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Hier lesen Sie zwei unterschiedliche Berichte. Einmal eine Pressemitteilung des Bistums Trier, zum anderen einen Bericht der Rheinzeitung. Beide Berichte nehmen für sich in Anspruch, von derselben Veranstaltung zu sprechen.

Skandal! Die Kirche und der Missbrauch

Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebeneStudie zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen erfasstzahlenmäßig, wie groß das Leid ist, das den Betroffenen vonPriestern und Diakonen zugefügt wurde. Die Ergebnisse machendeutlich, dass es nun wichtig ist, hinzuhören, was Betroffenemitzuteilen haben. Was muss sich ändern, damit MissbrauchBegünstigendes abgebaut wird? Inwiefern ist das Problem auchmit den Strukturen der Kirche verknüpft? Wie kann der Perspek-tivwechsel weg vom Schutz der Täter hin zum ernstgemeintenAufklärungswillen und damit zum Schutz von Minderjährigengeschehen? Der Vertrauensverlust in die Kirche führt zu einernoch größeren Glaubwürdigkeitskrise. Wie aber kann Glaubennach Gewalterfahrung aussehen und was kann die Kirche selbstdazu beitragen, dass bei Betroffenen das Vertrauen auf deneigenen Glauben wieder geweckt wird?Montag, 17. Juni 2019, 19.00 UhrReferentInnen:MissBiT, Trier;Dr. Thomas Schnitzler,, Initiative Gottes-Suche, KarlsruheErika KerstnerIm Vorfeld besteht ab 18 Uhr bereits die Möglichkeit, Initiativenrund um das Thema kennen zu lernen, sich auszutauschen undzu vernetzen.

 

Missbrauch in der Kirche: Katholisches Forum bietet Gesprächsraum

„Alle sind aufgefordert, aufmerksam zu sein“

24.06.2019 - 15:49

Koblenz. Was muss sich ändern, um Missbrauch zu verhindern? Diese Frage bewegt insbesondere durch die Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (kurz „MHG-Studie“) viele Gläubige. Das Katholische Forum Koblenz nähert sich dem Thema durch unterschiedliche Gesprächspartner an.

Erika Kerstner beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, wie Glaube nach Gewalterfahrungen aussehen kann. Dazu hat die Theologin eine ökumenische Initiative (www.gottes-suche.de) gegründet, in der Betroffene begleitet werden. Die ehemalige Grund- und Hauptschullehrerin betont: „Wir müssen an die Ränder gehen und Wunden heilen“.

Dr. Thomas Schnitzler ist selbst Betroffener sexuellen Missbrauchs und Mitglied der Opfer-Initiative „MissBiT“. Er fordert eine weltweit agierende Sonderkommission, die in diesem Bereich ermittelt und eine entschiedene Strafverfolgung gewährleistet.

Beide Vertreter sprechen über Hürden bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen.

„Es kommt auf eine Umkehr von allen an“, erklärt Erika Kerstner, und bezieht sich auf die Hierarchiestruktur innerhalb der Kirche. Sie spricht sich für eine Kirche ohne Machtgefälle aus. „Wir sind gemeinsam Suchende, da gibt es kein oben und unten“.

Mit Blick auf die Zukunft fordert Erika Kerstner: „Kindern wurde in der Vergangenheit nicht geglaubt. Die Gesellschaft muss lernen, mit ihnen vertrauensvoll umzugehen und ihnen zuzuhören“. Dem schließt sich auch Margret Kastor an. Sie ist pädagogische Referentin in der Koblenzer FachstellePlus für Kinder- und Jugendpastoral. Die Mutter zweier Kinder stellt wie einige andere Institutionen und Initiativen ihre Arbeit vor. „Im Bereich der Präventionsarbeit ist das Bistum schon sehr weit“. Durch Schulungen lernen Betreuerinnen und Betreuer, Kinder ernst zu nehmen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und sie zu stärken. Margret Kastor und ihren Kolleginnen und Kollegen gehe es darum, dass Kinder in einem sicheren Umfeld aufwachsen. Potenzielle Täter werden von aufgeklärten und sensiblen Gruppen eher abgeschreckt, weiß sie.

Der Kinderschutzdienst und das Stadtjugendamt sowie das Jugendamt des Kreises Mayen-Koblenz informieren ebenfalls über ihre Angebote. „Wir haben schon viele Gespräche geführt und konkrete Fragen beantwortet“, berichtet Sabine Schmengler vom Stadtjugendamt und Koordinatorin von „Netzwerk Kindeswohl“. „Wir erklären, was beispielsweise eine Erzieherin in einem Missbrauchsverdacht unternehmen kann“, erläutert Gabriele Teuner vom Kreisjugendamt. „Unsere Arbeit ist es zu sensibilisieren“, fasst sie zusammen und betont: „Alle sind aufgefordert, aufmerksam zu sein.“

Die unabhängigen Ansprechpersonen für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch im Bistum Trier sind Psychologe Peter Rütten, E-Mail peter.ruetten@bistum-trier.de, und Anwältin Ursula Trappe, E-Mail ursula.trappe@bistum-trier.de.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „Katholisches Forum“ gibt es bei der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz, Tel. (02 61) 9 63 55 90, E-Mail: keb.koblenz@bistum-trier.de.

Pressemitteilung des

Bistums Trier

RZ 17.6.2019RZ 17.6.2019

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