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Was ist nicht hilfreich für Gewaltüberlebende?

Christlich-esoterisches oder christlich-fundamentalistisches Denken und Glauben

© A., Bluthänfling

Missbrauchsopfer werden mit unterschiedlichen Angeboten aus christlich-esoterischem oder christlich-fundamentalistischem Denken und Glauben konfrontiert. Beide Vorstellungswelten können für Gewaltüberlebende vergleichbare Folgen haben. Am Ende sind die Opfer schuld, dass ihnen Gewalt geschah und dass die Folgen anhalten: Sie denken oder glauben falsch; sie wenden Techniken und Hilfsmittel, die ihnen die Folgen von Traumatisierung durch Menschengewalt wegnehmen sollen, falsch an; sie sind nicht bereit oder nicht fähig, den Tätern zu vergeben.

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 Opferbeschuldigungen

 © A., Leben© A., Leben

© A., Leben 2016

Es entlastet die Menschen, wenn sie sich weder mit konkreten Opfern beschäftigen müssen noch mit dem Wissen, dass es auch inmitten langer Friedenszeiten Täter gibt, die Kinder und Jugendliche sexuell ausbeuten. Für diese Entlastungen müssen die Menschen aber einiges tun. Sie müssen Ausschau halten nach Schuldigen. Da gibt es viele Gruppen, Menschen und Denkweisen, die sich als Sündenböcke anbieten. Nicht zuletzt die Opfer selbst. Da sei der Zeitgeist schuld. Da werde eine Pogromstimmung gegen die Kirche angeheizt, ein Kardinal spricht gar von Lynchjustiz. Kirchenfeinde trügen Schuld. Die Opfer verführten die Täter. Den Opfern gehe es um Geld [In Deutschland entspricht die Summe der Entschädigungszahlung etwa einem halben monatlichen Bischofsgehalt/Bruttogehalt.] Manche machen es sich noch einfacher: Sie glauben dem Opfer einfach nicht. Eine katholische Internetseite meint noch 2011, das “Geschäft mit Pädophilie-Anzeigen” gegen katholische Priester gehe in den USA zu Ende – nur sieben Anzeigen seien glaubwürdig gewesen.

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 Vergebungsaufforderungen an Missbrauchsopfer

© A., Silvester 2016

“Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein” – an dieses Bibelwort wird gerade in christlichen Kreisen immer wieder erinnert. Es ist geeignet, Missbrauchsopfer zum Schweigen über das Erlittene und die Folgen zu bringen. Denn auch sie wissen natürlich, dass sie Menschen mit Fehlern, Macken und Kanten, “SünderInnen”, sind. Auch in christlichen Kreisen wird Missbrauchsopfern vorgehalten, ihr Leid hätte seine Ursache in ihrer Vergebungsunwilligkeit. Damit wird die Ursache des Leides – die oft jahrelang als Kind oder Jugendliche erlittene Gewalt – unsichtbar gemacht und dem Opfer die Schuld an seinem Leid aufgebürdet. Für die Zuschauer ist das geschickt: Sie können das mit der vermeintlich eigenen Schuld am Leid belastete Opfer allein lassen. Und die Zuschauer müssen sich nicht mit den Tätern auseinandersetzen. Täter gibt es überall, auch im eigenen Bekannten- und Freundeskreis, womöglich in der eigenen Familie – das wäre kaum auszuhalten, wenn man diesen Gedanke zuließe. Allerdings gehört es zur Realität: Opfer sind überall, Täter auch.

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 Opfermythen

Die Wahrheit hat es schwer, sich gegen entlastende Mythen durchzusetzen. Da bleibt nur, sie immer wieder zu benennen.

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