Missbrauch und
                Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2017



8.5.2017 Im Provolo-Institut in Verona leben taubstumme Kinder. Sie werden u.a. von katholischen Priestern betreut. 2011 wurden mehrere Priester des Instituts wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Vier von ihnen wurden sanktioniert. Andere wurden in weitere Provolo-Institute nach Südamerika (Mendoza und La Plata) versetzt: Corradi, Ricardo Giménez, Jorge Luis Morello, Justo José Ilarraz, Luis Brizzio, Rubén Pardo, Osvaldo Ramírez, Félix Alejandro Martínez, Alejandro Squizziatto Raul del Castillo und José Rohr. Corradi tauchte 2014 in einem Provolo-Institut in Argentinien auf. Der Vatikan unternahm nichts. Ende 2016 wurden Corradi und ein weiterer Priester des Instituts wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs verhaftet. Mindestens 24 Kinder sagten gegen die Priester Corradi und Horavio Corbacho und drei weitere Männer aus. Zwei Nonnen sollen die Täter geschützt haben. Nun wurde eine der beiden Nonnen verhaftet. Inzwischen hat der Vatikan beteuert, er schütze die Kinder vor sexuellem Missbrauch und eine vatikan. Kommission geschickt, die den Fall untersucht.
Quelle: washingtonpost.com   stern.de   badische-zeitung.de

6.5.2017 Im Aloisiuskolleg in Bad Godesberg gibt es einen neuen Missbrauchsfall. Einem Lehrer wird Übergriffigkeit gegenüber einer Schülerin vorgeworfen. Er wurde bis zum Sommer beurlaubt und wird nicht an das Kolleg zurückkehren. Unbekannt ist, und ob ggf. wo er weiterarbeiten wird. Der Pressesprecher der Bezirksregierung sagte, das Kolleg habe die Schulaufsicht informiert. Nach Kenntnis der Bezirksregierung hat das Kolleg neben dienstrechtlichen Konsequenzen auch Strafanzeige gegen den Mitarbeiter erstattet. Der bisherige Direktor, Pater Siebner, ließ die Frage des Generalanzeigers offen, ob Strafanzeige erstattet worden sei und weshalb.
Quelle
: general-anzeiger-bonn.de

3.5.2017 Kardinal Marx sagte der Zeit, dass es für die Kirche und ihn selbst ein "schmerzhafter Lernprozess" gewesen sei, "vor allem und in allem von der Perspektive der Opfer her zu denken und zu handeln". "Für mich persönlich möchte ich ausdrücklich festhalten, dass ich heute und leider erst im Nachhinein erkenne, dass ich intensiver hätte nachfragen müssen", sagte er. Hintergrund seiner Äußerung ist der mehrfache Missbrauch eines heute 32-Jährigen, der im Bistum Trier von einem Priester mehrfach missbraucht wurde. Gegen denselben Priester lagen sieben weitere Anzeigen vor. Alle Verfahren wurden wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum nahm 2006 keinen Kontakt zum heute 32-jährigen Opfer auf.
Quelle: epochtimes.de
Kommentar: So viele Entschuldigungen - und keinerlei Konsequenzen! Und: Kennt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nicht seine Heilige Schrift, die eine Einübung in die Perspektive derer ist, die unter die Räuber gefallen sind?

2.5.2017 Der Aufklärungsbericht über Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen verzögert sich weiter. Der Grund liege darin, dass weitere Informationen eingingen.
Quelle: Domradio

1.5.2017 Bischof Robert Cunningham, Diözese von Syrakus, NY, glaubt, dass Jungen, die sexuell missbraucht werden, mit dem 7. Lebensjahr verantwortlich für ihr Handeln seien. Mit sieben Jahren beginnt in der katholischen Kirche das Alter, in dem Kinder Gut und Böse erkennen können.
Quelle: countercurrentnews.com

1.5.2017 Johannes-Wilhelm Rörig, Bundesbeauftragter für sexuellen Missbrauch, lobt die Präventionsarbeit der katholischen Kirche und kritisiert die Aufarbeitung: "Lange war offenbar der Institutionenschutz wichtiger als der Kinderschutz. Oft wurden die Taten Einzeltätern zugeschrieben, aber die strukturelle Komponente nicht gesehen. Heute investiert die katholische Kirche viel in Prävention, mit der Aufarbeitung tun sich viele kirchliche Einrichtungen aber noch schwer. Wir haben dies unter anderem bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals bei den Regensburger Domspatzen gesehen. Es war wohltuend, endlich zu erleben, wie nach bleiernen Jahren die neue Bistumsleitung Verantwortung übernommen hat. Das und der Umgang mit den Betroffenen auf Augenhöhe sind beispielgebend und zeigen, dass es für Aufarbeitung nie zu spät ist."
Quelle: Kirche und Leben

27.4.2017 Johannes Siebner, SJ, wurde zum Oberhaupt der deutschen Jesuiten gewählt. Er war bislang Rektor des Bonner Aloisius-Kollegs. Er forderte eine weitere Aufarbeitung der Missbrauchsfälle am Aloisius-Kolleg und nannte gründliche Aufarbeitung einen zentralen Aspekt guter Prävention.
Quelle: Domradio

26.4.2017 Interview über die neue katholische Einheitsübersetzung mit Dr. Katrin Brockmöller.
Quelle: katholisch.de

22.4.2017 Gegen einen Priester aus Lohne ist auch ein zweites Verfahren wegen des Besitzes von Kinderpornografie eingestellt worden. Ein erstes Verfahren war bereits zuvor eingestellt worden.
Quelle: nwzonline.de

20.4.2017 In Dublin hat der Staat den "Sisters of Charity" eine Lizenz für den Betrieb einer Geburtsklinik gegeben und staatliches Geld in Höhe von 300 Millionen Euro für den Bau, der in den Besitz des Ordens übergeht. Die Sisters of Charity gehören zu den Betreibern der ehemaligen Magdalenenheime, in denen Frauen misshandelt, missbraucht und ausgebeutet wurden. Bislang kam der Orden seinen Verpflichtungen zu Entschädigungszahlungen bei Missbrauchsfällen nur unvollständig nach. Statt der vor 15 Jahren verabredeten Entschädigungssumme von 5 Millionen Euro wurden bis jetzt nur 2 Millionen gezahlt. Opferverbände sind empört. Mehr als 50.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, um die Lizenz- und Geldvergabe zu verhindern.
Quelle: katholisch.de

18.4.2017 Magnus Striet stellt die richtigen Fragen und versucht redliche Antworten - mehr dazu in seinem Buch "Gottes Schweigen"
Quelle: Deutschlandfunk

Frohe Ostern allen, die hier vorbeischauen! Dass die Hoffnung auf Leben, Gerechtigkeit und Frieden neue Nahrung bekommt!

16.4.2017 Der in der Schweiz bekannte und anerkannte Reformpädagoge Jürg Jegge (73) wird in einem Buch von seinem Schüler Markus Zangger (59) des sexuellen und psychsischen Missbrauchs beschuldigt. Er hat den Missbrauch gestanden. Nun distanziert sich auch die von ihm gegründete Stiftung "Märtplatz" von ihm. Die sozialpädagogische Institution verhilft 18- bis 25-jährigen Menschen mit Startnachteilen zum Einstieg ins Berufsleben.
Quelle: blick.ch

16.4.2017 In einem Elite-Internat haben zwölf Lehrer zwischen 1963 bis 2010 Schüler und Schülerinnen sexuell missbraucht. Die Täter durften an der Schule bleiben oder wurden an andere Schulen versetzt oder kündigten. Kein einziger Fall wurde der Polizei gemeldet.
Quelle: tagesschau.de

14.4.2017 Ein Mann hatte Vorwürfe gewalttätiger und sexueller Übergriffe gegen zwei Patres in einem Salesianer-Internat in Österreich in den 1970er Jahren vorgebracht. Der eine mutmaßliche Täter ist tot, der zweite arbeitet in einer Ordensschule in Essen. Der Orden drohte dem mutmaßlichen Opfer mit einer Gegenklage. Nun hat sich ein zweiter Mann gemeldet, der von Misshandlungen in den 1980er Jahren berichtet.
Quelle:religion.orf.at

Gründonnerstag 2017: Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich gute Kartage und Frohe Ostern!

12.4.2017 In Spanien wurde nun der Priester Roman Martinez Velazquez vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte usrprünglich neun Jahre Haft gefordert. Nun zog sie die Klage gegen Martinez zurück, weil es fehlende Beweise und Widersprüche in den Aussagen des mutmaßlichen Opfers gab. Juan Pedro Oliver, Vorsitzender der spanischen Vereinigung für Kinderrechte (Prodeni), wies darauf hin, dass viele Missbrauchsopfer nun vor einer Anzeige zurückschrecken werden.
Quelle: domradio.de

12.4.2017 Ein viertes Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer M. wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch hat die Staatsanwaltschaft wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum Trier ermittelt jedoch in zwei Verdachtsfällen kirchenrechtlich. Der Beschuldigte, 63, hat seit einem Jahr Kontaktverbot mit Minderjährigen und darf keine Messe feiern. Der damalige Bischof von Trier, Reinhard Marx, wusste von den Missbrauchsvorwürfen.
Quelle: sr.de

7.4.2017 In Österreich sollen Personen, die in Heimen des Bundes, der Länder und der Kirche missbraucht und/oder misshandelt wurden, bei EIntritt ins Regelpensionsaltern bzw. ab Pensionsantritt eine monatliche Zahlung von 300 Euro erhalten. Ab Juli sollen die Auszahlungen beginnen.
Quelle: kathpress.at

7.4.2017 Der 57-jährige französische Bischof von Dax, Hervé Gaschinard, trat zurück wegen einer "unangemessenen Haltung" gegenüber Jugendlichen. Ein Bistumssprecher sagte, es handle sich in keinem Fall um sexuelle Akte oder Übergriffe.
Quelle: epochtimes

6.4.2017 Alfonso Miranda Guardiola, Generalsekretär der Mexikanischen Bischofskonferenz, hat erstmals öffentlich wiederholtes Fehlverhalten von Bischöfen im Umgang mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen durch Priester bekannt. Als Ursache benannte die Bischofskonferenz eine "klerikale Struktur von Machtmissbrauch". Die Kirche in Mexiko bitte um Vergebung für die Verbrechen, nehme die volle Verantwortung dafür auf sich und fordere eine Bestrafung der Täter. Vertreter von Opfern erwarten, dass den Worten auch Taten folgen. 
kath.net berichtet von Schätzungen, dass mindestens 1.000 Kinder in Mexiko von Priestern missbraucht wurden. Alleine zwischen 2006 und 2016 gab es SNAP zufolge 500 Anzeigen gegen Priester.

Quelle: Radio Vatikan

5.4.2017 Der Missbrauchstäter vom Canisius-Kolleg, der Jesuit Peter R., soll vor ein Kirchengericht kommen. Ihm wird der sexuelle Missbrauch von ca 100 Kindern und Jugendlichen vorgeworfen, 60 von ihnen haben sich seit 2010 gemeldet. Da es bislang keine zurechenbare Aussagen gibt, sucht das Berliner Kirchengericht Zeugen, die sich namentlich melden. - Bislang wurde gegen Peter R. wegen eines Falles ermittelt - er musste 4000 Euro Strafe zahlen - an die Kirche - und ihm wurde die Ausübung des Priesteramtes untersagt. Das von ihm missbrauchte Mädchen wurde weder gehört noch informiert.
Quelle: welt.de

5.4.2017 Auch Jean-Claude Périsset, früherer Nuntius u.a. in Deutschland, war als Offizial des Bistums mit dem "Fall Joël Allaz" befasst. Er versprach dem Opfer, dass Allaz versetzt und seiner pastoralen Aufgaben enthoben werde. Allaz wurde tatsächlich nach Grenoble versetzt, wo er allerdings weiterhin als Priester tätig war und weiterhin Kinder missbrauchte. Perisset erstattete keine Strafanzeige und leitete auch kein kanonisches Verfahren ein. Strafrechtlich ist die Begünstigung verjährt. Der heute zuständige Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Charles Morerod, meint, der Fall sei auch kirchenrechtlich verjährt. Nach Ansicht von Joseph M. Bonnemain, Offizial im Bistum Chur und Sekretär des Fachgremiums "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld" der Schweizer Bischofskonferenz hingegen könne man nicht von einer kirchenrechtlich verjährten Handlung sprechen. Begründung: Das Versäumnis von Perisset sei kirchenrechtlich nicht als Straftat einzustufen. Erst seit einem Jahr können Bischöfe, die eine Abklärung unterlassen, kirchenrechtlich belangt werden.
Quelle: kath.ch
5.4.2017 Der Papst hat den irischen Priester John Kennedy zum neuen Leiter der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation berufen. Er ist der Nachfolger des Mexikaners Pedro Miguel Funes Diaz. Die Disziplinarabteilung ist u.a. für kirchenrechtliche Prozesse gegen Missbrauchstäter zuständig.
Quelle: orf

27.3.2017 In israelischen ultraorthodoxen Gemeinden kam es zu sexuellem Missbrauch. 22 mutmaßliche Täter wurden verhaftet. Unter Aufsicht von Rabbinern seien die mutmaßlichen Sexualstraftaten von Gemeindemitgliedern untersucht worden. Die mutmaßlichen Täter wurden beraten, wie sie die Taten vor den Behörden geheimhalten. Ihnen wurde eine "Behandlung" auferlegt. Die dutzenden Opfer hätten keine Behandlung erhalten.
Quelle: religion.orf.at

27.3.2017 Das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) will im Auftrag des Bistums Hildesheim weitere Erkenntnisse über Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Bischof Janssen und den inzw. pensionierten Priester Peter R. suchen. Es hat einen Aufruf an mögliche Opfer sexueller Gewalt im Bistum Hildesheim gestartet. Peter R. war Haupttäter am Canisius-Kolleg und von 1982 bis 2003 in Göttingen, Hildesheim, Wolfsburg und Hannover-Mühlenberg eingesetzt.
Das IPP will auch den Umgang des Bistums mit Missbrauchsvorwürfen untersuchen. Betroffene können sich bis zum 13.4.2017
melden: aufruf@ipp-muenchen.de und telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr unter (0152) 34 70 68 30.
Quelle: ndr.de
Laut KNA leitet das Kirchengericht Berlin ein Verfahren gegen einen Ex-Jesuiten ein.

27.3.2017 Die päpstliche Kinderschutzkommission ist in Rom erstmals ohne Vertreter von Missbrauchsopfern zusammengetreten. Man werde neue Wege finden, um sicherzustellen, dass Betroffene auch künftig die Arbeit der Kommission prägen würden.
Quelle: Domradio  Radio Vatikan

27.3.2017 Pater Zollner, Päpstliche Kinderschutzkommission, berichtet in einem vierseitigen Interview, wie schwer es im Vatikan ist, zeitnah und persönlich Schreiben von Missbrauchsopfern zu beantworten.
Quelle: Radio Vatikan

26.3.2017 Ein Opfer von Pater Berthold spricht in der Sendung "Wenn der Priester übergriffig wird".
Quelle: srf.ch

26.3.2017 Peter Saunders, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, kritisiert den Papst, der Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben im Amt lässt bzw. neu ins Bischofsamt beruft (Barros, Chile). Saunders ist seit einem Jahr "beurlaubt" - an anderer Stelle heißt es suspendiert -, weil er sich nicht an die vereinbarte Verschwiegenheit gehalten habe. "Ich habe fast 40 Jahre geschwiegen - jetzt rede ich!" - das hat Saunders von Anfang an klar gemacht. Saunders hatte Medien von einem Priester erzählt, von dem er in der Kommission erfahren habe, dass er offenkundig ein Täter sei.
Quelle: br


23.3.2017 Der Abschlussbericht über sexuelle und sonstige Gewalt bei den Regensburger Domspatzen wird im Mai erwartet. Grund für die Verzögerung sind "zahlreiche ergänzende Informationen", die in den vergangenen Wochen und Monaten eingegangen seien, sowohl von bereits bekannten als auch neuen Opfern.
Quelle: domradio

23.3.2017 In der Gregoriana fand heute ein Kongress der Päpstlichen Kinderschutzkommission und des Kinderschutzzentrums der Gregoriana statt unter dem Titel "Safeguarding in Homes und Schools. Learning from exexpererience wordlwide". Kardinal O'Malley wies darauf hin, dass die Opfer und Überlebenden von sexuellem Missbrauch an die erste Stelle gehören. Er erkannte, dass die Bemühungen um Evangelisierung keine Wirkung haben, wenn das Vertrauen der Menschen verloren ist.
Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, nahm nicht an der Konferenz teil.
Quelle: lastampa.it  reuters.com  cruxnow.com


23.3.2017 In der französischen Dokumentation von "Cash Investigation" vom 21.3.2017 wird behauptet, die katholische Kirche schütze Missbrauchstäter durch ein System der Versetzungen. Als Beispiel wird der Priester Joannes Rivoire genannt, der in Frankreich unbehelligt lebe, obwohl seit 1998 in Kanada wegen sexuellen Missbrauchs nach ihm gefahndet wird. Der Vorwurf der Dokumentation richtet sich auch gegen engste Vertraute des Papstes, u.a. Kardinal Müller, und den Papst selbst (Storni, Grassi).
Experten sagen, viele der Fälle seien bekannt. Guillaume Goubert, La Croix, kritisiert, dass niemand untersucht habe, welche Fälle neu seien. Auch der Sprecher der Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas, bemängelte, dass keine neuen Fakten bekannt geworden seien. Allerdings scheint die Dokumentation Fälle zu zeigen, auf die die französische Justiz inzwischen reagiert hat, nachdem die Orden den Aufenthalt ihrer Mitglieder den Behörden meldeten. Der Sprecher der Bischofskonferenz betonte, dass - anders als die Aussagen in der Dokumentation - heute kein Bischof mehr im Amt sei, der Missbrauchsfälle vertuscht habe.

Quelle: katholisch.de   la-croix.com  domradio.de 22.3.2017

22.3.2017 Vom zynischen Umgang mit Missbrauchsopfern im Bistum von Kardinal Timothy Dolan. Opfer sollen per Vertragsunterschrift ihr künftiges absolutes Stillschweigen erklären und dürfen keine weiteren gerichtlichen Schritte gegen das Bistum unternehmen. Dem Kardinal liegt nach Aussage von Opferverbänden an einer schnellen Einigung mit Missbrauchsopfern, weil der "Child Victims Act" für New York bereits 2017 zur Abstimmung kommen kann, der mehr Rechte für Opfer vorsieht. "Geld und Ansehen der Kirche haben für Seine Eminenz absolute Priorität."
Quelle: imprimatur

22.3.2017 Geistliche Gemeinschaften und Säkularinstitute im Bistum Münster haben sich über Geistlichen Missbrauch informiert. Schwester Katharina Kluitmann, Franziskanerin und Psychologin, beschrieb Geistlichen Missbrauch als "Sammelbegriff für Formen emotionalen und/oder Machtmissbrauchs im Zusammenhang des geistlichen, religiösen Lebens, vor allem in Formen der Begleitung wie Beichte oder ,Seelenführung‘ sowie in Gemeinschaften und Gemeinden."
Quelle:
bistum-muenster.de

21.3.2017 Seit den 1960er Jahren sollen 25 französische Bischöfe, von denen fünf bis heute im Amt seien, 32 Priester, die Kinder/Jugendliche missbrauchten, geschützt haben. Dies berichtet eine Dokumentation von "Cash Investigation". Betroffen sind 339 mutmaßliche Opfer - die meisten von ihnen wurden nach dem Jahr 2000 missbraucht. (2001 wurde Bischof Pierre Pican von Bayeux zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er den Missbrauch eines Kindes durch einen Priester nicht angezeigt hatte. Damals sprachen die französischen Bischöfe davon, künftig alle Fälle der Staatsanwaltschaft zu melden.) 228 unter ihnen waren Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre. 28 der 32 Priester wurden lediglich versetzt und sind noch immer im Dienst. Unter den der Vertuschung verdächtigen Bischöfe sind Kardinal Barbarin, Lyon (er soll 5 mutmaßliche Priester-Täter geschützt haben, wurde von einem staatlichen Gericht freigesprochen); Erzbischof Jean-Luc-Bouilleret, Besancon; Bischof Marc Aillet, Bayonne; Bischof Yves Le Saux, Le Mans und Mgr. Bernard Fellay, Pius-Bruderschaft.
Zur Sprache kommt in der Dokumentation auch, dass Papst Franziskus als Erzbischof von Buenos Aires versucht habe, Pater Julio Cesar Grassi - Gründer der
„Happy Children’s Foundation“ - und Erzbischof Storni in Schutz zu nehmen. Beide sind inzw. wegen sexuellen Missbrauchs zu 15 bzw. 8 Jahren verurteilt worden.
Die Dokumentation konzentriert sich vor allem auf einen bislang unbekannten Fall in Lyon - dort soll "Vater Didier", in den 1990er Jahren verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs eines Dutzends Kinder, bis 2016 im Dienst gewesen sein.

Bislang scheinen weniger als 0,5% der französischen Priester des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt zu werden. In den USA geht man von 4 (und mehr) % aus, in Australien sind 7% der Priester Missbrauchstäter.
Die französische Bischofskonferenz sollte an einer Fernsehdebatte im Anschluss an die Dokumentation teilnehmen. Sie lehnte ab, weil die " Interviewmethoden ethische Standards nicht respektierten" (!) und die Sendung sich mehr mit Anschuldigungen als dem Willen zur Erklärung beschäftigte.
Quelle: katholisch.de  lemonde.fr   en.rfi.fr    france24.com  francesoir.fr  katholisch.de
vgl. die im Januar 2017 veröffentlichten Täterzahlen (222 Opfer; 4 % seit 2000) der Bischofskonferenz.

21.3.2017 In Irland untersucht eine Kommission mittlerweile 18 Mutter-Kind-Heime, die von katholischen Ordensschwestern geleitet wurden und in denen zwischen 1922 und 1998 Mütter und Kinder untergebracht wurden. Es scheint ein echtes Interesse an der Aufklärung der Geschichte der Mütter und ihrer Kinder in den Heimen zu geben. Zuletzt hatte ein Massengrab von 800 Kinderleichen in einer Sickergrube eines Mutter-Kind-Heimes die Republik erschüttert.
 Quelle: sueddeutsche.de

20.3.2017 Der sizilianische Priester Don Fortunato Di Noto, Organisation Meter, veröffentlicht jährlich einen Bericht über Kindesmissbrauch. In diesem Jahr weist er auf wächsende Pädopornografie im Internet hin. Insbesondere im Darknet sei eine erhöhte Aktivität festzustellen. Zudem habe der Missbrauch von Neugeborenen enorm zugenommen.
Quelle: de.radiovaticana.va   katholisch.de

18.3.2017 Bishof Lawrence Persico, Bistum Erie, veröffentlicht die Namen der Priester, die ihr Priesteramt wegen Verfehlungen nicht mehr ausüben dürfen. Die Art der Verfehlung wird nicht benannt. Persico meint, es sei das Recht der Gläubigen, Entlassungen zu erfahren.
Quelle: goerie.com

18.3.2017 Die Zahl der Opfer sexueller Gewalt ist zwischen 2011 und 2016 von 12,6 auf 13,9 % gestiegen. Bei den Frauen stieg die Zahl von 15,2 auf 18 %, bei Männern blieb sie mit ca 9,5 % etwa gleich. Einen signifikanten Anstieg von 4,6 % auf 6,5 % verzeichnete emotionale Misshandlung. Auch hier traf der Anstieg vor allem Frauen. 6 % der 2.500 Befragten zwischen 14 und 94 Jahren gaben körperliche Misshandlung an. Die Zahl von körperlicher Vernachlässigung ging von 28,8 % auf 22,5 % zurück. Die Studie wurde von dem Ulmer Mediziner Jörg Fegert durchgeführt.
Fegert bezeichnet die Spätfolgen von Missbrauch als dramatisch. Es gebe einen Zusammenhang zwischen der Schwere der erlebten Traumata und Suizidversuchen und selbstverletzendem Verhalten. Auch Schmerzen und körperliche Erkrankungen würden von den Betroffenen deutlich häufiger genannt.
Quellen: katholisch.de  Badische Zeitung
Kommentar: Christian Pfeiffer war noch 2014 davon ausgegangen, dass sexueller Missbrauch um etwa 2/3 zurückgegangen sei. Allerdings hatte er nur Menschen befragt, die 40 Jahre und jünger sind. Da sexueller Missbrauch aber oft erst in der Lebensmitte erinnert wird, dürfte diese Zahl wenig aussageräftig sein.

18.3.2017 Vor der königlichen australischen Untersuchungskommission klagten 1100 Menschen über sexuellen Missbrauch in der anglikanischen Kirche. [Ca 17% der Australier gehören der anglikanischen Kirche an, 25% der katholischen. 4444 Katholiken klagten über sexuellen Missbrauch durch Priester und kirchliche MitarbeiterInnen.]
Quelle: pressreader.com

17.3.2017 Weitere Opfer des Kapuziners Pater Joel gehen an die Öffentlichkeit, nachdem Daniel Pittet ein Buch über seinen Missbrauch durch Pater Joel veröffentlicht hat.
Quelle: blick.ch

17.3.2017 So gingen Staat und Kirche mit "unerwünschten" Kindern in Irland um.
Quelle: deutschlandfunk

14.3.2017 Auf einer Tagung diskutierten Theologen und Psychologen den Umgang der kath. Kirche mit sexuellem Missbrauch. Für Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, liegt einer der Gründe, warum das Thema in der katholischen Kirche verdrängt wird, darin, dass viele selbst sexuellen Missbrauch erlebt haben und daher dem Problem ausweichen. Das sei ein umfassendes Kirchen-Phänomen: Die meisten der jungen Frauen, die derzeit in lateinamerikanische Orden eintreten, seien vor ihrer Entscheidung ebenfalls Opfer von Missbrauch geworden. Magnus Striet wies auf die lange vertretene "perverse Logik" hin, dass alle Menschen von Geburt an sündhaft seien (Erbsündenlehre des Augustinus). Diese Sicht habe eingeschlossen, dass auch Missbrauchsopfer Sünder seien. Erst nach Auschwitz habe ein Umdenken eingesetzt hin zur Anerkennung von schuldlosem Leid und schuldlosen Opfern.
Quelle: badische zeitung


14.3.2017 Interview mit Prof. Jörg Fegert, Ulm, über die neue Studie zu sexuellem Missbrauch, die davon ausgeht, dass jede/r Siebte betroffen ist. Untersucht wurden auch die körperlichen Langzeitschäden.
Quelle: swr.de


14.3.2017 Marie Collins antwortet auf das Interview von Kardinal Müller.
1. Die Glaubenskongregation lehnte es ab, an Treffen der Arbeitsgruppoen der Päpstlichen Kinderschutzkommission teilzunehmen - man könne nur schriftlich verkehren, ließ sie die Kinderschutzkommission wissen. Erst nach einem Jahr änderte sich das.
2. Kardinal Müller spricht von "permanentem Kontakt" zwischen Kinderschutzkommission und Glaubenskongregation. Dieser Kontakt und ggf. seine Ergebnisse sind Frau Collins unbekannt.

3. Kardinal Müller sagt, ein  Mitglied der Glaubenskongregation sei Mitglied auch der Kinderschutzkommission. Gemeint ist Claudio Papale, der 2015 seine Arbeit in der Kinderschutzkommission einstellte, was die Kommission erst im Mai 2016 erfuhr.

4. Zur Einrichtung des Tribunals gegen Bischöfe, die Täter schützen, schreibt Kardinal Müller, das Tribunal sei nur ein "Projekt" gewesen, das nach Dialog zwischen verschiedenen Dikasterien von der Glaubenskongregation als nicht notwendig eingestuft wurde, da es längst Kompetenzen, Werkzeuge und Rechtsmittel in der Bischofskongregation für solche Fälle gebe (so auch Pater Zollner). An dieser Diskussion wurde die Kinderschutzkommission nicht beteiligt. Collins stellt fest, dass bislang kein Bischof offiziell und transparent sanktioniert worden sei. Sie fragt, ob es Mangel an Willen sei, wenn es nicht der Mangel an Gesetzen ist. (Zu fragen ist, warum niemand im Vatikan die öffentliche Ankündigung des Tribunals korrigierte und bereits 2015 darauf hinwies, dass gar kein Tribunal geplant war. Zu fragen ist auch, warum die Päpstliche Kinderschutzkommission überhaupt ein "Tribunal" vorgeschlagen hat, wenn doch nach Aussage von Pater Zollner bekannt war, dass es längst eine Möglichkeit gab, vertuschende Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Marie Collins wies am 9.7.2016 darauf hin, dass es auf die Umsetzung ankomme, nicht auf die Ankündigung. Catholic news berichtet am 15.3.2017: "Collins told CNS that she and other commission members were told a month or two after the Vatican announcement that the tribunal proposal "was not happening. There was absolutely no explanation" other than that the doctrinal congregation was not going to implement it.")
5. Frau Collins erinnert Kardinal Müller daran, dass die Glaubenskongregation es trotz des Wunsches des Papstes vom 28.2.2016 ablehnte, Missbrauchsopfer-Briefe zu beantworten (Schreiben der Glaubenskongregation vom 15.12.2016, entgegen einer mündlichen Zusage vom September 2016). Der Hinweis des Kardinals auf die einzuhaltende Hierarchie zeige, dass  "anachronistische, bürokratische, interne hierarchische Überlegungen"  wichtiger als die Betroffenen seien. - Die von der Kinderschutzkommission vorgeschlagenen Leitlinien zum Umgang mit kirchl. Missbrauchsfällen wurde von der Glaubenskongregation mit der Ablehnung einer Zusammenarbeit beantwortet. Da gibt es nach Ansicht von Marie Collins wohl ein besonderes Zögern der Glaubenskongregation.
6. Kardinal Müller hatte Marie Collins vorgeworfen, sie kenne die Aufgabe der Glaubenskongregation nicht und ihre Beschwerden basierten auf Missverständnissen. Collins sagt, sie habe die Zuständigkeiten der Glaubenskongregation nicht missverstanden.
7. Die Aussage von Kardinal Müller, er habe nie die Chance gehabt, sie zu treffen, widerlegt Frau Collins mit dem Hinweis auf ein gemeinsames Essen in Dublin nach ihrer Ernennung. Collins am Ende ihres Offenen Briefes: "
I would ask that instead of falling back into the Church's default position of denial and obfuscation, when a criticism like mine is raised the people of the church deserve to be given a proper explanation. We are entitled to transparency, honesty and clarity. No longer can dysfunction be kept hidden behind institutional closed doors. This only succeeds as long as those who know the truth are willing to remain silent."
Quellen: ncronline.org   katholisch.de 
religion.orf.at  Radio Vatikan
14.3.2017 Klaus Mertes, SJ, warnt die katholische Kirche vor geistlichem Missbrauch.
Quelle: kathpress.at

14.3.2017 Die päpstliche Kinderschutzkommission veranstaltet an der Universität Gregoriana ein Seminar zu Schutzmaßnahmen für Kinder. Die Veranstaltung findet am 23. März unter dem Titel „Schutzmaßnahmen zuhause und in der Schule: Lernen aus Erfahrungen weltweit“ statt und ist in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinderschutz an der Päpstlichen Gregoriana-Universität organisiert. Ein besonderer Fokus wird bei der Veranstaltung auf Lateinamerika gelegt.
Quelle: Radio Vatikan


12.3.2017  In Oaxaca, Mexiko wurde ein Geistlicher wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in indigenen Gemeinden Südmexikos zu 16 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Kinderschutzvereinigung Foni (Foro Oaxacquen0 de la Ninez) geht von bis zu 100 Opfern aus. Der zuständige Erzbischof Chavez Botello verschleierte die Taten, schützte den Täter und suspendierte Geistliche vom Dienst, die ihren Kollegen wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hatten.
Quelle: amerika21.de   Dokumentarfilm
12.3.2017 Bislang war die Rede davon, dass jeder Achte in Deutschland in Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlitten hat. Eine repräsentative Umfrage unter Einwohnern ab 14 Jahren ergab, dass 13,9%, also jeder Siebte, als Minderjähriger missbraucht wurde.
Quelle: Radio Vatikan


11.3.2017 Rob Walsh, eines der vielen Opfer von Ballarat, thematisiert ein meist unsichtbares Thema: Die vielen Selbstmorde von Menschen, die in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt haben und die Folgen nicht mehr tragen konnten.
Quelle: thecourier.com.au

9.3.2017 Freiburger Religionsgespräch: Unheilige Theologie. Anfragen angesichts sexueller Gewalt gegen Minderjährige in der Katholischen Kirche. Gespräch mit Pater Zollner, Harald Dreßing, Hubertus Lutterbach und Magnus Striet.
Quelle: freiburger-religionsgespraeche.uni-freiburg.de

9.3.2017 Der Freiburger Theologe Magnus Striet weist darauf hin, dass ein sakralisiertes Amtsverständnis eine "Verschwiegenheit im System" der Kirche verursacht hat, das sexuellen Kindesmissbruch begünstigt. Die Tabuisierung des Themas Sexualität im Bereich der Kirche sei noch lange nicht beendet, "jedenfalls auf der Ebene ihrer Leitung", kritisierte Striet weiter: "Und man scheint auch nicht bereit zu sein, unter dem Vorzeichen des Missbrauchsskandals über das Amts- und Kirchenverständnis auch nur nachzudenken."
Quelle: domradio.de

8.3.2017 Hans Zollner beleuchtet in "Kinderschutz in der katholischen Kirche. Reflexionen aus Theorie und weltweiter Praxis" die Situation der kirchlichen Präventionsmaßnahmen. Es geht um das Verhindern von Missbrauch. Wie mit den Opfern umgegangen wird, ist nicht im Blick.
Quelle: forum-weltkirche.de

8.3.2017 Zum alljährlichen Frauentag die alljährliche Feststellung: Es geschieht zu wenig. Frauenrechte sind nicht ohne Kämpfe durchsetzbar. 100 000 Fälle häuslicher Gewalt pro Jahr werden gemeldet. Frauenhäuser gibt es zu wenig und die vorhandenen sind oft überfüllt und müssen Schutz suchende Frauen abweisen. Bereits 2011 wurde die Istanbul-Konvention - ein völkerrechtliches Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen - unterzeichnet. Handlungsbedarf sah die Bundesregierung jedoch nicht.
Quelle: tagesschau

8.3.2017 Die US-Diözese New Ulm, Minnesota, hat wegen insgesamt 101 Missbrauchsklagen und daraus entstehenden Entschädigungsansprüchen Insolvenz angemeldet. Insgesamt 14 Bistümer in den USA sind wegen Enschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer insolvent.
Quelle: Radio Vatikan

8.3.2017 Pater Zollner benennt im Interview die Erfolge der Päpstlichen Kinderschutzkommission: Schulung von neuen Bischöfen und Vatikanpersonal, Gebetstage für Missbrauchsopfer in Australien, Südafrika, Irland und Polen und Ideen zum Apostolischen Schreiben "Wie eine liebende Mutter". Pater Zollner spricht auch von Widerstand gegen das Thema Missbrauch, bei Klerikern, aber auch Nicht-Klerikern. Manche Bischofskonferenzen haben bis heute die Anweisungen der Glaubenskongregation nicht umgesetzt. Mechanismen, die Bischofskonferenzen sanktionieren könnten, gibt es nicht. Die Frage sei, ob sich Verantwortliche der Kirche dem Thema "aktiv und aus eigener Motivation stellen oder erst dann, wenn Skandale öffentlich werden". Pater Zollner bekräftigt, dass die Stimmen der Opfer auch ohne Marie Collins repräsentiert seien.
Quelle: katholisch.de

7.3.2017 Andrea Tornielli, Vatikan-Kenner, formuliert: "Moreover, it should not be forgotten the last two Popes’ personal testimony, who repeatedly and courageously - even at the cost of creating discontent among the curia and the clergy - have met victims.
Quelle: lastampa.it
Kommentar: erübrigt sich. Die Aussage zeigt, wer in der Kirche welchen Stellenwert hat.

7.3.2017 Bislang gibt es keinen Hinweis auf mögliche Missbrauchsopfer durch einen Mitarbeiter des Bistums Limburg, gegen den wegen Konsum von Kinderpornografie ermittelt wird. Das sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Nun, mindestens die Kinder, deren Missbrauch sich der Bistumsmitarbeiter angeschaut hat, wurden missbraucht - und da die Filme weiterhin im Internet angeboten werden und beliebig kopiert werden können, setzt sich der Missbrauch dieser Kinder fort.

6.3.2017 "We are Church" verlangt den Rücktritt des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, nachdem die Glaubenskongregation sich weigerte, alle Briefe von Überlebenden sexuellen Missbrauchs durch Priester zu beantworten und ein Tribunal einzurichten, das Vertuschung von Bischöfen sanktioniert. Kardinal Müller solle durch jemanden ersetzt werden, der Transparenz, Gerechtigkeit und Mitgefühl einführt.
Quelle: wir sind kirche

6.3.2017 Nachdem in einer Sickergrube eines von kath. Bon-Secours-Schwestern zwischen 1925 und 1961 betriebenen Mutter-Kind-Hauses in Tuam/Irland 796 Leichen von Föten und Kindern zwischen 0 und 3 Jahren gefunden wurden, formulieren Staat und kath. Kirche ihr Entsetzen. Der Erzbischof von Tuam, Michael Neary, zeigte sich am Sonntag schockiert von der Größenordnung des Funds. Die Vereinigung katholischer Priester Irlands (ACP) sprach von „Traurigkeit und Scham“. Als Priester seien sie Teil einer Institution, die in dieser traurigen Angelegenheit eine zentrale Rolle gespielt habe.
Der Frauenorden der Bon-Secours-Schwestern, der das Heim betrieben hatte, teilte mit, man arbeite vollumfänglich mit der Untersuchungskommission zusammen. Den Fund an sich kommentierte der Orden nicht.
Quelle: orf
Kommentar: Vermutlich gab es viele solcher Mutter-Kind-Heime, die untersucht werden sollten.

5.3.2017 Sexueller Missbrauch bei den Zeugen Jehovas wird verschwiegen. Das berichtet die Fachstelle Infosekta in Zürich. Die meisten Fälle werden nicht publik. Gründe sind das abgeschottete System und die "Zwei-Zeugen-Regel", die besagt, dass ein Opfer eine zweite Person haben muss, die die Tat mitbekommen hat. Auch die interne Gerichtsbarkeit schrecke Opfer ab.
Quelle: NZZ

5.3.2017 Kardinal Müller weist die Vorwürfe von Marie Collins an die Glaubenskongregation zurück. Es sei nicht Aufgabe der Glaubenskongregation, Briefe einzelner Opfer zu beantworten. Das sei Aufgabe der Ortsbischöfe und Generaloberen der Orden, die den Opfern näher stünden. Keine Stellung nimmt er zum Vorwurf von Frau Collins, dass die Glaubenskongregation eine Leitlinienvorlage der Kinderschutzkommission nicht an die Bischofskonferenzen weltweit versandt habe.
Quelle: katholisch.de

5.3.2017 Über den "Fall Mercedes Don Inzoli" in Italien.
Quelle: domradio

4.3.2017 Irische katholische Schwestern betrieben zwischen 1925 und 1961 in Tuam/Irland ein Heim für ledige Mütter und ihre Kinder. Nun hat die Lokalhistorikerin Catherine Corless festgestellt, dass in den 36 Jahren insgesamt 796 Begräbnisse unehelicher Kinder stattfanden - in einer Sickergrube. Eines der überlebenden Kinder, der 1951
geborene P.J.Haverty, war über sechs Jahre im Heim. Seine Mutter musste das Heim nach einem Jahr verlassen. Die Schwestern wünschten keine emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.
Quelle: Deutschlandfunk
mehr unter
thedailybeast.com

3.3.2017 "Bischöfe seien im Grunde doch 'naive Menschen', die 'an das Gute glauben' und keine Erfahrung auf dem Gebiet der Kriminalistik hätten. Da sei es nicht leicht, sich mit solch unfassbaren Taten [Missbrauch durch kath. Priester] auseinander zu setzen." Das sagte Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation. Er wies den Vorwurf, die Kirche ginge lax mit Missbrauchsfällen um, zurück. Er betonte auch, dass die Päpstliche Kinderschutzkommission nicht die Aufgabe habe, die Glaubenskongregation unterstützen. Diese habe ihre eigene Gerichtsbarkeit weltweit und beschäftige zehn (bislang: 8) Fachleute.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Wenn Bischöfe naive Menschen sind, erübrigt sich die Frage, ob solche Menschen die Kirche leiten können.

3.3.2017 Die Diözese Melbourne weigert sich, den Empfehlungen der königlichen australischen Missbrauchskommission zu entsprechen. Empfohlen wurde, die Entschädigungen auf die Familien von Opfern und Betreuer auszudehnen. Im kirchlichen "Melbourne Response" - eingerichtet von Kardinal Pell, dem Vertuschung vorgeworfen wird, mussten Opfer, die Entschädigungen erhalten haben, bestätigen, keine weiteren Ansprüche zu stellen. Der Bericht des Richtes Donnel Ryan empfahl 2015, diese Klausel zurückzunehmen. Die Erzdiözese hielt den Bericht ein Jahr lang zurück und lehnte die Rücknahme der Klausel ab, dass nach einer Entschädigungszahlung keine weiteren Ansprüche gestellt werden dürfen. Der Ryan-Bericht empfahl der Kirche Entschädigungszahlungen von mindestens $ 150.000. In 90 Fällen hat die Kirche ihre Entschädigungen von 75.000 $ erhöht.
Quellen : abcnet.au  news.com.au

2.3.2017 Jane Fonda berichtet mit 79 Jahren berichtet: "Ich wurde vergewaltigt, als Kind sexuell missbraucht, gefeuert, weil ich nicht mit meinem Chef schlafen wollte."
Quelle: spiegel.de


2.3.2017 Thomas Jansen stellt im Blick auf die Päpstliche Kinderschutzkommission fest: "Unabhängig vom Rücktritt Collins’ gilt die Kinderschutzkommission in ihrer heutigen Form in Rom als Auslaufmodell – ihre Erprobungszeit endet im Dezember 2017. Man brauche eine andere Konstruktion, die eine effektivere Arbeit ermögliche, heisst es. Die Kommission hat keinen eigenen Mitarbeiterapparat und bezieht ihre Informationen über Missbrauchsfälle im Wesentlichen aus den Medien. Der Posten von Collins’ wird deshalb voraussichtlich nicht nachbesetzt."
kath.ch

2.3.2017 Der Catholic Herald kommentiert den Ausstieg von Marie Collins aus der Päpstlichen Kinderschutzkommission: "Now, Collins’ departure from the Commission represents a crumbling of the façade, laying bare a disappointing truth: under Pope Francis’ watch, the global crisis caused by child abuse and its cover-up is not being confronted with the vigour that it needs. As a result, working in the Catholic Church becomes harder for all its members at all levels."
Quelle: catholicherald.co.uk

2.3.2017 Die Päpstliche Kinderschutzkommission arbeitet weiter, obwohl Marie Collins zurückgetreten ist. Das geht aus einem Interview mit Pater Zollner hervor. Pater Zollner nennt als Ursache des Rücktritts von Frau Collins, es sei "einfach zu viel geworden für sie" und die Frustrationen hätten sich über die Jahre angehäuft. Es sei ihr nicht schnell genug gegangen. Sie erwarte auch weltweit keine konsistente Antwort einiger vatikanischer Behörden.
Pater Zollner sagt, alle Kommissionsmitglieder seien
„sehr oft bzw. ständig mit Opfern von Missbrauch in Kontakt“ und mit Peter Saunders sei nach wie vor ein Missbrauchsopfer in der Kommission. [Die Mitgliedschaft von Peter Saunders ruht, seit er Kardinal Pell öffentlich kritisierte.] Pater Zollner vermutet, dass Frau Collins mit ihrer Kritik nicht die Glaubenskongregation gemeint habe, sondern "Personen oder Untersektionen von Kongregationen" [s. jedoch ein Interview mit Marie Collins, in dem sie 2/2016 "this top level" des Vatikans benennt; oder ihre Kritik am Papst, als er den chilenischen Bischof Juan Barros installierte, obwohl diesem vorgeworfen wurde, Missbrauchsverbrechen des chilenischen Priesters Fernando Karadima vertuscht zu haben.]
Marie Collins habe bemängelt, dass die Glaubenskongregation das von der Kinderschutzkommission vorgeschlagene Tribunal gegen vertuschende Bischöfe nicht eingerichtet habe. Pater Zollner widerspricht: Es habe bereits vorher ein entsprechendes Tribunal bei der Glaubenskongregation gegeben und man habe gar kein neues Gericht schaffen müsssen. Allerdings sei dieses Gericht "nicht so häufig in Anspruch genommen" worden. Inzwischen hätten sich aber einige Bischöfe selbst entlassen, weil sie wussten, dass ein Prozess auf sie zukomme.

[Da bleibt zu fragen, warum die Kinderschutzkommission dem Papst ein Tribunal/Gericht vorschlägt, das es doch längst gibt. Im Juni 2016 sagte Marie Collins, dass es auf die Umsetzung von ankomme.]
Quelle: Radio Vatikan

2.3.2017 Der Bischof von Würzburg hat nach Abschluss eines staatlichen Verfahrens, das wegen Verjährung eingestellt wurde, und eines kirchlichen Verfahrens ein erneutes Gutachten über eine Frau, die einen Priester des Bistums des sexuellen Missbrauchs beschuldigte, erstellen lassen. Die Betroffene wurde vor Erstellung des zweiten Gutachtens weder gefragt noch angehört. Klaus Laubenthal, Jurist und Missbrauchsbeauftragter des Bistums, sagt, nach staatlichem Recht könne ein neues Gutachten nur im Rahmen eines neuen Ermittlungsverfahrens erstellt werden. Der Missbrauchsbeauftragte wundert sich, dass es überhaupt möglich ist, ein Gutachten nach Aktenlage zu erstellen. Der Rechtsanwalt des Bistums in diesem Fall wurde vom Bischof beauftragt, Presseauskünfte zu geben. Er sagt, der Bischof habe sich durch das zweite Gutachten der Beschuldigerin vergewissern wollen, dass der Beschuldigte weiterhin seine priesterlichen Funktionen uneingeschränkt wahrnehmen könne.
Quelle: Mainpost
Kommentar: Warum zwei Gutachten über die Frau, die den Priester des Missbrauchs beschuldigte, erstellt wurden, um die Eignung des Priesters für seinen Dienst zu klären, jedoch kein Gutachten über den Beschuldigten, ist unerfindlich.


1.3.2017 Ein Lied zum Aschermittwoch

1.3.2017 Marie Collins hat die Päpstliche Kinderschutzkommission verlassen. Sie nennt Gründe für ihre Entscheidung:
  • Sie spricht vom Mangel an Kooperation, vor allem durch die Behörde, die am engsten mit Missbrauchsfällen zu tun hat (gemeint ist vermutlich die Glaubenskongregation). Collins nennt das Verhalten dieser Behörde "schändlich". Zuletzt gab es eine Empfehlung für eine Änderung zugunsten von Opfern, die der Papst genehmigte, die zuständige Behörde jedoch ablehnte.
  • Gegenüber NCR begründet Collins ihren Schritt mit dem Mangel an Ressourcen, den unzureichenden Strukturen rund um das Unterstützungspersonal, die Langsamkeit des Vorgehens und den kulturellen Widerstand.
  • Sie weist darauf hin, dass das Bischofstribunal, vom Papst genehmigt, von der Glaubenskongregation verhindert wurde. - Am 5.9.2016 sollte eine weitere Initiative, die religiöse Führer (Orden) zur Rechenschaft ziehen sollte, installiert werden. Ob diese Arbeit tatsächlich angefangen hat, sei unbekannt.
  • Die Kommission hat eine Leitlinienvorlage für alle Bischofskonferenzen entwickelt - das für die Überprüfung und Versendung verantwortliche Dikasterium verweigert der Päpstlichen Kinderschutzkommission die Zusammenarbeit.
  • 2016 habe der Papst alle Abteilungen des Vatikans angewiesen, alle Korrespondenz von Opfern/Überlebenden zu beantworten. Im Januar 2017 musste Collins erfahren, dass "dieses besondere Dikasterium" (die Glaubenskongregation?) sich weigert, Opfern zu antworten. Collins nennt es "unmöglich", öffentlich von der "tiefen Besorgnis der Kirche" zu hören, und zugleich Briefe nicht zu beantworten. Dieses Verhalten sei ein Spiegelbild für den Umgang der Kirche mit der Missbrauchskrise: Mit guten Worten in der Öffentlichkeit und gegensätzlichen Handlungen hinter verschlossenen Türen.
Collins sagt, es sei verheerend, dass Männern im Vatikan andere Dinge wichtiger seien als die Sicherheit von Kindern und anfälligen Erwachsenen. Sie erinnert an die Anfänge: "When I accepted my appointment to the Commission in 2014, I said publicly that if I found what was happening behind closed doors was in conflict with what was being said to the public I would not remain. This point has come. I feel I have no choice but to resign if I am to retain my integrity."
Quelle: mariecollins.net
Kommentar: Die Mitgliedschaft von Peter Saunders ruht, Marie Collins ist gegangen - in der päpstlichen Kinderschutzkommission ist nunmehr kein einziger Vertreter/keine einzige Vertreterin, der/die die Opfer vertritt. Marie Collins gibt die Hoffnung auf, den Widerstand vatikanischer Gremien gegen Opferbelange zu verändern. Die Päpstliche Kinderschutzkommission hat mit dem Ausscheiden von Marie Collins - bei denen, die noch auf eine Umkehr der Kirchenverantwortlichen zu den Opfern hofften - jegliche Glaubwürdigkeit verloren.  

1.3.2017 "Über katholische Geistliche, die sich sexuell an Kindern vergehen, wurde in Deutschland 2010 ausführlich berichtet. In Italien ist das Thema tabu. Der bekannte Investigativ-Journalist Emiliano Fittipaldi hat nun recherchiert, wie hochrangige Kleriker Täter schützten und danach Karriere machten. Der Vatikan schweigt zu dem Buch - und auch viele Medien halten sich zurück." So urteilt Thomas Migge im DLF und zitiert Fittipaldi: "Man muss doch nur mal checken, wer in der letzten Zeit einen Karrieresprung machen konnte, um auf diese Weise aus der Schusslinie der Vorwürfe zu kommen. Allein drei der Kardinäle, die im vom Papst geschaffenen Kardinalsgremium zur Reform der Kirchenverwaltung sitzen, sind nachweislich Vertuscher pädophilen Missbrauchs. Eine ganze Menge von Mitarbeitern Bergoglios sind solche Vertuscher."
Quelle: deutschlandfunk.de

28.2.2017 Der französische Priester und Psychoanalytiker Monsignore Tony Anatrella ist Berater in den Päpstlichen Räten für Familie und Gesundheit. Noch 2016 hat er die Neu-Bischöfe über den Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche instruiert und gesagt, die Bischöfe müssten keine Anzeige beim Staat erheben. Französische Bischöfe schickten Priester und Seminaristen, die homosexuell oder pädophil waren, zu Anatrella in Behandlung. 2006 tauchten die ersten Anschuldigungen von Klienten in den Therapien des Herrn Anatrella auf, er habe sie sexuell missbraucht. Inzwischen - fast 10 Jahre später - ist ein kirchenrechtliches Verfahren gegen ihn eröffnet worden.
Quelle:
lemonde.fr

26.2.2017 Kardinal Müller ist der Ansicht, dass die katholische Kirche Kindesmissbrauch durch Priester nicht systematisch vertuscht habe. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, würdigt die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen und spricht davon, dass "nach den bleiernen Jahren der Abwehr und Verschleppung" jetzt endlich umfassend aufgearbeitet werde.
Quellen: religion orf  domradio.de

25.2.2017 Papst Franziskus hat die Sanktionen gegen eine Handvoll pädophiler Priester reduziert. Damit überging er die Glaubenskongregation. Marie Collins weist darauf hin, dass Papst Franziskus den Begriff "Krankheit" für Kindesmissbraucher verwendet. Von Verteidigern priesterlicher Missbrauchstäter, die mit "Barmherzigkeit" argumentieren, wird der medizinische Begriff benutzt, um in kanonischen Verfahren mildernde Faktoren einzuführen. Collins sagt - zu Recht -, dass jeder Missbraucher weiß, was er tut.
Quelle: beaumontenterprise.com
Kommentar: Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist nicht möglich. Das Signal an kirchliche Missbrauchsopfer ist eindeutig - und verheerend. Bonhoeffer würde Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit "billige Gnade" nennen (Nachfolge, Kap. 1).
"Billige Gnade ist die Gnade, die wir mit uns selbst haben."

25.2.2017 Vor der australischen Missbrauchskommission sagte Erzbischof Wilson zur Frage, wie Missbrauch in so großem Ausmaß geschehen konnte, ohne dass die Menschen etwas bemerkten: “Part of the difficulty that we’ve had in responding to this crisis about sexual abuse was simply based on the fact that people just didn’t know and understand what they were dealing with. I don’t think they really understood the nature of sexual abuse of children and the effect that it had on the children.” Erzbischof Fisher meinte: “I think there were people that were just like rabbits in the headlights. They just had no idea what to do, and their performance was appalling.”
Quelle: stgertrude.org


25.2.2017 Opfer sexueller Gewalt in der Laienorganisation "Sodalitium Christianae Vitae" hatten bereits 2011 im Bistum Lima, Peru, die Verbrechen und Übergriffe gemeldet. Die Ordenskongregation des Vatikans brauchte 6 Jahre, um den Anschuldigungen nachzugehen.
Quelle: wral.com

24.2.2017 Bischöfe in Australien haben vor der könglichen Missbrauchskommission gesagt, sie wollten mit gezielten Schritten künftig Missbrauch verhindern. In Australien waren 7% der kath. Priester Missbrauchstäter, also jeder 14. Priester.
Opfervertreter sind skeptisch, ob sich die "Kultur", die sich bisher durch Verschweigen und Vertuschen auszeichnete, tatsächlich geändert wird. Steven Spaner, SNAP, sagt, bislang habe man "noch keine Taten gesehen, die die Kirche und die australischen Bischöfe tatsächlich zu einer Änderung der Kultur zwingen. Barbara Dorris, SNAP, sagt: "
Kein Bischof wurde bisher dafür bestraft, dass er Täter beschützt hat. Erst wenn Kirchenoffizielle von zivilen und kirchlichen Gerichten zur Verantwortung gezogen werden und die Konsequenzen für ihre Taten tragen müssen, werden sich die Dinge ändern."
Quelle: katholisch.de

24.2.2017 Der Erzbischof von Bogotá hat sich für Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch Priester entschuldigt. Er versprach Null-Toleranz.
Quelle: latina-press

24.2.2017 Gegen den früheren Bischof von Bruegge, Vangheluwe, erhebt ein weiterer Mann den Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Er sei Anfang der 70er Jahre als Messdiener missbraucht worden. Der Mann beschuldigt einen weiteren Priester, an Vergewaltigungen im flandrischen Haelbeke beteiligt gewesen zu sein. Der Anwalt des ehemaligen Bischofs teilt mit, sein Mandant weise die Behauptungen zurück. Er werde Beschwerde wegen Verleumdung einlegen. Vangheluwe trat 2010 vom Amt zurück, weil er einen Neffen über Jahre sexuell missbraucht hat.
Quelle: kath.ch

24.2.2017 In Polen wird am ersten Freitag der Fastenzeit für die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester gebetet. Zugleich versteht die katholische Kirche das Gebet als Botschaft für Null-Toleranz gegenüber Pädophilen.
Quelle:
katholisch.de

24.2.2017 In einem Gespräch der königlichen australischen Missbrauchskommission sagte der Commissioner A. Murray: "We have been told in private sessions that at the moments of abuse, that the child at the time — because of what they had been taught — thought they were being abused by the representative of God, so it has immense and immediate meaning with respect to child sex abuse." Erzbischof Wilson reagierte: "That's about the most horrible thing I could ever hear. It's just awful that people could behave like that." Murray erwiderte: "We've heard that many times." -
Erzbischof Hart sagte ebenso wie seine vier Kollegen, dass der Zölibat ein Faktor bei sexuellem Missbrauch durch Priester sei. Dass der Zölibat eine Ursache sei, wollten sie nicht sagen. Einig waren sich die fünf Erzbischöfe, dass die Kirche verurteilte Täter nicht vollständig überwachen könnten.
Quelle: abc.net.au
Kommentar: Dass Erzbischof Wilson - selbst angeklagt wegen Vertuschung - noch nie gehört hat, dass kindliche und jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester denken, dass sie von einem Stellvertreter Gottes missbraucht werden, bedeutet, dass dieser Bischof weder über das Amtsverständnis kath. Priester (und seine Folgen) noch über sexuellen Missbrauch von Kindern/Jugendlichen auch nur ansatzweise nachgedacht hat.

23.2.2017 Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg teilte dem Bischof mit, dass er das Verfahren gegen einen Priester des Bistums eingestellt habe. Ein erster Vorwurf von 2014/2015 hatte mit der Einstellung des Verfahrens geendet. Der Bischof hatte im April 2016 Unterlagen an den Missbrauchsbeauftragten gegeben, in denen ein weiterer Vorwurf erhoben wurde. Dieser Vorwurf konnte auch nach Aktenüberprüfung und nach Gesprächen mit Menschen, die als Zeugen Kenntnis über den Vorwurf hatten, aufrechterhalten werden. Der Priester ist in seinen Tätigkeiten nicht eingeschränkt.
Quelle: bistum würzburg

23.2.2017 Fünf Erzbischöfe Australiens - Sydney, Melbourne, Perth, Adelaide und Brisban - räumen "katastrophales Versagen" der Kirche im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Selbst der wegen Vertuschung angeklagte Erzbischof Philip Wilson, Adelaide, stimmte zu, als Gail Furness, Anwältin der königlichen australischen Kommission, sagte: "Das war ein Verbrechen, Herr Erzbischof!"
Quelle: katholisch.de


23.2.2017  Kathleen McCormack, australisches Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte bei einer Anhörung vor der australischen königlichen Kinderschutzkommission, dass die finanzielle Ausstattung der weltweit arbeitenden päpstlichen Kinderschutzkommission nicht ausreichend sei: "Our budget would be what you would do in a diocese but we're dealing with the whole world." Der Neuseeländer Bill Kilgallon, Nationaldirektor für professionelle Standards in der Kirche und Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission meinte: "The way the commission has been structured in terms of the support staff is inadequate."
Quelle: theage.com.au

22.2.2017 Der australische katholische Bischof von Parramatta, Vincent Long Van Nguyen, sagte vor der australischen königlichen Untersuchungskommission, er selbst sei als Erwachsener Opfer von Missbrauch durch einen Geistlichen gewesen. Nguyen war als vietnamesischer Bootsflüchtling nach Australien gekommen. Der Übergriff geschah kurz nach seiner Ankunft.
Quelle: orf  katholisch.de
Kommentar: D.i. ein mutiger Bischof, der sich als Missbrauchsopfer zu erkennen gibt. Man muss davon ausgehen, dass auch unter Priestern und Bischöfen und Kardinälen Missbrauchsopfer sind. 


20.2.2017 Der frühere Generalvikar der mexikanischen Erzdiözese Oaxaca, Carlos Franvo Perez, ist auf der Flucht vor der Polizei. Dem Priester wird die Vergewaltigung eines Jugendlichen vorgeworfen. Joaquin Aguilar Mendez, SNAP, sagt, dass es bislang in Mexiko keine Verurteilung eines Priesters gebe. Derzeit liefen über 500 Strafverfahren gegen kath. Priester in Mexiko wegen Pädophilie und Kindesmissbrauch. Lediglich im Bundesstaat Aoxaca gehe die Justiz streng vor. Letzte Woche hatte Bischof Jose Armando Alvarez Cano gesagt, laut Statistiken würden zwei Prozent des Kindesmissbrauchs durch Kirchenmitarbeiter begangen.
Quelle: radiovatikan

17.2.2017 Der frühere Chef der Schweizer Kapuziner, Ephrem Bucher, hat den Kapuziner Pater Joel über Jahre hinweg vor Strafverfolgung wegen sexuellen Missbrauchs geschützt. Anfang 2014 wurde er in das "Fachgremiums Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld" berufen. Er wisse - Dank seines Umgangs mit dem Fall von Pater Joel - welche Fehler man nicht machen dürfe, hatte er erklärt. Nach heftigem Protest hat er nun seinen Austritt aus dem Fachgremium erklärt.
Quelle: religion.orf.at

16.2.2017 In der peruanischen Gemeinschaft apostolischen Lebens, Sodalitium Christianae Vitae, haben acht verschiedene Täter - unter ihnen der Gründer der Bewegung, Luis Fernando Figari - 19 Minderjährige und 17 Erwachsene sexuell missbraucht. Figari war bis 2010 Leiter der Organisation.
Quelle: radiovaticana.va

16.2.2017 Pater Agostino Del Pietro, Provinzial der Kapuziner in der Schweiz, will den sexuellen Missbrauch an Daniel Pittet von einer unabhängigen juristischen Kommission aufarbeiten lassen. Pittet hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben.
Quelle:Radio Vatikan


16.2.2017 Die katholische Kirche in Australien hat mehr als 190 Millionen Euro an Tausende Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt. Durchschnittlich bekam jedes Opfer ca 66.000 Euro.
Quelle: orf


16.2.2017 Der frühere Kurienkardinal Raymond Leo Burke wurde vom Vatikan nach Guam geschickt. Dort soll er die Missbrauchsvorwürfe von Roland Sondia gegen den Erzbischof von Agana, Anthony Apuron, prüfen. Insgesamt 3 Männer werfen Apuron sexuellen Missbrauch vor.
Quelle: orf.at

14.2.2017 Ephrem Bucher war früher Chef der Schweizer Kapuziner. Er deckte den in dem Buch „Ich vergebe Ihnen, Pater“ (Autor: Daniel Pittet) benannten Kapuziner Pater Joël über Jahre hinweg. Der Täter gab zu, 40 Kinder sexuell missbraucht zu haben, wurde jedoch nie zur Rechenschaft gezogen. Lediglich in Frankreich wurde er zu zwei Jahren bedingter Haft nach dem Missbrauch eines Neffen verurteilt. Der Kapuziner Ephrem Bucher, ein Studienkollege des Täters, sagte: "Ich hatte geglaubt, diese Wunden würden mit den Jahren verheilen."
Heute gehört Bucher zu den Experten des Anfang 2014 eingesetzten "Fachgremiums Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld". Zweifel an seiner Arbeit in diesem Fachgremium, dass sexuelle Übergriffe aufdecken soll, hat er nicht: "
Ich habe eine umfassende Ausbildung zu Fragen rund um Pädophilie absolviert und weiss dank dem Fall von Pater Joël, welche Fehler man nicht machen darf."
Quellen: blick.ch  blick.ch
Eines Kommentars kann ich mich nicht enthalten: Wer einen Kollegen, der einen Serientäter geschützt hat, in ein kirchliches Gremium, das Missbrauch aufdecken soll, beruft, handelt fahrlässig. Der den Serientäter schützende Ordensobere gehört vor ein staatliches und/oder (im Fall der Verjährung) vor ein kirchliches Gericht, nicht in eine kirchliche Kommission, die Missbrauch aufdecken soll. Die Berufung eines derart vorbelasteten Mitglieds in eine kirchliche Kommission leistet dem (nicht unbegründeten!) Verdacht Vorschub, da solle weiter vertuscht werden. 

14.2.2017 Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, antwortet auf die Frage, wie das Bistum mit dem Thema Pädophilie umgehe: "Für mich sind diese Affären ein Kreuz und ein Spuk, die uns verfolgen."
Quelle: blick.ch
Kommentar: Die Wortwahl ist fahrlässig und demütigt die Opfer.

13.2.2017 Der Papst hat das Vorwort zu einem Buch eines früheren katholischen Priesters, der inzwischen verheiratet ist, geschrieben, der von einem kath. Priester/Pater missbraucht worden war. Das Buch trägt den Titel: „Ich vergebe Ihnen, Pater“. Es erschien auf Italienisch im Vatikanverlag LEV. Der Papst sagte, die Kirche habe die Pflicht, "sich mit besonderer Zuneigung um die Schwächsten und Verletzlichsten zu kümmern und sie zu beschützen". Sie sei verpflichtet „gegenüber Priestern, die ihre Mission verraten, und gegenüber ihren Vorgesetzten, ob Bischöfen oder Kardinälen, die sie eventuell decken, extreme Strenge walten zu lassen". Er wies auch darauf hin, dass es Missbrauchsopfer gibt, die in den Selbstmord getrieben wurden:  "Diese Toten beschweren mein Herz, mein Gewissen und das der ganzen Kirche." Die Schweizer Bischofskonferenz und die Kapuziner, denen der noch lebende Täter angehört, rufen mögliche weitere Opfer auf, sich zu melden. Bekannt ist, dass der Täter mindestens 25 Opfer hatte. Er stand dreimal vor Gericht.
Im Gespräch zwischen dem Autor Pittet und dem Papst habe der Papst während des Entstehungsprozesses eines früheren Buches von Pittet, das 2015 erschien, geäußert: "
Pädophile in Italien? Das gibt es nicht."
 
Quelle: radio vatikan  domradio  kath.ch  kath.ch (14.2.)
Kommentar: Ob der Papst ein Missbrauchsopfer
, dem Vergebung nicht möglich ist, auch unterstützen würde,  muss offen bleiben. Dass er auch an diejenigen denkt, die nicht überlebt haben, ist bemerkenswert. Dass Papst Franziskus immer noch nicht verstanden hat, dass sexueller Kindesmissbrauch durch Pädophile, aber auch durch Nicht-Pädophile (d.i. die Mehrheit der Missbrauchstäter) ubiquitär ist, ist ein Armutszeugnis. Aber in Italien gelangen erst in der letzten Zeit Informationen über Missbrauchs-Priester an die Öffentlichkeit, die ernst genommen zu werden scheinen. Die italienische Gruppe Retelabuso arbeitet seit vielen Jahren im Interesse kirchlicher Opfer in Italien. Nur: Gehör müsste sie halt finden. Bislang gibt es keinen Bericht der italienischen Bischofskonferenz über den Umgang mit Missbrauchsfällen in Italien. (s. auch faz vom 15.2.2017, S. 5)

13.2.2017 Auch zehn Monate nach der Selbstanzeige eines Pfarrers aus dem Bistum Fulda dauern die Ermittlungen noch an.
Quelle: Fuldaer Zeitung

13.2.2017 Tom Doyle, Experte für kanonisches Recht und seit Jahrzehnten in der kath. Kirche gegen sexuellen Missbrauch und für die Opfer engagiert, stellte vor der königlichen australischen Kommission fest, dass Klerikalismus eine der Hauptursachen für Missbrauch ist. Er beschreibt Missbrauch als einen Virus, der die Kirche infiziert habe und viel Schaden verursache, einschließlich geistlichem Missbrauch. Letzteren habe die Kirche noch kaum zur Kenntnis genommen.
Quelle: the conversation.com

13.2.2017 Alexander Probst gehörte als Vertreter der Missbrauchsopfer zum Aufarbeitungsgremium im Bistum Regensburg. Jetzt hat er ein Buch über den Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen geschrieben: "Von der Kirche missbraucht. Meine traumatische Kindheit im Internat der Regensburger Domspatzen und der furchtbare Skandal", Verlag Riva München 2017, 19,99 Euro.
Quelle: katholisch.de

13.2.2017 Der emeritierte Erzbischof Tomas Camacho, Diözese Chalan Kanoa, Nördliche Marianen, wird von einem Mann der Vergewaltigung beschuldigt. Der Kläger, Melvin Duenas, 55 Jahre, sagt, er wurde zwischen 1968 und 1974  als Messdiener missbraucht. 2006 habe er versucht, den Bischof zu kontaktieren, jedoch keine Antwort erhalten. Der Kläger berichtet, er sei auch von einem weiteren Priester aus Guam, Pater Louis Brouillard, missbraucht worden.
Quelle: pacificnewscenter.com
11.2.2017 Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen bei der Brüdergemeinde Korntal stockt erneut. Opfervertreter, Brüdergemeinde und Mediatoren konnten sich nicht auf den Aufklärer RA Weber einigen. Man sei sich grundsätzlich einig, aber der Widerspruch einer Mediatorin gegen den einzig vorgesehenen Aufklärer verhinderte den Konsens. Die Mediatorin brachte Medienberichte ein, wonach RA Ulrich Weber in eine Korruptionsaffäre verwickelt sein könne. Weber sagte, gegen ihn werde nicht ermittelt. Im MÄrz sollen die Gespräche weitergehen.
Quelle: stuttgarter-zeitung.de

11.2.2017 Luis Fernando Figari wurde vom Papst in den Ruhestand geschickt. Ihm wurde ein Leben des Gebets in einem Kloster auferlegt und ein Kontaktverbot mit dem von ihm gegründeten Orden "Sodalitium Christianae Vitae" ausgesprochen.  Ihm wurde von vielen Opfern sexueller und psychischer Missbrauch vorgeworfen. Opfer hatten sich Gerechtigkeit und eine exemplarische Verurteilung erhofft.
Quelle: latina-press.com

11.2.1017 Der Bischof des Bistums Wollongong, Australien, Peter Ingham, sagt zu den Ergebnissen der Untersuchung von Missbrauchsfällen durch kath. Geistliche in Australien: „Es besteht kein Zweifel, diese Ergebnisse werden die Kirche in Australien noch für Generationen erschüttern. Die Geschichte unserer Kirche wird und muss dieses Kapitel enthalten. Es darf nicht geleugnet oder verdrängt werden.“
Quelle: radiovaticana.va

9.2.2017 Papst Franziskus bezeichnete Kindesmissbrauch als "Krankheit". Nur wenn wir überzeugt seien, Kindesmissbrauch sei eine Krankheit, könnten wir das Problem auch lösen, sagte er vor Generaloberen. Weiter sagte er, oft seien spätere Täter früher selbst Opfer sexueller Gewalt geworden. Er nannte es "ein Werk des Teufels", wenn Priester oder Ordensleute in Missbrauchsfälle verwickelt seien.
Quellen: Domradio 
Kommentar: Dem Papst sind Fachleute zu wünschen, die ihn besser beraten, damit er nicht Verbrechen Krankheit nennt, Opfer als künftige Täter beschuldigt und im übrigen den Teufel am Werk sieht.   

9.2.2017 Ein Mitarbeiter des Limburger Bischofs Bätzing steht im Verdacht, kinderpornografisches Material auf einem Computer gespeichert zu haben. Hinweise auf Opfer gebe es bislang nicht. Der Verdächtige habe in seiner jetzigen Stelle keinen beruflichen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen gehabt, wohl aber in einer früheren Stelle. Das Bistum biete dem Verdächtigen therapeutische und seelsorgliche Hilfe an, teilte der Bistumssprecher mit.
Quelle: swr  hessenschau  tagesanzeiger 
diakone.de
8.2.2017 Egbert Schmoll hat den "SchuldUnSühne. Der Prozess gegen die Abtei Wettingen-Mehrerau" neu aufgelegt.
Quelle: egbert-schmoll.com

7.2.2017 Im Bistum Neapel hat ein Mann den Vorwurf erhoben, 1989 von einem Religionslehrer missbraucht worden zu sein. 2010 bat er um ein Gespräch mit dem zuständigen Erzbischof Crescenzio Sepe gebeten, das nicht gewährt wurde. 2011 sprach er mit einem Weihbischof des Bistums. 2014 informierte er den Papst. Danach habe das Erzbistum Untersuchungen eingeleitet. Bis Juli 2015 erhielt das mutmaßliche Opfer keine Information über den Stand der Ermittlungen. Das mutmaßliche Opfer drohte daraufhin, sich vor dem Sitz des Erzbistums zu erschießen, wurde angezeigt, verlor seine Arbeit. Das Erzbistum erklärte, die Vorwürfe hätten im GEspräch mit dem mutmaßlichen Opfer, dessen Psychiater und dem Beschuldigten nicht bestätigt werden können. Mit dem beschuldigten Priester habe man sich auf eine Auszeit in einem Kloster verständigt. Das mutmaßliche Opfer habe sich einem psychiatrischen Gutachten verweigert, die Glaubenskongregation habe das Verfahren wegen unzureichender Anhaltspunkte eingestellt.
Quelle:
katholisch.de  napoli.repubblica.it

7.2.2017 Pater Th. Doyle wurde vor der königlichen Kommission in Australien, die Missbrauchsfälle in Institutionen aufklärt, angehört. Er sagte, die Kath. Kirche habe bis heute nicht die Tiefe der spirituellen Schäden verstanden, die sexueller Kindsmissbrauch durch Priester bei den Opfern und ihren Familien anrichtet.
Bis heute gebe es nichts, was die Kirche anbietet, das mit dem spirituellen Schaden umgehen helfen könne und Unterstützung, Trost und Hilfe sein könne.
Quelle: geelongadvertiser.com.au
Kommentar: Nach wie vor ist unverständlich, warum es kein Nachdenken über eine Theologie und Pastoral gibt, die Betroffenen Trost und Hilfe sein könnte. Kirche wendet sich - zu Recht! - der Aufklärung der Vergangenheit zu (na ja, halbherzig) und - zu Recht! - der Prävention zu. Sie fragt aber nicht nach dem Heil derer, die Opfer geworden sind. Doyle stellt fest: "
There seems to be no ability to even ask the proper questions."
6.2.2017 Die in Melbourne zuständige Staatsanwaltschaft hat von der Polizei Beweismaterial erhalten, das belegen soll, dass Kardinal Pell zwischen 1978 und 2001 als Priester in Ballarat und später als Erzbischof von Melbourne mehrere Jungen sexuell missbraucht habe. Die Staatsanwaltschaft soll prüfen, ob die Belege für eine Anklage ausreichen.
Quelle: katholisch.de

6.2.2017 Die königliche australische Kommission, die seit 2013 sexuellen Missbrauch in religiösen Einrichtungen untersucht, kommt zu dem Ergebnis, dass in den vergangenen 30 Jahren 7 % der katholischen Priester und Ordensmänner in Australien Kinder sexuell missbrauchten. Es ist von ca 1880 kirchlichen Tätern die Rede, die identifiziert werden konnten und weiteren nicht-identifizierten 500. Insgesamt sind ca 1265 Priester unter den Tätern. Die Täter hatten 4.444 (bekannte) Opfer. Die Verbrechen geschahen in mehr als 1000 verschiedenen katholischen Einrichungen Australiens. Das Durchschnittsalter der Jungen, die Opfer wurden, lag bei elfeinhalb Jahren, bei den Mädchen betrug es zehneinhalb Jahre. Die Zahl der Selbstmorde unter den Opfern ist unbekannt. Durchschnittlich vergingen 33 Jahre, bis die Opfer Meldung machen konnten. Wenn sie erzählten, wurden ihnen oft nicht geglaubt, meistens wurden sie auch noch bestraft.
40,4 % der Barmherzigen Brüder wurden zwischen 1950 und 2010 des sexuellen Missbrauchs bezichtigt und 22 % der
„Christian Brothers“. In einigen Diözesen waren 15% der Priester Missbrauchstäter.
Der Vatikan weigerte sich, der austral. Kommission Dokumente zur Verfügung zu stellen.
Quelle: tagesschau.de  Radio Vatikan  faz  srf.ch  businessinsider.com.au  taz.de orf
Zum Vergleich: 2004 wurden 4% aller amerikanischen kath. Priester wurden in der John-Jay-Studie (S.4) zwischen 1950 und 2002 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Spätere Studien gehen von 5-6% aus.


4.2.2017 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke hat die Leitlinien aller 27 deutschen Bistümer zum Umgang mit sexuellem Missbrauch angeschaut und festgestellt, dass bei mehr als der Hälfte der dt. Bistümer zweifelhaft sei, ob Regelungen auf der Grundlage der Leitlinien erlassen wurden. Damit sei unklar, ob sie überhaupt in Kraft gesetzt seien. Bischofskonferenzen können den Vatikan um entsprechende Gesetzgebungskompetenz bitten, um die Leitlinien in allen Bistümern in Kraft zu setzen. Dies geschah in den USA.
Zudem bezeichnete Lüdecke als problematisch, dass die Akten von kirchlichen Voruntersuchungen nach Abschluss des Verfahrens im Geheimarchiv verschlossen werden. Im Fall eines neuen Missbrauchsbeauftragten könne dieser bei einer Anzeige nicht mehr überprüfen, ob der Angezeigte bereits in einem anderen Fall auffällig geworden war.

Quelle: katholisch.de


3.2.2017 In Padua wurde ein Priester suspendiert, dem Begünstigung von Prostitution und häusliche Gewalt vorgeworfen wird. Er soll eine seiner mehr als ein Dutzend Geliebten zum Gruppensex mit ihm und anderen Männern gezwungen haben und die Szenen gefilmt haben; unter den Beteiligten sollen auch zwei weitere Geistliche sein. Der Papst ermutigte den Bischof, Claudio Cipolla, den Priester zu suspendieren.
Quelle: tagesspiegel.de

2.2.2017 Der Vorsitzende des australischen katholischen "Rates für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung", Francis Sullivan, kündigt an, dass die Öffentlichkeit ein schreckliches Bild über das Ausmaß des Missbrauchs von Kindern durch kath. Priester erhalten wird. Dabei sei bekannt, dass es viele Opfer gibt, die sich nicht gemeldet haben. Er geht davon aus, dass die Untersuchung [der australischen königlichen Missbrauchskommission] weltweit erstmals Aufschluss gibt über das Ausmaß des Missbrauchs in der kath. Kirche.
Quelle: theaustralian.com.au

2.2.2017 Eine Psychologin erklärt, warum sexuelle Gewalt in der Familie nach wie vor ein Tabuthema ist und fordert Ausbildung für LehrerInnen und ErzieherInnen und Unterstützung für Fachberatungen. Gewalt in der Familie sei noch immer ein Stigma, damit könne man keine Wahlen gewinnen.
Quelle: taz.de
1.2.2017 Im "Fall Alexandra W.", die einen Missbrauch durch einen hochrangigen Mitarbeiter des Bistums Würzburg angezeigt hatte, wird derzeit nicht weiter ermittelt. Ein mögliches zweites Opfer hat sich nicht gemeldet. Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Prof. Laubenthal, weist darauf hin, dass auch abgeschlossene Untersuchungen eine neue Wendung nehmen können. Er berichtet, dass er in über hundert Verfahren nur dreimal von Falschbeschuldigungen ausgehen musste.
Quelle: mainpost.de

31.1.2017 Die meisten Opfer sexuellen Missbrauchs werden in ihren Familien missbraucht. Die Unabhängige Kommission des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung hört Betroffene an. 700 BEtroffene haben sich für eine Anhörung durch die Kommission entschieden.
Die Kommission fordert eine Änderung des Opferentschädigungsgesetzes, so dass auch Opfer sexuellen Missbrauchs davon profitieren können. Der unabhängige Beauftragte Rörig, spricht von einem "Trauerspiel", weil das Thema auch in dieser Legislaturperiode nicht auf der Agenda gestanden hätte.
Quelle: br.de  domradio.de

30.1.2017 Im Bistum Osnabrück gab es in den letzten 70 Jahren 28 Missbrauchs"fälle" (= Opfer?). Als Täter waren 16 Geistliche des Bistums Osnabrück, 2 Geistliche des Erzbistums Hamburg und weitere Personen beteiligt. Über die Zahl der Opfer wurde nichts bekannt. An 17 Personen hat das Bistums Geld gezahlt. Neben der Ärztin Witschen-Hegge wurde Antonius Fahnemann, ehemaliger Präsident des Landgerichts Osnabrück, neu ernannt. Dem Bistum ist die Unabhängigkeit der Ansprechpartner wichtig.
Quelle:
noz  domradio

Buchhinweis: Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben

27.1.2017 Wenn Missbrauch in der Kirche stattfinde, komme zum physischen und psychischen Trauma auch ein spirituelles Trauma hinzu. Diese geistliche Dimension sei bislang in der Kirche völlig übersehen worden. Das sagte der Jesuitenpater Zollner, Mitglied der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen und Leiter des Kinderschutz-Zentrums der Gregoriana. Eine geistliche Person werde mit der Kirche identifiziert. Geschehe durch sie ein Missbrauch, dann stehe dahinter noch eine weitere Dimension, denn sie repräsentiere Gott. Opfer von Missbrauch seien in Gefahr einer "spirituellen Verwundung", die den Glauben zerstören könne. Dies sei vielen in der Kirche nicht klar. Es gebe "keine Theologie angesichts des Missbrauchs".
Quelle: kathpress
Kommentar: Nun, dem Thema der spirituellen Verletzungen durch sexualisierte Gewalt durch Priester ist in dem Buch "Damit der Boden wieder trägt" (erschienen 2016) ein ganzes Kapitel (S. 121-134) gewidmet.
In diesem Buch werden biblische Anknüpfungspunkte durchgängig benannt. Richtig ist, dass vielen in der Kirche die spirituellen Verwundungen, die sexualisierte Gewalt durch Priester, aber z.B. auch durch (christliche) Väter anrichtet, nicht klar sind und dass es theologisches Nachdenken über Glauben angesichts des Missbrauchs braucht.

24.1.2017 In der katholischen Kirche Frankreichs gab es 222 Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester. Derzeit sind 9 Kleriker in Haft wegen sexuellen Missbrauchs (2010 waren es ebenfalls 9); 37 haben ihre Strafe verbüßt (2010: 45) und 26 (2010: 51) sind angeklagt. Mehr als 60% der Anschuldigungen beziehen sich auf die Zeit vor 1970, 35% geschahen zwischen 1970 und 2000 und 4% seit 2000.
Quelle: La Croix

24.1.2017 Im Interview mit der swp sagt Pater Zollner, dass es weiterhin innerhalb der katholischen Kirche Widerstand gegen die Aufklärung von sexueller Gewalt durch Priester gibt. In Afrika und Asien seien die Standards zum Umgang mit Missbrauchsfällen noch gar nicht angekommen.
Quelle: swp.de

24.1.2017 Im engsten Umfeld des Papstes sind Vertuscher sexuellen Missbrauchs. So u.a. Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, Honduras. Er brachte zwischen 2002 und 2003 eine Zeit lang einen von Interpol wegen Kindesmissbrauch gesuchten Priester unter. Heute ist er Koordinator des Kardinalsrates, der die Kurienreform durchführen soll. Noch immer schützen Bischöfe lieber die Täter, als zur Aufklärung von Verbrechen beizutragen.
Weitere hochrangige Mitglieder des Vatikans, denen Vertuschung vorgeworfen wird, sind: Kardinal Pell; der chilenische K
ardinal Francisco Javier Errazuriz (Mitglied im neunköpfigen Kardinalsrat; Vertuschung im Fall des Serientäters Fernando Karadima); Kardinal Godfried Danneels.
Quellen: Badische Zeitung  Badische Zeitung  m.mainpost.de

23.1.2017 Die französische Bischofskonferenz hat einen Leitfaden zum Umgang mit Missbrauch durch kath. Priester herausgegeben und zugleich Zahlen veröffentlicht. 37 Kleriker haben ihre Strafe verbüsst, 9 seien derzeit inhaftiert und gegen 26 Priester laufe ein gerichtliches Verfahren. Vor 2000 sei die Zahl der Verfahren doppelt so hoch gewesen. Bei der Bischofskonferenz meldeten sich 222 Opfer, von denen über die Hälfte vor 1970 missbraucht wurden. 35% der Aussagen bezögen sich auf Fälle zwischen 1970 und 2000 und  nach 2000 handelt es sich um vier Prozent.
Quelle: katholisch.de

22.1.2017 Der Bischof von Würzburg bedauert das große Versagen Einzelner im Inneren der Kirche und das damit übergroß verursachte Leid von ganzem Herzen: "Ich kann mich dafür nur entschuldigen, mich den Opfern zuwenden und präventiv für eine bessere Zukunft arbeiten." Das sagte er bei einem Neujahrsempfang.
Quelle: br.de

22.1.2017 Interview des Spiegel mit dem Investigativ-Journalisten Fittipaldi über Vertuschung von Kindesmissbrauch im Vatikan.
Quelle: spiegel.de

21.1.2017 Der Rechtsanwalt Weber, der die Aufklärung der Gewalt bei den Domspatzen übernommen hat, wird voraussichtlich auch die Gewalt, die Mitglieder der Korntaler Brüdergemeinde in Konrtal und Wilhelmsdorf ausübten, aufklären.
Quelle: schwaebische.de

21.1.2017 Der Film Freistatt ist hier zu sehen.

20.1.2017 Die Tele-Evangelistin Paula White, eine evangelikale Frontfrau, vertritt ein Wohlstandsevangelium, dessen Kernsatz lautet: Je reicher du bist, desto mehr liebt dich Gott. Das passt zu Trumps Weltbild, das er u.a. in seinem Buch "Warum wir reich sein wollen" dargelegt hat. Trump lässt sich von White beraten.
Quelle: ref.ch

20.1.2017 Ein Bericht über Missbrauch in Nordirland ist erschienen. Er berichtet auch von der Verantwortung von Kardinal Brady für das Vertuschen der Verbrechen des Norbertiners Brendan Smyth.
Quelle: theguardian.com

20.1.2017 Die NZZ berichtet, dass seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus 1200 Anzeigen wegen sexueller Gewalt durch Priester aus aller Welt bei der Glaubenskongregation eingegangen seien. Was mit den Anzeigen geschehe, sei unklar, weil sie als streng geheim behandelt werden. "In den meisten Fällen dürfte rein gar nichts unternommen worden sein", vermutet die NZZ.
Quelle: NZZ


19.1./20.1.2017 Der Jesuitenpater Hans Zollner, Mitglied der päpstlichen Kinderschutzkommission, bescheinigt dem Buch des Journalisten Fittipaldi ein gutes Anliegen, aber Recherchefehler. Zollner wirft dem Buch vor, in seiner BEstandsaufnahme im Jahr 2014/Anfang 2015 stehen zu bleiben und keine Dokumente für seine Behauptungen vorzulegen. Er berufe sich lediglich auf das, was bereits bekannt sei. Zum Fall Pell sagte Zollner, Fittipaldi beziehe sich auf Vermutungen und unbewiesene Anschuldigungen - eine Anklage gegen Pell gebe es nicht, die Vorwürfe seien unbewiesen. Die Vorwürfe gegen die Kinderschutzkommission seien gegenstandslos. Diese Kommission habe sehr viel bewegt, z.B. 70-80 Schulungen von Verantwortlichen durchgeführt, die neuen Bischöfe bei ihrer Einführung instruiert. Zudem habe der Papst zwei Briefe an die Bischöfe geschrieben (2.2.2015; 28.12.2016) und sie an das erinnert, was bei kirchl. Missbrauchsfällen vorgeschrieben sei. Das Problem sei, dass die Bischöfe sich manchmal selbst nicht mit der kirchlichen Rechtsprechung auskennen oder sie verschleppen oder nicht weiter verfolgen. Der Papst habe den Bischöfen Kirchenstrafen angedroht, wenn diese der Rechtsprechung nicht folgen. Einige Bischöfe seien ja auch schon abgesetzt worden.
Auf die Frage, ob die Aufklärung nicht einer unabhängigen Stelle statt der Glaubenskongregation übertragen werden solle, antwortet Zollner, die Bischöfe hätten schon jetzt die Vorschrift, Missbrauchsfälle von Priestern den staatlichen Behörden zu melden, soweit die Gesetze des jeweiligen Landes dies vorschreiben. Insofern sei garantiert, dass es "eine externe, komplett außerhalb der Kirche liegende Instanz" gebe.
Auf zwei Schwächen der Kirche weist Zollner hin: Es brauche eine klarere, stringentere und transparentere Prozessordnung und es fehle an Kirchenstrafrechtlern.
Zollner sieht die Gefahr, dass die ungenau recherchierten Dinge jenen Leuten, die gegen Transparenz und Null-Toleranz seien, die Rechtfertigung lieferten, das Buch und die Inhalte nicht ernst zu nehmen.

Auf die Fälle angesprochen, in denen in Italien Missbrauchstäter erneut in der Seelsorge eingesetzt wurden bzw. nach einer Laiisierung wieder ins Priesteramt eingesetzt wurden, verweist Zollner auf die Glaubenskongregation, die Auskunft geben könne.
Quelle: domradio.de 
katholisch.de
19.1.2017 Sergio Cavaliere, Opferanwalt von zehn Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester, nennt den Papst "scheinheilig". Er begründet diesen Vorwurf so: Er vertrete ein Opfer des Taubstummen-Instituts Provolo, Verona, in dem Priester taubstumme Kinder missbrauchten. Don Nicola Corradi sei 2011 beim Vatikan angezeigt worden. 2014 seien dieselben Täter in einer Taubstummen-Schule in Argentinien aufgetaucht. Einer der Betroffenen habe Papst Franziskus bei einer Generalaudienz einen Brief überreicht, in dem stand, dass die Männer weiter unbehelligt in Aurgentinien arbeiteten. Passiert sei nichts. 2016 wurden Corradi und andere Täter wegen Kindesmissbrauch verhaftet.
Quelle: rundschau-online.de  generalanzeiger

19.1.2017 Filmbeitrag: Macht und Ohnmacht: Missbrauch in der katholischen Kirche
Quelle: Bayrischer Rundfunk


19.1.2017 Im englischen Fußball sind 248 Vereine von sexuellem Missbrauch betroffen. 526 Opfer haben sich gemeldet, 184 Verdächtige wurden identifiziert.
Quelle: www.11freunde.de

18.1.2016 Ein Erzieher wurde zu zweieinhalb Jahren Haft und 5 Jahren Berufsverbot wegen des sexuellen Missbrauchs von Mädchen zwischen 3 und 6 Jahren. Eltern werfen der Trägerin, der evangelischen Kirche vor, unangemessen reagiert zu haben. So habe sie dem Erzieher noch ein gutes Arbeitszeugnis ausgestellt, nachdem das Strafverfahren bereits eingeleitet worden war. Die Kirche begründet dies mit der Furcht vor einer arbeitsrechtlichen Klage durch den Täter. Die Anwältin der Opfer sagt, die Kirche habe erst reagiert, als die Eltern nachfassten.
Quelle: rbb-online.de

16.1.2017 In seinem neuesten Buch wirft der italienische Journalist Fittipaldi den italienischen Bischöfen vor, sie vertuschten nach wie vor sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Seit 2006 seien mehr als 200 Priester in Italien wegen Sexualdelikten verurteilt oder angeklagt worden. Die Skandale seien auch von hohen Prälaten an der Seite von Papst Franziskus verheimlicht worden - derstandard.at/2000050817876/Journalist-prangert-Vatikan-wegen-Missbrauchsskandalen-an Die Skandale seien auch von hochrangigen Prälaten an der Seite von Papst Franziskus verheimlicht worden. Italienische Bischöfe sollen wegen Missbrauchs verurteilte oder verdächtige Priester erneut in der Seelsorge eingesetzt haben. Bei der Glaubenskongregation seien zwischen 2013 und 2015 insgesamt 1200 Anzeigen wegen Kindesmissbrauch eingegangen. dass zwischen 2013 und 2015 aus den verschiedenen Weltdiözesen 1.200 Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs durch Geistliche bei der Glaubenskongregation im Vatikan eingetroffen seien. - derstandard.at/2000050817876/Journalist-prangert-Vatikan-wegen-Missbrauchsskandalen-an dass zwischen 2013 und 2015 aus den verschiedenen Weltdiözesen 1.200 Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs durch Geistliche bei der Glaubenskongregation im Vatikan eingetroffen seien. - derstandard.at/2000050817876/Journalist-prangert-Vatikan-wegen-Missbrauchsskandalen-an
Fittipaldi veröffentlicht auch, was bekannt ist: Ein
Priester, der 2016 von der italienischen Justiz in erster Instanz zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden und unter Benedikt XVI. laisiert worden sei, soll unter Papst Franziskus wieder in den Priesterstand aufgenommen worden sein. Die Glaubenskongregation habe dem entsprechenden Einspruch des Geistlichen stattgegeben. Der Vatikan habe sich geweigert, der italienischen Justiz die Beweise in diesem Fall vorzulegen, er habe sich auf das "päpstliche Geheimnis" berufen. In einigen der 20 Fälle, die 2016 in Italien zu Verurteilungen der Priester geführt habe, soll die Kirche keine kirchenrechtlichen Verfahren eingeleitet haben.
Der Journalist kritisiert auch, dass der Papst den australischen Kardinal George Pell zum Finanzchef des Vatikan ernannte, obwohl in Australien gegen ihn Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern liefen. Ein Sprecher von Pell nannte die Arbeit von Fittipaldi "schäbig". Er verkünde falsche Anschuldigungen und erwähne nicht die Maßnahmen Pells gegen Missbrauch.
Auch an Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga,
dem Koordinator des Rats, der Papst Franziskus bei der Kurienreform unterstützen soll, übte er Kritik. Maradiaga hatte erklärt, er sei bereit, ins Gefängnis zu gehen, um nicht einem seiner Priester zu schaden, auch wenn der Vorwurf Pädophilie sei. Fittipaldi schreibt, dass es in den kulturell katholisch geprägten Ländern Italien, Spanien und Südamerika schwer sei, sexuellen Missbrauch von Priestern zu benennen, weil es eine Selbstzensur der Medien gebe und die Opfer voller Scham seien. Eine Anfrage des Guardian nach einer Stellungnahme des Vatikans zu dem Buch Fittipaldis wurde nicht beantwortet.

Quelle: domradio.de  theguardian.com

15.1.2017 Buchhinweis Michael Räuber: Geteilte Hölle
Nach jahrzehntelangem Schweigen kam 1997 und 2010/11 ein besonders schwerer Fall psychosexueller Gewalt eines katholischen Geistlichen an Kindern in einer Diasporagemeinde Mecklenburgs während der DDR-Diktatur zur Sprache: Christen, die in der katholischen Gemeinde Zusammenhalt fanden, um sich der Übergriffe des atheistischen Staates auf ihr christliches Leben und ihren Glauben zu erwehren, hatten sich diesem angesehenen Geistlichen anvertraut und wurden genau von diesem „Pastor“ über Jahre manipuliert und geblendet, dass es scheinbar niemanden auffiel, dass er über Jahre Kindern unter dem Deckmantel, sie zu erziehen, zu religiös verbrämten, perversen und sadistischen Ritualen missbrauchte. Ein Betroffener hat sich in einem autobiografisch geprägtem Roman genau damit auseinandergesetzt und so das Erlebte aufgearbeitet:
Eine Rezensentin schreibt: "Auf knapp dreihundert Seiten gelingt es dem Autor, eine in vielfacher Hinsicht fesselnde Geschichte zu zeichnen. Mit einem ausgeprägten Gefühl für den Spannungsbogen und sprachlich gewandt verwebt er verschiedene Ebenen miteinander: Auf der einen Seite die Lebens- und Liebesgeschichte einer jungen Ärztin in den 1960er Jahren der DDR, wo der Stasi alles kontrolliert, auf der anderen Seite die langjährigen brutalen Verbrechen eines katholischen Priesters an vielen Schutzbefohlenen seiner Gemeinde. Erschreckende Zusammenhänge werden evident. Sie illustrieren die unheilvolle Dynamik des bis heute Unfassbaren: Wie kann es sein, dass brutalste Gewalt, auch in sexueller Form, über lange Jahre ausgeübt wird, ohne dass der Täter gestoppt geschweige denn belangt wird? Welche (Macht)Strukturen ermöglichen und begünstigten solche Taten? Welches Verständnis von Klerus, welche Bedürfnisse der Gläubigen sind bedeutsam? Und vor allem: Was heißt das für die Betroffenen, und zwar ein Leben lang?
Auf feine, unaufdringliche Art und Weise schafft der Autor in diesem autobiografisch geprägten Werk zweierlei. Er bietet zum einen eine spannende Romanhandlung an, auf einer anderen Ebene beschäftigt er die Leser genau mit diesen weiterführenden Fragen. Ein Zeugnis auch von fundierter Verarbeitung eigenen Leids. Und ein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt."
Dieser Rezension kann ich nur hinzufügen: Es lohnt, dieses Buch zu lesen.

14.1.2017 Kardinal Sean Patrick O'Malley, Erzbischof von Boston und Präsident der Papstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, wurde in die Glaubenskongregation berufen.
Quelle: Radio Vatikan

14.1.2017 Ein Gespräch über sexuelle Gewalt in einer Freikirche. (Triggergefahr)
Quelle: bibeltv.de

11.1.2017 Robert Werner weist auf Schwachstellen der neuen Regelungen zur "Entschädigung" von minderjährigen Opfern massiver körperlicher Gewalt in bischöflichen Knabenseminaren, kirchlichen Schulen, Heimen und ähnlichen Institutionen des Bistums Regensburg hin: Es gibt keine neutrale Anlauf- und Beratungsstelle, die materielle Anerkennung wird durch das Bistum entschieden, die finanziellen Leistungen werden nicht erhöht und eine wissenschaftliche Begleitung der Aufarbeitung und die Erforschung der gewalttätigen Strukturen sind nicht vorgesehen.
Quelle: Regensburg-digital

11.1.2017 Im Interview mit Francesco Zanardi, dem Gründer der italienischen Organisation „Rete L’abuso“, wird deutlich, wie Missbrauchsopfer kath. Kleriker die Aufklärung und Aufarbeitung in Italien erleben: staatliche Behörden ziehen es oft vor, nicht zu ermitteln. Ein zu siebeneinhalb Jahren verurteilter Priester verbrachte 3 Jahre im Gefängnis, ein Jahr im Hausarrest und danach wurde er bei Sozialdiensten eingesetzt. Die letzten eineinhalb Jahre der Strafe wurden ihm erlassen. Zanardi weist darauf hin, dass der Vatikan Prälat Wesolovski im Vatikan versteckte und ihn damit der Gerichtsbarkeit der Länder, in denen er Kinder missbraucht hatte, entzog. Der Vatikan erweckte den Anschein, Wesolovski sei verhaftet, aber wenige Monate danach bewegte er sich wieder frei.
Zanardi selbst hatte sich im eigenen "Fall" an den Bischof gewandt, der jedoch bedrohte ihn durch Hinweis auf die Selbstmordgefährdung des Täters.
Nach Einschätzung von Zanardi wolle die kath. Kirche das Problem nicht angehen und kümmere sich nur um aufsehenerregende Fälle, vertusche ansonsten weiterhin. Briefe der Organisation
"Rete L’abuso" an die Kirche im Namen zahlreicher Opfer seien nie beantwortet worden.
Quelle: netzfrauen.org

11.1.2017 Michael Räuber hat den Roman "Geteilte Hölle" mit autobiografischen Zügen über sexuellen Missbrauch in der Kirche geschrieben.
 Quelle: ndr.de

9.1.2017 Das Bistum Regensburg hat nun ein Projekt gestartet, um körperliche Übergriffe kirchlicher Mitarbeiter aufzuarbeiten. Das Projekt soll eineinhalb Jahre durchgeführt werden. Ansprechpartner ist Dr. Andreas Scheulen (Tel.: 0911/4611226, info@kanzleischeulen.de, Antrag hier. Die Regelung gilt nicht nur für die Regensburger Domspatzen, sondern für alle Betroffenen im Bistum Regensburg (z.B. Kloster Metten, Bischöfliches Knabenseminar Obermünster, Kloster Rohr, Kinder- und Jugendhilfezentrum Schrobenhausen).
Quelle: wochenblatt.de  br

3.1.2017 Der Priester Mauro Inzoli, jahrzehntelanger Vorsitzender von "Comunione e Liberazione", wurde von einem italienischen Gericht des sexuellen Missbrauchs von  acht Kindern für schuldig befunden - weitere 15 Fälle waren verjährt. Er wurde zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Papst Benedikt XVI hatte Inzoli 2012 laiisiert. Papst Franziskus hat ihn 2014 wieder in den Priesterstand eingesetzt und zu einem Leben der Demut und des Gebets eingeladen. Im Januar 2015 trat Inzoli öffentlich auf einer Konferenz über die Familie in der Lombardei auf. Möglicherweise haben sich Freunde Inzolis - Kardinal Coccopalmerio und Monsignor Pio Vito Pinto (Roma Rota) für ihn bei Papst Franziskus eingesetzt.
Quelle: theweek.com
diocesidicrema.it

3.1.2017 Im Bistum Osnabrück hat ein Kaplan, führendes Mitglied der Christengemeinschaft, ab etwa 1990 über ca 3 Jahre hinweg eine zu Beginn 13- oder 14-Jährige sexuell missbraucht. Ende der 90er Jahre, mit 21 Jahren, vertraut sich das Opfer einer Nonne an. Die meldet sich beim Bistum, ohne jedoch von Missbrauch zu sprechen. Das Bistum geht von einer "Affäre" des Kaplans mit einer erwachsenen Frau aus, fragt nicht nach dem dem Alter des Opfers zu Beginn des der vermeintlichen "Affäre". Das Bistum konfrontiert den Kaplan mit dem vermeintlichen Zölibatsvergehen, das dieser eingesteht. Weitere Folgen für den Kaplan gibt es nicht. Erst 2010 meldet sich das Opfer beim Bistum. Nun spricht das Bistum von sexuellem Missbrauch. Das Bistum zeigt den Pfarrer an, weil er die zugesagte Selbstanzeige nicht tätigte. Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein, weil Gewalt nicht nachgewiesen werden könne. Eine zweite junge Frau klagt eine Vergewaltigung des Priesters an, zieht ihre Anzeige dann jedoch zurück. Ein Kirchengericht verurteilt den Täter zu drei Jahren Arbeit bei einem Kirchenhistoriker, unter Kürzung der Bezüge und verbietet ihm Kinder- und Jugendseelsorge, die Beichtvollmacht und kirchliche Leitungsämter. Heute, sagt der Bistumssprecher, würde man bei der ersten Meldung an das Bistum anders handeln.
Quellen: ndr.de
s. auch wikipedia 2010 faz.net,
2011 ndr  2013 Bistum Osnabrück

2.1.2017 Papst Franziskus hat am 29.12.2016, dem "Fest der unschuldigen Kinder", das an den Kindermord in Betlehem erinnert, vom Weinen der Kirche gesprochen angesichts des sexuellen Missbrauchs durch Priester: "Diese Sünde beschämt uns. Personen, welche die Verantwortung für die Sorge um Kinder hatten, haben ihre Würde zerstört. Wir beklagen das zutiefst und bitten um Vergebung“, sagte er. Er spricht konkret von der Sünde der unterlassenen Hilfe, der Sünde des Wegsehens und der Sünde des Machtmissbrauchs. Er fordert die Bischöfe auf, ihren Einsatz zu erneuern, dass so etwas nie wieder vorkommen könne und spricht von „null Toleranz auf diesem Gebiet“.
Quelle: Radio Vatikan  katholisch.de
Kommentar: Die Worte des Papstes könnten Glauben finden, wenn es nicht nach wie vor Missbrauchstäter selbst in der Glaubenskongregation - und wohl nicht nur dort - gäbe und wenn nicht Bischöfe und andere Kirchenverantwortliche nach wie vor im Amt wären, die Missbrauchsfälle vertuscht, Täter geschützt und Opfer alleine gelassen haben.
Zu widersprechen ist dem Papst in seiner Formulierung "
Personen, die die Verantwortung für diese Kinder hatten, haben ihre Würde zerstört", denn nicht die Würde der Opfer wurde zerstört, sondern das Gefühl für ihre eigene Würde.


2.1.2016 Ein Rückblick auf die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg und eine kritische "Würdigung" des bis 2012 verantwortlichen Bischofs Müller, heute Kardinal und Chef der Glaubenskongregation durch Robert Werner.
Weitere Quellen: regensburg-digital,
Darstellung des Bistums vom 7.12.2016 Kommentar von Alfred Gassner zur Darstellung von Generalvikar Fuchs

1.1.2017 Bei der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung haben sich inzwischen 460 Opfer gemeldet, die im familiären Bereich missbraucht wurden.
Quelle: wirtschaft.com

1.1.2017 Die Botschaft von Papst Franziskus zum 50. Weltfriedenstag





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