Missbrauch und
            Kirche

Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2018



22.5.2018 Bischof Ackermann gesteht, dass das Bistum Trier bereits 2006 gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, hätte vorgehen müssen. Der Beschuldigte - so Ackermann - habe "Menschen für persönliche Zwecke eingespannt, ja gar instrumentalisiert". In der Folge kam es zu einer Spaltung der Gemeinde. Ackermann gesteht auch, dass der jetzige Pfarrer in dieser Situation zu wenig Unterstützung vom Bistum bekommen habe.
Quelle: Saarbrücker Zeitung  katholisch.de
22.5.2018 Erzbischof Philip Wilson, Adelaide, Australien, wurde wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt. Ihm drohen zwei Jahre Haft.
Quelle:
cruxnow.com

21.5.2018 Marie Collins fordert, dass die chilenischen Bischöfe nicht einfach zurücktreten sollen - ihr Verhalten müsse überprüft werden und sie müssen dafür verantwortlich gemacht werden. Weltweit verhalten sich Bischöfe wie ihre chilenischen Kollegen. Wenn das individuelle Fehlverhalten der Bischöfe und der Kardinäle nicht geklärt wird, gehen sie in den Ruhestand, werden nie für schuldig befunden, behalten alle Titel und Privilegien.
Nötig ist, dass diese Männer zur Rechenschaft gezogen werden. Die Päpstliche Kinderschutzkommission hat 2015 ein Tribunal gegen vertuschende Bischöfe vorgeschlagen, der Papst hat den Vorschlag angenommen und personelle und finanzielle Ressourcen zugesagt. Die Glaubenskongregation hat die Einrichtung des Tribunals als unnötig abgelehnt, es gebe bereits Werkzeuge und rechtliche Mittel der Kongregation für die Bischöfe, um vertuschende Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Nur: Diese Werkzeuge wurden nie angewandt, auch im Fall der chilenischen Bischöfe und Kardinäle nicht. Collins fragt, ob die Werkzeuge jemals angewandt werden, wenn sie bei den chilenischen Bischöfen nicht angewandt werden. Das würde bedeuten, dass kein Bischof Sorge haben muss, Rechenschaft über seinen Umgang mit Tätern und Opfern ablegen zu müssen. 
Maßnahmen gegen den C9-Kardinal Errazuriz sind bislang nicht ergriffen worden. Er ist weiterhin Mitglied des C9-Rates und trat auch nicht zurück, weil er in der chilenischen Kirche kein Amt hat. Errazuriz wies darauf hin, dass er gegen den Missbrauchstäter Karadima nichts unternahm, weil Karadima für Priesternachwuchs sorgte. Errazuriz war es, der gemeinsam mit Kardinal Ezzati dafür sorgte, dass das Karadima-Opfer Cruz auf der Anglophonen Konferenz 2014 nicht sprechen durfte und nicht in die Päpstliche Kinderschutzkommission berufen wurde.
20.5.2018 Bischof Alejandro Goic, Chile, Diözese Rancagua, hat 12 Priester seines Bistums suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, im Internet Kontakt zu Minderjährigen gesucht zu haben und Gespräche mit sexuellem Inhalt geführt zu haben. Der Bischof war von 2004 bis 2010 als Präsident der Bischofskonferenz. Die Vorwürfe sind dem Bischof vor nahezu einem Jahr bekannt gemacht worden, ohne dass er handelte.
Quelle: religion.orf.at und cruxnow.com

18.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, die an dem Treffen mit dem Papst teilgenommen haben, haben dem Papst kollektiv ihren Rücktritt angeboten. Ob auch Kardinal Errazuriz, der nicht mehr als Bischof amtiert, ebenfalls seinen Rücktritt anbot, ist unbekannt. Er gehört dem C9-Rat des Papstes an, der die Reform des Vatikans vorantreiben soll.
In einem bekannt gewordenen 10-seitigen Brief schreibt der Papst,
"es gebe eine 'schmerzende, offene Wunde'. Diese sei bislang mit einer Medizin behandelt worden, die anscheinend mehr geschadet als genutzt habe. 'Es wäre ein schweres Versäumnis, die Probleme nicht an der Wurzel zu packen.' Der Papst spricht von besorgniserregenden Erkenntnissen.... So seien mehrere Geistliche, die wegen 'sittenlosen Verhaltens' entfernt worden seien, wieder in anderen Diözesen aufgenommen worden. Obendrein haben man ihnen Aufgaben mit 'einem täglichen und direkten Kontakt zu Minderjährigen' anvertraut."
Der Papst schreibt von groben Fehlern. In etlichen Fällen sei die Aufklärungsarbeit gezielt behindert worden. Zudem kritisiert der Papst die elitäre Haltung einiger Geistlicher. Sie interessierten sich weder für Jesus noch für ihre Mitmenschen. "Perversion im kirchlichen Dasein" nennt der Papst diese Einstellung.

Quelle: katholisch.de  orf
Kommentar: Ich hoffe, der Papst nimmt die kollektiven Rücktrittsgesuche nicht undifferenziert an. Es ist nötig, dass die Bischöfe (und ihre Generalvikare und Personalchefs und sonstigen Helfer) konkret benannt werden, die sich an Versetzungen von Tätern, Behinderungen der Ermittlungen, Einschüchterung und Verleumdung der Opfer, Vernichtung von Akten etc. beteiligt haben. Und dass sie angemessen sanktioniert werden. Im anderen Fall geschieht, was z.B. in Australien geschah:
Kardinal Pell gestand vor der australischen Königlichen Missbrauchskommission ein, dass "die Kirche in Australien" Missbrauchsfälle vertuscht hat. Wer für die Vertuschung verantwortlich war, wurde nicht benannt. Die Strukturen und Denkweisen, die die Vertuschung ermöglichten, wurden weder untersucht noch verändert. Das allgemeine Eingeständnis blieb also völlig folgenlos.
Von einem Rücktritt des K9-Ratsmitglieds Errazuriz und dem Rücktritt des Nuntius
Erzbischof Ivo Scapolo ist bislang keine Rede. Keine Rede ist auch von anderen Bischöfen und Bischofskonferenzen weltweit, die wegen der Vertuschung von Missbrauch und dem Im-Stich-Lassen von Opfern entlassen und sanktioniert werden. Auch die Installierung eines Tribunals für Bischöfe, das die Glaubenskongregation für überflüssig erklärt hatte, scheint nicht wieder im Gespräch zu sein.
Hoffentlich werden - nach 16 Jahren! - endlich die "Perversionen im kirchlichen Dasein" zum Thema und damit die nötigen Veränderungen im Denken und in den Strukturen, damit personell und strukturell abgesichert wird, dass Opfer nie wieder im Stich gelassen werden.  

17.5.2018 Nach den Gesprächen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen gab Franziskus ihnen einen Brief mit: "Nach diesen Tagen des Gebets und der Reflexion bitte ich Sie, den Aufbau einer prophetischen Kirche fortzusetzen, welche weiß das Wichtigste ins Zentrum zu stellen: den Dienst am Herrn im Hungrigen, im Gefangenen, im Einwanderer, im Missbrauchten." Ziel sei es, Gerechtigkeit und kirchliche Gemeinschaft wiederherzustellen. Konkreter benannte der Papst die Maßnahmen nicht.
Quelle: vaticannews.va  
cruxnow.com
16.5.2018 Film: Das Schweigen der Hirten. Der Film beleuchtet die sog. geographische Lösung für Priester, die Minderjährige sexuell missbrauchten: Täter werden von der Kirche in andere Bistümer und andere Länder geschickt, um sie der Justiz zu entziehen. Die Journalisten haben 95 belegte "Versetzungen" ermittelt. Auch Papst Franziskus soll in seiner Zeit als Erzbischof versucht haben, ein argentinisches Gericht - mit Hilfe einer Studie, in der u.a. die Opfer beschuldigt wurden - zu beeinflussen.
Quelle: zdf.de
15.5.2018 Kardinal Errazuriz, Chile, schrieb über die Ankläger von Karadima: “They were accusing a priest with a great pastoral calling, whose preaching enriched more than 30 young people who were ordained priests and four priests who were consecrated bishops. They also accused a priest who inspired a youth association that propagated his fame.” U.a. ließ Errazuriz einen Karadima-Schützling Schweigegeld an ein Opfer erklären als "Werk der Barmherzigkeit" bzw. als "gemeinnützige Spende". Vertuschungsvorwürfe weist der Kardinal zurück.
Quelle: washingtonpost

15.5.2018 Die chilenischen Bischöfe haben auf einer Pressekonferenz ihren Schmerz und ihre Scham über die Vergehen an Minderjährigen bekannt. Der Papst erklärte, er werde sich weder während noch nach dem Treffen zu den Gesprächen, die heute beginnen, äußern.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Transparenz geht anders.

14.5.2018 In Chile hat der Maristenbruder Abel Perez 2010 gestanden, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Nun haben die Maristen eine kanonische Untersuchung und rechtliche Schritte gegen Perez eingeleitet. Inzwischen ist von mindestens 14 minderjährigen Opfern von den 1970er Jahren bis 2008 die Rede. Jetzt haben die Opfer Strafanzeige gegen drei katholische Priester, einen Kapuzinerbruder und sechs Maristen eingereicht. Die Misshandlungen fanden am Alonso de Ercilla-Institut statt. Der erste Priester, den die Maristen mit der Voruntersuchung beauftragten, wurde wieder entfernt, nachdem chilenische Medien berichtet hatten, er sei selbst wegen sexueller Übergriffe angeklagt.
Scicluna hatte bei seinem Chile-Aufenthalt nicht nur den Auftrag, den Fall Karadima und die Vertuschungen der Bischöfe zu untersuchen, sondern auch andere Beschuldigungen aufzunehmen. Zeugen sagten aus, dass die Kirchenführer auch im Fall von staatlich verurteilten kirchlichen Missbrauchstätern untätig blieben. 1995 waren ca 75 % der Chilenen katholisch, 2017 nur noch 45 %.
Quelle: cruxnow

14.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, inclusive Errazuriz, sind im Vatikan eingetroffen und werden vom 15.-18.5. mit dem Papst beraten, wie das Vertrauen in die Kirche in Chile wieder gewonnen werden kann. Vielleicht werde der Papst den Bischöfen sagen, auch sie seien zu der Umkehr gerufen, die sie anderen predigen. Laien in Chile fordern ein Mitspracherecht - auch von Frauen - bei der Ernennung von Bischöfen. Sie seien nicht nur Beobachter und Befehlsempfänger.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com

13.5.2018 Kardinal Errazuriz wird nun wohl doch an dem Treffen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen teilnehmen. Er habe es sich anders überlegt.
Quelle:de.catholicnewsagency.com

12.5.2018 Von Dienstag bis Donnerstag trifft Papst Franziskus, die chilenischen Bischöfe, um in einem synodalen Prozess „vor Gott die Verantwortung aller und eines jeden Einzelnen“ zu klären. Die Mechanismen des Vertuschens sollen geprüft werden. Der Papst will wissen, wie es zu diesem Macht-, sexuellen und Gewissensmissbrauch in Chile und zu schweren Unterlassungen gegenüber Opfern kommen konnte. Er will auch wissen, welche angemessenen und dauerhaften Änderungen nötig sind.
Quelle: vaticannews.va

11.5.2018 Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte auf dem Katholikentag in Münster, erst 2010 haben die Berichte über Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg ein Umdenken in der Kirche eingeleitet. Danach habe die Kirche die Perspektive der Opfer wirklich ernst genommen. Die Kirche müsse in der Gesellschaft Vorreiter in der Aufarbeitung und der Prävention von Missbrauch bleiben. Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte, die Kirche sei "auf einer anderen Stufe" im Umgang mit Missbrauch angekommen. Die Opfer erwarteten Gerechtigkeit von den Kirchenführern und dass ihnen zugehört werde.
Bischof Ackermann hob hervor, dass die Kirche Nachholbedarf habe. Dazu zählte er Fragen der Transparenz, der Machtkontrolle und der Gewaltenteilung. Der Pastoraltheologe Michael Schüßler sagte, die Kirche dürfe dem Gespräch mit den Opfern nicht ausweichen. Nun müsse sich die Theologie mit den Missbrauchsskandalen und ihren Folgen auseinandersetzen.

Quelle: religion.orf.at  domradio.de

10.5.2018 Kardinal Francisco Javier Errázuriz, Chile, wird der "Einladung" des Papstes nach Rom nicht folgen. Er gibt persönliche und finanzielle Gründe an (Rom zahlt die Reisekosten nicht). Errazuriz wird von Opfern vorgeworfen, den Fall Karadima jahrelang vertuscht zu haben. Er war zuletzt anlässlich eines Treffens des C9-Rates, dem er angehört, am 23.-25.4.2018 in Rom und habe dem Papst Informationen zum Fall Barros/Karadima übergeben.
Quelle: cruxnow

9.5.2018 Dem inzwischen verstorbenen Priester, der im Gerolsteiner Internat Albertinum unterrichtete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er war von 1969 bis 1982 Direktor des Internats und starb 2007. Einem zweiten Priester, Oberpräfekt, wird Misshandlung vorgeworfen. Gerüchte über körperliche, psychische und sexuelle Gewalt kursieren seit vielen Jahren. Das Bistum Trier ist seit 2010 informiert, bestätigt seine Kenntnis darüber aber erst jetzt auf Anfrage des Trierer Volksfreundes. 
Quelle: volksfreund.de  s. auch
allgemeine-zeitung.de 11.5.2018saarbruecker-zeitung.de  sueddeutsche.de  swr.de
9.5.2018 Ein früherer Schüler des Benediktinerstifts Kremsmünster hat das Stift auf 100.000 Euro verklagt. Er war von 1987 bis 1996 Internatsschüler in Kremsmünster und wurde Opfer sexueller Übergriffe des damamligen, inzwischen verurteilten Internatsleiters. Kläger und Stift sind zu Vergleichsgesprächen bereit. Der nächste Gerichtstermin ist der 26. Juni.
Quelle: religion.orf.at

14.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, inclusive Errazuriz, sind im Vatikan eingetroffen und werden vom 15.-18.5. mit dem Papst beraten, wie das Vertrauen in die Kirche in Chile wieder gewonnen werden kann. Vielleicht werde der Papst den Bischöfen sagen, auch sie seien zu der Umkehr gerufen, die sie anderen predigen. Laien in Chile fordern ein Mitspracherecht - auch von Frauen - bei der Ernennung von Bischöfen. Sie seien nicht nur Beobachter und Befehlsempfänger.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com

13.5.2018 Kardinal Errazuriz wird nun wohl doch an dem Treffen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen teilnehmen. Er habe es sich anders überlegt.
Quelle:de.catholicnewsagency.com

12.5.2018 Von Dienstag bis Donnerstag trifft Papst Franziskus, die chilenischen Bischöfe, um in einem synodalen Prozess „vor Gott die Verantwortung aller und eines jeden Einzelnen“ zu klären. Die Mechanismen des Vertuschens sollen geprüft werden. Der Papst will wissen, wie es zu diesem Macht-, sexuellen und Gewissensmissbrauch in Chile und zu schweren Unterlassungen gegenüber Opfern kommen konnte. Er will auch wissen, welche angemessenen und dauerhaften Änderungen nötig sind.
Quelle: vaticannews.va

11.5.2018 Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte auf dem Katholikentag in Münster, erst 2010 haben die Berichte über Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg ein Umdenken in der Kirche eingeleitet. Danach habe die Kirche die Perspektive der Opfer wirklich ernst genommen. Die Kirche müsse in der Gesellschaft Vorreiter in der Aufarbeitung und der Prävention von Missbrauch bleiben. Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte, die Kirche sei "auf einer anderen Stufe" im Umgang mit Missbrauch angekommen. Die Opfer erwarteten Gerechtigkeit von den Kirchenführern und dass ihnen zugehört werde.
Bischof Ackermann hob hervor, dass die Kirche Nachholbedarf habe. Dazu zählte er Fragen der Transparenz, der Machtkontrolle und der Gewaltenteilung. Der Pastoraltheologe Michael Schüßler sagte, die Kirche dürfe dem Gespräch mit den Opfern nicht ausweichen. Nun müsse sich die Theologie mit den Missbrauchsskandalen und ihren Folgen auseinandersetzen.

Quelle: religion.orf.at  domradio.de

10.5.2018 Kardinal Francisco Javier Errázuriz, Chile, wird der "Einladung" des Papstes nach Rom nicht folgen. Er gibt persönliche und finanzielle Gründe an (Rom zahlt die Reisekosten nicht). Errazuriz wird von Opfern vorgeworfen, den Fall Karadima jahrelang vertuscht zu haben. Er war zuletzt anlässlich eines Treffens des C9-Rates, dem er angehört, am 23.-25.4.2018 in Rom und habe dem Papst Informationen zum Fall Barros/Karadima übergeben.
Quelle: cruxnow

9.5.2018 Dem inzwischen verstorbenen Priester, der im Gerolsteiner Internat Albertinum unterrichtete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er war von 1969 bis 1982 Direktor des Internats und starb 2007. Einem zweiten Priester, Oberpräfekt, wird Misshandlung vorgeworfen. Gerüchte über körperliche, psychische und sexuelle Gewalt kursieren seit vielen Jahren. Das Bistum Trier ist seit 2010 informiert, bestätigt seine Kenntnis darüber aber erst jetzt auf Anfrage des Trierer Volksfreundes. 
Quelle: volksfreund.de  s. auch
allgemeine-zeitung.de 11.5.2018saarbruecker-zeitung.de  sueddeutsche.de  swr.de
9.5.2018 Ein früherer Schüler des Benediktinerstifts Kremsmünster hat das Stift auf 100.000 Euro verklagt. Er war von 1987 bis 1996 Internatsschüler in Kremsmünster und wurde Opfer sexueller Übergriffe des damamligen, inzwischen verurteilten Internatsleiters. Kläger und Stift sind zu Vergleichsgesprächen bereit. Der nächste Gerichtstermin ist der 26. Juni.
Quelle: religion.orf.at

9.5.2018 Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission und Präsident des Centre for Child Protection an der Gregoriana, kritisiert das VErhalten der Kirche im Umgang mit Missbrauchsfällen: Die Kirche sei wie paralysiert, habe nicht die Sprache, den Mut und den Willen, sich wirklich mit sexuellem Missbrauch auseinander zu setzen. Sie steuere daher mit "Karacho auf die Wand zu". Erneut beklagt Zollner, dass zwar Kirchenrechtler und Psychiater mit der Thematik beschäftigt seien, nicht jedoch Theologen und Sozialwissenschaftler. Bischöfe lernten nicht von den Erfahrungen anderer Bischöfe in anderen Ländern. Aktiven Widerstand gebe es nicht, aber viel Unbehagen, Unwissen und Unwillen. Nach wie vor würden viele Betroffene nicht gehört und spürten nicht, dass die Kirche bei ihnen sei.

8.5.2018 Anlässlich der heutigen Bekanntgabe der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2017 durch Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, die Bundesregierung auf, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche konsequent zu bekämpfen und für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutz im Netz einzutreten. Rörig weist auf den Anstieg der sog. Kinderpornografie um 14.5 % und der sog. Jugendpornografie um 24 % hin. Sexueller Kindesmissbrauch ist in seiner Häufigkeit weitgehend unverändert geblieben. Auch die GEfahren sexueller Gewalt mittels digitaler Medien steigen. Jungen und Mädchen werden mit Sexting-Bildern bloßgestellt und erpresst, erleben Cyber-Grooming und sind mit Pornografie konfrontiert. Rörig fordert die Modernisierung des Jugendmedienschutzes und alles zu tun, damit Sexualstraftäter sich nicht mehr sicher fühlen können.
Quelle: beauftragter-missbrauch.de

8.5.2018 Der ehemalige Erzbischof Apuron von Guam wurde von einem Kirchengericht wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hat Widerspruch gegen das Urteil eingelegt. Beim 50. Jahrestag der Gründung des Neokatechumenalen Weges, dessen Mitglied und Unterstützer Apuron ist, saß er in der Nähe des Papstes auf einem Ehrenplatz auf einer Bühne in Rom.  
Quellen: guampdn.com  37'25 und 39'25  cruxnow.com

7.5.2018 Eine heute 41-jährige Frau gibt an, sie sei ab 1990 als Dreizehnjährige in dem kirchlichen Erziehungsheim Hollabrunn von dem dort tätigen Kaplan über Jahre hinweg zu sexuellen Handlungen gezwungen und zweimal schwanger geworden. Die zweite Schwangerschaft durch denselben Priester mit Drillingen sei eine Eileiterschwangerschaft gewesen. In der Vorgeschichte war die Frau sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Das Erzbistum Wien sagt, der Geistliche sei erst im April 1994 überhaupt in die Erzdiözese gekommen.
Die Frau berichtet, dass sie in der ersten Schwangerschaft von einer Klosterschwester schwer misshandelt worden mit dem Ziel, die Schwangerschaft abzubrechen. Sie beschuldigt Kardinal Schönborn, er habe die Adoption erzwungen. Kardinal Schönborn sprach am Wochenende von einer "Affäre" und einer "problematischen Beziehung" ohne strafrechtliche Relevanz, weil sich das junge Mädchen freiwillig mit dem Priester getroffen habe.
Ein weiterer Vorwurf betrifft die von der Frau geschilderte "unfreiwillige Eizellenabnahme, die angeblich an ihr und offensichtlich bei mehreren Klosterschülerinnen vorgenommen wurde.“
In Österreich hat die Opferschutzanwaltschaft ca 1700 Missbrauchsfälle entschieden.

Quelle: orf
6.5.2018 Mehrere Dutzend KatholikInnen haben im Vatikan gegen Pädophilie und Kinderpornografie inner- und außerhalb der Kirche demonstriert. Sie forderten Null Toleranz vom Papst. Der italienische Priester Fortunato Di Noto, Präsident der Opfervereinigung Meter, hatte den 22. Tag der Kinder organisiert. Der Papst ermutigte die Opfervereinigung, "ihr Engagement für die Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, fortzusetzen.
Quelle: orf


6.5.2018 Als Kardinal Pell von Papst Franziskus in den K9-Rat berufen wurde, kannte der Papst die Vertuschungs- und Missbrauchsvorwürfe gegen Pell. Ein zweites K9-Ratsmitglied, der frühere Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Francisco Errazuriz, soll an der Vertuschung der Missbräuche von Karadima beteiligt sein. Ein drittes K9-Ratsmitglied und zugleich Vorsitzender, Kardinal Maradiaga, ist in undurchsichtige Finanzgeschäfte verwickelt. Darüber hinaus wird sein Weihbischof, Juan José Pineda, beschuldigt, ungehemmt mit Geld umgegangen zu sein und es für einen Geliebten ausgegeben zu haben. Außerdem wird Pineda vorgeworfen, Seminaristen sexuell belästigt zu haben. Der Papst hatte einen Ermittler beauftragt, dessen Bericht liegt dem Papst längst vor - geschehen ist nichts.
Quelle: tagesanzeiger.ch

6.5.2019 Heribert Prantl: "Die Gemeinheit der Amtsträger in den Missbrauchsskandalen entehrt die katholische Kirche. Es ist wieder Zeit für eine Reformation." Und: "Die Unwürdigkeit der Person erfasst das Amt, die Gemeinheit des Amtsträgers entehrt die katholische Kirche. Erstens, weil es so viele Amtsträger sind, die als unwürdig entlarvt werden. Zweitens, weil die Amtskirche so lange weggeschaut hat, und drittens, weil lügnerische Figuren das Wort Hierarchie zu einem Synonym für Heuchelei machen." Und: "Die Missbrauchsskandale sind die Dornen in der Dornenkrone. Sie sind die Spucke im Angesicht dessen, den die Christen als Gott verehren. Die Kirche muss mit sich selbst ins Gericht gehen - und sich dann aus der Schuld zu befreien versuchen. Wie? Damit sind wir wieder bei Vorschlägen, die die staatliche Untersuchungskommission in Australien gemacht hat. Die katholische Kirche muss ihre Strukturen ändern, sie muss den Zölibat hinterfragen. Es hat sich gezeigt, dass viele Priester, die Minderjährige missbrauchen, in ihrer sexuellen Entwicklung auf der Stufe eines 13-Jährigen stehengeblieben sind. Das lässt sich nicht mit Beten ändern. Das verlangt Änderungen im System Kirche. Das muss Thema auf dem Katholikentag zu Münster sein."
Quelle: sueddeutsche.de

6.5.2018 Das Erzbistum Wien erklärt, die Beziehung eines Priesters zu einer 17-Jährigen sei problematisch, aber strafbarer Kindesmissbrauch habe zweifelsfrei nicht stattgefunden.
Quelle: orf

Horst Hohmann fasst einige Ereignisse im Umgang der katholischen Kirche mit kirchlichen Kindesmissbrauchern zusammen. Er listet die Formen auf, in denen Bischöfe ihr Amt missbrauchten: Sie vernichteten belastendes Archivmaterial, sie haben gelogen und vor Gericht Meineide geschworen, sie haben Schmiergelder gezahlt/versprochen, um Zeugen zum Schweigen zu bringen; sie haben die Opfer und ihre Familien als Kirchenfeinde beschimpft und ihnen mit Schadenersatzklagen gedroht; sie haben beschuldigte Priester in andere Pfarreien versetzt.
Quelle: imprimatur-trier.de  
imprimatur-trier.de
4.5.2018 Die Abgeordneten des kanadischen Unterhauses haben Papst Franziskus offiziell eingeladen, sich für die Rolle zu entschuldigen, die die katholische Kirche in Kanada bei der Errichtung und Leitung der Internate für Ureinwohner gespielt hat. In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Indianern, Mestizen und Inuit von ihren Familien getrennt und in kirchlich geführten Internaten untergebracht worden. Viele von ihnen wurden misshandelt oder sexuell missbraucht. Die kanadische Bischofskonferenz hat bereits vor 25 Jahren um Vergebung gebeten. Sie argumentiert, dass weder der Heilige Stuhl noch die Bischofskonferenz an der Leitung der Internate beteiligt war. 2009 hatte es ein Treffen zwischen dem Vorsitzenden der Versammlung der Ersten Nationen in Kanada gegeben und Papst Benedikt gegeben. Damals seien die erwarteten Entschuldigungen gemacht worden. Der Papst könne nicht persönlich auf den Appell des Unterhauses reagieren.
Quelle: vaticannews.va

4.5.2018 Am Dienstag beginnt der erste Schadenersatzprozess im Missbrauchsfall rund um das Stift Kremsmünster vor dem Landesgericht Steyr (Oberösterreich). Betroffene kritisieren, das Stift verweigere Schadenersatz und Verantwortung. Das Stift dementiert und sagt, dass die Übergriffe außerhalb der Schulzeit erfolgt seien und verjährt seien.
Quelle: religion.orf.at

4.5.2018  Neuer Vorsitzender der australischen Bischofskonferenz ist der Erzbischof von Brisbane, Mark Coleridge. Stellvertretender Vorsitzender ist der Erzbischof von Sydney, Anthony Fisher (58). Von Coleridge sagen Opfer, er sei im Blick auf Missbrauch lernfähig. Anthony Fisher hatte anlässlich des Weltjugendtages in Sydney Missbrauchsopfern vorgeworfen, sie störten die gute Stimmung des Weltjugendtages und würden griesgrämig auf alten Wunden herumreiten. Die australischen Bischöfe klären nach den Untersuchungen der Missbrauchsfälle durch die Australische Königliche Kinderschutzkommission, bei der 7 % der Priester als Sexualstraftäter benannt wurden, ob und wie sie die Empfehlungen der Kommission umsetzen wollen.
Quelle: katholisch.de

4.5.2018 Der Papst hat neben den amtierenden Bischöfen Chiles nun auch die 19 im Ruhestand befindlichen Bischöfe zu einem Gespräch eingeladen. Zu den Ruheständlern gehört auch Kardinal Francisco Errazuriz und Kardinal Jorge Medina Estevez. Estevez hatte zu den Taten von Karadima erklärt, ein 17-jähriger Jugendlicher wisse, was er tue. Es handle sich also nicht um sexuellen Missbrauch.
Quelle: katholisch.de  orf

4.5.2018 Der ehemalige Büroleiter des Limburger Bischofs Bätzing, ein Theologe, Diakon und Kirchenrechtler, wurde zu einer Geldstrafe von 12.000 € wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornographischen Dateien (Posing-Darstellungen) verurteilt. Der Bistumsmitarbeiter ist freigestellt. Nach dem Abschluss der staatlichen Ermittlungen wird das kirchenrechtliche Verfahren fortgesetzt.
Quelle: katholisch.de

4.5.2018 Im Fall einer Frau, die 1995 mit 18 Jahren nach einer "Affäre" mit einem jungen Priester Zwillinge geboren hat, die zur Adoption freigegeben wurden, prüft die Erzdiözese Wien den Sachverhalt erneut. Der Priester war in seinen Funktionen belassen worden mit der Auflage, die "Beziehung" nicht fortzusetzen und seine Verantwortung gegenüber Mutter und Kindern wahrzunehmen. Die Erzdiözese war von der Freiwilligkeit der Beziehung ausgegangen. Die Klasnic-Kommission rollt den Fall neu auf, weil die Frau berichtet, der Priester sei übergriffig gewesen und die Freigabe der Kinder zur Adoption sei nicht freiwillig erfolgt. Das Erzbistum teilte mit, heute wisse man, dass der Begriff Freiwilligkeit bei Beziehungen mit Minderjährigen sehr problematisch sei. Die Konsequenzen für den Priester werden entschieden, wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Das Erzbistum gesteht ein, dass es zu wenig den der Frau durch die Beziehung zugefügten Schaden und ihr weiteres Schicksal im Blick gehabt habe. Dem Priester wurden seit 1995 keine sexuellen Kontakte mit Minderjährigen vorgeworfen.
Quelle: orf  spiegel.de (Triggergefahr!)

3.5.2018 JD Flynn, CNA, berichtet, dass auch der apostolische Nuntius in Chile, Erzbischof Ivo Scapolo, Teil des Problems der Fehlinformation des Papstes ist. Flynn stellt Überlegungen an, wer den Papst im Fall Barros falsch informierte, nachdem Cruz dem Papst vor der Ernennung von Barros einen Brief geschrieben hatte. Im April 2015 hat Marie Collins den Brief an O'Malley gegeben mit der Bitte, ihn an den Papst weiterzuleiten. O'Malley berichtete später u.a. Cruz und Collins von der Übergabe des Briefes. Unklar ist, ob O'Malley den Brief direkt an den Papst oder an einen Untergebenen übergab. Wenn er oder der Papst den Brief an einen Untergebenen weitergab, ist es möglich, dass er nie vom Papst gelesen wurde. Dann wäre zu klären, ob jemand vom persönlichen Peronal des Papstes Barros beschützte oder dem Papst unangenehme Nachrichten vorenthielt. Denkbar ist auch, dass der Papst den Brief las, sich dann aber mit Errazuriz beriet, der die Aussagen von Cruz als politischen Angriff auf die Kirche abtat. Es bleibt die Frage, ob der Papst in Missbrauchsangelegenheiten auf das Urteil von Beratern vertraut, ohne sich selbst über einen Fall zu informieren. Dies geschah im Fall Inzoli. Der Papst wird entscheiden müssen, wann er sich auf welche Berater verlässt und wann er sich selbst informiert.
(Auch Bischof Robert Finn von Kansas City wurde von seinen Beratern falsch informiert und für nachfolgende falsche Beurteilungen und Handlungen verurteilt.)

Quelle: catholicnewsagency.com

3.5.2018 Der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Hart, hat eine neue kirchliche Kommission gegen sexuellen Missbrauch eingerichtet. Das GRemium soll alle katholischen Gruppen ansprechen, Laien, Geistliche und Bischöfe.
Dies ist die dritte kirchliche Kommission in Australien. Im Oktober 1996 bereits hat der damalige Erzbischof von Melbourne die "Melbourne Response" eingerichtet. Damit kam er der Bischofskonferenz zuvor, die für die gesamte Kirche in Australien verbindliche Standards "Towards Healing" (Dezember 1996) veröffentlichen wollte.

Quellen: DLF  
Tag des Herrn
3.5.2018 Juan Carlos Cruz, James Hamilton und Jose Andres Murillo nennen sexuellen Missbrauch durch Geistliche eine Epidemie von Verbrechen und und Verderbtheit, die Tausende auf dem Gewissen habe. Dieser Missbrauch sei eine Erfahrung, die andere nicht überleben konnten. Die Geschhichten von der Ahnungslosigkeit mancher heutiger Kirchenoberer habe Risse bekommen. Als Eckstein von Missbrauch und Vertuschung nannten die drei Opfer die "pathologische und uneingeschränkte Machtausübung". Wiederholung sei möglich, solange Missbrauch nicht gesühnt werde. Murillo sprach von einem neuen Umgang mit Macht, der auch eine andere Beteiligung von Gruppen brauche, die bislang eingeschränkt sei, etwa die Beteiligung von Frauen. In den Gesprächen der Opfer mit dem Papst ging es auch nicht nur um pastorale Zuwendung zu den Opfern, sondern auch darum, Änderungen in der Kirche zu thematisieren. Zur Sprache kaum auch die Rolle von Kardinal Francisco Errazuriz, Mitglied des des Kardinalsrates, der über mehr als fünf Jahre die Strafverfolgung sexueller Vergehen unterbunden habe. Der Papst bat die Gesprächspartner um ein Vorschlagspapier und werde mit ihnen in Kontakt bleiben. Was mit dem Brief von Cruz geschehen ist, ob der Papst ihn erhalten, gelesen und ernst genommen hat, ist weiterhin unbekannt. Cruz sagte: "Meine Schlussfolgerung ist, dass der Papst in Wirklichkeit schlecht informiert war." Gelogen habe Franziskus nicht, die Unterlagen, die Indizien, die sie dem Vatikan geschickt haben, seien wohl nie bei ihm angekommen.
Quelle: kath.press  tagesschau.de

3.5.2018 Der Jurist Heribert Prantl verliert die Geduld. Er sagt, für Kardinal Pell gelte die Unschuldsvermutung, nicht bzw. nicht mehr jedoch für die katholische Kirche. Sie habe zu lange zugeschaut. Sie müsse Änderungen der Struktur herbeiführen, incl. des (Pflicht-)Zölibates. Viele der Missbrauchsskandale - so zitiert Prantl die Australische Königliche Untersuchungskommission - haben mit den Schweigestrukturen in der Kirche und den Abgründen, in die der Zölibat führen könne, zu tun. Die Kirche müsse mit sich selbst ins Gericht gehen und nicht weiter diese Fragen von sich wegschieben.
Quelle: sueddeutsche.de

3.5.2018 Bill Cosby, inzwischen als Sexualstraftäter verurteilt, und Roman Polanski, der sich seit 1977 der Justiz entzieht, wurde wegen der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs die Mitgliedschaft in der Oscar-Akademie entzogen.
Quelle: tagesschau

2.5.2018 Die drei chilenischen Opfer, die mit dem Papst gesprochen haben, bewerteten die Gespräche als offen und respektvoll. Der Papst habe gesagt, er sei Teil des Problems ("I was part of the problem, I caused this, and I apologize to you.”). Die Opfer hoffen, dass die Kirche ein Verbündeter im Kampf gegen Missbrauch werde und nicht ein Zufluchtsort für Missbrauchstäter. Franziskus müsse seinen Worten nun "beispielhafte Taten" folgen lassen; andernfalls wäre das Treffen vergebens, sagten die Opfer. Gegen Kardinal Francisco Errazuriz haben sie auf einer Pressekonferenz schwere Vorwürfe erhoben: Errazuriz habe mehr als fünf Jahre die Strafverfolgung sexueller Verbrechen unterbunden, sagte James Hamilton. Errazuriz sei seit 2002 über die Verbrechen Karadimas informiert gewesen. Der kirchliche Strafverfolger Eliseo Escudero habe die Anschuldigungen als glaubwürdig eingestuft. Aber erst 2009 seien nach einer neuen Zeugenaussage von Cruz die Vorwürfe zur röm. Glaubenskongregation gekommen. Karadima wurde 2011 vrurteilt. Auch der amtierende Erzbischof von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, sei an der Vertuschung beteiligt, sagte Cruz.
Quelle: domradio.de  katholisch.de
2.5.2018 Bei der Organisation "Reclaimed Voices" gingen seit November 2017 in den Niederlanden Meldungen über 276 Fälle sexuellen Missbrauchs ein. Raymond Hintjes, der Vorsitzende der Organisation, wundert sich, warum das Thema in Deutschland noch nicht aufgegriffen worden ist - anders als in Norwegen und Großbritannien.
Quelle: orf

2.5.2018 Das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen Kardinal Pell wird in zwei getrennte Verfahren aufgeteilt.
Quelle: orf

1.5.2018 Jürgen Erbacher kommentiert: "Missbrauchsskandal ohne Ende" und konstatiert: "An seinem [Papst Franziskus] weiteren Handeln wird man dann messen können, wie konsequent er bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle wirklich handelt. Gerade die vergangenen Wochen haben wieder gezeigt, dass auch im Pontifikat von Franziskus der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein Dauerthema ist, auch wenn es in der Öffentlichkeit längst nicht mehr so präsent ist, wie in der Amtszeit seines Vorgängers."
Quelle: zdf.de

1.5.2018 Kardinal Pell, seit 2013 Mitglied des Kardinalsrates und seit 2014 Finanzchef des Vatikans, wird in Australien wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. In einem Vorverfahren wurden zahlreiche Anschuldigungen fallen gelassen, eine Melbourner Richterin entschied jedoch, dass die restlichen Indizien schwerwiegend genug seien, dass eine Anklage und ein ordentlicher Prozess angebracht seien. Pell soll sich in seiner Zeit als Priester in seiner Heimatgemeinde Ballarat (1976-1980) und als Erzbischof von Melbourne (1996-2001) an Jungen vergangen haben. Nach Angaben des Erzbistums Sydney handelt es sich um 10 Fälle (nicht: Opfer). Kardinal Pell hat wiederholt seine Unschuld erklärt.
Bereits 2016 hatte Kardinal Pell vor der Königlichen Australischen Missbrauchskommission ausgesagt, er habe nichts von Missbräuchen durch Priester in Ballarat gewusst. Die Missbrauchskommission glaubte ihm nicht. 2002 war Pell von einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne vom Missbrauchsvorwurf aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Ein Mann hatte Pell beschuldigt, ihn als Zwölfjährigen in einem katholischen Jugendlager sexuell missbraucht zu haben.
Pell ist weiterhin beurlaubt.
Quelle: NZZ  spiegel  domradio 30.4.2018  katholisch.de

1.5.2018 Der honduranische Weihbischof Juan José Pineda soll Seminaristen sexuell belästigt und missbraucht haben. Bereits 2017 gab es eine Untersuchung dieser Vorwürfe durch Bischof Casaretto. Pineda ist bis heute im Amt.
Quelle: kath.net  ncregister.com


30.4.2018 In der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB), Immensee, soll es vor 50 und mehr Jahren in der Schweiz zu sexuellen Übergriffen durch Mitglieder der Missionsgesellschaft auf zwei mutmaßliche Opfer gekommen sein. Die SMB beabsichtigt, eine externe historische Untersuchung in Auftrag zu geben.
Quelle: kath.ch

27.4.2018 Auf Sizilien, im Bereich des Bistums Acireale, gründete der katholische Pater Stefano Cavalli - "spiritueller Sohn" von Padre Pio - die katholische Laienorganisation Lavina, später umbenannt in "Katholische Kultur- und Umweltvereinigung". Von der Gemeinschaft wurde seit etwa 1976 von abweichenden Lehren und spirituellen Praktiken und von psychologischer Einschüchterung vor allem junger Mädchen berichtet. Die Rede war auch von einem starken Personenkult um den Laienführer Piero Capuana, genannt "Erzengel". Seit Anfang der 80er Jahre wusste das Bistum auch von einem Roman, den Capuana über Beziehungen mit jungen Mädchen schrieb. Seit mindestens 2010 ist dem Bistum auch sexueller Missbrauch minderjähriger Mädchen durch Capuana bekannt. Vier Bischöfe behandelten trotz der Hinweise auf problematisches, sektenhaftes Gebaren der Leitung die Laiengemeinschaft als legitime katholische Organisation.
Quelle: cruxnow


27.4.2018 Neben dem chilenischen Journalisten Carlos Cruez und dem Philosophen José Andrés Murillo ist auch der Arzt James Hamilton zum Gespräch mit dem Papst eingeladen. In einem Interview erinnert er auch daran, dass einige der Opfer des Priesters Karadima sich das Leben genommen haben.
Quelle: dw.com

27.4.2018 Die Erfurter Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, neu ernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ist zuversichtlich, dass das Treffen chilenischer Missbrauchsopfer mit dem Papst neue Entwicklungen ermöglichen wird. Die Arbeit der Kommission habe mit der Anhörung einer Gruppe von Opfern aus England und Wales begonnen. Wijlens glaubt, dass die Erfahrung des Austausches mit den Opfern als prägende Erfahrung für die Kommissionsarbeit bleibt.
Als Kirchenrechtlerin sieht sie ihre Aufgabe darin, die Kommission über die jeweiligen Zuständigkeiten für Bistums- und Ordensangehörige, die z.B. in Bistümern arbeiten, aufzuklären. Auch die Frage der Aufhebung von Verjährungsfristen müsse geprüft werden, ebenso die Frage, welche Autorität die Aussagen von Opfern haben und wie Vertraulichkeit gehandhabt werden solle: "
Wer hat ein Recht auf Informationen und wie kann man diese Rechte auch umgehen, sodass eine gewisse Klarheit auch für die Opfer deutlich wird? "
Quelle: vaticannews.va,  s. auch srf.ch

27.4.2018 Cruz glaubt nicht, dass die Einladung zum Gespräch mit dem Papst eine PR-Aktion sei. Er hoffe auf grundlegende Schritte in Richtung auf eine Null-Toleranz-Politik und frage sich, warum der Papst nicht früher gehandelt habe. In die Arbeit der vatikanischen Sonderermittler Erzbischof Scicluna und Jordi Bertomeu Farnos habe er Vertrauen. Negativ äußerte er sich über den früheren Erzbischof von Santiago, Kardinal Francisco Javier Errazuriz. Cruz glaubt nicht, dass es genügt, einige chilenische Bischöfe zu entlassen, die Kirche brauche "eine Null-Toleranz-Politik in Sachen Missbrauch". Cruz berichtet von einer Begegnung mitz Errazuriz in der chilenischen Botschaft Roms. Errazuriz sei wütend und habe vermutlich über die chilenischen Opfer geschimpft. Er versuche Lobbyarbeit zu machen.
Quelle: kathpress.at
Zur Erinnerung: Von Null-Toleranz-Politik ist seit 2002 die Rede.

27.4.2018 An diesem Wochenende treffen drei chilenische Missbrauchsopfer mit Papst Franziskus zusammen. Juan Cruz, eines der Opfer, sagt, in der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen gebe es "gute Leute", aber es sei "ziemlich beschämend", dass die Kommission den Überlebenden wenig geholfen habe.
Quelle: americamagazine.org

26.4.2018 Die Independent Inquiry into Child Sexual Abuse (IICSA), geleitet von Alexis Jay, hat einen Zwischenbericht über die Untersuchung von 21 britischen Institutionen, dareunter die Church of England und die kath. Kirche. Untersucht wurde, wie die Institutionen auf Missbrauchsvorwürfe reagierten. Hinweise an die Polizei ergingen über Vorwürfe aus Schulen und Kinderheimen, gefolgt von Vorwürfen aus religiösen Einrichtungen. Die Auswirkungen des Missbrauchs auf den religiösen Glauben wurden ebenfalls untersucht. Wenn Täter aus der Kirche kamen, fühlten sich die Opfer oft von Gott verlassen oder bestraft und begannen, ihr Verständnis der Welt in Frage zu stellen. Einige der angehörten Opfer praktizierten weiterhin ihren Glauben, um ihren Kindern ein Aufwachsen mit dem Glauben zu ermöglichen. Einige andere nutzten ihren Glauben, um mit dem sexuellen Missbrauch umgehen zu können, hatten damit jedoch Schwierigkeiten.
Quelle: christiantoday.com

26.4.2018 Im ehemaligen Kinderheim Heilig Kreuz, Donauwörth, sind bei einem Runden Tisch auch Missbrauchsvorwürfe gegen einen katholischen Priester - Max Auer - aufgetaucht. Max Auer starb 1980, er war der Enkel des Lehrers und Verlegers Ludwig Auer. Ein ehemaliges Heimkind, Stefan Schmid, berichtet u.a. von Vergewaltigung. Auch Cornelia Heiderich erzählt, dass Max Auer sie als kleines Mädchen unsittlich berührte, wenn die Haushälterin nicht da war. Andere ehemalige Heimkinder berichten von brutalen Methoden der weltlichen Erzieherinnen. Der für das bis 1977 bestehende Kinderheim zuständige Bischof von Augsburg will eine Arbeitsgruppe einrichten, die die Vorgänge aufklären soll. Die Koordinierung der Arbeitsgruppe hat Manfred Prexl, ein von der Kirche unabhängiger Richter i.R. Der Bericht soll der Öffentlichkeit "zu gegebener Zeit" zugänglich gemacht werden. Nach einem öffentlichen Aufruf haben sich bislang zwölf Personen gemeldet.
Quelle: katholisch.de  br.de (25.4.2018)
Kommentar: Bereits im September 2011 waren Vorwürfe von Gewalt, körperlicher und psychischer Misshandlung (Triggergefahr!) und von sexuellen Übergriffen anderer Heimkinder im Donauwörther Kinderheim öffentlich bekannt geworden - öffentlich reagiert hat die zuständige kirchliche Behörde damals jedoch nicht.

26.4.2018 Der Theologe Alvaro Ramis, Universidad de Chile, erklärt, dass der Fall Karadima mit der engen Verflechtung der katholischen Kirche und der wirtschaftlichen Elite in Chile zusammenhänge: "Die ersten Vorwürfe gab es in den 80er Jahren, aber sie führten zu Nichts, weil der Priester Karadima der Kirche viele wirtschaftliche Vorteile brachte durch Spenden, da er Freundschaften zu mächtigen Unternehmergruppen pflegte. Er warb außerdem erfolgreich junge Männer aus hohen sozialen Schichten für das Priesteramt an, die auch wiederum viele Kontakte hatten, um Spenden für die Kirche zu erwerben. Was damals niemand wusste war, dass Karadima diese jungen Männer für seine Sekte manipulierte und indoktriniert. Der sexuelle Missbrauch war der letzte Preis, den sie zahlen mussten, um zur Gruppe zu gehören." Im BLick auf die Fehlinformation des Papstes über den Fall Barros und andere chilenische Bischöfe sagt Ramis: "Die Verantwortung hat jetzt nicht mehr der Papst, sondern die Informanten. Und diese Informanten sind der ehemalige Erzbischof von Santiago Francisco Errázuriz, der Apostolische Nuntius in Chile Ivo Scapolo, der aktuelle Erzbischof von Santiago Ricardo Ezzati und sicherlich noch weitere Bischöfe. Die starke Aufmerksamkeit, der Aufruf zu Ordnung und dass die gesamte Bischofskonferenz im Mai nach Rom reist, zeigt, dass es hier um eine kollektive Verantwortung geht. Die gesamte chilenische Bischofskonferenz hat falsche Informationen weitergegeben."
Quelle: deutschlandfunk.de  s. auch: Inés San Martin, 25.4.2018


25.4.2018 Fast 100 Prozent der Männer, die sechs Jahre nach dem Ende einer Therapie wegen Pädophilie in der Berliner Charité - "Kein Täter werden" - befragt wurden, haben keinen Missbrauch begangen. Nur einer von 56 Männern therapierten Männer habe sexuellen Missbrauch begangen.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

25.4.2018 In der Schweiz gibt es verschiedene Gremien innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche, die kirchliche Missbrauchsfälle aufklären sollen und den Bischöfen Empfehlungen geben für den weiteren Umgang mit Opfern, u.a. im Blick auf Entschädigungszahlungen. Nun hat die Präsidentin der unabhängigen Kommission "Cecar", Sylvie Perrinjaquet, aus Protest ihre Arbeit unterbrochen. Sie wirft den Bischöfen vor, die Arbeit von Cecar infrage zu stellen und viele der Empfehlungen von Cecar anzuzweifeln. Perrinjaquet vermutet, dass die Bischöfe argwöhnisch geworden seien, weil ihre Kommission oft für eine Entschädigung von 20.000 SF plädiere. Vermutlich wolle die Kirche sparen. Liliane Gross, Landeskirche Zürich, widerspricht: Die Entschädigungen müssten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein. Die Schweizer katholische Kirche beteuert, auf der Seite der Opfer zu stehen. Daran zweifelt die "Cecar"-Präsidentin: "Ich habe das Gefühl, dass die Kirche noch nicht in der Realität angekommen ist. Sie hat kein Gespür dafür, was die Opfer in ihrem Alltag durchmachen müssen." Nun gibt es eine Krisensitzung zwischen Kirchenvertretern und Vertretern von Cecar.
Quelle:
3sat.de
24.4.2018 Seit den 70er Jahren gab es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester des Erzbistums Köln. Seit acht Jahren lebte der Ruhestandsgeistliche im Bistum Trier. Dort hatte er jahrelang Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, obwohl ihm vom Erzbistum Köln verboten worden war, Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen. Das Bistum Trier wurde nicht vom Erzbistum Köln über die Vorwürfe und die Auflagen informiert. Beide Bistümer gaben die Einsatzorte des Ruhestandspriesters aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt. Die Vorgänge fielen erst auf, als das Bistum Trier dem Ruhestandsgeistlichen eine Pfarrverwaltung übertragen wollte und es einen Kontakt zum Erzbistum Köln gab. Erst da fiel dem Erzbistum Köln auf, dass der Geistliche nur unter Auflagen hätte arbeiten dürfen. Erst da fiel auch auf, dass der Geistliche sich nicht an die Auflage hielt, "keine Angebote für Kinder und Jugendliche" zu machen. Der Kölner Erzbischof entschuldigte sich beim Trierer Bischof. Der Kölner Stadtanzeiger sagt, der Fall werde laut Erzbistum "nach Abschluss der vorgeschriebenen Maßnahmen zur Überprüfung nach Rom" gemeldet.
Quelle: Saarbrücker Zeitung  Kölner Stadtanzeiger
Kommentar: Das Erzbistum Köln braucht also 8 Jahre, um die vorgeschriebenen Maßnahmen abzuschließen, damit der Fall nach Rom gemeldet werden kann? Einem Missbrauchstäter lediglich die Auflage zu erteilen, keine "Angebote für Kinder und Jugendliche" zu machen, ist nicht hilfreich - Seelsorger begegnen in allen seelsorglichen Handlungsfeldern Kindern und Jugendlichen - da muss ein Täter gar keine gezielten "Angebote für Kinder und Jugendliche" machen.  

24.4.2018 Bill Kilgallon, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, berichtet, dass die Kommission Leitlinien erstellte, um Bischofskonferenzen weltweit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch zu unterstützten. Die Glaubenskongregation hatte zuvor schon an Richtlinien gearbeitet. Die Kinderschutzkommission bat die Glaubenskongregation, über die dort geleistete Arbeit informiert zu werden. Die Glaubenskongregation lehnte dies ab.
Weitere Themen der Kinderschutzkommission waren Kirchenrecht und Änderungen der Praxis im Umgang mit Missbrauchsbeschwerden, Fristen für Missbrauchsfälle und eine bessere Definition "gefährdeter Erwachsener". Eine Arbeitsgruppe kümmerte sich um Bildung und Ausbildung der Kirchenleitung (P. Zollner) eine andere Arbeitsgruppe um die Stimmen der Überlebenden (M. Collins) und eine dritte Arbeitsgruppe um Bildung in kirchlichen Gemeinschaften.
Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, schreibt, es sei beschämend, dass die Glaubenskongregation noch immer nicht auf Briefe von Missbrauchsüberlebender reagiert, obwohl sie durch den Papst dazu angewiesen wurde.
Quelle: nzcatholic.org.nz

22.4.2018 Papst Franziskus beabsichtigt, den Status der Kinderschutzkommission definitiv zu bestätigen. Die Vollversammlung der Kommission hat in dieser Woche großes Augenmerk auf die Anhörung von Missbrauchsüberlebenden gelegt. Die angehörten Missbrauchsopfer beraten auch die katholische Kinderschutzkommission von England und Wales. Sie hätten sich durch die Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt wurde, gestärkt gefühlt. Auch weiterhin soll den Zeugnissen von Opfern katholischer Priester großes Gewicht beigemessen werden. Thema der Beratungen waren auch die Ergebnisse der Australischen Königlichen Kommission. Die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission wurden vom Papst in Privataudienz empfangen.
Quelle: vatikannews

21.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, konstatiert, dass die Kommission sich erstmals seit 7 Monaten trifft und bislang wenig praktischen Wandel erreicht hat. Bisher gibt es keine Rechenschaftspflicht von Bischöfen, weil das Tribunal gegen vertuschende Bischöfe von der Kurie ebenso abgelehnt wurde wie die Wahrung der Leitlinien. Collins wünscht Transparenz der Arbeit der Kommission und hofft, dass am Ende des Treffens ein umfassender Bericht über die aktuelle Arbeit und die künftigen Pläne veröffentlicht wird.
Quelle: twitter.com

20.4.2018 Erstmals hat der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz Ezzati sich von den Bischöfen distanziert, denen Vertuschung sexuellen Missbrauchs vorgeworfen wird. Ezzati sagt: "Es ist bedauerlich, dass einige den Heiligen Vater betrogen haben." Bischof Barros lässt bekanntgeben, dass er gesundheitliche Probleme habe. Bischof Koljatic hat bereits gestern geäußert, er werde zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte.
Quelle: Domradio

20.4.2018 Die Korntaler Brüdergemeinde, in deren Heimen Kinder Gewalt und Missbrauch erlitten haben, hat erste Geldzahlungen angewiesen. Die Mitglieder der Vergabekommission sind unbekannt. Voraussetzung für Zahlungen war ein Gespräch mit der Juristin Brigitte Baums-Stammberger, die 112 Interviews führte. Weitere Interviews sollen folgen. Bis Sommer 2010 können sich Opfer noch melden. In ersten Stellungnahmen von Vertretern von Opfergruppen wird von unterschiedlichen Reaktionen der Opfer berichtet. Eine Opfergruppe bemängelt die Intransparenz der Entscheidungskriterien für die Vergabe der Gelder. Angemahnt wird eine bislang fehlende Erinnerungskultur und eine ehrliche Entschuldigung. Detlev Zander, der die Gewaltvorfälle vor vier Jahren publik machte, sagt: "Jetzt haben wir nur aufeklärt. Die Menschen sind befriedet. Jetzt muss es weitergehen." Auch der Sprecher der Brüdergemeinde gab zu erkennen, dass es mit der Bezahlung nicht getan ist. Die gemeindebezogene Aufarbeitung habe schon begonnen, sagte er.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

19.4.2018 Bischof Tomislav Koljatic, Linares, Chile, sagte, er werde zum Wohl der Kirche zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte. Zugleich erklärte er, es seien nie Vertuschungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden und er sei auch keines Vergehens angeklagt worden.
Quelle: orf

19.4.2018 In der Schweiz wird jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge sexuell missbraucht. Nach Schätzungen gibt es in der Schweiz 50.000 Täter. Das erklärte Marie-Jo Abey von der Vereinigung Groupe Sapec. Bruno Gravier, Professor und Psychiater forderte für Pädophile psychiatrische Begleitung. Groupe Sapec berichtete, dass viele Vereine Prävention scheuten, aus Sorge, man unterstelle ihnen dann Missbrauchsfälle. Bischof Morerod, Westschweiz, sagte, in seinem Bistum sei der Umgang mit Verdachtsfällen schwierig. Er müsse die Polizei über Verdachtsfälle informieren, habe aber Angst, dass man daraufhin noch mehr Dinge vor ihm verstecken wird. Er sehe keine perfekte Lösung.
Quelle: kath.ch

19.4.2018 Martin Grichting, Generalvikar von Chur, konstatiert, dass die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche durch die Geringschätzung des kirchlichen Rechts und die undifferenzierte Forderung nach Dezentralisierung der Kirche begünstigt haben.
Quelle: NZZ

18.4.2018 Katholische Whistleblower - Priester, Ordensleute und Laien - fordern eine substanzielle Überarbeitung der Politik der US-amerikanischen katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen. Sie wollen, dass Missbrauchsüberlebende und Laien einbezogen werden, Die Nulltoleranzpolitik auf alle geistlichen, religiösen und kirchlichen Angestellten ausgedehnt wird, dass auch Bischöfe einbezogen werden. Zudem sollen Täter, denen "erhebliche Vorwürfe" gemacht werden, auf den Internetseiten der Bistümer veröffentlicht werden. Die Kirche solle mit den Gesetzgebern jeden Staates zusammenarbeiten, die die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch aufheben wollen. Die Forderungen wurden in einem Schreiben vom 1.4. an den Präsidenten der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, gerichtet und abschriftlich an den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Christoph Pierre, und an alle aktiven und pensionierten Bischöfe in den USA geschickt. Eine Antwort ging bislang nicht ein.
Von dem Bischof von Lafayette, Indiana, Timothy Lawrence Doherty allerdings erhalten die Anliegen der Wihistleblower Unterstützung.

Quelle: ncronline.org
17.4.2018 Die von Marcial Maciel Degollado gegründeten Legionäre Christi in ihrem Zweig des Regnum Christi berät neue Statuten. Die Statuten sollen verhindern, dass erneut ein System von Betrug und sexuellem Missbrauch entstehen kann, wie Degollado (1920-2008) es aufgebaut hatte.
Quelle: katholisch.de

17.4.2018 Am 1.5.2018 entscheidet die australische Justiz, ob gegen Kardinal Pell ein Prozess wegen Missbrauchsvorwürfen eröffnet wird. Die Anwälte Pells fordern die Einstellung des Verfahrens.
Quelle: religion.orf.at

16.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, kommentiert die chilenischen Ereignisse so: "Was in Chile passiert ist, ist dasselbe wie in einem Land nach dem anderen, wo Überlebende einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Ortskirche hat mit Hilfe von Verschleierung geschaut, wie sie ihre Kollegen schützen kann - seien es die Täter oder die nachlässigen Bischöfe. Der einzige Unterschied in diesem Fall war, dass die chilenischen Kirchenverantwortlichen nicht nur versuchten, die Laien zu täuschen, sondern auch versuchten, den Papst zu täuschen. Der einzige Weg, zu verhindern, dass dies wieder passiert, ist sicherzustellen, dass es schwerwiegende Folgen für jeden Kardinal, Bischof oder religiösen Führer hat, die versuchen, ihre Kollegen auf Kosten der Opfer zu schützen. Es muss Rechenschaftspflicht bestehen."
Quelle: www.latercera.com


16.4.2018 Häusliche Gewalt nimmt zu. In der Gesellschaft wird Gewalt oft noch immer verharmlost und gerechtfertigt. Das Thema muss immer wieder angesprochen werden, auch auf politischer Ebene.
Quelle: Süddeutsche

14.4.2018 Papst Franziskus wird am 28. und 29.4. drei chilenische Missbrauchsopfer treffen. Darunter ist auch Juan Carlos Cruz.
Quelle: vaticannews.va

13.4.2018 J. Müller-Meiningen benennt die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Errázuriz als "Urheber einer Diffamierungskampagne gegen chilenische Missbrauchsopfer" und kommentiert: "Ein Papst, der sich explizit für eigenes Fehlverhalten entschuldigt, markiert nicht nur eine Änderung in der Sache, sondern im System."
Quellen: Augsburger Allgemeine 

13.4.2018 Hans Zollner sagt, dem Papst gehe es keineswegs nur um "eine schnelle Entschuldigung". Vielmehr ginge aus dem Brief des Papstes an die chilenische Bischofskonferenz hervor, dass er den Vorgängen in Chile „bewusst auf den Grund gehen“ wolle.
Quelle:
vaticannews.va

13.4.2018 Mit der Entschuldigung des Papstes für seine Fehleinschätzung der Behandlung der Missbrauchsfälle in Chile gerät auch die Rolle des dortigen Nuntius in Santiago, Erzbischof Ivo Scapolo, in den Blick. Aufgabe des Nuntius ist es, den "Heiligen Stuhl" auf dem Laufenden zu halten. Offensichtlich hat Scapolo dies nicht getan. Auch die Rolle des Kardinalsrats-Mitglieds Errazuriz gehört auf den Prüfstand. Zu fragen ist, wie es möglich ist, dass der Papst drei Jahre lang die Informationen nicht erhält, die er gebraucht hätte, um die Situation der kath. Kirche in Chile richtig zu beurteilen.
Quelle: ncregister.com
s. auch Daniel Deckers, FAZ: Der Papst, ein Opfer? "Der Papst ist kein Opfer. Anders als für seinen Vorgänger Benedikt hat die strukturelle Dimension des Themas Missbrauch bis heute für Franziskus keine Priorität. Im Fall Barros kommt hinzu, dass Franziskus dem eigenen Urteilsvermögen und den Einflüsterungen aus seiner Umgebung mehr vertraute  als allen Zweiflern. Auch das ist eine Spielart der doch so verheerenden 'institutionellen Selbstgewissheit', die die Kirche immer wieder an den Tag legt - und das nun in Gestalt des Papstes selbst." Der Papst habe die Risiken der Netzwerke von Tätern und Mitwissern unterschätzt und gleich drei Kardinäle in sein engstes Beratungsgremium aufgenommen, "auf deren Amtsführung ein langer Schatten lag, darunter eine der Schlüsselfiguren der chilenischen Missbrauchsauffäe. Man kannte sich, man half sich."
13.4.2018  Die Mitglieder der chilenischen Bischofskonferenz sind vom Papstbrief (englische Übersetzung) überrascht und geben sich selbstkritisch. "Wir haben nicht genug dagegen getan", sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Militärbischof Santiago Silva. Zugleich betont er, man habe Franziskus alle verfügbaren Informationen zukommen lassen. Der Papst benennt als Ziel, die Wiederherstellung der kirchlichen Gemeinschaft in Chile, die Wiedergutmachung des Skandals und die Herstellung von Gerechtigkeit.
 Quelle: katholisch.de


12.4.2018 Einer österreichischen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung zufolge werden 27% der 11-18-Jährigen mit sexueller Belästigung im Internet konfrontiert. Mädchen geraten mit 40% dreimal so oft in eine solche Situation wie Jungen. Nur 8% melden der Polizei Vorfälle.
27 Prozent der Elf- bis 18-Jährigen in Österreich sind schon sexueller Belästigung im Internet ausgesetzt gewesen. Mädchen geraten mit einem Anteil von 40 Prozent fast dreimal so häufig in solche Situationen wie Burschen, sagt Raphaela Kohout vom Institut für Jugendkulturforschung. Die Täter sind oft Unbekannte und meist viel älter als die Betroffenen. Neue Freunde finden und sich verlieben, das passiert für Jugendliche heute laufend auch in Online-Spielen, auf Chatportalen und auf Instagram. Dass sie dabei mitunter "ungut angegangen werden" – bis hin zu strafrechtlich relevantem Missbrauch –, werde von vielen als "normal" empfunden: "Obwohl wir tagtäglich mit dem Problem konfrontiert sind, waren wir sehr schockiert, wie sehr sich Jugendliche mit sexueller Belästigung im Internet abgefunden haben", sagt Elke Prochazka, Psychologin beim Jugendnotruf Rat auf Draht. Rat auf Draht und SOS-Kinderdorf, das die Beratungsstelle seit 2014 führt, waren Auftraggeber der Umfrage unter 400 Elf- bis 18-Jährigen. - derstandard.at/2000077812311/Missbrauch-im-Internet-27-Prozent-der-Elf-bis-18-JaehrigenQuelle: der-standard.at

11./12.4.2018 Papst Franziskus schreibt den chilenischen Bischöfen, er habe sich  „aufgrund eines Mangels an genauen und ausgewogenen Informationen" ein falsches Bild von der Situation in Chile gemacht. Charles Scicluna hat dem Papst einen Bericht seiner Anhörungen in Chile vorgelegt. Dieser Bericht habe einen tiefen Eindruck beim Papst hinterlassen. Er halte die Zeugenaussagen für glaubwürdig. Die Zeugen beschuldigen Bischof Barros der Vertuschung der Missbrauchshandlungen durch den Priester Karadima. Dankbar sei der Papst denen, die „mit Ehrlichkeit, Mut und Sinn für die Kirche ein Treffen mit meinen Gesandten einforderten und ihnen die Wunden ihrer Seele zeigten“. Er entschuldigt sich bei allen, die er beleidigt hat und werde dies auch bei Treffen mit Vertretern der befragten Personen persönlich tun. Der Papst plant, die chilenischen Bischöfe zu Beratungen in den Vatikan zu berufen, um Schlussfolgerungen aus dem Bericht zu diskutieren. Von einer Entlassung des Bischofs Barros sprach er nicht. Auch die Namen der weiteren beschuldigten Bischöfe - Tomislav Kohljatic, Horatio Valenzuela, Erzbischof Francisco Javier Errazuriz Ossa - werden nicht genannt; ebensowenig wie die Namen derer, die den Papst nicht wahrheitsgemäß informierten.
kathpress berichtet, dass Barros selbst übergriffig geworden sein soll.

Quelle: vaticannews.va  katholisch.de  domradio.de  kathpress.at

11.4.2018 Erzbischof  Philip Wilson, Adelaide, Australien, sagte vor Gericht, er erinnere sich nicht, dass zwei Ministranten ihm von sexuellem Missbrauch durch den Priester James Fletcher berichtet hätten. Hätten sie ihm davon berichtet, hätte er dem damals 15-jährigen mutmaßlichen Opfer und seiner Familie Seelsorge zukommen lassen und die Vorwürfe seinen Vorgesetzten gemeldet.
Bei Wilson wurde eine beginnende Alzheimer-Krankheit diagnostiert, aber er sieht sich imstande, weiterhin das Bischofsamt auszuüben.

Quelle: cruxnow.com

9.4.2018 Die neu zusammengesetzte Päpstliche Kinderschutzkommission trifft sich Mitte nächster Woche erstmals. In einem Opferbeirat sollen auch Opfer gehört werden. Aufgabe der Kommission ist es, den Papst zu beraten, Kontakt zu Betroffenen zu haben; Initiativen und Möglichkeiten zu fördern, die Minderjährige im kirchlichen Raum schützen; Leitlinien zu Prävention und Intervention zu verbessern und anzuwenden und Verantwortliche zu informieren und zu schulen. Voraussichtlich trifft sich die Kommission zweimal jährlich in Rom.
 Quelle: domradio

7.4.2018 Ein früherer Kirchendiplomat der Nuntiatur in Washington, Angehöriger des Bistums Mailand, hatte in Kanada von einem kirchlichen Rechner Kinderpornographie heruntergeladen. Die kanadische Justiz erließ Ende September 2017 einen Haftbefehl, stellte jedoch keine Festnahmeersuchen an die Vatikanbehörden. Sehr wohl jedoch forderten kanadische und amerikanische Behörden die Aufhebung der diplomatischen Immunität des Beschuldigten. Der Vatikan holte ihn jedoch nach Rom. Nun hat ihn die vatikanische Justiz in Untersuchungshaft genommen.
 Quellen: kathpress.at  faz.net 10.4.2018

6.4.2018 Bischof Lawrence T. Persico, Bistum Erie, Pennsylvania, hat eine Liste von 34 glaubhaft des Missbrauchs beschuldigten Priestern und 17 Laien veröffentlicht. Er begründete: "Als Katholiken glauben wir, dass der Herr unendliche Barmherzigkeit und Absolution für diejenigen hat, die zerknirscht sind und aufrichtig Vergebung suchen. Aber das bedeutet nicht, dass sie frei von den Auswirkungen ihres Verhaltens sind."
Quelle: crux-now

5.4.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte dringend zusätzliche Therapeuten und spezifische thrapeutische Angebote für komplex traumatisierte Missbrauchsopfer, sowohl für Minderjährige als auch für Erwachsene. Rörig fordert darüber hinaus zum wiederholten Mal die Reform des Opferentschädigungsgesetzes und die Beseitigung der Missstände beim Ergänzenden Hilfesystem. Derzeit müssen Betroffene mit einer Bearbeitungszeit von zwei Jahren rechnen.

5.04.2018 Seit 2010 gingen im Bistum Würzburg 111 Missbrauchsmeldungen ein. Im letzten halben Jahr wurden drei Priester beschuldigt. Das Bistum zahlte an 21 Opfer materielle Leistungen von 100.500 €. Beschuldigt  wurden 34 Priester, von denen 16 bereits verstorben sind. Zudem gibt es 16 Vorwürfe gegen weitere Mitarbeiter. In 14 Fällen ermittelte die Staatsanwaltschaft, in einem Fall gab es eine gerichtliche Verurteilung.

Quelle: main-echo.de


4.4.2018 Der britische Bericht über das Schicksal der Kindermigranten ist erschienen. Kinder aus armen oder verwahrlosten Familien oder uneheliche Kinder wurden bei angeblich wohltätigen Institutionen in ehemaligen oder damaligen Kolonien untergebracht: In Australien, Kanada, Neuseeland und Südrhodesien (Simbabwe). Zwischen 1946 und 1970 wurden ca 4000 Kinder in ausländische Heime verlegt. Erst 2010 bat der damalige Premierminister Gordon Brown die Überlebenden von Staats wegen um Vergebung. Der heute 75-jährige Michael O'Donoghue berichtet, dass er als Zehnjähriger von einem Kinderheim in London in ein Waisenhaus in Australien geschickt wurde. Dort, bei katholischen Glaubensbrüdern in Clontarf in Westaustralien, wurde der Knabe systematisch gequält und vergewaltigt. Hier (Triggergefahr) berichten weitere Kindermigranten von ihrem Schicksal.
Quelle: NZZ


4.4.2018 Kardinal Barbarin, Lyon; Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, Chef der Glaubenskongregation und fünf weitere katholische Kirchenvertreter sind vom 7.-9.1.2019 vor ein Lyoner Gericht geladen. Er wird beschuldigt, den sexuellen Missbrauch von Pfadfindern durch Pater Bernard Preynat vertuscht zu haben. Erzbischof Ladaria und die anderen Kirchenvertreter sollen informiert gewesen sein, den Missbrauch jedoch nicht an die Behörden gemeldet haben. Erzbischof Ladaria habe 2015 Kardinal Barbarin mitgeteilt, dass die Glaubenskongregation angemessene Disziplinarmaßnahmen empfohlen habe und angeordnet habe, einen öffentlichen Skandal zu vermeiden.
Quellen: cruxnow.com  La-croix

4.4.2018 Ein 50-jähriger Priester aus dem Erzbistum Leon, Guanajuato, Mexiko, wurde wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jugendlichen zu 90 Jahren Haft verurteilt. Die Jugendlichen hatten das psychologische Beratungsangebot des Täters an einer katholischen Schule in Irapuato genutzt. Weitere Missbrauchsvorwürfge gegen den Geistlichen liegen vor.
Quelle: kathpress.at  katholisch.de

3.4.2018 Papst Franziskus hat das altersbedingte Rücktrittsgesuch des Weihbischofs Thomas J. Curry, Los Angeles, angenommen. 2013 wurde bekannt, dass der frühere Erzbischof von LA, Kardinal Roger Mahony und Curry als Personalverantwortlicher in den 1980er Jahren gezielt pädophil auffällig gewordene Priester sowohl einer Therapie als auch der staatlichen Strafverfolgung entzogen haben. Mahony wurde daher von seinem Amtsnachfolger Jose Gomez Velasco im Februar 2013 von allen Aufgaben entbunden. Curry hatte zeitgleich seinen Rücktritt angeboten, den Papst Benedikt aber nicht annahm.
Quelle: orf

Ich wünsche allen, die hier vorbeischauen, frohe Ostern und das Vertrauen, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben werden.
Unterschrift

29.3.2018 Die Anhörung von Kardinal Pell vor einem australischen Gericht ist abgeschlossen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob es Anklage erheben wird oder nicht. Die Entscheidung fällt frühestens am 17.4.2018. 2002 endete ein kirchliches Verfahren gegen Pell mit einem Freispruch aus Mangel an Beweisen. In seinen Aussagen  vor der australischen Missbrauchskommission hatte Pell den Vorwurf der Vertuschung von Missbrauchsfällen energisch zurückgewiesen. Zugleich räumte er ein, dass "die katholische Kirche" beim Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch "gewaltige Fehler" gemacht habe. Man habe "Menschen im Stich gelassen".
Quelle: katholisch.de

29.3.2018 Christoph Fleischmann fordert eine Änderung des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). 2013 stand im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, das OEG müsse in einem zeitgemäßen Regelwerk neu geordnet werden. Da bislang nur ein Arbeitsentwurf vorliegt, taucht das Thema im aktuellen Koalitionsvertrag erneut auf. Die Hürden wurden im Arbeitsentwurf jedoch nicht abgebaut: MIssbrauchsopfer müssen die Straftat nachweisen und beweisen, dass ihre physischen und psychischen Beeinträchtigungen vom Missbrauch herrühren. Beide Gesetztesbedingungen können in der Regel von Missbrauchsopfern nicht erfüllt werden. Zudem muss das Leid quantifiziert werden in Prozentzahlen. Dabei gelten für den Osten höhere Anforderungen an das quantifizierte Leid als im Westen.
Fleischmann kommentiert: "Es ist beschämend, denn es ist ein Versagen der Gemeinschaft, die nicht hören will, was Menschen Schlimmes erlebt haben, und die dem lebenslangen Leid, das aus der bösen Tat folgt, die Anerkennung verweigert."

Quelle: deutschlandfunkkultur.de

29.3.2018 Michael Ruegg beschreibt die Rolle, die Verantwortliche des Schweizer Bistums Lausanne, Genf, Freiburg, der Journalist Laurent Grabet, Verantwortliche der Kapuziner, dem der Täter Joel A. angehörte und das Opfer Daniel Pittet spielten: Eine Rolle der Intrigen, der Lügen, der Desinformation. Ziel war nach Ansicht Rueggs, die Handlungen der Bistums-Verantwortlichen Lausanne, Freiburg, Genf (Bischof Morerod) unsichtbar zu machen und den Verantwortlichen der Kapuziner  die Schuld zuzuschieben.      
Quelle: republik.ch

28.3.2018 Beitrag im srf zum Fall Joel A.
Quelle: srf.ch

28.3.2018 Ein ehemaliger Schüler des Stiftes Kremsmünster klagt gegen das Stift, dem er 1987 bis 1996 angehörte; er will 95.000 € Schmerzensgeld wegen sexuellen Missbrauchs durch einen Pater, der 2013 zu zwöllf Jahren Haft verurteilt wurde. Von der Opferschutzanwaltschaft hat er bereits 35.000 € erhalten. Sepp Rothwandl, Obmann der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt betroffen.at argumentiert, das Fehlverhalten des Täters sei dem Orden bekannt gewesen und der Orden habe es versäumt, Gefahren von den Schülern abzuwenden.
Quelle: ooe.orf.at

27.3.2018 Im Bistum Sitten, Schweiz waren vor einem Jahr 5 Missbrauchsfälle bekannt. Inzwischen sind es 13 Fälle.
Quelle: rro.ch

27.3.2018 Die Schweizer Bischofskonferenz verzeichnete bis 2016 insgesamt 218 Meldungen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. 48 Personen zeigten Missbrauch nach dem Jahr 2000 an. Mindestens 59 Kinder unter 12 Jahren, 24 Mädchen und 60 Jungen im Teenageralter, 48 erwachsene Frauen und 40 erwachsene Männer zeigten sexuellen Missbrauch an. 113 Täter sind Weltpriester (von ca 1456 Weltpriestern insgesamt), 60 Täter sind Ordensmänner und Laientheologen, 20 sind Ordensschwestern oder Laientheologinnen. Ca 100 Meldungen betreffen schwere Delikte wie Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung.
Quelle: NZZ

27.3.2018 Der Auszug aus dem Bericht der Untersuchungskommission zum "Fall Joel Allaz" zeigt das Versagen des Kapuzinerordens und des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. Sie ließen Allaz seit 1958 insgesamt 45 Jahre lang gewähren. Weder wurde Strafanzeige bei staatlichen Behörden gestellt, noch wurden die Vorschriften des Kirchenrechts befolgt. Es wurde versucht, das Verhalten der Verantwortlichen zu vertuschen. 24 Opfer konnten identifiziert werden - ein Interesse an den Opfern zeigte keine der verantwortlichen kirchlichen Stellen. Lediglich an Daniel Pittet zeigte das Bistum Interesse.
Quelle: kapuziner.ch

27.3.2018 Die Anwälte von Kardinal Pell werfen der Buchautorin Louise Milligan (Der Kardinal: Aufstieg und Fall von George Pell) Beeinflussung der Justiz und Vergiftung der öffentlichen Meinung vor. Die Autorin weist den Vorwurf zurück.
Quelle: vaticannews

25.3.2018 Auf der Vorsynode der Jugend wurde von der Kirche gefordert, dass sie transparent, offen, ehrlich, einladend, kommunikativ, zugänglich, freudig und eine Gemeinschaft im Austausch sein solle. Die Nulltoleranz gegenüber sexuellem Missbrauch solle ausgeweitet werden, der Missbrauch von Macht und Reichtum verurteilt werden. Junge Menschen und Frauen sollen in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Quellen: katholisch.de  cruxnow
Kommentar: Diese Wünsche dürften auch von Älteren geteilt werden :-).

25.3.2018 Bei der Deutschen Bischofskonferenz wurden 1788 Anträge von Missbrauchsopfern auf Geldzahlungen in Anerkennung des Leides gestellt, die in 1675 Fällen genehmigt wurden. 2015 gab es 105 Anträge, 2016 waren es 126 Anträge und 2017 gab es 54 Anträge.
Im Bistum Mainz wurden 51 Anträge gestellt, 43 wurden bewilligt, drei abgelehnt, fünf Anträge müssen noch entschieden werden. Bislang zahlte das Bistum 253.000 Euro. 2016 stellten drei Betroffene Anträge, 2017 vier Betroffene. Gegen 52 Priester, Ordensmänner und Diakone liegen seit 1946 Anschuldigungen vor.
Im Bistum Limburg gab es 2016 und 2017 je ein Fall. Seit 2010 wurden 35 Anträge gestellt. Das Bistum zahlte insgesamt 166.000 Euro aus.

Im Bistum Fulda wurden 15 Anträge gestellt. Der letzte Antrag stammt von 2014. Insgesamt zahlte das Bistum 45.500 Euro. Seit 1943 seien 20 Priester und 8 Laien wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden.
Quelle: fnp.de

25.3.2018 Ein Nachruf auf ein kirchliches Missbrauchsopfer mit wohltuenden Worten und einer klaren Sprache von Annette Langer.
Quelle: Spiegel

25.3.2018 In Mexiko werden mindestens 17 katholische Priester des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ermittler sprechen von einem Netzwerk, das die Bistümer Saltillo, Torreón und Piedras NEgras umfasst. Drei der angeklagten Priester feiern weiterhin Gottesdienste. Die Taten liegen zwischen 4 und 8 Jahre zurück. Eines der Opfer war in einem Priesterseminar, als die Taten geschahen.
Quelle: reporteindigo.com

23.3.2018 Eine Ausstellung in Waiblingen „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg, 1949 bis 1975“ des Landesarchivs Baden-Württemberg zeigt das Leid von Heimkindern. Die Ausstellung bereitet eine wissenschaftliche Publikation von Dr. Gudrun Silberzuahn-Jandt vor. Gezeigt wird die "Pädagogik" in der ehemaligen Anstalt Stetten.
Quelle:  zvw.de

23.3.2018 Im Bistum Saginaw, Michigan, wurden die Bischofswohnung von Bischof Joseph Cistone und weitere Kirchengebäude durchsucht. Ein Polizeisprecher nennt mangelnde Kooperation des Bischofs bei der Aufklärung von zwei Missbrauchsvorwürfen. Gefunden hat die Polizei keine Hinweise auf Vertuschung. Cistone sagte, er habe vorher keine Erkenntnisse über polizeiliche Ermittlungen oder Verdachtsäußerungen gehabt. Die Polizei bezweifelt die Aussage des Bischofs. Am 8. März informierte das Bistum, dass eine weitere Überprüfung ergeben habe, dass die Diözese 1992 Gerüchte über einen Beschuldigten - DeLand - gehört habe und dass 2005 eine Frau das Bistum über den sexuellen Missbrauch ihres Bruders informierte. Ein vom Bistum beauftragter Ermittler, ein Diözesanprüfungsausschuss, der damalige Bischof Robert Carlson und die Familie entschieden, dass der Verdacht gegen DeLand unbegründet sei. - Cistone war bereits 2012 angeklagt, ein Geschworenengericht getäuscht zu haben. Ihm war vorgeworfen worden, 1994 in Philadelphia Dokumente mit Namen mutmaßlicher Missbrauchspriester zerstört zu haben. Cistone wurde nicht verurteilt.
Quelle: katholisch.de  catholicnewsagency.com

23.3.2018 Eine weitere Klage gegen Kardinal Pell wurde zurückgezogen, weil ein Zeuge "aus medizinischen Gründen" nicht aussagen könne. Eine Frau sagte aus, ihr Bruder habe ihr 16 Jahre nach dem angeblichen "Vorfall" gesagt, von Pell sexuell missbraucht worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft sagte, die Frau und ihr Bruder seien zum Zeitpunkt des Geständnisses betrunken gewesen. Die Zeugin wies dies zurück.
Quelle: orf

22.3.2018 Das Bistum Buffalo, USA, hat eine Liste von 42 Priestern und höheren Kirchenvrtretern veröffentlicht, die sexuellen Missbrauch begangen an. Damit folgt das Bistum ca 30 anderen US-Diözesen. Auf der Liste befinden sich Namen von 27 bislang unbekannten Beschuldigten, darunter auch prominente frühere Kleriker. Mehr als die Hälfte der Täter sind gestorben - u.a. Joseph E. Schnieder, der in den 1950er und 1960er Jahren zwei US-Präsidenten in Jugendfragen beriet. Die meisten der Beschuldigten mussten sich nicht strafrechtlich verantworten, einige wurden vorzeitig pensioniert oder "aus medizinischen Gründen" aus dem Amt entfernt. - Opfervertreter sagen, die veröffentlichten Akten seien unvollständig, geheime Unterlagen, in denen Vertuschungen und die dafür Verantwortlichen dokumentiert seien, seien unveröffentlicht. Zudem gebe es drei weitere Missbrauchstäter, die jedoch nicht auf der Liste stehen. Opfer bezweifeln, dass das Bistum tatsächlich alle Namen veröffentlicht hat. So wurden die Namen von Ordenspriestern nicht eingeschlossen. In der John-Jay-Studie waren 53 Täter benannt worden.
Quelle: kathpress.at  buffalonews.com  buffalonews.com

22.3.2018 Das Bistum Regensburg fordert ehemalige Dimspatzen, die sexuelle Gewalt durch ältere Mitschüler erlebt haben, auf, sich zu melden. Peter Schmitt, Mitglied des Aufarbeitungsgremiums kritisiert die ARD, weil der Hinweis, dass sich eine sozialwissenschaftliche Studie mit dieser Thematik beschäftigt, ignoriert werde. Außerdem spreche der Bericht von zwei Fällen und leite daraus ein "System" von Missbrauch unter Schülern ab.
Quelle: orf

21.3.2018 Das Bistum Regensburg zeigt sich erschüttert über den Missbrauch jüngerer Domspatzen-Schüler durch ältere Schüler. Das Bistum habe keine Stellungnahme zum swr-Bericht abgegeben können, weil die Report-Redaktion trotz mehrfacher Bitte nicht über die konkreten Vorwürfe des Beitrages informiert habe. - Peter Schmitt, Mitglied des Aufarbeitungsgremiums bei den Regensburger Domspatzen sagt, die laufende Aufarbeitung sei nicht korrekt dargestellt. Es fehle der Hinweis, dass sich eine derzeit noch laufende sozialwissenschaftliche Studie auch mit Missbrauch jüngerer durch ältere Domspatzen-Schüler beschäftigt.
Quelle: bistum-regensburg.de  br  domradio

21.3.2018 Bei den Regensburger Domspatzen gab es sexuellen Missbrauch von älteren Schülern an jüngeren. Das berichtet ein mutmaßliches Opfer, das von 1987 - 1992 das Domspatzen-Internat besuchte. Der Missbrauch sei im Internat und auf Konzertreisen geschehen. Hinweise darauf gab es bereits im Prozess gegen den ehemaligen Domspatzen-Schüler Christian F., der u.a. zwei ehemalige jüngere Schüler des Domspatzengymnasiums missbrauchte. Hinweise auf Missbrauch jüngerer Domspatzen-Schüler durch ältere Schüler gab es auch bereits im Untersuchungsbericht des Sonderermittlers Ulrich Weber, in dem Missbrauch unter Schülern ausdrücklich nicht als Gegenstand der Untersuchung benannt wird. Das Bistum Regensburg wurde vom swr angefragt, reagierte jedoch nicht.
Quellen: swr  br 

20.3.2018 Der Bischof von Formosa, Jose Ronaldo Ribeiro und weitere Priester haben in die eigene Tasche gewirtschaftet. Der Bischof ließ Zeugen einschüchtern. Zudem ließ er Kinder im Bischofshaus wohnen, die den Auftrag hatten, während der Messen Gläubige zu bestehlen. Ermittlungen verliefen im Sand.
Quelle: katholisch.de

20.3.2018 Psychische und körperliche Gewalt in der Kindheit erhöhen - u.a. - das Diabetesrisiko.
Quelle: Ärzteblatt


20.3.2018 Das Kölner Kirchengericht hat noch keinen Termin festgesetzt, wann das Strafverfahren gegen den früheren Pfarrer in Freisen-Oberkirchen, Bistum Trier, eröffnet wird. Der Beschuldigte bestreitet sexuellen Missbrauch. Das Verfahren war von Bischof Ackermann nach Köln gegeben worden, um größtmögliche Neutralität sicherzustellen.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

20.3.2018 Der Kirchenpfleger der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn wusste seit September 2017 von Ermittlungen wegen Besitzes von Kinderpornographie gegen einen Erzieher. Erst im Februar 2018 erfuhren Eltern und Mitarbeiter von den Vorwürfen - durch die Medien. Der Kirchenpfleger hat nun Eigenanzeige erstattet und damit ein Disziplinarverfahren gegen sich eingeleitet. Die zuständige kirchliche Stelle hat bislang nichts getan, außer dem Kirchenpfleger die Zuständigkeit für Kindergärten zu entziehen. Der Erzieher steht weiterhin auf der kirchlichen Lohnliste. Dem Erzieher wird inzwischen auch sexueller Missbrauch vorgeworfen, nachdem ein Video gefunden worden sein soll, das ihn bei sexuellen Handlungen mit einem Minderjährigen zeigt.
Quelle: echo24.de  swr.de

20.3.2018 Gegen Kardinal Pell hat ein Zeuge eine weitere Anschuldigung erhoben. Über den Inhalt der neuen Anschuldigung wurde ebenso wenig bekannt wie über den Inhalt der bisherigen Anschuldigungen.
Quelle: Domradio

19.3.2018 Der Erzbischof von Guam, Michael Jude Byrnes, bat die ehemaligen Ministranten, die Erzbischof Apuron des sexuellen Missbrauchs beschuldigten, um Entschuldigung für den erlittenen Missbrauch. Er bat auch Doris Concepcion um Entschuldigung. Sie hatte für ihren verstorbenen Sohn Sonny Quinata gekämpft und Lobbyarbeit gemacht. In einer früheren Erklärung hatte sich Byrnes auch bei Mark Apuron bedankt für seine mutige Entscheidung, sich zur Vergewaltigung durch seinen Onkel Bischof Apuron zu äußern. - Apuron wurde vom Vatikan des Missbrauchs für schuldig befunden. Unbekannt ist der Umfang der Taten, der vom vatikanischen Gericht anerkannt wurde und zum Schuldspruch (Entzug des Erzbischof-Titels und Verbot, sich in Guam aufzuhalten) führte. - Nach dem sexuellen Missbrauch auf Guam, dessen 96 katholische Priester von Guam für schuldig befunden wurden, spricht Byrnes von einem Neuanfang im Bistum.
Quelle: kcentv.com

19.3.2018 In Essen findet der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) statt. Dort wird über den Umgang mit dem Erziehungswissenschaftler Hartmut von Hentig - Lebenspartner des Haupttäters Gerold Becker an der Odenwaldschule - gestritten. Hentig hat sich nicht von Becker distanziert und nahegelegt, dass die Jugendlichen an der Odenwaldschule ja hätten wehren oder beschweren können, wenn sie mit den sexuellen Handlungen der Erwachsenen nicht einverstanden gewesen wären. - Im Januar 2017 hat der Vorstand der DGfE entschieden, Hentig den 1998 verliehenen Trapp-Preis zu entziehen. Hentigs Unterstützer wollen die Entscheidung rückgängig machen. So wurde kurzfristig eine Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern der Entscheidung angesetzt. Ursprünglich sollte es nur ein Podium „Disziplin und Fachgesellschaft – verstrickt in pädagogische Gewaltverhältnisse“ geben. Zu dieser Diskussion waren keine Opfer eingeladen. Der Betroffenenrat des UBSKM fordert die Finanzierung einer unabhängigen Aufarbeitung durch die DGfE.
Quelle: fr.de
s. auch fr.de/15.3.2010

19.3.2018 Der frühere katholische Kardinal und Erzbischof Keith Michael Patrick O'Brien von Edingburgh, Schottland, ist gestorben. 2013 hatte er auf sein Amt verzichtet. Ihm warfen mehrere Priesteramtskanditaten sexuelle Belästigung in den 1980er Jahren vor. Damals war O'Brien Leiter eines Priesterseminars. Der Kardinal räumte die "Verfehlungen" ein und nahm nicht an der Papst-Wahl im März 2013 teil. Den Kardinalstitel führte er weiter, übte aber die Rechte und Privilegien eines Kardinals nicht aus.
Quelle: orf

19.3.2018 Beim Weißen Ring Lübeck soll ein ehemaliger Mitarbeiter mehrere Frauen sexuell belästigt haben. 6 (von 12) erstatteten unabhängig voneinander Anzeige. Der Weiße Ring will Strafanzeige gegen den Mitarbeiter erstatten. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe und hat Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede erstattet. Bereits 2012 soll es Hinweise auf Fehlverhalten gegeben haben, denen jedoch nicht konsequent nachgegangen wurde. Die Tufts University, Boston, hat in einer Studie ermittelt, dass es häufig vorkommt, dass Mitarbeiter von Hilfesorganisationen sexuelle Übergriffe begehen. Verantwortlich dafür seien Strukturen, in denen oftmals Männer in Führungspositionen seien und sich eine herablassende Einstellung gegenüber Frauen etabliert habe. Petra Kappler, eines der mutmaßlichen Opfer, wendet sich in einem Brief an den Beschuldigten.
Quelle: sueddeutsche.de  spiegel

18.03.2018: Und der Erzbischof schweigt - Wie Irland mit kirchlichen Verbrechen an unehelichen Kindern umgeht ...Im März 2017 bestätigte Irlands Regierung, dass Katholische Nonnen zwischen 1925 und 1961 bis zu 800 Kleinkinder in Klärgruben ihres Mutter-Kind-Heims im Städtchen Tuam „entsorgt“ hatten. Fast alle Kinder waren an Unterernährung und heilbaren Krankheiten gestorben. Im strikt katholischen Irland jener Zeit wurden ledige Mütter zwangsweise in kirchlichen Heimen entbunden und nach einem Jahr von ihren Babys getrennt. Seit 2015 untersucht eine staatliche Kommission die Geschehnisse in Tuam und anderen Heimen in Irland, die Kirche hält sich bedeckt bislang. - „Und der Erzbischof schweigt - Thomas Kruchem hat für Camino in hr2-kultur nachgeforscht, wie Irland mit den kirchlichen Verbrechen an unehelichen Kindern umgeht.
Quelle:mp3.podcast.hr-online.de

18.3.2018 Der ehemalige Klever katholische Pfarrer, dem das Bistum "unangemessenes Kommunikationsverhalten" vorwirft, der eine "Auszeit" nehmen und nicht nach Kleve zurückkehren wollte, lebt weiterhin im dortigen Pfarrhaus. Das Bistum sagt, es habe keine rechtliche Handhabe, weil das Pfarrhaus der (politischen) Gemeinde gehöre.
Quelle: rp-online.de
Kommentar: Priester versprechen bei der Weihe dem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Darauf müsste der Bischof sich berufen können und vom Priester den Auszug aus dem Pfarrhaus verlangen können.  

17.3.2019 Der ehemalige Leiter der Außenstelle des Weißen Rings in Lübeck wird mit einer eidesstattlichen Erklärung von zwei Frauen der sexuellen Belästigung beschuldigt. Weitere Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung vor. Die Lübecker Opferhilfe soll schon länger von ähnlichen Vorwürfen gehört haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück.
Quelle: Süddeutsche

17.3.2018 Das Bundeskriminalamt bekam 2017 aus den USA knapp 35.000 Hinweise auf Kinderpornokonsumenten im Internet. Die Hinweise haben sich nach Angaben bayerischer Cyberermittler von 2016 auf 2017 verdreifacht.
Quelle: Spiegel

17.3.2018 Der nach Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochene frühere Erzbischof Anthony Sablan Apuron hat gegen das Urteil der vatikanischen Glaubenskongregation Berufung eingelegt. Er sei erleichtert, dass der Vatikan die "Mehrzahl der Anklagen" gegen ihn verworfen habe, ließ er seinen Anwalt mitteilen. Die Strafe (Absetzung vom Bischofsamt und Verbot der Rückkehr nach Guam) wird mit der Berufung ausgesetzt.
Quelle: kathpress  domradio

16.3.2018 Der Erzbischof von Agana/Guam/USA (1986-2018) wurde vom Vatikan abgesetzt und darf nicht nach Guam zurückkehren. Apuron bestreitet jegliches Fehlverhalten und lehnte bisher einen Rücktritt ab. Fünf Minderjährige werfen ihm sexuellen Missbrauch in den 1970er Jahren vor. Die ersten Vorwürfe tauchten 2014 auf. 2016 wurde Apuron beurlaubt. Das Urteil wurde im Oktober 2017 gefällt und heute veröffentlicht. Nicht veröffentlicht wurden die Ereignisse, deretwegen Apuron verurteilt worden war. Apuron kann Widerspruch einlegen. Das Parlament von Guam beschloss inzwischen die Aufhebung der Verjährung bei sexuellem Kindesmissbrauch. Apuron hält sich im Vatikan auf.
Quelle: religion.orf.at

16.3.2018 Der Würzburger Missbrauchsbeauftragte Förster - seit Deptember im Dienst - berichtet von sechs Kontakten. Vermutlich handelt es sich dabei um drei Missbrauchsfälle. Förster berichtet, dass Täter den Missbrauch abstreiten und nicht reumütig seien. Vom Bistum Würzburg fühlt sich der Missbrauchsbeauftragte gut unterstützt.

Quelle: main-echo.de


14.3.2018 Im Bistum AUgsburg ist nun möglich, was 2011 noch nicht möglich war. Das Bistum sucht Heimkinder des Donauwörther Kinderheims, die Gewalt unterschiedlicher Formen erlitten haben.
Quelle: deutschlandfunkkultur.de

14.3.2018 In Telford, Großbritannien, berichtet "Sunday Mirror" von tausend Missbrauchsopfern einer Bande vorwiegend asiatischer Männer. Die Missbräuche, Vergewaltigungen, sogar Mord hätten sich über 40 Jahre in der 170 000-Einwohner-Stadt hingezogen. Die Polizei sei bereits in den 1990er informiert gewesen, habe jedoch bis 2007 nicht reagiert - aus Angst vor dem Vorwurf, rassistisch zu sein. Die Zahl der Opfer wurde von der Polizei nicht bestätigt. Der zuständige Polizeikommandant Harding sagt, Telford sei nicht schlimmer als irgendein anderer Ort in England oder Wales. Er spricht von ca 46 Missbrauchsfällen bzw. Fällen, bei denen eine Gefährdung junger Menschen vorlag. Diese Fälle seien auch bearbeitet worden.
Quellen: sueddeutsche.de  stern.de  faz.net, s. auch Rotherham  Rochdale
Kommentar: Für die Opfer dürfte die Nationalität der Täter unerheblich sein.

14.3.2018 Heiner Keup, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs weist auf Missstände in den evangelischen Landeskirchen beim Umgang mit Missbrauchsopfern hin: "Die Verfahren müssen zügiger bearbeitet und kürzer werden, es bedarf eines von den Kirchen unabhängigen Rechtsbeistandes und das Recht auf Akteneinsicht. Betroffene brauchen schneller und unkomplizierter Geld für Therapien. Und vor allem muss man von der Institution erwarten, dass sie offen und respektvoll mit den Opfern umgeht."
Es reiche auch nicht, Schutzkonzepte und Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Sie seien kein Ersatz für Aufarbeitung der institutionellen Bedingungen, die Grenzüberschreitungen ermöglicht haben. Innerhalb der Institutionen sei es wie bei den Betroffenen selbst: "Der Mechanismus der Bewältigung ist es, den Missbrauch abzukapseln." Über Jahre hinweg spalteten Betroffene ihre Erfahrungen psychisch ab. "Die Erfahrungen holen sie aber wieder ein", warnt Keupp. "Und das gilt auch für Institutionen."
Quelle: evangelisch.de

14.3.2018 In Mexiko wurde erstmals ein kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Zwischen 1994 und 1998 hat er einen anfänglich 11jährigen Jungen missbraucht. Er wurde - nach einer längeren Flucht - zu 63 Jahren Gefängnis verurteilt. In Mexiko ist eine Verurteilung möglich, weil die Verjährung aufgehoben wurde. Das Opfer beschuldigte die mexikanische Kirchenleitung, Opfer zu diskreditieren und Täter zu beschützen: "Ich vergesse nicht, dass Kardinal Norberto Rivera [ehemaliger Erzbischof von Mexiko-Stadt] gesagt hat, dass ich nach Geld und Ruhm suche und die Kirche angreife."  - Degollado hingegen, Gründer der Legionäre Christi, wurde nie in Mexiko vor ein Gericht gestellt.
Quelle: crux  katholisch.de 15.3.2018

14.3.2018 In einem Heilbronner Kindergarten wird beim Leiter 2016 Kinderpornographie gefunden. Im Sommer 2017 erfährt der Träger des Kindergartens davon. Im Januar 2018 wird der Kindergartenleiter entlassen. Inzwischen besteht der Verdacht sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Ungeklärt ist, warum es so lange dauerte, bis der Erzieher entlassen wurde. 
Quelle: Stuttgarter Zeitung  swr

14.3.2018 Eine Klage gegen den emeritierten französischen Bischof Jean-Michel Di Falco (76) wegen sexuellen Missbrauchs an einem Schüler in den 1970er Jahren wurde von einem Gericht wegen Verjährung abgewiesen.
Quelle: kathpress.at

13.3.2018 Über das Versagen der Justiz im Umgang mit Missbrauch. Die Gerichte sind völlig überlastet, die Verfahren dauern jahrelang, so dass die Opfer erneut zu Opfern werden. DIe Täter profitieren von den überlangen Verfahren.
Quelle: frontal21

13.3.2018 Die österreichische Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den in Freisen aufgewachsenen, seit 2002 suspendierten kath. Priester aus Beweisgründen eingestellt. Das Opfer habe keine Angaben machen wollen, andere Beweismittel stünden nicht zur Verfügung. Rom wurde über den "Vorfall" (sexueller Missbrauch eines jugendlichen Ministranten im Stift Klosterneuburg) informiert. - Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Würzburg über den sexuellen Missbrauch eines elfjähigen Jungen dauern an.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

13.3.2018 Hier kann nachgehört werden, was auf der Frauenkonferenz "Voices of Faith" am 5.3.18 in Rom Thema war: Gerechtigkeit für Frauen. Die Tagung fand erstmals nicht im Vatikan, sondern in der Jesuitenniederlassung statt. Der Vatikan wollte drei Rednerinnen keine Sprech-Erlaubnis erteilen, worauf die Konferenz den Tagungsort verlegte. Von der Kirchenleitung war zu hören, man sei interessiert an der Stimme der Frauen - aber es war niemand von der Kirchenleitung anwesend, um den Frauen zuzuhören.

12.3.2018 Die vielen Nachrufe auf Kardinal Lehmann heben - zu Recht! - seine Leistungen für die kath. Kirche hervor. Kirchliche Opfer jedoch erinnern sich mit Trauer, dass der Kardinal sie immer wieder der Geldgier beschuldigte, so in "Glaube und Leben" vom 9.3.2011 und zuletzt noch 2016. Er hat leider nicht verstanden, wie verletzend (und falsch) dieser Vorwurf ist.

10.3.2018 Der chilenische Kardinal Errazuriz, Alt-Erzbischof von Santiago de Chile und Mitglied des Kardinalsrats, macht Bischof Barros dafür verantwortlich, dass die Presse negativ über den Chile-Besuch des Papstes berichtete. Dies schrieb Errazuriz an mehrere lateinamerikanische Bischofskonferenzen. Er wirft der Presse vor, sie habe den Anklägern von Bischof Barros zu viel Raum gegeben. Die Ankläger, Karadima-Opfer, beschuldigt er, für ihre Angriffe auf die Kirche international bekannt zu sein. Sie wollten vom Vorwurf der Vertuschung profitieren. Für die schlechte Presse beim Papstbesuch macht er außerdem das Sommerwetter und einen abwesenden Pressesprecher verantwortlich.
Quellen: kathpress.at  theclinic.cl
Kommentar: Das könnte ein Ablenkungsmanöver von Kardinal Errazuriz sein. Opfer werfen ihm vor, die Ermittlungen gegen den chilenischen Missbrauchstäter Karadima verschleppt zu haben.
Errázuriz wusste seit 2003 von den Vorwürfen gegen Karadima, glaubte den Opfern nicht und reagierte erst, als der Vatikan 2010 ein Verfahren einleitete.
9.3.2018 Australische Missbrauchsopfer sollen mit bis zu 150.000 australische Dollar (ca 95.000 €) entschädigt werden. Als erste australische Bundesstaaten wollen sich Victoria und New South Wales an einem Entschädigungsfonds für Opfer sexuellen Missbrauchs beteiligen. Zahlungen werden an schätzungsweise 60.000 Opfer gehen. Auch die katholische Kirche will sich an dem Entschädigungsfonds beteiligen. Zuletzt hatte es Unklarheiten über das Kirchenvermögen der kath. Kirche in Australien gegeben. So hatte das Bistum Melbourne von 70 Millionen Euro Vermögen gesprochen; Recherchen hingegen sprachen von einem Vermögen von 4,4 Milliarden Euro des Bistums. Den Vorwurf, die Kirche rechne ihr Vermögen klein, um Entschädigungszahlungen zu vermeiden, wies die Kirche zurück.
Quelle: NZZ  orf  orf

8.3.2018 Mary McAleese, frühere irische Präsidentin, äußert ihre schwindende Hoffnung auf konkrete Schritte zu einer stärkeren Beteiligung von Frauen an der Kirchenleitung. Zwar werde vom Genius und vom Mysterium der Frau gesprochen, aber es fehle an konkreten Schritten. Das sagte sie zu Beginn des Frauen-Kongresses in Rom. Den Ausschluss der Frauen von der Priesterweihe nannte sie einen "als Theologie getarnten Frauenhass". 2014 gegründet tagte der Kongress viermal im Vatikan. 2018 hat der Leiter der Behörde für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Farrell, die Streichung von drei Rednerinnen verlangt. Daraufhin verlegten die Organisatorinnen die Tagung in die Generalkurie der Jesuiten.
Quelle: Domradio  katholisch.de

7.3.2018 Die Kinderpsychiaterin Catherine Bonnet, nicht wiederernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagt, die Kommission könne effektiver arbeiten, wenn sie mehr Ressourcen hätte, sich häufiger als zweimal jährlich treffe und wenn der Papst sich Zeit nähme, die Vorschläge der Gruppe anzuhören. Bonnet beklagte, dass die Kommission nie mit dem Papst zusammengearbeitet hätte, der Papst habe lediglich Hallo und Auf Wiedersehen gesagt. Bonnet berichtete von drei Vorschlägen der Kommission an den Papst: die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses und der strikten Vertraulichkeitsregeln in Fällen von Kindesmissbrauch; die Überprüfung des Päpstlichen Geheimnisses, ob es Hindernisse für die Verdachtsmeldung an Zivilbehörden schaffe und ein Ende der Verjährungsfrist im Kirchenrecht. Tom Doyle nennt die Kommission - selbst als PR-Versuch - ineffektiv und weist auf die Gründe des Rücktritts von Marie Collins hin: den Mangel an Zusammenarbeit mit der vatikanischen Bürokratie.
Experten in Kinderschutz sagen, es genüge nicht, dem Papst Vorschläge zu machen, man brauche auch Behörden, die die Vorschläge umsetzen. Sie weisen daraufhin, dass die Kommission bisher nicht mit Institutionen zusammengearbeitet hat, die Erfahrungen in Kinderschutz und Verfolgung von Verbrechen gegen Kinder habe.
Quelle: ncronline

7.3.2018 Der irische Opferverband Soca möchte anlässlich des Irlandbesuchs von Papst Franziskus mit dem Papst vor allem über die finanzielle Verantwortung der Kirche in Entschädigungsfragen f+sprechen. Die Kirche hat sich mit dem irischen Staat 2002 geeinigt, dass sie 128 Millionen Euro der insgesamt 1,3 Milliarden Euro umfassenden Entschädigungen in katholischen EInrichtungen zahlen will. Bislang sind jedoch lediglich 85 Mio Euro ausgezahlt worden. Zudem ist der Opferverband enttäuscht, dass die Ordensgemeinschaften nicht angemessen zur Rechenschaft gezogen wurden.
Quelle: religion.orf.at

6.3.2018 Opfervertreter krititisieren, dass das Präventionspapier der Nordkirche so spät kommt und lediglich von der Nordkirche, nicht von der EKD eingeführt wird. Außerdem gebe es innerkirchlich keine Unabhängigkeit, Betroffene müssten sich an eine externe Stelle wenden können, weil das Vertrauen in die Kirche nicht da sei.
Die Landeskirche Hannover lehnt es ab, ein ähnliches Gesetz zu verabschieden. Ein Gesetz mache zwar mehr Druck, "aber dieses sensible Thema müssen die Menschen freiwillig ernst nehmen", sagte Hella Mahler von der Ansprechstelle sexualisierter Gewalt. Kritisch sieht sie auch das Vorhaben, Berater in Kirchenkreisen zu etablieren. Betroffene suchten keine Ansprechstelle in direkter Nähe, aus Angst vor persönlichen Konsequenzen.
Quelle: taz

4.3.2018 Ehemalige Seminaristen werfen gegenüber einem vatikanischen Ermittler dem honduranischen Bischof Juan José Pineda, dem Weihbischof von Tegucigalpa, schwerwiegendes sexuelles Fehlverhalten vor. Papst Franziskus hat die Ermittlungsergebnisse seit Mai 2017. Die Untersuchung galt vor allem dem Finanzgebaren des Bischofs Maradiaga, an dem auch Pineda Anteil hat.
Quelle: ncregister.com

4.3.2018 Heute beginnt in Australien die voraussichtlich vierwöchige nicht-öffentliche Anhörung im Fall des Kardinals Pell (76). Pell wird vorgeworfen, zwischen 1978 und 2001 drei Jungen in einem Schwimmbad sexuell belästigt zu haben. Bereits 2002 war Pell aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf freigesprochen worden, einen Jungen in einem Zeltlager sexuell missbraucht zu haben. Der Kläger, der das jetzige Verfahren gegen Pell ins Rollen brachte, ist gestorben. Seine Anklage wurde zurückgezogen. Kardinal Pell weist alle Anklagen zurück. In Ballarat haben 139 Menschen berichtet, zwischen 1980 und 2015 sexuell missbraucht worden zu sein. Unter den 21 Beschuldigten waren 17 Priester.
Quelle: Domradio

3.3.2018 Ab dem Jahr 1986 wurde nach eigener Aussage William Segodisho, damals 14 Jahre alt, über mehrere Jahre hinweg in Südafrika von einem Jesuiten sexuell missbraucht. Er war Mitglied einer Jugendorganisation, die den bewaffneten Kampf gegen die Rassentrennung unterstützte. Als er fliehen musste, wurde er als Straßenkind von einem katholischen Waisenhaus aufgenommen. Dort habe ihn der Priester missbraucht, ebenso wie mindestens zwei weitere Jungen. Andere Priester, denen er von dem Missbrauch erzählte, ignorierten den Missbrauch.
Gegen den Beschuldigten wurden bereits vor 17 Jahren Vorwürfe laut. Er zog nach Großbritannien, der Jesuitenorden zog ihn von allen geistlichen Ämtern ab. Nun hat das mutmaßliche Missbrauchsopfer Klage gegen den Geistlichen erhoben. Die Erzdiözese Johannesburg kündigte ihrerseits Ermittlungen an und sagte, sie werde, abhängig von den Ergebnissen der Polizeiermittlungen, Konsequenzen ziehen.

Quelle: 123ru.net  pressreader.com  kathpress

3.3.2018 Kardinal Pell muss sich einem australischen  Gericht stellen. Ihm wird Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Vor der australischen königlichen Missbrauchskommission sprach er davon, dass die katholische Kirche beim Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch "gewaltige Fehler" gemacht habe. Opfer werfen ihm selbst auch sexuellen Missbrauch vor. Nach den vierwöchigen Anhörungen entscheidet das Gericht, ob es zu einem Prozess kommt. 50 Zeugen sollen gehört werden. Bereits 2002 war Pell von einem Kirchengericht der Erzdiözese Melbourne aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf, einen Jungen sexuell missbraucht zu haben, freigesprochen worden.
Quelle: Deutschlandfunk

2.3.2018 Ordensfrauen klagen über Ausbeutung durch Kleriker.
Quelle: orf  spiegel.de

2.3.2018 Die evangelische Nordkirche hat als erste Landeskirche ein Präventionsgesetz verabschiedet. Es umfasst auch sexuelle Belästigungen, sexistische Beschimpfungen und aufgedrängte Küsse. Wenn Mitarbeiter von einem Vorfall erfahren, müssen sie es den Beauftragten der Einrichtung melden. Der Schutz gilt auch Menschen, die sich in einem Abhängigkeitsverhlältnis befinden.
 Quelle: evangelisch.de

2.3.2018 Eine von mehreren Anklagen gegen Kardinal Pell wurde zurückgenommen. Der Kläger ist verstorben.
Quelle: katholisch.de

2.3.2018 Der irische Bischof von Dromore,  John McAreavey, ist zurückgetreten. Nach einer BBC-Spotlight-Veröffentlichung wurde öffentlich, dass McAreavey den Missbrauchstäter Pater Malachy Finnegan, dem 12 Opfer sexuellen Missbrauch vorwerfen, geschützt hat und ihn 2002 beerdigte. Die ersten Vorwürfe gegen Finnegan waren dem Bistum seit 1994 bekannt.
Quelle: bbc.com

1.3.2018 Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ist überrascht, dass das Gesamtimage der Kirche so "miserabel" sei. Dies sagte er bei der Veröffentlichung einer Studie im Bistum Essen, an der 3.000 Personen aus dem Ruhrgebiet beteiligt waren, unter ihnen 450 Ausgetretene.
Quelle: katholisch.de


1.3.2018 Der vatikanische Sonderermittler Erzbischof Scicluna hat seine Untersuchung in Chile beendet. "In Kürze" wird er dem Papst Bericht erstatten.
Quelle: orf

27.2.2018 Der Vatikan erwägt, die Glaubenskongregation unter Erzbischof Ladaria von der Untersuchung von Missbrauchsfällen zu entlasten. Der K9-Rat will dem Papst vorschlagen, diese Aufgabe an regionale Spezialgerichte zu übergeben, die mit den rechtlichen und kulturellen Gegebenheiten vor Ort besser umgehen könnten als eine zentrale Stelle.Im Vatikan sind derzeit rund 1.800 Fälle anhängig. 
Quelle: orf

27.2.2018 Im Erzbistum Berlin wurden 2017 sechs neue sexuelle Übergriffe gemeldet. Damit liegen 59 Meldungen seit 2002 vor, die bis zum Jahr 1947 zurückreichen. Ende 2017 wurde kein kirchliches Ermittlungsverfahren neu aufgenommen. Bis Ende 2017 wurde kein neuer Antrag auf Leistungen als Anerkennung des Missbrauchs gestellt. Bisher wurden für 19 Anträge 85.000 € bewilligt (2013: an 12 Opfer wurden 53.000 € gezahlt). Ende 2017 wurde ein kirchliches Ermittlungsverfahren wieder neu aufgenommen. Ein im Jahr 2015 begonnenes Verfahren wurde sowohl staatlich als auch kirchlich abgeschlossen.
Quellen: Erzbistum Berlin  morgenpost.de
Anmerkung: Laut welt.de  vom 5.4.2017 hat das Berliner Kirchengericht des Erzbistums Berlin ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Haupttäter am Canisius-Kolleg eröffnet. Ob das erwähnte neu aufgenommene kirchliche Ermittlungsverfahren von Ende 2017 damit gemeint ist, ist unklar.

26.2.2018 In Casapesenna, Süditalien, wurde ein 42-jähriger katholischer Priester verhaftet und für ein Jahr vom Bischof von Aversa suspendiert. Ihm wird sexueller Missbrauch einer 13-Jährigen und weiterer junger Frauen vorgeworfen. Den Mädchen/Frauen hatte er suggeriert, sie seien von Dämonen besessen und sie im Zuge eines (vorgeblichen) Exorzismus sexuell missbraucht.
Quelle: katholisch.de  iene.mediaset.it

26.2.2018 Ernesto Caffo aus Italien, Kinderneuropsychiater, Gründer von Telefono Azzuro, einer Telefonnotrufnummer für Kinder und neu ernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission ist der Ansicht, dass die katholische Kirche der Welt ein Vorbild sein könne und der Welt ihr Wissen und ihre Expertise anbieten kann, um gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. Dabei sei die Stimme der Opfer wichtig, es müsse von ihrem realen Leiden ausgegangen werden. Die Opfer seien Zeugen und eine Garantie für die Zukunft.
Quelle: cruxnow.com
Kommentar: Diese Aussagen sind befremdlich, wenn man an den Mangel an Verantwortung denkt, den vertuschende Bischöfe zeigen; wenn man daran denkt, wie intransparent die kirchlichen Verfahren sind; wie die Kirche in den USA gegen die Aufhebung der Verjährungsfrist kämpft; wie immer wieder öffentlich wird, dass Opfer nicht gehört werden (s. Fall Barros); wie noch immer Täter versetzt werden - einige von ihnen einfach in wenig entwickelte und wenig problembewusste Länder der sog. 3. Welt u.s.w. Im Übrigen ist es nicht mit pastoralem Gespräch mit Opfern getan - so wichtig diese Gespräche sind. Die Opfer müssen auch an Entscheidungen über strukturelle Veränderungen beteiligt werden.


24.2.2018 Gegen einen katholischen Priester aus Lille ist ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung einer minderjährigen Frau aus seiner Gemeinde eingeleitet worden. Der Beschuldigte gebe den Geschlechtsverkehr zu, versichere aber, dass dieser einvernehmlich gewesen sei, teilte die Staatsanwalt in Dunkerque mit. Der Geistliche wurde suspendiert. Die Klägerin, 1990 geboren, wirft dem Beschuldigten vor, sie zwischen 2004 und 2008, also zwischen 14 und 18 Jahren missbraucht zu haben. Der Beschuldigte erklärt, es sei zum ersten Geschlechtsverkehr gekommen, als die Klägerin bereits 15 Jahre alt war.
Bereits am 13.1.2015 musste Bischof Ulrich vor Gericht erklären, wie es möglich war, dass der Priester Philippe Detré 35 Jahre lang - von 1976 bis 2011 in Merville, Loos und anderen Gemeinden Kinder missbrauchen konnte, ohne dass irgend jemand eingeschritten ist. Der Bischof war äußerst überrascht über die Missbräuche.

Quelle: tt.com


24.2.2018 Andrew Mac Leod, ehemaliger hochrangiger UN-Mitarbeiter, entnimmt einer Hochrechnung von 2016, dass unter dem Deckmantel der Hilfeleistung Missbrauch und seine Vertuschung bei den UN endemisch seien. Er spricht von bis zu 60.000 sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in den vergangenen 10 Jahren. 2016 gab es 145 bekannte Fälle sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs, denen 311 Menschen (davon 309 Frauen und Kinder) zum Opfer gefallen seien.
Quelle: Pattayablatt

24.2.2018 Der Sonderermittler des Vatikans, Erzbischof Scicluna, hat seine Ermittlungen in Chile abgeschlossen. Das Delegationsmitglied Jordi Bertomeu, der die Gespräche während des Krankenhausaufenthaltes von Scicluna fortführte sagte: „Wir haben uns durch die Intensivität des Leidens etwas überrollt gefühlt. Wir haben versucht, zuzuhören, und waren bereit, in dieses Leid einzutreten.“
Quelle: vaticannews.va

23.2.2018 Im Fall des Donauwörther Kinderheims drückten sich wahrscheinlich sowohl das Bistum Augsburg als auch die Verantwortlichen für das Kinderheim vor der Aufklärung. Das Bistum sagt, es sei Wunsch eines Opfers gewesen, dass die Öffentlichkeit nichts von den Entschädigungen erfahre. "Marsha", eines der Opfer, wiederum sagt, das sei nicht wahr. Sie habe nur darum gebeten, über die Höhe der Zahlungen nicht in der Öffentlichkeit zu sprechen. Sie habe die Missbrauchsbeauftragte des Bistums 2012 nach einem öffentlichen Aufruf gefragt und zur Antwort erhalten, das werde nicht stattfinden. Triggergefahr beim Lesen der Erfahrungen der Kinder.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Viele Verantwortliche in der katholischen Kirche haben sich offensichtlich entschieden, das Risiko einzugehen, dass die Kirche immer wieder über Jahre hinweg in die Schlagzeilen gerät, weil sie der bitteren Wahrheit und dem Leid der Opfer nicht ins Auge schauen wollen.

23.2.2018 Das Bistum Regensburg zieht nach der Verurteilung des Ex-Priesters, der widerrechtlich sein Priesteramt weiterhin ausübte, obwohl er laiisiert war, Konsequenzen. In Zukunft müssen alle Gastpriester, die Gottesdienst feiern wollen, dem zuständigen Pfarrer ihren Dienstausweis vorlegen. Wenn ein Priester längere Zeit einer seelsorglichen Tätigkeit nachgeht, muss zuvor Ausweis, polizeiliches Führungszeugnis und eine Unbedenklichkeitserklärung dem Ordinariat zur Genehmigung vorgelegt werden.
Quelle: katholisch.de

23.2.2018 Der Bistumsmitarbeiter des Bistums Limburg wird wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material mit einem Strafbefehl davonkommen. Es gibt keine öffentliche Gerichtsverhandlung. Die Aufnahmen sollen keinen Missbrauch oder andere brutale Darstellungen zeigen, sondern Posing-Bilder. Der Beschuldigte bat alle um Vergebung.
Quelle: domradio

23.2.2018 In vielen Schulen gibt es noch immer kein Schutzkonzept, das Schüler und Schülerinnen vor sexueller Gewalt schützt. Drei Landeskulturminister waren nicht einmal bereit, an einer Auftaktpressekonferenz in der eigenen Landeshauptstadt zu kommen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung erklärt sich das Desinteresse damit, dass das Thema sexuelle Gewalt Angst einflößt und kein Gewinnerthema ist. Viele Schulen werden erst dann aktiv, wenn es einen Vorfall in der Einrichtung gab. Das ergab eine Befragung von Schulen im Rahmen des Monitorings zum Stand der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. - Im neuen Koalitionsvertrag wurde das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung zwar verstetigt, aber er hat noch immer nicht den gesetzlichen AUftrag, die Länder in der Prävention von sexuellem Missbrauch dauerhaft zu unterstützen. Einen wichtigen Aufgabenbereich der Schulen sieht Rörig darin, die sexuellen Übergriffe unter gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen im Blick zu haben, die durch die digitalen Medien eine neue Dimension erhalten. Rörig möchte das Verbot einer sexuellen Beziehung zwischen einer Schülerin oder einem Schüler und dem pädagogischen Personal auf alle Erwachsenen einer Schulcommunity ausdehnen.
Quelle: Zeit.de

23.2.2018 Catherine Bonnet berichtet, dass sie im Juni 2017 ihren Amtsverzicht in der Päpstlichen Kinderschutzkommission erklärt habe, Kardinal O'Malley habe ihre Demission jedoch nicht akzeptiert und nicht an den Papst weitergegeben. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass sie keine Mehrheit gefunden habe dafür, dass Bischöfe und Ordensobere im Fall eines jeden Missbrauchsverdachts von Priestern verpflichtet seien, Anzeige bei zivilen Behörden zu erstatten. Zwei Drittel der Kommission waren gegen eine Anzeigepflicht. Es werde bei einer Anzeigenpflicht einfacher, Kirchenverantwortliche zu belangen, die Missbrauch vertuschen und so den Opfern die Hoffnung auf Gerechtigkeit nehmen. - Bonnet kritisierte, dass das Dekret "Wie eine liebende Mutter", in dem die Absetzung von Bischöfen und Ordensoberen geregelt werde, die Missbrauch verschwiegen, das im Sept. 2016 in Kraft hätte treten sollen, bis jetzt in keinem einzigen Fall genutzt worden sei. Bonnet wies noch einmal darauf hin, dass die Kommission ein eigenes Gericht für Bischöfe/Ordensobere empfohlen habe, der Vorschlag sei vom Papst und vom Kardinalsrat im Juni 2015 gebilligt, aber nie verwirklicht worden.
Die Päpstliche Kinderschutzkommission hatte den Papst auch gebeten, das "päpstliche Geheimnis" (
Secretum pontificium) in kanonischen Verfahren im Blick auf Missbrauchsfälle aufzuheben. Der Papst habe nicht auf den Vorschlag geantwortet.
Zuversichtlich äußert sich Bonnet über die neue Zusammensetzung der Kommission. Dort seien inzwischen Mitglieder mit juristischem und kirchenrechtlichem Sachverstand. Wenn Verbrecher festgenommen werden sollen, müsse es eine Gesetzesänderung geben, das sei das einzige, was ihnen Angst mache.

Quelle: vaticannews.va  lexpress.fr

23.2.2018 Teresa Kettelkamp, neues Mitglied der Päostlichen Kinderschutzkommission und bereits bisher Mitarbeiterin der Kommission, sagt: "Die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen reagiert gewissenhaft auf die gesamte Korrespondenz der Opfer." Die beiden bisherigen Mitglieder, Marie Collins und Catherine Bonnet, beklagten jedoch, dass die Kommission und andere Behörden in der Kurie Briefe von Missbrauchsopfern nicht beantworteten. Kettelkamp tritt Kritikern der Kinderschutzkommission entgegen und sagt, die Kirche versage nicht, wenn es darum gehe, sexuellen Missbrauch in der Kirche zu verhindern. Wer wolle, dass sich Dinge schneller ändern, sei nicht realistisch. Außerhalb der Kommission nähmen die Menschen die Arbeit im Hintergrund nicht wahr.
Quelle: cruxnow.com   cruxnow.com
22.2.2018 Seit der Veröffentlichung der Misshandlungen von zwei Schwestern im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth durch den Bayerischen Rundfunk haben sich zwei weitere Opfer gemeldet. Das Bistum Augsburg berichtet von einem weiteren Opfer, das sich seit Bekanntwerden der Vorwürfe im März 2011 gemeldet hat. Das bisherige Schweigen des Bistums erklärt es mit dem Opferschutz. In dem Heim, das zwischen 1916 und 1977 existierte und das u.a. von Max Auer geleitet wurde, dürften Hunderte Kinder gewohnt haben.
Quellen: sueddeutsche.de, s. auch hpd.de vom 19.9.2011
Kommentar: Ein öffentlicher Aufruf des Bistums, dass Opfer von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt, die sie im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth erlitten haben, sich melden sollen, wäre ohne Namensnennung bekannter Opfer ausgekommen.

22.2.2018 Auch während der Erkrankung des vatikanischen Sonderermittlers Erzbischof Scicluna werden die Gespräche mit Opfern in Chile durch den Juristen Bertomeu fortgeführt. Die bisherigen Einschätzungen der angehörten Opfer sind zuversichtlich. Es sei sehr erfreulich, dass Personen der Kirche endlich damit begonnen hätten, die Opfer einzuladen und anzuhören, sagte Juan Andres Murillo. "Sich in einem vertrauensvollen Umfeld angehört zu fühlen, vermittelt uns den Eindruck, dass wir uns in einem serösen Prozess befinden", so Murillo. Nun müsse es weiter vorwärtsgehen - und auch Konsequenzen geben. Der Sprecher der Laienorganisation des Bistums Osorno, Juan Carlos Claret, will den Sonderermittlern 1.500 Seiten belastendes Material über Bischof Barros und andere Bischöfe geben. Claret sagt, seine Organisation werde keine Einmischung eines chilenischen Bischofs oder des Nuntius, Ivo Scapolo, hinnehmen.
Quelle: Domradio, s. auch imprimatur-trier.de

22.2.2018 In Deggendorf wurde ein früherer kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs von fünf Jungen unter 14 Jahren zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Zunächst muss er in einer Psychiatrie eine Therapie absolvieren. Das Gericht behält sich vor, den Verurteilten nach der Haft in Sicherungsverwahrung zu nehmen. Die Taten geschahen zwischen 1997 und 2016.
Bereits von 2003 bis 2009 war der Priester wegen Sexualstraftaten an zwei jugendlichen Mädchen in Haft. 2008 entfernte ein Freiburger Kirchengericht ihn aus dem Klerikerstand. Geweiht worden war der Mann in Polen, hatte sich aber auch nach seiner Laiisierung noch als Priester ausgegeben.
Quellen: kirche-und-leben.de  katholisch.de
21.2.2018 Im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth wurden Kinder geschlagen, misshandelt, mit psychischer Gewalt überzogen und auch von Mitbewohnern sexuell missbraucht. Auch der Leiter des Heims, Max Auer, kath. Priester, beteiligte sich an den Missbahndlungen. Zwei Schwestern, die 8 und 10 Jahre in dem Kinderheim waren, haben vom Bistum Augsburg eine "Entschädigung" erhalten. Öffentlich gemacht wurde die Situation in dem Kinderheim nicht; es gab auch keinen Aufruf an andere ehemalige Heimkinder, sich zu melden. Nun zeigt sich, dass es in der Stiftung Cassianeum, zu der das Kinderheim in Donauwörth bis 1977 gehörte, keine Archivunterlagen gibt, lediglich einige wenige Informationen. Der Vorstand des Cassianeums bittet weitere Betroffene, sich entweder an die Missbrauchsbeauftragte der Diözese Augsburg oder an die Stiftung zu wenden. Dem Vorstand ist wichtig, mit früheren Heimbewohnern oder Zeitzeugen in Kontakt zu treten. - In Donauwörth scheint kaum jemand etwas über die Ereignisse in dem Kinderheim zu wissen; selbst die Existenz des Kinderheims scheint fast unbekannt zu sein. Selbst im Stadtarchiv ist kaum etwas zu finden. Die derzeit tagende
Bischofskonferenz will sich nicht dazu äußern: DIesem sensiblen Thema könne man in dem Rahmen nicht gerecht werden.
Quellen: br.de  br.de  süddeutsche
Eine weitere Betroffene hat sich an das Bistum Augsburg gewandt.

21.2.2018 Kardinal Scicluna, der derzeit in Chile Zeugenaussagen anhört, um Bischof Barros zu überprüfen, wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Zeugenbefragungen übernimmt Jordi Bertomeu, Mitglied der Glaubenskongregation.
Quelle: katholisch.de

21.2.2018 Marie Collins berichtet, dass vier ehemalige Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission bereit zur Weiterarbeit waren, jedoch nicht ernannt wurden: Catherine Bonnet, Sheila Hollins, Bill Kilgallon und Krysten Winter-Green. Dabei handelte es sich um Leiter von Arbeitsgruppen, die sich um die Behandlung und Heilung Überlebender kümmerten. Collins äußert die Sorge, dass diese Arbeitsgruppen und damit die Überlebenden von Missbrauch nun unberücksichtigt bleiben. Es gibt nun keine Gruppe für Überlebende mehr in der Päpstlichen Kinderschutzkommission.
Quelle: irishtimes

20.2.2018 In Irland wurden bei einer Überprüfung im Blick auf ihre Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Gewalt fünf Ordensgemeinschaften erhebliche Mängel vorgeworfen: die christlichen Brüder, die Brüder De La Salle, die irischen Norbertiner, die Herz-Jesu-Missionare und die Kongregation des Heiligen Geistes. Bei den christlichen Brüder waren zwischen 1996 und 2015 insgesamt 626 Vorwürfe gegen 190 Ordensmänner erhoben worden. In Irland wurden gegen 549 Ordensmitglieder 1.882 Behauptungen sexuellen Missbrauchs erhoben. 56 der Beschuldigten (ca 10%) wurden verurteilt. Bei der Untersuchung wurden 29 Orden als "ausgezeichnet" im Kinderschutz bewertet, 43 Orden mit "befriedigend" und 16 mit "unbefriedigend". Das Audit war im Ferns-Bericht gefordert worden.
Quellen: rte.ie  Audit of Religious Orders, Congregations and Missionary Societies Safeguarding Arrangements and Management of Allegations of Child Sexual Abuse - Volume II -: Audit 1  Audit 2

20.2.2018 Kardinal Mahoney wurde vom Papst als Sondergesandter beauftragt, einen Gottesdienst anlässlich der 150-Jahrfeier des Bistums Scranton/Pennsylvania zu feiern. Bischof  Joseph C. Bambera teilte mit, das Bistum fühle sich geehrt, dass der Kardinal diese Einladung so gnädig angenommen habe. Gegen die Teilnahme des Kardinals am Gottesdienst protestierten Gläubige. Mahoney sagte dann seine Teilnahme ab. Mahoney war bis 2011 Erzbischof von Los Angeles gewesen und hatte priesterliche Missbrauchstäter geschützt. Sein Nachfolger, Erzbischof Gomez hatte Mahoney 2013 mitgeteilt, dass er keine administrativen oder öffentlichen Aufgaben mehr habe. - Mahoney gehörte dem Konklave 2013 an, das den Papst wählte.
Quelle: lifesitenews.com


20.2.2018 Bei Arte (Mediathek) wird heute Abend der Film "Hinter dem Altar, Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche" des britischen Historikers John Dickie gezeigt. Drei Viertel der Pfarrer, gegen die zwischen 2004 und 2012 ermittelt wurde und gegen die glaubhafte Anschuldigungen vorliegen, üben ihr Amt weiterhin aus.
Quelle: Domradio  faz  fr  srf.ch

19.2.2018 Don Fortunato Di Noto, ein italienischer Priester, der den Verband "Meter" gegründet hat, der gegen Kindesmissbrauch kämpft, sagt, die Geste des Papstes, Missbrauchsopfer zu treffen, sei prophetisch. Eigentlich müssten alle Bischöfe, Priester und engagierten Katholiken Missbrauchsopfer treffen. Don Fortunato wies darauf hin, dass auch Getaufte, die nicht Priester sind, Kindern sexuelle Gewalt antun. Neben dem Anhören der Opfer sei es wichtig, in der Öffentlichkeit zu protestieren. Für den 6. Mai, den Welttag gegen Ausbeutung und Misshandlung von Kindern, plant Meter einen Protest auf dem Petersplatz. Don Fortunato erklärte, dass auch nicht übersehen werden darf, dass kriminelle Organisationen aus dem Missbrauch Minderjähriger und ihrer Versklavung ein Geschäft machen. Der Umsatz in diesem Geschäft sei höher als beim Drogengeschäft. Weltweit werden Millionen von Kindern zwischen null und zwölf Jahren missbraucht.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: So richtig es ist, dass Missbrauchsopfer (neben anderen ausgegrenzten Gruppen) in ihrer Kirche Gehör finden sollten, so wichtig wäre es jedoch zuvor, dass Bischöfe, Pfarrer und engagierte KatholikInnen sich über sexuelle Gewalt gegen Minderjährige und Traumafolgen informieren, um Betroffene/Überlebende nicht mit den noch immer üblichen Beschuldigungen zu konfrontieren.

19.2.2018 Erzbischof Denis Hart, Australien, sagt, sexuell missbrauchte Kinder könnten "eine spirituelle Begegnung mit Gott" erleben durch den Priester, während sie belästigt werden.
Quelle: yournewswire.com

19.2.2018 Pietro Amenta, hochrangiger Vatikan-Richter, der auch Priester ist, wurde wegen Belästigung eines 18-Jährigen und wegen des Besitzes von Kinderpornographie zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Bereits 1991 (?) und 2004 soll der Geistliche wegen sexueller Belästigung aufgefallen sein. Nach Medienberichten ermittelt der Vatikan auch gegen einen Priester aus der Nähe von Neapel, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Auch der Fall des Priesters, Mitarbeiter an der Botschaft des Hl. Stuhls in Washington wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ist noch nicht abgeschlossen.
Quelle: domradio.de

18.2.2018 Im April 2010 machte Juan Carlos Cruz den Missbrauch durch den chilenischen Priester Karadima erstmals öffentlich. Nun, acht Jahre später, hat er im Gespräch mit dem vatikanischen Ermittler, Erzbischof Scicluna, das Gefühl, erstmals von der Kirche gehört zu werden. Unbekannt ist, wie viele Kirchenverantwortliche er angesprochen hat, ohne im Blick auf die Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof Barros gehört zu werden.
Quelle: katholisch.de


18.2.2018 Das chilenische Missbrauchsopfer von Karadima, Juan, Carlos Cruz, das Bischof Barros und anderen Vertuschung vorwirft, hat den vatikanischen Ermittler Scicluna getroffen. Im Anschluss an das dreistündige Treffen sagte Cruz, er habe zum ersten Mal das Gefühl, gehört zu werden.
Quelle: tagesanzeiger.ch

17.2.2018 Die Sozialwissenschaftlerin Kathleen Jennings beobachtet, dass sexueller Missbrauch und Ausbeutung in Nothilfe und Entwicklungsarbeit weit verbreitet seien. Die UN habe seit längerem Gegenmaßnahmen ergriffen. Für Entwicklungshilfeorganisationen und Nothilfe-Organisationen gelte dies nicht.
Quelle: zeit.de

17.2.2018 Marie Collins weist darauf hin, dass 2016 ein weiteres aktives Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission zurücktreten wollte. Der Rücktritt wurde nicht akzeptiert. Das Mitglied arbeitete weiter, wurde nun aber nicht erneut benannt. Collins vermutet, dass der Imageschaden zu groß gewesen wäre. Außerdem weist sie darauf hin, dass neue Mitarbeiter von vorne anfangen müssen.
Quelle: twitter
17.2.2018  Folgende neue Mitglieder (unter ihnen auch Opfer/Überlebende) hat der Papst für die 2. Amtszeit der Päpstlichen Kinderschutzkommission ernannt: Myriam Wijlens, Neville John Owen, Benyam Dawit Mezmur, Ernesto Caffo aus Italien, Nelson Giovanelli Rosendo dos Santos, Schwester Jane Bertelsen, Schwester Arina Gonsalves , Sinalelea Fe'ao, Teresa M. Kettelkamp. Weiterhin gehören dem Gremium wie bisher an: Dr. Gabriel Dy-Liacco, Bishop Luis Manuel Alí Herrera, Fr. Hans Zollner, SJ, Prof. Hanna Suchocka, Sr. Kayula Lesa, RSC, Sr. Hermenegild Makoro, Msgr. Robert Oliver. Kardinal Sean Patrick O'Malley wurde als Leiter bestätigt.
Marie Collins sagte dem NCR: "
I'm shocked at the discarding of some of the most active and independent members of the commission. Some of those who have gone were really the most active and had the most experience of working in child protection and working directly with survivors."
Quellen: protectionofminors.va  ncronline.org

16.2.2018 Der Bochumer Pastor Christan Rommert stellt fest, dass in den Freikirchen sexuellen Missbrauch "im Windschatten der Vergebung" gibt. Dort herrschten Bedingungen, etwa Gehorsam und konservative Sexualmoral, die es Tätern leicht machten. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sieht das anders.
Quelle: Deutschlandfunk

16.2.2018 Im Bistum Syracuse, USA, haben kirchliche Missbrauchsopfer noch bis zum 16.5.2018 die Möglichkeit, Ansprüche geltend zu machen, die aus der Haftpflichtversicherung des Bistums bezahlt werden. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung müssen die Opfer nicht unterzeichnen, sie verpflichten sich jedoch, die Diözese oder das Diözesanpersonal nicht zu verklagen.
Quelle: ncronline.org
Erinnerung: Der Bischof von Syracuse
sagte 2011 auf die Frage eines Anwalts, ob ein von einem Priester missbrauchtes Kind eine Sünde begangen habe: "Der Junge ist schuldig." Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl. Von einer Entschuldigung für den Inhalt seiner Aussage finde ich keine Informationen. 2017 erklärte er, dass Jungen, die sexuell missbraucht wurden, mit dem 7. Lebensjahr verantwortlich für ihr Handeln seien, denn mit 7 Jahren beginne in der katholischen Kirche das Alter, in dem Kinder Gut und Böse erkennen können.

16.2.2018 Im Interview sagt Juan Carlos Cruz, ein Karadima-Opfer, der Bischof Barros von Osorno und weiteren chilenischen Bischöfen Vertuschung vorwirft, dass er kein Vertrauen in die kath. Kirche in Chile habe. Man habe die Opfer zur Aussage ermuntert, die Aussagen dann jedoch mit weniger guten Absichten quittiert. Cruz zeigte sich überzeugt, dass Kardinal Errazuriz einen "enorm schlechten Einfluss auf den Papst" habe, weil er vertuscht habe und versucht habe, die Opfer zu diskreditieren. Auch sein Nachfolger, Kardinal Ezzati habe jüngst noch die Objektivität der Opfer in Zweifel gezogen. Cruz sagte, es sei wichtig, dass das Verhalten der Bischöfe Barros, Tomislav Koljatic und Horoacio Valenzuela genauestens untersucht werde.
Quelle: kath.ch  domradio.de (17.2.2018) katholisch.de 17.2.2018

15.2.2018 Der Papst trifft nahezu wöchentlich einzelne Missbrauchsopfer von Klerikern oder Gruppen von Missbrauchsopfern. Er nannte die kirchlichen Missbrauchsskandale eine "große Demütigung", die "unsere" Zerbrechlichkeit zeige und "unsere Heuchelei/Scheinheiligkeit". Marie Collins nannte diese Information "bemerkenswert" und wüsste gerne mehr über die Treffen des Papstes mit den Opfern. Unbekannt ist, wer die Opfer auswählt (und nach welchen Kriterien), die mit dem Papst sprechen. Papst Franziskus sagte, er habe gehört, dass die Leute Statistiken anführen, in denen der Prozentsatz katholischer Priester, die sexuellen Missbrauch begingen, bei nur 1,6 % liege. Es gebe neuere religiöse Gemeinschaften, die in sexuellen Missbrauch involviert seien. Sexueller Missbrauch in diesen Gemeinschaften gehe immer einher mit Autoritätsmissbrauch und wirtschaftlichem Durcheinander.
Quellen: ncronline.org  katholisch.de  laciviltacattolica.it  vaticannews.va
Kommentar: Dort, wo genauere Untersuchungen vorliegen, ist von 6-9 % der Priester, die Missbrauchstäter sind, die Rede
(USA) bzw. von 7 % (Australien). Die Quelle der vom Papst angegebenen 1,6 % wäre interessant zu wissen.

14.2.2018 Vor der australischen königlichen Missbrauchskommission gab die Erzdiözese Melbourne ihr Vermögen mit umgerechnet ca 70 Millionen Euro an. Dabei legte sie dem Wert der Immobilien die Kaufpreise aus dem 19. Jh. bzw. dem Anfang des 20. Jhs. zugrunde. Zeitungen recherchierten das Vermögen der Erzdiözese Melbourne mit 4,4, Milliarden Euro - hochgerechnet auf das ganze Land ergäben dies ca 19 Milliarden Euro. Missbrauchsopfer werfen der Kirche vor, ihr Vermögen zu verschleiern, um Entschädigungszahlungen zu drücken. Diesen Vorwurf wies Francis Sullivan, Leiter des kirchlichen Rates für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung, zurück.Ann O'Conell, Steuerrechtsexpertin der Uni Melbourne, forderte eine Überprüfung der Kirche als wohltätigen Organisation und der damit verbundenen Steuerprivilegien. Der "Sydney Morning Herald" weist darauf hin, dass die Kirche sich einerseits als eine einzige Organisation präsentiere, zugleich jedoch Fragen über ihr gesamtes Vermögen ausweiche. Erleichtert werde das durch die dezentrale Struktur der Kirche.
Quelle: katholisch.de

13.2.2018 Der Erzbischof von Guam, Apuron, nahm an der wöchentlichen Generalaudienz von Papst Franziskus teil. Er wurde des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Anfang Januar hatte auch ein Neffe Apurons behauptet,  er sei vom Erzbischof 1990 sexuell missbraucht worden. Apuron hat alle Missbrauchsvorwürfe zurückgewiesen. Ein kanonisches Urteil soll ergangen sein, wurde jedoch bislang nicht veröffentlicht.
Quelle:
cruxnow.com  LaStampa

13.2.2018 "Übergriffe, wie sie die #MeToo-Bewegung anprangert, finden sich auch im deutschen Protestantismus. Zahlen dazu gibt es nicht, dafür viele Berichte von Pfarrerinnen, die sexistische Aussagen oder gar Handgreiflichkeiten ertragen müssen. Beklagen sollten sie sich darüber aber besser nicht. Das schadet der Karriere."
Quelle:
zeitzeichen.net
12.2.2018  Hans Zollner, SJ, sagt im Interview: "Die Kirche will ja den Opfern glauben, aber bei rechtlichen Fragen und besonders im Blick auf die zu ziehenden Konsequenzen bedarf es eben der Beweise." Er weist darauf hin, dass es in der Eigenart der Vertuschung liege, dass sie nur schwer nachgewiesen werden könne. Anders als Marie Collins erlebt Pater Zollner bei den Leitern der römischen Behörden, also bei Kardinälen, die Präfekten von Kongregationen sind, nie Widerstand, sondern viel Unterstützung. Ob der Papst den Brief des Missbrauchsopfers Juan Carlos Cruz gelesen habe, weiß Zollner nicht, fügt jedoch hinzu: "Mich wundert, dass viele davon ausgehen, wo doch klar ist, dass Franziskus jeden Tag Tausende Schreiben bekommt, von denen er nur einen Bruchteil lesen kann. Ich habe ihm selbst einmal zwei Briefe in die Hand gegeben - und weiß trotzdem nicht, ob er sie gelesen hat." [Vor drei Tagen noch war Zollner ziemlich sicher, dass der Papst die ihm von Zollner gegebenen Briefe nicht gelesen habe - das habe er an der Art der Reaktion des Papstes gemerkt.]
Quelle: spiegel.de  domradio
Kommentar: Wer keine Beweise für MB oder dessen Vertuschung vorlegen kann, sollte sich gut überlegen, ob er oder sie Anzeige bei der Kirche erstatten will.

12.2.2018 Ein ehemaliger Domspatz berichtet. Vorsicht: Triggergefahr
Quelle: jetzt.de

9.2.2018 Die Anwälte von Kardinal Pell wollen Einsicht in die Krankenakten der Ankläger: "We know from the material that we have, that around the time of the complaints first being made, that there are treatments."
Quelle: The Guardian

9.2.2018 An der Universität Gregoriana wird es einen zweijährigen Studiengang zum Kinderschutz geben, der in kulturell unterschiedlichen Kontexten hilfreich sein soll.
Quelle: vaticannews.va
9.2.2018 Hans Zollner sagt, die katholische Kirche habe alle notwendigen Normen und Gesetze, um Minderjährige vor Missbrauch durch Kleriker zu schützen, diese Regeln und Richtlinien würden jedoch nicht verstanden oder nicht berücksichtigt und nicht effektiv angewandt. Viele Kirchenführer wüssten nicht, was das Kirchenrecht oder das Zivilrecht ihres Landes über Missbrauchsverbrechen und Meldepflicht sage. Prozesse müssten in der Zukunft transparenter für alle sein - für Opfer, Angeklagten und Vorgesetzte des Angeklagten.
Der Papst höre zu, sagte Zollner. Er weiß das aus eigener Erfahrung, weil er für zwei deutsche Missbrauchsüberlebende als Dolmetscher bei einem privaten Treffen mit dem Papst 2014 dabei war. Das Treffen hätte einen sehr positiven Einfluss auf das emotionale und spirituelle Wohlergehen der beiden Überlebenden gehabt. Ob der Papst den Brief des chilenischen Missbrauchsopfers Juan Carlos Cruz gelesen habe, wisse Zoller nicht. Er habe dem Papst einmal zwei Briefe übergeben und sei ziemlich sicher, dass der Papst diese Briefe nicht geöffnet habe; sein Eindruck basiere auf der Art der Reaktion des Papstes.

Quelle: ncronline.org

9.2.2018 Die konservative Elite Chiles werde von der sozialen Botschaft des Papstes nicht erreicht. Die Basis werde vom Papst nicht erreicht, u.a. aufgrund der fortschreitenden Säkularisierung und der Missbrauchsfälle in Chile. Chile ist in Lateinamerika das Land, in dem der Papst am schlechtesten bewertet werde. 1995 waren noch 75 % der Chilenen katholisch, heute sind es noch 45 %. Nur 36 % der chilenischen Bevölkerung vertrauen der kath. Kirche.
Quelle: dw.com

8.2.2018 Unter dem Hashtag "#churchToo" melden sich zunehmend US-Frauen aus evangelikalen Gemeinden und berichten von sexuellen Übergriffen. Berichtet wird, dass manche Christen Schwierigkeiten haben, die Entsetzlichkeit von sexuellem Missbrauch einzusehen. "Man begnüge sich oft mit Plattitüden nach dem Motto: Gott wird schon alles zum Guten bringen. Ihrer Erfahrung nach sei die Kirche eines derjenigen Umfelder für Opfer, die am wenigsten sicher seien." Häufig wird ein Übergriff des Pastors Andy Savage, Highpoint Kirche in Memphis/Tennessee, kommentiert. Dort hatte er öffentlich um Entschuldigung gebeten und gemeint, Vergebung sei stärker als Sünde. Die Gemeinde applaudierte ihm. Sein Opfer hatte den Übergriff gemeldet und von Savages Vorgesetztem vorgeworfen bekommen, sie habe mitgemacht.
Quelle: domradio.de

7.2.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagt, die Behandlung des Briefes von Juan Carlos Cruz durch den Papst untergrabe definitiv Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Hoffnung in den Papst. Man habe versucht, die Opfer dazu zu bringen, sich zu melden und habe ihnen gesagt, ihnen werde geglaubt - und dann sage der höchste Geistliche der Katholiken, dass er ohne Beweise den Opfern nicht glaube.
Quelle: Crux  mariecollins.net 5.2.2018

7.2.2018 "Wir Opfer sind es gewohnt, dass Bischöfe lügen. Aber es ist hart zu ertragen, wenn selbst der Papst das tut." Das sagt Juan Carlos Cruz, der vom Papst als Verleumder hingestellt wurde, weil er behauptete, Bischof Barros sei Zeuge von Missbrauch gewesen und er, der Papst, habe nie etwas von chilenischen Opfern dazu gehört. Cruz hatte dem Papst 2015 einen Brief zur Sache geschrieben. - Der Vatikan-Ermittler Scicluna wird Cruz persönlich treffen. Bislang war ein Skype-Gespräch verabredet.
Quelle: Süddeutsche  Crux

7.2.2018 Erzbischof Apuron, Guam, wurde im Oktober 2017 von einem Kirchengericht verurteilt. Das Urteil ist unbekannt. Am 7.2.2018 nahm er an einer Papstaudienz teil und wurd4 von Papst Franziskus freundschaftlich begrüßt.
Quelle: lastampa.it


6.2.2018 Juan Carlos Cruz, Chile, soll in dem Brief an den Papst, der den chilenischen Bischof Barros der Vertuschung sexueller Gewalt, verübt von dem Priester Karadima, beschuldigt, auch beschrieben haben, dass  Barros selbst mit Karadima sexuelle Handlungen verübt habe. Cruz nennt auch Namen anderer heutiger Bischöfe, die zur Zeit der Übergriffe zur "Gruppe von Karadima" gehört haben sollen. Der Vorwurf: Die Geistlichen hätten dem Missbrauch beigewohnt und teilweise neben den Opfern gestanden, während sie von Karadima missbraucht worden seien. Karadima habe die Zuschauer zudem "in unpassender Weise" berührt: Er habe sie geküsst und ihnen kleine Schläge auf die Genitalien verabreicht.
Cruz berichtet, dass
auch psychologischer Druck auf die Missbrauchsopfer ausgeübt worden sei. Als er 1987 beschlossen habe, Karadima und sein Umfeld zu verlassen, habe der übergriffige Priester eine Art Gericht gegen ihn einberufen, das einem Tribunal der Inquisition geglichen habe. Zwölf Mitbrüder hätten teilgenommen, darunter auch Juan Barros. In dem Gespräch seien private Informationen über ihn öffentlich geworden, die er seinem Beichtvater anvertraut hatte.
Quelle: catholicnewsagency.com  Spiegel
Kommentar: Die Verletzung des Beichtgeheimnisses durch den Priester Karadima scheint in seinem kanonischen Verfahren keine Rolle gespielt zu haben. Sie sieht die Exkommunikation eines Priesters als Tatstrafe vor (can. 983 & 1 CiC 1983; can. 1388 & 1 CiC). Karadima wurde zwar verurteilt, aber nicht exkommuiniziert.

5.2.2018 Papst Franziskus erhielt 2015 einen 8-seitigen Brief. Geschrieben war er von Juan Carlos Cruz aus Chile. Lanciert wurde der Brief über Marie Collins, die ihn Kardinal O'Mallay überreichte (s. Foto), der ihn dem Papst persönlich übergab. O'Malley berichtete Marie Collins, er habe den Brief an den Papst übergeben. In dem Brief schrieb Cruz, dass er von dem chilenischen Priester Karadima missbraucht wurde und der heutige Bischof Barros, Bistum Osorno/Chile, Zeuge war. Barros habe entsprechende Beschwerden/Anzeigen von Cruz unterschlagen und leugnet bis heute jegliche Vertuschung. - Papst Franziskus hatte anlässlich seines Besuchs in Chile im Januar 2018 gesagt, es gebe keine Beweise (später korrigierte er: Indizien) gegen Barros: "Niemand ist gekommen. Sie haben keine Beweise für ein Urteil vorgelegt. Das ist alles ein bisschen vage. Es ist etwas, das nicht akzeptiert werden kann."
Quellen: ncronline.org   cruxnow.com  twitter.com
Kommentar: Nun, offensichtlich kamen durchaus Opfer und bezeugten das Wissen und Vertuschen von Barros - aber sie wurden nicht gehört. Das wiederum ist nichts Neues.

5.2.2018 Die katholische Bischofskonferenz in Australien widmet die ersten vier Fastentage der Fastenzeit der Solidarität mit den Opfern sexuellen Missbrauchs. Die australische königliche Missbrauchskommission hatte in fast fünf Jahren 57 öffentliche Anhörungen von Missbrauchsopfern abgehalten und die Aussagen von 8.013 Opfern angehört. 4.000 von ihnen waren in Einrichtungen christlicher Kirchen missbraucht worden.
Quelle: kathpress.at

3.2.2018 Der Vatikan-Staatsanwalt ermittelt in zwei Verdachtsfällen auf Missbrauch Minderjähriger im Vatikan. Es gebe erste Ermittlungen, die zum Schutz aller Betroffenen in absoluter Verschwiegenheit erfolgten.
Quelle: katholisch.de

2.2.2018 Die Arbeitsstelle der Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz widmet sich verstärkt dem Thema "Seelsorge nach sexuellem Missbrauch - es ist an der Zeit".
Quelle: frauenseelsorge.de

1.2.2018 Ein Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma steht im Verdacht, in der Diakonie Stetten in der Zeit zwischen Dezember 2015 bis September 2016 „sexuelle Grenzverletzungen“ begangen zu haben. Ein sehr junger Bewohner und eine Bewohnerin sind demnach betroffen. Laut Staatsanwaltschaft bestreitet der 33-Jährige die Vorwürfe. Er war eine Zeit lang als Nachtwache bei der Diakonie Stetten eingesetzt. Im Herbst 2017 hat die Diakonie Stetten eine Hotline eingerichtet. Die Pressesprecherin Kaltarar berichtete, die Telefone standen nicht mehr still.
Quelle: zvw.de

30.1.2018 Papst Franziskus hat Charles J. Scicluna, Malta, beauftragt, nach Bekanntwerden neuer Informationen über den Fall Barros, nach Chile zu reisen und dort Personen zu treffen, die "Dinge übermitteln" wollen. Scicluna ist bekannt für seine kirchenrechtliche Expertise im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen Kleriker.
Quelle: CNA  orf

30.1.2018 Film: Das dunkle Geheimnis: In Deutschland erfährt jedes siebte Kind sexuelle Gewalt. Besonders häufig stammt der Täter aus der eigenen Familie oder dem familiären Umfeld. Der Hort des Vertrauens wird zur Gefahr.
Quelle:
zdf.de

28.1.2018 Im Jahr 2008 berief der damalige Regensburger Bischof Müller Dr. Birgit Böhm zur Missbrauchsbeauftragten des Bistums. Sie amtierte bis zum 29.5.2013 und starb überraschend. Der Sohn und Erbe verweigerte die Herausgabe der Unterlagen der Missbrauchsbeauftragten an das Bistum. Die MB-Beauftragte hatte entschieden, welche Informationen und Unterlagen sie an das Bistum weitergab und welche nicht. Bei der Amtsübernahme durch Martin Linder meldeten sich vier mutmaßliche Opfer. Sie hatten Dr. Böhm ihre Angaben gemacht, die jedoch nicht bei ihrem Nachfolger vorlagen. In vier Fällen legte Linder dem Erben die Schweigepflichts-Entbindung vor, um die Herausgabe der Unterlagen zu erwirken. Vor Gericht kam es nun zu einem Vergleich: Wenn eine Schweigepflichts-Entbindung vorliegt, gibt der Erbe die Unterlagen an den MB-Beauftragten. Persönliche Notizen von Dr. Böhm muss er nicht herausgeben. Insgesamt geht es um 15 Fälle, in denen Dr. Böhm Unterlagen hat, die Linder nicht hat.
Quelle: wochenblatt.de

28.1.2018 Nach Meinung des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung wissen viele Menschen noch immer nicht, was sexuelle Gewalt ist, wie Täterstrategien funktionieren und an wen sie sich im Verdachtsfall wenden können. Er fordert eine Aufklärungskampagne in der Dimension der Anti-Aids-Kampagne und ein Gesetz zum Kampf gegen Kindesmissbrauch. Der Betroffenenrat fordert, auch die Opfer sexueller Gewalt an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Traumaspezifische Therapieplätze fehlen noch immer. - Der Haupttäter am Canisius-Kolleg lebt bis heute als Rentner in Freiheit.
Quelle: morgenpost.de

28.1.2018 Johannes-Wilhelm Rörig sagt, sexueller Missbrauch habe die "Dimension einer Volkskrankheit". 2016 wurden in der polizeilichen Kriminalstatistik mehr als 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren verzeichnet. Opfer waren zu ca 75 % Mädchen, zu 25% Jungen. Hinzu kommen Fälle von Missbrauch von Schutzbefohlenen und Jugendlichen und 7.000 Fälle von Kinder- und Jugendpornografie. Zwei- bis dreimal häufiger betroffen als der Durchschnitt sind Mädchen und Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. Die Täter sind zu 80-90 % männlich. Frauen sind bei sexuellem Missbrauch von Kindern zu 4 % Täter, bei sexuellem Missbrauch von Jugendlichen zu 3 %, bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen zu 8 % und bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- und jugendpornografischer Schriften (nicht auch Videos, Fotos?) zu jeweils 5 %. Diese Zahlen aus dem Hellfeld müssen ergänzt werden durch Zahlen aus dem Dunkelfeld. Es ist davon auszugehen, dass etwa jeder Achte in Deutschland betroffen ist.
Quelle: faktenfinder.tagesschau.de

28.1.2018 Ein chilenisches Gericht hat den früheren katholischen Bischof Marco Antonio Oredenes Fernandez freigesprochen aus Mangel an Beweisen. Oredenes war angeklagt wegen sexuellen Missbrauchs eines Messdieners. Er sagte aus, der Messdiener sei 17 Jahre alt gewesen und die Beziehung habe begonnen, als der Messdiener nicht mehr minderjährig war. Der Messdiener hingegen berichtete, der Missbrauch habe begonnen, als er 15 Jahre alt war. Daraus sei später eine Liebesbeziehung geworden. Papst Benedikt hatte 2012 das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Iqueque angenommen.
Quelle: santiagotimes


27.1.2018 Das Stift Klosterneuburg, Österreich, hat eine unabhängige und weisungsfreie Expertengruppe eingesetzt, um die Vorwürfe aufzuklären, die im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall von 1993 aufgetreten sind.
Quelle: vaticannews

26.1.2018 Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte ehemalige katholische Priester hat sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu den Vorwürfen geäußert. Unbekannt ist, ob der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Taten eingeräumt hat. Der aus Wuppertal stammende frühere Priester soll seit Mitte der 1990er Jahre fünf Jungen bei mindestens 100 Gelegenheiten sexuzell missbraucht haben und versucht haben, eine 18-Jährige zu vergewaltigen. Außerdem soll er Urkundenfälschung, Betrug und Titelmissbrauch begangen haben und sich so mindestens 100 000 Euro erschlichen haben. Von 2003 bis 2009 war er fünfeinhalb Jahre wegen Sexualstraftaten im Gefängnis. 2008 wurde er vom Kirchengericht in Freiburg aus dem Priesteramt entlassen.
Quelle: pnp.de  volksfreund.de

26.1.2018 Die Mitgliederversammlung des Eckiger Tisch Bonn hat im Dezember 2017 entschieden, dass der Verein der Geschädigten des Canisius-Kollegs den Dialog mit den Jesuiten als gescheitert ansieht und keinen Sinn mehr in weiteren Gesprächen sieht. Dieser Entscheidung voraus ging ein Briefwechsel, in dem der Eckige Tisch nach den Konsequenzen fragte, die sich aus dem Mangel an Kommunikation zwischen den Jesuiten und dem Bistum Hildesheim im Fall des Haupttäters im Canisius-Kolleg ergeben haben. - Die Deutsche Provinz der Jesuiten bedauert den Abbruch der Gespräche. Der Orden habe in diesen Gesprächen viel gelernt und unmittelbar davon profitiert. Er bleibe weiter gesprächsbereit, halte jedoch die Kommunikation über offene Briefe für ungeeignet. Der Provinzial Siebner habe erst Ende November ein direktes Gespräch angeboten als Reaktion auf den letzten offenen Brief des Eckiger Tisches Bonn.
Quelle:eckiger-tisch-bonn  katholisch.de

26.1.2018 Klaus Mertes, SJ, lobt den Papst für seine Entschuldigung. Papst Franziskus hatte sich für seine Wortwahl ín seinen Äußerungen über den Fall Barros entschuldigt, ohne jedoch seine Unterstützung für den Bischof, dem Vertuschung vorgeworfen wird, zurückzuziehen.
Quellen: domradio.de

25.1.2018 Im Jahr 1993 hat ein Mann im Stift Klosterneuburg bei Wien einen Jungen missbraucht. 1996 wurde er dennoch in der rumänischen Diözese Oradea zum Priester geweiht. Bis 1996 war er in Klosterneuburg gemeldet und bis 1998 in einer Wohnung in Wien-Döbling, die dem Stift gehört. 2000 übernahm er die Aufgabe eines Pfarradministrators einer Gemeinde im Bistum Würzburg. Dort missbrauchte er einen 11-jährigen Jungen. 2002 zeigte er sich selbst an. Der Priester wurde supendiert und in den Ruhestand versetzt, ging jedoch nicht in sein griechisch-katholisches Heimatbistum Oradea, Rumänien, sondern blieb im Bistum Würzburg. Johannes Heibel, "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen", gab dem österreichischen Nachrichtenmagazin "Profil" und der "Mainpost" Hinweise auf den Missbrauch von 1993. Nach einer Anfrage der Mainpost erstattete das Bistum Würzburg im Juni 2017 Anzeige gegen den Ex-Priester. Das Bistum sagte im September 2017, es fühle sich von dem Priester hintergangen, weil er dem Bistum die Vorgeschichte verschwiegen habe. Dem widerspricht ein Geistlicher - er selbst habe das Bistum Würzburg informiert. Es sei zu einem Gespräch mit dem damaligen Generalvikar Hillenbrand und dem damaligen Personalreferenten gekommen. Das Bistum sei von dem Geistlichen über die pädophile Anlage informiert worden. Dem widerspricht das Bistum: Es habe nachweislich 1998 kein Dreiergespräch gegeben. Der Geistliche begründete seinen Einsatz für den Priester: "Man lässt einen Priester nicht auf der Straße liegen."
Quelle: mainpost.de

25.1.2018 Der Jesuit Thomas Reese sagt, der Papst habe in Sachen Missbrauch einen blinden Fleck. Reese plädiert für ein unabhängiges Justizministerium mit professionellen Ermittlern und Staatsanwälten, die sich mit sexuellem Missbrauch und Vertuschungen sowie mit finanzieller Korruption, Diebstahl und anderen Verbrechen befassen. Es sei ein Fehler des Papstes gewesen, dem Vorschlag der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ein eigenes Büro für die Untersuchung von Bischöfen, denen Vertuschung von sexuellem Missbrauch vorgeworfen wird, zunächst zuzustimmen, ihn dann jedoch abzulehnen. Die Institution, die die Ernennung von Bischöfen vorbereiten, werde niemals Beweise dafür suchen, dass die ernannten Bischöfe Versager seien.
Quelle: ncronline.org

24.1.2018 Im Fall des Regisseurs der Hersfelder Festspiele, Wedel, bemerkt die Kommentatorin, dass es verstörend ist, dass die Frauen den Vorwurf sexuellen Missbrauchs durch Wedel erhoben. Die Vorwürfe wurden sogar schriftlich festgehalten und kamen in einen Revisionsbericht des Saarländischen Rundfunks. Danach wurde nicht etwa der Regisseur entlassen - die Frau wurde ausgetauscht gegen eine andere, die wiederum den gleichen Vorwurf erhob. Weitere Konsequenzen scheint es nicht gegeben zu haben.
Quelle: tagestehemen

24.8.2018 Klaus Mertes weist auf das Dilemma des Papstes im Fall des chilenischen Bischofs Barros hin: Missbrauchsopfer seien darauf angewiesen, dass man ihnen glaubt. Sie brauchen einen Vertrauensvorschuss. Gleichzeitig gelte für einen Täter oder Vertuscher die Unschuldsvermutung. Die Erfahrung von Mertes ist, dass die Aussagen von Missbrauchsopfern meistens glaubwürdig sind. Er sei aber auch mit Fällen konfrontiert gewesen, da er einem mutmaßlich Betroffenen habe glauben wollen, aber nicht konnte. Geschehe das, dann müsse "man es deutlich sagen. Auch wenn es wehtut."
Quelle: zeit.de

24.1.2018 Peter Saunders berichtet von seinen Erfahrungen, u.a. in der Päpstlichen Kinderschutzkommission.
Quelle: politicalcritique.org

24.1.2018 Julius Müller-Meiningen kommentiert das Verhalten des Papstes gegenüber dem chilenischen Bischof Barros und den drei Opfern von Karadima, die Barros vorwerfen, Karadima geschützt zu haben, so: Da ist ein Papst "der die Loyalität zu alten Freunden über das Wohl von Menschen stellt, die Opfer von Straftaten geworden sind. Die Reden gegen Gewalt, gegen Machokultur und Korruption werden so zu Makulatur. Franziskus steht am Rand zur Unglaubwürdigkeit. Denn wie ernst die Kirche das Thema Missbrauch nimmt, ist mitentscheidend für ihre Zukunft."
Quelle: badische-zeitung.de
Kommentar: Dass die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission noch immer nicht ernannt sind, zeigt, wie ernst es dem Papst mit der Bekämpfung sexuellen Missbrauchs ist.

22.1.2018 Papst Franziskus will gegen seelische und sexuelle Gewalt in kirchlichen Gemeinschaften streng vorgehen. Er benannte die Gemeinschaft "Sodalitium Christianae Vitae", dessen Gründer Figari wegen sexuellen Missbrauchs und Gehirnwäsche von einem Kirchengericht in Rom verurteilt worden sei. Figari bezeichnet sich als unschuldig und hat Berufung bei der Apostolischen Signatur eingelegt. Daraufhin hätten sich weitere Opfer gemeldet und es seien "noch viel schwerere Fälle" ans Licht gekommen.
Quelle: katholisch.de

22.1.2018 Prof. K. Demasure, S. Joulain und K. Phillips haben einen Artikel geschrieben: Perspectives and Challenges in Pastoral Care for Child Sex Offenders, in:  Counselling and Spirituality 35/2 (2016), 51-73 (Perspektiven und Herausforderungen in der Seelsorge für Sexualstraftäter)
Quelle: childprotection.unigre.it

22.1.2018 Papst Franziskus hat sich für den Begriff "Beweise" im Kontext der Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof Barros entschuldigt. Er hatte gesagt, es gebe keine Beweise, dass Barros den Missbrauchstäter Karadima geschützt habe. Franziskus sagte auf dem Rückflug von Peru, von Opfern Beweise zu fordern, sei wie eine Ohrfeige. Er hätte stattdessen von "Indizien" sprechen müssen. Der Papst wiederholte, dass er einen Bischof nicht einfach absetzen könne, wenn keine Beweise für sein Fehlverhalten vorliegen. Er sei überzeugt, dass Bischof Barros wirklich nichts wusste. Die Null-Toleranz-Linie für Kindesmissbrauch in der Kirche gelte weiterhin.
Der Papst bleib jedoch dabei: "
To insist, without evidence on one thing or the other, is a calumny", sagte er.
Quelle: Vatikannews  crux
Kommentar: Dem Papst scheint es so zu gehen, wie vielen Menschen: Er leugnet nicht, dass Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden. Aber er kann sich einfach nicht vorstellen, dass es jemand tut, den er kennt ("Don Mercedes"). Er kann sich auch nicht vorstellen, dass ein Bischof, den er kennt und dem er vertraut, Verbrechen vertuscht. Das ist auch eine Art, Opfer zum Schweigen zu bringen.

22.1.2018 In der Gemeinschaft der Piusbrüder gibt es Übergriffe auf Kinder und auf Mitarbeiterinnen verschiedener Schulen der Piusbrüder. Im Frühjahr wurde bereits ein Priester der Piusbrüderschaft verurteilt. Im Dezember wurde der Piusbruder Frédéric A. (40) wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen unter 16 Jahre verurteilt.
Im April 2017 war von 4 Missbrauchstätern in der Piusbrüderschaft die Rede, die mindestens 12 Jugendliche missbrauchten. Die Täter wurden von der Bruderschaft geschützt und durften weiter in der Seelsorge tätig sein. Einer der Täter wurde inzwischen in den USA zu Lebenslänglich verurteilt, 2 haben sich der Gruppe um Williamson angeschlossen. Dem Vatikan sind die Vorwürfe bekannt, er hat aber nur geringen Einfluss auf die Piusbrüder. Im Mai 2015 hatte die Glaubenskongregation dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Fellay, das Recht erteilt, über Missbrauchstäter in den eigenen Reihen zu urteilen. Zwar ist die Pius-Bruderschaft nicht von Rom anerkannt, darf aber über "delicta graviora" Recht sprechen.
Quelle: blick.ch
s. auch
badische-zeitung.de 6.12.2012  kath.net  deutschlandfunk.de, 28.4.2016  watson.ch, 29.5.2016

22.1.2018 Der Kommentar von Julius Müller Meiningen weist auf die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Erscheinungsbild und der Wirklichkeit hin. Die kirchliche Hochzeit des Paares im Flugzeug, die von Papst Franziskus assistiert wurde, war bereits im Dezember verabredet worden, also durchaus nicht spontan. Ebenso wird die Entschuldigung des Papstes für die Missbrauchsfälle in Chile untergraben von seinem konkreten Umgang mit den Opfern des Priesters Karadima. Er beschuldigt die Opfer als Verleumder und verteidigt Bischof Barros, der des Vertuschens von sexuellem Missbrauch beschuldigt wird. Bereits im Oktober 2015 hatte Papst Franziskus gesagt, das Bistum Osorno, in dem sich Teile der Katholiken gegen die Ernennung von Barros stellten, leide an "Dummheit". (Video)
Quelle: augsburger-allgemeine.de

21.1.2018 Der Priester aus Nordrhein-Westfalen, der wegen "unangemessenem Kommunikationsverhalten" (Bistum Münster) zurückgetreten ist, hat dem anfänglich 15-jährigen über zwei Jahre lang Tausende Whatsapp-Nachrichten geschickt, berichtet die Rheinische Post. Nach Aussage der Eltern habe das Bistum als offiziellen Grund für den plötzlichen Rücktritt "Burn- out" angeben wollen. Das Bistum weist diese Aussage als falsch zurück. Das Bistum geht davon aus, dass es sich nicht um sexuellen Missbrauch handelt und hat keine Strafanzeige gestellt. Bei der Staatsanwaltschaft ging jedoch eine Strafanzeige ein, die derzeit geprüft werde.
Quelle: Süddeutsche  rp-online.de

21.1.2018 Kardinal Sean O'Malley, Vorsitzender der nicht mehr/noch nicht wieder amtierenden Päpstlichen Kinderschutzkommission äußerte Verständnis für den Schmerz von Überlebenden sexuellen Missbrauchs angesichts der Papstworte zum Fall des Bischofs Barros. Äußerungen, die die Botschaft vermittelten, "wenn du deine Vorwürfe nicht belegen kannst, glaubt man dir nicht", ließen diejenigen alleine, die sexuelle Gewalt erlitten haben und stellten Opfer ins Abseits. Zugleich verteidigte O'Malley den Papst, der das gravierende Versagen der Kirche und ihrer Geistlichen vorbehaltlos anerkenne ebenso wie die zerstörerischen Folgen der Verbrechen für die Opfer und ihre Familien.
Quelle: orf
Kommentar: Was hilft es denn, wenn das Versagen der Kirche "ganz allgemein" anerkannt wird, im konkreten Fall den Opfern jedoch nicht geglaubt wird und sie als Verleumder beschimpft werden? - In Erinnerung gerufen sei der Umgang der argentinischen Kirche mit Missbrauchsfällen unter Kardinal Bergoglio. Sebastian Cuattromo, einem Missbrauchsopfer eines Marianisten, bot der Marianisten-Orden eine "Entschädigung" an, unter der Bedingung, dass er Stillschweigen wahre. Cuattromo wandte sich an den heutigen Papst und damaligen Erzbischof von Buenos Aires. Sein Sekretär empfing ihn. Von dem Bischof Mario Poli, dem Nachfolger Bergoglios als Erzbischof von Buenos Aires, hörte Cuattromo dann, dass das Verlangen des Ordens, Stillschweigen gegen Entschädigung, in Ordnung sei.

20.1.2018 Auch in Peru wird der Papst bei seinem Besuch mit Missbrauch in kirchlichen Gruppierungen konfrontiert. In der Gruppe "Sodalitium Christianae Vitae", einer gegen die Befreiungstheologie gerichtete Laien-Initiative mit sektenhaften Zügen, kam es zu körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt, u.a. durch die beiden Gründer. Der eine Gründer starb. Während seines Seligsprechungsprozesses kamen seine Verbrechen ans Licht. Der andere lebt in Rom in einer Villa. Der Jurist Wilfredo Ardito beobachtet, dass die Mitglieder des Sodalitiums der peruanischen Oberschicht angehören. Opfer aus ärmeren Gesellschaftsschichten hätten Mühe, ihre Fälle publik zu machen und Gerechtigkeit zu bekommen.
Quelle: kleinezeitung.at

20.1.2018 Das Bistum Regensburg hat bislang 178.000 € an 45 Opfer körperlicher Gewalt gezahlt, zwei Fälle sind noch nicht abgeschlossen. 75 Personen haben einen Antrag auf Anerkennung erlittener körperlicher Gewalt gestellt. 547 ehemalige Domspatzen wurden Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt.
Quelle: orf

19.1.2018 Bei den UN gibt es sexuelle Übergriffe. Auch wenn die Mitarbeiterinnen die Übergriffe melden, geschieht nichts. Die Täter bleiben im Amt, die Opfer werden nicht selten mit Kündigung bedroht. Es herrsche eine Kultur des Schweigens.
Quelle: sueddeutsche.de

19.1.2018 Auch in ultraorthodoxen jüdischen Gemeinden ist sexuelle Gewalt Alltag. In den strenggläubigen und geschlossenen Gruppen  Milieus sind die Täter meist männliche Autoritätspersonen und die Opfer sind oft Jungen. Nun werden Präventionsprojekte begonnen.
Quelle: tachles.ch

19.1.2018 Papst Franziskus sagt, es gebe keinen Beweis, dass der chilenische Bischoff Juan Barros von dem sexuellen Missbrauch durch den Priester Karadima gewusst habe. Alles sei Verleumdung.
Dem stehen die Aussagen von drei Opfern von Karadima entgegen. Juan Carlos Cruz,
José Andrés Murillo und James Hamilton behaupten, dass sie in Anwesenheit von Barros von Karadima missbraucht wurden.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com  spiegel.de  srf.ch
Kommentar:
Vor Gericht, das die Verjährung feststellte, waren die Opfer Karadimas als glaubwürdig eingestuft worden. Der Papst nennt sie Verleumder. Gegen Karadima hatten sie bereits 2002 Anzeige bei der Kirche erstattet. Erst 2010, als die Opfer an die Öffentlichkeit gingen, reagierte der Vatikan und verurteilte Karadima zu einem Leben der Buße und des Gebets. Sollten die Anzeigenden gegen Karadima korrekt aussagen, gegen Barros jedoch nicht? Selbst im Vatikan wurde auf dem Kongress 2012 "Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung" von Stephen Rossetti, bemerkt: "Aber die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen zeigen, dass die große Mehrheit aller Anschuldigungen, d.h. über 95 % der Fälle, berechtigt sind. Ein Mensch, der sich aufrafft und aussagt, von einem Priester sexuell missbraucht worden zu sein, hat wenig zu gewinnen und viel zu verlieren. Dazu braucht es viel Mut und die Bereitschaft, Scham und Spott zu ertragen." (aus dem Kongress-Vortrag, S. 45). Diese Beobachtung gilt vermutlich auch für den Vorwurf des Vertuschens, zumal, wenn er im Blick auf einen Bischof geäußert wird, der die Unterstützung des Papstes hat. - Das Signal, das diese Papstaussage an Opfer sendet, ist verheerend.

18.1.2018 Hans Zollner, SJ, schreibt über die spirituellen Wunden derer, der von Priestern sexuell missbraucht wurden. "Wer sich weigert, einer persönlichen dunklen Seite zu begegnen, wird früher oder später dafür mehr bezahlen."
Quelle: laciviltacattolica.com
Kommentar: Das ist es, was sich Jahren in der kath. Kirche abspielt: Die Weigerung, der eigenen dunklen Seite zu begegnen. Der Preis: Immer neue Skandale, statt ehrlicher und glaubwürdiger Umkehr zu den Opfern.

18.1.2018 In den Kinderheimen der Korntaler Brüdergemeinde waren bereits in den 1960-er Jahren Missbrauchsfälle aktenkundig. Die Verantwortlichen wussten davon. Die Täter wurden geschützt. Das legen neuere Informationen nahe.
Quelle: stuttgarter-zeitung.de

17.1.2018 Papst Franziskus hat in Chile auf zwei Gruppen hingewiesen: Auf die Menschen, die als Opfer oder deren Familien unter Missbrauch gelitten haben. Und auf die kirchlichen Gemeinschaften, Priester und Ordensleute, die hart gearbeitet haben und der Verdächtigung zum Opfer gefallen seien. Viele Ordensleute seien in öffentlichen Bereichen beleidigt worden und ihre geistliche Kleidung habe dazu führen können, dass sie einen hohen Preis zahlten.
Quelle: cruxnow.com  cna


17.1.2018 In der ersten Eucharstiefeier des Papstes in Chile war auch Bischof Barros als Konzelebrant anwesend. Barros wird vorgeworfen, sexuellen Missbrauch des zu Buße und Gebet verurteilten Priesters Karadima vertuscht zu haben. - Der Papst traf in der Nuntiatur von Santiago eine kleine Gruppe von Missbrauchsopfern. Das Treffen stand nicht im Protokoll.
Quelle: NZZ

16.1.2018 Der Papst bat die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker in Chile um Verzeihung. Er fühle Scham und Schmerz und wolle sich dafür einsetzen, dass sich das nicht wiederholt und er wolle die Opfer mit allen Kräften unterstützen.
Bischof Barros,
Bischof von Osorno, hat er jedoch nicht von seinem Bischofsamt entpflichtet. Vielmehr nahm Barros als Konzelebrant an einer Messe mit dem Papst teil. Barros, einem Schützling des Priesterausbilders und Missbrauchstäters Karadima, wird vorgeworfen, dass er Karadima geschützt habe. Barros sagt, er habe von nichts gewusst. Papst Franziskus spricht "von diesen ganzen Linken, die diese Sache aufgebauscht haben", man solle sich von ihnen "nicht an der Nase herum führen lassen". Gegen Barros lägen keine Beweise vor, sagte der Papst. - Opfer des ehemaligen Priesterausbilders Fernando Karadima hatten nach eigenen Angaben vergeblich beantragt, vom Papst empfangen zu werden.
Quellen: domradio.de  orf
Kommentar: Spätestens seit 2002 sprechen die Päpste von ihrer Scham angesichts der kirchl. Missbrauchsfälle. M.E. ist es nicht genug, dass der Papst Scham empfindet, er müsste handeln, und zwar transparent.

16.1.2018 In Kleve ist ein kath. Pfarrer von dem Pfarramt zurückgetreten. Das Bistum Münster benennt als Hintergrund "unangemessene Kommunikation mit einem Jugendlichen".
Quelle: rp-online

14.1.2018 Das Bistum Trier hat 453.500 € an 90 Missbrauchsopfer ausgezahlt. 135 Betroffene haben sich in den 8 Jahren seit 2010 gemeldet. Gegen 33 Priester sei in kircheninternen Verfahren ermittelt worden. Zwei kirchenrechtliche Voruntersuchungen laufen noch.
Quelle: t-online

13.1.2018 Gegen den Erzbischof von Guam, Apuron, gibt es einen neuen Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Er wird von einem Verwandten des Erzbischofs erhoben. Vertreter der katholischen Kirche von Guam sagten, sie hätten den Vatikan über die neuen Anschuldigungen informiert. Vorwürfe, Ministranten missbraucht zu haben, werden bereits seit den 1970er Jahren erhoben. Ende des Jahres 2017 sei der jetzige kommisarische Erzbischof von Guam, Michael Byrnes, über das Urteil gegen Apuron informiert worden, das Urteil wurde jedoch noch nicht veröffentlicht. Apuron hat bisher die Beschuldigungen zurückgewiesen.
 Quelle: cruxnow.com

12.1.2018 Opfer des chilenischen Priesters Karadima veranstalten anlässlich des Papstbesuches in Chile ein Seminar: "Sexueller Missbrauch in kirchlichem Kontext: Herausforderungen für die Prävention, Intervention und Unterstützung für die Opfer." Einer der Schützlinge und Schüler von Karadima ist Barros, der vom Papst gegen den Widerstand vieler Gläubigen zum Bischof ernannt wurde. Auch die Bischöfe Tomislav Koljatic und Horacio Vaslenzuela hätten von den Missbräuchen Karadimas gewusst, als dessen Schützlinge jedoch nichts unternommen.
Ein Treffen mit kirchlichen Missbrauchsopfern sieht der Plan des Papstes bei seinem Besuch in Chile und in Peru nicht vor.

Quellen: nytimes.com  domradio 
cruxnow.com
12.1.2018 Der Anwalt des früheren Freisener kath. Priesters, der des sexuellen Missbrauchs angeklagt ist, von staatlichen Gerichten wegen Verjährung nicht belangt wurde, den Missbrauch eines Jugendlichen z.T. gestanden hat und nun einer kirchlichen Rechtsprechung gegenübersteht, ist überzeugt, dass der Priester für die Kirche ein "Sündenbock" sei, mit dem die Kirche demonstrieren wolle, "dass man in Zukunft aktiver sein will".
Quelle: sr.de

12.1.2018 Inés San Martín fordert, dass der Papst sich den Folgen sexueller Missbrauchsskandale in Chile und Peru bei seinem Besuch stellen müsse. Die Skandale haben die Basis gespalten und demoralisiert, das öffentliche Ansehen der Kirche beschädigt und auch zu Kritik an der Handhabung der Missbrauchsfälle geführt. Die Kritik betrifft vor allem den kirchlichen Umgang mit dem Priester Karadima und dem Gründer von Sodalitium Christianae Vitae (SCV), Figari, - beide beschuldigt des Machtmissbrauchs und des sexuellen Missbrauchs. Karadima lebt inzwischen in Rom, das nicht an Peru bzw. Chile ausliefert.
Quelle:cruxnow.com

11.1.2018 Die polnische Regierung begünstige Pfarrer, die sexuellen Missbrauch begangen hätten, nicht, sagte Adam Zak, der Kinderschutzkoordinator der Polnischen Bischofskonferenz. Es gebe ein öffentliches Register von Mehrfachtätern und ein nicht-öffentliches Register von Tätern, die erstmals verurteilt wurden. Kath. Priester fielen in die zweite Kategorie, sagte Zak. Die Zahl von 56 verurteilten Priestern dürfe stimmen, obwohl einige Verfahren noch nicht abgeschlossen seien. Zur einzigen Opferorganisation in Polen habe die Bischofskonferenz nur "sehr schwachen Kontakt", führte Zak aus, der Leiter sei "sehr emotional".
Quelle: katholisch.de


10.1.2018 Bei der Deutschen Bischofskonferenz sind inzwischen 1750 Anträge auf "Anerkennungsleistung" von Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker eingegangen.
Quelle:
taz
10.1.2017 In Chile werden nahezu 80 kath. Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Liste sei nur eine "Stichprobe", weil die Auflärung bislang nicht unabhängig geschehe, sondern den chilenischen Bischöfen obliege.
Quelle: ncronline.org

10.1.2018 Der Papst hat die Gruppe "Sodalicio de Vida Cristiana" unter die kommissarische Leitung des kolumbianischen Bischofs Noel Antonio Londono Buitrago gestellt. Dem Gründer der konservativen "Gesellschaft des apostolischen Lebens" Luis Figari und führenden Mitgliedern wird sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen. Figari lebt in Rom, der peruanischen Justiz wird er nicht zugeführt. Auch dem zweiten Mitgründer, Germán Doig Klinge, der 2001 mit 44 Jahren starb, wird ein Zweitleben mit Gewalttaten an Abhängigen vorgeworfen. Sein Seligsprechungsverfahren wurde abgebrochen.
Quelle: orf  s. auch wir-sind-kirche  infostelle peru

10.1.2018 Die Glaubenskongregation hat das Verfahren gegen einen früheren Freisener Pfarrer, Bistum Trier, an das Kirchengericht des Erzbistums Köln gegeben. Dem pensionierten Prarrer wird sexueller Missbrauch von Jugendlichen vorgeworfen. Bereits 2006, 2013 und 2016 hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Verfahren wurden wegen Verjährung oder mangelndem Tatnachweis eingestellt. Kardinal Marx, früherer Bischof des Bistums Trier, hatte eingeräumt, von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen des Jahres 2006 gewusst zu haben.
Quelle: volksfreund  volksfreund.de 1.3.2018  s. auch wir-sind-kirche.de
10.1.2018 Einer der Hauptzeugen gegen Kardinal Pell, Danian Dignan, ist zu Wochenanfang an Leukämie gestorben. Welchen Einfluss sein Tod auf das Verfahren gegen Pell hat, ist noch unklar.
Quelle: orf  katholisch.de

10.1.2018 In ganz Deutschland gab es 2017 weniger als 60 Priesterweihen. Die Zulassungskriterien sind streng. Weil jedoch der Priestermangel groß ist, besteht die Gefahr, dass die Kriterien nicht angewandt werden und Kandidaten geweiht werden, die dem Amt nicht gewachsen sind. Das gilt für die menschliche Reife ebenso wie z.B. für die Personalführung, die Kommunikationsfähigkeit oder die politische Gesinnung. So wurde ein Priesteramtsanwärter im Bistum Würzburg wegen antisemitischer Äußerungen entlassen, im Bistum Eichstätt jedoch aufgenommen und inzwischen zum Diakon - der ersten Weihestufe - geweiht.
Quelle: Deutschlandfunk

10.1.2018 Im Deggendorfer Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer, der im Bistum Regensburg einen Jungen missbrauchte und trotz Laiisierung sich als Priester ausgab, erkennt das Bistum Regensburg Verbesserungsbedarf bei der Verhinderung solcher Straftaten. Wie ein verbessertes Vorgehen aussehen soll, teilte Generalvikar Fuchs nicht mit. Der angeklagte Ex-Priester schweigt weiterhin zu den Vorwürfen.
Quelle: Mittelbayerische

8.1.2018 Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Pfarrer von Kalbach, Bistum Fulda, wurden eingestellt. Der Pfarrer hatte sich selbst angezeigt wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. Wie es kirchenrechtlich weitergeht, ist derzeit offen.
Quelle: hessenschau.de

8.1.2018 In Polen sind derzeit 56 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern inhaftiert. Seit 1.1.2018 gibt es in Polen eine Datenbank des Justizministeriums, die die Namen verurteilter Kindesmissbraucher und schwerer Sexualverbrecher enthält. Die öffentliche Liste enthält die Namen der verurteilten Pfarrer nicht.
Quelle: katholisch.de

7.1.2018 Zu einem Präventionskurs in der Schweizer kath. Kirche für "viele Tausend" MitarbeiterInnen meldeten sich 5 InteressentInnen an. Das sagt Catherine Boss in einem Kommentar zur Veröffentlichung der Informationen über sexuelle Gewalt gegen Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene in der Kirche. Boss fordert, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht habe, endlich alles über Missbrauch in der Kirche zu erfahren.
Quelle: tagesanzeiger.ch

7.1.2018 In der kath. Kirche der Schweiz gingen seit 1950 rund 250 Meldungen sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld ein. BEtroffen sind über 140 Kinder und Jugendliche und 88 Erwachsene (Frauen: 48) Männer: 40). Mindestens 25 der gemeldeten Fälle ereigneten sich zwischen 2010 und 2016. Giorgio Prestele, Präsident des kirchl. Fachgremiums "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umgeld" erklärte, die Opfer zwischen 2010 und 2016 seien ausschließlich Erwachsene.
Staatsanwalt Elmar Tremp, St. Gallen, ist der Meinung, dass
in der Kirche auch heute noch nicht alle wirklich den Ernst der Lage erkannt haben – und nicht wissen, wann sie einen Verdacht melden müssen." Wenn die Kirche Fälle zuerst intern abklärt und dann erst der Justiz übergibt, vergehe zu viel Zeit für die Ermittlungen. Tremp sagt, es sei möglich, dass ein Bischof sich strafbar mache, wenn er ein Offizialdelikt nicht meldet. In der Schweiz ist sexueller Missbrauch von Unmündigen ein Offizialdelikt.
Quelle: nzz.ch  tagesanzeiger.ch  tagesanzeiger.ch
Kommentar: In Deutschland wurde im Verfahren gegen den ehemaligen Weihbischof Eisenbach, Bistum Mainz, gerichtlich festgestellt, dass Übergriffe in der Seelsorge mit Erwachsenen nicht justitiabel sind, Seelsorge also kein gesetzlich geschützter Raum ist.

7.1.2018 Dr. Andrew McLellan hat vor zwei Jahren einen Bericht über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche in Schottland erstellt. U.a. forderte der Bericht, dass die Kirche Kontakt mit Opfergruppen aufnimmt. Jetzt wurden die kirchlichen Maßnahmen überprüft. Philip Tartaglia, Erzbischof von Glasgow, begründete, warum die Verantwortlichen keinen Kontakt zu Opfergruppen herstellten: "Crucially, no individual or organisation has a monopoly on survivor representation or interaction. Contact with survivors, by its nature confidential, is taking place across the church. Many survivors do not identify with or join national groups and such groups should not presume to speak for them."
Quelle: the guardian
cruxnow.com 8.1.2018

6.1.2018 Der ehemalige katholische Priester Oliver O'Grady lebt inzwischen in der Stadt Waterford. Er wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Jahren Haft verurteilt, sieben Jahre verbrachte er in US-Haft. 2001 wurde er nach Irland abgeschoben. 2010 tauchte er in Rotterdam als "Bruder Francis" in einer katholischen Gemeinde auf. 2012 wurde er erneut wegen Bilder sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Inzwischen ist er aus der Haft frei. Der Bischof von Waterford und Lismore warnte nun vor O'Grady, der weiterhin aktiv nach Opfern suche. - In dem Dokumentarfilm "Deliver Us from Evil" von Amy Berg (2006) wurde O'Grady interviewt.
Quelle: speakingnews.net

3.1.2018 Im Bistum Sitten, Schweiz, wurden nach einem Aufruf des Bistums 10 Ordenspriester als Missbrauchstäter identifiziert. 3 davon leben noch. Im Bistum leben 87 Ordenspriester.
Quelle: blick.ch

31.12.2017/1.1.2018 Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich ein gutes Jahr 2018!

Winterfrüchte

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Und hier zum Jahresende ein Rückblick.


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