Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

  Aktuelles 

 

"Trotz allem"  Hoffnungs- und Stärkungsgottesdienst am Montag, 26.11.2018, 19 Uhr, St. Georgskirche, Hamburg

Einladung  zu einem Bibelabend im Stadtkloster Karlsruhe am 29.11.2018, 19.30 - 21.00 Uhr


© A., Tulpen© A., Tulpen
16.11.2018 Heute treffen der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, der Oldenburger Weihbischof Wilfried Theising, Osnabrücks Generalvikar Theo Paul und der Justiziar des Bistums, Ludger Wiemker, mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) zusammen. Es geht um die Öffnung kirchlicher Archive für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zu Missbrauchsfällen. Bischof Wilmer hat die Öffnung der Akten bereits zugesagt.
Quelle: ndr.de

16.11.2018 Im Bistum Dresden-Meißen ist der Pfarrer einer polnisch-sprachigen katholischen Gemeinde suspendiert und nach Oppeln, Polen, zurückberufen worden. Er soll in den 1970er-Jahren sexuellen Missbrauch an einem Kind/an Kindern begangen haben. Ersten Informationen zufolge geht es zunächst um einen Tatvorwurf, der nicht nur kirchliche Untersuchungen nach sich zieht, sondern auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die Arbeitsstellen des Beschuldigten in Deutschland werden nun überprüft: Neben Leipzig war er in der deutschen Gemeinde in Neustadt in Sachsen, an der Pleiße hielt er Gottesdienste in polnisch-katholischen Gemeinden in Engelsdorf und Lindenau. Zudem feierte er etwa in Borna regelmäßig eine katholische Messe mit polnischen Arbeitern.
Quelle: lvz.de

15.11.2018 "Wir sind Kirche" fordert - zu Recht! -, dass der Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs MIT den Betroffenen und ihren Selbsthilfe-Organisationen gestaltet werden sollte. Dabei müsse auch das Vertuschen kirchlicher Missbrauchsfälle thematisiert werden. Glaubhafte Reue manifestiere sich nicht durchz einen Gedenktag, der die Geschehnisse bereits zu einem Ereignis der Vergangenheit mache.
Kommentar: Ein Gebetstag ist sinnvoll, wenn er der Gemeinde vor Ort tatsächlich zur Sensibilisierung für die Belange und das Leben von Opfern dient. Allerdings müsste das Gebet für die Opfer - die kirchlichen und die außerkirchlichen - so alltäglich in unsere Gottesdienste gehören, wie die Gewalt und ihre Folgen für Betroffene zu deren Alltag gehören. Und: Das Beten muss erfahrbare Folgen für die Opfer, die kirchlichen und die familiären...., haben, sonst bleibt es unglaubwürdig.

15.11.2018 Die US-Bischöfe haben an Papst Franziskus geschrieben. Sie bekunden ihre Entschlossenheit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch und schreiben, sie müssten mit Scham gestehen, dass ihr Versagen auch Verbrechen einiger Mitbrüder im Bischofsamt einschließe. Ihre Reaktion auf die Forderung des Papstes, keinen BEschluss über weitergehende Maßnahmen zu fassen, teilen sie nicht mit.

15.11.2018 Kardinal Francisco Javier Errazuriz hat seinen Rückzug aus dem engsten Beratergremium um Papst Franziskus, K9, bekanntgegeben. Missbrauchsopfer werfen ihm vor, als Erzbischof von Santiago de Chile von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung des Priesters Karadima jahrelang verhindert zu haben. Drei Betroffene zeigten Errazuriz Ende Oktober wegen Meineids und Falschaussage an. Die chilenische Staatsanwaltschaft wird den Kardinal "als Beschuldigten" vorladen. Der bestreitet die Vorwürfe.

15.11.2018 Das Erzbistum Köln will Opfer sexueller Gewalt in die Präventionsarbeit einbinden und dazu einen Betroffenenbeirat gründen. Das Gremium soll aus zwölf Mitgliedern verschiedener Altersgruppen bestehen, die Missbrauch erfahren haben, wie die Erzdiözese am Donnerstag in Köln mitteilte. An der Beiratskonzeption arbeitete den Angaben zufolge Patrik Bauer, ein Betroffener von sexuellem Missbrauch, mit. Erzbischof Woelki erhofft sich, aus den Gesprächen Erkenntnisse zu gewinnen, die in Präventions- und Interventionsstellen einfließen sollen.

*14.11.2018 Das erste mutmaßliche Opfer des früheren Hildesheimer Bischofs Janssen kommentiert die Beschuldigungen durch ein zweites mutmaßliches Opfer so: "Die Parallelen zu meinem Fall sind erschreckend. Dem Bischof wurden Kinder durch Helfershelfer aus dem Umfeld der Kinderheime zugeführt. Bei mir war es ein Kaplan. Janssen galt als großer Gönner dieser Heime, er hielt sich dort gerne oft auf. Es liegt für mich nahe, dass es ein pädophiles Netzwerk gab." Der jetzige Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer war nach den neuen Vorwürfen  "wütend und traurig". "Es zerreißt mir das Herz angesichts dessen, was der Betroffene uns mitgeteilt hat", sagte Wilmer. Wilmer will eine externe Untersuchung machen lassen und überdies mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) über die Offenlegung von Kirchenakten für Staatsanwälte sprechen.

14.11.2018 Don Fortunato Di Noto, Gründer von METER, arbeitet seit 30 Jahren gegen Kindesmissbrauch. Im Blick auf die zu überarbeitenden Richtlinien der italienischen Bischofskonferenz ist er zuversichtlich: Die italienische Bischofskonferenz beginne nicht am Nullpunkt. Die Anstrengungen zur Prävention hebt Di Noto hervor.
Quelle: cruxnow.com

14.11.2018 Die Kirche habe sich mehr um den Schutz ihres Vermögens als um die ihr anvertrauten Menschen gekümmert, fasste Luis A. Torres vom Laienrat der Diözese Brooklyn  die Wut der Betroffenen gegenübe4r der US-amerikanischen Bischofskonferenz zusammen. Er habe eine Kirche kennengelernt, die sich „aktiv feindlich gegenüber Kindern“ verhalten habe, sagte der Anwalt in Gegenwart mehrerer Bischöfe.
Pitt Green, Opfer-Organisation „Spirit Fire Live“, sprach über die Folgen von Missbrauch für die zumeist jugendlichen Opfer: Suizide, Suchterkrankungen, chronische mentale Erkrankungen, zerbrochene Beziehungen. In Anspielung auf Vertuschung und Verleugnung von sexuellen Übergriffen in den eigenen Reihen, sagte sie den Bischöfen: „Ich weiß nicht, wie Sie das aushalten.“

14.11.2018 Francesco Cesareo, Kinderschutzbeauftragter der 196 US-Diözesen, erhebt schwere Vorwürfe. Die Antwort der Bischöfe auf die Krise sei "unvollständig" geblieben, vor allem im Blick auf den Umgang mit Amtsbrüdern. Mehr als 130 Bischöfe seien "während ihrer Laufbahn beschuldigt worden, versäumt zu haben, auf Missbrauchsvorwürfe in ihren Diözesen einzugehen". Darunter sei auch der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Daniel DiNardo. Andere hätten sich selbst Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt gesehen, nur wenige hätten echte Konsequenzen gezogen. Cesareo sprach von fehlender Transparenz vom Mangel an Verantwortlichkeit der Bischöfe. Das Misstrauen der Gläubigen gegenüber den Bischöfen werde bleiben, bis sie wirklich die Prinzipien von Offenheit und Transparenz leben.
Nachdem die Bischofskongregation der US-amerikanischen Bischofskonferenz verbot, Maßnahmen zu beschließen, liege der Ball nun beim Papst. Das sagte der Vatikanbeobachter John Allen.  Das römische Welttreffen der Bischöfe im Februar müsse nun "ein ganz dramatisches Ergebnis" liefern. Andernfalls könnte es in den USA "blutig" werden, fügte er hinzu.

14.11.2018 Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat, kritisiert die EKD-Synode: "Und wenn man nun erstmalig auf einer Synode dieses Thema behandelt, ist das schon ein Armutszeugnis, wenn Betroffene nicht eingeladen werden, kein Rederecht haben und man nicht auf Augenhöhe und miteinander dieses Thema angeht."
Quelle: domradio

14.11.2018 Marie Collins kritisiert die Anweisung des Vatikans an die US-amerikanische Bischofskonferenz, ihre geplanten Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt auch von Bischöfen zurückzustellen. Sie schlägt für das Februar-Treffen der Bischofskonferenz-Vorsitzenden im Vatikan vor, der Papst solle den Vorsitzenden drei Texte vorlegen: erstens eine klare, unmissverständliche Definition dessen, was Missbrauch ausmacht; zweitens die umfassende Beschreibung einer Kinderschutz-Politik mit "best-practice"-Beispielen und Hilfsmaßnahmen für die Opfer sowie drittens eine Regelung zur Verantwortlichkeit, die klare Sanktionen für jene Bischöfe benennt, die bei Prävention und Aufarbeitung versagen. Bekannt gemacht werden sollten die Bischofskonferenz-Vorsitzenden, die die Texte nicht unterschreiben. "Die Angst vor Skandalen und die Kultur nicht erklärter Rücktritte muss beendet werden", fordert Collins.

14.11.2018 Joachim Frank schreibt: "Notwendig wären Eingeständnis und Anerkenntnis der eigenen Verfehlungen durch die Verantwortlichen selbst. Dass es sie gibt, weiß jeder. 'Die Institution' gibt es nicht. Aber noch verstecken sich Personen in und hinter ihr. Das lässt an der Reue zweifeln, die Vergebung erst möglich macht. So aber klingt alles Bitten um Verzeihen hohl und setzt die Selbstblockade der Kirche fort. Wie halten es die Verantwortlichen mit der Bitte um den Geist, der unserer menschlichen Schwachheit aufhilft, und wie steht es mit ihrem Glauben an die Kraft der Wahrheit, die "euch frei machen wird"?

13.11.2018 Die EKD appellierte an Missbrauchsopfer in protestantischen Einrichtungen, ihre Fälle den zuständigen Stellen schnell zu schildern. Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die Erfahrungsberichte zu einer umfassenden Aufklärung beitragen können. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich nach Mitteilung der EKD um ehemalige Heimkinder. Die Diakonie Deutschland kündigte eine eigene wissenschaftliche Studie zu Missbrauch in ihren Einrichtungen an.
Quelle: rga

13.11.2018 In den Bistümern Trier und Speyer können sich Missbrauchsopfer, die sich nicht an kirchliche Stellen wenden wollen, auch beim Landesamt für Soziales melden.

13.11.2018 Papst Franziskus hat eine Untersuchung gegen Bischof Michael J. Bransfield, 75, Bistum Wheeling-Charleston, USA, angeordnet. Bransfield wird vorgeworfen, Erwachsene sexuell belästigt zu haben. Er erreichte am 8.9.2018 die Altersgrenze und Papst Franziskus nahm das Rücktrittsgesuch von Bransfield an.
Quelle: Domradio

13.11.2018 "Der Papst-Botschafter in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, erklärte nun vor den Bischöfen, dass Rom unter anderem Schwierigkeiten mit der Auslagerung von klerikaler Verantwortung habe. Er machte die 'Versuchung' aus, 'die Verantwortung zur Reform anderen zu überlassen statt selbst dafür zu sorgen', so der französische Erzbischof. 'Wir müssen zeigen, dass wir die Probleme lösen können, statt sie an andere zu delegieren.'" Dies erklärte Erzbischof Pierre den US-amerikanischen Bischöfen.
Quelle: domradio
Kommentar: Nun, offensichtlich waren die US-amerikanischen Bischöfe von 2002 bis 2018 nicht in der Lage, ihrer Verantwortung nachzukommen. Sie haben bislang die Probleme im Umgang mit den Opfern und mit den Kleriker-Tätern - auch denen unter den Bischöfen und Kardinälen - nicht lösen können. Was sollte die Gläubigen also veranlassen, den Bischöfen jetzt zuzutrauen, dass sie auf einmal die Probleme lösen können?

13.11.2018 Papst Franziskus hat den maltesischen Erzbischof Charles Scicluna zum beigeordneten Sekretär der Römischen Glaubenskongregation bestellt. Welche Befugnisse ein beigeorndeter Sekretär hat, wird nicht erläutert.
Quelle: orf

13.11.2018 Die Bischöfin der Nordkirche, Kirsten Fehrs, spricht im Ahrensburger Missbrauchsfall von einer "Kultur der Grenzverachtung". Auf ihrer Synode will die evangelische Kirche, das Thema Missbrauch umfassend aufzuarbeiten. Bislang wurden 479 Missbrauchsfälle gemeldet, zwei Drittel in kirchlichen Heimen. Die Synode fordert Opfer auf, sich zu melden. Zwei wissenschaftliche Studien sollen das Ausmaß von Missbrauch in der Vergangenheit ermitteln bzw. "systemisch bedingte Risikofaktoren in der evangelischen Kirche" untersuchen. Fehrs konstatierte: "Schon aus dem, was wir jetzt wissen, lassen sich aber evangelische Spezifika orten. Zum Beispiel die unreflektierte Vermischung von Privatem und Dienstlichem; dezentrale Strukturen, die unklar machen, wer für was zuständig ist – einschließlich einer fehlenden Beschwerdemöglichkeit."
Die EKD hat ein 11-Punkte-Programm vorgelegt, das jedoch nicht verbindlich ist.

13.11.2018 Die Missbrauchsfälle von Ahrensburg in der Nordkirche sind auch 8 Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch nicht abschließend aufgearbeitet. Anselm Kohn, Initiative "Missbrauch in Ahrensburg", spricht auch heute noch von Mängeln im Umgang mit den früheren Opfern. Die Entschädigungen seien nicht transparent und unzureichend. Kohn fordert externe Ansprechpartner und Ermittler: "Die Kirche kann nicht Aufklärer, Rechtsanwalt und Richter gleichzeitig sein. Das ist eine Konfusion, die funktioniert nicht."
Quelle: ndr

13.11.2018 Ein heute Mitte 70-Jähriger hat Bischof Wilmer, Hildesheim, einen Missbrauchsvorwurf gegen den früheren Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (1907 - 1988) mitgeteilt. Bereits früher hat ein anderer ehemaliger Messdiener Beschuldigungen gegen Bischof Janssen vorgebracht. Ab 1957 sei er gleich von mehreren Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht worden. Außer von Bischof Janssen sei er auch vom Leiter des damaligen Hildesheimer Kinderheims "Bernwardshof", einem Priester und einem Kaplan am damaligen Hildesheimer Kinderheim Johannishof missbraucht worden. Beide Beschuldigten sind dem Bistum bereits als mutmaßliche Täter bekannt. Sie sind gestorben.

12.11.2018 Die US-Bischöfe beraten derzeit über weitere Maßnahmen zum Umgang mit Missbrauchsfällen. Geplant war, eine Laienkommission zu installieren, die die Aufklärungsarbeit der Bischöfe untersuchen sollte. Gedacht war an eine externe Organisation, die Missbrauchsanzeigen ggf. direkt an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten sollte. Außerdem wollten sich die Bischöfe der 196 Bistümer der USA einen Verhaltenskodex geben. Dieser Verhaltenskodex war umstritten, einige Bischöfe argumentierten, das Evangelium sei ihnen höchster Maßstab für ihr Verhalten. Nun hat die Bischofskongregation gebeten, dass die US-Bischöfe mit der Verabschiedung von Maßnahmen das für Februar geplante Welttreffen der Bischöfe im Vatikan abwarten sollen. Der Vatikan nennt keine Begründung für seine "Bitte".  Anne Barrett Doyle, "BishopAccountability.org", erklärte, die Intervention des Vatikan sei "wirklich unglaublich". Sie wertete den Eingriff als "Versuch, selbst bescheidenen Fortschritt der US-Bischöfe zu unterdrücken".

12.11.2018 Die Spanische Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Española, CEE) hat eine Kommission zur Untersuchung der Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb kirchlicher Einrichtungen und zur Aktualisierung der Aktionsprotokolle eingerichtet. Die Kommission ist ausschließlich mit hohen kirchlichen Funktionären, vorwiegend Jesuiten und Mitglieder des Opus Dei besetzt. Psychologische und pädagogische Fachleute und Vertreter der Opfer blieben außen vor.

12.11.2018 Kardinal Francisco Javier Errazuriz soll nach Medienspekulationen seinen Rückzug aus dem K9-Rat vorbereiten. Ihm wird vorgeworfen, als Erzbischof von Santiago de Chile von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung eines später wegen Missbrauchs verurteilten Geistlichen jahrelang verhindert zu haben. Drei Betroffene werfen ihm zudem Meineid und Falschaussage in Zusammenhang mit sexuellen Vergehen des Priesters Fernando Karadima vor. Errazuriz bestreitet ein Fehlverhalten. Von 1971 bis 1990 war Errazuriz in der Leitung der Schönstatt-Bewegung in Vallendar bei Koblenz tätig. Anschließend war er bis 1996 Sekretär der Ordenskongregation im Vatikan und dann bis 1998 Bischof von Valparaiso. Im Anschluss erfolgte die Ernennung zum Erzbischof von Santiago de Chile. Das Bistum leitete er bis zu seiner Emeritierung 2010. Von 2003 bis 2007 war Errazuriz zudem Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM.

12.11.2018 Das Stift Klosterneuburg hat einen Bericht über einen Missbrauchsfall vorgelegt, der von der Initative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch kritisiert wird. Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative, kritisiert, dass die Expertengruppe nicht alle Zeugen eingeladen und angehört habe. Außerdem habe der Gruppe weder ein erfahrener Ermittler noch ein Kirchenrechtler angehört. Zudem bezweifelt Heibel die Unabhängigkeit der Expertenrunde. Die Untersuchungskommission habe keine Personen benannt, die den Missbrauchsfall vertuscht haben und dem Täter die Priesterweihe in Rumänien ermöglichten. "Niemand habe gewagt, die Verantwortung von Propst Bernhard Backovsky und anderer hochrangiger kirchlicher Würdenträger 'wirklich ernsthaft zu hinterfragen und eine Klärung herbeizuführen'. Somit blieben „Vertuscher und Förderer von pädophilen Klerikern unbehelligt und können in ihren Institutionen weiter so regieren, wie es ihnen gerade passt“, hieß es in der Stellungnahme der Initiative.
Quelle: orf

12.11.2018 Am Sonntag, 18.11. wird in Deutschland erstmals der Gedenktag für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche in Deutschland begangen. Die Bischöfe haben ihn in den Kontext des Europäischen Tages für Kinderschutz gestellt, um zu zeigen, dass Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, nicht nur ein katholisches. Der Gedenktag soll Betroffenen einen Raum des öffentlichen Gebetes geben. Zugleich soll damit für das Thema sensibilisiert werden, sagt der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann. Ackermann ist wichtig, dass nicht an den Opfern vorbei Vergebung von Gott erbeten wird. Matthias Katsch von der Opfervereinigung Eckiger Tisch hat den Gebetstag kritisiert, es brauche Hilfe und konkrete Entschädigung. Ackermann möchte nicht das eine gegen das andere ausspielen.
Quelle: domradio
Kommentar: Ein Gebetstag ist sinnvoll, wenn er der Gemeinde vor Ort tatsächlich zur Sensibilisierung für die Belange und das Leben von Opfern dient. Allerdings müsste das Gebet für die Opfer - die kirchlichen und die außerkirchlichen - so alltäglich in unsere Gottesdienste gehören, wie die Gewalt und ihre Folgen für Betroffene zu deren Alltag gehören. Und: Das Beten muss erfahrbare Folgen für die Opfer, die kirchlichen und die familiären...., haben, sonst bleibt es unglaubwürig.

12.11.2018 Gläubige fordern den Rücktritt von Bischof Richard Malone (72), Buffalo, USA. Sie werfen ihm Vertuschung von Missbrauchsfällen vor, die er eingestanden hat. Zum Rücktritt ist er jedoch nicht bereit. Die Gläubigen knüpfen ihre Spendenbereitschaft an den Rücktritt des Bischofs.
 Quelle: katholisch.de

12.11.2018 In Münster prüft die Staatsanwaltschaft mehrere Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester. Auslöser ist eine Initiative von sechs Strafrechtsprofessoren. Sie stellten Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs gegen Unbekannt, damit die Justiz den Fällen nachgeht, über die das Bistum Ende September berichtet hatte. Danach sind in den vergangenen Jahrzehnten 450 junge Männer und Frauen im Bistum missbraucht worden. Die Taten sollen 138 Geistliche, meist Priester, begangen haben.
Quelle: 1.wdr.de

11.11.2018 Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, sagt, auch in der evangelischen Kirche sei vertuscht und versetzt worden. Die Äußerungen des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, die evangelische Kirche sei aufgrund anderer Strukturen als in der katholischen Kirche nicht so anfällig für Missbrauch, wies sie zurück. Claus weist darauf hin, dass es in der evangelischen Kirche vermehrt um Betroffene ging, die in der Regel 14 Jahre und älter waren, also in einem Alter, in dem sie vermeintlich hätten "Nein" sagen können. Das mache es schwierig zu erkennen, dass es sich hier immer um sexualisierte Gewalt handelt. Claus fordert eine unabhängige zentrale Anlaufstelle für Betroffene und eine wissenschaftliche Studie, die den Umgang mit Betroffenen und Tätern untersuche. Immer auch seien Betroffene miteinzubeziehen.
In der evangelischen Kirche wurden bislang 480 "Fälle" aktenkundig.
Quelle: Domradio  und Domradio 12.11.2018

10.11.2018 Die römisch-katholische Kirche in England wird diese Woche einer intensiven Prüfung wegen ihres Umgangs mit sexuellem Kindesmissbrauch und der Vertuschung der Missbrauchsfälle durch Bischöfe unterzogen. Überlebende werden fünf Tage lang aussagen vor einer unabhängigen Untersuchungskommission, die die Erzdiözese Birmingham untersucht. Erstmals wird ein Kirchenverantwortlicher unter Eid aussagen: Kardinal VInvent Nichols, Erzbischof von Westminster. Er war von 2000 bis 2009 Erzbischof von Birmingham. Aussagen muss auch der jetzige Erzbischof von Birmingham, Bernard Longley.
Quelle: The Guardian

10.11.2018 Die US-Bischofskonferenz tagt nächste Woche. Sie wird entscheiden müssen, ob sie die 2002 in der Dallas-Charta eingeführte Null-Toleranz gegenüber Missbrauch auch für die Bischöfe einführen wird. Da Bischöfe jedoch nur der Autorität des Papstes unterstehen, müsste die Bischofskonferenz an den Papst  appellieren, dass er der Änderung der kanonischen Normen zustimmt und Bischöfe auch Sanktionen der Bischofskonferenz und einer Laiengruppe unterwirft.
In Italien will die Bischofskonferenz sich um eine Neufassung der Präventionsordnung kümnmern. Vermutet wird von Crux, dass Erzbischof Bruno Forte und Kardinal Lorenzo Baldisseri Einfluss nehmen, um die Sprache zur Missbrauchskrise zu verwässern, so dass es keine Nulltoleranz und keine direkte Entschuldigung bei den Überlebenden geben wird. Kenner gehen davon aus, dass die Missbrauchskrise in Italien in nächster Zeit ausbrechen wird. Als Beispiel nennen sie Erzbischof Mario Delpini, Mailand. Er wurde beschuldigt, als Weihbischof und Generalvikar von Mailand einen Täter geschützt und ihn in eine andere Gemeinde versetzt zu haben. Dabei war er sich nach eigenem Bekunden bewusst, dass er dem Täter eine neue Aufgabe im Bereich der Jugendarbeit gegeben hatte.
Quelle: cruxnow

10.11.2018 Die Vorsitzende des Vereins Evangelische Frauen in Deutschland (EFiD), Susanne Kahl-Passoth, sagte: "Es gibt immer noch Leute, den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm eingeschlossen, die mit dem Thema Missbrauch am liebsten nichts zu tun hätten und sich nicht ein bisschen in die Situation der Opfer einfühlen." Deren Forderungen würden als unangenehm, lästig oder sogar unbillig abgetan. Der EFiD ist ein Dachverband mit 39 Mitgliedsorganisationen und rund drei Millionen Mitgliedern. Ab Sonntag wird sich die EKD-Synode auch mit dem Thema Missbrauch beschäftigen.
Quelle: zeit.de

9.11.2018 Der NCR veröffentlicht einen Offenen Brief an die US-Bischöfe. Das Leitwort ist "It's over": "This, instead, is about a rot at the heart of the culture entrusted with leadership of the Catholic community. A rot so pervasive that it has touched every aspect of the community's life, disrupting all of the certainties and presumptions about who we are and who you are that helped hold this community together." Der Offene Brief spricht davon, dass es kein Verstecken mehr gibt, die Bischöfe haben den Tiefpunkt erreicht - nicht, weil sie entschlossen waren, die Wahrheit zu sagen, sondern weil sie wieder einmal erwischt wurden. Der Schmerz der Bischöfe sei selbst verschuldet. Sie hätten gewusst, dass die Missbrauchsfälle böse genug waren, um sie verstecken zu müssen.
Quelle: NCRonline

9.11.2018 Eine von fünf Provinzen der Jesuiten in Nordamerika wird am 7.12. die Namen aller glaubhaft beschuldigten Jesuiten in den Regionen Alaska, Arizona, Kalifornien, Hawaii, Idaho, Montana, Nevada, Oregon, Utah und Washington veröffentlichen. Das kündigte Scott Santarosa, S.J., Provinzial der Jesuiten-Region, an und sagte, auch die übrigen vier Jesuiten-Provinzen würden folgen, allerdings zu anderer Zeit. Keiner der Beschuldigten sei noch im aktiven Dienst. Santarosa räumte ein, dass die Veröffentlichung der Liste mehr Opfer hervorbringen und weitere Klagen nach sich ziehen könne.
Quelle: americamagazine.org

9.11.2018Dem Bischof von Salamanca, Carlos López, wird vorgeworfen, dass er Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs durch Priester ignorierte. So konnte z.B. Isidro López Santos ungestört Minderjährige missbrauchen. Eines der Opfer, Javier Paz, informierte 2011 das Bistum, dass er von 1982 - 1992 von Santos missbraucht wurde. Daraufhin versetzte der Bischof den Beschuldigten in den Ruhestand und bot dem Betroffenen Geld gegen Schweigen an. Der spanischen ZEitung El Pais liegen von Paz mitgeschnittene Telefonate vor. Danach unterschrieb Paz, dass er gegen Sofortzahlung von 300.00 € und eine monatzliche Rente von 1.500 € schweigen werde. als Paz nichts mehr vom Bistum hörte, wandte er sich erneut dorthin und erhielt die Antwort, dass er gar nichts bekomme, weil er nur auf Geld aus gewesen sei. Inzwischen seien weitere Fälle bekannt geworden, in denen Opfer mit dem Versprechen auf Entschädigungen zum Schweigen gebracht wurden.

8.11.2018 Die französische Bischofskonferenz will eine unabhängige Untersuchungskommission einrichten, die allen Missbrauchsfällen seit 1950 nachgehen soll und die Gründe für das jahrelange Schweigen innerhalb der Kirche untersuchen soll. In zwei Jahren soll der Bericht vorliegen. EInzelheiten über Aufgaben und Zusammensetzung der Kommission werden noch bekannt gegeben.

8.11.2018 Niedersachsen hat Details über Arzneimittelversuche an Kindern im ehemaligen Landeskrankenhaus Wunstorf vorgelegt. Bei einem Symposium zur Kinder- und Jugendpsychiatrie sagte eine Abteilungsleiterin, den Kindern sei Unrecht widerfahren, die Verantwortlichen hätten weggescvhaut. Das Jugendamt Hannover hatte pauschal in fragwürdige Untersuchungsmethoden eingewilligt. In der Wunstorfer Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde in den 60er- und 70er-Jahren an mindestens 286 Heimkindern mit Medikamenten geforscht - offenbar ohne Einwilligung der Eltern. Die meisten Eltern hätten wohl eingewilligt, ohne jedoch bis in die 1970er Jahre über die Nebenwirkungen informiert zu werden.
Untersucht werden soll noch die Rolle eines damaligen Psychiatriereferenten. Er hatte sich Mitte der 1960er Jahre für Arzneimittelversuche an Kindern von Pharmakonzernen bezahlen lassen. Später war er im Sozialministerium für die Aufsicht über die Kinder- und Jugendpsychiatrie zuständig. Auch mögliche Arzneimittelversuche in Heimen des Landes in Lüneburg oder Göttingen sollen noch untersucht werden.

8.11.2018 Der Freiburger Erzbischof Burger spricht von wiederholten Aktenmanipulationen, gegen die nun durch Paginierung der Personalakten vorgegangen werden soll. Burger sieht "bewusstes Vertuschen" z.B. in Oberharmersbach, wo ein Gemeindepfarrer von 1968 bis Anfang der 90er Jahre Jugendliche missbraucht hat. Verantwortlich war die damalige Bistumsleitung. Der spätere Erzbischof Zollitsch trug als Personalreferent von 1983 bis 2003 bzw. als Erzbischof von 2003 bis 2013 Verantwortung für den Umgang mit Tätern und Opfern.
Quelle: Domradio

7.11.2018 Nach Dutzenden von Entschädigungsklagen wegen Kindesmissbrauchs durch Priester steht die Erzdiözese Agana, Guam, vor der Insolvenz. Mit dem Insolvenzverfahren solle größtmögliche Gerechtigkeit für so viele Opfer wie möglich erreicht werden. Der frühere Erzbischof von Agana, Anthony Sablan Apuron betuert seine Umschuld. Kirchenrechtlich wurde er wegen "einiger Anklagepunkte" für schuldig befunden. Welche Anklagepunkte das sind, wurde nicht gesagt.
7.11.2018 Papst Franziskus ermutigt die französischen Bischöfe, „in ihrem Kampf gegen Pädophilie nicht nachzulassen“.
Quelle: vaticannews.va

7.11.2018 Nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie fordert Essens Bischof Franz-Josef Overbeck deutliche Veränderungen in der katholischen Kirche. Diese erlebe "eine Vertrauenskrise extremsten Ausmaßes." Die Kirche müsse neuere Erkenntnisse z.B. der Biologie, der Psychologie, der Medizin berücksichtigen. 

Quelle: domradio.de


7.11.2018 Die EKD befasst sich auf ihrer Synode mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den evangelischen Landeskirchen. Christine Bergmann wirft der EKD mangelndes Engagement bei der Aufarbeitung vor und plädiert für eine umfassende Studie über den Umfang des Missbrauchs in der EKD. Eine solche Studie plant die EKD nicht. Sie will einen Beauftragtenrat einrichten, dem die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, Bischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden) und Christoph Meyns (Braunschweig) angehören sollen. Der fünfköpfige Rat wird den Kontakt mit Betroffenen suchen. Bislang gibt es nur Anhaltspunkte und Schätzungen über das Ausmaß sexuellen Missbrauchs in der evangelischen Kirche. Eine repräsentative Studie, die Wissenschaftler um den Psychiater Jörg Fegert noch in diesem Jahr veröffentlichen wollen, geht von 200.000 Opfern im Bereich der christlichen Kirchen aus.

7.11.2018 In der Evangelischen Kirche Deutschlands sind seit 1950 insgesamt 480 Missbrauchsfälle bekannt geworden.
Quelle: domradio.de

7.11.2018 Der Freiburger Erzbischof Burger geht davon aus, dass der frühere Freiburger Erzbischof und ehemalige Vorsitzende der Dt Bischofskonferenz Zollitsch in seiner Zeit als Personalreferent der Erzdiözese Missbrauchsfälle vertuscht habe. Es geht dabei um den Missbrauchsskandal in Oberharmersbach im Ortenaukreis. In dem Schwarzwaldorf fand 23 Jahre lang, von 1968 bis 1991, durch den damaligen Ortsgeistlichen systematischer Missbrauch an mindestens 60 Kindern statt. Zollitsch hatte den Pfarrer in den Zwangsruhestand versetzt, den Missbrauch aber nicht der Staatsanwaltschaft gemeldet und nicht publik gemacht. Zu den Opfern hat er nie Kontakt aufgenommen.
Quelle: swr  katholisch.de

7.11.2018 Der Rechtswissenschaftler Reinhard Merkel wirft den deutschen Staatsanwaltschaften vor, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche "nicht im erforderlichen Maß" zu verfolgen. Er werfe der Kirche vor, wichtige Dokumente, die zur Identifikation möglicher Täter führen können, nicht herauszugeben.

7.11.2018 Sexueller Missbrauch müsse in deutschen Bistümern vordringlich bearbeitet werden, sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die "Perspektive der Opfer" müsse an erster Stelle stehen. Es brauche innerkirchlich nun "tatsächlich einen Mentalitätswechsel, um Vertrauen zurückzugewinnen". Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz meinte, die MHG-Studie habe den Bischöfen die Auen über systemische Ursachen sexuellen Missbrauchs geöffnet. Die Bischofskonferenz arbeite ein "dickes Arbeitsprogramm" ab. Ackermann versprach den Staatsanwaltschaften "volle Kooperationsbereitschaft".
Quelle: Domradio

6.11.2018 Daniel Deckers konstatiert, dass die Bischöfe nach 2002 und 2010 auch 2018 noch wortreiche Absichtserklärungen vorlegten statt Rechtsverbindlichkeit im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen zu schaffen. Bischöfe müssen sich niemandem gegenüber rechtfertigen (ausgenommen: dem Papst gegenüber). Noch immer glauben sie, Aufklärung und Entschädigung der Missbrauchsopfer seien bei ihnen gut aufgehoben. Wichtig wäre, dass es eine unabhängige Verwaltungsgerichtsbarkeit geben müssen, die mit umfassenden Ermittlungskompetenzen und Berichtspflichten ausgestattet seien. Kirchenrechtlich wüäre dies möglich - die Bischöfe müssten es nur wollen. Und wenn es nicht alle wollten, müssten "die vorangehen, die verstanden haben, dass es keinen anderen Weg gibt als den der Klarheit und Wahrheit, wollte die Kirche jemals wieder Vertrauen gewinnen".
Quelle: faz.net
6.11.2018 Die spanische Regierung plant die Abschaffung der Verjährungsfrist für sexuellen Kindesmissbrauch. Maria del Carmen Calvo Poyato informierte den Vatikan über die geplante Neuerung. Derzeit beginnt die Verjährungsfrist nach fünf bis 15 Jahren, d.h. Betroffene können Missbrauch maximal bis zum Alter von 33 Jahren anzeigen. Nach Aussagen der Organisation "Save the children" äußerten Betroffene sich im Schnitt erst mit 35 Jahren über das Erlittene.
Quelle: hpd

6.11.2018 Kardinal O'Malley ist enttäuscht über die schleppende Aufklärung  der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche. Fast ein Drittel der US-Bischöfe habe falsch auf sexuelles Fehlverhalten reagiert. Der "Boston Globe" und der "Philadelphia Inquirer" hatten zuvor mehr als 130 amtierenden und pensionierten US-Bischöfe, d.h. nahezu einem Drittel der US-amerikan. Bischöfe, unangemessene Reaktionen auf sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. O'Malley zeigte sich schockiert. Die Untersuchungen der Zeitungen haben ergeben, dass Anschuldigungen gegen mehr als 50 Bischöfe aus der Zeit nach der Konferenz von 2002 in Dallas stammten, bei der die Kirchenführer (auch auf Betreiben von McCarrick) eine Kinderschutz-Charta beschlossen hatten. O'Malley kündigte an, dass er sich bei der Herbstvollversammlung der US-Bischöfe dafür einsetzen werde, dass Bischöfe, die sexuelles Fehlverhalten ermöglichten oder selbst Fehlverhalten an den Tag legten, mit schweren Konsequenzen rechnen müssten. Wie diese konkret ausfielen, müsse am Ende Rom entscheiden.
Quelle: Domradio

6.11.2018 Die katholische Kirche in Polen gerät u.a. durch den Film "Kler" (Klerus) in den Blick der Öffentlichkeit. Bereits 2008 meldete der Dominikaner Marcin Mogielski – mit der Zustimmung seines Ordensoberen – einen Verdachtsfall auf Kindesmissbrauch durch einen Stettiner Priester an die Medien. Zuvor hatte Marcin jahrelang vergeblich versucht, die in der Erzdiözese tätigen Bischöfe zu einer Lösung des Problems zu bewegen. 2010 war eine Borromäusschwester von Zabrze wegen körperlicher und psychischer Gewalt und Anstiftung zu pädophilen Handlungen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Nach einer Zeitungsreportage meldeten sich 2014 weitere 140 Opfer. Overbeek gab Betroffenen im Jahr 2013 eine Stimme gegeben in seinem Buch "Fürchtet euch – Pädophilie-Opfer der Kirche in Polen sprechen". 2012 hatte die Polnische Bischofskonferenz Normen zum Umgang mit Missbrauchstätern erlassen. Seit 2013 ist der Jesuit Adam Żak Missbrauchsbeauftragter der Bischöfe, seit 2014 leitet er das "Zentrum für Kinderschutz". Bereits 2014 hatte die Einrichtung durch eine Datenerhebung bei staatlichen Gerichten mindestens 19 Priester ausgemacht, die in einem Zeitraum von drei Jahren wegen Missbrauchs verurteilt worden waren. 2017 gab es einen ersten Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Anfang Oktober wurde ein Orden zu der Rekordentschädigung von einer Million Złoty (233.000 Euro) und der Zahlung einer lebenslangen Monatsrente an eine junge Frau verurteilt, die als 13-jährige von einem Pater mehrfach vergewaltigt wurde. Die Gesellschaft Christi für Emigrantenseelsorge kündigte an, gegen das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof Beschwerde einzulegen. Für Ende November ist ein Dokument angekündigt, das die verschiedenen Aktivitäten zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt darstellt. Auch wolle man statistische Daten über Missbrauch sammeln.

Quelle: domradio


4.11.2018 Der Essener Caritas-Direktor Hermans berichtet, dass es noch immer Bistümer gebe, die keine weitergehende Öffnung ihrer Akten gestatten wollen, wenn es um das Thema Missbrauch geht. "Ich war neulich bei der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes, über den Missbrauchsskandal und andere aktuelle Themen wurde natürlich gesprochen, aber doch eher unter ferner liefen. Ein wirklicher Ruck, eine ehrliche, tiefe Erschütterung war für mich zwar seitens vieler Delegierter, in Gänze aber doch nicht ausreichend spürbar", sagt er und kritisiert den Freiburger Erzbischof Burger, der zwar von der Missbrauchsstudie in der Predigt sprach, die KRise der kath. Kirche jedoch nur als eine "Art Krise" bezeichnete. Hermans sagte: "Wir brauchen noch mal ein anderes Maß an öffentlicher Empörung, und das nicht nur von außen, sondern gerade von innen, von denen, die Mitglied der Kirche geblieben sind."
Kommentar: Die Empörung der Mitglieder der kath. Kirche hält sich nach meiner Beobachtung in Grenzen. Die Stimmung unter den praktizierenden KatholikInnen ist eher geprägt von dem Wunsch, nichts mehr über "das Thema" hören zu wollen. Deren Solidarität mit den Opfern sexueller Gewalt - den kirchlichen wie den außerkirchlichen Opfern - ist nur bei wenigen spürbar.

Weitere Recherchen:

2018  2017   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009     2008  2007   2006   2005   2004   2003   2002   2001

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?