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Dämmerung

noch steckt mir

das Grauen der Nacht

in den Schuhen.

 

Noch weiß ich nicht

wie das gehen soll

das Loslassen

und das Nach-Vorne-Schau'n

 

Komm Engel !

Komm mir entgegen,

entreiß mir die Schuhe,

die schweren

und beflügel mich !

 

Verwandle die Wüsten

in blühende Gärten,

damit ich finde den Apfelbaum...

 

Unter seinem Schatten

möchte ich tanzen

 

Paula Kahlo (Pseudonym), 2005  

PixabayPixabay

Gefangen im Misstrauen

Gefangen in meinem Misstrauen gegenüber Gott und den Menschen

gefangen

in meiner Angst

Gefangen

in meiner Vergangenheit

in alten Gefühlen und altem Schmerz

gefangen

in füheren schlechten Erfahrungen bei menschlichen Kontakten ,

wo Vertrauen lebensbedrohlich wurde

wo ich im Sturm (auf hoher See) beinahe unterging,

wo es nichts geholfen hatte

jemanden geweckt zu haben

da dieser nicht hören und den Sturm nicht sehen wollte

und Misstrauen von da an angebracht war

um mich zu schützen

seitdem

gefangen

in der Erfahrung und dem Gefühl

von Gott und den Menschen allein gelassen worden zu sein

Gott nichts mehr zuzutrauen

der heiligen Geistkraft nichts zuzutrauen

wenn ein Lebenssturm tobt

und das Boot droht unterzugehen

gefangen

in der Erfahrung

das Gott schläft

gefangen

dass der göttliche Kern im Menschen

verschüttet ist

gefangen.

B., Listenfrau

 

Bild von Manfred Antranias Zimmer auf PixabayBild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay

Mit Gott auf der Bank am See 

14.4.2019

ich links, Gott rechts, dazwischen zwei menschbreit Luft

zwei dicke Menschen, dicke Frauen, richtig dicke Frauen

ich schweige, Gott schweigt

ich denke, Gott schweigt

unsichtbar, lautlos, kein Wort, kein Gefühl

trotzdem Gott

ein scheuer Blick nach rechts: Leere

was nützte es mir, du wärest da

was nützte es mir, dir zu vertrauen

darf ich so fragen

was, wenn ich dir glaube und du bist wieder nicht da

wenn Schmerzen mir die Sinne vernebeln, Verzweiflung und Angst das Leben zerstören

und du bist wieder nicht da

wenn ich die Scherben und Wunden, den Ekel, die Scham und Schuld spüre, für das, was andere mir antaten und du bist nicht da

verstummen, versteinern

ich links, du rechts, Gott, du und dein Schweigen

ist das Beziehung Gott

ist das Liebe

ist das dein „ich bin da"

ich links ...

Amseln singen, Lärchen zwitschern, Autos rauschen, Glocken in der Ferne, ein Fisch schnappt nach Fliegen

Gott rechts ...

© CL

 

Bild von Marc Hatot auf PixabayBild von Marc Hatot auf Pixabay

Das Kind

 fiel in den Brunnen

 

Wer holt es wieder raus ?

Der Brunnen ist so tief !

 

Die Mutter nicht

der Vater nicht

Wer merkt es schon

dass es im Brunnen ist ?

 

Die Schreie bleiben unerhört

und auch das Weinen.

Das Kind verstummt

in einer Welt

der Taubheit und der Blindheit.

 

Und dennoch

und dennoch

kämpft es sich hoch

fällt wieder runter

sitzt am Boden

ohne Nahrung seine Seele

Der Engel in ihm

trocknet die Tränen

und hebt es empor.

 

Komm Engel, komm

und wälze den Stein vom Grab,

damit es wieder hell wird und warm.

Tröste das Kind und umhülle es

mit deiner Liebe ,deinem Frieden, deinem Heil ,

damit es wieder leichtfüßig

ins Grüne kann.

 

Paula Kahlo (Pseudonym), 2016

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