Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie. (Hebr. 13,3)
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NEU  TV-Hinweis: Hinter dem Altar, Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, Dienstag, 20.2.2018, 20:15 Uhr, arte

NEU  Seelsorge nach sexuellem Missbrauch – es ist an der Zeit! Frauenperspektiven für eine Pastoral, die der Gewalt widersteht - Katholikentag Münster, Freitag, 11.05.2018 von 11.00 Uhr – 12.30 Uhr - u.a. mit Dr. Barbara Haslbeck als Vertreterin von GottesSuche
 
Adressen für Betroffene
Traumaseelsorge im Erzbistum Freiburg
Zur Dokumentation "Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 1999-2018
Barbara Haslbeck: Missbrauch in der Kirche aus der Opferperspektive
Barbara Haslbeck: Gott deckt die Pfarrer - Sexueller Missbrauch aus der Perspektive der Opfer
WDR 5 Interview mit Christoph Fleischmann, Diesseits von Eden - Juli 2014
Katharina Weyandt - Annette Buschmann: Heilwerden trotz Missbrauch
Katharina Weyandt - Annette Buschmann: Wenn beim Vaterunser das Trauma hochkommt
Barbara Haslbeck Erika Kerstner „Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis ich einen Seelsorger fand, der mir zuhörte“ Was Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kirche erleben, in: Pastoraltheologische Informationen, Bd. 36, Nr. 1 (pdf herunterladen)
Barbara Haslbeck Erika Kerstner: "Ich wollte endlich sprechen!" Seelsorge nach sexuellem Missbrauch als Herausforderung für die Pastoral, in: Unsere Seelsorge, Bistum Münster, S. 34 ff.

Was sich in der Kirche ändern muss - eine Perspektive von Missbrauchsopfern (2017)

Aus aktuellem Anlass: Flüchtlinge fliehen vor Gewalt und Hunger: Dr. Jörg Sieger: Kein Platz für Rassismus    Christen und Muslime   Eine Predigt  Kirche und Rechtsextremismus

Zum Stundengebet Te Deum
Nachhaltig predigen: Anregungen zu den sonntäglichen Texten der evang. Predigt- und der katholischen Leseordnung
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Aktuelle Nachrichten
Letzte Änderung: 22.4.2018


22.4.2018 Papst Franziskus beabsichtigt, den Status der Kinderschutzkommission definitiv zu bestätigen. Die Vollversammlung der Kommission hat in dieser Woche großes Augenmerk auf die Anhörung von Missbrauchsüberlebenden gelegt. Die angehörten Missbrauchsopfer beraten auch die katholische Kinderschutzkommission von England und Wales. Sie hätten sich durch die Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt wurde, gestärkt gefühlt. Auch weiterhin soll den Zeugnissen von Opfern katholischer Priester großes Gewicht beigemessen werden. Thema der Beratungen waren auch die Ergebnisse der Australischen Königlichen Kommission. Die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission wurden vom Papst in Privataudienz empfangen.
Quelle: vatikannews

21.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, konstatiert, dass die Kommission sich erstmals seit 7 Monaten trifft und bislang wenig praktischen Wandel erreicht hat. Bisher gibt es keine Rechenschaftspflicht von Bischöfen, weil das Tribunal gegen vertuschende Bischöfe von der Kurie ebenso abgelehnt wurde wie die Wahrung der Leitlinien. Collins wünscht Transparenz der Arbeit der Kommission und hofft, dass am Ende des Treffens ein umfassender Bericht über die aktuelle Arbeit und die künftigen Pläne veröffentlicht wird.
Quelle: twitter.com

20.4.2018 Erstmals hat der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz Ezzati sich von den Bischöfen distanziert, denen Vertuschung sexuellen Missbrauchs vorgeworfen wird. Ezzati sagt: "Es ist bedauerlich, dass einige den Heiligen Vater betrogen haben." Bischof Barros lässt bekanntgeben, dass er gesundheitliche Probleme habe. Bischof Koljatic hat bereits gestern geäußert, er werde zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte.
Quelle: Domradio

20.4.2018 Die Korntaler Brüdergemeinde, in deren Heimen Kinder Gewalt und Missbrauch erlitten haben, hat erste Geldzahlungen angewiesen. Die Mitglieder der Vergabekommission sind unbekannt. Voraussetzung für Zahlungen war ein Gespräch mit der Juristin Brigitte Baums-Stammberger, die 112 Interviews führte. Weitere Interviews sollen folgen. Bis Sommer 2010 können sich Opfer noch melden. In ersten Stellungnahmen von Vertretern von Opfergruppen wird von unterschiedlichen Reaktionen der Opfer berichtet. Eine Opfergruppe bemängelt die Intransparenz der Entscheidungskriterien für die Vergabe der Gelder. Angemahnt wird eine bislang fehlende Erinnerungskultur und eine ehrliche Entschuldigung. Detlev Zander, der die Gewaltvorfälle vor vier Jahren publik machte, sagt: "Jetzt haben wir nur aufeklärt. Die Menschen sind befriedet. Jetzt muss es weitergehen." Auch der Sprecher der Brüdergemeinde gab zu erkennen, dass es mit der Bezahlung nicht getan ist. Die gemeindebezogene Aufarbeitung habe schon begonnen, sagte er.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

19.4.2018 Bischof Tomislav Koljatic, Linares, Chile, sagte, er werde zum Wohl der Kirche zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte. Zugleich erklärte er, es seien nie Vertuschungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden und er sei auch keines Vergehens angeklagt worden.
Quelle: orf

19.4.2018 In der Schweiz wird jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge sexuell missbraucht. Nach Schätzungen gibt es in der Schweiz 50.000 Täter. Das erklärte Marie-Jo Abey von der Vereinigung Groupe Sapec. Bruno Gravier, Professor und Psychiater forderte für Pädophile psychiatrische Begleitung. Groupe Sapec berichtete, dass viele Vereine Prävention scheuten, aus Sorge, man unterstelle ihnen dann Missbrauchsfälle. Bischof Morerod, Westschweiz, sagte, in seinem Bistum sei der Umgang mit Verdachtsfällen schwierig. Er müsse die Polizei über Verdachtsfälle informieren, habe aber Angst, dass man daraufhin noch mehr Dinge vor ihm verstecken wird. Er sehe keine perfekte Lösung.
Quelle: kath.ch

19.4.2018 Martin Grichting, Generalvikar von Chur, konstatiert, dass die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche durch die Geringschätzung des kirchlichen Rechts und die undifferenzierte Forderung nach Dezentralisierung der Kirche die Vertuschung der Missbrauchsfälle begünstigt haben.
Quelle: NZZ

18.4.2018 Katholische Whistleblower - Priester, Ordensleute und Laien - fordern eine substanzielle Überarbeitung der Politik der US-amerikanischen katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen. Sie wollen, dass Missbrauchsüberlebende und Laien einbezogen werden, Die Nulltoleranzpolitik auf alle geistlichen, religiösen und kirchlichen Angestellten ausgedehnt wird, dass auch Bischöfe einbezogen werden. Zudem sollen Täter, denen "erhebliche Vorwürfe" gemacht werden, auf den Internetseiten der Bistümer veröffentlicht werden. Die Kirche solle mit den Gesetzgebern jeden Staates zusammenarbeiten, die die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch aufheben wollen. Die Forderungen wurden in einem Schreiben vom 1.4. an den Präsidenten der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, gerichtet und abschriftlich an den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Christoph Pierre, und an alle aktiven und pensionierten Bischöfe in den USA geschickt. Eine Antwort ging bislang nicht ein.
Von dem Bischof von Lafayette, Indiana, Timothy Lawrence Doherty allerdings erhalten die Anliegen der Wihistleblower Unterstützung.

Quelle: ncronline.org

*17.4.2018 Die von Marcial Maciel Degollado gegründeten Legionäre Christi in ihrem Zweig des Regnum Christi berät neue Statuten. Die Statuten sollen verhindern, dass erneut ein System von Betrug und sexuellem Missbrauch entstehen kann, wie Degollado (1920-2008) es aufgebaut hatte.
Quelle: katholisch.de

17.4.2018 Am 1.5.2018 entscheidet die australische Justiz, ob gegen Kardinal Pell ein Prozess wegen Missbrauchsvorwürfen eröffnet wird. Die Anwälte Pells fordern die Einstellung des Verfahrens.
Quelle: religion.orf.at

16.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, kommentiert die chilenischen Ereignisse so: "Was in Chile passiert ist, ist dasselbe wie in einem Land nach dem anderen, wo Überlebende einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Ortskirche hat mit Hilfe von Verschleierung geschaut, wie sie ihre Kollegen schützen kann - seien es die Täter oder die nachlässigen Bischöfe. Der einzige Unterschied in diesem Fall war, dass die chilenischen Kirchenverantwortlichen nicht nur versuchten, die Laien zu täuschen, sondern auch versuchten, den Papst zu täuschen. Der einzige Weg, zu verhindern, dass dies wieder passiert, ist sicherzustellen, dass es schwerwiegende Folgen für jeden Kardinal, Bischof oder religiösen Führer hat, die versuchen, ihre Kollegen auf Kosten der Opfer zu schützen. Es muss Rechenschaftspflicht bestehen."
Quelle: www.latercera.com


16.4.2018 Häusliche Gewalt nimmt zu. In der Gesellschaft wird Gewalt oft noch immer verharmlost und gerechtfertigt. Das Thema muss immer wieder angesprochen werden, auch auf politischer Ebene.
Quelle: Süddeutsche

14.4.2018 Papst Franziskus wird am 28. und 29.4. drei chilenische Missbrauchsopfer treffen. Darunter ist auch Juan Carlos Cruz.
Quelle: vaticannews.va

13.4.2018 J. Müller-Meiningen benennt die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Errázuriz als "Urheber einer Diffamierungskampagne gegen chilenische Missbrauchsopfer" und kommentiert: "Ein Papst, der sich explizit für eigenes Fehlverhalten entschuldigt, markiert nicht nur eine Änderung in der Sache, sondern im System."
Quellen: Augsburger Allgemeine 

13.4.2018 Hans Zollner sagt, dem Papst gehe es keineswegs nur um "eine schnelle Entschuldigung". Vielmehr ginge aus dem Brief des Papstes an die chilenische Bischofskonferenz hervor, dass er den Vorgängen in Chile „bewusst auf den Grund gehen“ wolle.
Quelle:
vaticannews.va

13.4.2018 Mit der Entschuldigung des Papstes für seine Fehleinschätzung der Behandlung der Missbrauchsfälle in Chile gerät auch die Rolle des dortigen Nuntius in Santiago, Erzbischof Ivo Scapolo, in den Blick. Aufgabe des Nuntius ist es, den "Heiligen Stuhl" auf dem Laufenden zu halten. Offensichtlich hat Scapolo dies nicht getan. Auch die Rolle des Kardinalsrats-Mitglieds Errazuriz gehört auf den Prüfstand. Zu fragen ist, wie es möglich ist, dass der Papst drei Jahre lang die Informationen nicht erhält, die er gebraucht hätte, um die Situation der kath. Kirche in Chile richtig zu beurteilen.
Quelle: ncregister.com
s. auch Daniel Deckers, FAZ: Der Papst, ein Opfer? "Der Papst ist kein Opfer. Anders als für seinen Vorgänger Benedikt hat die strukturelle Dimension des Themas Missbrauch bis heute für Franziskus keine Priorität. Im Fall Barros kommt hinzu, dass Franziskus dem eigenen Urteilsvermögen und den Einflüsterungen aus seiner Umgebung mehr vertraute  als allen Zweiflern. Auch das ist eine Spielart der doch so verheerenden 'institutionellen Selbstgewissheit', die die Kirche immer wieder an den Tag legt - und das nun in Gestalt des Papstes selbst." Der Papst habe die Risiken der Netzwerke von Tätern und Mitwissern unterschätzt und gleich drei Kardinäle in sein engstes Beratungsgremium aufgenommen, "auf deren Amtsführung ein langer Schatten lag, darunter eine der Schlüsselfiguren der chilenischen Missbrauchsauffäe. Man kannte sich, man half sich."


13.4.2018  Die Mitglieder der chilenischen Bischofskonferenz sind vom Papstbrief (englische Übersetzung) überrascht und geben sich selbstkritisch. "Wir haben nicht genug dagegen getan", sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Militärbischof Santiago Silva. Zugleich betont er, man habe Franziskus alle verfügbaren Informationen zukommen lassen. Der Papst benennt als Ziel, die Wiederherstellung der kirchlichen Gemeinschaft in Chile, die Wiedergutmachung des Skandals und die Herstellung von Gerechtigkeit.
 Quelle: katholisch.de


12.4.2018 Einer österreichischen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung zufolge werden 27% der 11-18-Jährigen mit sexueller Belästigung im Internet konfrontiert. Mädchen geraten mit 40% dreimal so oft in eine solche Situation wie Jungen. Nur 8% melden der Polizei Vorfälle.
27 Prozent der Elf- bis 18-Jährigen in Österreich sind schon sexueller Belästigung im Internet ausgesetzt gewesen. Mädchen geraten mit einem Anteil von 40 Prozent fast dreimal so häufig in solche Situationen wie Burschen, sagt Raphaela Kohout vom Institut für Jugendkulturforschung. Die Täter sind oft Unbekannte und meist viel älter als die Betroffenen. Neue Freunde finden und sich verlieben, das passiert für Jugendliche heute laufend auch in Online-Spielen, auf Chatportalen und auf Instagram. Dass sie dabei mitunter "ungut angegangen werden" – bis hin zu strafrechtlich relevantem Missbrauch –, werde von vielen als "normal" empfunden: "Obwohl wir tagtäglich mit dem Problem konfrontiert sind, waren wir sehr schockiert, wie sehr sich Jugendliche mit sexueller Belästigung im Internet abgefunden haben", sagt Elke Prochazka, Psychologin beim Jugendnotruf Rat auf Draht. Rat auf Draht und SOS-Kinderdorf, das die Beratungsstelle seit 2014 führt, waren Auftraggeber der Umfrage unter 400 Elf- bis 18-Jährigen. - derstandard.at/2000077812311/Missbrauch-im-Internet-27-Prozent-der-Elf-bis-18-JaehrigenQuelle: der-standard.at

11./12.4.2018 Papst Franziskus schreibt den chilenischen Bischöfen, er habe sich  „aufgrund eines Mangels an genauen und ausgewogenen Informationen" ein falsches Bild von der Situation in Chile gemacht. Charles Scicluna hat dem Papst einen Bericht seiner Anhörungen in Chile vorgelegt. Dieser Bericht habe einen tiefen Eindruck beim Papst hinterlassen. Er halte die Zeugenaussagen für glaubwürdig. Die Zeugen beschuldigen Bischof Barros der Vertuschung der Missbrauchshandlungen durch den Priester Karadima. Dankbar sei der Papst denen, die „mit Ehrlichkeit, Mut und Sinn für die Kirche ein Treffen mit meinen Gesandten einforderten und ihnen die Wunden ihrer Seele zeigten“. Er entschuldigt sich bei allen, die er beleidigt hat und werde dies auch bei Treffen mit Vertretern der befragten Personen persönlich tun. Der Papst plant, die chilenischen Bischöfe zu Beratungen in den Vatikan zu berufen, um Schlussfolgerungen aus dem Bericht zu diskutieren. Von einer Entlassung des Bischofs Barros sprach er nicht. Auch die Namen der weiteren beschuldigten Bischöfe - Tomislav Kohljatic, Horatio Valenzuela, Erzbischof Francisco Javier Errazuriz Ossa - werden nicht genannt; ebensowenig wie die Namen derer, die den Papst nicht wahrheitsgemäß informierten.
kathpress berichtet, dass Barros selbst übergriffig geworden sein soll.

Quelle: vaticannews.va  katholisch.de  domradio.de  kathpress.at

11.4.2018 Erzbischof  Philip Wilson, Adelaide, Australien, sagte vor Gericht, er erinnere sich nicht, dass zwei Ministranten ihm von sexuellem Missbrauch durch den Priester James Fletcher berichtet hätten. Hätten sie ihm davon berichtet, hätte er dem damals 15-jährigen mutmaßlichen Opfer und seiner Familie Seelsorge zukommen lassen und die Vorwürfe seinen Vorgesetzten gemeldet.
Bei Wilson wurde eine beginnende Alzheimer-Krankheit diagnostiert, aber er sieht sich imstande, weiterhin das Bischofsamt auszuüben.

Quelle: cruxnow.com

9.4.2018 Die neu zusammengesetzte Päpstliche Kinderschutzkommission trifft sich Mitte nächster Woche erstmals. In einem Opferbeirat sollen auch Opfer gehört werden. Aufgabe der Kommission ist es, den Papst zu beraten, Kontakt zu Betroffenen zu haben; Initiativen und Möglichkeiten zu fördern, die Minderjährige im kirchlichen Raum schützen; Leitlinien zu Prävention und Intervention zu verbessern und anzuwenden und Verantwortliche zu informieren und zu schulen. Voraussichtlich trifft sich die Kommission zweimal jährlich in Rom.
 Quelle: domradio

7.4.2018 Ein früherer Kirchendiplomat der Nuntiatur in Washington, Angehöriger des Bistums Mailand, hatte in Kanada von einem kirchlichen Rechner Kinderpornographie heruntergeladen. Die kanadische Justiz erließ Ende September 2017 einen Haftbefehl, stellte jedoch keine Festnahmeersuchen an die Vatikanbehörden. Sehr wohl jedoch forderten kanadische und amerikanische Behörden die Aufhebung der diplomatischen Immunität des Beschuldigten. Der Vatikan holte ihn jedoch nach Rom. Nun hat ihn die vatikanische Justiz in Untersuchungshaft genommen.
 Quellen: kathpress.at  faz.net 10.4.2018

6.4.2018 Bischof Lawrence T. Persico, Bistum Erie, Pennsylvania, hat eine Liste von 34 glaubhaft des Missbrauchs beschuldigten Priestern und 17 Laien veröffentlicht. Er begründete: "Als Katholiken glauben wir, dass der Herr unendliche Barmherzigkeit und Absolution für diejenigen hat, die zerknirscht sind und aufrichtig Vergebung suchen. Aber das bedeutet nicht, dass sie frei von den Auswirkungen ihres Verhaltens sind."
Quelle: crux-now

5.4.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte dringend zusätzliche Therapeuten und spezifische thrapeutische Angebote für komplex traumatisierte Missbrauchsopfer, sowohl für Minderjährige als auch für Erwachsene. Rörig fordert darüber hinaus zum wiederholten Mal die Reform des Opferentschädigungsgesetzes und die Beseitigung der Missstände beim Ergänzenden Hilfesystem. Derzeit müssen Betroffene mit einer Bearbeitungszeit von zwei Jahren rechnen.

5.04.2018 Seit 2010 gingen im Bistum Würzburg 111 Missbrauchsmeldungen ein. Im letzten halben Jahr wurden drei Priester beschuldigt. Das Bistum zahlte an 21 Opfer materielle Leistungen von 100.500 €. Beschuldigt  wurden 34 Priester, von denen 16 bereits verstorben sind. Zudem gibt es 16 Vorwürfe gegen weitere Mitarbeiter. In 14 Fällen ermittelte die Staatsanwaltschaft, in einem Fall gab es eine gerichtliche Verurteilung.

Quelle: main-echo.de


4.4.2018 Der britische Bericht über das Schicksal der Kindermigranten ist erschienen. Kinder aus armen oder verwahrlosten Familien oder uneheliche Kinder wurden bei angeblich wohltätigen Institutionen in ehemaligen oder damaligen Kolonien untergebracht: In Australien, Kanada, Neuseeland und Südrhodesien (Simbabwe). Zwischen 1946 und 1970 wurden ca 4000 Kinder in ausländische Heime verlegt. Erst 2010 bat der damalige Premierminister Gordon Brown die Überlebenden von Staats wegen um Vergebung. Der heute 75-jährige Michael O'Donoghue berichtet, dass er als Zehnjähriger von einem Kinderheim in London in ein Waisenhaus in Australien geschickt wurde. Dort, bei katholischen Glaubensbrüdern in Clontarf in Westaustralien, wurde der Knabe systematisch gequält und vergewaltigt. Hier (Triggergefahr) berichten weitere Kindermigranten von ihrem Schicksal.
Quelle: NZZ


4.4.2018 Kardinal Barbarin, Lyon; Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, Chef der Glaubenskongregation und fünf weitere katholische Kirchenvertreter sind vom 7.-9.1.2019 vor ein Lyoner Gericht geladen. Er wird beschuldigt, den sexuellen Missbrauch von Pfadfindern durch Pater Bernard Preynat vertuscht zu haben. Erzbischof Ladaria und die anderen Kirchenvertreter sollen informiert gewesen sein, den Missbrauch jedoch nicht an die Behörden gemeldet haben. Erzbischof Ladaria habe 2015 Kardinal Barbarin mitgeteilt, dass die Glaubenskongregation angemessene Disziplinarmaßnahmen empfohlen habe und angeordnet habe, einen öffentlichen Skandal zu vermeiden.
Quellen: cruxnow.com  La-croix

4.4.2018 Ein 50-jähriger Priester aus dem Erzbistum Leon, Guanajuato, Mexiko, wurde wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jugendlichen zu 90 Jahren Haft verurteilt. Die Jugendlichen hatten das psychologische Beratungsangebot des Täters an einer katholischen Schule in Irapuato genutzt. Weitere Missbrauchsvorwürfge gegen den Geistlichen liegen vor.
Quelle: kathpress.at  katholisch.de

3.4.2018 Papst Franziskus hat das altersbedingte Rücktrittsgesuch des Weihbischofs Thomas J. Curry, Los Angeles, angenommen. 2013 wurde bekannt, dass der frühere Erzbischof von LA, Kardinal Roger Mahony und Curry als Personalverantwortlicher in den 1980er Jahren gezielt pädophil auffällig gewordene Priester sowohl einer Therapie als auch der staatlichen Strafverfolgung entzogen haben. Mahony wurde daher von seinem Amtsnachfolger Jose Gomez Velasco im Februar 2013 von allen Aufgaben entbunden. Curry hatte zeitgleich seinen Rücktritt angeboten, den Papst Benedikt aber nicht annahm.
Quelle: orf

Ich wünsche allen, die hier vorbeischauen, frohe Ostern und das Vertrauen, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben werden.
Unterschrift

29.3.2018 Die Anhörung von Kardinal Pell vor einem australischen Gericht ist abgeschlossen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob es Anklage erheben wird oder nicht. Die Entscheidung fällt frühestens am 17.4.2018. 2002 endete ein kirchliches Verfahren gegen Pell mit einem Freispruch aus Mangel an Beweisen. In seinen Aussagen  vor der australischen Missbrauchskommission hatte Pell den Vorwurf der Vertuschung von Missbrauchsfällen energisch zurückgewiesen. Zugleich räumte er ein, dass "die katholische Kirche" beim Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch "gewaltige Fehler" gemacht habe. Man habe "Menschen im Stich gelassen".
Quelle: katholisch.de

29.3.2018 Christoph Fleischmann fordert eine Änderung des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). 2013 stand im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, das OEG müsse in einem zeitgemäßen Regelwerk neu geordnet werden. Da bislang nur ein Arbeitsentwurf vorliegt, taucht das Thema im aktuellen Koalitionsvertrag erneut auf. Die Hürden wurden im Arbeitsentwurf jedoch nicht abgebaut: MIssbrauchsopfer müssen die Straftat nachweisen und beweisen, dass ihre physischen und psychischen Beeinträchtigungen vom Missbrauch herrühren. Beide Gesetztesbedingungen können in der Regel von Missbrauchsopfern nicht erfüllt werden. Zudem muss das Leid quantifiziert werden in Prozentzahlen. Dabei gelten für den Osten höhere Anforderungen an das quantifizierte Leid als im Westen.
Fleischmann kommentiert: "Es ist beschämend, denn es ist ein Versagen der Gemeinschaft, die nicht hören will, was Menschen Schlimmes erlebt haben, und die dem lebenslangen Leid, das aus der bösen Tat folgt, die Anerkennung verweigert."

Quelle: deutschlandfunkkultur.de

29.3.2018 Michael Ruegg beschreibt die Rolle, die Verantwortliche des Schweizer Bistums Lausanne, Genf, Freiburg, der Journalist Laurent Grabet, Verantwortliche der Kapuziner, dem der Täter Joel A. angehörte und das Opfer Daniel Pittet spielten: Eine Rolle der Intrigen, der Lügen, der Desinformation. Ziel war nach Ansicht Rueggs, die Handlungen der Bistums-Verantwortlichen Lausanne, Freiburg, Genf (Bischof Morerod) unsichtbar zu machen und den Verantwortlichen der Kapuziner  die Schuld zuzuschieben.      
Quelle: republik.ch

28.3.2018 Beitrag im srf zum Fall Joel A.
Quelle: srf.ch

28.3.2018 Ein ehemaliger Schüler des Stiftes Kremsmünster klagt gegen das Stift, dem er 1987 bis 1996 angehörte; er will 95.000 € Schmerzensgeld wegen sexuellen Missbrauchs durch einen Pater, der 2013 zu zwöllf Jahren Haft verurteilt wurde. Von der Opferschutzanwaltschaft hat er bereits 35.000 € erhalten. Sepp Rothwandl, Obmann der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt betroffen.at argumentiert, das Fehlverhalten des Täters sei dem Orden bekannt gewesen und der Orden habe es versäumt, Gefahren von den Schülern abzuwenden.
Quelle: ooe.orf.at

27.3.2018 Im Bistum Sitten, Schweiz waren vor einem Jahr 5 Missbrauchsfälle bekannt. Inzwischen sind es 13 Fälle.
Quelle: rro.ch

27.3.2018 Die Schweizer Bischofskonferenz verzeichnete bis 2016 insgesamt 218 Meldungen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. 48 Personen zeigten Missbrauch nach dem Jahr 2000 an. Mindestens 59 Kinder unter 12 Jahren, 24 Mädchen und 60 Jungen im Teenageralter, 48 erwachsene Frauen und 40 erwachsene Männer zeigten sexuellen Missbrauch an. 113 Täter sind Weltpriester (von ca 1456 Weltpriestern insgesamt), 60 Täter sind Ordensmänner und Laientheologen, 20 sind Ordensschwestern oder Laientheologinnen. Ca 100 Meldungen betreffen schwere Delikte wie Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung.
Quelle: NZZ

27.3.2018 Der Auszug aus dem Bericht der Untersuchungskommission zum "Fall Joel Allaz" zeigt das Versagen des Kapuzinerordens und des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. Sie ließen Allaz seit 1958 insgesamt 45 Jahre lang gewähren. Weder wurde Strafanzeige bei staatlichen Behörden gestellt, noch wurden die Vorschriften des Kirchenrechts befolgt. Es wurde versucht, das Verhalten der Verantwortlichen zu vertuschen. 24 Opfer konnten identifiziert werden - ein Interesse an den Opfern zeigte keine der verantwortlichen kirchlichen Stellen. Lediglich an Daniel Pittet zeigte das Bistum Interesse.
Quelle: kapuziner.ch

27.3.2018 Die Anwälte von Kardinal Pell werfen der Buchautorin Louise Milligan (Der Kardinal: Aufstieg und Fall von George Pell) Beeinflussung der Justiz und Vergiftung der öffentlichen Meinung vor. Die Autorin weist den Vorwurf zurück.
Quelle: vaticannews

25.3.2018 Auf der Vorsynode der Jugend wurde von der Kirche gefordert, dass sie transparent, offen, ehrlich, einladend, kommunikativ, zugänglich, freudig und eine Gemeinschaft im Austausch sein solle. Die Nulltoleranz gegenüber sexuellem Missbrauch solle ausgeweitet werden, der Missbrauch von Macht und Reichtum verurteilt werden. Junge Menschen und Frauen sollen in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Quellen: katholisch.de  cruxnow
Kommentar: Diese Wünsche dürften auch von Älteren geteilt werden :-).

25.3.2018 Bei der Deutschen Bischofskonferenz wurden 1788 Anträge von Missbrauchsopfern auf Geldzahlungen in Anerkennung des Leides gestellt, die in 1675 Fällen genehmigt wurden. 2015 gab es 105 Anträge, 2016 waren es 126 Anträge und 2017 gab es 54 Anträge.
Im Bistum Mainz wurden 51 Anträge gestellt, 43 wurden bewilligt, drei abgelehnt, fünf Anträge müssen noch entschieden werden. Bislang zahlte das Bistum 253.000 Euro. 2016 stellten drei Betroffene Anträge, 2017 vier Betroffene. Gegen 52 Priester, Ordensmänner und Diakone liegen seit 1946 Anschuldigungen vor.
Im Bistum Limburg gab es 2016 und 2017 je ein Fall. Seit 2010 wurden 35 Anträge gestellt. Das Bistum zahlte insgesamt 166.000 Euro aus.

Im Bistum Fulda wurden 15 Anträge gestellt. Der letzte Antrag stammt von 2014. Insgesamt zahlte das Bistum 45.500 Euro. Seit 1943 seien 20 Priester und 8 Laien wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden.
Quelle: fnp.de

25.3.2018 Ein Nachruf auf ein kirchliches Missbrauchsopfer mit wohltuenden Worten und einer klaren Sprache von Annette Langer.
Quelle: Spiegel

25.3.2018 In Mexiko werden mindestens 17 katholische Priester des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ermittler sprechen von einem Netzwerk, das die Bistümer Saltillo, Torreón und Piedras NEgras umfasst. Drei der angeklagten Priester feiern weiterhin Gottesdienste. Die Taten liegen zwischen 4 und 8 Jahre zurück. Eines der Opfer war in einem Priesterseminar, als die Taten geschahen.
Quelle: reporteindigo.com

23.3.2018 Eine Ausstellung in Waiblingen „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg, 1949 bis 1975“ des Landesarchivs Baden-Württemberg zeigt das Leid von Heimkindern. Die Ausstellung bereitet eine wissenschaftliche Publikation von Dr. Gudrun Silberzuahn-Jandt vor. Gezeigt wird die "Pädagogik" in der ehemaligen Anstalt Stetten.
Quelle:  zvw.de

23.3.2018 Im Bistum Saginaw, Michigan, wurden die Bischofswohnung von Bischof Joseph Cistone und weitere Kirchengebäude durchsucht. Ein Polizeisprecher nennt mangelnde Kooperation des Bischofs bei der Aufklärung von zwei Missbrauchsvorwürfen. Gefunden hat die Polizei keine Hinweise auf Vertuschung. Cistone sagte, er habe vorher keine Erkenntnisse über polizeiliche Ermittlungen oder Verdachtsäußerungen gehabt. Die Polizei bezweifelt die Aussage des Bischofs. Am 8. März informierte das Bistum, dass eine weitere Überprüfung ergeben habe, dass die Diözese 1992 Gerüchte über einen Beschuldigten - DeLand - gehört habe und dass 2005 eine Frau das Bistum über den sexuellen Missbrauch ihres Bruders informierte. Ein vom Bistum beauftragter Ermittler, ein Diözesanprüfungsausschuss, der damalige Bischof Robert Carlson und die Familie entschieden, dass der Verdacht gegen DeLand unbegründet sei. - Cistone war bereits 2012 angeklagt, ein Geschworenengericht getäuscht zu haben. Ihm war vorgeworfen worden, 1994 in Philadelphia Dokumente mit Namen mutmaßlicher Missbrauchspriester zerstört zu haben. Cistone wurde nicht verurteilt.
Quelle: katholisch.de  catholicnewsagency.com

23.3.2018 Eine weitere Klage gegen Kardinal Pell wurde zurückgezogen, weil ein Zeuge "aus medizinischen Gründen" nicht aussagen könne. Eine Frau sagte aus, ihr Bruder habe ihr 16 Jahre nach dem angeblichen "Vorfall" gesagt, von Pell sexuell missbraucht worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft sagte, die Frau und ihr Bruder seien zum Zeitpunkt des Geständnisses betrunken gewesen. Die Zeugin wies dies zurück.
Quelle: orf


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