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© Pixabay - Bild von Roman Grac© Pixabay - Bild von Roman Grac

 

Windmühle

Sturm hat den Ozean

meines Lebens aufgewühlt

hat mit Orkanböen

Wasser auf mein Land geschwemmt

 

salziges Wasser

da wächst nicht mehr viel

alles kontaminiert

mein Gott wurde vergiftet

 

es bleibt Irritation über

Gesagtes und Getanes

im Raum der Kirche

wozu noch stehen

 

immer noch stehe ich

stark und trotzig

zu meinem Glauben

an Dich Urgrund von allem

 

leise weht

eine frische Brise

die mir zuflüstert es ist Zeit

eine Windmühle zu bauen

 

ich baue

eine Windmühle

aus den Trümmersteinen

meiner Kirchenlandschaften

 

ihre Windflügel sind

meine heilen Erinnerungen

die Sehnsucht nach

Gemeinschaft Hingabe Segen

 

meine Windmühle

setze ich in den Wind

sie gibt mir das Land zurück

in dem Du wohnst

 

Edith Schwarzländer (Pseudonym) 2020

 

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Dämmerung

noch steckt mir

das Grauen der Nacht

in den Schuhen.

 

Noch weiß ich nicht

wie das gehen soll

das Loslassen

und das Nach-Vorne-Schau'n

 

Komm Engel !

Komm mir entgegen,

entreiß mir die Schuhe,

die schweren

und beflügel mich !

 

Verwandle die Wüsten

in blühende Gärten,

damit ich finde den Apfelbaum...

 

Unter seinem Schatten

möchte ich tanzen

 

Paula Kahlo (Pseudonym), 2005 

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Mit Gott auf der Bank am See

14.4.2019

ich links, Gott rechts, dazwischen zwei menschbreit Luft

zwei dicke Menschen, dicke Frauen, richtig dicke Frauen

ich schweige, Gott schweigt

ich denke, Gott schweigt

unsichtbar, lautlos, kein Wort, kein Gefühl

trotzdem Gott

ein scheuer Blick nach rechts: Leere

was nützte es mir, du wärest da

was nützte es mir, dir zu vertrauen

darf ich so fragen

was, wenn ich dir glaube und du bist wieder nicht da

wenn Schmerzen mir die Sinne vernebeln, Verzweiflung und Angst das Leben zerstören

und du bist wieder nicht da

wenn ich die Scherben und Wunden, den Ekel, die Scham und Schuld spüre, für das, was andere mir antaten und du bist nicht da

verstummen, versteinern

ich links, du rechts, Gott, du und dein Schweigen

ist das Beziehung Gott

ist das Liebe

ist das dein „ich bin da"

ich links ...

Amseln singen, Lärchen zwitschern, Autos rauschen, Glocken in der Ferne, ein Fisch schnappt nach Fliegen

Gott rechts ...

© CL

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Das Kind

fiel in den Brunnen

 

Wer holt es wieder raus ?

Der Brunnen ist so tief !

 

Die Mutter nicht

der Vater nicht

Wer merkt es schon

dass es im Brunnen ist ?

 

Die Schreie bleiben unerhört

und auch das Weinen.

Das Kind verstummt

in einer Welt

der Taubheit und der Blindheit.

 

Und dennoch

und dennoch

kämpft es sich hoch

fällt wieder runter

sitzt am Boden

ohne Nahrung seine Seele

Der Engel in ihm

trocknet die Tränen

und hebt es empor.

 

Komm Engel, komm

und wälze den Stein vom Grab,

damit es wieder hell wird und warm.

Tröste das Kind und umhülle es

mit deiner Liebe ,deinem Frieden, deinem Heil ,

damit es wieder leichtfüßig

ins Grüne kann.

 

Paula Kahlo (Pseudonym), 2016

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Gefangen im Misstrauen

Gefangen in meinem Misstrauen gegenüber Gott und den Menschen

gefangen

in meiner Angst

Gefangen

in meiner Vergangenheit

in alten Gefühlen und altem Schmerz

gefangen

in füheren schlechten Erfahrungen bei menschlichen Kontakten ,

wo Vertrauen lebensbedrohlich wurde

wo ich im Sturm (auf hoher See) beinahe unterging,

wo es nichts geholfen hatte

jemanden geweckt zu haben

da dieser nicht hören und den Sturm nicht sehen wollte

und Misstrauen von da an angebracht war

um mich zu schützen

seitdem

gefangen

in der Erfahrung und dem Gefühl

von Gott und den Menschen allein gelassen worden zu sein

Gott nichts mehr zuzutrauen

der heiligen Geistkraft nichts zuzutrauen

wenn ein Lebenssturm tobt

und das Boot droht unterzugehen

gefangen

in der Erfahrung

das Gott schläft

gefangen

dass der göttliche Kern im Menschen

verschüttet ist

gefangen.

B., Listenfrau

© CL - Verwandlung© CL - VerwandlungPsalm 

 Hilf Gott in unsrer Not

Wie oft zerspringt die Seele

in tausend der Erinnerungssplitter

ertrinkt in ihren ungeweinten Tränen

verliert den Boden

fällt und fällt.

Gott, du unbegreiflich, schweigend, unsichtbare Kraft

Man sagt, du seist allmächtig

willst uns stets Gutes, Leben, Liebe 

doch wenn das stimmt

dann seh ich’s nicht.

Um mich herum Zerstörung, Missbrauch und Gewalt

du greifst nicht ein

lässt uns allein.

Du siehst sie doch, die blauen Flecken

geschund’ne Körper

tief verstecktes Leid

du spürst die angsterstarrten Kinderseelen

verzweifelt wütende Erwachsene

du weißt um das bedrohte Leben

in mir und meinem Gegenüber

du hörst die Klagen, Schreie, Bitten

und greifst nicht ein.

Warum, oh Gott?

 

Ich schau hinaus

weit über mich hinweg

such meinen Weg,

den Ruf, dem ich nun folgen soll

den Menschen, der mir nahe ist

dem ich vertrau, der mich nun braucht

Ich such dich, Gott, du Lebenskraft

im Mensch, im Wind

im Tier, der blühenden Natur

im Tanz und Paukenschlag

in Farbe, Wort und der Musik.

Nein, ich versteh dich nicht

und trotzdem

weiß ich es genau, ganz tief in mir

du bist im Leben, Sterben,

Freud und Leid

du bist bei mir, ich bin bei dir

© CL

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