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Sexuelle Gewalt in der Evangelischen Kirche Deutschlands 2022

2022  2021   2020   2019   bis 2018

20.9.2022 In Groß Wittfeitzen, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Nordkirche, gab es wohl Anfang der 2000er Jahre mindestens einen Fall von sexuellem Missbrauch in einem Freizeitzeltlager. Ein anfänglich 9-Jähriger sei dort mehrere Jahre von einem Betreuer missbrauch worden. Der Betroffene habe sich 2019 an die Nordkirche gewandt. Unter Verdacht steht ein damals etwa 20-jähriger Betreuer, der im Tatzeitraum in mehreren Kirchengemeinden in den Vier- und Marschlanden aktiv war; seit 20 Jahren sei er nicht mehr im Kirchenkreis aktiv. Das Zeltlager wurde von Gruppen aus Kirchwerder, Geesthacht, Neuengamme, Altengamme, Langenhorn, Neuallermöhe und von der Friedenskirche Altona besucht worden. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost sucht nun Zeugen oder mögliche weitere Betroffene. Quelle: Welt.de


20.9.2022 Dem Vorstandssprecher der Diakonie München und Oberbayern, einem Pfarrer der Landeskirche Rheinland, werden neben teuren Umbauten auch verbale und körperliche Grenzüberschreitungen vorgeworfen. Landesbischof Bedford-Strohm wusste seit Anfang 2022 von konkreten Vorwürfen, die Evangelisch-Lutherische Kirche sei jedoch nicht zuständig. Innerhalb des Landesverbandes der Diakonie sind die Vorwürfe seit Herbst 2021 bekannt. Zuständig sei jedoch nicht der Landesverband der Diakonie, sondern die Diakonie München und Oberbayern. Der 58-jährige Pfarrer und Vorstandssprecher wechselte im Sommer 2020 aus Düsseldorf nach München. Zuständig für ihn ist die evangelische Landeskirche Rheinland. Die Frau, die den Pfarrer angezeigt hat, wurde im Januar 2022 auf eigenen Wunsch freigestellt. Seit August 2022 ist der Beschuldigte nicht mehr im Dienst. Das Disziplinarverfahren wird in der Landeskirche Rheinland geführt. Quelle: br


16.9.2022 Ein früherer Oberkirchenrat des Kirchenamtes der EKD in Hannover wurde aus dem Dienst entlassen. Das Disziplinargericht der EKD sah als erwiesen an, dass der Pfarrer in den 1980er Jahren in mehreren Fällen "sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen" vorgenommen habe. Erste Hinweise erhielt die EKD im Herbst 2020. Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein. Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, teilte die EKD nicht mit, wo die Übergriffe des damaligen Pfarrers einer Landeskirche stattfanden. Gegen das Urteil kann der frühere Oberkirchenrat Rechtsmittel einlegen. Quelle: FAZ


8.7.2022 Die  Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. In Württemberg fand bereits ein Betroffenenforum statt, für den Frühherbst ist ein weiteres Betroffenenforum explizit zur Beteiligung in Kommissionen und Gremien geplant. In der Landeskirche Württemberg gab es seit 2010 etwa 190 Meldungen, in 174 Fällen wurden Anerkennungsleistungen von 2,6 Millionen Euro gezahlt. -Die bayerische Landeskirche weiß von 166 Fällen zwischen 1950 und 2021. In 54 Fällen wurden 1,1 Millionen Euro Anerkennungsleistungen gezahlt.-Die Badische Landeskirche  hat sich mit 92 Fällen seit 1950 befasst. 56 Anträge auf Anerkennung wurden anerkannt, 36 Betroffene seien gestorben oder hätten keine Anträge gestellt. Quelle: Sonntagsblatt


1.7.2022 Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, setzt große Hoffnungen in das neu geschaffene Beteiligungsforum gegen sexualisierte Gewalt. Das Gremium nimmt an diesem Freitag seine Arbeit auf. Quellen:  evangelisch.de   Domradio


  30.6.2022 Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt (BeFo) der Evangelischen Kirche in Deutschland  ist offiziell eingesetzt. Das Forum ist der neue zentrale Ort gemeinsamer Auseinandersetzung und Lösungsfindung zwischen Betroffenen und kirchlichen Beauftragten. Alle kirchenpolitischen Entscheidungen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt erfolgen nun durch Partizipation Betroffener im Rahmen des Beteiligungsforums. Es kann eigene Impulse einbringen, Gremienanfragen bearbeiten, konkrete Beschlussvorschläge machen, die in Rat, Kirchenkonferenz oder Synode eingebracht werden. Diese Form der Mitwirkung ist verbindlich. Detlev Zander, Sprecher der BEtroffenengruppe im Beteiligungsforum kommentiert: „Die EKD hat damit ihre Deutungshoheit aufgegeben. Die Betroffenen haben jetzt die Möglichkeit konkret ihre Belange einzubringen, Maßnahmen mitzugestalten, und die Wirksamkeit zu überwachen.“ Quelle: ekd


26.6.2022 Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Jugendgruppe der Ev. Kirchengemeinde Brügge und vormals des CVJM Lüdenscheid-West e.V. hat an über 20 männlichen Personen sexualisierte Gewalt ausgeübt. Das wurde im Sommer 2020 bekannt. Nun gibt es Hinweise, dass der bekannte Täter auch an mehreren weiblichen Betroffenen schwere Straftaten begangen hat. Das teilte der Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg mit. Quelle: evangelisch-im-sauerland


22.6.2022 In der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal haben Kinder von den 1950er bis in die 1980er Jahre körperliche und sexualisierte Gewalt erlebt. Bekannt sind Dutzende Täter und Hunderte von Fällen. Betroffene kritisieren die Zusammenarbeit mit Experten und der Gemeinde. Angelika Brandle, eine Sprecherin der Betroffenen, kritisiert, dass die Aufklärung "im Schweinsgalopp" durchgezogen wurde, das Präventionskonzept ohne die Opfer erstellt wurde die Entschädigungen einseitig festgelegt wurden. Am Samstag, 25.6., sollen drei Mahnmale auf dem Gelände der drei Kinderheime aufgestllt werden, die der Bildhauer Gerhard Roese geschaffen hat. Betroffene kritisieren die Erinnerungsveranstaltung, das Kunstprojekt orientiere sich nicht an den Betroffenen, der Termin sei nicht abgesprochen und der Künstler bereits festgelegt worden. Detlev Zander, der 2014 die Vorwürfe öffentlich machte, moniert, dass die Erinnerungsveranstaltung wie eine Verabschiedung klinge, obwohl die Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen sei und auch nicht evaluiert wurde. Quelle: stern


1.6.2022 Über einen Missbrauchsfall in einer evangelischen Kirche in Sachsen durch einen Chorleiter. Die Gemeinde ist gespalten. Wer zum Täter hält, erwartet, dass die Betroffenen vergeben. Die Landeskirche Sachsen hat lange zugeschaut. Quelle: share.deutschlandradio


1.6.2022 Die evangelische Kirche in Heikendorf, Nordkirche, will einen Missbrauchsfall in einer Sommerfreizeit 1972 aufklären. Ein zehn Jahre alter Junge soll von einem ehrenamtlichen Betreuer missbraucht worden sein. Die Nordkirche sucht Zeugen dafür. Quelle: NDR


8.5.2022 Die EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich spricht vom Umgang mit Missbrauchsfällen als einem "Dauerthema" in der evangelischen Kirche. Es müsse immer im Zusammenwirken mit den Betroffenen geschehen. Zur Zukunft der Evangelischen Kirche sagte sie, in den nächsten zehn bis 15 Jahren gehe es um eine "wirkliche Transformation" der Kirchenstrukturen. Quelle: evangelisch.de


6.5.2022 Die Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland hat das Gesetz zum Schutz vor sexueller Gewalt von 2012 nachgeschärft, weil es dem Täterschutz nicht wirksam genug entgegentritt.Das erklärte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden vor der Synode. Das neue Gesetz soll die Prävention stärken und das Vorgehen schon im Verdachtsfall klären. Zur Beratung der Kirchengemeinden und Synodalverbänden wird eine neue Personalstelle eingerichtet. Quelle: ref.ch


8.5.2022 Kurt Stöer (1921 - 2013), Jugendwart der sächsischen Landeskirche, soll in der Amtszeit 30 Menschen sexuell missbraucht haben. Die Taten datieren in den 1960er-und 1970er-Jahren, die Betroffenen sind heute zwischen 55 und 79 Jahre alt. Der Landeskirchenamtspräsident Hans-Peter Vollbach, Landesbischof Tobias Bilz und Synodalpräsidentin Bettina Westfeld haben sich im April mit 17 der Missbrauchsopfer getroffen. Der Beschuldigte gehörte zur Diakonengemeinschaft Moritzburg. Dort ging bereits 2012 eine Meldung ein, die an das Landeskirchenamt weitergereicht wurde. Quelle: sonntag-sachsen


6.5.2022 Die Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland hat das Gesetz zum Schutz vor sexueller Gewalt von 2012 nachgeschärft, weil es dem Täterschutz nicht wirksam genug entgegentritt.Das erklärte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden vor der Synode. Das neue Gesetz soll die Prävention stärken und das Vorgehen schon im Verdachtsfall klären. Zur Beratung der Kirchengemeinden und Synodalverbänden wird eine neue Personalstelle eingerichtet. Quelle: ref.ch


28.4.2022 In der evangelischen Landeskirche in Baden und der Diakonie sind bisher 92 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Bekannt sind die Namen von 62 Tätern. Quelle: faz


25.4.2022 Am neuen Modell der Betroffenenbeteiligung der EKD gibt es Kritik. In dem neuen Gremium - einem "Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt" -  sind ca 20 Mitglieder: acht Betroffene, Geistliche und Kirchenjuristen aus dem Beauftragtenrat, die Präses der EKD-Synode Anna Nicole Heinrich, der EKD-Bevollmächtigte bei der Bundesrepublik, Martin Dutzmann, sowie Vertreter aus Diakonie, Landeskirchen und der EKD-Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt. Die Kirchenvertreter sind in der Überzahl. Katharina Kracht gehörte dem alten Beirat an. Sie kritisiert, dass sie "praktisch aus dem Betroffenenbeirat rausgeschmissen worden" sei. Zudem stünden sechs von acht Betroffenen in einem Dienst- oder Anstellungsverhältnis bei einer Landeskirche oder der Diakonie. Kracht fragt, wie die Interessen der vielen Betroffenen vertreten werden sollen, die eher Distanz zur Kirche halten. Die Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Kerstin Claus, kann noch nicht beurteilen, ob das neue Modell wirklich zur Stärkung der Beteiligung Betroffener diene.Ihr ist unklar, "welche Mitwirkungs- und Gestaltungsrechte Betroffene konkret erhalten und wie sie ihre Anliegen öffentlich sichtbar machen können". Nach der Vorgeschichte - dem Aussetzen des vorherigen Beirats durch die EKD - sei eine "klare und transparente Mandatierung" der Teilnehmer wichtig. Quellen: Süddeutsche    evangelisch.de


25.4.2022 Die EKD will bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt Betroffene stärker beteiligen. Dafür soll ein neues Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt sorgen, das eine aktive Rolle bei der Aufarbeitung, Prävention, Intervention, Unterstützung und Anerkennung spielt. Dieses neue Forum solle zum zentralen Gremium innerhalb der EKD werden, in dem alle Fragen, die sexualisierte Gewalt betreffen, bearbeitet werden. -Quellen: EKD   Zeit


10.4.2022 Dreißig Betroffene haben sich bei der sächsischen Landeskirche gemeldet und als Opfer eines früheren Jugendwartes zu erkennen gegeben. Ursprünglich war von 20 betroffenen Männern ausgegangen worden. Quelle: gmx


1.4.2022 Der evangelische Bischof Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, hat Versäumnisse seiner Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt eingeräumt. Anlass für dieses Eingeständnis war der 2019 bekannt gewordene Fall eines ehrenamtlichen Kirchenusikers, der sich in den 1990er Jahren mehreren Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren sexuell näherte. Seit Anfang 2022 wird dieser Fall in Pobershau nun unabhängig aufgearbeitet. Quellen: sonntag-sachsen   zeit


28.3.2022 Die neue evangelische Landesbischöfin in Baden, Heike Springhart, benennt die Schwierigkeit von zwischenmenschlicher Vergebung in Missbrauchsfällen. Mit Blick auf die kirchliche Rede von Vergebung im Gottesdienst, in Predigten und in der allgemeinen Frömmigkeit müsse man sich immer wieder die Frage stellen: "Wie hören das Menschen, die zu Opfern geworden sind?" In den Landeskirchen Badens, Württembergs, Bayerns und der Pfalz soll noch 2022 eine Aufarbeitungskommission eingesetzt werden. Springhart beobachtet, dass im Bereich der evangelischen Kirche - anders als in der katholischen - häufig nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch  Erwachsene in Abhängigkeitsverhältnissen Missbrauch erlebt haben.  Quelle: zeit


25.3.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen werden Fälle sexualisierter Gewalt erstmals unabhängig aufgearbeitet. Ein ehrenamtlicher Kirchenmusiker soll sich in den 1990er Jahren mehreren Mädchen - damals elf und 15 Jahre alt - sexuell genähert haben. 2019 wurden die Vorwürfe bekannt, der Beschuldigte von allen Tätigkeiten entbunden. 2020 nahm eine unabhängige Kommission ihre Arbeit auf. Am 1. April 2022 soll die Aufarbeitung in der betroffenen Gemeinde beginnen. - Ende 2021 hatte das Landeskirchenamt auch Missbrauchsfälle aus den 1960er und 1970er Jahren in Chemnitz öffentlich gemacht, die nun in der dortigen Gemeinde aufgearbeitet werden sollen. Ein hauptamtlicher Jugendwart und späterer Diakon in Moritzburg wird von über 20 betroffenen Männern der Übergriffe beschuldigt. Quelle: Süddeutsche


1.6.2022 Der Bericht der Aufarbeitungskommission der Evangelischen Geschwisterschaft untersuchte den Fall des Pfarrers Klaus Vollmer, der zur Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers gehörte. Weitere Problemanzeigen sind zu untersuchen: Geistlicher Missbrauch, Ausnutzung von Menschen in Abhängigkeitsstrukturen, Weitere Aufklärung und Aufarbeitung und nicht zuletzt eine theologische Reflexion. Quelle: geschwisterschaft


21.3.2022 Mitglieder der evangelischen Landeskirchenleitung in Bayern haben sich mit 14 Betroffenen sexualisierter Gewalt ausgetauscht. Betroffene forderten eine bessere Vernetzung untereinander und eine größere Sensibilität für das Thema Missbrauch auch an der Kirchenbasis. Die Leiterin der Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, Barbara Pühl, berichtet, dass viele Betroffene die Erfahrung machen, dass ihnen zunächst nicht geglaubt werde, damit würden Betroffene noch einmal zu Opfern gemacht. Landesbischof Bedford-Strohm sagte, die Kirche müsse dazulernen im Umgang mit Missbrauchsbetroffenen. Quellen: br   sonntagsblatt


24.2.2022 Bischöfin Beate Hofmann, Landeskirche von Kurhessen und Waldeck, berichtet von mindestens 40 Fällen, die teils bis in die 1960er Jahre zurückreichen. Bei den Tätern handele es sich fast ausschließlich um Männer: Pfarrer, Küster, Diakone, Kirchenmusiker und Mitarbeiter der Jugendarbeit. Die Anerkennungskommission und die juristischen Gutachter vermuten, dass es bei vielen der bekannten Altfälle weitere Betroffene gibt und wohl auch noch weitere, bislang unbekannte Täter. Quelle: ekkw


18.2.2022 Eine Studie der "Aufarbeitungskommission der Evangelischen Geschwisterschaft e.V." schildert den verstorbenen Pastor Klaus Vollmer (1930-2011) als einen Mann, der seinen Einfluss auf junge Menschen missbrauchte, um homosexuelle Neigungen auszuleben. Zudem gibt es Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen. Pastor Vollmer (1930-2011) arbeitete in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Die Aufarbeitungskommission stellt zudem eine "mangelnd Wahrnehmung der Aufsichtspflicht" durch die Landeskirche fest, die das missbräuchlich Verhalten des GEistlichen mitermöglicht habe. Quellen: Bericht der Aufarbeitungskommission Evangelische Bruderschaft   evangelisch.de


17.2.2022 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat eine Disziplinarklage gegen einen nicht mehr im aktiven Dienst befindlichen ehemaligen Mitarbeiter wegen Vorwürfen der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung erhoben. Strafanzeige hat die EKD bereits 2021 gestellt. Das Ermittlungsverfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Quelle: ekd


15.2.2022 Inzwischen melden sich weitere Zeugen und mutmaßlich Betroffene im Fall des früheren Bremer Dompredigers, der 1992 starb. Bekannt war bislang nur der Fall eines Jungen, der vor ca 50 Jahren missbraucht wurde, als der Beschuldigte eine Philosophie-AG an einem Bremer Gymnasium leitete. Die Ansprechpartnerin für Fragen sexualisierter Gewalt der Bremischen Evangelischen Kirche, Jutta Schmidt, geht von mehreren Betroffenen aus. Quelle: Zeit


12.2.2022 Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, berichtet, dass die Gemeinsame Erklärung mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung "zeitnah" unterzeichnet werden könne. Eine staatliche oder staatlich eingesetzte Kommission zur Aufklärung begrüßt sie grundsätzlich, auch wenn sie für eine kirchenspezifische Untersuchung plädiert. An individuellen Anerkennungsleistungen der evangelischen Kirche hält sie fest, meint aber auch, dass diese Frage in der Diskussion bleibt. Quelle: Augsburger Allgemeine


9.2.2022 Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers sucht nach einem Missbrauchs-Vorwurf mögliche weitere Betroffene. Ein späterer Pastor soll eine 17-Jährige in den 1990er Jahren missbraucht haben. Der Pastor ist weiter im Kirchendienst, weil dienstrechtlich nicht nachweisbar war, dass die mögliche Betroffene zu Beginn der Taten minderjährig war. Zudem war der Beschuldigte noch nicht im Dienst der Landeskirche Hannover, sondern zum Zeitpunkt der Taten in Celle in der "Lobetalarbeit" der Diakonie tätig. Dort war er "wahrnehmbar als Geistlicher" tätig, aber noch kein ordinierter Pastor. Inzwischen habe sich eine zweite Betroffene gemeldet und berichtet, sie habe als 14- oder 15-Jährige sexualisierte Gewalt erfahren durch den Pastor. Ihr Verfahren sei wegen Verjährung eingestellt worden. Quellen: NDR   gmx


8.2.2022 In der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) wurde ein Missbrauchsfall bekannt. Täter ist ein ehemaliger Bremer Domprediger, der seit 1958 das Amt des Dompredigers in der St.-Petri-Domgermeinde inne hatte und in den 1990er-Jahren starb. Eine juristische Aufarbeitung ist nicht mehr möglich, jedoch soll eine externe Stelle den Fall im Laufe des Jahres individuell aufarbeiten. Quelle: buten un binnen


24.1.2022 Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Bayern, hat die Ergebnisse des Münchener Gutachtens mit Betroffenheit aufgenommen. In der Bayerischen Landeskirche sind 166 Fälle bekannt. Die vor mehr als 20 Jahren gegründete Ansprechstelle für sexualisierte Gewalt ist inzwischen eine Fachstelle mit 14 Mitarbeitenden geworden, die Betroffene begleiten und sich um Prävention, Intervention und Aufarbeitung kümmern. Es gibt kontinuierliche Begegnungen des Landesbischofs mit Betroffenen. Im März ist die nächste Begegnung. Wer als Betroffene/als Betroffener Kontakt aufnehmen will und Interesse an einem Austausch hat, kann die Ansprechstelle kontaktieren: Telefon: 089 5595 676 oder E-Mail ansprechstellesg@elkb.de  Quelle: bayern-evangelisch


19.1.2022 Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) weiß von 70 Verdachtsfällen seit 1947. Verdachtsfälle umfassen auch Fälle aus Heimen in evangelischer Trägerschaft. 20 mal wurden Pfarrer verdächtigt. Quelle: ekhn


12.1.2022 Landesbischof Bedford-Strohm und Mitglieder des Landeskirchenrats der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern laden Betroffene, die bisher noch keinen Kontakt mit Vertretern der Landeskirche hatten, zu einem Gespräch ein. In der bayerischen Landeskirche war zuletzt von 55 "Altfällen" aus den 1970er und 1980er Jahren die Rede, die strafrechtlich als verjährt gelten. Kerstin Claus fordert, dass die Kirche aktiv nachforschen müsse und nicht nur wartet, bis Betroffene sich zu melden. Die EKD hat bislang 942 Anträge auf Anerkennungsleistungen bearbeitet. Wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer ist, ist unbekannt. Die sogenannte ForuM-Studie soll Missbrauchsfälle in der Evangelischen Kirche untersuchen. Quelle: BR


 3.1.2022 Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), mahnt dazu, die Toten in der Corona-Pandemie nicht zu vergessen.  In Deutschland sind bislang mehr als 112.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Quelle: evangelisch.de

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