerstehen. Gemeinsam geht das besser als alleine.
Unterschrift

27.3.2016 Für den Bischof von Würzburg ist der mutmaßliche sexuelle Missbrauch einer Jugendlichen durch einen hochrangigen Bistumsmitarbeiter und die mutmaßliche Vertuschung durch das Bistum in der Osterpredigt nicht der Rede wert.
Quelle: pow.bistum-wuerzburg.de

27.3.2016 Beim Kreuzweg sprach der Papst auch von den "Wunden, der in ihrer Intimität geschändeten Kinder" und verurteilte die "untreuen Diener", die sogar die Unschuldigen ihrer Würde berauben, anstatt die eigenen eitlen Ambitionen abzulegen".
Quelle: Handelsblatt und tagesschau.de
Kommentar: Die Wortwahl des Papstes (oder die Übersetzung?) ist durchaus problematisch. Eine Ambition umfasst in der Regel nämlich zwar auch Machtstreben, benennt aber nicht das Verbrecherische des Tuns. Und "Eitelkeit" ist ein ungeeigneter Begriff, um ein Verbrechen zu beschreiben. Das Wort "Untreue", das schon Papst Benedikt verwendete, hat die Kirche im Blick, nicht die Opfer. Zudem: Der Papst könnte einiges tun, um die Gerechtigkeit für die Opfer zu unterstützen, z.B. den versprochenen vatikan. Gerichtshof für vertuschende Bischöfe einrichten, die Finanzierung der vatikan. Kinderschutzkommission sicherstellen; die Bischöfe anweisen, die Aufklärung begangener Verbrechen von unabhängigen Kommissionen durchführen zu lassen und transparent zu veröffentlichen und darauf zu verzichten, Bischöfe zu ernennen bzw. im Amt zu belassen, die kirchliche Täter schützten.


26.3.2016 Eine heute 44-Jährige, Tochter eines Diakons, beschuldigte bereits im Oktober 2012 einen ehemaligen Missbrauchsbeauftragten des Bistums Würzburg (u.a. Direktor eines Internates, Spiritual, Personalchef, Domkapitular). Er soll sie 1988 zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Der heutige Missbrauchsbeauftragte des Bistums, der Kriminologe Klaus Laubenthal, informierte im März 2014 den Bischof, dass er die Vorwürfe für plausibel halte. Der Beschuldigte weist den Verdacht zurück. Anders als es die Leitlinien 2010 (und 2014 als Kann-Bestimmung bzw. "soweit es die Sachlage erfordert") vorsehen, wurde der Beschuldigte nicht vom Dienst freigestellt.
In einem internen Kirchengerichtsverfahren wird die Ansicht vertreten, die behauptete Straftat sei nahezu auszuschließen. Aus den ca 1300 Akten-Seiten, die dem Spiegel vorliegen, geht hervor, dass der Beschuldigte zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Generalvikar des Bistums (der sich mir als durchaus opferzugewandt dargestellt hatte und entsprechende Veröffentlichungen vorzuweisen hat!) entschied, den vermutlich verjährten Fall nicht durch die Staatsanwaltschaft überprüfen zu lassen. Der Beschuldigte wurde vom Generalvikar vorgewarnt und durfte im Kirchenarchiv üblicherweise nicht zugängliche Akten zu seinem eigenen Fall durcharbeiten. Der Bischof sprach dem Beschuldigten sein Vertrauen aus.
Quelle: spiegel.de
Fragen an Bischof Ackermann stellt Claudia Adams hier: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de/
Die Darstellung des Bistums lesen Sie hier: http://www.aktuell.bistum-wuerzburg.de/chronologie
Kommentar: Da gedenken wir eines Gewaltopfers, Jesus von Nazaret - und Kirchenverantwortliche scheuen sich nicht, ein Opfer der Gegenwart im Stich zu lassen? Das ist unerträglich.

25.3.2016 Am heutigen Karfreitag wird es beim traditionellen Kreuzweg am röm. Kolosseum auch ein Gebet für sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche und eine Bitte um Vergebung geben.
Quelle: orf
Kommentar: Mit dem Gebet und der Bitte um Vergebung (wer wird wen bitten?) sollte jedoch auch verbunden sein, dass die vatikanische Kinderschutzkommission nicht um ihre Finanzierung bangen muss und dass diese Kommission nicht ständig ohne Antworten von der Kurie bleibt. Außerdem fehlt es an Gerechtigkeit für die Opfer. Der vatikan. Gerichtshof, der vertuschende Bischöfe zur Rechenschaft zieht, ist noch immer nicht eingerichtet. Ein folgenloses Gebet ist keine Hilfe.

24.3.2016 Kardinal Barbarin, Lyon, dem die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird, bittet die Missbrauchsopfer von Priestern um Vergebung: „Ich fühle mich verpflichtet, alles Übel auf mich zu nehmen, das einige Priester verursacht haben, und persönlich um Vergebung zu bitten“, sagte er in der Chrisammesse. Auch der Erzbischof von Paris, Kardinal Vingt-Trois sprach von „schuldhaftem Versagen einiger": „Wir wenden unseren Blick nicht ab von den begangenen Fehlern. Solidarisch (?) bitten wir (?) um Vergebung.“
Quelle: Radio Vatikan

22.3.2016 Um die Veröffentlichung der Untersuchung von Missbrauchsfällen im Benediktinerstift Kremsmünster ist ein Streit zwischen den Betroffenen und dem Kloster entstanden. Die Rechte liegen beim Kloster, das den Bericht des IPP nicht in Buchform veröffentlicht haben will. Die Opfer argumentieren, dass bei einer Veröffentlichung in Buch-Form Wissenschaftler Zugriff auf die Untersuchung haben.
In der Untersuchung waren 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt untersucht worden. 24 Personen wurden beschuldigt, einer davon wurde verurteilt. Die Untersuchung ist nicht repräsentativ.
Quelle: orf

22.3.2016 Das Zentralinstitut Mannheim führt eine Untersuchung durch, in der die Belastungen von Opfern von Straftaten, die Anzeige erstattet haben, untersucht werden.
Quelle: morgenweb mannheim
Kommentar: Anders als bei der MHG-Studie, die im Auftrag der Bischofskonferenz kirchliche Missbrauchsfälle untersuchen soll, gibt es hier einen schnell auffindbaren Probandenanruf.

21.3.2016 Im Bistum Würzburg wurden im vergangenen Jahr 4 Missbrauchsfälle gemeldet. Zwei der Vorwürfe betrafen Priester des Bistums, 2 weitere Ordenspriester.
Quelle: Bistum Würzburg und ruhrnachrichten.de und mainpost.de 

21.3.2016 In Nordkirchen, Bistum Münster, wurde ein kath. Diakon, der seelsorglich arbeitet, zu 3 Jahren Haft verurteilt. Er hat einen intelligenzschwachen Schüler sexuell missbraucht. Weder die Staatsanwaltschaft noch der Verurteilte informierten das Bistum. Das Bistum Münster leitete ein kirchliches Vorermittlungsverfahren ein und untersagte dem Verurteilten jeglichen kirchlichen Dienst.
 Quelle: ruhrnachrichten.de und ruhrnachrichten.de

21.3.2016 In der anglikanischen Kirche Englands erheben Politiker, Anwälte, Wissenschaftler und Religionsvertreter den Vorwurf gegen die Kirchenleitung, sie habe in der Anzeige einer Frau wegen sexuellen Missbrauchs gegen den 1958 verstorbenen Bischof Bell vorschnell und undurchsichtig geurteilt und ein Fehlurteil gefällt. Die anglikan. Kirche verteidigt sich: Die Entscheidung für eine Entschuldigung und die Zahlung der Entschädigung (19.250 Euro) sei nicht leichtfertig und nicht ohne Berücksichtigung der Auswirkungen auf den Ruf von Bischof Bell getroffen worden. Übergeordnetes Ziel sei es gewesen, die Wahrheit herauszufinden.
Quelle:religion.orf.at

20.3.2016 Interview mit Christoph Fleischmann: Sprachlose Kirche? Sexueller Missbrauch und Theologie

20.3.2016 Martin Baron, der frühere Chefredakteur des Boston Globe, berichtet in einer Dankrede für den Film "Spotlight" von einer Rede der Harvard-Professorin Mary Ann Glendon, einer Juristin. Sie sagte am 4.11.2002 auf einer Konferenz vor Katholiken: "Ein Pulitzerpreis für die Reporter vom Boston Globe wäre wie ein Friedensnobelpreis für Osama bin Laden." 2004 wurde sie Präsidentin der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. 2007 war sie Botschafterin der USA beim Heiligen Stuhl. Sie ist Mitglied im Päpstlichen Rat für die Laien und im Päpstlichen Rat für die Familie.
Quelle: zeit.de
Kommentar: Da drängt sich die Frage auf, ob Opferfeindlichkeit eine Empfehlung für kirchliche Ämter ist.

19.3.2016 Den Rücktritt von Kardinal Barbarin wünschen 63% der Franzosen; 88% sind überzeugt, dass der Kardinal die Probleme ignoriert hat. Unter den katholischen Christen Frankreichs sprechen sich hingegen 62% für einen Verbleib des Kardinals aus. 56 % der Franzosen haben ein negatives Bild der katholischen Kirche. Der Bischof, der die traditionelle Josefs-Wallfahrt mit ca 3000 Pilgern leitet, verliert kein Wort über den Skandal, der die französische Kirche erschüttert. Sein Kollege, Monsignore Dominique Rey, hingegen sagt in seiner Predigt: "Man kann nicht erlauben, dass die Hände, die den Leib Christi geben, den Körper von Kindern anfassen. Die Eucharistie sollte heilen."
Quelle:  lefigaro.fr und bfmtv.com und fdebranche.com

19.3.2016 Die Rechtsabteilung des Vatikans habe Kardinal Barbarin mitgeteilt, dasskeine Amtsenthebung eines Priesters nötig sei, wenn die Taten verjährt seien.
Quelle: stuttgarter-Zeitung

19.3.2016 In Pennsylvania gibt es Lobbyisten, die das Parlament manipulieren, um eine Verlängerung der Verjährungsfristen zu verhindern. Es sieht so aus, als würden sie u.a. von der kath. Kirche bezahlt.
Quelle: mcall.com


18.3.2016 Von den Regensburger Domspatzen melden sich weiterhin Opfer.
Quelle: br

18.3.2016 Stephan Brändle schreibt über Kardinal Barbarin: Der Kardinalfehler.
Quelle: fr-online.de

17..3.2016 In den Niederlanden wurde ein Drittel (342) der kirchlichen Missbrauchsfälle hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Es ist unbekannt, wie viel in den 342 "Fällen" (von insgesamt 1.045) von der Kirche gezahlt wurde. In den Niederlanden gibt es ca 723 Priester und knapp 4 Millionen Katholiken.
Quelle: nrc.nl

17.3.2016 Drei frühere Superiore von Franziskanern müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie einen Mitbruder versetzten, statt ihn zu suspendieren und anzuzeigen. Der Mitbruder, Baker, soll mehr als 100 Kinder missbraucht haben.
Quelle: bigstory.ap.org

17.3.2016 Helen Last, ein ehemalige Koordinatorin des kirchlichen Heilungsprojektes für kirchliche Opfer der Diözese Melbourne, sagt, das volle Ausmaß der kirchlichen Missbrauchsfälle sei nicht bekannt. Das würde erst bekannt, wenn die Diözese alle ihre Unterlagen zur Verfügung stellen müsste. Diese sog. roten Akten enthalten forensisches Material, kriminelle Handlungen Geistlicher und Aussagen von Eltern. Ein Ex-Generalvikar berichtet, dass die Dateien die Aufschrift tragen "Nie zu öffnen".
Quelle: abc.net.au
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17.3.2016 Rücktrittsforderungen an den französischen Kardinal Barbarin werden laut. Unter anderem kommen sie von der Staatssekretärin für Opferfragen Juliette Meadel. Ein Amtsverzicht sei „das Mindeste“, was Barbarin noch tun könne, statt sich „hinter juristischen Spitzfindigkeiten zu verstecken“, so die Staatssekretärin. Die kirchliche Presse protestiert und sagt, der Kardinal werde medial gelyncht.
Quelle: de.radiovaticana.va/


17.3.2016 Die Fortexistenz der vatikanischen Kinderschutzkommission, der u.a. Pater Zollner, Marie Collins und Baroness O'Loan angehören, ist bedroht. Mangels Geld ist die Arbeit der Kinderschutzkommission behindert, sagt Marie Collins. Viele guten Initiativen seien gescheitert, weil es nicht genügend Geld gibt. Baroness O’Loan sieht keine sichtbaren Zeichen für ein echtes Engagement der Vatikan-Hierarchie. Collins beklagt, dass es sehr schwer sei, Antworten von der Kurie zu erhalten. Sie bezeichnet diese Vorgänge als entmutigend.
Quelle: irishcatholic.ie
Kommentar: Es sieht so aus, als behielten die Skeptiker Recht, die die vatikan. Kinderschutzkommission für eine PR-Aktion halten.

17.3.2016 Pater Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission in Rom, stellt die Frage, ob "wir eine Kirche sein wollen, in der die vom Missbrauch Betroffenen einen Platz haben" und weist darauf hin, dass Gott uns dazu hinführen wolle, "ehrlich zu sein und unsere Schuld einzugestehen". Er bemerkt, dass psychologische und rechtliche Fragen im Missbrauchs-Kontext behandelt werden, in der "Mitte unseres Glaubens" erlebe er jedoch eine Leere, als ob "wir vermeiden wollten, das vor Gott zu bringen, was uns bei diesem Thema umtreibt".
Außerdem wies er darauf hin, dass sich beim Missbrauchs-Thema sehr viel von dem bündelt, "was zum Himmel stinkt in der Kirche": Fragen von Macht, Geld und dem Verständnis von Kirche-Sein.

Quelle: kirchensite.de

17.3.2016 Helen Last, frühere Koordinatorin des Seelsorgeamtes des Bistums Melbourne, sagte, dass das gesamte Ausmaß des sexuellen Missbruchs von Priestern erst aufgeklärt werden könne, wenn auch die geheimen Akte öffentlich werden.
Monsignore Cudmore, ehemaliger Generalvikar von Melbourne, tratz zurück, weil er die Handhabung von Missbrauchsfällen durch Kardinal Pell für legalistisch hielt. Zudem wurde bekannt, dass der Nuntius
Lazzarotto Akten nicht weitergegeben hat.
Quelle: abc-net


17.3.2016 Der in Italien seit über einem Vierteljahrhundert gegen sexuellen Missbrauch kämpfende kath. Priester Fortunato Di Noto, Gründer von Meter, stellt fest, dass sexueller Missbrauch weiter ansteigt. Die Anzahl der Bilder habe sich im letzten Jahr verdoppelt. Hinter dieser Zahl stehen 700.000 Kinder mehr, die betroffen seien. Die pädokriminellen Netzwerke im Deep Web sind in einem Jahr von 180 auf 3.000 gestiegen. Es gebe keine weltweite Aufmerksamkeit für das Problem, sondern eher Gleichgültigkeit, auch in den Medien, sagt Di Noto und weist darauf hin, dass Europa das Mutterland der Pädokriminellen sei. Dass der Nuntius Wesolowski mit 100.000 Dateien mit Kinderpornografie in diesen Zahlen enthalten ist, erwähnt er nicht.
Quelle: Radio Vatikan

16.3.2016 Unter dem Titel "Die Brüder und ihre Jungs" berichtet die taz von den Kapuzinern in Altötting, die 4 junge Flüchtlinge aufgenommen haben. Offensichtlich ist zumindest dem Artikelschreiber die Zweideutigkeit dieses Titels nicht einmal aufgefallen. Missbrauchsopfer hingegen erinnern sich gut daran, dass in der deutschen Kapuzinerprovinz mindestens 20 Täter mindestens 46 Kinder oder Jugendliche sexuell missbrauchten. Ein solcher Titel dokumentiert, wie schnell die kirchlichen Missbrauchsfälle vergessen sind - und wie wenig Gespür für die Opfer vorhanden ist.

16.3.2016 In den USA ist der Befreiungstheologe Virgilio Elizondo, 80 J., tot aufgefunden worden. Er hat Selbstmord begangen. Er wurde des Kindesmissbrauchs an einem Waisenjungen beschuldigt und hat diesen diesen Vorwurf zurückgewiesen.
Quelle: de.radiovaticana.va

16.3.2016 Rete L'Abuso, eine italienische Gruppe von kirchlichen Missbrauchsopfern, hat eine Karte veröffentlicht, in der aufgeführt sind: in Rot alle Fälle von verurteilten Priestern, in Gelb alle Fälle, die noch auf ihren Prozess warten bzw. deren Verbrechen verjährt sind und in Schwarz Fälle von Priestern aus dem Ausland, die mutmaßlich in Italien versteckt wurden. Aufgelistet wurden die 150 Fälle, die in den letzten 10 Jahren bekannt wurden.
Quelle:google.com/ und retelabuso.org
Kommentar: Eine Karte von Deutschland würde vermutlich ähnlich oder noch erschreckender aussehen. 

15.3.2016 Kardinal Barbarin von Lyon wurde vom französischen Premierminister Manuel Valls aufgefordert, sich seiner Verantwortung zu stellen. "Ich erwarte nicht nur Worte, sondern Taten", sagte Valls. Barbarin hat zwei Priester, die Kinder missbrauchten, im Amt gelassen und die Justiz nicht eingeschaltet. Zu seiner Verteidigung sagte Barbarin, dass die Fälle verjährt gewesen seien, "Gott sei Dank". Der Vatikansprecher Lombardi erklärte seine Unterstützung für Kardinal Barbarin und sprach von seinem Respekt und der Weertschätzung für das Verantwortungsbewusstsein des Kardinals. Weiter sagte Lombardi: „Es ist klar, dass jede Form von Missbrauch an Minderjährigen ein schweres Verbrechen ist und die Auswirkungen auf die Opfer in ihrer Tiefe und Tragweite nicht zu unterschätzen sind.“
Quellen: Radio Vatikan + euronews.com + news.yahoo.com
Kommentar: Vor 2 Tagen noch hatte Erzbischof Scicluna verkündet, dass es heute nicht mehr möglich sei, dass ein Bischof einen des Missbrauchs verdächtigen Priester einfach in eine andere Pfarrei versetze. Seit 14 Jahren gebe es Regelwerke, die Bischöfen hülfen, Kinder zu schützen und die Kirche auf Prävention zu verpflichten, sagte er. Nun, offensichtlich nützen die Regelwerke nur begrenzt.

15.3.2016 Ein mutmaßliches Missbrauchsopfer des französischen Pfarrers Jerome B., der 1990 den damals ca 16jährigen Jungen missbraucht haben soll,  informierte 2009 den zuständigen Erzbischof von Lyon, Barbarin. Dieser soll eingeräumt haben, seit 2007 genau über den Fall Bescheid zu wissen und die Fakten anzuerkennen. Barbarin bat das Opfer um Vergebung im Namen des Täters. Er suspendierte aber den mutmaßlichen Täter nicht und verbot ihm auch nicht die weitere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Derzeit läuft eine Voruntersuchung wegen Nichtanzeige eines Verbrechens gegen den heutigen Kardinal Barbarin, der zugleich Primas von Gallien ist.
Jerome B. hat nach eigenem Geständnis zwischen 1986 und 1991 Pfadfinder sexuell missbraucht. Ende August 2015 wurde er seines Amtes enthoben. Seit Jan. 2016 läuft ein Ermittlungsverfahren. 60 Opfer sollen sich gemeldet haben.
Am Wochenende hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontiers, Marseille, den Lyoner Kardinal verteidigt und gesagt, Barbarin sei in seinen Diözesen Moulins (1998 - 2002) und Lyon streng gegen Missbrauchsfälle eingeschritten. Er - Pontiers - wisse,
dass Barbarin stets auf der Seite der Opfer gestanden habe. Dies müsse auch der Kurs der französischen Kirche bleiben.
Gestern wurde bekannt, dass eine weitere Anzeige gegen Barbarin vorliegt. Er wird beschuldigt, im Fall eines Priesters, der nach wie vor in Lyon amtiert und Anfang der 90er Jahre Missbrauch begangen haben soll, untätig geblieben zu sein.
Quellen: domradio und bfmtv.com und fm1today.ch und unternehmen-heute.de und blick.ch und orf und dw.com und sz

14.3.2016 Neuer Überlebenstext einer Protestantin "Halte mich Gott durch meine Dunkelheit hindurch"
14.3.2016 Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in den Heimen der Brüdergemeinde Korntal ist gescheitert. Das wissenschaftliche Team unter Leitung von  Professorin Mechthild Wolff hat seinen Rückzug erklärt.
Quelle: swr


14.3.2016 Norbert Denef und Klaus Mertes, SJ, sprechen im Interview von einem "Akt der Versöhnung" zwischen kirchlichen Opfern und der kath. Kirche.
Quelle: deutschlandfunk.de
Kommentar: Ich verstehe den von Norbert Denef und Pater Mertes in den Blick genommenen Akt der Versöhnung einfach nicht. M.E. setzt Versöhnung voraus, dass Täter und Vertuscher die Verbrechen ermessen, das Unrecht ihres Tuns einsehen (Gewissenserforschung), es benennen (Bekenntnis), es bereuen (Reue), Verantwortung dafür übernehmen (guter Vorsatz) und es wieder gut zu machen versuchen (Wiedergutmachung).
Zum Ermessen des geschehenen Unrechts gehört transparente Aufklärung, die ich nur stellen- und bruchstückweise erkennen kann. Zur Einsicht in das Unrecht gehört, die Folgen für das Opfer sehen zu wollen - da lese ich viel zu oft routinierte Sätze, die davon Zeugnis geben, dass die Folgen sexueller Gewalt nicht verstanden wurden. Wer nicht ermessen kann, was sexuelle Gewalt bei den Opfern anrichtet, kann auch nicht bereuen, Gewalt angewendet bzw. vertuscht zu haben. Er kann logischerweise auch keine Verantwortung für die Verbrechen oder ihre Vertuschung übernehmen.
Und so ist es nur folgerichtig, dass es bislang lediglich einige wenige Bischöfe gab, die - nicht etwa aus Einsicht, sondern - nach großem Druck der Öffentlichkeit oder/und des Vatikans ihr Amt zurückgegeben haben. Der vatikanische Gerichtshof, der die Vertuschung durch Bischöfe untersuchen soll, ist bislang nicht eingerichtet. Strukturelle Änderungen, die (Macht- und) sexuellen Missbrauch verhindern sollten (der gute Vorsatz), werden verbal beschworen, sind aber faktisch nicht erkennbar. Auch das von Bischof Ackermann auf dem Regensburger Katholikentag 2014 angekündigte "strukturierte Gespräch" mit Opfern ist über seine Ankündigung nicht hinausgekommen.
Bevor es m.E. möglich ist, über eine - durchaus erstrebenswerte! - Versöhnung nachzudenken, müssen die Voraussetzungen dafür gegeben sein. Sonst droht ein "Akt der Versöhnung" zu einem der vielen unverbindlichen und folgenlosen Sprachspiele zu werden, die kirchliche Missbrauchsopfer schon zur Genüge kennen. Es wäre überdies ein fahrlässiger Gebrauch eines wichtigen Begriffs.
Erika Kerstner


13.3.2016 Der Tagesspiegel bringt ein Interview mit Bischof Ackermann. Dort sagt der Bischof, dass es der Wunsch der Forscher gewesen sei, die Untersuchung der Missbrauchsbrauchsakten in nur 9 der 27 Bistümer bis zum Jahr 1945 zu betreiben. Bischof Ackermann kann keinen Überblick über die bislang geleisteten Zahlungen geben. Er kann auch keine Auskunft über die Zahl der Priester-Täter geben und über die Zahl der Priester, die aus ihren Ämtern entfernt wurden.
Quelle: eckiger-tisch.de
Kommentar:
Nach meiner Erinnerung war dies nicht auf den Wunsch der Forscher zurückzuführen, sondern auf die Weigerung von 18 Bistümern, ihre Personalakten ab 1945 statt ab 2000 zur Verfügung zu stellen. Dass der Papst den Nuntius Wesolowski verhaften ließ, ist nur ein Teil der Wahrheit: Er hat ihn vor der Justiz der Dominikanischen Republik in vatikanische Sicherheit gebracht.

13.3.2016 Markus Ries, Kirchengeschichtler und Prorektor an der Universität Luzern, konstatiert, dass die Kirchenleitungen die Schärfe der sexuellen Gewalt nicht erkannt haben, "weil man sich die Opferperspektive nicht zu eigen gemacht hat. Man hat die Sache nur aus Sicht der Institution Kirche und ihrer Reputation angeschaut. Aus dieser Haltung heraus hat man sexuelle Übergriffe wie eine Art peinliches Problem behandelt."
Quelle: kath.ch

13.3.2016 Bischof Ackermann teilt mit, dass inzwischen ça 1600 Anträge auf Anerkennung des Leides infolge sexuellen Missbrauchs durch Priester, die bei den Bistümern angestellt sind, vorliegen. Das sind ça 175 mehr als vor ça 15 Monaten. Am 3.3.2016 hatte er von 1650 Anträgen gesprochen.
Bischof Ackermann betonte, dass die Anzahl der Täter erst mit der Studie, die 2017 beendet sein soll, bekannt würden.
Zuletzt war von mehr als 860 kirchlichen Tätern die Rede.
Quelle: domradio.de und katholisch.de
Kommentar: Dass die Täterzahl erst mit der MGH-Studie bekannt werden könne, ist vermutlich nicht richtig. Wenn die Zahl der Opfer, die Anträge gestellt haben, ermittelt werden kann, so dürfte auch die dahinter stehende Zahl der Täter der DBK bekannt sein, denn die Anträge werden u.a. auf ihre Plausibilität geprüft. Ohne Namen und Dienstorte der Beschuldigten dürfte eine Plausibilitätsprüfung unmöglich sein.- Auch der Hinweis auf den Forschungsverbund ist nicht hilfreich: Der Forschungsauftrag bezieht sich lediglich auf die Bistümer, nicht auf die Orden. D.h. auch diese Forschung dürfte lediglich Zahlen über Bistums-Täter erheben. Die Zahlen der Täter, die einem Orden angehören, wird auch nach 2017 im Dunkeln bleiben. M.a.W. Bei diesem Vorgehen ist es mit der versprochenen Aufklärung nicht allzu weit her.

12.3.2016 Die katholische Erzdiözese Philadelphia hat im vergangenen Steuerjahr 1,7 Millionen US-Dollar (1,5 Millionen Euro) an Hilfen für Opfer sexuellen Missbrauchs ausgegeben. Erzbischof Charles Chaput beklagt, dass die Aufdeckung der Missbräuche für die Kirche "besonders bitter" sei. Die Washington Post weist darauf hin, dass es ein Tarifverzeichnis für Entschädigungszahlungen wegen sexuellen Missbrauchs gab: "The chart recommended paying $10,000 to $25,000 to victims fondled over their clothes; $15,000 to $40,000 to those fondled under their clothes or subjected to masturbation; $25,000 to $75,000 for those subjected to oral sex; and $50,000 to $175,000 to those subjected to intercourse."
Quelle: kathpress.at

12.3.2016 Im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen ist das Wohl der Kirche das Kriterium, sagt Erzbischof Scicluna ("The good of the Church is the criterion we try to follow").
Quelle: www.lastampa.it

11.3.2016 Bei dem von Papst Franziskus im Sommer 2015 angekündigten Tribunal für Bischöfe, die Missbrauch durch Kleriker vertuschten, gibt es bislang keine Fortschritte. Administrative und rechtliche Fragen sowie Widerstand innerhalb und außerhalb des Heiligen Stuhls blockieren die Einrichtung des Tribunals. Mark Silk, Theologieprofessor am Trinity College, sagt, dass die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der kath. Kirche erst endet, wenn die Bischöfe zur Rechenschaft gezogen werden: "The scandal will only come to an end when the Vatican creates a clear and effective process for holding them accountable." Ein Leserbriefschreiber macht - zu Recht - darauf aufmerksam, dass Bischöfe nicht für vergangene Vertuschungen zur Rechenschaft gezogen werden können - sie handelten ja kirchenrechtlich korrekt.
Quelle: handelsblatt.com und digitaljournal.com/ und marksilk.religionnews.com

8.3.2016 In Österreich hat die Klasnic-Kommission 1550 Fälle sexueller Gewalt durch kath Priester und Ordensleute anerkannt. Das sind ca 150 mehr als 2015.
Quelle: nachrichten.at/        

7.3.2016 Es gibt seit zwei Jahren Gerüchte, dass es in einem ehemaligen Internat in Damme, Landkreis Vechta, das von Benediktinern betrieben wurde, zu Missbrauch an Schülern in den 60er und 70er Jahren gekommen sein soll. Nun hat der Benediktiner-Orden alle ehemaligen Schüler, die zwischen 1966 und 1974 von einem Pater, der die Schule gegründet hat, missbraucht worden sein könnten, angeschrieben, um die Gerüchte aufzuklären. Der Pater ist seit 11 Jahren tot.
Quelle: ndr.de und nwzonline.de 8.3.2016 und katholisch.de
6.3.2016 Christoph Fleischmann berichtet von der Kölner Tagung "Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen (Offb 21,4) - Chancen und Risiken von Spiritualität. Pastorale Herausforderungen und Heilungsaspekte in der Missbrauchsthematik". Er zitiert Karlinj Demasure, die der Vorstellung widerspricht, dass für Opfer sexueller Gewalt oft keine Heilung möglich sei: "Ich habe Leute gesehen, die gereift sind und weiter wachsen", sagt sie und unterscheidet "zwischen Opfern, Überlebenden und gereiften Menschen: "So ein gereifter Mensch ist jemand, der die Geschichte des Missbrauchs integriert hat in seine Lebensgeschichte, und der den sexuellen Missbrauch nicht mehr als Referenz nimmt, um die Welt und seine Beziehungen zu anderen zu interpretieren. Und ich kenne viele solche Menschen."
Quelle: christoph-fleischmann.de
Kommentar: Wer Opfer einteilt in "Opfer, Überlebende und gereifte Menschen", unterstellt Menschen, die als Kinder oder Jugendliche Opfer sexueller Gewalt wurden, dass es unter ihnen welche gibt, die nicht die ihnen mögliche Reife erreicht haben. Das ist eine mir neue Form der Opferdiskriminierung. Vertrauensbildend ist eine solche Einteilung von Opfern nicht. Außerdem erweckt die Formulierung, "Missbrauch als Referenz nehmen"  den Eindruck, als seien Traumafolgen frei gewählt und könnten durch eine Willensentscheidung aufgehoben werden.

6.3.2016 Wie Missbrauch und Misshandlung und verweigerte Aufklärung sich auf eine ganze Institution auswirken können, schildert der Bericht der Mittelbaerischen über die Aufführung des Domspatzen-Films "Schlafe, mein Prinzchen" und eine anschließende Diskussion mit heutigen Schülern der Domspatzen. Vertreter des Bistums waren nicht da.
Quelle: Mittelbayerische

6.3.2016 Interview mit Professorin Dr. Hildegunde Keul über sexuellen Missbrauch und Spiritualität.
Quelle: podcast-mp3.dradio.de/ und  deutschlandradiokultur

5.3.2016 Thomas Seiterich, PF, schreibt unter der Überschrift "Kardinal Pell missbraucht seine Kirche". Und Christian Modehn schreibt "Über das Fehlen des investiagtiven Journalismus zu Kirchenthemen in Deutschland."
Quellen: publik-forum.de und religionsphilosophischer-salon.de

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5.3.2016 Kardinal Pell will ein australisches Forschungszentrum zu Prävention unterstützten.
Quelle: de.radiovaticana.va
Kommentar: Ein Forschungszentrum zu Prävention ist sicher eine gute und wichtige Sache. Aber mindestens ebenso wichtig wäre gewesen, dass der Kardinal sein persönliches Versagen im Umgang mit Missbrauchsfällen eingesteht, statt andere zu beschuldigen und am Ende vage zu formulieren, dass er selbst mehr hätte tun können. Wichtig wäre, dass er sein Amt zurückgibt und zu seinem Versagen steht. Wichtig wäre, dass er bereit ist, nach strukturellen Ursachen zu fragen und die Strukturen, die Vertuschung ermöglichten, zu verändern. Er jedoch ist der Ansicht, dass die gegenwärtige Struktur der Kirche nicht verändert werden muss und er auch nicht zurücktreten sollte. Darüber hinaus ist es bedrückend zu sehen, dass die Kirchenleitungen, die den Gläubigen Umkehr empfehlen, nicht mit gutem Beispiel vorangehen. 

5.3.2016 Kardinal Pell lehnt einen Rücktritt als vatikanischer Finanzchef ab. Ein Rücktritt „würde einem Schuldeingeständnis gleichkommen“, sagte er. Wenn jedoch der Papst seinen Rücktritt verlange, dann werde er tun, was immer der Papst wolle. Am 4. Tag der Befragung vor der australischen Untersuchungskommission war er imstande, persönliches Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen einzugestehen. Zur Erinnerung: Im Sommer 2015 wollte Papst Franziskus einen Gerichtshof einrichten, der Bischöfe beurteilt, die Missbrauchsfälle vertuschten. Bislang ist dieser vatikan. Gerichtshof nicht eingerichtet worden.
Quelle: Berliner Zeitung

4.3.2016 Pater Zollner, Kinderschutzzentrum der Gregoriana und Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission, hat mit australischen Missbrauchsopfern kath. Priester gesprochen.
Quelle: de.radiovaticana.va


4.3.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz haben eine Vereinbarung unterschrieben. Die Bischofskonferenz wird den UBSKM und das beauftragte Deutsche Jugendinstitut dabei unterstützen, das Monitoring zum Stand der Prävention vor sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2015-2018 durchzuführen. Allerdings gilt, dass der UBSKM Anonymität der Datenerhebung, Auswertung und Ergebnisdarstellung zusichert. "Die Ergebnisse des Monitoring werden vor Veröffentlichung der Deutschen Bischofskonferenz zur Kenntnisnahme übermittelt und in der AG-Schutzkonzepte diskutiert und interpretiert. Nach der Veröffentlichung werden die Daten in aggregierter Form zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt. Es können weitere Absprachen zur besonderen organisationsbezogenen Ergebnisauswertung getroffen werden.“
Quelle: dbk.de


4.3.2016 Auf der Fachtagung "Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen (Offb 21,4) - Chancen und Risiken von Spiritualität. Pastorale Herausforderungen und Heilungsaspekte in der Missbrauchsthematik" sagt Frau Professor Dr. Demasure,  Geschäftsführerin des Kinderschutzzentrums der Gregoriana, Heilung sei möglich und nennt die Bedingungen.
Quelle: katholisch.de

4.3.2016 Im Regensburger Presseclub stand das Thema "Die langen Schatten der Vergangenheit – Missbrauch und die Folgen für die Domspatzen" an. Die Domspatzen waren durch den Chormanager Christof Hartmann vertreten, der die Aufgabe hatte, die Domspatzen-Einrichtung gut darzustellen und dem es nicht erlaubt war, Aufarbeitung und Aufklärung zu kommentieren. Er sagte: „Es wurde festgelegt: Die Pressearbeit läuft über den Generalvikar und die bischöfliche Pressestelle.“ Das Bistum Regensburg hat sich geweigert, einen eigenen Vertreter zu dem Pressegespräch zu schicken. regensburg-digital kommentiert, dass es wohl zu dem "Mehltau" gehört, offen und ehrlich über Gewalt und Missbrauch an den Einrichtungen der Domspatzen zu sprechen, Fehler einzugestehen und Verantwortliche für das Vertuschen und Verharmlossen offen zu benennen. Udo Kaiser, der neben Michael Sieber und anderen zu den Hauptverantwortlichen für die weitere Aufklärung gehört, sagte den heutigen Domspatzen: "Wenn ihr damals mehr Courage gehabt hättet, dann hätten wir das heute hinter uns.“
Quelle: regensburg-digital.de

3.3.2016 Die Aussagen von Kardinal Pell über sein Wissen von Missbrauchsfällen in seiner Umgebung bzw. in seinem Verantwortungsbereich in Australien: Dass in der Stadt Ballarat bei Melbourne damals mehrere Priester Kinder missbrauchten, bezeichnete Pell als „schrecklichen Zufall“. Die Vorwürfe gegen den Priester Edward Dowlan, der mittlerweile im Gefängnis sitzt, habe ein Bub im Jahr 1974 „beiläufig in einer Unterhaltung erwähnt“, sagte Pell am letzten Tag seiner Befragung durch die australische Missbrauchskommission. Er habe die Gerüchte zwar an den Schulkaplan weitergegeben, sonst aber nichts unternommen.
Quelle: religion.orf.at und nzz.ch

3.3.2016 So schätzt Bischof Ackermann den Stand der Aufklärung, der Prävention und des Forschungsprojektes ein.
Quellen: domradio.de und katholisch.de

3.3.2016 Das Bistum Hildesheim kündigte an, den sexuellen Missbrauch durch den früheren Bischof Janssen von einem unabhängigen Gutachter untersuchen zu lassen.
Quelle: pnn.de und tagesspiegel.de

3.3.2016 Professorin Dr. Hildegunde Keul, Leiterin der Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, spricht auf der Fachtagung "Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen (Offb 21,4) - Chancen und Risiken von Spiritualität. Pastorale Herausforderungen und Heilungsaspekte in der Missbrauchsthematik "über Unterstützung für Betroffene. U.a. erwähnt sie das Buch "Damit der Boden wieder trägt" ("Ein ganz tolles Buch. Kann ich sehr empfehlen!"). Sie weist auch darauf hin, dass die Vertuschungen die Theologie vor enorme Herausforderungen stellt.
Quelle:
katholisch.de
3.3.2016 Interview mit Bischof Ackermann nach der Tagung  "Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen (Offb 21,4) - Chancen und Risiken von Spiritualität. Pastorale Herausforderungen und Heilungsaspekte in der Missbrauchsthematik."
Quelle: katholisch.de

3.3.2016 Im Erzbistum Altona-Johnstown wurde ein Priester zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat zwei Kinder bei Missionstätigkeit in Honduras sexuell missbraucht. Der Priester sagt, er sei unschuldig.
Quelle: handelsblatt.com


2.3.2016 Hier lesen Sie über den dritten Tag der Vernehmung von Kardinal Pell. Der Kardinal stellt sich als Reformer dar, dem - als Weihbischof - wesentliche Wahrheiten von seinem Bischof, Little, vorenthalten wurden, weil der Bischof Angst vor Aufdeckung hatte. Pell hat auch nicht nachgefragt und ist der Ansicht, er habe verantwortlich gehandelt.Auch in seiner Zeit als Berater des Bischofs von Ballarat, Mulkearns, fragte er nicht nach und wirft dem Bischof vor, ihn - Pell - getäuscht und vielleicht belogen zu haben.
Der Kommentator Bolt - bisher ein Verteidiger Pells - sagt , der Kardinal würde entweder lügen oder er sei gefährlich gleichgültig gegenüber missbrauchten Kindern.
Quelle: news.com.au und theguardian.com und heraldsun

1.3.2016 Unter childabuseroyalcommission.gov.au ist ab 22 Uhr MEZ die Befragung von Kardinal Pell live zu sehen. Mitschriften der Anhörungen sind unten auf der angegebenen Seite zu finden (vom 29.2. und vom 1.3.).

1.3.2016 Eine landesweite Grand Jury stellte fest, dass in der Diözese Altoona-Johnstown, Pennsylvania, Hunderte von Kindern über einen Zeitraum von mindestens 40 Jahren von Priestern und religiösen Führern missbraucht wurden. Mindestens 50 Priester und Kirchenleute waren Täter. Die Vorgesetzten schützten die Täter und die Institution. Die Untersuchung dauerte 2 Jahre und ist noch nicht beendet. Keine der Taten kann mehr strafrechtlich verfolgt werden, weil die Taten verjährt sind oder die Täter tot sind oder weil die Opfer so traumatisiert sind, dass sie nicht aussagen können. Die Grand Jury erhielt aufgrund eines Durchsuchungsbefehls Einblick auch in das Geheimarchiv. Dort befanden sich etwa 115.042 Dokumente, die das Bistum im Geheimarchiv untergebracht hatte. Belegt werden konnte, dass die Bischöfe Hogan und Adamec (Mitte der 1960er Jahre bis 2011) maßgeblich an den Vertuschungen beteiligt waren.
Quellen: orf, faz und
attorneygeneral.gov. Der ausführliche Bericht steht hier.

1.3.2016 ARD "Und alle haben geschwiegen" 20.15 Uhr Film über das Leben von Heimkindern. Dokumentation ab 21.15 Uhr

1.3.2013 Kardinal Müller sagt, den allermeisten Geistlichen geschehe bitteres Unrecht durch die Generalisierung von Missbrauchsvorwürfen und weist darauf hin, dass es Missbrauch überall gibt, vor allem im familiären Umkreis. Den Vorwurf der Vertuschung bezeichnet er als "leicht dahingesagt", weil der Wissensstand vergangener Jahrzehnte ein anderer war als heute. Er betont, dass es zuerst um die Gerechtigkeit für die Opfer gehe, um ihr Leid und die Wiederherstellung ihrer Würde. Entscheidend seien die Präventionsmaßnahmen. Die Glaubenskongregation, die für Fälle von Missbrauch die zuständige Letzt-Instanz ist, habe seit ihrer Beauftragung "mit höchster Verantwortung gehandelt". Müller weist darauf hin, dass nicht die Gemeinschaft, sondern Individuen sich des Missbrauchs schuldig gemacht haben.
Quelle: berliner-zeitung.de

1.3.2016 Klaus Mertes, SJ, vermisst Konsequenzen der Kirchenführung im Blick auf den Umgang mit Kirchenleitungen, die Kindesmissbrauch durch Kleriker vertuschten und Täter versetzten. Namentlich nennt der den früheren Bischof von Regensburg, der heute Leiter der Glaubenskongregation ist und damit auch zuständig für die Strafverfolgung kirchlicher Täter. Mertes fragt: "Welche Konsequenzen hat er [Kardinal Müller] aus seinem Versagen als Bischof von Regensburg gezogen, wo er einen übergriffigen Pfarrer wieder zum Dienst zugelassen hat, der sich dann prompt erneut an Kindern vergangen hat? Merkt er nicht, dass er heute als Verantwortlicher für die Strafverfolgung der Täter ein massives Glaubwürdigkeitsproblem hat?" 
Quelle: presseportal.de und kirchensite.de

1.3.2016 Zur Erinnerung: Im Bistum Ballarat, Australien, wurden 281 Priester des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen überführt, 853 Anzeigen liegen vor, 47 Betroffene verübten Selbstmord. Bei der gestrigen Anhörung von Kardinal Pell vor der australischen Untersuchungskommission sagte Pell, er habe nicht gewusst, dass der Grund für die häufigen Versetzungen von Pfr. Ridsdale - einem inzw. verurteilten Missbrauchs-Täter, der auch vierjährige Kinder missbrauchte - sexueller Missbrauch Minderjähriger gewesen sei. In der Kommission, die den Bischof bei Versetzungen von Priestern beriet und der Pell angehörte, sei davon keine Rede gewesen. Drei andere Kommissionsmitglieder hingegen hatten ausgesagt, sie hätten den Grund für die Versetzungen von Ridsdale gewusst. Auch bei Eltern, anderen Priestern und der Polizei sei bekannt gewesen, dass Ridsdale Minderjährige missbrauchte. Pell machte in seiner Aussage den damaligen Bischof verantwortlich, der ihn nicht informiert habe. Vielleicht sei "Homosexualität" als Grund für die Versetzungen genannt worden, sagte Pell, aber er könne sich nicht erinnern. Er wisse nicht, ob Ridsdales Verhalten allgemein bekannt gewesen sei oder nicht. Es sei eine traurige Geschichte, aber sie sei für ihn nicht von großem Interesse gewesen. ("I didn't know whether it was common knowledge or whether it wasn't," he said. "It's a sad story and it wasn't of much interest to me.")
Kardinal Pell hatte sich vor dem zweiten Tag der Anhörung des Rückhaltes von Papst Franziskus versichert.
Quellen: tageswoche.ch und sbs.com.au und smh.com.au und katholisch.de und Radio Vatikan
Kommentar: Der drittmächtigste Mann im Vatikan war an einer "traurigen Geschichte", an deren Ende entsetzlich viele Opfer - über 50 gerichtsbekannte und vermutliche viele mehr - standen, einfach nicht interessiert.

29.2.2016 Unter childabuseroyalcommission.gov.au ist ab 22 Uhr die Befragung von Kardinal Pell live zu sehen.

29.2.2016 Klaus Mertes sieht beim Umgang mit Missbrauchsfällen in der kath. Kirche zwei Probleme: "Das eine ist, dass wir uns zu sehr auf Prävention beschränken und die Kommunikation mit den Opfern der Vergangenheit darüber ins Hintertreffen gerät. Das zweite ist, dass wir konsequent verweigern, die Strukturfragen zu stellen, die notwendig zu stellen sind, wenn man sich die Struktur von Schweigekartellen in der katholischen Kirche anschaut. Diese gibt es immer noch."
Quelle: domradio.de

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29.2.2016 Kardinal Pell gibt zu, dass die Kath. Kirche in Australien Kindesmissbrauch durch kath. Priester heruntergespielt hat. Er weist jedoch zurück, dass er als Priester und Bischof sexuelle Übergriffe von anderen vertuscht habe. Auch den Vorwurf, er selbst habe missbraucht, weist er zurück. Die Ursache von Kindesmissbrauch in der Kirche sieht er in persönlichen Schwächen, nicht in institutionellen Strukturen.
Er erklärte, d
ie Kirche in Australien habe "die Dinge versaut und Menschen im Stich gelassen." Aber an konkrete Dinge konnte er sich nicht erinnern bzw. er gab dem damaligen Bischof Ronald Mulkearns die Schuld. Mulkearns war von 1971 - 1997 Bischof von Ballarat.
Quellen: katholisch.de, reuters, bbc, solothurnerzeitung.ch presstv.ir, spiegel, orf
Kommentar: Nun wäre es wichtig zu erfahren, wer denn konkret "die Kirche in Australien" ist. Kardinal Pell selbst scheint es nicht zu sein: weder als Priester in Ballarat (1973-1984), noch als Berater von Bischof Mulkearns (1977-1984), noch als ehemaliger Weihbischof der Erzdiözese Melbourne (ab1987), noch als Erzbischof von Melbourne (1996), noch als Erzbischof von Sydney (2001 - 2014). 

29.2.2016 Der Film Spotlight
Quelle: katholisch.de

29.2.2016 Opfer von Redemptoristen auf dem Collegium Josephinum appellieren an die Medien, das Thema Missbrauch in den Kirchen und seine Aufarbeitung nicht aus den Augen zu verlieren. "Hinzu käme, dass sich die Kirchen mit dem medial bislang nicht öffentlich überprüften Präventionsversprechen auch als Aufklärer in eigener Sache in Stellung gebracht hätten. Dass letzteres nicht funktioniere zeigte leuchtturmhaft die jüngste Berichterstattung rund um die Personalien im Bistum Hildesheim."
Quelle: missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de

28.2.2016 Ein weiterer Betroffener körperlicher und sexuell motivierter Zudringlichkeiten durch einen Pater W. hat sich bei der Iniatiative der Ehemaligen vom Johanneum Homburg gemeldet. Die Initiative stellt fest:  "Bis heute lehnt der Orden der Hiltruper Missionare als damaliger Schulträger und Verantwortlicher jede institutionelle Verantwortung für die massiven Übergriffe mehrerer Mitglieder des Ordens ab, obwohl ihm die Fakten durchaus bekannt sind. Entschädigungsleistungen an Betroffene wurden vereinzelt lediglich im bescheidenem Rahmen der Richtlinien der DOK geleistet. Von einer umfassenden Aufklärung und Verantwortungsübernahme, verbunden mit entsprechenden Konsequenzen und Entschädigungsleistungen, kann nach wie vor keine Rede sein."
Quelle: initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de


27.2.2016  "Wir sind Kirche" fordert, dass die kath. Kirche die Aufklärung von Missbrauchsfällen Personen mit einer speziellen Ausbildung und nicht den Personalchefs von Bistümern überlässt.
Quelle: orf

25.2.2016 Der Ressisseur und Schauspieler Gerd Buurmann schreibt: „In meiner Kindheit war ich Messdiener in Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch, das volle Programm.“ Das ist das Fazit eines von vielen Kindern, die in Haren-Erika von einem Pfarrer missbraucht wurden. Der Weser-Kurier erinnert an den Pfarrer, der viele Kinder jahrelang missbrauchte und den niemand stoppte: Das Bistum nicht, die Eltern nicht, der Pfarrgemeinderat nicht.
Quellen: weser-kurier.de und daserste.ndr.de

25.2.2016 Die BBC hat den Missbrauchsskandal um ihren früheren Moderator Jimmy Savile begünstigt. Zu diesem Ergebnis kommt die frühere Richterin Janet Smith. Sie spricht davon, dass systematisches Wegschauen, eine Atmosphäre der Angst, ein hierarchisches, verschlossenes System und eine Kultur der Ehrfurcht in der BBC mitverantwortlich sind, dass Saviles Taten nicht aufgedeckt wurden. Bis heute herrsche ein Klima der Angst vor möglichen Enthüllungen.
Quelle: ARD Zeit

24.2.2016 Vom 2.-3.3.2016 wird in Köln eine Fachtagung stattfinden. Thema: "Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen (Offb 21,4) - Chancen und Risiken von Spiritualität. Pastorale Herausforderungen und Heilungsaspekte in der Missbrauchsthematik."
Quelle: dbk.de und katholisch.de

24.2.2016 Die Korntaler Brüdergemeinde richtet ab 1.3.2016 eine unabhängige telefonische Meldestelle für Menschen ein, die sexuelle Gewalt und anderes Unrecht in den Heimen der Brüdergmeinde Korntal erlebt haben. Die Meldestelle soll helfen, Ausmaß und Art von Unrechtsfällen zu erfassen. Ziel sei die Aufklärung von Gewalttaten und von institutionellen und individuellen Verantwortlichkeiten. Das "Betroffenenforum Missbrauch in den Kinderheimen der Brüdergemeinde Korntal" steht kritisch zur Meldestelle. Die geplante wissenschaftliche Aufarbeitung und eine Buchveröffentlichung geschehe ohne die Mitarbeit der Betroffenen, die nur "vorgeführt und zur Schau gestellt" würden.
Quelle: epd

24.2.2016 In Belgien haben sich 50 kirchliche Missbrauchsopfer öffentlich mit ihrem Namen geoutet. Sie bitten andere Opfer, die sich bislang noch nicht gemeldet haben, sich noch zu melden. Unterstützt werden sie von Rik Devillé, einem Priester, der seit langem an der Seite kirchlicher Opfer steht.
Quelle: standaard.be

24.2.2016 Peter Saunders, der aus der vatikanischen Kinderschutzkommission entfernt wurde, vermutet, dass diese Kommission lediglich eine PR-Angelegenheit sei. Über sein Gespräch mit Papst Franziskus meint er im Nachhinein festzustellen, dass der Papst ihm gar nicht zugehört hat.
Quelle: ilgiornale.it
Christ und Welt

24.2.2016 Anwälte der Christian Brothers von Ballarat, Australien, beauftragten Privatdetektive im Vorfeld von Prozessen, um bei den Opfern nach Schmutz zu graben ("dig dirt"), den sie gegen die Opfer hätten verwenden können.
Quelle: standard.net.au

Kardinal Pell wird am 29.2.2016 um 8 Uhr Ortszeit vor der australischen Untersuchungskommission aussagen. (Das dürfte etwa ab 21 Uhr MEZ am 28.2.2016 sein.) An der Anhörung werden auch Opfer teilnehmen, die nach Rom reisen.
Quelle: childabuseroyalcommission.gov.au

22.2.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung stellte heute „Häufigkeitsangaben zum sexuellen Missbrauch – Internationale Einordnung, Bewertung der Kenntnislage in Deutschland, Beschreibung des Entwicklungsbedarfs, Forderungskatalog Forschung“ vor. Auch hier findet sich erneut die Feststellung, dass Mädchen deutlich häufiger als Jungen sexuelle Gewalt erleben. Die Wahrnehmung von Mädchen als Opfer ist seit 2010 stark zurückgegangen. 
Quellen: uniklinik-ulm.de und beauftragter-missbrauch.de

22.2.2016 Dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung werden fast jede Woche Übergriffe in Flüchtlingsheimen gemeldet. Täter seien sowohl Helfer und Wachpersonal als auch andere Bewohner. Rörig, der Missbrauchsbeauftragte, plädiert für einen verbesserten Schutz.
Quelle: Radio Vatikan

22.2.2016 Im Josephinum Bad Münstereifel, einem erzbischöflichen Knabenkonvikt des Bistums Köln wurde ein Zwischenbericht über Täter und Opfer veröffentlicht. Von 5 Opfern und 6-7 Tätern ist die Rede. Andere Meldungen sprechen von 40 Opfern, die sich gemeldet haben.
Quellen:
dokumente.pro-cj.de und KStA

22.2.2016 In Belgien meldeten sich ca 500 Opfer von Priestern bei der kath. Kirche, weitere ca 500 bei staatlichen Stellen, insgesamt 1064 Opfer. Belgien hat ca 8,25 Mio Katholiken und derzeit ca 5585 Priester und Ordenspriester.
Quelle: salue.de und Radio Vatikan 23.2.2016  cathobel.be
Kommentar:
Die Formulierung der Nachricht "In den letzten vier Jahren haben sich dort schon etwa 1000 Menschen gemeldet und gebeichtet, dass sie von Geistlichen sexuell missbraucht wurden" insinuiert, dass die Opfer schuldig sind, denn gebeichtet werden üblicherweise Sünden. Beichten könnten also nur die Täter... Außerdem macht der Vergleich von Opferzahlen stutzig: In Österreich (ca 5 Millionen Katholiken) gab es bei derzeit ca 3.834 kath. Priestern und Ordenspriestern ca 1.381 Opfer. In Deutschland (ca 24 Mio Katholiken) gab es bei derzeit ca 14.636 Priestern und Ordensleuten offiziell ca 1.568 Opfer, die Anträge auf Leistungen stellten und anerkannt wurden.

21.2.2016 Der Film "Spotlight" kommt ins Kino. Er schildert den Beginn der Aufdeckung von Missbrauchsfällen in Boston/USA.
Quelle: ORF Trailer

26.1.2016 Ein Mitglied des Betroffenenbeirates im Lenkungsausschuss des Fonds Sexueller Missbrauch steigt aus. Sie klagt über den Mangel an Unterstützung durch die Politik und die Institutionen und bemerkt: "Die Institutionen hingegen setzen allesamt auf “Prävention”; Aufarbeitung hat den “Nachteil” den Ruf der Institution zu schädigen." Weder beim UBSKM noch beim Betroffenenbeirat wurde diese Nachricht öffentlich kommuniziert.
Quelle: talkingaboutsexualtrauma.wordpress.com


weiter
20.2.2016 Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, hat einen Geistlichen aus Horstmar beurlaubt, der seit 2012 in der Kirchengemeinde St. Gertrudis in Horstmar tätig war. Der 48-Jährige hat auf Weisung des Bischofs die Gemeinde inzwischen verlassen und hält sich derzeit in einem Kloster auf. Ihm wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr ein Kind sexuell missbraucht zu haben.
Quellen: wn.de und bistum-muenster.de

20.2.2016 Unter der URL barmherzigkeit-beginnt-beim-taeter findet sich bei Christ und Welt ein Artikel über Erfahrungen beim Windbacher Knabenchor "Barmherzigkeit beginnt bei den Opfern". Der Interviewte stimmt der erlebten Gewalt mindestens teilweise zu: "Aber es ist wie im Sport: Wenn du zur Spitze gehören willst, dann verlangt das wahnsinnige Opfer. Das war uns bewusst. Der Drill wurde durch den Stolz und das Zugehörigkeitsgefühl teilweise aufgehoben. Was wir musikalisch gelernt haben, ist ja auch ein Schatz fürs Leben. Ohne das System der Gewalt hätte ich das nicht."
Quelle: christundwelt

20.2.2016 Raul Löbbert stellt fest, dass für den Papst bei seiner Plauderei im Flugzeug auf der Rückreise von Mexiko die konkreten mutmaßlichen Vertuschungen von Bischof Juan Barros Madrid in Chile und von dem australischen Kurienkardinal George Pell - immerhin zwei Würdenträger im Umfeld des Papstes - nicht der Rede wert waren. Und schlimmer noch, sagt Löbbert zu Recht: "Es fragt ihn niemand danach."
Quelle: zeit.de

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19.2.2016 Nach Informationen des blog.zdf.de wies der Papst auf das "neue Tribunal für Rekurse" (von beschuldigten Priestern) hin. Den Vorsitz des Rekurs-Tribunals scheint Monsignore Scicluna (siehe auch news.va/ und visnews-en.blogspot.de) übertragen zu werden. blog.zdf.de berichtet weiter: "'Darüber hinaus' gedenke er, bei der Glaubenskongregation den Posten eines 'beigeordneten Sekretärs' zu schaffen, der sich nur um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümmern soll. Die Dinge müssten allerdings überprüft werden, denn so Franziskus, 'wir sind ziemlich im Rückstand mit den Fällen, denn es kommen Fälle' ".

Kommentar: Die Aussagen des Papstes bzw. die jeweiligen Quellen lassen nicht klar erkennen, ob es tatsächlich eine vatikanische Kommission geben solle, die sich um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümme
rn soll. Das wäre ein Fortschritt, der es verdiente, nicht nur en passant berichtet zu werden. Bislang scheint es folgende vatikanische Gremien zu geben, die sich mit Missbrauch beschäftigen:
  1. das päpstliche Kinderschutzzentrum (auch Kinderschutzkommission genannt), das den Papst berät
  2. das katholische Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana, das weltweit Bischöfe und kirchl. Mitarbeiter schult und für Prävention zuständig ist.
  3. Eine Instanz innerhalb der Glaubenskongregation, die sich mit "Einsprüchen von Bischöfen in Missbrauchsfällen befassen soll und unter Vorsitz des argentinischen Erzbischofs Jose Luis Mollaghan von Rosario stehen soll - nach anderer Quelle unter Vorsitz von Scicluna.
  4. Von einer Instanz, die sich nur um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kümmern soll, ist bislang nichts bekannt.
  5. Unbekannt ist auch, ob es die angekündigte Instanz, die vertuschende Bischöfe zur Rechenschaft zieht, inzwischen gibt.

19.2.2016 Der Herold Sun, Melbourne, berichtete, dass die australische Polizei seit einem Jahr gegen Kardinal George Pell, Finanzchef des Vatikans, wegen des Verdachts, fünf bis zehn Jungen missbraucht zu haben, ermittle. Vorgeworfen wird Pell u.a., einem der Missbrauchsopfer Schweigegeld angeboten zu haben, nachdem sich dieser ihm anvertraut hatte. Nächste Woche soll Kardinal Pell vor der staatlichen australischen Missbrauchskommission aussagen. Kardinal Pell widersprach den Vorwürfen: "Die Vorwürfe sind ohne Grundlage und vollkommen falsch." Pell forderte eine öffentliche Untersuchung zu der Frage, wie die Informationen an die Presse gelangten.
Quelle: unternehmen-heute.de und Radio Vatikan

19.2.2016 Im Bistum von Lyon klagen Opfer, dass der heute zuständige Bischof seit 2007 von der sexuellen Gewalt des Priesters Pater Bernard P. gewusst hat - und nichts unternommen hat.
Quelle: euronews.com

19.2.2016 Ein ehemaliger Domspatz schreibt einen Brief an die heutigen Domspatzen.
Quelle: regensburg-digital

19.2.2016 Christian Feldmann zu den Regensburger Domspatzen.
Quelle: christundwelt.de


18.2.2016 Peter Saunders sagt in einem Interview mit "Christ und Welt": "Die Kirche ist immer noch voll von Vergewaltigern und Missbrauchstätern, und zwar auf der ganzen Welt." Er fährt fort: "Solange ich Katholik bin, wird meine Loyalität nicht der Institution Kirche gelten. Die Loyalität der meisten Kommissionsmitglieder hingegen gilt dieser Institution." Saunders sagte, wenn der Papst in sechs Monaten oder einem Jahr keine konkreten Antworten auf drängende Fragen liefere, dann glaube er nicht, dass er Mitglie in der Kinderschutzkommission des Papstes bleiben könne. Der Einsatz für die Umwelt oder zugunsten der Armen seien wichtige Anliegen. "Aber wenn du deinen Angestellten erlaubst, ungestraft zu vergewaltigen, dann sind diese Themen überflüssig."
Quelle: kirchenblatt.ch und Christ und Welt  italienreporter.de

18.2.2016 Auf der Rückreise von Mexiko nach Rom sagte Papst Franziskus Journalisten: „Und was den Fall Maciel angeht: Hier erlaube ich mir den Mann zu loben, der in Zeiten, in denen er nicht die Kraft hatte, sich durchzusetzen, gekämpft hat, obgleich er sich nicht sofort hat durchsetzen können: Kardinal Ratzinger“ [der Papst bittet um Applaus]. Als Präfekt der Glaubenskongregation habe dieser alle Informationen gesammelt, aber nicht gegen Maciel vorgehen können. Um die Papstwahl 2005 herum habe Ratzinger das dann angesprochen und als Papst auch angegangen, daran wolle er an dieser Stelle erinnern, so Franziskus.
Quellen: katholisch-informiert.ch und catholicphilly.com  und la stampa
Kommentar: Wer die Karriere des Gründers der Legionäre Christi und das Ignorieren der Verbrechen Maciels durch den Vatikan kennt, weiß, dass auch der langjährige Präfekt der Glaubenskongregation, der spätere Papst Benedikt XVI., Anteil daran hat.

18.2.2016 "Papst Franziskus erwartet von Bischöfen, die sexuellen Missbrauch durch Kleriker vertuschen, den Rücktritt," meldet eine KNA-Schlagzeile von einer "fliegenden Pressekonferenz" des Papstes auf dem Rückweg von Rom nach Mexiko. „Ein Bischof, der einen Priester aus einer Pfarrei versetzt, wenn dieser als Pädophiler bekannt ist, handelt verantwortungslos, und das Beste, was er tun kann, ist seinen Rücktritt einzureichen!“ So der Papst wörtlich.
Diese Äußerung bezog sich nicht auf den Umgang des französischen Kardinals Barbarin mit einem Missbrauchstäter.
Quellen:
kna.de/ 18.41 Uhr und Radio Vatikan und riposte-catholique.fr
Kommentar: Von einer Rechenschaftspflicht und einer Amtsenthebung der Bischöfe durch den Papst spricht der Papst nicht. Die bereits 2014 angekündigte Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation für Bischöfe wurde bis heute nicht geschaffen. Noch am 6.2.2016 klagte Pater
Zollner: "Weiterhin gibt es keine klare Verfahrensordnung, um katholische Bischöfe oder Ordensobere zur Rechenschaft zu ziehen, die ihren rechtlichen Verpflichtungen zur Anzeige und Aufklärung von Missbrauch nicht nachkommen." Kein Wunder, dass die Seite http://www.domradio.de/themen/vatikan/2015-06-10/neue-gerichtsstelle-gegen-vertuschung-von-missbrauchsfaellen-durch-priester nicht mehr vorhanden ist - ein unerwünschtes Thema (inzwischen jedoch wieder online - 19.2.2016). Die Erfahrung lehrt, dass Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuschten und Täter versetzen, durchaus nicht bereit sind, das Beste zu tun und ihren Rücktritt einzureichen. Ohne eine kirchengerichtliche Verurteilung und Amtsenthebung werden Bischöfe, die vertuscht haben, nur unter öffentlichem Druck zurücktreten. Die Worte des Papstes sind nicht mehr als ein frommer Wunsch - es fehlen die kirchenrechtlichen Gesetze und ihre Durchführung.

18.2.2016 Im Erzbistum Berlin wurden 2015 acht neue Missbrauchsvorwürfe bekannt, so dass es seit 1947 insgesamt 49 Meldungen gibt. Einbezogen wurden 2015 neben Vorwürfen sexuellen Missbrauchs auch sexuelle Übergriffe. Das Bistum hat an 18 Opfer insgesamt 103.516 Euro gezahlt: 80.000 an 18 Opfer plus Ausgaben für Psychotherapie 21.297 Euro und für Fahrtkosten 2.219 Euro.
Über die Anzahl der Beschuldigten teilt der Zwischenbericht nichts mit.
Quelle:
Erzbistum Berlin 19.2.2016

17.2.2016 Papst Franziskus wird sich in Mexiko nicht mit Missbrauchsopfern treffen. Sexueller Missbrauch sei eine Episode der kirchlichen Vergangenheit, begründete der Pressesprecher, Pater Lombardi.
Quelle: eleconomista.com.mx

17.2.2016 "Der Fall der Domspatzen macht deshalb so sprachlos, weil er die katholische Kirche bis hinauf zum Vatikan kontaminiert," sagt Christian Füller und verweist auf den Bruder von Papst Benedikt, Georg Ratzinger, der als Domkapellmeister von ehemaligen Domspatzen beschuldigt wird, ein Sadist zu sein und nicht aufgeklärt hatte, obwohl er das System des sexuellen Missbrauchs kannte. "Mit dem Chef der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal Ludwig Müller, sitzt der oberste Regensburger Halbaufklärer inzwischen an der Spitze der römisch-katholischen Inquisition." Zu lernen ist nicht nur für die Regensburger Domspatzen, sondern für die gesamte Kirche und die Gesellschaft, dass es eine unabhängige Kommission braucht, die von außen und fachkundig die Untersuchungen führt und zeitnah Berichte veröffentlicht. So geschah es u.a. in Großbritannien. In Deutschland hingegen müssen Opfer mit Verleumdungsklagen rechnen. Füller warnt: "...wer nicht radikal aufklärt, riskiert den Untergang."
Quelle: 
freitag.de

16.2.2016 Stefan Aigner beschreibt die "Sorge der Arrivierten" um den Ruf der Domspatzen und berichtet von "Aufklärern und Verhinderern". Aus dem von RA Weber initiierten Kuratorium ist ein weiteres Gremium hervorgegangen, das sich ausschließlich um konkrete Maßnahmen kümmern soll. Ihm gehören die ehemaligen Domspatzen Michael Sieber, Peter Müller und Peter Schmitt auf der einen und Bischof Rudolf Voderholzer, Domkapellmeister Roland Büchner und Internatsdirektor Rainer Schinko an. In der nächsten Sitzung sollen diese Maßnahmen beschlossen und anschließend veröffentlicht werden.
Quelle: Regensburg-digital

16.2.2016 Kardinal Romeo, bis Oktober 2015 Erzbischof von Palermo, hat den Priester Don Roberto E., der des sexuellen Missbrauchs von drei Jungen beschuldigt wird, nicht suspendiert. Die Begrüdnung des Kardinals lautet, es sei nicht seine Aufgabe, den Verdächtigen zu entpflichten - es sei Aufgabe der Mutter der Opfer.
Quelle: farodiroma.it

16.2.2016 Geschlossene Gesellschaft - Odenwaldschule - Doku

16.2.2016 Das deutschsprachige Radio Vatikan informiert über die Ansicht des Vorsitzenden der päpstl. Kinderschutzkommission, Kardinal O'Malley, über die Pflicht der Bischöfe, sexuelle Vergehen an Kindern durch Kleriker den staatlichen Stellen zu melden.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar:
Nicht erwähnt wird - anders als auf der englischen Seite von Radio Vatikan -, dass in der Einführung für neue Bischöfe noch immer gesagt wird, es bestünde keine Verpflichtung von Bischöfen zur Anzeige von Tätern bei staatlichen Stellen. Dass die Vorschläge der päpstlichen Kinderschutzkommission lediglich der römischen Kurie "zur Verfügung gestellt" werden - was nichts aussagt über ihre Befolgung -, verschwindet hinter der Formulierung: "Auch in den lokalen Kirchen weltweit sowie insbesondere in Rom bei jährlichen Fortbildungen für neue Bischöfe und Mitglieder der römischen Kurie habe die Kommission mit ihren Trainingsprogrammen innerhalb der vergangenen beiden Jahre große Fortschritte gemacht."
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16.2.2016 Im Bistum Trier haben sich seit Januar 2015 elf weitere Opfer gemeldet, so dass die Operzahl nun bei 125 Menschen liegt. Seit Januar 2015 haben sich elf Opfer mehr gemeldet. 90 Opfer stellten Anträge, von denen die meisten bewilligt wurden. D.h. im Vergleich zum Januar 2015 erhielten elf Opfer zusammen ca 3.500 Euro. Die Täterzahl hat sich von 66 bzw. 67 im Januar 2015 auf 30 reduziert.
Quelle: swr.de

16.2.2016 Der Vorsitzende der päpstl. Kinderschutzkommission, Kardinal O'Malley, bekräftigt, dass die Bischöfe eine moralische und ethische Verantwortung haben, den Verdacht von sexuellem Missbrauch durch Priester den zivilen Behörden zu melden. Er bekräftigte auch die Bereitschaft der Kommissions-Mitglieder, das Kursmaterial der römischen Kurie zur Verfügung zu stellen. Dies gelte auch für das jährliche Ausbildungsprogramm für neue Bischöfe.
Zuletzt war bekannt geworden, dass in den Kursen für neue Bischöfe gesagt wurde, Bischöfe müssten keine Anzeige bei zivilen Behörden erstatten.
Quelle: Radio Vatikan und kathpress.at 17.2.2016
Kommentar: Dies bestätigt die Wahrnehmung von Marie Collins, die darauf hinwies, dass die Vorschläge der Kinderschutzkommission an ihrer Umsetzung in der Kurie scheitern. Es scheint auch ein unterschiedliches Verständnis darüber zu geben, was vertraulich in der Kommission gesprochen werden soll und was öffentlich kommuniziert werden soll.


15.2.2016 Mexikanische Opfer sind enttäuscht und erbost. Sie müssen mitansehen, wie Kardinal Rivera einerseits die Priester-Täter schützt und andererseits mit dem Papst im Papamobil fährt.
Quelle: jornada.com.mx

15.2.2016 Ein Opfer des französischen Priesters Preynat will den zuständigen Kardinal Barbarin, Lyon anzeigen, weil er einen Missbrauchstäter im Amt gelassen hat und es dem Täter möglich war, Dekan zu werden. Barbarin erfuhr 2007/2008 von den Übergriffen zwischen 1986 und 1991. Erst 2015 beurlaubte er ihn.
Quelle: bfmtv.com und riposte-catholique.fr

15.2.2016 Marie Collins, Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission, berichtet, dass die Kommission Vorschläge gemacht habe, die vom Papst auch akzeptiert wurden. Sie würden jedoch in der Kurie nicht umgesetzt. Dies gelte für den Einführungskurs neuer Bischöfe ins Amt, in denen ihnen gesagt wird, sie müssten sexuellen Missbrauch durch Priester nicht bei den staatlichen Behörden anzeigen. Bereits 2014 habe der Papst angeordnet, dass den neuen Bischöfen vermittelt werden solle, dass Bischöfe Missbrauch zur Anzeige bringen müssen - geschehen sei nichts. Es gelte auch für die Einrichtung eines eigenen Gerichtshofes, der Bischöfe zur Rechenschaft ziehen soll, die Täter schützen und Missbrauchsfälle vertuschen.
Quelle: irishtimes.com
Auch Paul Valley, Autor einer Biographie von Papst Franziskus, berichtet von vielen Steinen, die der Kinderschutzkommission von der Kurie in den Weg gelegt werden. Er erwähnt auch, dass der Papst vorsichtig sei wegen falscher Beschuldigungen von Priestern.
Quelle: theguardian.com


14.2.2016 Peter Saunders, ehemaliges Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission, äußert sich sehr enttäuscht über die mangelnden Fortschritte der Kinderschutzkommission. Für ihn hat die Kirche alle morale Verantwortung verloren und beim Schutz der Kinder versagt. Auch der neue Gerichtshof, der im Sommer 2015 angeregt wurde, wurde nicht eingerichtet und die drei Bischöfe, die wegen des Schutzes von priesterlichen Missbrauchstätern nicht mehr im Bischofsamt sind, wurden nicht entlassen - sie sind zurückgetreten.
Quelle: buenosairesherald.com

14.2.2016 Papst Franziskus besucht Mexiko. Dort wurde zuletzt bekannt, dass ein Priester über 100 Opfer haben soll - unter indigenen Kindern und Jugendlichen. Andere sprechen von mehr als 1000 Missbrauchsopfern (bei ca 100 Millionen KatholikInnen) durch Kleriker in Mexiko. Der globalpost äußerte den Verdacht, dass Priester, die in Europa oder den USA als Missbrauchstäter bekannt wurden, in die armen Gebiete in Südamerika geschickt werden und dort weiterhin als Priester arbeiten und mit Kindern und Jugendlichen umgehen.
Quellen: katholisch.de und globalpost

12.2.2016 Da in der deutschsprachigen Presse das Missbrauchsthema und das Vorgehen des Vatikans und der Kirchenverantwortlichen nur selten und dann wenig kritisch und erhellend behandelt wird, werde ich verstärkt englisch-sprachige Nachrichten hier einstellen. Ich bemühe mich um Übersetzung und bitte um Korrektur - mein Englisch ist leider nicht besonders gut.

11.2.2016 Der britische Guardian berichtet, dass neuernannte Bischöfe in einem Einführungskurs im Vatikan lernen, dass die Anzeige von Missbrauchsfällen Sache der Opfer oder deren Familie sei und nicht notwendigerweise eine Verpflichtung eines Bischofs. Ein Experte der Australischen Bischofskonferenz, Sullivan, reagiert auf diese römische Praxis mit dem Hinweis, dass Bischöfe die moralische Pflicht haben, " im Interesse einer effizienten und zügigen Ermittlung und im Interesse der Opfer der Polizei so viele Informationen wie möglich zu geben". Die für den Einführungskurs verantwortliche Kongregation für die Bischöfe hat offensichtlich die vatikan. Kinderschutzkommission beim Thema Missbrauch nicht zu Rate gezogen.
Quelle: kathpress.at und abc.net.au und thetablet.co.uk

11.2.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat mit dem Zentralrat der Muslime ein Bündnis geschlossen, das dem Schutz muslimischer Kinder - unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus in Deutschland - dienen soll. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek sagte: „Uns geht es darum, unseren Part als Muslime und als Bürger in diesem Land wahrzunehmen“. Das ergebe sich auch aus dem religiösen Verständnis, dass Kinder nicht irgendjemandem gehörten, sondern von Gott anvertraut und daher zu schützen seien."
Quelle: fr-online.de

11.2.2016 Die Korntaler Brüdergemeinde erklärt sich bereit, Betroffenen von Misshandlungen, Demütigungen, Zwangsarbeit und Vergewaltigungen – bis zu 5.000 Euro zu zahlen. Erstmals spricht Klaus Andersen, der Vorsteher der Brüdergemeinde, von der damaligen Brüdergemeinde als „Täterorganisation“.
Quelle: stuttgarter-nachrichten.de/

10.2.2016 Bruder Paulus Terwitte beobachtet ganz richtig: "Ich glaube, wir brauchen einen neuen Schub, auch innerkirchlich über Barmherzigkeit nachzudenken. Zum Beispiel die Barmherzigkeit gegenüber Opfern von sexuellem Missbrauch. Es gibt da immer noch eine Mentalität des 'Wir schlagen die Bücher zu und dann ist das Thema für uns vorbei'. Da brauchen wir große Wachheit. Und da möchte ich gerne mit dem Papst ... auch uns als Ortskirche in Deutschland sagen: Das Thema ist nie zu Ende. Wir brauchen zum Beispiel Referentenstellen, die dauerhaft für die Opfer sexuellen Missbrauchs da sind und so die Barmherzigkeit des nachgehenden guten Hirten deutlich machen."
Quelle: domradio


10.2.2016 Das Bistum Essen hat seine Missbrauchsfälle bis Ende 2015 vorgelegt: 72 Priester und Ordenspriester und 21 Ordensschwestern wurden von insgeamt 192 Opfern dem Bistum gemeldet. 22 Meldungen über sexuellen Missbrauch mit Straftatbestand gingen 2015 ein, acht davon bezogen sich auf 2014 und 2015. Zwei der 2014/2015 beschuldigten Priester wurden von mehreren Opfern beschuldigt. Das Bistum Essen zahlte seit 2010 insgesamt 448.000 Euro, 43.000 Euro davon im Jahr 2015. 12 Priester wurden strafrechtlich verfolgt, 7 von ihnen verurteilt. Kirchenrechtl. wurden 8 verurteilt, 7 Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.
Quelle: bistum-essen.de, inzwischen unter http://www.bistum-essen.de/presse/artikel/missbrauch-ruhrbistum-untersuchte-ueber-190-hinweise/
Kommentar: Keine der 22 Meldungen mit Straftatbestand, die 2015 beim Bistum Essen eingingen, wurde m.W. in der Presse bekannt. Ein transparentes Vorgehen kann man das nicht gerade nennen. Und wenn 8 der 267 aktiven Priester und Ordensmänner im Bistum Essen sexuellen Missbrauch begehen, dann sind das knapp 3% der Priester. Diese Zahl ist erschreckend - nach den jahrelangen Diskussionen und Präventionsmaßnahmen.  

9.2.2016 Marie Collins nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen die vatikanische Kinderschutzkommission im Kontext des Ausschlusses von Peter Saunders bzw. seiner "Auszeit". Sie beteuert ihr Vertrauen in die Kommission und ihre Mitglieder und sagt, sie habe nicht das gleiche Vertrauen in die Kurie, wenn es darum geht, die Vorschläge der Kinderschutzkommission - sofern sie vom Papst empfohlen werden - zu implementieren. "but unfortunately there are still those, at this top level, who worry more about their own fiefdoms (Lehen/Machterhalt) and the threat of change than they do about the work the Commission is trying to do to protect children".
Quelle: ncronline.org


9.2.2016 Das frühere Mitglied der vatikanischen Kinderschutzkommission Peter Saunders wirft dem Papst Untätigkeit im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen vor.
Quelle: orf


8.2.2016 Kardinal Pell wird aus gesundheitlichen Gründen nicht zu einer Anhörung vor der staatlichen Missbrauchskommission Australiens reisen. Er wird per Videoschaltung aussagen über seinen Umgang mit Missbrauchsopfern in seiner Zeit als Erzbischof von Sydney und in seiner Zeit in Ballarat. Die Kommission will Pell auch zu dem Vorwurf hören, dass sein Programm zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen, "Melbourne Response" ein gemeinsames Vorgehen der australischen Bischöfe unterlaufen habe, wie ihm innerkirchliche Kritiker - darunter der emeritierte Weihbischof Geoffrey Robinson - vorwerfen.
Quelle: radiovaticana.va
Die anhaltenden Herzprobleme von Kardinal Pell haben ihn allerdings nicht gehindert, im März/April 2015 nach Australien, u.a. in seinen Geburtsort nach Ballarat, zu fliegen. Er war zurück im Vatikan, als die staatliche Missbrauchskommission im Mai 2015 eine Anhörung hatte. Quelle: brokenrites.org.au

8.2.2016 Bei katholisch.de heißt es: "Der Papst solle gebeten werden, alle kirchlichen Würdenträger zu erinnern, wie wichtig direkte Antworten für Opfer, die um Kontakt bitten, sowie für deren Hinterbliebene seien." Es scheint - obwohl es selten thematisiert wird - ein Wissen darum zu geben, dass nicht alle Opfer sexuellen Missbrauchs überleben.
Quelle: katholisch.de

8.2.2016 Die vatikanische Kinderschutzkommission hat eine Woche lang getagt. Das Ergebnis: Sie befürwortet die Einführung eines Welttags des Gebets und eine Bußliturgie, die auf die Rechte Minderjähriger und gegen Missbrauchsfälle in der Kirche aufmerksam machen sollen. Die Kommission will den Papst darauf hinweisen, dass er alle Verantwortlichen in der Kirche darauf hinweist, dass sie "Opfern,  die sich an sie wenden, eine direkte Antwort geben“ müssten.
In einer weiteren Sitzung im Verlauf des Jahres - die Kommission trifft sich zweimal jährlich - will die Kommission schauen, wie eine größere Transparenz in kanonischen Prozessen gegen Missbrauchstäter hergestellt werden kann. Außerdem soll eine Internetseite überlegt werden, die auf "Best Practice-Beispiele" aus aller Welt aufmerksam macht.
In der öffentlichen Verlautbarung der Kinderschutzkommission wird nicht erwähnt, dass Peter Saunders - eines von zwei Opfern in der Kinderschutzkommission - mit 17 Stimmen bei einer Enthaltung von der Kommission ausgeschlossen wurde. 
Quelle: radiovaticana.va
Presseerklärung der Kinderschutzkommission
Kommentar: Wenn die Kommission in ihrer Presseerklärung Transparenz (in den kanonischen Prozessen gegen Missbrauchstäter) fordert, zugleich jedoch völlig intransparent mit dem Ausschluss von Peter Saunders umgeht, ist das kein gutes Vorbild.

7.2.2016 Bischöfe, die neu im Amt sind, durchlaufen im Vatikan eine Einführung in ihre Aufgaben. Seit 2001 gehört dazu auch Information über den Umgang mit Missbrauchsfällen. Zuletzt hat Monsignor Tony Anatrella, Mitglied des Rats der Familie und des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst den Bischöfen gesagt, sie müssten sexuellen Missbrauch nicht an die staatlichen Behörden melden.
Quelle: cruxnow.com
und http://www.accessatlanta.com/news/news/religion/catholic-bishops-not-obligated-report-clerical-sex/nqNQb/

7.2.2016 Am 20.1.2016 hatte das Bistum Regensburg berichtet, 158.500 Euro an 30 Opfer gezahlt zu haben. Nun wird bekannt, dass bislang knapp 400.000 Euro an 150 Opfer körperlicher Gewalt gezahlt wurden. Zusätzlich wurden Zahlungen in unbekannter Höhe an eine unbekannte Anzahl von Missbrauchsopfern gezahlt. Das Bistum macht offensichtlich Unterschiede zwischen verprügelten und missbrauchten Opfern. "Mit der Angelegenheit vertraute Personen hegen den Verdacht, dass die Summen geheim gehalten werden sollen, um keine Anreize zu schaffen, dass weitere Opfer sexuellen Missbrauch anzeigen."
Quelle: welt.de und welt.de und sueddeutsche.de
Kommentar:
Sollte die Vermutung zutreffen, dass das Bistum meint, Geld sei ein Anreiz für Missbrauchsopfer, sich bei der Kirche zu melden, so würden zwei Botschaften vermittelt: Das Bistum Regensburg will die Opferzahl klein halten, ist also weder an der Wahrheit noch an den Opfern interessiert. Und die zweite Botschaft: Opfern gehe es nicht um die Anerkennung der Wahrheit, um Verständnis und Solidarität - es gehe ihnen ganz einfach um Geld. Übersehen wird, dass das unwürdige Prozedere nicht wenige Opfer abhält, sich zu melden - das Geld spielt dabei überhaupt keine Rolle.

6.2.2016 Die Nachrichten des Vatikans besagen, dass das Mitglied der vatikanischen Kinderschutzkommission Peter Saunders - neben Marie Collins das einzige Opfer in der Kommission - um eine Auszeit von der Kommissionsarbeit gebeten habe. Andere Nachrichten besagen, die Kommission habe Peter Saunders per Abstimmung der Mehrheit der Kommissionsmitglieder (bei einer Enthaltung) zum Verlassen der Kommission aufgefordert. Der Spiegel berichtet, Saunders habe per Pressemitteilung des Vatikans (!) von seiner Absetzung erfahren. Peter Saunders sagt, der Papst habe ihn in die Kommission berufen und nur er könne ihn aus der Kommission entlassen. Übereinstimmung scheint darüber zu herrschen, dass Peter Saunders prüfen möge, wie er der Kommission am besten dienen könne. Die Kommission wirft laut Spiegel Saunders vor, Kampagnen zu betreiben und zu oft mit den Medien zu sprechen - dabei sei es doch Aufgabe der Kinderschützer, dem Papst vernünftige Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung vorzuschlagen, und nicht, Urteile zu verbreiten. Nun hat die Kommission im letzten Jahr dem Vatikan ein eigenes Gericht vorgeschlagen, um gegen Bischöfe, die Täter schützten, vorzugehen. Über dieses Gericht, wurde seither nichts weiter bekannt. Hans Zollner beklagte noch vor wenigen Tagen: "Weiterhin gibt es keine klare Verfahrensordnung, um katholische Bischöfe oder Ordensobere zur Rechenschaft zu ziehen, die ihren rechtlichen Verpflichtungen zur Anzeige und Aufklärung von Missbrauch nicht nachkommen."
Peter Saunders: “I have not left and I will not leave my position on the commission. I was appointed by His Holiness Pope Francis and I will only talk to him about my position. ... I made clear I would never be part of something that was a public relations exercise. There was a feeling around the table expressed in a vote that the commission could not work with me as things stood at the moment and unless I changed.” Saunders sagte, die Untätigkeit des Vatikans angesichts des weiteren Kindesmissbrauchs "made me lose faith in the process and lose faith in Pope Francis." Saunders hatte u.a. Kritik an Kardinal Pell geübt, dem Vertuschung von Missbrauch vorgeworfen wird und er hatte sich gegen die Nominierung des Chilenen Juan de la Cruz Barros zum Bischof ausgesprochen, weil der katholische Geistliche schwere sexuelle Vergehen gedeckt habe.
David Clohessy, SNAP, urteilt: We share Pete Saunders’ justifiable frustration with Vatican officials. They refuse to take quick, simple, common sense steps to protect kids and deter cover ups by punishing clerics who conceal abuse. Instead, they do what church officials have done for decades: shrewdly fixate on and discuss meaningless internal policies on paper that give the impression of progress while changing virtually nothing."
Quellen: http://www.sfgate.com/ und Radio Vatikan und der.standard und spiegel

Kommentar: Mit dem wahrscheinlich per Abstimmung durchgesetzten Ausschluss von Peter Saunders aus der Arbeit der vatikanischen Kinderschutzkommission, die er dann per Pressemitteilung erfuhr, verliert diese Kommission an Glaubwürdigkeit. Nun bleibt noch Marie Collins übrig, die Opfern - vielleicht - eine Stimme geben kann. 
Durch die Entlassung (oder wie man den Vorgang auch immer benennen mag) von Peter Saunders wird eine bislang wichtige und kritische Stimme zumindest innerkirchlich zum Schweigen gebracht. Das wiederholt Vorgänge, die Missbrauchsopfer kath. Priester kennen. Zudem besteht die Gefahr, dass die Kommission durch die Ausschaltung eines Kritikers ihre eigentliche Aufgabe nicht erfüllen kann, weil sie auf kritische Stimmen angewiesen ist, um den Opfern hilfreich zu sein und weitere Opfer zu vermeiden.

6.2.2016 Die philippinische kath. Bischofskonferenz kündigte an, bei Ermittlungen gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs mit den staatlichen Behörden zusammenzuarbeiten. Priester, gegen die ermittelt werde oder eine Anklage erhoben wurde, dürfen ihre Diözese nicht verlassen. Missbrauchsopfern würde durch den zuständigen Bischof "jede notwendige medizinische, psychologische und spirituelle Hilfe" angeboten. Finanzielle Entschädigungen für Missbrauchsopfer sollten durch entsprechende gerichtliche Verfügungen
geregelt werden.
Quelle: kathpress

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5.2.2016 Peter Saunders, Mitglied der vatikanischen Kinderschutzorganisation, sagt, er sei empört, wenn der Papst nicht an den Sitzungen der Kommission teilnimmt.
Quelle: catholicherald.co.uk

5.2.2016 An Heimkindern wurden Medikamentenversuche gemacht, u.a. von NS-Ärzten (Hans Heinze und Friedrich Panse)- in den 1960er und 1970er Jahren! Die beteiligten Pharmafirmen lehnen jegliche Verantwortung dafür ab.
Quelle: zdf.de und Spiegel

5.2.2016 Das Schweigen der Brüdergemeinde von Korntal - die Betroffenen setzen Hoffnungen in den Opferanwalt Weber, der sich aber noch nicht entschieden hat.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

4.2.2016 Auf Hawai wurden 15 katholische Priester, 18 Ordensmänner, 2 Lehrer und ein Seminarist als Missbrauchstäter bekannt. 60  mutmaßliche Opfer sind männlich, 3 weiblich.
Quelle: hawaiinewsnow.com  zur Statistik

4.2.2016 Hans Zollner, oberster Kinderschützer des Vatikans, sagt: "Ich beobachte immer dieselben Muster von Vertuschung, Vermeidung, Verleugnung, Gegenangriff und Larmoyanz. Ja, auch jetzt, sechs Jahre nach der deutschen Aufklärungswelle zur sexuellen Gewalt in kirchlichen und nicht kirch­lichen Institutionen, 14 Jahre nach dem Bekanntwerden der Skandale von Boston, 20 Jahre nach Irland und 30 nach Australien und Kanada." Und: "Wir brauchen echte Umkehr: Gerechtigkeit  für die Opfer und umfassende Prävention müssen gewollt sein. Sie dürfen nicht als lästig abgehakt werden, sobald die Öffentlichkeit wieder wegschaut."
Quelle: http://ccpblog.unigre.it
4.2.2016 Kritische Anfragen an das Bistum Regensburg und seinen Aufklärungswillen: Warum hat der Opferanwalt Weber nur einen Auftrag, die Vorgänge bei den Regensburger Domspatzen - und das erst ab 1945, obwohl sexueller Missbrauch und Gewalt auch vor 1945 üblich waren - zu untersuchen? Was geschieht mit jenen Menschen, die in anderen kirchlichen Kontexten missbraucht wurden?
Quelle: regensburg-digital

4.2.2016 In Genf hat ein Priester einen 17-Jährigen missbraucht und den Missbrauch gestanden. Die Anwältin des Opfers sagt, das Bistum habe bislang "nichts Konkretes" unternommen, um der Familie des Opfers zu helfen. Das Bistum sagt, die Diözese stelle für Opfer von sexuellem Missbrauch eine Menge Mittel zur Verfügung.
Quelle: 20min.ch

4.2.2016 Ergebnisse der Mikado-Studie: Missbrauch von Kindern: Aitiologie - Dunkelfeld - Opfer
Quelle: mikado-studie.de

3.2.2016 Ein Prozess gegen einen Pater des Stiftes Lambach, Benediktiner, wurde wegen eines Schlaganfalls des Paters auf Eis gelegt. Ihm wird vorgeworfen, einen 12-Jährigen missbraucht zu haben. Er hat die Tat gestanden.
Quelle: nachrichten.at/

3.2.2016 Gewalt und sexuelle Gewalt bei den Regensburger Domspatzen
Quelle: Deutschlandfunk  Interview mit Christiane Florin: Stand der Aufklärung

2.2.2016 Das erste Gespräch des RA Weber mit Opfern und Vertretern des Bistums sei konstruktiv verlaufen, sagt RA Weber. Es gibt Stimmen, die Erinnerungen an Gewalt und Missbrauch für Nestbeschmutzung von "Weicheiern" halten.
Karl Unterstein hält solche Erinnerungen für Nestbeschmutzung von "Weicheiern". Ein Opfervertreter berichtet, dass Eltern heutiger Domspatzen, die ihre Kinder aus dem Internat nähmen, sich reihenweise an ihn wenden. Ein Junge schildert seine Geschichte, die es nahelegt zu glauben, dass sich nicht viel geändert habe am psychischen Druck.
Quelle: onetz.de

1.2.2016 Der Sonderermittler bei den Regensburger Domspatzen, RA Weber, hat heute ein Kuratorium einberufen, dem je sechs Vertreter der Kirche und der Opfer angehören. Weber sagt: "Aufklärung ist die Basis für Aufarbeitung."
Quelle: br.de

31.1.2016 WDR 5 - "Diesseits von Eden": Darstellung des letzten bekannt gewordenen Missbrauchsfalls im Bistum Hildesheim von Christoph Fleischmann und Kommentar von Florian Breitmeier.
Quelle: WDR 5 zum Hören  zum Lesen

30.1.2016 In Mexiko - dem Land, das der Papst im Februar besuchen wird - erregt der Fall eines Priesters Aufsehen, der mehr als hundert indigene Kinder missbraucht haben soll.
Quelle: katholisch.de

30.1.2016 Im letzten Jahr wurden bei UN-Friedens-Soldaten 69 Fälle sexueller Gewalt an Minderjährigen bekannt. Die Strafverfolgung obliegt den entsendenden Staaten - und wird oft versäumt.
Quelle: n-tv

29.1.2016 Opfer der Redemptoristen im Josephinum berichten mit zwiespältigen Erfahrungen von einem Treffen mit Ordensmitgliedern.
Quelle: missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de

29.1.2016 Der Papst dankt Kurienkardinal Müller, dem Präfekten der Glaubenskongregation und früheren Regensburger Bischof, für seinen Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche. Die Vatikanbehörde widme sich dieser Aufgabe mit Einsatz und Verantwortungsbewusstsein, sagte der Papst. Frühere Regensburger Domspatzen hingegen erinnern sich, wie der damalige Regensburger Bischof Müller die Aufklärung von Gewalt und sexueller Gewalt bei den Domspatzen blockiert hat. Auch von der Aufgabe der Glaubenskongregation, dass Bischöfe, die Missbrauchstaten vertuschten, zur Rechenschaft gezogen wurden, ist bislang nichts bekannt geworden - im Gegenteil. (s.auch hier)

29.1.2016 Die Aufklärung in der Brüdergemeinde Korntal schleppt sich dahin. Vielen der mutmaßlich 200 Betroffenen geht inzwischen die Kraft aus.
Quelle: kontextwochenzeitung

29.1.2016 Im Bistum Fribourg, Schweiz, hat die Universität eine Studie zu den Vorgängen im Kinderheim Marini im Kanton Fribourg vorgelegt. Dort wurden Jungen systematisch gedemütigt, geschlagen und sexuell missbraucht. Die Studie spricht von elf Tätern bis Mitte der fünfziger Jahre - Erzieher und Geistliche.
Quelle: swr.de/


29.1.2016 Volker Resing spricht von der "Zweiten Schuld", der Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kirche. Er beklagt eine unzureichende Wahrnehmungsfähigkeit in Teilen der Kirche und weist darauf hin, dass es noch immer erst Medienberichte braucht, bevor die Kirche Maßnahmen einleitet. Es müsse endlich das Bewusstsein reifen, dass man der Kirche durch Vertuschung immer schadet, durch Aufklärung nie.
Quelle: katholisch.de

29.1.2016 Christoph Fleischmann über die Katholische Kirche und Missbrauch: "Es nicht genau wissen wollen"
Quelle: heise.de

28.1.2016 Das mexikanische Netzwerk gegen Kindesmissbrauch "Foro Oaxaqueno de la Ninez" und mehrere Priester aus der Region fordern den Papst auf, sich für eine kirchen- und zivilrechtliche Bestrafung kirchlicher Missbrauchstäter einzusetzen. Ein Priester aus Oaxaca soll mehr als 100 indigene Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben.
Der frühere Priester Apolonio Merino warf dem Erzbischof von Oaxaca, Jose Luis Chevez Botello, vor, in der Vergangenheit Missbrauchsfälle in seinem Erzbistum vertuscht zu haben. Nach diesem Vorwurf wurde Merino suspendiert.

Quelle: katholisch.de und domradio.de


28.1.2016 Das Bistum Hildesheim setzt einen unabhängigen Gutachter ein, der den Umgang mit dem Missbrauchsfällen im Bistum untersuchen soll. Er hat auch den Auftrag, nach weiteren Missbrauchsfällen des Canisius-Täters im Bistum Hildesheim zu suchen.
Quelle: katholisch.de  orf  Bistum Hildesheim

28.1.2016 Im Interview nimmt ein ehemaliges Mitglied des Diözesanrates zum "System Regensburg" Stellung.
Quelle: zeit.de

28.1.2016 Der Betroffenenbeirat des Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung nimmt Stellung zur Aufklärung im Bistum Hildesheim.
Quelle: beauftragter-missbrauch.de/betroffenenrat

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27.1.2016 Die österreichische Unabhängige Opferschutzkommission, die sexuelle Gewalt im kirchlichen Bereich aufklärte, berichtete dem Papst von ihrer Arbeit. In 6 Jahren hat die Kommission rund 1.600 "Fälle" entschieden.
Quelle:
kathpress.at
Kommentar: In Österreich fand die Unabhängige Kommission ca 1.600 Fälle - bei ca 5 Millionen KatholikInnen und ca 3.834 Priestern und Ordenspriestern. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es ca 1567 von der Kirche anerkannte Opfer - bei ca 24 Millionen Katholiken und derzeit 14.636 Priestern und Ordenspriestern. Die Schlussfolgerung, dass österreichische Priester in einem mehrfach höheren Maß sexuell übergriffig werden als deutsche, dürfte falsch sein. Wahrscheinlicher ist, dass sich in Deutschland weniger Opfer gemeldet haben, weil sie kein Vertrauen in die Aufklärungsbereitschaft der kath. Kirche haben. Wenn diese Schlussfolgerung richtig ist und wenn die kath. Kirche um ihre Glaubwürdigkeit ringt, müsste sie ein hohes Interesse an einer unabhängigen Aufklärung haben. 

27.1.2016 Das Bistum Hildesheim nimmt Stellung zu den Vorwürfen des WDR: Das Bistum wurde am 4.3.2015 von dem Mann der Lehrerin, die die junge Frau zum Gespräch im Ordinariat begleitete, darauf hingewiesen, dass wahrscheinlich auch die Mutter des Mädchens von Peter R. sexuell belästigt worden war. Am 18.9.2015 teilten die Großeltern des Mädchens dem Bistum mit, dass auch ihre Tochter - die Mutter des Mädchens - vom gleichen Täter sexuell missbraucht wurde. Den Großeltern und dem Mann der Lehrerin sei gesagt worden, dass sich die Mutter an das Bistum wenden solle. Das sei nicht geschehen. Und das Bistum habe bis heute keinen Kontakt zu der Mutter.
Nachdem das Bistum die Pressemitteilung des WDR gelesen habe, habe es die Staatsanwaltschaft Berlin informiert.
Das Bistum stellt auch klar, dass die Großeltern darüber informiert wurden, dass das Bistum die Staatsanwaltschaft einschalten wird, wenn die Großeltern damit einverstanden sind. Auch der Vorwurf, das Bistum habe die Berliner Staatsanwaltschaft nicht über die Vorgeschichte des Täters im Canisius-Kolleg informiert, sei falsch. Das Bistum habe das Protokoll des Gesprächs mit den Großeltern an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Dort sei auch über die Vorgeschichte am Canisius-Kolleg gesprochen worden.

Quelle: bistum-hildesheim.de
Der Missbrauchsbeauftragte de Bundesregierung, Rörig, hält das bisherige Vorgehen des Bistums für unzureichend. Betroffene melden sich nur, wenn sie "Vertrauen in die Institution haben". Bisher habe das Bistum dieses Vertrauen offenbar nicht aufbauen können.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Rörig benennt das Grundproblem: Der kath. Kirche ist es weitgehend (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht gelungen, das Vertrauen der kirchlichen Opfer zu gewinnen. Dazu gehört die ehrliche und glaubwürdige "Umkehr zu den Opfern" - und die ist nur vereinzelt zu erkennen. Offensichtlich interessieren sich die Kirchenverantwortlichen nur dann für die Opfer, wenn ein "Fall" in den Medien auftaucht, wenn also das Ansehen der Kirche tangiert ist.

27.1.2016 Der Spiegel berichtet, das Bistum Hildesheim räume ein, vom Missbrauch der Mutter - damals 15-16jährig - bereits seit März 2010 gewusst zu haben.
Quelle: spiegel.de
27.1.2016 Der Canisius-Kollegs-Täter Peter R. hat eine damals 11Jährige missbraucht, wie der NDR öffentlich machte. Auch die Mutter dieses Kindes, heute 39, wurde mit ca 17 Jahren von Peter R. sexuell belästigt. Seit September 2015 sei das Bistum Hildesheim darüber informiert. Bislang hat das Bistum keinen Kontakt mit der Frau aufgenommen. Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, sagt, es gebe immer noch eine Tendenz, die Institution schützen zu wollen, Informationen zurückzuhalten und Transparenz zu verhindern. Er fordert das Bistum Hildesheim auf, einen unabhängigen Ermittler einzusetzen, der nach weiteren Straftaten schaut.
Heute, 22.10 Uhr im WDR, Livestream
Quelle: presseportal.de
Ein Bistumssprecher teilte mit, es bestehe kein Kontakt zwischen dem Bistum und der Mutter. Die Vorwürfe der Mutter seien dem Bistum bisher so konkret nicht bekannt gewesen. Lediglich die Großeltern hätten im Sept. 2015 erwähnt, dass auch ihre Tochter ein Missbrauchsopfer von Peter R. sei. Das Opfer selbst jedoch habe sich bislang nicht an das Bistum gewandt. Das Bistum habe Anfang Januar 2016 den Fall jedoch an die die Staatsanwaltschaft Berlin zur Prüfung weitergeleitet, ebenso die nun konkretisierten Vorwürfe der Frau.
Quelle: haz.de
Kommentar: Das Bistum wendet sich an die Staatsanwaltschaft, nimmt aber keinen Kontakt zum Opfer auf. Deutlicher kann nicht mehr gemacht werden, dass die Opfer umgangen werden.

26.1.2016 Andreas Glas kommentiert das Verhalten von Bischof Voderholzer, Bistum Regensburg, im Blick auf die Regensburger Domspatzen. Er hofft, dass der Bischof sich wirklich von den Einflüsterern in seinem Bistum - darunter Kardinal Müller und Domkapellmeister Georg Ratzinger - emanzipiert und auch gegen die Widerstände in den eigenen Kirchenmauern vorzugehen.
Quelle: sueddeutsche.de/

26.1.2016 Eine "Unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch" nimmt ihre Arbeit auf. Die Hälfte des beantragten Etats wurde genehmigt. Die Kommission will auch mit Opfern sprechen, die bislang nicht gehört wurden: In der Kirche, im Sportverein, in der Familie, im Kinderheim oder in der lünks-grün-alternativen Szene. Die Täter setzen die Opfer unter Druck und zwingen zum Schweigen - wenn die Betroffenen reden, bestreitet die verantwortliche Institution, der Familienverband die Vorfälle und deckt die Täter. "Umso wichtiger ist die jetzt beginnende Arbeit der 'Unabhängigen Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch'. Was nutzt der schönste Präventionsworkshop für Schülerinnen und Schüler, wenn der Internatsleiter ein Täter ist, der vom Kollegium gedeckt wird."
Quelle: deutschlandfunk.de

26.1.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung weist darauf hin, dass bislang Missbrauch im familiären Bereich zu wenig thematisiert wurde. Nun soll eine Kommission mit 7 Mitgliedern dies tun. Rörig spricht von "organisierter Kriminalität" und der Spitze eines Eisbergs.
Quelle: Deutschlandfunk

26.1.2016 Im katholischen Pensionat Marini, Kanton Freiburg, Schweiz zeigte eine Untersuchung, dass dort in den Jahren 1929 bis 1955 ca 21 Kinder sexuell missbraucht wurden von 11 Tätern, darunter 2 Priester-Direktoren und 2 weitere Geistliche. Die Täter wählten oft Kinder aus besonders heiklen sozialen und familiären Verhältnissen. Die Hauptsorge der Verantwortlichen galt dem Ruf des Pensionats.
Quelle: zuonline.ch und nzz.ch und Der Bericht (frz.) Kurzfassung
Kommentar: In Deutschland konzentriert sich der Blick auf Opfer in kirchlichen und öffentlichen Internaten und d.h. auf Jungen aus bürgerlichen und eher finanzstarken Familien. Kinder - und vor allem Mädchen - aus weniger begüterten Familien, die in Kirchengemeinden missbraucht wurden, fallen aus der Wahrnehmung weitgehend raus, ebenso wie die Heimkinder.  

25.1.2016 Bischof Voderholzer, Regensburg, gesteht Fehler bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Domspatzen ein: "Bedauerlicherweise waren die in der Vergangenheit unternommenen Versuche einer Selbstkorrektur zu wenig wirksam." Opfervertreter äußern sich zurückhaltend - sie wissen offensichtlich noch nicht, ob diese Worte ernst gemeint sind und was sie konkret für die Opfer bedeuten.
Quelle: Süddeutsche

25.1.2016 Magnus Striet formuliert wichtige theologische Fragen, die die Aufdeckung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche aufwirft.
Quelle: katholisch.de

23.1.2016 In einer Eliteschule der Episkopalkirche - St. George's School im US-Staat Rhode Island - wurden mutmaßlich 40 Kinder und Jugendliche von mutmaßlich zwölf Tätern´(Lehrer, PFarrer, auch Mitschüler) missbraucht. Die Schulleitung vertuschte die Fälle und ließ diejenigen, die der Schulleitung Meldung machten, Schweigeerklärungen unterschreiben.
Quelle: welt.de


22.1.2016 Leserbriefe zu den Ereignissen um die Regensburger Domspatzen.
Quelle:sueddeutsche.de + sueddeutsche.de

22.1.2016 Der Pfarrer von Weilheim St. Franziskus, Bistum Rottenburg-Stuttgart, verzichtet auf seine bisherige Pfarrei. Er hat zwei Jugendlichen pornografische Filme zugänglich gemacht und andere Dienstpflichtverletzungen begangen.
Quelle:
teckbote

22.1.2016 Diese Sichtweise nennt man "Identifikation mit dem Aggressor".
Quelle: tagesanzeiger.ch

22.1.2016 Interview mit einem früheren Regensburger Domspatz
Quelle: br
Zur Erinnerung ein Offener Brief vom Januar 2015


21.1.2015 Im Bistum Paderborn wurden 105 Anträge auf "Anerkennungszahlung" gestellt und 60 bewilligt. Nun wird berichtet, dass insgesamt 1.650 Anträge von Missbrauchsopfern gestellt wurden, von denen 95 Prozent positiv beschieden wurden.
Quelle: nw.de 20.1.2016
Kommentar: Gestern war von "rund 1000" bewilligten Anträgen die Rede.

21.1.2016 Ein Opfer von den Regensburger Domspatzen erinnert sich. (Triggergefahr!)
Quelle: swp.de und taz

20.1.2016 Ein ehemaliger Domspatz erinnert sich. (Triggergefahr!)
Quelle: taz.de

20.1.2016 Kommentar in der Badischen Zeitung zu den Vorgängen um die Regensburger Domspatzen
Quelle: badische-zeitung.de

20.1.2016 Das Theater Bonn zeigt das Stück "Bilder von uns", das die Missbrauchsfälle am Bonner Aloisiuskolleg zum Thema hat.
Quelle: Domradio

20.1.2016 Das Bistum Hildesheim zahlt einem Hildesheimer Opfer von Peter R. eine Anerkennungszahlung.
Quelle: focus.de

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20.10.2016 Die deutschen Bistümer haben seit 2011 mehr als 6,4 Millionen Euro an mehr als 1000 Missbrauchsopfer von Klerikern gezahlt. Die Zahl der Beschuldigten liege bei mehr als 860 Personen. Nicht alle Bistümer hätten die Fragen der NOZ beantwortet.
Quelle: noz.de
Kommentar: Diese Zahlen sind - wieder einmal - undurchsichtig oder auch irreführend. Sie beziehen sich auf einen unklaren Zeitraum. Die Bistümer Augsburg (2012), Berlin (2015), Eichstätt (2015), München (2015), Regensburg (2014) und Trier (2015) nennen alte Zahlen. Im Bistum Würzburg wurden bis 2015 insgesamt 11 Opfer mit 50.000 Euro entschädigt. Nun sind es 17 Opfer, die den gleichen Betrag erhalten. Im Erzbistum Köln hat sich die bislang vermutete Opferzahl (25 Menschen) - ohne dass das Erzbistum darüber informiert hätte - mindestens verdreifacht. Im Bistum Speyer gibt es hingegen nur noch 30 Opfer - ein Jahr zuvor waren es noch 53 Opfer. Im Erzbistum Freiburg reduziert sich die Zahl der Opfer, die Anerkennungsleistungen erhalten von 130 Opfer (2014) auf nunmehr 101 Opfer. Im Bistum Bamberg wurden an zwei neue Opfer je 500 Euro ausgezahlt: 2016
wurden 93.000 Euro an 18 Opfer und 2015 waren 92.000 Euro an 16 Opfer gezahlt worden.
Kurz: Die Angaben vieler Bistümer sind nicht nachvollziehbar. Transparenz sieht anders aus.
Domdechant und Missbrauchsbeauftragter des Bistums Osnabrück, Silies, kann leider nicht darauf verzichten zu erwähnen, dass das Angebot der Kirche auch Menschen anlocke, "die es ausnutzen wollen". Der Leser/die Leserin versteht: Opfern geht es um Geld und manche wollen Geld, ohne Opfer zu sein. 

20.1.2016 Interview mit dem Mitglied der vatikan. Kinderschutzkommission Marie Collins.

20.1.2016 Zwei Filme und eine Talk-Runde sind sehenswert - aber es besteht Triggergefahr.
Operation Zucker und Operation Zucker - Jagdgesellschaft und Maischberger-Talk über "Jagdgesellschaft"
Dazu ein Artikel in der Welt: Sexuelle Gewalt als Grundrisiko der Kindheit.und in der FAZ

19.1.2016 Der Dirigent Lothar Zagrosek - ehemaliger Domspatz - berichtet aus seiner Schulzeit. (Vorsicht! Triggergefahr!)
Quelle: br.de

19.1.2016 Bei dem Unabhängigen Untersucher der Regensburger Domspatzen, RA Weber, haben sich seit der Veröffentlichung des Zwischenberichtes weitere 60 Opfer körperlicher Gewalt gemeldet. Ein ehemaliger Domspatz weist darauf hin, dass die prügelnden Lehrer und Priester eine NS-Vergangenheit hatten.
Quellen: br, orf

19.1.2016 Sexueller Missbrauch kommt überall vor - auch bei Frauen auf der Flucht und in Gemeinschaftsunterkünften, auch in muslimischen Gemeinden.
Quelle: tagesspiegel.de
Quelle: zeit.de

19.1.2016 Das Hilfetelefon Forschung wurde eingerichtet: 08  00/44 555 30. Es wendet sich an Betroffene von sexuellem Missbrauch und Angehörige, die sich an Forschung zu belastenden Kindheitserlebnissen beteiligen möchten und keinen akuten Beratungsbedarf haben. Die Daten werden vom Uniklinikum Ulm anonym ausgewertet.
Quelle: Stuttgarter Nachrichten

19.1.2016 Gegen einen Pater der Kapuziner aus Zell am Harmersbach wurde ein Vorwurf sexuellen Missbrauchs erhoben, der sich vor 30 Jahren ereignet haben soll. Der Pater lässt derzeit seine Ämter ruhen.
Quelle: bo.de


18.1.2016 Ein ehemaliges Mitglied des Windsbacher Chores spricht über Angst, Barmherzigkeit und Vertuschung. Er erklärt aber auch: "Was wir musikalisch gelernt haben, ist ja auch ein Schatz fürs Leben. Ohne das System der Gewalt hätte ich das nicht." Quelle: Zeit
Kommentar: Diese Sicht kann nur als Identifikation mit dem Aggressor erklärt werden. 

18.1.2016 Der wegen Missbrauchs im Herbst 2015 verurteilte Pfarrer aus dem Bistum Aachen erhält nun keine Geldzuwendungen - bislang 1100 € - mehr vom Bistum.
Quelle: www.aachener-zeitung.de


18.1.2016 Interview mit dem Vorsitzenden der vatikan. Kinderschutzkommission, P. Hans Zollner.
Quelle:
Centre for Child Protection
Zentrum für Kinderschutz

18.1.2016 Ein ehemaliger Domspatz berichtet.
Quelle: Süddeutsche

17.1.2016 Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, wirft der katholischen Kirche vor, dass sie kircheninterne Verfahren über Missbrauchsfälle verschleppe. So warten Opfer eines Priesters aus Rüsselsheim und aus dem Bistum Aachen seit 2005 auf das Verfahren. Heibel kritisiert auch, dass Anwälten und Opfern keine Akteneinsicht gewährt werde. - Der Priester aus dem Bistum Mainz bezieht weiterhin Gehalt und arbeite als Organist und Chorleiter u.a. mit Minderjährigen. Das Bistum Mainz sagt, ihm seien durch das nicht abgeschlossene Verfahren in Rom die Hände gebunden.
Quelle: Spiegel

15.1.2016 Frage des Interviewers an einen Regensburger Prälaten: "Der Missbrauch um die Domspatzen wird nun aufgearbeitet. Wie finden Sie das?"
Antwort des Prälaten und Stiftsdekans Heinrich Wachter: "Unnötig. Ich finde, das ist überflüssig. Dass ewig über das selbe geredet wird, da hätte man doch 1.000 andere Fälle wie in Sportvereinen, über die man auch reden müsste. Die Aufarbeitung ist doch längst hinter uns, das brauche ich nicht dauernd wiederholen."
Quelle: wochenblatt

14.1.2016 Dem früheren US-Bischof der Diözese St. Paul and Minneapolis, John Nienstedt, wurden von der Staatsanwaltschaft Versäumnisse bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Nienstedt trat von seinem Amt zurück. Nun wird er für 6 Monate in einer Gemeinde Werktagsmessen halten, Kranke besuchen und Gottesdienste in einem Pflegeheim übernehmen.
Quelle: Radio Vatikan

14.1.2016 Der Bayerische Rundfunk stellt fest, dass angesichts der Regensburger Domspatzen-.Veröffentlichungen die Kirchenleitungen schweigen. Kardinal Marx sagt nichts, Bischof Ackermann lässt auf Prävention verweisen, Herr Neck sagt nichts...
Quelle: br

14.1.2016 Der Erftstädter Pfarrer, dem drei Frauen sexuelle Grenzverletzungen vorwarfen, ist in den Ruhestand versetzt worden. Er darf künftig nur noch in Senioreneinrichtungen arbeiten. Alle priesterlichen Handlungen darf er öffentlich in jedem Einzelfall nur mit bischöflicher Genehmigung ausüben. An seinen Therapiekosten soll er sich beteiligen.
Ein Kollege des Pensionierten erklärt, er sei enttäuscht, denn "dies bedeute, dass die Vorwürfe nie aufgeklärt werden".
Quelle: KStA
Kommentar: Der enttäuschte Kollege übersieht die Aussagen der Opfer und zudem das Geständnis des Pfarrers. Und: Es ist gängige Praxis, dass die kath. Kirche Täter u.a. in Alters- und Pflegeheimen einsetzt. Das könnte - und wird! - Missbrauchsopfer hindern, den Beistand eines priesterlichen Seelsorgers in Klinik oder Pflegeheim anzufragen. Nur so können sie vermeiden, einem priesterlichen Missbrauchstäter gegenüberzustehen. Diese Vorgehensweise übersieht - wieder einmal - die Perspektive von Missbrauchsopfern.

13.1.2016 Das Bonner Jesuiten-Gymnasium Aloisiuskolleg (AKO) hat - gemeinsam mit der Opfergruppe 'Eckiger Tisch' und der Bonner Beratungsstelle für sexualisierte Gewalt eine Erklärung zu den Missbrauchsfällen am AKO erarbeitet. Da stehen die bemerkenswerten Sätze: "Die Missbrauchsfälle sind Teil der Kollegsgeschichte und dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Wir sehen uns hier fortdauernd in der Verantwortung. Die Betroffenen sind bleibend Teil der Kollegsgemeinschaft; sie haben hier einen Platz und eine Anlaufstelle, wenn sie das wollen. Es gibt kein 'Abhaken' der Geschichte. Wir danken ausdrücklich all den Betroffenen, die zur Aufarbeitung beigetragen haben und beitragen und ermutigen alle Zeitzeugen, die zur Aufarbeitung beitragen können, dies auch zu tun. Respekt zollen wir jenen Betroffenen, die sich nicht äußern wollen oder können.
Quelle: domradio und Wortlaut: aloisiuskolleg.de und katholisch.de 14.1.2016

13.1.2016 Die Revision des Willicher Priester Georg K. wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen wurde vom Bundesgerichtshof abgewiesen. Nun kommt das kirchenrechtliche Verfahren nach Rom zur Glaubenskongregation.
Quelle: rp-online und wz.de

13.1.2016 Christian Pfeiffer lobt die Aufklärung bei den Regensburger Domspatzen. Die Süddeutsche formuliert: "Es spricht viel dafür, dass Georg Ratzinger um die Vorgänge in der Vorschule mehr wusste als er heute angibt. Viele seiner früheren Sänger sagen, sie hätten es ihm erzählt, Jahrgang für Jahrgang, immer wieder. Und auch die Geschichten über sexuelle Übergriffe könnten ihm nicht entgangen sein. Wollte Ratzinger nichts davon wissen?" Pfeiffer wundert sich, dass ausgerechnet der frühere Bischof von Regensburg nun im Vatikan einen Gerichtshof einrichtet (eingerichtet hat?), der Bischöfe aburteilen soll, die Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester oder kirchl. Mitarbeiter in ihrem Bistum vertuschten.
Quelle: Süddeutsche, 13.1.2016 Kriminologe lobt Aufklärung
Quelle: Süddeutsche, 14.1.2016 Wie das Bistum Regensburg mit Georg Ratzinger umgeht

Quelle: Schülerbericht (Triggergefahr!!!)
Quelle: katholisch.de 14.1.2016
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12.1.2016 Das Bistum Regensburg relativiert die Aussagen Georg Ratzingers. Und Regensburg-digital klärt weiter auf.
Quelle: br.de und sueddeutsche 13.1.2016

12.1.2016 Georg Ratzinger, von 1964 bis 1994 Chef der Regensburger Domspatzen, bezeichnet die Aufklärung des Missbrauchs- und Misshandlungsskandals bei den Regensburger Domspatzen als "Irrsinn" und nennt die Aufklärung eine "Kampagne". Für ihn sei die Aufklärung abgeschlossen, sagte Ratzinger.
Quelle: br (ups - da haben sich die Überschrift und der Inhalt des Artikels geändert...) zuvor war lediglich von Ratzingers Aussagen die Rede, nun ist zuerst von der Relativierung dieser unsäglichen Aussagen durch den Pressesprecher des Bistums die Rede.)

12.1.2016 Seit der Vorstellung des Zwischenberichtes über Misshandlung und sex. Missbrauch bei den Domspatzen haben sich weitere 20 Opfer bei RA Weber gemeldet.
Quelle: donaukurier.de

12.1.2016 Papst Franziskus wird bei seinem Mexiko-Besuch auch Missbrauchsopfer treffen.
Quelle: katholisch.de

11.1.2016 Der Papst traf den chilenischen Kardinal Ricardo Ezzati. Gerüchteweise wird kolportiert, es sei u.a. um den neu ernannten Bischof Barros gegangen. Barros wurde im Januar vom  Papst zum Bischof von Osorno ernannt. Bei Missbrauchsopfern und Politikern war die Ernennung auf Widerstand gestoßen. Barros wird vorgeworfen, den priesterlichen Missbrauchstäter Fernando Karadima Farina geschützt zu haben. Die zuständige Bischofskongregation hatte kein Fehlverhalten Barros erkennen können.
Quelle: orf

10.1.2016 Georg Ratzinger, von 1964 bis 1994 Chef der Regensburger Domspatzen, sagt im Blick auf die Prügelvorwürfe bei den Regensburger Domspatzen, Schläge und Ohrfeigen seien damals "in allen Erziehungsbereichen wie auch in den Familien üblich" gewesen. Dass ein "System der Angst" geherrscht habe, wies er zurück. Von sexuellem Missbrauch habe er als Chef der Domspatzen keine Kenntnis gehabt.
Quelle: domradio und Mittelbayerische und Süddeutsche

9.1.2016 Diskussion über den Zwischenbericht zu den Gewaltvorkommen bei den Regensburger Domspatzen
Quelle: br

8.1.2016 Ursula Enders richtet den Blick auf die Opfer der Kölner Silvesternacht. In der öffentlichen Diskussion geht es meist um die Täter.
Quelle: Süddeutsche

8.1.2016 Die Rolle des ehemaligen Chefs der Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger, ist seit langem bekannt, aber darauf bezieht sich kaum jemand.
Quelle: regensburg-digital

8.1.2016 Ein kath. Pfarrer aus Niederösterreich muss 4 Jahre ins Gefängnis. Er hat einem Opfer Betäubungsmittel gegeben und es sxexuell missbraucht. Der Pfarrer spricht von einer einvernehmlichen Beziehung.
Quelle: orf

8.1.2016 Das Erzbistum München-Freising hat 29 Fälle registriert, in denen auf Empfehlung der Missbrauchsbeauftragten Opfern Geld gezahlt wurde - insgesamt 147 000 Euro. Die Information bezieht sich allerdings auf 2014 und spiegelt den Stand vom Januar 2015.
Quelle: http://www.idowa.de


8.1.2016 Klaus Mertes erinnert daran, dass auch die Vertuschung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen/in der kath. Kirche aufgeklärt werden muss und dass die Vertuscher Verantwortung dafür übernehmen müssten. "Dieses dauernde Sich-Entschuldigen nachträglich reicht nicht, das ist empörend!", sagt Mertes.
Quelle: Domradio

8.1.2016 RA Ulrich Weber geht davon aus, dass mindestens 231 Kinder bei den Regensburger Domspatzen misshandelt wurden und 50 Kinder sexuelle Gewalt erlitten haben. Weber: "In der Kernzeit von 1953 bis 1992 sprechen wir von 2450 Schülern. Mithin habe ich derzeit keinen Grund, von einer Gesamtopferzahl von 600 - 700 zu zweifeln."
Weber geht weiter davon aus, dass Georg Ratzinger, der von 1964 bis 1994 Chef der Regensburger Domspatzen war, von den Ereignissen wusste. 1989 stand ein Artikel in der Mittelbayerischen  , aber bereits 1970 hatten Eltern von zwei Schülern sich bei Georg Ratzinger beschwert. Er müsste also gewusst haben, was bei den Domspatzen los war.
Weber spricht von 24 Beschuldigten in Etterzhausen und Pielenhofen und von 18 Beschuldigten, die in Regensburg tätig waren. In Etterzhausen und Pielenhofen gab es gegen 5 Täter Mehrfachbeschuldigungen, in Regensburg gegen 4 Täter.
Der Bericht von RA Ulrich Weber zeigt, dass viele Vorfälle den Verantwortlichen bekannt waren, jedoch keinerlei Konsequenzen gezogen wurden.
Das Bistum Regensburg will erst Stellung nehmen, wenn der Abschlussbericht vorliegt.
Quellen: BR und TV aktuell und Mittelbayerische und Bericht von RA Ulrich Weber bzw. bistum-regensburg und Süddeutsche
Kommentar: Erneut zeigt sich, dass erst unabhängige Untersuchungen ein realistisches Bild zeigen - die Opfer haben wohl nur wenig Vertrauen in die kath. Kirche.

8.1.2016 Verantwortliche der kath. Kirche erregen sich über die körperlichen und sexuellen Übergriffe in Köln in der Neujahrsnacht. "Diese neue Form von Gewalt und vor allem der menschenverachtende Umgang mit Frauen können nicht hingenommen werden", sagte der Vorsitzende der DBK, Kardinal Marx. "Als Kirche werden wir dabei unseren Beitrag leisten, an einer Gesellschaft mitzuwirken, die in Respekt und gegenseitiger Achtung lebt", ergänzte der Münchner Erzbischof.
Quelle: katholisch.de
Ich kann mich eines Kommentars nicht enthalten: Solche Worte und (!) anschließend konsequente Taten zur Aufklärung, zum Schutz, zur Hilfe für die Betroffenen hätten sich die Opfer von sexuellem Missbrauch und von Misshandlungen, die ihnen in kirchlichem Kontext geschahen, gewünscht. Das wäre der Bereich gewesen, in dem die Kirchen-Verantwortlichen Einfluss haben. Forderungen an andere zu stellen, ohne sie im eigenen Raum zu verwirklichen, ist unglaubwürdig.    

7.1.2016 Papst Franziskus wird bei seinem Mexiko-Besuch Missbrauchsopfer treffen. Der Erzbischof von San Luis Potosi, Jesus Carlos Cabrero Romero, erklärte, die Kirche in Mexiko müsse auf den Missbrauch in ihren Reihen reagieren, da sie von diesen „sehr geschwächt“ werde. Bislang hat die mexikan. kath. Kirche noch keine Präventionsmaßnahmen getroffen.
Quelle: orf.at
Kommentar: Der Erzbischof hat die "Schwächung der Kirche" im Blick, nicht das Leid der Opfer. Da kann ich nur sagen: Noch immer nichts gelernt.

7.1.2016 Am Freitag wird der unabhängige RA Ulrich Weber, der die Gewaltvorkommnisse und die sexuelle Gewalt bei den Regensburger Domspatzen seit Ende April 2015 untersucht, seinen Zwischenbericht vorstellen. Er recherchierte, dass bis in die 90er Jahre nicht wie vom Bistum angegeben 72 Kinder, sondern mindestens 200 Kinder von Priestern und Lehrern des Bistums verprügelt wurden und darüberhinaus etliche Kinder sexuell missbraucht wurden. Auch Vergewaltigungen habe es gegeben. Weber geht davon aus, dass mindestens jeder Dritte der 2400 Domspatzen zwischen 1945 und den frühen Neunzigern zum Gewaltopfer wurde. Er sprach mit 70 Opfern. Er fand - anders als das Bistum in fünf Jahren Ermittlungen - Misshandlungen nicht nur in der Domspatzen-Vorschule in Pielenhofen bzw. Etterzhausen, sondern auch Übergriffe im Gymnasium, Internat und Chor in Regensburg. Er geht auch nicht wie das Bistum von zwei Tätern aus, sondern von eindeutig mehr als zwei Beschuldigten.
Quelle: sueddeutsche
s. auch Sünden an den Sängerknaben
s. auch Kirche zwischen Schuld und Sühne (2015)

7.1.2016 Der Kölner Domprobst Gerd Bachner zeigt sich entsetzt über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in der Nähe des Kölner Doms. Er sagte, er sei betroffen, dass Menschen, „die hier in unserer Stadt friedlich den Beginn des neuen Jahrs feiern wollten, auf diese Weise angegriffen wurden“. Er wies darauf hin, dass jetzt besonnen gehandelt werden solle und die Vorfälle sorgfältig aufgeklärt werden müssten.
Quelle: radiovaticana.va
Kommentar: Das würde glaubwürdiger klingen, wenn Kirchenleute sich in der Vergangenheit um eine sorgfältige Aufklärung der Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen gekümmert hätten und die eigenen Täter nicht - bis in die Gegenwart hinein (s. Erzbistum Köln und Bistum Hildesheim) schützen würden.

6.1.2016 Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt nicht weiter gegen den Priester Peter R., einen der Haupttäter des Canisius-Kollegs, im Fall des Hildesheimer Mädchens, gegen das er an Pfingsten 2006 "übergriffig" wurde. Auch gegen das Bistum Hildesheim gibt es keine neuen Ermittlungen, die den Vorwurf der Vertuschung und Strafvereitelung betreffen. Laut NDR hat die Staatsanwaltschaft das Protokoll vom März 2010, das das Gespräch des Mädchens mit dem Bistum beinhaltete, nicht einsehen wollen.
Quelle: NDR 6.1.2015 und evangelisch.de/

5.1.2016 Ein ehemaliges Heimkind berichtet von Gewalt und Ausbeutung.
Quelle: Volksfreund

5.1.2016 Kommentar zu den räuberischen und sexuellen Übergriffen von Männern gegenüber Frauen und Kindern in Köln an Silvester 2015.
Quelle: sueddeutsche.de

2.1.2016 Auf Anfrage bestätigte das Erzbistum Köln, dass der Liblarer Pfarrer Winfried J. wieder in Einzelfällen priesterlich tätig werden darf. Ihm werden sexuelle Grenzverletzungen gegenüber einem damals 9 Jahre alten Mädchen und zwei weiteren Betroffenen vorgeworfen. Das kirchliche Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Quelle: ksta.de


Ein paar Zahlen zur Mailingliste Stand 31.12.2015
Ein paar Zahlen: Kontakte/Kontaktversuche mit beiden Großkirchen seit 2004 Stand 31.12.2015
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