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  Dokumentation Umgang mit Opfern

Bisheriger Umgang der Kirche mit Gewaltüberlebenden

Manchmal ist diese Situation kaum erträglich - da kann dann Humor helfen.


Einige Fakten aus der katholischen Kirche

1981 erschien das Buch „Prügel vom lieben Gott: Eine Heimbiographie“ von Alexander Markus Homes. Wer es wissen wollte, konnte schon damals lesen, wie es einem Heimkind in einem katholischen Kinderheim ergangen war.

1993 erschien in den USA „Das Buch der Schande. Kinder, sexueller Mißbrauch und die katholische Kirche“ von Elinor Burkett und Frank Bruni.[1] Zwei Jahre später kam es auch in deutscher Übersetzung heraus.

Ebenfalls 1993 schickte der BDKJ[2] einen Brief an die Gremien der Deutschen Bischofskonferenz mit der Forderung, das Thema sexuelle Gewalt in die Aus- und Fortbildung aufzunehmen, Beratungsstellen für Opfer einzurichten, Täter nicht mehr nur zu versetzen und Taten nicht weiter zu vertuschen.

Im März 1995 wurden gegen den Wiener Kardinal Hermann Groer[3] erste Anschuldigungen, Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, öffentlich. Groer schwieg zu den Anschuldigungen. Im September zog er sich – noch immer Kardinal und papstwahlberechtigt – in ein Kloster zurück. Im Februar 1998 erhob Pater Udo Fischer Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Groer. Er wurde daraufhin versetzt – Fischer natürlich, nicht Groer. Ende Februar 1998 sagten die österreichischen Bischöfe Eder, Schönborn, Kapellari und Weber, sie seien „zu der moralischen Gewissheit“ gekommen, dass die Anschuldigungen gegen Groer im Wesentlichen berechtigt seien. Da Hermann Groer sich weder zu seiner Schuld bekannte und um Verzeihung bat, noch zurücktrat, ahnten die österreichischen Bischöfe, dass diese unklare Situation den Eindruck erwecken könne, der katholischen Kirche sei das Ansehen eines Kardinals wichtiger als das Wohl junger Menschen. Bischof Dr. Krenn formulierte in einem Interview an die Adresse der Opfer: „Ich kann diesen Menschen nur raten, zu verzeihen und selber Verzeihung zu suchen. Ich glaube nicht, daß jemand in etwas involviert ist, ohne auch selber ein Sünder zu sein.“[4]

1996 schrieben kath. Frauen zum Thema „Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ einen Brief an katholische Amtsträger, Verantwortliche in der kath. Kirche und die kirchliche und gesellschaftliche Öffentlichkeit.[5] Von Reaktionen ist mir nichts bekannt.

1998 erschien ein weitere Buch von Alexander Markus Homes, Gestohlene Kindheit.

Im Jahr 2002 brachte der Boston Globe[6] erste Anschuldigungen sexueller Gewalt durch katholische Priester so an die Öffentlichkeit, dass die auch zur Kenntnis genommen wurden. Das Entsetzen schien groß. Selbst Papst Johannes Paul II.[7] zeigte sich erschüttert – ob er es auch war, ist von außen kaum einzuschätzen.

Der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagte es in einem Interview mit dem WDR dann „mal etwas banal“: Es gebe Täter, die „einmal ausrutschen, die man aber nicht ein Leben lang einfach aus der beruflichen Aktivität ausschließen“ dürfe.[8] In der interessierten Öffentlichkeit war seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt, dass Missbrauchstäter in der Regel Wiederholungstäter sind. In der Kirche wollte man davon zu dieser Zeit nichts wissen.

Die Kirchenleitungen in Deutschland dachten, sexuelle Gewalt von Priestern und Ordensleuten gegen Kinder, Jugendliche, Frauen und Abhängige sei vielleicht ein amerikanisches, ein österreichisches, ein irisches, ein afrikanisches[9], jedenfalls ein ausländisches Problem und keineswegs ein Problem der katholischen Kirche in Deutschland.

Der SWR[10] ermittelte bis zum September 2002 etwa 47 Fälle sexueller Gewalt durch katholische Priester[11]. Noch glaubte man, von Einzelfällen ausgehen zu können. Die Bischöfe gaben sich ahnungslos und überrascht. Eigentlich wussten sie und ihre Personalchefs es besser. Aber sie schwiegen – und schweigen bis heute. Und so konnten sie 2010 erneut völlig überrascht davon werden, dass es so viele Opfer katholischer Priester und Ordensmänner (und Ordensfrauen!) geben solle. Öffentlich und bekannt gemacht jedoch wollten sie haben, dass es immer noch Einzelfälle seien – Hunderte, gar Tausende, lauter Einzelfälle. Und unverdrossen erinnerten sie daran, dass es in den Familien noch viel mehr Opfer gibt. Das stimmt. Und das Desinteresse der Kirche an den Opfern ihrer eigenen Pastoral ist  – noch – ebenso groß wie das Desinteresse der Kirche an den Menschen, die in ihren Familien Opfer wurden.

2010 nämlich sollte sich ein klein wenig etwas ändern in der öffentlichen Wahrnehmung– auf der Seite der Gewaltüberlebenden. Immer mehr Opfer sexueller Gewalt gingen im Gefolge der ersten Opferberichte, die aus dem renommierten Canisius-Kolleg in Berlin kamen und vom dortigen Rektor Klaus Mertes, Jesuit, unterstützt wurden, an die Öffentlichkeit. Am Ende des sog. „Krisenjahres der kath. Kirche“ war offiziell von 950 Opfern[12] katholischer Priester und Ordensleute die Rede, die eine Geldzahlung „in Anerkennung ihres Leides“ bei der Bischofskonferenz beantragt hatten. Die wirklichen Opfer-Zahlen dürften deutlich höher liegen,[13] denn viele Opfer kirchlicher Täter haben nicht die Kraft, eine Meldung durchzustehen; sie vertrauen der Kirche nicht und fürchten erneute hohe Belastungen durch Nachweise, die naturgemäß oft nicht zu erbringen sind; sie fürchten erneute Beschuldigungen, Desinteresse der Kirchenleitungen und Missachtung.

Aus Österreich mit derzeit ca 3800 Diözesan- und Ordenspriestern werden 1090 Anträge auf „Entschädigung“ – dieser Begriff hat sich eingebürgert, obwohl er die Tatsachen verschleiert – bekannt. In Deutschland mit ca 14.800 Priestern und Ordensleuten wurden ca 950 Anträge gestellt. Wir sollen also glauben, dass österreichische Priester ca 3,4 so viele Opfer „produzierten“ wie Priester in Deutschland.

Im Übrigen veröffentlicht weder die österreichische noch die Deutsche Bischofskonferenz die Anzahl der Priester-Täter. Wir könnten erschrecken, wenn wir von den ca 1218 presseöffentlich bekannten Tätern[14] in Deutschland erführen und uns könnten Zweifel kommen, ob so viele Täter lauter Einzelfälle sind und insgesamt 950 Opfer haben. Und uns könnte auch auffallen, dass die Opferzahlen der Deutschen Bischofskonferenz, die einen „Antrag in Anerkennung ihres Leides“ nur einen Teil der tatsächlichen Opfer öffentlich machen.

Opferbeschuldigungen

Vorbemerkung: Diesen Teil sollten Gewaltüberlebende nur lesen, wenn sie es sich zumuten können. Es ist kaum zu ertragen, wie Opfer sexueller Gewalt innerhalb der Kirchen – angefangen von der Kirchenleitung im Vatikan – beschimpft werden. Zwar zielen diese Äußerungen in erster Linie auf Opfer von katholischen Priestern und Ordensleuten. Aber sie betreffen natürlich auch diejenigen, die in ihren Familien, im Nahbereich oder in anderen Institutionen sexuelle Gewalt erlitten haben. Es ist ja nicht davon auszugehen, dass die Perspektive von Kirchenverantwortlichen sich radikal ändert, wenn von Menschen die Rede ist, die in nicht-kirchlichen Kontexten Opfer von Gewalt wurden.

Opferbeschuldigungen durch die Kirchenleitungen

Opferbeschuldigungen haben eine lange Tradition – nicht nur in der katholischen Kirche. Papst Benedikt XVI. wird nicht müde zu betonen, dass die Perspektive der Opfer den Vorrang habe.[15] Erzbischof Zollitsch schließt sich an und versichert, dass  das Hauptaugenmerk der Kirche zukünftig den Opfern gelte.[16] Es hindert jedoch nicht, dass noch im Karfreitagsgottesdienst 2011 deutschlandweit nicht nur für die Kinder und Jugendlichen gebetet wird, die Opfer sexueller Gewalt wurden, sondern im gleichen Atemzug auch für die Täter.[17] Passieren kann so etwas eigentlich nur, wenn man kein Gespür für die Bedürfnisse der Opfer hat und mit ihnen nicht im Gespräch ist.

Am Palmsonntag 2010 formulierte Papst Benedikt XVI. in einer Ansprache vor den Menschen auf dem Petersplatz: „Christus führt die Menschen zu einem Leben in Wahrheit; er führt sie zu dem Mut, der sich nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern lässt.“[18]  und [19] Kardinal Sodano griff das Anliegen von Papst Benedikt XVI.  Ostern 2010 auf: “Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit dir und wird sich nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lassen.”[20] Zwischenzeitlich hat der persönliche Prediger des Papstes, Cantalamessa, im Karfreitagsgottesdienst 2010 in Rom Vorwürfe gegen die Kirche in der Missbrauchsaffäre in die Nähe des Antisemitismus gerückt. Er sagte, der kath. Kirche ginge es so, wie es den Juden in Deutschland ergangen sei. Auch ein renommierter Jesuit verglich im Februar 2010 die Situation der kath. Kirche mit der Judenverfolgung unter Hitler,[21] nahm diesen Vergleich jedoch wieder zurück. Ein Kurienkardinal verteidigt die Bischöfe, die pädophile Priester nicht angezeigt haben, mit dem Hinweis darauf, das sei ja so, als ob man jemanden zwänge, vor Gericht gegen ein Familienmitglied auszusagen.[22]

In der Osterausgabe des Osservatore Romano ist von einer „plumpen Kampagne gegen den Papst und die Katholiken“, von „verleumderischen Angriffen“ und einer Diffamierungskampagne“ die Rede. Aus den Tätern und ihren Helfershelfern wurden die wahren Opfer gemacht – und ganz nebenbei wird suggeriert, dass zu „den Katholiken“ diejenigen nicht gehören, die Opfer von katholischen Priestern und Ordensmännern (und auch Ordensfrauen!) waren.[23]

Bischöfe warfen den Medien eine „Kampagne gegen die katholische Kirche“[24] vor.

Kardinal Bertone machte – wie viele andere Kirchenmänner auch – Homosexuelle für die sexuelle Gewalt verantwortlich.[25]

Im März 2011 warf Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, in der Mainzer Bistumszeitung den Opfern Geldgier vor: “Es gab jedoch leider schon im vergangenen Jahr ärgerliche Reaktionen einzelner „Opfer”, die wiederholt von den Medien eingeladen worden sind, wenn z. B. gerufen wurde: „Geld will ich endlich sehen, nichts als Geld!” Mich hat tief empört, in was für einer Gesellschaft wir leben, wenn es am Ende wirklich nur ohne Rücksicht auf alle anderen Dinge um das blanke Geld geht.”[26]

Prof. Leygraf, einer der von der Bischofskonferenz mit der Untersuchung von Tätergutachten Betrauter, schrieb: „Generell muss man aufpassen, dass man nicht übers Ziel hinausschießt. Auch in solchen Fällen müssen sich Leute, die sich als Opfer melden, gefallen lassen, dass man hinterfragt, was wirklich war, um der Gefahr von Trittbrettfahrern zu entgehen. Wenn jetzt jeder, der mal in einem Internat unter einer kalten Dusche stand, als Opfer eines sexuellen Missbrauchs dargestellt wird, dann wird man den tatsächlichen Opfern wirklich nicht gerecht.“[27] Leygraf erweckt damit den Eindruck, als sei es üblich, dass Opfer sexueller Gewalt eine kalte Dusche mit sexuellem Missbrauch verwechseln.

Opfer katholischer Priester und Ordensleute müssen sich von der Kirchenleitung als Schwätzer, Verleumder, Verfolger der Kirche bezeichnen lassen. Sie gehen gegen „die Familie“ vor, wenn sie Anzeige erstatten oder ihre Gewalterfahrung der Kirche mitteilen und einen Priester oder Ordensmann als Täter benennen. Sie gehören also nicht „zur Familie“ und sie beschmutzen die Ehre der Familie, die um jeden Preis verteidigt werden muss – auch um den Preis der Verletzung unserer „älteren Brüder im Glauben“. Opfer müssen sich Geldgier unterstellen lassen – bei einer Zahlung von ca 5000 Euro und angesichts des schamlosen Lebensstils von Kirchenleitungen, für die diese Summe weniger als ihr Gehalt für einen Monat bedeutet, eine Ungeheuerlichkeit. Kirchenleute sind bereit, zu lügen, zu vertuschen, zu leugnen und die Opfer im Stich zu lassen, um damit das Ansehen der Kirche zu retten. Die Opferbeschuldigungen werden von Papst Benedikt XVI. und seinen engsten Mitarbeitern angeführt und ermutigen Katholiken, es ihnen gleich zu tun.

Opferbeschuldigungen von Gläubigen

Opferbeschuldigungen können sehr subtil sein. So kann man einfach mal die Rollen von Täterschützern und Opfern vertauschen, wie das der Abt des Klosters Mehrerau tat. Man kann als Vertreter der Täterorganisation, der bis heute den Aufenthaltsort eines Täters dem Gericht nicht mitteilt[28], völlig ungeniert schreiben: “Ich bedaure zutiefst alle Missbrauchsfälle, die in der Vergangenheit im Kloster Mehrerau stattgefunden haben und bitte alle Opfer um Vergebung. Es liegt nicht in meiner Macht, das Unrecht der Vergangenheit ungeschehen zu machen, aber ich kann allen Opfern die Hand reichen und ihnen Gespräch, Offenheit und Versöhnung anbieten.”[29] und [30]

Volkes Stimme ist da weniger subtil[31]. Da fallen dann schon mal Äußerungen wie: “Halt’s Maul!”, – „das will ich nicht hören!“,  – „Über unsere Kirche ist eine große Dunkelheit gekommen und große Schuld“ (Pfarrer);  „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet“ und natürlich die Geschichte vom verlorenen Sohn. Man kann auch fragen: „Hätte man nicht noch drei Jahre bis zum Ruhestand des Täters warten können mit der Öffentlichmachung?“

Die Leute haben bereits im April 2010 „die Nase voll“ von Enthüllungs-Stories über sexuellen Missbrauch.[32] Ein Kaplan ruft ebenfalls im April 2010 zum Schweigen über Missbrauch auf.[33] Eine Frau schreibt in einem Leserbrief: „Ich und viele Bekannte können es nicht mehr hören, wie die katholische Kirche angegriffen wird. Sie ist für viele Menschen ein Hort der Geborgenheit. Die aus der Kirche austreten, haben für ihre Seele keine Heimat mehr und es ist wie eine Wüste ohne Kamele. Jesus sagte bei der bevorstehenden Steinigung der Ehebrecherin: ,Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.‘ Lasst also Ruhe in den Herzen der Menschen einkehren, in dieser von Unheil zerrütteten Welt!“ Ein Mitschüler aus einer Schule, in der von vielen sexuellen Gewalttaten berichtet wird, schreibt: „Missbrauchsopfer der katholischen Kirche könnte glatt zum Ausbildungsberuf werden, so inflationär, wie sich vermeintliche Opfer melden.“ Ein anderer Kommentator fragt: „Können die nicht endlich mal Ruhe geben?“ Aus einer Klosterschule wird berichtet, dass die Missbrauchsopfer aus dieser Schule von ihren Klassenkameraden und nachfolgenden Schülern als “Lügner” und “Nestbeschmutzer” hingestellt werden.[34]

Der Täter wird als „so ein lieber Mensch“ in Schutz genommen. Dem Opfer wird vorgeworfen, es mache den Pfarrer fertig und sein Leben kaputt. Die Gemeindemitglieder sind schockiert – nicht über die Verbrechen ihres Pfarrers, sondern darüber, dass er nun die Pfarrei verlassen habe.[35] Immer wieder wird auf die fatalen Konsequenzen des Missbrauchs – für die Täter! – hingewiesen. So sagte der Missbrauchsbeauftragte (!) eines Ordens über einen Täter: „Im schlimmsten Fall droht ihm bei den Sanktionen die Entfernung aus dem Kleriker-Stand. Das kommt dann einer Vernichtung seiner Existenz gleich. Er hat ja nichts anderes gelernt.”[36]

Obwohl längst erwiesen ist, dass der mutmaßliche Täter ein wirklicher Täter ist, wird er auf der Internetseite eines Bistums immer noch als „mutmaßlicher Täter“ bezeichnet.[37] Damit wird zugleich unterstellt, das Opfer sei ebenfalls nur ein mutmaßliches, ein vermeintliches, kein wirkliches Opfer.

Ein belgischer Erzbischof nennt das Herstellen von Gerechtigkeit für die Opfer von sexueller Gewalt einen „Racheakt“: „Sexuelle Straftäter sind auch Menschen. Natürlich müssen sie sich dessen bewusst werden, was sie getan haben, doch wenn sie nicht mehr im Amt sind und folglich keine Verantwortung mehr tragen, dann frage ich mich, ob ein Racheakt gegen sie, zumal er kein konkretes Ergebnis mehr hätte, eine menschliche Lösung ist.”[38]

Ein Orden betet in einem eigens anberaumten Gottesdienst für die Täter – von einem Gebet für die Opfer wird nichts bekannt.[39]

Eine sich katholisch nennende Internetseite berichtet, das „Geschäft mit der Pädaophilie“ gehe nun zu Ende – insgesamt 7 Anzeigen hätten sich als berechtigt herausgestellt.[40]

Anlässlich der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. protestieren Missbrauchsopfer, weil dieser Papst und andere den seriellen Missbrauchstäter und Ordensgründer Marcial Maciel Degollado jahrzehntelang schützte[41]. In einem Nachrichtenmagazin kommentierte daraufhin ein Mann: „… Das jetzige Vorbringen ist – ohne damit die Opfer sexuellen Fehlverhaltens durch kirchliche Mitarbeiter und Geistliche in irgendeiner Weise beleidigen zu wollen – als kleinlich zu bezeichnen.“[42]

Ein New Yorker Fernsehpfarrer sagte noch im August 2012: “Angenommen, Sie haben einen Mann mit einem Nervenzusammenbruch, und ein Jugendlicher sucht seine Nähe. In vielen Fällen ist der Jugendliche – 14, 16, 18 Jahre alt – der Verführer.” Außerdem plädierte er dafür, dass alle Beteiligten “für ihre erste Straftat nicht ins Gefängnis sollten, weil es nicht ihre Absicht war, ein Verbrechen zu begehen”. Dieser Pfarrer hatte bereits zuvor Verständnis für Jerry Sandusky, einen ehemaligen Football-Trainer der Penn State University[43], der wegen sexuellen Missbrauchs an zehn Jungen verurteilt worden war, gezeigt und  Sandusky als “armen Kerl” bezeichnet.[44] Ist es nicht nachgerade gnädig, dass der Fernsehpfarrer dem schuldigen minderjährigen Opfer beim ersten Verbrechen an einem erwachsenen Priester eine Gefängnisstrafe ersparen will?!

Aktivitäten in der katholischen Kirche

2010 sollte in die Kirchengeschichte als das „Krisenjahr“ eingehen. Eine Fülle von Aktivitäten wurde begonnen:

  • Eine Hotline für kirchliche Missbrauchsopfer wurde eingerichtet
  • Ein Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz – Bischof Dr. Ackermann, Bistum Trier – wurde ernannt, in dessen Bistum – wie sich später herausstellte – auch 2012 noch verurteilte Missbrauchstäter in der Seelsorge eingesetzt waren[45]
  • Hochrangig besetzte Bußgottesdienste mit Bitten um Entschuldigungen wurden abgehalten – allerdings unter Umgehung der Opfer. Die Bischöfe gingen bei ihrer Paderborner Versammlung 2011 durch einen Seiteneingang in den Dom und konnten so die Reformwilligen umgehen, die sich vor dem Hauptportal des Domes aufhielten.[46] Nicht zum ersten Mal wurde auf dieser Versammlung die Parole ausgegeben: „Nun schauen wir mutig nach vorn.“ Auch der Erzbischof Zollitsch „entschuldigte sich“ bei den Opfern – nicht wissend, dass es nicht möglich ist, sich selbst zu entschuldigen. [47]
  • Die bislang gültigen Leitlinien von 2002 wurden 2010 überarbeitet. Bis 2002 wurde in erwiesenen Fällen dem Verdächtigen zur Selbstanzeige geraten. Nun wurde erstmals die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen festgeschrieben. Dabei wurde auch ein geheimes Vatikan-Papier bekannt, Crimen sollicitationis[48], das in der Interpretation als Verbot des kirchlichen Kontaktes mit Strafverfolgungsbehörden ausgelegt wurde. In einem Interview machte Charles J. Scicluna   „eine schlechte Übersetzung dieses Textes ins Englische“[49] für dieses „Missverständnis“ verantwortlich.
  • Bereits bestehende Missbrauchskommissionen wurden personell umbesetzt, andere neu eingerichtet. In der Regel sind die Missbrauchskommissionen mit Juristen, Rechtsanwälten, manchmal PsychologInnen, nur ausnahmsweise mit SeelsorgerInnen besetzt. Das Signal an Menschen, die von sexueller Gewalt durch Priester und Ordensleute betroffen sind, war eindeutig: Wenn ihr euch bei der Kirche meldet, sitzt euch zuerst ein Jurist gegenüber. Da die Missbrauchskommissionen im Auftrag der Bistümer arbeiten, konnte jedes Opfer sich ausrechnen, wem die Solidarität der Kommissionsmitglieder gehört. Dass es dabei Ausnahmen gibt, sei nicht unterschlagen, vielmehr dankbar angemerkt.
  • Große Aufmerksamkeit wandte die katholische Kirche der Prävention zu. Internetseiten entstanden; Mitarbeiter mussten ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und an Schulungen teilnehmen, Selbstverpflichtungen unterschreiben…
  • Zwei Forschungsaufträge wurden von der Deutschen Bischofskonferenz vergeben. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachen soll in allen 27 Diözesen Zugriff auf alle Personalakten der vergangenen 10 Jahre erhalten.[50] [51] In 9 Bistümern soll die Untersuchung bis zum Jahr 1945 ausgedehnt werden.[52] Nun wissen wir aber aus einer Untersuchung im Erzbistum München, dass nicht alles in den Personalakten eingetragen wird, dass Verbrechen mit euphemistischer Sprache unsichtbar gemacht werden, dass Aktenteile und ganze Akten vernichtet werden können oder in Privatwohnungen ausgelagert werden.[53] Außerdem hat das Priesternetzwerk aus Gründen des Datenschutzes Einspruch gegen die Einsichtnahme in die Akten eingelegt.[54] Im Januar 2013 scheiterte dieses Forschungsprojekt. Die Beauftragung eines anderen Forschungsinstitutes wurde in Aussicht gestellt. – Ein zweites Forschungsprojekt unter Leitung von Professor Leygraf untersucht rund 78 Fälle von Priestern und Ordensleuten, die wegen Missbrauchs vor Gericht standen und psychiatrisch untersucht wurden.[55] Professor Leygraf und seine Forschungskollegen haben – bis auf wenige Ausnahmen – die psychiatrischen Untersuchungen selbst vorgenommen, die sie dann untersuchten. Das Ergebnis der Studie wurde von Prof. Leygraf so zusammengefasst: „Wesentliches Ergebnis der Untersuchung war, dass eine spezielle Störung im Bereich der Sexualität, also das, was man in der Psychiatrie eine Pädophilie nennt, nur in Ausnahmefällen vorlag.“ Prof. Leygraf meinte: „Die Priester hatten nun einmal einen sehr engen Kontakt zu Messdienern, Jugendführern und ähnlichen. Da hat die Gelegenheit es eben ergeben, dass sexuelle Übergriffe stattfanden.“[56]
  • Bereits im Dezember 2010 bescheinigte sich und seiner Kirche der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Zollitsch: „Ich bin davon überzeugt, dass wir uns dieser enormen Herausforderung gut gestellt haben. Das eine war die Aufklärung und Aufarbeitung der Fälle, die meist Jahrzehnte zurücklagen. Das andere ist, nach vorne zu schauen, um dafür zu sorgen, dass es künftig möglichst nie mehr zu Missbrauch kommt. Deswegen hat die Bischofskonferenz klare Leitlinien und Präventionspläne beschlossen. Hier ist die katholische Kirche deutlich weiter als viele andere gesellschaftliche Gruppen.“[57]
  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz rief zu einer mehrjährigen Dialogoffensive auf, die alsbald von allen Seiten verwässert wurde und zu einem unverbindlichen Gespräch herabgestuft wurde, bei dem die Themen ausgespart bleiben sollen, die vielen KatholikInnen auf den Nägeln brennen. Dass die Opfer sexueller Gewalt in diesem Dialogprozess nicht beteiligt sind, war zu erwarten – sie hätten die Finger in die Wunden der Kirche legen können.

Verweigerung der Übernahme von Verantwortung

Im Juni 2009 schrieb Papst Benedikt XVI. einen Brief an die kath. Priester, in dem er formulierte:  “Leider gibt es auch Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung. Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern.”[58]

In einem Offenen Brief, der von 64 anderen ChristInnen unterschrieben war, formulierte ich am 25.7.2009:

„Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass mit der nicht näher erklärten „Untreue“ einiger Diener der Kirche vor allem der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester gemeint ist. Der Heilige Vater stellt fest, dass die Welt darin „Grund zu Anstoß und Ablehnung“ findet. Ich möchte gerne davon ausgehen dürfen, dass auch der Heilige Vater und die katholische Kirche den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester anstößig finden und ablehnen.

Der Heilige Vater nennt die Aufdeckung von Verbrechen durch die Opfer „eigensinnig“. Der Begriff „eigensinnig“ ist konnotiert mit starrsinnig, unnachgiebig, störrisch, trotzig. Wenn Menschen so charakterisiert werden, dann geschieht dies mit dem Ziel, sie abzuwerten.

Außerdem konstatiert der Heilige Vater, dass es für die Kirche nicht „am hilfreichsten“ ist, wenn Missbrauchsopfer die an ihnen verübten Verbrechen aufdecken. Der Heilige Vater suggeriert damit, dass Missbrauchsopfer von Priestern  Verbrechen nicht aufdecken sollten, wenn sie der Kirche „am hilfreichsten“ sein wollen. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wer der Kirche wirklich hilfreich sein will, darf die „Untreue“ (gemeint sind Menschenrechtsverletzungen!) der Diener der Kirche nicht aufdecken. Zugleich bedeutet dies, dass kirchliche Missbrauchsopfer in Christen keine mit ihnen solidarischen Verbündeten zu erwarten haben.

Und ein Letztes: Der Heilige Vater spricht vom – zweifellos vorhandenen – Leid, das Priester mit ihrer „Untreue“ der Kirche zugefügt haben. Völlig vergessen wird das nicht selten lebenslängliche Leid, das pädokriminelle Priester mit ihren Verbrechen den Missbrauchsopfern zugefügt haben. Als das „wahre Opfer“ erscheint die Kirche – das Leid der Missbrauchsopfer hingegen wird hinter dem Leid der Kirche zum Verschwinden gebracht.

Dieses Schreiben des Papstes ist ungeeignet, die verlorene Glaubwürdigkeit der Kirche wieder herzustellen. Ich kann Ihnen mein Entsetzen über das Papstschreiben nicht verhehlen. Es wäre gut, wenn Sie diese Rückmeldung auf das päpstliche Schreiben in geeigneter Weise auch dem Heiligen Vater zugänglich machen.“

In der immerhin erhaltenen Antwort vom 3.9.2009 wird zunächst von der Deutschen Bischofskonferenz Verständnis signalisiert: Die Aussagen des päpstlichen Schreibens seien tatsächlich missverständlich. Ich möge mich doch an die vorsichtigere Übersetzung ins Englische halten: „What is most helpful to the Church in such cases ist not only a frank and complete acknowledgment of the weaknesses of her ministers, but also a joyful and renewed realization of the greatness of God’s gift…“[59]

Barbara Haslbeck stellt zu Recht in ihrem Artikel „Gott deckt die Pfarrer“[60] fest:

Zu problematisieren sind die Begrifflichkeiten: Wenn in der vorliegenden Textstelle sexueller Missbrauch durch Priester gemeint ist, mutet es eigenartig an, wenn von „Untreue“ und „Schwächen“ gesprochen wird. Die Untreue bezieht sich auf das Verhältnis der Priester zur Kirche. Sie verhalten sich in ihrem Treueversprechen gegenüber der Kirche nicht korrekt. Das an Schutzbefohlenen verübte Verbrechen kommt nicht zur Sprache. Es handelt sich in der Sprache des Schreibens um die „Schwächen ihrer Diener“. Umgangssprachlich geht es im Deutschen bei Schwächen um Eigenschaften, die nicht optimal sind, aber auch nicht verheerend (etwa eine Schwäche für Süßes oder für schnelle Autos zu haben).

  • Es fällt auf, dass das Anstößige an der Untreue der Priester nicht in dem Schaden gesehen wird, den sie anderen Menschen zufügen. Als Problem wird genannt, dass die Kirche leidet.
  • Es heißt, dass die Welt an der Untreue der Diener „Grund zu Anstoß und Auflehnung“ findet. Ob die Kirche das auch tut, wird nicht klar benannt.
  • Die Aufdeckung wird mit dem Begriff „eigensinnig“ versehen. Dieser Begriff wird konnotiert mit starrsinnig, unnachgiebig, störrisch, trotzig. Wenn Menschen so charakterisiert werden, dann geschieht dies mit dem Ziel, ihr Handeln als destruktiv zu kennzeichnen.
  • Die Empfehlung lautet, erneut und froh bewusst zu werden, dass es verantwortungsvolle Seelsorger gibt. So sehr das sachlich richtig ist, ist dieser Perspektivenwechsel dennoch fragwürdig. Psychologisch mag es eine sinnvolle Strategie sein, den Blick vom Negativen zum Positiven zu wenden. Von Opfern jedoch dürfte diese Empfehlung als zynisch erlebt werden.

Mit keinem Wort werden die Opfer und deren Situation thematisiert. Im Mittelpunkt stehen die Kirche und ihre Kleriker. Ihr Ansehen soll in Zeiten der Krise bewahrt werden.“

Sie spricht von einer „auffallenden Distanz zur Situation der Opfer“ und bewertet die „eigensinnige Aufdeckung“ wie folgt: „Offensichtlich wird die Aufdeckung sexuellen Missbrauchs durch Priester als unrechtmäßiger Schaden für die Kirche verstanden. Wenn sich die Bezeichnung „eigensinnig“ auf die Opfer sexuellen Missbrauchs bezieht, die das erlittene Unrecht öffentlich machen, handelt es sich um eine Diffamierung, die den üblichen Opferbeschuldigungen entspricht. Es ist nicht neu, wenn Opfern sexueller Gewalt unterstellt wird, sie würden damit lediglich Aufmerksamkeit erregen wollen. Im kirchlichen Raum lautet die Variante: „Die/der will die Kirche schlecht machen.“

Mit keiner Silbe wird das Unrecht angedeutet, das den Opfern durch Missbrauch zugefügt wurde. Ihre Situation erfährt keine respektvolle Achtsamkeit, vielmehr bleiben sie mit dem Gefühl zurück, eigensinnige Störenfriede zu sein. Damit wiederholt sich für sie ein Muster, das sie bereits kennen: Ihre Wahrnehmung wird nicht ernst genommen. Als Opfer sexualisierter Gewalt erleben sie, dass ihnen in irgendeiner Form (Mit-)Schuld aufgebürdet wird. Sie selbst sind es, die ein Problem haben und mit diesem andere belästigen. Nicht im Ursprungssinne des Textes, jedoch aus Opferperspektive innerlich folgerichtig könnte formuliert werden: Die Opfer sind es, die das Leid der Kirche vergrößern.“

Anlässlich des Endes des Priesterjahres im Sommer 2010[61] schrieb Papst Benedikt XVI.: „Es war zu erwarten, dass dem bösen Feind das neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde… So ist es geschehen, dass gerade in diesem Jahr der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von Priestern bekannt wurden – vor allem der Missbrauch der Kleinen, in dem das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein Gegenteil verkehrt wird. Auch wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen; dass wir bei der Zulassung zum priesterlichen Dienst und bei der Formung auf dem Weg dahin alles tun werden, was wir können, um die Rechtheit der Berufung zu prüfen, und dass wir die Priester mehr noch auf ihrem Weg begleiten wollen, damit der Herr sie in Bedrängnissen und Gefahren des Lebens schütze und behüte.“[62] Übernahme von Verantwortung sieht anders aus als die Suche nach einem Sündenbock in Gestalt des „bösen Feindes“.

Im Brief an die Katholiken in Irland im März 2010 erweckt Papst Benedikt XVI. den Eindruck, dass die irischen Bischöfe unangemessen mit den Missbrauchsfällen umgegangen seien. „Ebenso wie Euch hat auch mich die ans Licht gekommene Information über den Mißbrauch an Kindern und Schutzbefohlenen durch Vertreter der Kirche Irlands, besonders durch Priester und Ordensleute, sehr getroffen. Ich kann nur die Bestürzung und das Gefühl des Vertrauensbruchs teilen, die so viele von Euch verspürten, als sie von diesen sündhaften und kriminellen Taten erfahren haben und davon, wie die kirchlichen Autoritäten in Irland damit umgegangen sind.“[63] Der Papst übersieht dabei, dass es eine Anweisung des Vatikans gab, Missbrauchsfälle dem Vatikan zu melden und sie im Übrigen geheim zu halten.[64] Ein Licht auf die vatikanische Praxis wirft der folgende Fall:

Am 11.4.2010 berichtet die Frankfurter Rundschau[65] vom Fall des Priesters Stephan Kiesle aus Kalifornien, Diözese Oakland. Im Juni 1981 wandte sich der damalige Bischof, John Cummins, mit der dringenden Bitte an den Vatikan, einen pädophilen Priester zu entlassen. Kiesle hatte Kinder zwischen 11 und 13 Jahre missbraucht. Als Kardinal Ratzinger im Februar 1982 Präfekt der Glaubenskongregation wurde, bat Bischof Cummins erneut um die Entlassung von Kiesle, der bereits 1978 von einem US-Gericht verurteilt worden war. Cummins wurde informiert, dass Rom die Angelegenheit “zu gegebener Zeit” weiterverfolgen werde. 1985 erhielt das Bistum Oakland den lateinischen Zwischenbescheid Roms, es sei mehr Zeit nötig, um den Fall zu untersuchen. Man müsse ja auch “das Wohl der gesamten Kirche” berücksichtigen. Inzwischen möge Bischof Cummins dem Beschuldigten “so viel väterliche Fürsorge” wie möglich angedeihen lassen. 1986 – d.h. 8 Jahre nach der staatlichen Verurteilung – wurde Kiesle dann vom Priesteramt suspendiert und später wegen weiterer Fälle angeklagt. Der stellvertretende Sprecher des Papstes Benedikt XVI. erklärte, der Fall habe so lange Zeit gebraucht, weil er “sehr sorgfältig unter Berücksichtigung aller Seiten” zu untersuchen gewesen sei. Es handle sich um eine Kampagne gegen den Papst, sagte der Sprecher. Der US-Anwalt des Vatikan wies darauf hin, dass nicht feststehe, ob die vorgelegten Dokumente echt seien und im Übrigen sei es seinerzeit Sache des zuständigen Bischofs gewesen, Maßnahmen zu ergreifen.

 „Zugleich muß ich aber auch meine Überzeugung zum Ausdruck bringen, daß die Kirche in Irland, um von dieser tiefen Wunde zu genesen, die schwere Sünde gegen schutzlose Kinder vor Gott und vor anderen offen zugeben muß.“[66] Die Bischöfe Irlands handelten nach den Anweisungen des Vatikans und müssen sich nun vom Papst dafür beschuldigen lassen. Die irischen Bischöfe sollen die schweren Sünden gegen schutzlose Kinder zugeben – nicht die Glaubenskongregation, dessen Präfekt Josef Ratzinger von 1982 bis 2005 war, nicht der Papst, nicht die Kurie wird aufgefordert, ihre eigene Beteiligung an der Vertuschung der Verbrechen, dem Schutz der Täter, dem Im-Stich-Lassen der Opfer  offenzulegen.

Noch 2012 formuliert Papst Benedikt XVI. in einer Grußbotschaft an den Eucharistischen Weltkongress in Dublin: “Wie sollen wir es uns erklären, dass Personen, die regelmäßig den Leib des Herrn empfingen und im Bußsakrament ihre Sünden anklagten, auf solche Weise gefehlt haben?” und er fährt fort, dass es ein Geheimnis bleibe.[67] Wer die Ursachen und hilfreichen Begleitumstände, die den Missbrauchstätern in die Hände spielen, nicht kennen will, mystifiziert die Verbrechen zum „Geheimnis“, statt die Erkenntnisse der Psychologie, der Soziologie, der Institutionenkunde zu nutzen.

Der Anteil von Papst Benedikt XVI. am Vertuschen und am Täterschutz wird augenfällig, wenn man sich erinnert, dass er in seinem eigenen Erzbistum München-Freising einen Missbrauchstäter aus einem anderen Bistum, der zur Therapie nach München kam, sofort wieder in der Seelsorge einsetzte. Der Täter wurde rückfällig. Als diese Ereignisse bekannt wurden, übernahm ein 81-jähriger Generalvikar die Verantwortung, wies sie anschließend zurück und übernahm sie dann doch.[68]  Der Verdacht, dass der Generalvikar die Verantwortung übernahm, um Papst Benedikt XVI. zu schützen, ist nicht von der Hand zu weisen.

Ein letztes Beispiel:  Spätestens 1982 muss der Präfekt der Glaubenskongregation von den Vorwürfen gegen den Gründer des Ordens der Legionäre Christi, Marciel Maciel Degollado, erfahren haben. Erste Anschuldigungen gab es im Vatikan  bereits 1956. U.a. hatte fünf mexikanische Bischöfe sich Ende August 1956 an den Vatikan gewandt und beklagt, Maciel würde die Sodomie mit jungen Ordensangehörigen praktizieren. Es kam damals zu einem kirchlichen Gerichtsverfahren, u.a. wegen Drogenmissbrauch Degollados. Der Angeklagte wurde frei gesprochen.   1978 und 1989 hatte der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben und von seinem Missbrauch berichtet. Eine Antwort erhielt er nicht. Eine weitere Klage wurde 1999 (oder 1997?) im Vatikan eingereicht von 20 ehemaligen Seminaristen, die früher hochrangige Legionäre waren und heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure sind. Die von Kardinal Ratzinger eingeleitete Untersuchung wurde 2002 wieder abgebrochen. Erst im Sommer 2005 wurden  die Vorwürfe aufgegriffen – 50 Jahre nach den ersten Anzeigen. Weder Papst Johannes Paul II. noch Kardinal Ratzinger  als Chef der Glaubenskongregation hatten ein Interesse daran, die Verbrechen des Ordensgründers der Legionäre Christi aufzudecken. Sie warteten, bis sie auf den fragilen Gesundheitszustand des Beschuldigten hinweisen konnten und eine “Strafe” verhängen konnten, die für die Opfer ein Hohn ist.[69] Eine der Begründungen für den Täterschutz im Fall Degollado lautete, dass Degollado der Kirche Geld eingebracht hat.[70]

Die Beispiele für den Täterschutz durch höchste katholische Kreise ließen sich beliebig fortsetzen. Ich beende sie hier und weise nur noch auf den Polen-Besuch von Papst Benedikt XVI. am 29.5.2006 hin. In Auschwitz sagte er, er komme als Kind des deutschen Volkes, „als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte.“ [71] Es sieht so aus, als könne dieser Papst nicht verstehen, dass Verbrechen in seiner eigenen Bezugsgruppe – sei es das deutsche Volk unter Hitler, seien es Priester der katholischen Kirche – geschehen.

Rückmeldungen von Betroffenen

Pater Thomas Doyle, seit vielen Jahren im Interesse von Missbrauchsopfern engagierter Dominikaner und Kirchenrechtlicher, dagegen interpretiert die vielfältigen Aktivitäten der katholischen Kirche als bloß vordergründige, individualistisch verkürzte und sozialpsychologisch unterbelichtete Symptombehandlung, die die partiell unheilvolle Macht kirchlicher Strukturbedingungen ausblendet. Doyles Kritik ist grundsätzlich: Die Hauptschuld an den zahlreichen Missbrauchsfällen trage eine von Klerikalismus geprägte, mittelalterlich-feudale Kirchenstruktur, jenes „geschlossene, hierarchische, in Geheimhaltung eingehüllte und durch die Macht der Angst aufrechterhaltene System“.[72]

Die zeitweise Vorsitzende des amerikanischen National Review Board, das von den US-Bischöfen 2002 gegründet wurde, sagte nach umfangreichem persönlichen Kontakt mit Kirchenleuten in der Hierarchie: „Sie wollen sich nicht ändern. Sie wollen Business as usual.“ Ihr Vorgänger, Gouverneuer Frank Keating, sprach davon, dass die Bischöfe wie die cosa nostra agierten.[73]

Matthias Katsch benennt in der taz die Probleme:  „Vor zwei Jahren wurde von der Politik ein Runder Tisch eingesetzt, um auf Missbrauchsfälle in kirchlichen und anderen Institutionen zu reagieren. Zwei Jahre später ist klar: Das wichtigste Ziel wurde nicht erreicht. Klarheit und Wahrheit über das Ausmaß in der Katholischen Kirche zu erreichen… Bis heute wissen wir nicht, wie viele Fälle sexuellen Missbrauchs es wo innerhalb der weitverzweigten Katholischen Kirche in Deutschland gegeben hat. Während in Irland, Österreich oder zuletzt den Niederlanden Kommissionen im staatlichen Auftrag die Untersuchung vorantrieben, stochern wir hierzulande immer noch im Nebel. Nach dem Abflauen des öffentlichen Interesses fühlen sich die Betroffenen von Staat und Gesellschaft wieder allein gelassen mit ihrer „Täter-Organisation“. … Es ist höchste Zeit, dass auch in Deutschland ein wirklich unabhängiges und vollständiges Bild von den Vorgängen in der Katholischen Kirche bekannt wird. Eine Untersuchungskommission aus Fachleuten, die den Opfern zuhört und Taten aufklärt, ist dringend notwendig.[74]

Im Juli 2012 schreibt Matthias Katsch in „Christ und Welt“: „Doch aus Sicht von Betroffenenvertretern greifen die Maßnahmen zu kurz, weil die tatsächliche Anhörung der Betroffenen abseits von römischen Tagungen in diesem Konzept nicht vorgesehen ist. Noch immer halten Kirchenvertreter die Skandalisierung der Missbrauchsfälle in der Öffentlichkeit für ungerecht und unangemessen. Man habe sich vielfältig entschuldigt und wolle nun in die Zukunft schauen. Diese Einschätzungen stehen allerdings in scharfem Kontrast zur Wahrnehmung durch Betroffene. Diese interpretieren den Willen zur Prävention als Ablenkung von der Last der Aufarbeitung der Vergangenheit. Die Entschuldigungen von Bischöfen wirken eher wie Binnenbotschaften, als dass sie Betroffene erreichen. Die eingeübte pastorale Hinwendung zu den Mühseligen und Beladenen funktioniert bei den Opfern des eigenen Versagens nicht. Nur Dialog und eine Kultur des Zuhörens können hier weiterführen. Vielfach mangelt es an der Einsicht, dass Aufarbeitung der Vergangenheit nicht nur für die Opfer, sondern auch für die Institution selbst wichtig ist, um die erkannte „offene Wunde der Kirche“ zu heilen. „Strukturen der Sünde“, die Johannes Paul II. mit Blick auf die Welt beklagte, wirken eben auch in der sichtbaren Struktur der Kirche. Diese Erkenntnis ist wohl am schwersten anzunehmen. Eine solche Betrachtung müsste den von vielen Priestern als Zwang erlebten Zölibat ebenso thematisieren wie das von Korpsgeist geprägte Binnenklima, die Doppelmoral und Heimlichtuerei einer reinen Männergesellschaft, die untergeordnete Rolle von Frauen oder die Probleme mit der von vielen als Drohbotschaft erlebten Lehre zur Sexualität.[75]

Es gibt offensichtlich einen garstig breiten Graben, der zwischen der Selbstwahrnehmung der Kirche im Blick auf die Missbrauchsopfer von Priestern und Ordensleuten und der Wahrnehmung der Betroffenen liegt.

In all den vielen vermeintlich opferfreundlichen Worten und Taten fehlte die entscheidende Frage an Betroffene: Was willst du, das ich dir tun soll?

Es bleibt abzuwarten, ob Papst Franziskus die Frage stellt und die Antwort hören will. Noch immer gibt es nämlich Menschen, die auf diese Frage warten. Viele andere erwarten von der Kirche keine Fragen und keine Antworten mehr. Das müsste die Kirchenleitungen erschrecken und nachdenken lassen.

Erika Kerstner, 2.6.2013


[1] Elinor Burkett/Frank Bruni: “Das Buch der Schande. Kinder, sexueller Mißbrauch und die katholische Kirche”. Europa Verlag, Wien 1993

[2] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9158005.html

[3] http://www.wir-sind-kirche.de/files/75_wsk_doku.pdf abgerufen am 1.9.2012

[4] http://caterina.at/bischof.k.krenn/index.htm?profil_19980420.htm~mainFrame abgerufen am 1.9.2012

[5] hrsg. v. der Katholischen Arbeitsgruppe in der Ökumenischen Projektgruppe der „Ökumenischen Dekade – Solidarität der Kirchen mit den Frauen (1988-1998)“1

[6] http://religionv1.orf.at/projekt02/news/0203/ne020320_usa_fr.htm abgerufen am 1.9.2012

[7] http://religionv1.orf.at/projekt02/news/0204/ne020416_papst_missbrauch_fr.htm abgerufen am 1.9.2012

[8] http://www.youtube.com/watch?v=ewplhMMu5rs&feature=relmfu abgerufen am 1.9.2012

[9] kfd-Brief zum sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern in Afrika vom 6.4.2001

[10] http://www.daserste.de/doku/020825.asp#, datiert vom 1.9.2002, abgerufen am 1.9.2012

[11] http://www.daserste.de/doku/020825studie.asp, abgerufen am 1.9.2012

[12] http://religionv1.orf.at/projekt03/news/1201/ne120112_missbrauch.html, datiert am 11.1.2012, abgerufen am 2.6.2013

[13] Alleine aus öffentlich zugänglichen Presseberichten ergibt sich eine Zahl von mindestens ca 1218 Tätern (Bistümer 945, Orden 273) und mehr als 2666 Opfern (Bistümer 1923 Opfer, Orden 743 Opfer);

Vgl.  http://www.gottes-suche.de/12.2.10.1.Bilanzen der Bistuemer corr.html, Stand April 2013

[14] http://www.gottes-suche.de/12.2.10.1.Bilanzen der Bistuemer corr.html

[15]http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=1546&cHash=0ec7c93251c96267cbef2f71c8245450 20.3.2010 abgerufen 2.6.2013

[16] http://www.news.de/gesellschaft/855050912/busse-am-karfreitag/1/, abgerufen am 2.6.2013

[17]http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=1551&cHash=5f7e81f0aad747ee2b1c0e91ebbcd217, abgerufen am 2.6.2013

[18] http://www.focus.de/politik/ausland/papst-vom-geschwaetz-der-vorherrschenden-meinung_aid_493898.html, abgerufen am 2.6.2013

[19] http://www.imprimatur-trier.de/2010/imp100506.html: So wies Papst Benedikt XVI. am Palmsonntag innerkirchliche und weltliche Kritik mit dem Satz zurück, dass der Glaube an Jesus Christus einem die Stärke gebe, sich „nicht vom belanglosen Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern zu lassen“.

[20] http://www.spiegel.de/panorama/osterbotschaft-in-rom-kardinal-wirft-kirchenkritikern-geschwaetz-vor-a-687222.html, abgerufen am 2.6.2013

[21] http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/Jesuiten-Pater-Eberhard-von-Gemmingen-Jesuitenschulen-Missbrauchsskandal-Missbrauchsskandal-Eberhard-von-Gemmingen-nimmt-Jesuitenorden-in-Schutz-12-02-2010;art16305,1758974, abgerufen am 2.6.2013

[22] http://storico.radiovaticana.va/ted/storico/2010-04/374605_kolumbien_hoyos_verteidigt_bisherige_praxis.html, abgerufen am 2.6.2013

[23] http://www.focus.de/panorama/welt/missbrauchsskandal/missbrauchdebatte-vatikan-beklagt-kampagne-gegen-katholiken_aid_495640.html, abgerufen am 2.6.2013

[24] http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/144686/index.html, abgerufen am 2.6.2013

[25] http://www.sueddeutsche.de/politik/kirche-vatikan-paedophilie-hat-mit-homosexualitaet-zu-tun-1.13293, abgerufen am 2.6.2013

[26] http://www.bistummainz.de/dioezesan/kirchenzeitung/aufeinwort/2011/hilfeplan.html, abgerufen am 2.6.2013

[27] http://www.katholisch.de/42422.html abgerufen am 1.9.2012, nicht mehr online

[28] http://derstandard.at/1342947533800/Kloster-mauert-weiterhin-im-Fall-Mehrerau

[29] Mitteilung auf der Internetseite des Klosters Mehrerau, nicht mehr online

[30] Der jüdische Auto Alfred Polgar hat das Phänomen mal so beschrieben: „Echte Nazis sind nur noch schwer zu finden. Antisemiten leichter, aber im allgemeinen wächst die Bereitschaft, den Juden zu verzeihen, was man ihnen angetan hat.“ (zit. nach Frankfurter Rundschau, 6.9.2012, S. 11)

[31] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/kirche-missbrauch-ihre-glaubensfragen/1719696.html

[32] http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Kommentiert-Beschuetzte-Suende-1217339468, nicht mehr online

[33] http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Missbrauchsfaelle-Godesberger-Geistlicher-ruft-zum-Schweigen-auf-article277601.html

[34] http://religionv1.orf.at/projekt03/news/1103/ne110311_ettal_fr.htm, abgerufen am 2.6.2013

[35] http://www.blick.ch/news/schweiz/zentralschweiz/schuebelbacher-wir-sind-schockiert-dass-er-weg-ist-id45800.html, abgerufen am 2.6.2013

[36] http://www.fr-online.de/rhein-main/pater-gesteht-missbrauch,1472796,8251596.html, abgerufen am 2.6.2013

[37] http://www.erzbistum-freiburg.de/html/aktuell/aktuell_u.html?t=&&cataktuell=955&m=19781&artikel=6461&stichwort_aktuell=&amp%3Bdefault=true, abgerufen am 2.6.2013

[38] http://brf.be/nachrichten/national/146334/ abgerufen am 2.6.2013

[39] http://www.fr-online.de/wegsehen-in-der-kleinstadt/1472782,4866614,view,asFirstTeaser.html, abgerufen am 2.6.2013

[40] http://www.katholisches.info/2011/04/17/geschaft-mit-priester-padophilie-geht-zu-ende-1970%E2%80%931974-die-meisten-misbrauchsfalle/ abgerufen am 2.6.2013

[41] http://www.gottes-suche.de/12.2.11.Legionaere%20Christi.html

[42] http://forum.spiegel.de/f22/vatikan-missbrauchsopfer-kritisieren-seligsprechung-von-johannes-paul-ii-34535-2.html, abgerufen am 2.6.2013

[43] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/sexueller-missbrauch-jury-befindet-ex-footballtrainer-fuer-schuldig-a-840517.html, abgerufen am 2.6.2013

[44] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/missbrauch-in-usa-priester-groeschel-gibt-jugendlichen-die-schuld-a-853231.html, abgerufen am 2.6.2013

[45] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-03/missbrauch-priester-trier

[46] http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article12871804/Zum-Bussgang-durch-die-Hintertuer.html

[47] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-bischofskonferenz-zollitsch-entschuldigt-sich-bei-missbrauchsopfern-1938148.html abgerufen am 2.9.2012

[48] http://www.vatican.va/resources/resources_crimen-sollicitationis-1962_en.html

[49] http://www.kath.net/detail.php?id=25984, abgerufen am 2.6.2013

[50]http://www.kfn.de/Forschungsbereiche_und_Projekte/Viktimisierung/Sexueller_Missbrauch_durch_kath_Geistliche.htm, abgerufen am 2.9.2012, nicht mehr online

[51] http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse/2011-104c-Konzept-Pfeiffer-PK-Missbrauch.pdf, abgerufen am 2.6.2013

[52] http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-kirche-bischoefe-lassen-missbrauch-erforschen-a-774152.html, abgerufen am 2.6.2013

[53] http://www.erzbistum-muenchen.de/media/media14418720.PDF, abgerufen am 2.6.2013

[54]http://www.priesternetzwerk.de/gfx/pressespiegel/2011_Stellungnahme_zum_kirchlichen_Datenschutz.pdf, abgerufen am 2.6.2013

[55] http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-kirche-bischoefe-lassen-missbrauch-erforschen-a-774152.html, abgerufen am 2.6.2013

[56] http://www.dw.de/leygraf-p%C3%A4dophilie-bei-priestern-die-ausnahme/a-16438922, abgerufen am 2.6.2013;  mehr Anmerkungen zur Studie von Prof. Leygraf unter http://www.gottes-suche.de/23.2.38.Studie Prof Leygraf 2012.html

[57] http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/richtige-strategie-nach-missbrauchsfaellen-1.2001085, abgerufen am 2.6.2013

[58] http://storico.radiovaticana.org/ted/storico/2009-06/295940_dokument_papst-brief_an_die_priester_im_volltext.html, abgerufen am 2.9.2012

[59] So das Zitat in dem mir vorliegenden Brief der Bischofskonferenz. Dieser Vorgang ist ähnlich zu beobachten im Umgang des Vatikans mit Crimen sollicitationis, einer vatikanischen Instruktion zum Umgang u.a. mit Missbrauchsfällen in der kath. Kirche. Offensichtlich haben die Bischöfe gelesen, was in dem Dokument stand: Sie müssen Missbrauchsfälle nach Rom melden und ansonsten darüber schweigen. Im März 2010 nannte der Kirchenanwalt der Kongregation für die Glaubenslehre, Monsignore Charles J. Scicluna dies ein Missverständnis: „Eine schlechte Übersetzung dieses Textes ins Englische hat den Eindruck erweckt, als ob der Heilige Stuhl die Geheimhaltung durchsetzen wollte, um die Tatsachen zu vertuschen. Aber so war es nicht. Das Ermittlungsgeheimnis diente dazu, den guten Ruf aller beteiligten Personen zu schützen, vor allem den guten Ruf der Opfer selbst, und dann auch den der angeklagten Kleriker, die – wie ein jeder – das Recht auf die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils haben. Die Kirche liebt keine Spektakel-Justiz. Das Regelwerk über sexuellen Missbrauch ist nie als Verbot verstanden worden, eine Anzeige bei den zivilen Behörden zu erstatten.“ Entnommen: http://storico.radiovaticana.org/ted/storico/2010-03/363945_vatikan_300_padophilie_anzeigen_in_neun_jahren.html Es scheint, als läge auch den philippinischen Bischöfen noch im Juni 2013 eine fehlerhafte Übersetzung vor, denn sie beharren nach wie vor darauf, dass sie keine Missbrauchsfälle vertuschen, vielmehr die Vertraulichkeit wahren und die Vorfälle nach Rom melden. Entnommen:

http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/55091.html

[60] http://www.pthv.de/fileadmin/user_upload/PDF_Theo/Froehling/Haslbeck_01.pdf

[61] http://www.vaticanhistory.de/wordpress/?p=1574, abgerufen am 2.6.2013

[62] http://storico.radiovaticana.va/ted/storico/2010-06/399996_papst_beendet_priesterjahr_vergebungsbitte_zu_missbrauchsfallen.html, abgerufen am 2.6.2013

[63] http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2010/documents/hf_ben-xvi_let_20100319_church-ireland_ge.html, abgerufen am 2.6.2013

[64] http://www.vatican.va/resources/resources_crimen-sollicitationis-1962_en.html, abgerufen am 2.6.2013

[69] http://www.lavoluntaddenosaber.com/ abgerufen am 2.6.2013

[70] http://www.sueddeutsche.de/politik/katholische-kirche-in-lateinamerika-gottes-geldeintreiber-1.9454,  abgerufen am 2.6.2013,  s. auch „Der mexikanische Bischof Carlos Talavera berichtete Athié nach einem Gespräch mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Maciel sei „eine Person, die der Papst [Johannes Paul II.] sehr schätzt und die der Kirche viel Gutes getan hat“. Daher halte es Ratzinger für „nicht klug“, den Fall zu untersuchen.“ http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/marcial-maciel-degollado-der-falsche-prophet-11696063.html

[71] http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2006/may/documents/hf_ben-xvi_spe_20060528_auschwitz-birkenau_ge.html abgerufen am 2.6.2013

[72] http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/621873/Sexuelle-Gewalt-in-der-Kirche_Verziehen-vergangen-vorueber abgerufen am 2.6.2013

[73] http://www.richardsipe.com/Comments/2012-05-11-sexual-abuse-by-priests.htm abgerufen am 2.6.2013

[74] http://www.taz.de/Kommentar-Missbrauch-in-Kirchen/!89962/ 20.3.2012; abgerufen am 2.9.2012

[75] http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/strukturen-der-suende/, abgerufen am 2.6.2013

[65]http://www.fr-online.de/politik/missbrauch-in-der-kirche-neuer-vorwurf-gegen-ratzinger,1472596,3095390.html, abgerufen am 2.6.2013

[66] http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2010/documents/hf_ben-xvi_let_20100319_church-ireland_ge.html, abgerufen am 2.6.2013

[67] http://religionv1.orf.at/projekt03/news/1206/ne120618_irland.html abgerufen am 2.6.2013

[68] http://www.sueddeutsche.de/politik/erzbistum-muenchen-gescheiterte-rehabilitation-1.15011 abgerufen am 2.6.2013

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