Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie. (Hebr. 13,3)






Aktuelle Nachrichten
Letzte Änderung: 27.6.2017
 
Frühere Nachrichten Missbrauch 2017


27.6.2017 Ursula Enders, Zartbitter, schätzt, dass unter Missbrauchstätern 20% weiblich sind. Seit ihrem Buch "Auch Indianer kennen Schmerz (1995) habe sich wenig für Jungen als Opfer geändert: Selbst nach 2010 sei auf politischer Ebene wenig geschehen, Beratungsstellen für Jungen sind nicht gut ausgestattet und haben keine finanzielle Sicherheit.
Quelle: focus.de

26.6.2017 Die neuen Vergewaltigungsvorwürfe gegen drei Jesuiten am AKO wird die Bonner Staatsanwaltschaft nicht verfolgen. Die mutmaßlichen Straftaten seien verjährt und der Geschädigte habe sich nicht gegenüber den Strafverfolgungsbehörden gemeldet. Bislang waren die Anschuldigungen nicht bekannt. Einer der mutmaßlichen Täter lebt noch.
Quelle: wdr

*26.6.2017 Das Forschungsprojekt der Bischofskonferenz „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ wird bis September 2018 verlängert. Ursprünglich sollte es 2017 beendet werden. Grund der Verlängerung: Umfang und Komplexität.
Quelle: Bistum Essen

23.6.2017 Charles Scicluna bescheinigt der kath. Kirche beim Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch in der Vergangenheit einen amateurhaften Ansatz. Scicluna war von 2002 bis 2012 in der Glaubenskongregation für die innerkirchliche Strafverfolgung u.a. von Missbrauchstätern zuständig. - Der Leiter des Kinderschutzzentrums, Hans Zollner, SJ, forderte auf der dritten "Anglophone Safeguarding Conference 2017" mehr Schulung für kirchliches Personal und und höhere Standards beim Kinderschutz. Auf der Konferenz ging es um Zukunftsperspektiven für (kirchliche) Missbrauchsopfer, deren Begleiter und für Täter.
Quelle: domradio.de

23.6.2017 Der Primas der anglikanischen Kirche von England, Justin Welby, hat seinem Vorvorgänger George Carey nahegelegt, sein Amt als Hilfsbischof nicht mehr auszuüben. Carey wird vorgeworfen, sechs von sieben Briefen von Missbrauchsopfern oder ihren Familien nicht an die Polizei weitergeleitet zu haben. Die Anzeigen betrafen den heute 85-jährigen anglikan. Bischof von Gloucester, Peter Ball, der sexuelle Übergriffe auf mindestens 18 Minderjährige verübte.
Quelle: orf

23.6.2016 Beim Eckigen Tisch hat sich ein Betroffener gemeldet, der sagt, dass er zwischen 1980 und 1983 (10-13 Jahre alt) mehrfach Opfer schweren sexuellen Missbrauchs insbesondere durch zwei Jesuitenpatres und Opfer gefährlicher Körperverletzung durch einen dritten Pater wurde.
Quelle: Eckiger Tisch

23.6.2017 Der Schweizer Kapuziner Joel Allaz wurde am 20.5.2017 von der Glaubenskongregation mit Zustimmung des Papstes von den Ordensgelübden entbunden und aus dem Klerikerstand entlassen. Allaz wurde erstmals 1995 wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. Das Verfahren wurde wegen Verjhrung eingestellt. 2008 gab es eine weitere Voruntersuchung, bei der 22 Opfer identifiziert wurden - auch hier waren die Taten verjährt. Während dieser Untersuchungen benannte Allaz zwei weitere Opfer, die er von 1992 bis 1995 in Frankreich missbrauchte. Die Schweizer Kapuziner sind überrascht von der Härte, die der Ausschluss aus dem Orden bedeutet. Die Kapuziner werden weiterhin für Allaz aufkommen und er erhält Unterkunft in einem der Kapuziner-Häuser. Damit werde der Orden den Ansprüchen des Evangeliums, das Gerechtigkeit und Barmherzigkeit fordere, gerecht.
Quelle: kath.ch

21.6.2017 Bischof Hanke, Eichstätt, rechtfertigt die Diakonenweihe für den Seminaristen, der im Priesterseminar Würzburg wegen antisemitischer Witze entlassen wurde. Damals bestätigten die Gutachter dem Seminaristen eine höchst bedenkliche Grundhaltung, nicht etwa nur ein Fehlverhalten. In die Entscheidung für oder gegen die Weihe waren die Gutachter nicht einbezogen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Schuster, nennt die Weihe einen Persilschein, der inakzeptabel sei. Bischof Hanke begründet die Weihe damit, dass keine Heiligen geweiht werden, sondern Menschen. Auf die Frage von Journalisten, ob der Weihekandidat denn Reue zeige, zögerte der Bischof.
Man hätte die damaligen Gutachter erneut hinzuziehen müssen: Sie hätten dem "Seminaristen eine höchst bedenkliche Grundhaltung, nicht einen Ausrutscher aufgrund von jugendlichem Leichtsinn attestiert". Der nun ausgestellte "Persilschein", so Schuster, sei inakzeptabel.

Eichstätt: Eichstätter Bischof Hanke verteidigt Rückendeckung für umstrittenen Priesteranwärter - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Eichstaett-Priesteranwaerter-Antisemitismus-DKmobil-Wir-weihen-keine-Heiligen;art155371,3434938#plx205238394
Quelle: donaukurier.de

17.6.2017 In einer katholischen Gemeinde in Schwalbach wird am 24. Juni ein Gedenkstein für Pascal und andere verschwundene und missbrauchte Kinder aufgestellt. Das beschlossen die Gremien im Anschluss an eine Präventionsschulung. Damit setzen sie ein Zeichen für Zugehörigkeit von Betroffenen.
Quelle: stern.de

17.6.2017 Einem 68-jährigen reformierten Pfarrer, der in den Kantonen Aargau, Solothurn und Schwyz arbeitete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Den jahrelangen Missbrauch von vier Enkelkindern (6 - 14 Jahre) gestand er; Übergriffe außerhalb der Familie bestreitet er. Er befindet sich in Untersuchungshaft.
Quelle: srf.ch

16.6.2017 Ein buddhistischer Mönch aus Augsburg hat gestanden, Kinder im Alter von vier bis dreizehn Jahren, darunter einen Flüchtling im Kirchenasyl. Ebenfalls missbrauchte er die beiden Söhne einer Frau, die nach dem Tod ihres Mannes Rat suchte und mit der er eine Beziehung hatte.
Quelle: religion.orf.at

15.6.2017 Mindestens 160 Studenten des St. Stanislaus College in Bathurst wurden von pädophilen Priestern und Mitarbeitern missbraucht. Nun will das Internat sich im Rahmen eines Gottesdienstes entschuldigen. Ehemalige Opfer sind empört, an den Ort ihres Leides zurückkehren zu sollen, um die Entschuldigung zu hören. Sie sagen:
“You would’ve thought the church and this school would have learnt the lesson, but instead they’re still disrespecting the victims. They’re still prioritising their own needs.”
Quelle: newsgrio.com

14.6.2017 Der Zwischenbericht der Unabhängigen Kinderschutzkommission liegt vor. Christine Bergmann kommentiert: "Aufarbeitung ist die Basis für eine wirkliche vernünftige Prävention. Alles was da aufgearbeitet wird, hilft Kinder künftig besser zu schützen und hilft eben auch den Betroffenen, mehr Unterstützung zu bekommen für das was sie erlitten haben und was sie benötigen, um mit den Folgen fertig zu werden."
In den Blick geraten Familienmitglieder, vor allem Mütter, als Mitwissende, die ihren Kindern nichht glauben und ihnen nicht helfen.
Wie wichtig der Gesellschaft die Unterstützung von Opfern ist, kann hier oder auch hier nachgelesen werden. Dass 13 von 16 Bundesländern sich weigern, in den für Opfer eingerichteten Fond Geld einzuzahlen, gehört zu diesem Bild.
 Quellen: aufarbeitungskommission.de  br  Zeit  katholisch.de
Kommentar: So richtig es ist, das Versagen der Mütter als Mitwissende zu beklagen, so darf darüber jedoch nicht in den Hintergrund treten, dass die Missbrauchstäter meistens männlich sind: Väter, Stiefväter, Lebenspartner der Mutter, Brüder, männliche Verwandte, Nachbarn, Priester.... Sexueller Missbrauch durch Frauen/Mütter ist kaum erforscht - die Zahlen schwanken zwischen 10 bis 25% der Missbrauchstaten.

11.6.2017 Die Marburger Erziehungswissenschaftlerin Sabine Maschke hat Jugendliche in einer repräsentativen Untersuchung nach Erfahrungen sexueller Gewalt vor allem unter Gleichaltrigen befragt. Die Sexualisierung und Pornografisierung der Alltagskultur beeinflusst Jugendliche gravierend. 18% der Jungen und 60% der Mädchen haben noch nie einen Porno angeschaut. 50% der Jugendlichen wurden schon als schwul oder lesbisch verhöhnt, in sozialen Medien sexuell belästigt, zum Opfer exhibitionistischer Handlungen. Jeder vierte hat mindestens einmal, meist öfter, körperliche sexuelle Gewalt erlebt. Vor allem Mädchen sind betroffen. Die Täter bei körperlichen Übergriffen sind meist männliche Gleichaltrige.
Quelle: Süddeutsche  Speak-Studie

11.6.2017 Die amerikanische Bischofskonferenz hat ihren Jahresbericht zu sexuellem Missbrauch vorgelegt. 2015/2016 gab es im Vergleich zu 2014/2015 einen Anstieg der Opfer um 132 % und der Täter um 59%. Der Anstieg wird erklärlich, weil in sechs Diözesen in Minnesota durch die Aufhebung von Verjährungsfristen die Zahl der Anzeigen erheblich gestiegen ist. Ohne die Bistümer von Minnesota beträgt der Anstieg bei den Opfern 9%, 7% bei den Anzeigen und 8% bei den Tätern.
Zum Bericht: usccb.org
2015 http://www.usccb.org/news/2016/16-059.cfm

11.6.2017 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat zu wenig Geld und kann daher keine Anmeldungen für vertrauliche Anhörungen von Betroffenen mehr entgegennehmen. Das teilte die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen mit.
Quelle:
evangelisch.de
9.6.2017 Vor vier Jahren fielen drei Priesteramtskandidaten im Würzburger Priesterseminar durch antisemitische und rassistische Äußerungen auf. Nun hat der Bischof von Eichstätt einen der Priesteramtskandidaten - aus dem Erzbistum Bamberg stammend - zum Diakon geweiht.
Quelle: donaukurier.de


9.6.2017 Ermittlungen gegen den früheren Bischof von Orléans (2002-2010), André Fort (81), wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe wurden eingeleitet. Der emeritierte Bischof soll von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Jahr 1993 durch einen für die Pfadfinder zuständigen Priester gewusst haben.
Quelle: kath.ch

9.6.2017 Die Informationen über den im Bistum Würzburg wohnenden Ruhestandspriester, dem sexueller Missbrauch in den 1990er Jahren vorgeworfen wird, stammen von Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen und Christine Jeske, Redakteurin der Mainpost. Der Beschuldigte war zunächst im Erzbischöflichen Collegium Marianum in Neuss. Der damalige Rektor schrieb an das Priesterseminar in Trier ein Gutachten, das nicht gut ausgefallen sei. Mitte der 1980er Jahre erklärte der Regens des Trierer Priesterseminars, der Mann sei für das Amt des Priesters nicht geeignet. Bevor der Ruhestandspriester entlassen werden konnte, ging er in ein "großes Kloster" in Österreich. Das Kloster fragte nicht in Trier nach dem Grund für das Verlassen des Priesterseminars. Anfang der 1990er Jahre gab es nach Aussage eines Informanten vor der ewigen Profess Bedenken, die aber der damalige Probst und Novizenmeister nicht beachteten. Nach der Profess missbrauchte der Beschuldigte einen Ministranten - die Anklage wurde klosterintern geregelt. Der mutmaßliche Täter bat um Entbindung von seinem Gelübde, verließ das Kloster, wohnte aber einige Jahre in einer klostereigenen Wohnung in Wien. 1996 weihte ihn ein griechisch-katholischer rumänischer Bischof. Heute sagt das rumänische Bistum, der Mann sei dort nicht bekannt und werde nicht als ordinierter Priester geführt. Im Bistum Eichstätt wurde die Übernahme des Priesters abgelehnt. Darauf ging er ins Bistum Basel in eine Pfarrei - vermittelt durch einen ehemaligen Mitstudenten im Trierer Priesterseminar. In der Pfarrei entstanden wohl "böse Gerüchte (Bruch des Zölibats, unkorrektes Verhalten gegenüber Jugendlichen); das Zeugnis, das die Schweizer Pfarrei ausstellte, sei jedoch sehr positiv gewesen. Seit 2000 war er im Bistum Würzburg angestellt.
Quelle: mainpost.de
Kommentar:
Offensichtlich informierten die beteiligten kirchlichen Stellen einander nicht bzw. nur begrenzt über Eignung und Verhalten des Beschuldigten und fragten auch nicht an vorhergehenden Dienststellen nach. Und der Beschuldigte scheint auch immer neu tatkräftige Unterstützung durch Kirchenleute erhalten zu haben.
8.6.2017 In den USA überwachen weder der Staat noch die Kirche jene Priester, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchten, dafür jedoch nicht vor Gericht verurteilt wurden, weil sie von der Kirche nicht angezeigt wurden. In der Regel haben sie den Kirchendienst verlassen und unterstehen keinem Bistum mehr. In staatlichen Registern von Missbrauchstätern tauchen sie nicht auf. Nicole Sotelo, Woman Healing, ermittelte im Erzbistum Chicago die Adressen von 29 der 33 noch lebenden Priester, die Missbrauchstäter waren. Fünf der Täter wohnten oder hatten im Abstand von 500 Fuß (152 m) von einer Schule oder einer Tagesstätte für Kinder gewohnt und elf in einem Abstand von bis zu 1500 Fuß (456 m).
Quelle: ncronline.org
Kommentar: Auch in den Kirchen in Deutschland, Österreich und Rumänien gibt es keine Überwachung von Priestern, die sexuellen Missbrauch begangen haben, der kirchenintern behandelt wurde. Wenn sie aus dem Priesteramt entlassen wurden, hat die Kirche keine Möglichkeit der Überwachung mehr. Wie der Fall eines Priesters im Bistum Würzburg zeigt, scheint es im Gegenteil noch immer so zu sein, dass Täter unter dem Schutz der Kirche stehen und von ihr gefördert werden (
mainpost.de).
8.6.2017 Ein im Bistum Würzburg wohnender, aber nicht im Bistum inkardinierter kath. Ruhestandspriester (55) wurde vom Bistum wegen sexuellen Missbrauchs bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Vorgeschichte, soweit sie den Presseberichten zu entnehmen ist: Der Beschuldigte soll Anfang der 90er Jahre als Mitglied einer österreichischen Ordensgemeinschaft in einem Kloster an einem 15- oder 16-jährigen Ministranten Missbrauch begangen haben. 1996 wurde der Beschuldigte in Rumänien zum Priester geweiht. Von 1998 bis 2000 war er in der Schweiz als Kaplan tätig. Zwischen 2000 bis 2002 arbeitete er im Bistum Würzburg. Bei seiner Anstellung in Würzburg lagen eine positive Beurteilung des rumänischen Bischofs, eine ausführliche positive Beurteilung durch seine Schweizer Dienststelle und ein Führungszeugnis ohne Eintrag vor.
2002 zeigte sich der Priester selbst wegen sexuellen Missbrauchs eines 11-Jährigen an. Er wurde zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Glaubenskongregation entschied, dass der Geistliche nach Abschluss einer Therapie nicht wieder in der ordentlichen Seelsorge eingesetzt werde.
Quellen: Bistum Würzburg   SZ   kath.de  br  abendblatt.de 


7.6.2017 Es gibt Hinweise, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern in Einrichtungen der Korntaler Brüdergemeinde auch in der evangelischen Gemeinde von Ditzingen bekannt gewesen sein kann. Der Pfarrer der Korntaler Brüdergemeinde hat möglicherweise Jungen missbraucht - dies bestätigen zwei mutmaßliche Opfer.
Im Anschluss an einen Bericht des swr, Report Mainz am 30.5.2017 haben sich nach Auskunft von Detlev Zander, der 2014 von Gewalt berichtet, 26 Opfer gemeldet. Damit begann die Aufklärung. Nach dem Bericht gestand die Brüdergemeinde erstmals, dass es sich um ein System der Gewalt gehandelt habe. Bislang hatte die Brüdergemeinde von Einzelfällen gesprochen.

Quelle: Leonberger Kreiszeitung

7.6.2017 Der Sonderermittler bei den Regensburger Domspatzen wird seinen Bericht in der 2. Juliwoche vorstellen. Der ursprünglich geplante Termin der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse hat sich wegen der Datenfülle und dem Qualitätsanspruch verschoben. Außerdem gingen zahlreiche weitere Informationen ein, darunter auch neue Opfermeldungen. Im Oktober 2016 hatten sich 422 mögliche Opfer gemeldet.
Quelle: Mittelbayerische


2.6.2017 Corey Taylor wurde - wie Ozzy Osbourne, Carlos Santana und Axl Rose - als Kind vergewaltigt und spricht darüber.
Quelle: ze.tt