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Theologische Impulse

“Es bestätigt sich dabei aufs neue, daß Gott, wie ihn die Bibel zeichnet, gerade und vielleicht überhaupt nur aus der Perspektive der Unterdrückten, der Opfer von Gewalt sachgemäß erfahren werden kann.” 
(Frank Crüsemann, Alttestamentler)


 Impulse von TheologInnen

 Impuls von René Girard zur Theologie der Opfer

Das Christentum kennt eine „Theologie der Täter“ – und das ist gut so, denn es sorgt sich um die Erlösung der Schuldigen. Das Problem ist, dass über der Sorge um die Erlösung der Schuldigen die Gerechtigkeit für die Opfer dieser Schuldigen übersehen wird. „Die den Glauben Israels beunruhigende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde im Christentum allzu schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen.“[1]

Fragen wir also nach der Gerechtigkeit für die Opfer von Menschengewalt (victim)[2] und prüfen zunächst den biblischen Befund. Ist es legitim, mit der Bibel auf eine „Theologie der Opfer“ zu dringen? Frank Crüsemann, evangelischer Alttestamentler, geht davon aus, dass die Bibel überhaupt nur dann sachgerecht gelesen werden kann, wenn sie aus der Perspektive der Opfer gelesen wird.

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Andreas Heller: Sexualisierte Gewalt in der Kirche

“In der Organisationstheorie wird immer wieder vermutet, unter welchen Bedingungen Organisationen bereit sind, solche tiefgreifenden Veränderungen einzugehen. Von dem amerikanischen Managementtrainer Edgar Schein stammt die Beobachtung: Organisationen ändern sich erst, wenn die Angst vor dem Untergang größer ist als die Angst vor der Veränderung. Diese Untergangsangst in der Kirche ist erst schemenhaft zu erkennen.”

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Schwantes: Vernichtet Gott die Opfer zusammen mit ihren Henkern?

In der Theologie des Amos kommt sein wichtigstes Thema, der Exodus, nur einmal ausdrücklich in 9,7b vor12. Es geht Amos jedoch durchgängig um die Exoduserfahrung, denn er spricht vom exklusiven Handeln Jahwes, er kritisiert die Unterdrücker und er entwickelt eine Utopie für die Schwachen und – von ihnen ausgehend – für alle. Die Spiritualität des Exodus ist für Amos lebendig und gegenwärtig, obwohl er sie nicht rezitiert. Vielmehr interpretiert er sie neu. Und er weitet den Blick über Israel hinaus auf die Völkerwelt (9,7). Amos „sieht die Welt nicht mit den Augen Israels, sondern mit den Augen der Unterdrückten, der Sklavinnen und Bäuerinnen.“

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© Susi© Susi© Susi

Impulse zum Weiterlesen finden Sie hier im Archiv.

 

 Der Prophet Amos

 Wie muss ein Prophet sein?

Er – oder sie – hat Realitätssinn und einen wachen Blick für die Gegenwart. - Propheten sind Leute, denen die Ursprünge ihres Glaubens wichtig sind. Die schauen also nicht nur in die Gegenwart oder in die Zukunft, sondern auch zurück in  die Vergangenheit. Sie binden sich an die Tradition ihres Glaubens. - Prophet Sein nimmt die Ganzheit des Menschen in Anspruch. Ein Prophet tritt für seinen Auftrag mit seiner Person und mit seinem Leben ein. - Propheten müssen Schuld benennen. D.i. immer eine undankbare Aufgabe. - Propheten sind unbestechlich. Sie brauchen Handlungsfreiheit gegenüber Situationen und gegenüber Zeitgenossen. - Propheten üben Kritik an Traditionen, wenn diese verhärtet sind. - Die Botschaft eines Propheten darf niemanden ausschließen. Sie richtet sich an alle. - Propheten beziehen Position zugunsten der Schwachen und der Übersehenen.

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Walter Groß: “Geschieht ein Unglück in der Stadt und Gott hat es nicht getan?”

Impulse zu Am 3,6 und Psalm 88

In diesen Fragen geht es jedoch nicht um Informationsfragen, sondern um Anklage Gottes, um Gott zu einer Sinnesänderung zu veranlassen. „Gott, dem mein Lob gilt, schweige nicht!” (Ps 109,1). Die Beterin, der Beter umgehen mit der Anklage Gottes ein Problem. Sie erliegen nicht der Versuchung, – zusätzlich zum Leid – auch noch sich selbst anzuklagen und sich selbst zu hassen. Sie ziehen vielmehr Gott zur Verantwortung. Sie leiden im Letzten an Gott – und sie wehren sich.

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Frank Crüsemann

Biblische Theologie und Gewalt gegen Frauen. Ein Bericht über Fehldeutungen und Wiederentdeckungen

"Es bestätigt sich dabei aufs neue, daß Gott, wie ihn die Bibel zeichnet, gerade und vielleicht überhaupt nur aus der Perspektiv der Unterdrückten, der Opfer von Gewalt sachgemäß erfahren werden kann. Die grundlegende Selbstvorstellung Gottes, wie sie am Anfang der Zehn Gebote formuliert wird: “Ich bin Adonai, bin dein Gott, weil ich dich aus Ägypten, aus dem Haus der Sklavenarbeit herausgeholt habe” – diese Selbstvorstellung stellt sich immer mehr als so etwas wie eine Gottesdefinition im strengen Sinne heraus. Gottes Gottsein besteht danach in seinem doppelten Bezug auf Israel und auf Freiheit – Freiheit gegenüber allen Formen von Unfreiheit und Gewalterfahrung. Beides ist durchgängig miteinander verbunden und verknüpft und kann nicht voneinander gelöst werden. Das Beharren auf der Frage, wer denn dieser Gott ist, wo und wie seine Macht in dieser Welt wirkt angesichts und trotz massiver Gewalterfahrungen führt deshalb ins Zentrum."

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Jeremia Vokabeln 1-52

Vielleicht braucht jemand Vokabeln des Jeremia-Buches. Hier gibt es sie - mit einigen wenigen Fehlern - zum Downloaden. Über eine Nachricht würde ich mich freuen.

Die Würde des Entrechteten – Mt 5,39-41 – Walter Wink

"Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel (Mt 5,40)."
In Israel gerieten Arme immer wieder in die Situation, dass ihnen die Schulden über den Kopf wuchsen und sie deswegen vor Gericht gezerrt wurden. Eine solche Situation können wir uns hier vorstellen. Der Gläubiger verklagt einen Armen, der seine Schuld nicht zurückzahlen kann. Das Gericht setzt fest, dass der Schuldner das Hemd hergeben muss. Jesus fordert dazu auf, auch noch den Mantel (das lange Obergewand) herzugeben. Was würde dann geschehen?
Der Schuldner würde nackt aus dem Gericht kommen.
Nacktheit war in Israel tabu. Die Verantwortung dafür fiel auf den, der sie verursacht hatte. Wer nackt aus dem Gericht kommt, zeigt damit auf den, der die Nacktheit zu verantworten hat. Er legt in der Sprache seiner Handlung offen, dass das Gericht ein Unrechtssystem, das den Armen das letzte Hemd wegnimmt, stützt.

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Rainer Bucher: Machtkörper und Körpermacht

"Die entwickelte Moderne hat die Kirche fast aller gesellschaftlicher religiösen Macht beraubt. Sexueller Missbrauch in der Pastoral nimmt das in anderer Weise, mit anderen Mitteln und am denkbar intimsten Ort – aus welchen individuellen Gründen auch immer – zurück. (Was natürlich nicht aus-, sondern einschließt, dass es auch und gerade in Zeiten noch existierender religiöser Macht und an Orten ihrer pädagogischen Verdichtung, etwa Erziehungsheimen, zu solchen Übergriffen kam.) Sexueller Missbrauch nimmt zurück, was die Kirche endlich in aller Konsequenz realisiert hat nach tausend Jahren “konstantinischer Formation” und also gesellschaftlicher Sanktionsmacht: dass Seelsorge der freie Zuspruch, die diakonische Hilfe des Gottes Jesu in Wort und Tat ist, selbstlos und absichtslos, einfach, weil Gottes universaler Heilswille es so will.Seelsorge, das ist Befreiung von den falschen Göttern des Lebens; sexueller Missbrauch in der Pastoral etabliert aber genau solche falschen Götter: zuerst und brutal den der Macht."

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Rech Irmgard: Die unerledigte Hausaufgabe der Kirchen

Die Bibel neu lesen lernen

Vollmundig und im stolzen Bewusstsein, im Besitz des “Wortes Gottes” zu sein, singen die Kirchen in diesem Jahr das Lob der Bibel. Möglichst viele sollen hineingerissen werden in eine medial aufgeheizte Euphorik und zu begeisterten Bibellesern gemacht werden. Marktschreierisch wird da das “Wort Gottes” mal zum “Ratgeber für alle Lebenslagen”, mal zur “Zuflucht für Trauernde und Fröhliche”, mal zum “tollen Buch mit seltsamen Sachen”. Neben solchen niveaulos anbiedernden Werbesprüchen gibt es allerdings auch Locksprüche für Anspruchsvollere. Da heißt es dann: “Die Bibel verwandelt einen” und “Bibel im Blick der Forschung – Wissenschaft kein Argument gegen den Glauben” und “Die Bibel, nach wie vor ein Bestseller der Weltliteratur!” Für noch etwas gehobenere Ansprüche werden “dialektisch konzipierte” Dossiers verfasst, in denen auf schnodderig-frech daherkommende Fragen wie “Lügt uns die Bibel was vor?” beruhigend und aufbauend geantwortet wird.

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