Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie. (Hebr. 13,3)








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Letzte Änderung: 17.8.2017
 
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17.8.2017 Im Herder-Verlag erschien das Buch von Daniel Pittet: "Pater, ich vergebe Euch! Missbraucht, aber nicht zerbrochen“ auf deutsch. Der Autor beschreibt darin, wie ihn ein katholischer Priester, Kapuzinerpater und Jugendpfarrer zwischen 1968-1972 vergewaltigte. Der Kapuziner hat mehr als 20 Kinder missbraucht. In den 1990er Jahren gab es Ermittlungen, die wegen Verjährung eingestellt wurden. 2012 wurde der Pater in einem weiteren Verfahren zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Nach der Veröffentlichung von Pittets Buch im Februar 2017 - also 5 Jahre nach seiner Verurteilung - wurde er dann aus dem Klerikerstand und dem Kapuzinerorden entlassen. Papst Franziskus kündigt im Vorwort des Buches an, er werde hart gegen Missbrauch und dessen Vertuschung vorgehen - dies gelte auch für Bischöfe oder Kardinale, die Täter schützten.
Quelle: religion.orf.at
17.8.2017 Nach Einschätzung von Terres des Hommes nimmt Kindesmissbrauch per Webcam immer heftigere Züge an. Zahlen nennt das BKA nicht, die Dunkelziffer sei hoch.
Quelle: stern.de

17.8.2017 Roman Polanski wird eine zweite Vergewaltigung einer 16-Jährigen vorgeworfen, die jedoch verjährt ist.
Quelle: stern.de

16.8.2017 Nach knapp zwei Jahren liegen nun die Ergebnisse der Studie vor, die den Missbrauchsvorwurf gegen den verstorbenen Hildesheimer Ex-Bischof Heinrich Maria Janssen und den Umgang des Bistums mit Missbrauchsvorwürfen gegen den Haupttäter am Berliner Canisius-Kolleg mit mehr als 100 Opfern, Peter R., SJ, untersuchte. Das Bistum Hildesheim äußerte sich nicht zu den Ergebnissen der Studie. Erst Anfang oder Mitte Oktober sollen sie veröffentlicht werden. Der jetzige Bischof Norbert Trelle ist verantwortlich für den Umgang des Bistums gegen den Alt-Bischof und gegen Pater Peter R. Der Bischof wird Anfang September 75 Jahre alt - er reicht dann beim Papst sein Rücktrittsgesuch ein. Die Veröffentlichung der Studie fiele also in eine Zeit, in der der jetzige und verantwortliche Bischof Trelle möglicherweise nicht mehr im Amt ist.
Quelle: kreiszeitung

16.8.2017 Die Vizepräsidentin des australischen katholischen "Truth, Justice an Healing Council" sagt, die katholische Kirche (Australiens) sei nicht willens zu Reformen und sich zu verändern: "I fear there's a view that once the royal commission reports, and the publicity around what will be a fairly dire report all dies down, that life will go back to what it was. ...I don't see any sign that the lessons have been truly learned to the point where the institution of the Church is being questioned by those who've got the ability to change it."
Quelle: mmc-news

16.8.2017 In der Diskussion um die Aufhebung des Beichtgeheimnisses bei Kindesmissbrauch gibt Wunibald Müller zu bedenken, dass das Beichtgeheimnis ein ebenso schützenswertes Gut ist wie es das Gewissen von Priestern ist. Er weist darauf hin, dass ein Priester einem Täter auch auferlegen kann, sich um Hilfe zu bemühen und dem Priester verbindlich zu erklären, dass er Hilfe gesucht hat. Der Priester könne den Beichtenden auch darauf hinweisen, dass er außer Stande ist, das Beichtgeheimnis zu wahren, wenn der Beichtende sich keine Hilfe holt.
Quelle: domradio.de
14.8.2017 Triggergefahr! Wer nicht den Moralvorstellungen der katholischen Kirche entsprach, etwa unverheiratete Frauen, die schwanger wurden, wurden ausgegrenzt, weggesperrt, misshandelt und ausgebeutet. Auch ihren unehelich geborenen Kindern widerfuhr Schreckliches. Wie war es möglich, dass jahrzehntelang über dieses Unterdrückungssystem geschwiegen wurde? Ein Gespräch mit Irland-Korrespondent Martin Alioth.
Quelle: srf.ch

14.8.2017 Die australische königliche Missbrauchskommission fordert, das Beichtgeheimnis aufzuheben, wenn jemand sexuellen Missbrauch beichtet. Das Nichtanzeigen von sexuellem Kindesmissbrauch in Institutionen soll zu einem strafrechtlich relevanten Vergehen gemacht werden. Dies gelte auch für Informationen, die im Beichtgespräch erhalten wurden. Hintergrund dieser Forderung ist, dass bei den Anhörungen der Kommission sichtbar wurde, dass kath. Priester sexuellen Missbrauch beichteten und weiterhin Kinder missbrauchten. Der Vorsitzende der katholischen Kirche Australiens, Erzbischof Denis Hart, Melbourne, sagte, die Kirche werde sich diesen Empfehlungen widersetzen.
Quelle: katholisch.de  kirche-und-leben.de

12.8.2017 Kardinal Barbarin räumt Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Er erklärte, der Priester habe 2007 beteuert, seit 1991 sei nichts mehr vorgefallen. Daher habe der Kardinal den Priester im Amt belassen. Aktenkundig wurden keine weiteren Vorwürfe. Kardinal Barbarin und sechs weitere Personen sind am 19.9.2017 zu einer Anhörung vor Gericht geladen. Kläger sind zehn Opfer eines Priesters aus der zweiten Hälfte der 80er Jahre. Sie werfen Barbarin Nichtanzeige sexueller Übergriffe vor. Bereits 2016 war ermittelt worden wegen Nichtanzeige - die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, da es keine Hinweise auf eine Straftat gegeben habe.
Quelle: kna  katholisch.de

10.8.2017 Eine der wenigen Reaktionen auf den Abschlussbericht der Regensburger Domsaptzen stammt vom Kreiskomitee der Katholiken Coesfeld. Es sei nicht ausreichend, wenn Bischöfe zur vermeintlichen Wiedergutmachung Gelder bereitstellten. "Wir sind Teil dieser Kirche, wir tragen mit an der Verantwortung und erleben, wie immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren; daran leiden wir. Wir erwarten, dass sich die Bischöfe in Deutschland einhellig auf die Seite der Opfer stellen und alles tun, damit das, was geschehen ist, sich nie wiederholen kann “, sagte der Vorsitzende des Kreiskomitees Gerhard Schmitz.
Quelle: azonline.de
Kommentar: Laut hörbar ist das Schweigen der Bischöfe in Deutschland zum Abschlussbericht der Domspatzen.

9.8.2017 Missbrauch in der Kirche: Der Fall Timmerbeil
Quelle: ndr  s. auch: Michael Räuber: Geteilte Hölle
*9.8.2017 In der Dominikanischen Republik hat ein katholischer Priester den Mord an einem sechzehnjährigen Messdiener gestanden. Mit dem Mord wollte er jahrelangen sexuellen Missbrauch an dem Jungen verschleiern.
Quelle: katholisch.de

8.8.2017 Gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen läuft die im Mai 2016 eingeleitete kirchenrechtliche Voruntersuchung noch immer. Erst danach wird das Verfahren an die Glaubenskongregation gegeben.
Quelle:
saarbruecker-zeitung.de  saarbruecker-zeitung.de  focus.de

8.8.2017 Der Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich (FSM) wird über die ursprünglich 3-jährige Antragsfrist hinaus weitergeführt.
Quelle: bmfsfj.de

8.8.2017 An den Universtitäten in Australien ist sexuelle Belästigung Alltag. Eine Umfrage unter 30.000 StudentInnen belegt, dass die Hälfte der Befragten innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal sexuell belästigt wurde. Die Hälfte der Belästigungen fanden im universitären Kontext statt, Frauen wurden doppelt so häufig Opfer wie Männer. Jede zehnte Studentin erfuhr in den letzten zwei Jahren sexuelle Gewalt. Nur wenige Opfer meldeten die Übergriffe bei den Universitäten oder Behörden. Zeugen schwiegen meist. Den Universitäten war der Ruf ihrer Institution wichtiger als die Betroffenen.
Quelle: nzz.ch

5.8.2017 Kritische Anmerkungen zum Abschlussbericht Regensburger Domspatzen
Quelle: regensburg-digital

4.8.2017 Vier Mitglieder der katholischen Sekte "Associazione Cattolica Cultura ed ambiente", der Vorsitzende Pietro C. und drei Frauen, die ihm weibliche Missbrauchsopfer rekrutierten, wurden wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger auf Sizilien verhaftet. Pietro C., dem Leiter ("Erzengel") wird vorgeworfen, mindestens sechs weibliche Minderjährige zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Die Taten könnten sich über 25 Jahre erstrecken. Auch der Gründer der Organisation, der renommierte Priester Stefano S., SJ, Exorzist, der als "spiritueller Sohn" des heilig gesprochenen Padre Pio gilt, soll in die Missbräuche verwickelt gewesen sein. Die Sekte ist eine zivilrechtliche Organisation. Ein Priester der Diözese habe Katechesen in der "Assoziazione" angeboten, jedoch nichts bemerkt.
Quelle: katholisch.de


4.8.2017 Gegen den ehemaligen Bischof von Phoenix, Arizona, Thomas O'Brien, liegt eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs vor. Er soll zwischen 1977 und 1982 einen Jungen in Pfarreien von Phoenix und Goodyear sexuell missbraucht haben. Er beteuert seine Unschuld. Bischof Thomas O'Brien trat 2003 zurück, nachdem er nach einem Verkehrsunfall mit einem Toten Fahrerflucht begangen hatte. Außerdem hat er eingeräumt, Priestern die Arbeit mit Minderjährigen erlaubt zu haben, obwohl er von Missbrauch durch diese Priester wusste.
Quellen: New York Times  nzz.ch
4.8.2017 Pater Justin Wachs wurde 2014 in Sioux Falls, South Dakota, von einer Pfarreiangestellten angeklagt, sie sexuell belästigt zu haben. Daraufhin wurde er nach Rom versetzt - in die Behörde, die sexuellen Missbrauch in der Kirche untersucht. Er sei von einem Kardinal im Vatikan angefordert worden. Von dort kam er im Februar mit Kardinal Burke nach Guam, um als Schriftführer an der Untersuchung gegen Bischof Apuron teilzunehmen, dem sexueller Missbrauch mehrerer Messdiener vorgeworfen wird.
Quelle: pacificnewscenter.com 
keloland.com
2.8.2017 Der ehemalige katholische Pfarrer von Braunsbedra, Bistum Magdeburg, ist wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Er unterliegt einem Ausbildungs- und Beschäftigungsverbot mit Jugendlichen.
Quelle: mz-web.de


1.8.2017 Die Theologin Marianne Heimbach-Steins sagt, der Druck der Medien auf die Kirche bei der Aufdeckung von kirchlichen Missbrauchsfällen werde weiterhin gebraucht. Kirche sei auf das kritische Potential der Öffentlichkeit angewiesen, um sündhafte Strukturen aufzudecken und zu überwinden. Innerkirchlich seien bis heute "Abwehrreaktionen" festzustellen, die die Tiefe der Krise leugneten oder herunterspielten.
Quelle: kna-news

1.8.2017 Auf den Philippinen wurde ein katholischer Geistlicher verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, ein 13-jähriges Mädchen mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Er hatte das Mädchen durch einen Zuhälter "gebucht".
Quelle: ibtimes.co.uk

31.7.2017 Burkhard Schäfers fragt im Deutschlandfunk, ob die katholische Kirche wegen des Priestermangels beim geistlichen Nachwuchs nicht so genau hinschaue. Anlass für die Frage ist die Diakonenweihe eines Seminaristen im Bistum Eichstätt, der zuvor wegen antisemitischer Aussagen im Bistum Bamberg und wegen Uneinsichtigkeit das dortige Priesterseminar verlassen musste.
Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, sagt: "Man sollte bei der Frage ihres Gedankengutes prüfen, inwieweit sie dazu geeignet sind, um andere Menschen zu führen. Denn was so von der Kanzel über Jahrhunderte gepredigt wurde, gerade im Verhältnis von Christentum zu Judentum, und zu welchen Folgen dies geführt hat, das sollte man bei all solchen Entscheidungen unbedingt mit im Auge behalten." Der zuständige Bischof Hanke sagt, der junge Mann habe sich bewährt und eine zweite Chance verdient.
Quelle: dlf

28.7.2017 CiG kommentiert den Abschlussbericht der Regensburger Domspatzen: "... das Ungeheuerliche, das ans Licht gekommen ist, trifft die Kirche ins Mark. Ihre Selbstüberhöhung als etwas Hehres, Ideales, Sakrosanktes ist die eigentliche Ursache für den systematischen Missbrauch von Macht von seinen Anfängen bis zu seiner Aufklärung. Ein System, das sich absolut setzt, hat keine Kontrollmechanismen, seine Lenker sind früher oder später überfordert. Leider verhalten sich die Bischöfe in ihrer Gesamtheit angesichts dieser Verbrechen in der Öffentlichkeit auffällig ruhig, verlieren sich lieber in Fragen der Wiederverheiratung Geschiedener und deren Zulassung zur Eucharistie anstatt für alle vernehmbar das nahezu unermessliche Unrecht zu benennen. Ihre Aufgabe wäre es, endlich damit anzufangen, das theologische Verständnis der „sancta ecclesia“ von einer klerikalistischen Ideologie zu befreien."
Quelle: CiG

28.7.2017 Deutsches Jugendinstitut: "Schluss mit Schweigen!"
Quelle: dji



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