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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2019

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*24.5.2019 Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen zwei Priester aus Wanne-Eickel, Bistum Paderborn, eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, Minderjährige missbraucht zu haben. Der Verdacht ergab sich aus der MHG-Studie. Die Missbrauchsvorwürfe gegen die beiden Geistlichen stammen von 1955 bzw. 1995. Im Fall von 1955 wird es keine Ermittlungen gegen den sehr alten Priester geben, weil die Tat(en) verjährt sei. Im Fall von 1995 komme es auf die noch zu ermittelnde Schwere des Delikts an. Ermittelt werden auch Opfer.
Quelle: waz.de

24.5.2019 Die italienische Bischofskonferenz hat Richtlinien zum Kinderschutz verabschieder. Nun gibt es eine "moralische Pflicht" zur Anzeige von mutmaßlichen Tätern bei der staatlichen Justiz.

Quelle: religion.orf.at


23.5.2019 Schwester Anna-Luisa Kotz, Untermarchtal, berichtet, dass ihr Kloster plötzlich erlebt, "dass Schwestern von uns nicht nur Täterin, Mitwisserin und Mitläuferin sind, sondern auch Opfer, Betroffene und Überlebende. Die Zahl der Mitschwestern mit Erfahrungen von sexueller Gewalt ist erschreckend hoch, durch alle Generationen hindurch." Im Kloster selbst wiederhole sich sexueller oder geistlicher Missbrauch, den nicht nur Kleriker, also Männer, sondern auch Schwestern begehen. 
Schwester Katharina Kluitmann spricht von Denkverboten, Kontaktverboten, Gehirnwäsche und mental "leicht inzestuösen Strukturen. Damit ist das Thema Missbrauch in der Mitte der katholischen Kirche selbst angekommen.

23.5.2019 Ein Ex-Seminarist wirft dem Breslauer Kardinal Gulbinowicz sexuellen Missbrauch vor, der 1990 verübt wurde, als Gulbinowicz Erzbischof von Breslau (1976 bis 2004) war. Damals war der Ankläger 16 Jahre alt. Bereits 1996 habe er die Anschuldigungen öffentlich gemacht, sie habe aber kaum jemanden interessiert. Das Erzbistum nimmt die Anschuldigungen ernst und prüft sie.

23.5.2019Die katholischen Bischöfe in Polen haben Mängel beim Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch eingeräumt. Für viele Gläubige würden die "sexuellen Skandale mit Beteiligung von Geistlichen eine schwere Glaubensprüfung und ein großes Ärgernis" darstellen, heißt es darin.
Quelle: Domradio

22.5.2019 Der polnische Primas Wojciech Polak meint, die katholische Kirche in Polen müsse die aktuelle Situation analysieren. 60 % der Polen sehen die Schuld für den Missbrauch bei der Institution, nicht bei den einzelnen Geistlichen.  Knapp 50 % traut der Kirche generell nicht mehr und 54  fordern den Rücktritt aller kath. Bischöfe Polens. 66 % wollen die Aufklärung der Übergriffe nicht der KIrche überlassen. Sie fordern eine staatliche Untersuchungskommission. Die größte Oppositionspartei "Bürgerplattform" schließt sich der Forderung nach einer weltlichen Wahrheitskommission an, incl. der Forderung nach Zugang zu den Kirchenarchiven auch für Opfervertreter. - Der Priester Andrzej Kobylinski weist darauf hin, dass es aus kommunistischer Zeit keine Dokumente gibt. Die Zustimmung für eine große Forschungsarbeit dürfte noch Jahre brauchen. Inzwischen melden sich weitere Opfer. U.a. wird der frühere Erzbischof von Breslau, Kardinal Gulbinowicz beschuldigt. Der Papst hatte den Leiter des Opferverbandes "Fürchtet euch nicht" empfangen und eine Dokumentation entgegengenommen, in der 24 z.T. noch aktive Bischöfe der Vertuschung beschuldigt werden.
Quelle: br.de

22.5.2019 Die Staatsanwaltschaft hat ein Exemplar des Westpfahl-Berichts vom Erzbistum Münschen angefordert und erhalten. Bisher war lediglich die Kurzfassung öffentlich einsehbar. Neue Ermittlungsverfahren sind unwahrscheinlich, weil die Justiz zu spät kommt: Viele der mutmaßlichen Täter sind tot, viele Taten verjährt und viele Opfer möchten nicht/nicht mehr sprechen. Im Erzbistum München waren 159 mutmaßliche Priester-Täter im Jahr 2010 bekannt - aber es gibt nur zwei Verfahren. Offensichtlich wurden Annäherungen gegenüber Männern viel öfter an die Kirchenoberen gemeldet als gegenüber Frauen. Im Erzbistum München und Freising wurden seit 2011 zehn Strafanzeigen gestellt  - gegen einen Kleriker sowie diverse Mitarbeiter, darunter Lehrer.

In den 1950er- und 1960er-Jahren waren mehr Opfer bereit zu reden, Jugendliche traten als Zeugen auf, Kirchenleute wurden zu Haftstrafen verurteilt. Von den 1970er-Jahren an drang kaum mehr etwas nach außen, es sei "offenbar so ein Deckel draufgegangen", sagt Oberstaatsanwältin Ines Karl.


22.5.2019 Nach Aussage von Chandan Gomes, Programmentwicklungsdirektor bei World Vision Bangladesch, werden 82 Prozent der Kinder in Bangladesch Opfer von Gewalt und 65 Prozent der Mädchen von Verwandten sexuell missbraucht. Der Sekretär der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, Pater Liton Gomes, sagte, dass es auch in katholischen Schulen und Wohnheimen noch immer Fälle von Gewalt oder schlechter Behandlung gebe. In Dhaka trafen sich katholische Aktivisten und Bischöfe zur Entwicklung gemeinsamer Standards, um Kinder zu schützen.
Quelle: vaticannews

22.5.29019 Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) hat eine Erhebung zu den Dimensionen sexueller Gewalt in Klöstern beschlossen, weil immer noch nicht genug über das bekannt ist, was in den einzelnen Ordensgemeinschaften geschehen ist und geschieht, sagte die Vorsitzende Katharina Kluitmann. Der Beschluss wurde von den ca 200 Ordensoberinnen und -oberen einstimmig beschlossen. Festgestellt werden sollen die Anzahl der Betroffenen, die Meldungen an die Staatsanwaltschaften, die Zahlungen an Opfer, die Durchsicht von Personalakten und die unterschiedlichen Schutzkonzepte. Anfang 2010 sollen die Ergebnisse vorliegen. Wer die Forschung durchführt und ob auch Täter*innen benannt werden, ist unbekannt.
Die DOK führe Gespräche über externe unabhängige Anlaufstellen.

Quelle: katholisch.de


22.5.2019 Die katholische Kirche und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, wollen sich bis zum Herbst auf Eckpunkte zur Aufarbeitung des Missbrauchs im Bereich der Kirche einigen. Dabei gehe es um strukturelle Festlegungen sowie um einheitliche Standards und Kriterien, teilten Rörig und Bischof Ackermann mit. Rörig sagte, jetzt beginne "eine Phase abschließender Klärungen zu Fragen der umfassenden und einheitlichen Betroffenenbeteiligung, dem rechtssicher ausgestalteten Zugang zu Informationen und Akten und zu Fragen des Datenschutzes und der Sicherstellung von Persönlichkeitsrechten". Auch Fragen nach einer angemessenen Entschädigung sind zu klären.
Beteiligt an der Erstellung der Eckpunkte ist auch die Arbeitsgruppe "Aufarbeitung Kirchen", die seit Dezember 2018 existiert und zu der Betroffene gehören und der Psychologe Heiner Keupp.

22.5.2019 Der Augsburger Bischof Zdarsa hat die Initiative "Maria 2.0" scharf kritisiert, weil deren Anliegen "nicht im Sinne des katholischen Glaubens" seien. Zudem trage er den synodalen Weg nicht mit, der als Reaktion auf die Missbrauchskrise von der Bischofskonferenz beschlossen wurde.

22.5.2019 Einer der Haupttäter des Canisius-Kollegs, Peter R., wird aus dem Priesterstand entlassen und verliert "weitestgehend" seine Pensionsansprüche. In Absprache mit Betroffenen würden durch das Bistum Hildesheim zudem 20.000 Euro für ein Projekt zur Aufarbeitung der Geschehnisse im Berliner Canisius-Kolleg gezahlt werden.

20.5.2019 Dass Bistum Essen will Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt verbessern, die persönliche Reife von Priesteramtskandidaten stärken, das Leben von Priestern verbessern und die historische Aufarbeitung der Missbrauchsfälle angehen. Außerdem solle das System Kirche überprüft werden: Sexualmoral, Selbstverständnis des Weiheamtes, Machtfragen und Geschlechtergerechtigkeit.
Quelle: Domradio

20.5.2019 Der Vatikanbotschafter in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, trifft vier Männer, die gegen ihn wegen sexueller Übergriffe klagen. Die Männer seien bereits verhört worden, der unter Immunität stehende Vatikandiplomat Ventura sei auf eigenen Wunsch von der Polizei befragt worden. Die französische Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung der Immunität des Nuntius beantragt. Vatikansprecher Alessandro Gisotti erklärte im Frühjahr, man wolle die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten.
Quelle: vaticannews

20.5.2019 In Polen haben sich 54 % für einen Rücktritt der katholischen Bischöfe des Landes angesichts der Missbrauchskrise ausgesprochen; 20 % lehnten einen Rücktritt hab, 26 % haben noch keine Meinung.

20.5.2019 Die Deutschen Bischöfen weisen die Kritik vom Forschungsleiter der MHG-Studie, Harald Dreßing, es gebe keine gemeinsame Strategie der Bischöfe, zurück. Das Gegenteil sei durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall. Der Sprecher der DBK sagte: "Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet." Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt, der gezeigt habe, dass die Bischöfe gemeinsam an den Themen arbeiten.
Quelle: Domradio
Kommentar: Die letzte mir bekannte Nachricht über die Maßnahmen der Bischöfe stammt vom 30.1.2019. Dort wurde berichtet, dass Bischof Ackermann dem Ständigen Rat der DBK die fünf von der DBK beschlossenen Teilprojekte berichtete und er das Gespräch mit Johannes-Wilhelm Rörig suchen werde (das diese Woche stattfinden soll). Im übrigen  sollten Arbeitsgruppen gebildet werden, bei denen auch Mitglieder des ZdK teilnehmen sollen. Ein Steuerungskreis wurde im Januar beschlossen, dessen Mitglieder "demnächst" berufen werden sollen. Den unterschiedlichen Positionen von Bischöfen, soweit sie sich öffentlich seit September 2018 geäußert haben, kann ich nicht entnehmen, dass sie sich auch nur auf eine gemeinsame Beschreibung der Ursachen für sexualisierte Gewalt einigen können. Von Ergebnissen der Arbeitsgruppen ist mir nichts bekannt. Unbekannt ist mir auch, ob die eventuell erzielten Ergebnisse für alle Bischöfe/Bistümer verbindlich sind.
19.5.2019 Der Studienleiter der MHG-Studie, Harald Dreßing, kritisiert die katholischen Bischöfe. Eine gemeinsame Strategie, weitere Forschung zu veranlassen, sei nicht erkennbar. Die Bischöfe reagierten sehr unterschiedlich auf die aus der Studie abzuleitenden Konsequenzen. Statt einer Priorisierung der Ziele gebe es Gesprächskreise und workshops. Dreßing sagte: "Unsere Missbrauch-Studie ist keine Aufarbeitung, sondern sollte der Auftakt für weitere Studien sein." Dabei sei natürlich auch damit zu rechnen, dass Verantwortliche benannt werden, die vielleicht noch leben, wenn nicht sogar noch in Amt und Würden sind, sagte der Psychiater der Zeitung. Erstaunlich findet Dreßing, dass nach der Veröffentlichung der Studie viel von Scham und Schuld gesprochen wurde, aber nicht von konkreter und persönlicher Verantwortung. Die Bischöfe thematisierten zu selten konkrete und persönliche Verantwortung. Zudem schlägt Dreßing vor, die für die Institution spezifischen Risikokonstellationen zu verändern. Dazu gehöre die Beschränkung klerikaler Macht, eine Reform der kirchlichen Sexualmoral, die Abschaffung des Pflichtzölibats - alternativ die adäquate Begleitung der Priesteramtskandidaten. Hilfreich sei auch das Aufbrechen der geschlossenen Männerbünde, z.B. durch die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern. Ein erster Schritt zur Aufarbeitung könne eine überregionale Untersuchung durch eine Kommission aus Betroffenen, Wissenschaftlern und Vertretern von Kirche und Zivilgesellschaft sein. Sinnvoll wäre auch eine Dunkelfeldstudie.

Quellen: DLF  Spiegel  dw


19.5.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sagt, die Voruntersuchung des Vatikans gegen das Mitglied des "Das Werk", Pater Hermann Geißler, sei nicht nach den rechtlichen Vorgaben erfolgt, weil man nicht beide Parteien gehört habe, sondern nur den vermeintlichen Täter. Er bemängelt,  dass einer der Richter, ein Bischof, dem "Werk" eng verbunden und also befangen sei. Man habe, wie das üblich sei in Kleriker-Angelegenheiten, immer nur den Kleriker gehört. Wie es aussehe, habe das Kirchengericht seinen Job nicht richtig gemacht und grundlegende Prinzipien der Rechtsprechung nicht beachtet. Das sei ein Skandal hoch 3.

Quelle: WDR 5, ab min. 7  Kirche und Leben  kathpress


19.5.2019 Christiane Florin findet klare Worte zum Frauenstreik in der katholischen Kirche: "Ich halte es für einen Erfolg, dass so vielen Frauen jetzt klar ist: Sie werden diskriminiert, es ist Unrecht, das ihnen widerfährt. Und die Bischöfe haben ihnen auch nach einer Wochen Frauenstreik nichts anzubieten."

und: "Es ist deutlich geworden, wie frauenfeindlich der Episkopat ist, wenn er vermittelt: Es ist uns eigentlich egal, was ihr fordert. Wir halten Frauen für mindere Wesen, denen man herablassende Antworten geben kann."

Es ist deutlich geworden, wie frauenfeindlich der Episkopat ist, wenn er vermittelt: Es ist uns eigentlich egal, was ihr fordert. Wir halten Frauen für mindere Wesen, denen man herablassende Antworten geben kann.

Dieser Text stammt von der Webseite https://www.publik-forum.de/Religion-Kirchen/nix-da-mit-geduld-meine-damen des Internetauftritts von Publik-Forum"

Quelle: publik-forum.de


19.5.2019 Die Vorsitzende der Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), Katharina Kluitmann, hält Missbrauch von Klerikern an Ordensfrauen in Deutschland nicht für ein Massenphänomen und glaubt nicht, dass er "mit System" betrieben werde. Aber er habe natürlich, wo er vorkommt, "systemische" Ursachen im Sinne der klerikalen Machtstrukturen. Das sagt sie anlässlich der Mitgliederversammlung der Deutschen Ordensobernkonferenz.

Die DOK widmet sich auch geistlichem Missbrauch, den die  Präventionsbeauftragte des Bistums Eichstätt, Gabriele Siegert, als "spiritualisierte Gewalt" bezeichnet. Geistlicher Missbrauch habe "ähnliche Dynamiken und systemische Gründe wie sexualisierte Gewalt, jedoch andere Ausdrucksformen". Dazu brauche es eingehende psychologische Klärung.

Quelle: katholisch.de


18.5.2019 In Münster hat Brigitte Hahn, die scheidende Leiterin der Fachstelle für Sekten und Weltanschauungsfragen, einen Kongress initiiert, bei dem sich mehr als 140 Therapeuten, Fachleute aus Medizin und Strafverfolgung und Betroffene über organisierte und rituelle Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen austauschten.

Quelle: kirche-und-leben.de


18.5.2019 Der Anglikaner-Primas Justin Welby hat den Bischof von Lincoln, Christopher Lowson suspendiert. Lowson wird vorgeworfen, Missbrauchsfälle an einer Schule nicht angezeigt zu haben. Sollten sich die Vorwürfe der Polizei gegen Lowson bestätigen, würde dieser „ein erhebliches Risiko für den angemessenen Schutz von Kindern und Schutzbedürftigen“ darstellen, sagte Welby.

Quelle: vaticannews.va


17.5.2019 Am 20.5.2019 trifft sich in Berlin eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und des Missbrauchsbeauftragen der Bundesregierung, Rörig. Dabei soll die weitere Aufarbeitung kirchlichen Missbrauchs und die Frage, ob die Bischöfe unabhängigen Forschern Aktenzugang ermöglichen, geklärt werden. Einheitliche Standards sollen entwickelt werden.

Quelle: berliner-sonntagsblatt.de


17.5.2019 Der Vatikan hat den Freispruch von Pater Hermann Geißler bestätigt, dem Doris Reisinger vorgeworfen hat, sie im Kontext der Beichte sexuell belästigt zu haben. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass "die Umstände der behaupteten schweren Straftat nicht mit ausreichender moralischer Gewissheit bewiesen" seien. Das Verfahren hatte die Apostolische Signatur übernommen, weil Geißler Abteilungsleiter in der üblicherweise zuständigen Glaubenskongregation war. - Doris Reisinger kritisierte die Gerichtsentscheidung, weil sie in das Verfahren nicht eingebunden war, während der Vorermittlungen nicht angehört worden sei und weil und einer der Richter, Giuseppe Sciacca, in freundschaftlichem Kontakt zum "Werk" stand, dem Geißler angehört. Reisinger hatte eine umfangreiche schriftliche Aussage vorgelegt, der auch die Aussage einer weiteren Betroffen beigefügt war, deren Erfahrungen sich bis ins Detail hinein mit denen von Doris Reisinger deckten.

Quelle: kathpress


17.5.2019 Der Papst nahm das Rücktrittsgesuch des brasilianischen Bischofs Vilson Dias de Oliveira, Diözese Limeira, an. Dem Bischof wurde Vertuschung mutmaßlichen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs und Erpressung vorgeworfen.

Oliveira soll nach Aussagen mehrerer Padres Missbrauchsfälle in mehreren Gemeinden gedeckt haben und dafür Schweigegeld verlangt haben. Diese Gelder soll er - Besitzer von zehn Immoblilien - für Feste ausgegeben haben. Nach Aufnahme behördlicher Ermittlungen habe er versucht, mit Hilfe von Drohungen die Zahlungen zu verdecken. Im Februar nahm der Vatikan eigene Ermittlungen auf.

Quelle: Zeit  kathpress


16.5.2019 "Klaus Mertes hat durch sein praktisches Engagement und gleichzeitig durch seine theologischen Analysen die systemischen Gründe des Skandals aufgedeckt", sagte Laudator Magnus Striet anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg an Pater Klaus Mertes. Obwohl er als "kirchlicher Nestbeschmutzer" beschimpft worden sei, höre Mertes seit "zehn Jahren den Opfern zu und half mit, die Schweigespirale in der katholischen Kirche zu durchbrechen".

Quellen: domradio.de  Badische Zeitung


16.5.2019 Informationen zufolge wurde ein Ruhestandspriester der Diözese Würzburg zwei Mal wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Ab 2013 wandte sich Alexandra W. an die Diözese Würzburg und warf dem Ruhestandspriester vor, sie im Exerzitienheim Himmelspforten im Jahr 1988 vergewaltigt zu haben. Ein ehemaliger Schüler des Würzburger Kilianeums wandte sich im Dezember 2017 an die Diözese und beschuldigte den Ruhestandspriester des sexuellen Missbrauchs. Beide Fälle wurden der Staatsanwaltschaft übergeben, die die Akten u.a. wegen Verjährung schloss. Der Fall von Alexandra W. wurde auch kirchenrechtlich untersucht, die Akte auf Empfehlung der Glaubenskongregation Ende 2015 endgültig geschlossen.

Nach Recherchen der Mainpost und von Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, soll der Ruhestandspriester inzwischen den sexuellen Missbrauch des Schülers gestanden haben. Das bischöfliche Ordinariat teilte nun mit: "Unabhängig von dem juristisch bereits abgeschlossenen Fall eines ehemaligen Schülers des Kilianeums wird derzeit gemeinsam mit der Betroffenen [Alexandra W.] überlegt, ob das bereits abgeschlossene Verfahren ... wieder aufgenommen werden soll."

Quelle: Mainpost


16.5.2019 Einem kirchlichen Mitarbeiter der Kirchenstiftung St. Philippus und Jakobus in Altötting, Bistum Passau, wurde wegen "möglichen Missbrauchs einer jungen Frau" fristlos gekündigt. Der Missbrauch soll sich 2006 ereignet haben. Ein weiterer Vorwurf aus dem Jahr 2004 wird ebenfalls geprüft. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Anzeige erstattet.

Quelle: innsalzach24.de


16.5.2019 Ein spanischer Priester aus der Diözese Ciudad Real wurde vom Papst aus dem Klerikerstand entlassen. Ihm wird vorgeworfen, in einem Priesterseminar mehrere Minderjährige missbraucht zu haben. In einem kirchenrechtlichen Verfahren war er bereits zu einem zurückgezogenen Leben verurteilt worden, hielt sich jedoch nicht daran. In einem staatlichen Prozess droht ihm eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Quelle: kathpress.at


16.5.2019 Der frühere Abteilungsleiter der Glaubenskongregation habe sich nicht strafbar gemacht, hat ein Vatikangericht befunden und den Beschuldigten frei gesprochen vom Vorwurf der Belästigung. Das frühere Ordensmitglied Doris Wagner (Reisinger) hat dem Pater vorgeworfen, sie während der Beichte sexuell bedrängt zu haben.

Doris Reisinger berichtet, sie sei von dem Vatikan-Gericht nicht gehört worden. Die Information über das Urteil stamme vom "Das Werk", nicht von der Apostolischen Signatur. Zudem handle es sich nicht um einen „Freispruch“. Vielmehr habe das Gericht beschlossen, nach den Vorermittlungen keinen Prozess zu eröffnen.

Quellen: katholisch.de  twitter.com


16.5.2019 Der französische Orden der "Brüder vom Heiligen Johannes", der 1986 kirchenrechtlich anerkannt wurde, distanziert sich zum Teil vom Ordensgründer Marie-Dominique Philippe. Ihm wird sexueller Missbrauch mehrerer Ordensfrauen über Jahre hinweg vorgeworfen. Außerdem hat er Geistliche ausgebildet und dabei vermittelt, dass eine innige Freundschaft auch Liebesgefühle impliziere. Der Generalprior Francois-Xavier Cazali sagte, die Einflusslinien, die zu sexuellem Missbrauch führten, gingen auf Philippe zurück. Daher könne er nicht als Vorbild gelten. Sein Platz in der Ordensgemeinschaft werde noch diskutiert.

Gegen mehrere Brüder der Gemeinschaft wurden zivile Strafverfahren angestrengt. Zudem laufen etliche kanonische Verfahren in Rom. Es gibt 32 Beschwerden zu Taten an Erwachsenen. 80 % der Taten fanden im Rahmen geistlicher Begleitung statt.

Dem Orden wurde auch vorgeworfen, moralischen Druck auf Mitglieder ausgeübt zu haben und z.B. den Mitgliedern den Kontakt zu ihren Eltern verboten zu haben.Quelle: katholisch.de


16.5.2019 Die katholischen Bischöfe bewerten die Frauen-Aktion "Maria 2.0" sehr unterschiedlich: Sie begrüßen die Aktion (Hildesheim, Osnabrück); sie zeigen Verständnis (Essen, Würzburg, Mainz, Hamburg, Freiburg); sie lehnen sie ab (Aachen, Dresden-Meißen, Regensburg) oder sie beziehen keine Stellung (Münster, Trier, Limburg und andere).

Bischof Ackermann hält Maria 2.0 für "nicht hilfreich".

Quellen: katholisch.de  zdf.de

Kommentar:  Die MHG-Studie hatte festgestellt: "Eine Änderung klerikaler Machtstrukturen erfordert eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Weiheamt des Priesters und dessen Rollenverständnis gegenüber nicht geweihten Personen." (S. 18) Dazu gehört wesentlich auch die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche. Wenn die Mehrheit der katholischen Bischöfe der Frauen-Aktion  "Maria 2.0" indifferent (?) oder ablehnend gegenübersteht, ist kaum zu hoffen, dass die Bischöfe bereit sind, klerikale Machtstrukturen zu verändern, um sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige und schutzbefohlene Erwachsene zu reduzieren.


15.5.2019 Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien geschädigt worden, weil der Heilige Stuhl mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden gemeldet hat. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht.Katholische Kirche soll ihre Archive öffnen – Kläger waren als Kinder missbraucht worden Washington – Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden", heißt es in der am Dienstag (Ortszeit) im US-Staat Minnesota eingereichten Klage. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Die "Praxis" des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht", hieß es in der Klageschrift weiter. Priester verurteilt Ziel sei es, dafür zu sorgen, "dass so etwas nie wieder passiert", sagte Stephen Hoffman, einer der Kläger. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben. Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist." Hoffman und seine Brüder Luke und Benedict waren als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht worden. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Weil es aufhören muss" Ein weiterer Kläger, der inzwischen 51 Jahre alte Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der römisch-katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns." Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich." Meldepflicht eingeführt Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden – allerdings nicht bei den Behörden anzeigen. Die römisch-katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen in aller Welt erschüttert. (APA, 15.5.2019) - derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamen

Katholische Kirche soll ihre Archive öffnen – Kläger waren als Kinder missbraucht worden Washington – Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden", heißt es in der am Dienstag (Ortszeit) im US-Staat Minnesota eingereichten Klage. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Die "Praxis" des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht", hieß es in der Klageschrift weiter. Priester verurteilt Ziel sei es, dafür zu sorgen, "dass so etwas nie wieder passiert", sagte Stephen Hoffman, einer der Kläger. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben. Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist." Hoffman und seine Brüder Luke und Benedict waren als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht worden. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Weil es aufhören muss" Ein weiterer Kläger, der inzwischen 51 Jahre alte Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der römisch-katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns." Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich." Meldepflicht eingeführt Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden – allerdings nicht bei den Behörden anzeigen. Die römisch-katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen in aller Welt erschüttert. (APA, 15.5.2019) - derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamen

tholische Kirche soll ihre Archive öffnen – Kläger waren als Kinder missbraucht worden Washington – Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden", heißt es in der am Dienstag (Ortszeit) im US-Staat Minnesota eingereichten Klage. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Die "Praxis" des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht", hieß es in der Klageschrift weiter. Priester verurteilt Ziel sei es, dafür zu sorgen, "dass so etwas nie wieder passiert", sagte Stephen Hoffman, einer der Kläger. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben. Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist." Hoffman und seine Brüder Luke und Benedict waren als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht worden. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Weil es aufhören muss" Ein weiterer Kläger, der inzwischen 51 Jahre alte Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der römisch-katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns." Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich." Meldepflicht eingeführt Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden – allerdings nicht bei den Behörden anzeigen. Die römisch-katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen in aller Welt erschüttert. (APA, 15.5.2019 - derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamenhttps://derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamen

Quellen: der standard  orf


15.5.2019 Der Luzerner Kirchenrechtler Adrian Loretan weist darauf hin, dass sich die katholische Kirche weltweit für den Schutz der individuellen Menschenrechte einsetzt, nicht jedoch für den Schutz der Menschenrechte innerhalb der katholischen Kirche. Das mache sie unglaubwürdig. Sie müsse das Kirchenrecht ändern, Opfern sexueller Gewalt rechtliches Gehör verschaffen und Rechtsansprüche auf Entschädigung ermöglichen. Diese Aufgabe könnten neu zu schaffende Verwaltungsgerichte übernehmen. Das II. Vatikanische Konzil habe theologisch die Würde der menschlichen Person und deren Rechte, u.a. die gleiche Würde von Mann und Frau anerkannt und betont, dass es keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in der Kirche geben dürfe. Diese menschenrechtlichen Aussagen des Konzils würden aber nicht wirklich rechtlich durchgesetzt. Daher seien die darauf bezogenen Konzilsaussagen Makulatur. Loretan sieht die Langsamkeit Roms und empfiehlt den Bischofskonferenzen oder Partikularkonzilien, voranzugehen. Die notwendige Dezentralisierung der Problemlösungen würde von Papst Franziskus unterstützt (Evangelii Gaudium Nr. 16).

Quelle: feinschwarz.net


15.5.2019 Agnes Wuckelt, Theologin und stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) geht davon aus, dass Frauen in der katholischen Kirche lautlos ausziehen werden und zwar in Scharen, wenn ihr Ruf nach Gleichberechtigung nicht gehört wird.

Quelle: fr.de


15.5.2019 Die Erzdiözese Los Angeles hat sich einem privaten Kompensationsprogramm für Opfer von Diözesanpriestern angeschlossen. Das neue Programm erweitert die Bemühungen der Kirche um Seelsorge (!) und um finanzielle Unterstützung für Opfer. Die Erzdiözese bietet seit vielen Jahren Seelsorge und finanzielle Unterstützung an, versteht aber, dass einige Überlebende keine Hilfe in der Kirche suchen. Daher gibt es nun das Angebot eines "Independent Compensation Program for Victim-Survivors of Sexual Misuse of Minors by Priests", das kirchenunabhängig ist.

Quelle: vaticannews.va


15.5.2019 Die Staatsanwaltschaft Limburg hat die mutmaßlichen Missbrauchsfälle im Bistum Limburg überprüft. Die Vorfälle seien entweder verjährt oder besäßen keine strafrechtliche Relevanz oder seien bereits Gegenstand von Ermittlungen gewesen.

Quelle: mittelhessen.de


14.5.2019 Der Berliner Erzbischof Heiner Koch, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge haben Opfer von Misshandlungen und Medikamentenversuchen aus staatlichen und kirchlichen Behinderteneinrichtungen um Entschuldigung gebeten. Erzbischof Koch sagte, die Betroffenen hätten viel zu lange um Anerkennung kämpfen müssen, aber jetzt stünden "wir" zu der Verantwortung.

Quelle: katholisch.de


14.5.2019 Michael Ebertz, Religionssoziologe und Theologe, über den Zustand der katholischen Kirche: "Kirche in der Krise, doch der Klerus will sich nicht ändern."

Quelle: faz


14.5.2019 Die Kirche in Polen hat ein Denkmal des heiligen Johannes Paul II. im westpolnischen Wallfahrtsort Lichen verhüllt. Das Denkmal zeigt einen Priester, der vor Johannes Paul II. kniet und ihm ein Modell der dortigen Basilika übergibt. Der in dem Denkmal dargestellte Priester, Eugeniusz Makulski (91), wird in dem Dokumentarfilm "SAG ES NIEMANDEM" (Triggergefahr!) von Marek und Tomasz Sekielski des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Inzwischen wurden ihm alle pastoralen Tätigkeiten untersagt. Die für das Denkmal zuständige polnische Provinz des Männerordens der Marianer von der unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria (MIC) werde entscheiden, was mit dem Denkmal geschehen soll.

Der Film zeigt Begegnungen von Opfern pädophiler Priester mit ihren einstigen Peinigern. Einige der Priester gestehen den Missbrauch, bitten um Vergebung und bieten manchmal finanzielle Entschädigung an. Deutlich wird auch, dass beschuldigte Priester in andere Gemeinden versetzt wurden, in denen sie erneut mit Minderjährigen zu tun hatten.

Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, entschuldigte sich bei den Opfern.

Der Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro hat eine Gruppe von Staatsanwälten mit der Analyse der im Film geschilderten Missbrauchsfälle beauftragt. Die Oppositionspartei Bürgerplattform (PO) brachte einen Gesetzentwurf ein, mit dem sie die Verjährung von Sexualverbrechen an Kindern abschaffen will.

Der Krakauer Erzbischof Slawoj  Glodz wurde gefragt, was er von der Dokumentation halte. Er antwortete: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."

Slawoj Leszek Glodz
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."

Quelle: katholisch.de  focus.de


14.5.2019 Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg verleiht Pater Klaus Mertes, SJ,  die Ehrendoktorwürde.

Quelle: Badische Zeitung


14.5.2019 In Lügde haben die Hauptbeschuldigten an mehr als 40 Kindern schwerste Missbrauchshandlungen begangen. Einer der Hauptbeschuldigten soll Kinder gezwungen haben, an anderen Kindern sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Quelle: Süddeutsche


13.5.2019 Hinweis auf den Dokumentarfilm von Christoph Röhl über den Aufstieg und Fall von Joseph Ratzinger „Verteidiger des Glaubens“.

Quelle: welt.de


13.5.2019 Einem früheren kath. Priester in Warendorf, Bistum Münster, wird von einem heute 58-Jährigen vorgeworfen, Nacktfotos von dem damals 20-Jährigen nach einem von mehreren seelsorgerlichen Gesprächen gemacht zu haben. Der junge Mann war so konsterniert gewesen, dass er der Forderung, sich auszuziehen und fotografieren zu lassen, gefolgt sei. Obwohl der junge Mann sich danach zurückgezogen habe, habe der Pfarrer ihm mehrere persönliche und und unmissverständlich schwärmerische Briefe geschrieben. Es gibt den Hinweis, auf einen weiteren Betroffenen.

Der Pfarrer war auch in Kranenburg, in Ahlen und St. Viktor Xanten, im Altkreis Moers, in Xanten, in Warendorf, in Büderisch, im Kreis Wesel und in Ginderich tätig. Das Bistum teilte mit, dass erste Vorwürfe 2011 bekannt wurden. Das Bistum will dem Betroffenen, der die Meldung gemacht hat, seinem Wunsch entsprechend die Kontaktaufnahme zu weiteren möglichen Betroffenen ermöglichen.

Quelle: wn.de  rp-online.d4 14.5.2019


9.5.2019 Mehrere argentinische Opferorganisationen - "Iglesia sin Abusos" und "Bishop Accountability" - wollen mit dem Papst sprechen. Sie machten eine Kundgebung vor dem Gebäude des Erzbistums Mendoza, und vor dem Instituto Provolo in Lujan de Cuyo, Argentinien. Dort sollen Priester taubstumme Kinder missbraucht haben. Zuletzt seien zwei der beschuldigten Priester nach Italien versetzt worden, gegen die konkrete Missbrauchsvorwürfe vorlägen. Die argentinische Justiz könne die beiden Geistlichen zwar verhaften lassen, habe aber keinen Zugriff auf sie, weil sie sich außer Landes befänden. Die Opfergruppen beklagen eine schleppende juristische Aufklärung und den Mangel an Unterstützung für die taubstummen Leidtragenden nach der Schließung des Instituts 2016. Anne Barrett Doyle, "Bishop Accountability", macht Papst Franziskus und seinen Vorgänger für die Vorfälle im Instituto Provolo mitverantwortlich. Beide hätten gewusst, dass ein umstrittener Geistlicher dort tätig gewesen sein.

Quelle: Domradio


9.5.2019 Der Papst hat das Motu Proprio "Vos estis lux mundi" veröffentlicht. Neue Regelungen gelten:

  • Innerkirchliche Meldepflicht für Missbrauchsfälle: Alle Kleriker und Ordensleute sind verpflichtet, „unverzüglich alle ihnen bekannt gewordenen Berichte über Missbrauch" zu melden. Sie müssen auch jeden Versuch, eine Tat zu vertuschen und den Täter zu decken, melden. Laien sind zur Meldung angehalten. Ob die Meldepflicht auch für Missbrauchstäten in katholischen Laiengruppierungen gilt, scheint unklar.
  • Das Motu Proprio umfasst sexuelle Gewalt und Missbrauch von Autorität an Minderjährigen (bis 18 Jahre), an  schutzbedürftigen Menschen, an Ordensleuten und volljährigen Seminaristen und Novizen.

  • Einrichtung verpflichtender Anlaufstellen in jedem Bistum bis Juni 2020, die der Öffentlichkeit leicht zugänglich sein müssen. Dass die Anlaufstellen unabhängig sein müssen, wird nicht vorausgesetzt. Opfer müssen vor Vergeltungsmaßnahmen geschützt sein und dürfen keiner Diskriminierung ausgesetzt sein. Sie unterliegen keinerlei Schweigepflicht zum Inhalt der Vorwürfe. Damit wird das bisher geltende Päpstliche Geheimnis in Missbrauchsfällen aufgehoben. Die Opfer und ihre Familien müssen "mit Würde und Respekt behandelt werden und angemessene spirituelle (!), medizinische und psychologische Unterstützung erhalten".
  • Verfahren zum Umgang mit Vorwürfen gegen Bischöfe. In Verfahren gegen Bischöfe, die Zivilermittlungen oder kanonische, administrative oder strafrechtliche Ermittlungen gegen Kleriker oder Ordensleute in Bezug auf die Verbrechen des sexuellen Missbrauchs stören oder umgehen, muss der Erzbischof der Metropolie (Erzbischöfe von Köln, München, Hamburg, Berlin, Paderborn, Bamberg und Freiburg) Ermittlungen durchführen und innerhalb von 30 Tagen melden. Das zuständige Dikasterium informiert das mutmaßliche Opfer binnen 90 Tagen über den Stand der Voruntersuchungen. Wenn einem Bischof Vertuschung nachgewiesen wird, gelten die bereits existierenden kanonischen Vorschriften. (Ob Bischöfe gegen ihresgleichen vorgehen werden, bleibt abzuwarten.)
  • Meldepflichtig sind Missbrauchsfälle an zuständige zivile Behörden nur, wenn der Staat eine Meldepflicht vorsieht. (In Deutschland sind Mitarbeiter*innen der Kirchen nicht dazu verpflichtet, Straftaten anzuzeigen.)
  • Das Gesetz gilt ab 1. Juni 2019. Es bezieht sich nicht auf vorher stattgefundene Vertuschungen und Missbrauchsfälle.
  • Die kirchenrechtloch vorgesehenen Strafen (Höchststrafe: Laisierung) wurden nicht verändert.

Quellen: vaticannews.va


9.5.2019 Die Oberstaatsanwältin Andrea Grape teilte mit, dass sie bei dem Eichstätter Diözesanpriester keinen Anfangsverdacht sieht. Dem Priester war vorgeworfen worden, einen Untergebenen sexuell bedrängt zu haben. Bereits 2012 seien erste Vorwürfe über das Portal kreuz.net öffentlich geworde. Der Priester spricht von einer „böswilligen Verleumdung“. Er lässt seine kirchlichen Ämter bis zur Klärung der Anschuldigungen ruhen.

Quelle: donaukurier.de  vaticannews


8.5.2019 Im Erzbistum Köln sagt Pater Romano Christen vor Priesteramtskandidaten, Homosexualität sei nicht angeboren, sondern die Folge einer psychologischen (Fehl)Entwicklung. Homosexuelle Liebe sei weniger eine reale Begegnung mit einem Du, sondern "eine narzisstische Suche". Die "Fixierung auf die Lust" solle "die eigene innere Wunde heilen und das Selbstmitleid stillen". Homosexualität sei heilbar. Pater Christen ist seit 2015 Direktor des Erzbischöflichen Theologenkonviktes Collegium Albertinum und seit 1998 Geistlicher Leiter der dt. Abteilung der Bewegung "Communione e Liberazione".

Quelle: Süddeutsche


8.5.2019 Papst Franziskus sagte, zu einem möglichen Diakonat der Frau in der katholischen Kirche gebe es "in absehbarer Zeit keine Entscheidung". Zwar habe die von ihm eingesetzte Kommission ihre Arbeit beendet, sei aber zu keinen gemeinsamen Schlussfolgerungen gekommen. Es brauche weitere Studien.

Quelle: kathpress

Ohne Kommentar


8.5.2019 Argentinische Missbrauchsopfer von Klerikern haben Papst Franziskus aufgefordert, sie persönlich im Vatikan zu empfangen. Peter Isley von ECA sagt, der Papst sei "nicht in der Lage, mit den Opfern von Missbrauch in seinem Heimatland eine Beziehung aufzubauen".

Quelle: religion.orf.at


8.5.2019 Sonja Strube analysiert das rechte katholische Spektrum mit der Erklärung von Adorno zur autoritären Persönlichkeit.

Quelle: katholisch.de


7.5.2019 Am 13. Mai soll die Entscheidung fallen, mit welcher "Geste" die Opfer der "Colonia Dignidad" bedacht werden sollen. Von Entschädigung ist keine Rede, weil damit ein Präzedenzfall für andere Opfer geschaffen würde, z.B. für Hereros, Namibia. Im Gespräch ist eine einmalige Zahlung von ca 5.000 Euro.

Quelle: tagesschau.de


7.5.2019 Seit 2017 gibt es einen Missbrauchsverdacht gegen den griechisch-katholischen Bischof von Kosice/Slowakei, Milan Chautur. Nun hat der Apostolische Nuntius in Großbritannien, Erzbischof Edward Joseph Adams, der Klägerin Martina O'Connor mitgeteilt, dass die Glaubenskongregation die kanonische Untersuchung ihres Falles eingeleitet habe. 2017 wiesen die Behörden die Anschuldigungen zurück, gaben jedoch Ende 2018 bekannt, dass der Fall neu aufgerollt werde. Der Bischof hält es für etwas Normales, ein sechsjähriges Mädchen an den Brüsten und am Gesäß anzufassen. Die katholische Bischofskonferenz steht ebenso wie die meisten Gläubigen hinter dem Beschuldigten.

Quelle: kathpress


7.5.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 41-Jährigen, der mindestens vier Jungen zwischen neun und elf Jahren missbraucht haben soll. Die Taten sollen zwischen 2009 und 2013 im Pfadfinderstamm Lazarus von Schwendi der evangelischen Kirchengemeinde Staufen und zwischen 2014 und 2018 in der Freizeit stattgefunden haben. Hinweise auf Mittäter gebe es nicht. Der Verdächtige musste sich bereits in einem Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs in den Jahren 2004 bis 2007 verantworten. Damals wurde er freigesprochen, weil Aussage gegen Aussage stand. - Gegen einen zweiten Betreuer der Pfadfinder in Staufen wird wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vor sechs oder sieben Jahren an einem damals 13 und 14 Jahre alten Mädchen ermittelt. - Einen Zusammenhang zwischen einem Missbrauchsfall, der sich 2015 bis 2017 in Staufen ereignete, gibt es nicht. Die Frau und ihr Lebensgefährte hatten ihren Sohn jahrelang vergewaltigt und anderen zum Missbrauch überlassen.

Quelle: Spiegel.de


7.5.2019 Die chilenische Bischofskonferenz und die Staatsanwaltschaft hatten vor einer Woche ein Abkommen getroffen. Damit sollte der Wille der katholischen Kirche in Chile dokumentiert werden, dass sie bei der Aufklärung von priesterlichen Missbrauchsfällen mit den staatlichen Behörden zusammenarbeite. Vorgesehen war, dass die Kirczhe den Ermittlungsbehörden gezielt Informationen übermitteln, um die Missbrauchsaufklärung voranzutreiben. Durchgesetzt hat sich die Lesart, die Kirche könne von der Staatsanwaltschaft eine Art Sonderstatus erwarten. Opferverbände kritisierten die Regelung scharf. Nach Gesprächen mit Opfergruppen kündigte der Generalstaatswanwalt Jorge Abbott das Abkommen. Der Staatsanwaltschaft sagte, sein Fehler sei gewesen, das Abkommen ohne vorherige Anhörung der Opfer getroffen zu haben.- Derzeit ermittelt die chilenische Justiz Laut Medienberichten ermittelt die Justiz derzeit in mehr als 150 Fällen gegen mehr als 200 Kirchenmitarbeiter. Gegen ranghohe Kirchenvertreter laufen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vertuschung.

Quelle: katholisch.de


7.5.2019 Die Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann und Jürgen Bärsch weisen darauf hin, dass Aspekte der Liturgie Machtvorstellungen bei Priestern begünstigen können und zu einer "Habitualisierung von Selbstüberschätzung über den Gottesdienst hinaus" führen könne.

Quelle: katholisch.de


6.5.2019 Der Kirchenhistoriker Hubertus Wolf erinnert an vergessene Optionen in der Tradition der Kirche. Sie könnten "das Gesicht der Kirche nachdrücklich verändern, ohne dadurch ihre Katholizität infrage zu stellen". Vielmehr könne sie "aus der Vielfalt ihrer Tradition schöpfen."
Quelle: kathpress


6.5.2019 Bischof Bode sagte anlässlich eines Gesprächs in einer Kirchengemeinde, in der ein Priester Kinder missbraucht hat: "Wir dürfen nicht in der Verstörung gefangen bleiben ... Wir kommen nicht weiter, wenn wir aus dem Vertrauensverlust nicht wieder herauskommen. Versöhnung und Heilung müssen möglich werden."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Bischof Bode übersieht, dass es zwar für viele Betroffene Besserung gibt, jedoch keine Heilung. Und er unterschätzt die Schwierigkeit der Versöhnung mit Tätern, die sich chronisch für unschuldig halten und die Versöhnung mit  Kirchenleitungen, die die Täter jahrzehntelang schützten und nur zögernd, unwillig, unter Druck oder gar nicht bereit sind, ihre Verantwortung für Vertuschung zu bekennen und Konsequenzen zu ziehen. Richtig ist, dass Kirche nicht "in der Verstörung gefangen bleiben" darf. Sie könnte z.B. offensiv auf Betroffene zugehen und mit ihnen zusammen überlegen, wie sie unterstützt werden können.


6.5.2019 Ein ehemaliger Pfadfinder und früherer Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Staufen, Badische Landeskirche, sitzt wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder seit etwa einem Monat in U-Haft. Die Fälle sollen sechs und mehr Jahre zurückreichen, aber auch noch im Herbst 2018 begangen worden sein. Die Badische Landeskirche teilte mit, dass der Beschuldigte seit mehreren Jahren nicht mehr in einem kirchlichen Arbeitsverhältnis stehe.

Quelle: suedkurier.de


6.5.2019 Papst Franziskus hat einen 43-jährigen Priester der Gemeinschaft "Piccola Casetta di Nazareth", bei Neapel, aus dem Klerikerstand entlassen. Der Priester soll ein 14-jähriges Mädchen während einer Dämonenaustreibung mit Schlägen und Anspucken misshandelt haben. Außerdem wird er sexueller Übergriffe gegen zwei weibliche Jugendliche beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft ist seit Februar 2018 eingeschaltet. Der Bischof von Aversa hatte den Geistlichen zuvor suspendiert. Mitangeklagt sind die Eltern des Exorzismus-Opfers und der Lewiter der örtlichen Polizeikommission, der der "sektenähnlichen Gemeindschaft" angehört und Ermittlungen verhindert haben soll.

Quelle: katholisch.de


6.5.2019 Ab heute können sich Menschen, die in Sportvereinen Missbrauch erlitten haben, bei der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch melden und ihre Geschichte in vertraulichen Anhörungen erzählen. Die Vorsitzende, Sabine Andresen, geht davon aus, dass die Dimension der Übergriffe im Sport ähnlich groß ist wie in der katholischen Kirche.

Quellen: deutschlandfunk.de  Bericht einer Betroffenen - Triggergefahr

s. auch die vorläufigen Ergebnisse einer Studie 2016 der Deutschen Sportjugend.


5.5.2019 Evangelische Morgenfeier von Kirchenrätin Melitta Müller-Hansen, München, Sonntag Misericordias Domini:   Vom guten Hirten (Joh 10, 11-18) 


4.5.2019 Wort zum Sonntag von Veronika Jehle: "Meinen Gott finde ich bei den Opfern. Und überall, wo die Kirche dort nicht ist, führt sie sich ad absurdum."

Quelle: kath.ch


4.5.2019 Das Bistum Münster geht neuen Hinweisen auf sexuellen Missbrauch durch einen Priester nach. Aus dem Kreis Kleve meldeten sich zwei mutmaßliche Opfer des Geistlichen mit neuen Anschuldigungen. Einer der Betroffenen habe angegeben, den Missbrauch bereits im Jahr 1993 mitgeteilt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt lebte der beschuldigte Priester noch. Bislang hatte das Bistum erklärt, dass es weder zu seinen Lebzeiten Hinweise gab noch sich Hinweise in seiner Personalakte befinden. Diese Aussage ist inzw. von der Internetseite des Bistums entfernt worden.

Quelle: www1.wdr.de


4.5.2019 Werner Busch setzt sich mit Kardinal Ratzingers Missbrauchstext und Drewermanns Neuauflage des Kleriker-Buchs auseinander und stellt fest, dass weder die Flucht in die Entweltlichung noch die Verabsolutierung des psychotherapeutischen Blickwinkels im Umgang mit den kirchlichen Missbrauchsfällen hilft. Helfen könne "die Liebe zur Wahrheit und das Ringen um Gerechtigkeit".

Quelle: feinschwarz.net


3.5.2019 Erzbischof Gänswein berichtet, dass die Stellungnahme von Kardinal Ratzinger zum Missbrauchsskandal mit Papst Franziskus abgesprochen worden sei.

Quelle: vaticannews


3.5.2019 Der Internationalen Vereinigung von Generaloberinnen (UISG) wurden im vergangenen halben Jahr kaum neue Fälle sexuellen Missbrauchs an Ordensfrauen gemeldet. Berichte über "unangemessene Annäherungen" häuften sich jedoch. Die UISG umfasst fast 2000 Orden, die mehr als 450.000 Ordensfrauen weltweit vertreten.

Quelle: katholisch.de


3.5.2019 Das Verfahren gegen den Düsseldorfer Stadtdechanten, Erzbistum Köln, wegen sexueller Belästigung eines Erwachsenen wurde eingestellt. Das Erzbistum Köln kündigte zugleich ein kirchenrechtliches Verfahren an. Weitere Vorwürfe werden derzeit noch ermittelt.

Quelle: katholisch.de


2.5.2019 Die katholische Kirche in Australien lässt die Strukturen in Bistümern, Gemeinden und Orden von einem Expertengremium überprüfen. Ziel seien Verbesserungen etwa in Sachen Transparenz, Verantwortlichkeit und Mitwirkung der Laien.

Quelle: vaticannews


1.5.2019 Pater Hans Zollner kritisiert die stockende Missbrauchsaufarbeitung in den Kirchen Mittel- und Osteuropas. Die Ursache sieht er darin, dass es in ehemals kommunistischen Staaten schwierig sei, mit staatlichen Stellen, speziell der Polizei, zusammenzuarbeiten. Dort habe man als Katholik*in ein kirchenfeindliches und kirchenzerstörerisches Klima erlebt und die Kirche als einzigen Ort der Freiheit erlebt. Dass die deutschen Bischöfe nur aufgrund gesellschaftlichen Drucks gegen Missbrauch vorgingen, sei ein falscher Eindruck. Alle Bischöfe seien betroffen und berührt, aber "wir" schafften "es nicht, das auch emotional authentisch zu kommunizieren".

Quelle: vaticannews


30.4.2019 Generalvikar Klaus Pfeffer, Bistum Essen, hat Verständnis für den Ärger der Gläubigen über die schleppende Aufklärung von Missbrauchsfällen. Er ist enttäuscht, wie schwer sich die Bischofskonferenz tue. Zurückhaltend ist er bei einer Beurteilung des Handelns früherer Essener Bischöfe. Da gehe es vor allem um Bischof Hengsbach. - Das Bistum Essen (gegr. 1958) nennt 85 Opfer von sexuellen Übergriffen und 60 beschuldigte Geistliche. 19 Priester seien verurteilt worden: sieben von ihnen straf- und kirchenrechtlich, vier nur strafrechtlich und acht nur kirchenrechtlich. Bei den übrigen 41 Priester gebe es ernstzunehmende Hinweise auf Missbrauchstaten.

Quelle: waz

Kommentar: Wo die 29 Missbrauchsmeldungen aus dem Jahr 2018, von denen zwölf das Ruhrbistumbetreffen, geblieben sind, wird nicht erklärt.


30.4.2019 Die Frauenbeilage des „Osservatore Romano“ hat eine neue Redaktion. Die Leiterin ist die italienische Journalistin Rita Pinci. Der Redaktion gehören auch die deutsche Kunsthistorikerin Yvonne Dohna Schlobitten und die iranische Islamwissenschaftlerin Shahrzad Houshmand Zadeh an. Unter den vier nicht aus Italien stammenden neuen Mitarbeitern ist auch die Spanierin Marta Rodríguez Díaz von der Universität der konservativen Ordensgemeinschaft Legionäre Christi in Rom.

Quelle: faz.net


30.4.2019 Pater Zollner sagt, die katholische Kirche müsse rasch klären, welche Sanktionen Bischöfe zu erwarten haben, die Missbrauch vertuschen. Das hatte er bereits Anfang Juni 2016 festgestellt. Zudem fordert er, dass "wir" zugeben müssten, dass "wir" "wegen des Missbrauchs in einer Krise stecken."

Quelle: domradio


30.4.2019 Gegen einen Vertrauten des ehemaligen Papstes Benedikt XVI., der heute als Domkapitular im Bistum Eichstätt arbeitet, erhebt ein Priester den Vorwurf, von dem Vorgesetzten sexuell bedrängt worden zu sein. Sein Fall sei im Vatikan bekannt, es lägen medizinische Unterlagen vor, die die Vorwürfe belegten. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Sein Anwalt spricht von "böswilliger Verleumdung". Im Bistum Eichstätt sollen bereits 2012 Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Beschuldigten gegenüber Erwachsenen eingegangen sein. Untersuchungen hätten die Vorwürfe nicht bestätigt, es sei auch kein Handeln im Sinne der Leitlinien nötig gewesen. (Die Leitlinien von 2010, die 2012 gültig waren, galten nur im Blick auf Minderjährige, nicht im Blick auf erwachsene Schutzbefohlene oder Untergebene.)

Quelle: katholisch.de


29.4.2019 In Spanien wurde Joaquín Benítez, ein ehemaliger Lehrer an einer Ordensschule der Maristen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 21 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er hatte 4 Opfer, an die er 120.000 Euro zahlen muss; wenn er zahlungsunfähig ist, muss der Orden einspringen. Bereits verjährte weitere Missbrauchsfälle wurden nicht verhandelt.

Quelle: welt.de


29.4.2019 Gegen elf Priester des Erzbistums Paderborn wird von den örtlichen Staatsanwaltschaften wegen Missbrauchsvorwürfen ermittelt. Geprüft werden Verjährungsfristen und Tatnachweise in den elf Fällen, in denen die Beschuldigten noch am Leben sind und nicht bereits Gegenstand eines Strafverfahrens waren.

In weiteren acht Verfahren sind die Beschuldigten unbekannt. In einem aktuellen Fall wird derzeit ermittelt. Bereits im Januar 2019 waren zwei weitere neue Missbrauchsrfälle bekanntgeworden. Die Ermittlungen richten sich gegen einen Priester und einen Kirchenmitarbeiter.

Quelle: Mindener Tageblatt


29.4.2019 Bischof Bode, Osnabrück, besucht Kirchengemeinden in Osterbrock, Meppen, Hagen-Gellenbeck und Merzen. Das sind Gemeinden, in denen Priester Minderjährige sexuell missbraucht haben.

Quelle: domradio


29.4.21019 Die 22 katholischen Akademien in Deutschland haben die Initiative "Strukturen des Missbrauchs überwinden" gestartet. Sie wollen Debatten über Macht in der Kirche, Sexualmoral, priesterliche Lebensform forcieren.

Quelle: domradio


29.4.2019 Bischof Hanke, Eichstätt, bekennt sich mitschuldig an der Vertuschung kirchlicher Missbrauchsfälle. Die kirchliche Reaktion auf entsprechende Fälle in der Vergangenheit sei "sicher ein Beleg dafür, dass die Institution Kirche an der eigenen Selbstfixierung" leide. Es habe ein Bewusstsein dafür gefehlt, wie verheerend ein falscher Umgang mit Missbrauchstätern sein könne. "Ich spreche hier kein Schuldurteil über andere, ich schließe mich selber ein", so Hanke wörtlich.

Quelle: katholisch.de


28.4.2019 Im Jahr 2015 informierte der Sekretär des Bischofs Zanchetta von Oran u.a. den Generalvikar Manzano über Nackfotos des Bischofs und Fotos homosexueller Handlungen. Diese informierten andere argentinische Bischöfe. Danach wurde die apostolische Nuntiatur informiert, die um Berichte bat. Anfang 2015 wurde Zanchetta in den Vatikan beordert, kehrte aber auf seinen Bischofsposten zurück. Im Jahr 2016 schickten zwei Generalvikare des Bistums Oran, der Rektor des Priesterseminars und zwei weitere Priester einen Bericht an den Vatikan, in dem sie von Übergriffen des Bischofs Zanchetta in einem Priesterseminar berichteten. Der Bericht blieb folgenlos. 2017 schickten sie einen zweiten Bericht, in dem auch von sexuellem Missbrauch durch Zanchetta berichtet wurde. Eine Journalistin berichtete darüber, die Kirche verschwieg die Vorwürfe jedoch. Papst Franziskus holte Zanchetta nach Rom und schuf ihm eine neue Stelle in der Güterverwaltung des Päpstlichen Stuhls. Erst als "El Tribuno" Ende 2018 die wahren Gründe für den Rücktritt Zanchettas vom Bischofsamt öffentlich machte,  ging der Vatikan Anfang 2019 an die Öffentlichkeit. Erst in den letzten Monaten des Jahres 2018 habe der Vatikan von den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs erfahren. Inzwischen haben zwei Seminaristen Anzeige gegen Zanchetta erhoben. Als Erzbischof Bergoglio an der Spitze der argentinischen Kirche stand, war Zanchetta  Sekretär der argentinischen Bischofskonferenz. Der Verdacht drängt sich auf, dass Papst Franziskus den Bischof Zanchetta und die Kirche schützen wollte, indem er den Bischof in den Vatikan holte.

Quelle: www1.wdr.de


27.4.2019 Ein Pfarrer aus dem Bistum Limburg steht im Verdacht, sein Pflegekind, einen verwaisten Neffen, zwischen 1986 und 1993 sexuell missbraucht zu haben. Die FAZ berichtete, dass leitende Mitarbeiter des Bistums Limburg - auch der damalige Personalchef und Domkapitular Helmut Wanka - 1997 von dem Missbrauch erfahren hätten. Eine Notiz in der Personalakte gab es nicht. Der Beschuldigte wurde 1999 nach Eppstein versetzt. Die Gremien und die pastoralen Mitarbeiter*innen wurden nicht informiert. Verantwortlicher Bischof war zu jener Zeit Franz Kamphaus.

Der Diakon Mathias Wolf, der als Pastoralreferent in Eppstein zur Zeit des Beschuldigten tätig war, sagt: "Das ist die Kernschmelze des Vertrauens... Nicht nur die Leute glauben uns nicht mehr, auch die Mitarbeiter glauben der Institution nicht mehr."

Quelle: fnp


27.4.2019 Die Erzdiözese New York hat 120 Namen von Diakonen, Priestern und Bischöfen veröffentlicht, die mutmaßliche Missbrauchstäter sind. Kardinal Dolan sagt, kein Geistlicher, gegen den ein Vorwurf besteht, übe sein Amt aus. Derzeit gibt es im Bistum New York 1605 Priester, Ordenspriester und Diakone.

Quelle: domradio.de


27.4.2019 "Das Werk" hat in einer einstweiligen Verfügung gegen den Film "Gottes missbrauchte Dienerinnen" dessen Bereitstellung in der Arte-Mediathek geklagt. In dem FIlm werden falsche Anschuldigungen gegen einen Priester der Gemeinschaft, der bis vor kurzem leitend an der Glaubenskongregation tätig war, vorgebracht. Arte will Widerspruch einlegen.

Quelle: katholisch.de


26.4.2019 Der Richter Thomas Fischer beschreibt die katholische Kirche als verbrecherische Parallelgesellschaft: Mitten in Deutschland hat, vom Rechtsstaat unbehelligt und von den Polizeibehörden bewusst oder unbewusst ignoriert, über Jahrzehnte eine Parallelgesellschaft ihr Wesen treiben können, die, soweit erkennbar, die Begehung schlimmer Verbrechen erstens strukturell gefördert und zweitens systematisch und vorsätzlich vertuscht hat." 

Quelle: spiegel.de


26.4.2019 Michael Seewald, Dogmatikprofessor in Münster, macht sich Gedanken darüber, wie die katholische Kirche sich demokratisieren könne. Er stellt fest, dass im "verbindlichen synodalen Weg" die Rechte von Frauen nicht vorkommen. Der synodale Weg soll sich den Themen "Macht, priesterliche Lebensform und Sexualmoral" widmen. Wer an diesem Weg beteiligt ist, ist noch unklar. Seewald stellt fest, dass das Versprechen der Bischöfe, sie täten alles, um Missbrauch in der Kirche aufzuklären, bisher wenig wert ist, weil es keine Kultur der Offenheit in der Kirche gibt. Seewald fordert auch, dass die Bischöfe auf Tabuisierungen aller Art verzichten müssten "und die außer Rand und Band geratene Kurie in die Schranken weisen" müssten. Die Bischöfe dürften auch nicht nur wie bisher den Gläubigen sagen, was universalkirchlich nicht möglich ist. Seewald benennt , was mutige Bischöfe tun müssten: "Nun kommt es darauf an, dass sie auf universalkirchlicher Ebene auch deutlich machen, was ortskirchlich nicht mehr akzeptabel ist. Nur, wenn die Bischöfe diese Kraft aufbringen, hat der synodale Weg eine Chance."

Quelle: Süddeutsche


25.4.2019 Bischof Antonino Raspanti, Acireale in Süditalien, muss vor Gericht aussagen im Fall des Vorwurfs an den Führer der katholischen Vereinigung "Catholic Culture and Environment Association (ACCA)", Piero Alfio Capuana, sieben minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Die Gruppe glaubt, dass Capuana die Reinkarnation des Erzengels Michael sei und dass er mit der Jungfrau Maria spreche. Gegründet wurde die Vereinigung 1974 durch den katholischen Priester Pater Stefano Cavalli, der sich als spirituellen Sohn von Padre Pio betrachtete. Die katholische Kirche unterstützte - trotz Besorgnis über die hierarchische Struktur - die Gruppe durch Bereitstellung von Räumen in einer katholischen Pfarrei und die Bekanntgabe von Aktivitäten in der offiziellen Diözesanzeitung. Mitglieder der Gruppe durften nur bei bestimmten Priestern beichten. Einer von ihnen, Pater Orazio Caputo, brach vermutlich das Beichtgeheimnis, um ACCA-Mitglieder vor den polizeilichen Ermittlungen zu warnen. Gegen ihn läuft ein ziviler und ein kirchlicher Prozess.

Quelle: Cruxnow


25.4.2019 Die Boy Scouts of America listen 7 819 Täter und 12 254 Opfer sexuellen Missbrauchs auf. Die Dunkelziffer dürfte erheblich sein. In einigen US-Bundesstaaten wurde die Verjährungsfrist für einen gewissen Zeitraum ausgesetzt. Dann können Opfer klagen, auch wenn verjährte Taten betroffen sind. Beobachter erwarten viele Klagen.

Quelle: NZZ  faz.net 24.4.2019


25.4.2019 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, fordert ein Eingreifen der Politik, nachdem der Kriminologe Christian Pfeiffer die Bischofskonferenz belastet hat, von einem Schweigegeld-Angebot in Höhe von 120.000 Euro, moralischer Erpressung und versuchter Nötigung im gescheiterten Forschungsprojekt mit der KFN gesprochen hat. Namentlich erwähnt er Bischof Ackermann, in dessen Anwesenheit das Schweigegeldangebot gemacht worden sei und Kardinal Marx mit Blick auf Zensur- und Kontrollwünsche der Bischöfe.

Katsch hält es für wichtig, dass die Kirche jetzt auf die Enthüllungen und Vorwürfe Pfeiffers reagieren müsse und z.B. damalige Fehler beim Umgang mit der ersten Studie und Pfeiffer einräumen müsse. Pfeiffer meint, "eigentlich" müssten die Bischöfe Ackermann und Marx zurücktreten, weil sie ihre Glaubwürdigkeit verloren haben. Kardinal Marx könne nicht in Rom von Transparenz reden und den von ihm in Auftrag gegebenen Untersuchungsbericht des Erzbistums München-Freising geheimhalten. Kritiker gehen davon aus, dass mit der Nicht-Veröffentlichung des Münchner Westpfahl-Gutachtens Kardinal Ratzinger geschützt werden solle.

Quelle: Neues Ruhrwort


25.4.2019 Dr. August H. Leugers-Scherzberg, Historiker, nennt als Voraussetzung für gelingende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche kirchenunabhängige Organe, die eine umfassende juristische und (sozial-)wissenschaftliche Aufarbeitung leisten. Diese Aufarbeitung beinhalte, dass gegenwärtige Leitungspersonen als Täter und Vertuscher disziplinarisch und moralisch zur Rechenschaft gezogen werden.Zugleich müsste die absolutistische Herrschaft in der Kath. Kirche durch die Implementierung von Rechtsstaatlichkeit überwunden werden. Leugers-Scherzberg sieht, dass die Kath. Kirche weiterhin zu einer Bewältigung in Eigenregie tendiere. Ob die in Aussicht gestellte kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit tatsächlich eine unabhängige Gerichtsbarkeit werden solle, sei nicht klar. Entscheidend sei, ob die in Lingen in Aussicht gestellte unabhängige Aufarbeitungskommission zustande komme. Kommt die unabhängige Aufarbeitungskommission nicht zustande, sondern nur ein apologetisches Institut, dann laufe "der derzeitige Aktionismus in eine kirchliche Vergangenheitspolitik ..., die lediglich dazu dient, das System autoritärer Herrschaft aufrechtzuerhalten."

Quelle: feinschwarz.net


24.4.2019 Der Erzbischof von Kapstadt, Stephen Brislin, kritisiert, dass es bisher nur an wenigen Orten ein Regelwerk zum Umgang mit Missbrauch durch Geistliche gebe. Nur wenige afrikanische Länder seien dem Ruf des Vatikan gefolgt und hätten in den vergangenen Jahren ein Regelwerk zum Umgang mit Missbrauch durch Geistliche erlassen. Ein Grund dafür sei die fehlende Hilfe für die Kirche vor Ort. EIn anderer Grund seien Differenzen im kulturellen Verständnis, wie mit Missbrauch umzugehen sei.Das bedeute nicht, dass solche Fälle nicht geahndet würden, "aber eben auf andere Weise". Brislin sagte auch, dass der Missbrauch von Ordensfrauen die katholische Kirche in Afrika in den kommenden Jahren vermehrt beschäftigen werde.

Quelle: katholisch.de


24.4.2019 Seit einigen Jahren forscht Isabelle Jonveaux international zum Leben von Ordensleuten sowie zu deren Gemeinschaftsformen und zum Leben in Klöstern. Sie analysiert angesichts der offenbar gewordenen Fälle von Missbrauch an Ordensfrauen Strukturen von Frauengemeinschaften und benennt Zusammenhänge.

Quelle: feinschwarz.net


22.4.2019 Eugen Drewermann sagt im Vorwort zu seinem neu aufgelegten Kleriker-Buch: Die Kleriker leiden am meisten an der katholischen Kirche.“ Das bürgerliche Bewusstsein baue darauf, dass die Welt in Gut und Böse eingeteilt werde und der Mensch frei sei. Im Christentum sei das anders, sagt Drewermann: "Die Menschen, die Böses tun, sind nicht böse. Sie wollen das nicht. Sie sind im Grunde wie Verlorene, Verlaufene, Verzweifelte. Und wie geht man sie jetzt suchen, um sie zurückzuholen? Das wäre die Aufgabe, aber nicht den Stab über sie zu brechen oder auf sie draufzuhauen." Drewermann plädiert dafür, dass die Opfer ihre Hilflosigkeit von damals verstehen und damit zugleich "die Hilflosigkeit dessen zu verstehen, der es ihm angetan hat. Und wirkliche Versöhnung mit sich selber ist identisch mit der Versöhnung dann auch des anderen."

Quelle: deutschlandfunk.de

Kommentar: Es gehört zu den Grundlagen jüdisch-christlichen Denkens, dass Menschen in der Lage sind, Gutes von Bösem zu unterscheiden. Diese Möglichkeit der Unterscheidung erlaubt denen, die unter den bösen Taten anderer leiden, die Taten und die Täter anzuklagen. Ein Opfer ist nicht weniger Opfer, wenn der Täter unter inneren und äußeren, systemischen Zwängen gehandelt hat. 


Karfreitag: "In der Gewissheit, dass der Vater [Gott] dich [Jesus] nicht verlassen hat, hast du die Kraft gefunden, seinen Willen anzunehmen, indem du vergeben und geliebt hast." So betet Papst Franziskus mit den Worten von Eugenia Bonetti beim Kreuzweg in Rom.

Quelle: vatican.va

Kommentar: Die Evangelisten widersetzen sich diesen Aussagen. Im Matthäus- und Markusevangelium fragt Jesus dezidiert: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"  (Mt2,46; Mk 15,34). Im Lukasevangelium betet Jesus:  "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" (Lk 23, 34). Nicht Jesus verzeiht, er bittet Gott, seinen Mördern zu verzeihen. Das ist ein Unterschied. Das Johannesevangelium schweigt vollständig zu beiden Themen, sowohl zur Gewissheit Jesu, dass sein Gott ihn nicht verlassen habe, als auch zur Vergebung.

Wer gefoltert wird, dem kommt jede, aber auch jede Gottesgewissheit abhanden. Gefolterte sind auch nicht zur Vergebung in der Lage. Die Evangelisten berichten daher sehr realistisch von der Gottverlassenheit Jesu und seiner Unfähigkeit zur Vergebung. Wer das gegen das Zeugnis aller Evangelisten umdeutet, formuliert den eigenen Wunsch, Gott möge auch in größter Not Menschen nicht verlassen und Menschen müssten auch noch unter der Folter verzeihen können. Zugleich setzt eine solche textwidrige Darstellung andere Gewaltopfer unter Druck, dass sie doch vergeben müssten. Sie zwingt zum Schweigen über das Erlittene diejenigen, die sich in der Gewalt von Gott und den Menschen verlassen erleben und die sich nicht einen defizitären, weil vergebungsunfähigen Glauben unterstellen lassen wollen.


Karfreitag - Burkard Hose: Habt Mitleid!

Quelle: feinschwarz.net


Karfreitag Lebenszeichen, Missbrauch in der Kirche: Vergebung oder Gerechtigkeit. Christoph Fleischmann, unter Mitarbeit u.a. von Dr. Barbara Haslbeck: Die kirchliche Lehre verheißt den Tätern Vergebung ihrer Schuld. Die Opfer der bösen Taten leiden aber mitunter ein Leben lang unter dem, was ihnen angetan wurde. Ist es nicht moralisch fragwürdig, die Täter zu entlasten solange die Opfer leiden? Gibt es nur Vergebung für die Täter und keine Gerechtigkeit für die Opfer? Oder könnte die Kirche auch anders mit Schuld umgehen, und den Tätern ihre Schuld nicht vergeben, sondern ihnen zur bleibenden Aufgabe machen? 

Quelle: Audiothek: WDR 3, 19.4.2019


#21.4.2019 Rudolf Langthaler, ehemaliger Philosoph an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, schildert den Zustand der Katholischen Kirche. Er beklagt, dass die Kirchenleitungen den wichtigen Fragen ausweichen: Was heißt Erlösung, Auferstehung, Dreifaltigkeit, Menschwerdung Gottes, Jungfrauengeburt; diesen Fragen werde in der Verkündigung und im Diaolog ausgewichen. Langthaler spricht im Blick auf das Kirchenvolk von einem religiösen Analphabetismus.

Quelle: der standard


19.4.2019 Bischof Oster, Passau,ist sehr dankbar für die jüngsten Äußerungen Kardinal Ratzinger zum Missbrauchsskandal. Oster lese den Text "schlicht als Ausdruck seines Mitgehens, Mitfühlens und Mitleidens mit der Kirche, mit der geschichtlichen Situation, in der wir stehen und in die wir gekommen sind, mit den Menschen, die in der Kirche handeln und mit denen, die von der Kirche misshandelt worden sind".

Quelle: katholisch.de


18.4.2019 Das Zisterzienserpriorat Birnau, bei Überlingen, diente jahrelang als Entsorgungsstation für Geistliche mit einschlägigen sexuellen Neigungen, sagen Recherchen der Badischen Zeitung. Das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg, dessen Katholik*innen von den Zisterziensern betreut wurden, ließ Untersuchungen schleifen.

Als Täter werden genannt: Einnem Ex-Prior der Birnau wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Einem Pater Michael wird vorgeworfen, dass er einen 13-Jährigen veranlasste, nackt zu boxen und Reizwäsche zu tragen. Eine 13-Jährige berichten von Traumatisierung. In jüngeren Ermittlungen wird dem Pater vorgeworfen, er habe sich von Zuhältern jugendliche Prostituierte ins Kloster zuführen lassen.

Ein Pater Severin habe um 2001 in Niederösterreich "mindestens sechs Buben" missbraucht und sei verurteilt worden. Nach BZ-Recherchen musste der Augustiner-Chorherr damals sein Heimatstift Reichersberg verlassen und fand bis zum Haftantritt Asyl in der Birnau.

Ein Pater Robert, Zisterzienser, taucht in Diözseanverzeichnissen der 70er Jahre in der Birnau auf. Er war einschlägig vorbestraft und inhaftiert. Danach war er wieder als Priester tätig und kam nach der Haft in die Birnau. Pater Robert habe nicht zur Gemeinschaft Mehrerau gehört; er sei aus dem Orden entlassen worden, wurde aber dennach 1995 auf dem Klosterfriedhof beerdigt.

Der Fall von Pater Gregor  ist seit 2010 öffentlich bzw. im Erzbistum seit 2006 bekannt.  Auch andere Namen werden gerüchteweise genannt als Missbrauchstäter, sind dem Freiburger Ordinariat aber im Zuge der Recherchen nicht aufgefallen.

Quelle: Badische Zeitung


18.4.2019 Bischof Voderholzer, Regensburg, nennt innerkirchliche Diskussionen um Fragen von Macht und Partizipation "fruchtlos", weil damit die Kirche auf eine weltlich-politische Größe reduziert werde.

Quelle: domradio


17.4.2019 Der Augsburger Bischof Zdarsa ist der Ansicht, das Schicksal der Kirche entscheide sich an ihrem Umgang mit der Eucharistie.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Ich denke, das Schicksal der Kirche entscheidet sich am Umgang mit den kirchlichen (und außerkirchlichen!) Missbrauchsopfern, denn Jesus hat sich selbst an das Schicksal der Kleinsten gebunden: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40 b)


17.4.2019 Der Osnabrücker Bischof Bode äußert sich zu seiner Befindlichkeit angesichts des Missbrauchsskandals: Er zeigt sich betroffen angesichts der Enttäuschungen über die Kirche und ihre Verantwortlichen. Das mache für ihn die Liturgie an den Kar- und Ostertagen schwer. Wie (christliche) Betroffene die Kar- und Ostertage in einer sie täuschenden und enttäuschenden Kirche erleben, fragt er nicht.

Quelle: katholisch.de


17.4.2019 Michael Seewald schreibt zum Schreiben von Kardinal Ratzinger, emeritierter Papst, zum Missbrauchsskandal: Die Erinnerungen, mit denen Benedikt XVI. in seinem Text die 1968er Revolution beschreibt, seien "skurril". Die Worte des 92-Jährigen offenbarten ein "beachtliches Maß an Gehässigkeit". Der emeritierte Papst scheine zu denken, "dass es ohne ihn doch nicht geht". Die kirchliche Hierarchie sei geschickt darin, mit "Zwangsmaßnahmen" und "kirchenamtlichen Sprechverboten" Dinge unter der Decke zu halten, sagt Seewald.

Quelle: katholisch.de  fr.de


16.4.2019 Daniel Deckers über "Die Kirche der Mitwisser". Deckers konstatiert, dass es noch immer kein gemeinsames Vorgehen der Bischöfe bei der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle gebe. Die drei Bischöfe, die die Arbeit der MHG-Studie behinderten, bleiben unbehelligt. Die Bistümer, die Missbrauchsfälle an die Staatsanwaltschaften melden, definieren den potentiellen Täterkreis sehr unterschiedlich. So meldete Fulda 32 Fälle, Mäinz 199. Die häufig zitierten "externen Fachleute" seien überschaubar, zumindest die Zahl derer, die sich mit kirchlicher Verwaltung auskennen und merken, wann sie in die Irre geführt werden. Im Bistum Limburg  steht fest, dass die Namen der vertuschenden Bischöfe und Verantwortlichen nicht öffentlich genannt werden. Vertuscher im Bistum Limburg sollten „gegebenenfalls zur Verantwortung gezogen werden“. Dies gilt dann vor allem für Bischof Kamphaus (u.a. Fall Fritz B.).

Quelle: edition.faz.net


16.4.2019 Marie-Laure Janssens, eine ehemalige kontemplative Schwester des Heiligen Johannes, berichtet, sie habe 2017 das Buch "Le Silence de la Vierge" geschrieben und darin auch von ihrem sexuellen Missbrauch berichtet. Vor der Veröffentlichung wollte sie sicher sein, dass ihr Zeugnis den Ruf der Kirche nicht schädigen würde und fragte ihren Bischof, Mgr. Henri Bricard, nach seiner Genehmigung. Er sagte ihr: "Das Schweigen der Kirche ist ein Akt der Barmherzigkeit gegenüber den Menschen. Schweigen bedeutet nicht, Angst vor der Wahrheit zu haben, wenn dieses Schweigen ein Zeichen der Selbsthingabe ist, der Sprache des Dienstes, wie uns die Jungfrau Maria verständlich gemacht hat."

Quelle: globalsistersreport.org


16.4.2019 Der Kriminologe Christian Pfeiffer, KFN, wirft der katholischen Kirche vor, dem Forschungsinstitut Geld angeboten und ihn selbst bedroht zu haben, um ihn und seine Kollegen zum Schweigen zu bringen über ihre Sicht zu den Umständen des Scheiterns einer gemeinsamen Studie zu bringen. 2012 sei Pfeiffer als Leiter des KFN - in Anwesenheit von Bischof Ackermann -, angeboten worden, "dass wir nicht ausgegebene Forschungsmittel in Höhe von circa 120.000 Euro für sonstige Forschungszwecke behalten dürfen." Pfeiffer habe das im Namen des KFN abgelehnt. Daraufhin hätte Ackermann dem Kriminologen gedroht, "dann sei ich ein Feind der katholischen Kirche - und das wünsche er niemandem". Der Bischof habe erklärt, "dass sie meinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren würden", "dass mir das schaden würde, dass ich es bereuen und einen schweren Fehler begehen würde", wenn keine Schweigevereinbarung zustande käme, so Pfeiffer. Er wertet das als Versuch einer Nötigung. Zudem ließ die katholische Kirche vor Gericht klären, dass Pfeiffer bei Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro nicht mehr behaupten dürfe, die Kirche habe die Studie zensieren wollen. Die Kirche unterlag in dem Prozess. Auch Kardinal Marx habe - so Pfeiffer - keine Transparenz zugelassen und den Wissenschaftlern den Datenzugang erschwert. Die Kirche habe verhindert, dass Forscher "auch die in die Gegenwart ragende Mitverantwortung von Bischöfen, von Diözesen und Verwaltungen" aufdecken.

Quelle: presseportal.de

Nachtrag 18.4.2019 Das Bistum Trier äußert sich nicht zu dem Bericht von Christian Pfeiffer.


16.4.2019 In Birnau/Bodensee soll der ehemalige Prior des Zisterzienserklosters Mehrerau  sexuell übergriffig geworden sein gegenüber einem damals 13-Jährigen und einer heute 35-jährigen Frau, die damals 15 Jahre alt war. Der Beschuldigte weist die Anschuldigungen zurück. Die mutmaßlichen Opfer stammen laut „Bild“ aus einer Sinti-Großfamilie.

Der Pressesprecher berichtet, dass der Pater bereits vor ca 20 Jahren erpresst worden sei. Er habe damals an die Erpresser gezahlt und ist später wegen Veruntreuung vor ein weltliches Gericht gekommen und zu einer einjährigen bedingten Haftstrafe verurteilt worden.Die Erpresser mussten ins Gefängnis. Das Kloster Mehrerau geht davon aus, dass die erneuten Beschuldigungen gegen den Pater einer weiteren Erpressung durch den selben Personenkreis dienen. Es hat bei den zuständigen Staatsanwaltschaften Konstanz und Feldkirch Sachverhaltsdarstellungen eingebracht.

Quelle: orf


16.4.2019 Bischof Jung, Würzburg, fragt: „Was geben wir öffentlich für ein Schauspiel ab in der Selbstzerfleischung bezüglich der Situationsanalyse?“ Diese reiche im Extrem von der Feststellung, Kirche sei eine „Täterorganisation“ bis hin zur vernichtenden Diagnose, der Missbrauch reiche in die „DNA der Kirche“.

Quelle: pow.bistum-wuerzburg.de


16.4.2019 In Rheinland-Pfalz erhielten Opfer der Heimerziehung mehr als zwölf Millionen Euro für materielle Hilfen und Rentenersatzleistungen bekommen. Im Durchschnitt erhielt jeder einst misshandelte Betroffene 9.850 Euro für materielle Unterstützung und 8.245 Euro für Rentenersatzleistungen, wie das Familienministerium am Dienstag mitteilte.

Quelle: swr


15.4.2019 Der Kirchenhistoriker Massimo Faggioli sagt, die Rolle eines "Papa emeritus" lasse sich in der aktuellen ungeordneten Form nicht weiterführen. Sie erfordere klare Regelungen sowohl für den Betroffenen als auch für die Gläubigen: "Die Kohabitation zwischen den beiden Päpsten kann nur funktionieren, wenn der zurückgetretene unsichtbar bleibt."

Quelle: kathpress.at


15.4.2019 In Polen nennt ein siebenseitiger Bericht der Bischofskonfrenz von 1990 bis 2018 insgesamt 382 Missbrauchsfälle. Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz sagt, die Vorwürfe sollten die Autorität der Kirche untergraben. Der Stellvertretende Vorsitzende verglich die Forderung nach null Toleranz gegenüber Missbrauchstätern mit dem Verhalten von Nazis und Bolschewiken gegenüber ihren Feinden. Erzbischof Wojciech Polak, 54, Gniezno/Gnesen, wiederum fordert, die Opfer anzuhören, um eine neue Mentalität herzustellen. Ob ein ausführlicher Bericht über Missbrauch durch Kleriker erarbeitet wird, wird erst nach dem Besuch von Erzbischof Scicluna Mitte Juni bei der polnischen Bischofskonferenz in Erwägung gezogen. Ob es eine Aufklärung der Vorwürfe gegen den 2010 gestorbenen Solidarnosc-Priester Henryk Jankowski geben wird, ist unklar. - Früher vertrauten 90 Prozent der Polen der Kirche, heute sind es nach Angaben des kath. Wochenblattes Tygodnik Powszechny nur noch 54 Prozent der Polen.

Quelle: Süddeutsche


15.4.2019 Zu den Missbräuchen in Lüdge sagt Matthias Drobinski: "Es hat, weit über die Regierung hinaus, der Staat mit seinen Institutionen die Kinder alleingelassen, die da ihren Vergewaltigern ausgeliefert waren. Polizei und Jugendamt haben nicht mit all ihrer Kompetenz und Zugriffsmacht die Menschenwürde geschützt; sie haben dazu beigetragen, dass sie weiter mit Füßen getreten werden konnte."

Quelle: Süddeutsche


15.4.2019 Die Bloggerin Mary Pezzulo sagt: "Jesus wurde sexuell missbraucht" und begründet ihre Aussage. 

Quelle: feinschwarz.net


15.4.2019 Missbrauchte Nonnen: Chronologie eines lang verborgenen Skandals. Maura O’Donohue schickte 1994 einen Bericht an den Vatikan. 1996 ergab eine unabhängige Studie dreier Psychiater, dass 30 % der Nonnen in den USA während (!) ihres Ordenslebens sexuellen Missbrauch erlebt hätten. Zählt man die sexualisierte Gewalt vor dem Ordenseintritt hinzu, sind 40 % der Ordensschwestern sexuell missbraucht worden. Die Autoren hatten mehr als 1.100 Nonnen von 123 Ordensgemeinschaften in den USA befragt. Mindestens 34.000 Ordensfrauen sollen betroffen gewesen sein. In 13 % der Fälle wurde die sexuelle Ausbeutung oder Belästigung durch Ordensfrauen begangen, in 87 % der Fälle waren die Täter männlich und Kleriker. Erst im Januar 2003 wurde die Studie veröffentlicht. Vorher hatten die Us-amerikanischen Ordensoberinnen Sorge, die Informationen würden sensationalistisch ausgeschlachtet.

Quelle: br.de


15.4.2019 Die beiden Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie,  Christof Breitsameter und Stephan Goertz, nehmen zum Schreiben von Kardinal Ratzinger zur Missbrauchskrise Stellung.

Quelle: feinschwarz.net


13.4.2019 Eckhard Bieger, SJ, schildert seine Sicht auf Missbrauchsopfer: "Die Opfer haben Gewalt erfahren. Daher mussten sie Schutzmechanismen ausbilden, vor allem deshalb, weil sie eigentlich nicht mehr vertrauen können. Hinzu kommt ein weiteres Motiv, sich zurückzuziehen: ihnen wurde nicht zugehört. Jeder, der sich zurückzieht, geht der Gemeinschaft verloren. Sind die Traumatisierten erwachsen, werden sie weiter ins Aus geschoben, indem sie für schrullig gehalten werden. Oder sie streuen Pessimismus in die Familien und Gruppen, in denen sie Mitglied sind. Da sie sich nicht direkt am Täter rächen können, lenken sie ihre Enttäuschung, ihr Misstrauen, ihre destruktiven Energien auf andere. Manche werden sogar selbst wieder zu Tätern."

Quelle: hinsehen.net


13.4.2019 Der Übergangsleiter des Erzbistums Santiago, der chilenische Bischof Celestino Aos, traf Missbrauchsopfer von Priestern und bat um Entschuldigung für die erlittene Gewalt. Die Gründer der Opferinitiative "Para la confianza",  James Hamilton, Juan Carlos Cruz und Jose Andres Murillo, lobten die Geste des Bischofs, bekräftigten aber die Forderung nach konkreten Schritten. Ein Berufungsgericht hatte den drei Opfern eine Entschädigung von je 130.000 Euro zugesprochen. Das Erzbistum Santiago will nicht gegen die Entscheidung vorgehen.

Quelle: domradio.de


13.4.2019 Der Kirchenhistoriker Wolf hat vor dem Freckenhorster Kreis den Missbrauchsskandal als größte Systemkrise der Kirchengeschichte bezeichnet und zugleich gesagt, dass die 2000-jährige Geschichte und Tradition de "Quelle und Chance zu ihrer Reformierung" in sich trage. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hätten unter ihren Pontifikaten Reformen zum „Tabu und zum Unwort“ gemacht. Dabei sei die Kirche immer Wandlungsprozessen unterworfen gewesen. „Das, was wir heute Kirche nennen, besteht so erst seit dem 19. Jahrhundert.“ Wolf erinnerte daran, dass in früheren Jahrhunterten die Beichte von Nonnen und Mönchen abgenommen wurde, 500 Jahre lang ein Konsistorium aus Kardinälen Entscheidungen in Rom Trafen, Bischöfe nicht immer von Rom ernannt wurden, es weibliche Diakone gab und Frauen rechtlich als Bischöfe agierten - dies habe erst das 2. Vatikanum unmgölich gemacht. Die bisherigen Dialogprozesse haben zu nichts geführt. Christiane Florin prangerte die "Verachtung von Frauen" in der Kirche an und sagte, Frauen seien "auch keine Missbrauchs-Präventions-Geschöpfe“, die die alten Strukturen retten könnten. Den synodalen Weg nannte sie eine Ablenkung und rief dazu auf, den Bischöfen die Kirche nicht zu überlassen.

Quelle: kirche-und-leben.de


13.4.2019 Der Journalist Pedro Salinas und die Journalistin Paola Ugaz haben 2015 Missbrauch, Vergewaltigungen, Erniedrigungen, Grausamkeiten, militärischen Drill und Misshandlungen in der konservativ-katholischen und päpstlich anerkannten apostolischen Laien-Bewegung "Sodalitium Christianae Vitae", Peru, aufgedeckt. Eine unabhängige Untersuchungskommission hat die Vorwürfe später bestätigt. Der heutige Erzbischof Eguren, eines der Gründungsmitglieder des "Sodalicio", dem selbst seit Jahren Missbrauchsvertuschung vorgeworfen wird, hat im August 2018 Verleumdungsklage eingereicht, weil Salinas ihn mit dem chilenischen Bischof Barros verglichen hat. Nun wurde Salinas zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und einer Entschädigungszahlung von ca 21.500 Euro verurteilt. Die peruanische Bischofskonferenz stellte sich hinter den verurteilten Journalisten. Salinas will gegen das Verleumdungsurteil vorgehen und seine Äußerungen auf keinen Fall zurücknehmen: "Eher zahle ich Eguren die Strafe und recherchiere und schreibe weiterhin, was ich für richtig halte."

Quelle: kathpress.at


12.4.2019 Die Statue des Jesuiten Renato Poblete in der chilenischen Hauptstadt Santiago wird eingeschmolzen. Der 2010 verstorbene Geistliche soll eine Frau sexuell missbraucht haben; die Vorwürfe sind seit Januar dieses Jahres bekannt.

Quelle: vaticannews


12.4.2019 Im Bistum Limburg wird derzeit gegen vier Priester wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Bischof Bätzing hat in einem der Fälle Position gegen den früheren Personaldezernenten des Bischofs bezogen. Das ehemalige Pflegekind des Pfarrers hat dem früheren Personaldezernenten vorgeworfen, den sexuellen Missbrauch des Pfarrers am Pflegekind vertuscht zu haben. Gegen den beschuldigten Pfarrer läuft ein kirchenrechtliches Verfahren.

Quelle: wiesbadener-kurier.de


12.4.2019 Anfang der 2000er-Jahre wechselt ein Priester des Bistums Limburg in eine andere hessische Gemeinde. Dort kommt es zu Vorwürfen wegen Distanzlosigkeit gegenüber Jugendlichen. Untersuchungen des Bistums bestätigen die Vorwürfe nicht.  Dann wurde der Priester 2010 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Staatsanwaltliche und kirchenrechtliche Untersuchungen blieben folgenlos. Der Priester räumte die Vorwürfe teilweise ein. Bischof Tebartz-van Elst suspendiert den Priester, kurz bevor er eine neue Stelle als leitender Pfarrer in einer hessischen Gemeinde antreten soll. Die Gemeinde wird nicht informiert. Der Bistums-Sprecher verneint jeglichen Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt. Nach den Vorfällen wechselt der Priester den Wohnort in ein anderes Bundesland, ein anderes Bistum. Die Suspendierung wird aufgehoben. Dennoch belegte das Bistum den Beschuldigten 2010 mit Auflagen.

Nach der Vorstellung der MHG-Studie im September 2018 meldeten sich erneut Betroffene beim Bistum Limburg mit bislang unbekannten Vorwürfen. Bischof Bätzing hat den Dienst des Priesters "stark eingeschränkt". Die Einschränkungen betreffen vor allem den Umgang mit jungen Menschen. Der Priester dürfe nicht mehr als Seelsorger und Hochschul-Dozent arbeiten und das Halten von Gottesdiensten wäre ihm verboten. Der neue Fall reicht in die frühen 90er-Jahre zurück.

Das Bistum Limburg geht jetzt erneut gegen den Priester vor.

Ein Missbrauchsopfer des beschuldigten Priesters erzählt.

Quelle: hr-inforadio


12.4.2019 Im Bistum Osnabrück sollen die Gremien für Missbrauchsprävention und -aufarbeitung mit 50 % externen Fachleuten besetzt werden.

Quelle: domradio


12.4.2019 Die Franziskanische Generaloberin Sr. Katharina Ganz sagt: "Mein Eindruck ist, dass das Frauenthema in der römischen Kurie in Rom, nach wie vor ein ungeliebtes Thema ist. Man will nicht wirklich, dass Frauen mehr an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, geschweige denn, dass man über Frauen in kirchlichen Ämtern nachdenkt."

Zur sexualisierten Gewalt von Priestern und Bischöfen an Ordensfrauen sagt die Generaloberin: "Ich erwarte mir, dass er (Papst Franziskus] ähnlich deutlich wird, wie bei der sexualisierten Gewalt an Minderjährigen und dieses Thema zur Nulltoleranz-Zone erklärt. Es muss entschieden aufgearbeitet werden, was da in den letzten Jahrzehnten schon im Vatikan bekannt geworden ist. Außerdem erwarte ich, dass sich immer mehr betroffene Frauen und auch Ordensfrauen trauen, ihr Schweigen zu brechen und zu sagen, was mit ihnen geschehen ist."

Quelle: domradio


12.4.2019 Julia Knop, Professorin für Dogmatik, nennt Geschlechtergerechtigkeit ein zentrales theologisches Anliegen und zunehmend auch ein ökumenisches Problem. Es könne nicht sein, "dass das unverzichtbar Katholische darin liegt, Frauen strukturell zu benachteiligen", sagt sie. Sie meint, dass Geschlechtergerechtigkeit im Jahr 2019 eine Selbstverständlichkeit sein müsste: "Nicht der Zugang zu Entscheidungskompetenzen und bestimmten Rollen ist begründungspflichtig, sondern der geschlechtsspezifische Ausschluss."

Quelle: domradio


12.4.2019 Weitere Theolog*innen kritisieren den Text des emeritierten Papstes zur Missbrauchskrise. Martin Wehrlen findet ebenfalls deutliche Worte. Auch der Kirchenrechtler Thomas Schüller äußert sich klar.

Quelle: kathpress.at


12.4.2019 Christiane Florin kommentiert das Missbrauchsschreiben des emeritierten Papstes: "Der Text ist nicht ganz kurz, dennoch war kein Platz, um einige Worte darüber zu verlieren, welche Wunden Kleriker geschlagen haben, was sie Kindern, Jugendlichen und Ordensfrauen angetan haben."

Quelle: deutschlandfunk.de


12.4.2019 Tilman Kleinjung sagt, Kardinal Ratzinger, der emeritierte Papst, fördere die Spaltung seiner Kirche.

Quelle: katholisch.de


11.4.2019 Der emeritierte Papst Benedikt sieht die Ursache für die Missbrauchstaten von Klerikern in der Gottlosigkeit, in der Entfremdung vom Glauben und in der Auflösung der moralischen Lehrautorität der Kirche seit den 1960er Jahren. Das wahre Opfer sind Kirche und Glaube.

Magnus Striet sagt das Nötige zu den Ausführungen des emeritierten Papstes.

Quelle: katholisch.de


11.4.2019 Hans Zollner, Kinderschutzexperte der Kinderschutzkommission des Vatikans und Präfekt des Kinderschutzzentrums der Gregoriana, fordert (seit 2012!) eine theologische und seelsorgerische Auseinandersetzung mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Er bemängelt, dass es seit 35 Jahren zwar eine psychologische, psychiatrische, kirchenrechtliche und strafrechtliche Auseinandersetzung mit Missbrauch durch Geistliche gebem, jedoch keine theologische. Z.B. keine Litrugie, in der sich Betroffe ausdrücken können. Die Kirche müsse sich dem Thema theologisch sehr grundsätzlich stellen, fordert er.

Quelle: kath.ch


10.4.2019 In Hamm-Bockum-Hövel informierte das ehemalige Mitglied der Missbrauchskommission, Hermann Kahler, über Details des Falls Pottbäcker. Der inzwischen verstorbene Geistliche hat an mehreren oder allen Dienstorten Opfer hinterlassen, auch in der Heilig-Geist-Gemeinde in Hamm-Bockum-Hövel, wo er von 1968 bis 1971 Kaplan war. Vier Betroffene gingen an die Öffentlichkeit. Die Verantwortlichen des Bistums Münster hätten entscheidende Informationen über die Taten des Kaplans gehabt haben müssen, ihn aber dennoch versetzt und die Kinder nicht geschützt. In den Personalakten seien kaum Informationen zu finden, die die Auseinandersetzung der damaligen Bistumsleitung mit dem Fall belegen. 

Quelle: kirche-und-leben.de


10.4.2019 Hier ist nachzulesen, wie es einem Opfer aus dem Erzbistum Freiburg, Birnau, seit 2006 erging. Spätestens seit Dezember 1968 weiß das Kloster des Täters, Abt Kassian Lauterer des Klosters Mehrerau, um die pädophilen Neigungen - und versetzt den Täter, der auch andernorts Opfer hinterlässt. Im Februar 2019 hat das Opfer aus Birnau eine Kirchenklage u.a. gegen Erzbischof Burger und gegen den emeritierten Erzbischof Zollitsch im Vatikan eingereicht und zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Freiburg gegen Verantwortliche der Erzdiözese Freiburg wegen Urkundenunterdrückung und gegen Erzbischof Burger wegen Verdachts auf Strafvereitelung gestellt.

Quelle: kontextwochenzeitung.de


9.4.2019 Vier der 27 Bistümer haben bislang Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker Einblick in die Akten des Täters gegeben. Acht Bistümer haben keine Anträge erhalten. Zwei Bistümer lehnen Akteneinsicht grundsätzlich ab. 13 Bistümer haben dem SWR nicht geantwortet. Einem Opfer aus dem Erzbistum Freiburg wurde im Bistum Basel, in dem der Täter ebenfalls arbeitete, Akteneinsicht gewährt. Das Bistum Basel sagt, es habe die Akte bereits am 1. Februar 2019 an das Erzbistum Freiburg geschickt.  Acht Wochen später schreibt das Erzbistum dem Opfer, es gebe im Erzbistum keine Akte zu Pater Gregor.

Quelle: swr.de/report


9.4.2019 Der Vorsitzende der Ungarischen Bischofskonferenz, Andras Veres, sagt, in Ungarn sei der Anteil an Missbrauchsfällen in der Kirche sehr klein: "Bei uns ist wahrscheinlich weniger Missbrauch passiert als in anderen Ländern." In Ländern mit einem gesellschaftlich liberalen Geist in der Bevölkerung gebe es mehr Fälle von Kindesmissbrauch.

Quelle:  kathpress


9.4.2019 Die katholische Kirche in Japan will Untersuchungen zum sexuellen Missbrauch durch Kleriker einleiten. Es gibt fünf Berichte, die verörrentlicht wurden, als 2002 und 2012 Untersuchungen starteten. Derzeit suchen die Bischöfe die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die fünf gemeldeten Missbrauchsfälle werden erneut geprüft. Mitz den Opfern wurde gesprochen, die Täter jedoch nicht bestraft.

Quelle: sumikai.com


9.4.2019 Ein ehemaliger Messdiener und Seminarist hat eine Zivilklage gegen den ehemaligen Bischof von Wheeling-Charleston, USA, wegen sexueller Übergriffe eingereicht, die 2014 stattgefunden hätten. Zugleich klagte der ehemalige Seminarist gegen die US-amerikanische Bischofskonferenz, das Bistum Wheeling-Charleston sowie jede Person, die mit der Diözese in engerer Verbindung stand. Der Kläger war auch als Sekretär für den Bischof tätig.

Am 13.11.2018 ordnete Papst Franziskus eine Untersuchung gegen Bransfield wegen Sexueller Belästigung Erwachsener an. Bransfield erreichte am 8.9.2018 die Altersgrenze und Papst Franziskus nahm sein Rücktrittsgesuch an. Am 20.3.2019 wurde bekannt, dass gegen Bransfield Klage eingereicht wurde, weil er in seinem Bistum (2005- 2018) bekannte Missbrauchstäter erneut an Grund- und weiterführenden Schulen eingesetzt hatte.

Quelle: katholisch.de


9.4.2019 Im Bistum Trier wurde ein weiterer Verdacht auf sexuellen Missbrauch bekannt. Das mutmaßliche Opfer ist der Trierer Tenor Thomas Kiessling. Er sagte, er sei von einem Pater der Trierer Abtei St. Matthias sexuell missbraucht worden. Von den Übergriffen hätten alle gewusst, „trotzdem gab es das große Schweigen“.

Bereits 2011 wurden sechs Opfer eines Paters der Trierer Benediktinberabtei St. Matthias bekannt.

Quelle: volksfreund.de


8.4.2019 Daniel Bogner: "Diese Kirche tötet". Bogner spricht von einem "toxischen Kern" der Kirche.

Quelle: feinschwarz.net


8.4.2019 Der Öffentlichkeit und den Mitgliedern der Chorherren wurde bislang im Stift Klosterneuburg verschwiegen, dass Experten im September 2018 Propst Bernhard Backovsky den Rücktritt nahegelegt haben. Der komplette Bericht wurde nicht veröffentlicht. Das Stift verhinderte die Herausgabe der zweiseitigen Empfehlungen. Die Experten schreiben, das Stift und die verantwortlichen Personen müssten einer kirchenrechtlichen Prüfung unterzogen werden. Das Stift Klosterneuburg antwortete auf Anfrage von Addendum: „Eine Empfehlung zum Rücktritt ist im schriftlichen Expertenbericht nicht enthalten.“ Zum Hintergrund: 1993 missbrauchte der Chorherr Dominik V. einen Ministranten. Erst 2017 wurde der Fall durch das Nachrichtenmagazin Profil öffentlich. Das Recherche-Portal Addendum weist darauf hin, dass das Kloster schon sehr früh von dem Missbrauch wusste, aber geschwiegen und vertuscht hat. Der Beschuldigte wurde auch in Deutschland straffällig und dann auch verurteilt. - In der Redaktion von Addendum haben sich mittlerweile weitere Betroffene sexuellen Missbrauchs im Stift Klosterneuburg gemeldet.

Quelle: addendum


6.4.2019 Entgegen den Aussagen der bisherigen Redaktionsleiterin des vatikanischen Frauenmagazins "Donne Chiesa Mondo", Lucetta Scaraffia, sind nicht alle Mitarbeiterinnen des Magazins zurückgetreten. Die übrigen, meist freien Mitarbeiterinnen der Zeitschrift wollen weiterarbeiten.

Quelle: katholisch.de


5.4.2019 Über die Aufgaben der theologischen Disziplinen sprechen Julia Knop, Magnus Striet, Thomas Schüller, Matthias Reményi, Viera Pirker und Maria Herrmann, die schreibt: "Wenn der "Schutz der Kirche" stattdessen bedeutet, Kriminelle zu schützen, raubt er der Kirche ihr Herz."

Quelle: zeit.de


5.4.2019 Im Bistum Limburg sollen die Empfehlungen der MHG-Studie umgesetzt werden. Alle Personalakten werden durch externe, unabhängige Fachleute untersucht. Die Aus- und Weiterbildung von Seelsorgern wird überarbeitet. Die Begleitung von Seelsorgern soll mit Personalführungskonzepten verbessert werden, Informationsabläufe innerhalb des Bistums und die Öffentlichkeitsarbeit des Bistums werden überprüft. Klerikale Machtstrukturen sollen aufgebrochen werden, die Rolle der Frau in der Kirche soll gestärkt werden, die Auseinandersetzung mit der katholischen Sexualmoral soll forciert werden, Homosexualität soll neu bewertet werden. Kirchenrechtliche Konsequenzen und Gewaltenteilung sollen diskutiert werden. Diese Überprüfungen sollen im Juni 2020 abgeschlossen und danach umgesetzt werden.

Umfassendes Ziel des Projekts ist für den Limburger Bischof Bätzing, dass Opfer von Missbrauch "endlich gesehen werden". Sie müssten teilhaben an der Aufarbeitung, auch strukturell in der Kirche. Wie Betroffene in die Arbeitsgruppen eingebunden werden sollen, erläutert der Bischof nicht.

Quelle: Bistum Limburg   hessenschau


5.4.2019 Der päpstliche Sonderermittler Erzbischof Charles Scicluna will die 2018 in Chile gesammelten Zeugenaussagen im Interesse der 64 Gesprächspartner nicht der Staatsanwaltschaft übergeben. Zugleich ist er zuversichtlich, dass auch in Chile zunehmend Gerechtigkeit walten wird.

Quelle: vaticannews


5.4.2019 Im Erzbistum Köln wurde ein katholischer Pfarrvikar im Kreisdekanat Euskirchen beurlaubt. Er wurde 2010 von Betroffenen angezeigt wegen Missbrauchs, der aus den 1990er Jahren datierte. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Der Priester bestreitet die Vorwürfe. Nun hat sich im Zuge einer erneuten kircheninternen Untersuchung gezeigt, dass die Vorwürfe gegen den Geistlichen der Glaubenskongregation hätten gemeldet werden müssen, was jedoch nicht geschah.

Quelle: sueddeutsche.de


5.4.2019 Kardinal McCarrick wurde wegen sexuellen Missbrauchs eines 11jährigen Jungen und wegen sexuellen Machtmissbrauchs von Seminaristen und Priesteranwärtern suspendiert, bis die kirchenrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen sind. Sein Nachfolger, Kardinal Wuerl ist zurückgetreten, nachdem ihm Vertuschung vorgeworfen worden war. Der neu ernannte Erzbischof von Washington, Wilton Gregory verspricht: "Ich werde Euch immer die Wahrheit sagen, wie ich sie verstehe."

Quelle: de.catholicnewsagency.com


5.4.2019 Priester, die Übergriffe unterhalb der Schwelle der juristischen Strafbarkeit begangen haben, werden nach Aussage des Generalvikars Klaus Winterkamp, Bistum Münster, nicht mehr im Bistum  angestellt. Sie werden bis ans Lebensende vom Bistum bezahlt und besitzen eine Rehabilitierungsmöglichkeit. Sie können von einem Nachbar-Bistum wieder eingesetzt werden.

Quelle: rp-online.de


5.4.2019 Das Bistum Fulda hat der Staatsanwaltschaft eine Liste mit 32 Personen gegeben. Die Diözese Limburg übergab 35 und die Diözese Mainz 199 Namen. Die übergebenen Akten enthalten Namen von Priestern und von Mitarbeitern kirchlicher Einrichtungen. Darunter sind auch Akten von verjährten Fällen, von strafrechtlich nicht relevanten  oder von Fällen, in denen bereits ermittelt wird oder Beschuldigte verstorben sind.

Quelle: n-tv


4.4.2019  Artur Boelli, italienisches Missbrauchsopfer des Klerikers  Pater Silverio Mura, wurde von Mitgliedern der römischen Kurie angehört. Ihm wurde zugesagt, dass sein Fall wieder aufgenommen werde, er über jeden Schritt informiert werde. Die kurialen Gesprächspartner - Disziplinarabteilungsleiter Pater John Kennedy und dem Staatssekretär Pater Matteo Visioli - betonten, dass sich die Dinge nach dem Februar-Gipfel der Bischöfe zum Schutz Minderjähriger geändert hatten. Borelli wurde auch gesagt, der Papst wisse um seinen Fall und kümmere sich um ihn. Inzwischen wurde der mutmaßliche Täter von der Glaubenskongregation für unschuldig befunden. Dabei wurden seine Anrufe nicht beantwortet, er wurde nicht über das Urteil informiert und wird die Einzelheiten des kirchlichen Prozesses nicht erfahren. Borelli galt in dem Verfahren als Zeuge, nicht als Teil des Prozesses.

Quelle: cruxnow


4.4.2019 Der "Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung" fordert ein Verbot der Prostitution. In der "Mainzer Erklärung" verlangt der Kongress u.a., den Betrieb von Bordellen zu verbieten und die Bezahlung für Sex als sexuelle Gewalt anzuerkennen. Damit würden die Besuche bei Prostituierten unter Strafe gestellt.  Lea Ackermann, Solwodi, spricht davon, dass Deutschland mit seiner liberalen Prostitutionspraxis und 1,2 Millionen Freiern täglich das "Bordell Europas" sei.

In Schweden, Norwegen, Irland und Frankreich gebe es ein Sexkaufverbot, das das Europäische Parlament bereits 2014 in einer nicht bindenden Resolution empfohlen hat.

Quelle: swr.de


4.4.2019 Der Generalvikardes Kantons Zürich, Josef Annen und die Präsidentin des Synodalrats haben einen Brief an Papst Franziskus geschrieben. Sie sagen, die Kirche stehe in Flammen und Hirten haben den Flächenbrand gelegt. Sie mahnen Taten an und fordern Reformen im Blick auf den Pflichtzölibat, den Ausschluss von Frauen, Klerikalismus und die Sexualität.

Quelle: katholisch.de


4.4.2019 In letzter Instanz hat die Glaubenskongregation den früheren Erzbischof von Guam, Anthony Sablan Apuron, wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt. Die Strafe besteht darin, dass Apuron nicht mehr Erzbischon von Guam ist, sich dort nicht aufhalten darf, aber weiterhin Priester und Bischof bleibt. Allerdings darf er nicht mehr Bischofsstab, Brustkreuz und Mitra tragen. Mehrere Messdiener hatten Apuron beschuldigt, er habe sie in den 1970er Jahren sexuell missbraucht. Apuron ließ mitteilen, er wehre sich gegen die „koordinierte Kampagne“ gegen ihn. Er sei „vollkommen unschuldig“ und habe dafür „Beweise“.

Quellen: vaticannews.va  katholisch.de


4.4.2019 Irene Gassmann, Priorin des Schweizer Benediktinerinnenklosters Fahr, sagt, in der Hierarchie stützten sich die Männer gegenseitig. Priester haben eine Sonderstellung, die Frauen nicht einnehmen dürfen. Dies gilt nicht nur für die Sakramentenspendung. Die Schweizer Benediktinerinnen brauchen einen "Ordensassistenten", der den Orden bei der vatikanischen Religiosenkongregation vertritt. Gassmann fordert eine Rückbesinnung auf die Taufe: "Durch die Taufe sind wir, ob Frauen oder Männer, gleichwertige Glieder dieser Kirche. Ich glaube, das haben wir in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten vergessen." Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs von Ordensfrauen wird nach ihrer Einschätzung lange dauern.

Quelle: katholisch.de


3.4.2019 Thomas P. Doyle schreibt: "Die Geheimhaltung endete Mitte der 80er Jahre, als die Medien die Vertuschung der Kirche über einen Priester-Täter in Louisiana enthüllten. Oft als 'Krise' bezeichnet, ist es in Wahrheit keine Krise. Es ist etwas viel Schlimmeres. Es ist eine weltweite Manifestation eines komplexen, systemischen und selbstzerstörerischen Zustandes in der Kirche...Der eklatanteste Mangel ist das Fehlen einer konsequenten Seelsorge für die Opfer und ihre Familien."

Quelle: consciencemag.org


3.4.2019 In der Musikbranche ist sexuelle Gewalt normal, schreibt Jens Balzer. "In den meisten Pop-Historiografien ebenso wie im kollektiven Gedächtnis der damals mit Rockmusik sozialisierten Generation wird diese Zeit [die 70er Jahre] weiterhin als Epoche sexueller Befreiung betrachtet. Aber es war eben auch eine Zeit des entfesselten Patriarchats und des massenhaften Missbrauchs von Minderjährigen; das kann man auch nicht mit dem gern vorgebrachten Argument aus der Welt räumen, dass das "in den Siebzigern eben so war". Denn es ist ja immer noch so!"

Quelle: zeit.de


3.4.2019 Laut der neuen polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts wurden 2018 insgesamt 13.683 Kinder als Opfer sexuellen Missbrauchs erfasst. Im Jahr zuvor waren es 12.850. Der Chef der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, sagte, sexuelle Gewalt gegen Kinder sei nicht völlig zu verhindern. Die Öffentlichkeit müsse stark sensibilisiert werden, denn solche Misshandlungen seien nicht leicht zu erkennen. «Alle Berufsgruppen, die mit Kindern arbeiten, müssen qualifiziert werden, Hinweise und Signale von Kindern, wie Verhaltensänderungen, frühzeitig zu erkennen.» Denn je früher sexuelle Gewalt erkannt wird, desto schneller und umfassender könne einem Kind geholfen werden, sagte er.

Quelle: lippewelle.de


3.4.2019 Das Bistum Hildesheim will bis 2020 die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) weiter untersuchen lassen durch eine unabhängige Expertengruppe. Ihr gehören die ehemalige niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne), Gerhard Hackenschmied und Peter Mosser vom Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), der frühere Oberstaatsanwalt und ehemalige Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltung zur Aufklärung nationalsozialistischer Vergehen in Ludwigsburg, Kurt Schrimm, an. Die gesamte Amtszeit Janssens von 1957 bid 1982 soll untersucht werden. Die Expertengruppe will auch die Strukturen untersuchen, die hinter den Verfehlungen Einzelner stehen.


3.4.2019 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat ihr Fazit vorgelegt. Die Studie ist im Sinne der Opfer und zeigt: Der Staat muss handeln. Evelyn Finger schreibt: "Das Deprimierendste jedoch sind die fehlenden Konsequenzen. Immer mehr Betroffene sprechen, in den letzten Jahren sogar öffentlich, sie werden auch öffentlich für ihren Mut gelobt - aber dann? Passiert gar nichts." Weder werden die Verjährungsfristen angepasst, noch helfen die Regeln der Opferentschädigung, weil die Opfer nachweisen müssen, dass ihr Leid eine Spätfolge des Missbrauchs ist. "Und die Vorbedingung für eine staatsanwaltliche Ermittlung, dass nämlich ein begründeter Verdacht im Einzelfall vorliegen muss, passt nicht zu der Tatsache, dass der schlimmste begründete Verdacht, der etwa die Kirchen betrifft, ein systematischer ist. Er lautet auf organisierte Strafvereitelung."

Quelle: zeit.de


3.4.2019 Bilanzbericht des UBSKM Bd. 1: Geschichten, die zählen und Bd. 2: Meine Geschichte

Quelle: aufarbeitungskommission.de/bilanzbericht_2019


2.4.2019 Die Bischöfe haben in Lingen einen "synodalen Weg" beschlossen (Synode heißt "gemeinsamer Weg"). Was ein synodaler Weg ist, ist kirchenrechtlich unklar. Bei einer Diözesansynode sind Laien stimmberechtigt, aber der Bischof ist nicht an die Beschlüsse gebunden. Eine Möglichkeit wäre, eigene verbindliche Regeln nach dem Vorbild der Würzburger Synode aufzustellen. Der Papst müsste die Regeln genehmigen.

Nach Ansicht der Kirchenrechtlerin Sabine Demel kann der 2010 initiierte "Gesprächsprozess" kein Vorbild sein - es gab keine verbindlichen Beschlüsse, heikle Themen wurden ausgespart. 

Demel fordert, dass das Gremium des "synodalen Weges" paritätisch mit Bischöfen und Gläubigen mit gleichem Stimmrecht besetzt sein müsse. Die Vertreter der Gläubigen müssten repräsentativ nach dem Pinzip der Delegation durch Wahl bestimmt werden. Zudem sei die Verbindlichkeit der Beschlüsse vor Beginn der Treffen zu klären. Zwar könnten Themen, die vom Kirchenrecht geregelt sind - Pflichtzölibat, Frauenpriestertum - nicht durch einen synodalen Weg neu geregelt werden, aber sie müssten vor Ort zur Sprache kommen. Geregelt werden könnte jedoch, dass Bischöfe sich und ihre Pfarrer an die Entscheidungen demokratisch gewählter  Räte binden können oder eine jährliche Rechenschaftspflicht eingeführt wurde. Auch eine für Pfarreien und Diözesen verbindliche Dienstordnung könne aufgestellt werden.

Quelle: katholisch.de


1.4.2019 Klaus Mertes spricht sich für eine Beibehaltung des Beichtgeheimnisses auch bei Missbrauchsfällen aus, weilgeschützte Vertrauensräume zur Grundlage einer humanen, nicht-totalitären Gesellschaft gehörten. Der Priester, der Beichte höre, sei nicht zur Absolution verpflichtet und habe auch die Pflicht, das "Beichtgeheimnis davor zu schützen, dass es zur Komplizenschaft mit Verbrechen führt." Es sei niemandem geholfen, "wenn der Missbrauch auch noch die Macht über die Vertrauensräume erhält, indem er sie zerstört", so Mertes.

Quelle: domradio.de


1.4.2019 Papst Franziskus erklärte, dass er den Rücktritt von Kardinal Barbarin nicht annehmen konnte, weil bis zur Entscheidung über die Berufung die Schuld des Kardinals an der Vertuschung eines Missbrauchsfalls nicht erwiesen sei. Solange gelte die Unschuldsvermutung.

Quelle: katholisch.de


30.3.2019 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart empfiehlt der Diözesenrat, dass Missbrauchsfälle immer an die Kommission sexueller Missbrauch gemeldet werden sollen. Die Kommission hat rund 150 Vorwürfe bearbeitet. Von 2002 bis Ende August vergangenen Jahres hat die Diözese 640 000 Euro Entschädigung gezahlt und 130 000 Euro Therapiekosten übernommen.

Im Erzbistum Freiburg gibt es mindestens 442 Betroffene. Die Diözese hat 1,3 Millionen Euro Entschädigung gezahlt. Hinzu kämen 118 000 Euro Entschädigung für Opfer der Jahre 2016 bis 2018 sowie die Übernahme von Therapiekosten.

Quelle: n-tv.de


30.3.2019 Die evangelische Kirche in der Pfalz hat eine unabhängige Kommission gegründet zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gegründet. Der Kommission gehören die Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Zweibrücken, Anja Schraut, und die evangelische Theologin, Ilse Seifert aus Bad Dürkheim an. Eine dritte externe Person wird noch gesucht. Die ehrenamtlichen Mitglieder sollen Ansprechpartner für Betroffene sein. Bisher seien in der Landeskirche vier Fälle angezeigt worden.

Quelle: swr.de


29.3.2019 Der Papst hat für den Vatikanstaat und die Kurie mit ca 800 Einwohnern, darunter ca 30 Minderjährige, Gesetze und Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen erlassen. Danach muss der Verdacht auf Missbrauch Minderjähriger angezeigt werden, verurteilte Täter werden von ihrem Posten entfernt. Übergriffe jeder Art werden zu einem Offizialdelikt. Wer die Anzeige eines Verdachts unterlässt oder erst verspätet erstattet, muss mit Geldstrafen zwischen 1000 und 5000 Euro rechnen. Wenn ein Beamter der Vatikanstaat-Justiz Straftzaten vertuscht, muss mit Gefängnis bis zu sechs Monaten rechnen. Weitere Regelungen, was mit Verantwortlichen in der Kirchenleitung, die die Aufarbeitung verschleppen oder Fälle zu vertuschen suchen, sind nicht vorgesehen. Das Beichtgeheimnis bleibt unangetastet. Opfer haben ein Recht auf Gehör und auf geistliche, ärztliche, psychologische und juristische Hilfe. Ihnen soll nach Möglichkeit eine Begegnung mit dem Täter erspart werden. Die Verjährungsfrist wird auf 20 Jahre nach dem 18. Geburtstag verlängert. Entschädigungen sind nicht vorgesehen.

Zwar ist ein Kinderschutzbeauftragter vorgesehen, aber die Regeln sehen dessen Unabhängigkeit von kirchenstaatlichen Strukturen nicht vor.

Quelle: Süddeutsche zeit.de  w2.vatican.va  vaticannews.va  blog.zdf.de


29.3.2019 Der Dominikaner Ludwig Wisniewski, Polen, fordert, dass Bischöfe, die Kindesmissbrauch durch katholische Kleriker vertuschten, ihren Rücktritt einreichen sollten. Emeritierte Bischöfe, die vertuschten, sollen ihre Vertuschung öffentlich machen.

Quelle: domradio.de


29.3.2019 Mauricio West, Generalvikar und Kanzler der Diözese Charlotte, USA, hat sein Amt niedergelegt. Ihm wird glaubwürdig vorgeworfen, dass er sich über einen Zeitraum von zwei Jahren einem erwachsenen Schüler unerwünscht angenähert habe. 

Quelle: ncronline.org


 29.3.2019 In Canberra, Australien, müssen Priester künftig Missbrauch den Behörden melden. Dies gilt auch, wenn Missbrauch in der Beichte gestanden wird. Erzbischof Christopher Prowse lehnt das ab.

Quelle: katholisch.de


28.3.2019 Gregor Maria Hof über das Ende derkirchlichen Sakralmacht.

Quelle: theologie-und-kirche.de/


28.3.2019 Im Fordham University's Center on Religion and Culture sagte Pater Hans Zollner, dass die Kirchenführer nur durch echte Bekehrung über die Notwendigkeit zu motivieren seien, sich mit dem Problem des Missbrauchs auseinanderzusetzen - nicht durch "Richter, die Presse oder SNAP" . Man könne nicht die Kirche in Amerika und Australien als Maßstab nehmen, der Fokus sollte vielmehr auf den 75 % der Gebiete liegen, an denen das Thema Missbrauch weder in der Kirche noch in der Gesellschaft Priorität habe. Nicht nur in afrikanischen und asiatischen Ländern müsse mit der Bewältigung der Krise gekämpft werden. In mittel- und osteuropäischen Ländern wie Polen, Tschechische Republik, Ungarn seien vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem Kommunismus die heutigen Bischöfe mit Misstrauen gegenüber Medien und Polizei aufgewachsen: Einen Priester wegen Missbrauchs zu melden, sei dort so, als übergebe man den eigenen Sohn der Hinrichtung.

Quelle: Cruxnow


28.3.2019 Am Dienstag stimmten 48 der 50 Priester und Laien, Angehörige des Priesterrates von Lyon, für den schnellen und endgültigen Rücktritt von Kardinal Barbarin, der wegen Vertuschung eines Missbrauchsfalls verurteilt wurde. Er hatte dem Papst seinen Rücktritt angeboten, den dieser nicht annahm. Barbarin hat sich während der Zeit der Berufung gegen das Urteil ins Kloster zurückgezogen. Pfarrer Yves Baumgarten, Generalvikar, und Bischof Gobilliard, Weihbischof von Lyon, baten dringend um ein Interview mit dem Vatikan. Sie werden voraussichtlich nächste Woche von Kardinal Ouellet, dem Präfekten der Bischofskongregation in Rom, empfangen.

Quelle: france3-regions.francetvinfo.fr


28.3.2019 Bischof Kohlgraf, Mainz, wehrt sich gegen die Kritik der Bundesfamilienministerin Giffey, die katholische Kirche begnüge sich bislang mit einer "deklaratorischen Bereitschaft, etwas zu tun". Bischof Kohlgraf weist darauf hin, dass das Bistum Mainz Anfang März eine Beratergruppe zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs eingesetzt habe und Bischof Ackermann zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofe neue Projekte zur Aufarbeitung, Entschädigung und Vorbeugung von Missbrauch angekündigt (sic!) habe. Zudem hätten die Bischöfe einen verbindlichen synodalen Weg zur Erneuerung und Veränderung der Kirche beschlossen (sic!).

Quelle: domradio.de


28.3.2019 Kardinal Wölki, Köln, möchte weder die ganz großen Dogmen zur Disposition stellen noch das kirchliche Eheverständnis, die Sexuallehre, den Pflichtzölibat und das Nein zu einer Weihe von Frauen.

Quelle: Domradio


28.3.2019 Die Schriftleiterin der Vatikan-Frauenzeitschrift "Donne Chiesa Mondo", die Historikerin Luceta Scaraffia, die zusammen mit der gesamten Redaktion zurückgetreten ist, berichtet, dass Frauen und an erster Stelle Ordensfrauen in der kath. Kirche als "Mitglieder zweiter Klasse" angesehen werden. Auch hohe Amtsträger seien "überzeugt, dass Frauen nichts zählen". Sie begründete ihren Rücktritt damit, dass seit dem Führungswechsel in der vatikan. Medienabteilung im Dezember 2018 ständiger Gegenwind herrschte. Der neue Chef der Vatikanzeitung "Osservatore Romano", Paolo Ruffini, habe versucht, Einfluss auf die Redaktion zu nehmen und ebenfalls von Frauen verfasste Beiträge zu gleichen Themen, aber mit gegenläufiger Ausrichtung publiziert. Die Forderung Scaraffias, an den Sitzungen der Medienabteilung teilzunehmen, habe er mit Gelächter quittiert. Scaraffia warf auch dem Papst ein verengtes Frauenbild vor, wenn er die Frau als "Urbild der Kirche" bezeichne: "Frauen sollten nicht als Metapher von irgendwas angehört werden, sondern als Menschen, die Respekt verdienen und etwas zu sagen haben." Dem Vatikan warf sie vor, den Skandal um Missbrauch von Ordensschwestern nicht anzugehen, weil er für die Kirche noch komplizierter als Kindesmissbrauch sei.

Quelle: katholisch.de

Beobachtungen von Christiane Florin, DLF, 27.3.2019


28.3.2019 Ein Berufungsgericht in Chile entschied, dass die römisch-katholische Kirche drei Opfer des Pfarrers Fernando Karadima entschädigen muss.
Quelle: minotareanews.rrvnews.com


27.3.2019 Das Bundeskabinett hat den Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten Rörig für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Quelle: bundesregierung.de


27.3.2019 Die polnische Opfervereinigung "Fürchtet Euch nicht", initiiert von Marek Lisinski, rief unter dem Stichwort "Bischofsschande" zu Protesten gegen 19 polnische Bischöfe auf und wirft den Bischöfen vor, auf der Seite der Täter, nicht auf der Seite der Opfer zu stehen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Gadecki, hatte Anfang des Jahres ein Gespräch mit Vereinschef Lisinski angekündigt, das bis heute nicht zustandekam. Gadecki kritisiert den Begriff "Pädophilie in der Kirche", weil damit die Autorität der Kirche untergraben werden und das Vertrauen der Gläubigen in die kirchlichen Einrichtungen zerstört werde. Der stellvertretende Bischofskonferenzvorsitzende Marek Jedraszewski distanzierte sich von der "Null-Toleranz" gegenüber Tätern. Dies sei eine totalitär klingende Wortwahl, die an den Kampf der Nationalsozialisten gegen die Juden erinnere, der im Holocaust gemündet sei. Jedraszewski spricht lieber von "makelloser Standhaftigkeit". Bislang gibt es noch keine Reaktion der Bischöfe auf Schmerzensgeldforderungen der Opfer. Lediglich die "Gesellschaft Christi für Emigrantenseelsorge" wurde zur Zahlung von 230.000 Euro verpflichtet, gegen die der Orden Widerspruch eingelegt hat.

Quelle: domradio.de


27.3.2019 Marco Politi über die kirchenpolitische Situation von Papst Franziskus und die Kirche in der Krise. Politi beobachtet eine tiefe Spaltung in der Kirche.

Quelle: srf


26.3.2019 Weil 23 Journalisten über den Prozess gegen Kardinal Pell berichtet hatten trotz eines Verbotes, hat die Staatsanwaltschaft in Victoria, Australien, Anklage erhoben.

Quelle: orf


26.3.2019 Die Führung des vatikanischen Frauenmagazins des Vatikans ist geschlossen zurückgetreten: „Wir werfen das Handtuch, weil wir uns von einem Klima des Misstrauens und einer fortschreitenden Delegitimierung umgeben sehen“, schrieb die Gründerin von „Donne Chiesa Mondo“, Lucetta Scaraffia, in einem Brief an Papst Franziskus. "Jetzt scheint es uns, dass eine lebensnotwendige Initiative zum Schweigen gebracht wird und dass man zu den veralteten, vertrockneten Sitten zurückkehrt, unter der direkten Kontrolle von Männern Frauen auszuwählen, die als vertrauenswürdig gelten“, begründete Scaraffia in dem Brief an den Papst.

Quelle: orf  Süddeutsche


26.3.2019 Drei Frauen werfen dem ehemaligen Bischof von Galway, dem verstorbenen Eamonn Casey, vor, dass er sie sexuell missbrauchte, als sie Kinder waren. Einen Missbrauch gestand der Bischof. Er fand vor 2005 statt, als Casey Priester in der südenglischen Diözese Arundel und Brighton war. Auch einen zweiten Missbrauchsfall gab er zu. Beide Frauen erhielten Entschädigungen. Ein Fall ereignete sich, als Bischof Casey von 1955 bis 1960 als Kurat in der St. John's Cathedral in Limerick tätig war. In einem dritten Fall missbrauchte der Bischof seine Nichte, Patricia Donovan. Die Beschwerden wurden den Kirchenbehörden 2001, 2005 und 2014 bekannt.

Quelle: irishtimes.com


26.3.2019 Matthias Katsch kritisiert, dass der Antimissbrauchsgipfel des Vatikans nicht in der Lage war, Betroffene und ihre Vertreter einzuladen, damit diese konkrete Forderungen vortragen konnten. Dass es zum Missbrauchsgipfel kam, hält er den Betroffenen zugute. Die Ergebnisse enttäuschen (nicht nur) ihn: die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften sei eine Selbstverständlichkeit, die auch im Kirchenrecht festzuschreiben seien. Auch die 21 Punkte des Papstes seien nichts Neues. Katsch fordert: Die Abschaffung des päpstlichen Geheimnisses im Kontext von Missbrauchsfällen. Die - auch kirchenrechtlich zu regelnde - Entlassung aus dem Priesteramt für Missbrauchstäter und die Entlassung aus dem Bischofsamt für Vertuscher.  Katsch erwartet, dass auch im Kirchenrecht das Opfer in den Mittelpunkt gestellt wird. Bislang sind kirchliche Opfer im kirchenrechtlichen Verfahren nur rechtelose Zeugen. Sie sollten als Nebenkläger am Verfahren teilnehmen und auch Schadenersatzklagen einreichen können. Im Fall eines der Haupttäter im Canisius-Kolleg, Peter R., ist das Urteil bislang nicht öffentlich. Zwar hat die Kirche die Verjährung aufgehoben, jedoch hat die Glaubenskongregation veranlasst, dass die Aufhebung der Verjährung zwar die Strafe betrifft, nicht jedoch die Schadenersatzforderungen. Auch gebe es am Canisius-Kolleg zwar zwei Berichte der Beauftragten für die Aufarbeitung der Missbrauchstaten, aber eine wissenschaftliche Aufarbeitung habe es nicht gegeben. Offen sei bis heute, wie die Taten am Canisius-Kolleg über drei Jahrzehnte geschehen konnten und was davor war. Die Untersuchenden haben keinen direkten Zugang zu den Akten erhalten, ebensowenig wie die Opfer. Namen der Verantwortlichen für Vertuschung seien bislang nicht genannt worden.

Quelle: morgenpost


26.3.2019 Papst Franziskus hat nach dem Rücktritt des chilenischen Kardinals Ricardo Ezzati, dem Vertuschung vorgeworfen wird, Bischof Celestino Aos zum Übergangsleiter des Erzbistums Santiago ernannt. Nun wirft Mauricio Pulgar, ein ehemaliger Seminarist Celestino Aos Vertuschung vor. Pulgar habe sich 2012 an die Nuntiatur gewandt und einen Missbrauchsfall gemeldet. Aos sei für die Untersuchung verantwortlich gewesen, habe aber Pulgar weder über den Stand der Ermittlungen informiert noch erlaubt, dass Beweise präsentiert wurden. Aos hat bislang keine Stellung zu den Vorwürfen bezogen.

Quelle: katholisch.de


25.3.2019 Inzwischen haben im Erzbistum Freiburg 175  von 443 Betroffenen Zahlungen in Anerkennung des Leids erhalten. Seit der MHG-Studie seien 19 Betroffene hinzugekommen, die Geldzahlungen erhielten. Bislang waren öffentlich bekannt 150 Betroffene, die Geldzahlungen erhielten. Das Erzbistum erwägt, in einigen Fällen monatliche Zahlungen zu leisten.

Quelle: katholisch.de


23.3.2019 Der Vatikan hat mehrere Akten an die Staatsanwaltschaft in Santiago, Chile, überstellt. Die chilenische Justizbehörde teilte mit, es handle sich um eine "Teilantwort" auf ein Rechtshilfeersuchen vom August 2018. Die chilenische Staatsanwaltschaft ermittelt in 158 Fällen gegen 219 kirchliche Mitarbeiter wegen Missbrauchs. Dabei geht es um 241 Personen, von denen 123 zur Zeit des Missbrauchs minderjährig waren.

Quelle: domradio.de


23.3.2019 Doris Reisinger auf der Leipziger Buchmesse.

Quelle: zdf


23.3.2019 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Kardinal Ezzati, Chile, angenommen. Ezzati steht im Verdacht, Missbrauchsfälle durch Kleriker vertuscht zu haben. Er habe ein "absolut ruhiges und gelassenes Gewissen", sagte er. Er versicherte, seine Versprechen erfüllt zu haben. Ezzati sagte, er könne erhobenen Hauptes sagen, dass jede Anklage sorgsam geprüft worden sei. Papst Franziskus habe ihm am 19.3. eine Email geschrieben. „Danke für dein Beispiel der Stärke“, zitierte der Kardinal den Papst. - Das oberste chilenische Berufungsgericht hat gestern entschieden, dass Ezzati vor Gericht gestellt werden soll.

Quelle: vativannews  nzz.ch


22.3.2019 Pater Floridus Röhrig galt als honoriger, kunstsinniger Mann. Ihm vertraute man gerne Kinder an. Zwei Brüder schildern, wie sie von ihm sexuell missbraucht wurden. Seine Neigung zu jungen Buben war im Stift jedoch bekannt.

Quelle: addendum


22.3.2019 Der Generalvikar von Lyon, Yves Baumgarten, hat die Gläubigen seines Erzbistums zu Ruhe und Vertrauen aufgerufen. Baumgarten übernimmt die Amtsgeschäfte von Kardinal Barbarin, der sich während der Zeit seiner Berufung gegen die Verurteilung wegen Vertuschung eines Missbrauchsfalls ins Kloster zurückzieht.

Quelle: domradio.de


22.3.2019 Die österreichische Bischofskonferenz fordert Konsequenzen aus dem vatikanischen Kinderschutzgipfel. Es sei nötig, "konkrete Maßnahmen auf Grundlage der schon bestehenden kirchenrechtlichen Normen gegen sexuellen Missbrauch" zu ergreifen. Die Bischöfe legten zudem ihren Bericht über die Missbrauchs- und Gewaltfälle vor. Die Opferschutzanwaltschaft befasste sich mit 2.193 Fällen. 171 Fälle wurden zurückgewiesen, 180 sind derzeit in Bearbeitung. Betroffene erhielten 27,8 Millionen Euro. In 31 % der Fälle ging es um sexuellen Missbrauch, in den übrigen Fällen um körperliche Gewalt. 0,8 % der Fälle geschahen seit 2000.

Quelle: kath.ch


22.3.2019 Die US-amerikanische Jesuitenzeitschrift America kritisiert das undurchsichtige Vorgehen von Papst Franziskus im Umgang mit Bischöfen, die Kinder missbrauchten oder Missbrauch vertuschten. Dies gilt für die Kardinälke McCarrick, Pell und Barbarin. Unklar ist auch, warum der Papst die Rücktrittsgesuche einiger chilenischer Bischöfe annahm, die anderer jedoch nicht annahm. Die Zeitschrift beklagt, dass es keine klaren Regeln für transparente Gestaltung kirchenrechtlicher Verfahren gegen Bischöfe gebe und vieles von der persönlichen Entscheidung des Papstes abhänge. Auch die Intervention des Vatikans bei der US-Bischofskonferenz 2018 ist unverständlich. Die Konferenz sollte die Antimissbrauchskonferenz im Vatikan abwarten, die dann jedoch überhaupt keine klaren Beschlüsse fasste. Undurchsichtige und sich lang hinziehende Prozesse verstärkten nur die Sorge, dass es der Kirche immer noch um sich selbst gehe und nicht um die Missbrauchsopfer.

Quelle: kath.ch


21.3.2019 Der Vize-Präsident der polnischen Bischofskonferenz, Stanislaw Gadecki, beklagte sich, dass sexueller Missbrauch überall vorkomme, aber nur die katholische Kirche im Blick sei. Zudem vergrößere der aktuelle Zeitgeist die Problematik. Er nannte die Programme zur Sexualisierung der Kinder, Verhütungsmittel und größere sexuelle Aktivität.- Marek Lisinski, Mitglied der polnischen Opfer-Organisation „Habt keine Angst“ sagte, einige der Bischöfe stehen unter dem starken Verdacht der Vertuschung. Die polnische Journalistin Eliza Michalik kann sich nicht vorstellen, dass es in 30 Jahren nur 382 Missbrauchsfälle gegeben habe - bei 50.000 Priestern. Im viel kleineren Irland spreche man von 35.000 Fällen. - Auch der Kinderschutz-Beauftragte der Bischofskonferenz, Adam Zak, geht davon aus, dass nur die Spitze des Eisbergs sichtbar sei.

Quelle: vaticannews


21.3.2019 Der chilenische leitende Staatsanwalt Emiliano Arias berichtet, dass der Vatikan bislang keine einzige Anfrage der Ermittler beantwortet habe. Es gab überhaupt keine Reaktion. Die chilenische Justiz ermittelt in rund 150 Fällen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen Kirchenmitarbeiter. Es gehe um 250 mutmaßliche Opfer. Auch gegen Kardinal Ezzati wird wegen Vertuschungermittelt. Ezzati habe die EInstellung der Untersuchung beantragt. Dem Antrag wurde nicht entsprochen, weil die Ermittler noch konkreten Hinweisen nachgehen. Eine Entscheidung wird morgen erwartet.

Quelle: katholisch.de


21.3.2019 Der Vatikan hat Ermittlungen im früheren argentinischen Bistum von Oran gegen den Bischof Zanchetta (Juli 2013 - August 2017) wegen sexueller Übergriffe gegen Priesterseminaristen aufgenommen. Zanchetta hatte sein Bischofsamt wegen Problemen mit dem Klerus zurückgegeben und war von Papst Franzismus auf den neu geschaffenen Posten eines Assessors in der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls berufen worden. Dem Vatikan seien im August 2017 keine Missbrauchsvorwürfe bekannt gewesen.

Quelle: katholisch.de


21.3.2019 In Illinois, USA, hat das Anwaltsbüro Jeff Anderson eine Liste mit 395 Namen von katholischen Priestern und Laien veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die Verdächtigen haben im Erzbistum Chicago und in fünf weiteren Bistümern gearbeitet oder arbeiten noch dort. Anderson wirft den Kirchenbehörden vor, die Fälle zum Teil nicht öffentlich zu machen. Zum Teil weisen die Diözesen die Vorwürfe zurück. Die Bistümer Chicago und Joliet erklärten, dass alle bekanntgewordenen Fäülle mit belastbaren Vorwürfen den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden.

Quelle: orf.at  Süddeutsche


21.3.2019 Der Fall Pater Dominik - Chronologie eines Täterschutzes. Das Stift Klosterneuburg wird seit Jahren durch Missbrauchsfälle erschüttert. Die Aufarbeitung ist ein Lehrstück an Vertuschung.

Quelle: addendum.org


20.3.2019 Filmhinweis: addendum.org: Filme zu Missbrauch in der Kirche; ab 21.3. sind drei weitere Filme zu sehen.


20.3.2019 Kardinal Bráz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation, erklärte, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel Degollado vorlagen. Der brasilianische Kardinal unterstrich gegenüber dem spanischen katholischen Online-Magazin „Vida Nueva“ , dass die Autoren der „mafiösen Vertuschungsmanöver“ nicht zur Ordenskongregation, sondern eher zum vatikanischen Staatssekretariat gehört hätten.

Quelle: imprimatur


21.3.2019 In Illinois, USA, hat das Anwaltsbüro Jeff Anderson eine Liste mit 395 Namen von katholischen Priestern und Laien veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die Verdächtigen haben im Erzbistum Chicago und in fünf weiteren Bistümern gearbeitet oder arbeiten noch dort. Anderson wirft den Kirchenbehörden vor, die Fälle zum Teil nicht öffentlich zu machen. Zum Teil weisen die Diözesen die Vorwürfe zurück. Die Bistümer Chicago und Joliet erklärten, dass alle bekanntgewordenen Fäülle mit belastbaren Vorwürfen den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden.

Quelle: orf.at  Süddeutsche


20.3.2019 Filmhinweis: addendum.org: Filme zu Missbrauch in der Kirche; ab 21.3. sind drei weitere Filme zu sehen.


20.3.2019 Kardinal Bráz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation, erklärte, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel Degollado vorlagen. Der brasilianische Kardinal unterstrich gegenüber dem spanischen katholischen Online-Magazin „Vida Nueva“ , dass die Autoren der „mafiösen Vertuschungsmanöver“ nicht zur Ordenskongregation, sondern eher zum vatikanischen Staatssekretariat gehört hätten.

Quelle: imprimatur


20.3.2019 Der Generalstaatsanwalt von West Virginia hat Klage gegen das BIstum Wheeling/Charleston und dessen früheren Bischof Bransfield (2005 - 2018) eingereicht. Er wirft dem Bistum und Bransfield vor, in Schulen und Ferienlagern Priester beschäftigt zu haben, die glaubwürdig beschuldigt wurden, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Und die Klage wirft Bistum und Ex-Bischof vor, die Eltern als "Käufer von Erzhieungs- und Freizeitdienstleistungen" absicht nicht gewarnt zu haben. - Einer der Priester, um den es in der Klage geht, hatte Missbrauch in den 1980er Jahren an einem Highschool-Schüler gestanden, ihm wurde gekündigt und dann wurde er erneut an einer Grundschule eingesetzt. - Zudem habe das Erbistum gelogen, als es auf seiner Website schrieb, alle Beschäftigten seien überprüft worden. Dennoch wurde ein wegen Vergewaltigung verurteilter Mann als Lehrer an einer weiterführenden Schule eingestellt.

Quelle: orf


19.3.2019 Der Kölner Kardinal Woelki hat den Düsseldorfer Stadtdechanten Monsignore Ulrich Hennes mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern beurlaubt. Ihm wurde sexuelle Belästigung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten vorgeworfen. Der Vorfall soll sich 2012 ereignet haben, das Erzbistum hat am 14.3.2019 davon erfahren. Für den Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.

Bereits in den 1990er-Jahren gab es einen Belästigungsvorwurf gegenüber einem fast volljährigen Jugendlichen. Das Bistum hat damals die Staatsanwaltschaft nicht informiert. Der Beschuldigte erhielt die Auflage, in eine Therapie zu gehen. Ein anschließendes Gutachten habe ergeben, dass der Pfarrer weiter arbeiten könne ohne Auflagen.

Quelle: www1.wdr.de


19.3.2019 Tom Doyle, Kirchenrechtler, wies die Bischöfe bereits 1984 - vergeblich - auf den Missbrauchsskandal hin und arbeitet seither im Interesse der Opfer. Mit dem Rechtsanwalt Ray Mouton und dem Priester und Psychiater Michael Peterson verfasste er ein Handbuch zum Umgang mit Missbrauch - daraufhin warf ihm ein Sprecher einer Bischofskonferenz vor, er wolle nur Geld damit verdienen.

Er berichtet von 35 Jahren "frommer Phrasen, leerer Versprechungen, unbegründeter Ausreden, Verteufelung der Opfer". Getan haben die Bischöfe nichts. Doyle weist darauf hin, dass die institutionelle Kirche sich nicht selbst reparieren könne und alle bisherigen Versuche gescheitert seien. Auch der Versuch, dass Metropoliten Bischöfe, die Minderjährige missbrauchten oder der Komplizenschaft beschuldigt werden, richten, werde scheitern.

Die Bischöfe hätten nicht erwartet, dass die Überlebenden ihre Stimme erheben würden und dass die staatliche Justiz in einem Land nach dem anderen die Kirchenführer so behandeln würden wie sie alle an einem kriminellen Unternehmen Beteiligten behandelt.

Das erstaunlichste Ergebnis des Antimissbrauchsgipfels sei nicht das gewesen, was Papst und Bischöfe sagten oder taten, das erstaunlichste sei die Versammlung von Opfern, Überlebenden und ihren Unterstützern aus aller Welt. Es werde einen radikalen, grundlegenden Veränderungsprozess erfordern, bis die gesamte Kirche wirklich widerspiegelt, was sie sein soll, das Volk Gottes.

Quelle: ncronline.org


19.3.2019 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Kardinal Barbarin, Lyon, nicht angenommen. Der Papst machte die "Unschuldsvermutung" für den Kardinal geltend und hat ihm die Entscheidung überlassen. Barbarin hat entschieden, sein Amt ruhen zu lassen. Er hat Berufung gegen das Urteil der Justiz eingelegt, die ihn zu einer 6-monatigen Bewährungsstrafe wegen Vertuschung eines Missbrauchsfalles verurteilt hatte.

Der Heilige Stuhl hat erneut seine Nähe gegenüber allen Missbrauchsopfern und gegenüber allen Gläubigen der Diözese Lyons und der gesamten Kirche in Frankreich bekräftigt.

Quelle: katholisch.de


18.3.2019 Bischof Kohlgraf, Mainz, plädiert dafür, dass die Kirche die Ergebnisse der Wissenschaften zur Kenntnis nimmt. Die Kirche erlebe "eine große unheimliche Angst, eine tiefe Nacht." Der Bischof sagt: "Wir haben in der Kirche durch unser Verhalten ein Reden über einen liebenden Gott so ungalubwürdig gemacht." Deshalb bliebe es ihr nicht erspart, vor Gott neu zu erzittern, seinem Anspruch, seiner Gegenwart im Dunkel."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Von der Gottverlassenheit der kirchlichen und außerkirchlichen Missbrauchsopfer spricht er nicht.


17.3.2019 Gotthard Fuchs über "Kirchenfasten".


16.3.2019 Die Bischöfe von Costa Rica haben sich für Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche entschuldigt. Fehler in der Vergangenheit räumten sie ein. Anlass für die Entschuldigung sind Missbrauchsvorwürfe gegen einen Geistlichen und einen ehemaligen Priester. Beide sollen sich in mehreren Fällen an Minderjährigen vergangen haben.

Quelle: vaticannews.va


16.3.2019 In einer Wohngruppe der Diakonie in Gifhorn sollen junge Mädchen durch ein Ehepaar, das die Gruppe mehr als 25 Jahre geleitet hat, missbraucht worden sein. Die Mädchen seien teilweise schwer traumatisiert. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eheleuten vor, zwischen 1998 und 2007 vier junge Bewohnerinnen sexuell missbraucht und misshandelt zu haben.Die Opfer seien zum Tatzeitpunkt zwischen 6 und sechzehn Jahre alt gewesen. Eine inzwischen erwachsene Frau, die früher in der Wohngruppe lebte, hatte im Januar Anzeige erstattet. Beide Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Quelle: ndr.de


16.3.2019 Die Journalistin Monica Monda wirft dem Film "Gottes missbrauchte Dienerinnen" im "Osservatore Romano" vor, er sei an einigen Stellen oberflächlich und unterstreiche "erwartbare Aussagen, ohne die Gedankengänge zu vertiefen". Sie verwahrt sich auch gegen die Aussage im Film, dass der sexuelle Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe ein "weiterer Skandal" sei. Der Skandal sei ein einziger, nämlich "Missbrauch von Macht, Übel, das Böse, also Sünde."

Quelle:  katholisch.de

Kommentar: Mir scheint, die Vorwürfe von Monica Monda zeigen ein klassisches Kommunikationsproblem, das in der Kirche leider nicht selten anzutreffen ist: Die missbrauchten Nonnen und ihre Verbündeten melden, dass das Haus brennt und Menschen gerettet werden müssen. Sie wollen die Feuerwehr rufen und wählen vielleicht aus Versehen den ärztlichen Notdienst. Der jedoch beschwert sich erstmal wortreich, dass der richtige Dienstweg nicht eingehalten wurde und fragt nach - bevor er entscheidet, die Brandmeldung an die Feuerwehr weiterzugeben -, ob denn alle Feuermelder installiert waren und im vorgeschriebenen Zeitraum überprüft wurden; ob es Belege für die Überprüfung gebe und ob die fristgerecht eingereicht werden könnten, bevor die Feuerwehr informiert werden kann und gegebenenfalls, unter Umständen, vielleicht ausrückt. Der ärztliche Notruf will außerdem wissen, wie der Brand entstand und mit welchen Schadstoffen zu rechnen ist. Bevor das nicht geklärt sei, könne er leider die Feuerwehr nicht informieren. Zudem will er zuvor abgeklärt haben, warum die um Hilfe Rufenden nicht gleich die Feuerwehr sondern den ärztlichen Notdienst angerufen haben; ob ein Versehen oder Absicht vorliege oder wie es kommt, dass die Nonnen die falsche Nummer gewählt haben; ob das auf schlichte Unkenntnis zurückzuführen sei und warum es da keine ausreichende Information der Nonnen gebe und was sie zu tun gedenken, um der Unkenntnis beizukommen... u.s.w. D.i. einfach nur absurd.


16.3.2019 Franziska Broich schaut auf die Situation der katholischen Kirche in Frankreich nach der Verurteilung von Kardinal Barbarin.

Quelle: zeit.de


15.3.2019 Der Theologe Wunibald Müller kritisiert die Bischofskonferenz. Ihr fehle der Mut zu radikalen Schritten und sie habe die Erwartungen nicht erfüllt. Der synodale Prozess klinge ihm zu "sehr nach Vertrösten und letztlich Aussitzen". Müller hätte sich gewünscht, dass die Bischöfe ich an den Papst wenden und Schritte zur Aufhebung des Pflichtzölibats unternehmen. Zudem hätte sie sich zum Weiheamt für Frauen und zu homosexuellen Männern, die das Priesteramt anstreben, äußern müssen. Überdies hätten sie dazu aufrufen müssen, dass Bischöfe, die sexualisierte Gewalt vertuscht haben, zu ihrer Schuld stehen und das Amt niederlegen müssen.

Quelle: domradio.de


15.3.2019 Im Bistum Münster hatten sich drei mutmaßliche Missbrauchsopfer des Pfarrers Alfred Albeck gemeldet. Inzwischen hat sich ein weiteres Opfer gemeldet.

Quelle: ruhrnachrichten.de  wa.de 18.3.2019


15.3.2019 Jan-Heiner Tück analysiert den vatikanischen Kinderschutzgipfel: "Die päpstlichen Therapievorschläge machen ziemlich ratlos." Ihm ist in allen Punkten zuzustimmen.

Quelle: NZZ


15.3.2019 Das Bistum Essen hat 29 Missbrauchsmeldungen 2018 erhalten, zwölf davon betreffen das Ruhrbistum, 17 betreffen andere Bistümer oder Einrichtungen. Die Vorwürfe richten sich gegen eine unbekannte Zahl von Geistlichen. Gegen einen Priester wurde Strafanzeige erstattet und ein kirchliches Verfahren eingeleitet. Die anderen beschuldigten Priester sind verstorben.

Die Missbrauchsbeauftragte berichtet, dass sich immer dann, wenn das Thema "Missbrauch und Kirche" öffentlich verhandelt wird, Betroffene melden. Im letzten Jahr waren es vermehrt Betroffene aus Kinderheimen.

Quelle: www1.wdr.de  weihbischof.bistum-essen.de


14.3.2019 Bericht von der Vollversammlung der Bischofskonferenz und Einschätzungen von Florian Breitmeier.

Quelle: NDR


14.3.2019 Florian Breitmeier kommentiert die Vollversammlung der Dt. Bischofskonferenz: "Die Missbrauchsopfer müssen von den in Lingen vorgestellten Maßnahmen enttäuscht sein. Ihre Geduld ist am Ende. Die Bischöfe sollten deshalb gezielt Betroffene sexualisierter Gewalt in die kirchlichen Beratungs- und Kontrollgremien holen. Es wäre der Bischofskonferenz auch möglich, ein unbürokratisches Fondsmodell aufzulegen, um Entschädigungszahlungen an die Missbrauchsopfer zu leisten. All das könnte sofort beschlossen werden. Dass dies in Lingen nicht verbindlich auf den Weg gebracht wurde, ist bitter."

Quellen: NDR  und NDR


14.3.2019 Der Vatikan müsse darüber nachdenken, wie er Bischöfe und Ordensobere, die Missbrauch nicht anzeigen, an den einzelnen Kurienbehörden in Zukunft einheitlich behandeln kann. Das empfiehlt der deutsch-römische Jesuit und Kinderschutzfachmann Hans Zollner. Auch das „päpstliche Geheimnis“ stehe auf dem Prüfstand. Bislang hat dieses Gesetz auch dazu gedient, die Aufarbeitung von Missbrauch zu erschweren.

Quelle: vaticannews


14.3.2019 In Polen sollen sich eine unbekannte Anzahl katholischer Priester und Ordensmänner zwischen 1990 und Mitte 2018 an 382 Minderjährigen vergangen haben. 198 der Betroffenen waren unter 15 Jahre alt. Zudem gebe es 243 "unbestätigte Opfer". 58,4 Prozent aller 625 in der Studie erwähnten Minderjährigen sind demnach männlich, 41,6 Prozent weiblich. Drei Viertel der kirchlichen Prozesse, deren absolute Zahl unbekannt ist, seien abgeschlossen. 25 % der beschuldigten Kleriker wurden laisiert. 40 % wurden suspendiert, ermahnt oder ihnen wurde verboten, mit Minderjährigen zu arbeiten. Zehn Prozent der Geistlichen seien freigesprochen worden. In 42 Prozent der Fälle hätten die Minderjährigen den Missbrauch der Kirche selbst mitgeteilt, in 21 Prozent deren Angehörige. Bei sechs Prozent erfuhr die Kirche von Staatsorganen davon und in einem Prozent der Fälle aus den Medien.

Quelle: katholisch.de

Andere Quellen nennen andere Zahlen: Es seien 382 Priester und Ordensmänner,die sich an 625 Minderjährigen vergangen hätten. Von den 625 mutmaßlichen Opfern seien 345 unter 15 Jahre alt gewesen. Darunter seien auch "unbestätigte Opfer".

s. auch DW


14.3.2019 Gegen den päpstlichen Nuntius in Paris, Luigi Ventura, gibt es eine dritte Anzeige wegen sexueller Belästigung eines Erwachsenen. Die französische Justiz bemüht sich beim Vatikan um die Aufhebung der diplomatischen Immunität.

Quelle: religion.orf.at   dw.com


14.3.2019 Kommentare zur Vollversammlung der Dt. Bischofskonferenz

Ingo Brüggenjürgen, Domradio

Michael Maurer, Stuttgarter Zeitung

Christoph Strack, DW

Fabian Klask, Zeit


14.3.2019 Pressekonferenz mit Kardinal Marx am Ende der Frühjahrsvollversammlung der dt. Bischöfe. - Kardinal Marx schlägt einen synodalen Weg zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken vor. Dabei solle es um Gewaltenteilung, priesterliche Lebensform und Sexualmoral der Kirche gehen. Den Begriff „synodaler Weg“ will Kardinal Marx weniger als präzisen Begriff denn als „Öffnung der Möglichkeiten“ verstanden wissen.

Quelle: vaticannews

Kommentar: Schon einmal wurde von 2011 bis 2015 ein Gesprächsprozess abgehalten, der folgenlos war.


13.3.2019 Bischof Ackermann wies darauf hin, dass die katholische Kirche bei der Zahlung von Entschädigungen u. U. "stärker Belege" für die Taten einfordern müsste, als das bei den bisherigen Zahlungen an Opfer der Fall ist.

Quelle: blog.zdf.de


13.3.2019 Von 2516 befragten Personen gaben in einer von Jörg Fegert geleiteten Studie 0,16 % an, Missbrauch in einer der beiden Großkirchen erlebt zu haben. Hochgerechnet bedeutet das, dass 114.000 Menschen  jeweils in der kath. oder evang. Kirche sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend erlebt haben. Bislang stand die katholische Kirche im Zentrum des Interesses, aber Missbrauch ist überall da zu finden, wo es Nähe-Verhältnisse gibt. Fegert anerkennt, dass die katholische Kirche sehr viel unternommen hat zum Schutz von Minderjährigen. Aber: "Was fehlt, ist ein wirklich adäquater Umgang mit den Betroffenen. Das hat man jetzt auch bei dem Missbrauchs-Gipfel gesehen. Wir haben im weltlichen Recht klare Opfer-Schutzrechte bis hin zur Nebenklage, so dass Betroffene am Prozess teilnehmen können. Die kirchlichen Verfahren dagegen sind nach wie vor intransparent und es geht mehr um den beschuldigten Priester, um die Einrichtung Kirche. Aber wo ist der Ort für Betroffene - sowohl in der Kirche und im Gemeindeleben wie in den Verfahren, die transparent werden müssen? Wie sorgt man dafür, dass Betroffene selbst stärker dazugehören und ihre eigenen spirituellen Bedürfnisse in einer Kirche, in der sie sich auch wieder wohlfühlen können, erfüllt sehen?"

Quelle: DW


13.3.2019 Christiane Florin kommentiert die Verurteilung von Kardinälen wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen oder wegen sexuellem Missbrauch.

Quelle: DLF


13.3.2019 Die Theologin Prof. Julia Kop sagt den Bischöfen: "Sie repräsentieren eine Kirche, in der unzählige Biographien von jungen Leuten, von Eltern, von Ordensschwestern, von Hauptamtlichen, von Theologinnen und Theologen durch klerikalen Missbrauch von Amtsgewalt, durch sexuelle Übergriffe und geistliche Manipulation durch Priester, beschädigt, manchmal zerstört worden sind."

Der Theologe Prof. Schockenhoff konzentriert sich auf die Sexualethik.

Professor Philipp Müller schaut auf die priesterliche Lebensform.

Prof. Hoff  widmet seinen Vortrag der Sakralisierung der Macht.  


13.3.2019 Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung hat die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, viel vorzuhaben:

  • Weiter am Thema Prävention arbeiten
  • die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen bei der Aufklärung verbessern; einen Leitfaden für die unabhängige Aufarbeitung in Kooperation mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung erarbeiten
  • unabhängige Anlaufstellen für Betroffene schaffen
  • ein Gutachten in Auftrag geben, die das bestehende Verfahren kirchlicher Anerkennungzahlen überprüft
  • Ziele regelmäßig überprüfen zu lassen.

Quellen: NDR 

Kommentar: Die Frage, wer neben den Tätern institutionell verantwortlich für das Missbrauchsgeschehen war, d.h. die Frage nach den Bischöfen, Generalvikaren und Personalverantwortlichen, die Missbrauch vertuscht und Täter geschützt haben, fällt unter den Tisch.


13.3.2019 Wir sind Kirche kommentiert die Vollversammlung der Bischofskonferenz: "Neun Jahre nach Bekanntwerden der lange vertuschten Skandale sexualisierter Gewalt in Deutschland scheint es noch immer kein grundlegendes und mit allen Bischöfen abgestimmtes Konzept zu geben. Im September 2018 hatten die Bischöfe noch ausdrücklich erklärt, den weiteren Weg gemeinsam mit Betroffenen sexueller Gewalt zu gehen. Dies scheint jedoch, abgesehen von einzelnen Kontaktgesprächen wie beim Krisengipfel in Rom, noch keinesfalls zu erfolgen. - Offen ist bis jetzt auch, inwieweit einzelne Bischöfe oder Mitglieder der Kirchenleitungen sich überhaupt mit der Frage auseinandergesetzt haben, gegebenenfalls persönlich oder institutionell Verantwortung übernehmen zu müssen."

Quelle: wir-sind-kirche.de


13.3.2019 Der ehemalige katholische Priester John Capparelli wurde tot aufgefunden. Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Der Name des Ex-Priesters stand auf einer Liste von 180 katholischen Priestern, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Er musste sich nie gerichtlich verantworten. Er arbeitete nach seiner Priesterweihe 1980 in mehreren Gemeinden in New Jersey und wurde schließlich von der Kirche laisiert. Danach arbeitete er in einer Highschool als Mathematiklehrer.

Quelle: vaticannews


13.3.2019 Im Bistum Trier wird einem Diakon der Besitz kinderpornografischer Dateien vorgeworfen. Er wurde suspendiert.

Quelle: volksfreund


13.3.2019 Kardinal Pell wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Richter begründete das Strafmaß mit der Lebensleistung und dem Alter des Verurteilten. Nach drei Jahren und acht Monaten Haft kann Kardinal Pell einen Antrag auf Bewährung stellen. Er beteuert seine Unschuld und wird Berufung gegen das Urteil einlegen.

Quellen: stuttgarter-nachrichten.de  Zeit.de  Süddeutsche


12.3.2019 Jörg Fegert berichtet aus seiner Arbeit u.a. mit der kath. Kirche, wie schwer es ist, Betroffene im Blick zu behalten, wenn sich ein Berufsstand bedroht fühlt. Sein Erfahrungsbericht schließt: "In einem Projekt unserer Klinikschule formulierten die bei uns behandelten und betreuten Kinder und Jugendlichen einen ihrer zentralen Wünsche für ihr Leben: 'dazugehören'. Seelisches Leid ist häufig mit sozialer Isolation, mit beeinträchtigten und belasteten Partnerbeziehungen verbunden. Betroffene als dazugehörig zu betrachten, sie im Dazugehören zu unterstützen, ist aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe. Effektive Ebenen der Partizipation sind wichtig. Die Kirche als mächtige Trägerin sozialer Institutionen sollte dazu beitragen, dass Menschen, welche an teils massiven seelischen, körperlichen und sozialen Folgen früher Kindheitsbelastungen leiden, besonders gut behandelt werden."

Quelle: herder.de


12.3.2019 Eine Studie des Ulmer Kinderpsychiaters Jörg Fegert geht 114.000 kirchlichen (katholischen und evangelischen) Missbrauchsfällen. Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler ca 2.500 repräsentativ ausgewählte Personen zu Missbrauchserfahrungen befragt. Je vier gaben an, in einer katholischen oder evangelischen Einrichtung missbraucht worden zu sein. 36 Personen sagten, im schulischen Bereich sexuell missbraucht worden zu sein. Sieben Personben sprachen von Missbrauch im Sportbereich durch einen Trainer. Aus diesen Zahlen machten die Wissenschaftler Hochrechnungen. Die Bischofskonferenz weist auf die schmale Datenbasis der Studie hin.

Quelle: Domradio


12.3.2019 Gegen einen ehemaligen Freisener Pfarrer, Bistum Trier, liegen zwei weitere Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor. Einer der neuen Verdachtsfälle werde in das derzeit am Kölner Kirchengericht laufende Verfahren noch einbezogen. Der zweite Fall wurde erst bekannt, als das Kirchengerichtsverfahren bereits lief.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat die Ermittlungen wegen eines Falls von 1982 wegen Verjährung eingestellt. Das zweite Verfahren ist bei der Staatsanwaltschaft noch anhängig. In diesem Verfahren wird dem Priester sexueller Missbrauch eines Jugendlichen im Jahr 2006 vorgeworfen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


12.3.2019 Das Bistum Trier will unabhängige Experten länger zurückliegende Missbrauchsfälle prüfen lassen. Dabei geht es auch um mögliche Fälle körperlkicher und sexueller Gewalt im Albertinum Gerolstein, ein Internat in Trägerschaft des Bistums. Bischof Ackermann will darüber hinaus Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen von einem externen Experten untersuchen lassen.

Quelle: swr.de


12.3.2019 Der emeritierte Bischof Michael J. Bransfield, USA, Diözese Wheeling-Charleston, darf nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung Erwachsener sowie finanzieller Unregelmäßigkeiten in seiner Ex-Diözese vorerst keine priesterlichen oder bischöflichen Dienste mehr ausüben. Das hat der Erzbischof von Baltimore, Lori, entschieden, bis eine vatikan. Entscheidung erfolgt.

Auch der ehemalige Weihbischof von Baltimore, Gordon Bennett SJ, unterliegt den gleichen Auflagen. Bennett war Weihbischof in Baltimore (1998 - 2004) und anschließend Bischof der Diözese Mandeville, Jamaika. 2006 gab es den Vorwurf der sexuellen Belästigung eines jungen Erwachenen. Im AUgust 2006 trat Bennett aus gesundheitlichen Gründen zurück. 2009 wurde er freigesprochen. Sein Fall wurde aber 2018 erneut geprüft und darf nach einer Anordnung der Bischofskongregation sein bischöfliches Amt nicht ausüben.

Quelle: vaticannews


12.3.2019 Unter Papst Franziskus, seit März 2013 im Amt, gingen 2.200 Missbrauchsanzeigen im Vatikan ein. Das erklärte Erzbischof Nikola Eterovic, Nuntius, bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Der Nuntius berichtete, dass sich zahlreiche Opfer an die Apostolische Nuntiatur wendeten mit der Bitte, ihre Schreiben an Papst Franziskus und an den Heiligen Stuhl weiterzuleiten, weil sie it den aus den Diözesen erhaltenen Antworten nicht zufrieden seien, bzw. gar keine Antwort bekommen hätten.

Quelle: kathpress


12.3.2019 Ein Pfarradministrator im Dekanat Alteglosheim-Schierling, Bistum Regensburg, wurde wegen eines Missbrauchsverdacht/einer Grenzverletzung gegenüber einer Ministrantin angezeigt. Das Bistum hat den Beschuldigten suspendiert. Er wird nicht an seine Arbeitsstelle zurückkehren, weil seine Amtszeit am 31.8.2019 endet.

Quelle: pnp.de


12.3.2019 Interview mit Ursula Enders, Zartbitter. Enders konstatiert, dass die öffentliche Wahrnehmung sich auf sexualisierte Gewalt vor allem in der katholischen Kirche inclusive auf den Zölibat konzentriert und darüber die sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und die Peergewalt vernachlässigt werden. Peergewalt macht inzwischen bei Zartbitter mehr als 50 % der Beratungsfälle aus. Selbst der UBSKM übersieht die sexualisierte Peergewalt.

Quelle: www1.wdr.de


11.3.2019 Der päpstliche Nuntius Eterovic wiederholt in seiner Begrüßung der Vollversammlung der dt. Bischöfe wörtlich die päpstliche Opferbeschuldigung, die Papst Franziskus bereits in seiner Schlussrede zum Antimissbrauchsgipfel getätigt hatte: „Das Übel, das ihnen [den Opfern] widerfahren ist, lässt in ihnen unheilbare Wunden zurück, die sich auch in Form von Hass und selbstzerstörerischen Tendenzen zeigen.“ 

Quelle: dbk.de

Kommentar: Weder stand ein Teilnehmer des Antimissbrauchsgipfels in Rom auf noch ein deutscher Bischof oder Weihbischof in Lingen, um diese Opferbeschuldigung zurückzuweisen.


11.3.2019 Drei anonyme Briefe an drei Pfarreien im Bistum Münster erheben mehrere Missbrauchsvorwürfe gegen den katholischen Priester A., der bereits verstorben ist. Der Priester war Kaplan in Werne (1961-1964), von 1964 bis 1967 in der Liebfrauengemeinde in Emmerich tätig, von 1968 - 1973 in Issum-Sevelen, 1967 bis 1968 Militärpfarrer in Altahlen/Heessen, von 1973 bis 1984 in Nordkirchen, in Kevelaer-Winnekendonk, St. Urbanus von 1984-1988, und von 1988 bis 1993 in Kranenburg-Frasselt, bevor er in den Ruhestand ging. Opfer haben sich inzwischen beim Bistum gemeldet. Das Bistum bittet mögliche weitere Betroffene, sich zu melden.

Quelle: theworldnews.net  wn.de


10.3.2019 Matthias Katsch, Vorsitzender des Betroffenennetzwerks „Eckiger Tisch“, und Vorstandsmitglied der internationen Gruppe „Ending Clergy Abuse“ (ECA) spricht mit den Vereinten Nationen über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

Quelle: vaticannews


10.3.2010 Das Präsidium des Zentralkommitees der deutschen Katholiken war zu Gesprächen im Vatikan. ZdK-Präsident Sternberg mahnt eine gründliche Ausarbeitung und Umkehr an, ohne die die Kirche ihre Glaubwürdigkeit nicht zurückerlangen könne.

Quelle: Domradio.de


10.3.2019 Das Urteil und die Höhe der Strafe für den australischen Kardinal George Pell soll am Mittwoch live im Fernsehen übertragen werden. Das teilte das zuständige Bezirksgericht von Victoria in Melbourne mit. Die abschließenden Bemerkungen von Richter Peter Kidd würden im Interesse einer "offenen Justiz" live ausgestrahlt, zitiert der Sender einen Gerichtssprecher.

Quelle: kathpress


10.3.2019 Das Vergewaltigungsopfer eines Mönchs erinnert sich. Vorsicht - Triggergefahr!

Quelle: rp-online.de/


8.3.2019 Die Theologin Theresia Kamp, Münster, kommentiert die päpstlichen Äußerungen zum "Sinn" des Missbrauchsskandals, der - so Papst Franziskus - dazu dient, dass "der Herr dabei [ist], seine Kirche zu reinigen und uns alle zu ihm zu bekehren. Er lässt uns diese Prüfung erleben, damit wir erkennen, dass wir ohne ihn Staub sind". Frau Kamp ist Satz für Satz zuzustimmen.

Quelle: katholisch.de


8.3.2019 Auch die am Montag beginnende Bischofskonferenz kommt ohne die Anhörung von Opfern und OpfervertreterInnen aus. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, fordert die Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe auf, alle Missbrauchsfälle der vergangenen Jahrzehnte durch Staatsanwaltschaft und Polizei aufarbeiten zu lassen und dazu uneingeschränkten Zugang zu den Akten zu gewähren. Auch die "Entschädigungen" müssten neu geregelt werden. (Derzeit liegen sie etwa bei einem halben Monatsgehalt eines Bischofs.)

Quelle: katholisch.de


8.3.2019 Hier wird der Weg des chilenischen Ex-Bischofs Francisco José Cox Huneeus auf seiner Flucht vor der Justiz nachgezeichnet. Nicht bekannt ist, wer von den Taten des Ex-Bischofs wusste und ihn geschützt hat.

Quelle: zeit.de


8.3.2019 Stimmen zum heutigen Weltfrauentag: feinschwarz.net   voicesoffaith.org

Der Papst formuliert unverbindlich: "Wenn uns die Zukunft am Herzen liegt, wenn wir eine Zukunft des Friedens erträumen, muss man den Frauen mehr Raum geben". Und: "Die Frau ist es, die die Welt schön macht, sie behütet und am Leben hält." Dieser patriarchale Ton verändert gar nichts.


8.3.2019 Das Denkmal des Beichtvaters von Lech Walesa, Henryk Jankowski, wurde vom Sockel gestützt. Damit wollten Aktivisten gegen den Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen protestieren. Die Stadt Danzig hat den Abriss des umstrittenen Denkmals für den Priester Henryk Jankowski (1936-2010) beschlossen. Zudem wird der Jankonwski-Platz umbenannt und Jankowski posthum der Titel als Ehrenbürger von Danzig aberkannt. Jankowski war nach 1989 mit judenfeindlichen Parolen aufgefallen und 2004 suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, stellte das Verfahren jedoch ein. Ende 2018 meldeten sich weitere Opfer.

Quelle: mdr.de


8.3.2019 Bischof Bode, Osnabrück, hat einen Fehler bei einem weiteren Missbrauchsfall eingeräumt. 2010 habe er einen Fall - auf Wunsch des Betroffenen - nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, obwohl der beschuldigte Priester noch lebte. Der Beschuldigte war Leiter des Bischöflichen Knabenkonviks Meppen. Das mutmaßliche Opfer hatte dem Bischof geschrieben und Kontakt mit dem damaligen Missbrauchsbeauftragten Heinrich Silies. Einen Anlass, den Brief zu beantworten, sah der Bischof nicht. Der Betroffene wartet bis heute auf eine Antwort und eine Entschuldigung. - Der Beschuldigte verließ 1968 den Konvikt und hat bis 1995 als Priester in zwei Gemeinden in der Nähe von Osnabrück und im Emsland gearbeitet.

Quelle: katholisch.de 


7.3.2019 Die Staatsanwaltschaft von Costa Rica hat Gebäude der Bischofskonferenz des Landes in San Jose durchsuchen lassen auf der Suche nach Hinweisen in zwei Fällen - wegen eines Vergealtigungsvorwurfs und wegen sexuellen Missbrauchs. Gegen einen inzwischen exkommunizierten katholischen Priester soll eine Anzeige wegen Vergewaltigung vorliegen. Der Beschuldigte hat sich vermutlich nach Mexiko abgesetzt. Gegen einen zweiten Priester gibt es Missbrauchsvorwürfe von Minderjährigen.

Quelle: orf


7.3.2019 Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka, hat in Rom in einem Interview mit dem italienischen Sky-TV von einer "teilweisen Hysterie" im Blick auf kirchliche Missbrauchsfälle gesprochen. Dabei habe er sich auf einen konkreten, ziemlich problematischen Fall einer erwachsenen Person bezogen. Derartige Fälle seien „ein dankbares Thema für viele Journalisten und mitunter auch Juristen.“ In der Tschechischen Republik sprächen Regierungsunterlagen von rund 700 Missbrauchsfällen jährlich, in der katholischen Kirche des Landes habe man aber nur zehn Fälle in den vergangenen 30 Jahren verzeichnet, meist unvollständig bewiesen, ergänzte der Kardinal.

Quelle: vaticvannews


7.3.2019 Kardinal Barbarin will Papst Franziskus um seine Entlassung bitten. Das kündigte er in seiner Diözese an. Der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche Frankreichs war zuvor zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er den Missbrauch durch einen Priester verschwiegen hatte.

Quelle: merkur.de


7.3.2019 Kardinal Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon, Orimas von Gallien und Mitglied der Ehrenlegion, wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Strafgericht von Lyon habe ihn schuldig gesprochen, den sexuellen Missbrauch an einem Minderjährigen durch einen Priester seiner Diözese, Bernard Preynat, nicht angezeigt zu haben, obwohl er 2014 von einem Betroffenen informiert wurde. Erst 2015 habe der Kardinal dem Beschuldigten den Umgang mit Jugendlichen verboten. Dass er nicht früher gehandelt habe, bgründete er damit, dass er auf eine Antwort aus dem Vatikan gewartet habe. Fünf Mitangeklagte, unter ihnen drei Geistliche, wurden freigesprochen. Die Geistlichen waren Maurice Gardes, Erzbischof von Auch;, Thierry Brac de la Perrière, Bischof von Nevers und der Priester Xavier Grillon. Der jetzige Chef der Glaubenskongregation, Ladaria Ferrer, und der frühere Chef der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, waren zu dem Prozess vorgeladen, machten jedoch ihre strafrechtliche Immunität geltend und waren nicht erschienen.

Quellen: katholisch.de, NZZ, s.auch katholisch.decruxnow.com


7.3.2019 Zwei Frauen aus der DDR erzählen von organisiertem Missbrauch, auch durch ihre Väter und Mütter. Triggergefahr!!!

Quelle: chrismon.evangelisch.de


6.3.2019 Im Erzbistum Berlin wurden alle vorhandenen Akten über die Kleriker, bei denen es im Rahmen der MHG-Studie von 1946 - 2014 Verdachtsmomente gab, an externe Berater gegeben. Zusätzlich zu den bislang bekannten 51 Tätern wurden vier weitere Akten übergeben, die nicht in die MHG-Studie eingegangen sind. Insgesamt gibt es im Erzbistum nun 55 Beschuldigte, 22 von ihnen leben noch.

Quelle: Erzbistum Berlin


6.3.2019 In einer chilenischen staatlichen Fernsehsendung erschien Daniel Rojas Alvarenz und sagte, der Priester Rigoberto Rivera habe ihn in der Kathedrale von Santiago 2015 betäubt und vergewaltigt. Kardinal Ricardo Ezzati habe ihm 45 Dollar gegeben und ihn gebeten, für den Priester zu beten und niemandem zu sagten, was passiert sei. Der Generalsekretär der chilenischen Bischofskonferenz, Fernando Ramos, sagte, der Fall sei schrecklich und inakzeptabel. Das Erzbistum Santiago bestätigte die Beschwerde gegen den Priester Rigoberta Rivera. Dem Beschuldigten sei verboten worden, öffentlich die Messe zu feiern. Die Anwältin des Beschuldigten wies die Vorwürfe zurück. Kardinal Ezzati leugnet jegliche Vertuschung sexuellen Missbrauchs.

Quelle: tekk.tv


6.3.2019 Kardinal Marx sagte in seiner Aschermittwochspredigt, es gelte weiterhin, die eigene Schuld, „das, was an Versagen da ist, an Übersehen da ist, an Verwundungen da ist, zu benennen, zu bereuen. ... Ohne Reue gibt es keinen Neuanfang, aber es gibt auch keinen Neuanfang ohne Solidarität. ... Wir brauchen einander, gerade jetzt in diesen schwierigen Jahren für die Kirche, in denen sie sich neu auf den Weg machen muss.“ Von großer Bedeutung sei dabei der „Blick von außen, auch der Blick derer, die uns mit Liebe, mit Ärger, aber auch mit großer Hoffnung begleiten, die zu recht viel von uns erwarten“.

Quelle: erzbistum-muenchen.de


6.3.2019 Menschen, die in der DDR Opfer sexuellen Missbrauchs wurden, erhalten kaum Hilfe. Dies stellte die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Berlin fest. Hilfeleistungen für in der DDR Missbrauchte seien schwieriger zugänglich als für Betroffene aus Westdeutschland. Betroffene aus der DDR erhalten in der Regel nur für Missbrauch, der nach 1990 stattgefunden hat, Leistungen aus dem OEG. Der Fonds für Heimkinder nahm nur bis Ende September 2014 Anträge entgegen und hat zum 31.12.2018 seine Arbeit eingestellt.  Die Betroffene Corinna Thalheim sagt: "Wir fallen aus allen Rastern heraus."

Quelle: DLF


6.3.2019 In Prato, Bistum Prato in Mittelitalien, wurde ein katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauch eines zehnjährigen Mädchens zu vier Jahren und vier Monaten Gefängnis und zur Zahlung von 50.000 € an das Opfer verurteilt. Dabei trat erstmals in Italien ein Erzbistum als ziviler Nebenkläger auf.

Quelle: vaticannews.va


6.3.2019 Der Hildesheimer Bischof Wilmer spricht sich für externe Gerichte; international einheitliche, strenge Standards und eindeutige Handhabe bei der Missbrauchs-Aufarbeitung aus. Als Problem benennt er z.T. unterschiedliche Gesetze in Polen, den USA, im Kongo und auf den Philippinen.

Quelle: domradio.de

Kommentar: Papst Franziskus hat von "kulturellen Unterschieden" gesprochen, die beim Kampf gegen Missbrauch zu berücksichtigen seien. Wer von den Opfern her denkt, wird darauf beharren, dass alle Minderjährigen weltweit ein Recht auf Sicherheit haben und dass das Kindeswohl Vorrang vor allen kulturellen Gebräuchen haben muss.


6.3.2019 Der australische Kardinal Pell kann im Juni in Berufung gegen seine Verurteilung gehen. Das Strafmaß wird am 13.3. verkündet werden. Zudem plant ein 50-jähriger Mann eine Zivilklage gegen Pell. In dem neuen Fall geht es um Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens in einem Schwimmbad in Pells Heimatort Ballarat in den 70er Jahren.

Quelle: domradio.de


6.3.2019 Im Bistum Erfurt waren nach der MHG-Studie bislang 10 beschuldigte Priester bekannt. Inzwischen sind 13 mutmaßliche Täter bekannt, von denen zwei noch leben.

Quelle: thueringen24.de  bistum-erfurt.de


6.3.2019 Die katholische weltweite Fraueninitiative "Voices of Faith" vertritt die Ansicht, dass die weibliche Hälfte der Katholiken in kirchliche Führungspositionen gehört.  Generaldirektorin des römischen Büros von Voices of Faith ist Zuzanna Flisowska. Voices of Faith hat seit November 2018 ein Büro in Rom, veranstaltete Frauen-Kongresse, waren 2018 beim Vorbereitungstreffen zur Jugend-Synode dabei und demonstrierten vor dem Bischofstreffen für ein weibliches Stimmrecht bei Synoden. Voices of Faith wird von der Fidel Götz Stiftung unterstützt. Zuletzt waren die Frauen beim Anti-Missbrauchsgipfel in Rom zu hören.

Quelle: katholisch.de


6.3.2019 Im Bistum Mainz ist sexualisierte Gewalt Chefsache geworden. Nach Gesprächen mit Betroffenen sei deutlich geworden, dass die Perspektive der Betroffenen nicht nur Voraussetzung für eine Aufarbeitung sei, sondern leitend für die Wege der Aufarbeitung sein müsse. Eine allein juristische Herangehensweise, wie sie auch im Bistum Mainz bisher vorherrschend war, werde es nicht mehr geben. - Entwickelt werden derzeit konkrete Gesprächsformate wie z.B. ein Hearing und Maßnahmen für Betroffene, für Menschen, die Kenntnis von Missbrauch haben und für Pfarreien, in denen sich Missbrauch ereignet hat. - In Gesprächen von Betroffenen mit der Bistumsleitung konnten auch zusätzliche individuelle Hilfsmaßnahmen - seelsorgliche Begleitung inbegriffen - vermittelt werden. -Sollten frülhere Bistumsverantwortliche Täter gedeckt und Missbrauch vertuscht haben, werden die Betroffen dies erfahren und die Öffentlichkeit wird darüber informiert.

Quelle: bistummainz.de


6.3.2019 Anlässlich der Vollversammlungt der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen ab kommendem Montag ruft der gastgebende Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode zum Gebet für die Bischöfe auf. Darin heißt es: "Unwissenheit möge sie nicht irreleiten, Bestechlichkeit und falsche Rücksichten sie nicht verderben!" Das Gebet geht auf eine Vorlage aus Mainz um das Jahr 950 zurück.

 Quelle: katholisch.de


6.3.2019 Der Bischof von Pittsburgh, David Zubik, hat einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt. Darin sieht er vor allem mehr Unterstützung für Missbrauchsopfer und deren Angehörige vor, eine stärkere Verantwortlichkeit (von wem?), mehr Transparenz der Finanzen, eine kontinuierliche Ausbildung für Priester und Seminaristen und ein fortwährendes Bemühen um Aufklärung und Versöhnung. Konkret soll ein "Sekretariat zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und gefährdeten Erwachsenen" eingerichtet werden. Zur Beaufsichtigung der Maßnahmen soll ein Laiengremium mit bis zu zwölf Laien eingerichtet werden.

Quelle: domradio.de


6.3.2019 Gegen den früheren Hildesheimer Bischof Janssen gibt es außer den bislang bekannten zwei Missbrauchsvorwürfen keinen weiteren Vorwurf.

Quelle: rtl.de


6.3.2019 Kardinal Duka, Erzbischof von Prag und Primas von Böhmen, hat eine Strafanzeige gegen Unbekannte wegen sexuellen Missbrauchs erstattet. Die Anzeige ist eine Reaktion auf Informationen des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Außerdem will er eine Novellierung des Strafgesetzes initiieren, nach der Vergewaltigung und sexueller Missbrauch bei unter 16-Jährigen gemeldet werden müssen.

Quelle: radio.cz


5.3.2019 Die französischen Bischöfe sind entsetzt über den sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen. Die Doku "Gottes missbrauchte Dienerinnen" sei ein verstörender und dramatischer Bericht. - Die Familie des beschuldigten Ordensgründers Philippe reagierte auf die angekündigte Ausstrahlung der Dokumentation mit der Veröffentlichung einer "Gegen-Untersuchung". Darin stellt sie die psychische Verfasstheit eines der mutmaßlichen Opfer in Frage.

Quellen: vaticannews  kathpress.at

Kommentar: Die Bischöfe hatten seit 1994 Zeit, sich über ihr Entsetzen klar zu werden. Der Öffentlichkeit wurden die Verbrechen nämlich spätestens 2001 bekannt, u.a. in der Berliner Zeitung, nachdem der NCR im März 2001 einen Bericht gebracht hatte. Die Nonne O'Donohue verfasste 1994 einen Bericht über Missbrauch von Nonnen durch Kleriker in 23 Ländern, den sie an den damaligen Vorsitzenden der Ordenskongregation, Kardinal Eduardo Martinez Somalo, schickte. Der Vatikan berief eine Untersuchungskommission ein - der Bericht O'Donohues wurde bestätigt. Am 22. November 2001 - nach der Veröffentlichung im NCR im März 2001 - entschuldigte sich Papst Johannes Paul II. öffentlich bei jenen Ordensschwestern, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester geworden sind. Weitere Maßnahmen sind nicht bekannt.


5.3.2019 „Göttliche Justiz. Wie die Kirche die Sünden ihrer Hirten unter den Teppich kehrt“ heißt ein neues Buch des Journalisten Federico Tulli und der Journalistin Emanuela Provera. In etwa 20 kirchlichen Einrichtungen in Italien werden Kleriker, die Sexualstraftaten begangen haben, untergebracht, ohne dass die weltliche Justiz davon Kenntnis hat. Die staatliche Justiz hat seit 2000 lediglich 150 Klerikern wegen Se3xualstraftaten zur Rechenschaft gezogen. Innerhalb des kirchlichen Rechtes gibt es bislang keine Vorschriften, die präzise vorschreiben, dass Sexualstraftaten der weltlichen Justiz angezeigt werden müssen. Tulli und Provera wollen erfahren haben, dass der Papst schon vor Jahren intern Anweisung gegeben habe, besonders auffällige Geistliche der italienischen Justiz zu melden. Umgesetzt wurde die Anweisung nicht. „Man muss also in diesem Zusammenhang von einer gewissen Komplizenschaft eines Teils der kirchlichen Hierarchie mit vor allem Missbrauchstätern sprechen", sagte Provera.

Quelle: DLF


5.3.2019 Nach der Verurteilung von Kardinal George Pell wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen hat sein Hauptverteidiger Robert Richter sein Mandat für die anstehende Berufungsverhandlung niedergelegt. Er bringe nicht die nötige Distanz mit und sei über den Schuldspruch sehr verärgert. Er halte Pell für unschuldig, sagte er.

Quelle: kathpress


4.3.2019 Ein seit 2010 als Täter bekannter Geistlicher hat vermutlich nicht nur in der Umgebung von Hamm, sondern auch in Hamm Minderjährige sexuell missbraucht. Ein mutmaßliches Opfer aus Hamm hat sich im April 2010 beim Erzbistum gemeldet. Als neunjähriges Kommunionkind soll dieses von dem Geistlichen 1974 in dessen Zeit in Hamm missbraucht worden sein. Die Verfahren wurden wegen Verjährung eingetellt. Die Glaubenskongregation verurteilte den Täter zur Zahlung von Geld. Drei der fünf Opfer erhielten Geldzahlungen. Den Titel Monsignore trägt der Täter bis heute. Das Erzbistum Paderborn teilte mit, es habe sich entschieden, Tatorte nur im Einzelfall zu nennen. Dies wurde mit dem Schutz der Opfer begründet und mit der Verantwortung gegenüber den Gemeinden, um diese nicht zu verunsichern.

Quelle: wa.de


4.3.2019 Papst Franziskus will die Akten für die Amtszeit von Papst Pius XII. (1939-1958) freigeben. Die Dokumente der vatikanischen Archive sollten am 2. März 2020, dem 81. Jahrestag der Papstwahl Eugenio Pacellis, für die Forschung zugänglich gemacht werden. Pius XII. ist wegen seiner Haltung zum Holocaust umstritten. Auch die Hintergründe der Entstehung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens sind unbekannt. Hubert Wolf, Kirchenhistoriker warnt vor einem Verfahren zur Seligsprechung von Papst Pius XII., solange die Akten nicht gesichtet wurden. Bereits 2009 wurde bei Pius XII. der "heroische Tugendgrad festgestellt.

Quelle: katholisch.de


4.3.2019 Bei den Salesianern laufen derzeit weltweit rund 60 Prozesse gegen Mitglieder wegen sexuellem Missbrauch. Das sagte der Generalobere der 14.500 Salesianer Don Boscos, Don Angel Fernandez Artime.

Zum Klerikalismus sagte der Generalobere, dass nicht die Priester selbst das Problem seien, "sondern dass man etwas als Priestersein versteht, was in Wahrheit nichts damit zu tun haben darf: Die Vorstellung, es bedeute vor allem, bedient zu werden und Macht über andere zu haben".

Quelle: kath.press


4.3.2019 Hinweis: #nunsToo Die fromme Gewalt. Eine Arte-Doku über sexuelle Übergriffe auf Ordensfrauen in der katholischen Kirche.

Quelle: Tagesspiegel  fr.de


3.3.2019 Auf die Frage, ob die Päpstliche Kinderschutzkommission ein Feigenblatt sei, antwortet Pater Zollner: "Ich glaube, dass sich einige Mitglieder so gefühlt haben - weil sie nicht verstanden haben, wo die Grenzen unserer Kompetenzen sind." Das größte Ergebnis der Kommission sei "ihre schiere Existenz", denn damit habe Franziskus schon vor fünf Jahren das Thema Missbrauch auf die Agenda der Weltkirche gesetzt.

Quelle: Spiegel.de


3.3.2019 Jörg Fegert: "Empathie statt KlerikalismusChancen und Grenzen externer Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch" Fegert schildert, wie schwierig es war/ist, im Vatikan Verständnis für Betroffene zu wecken. Er sagt: "Betroffene als dazugehörig zu betrachten, sie im Dazugehören zu unterstützen, ist aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe."

Quelle: herder.de


2.3.2019 Der Papst traf Opfer aus der Schweiz. Agnes Würgler (74) berichtet, dass sie zusammen mit ihren beiden Brüdern sie in den 1950er Jahren in einem Heim in Malters (LU) aufwuchs, das von Ordensfrauen geführt wurde. "Sie haben uns täglich geschlagen. Man wusste manchmal gar nicht, warum. Wir wurden eingesperrt und sind die ganze Nacht auf dem kalten Boden gelegen. Es war einfach schlimm und Horror."

Es wurde aber noch schlimmer, wenn sie zur Strafe zum Priester geschickt wurden: "Der Priester hatte bei uns im Heim ein Zimmer. Er hat uns sexuell missbraucht, vor allem meine zwei Brüder. Auch ich musste in das Zimmer und hatte nachher jahrelang Probleme. Meine Brüder haben sich später das Leben genommen, weil sie damit nicht mehr fertig wurden.

Auch Mario Delfino (62) wurde ein Opfer von sexuellem Missbrauch. Der Vollwaise wurde in einer Erziehungsanstalt in Knutwil (LU) platziert, die von Ordensbrüdern geführt wurde. Er wurde in den 1960er Jahren schwer misshandelt und sexuell missbraucht. - Der Papst habe sich entschuldigt.

Der Solothurner Unternehmer Guido Fluri hat eine Wiedergutmachungsinitiative eingereicht, die 500 Millionen Franken für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen forderte. Die Räte entschieden sich für 300 Millionen Franken. Etwa 9000 Betroffene haben ein Gesuch gestellt.

Quelle: srf.ch  bazonline.ch


1.3.2019 Die katholische Kirche in der Schweiz verschärft die Anzeigepflicht bei Verdachtsfällen auf Missbrauch. Kirchliche Amtsträger sind jetzt auch bei erwachsenen mutmaßlichen Opfern verpflichtet, bei Verdacht auf ein Offizialdelikt den Fall der staatlichen Justiz zu melden. Bislang hatten Opfer ein Vetorecht. Die Praxis zeigte, dass ohne Anzeigepflicht Vertuschungsgefahr bestehe.

In der Schweiz gab es 2017 demnach 65 neue Meldungen. Seit 2010 wurden in den Bistümern demnach rund 300 Fälle gemeldet. Die meisten Opfer seien Heranwachsende bis 16 Jahre gewesen. Täter waren überwiegend Priester und Ordensleute. Die meisten Fälle seien verjährt.

Quelle: katholisch.de


1.3.2019 Die französische Europaministerin Natalie Loiseau sagte, der Vatikan müsse im Fall der Belästigungsvorwürfe gegen den Nuntius in Paris seiner Verantwortung gerecht werden und die diplomatische Immunität seines päpstlichen Gesandten in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, aufheben. Ihm wird in Frankreich sexuelle Belästigung vorgeworfen. Einen ähnlichen Vorwurf gab es bereits 2008 in Kanada.

Quelle: de.nachrichten.yahoo.com  twittersmash.com


28.2.2019 Der Journalist Thomas Klatt sagt, die evangelische Kirche kolportiere, dass sexuelle Gewalt gegen Minderjährige ein katholisches Phänomen sei - wegen Klerikalismus, Zölibat und Männerbünde. Aber auch in der evang. Kirche gebe es Machtkonzentration; zudem fehle eine Trennung zwischen Amt und Privatbereich. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung gab an, dass zwei Drittel der Fälle in kirchlichen Kontext auf die kath. Kirche entfiel, ein Drittel auf die evangelische Kirche. Ein Aufschrei in der evang. Kirche sei ausgeblieben, weil es dort keine systematischen Untersuchungen und Aufarbeitung gab. Lediglich aus der Nordkirche liegt ein 500-Seiten-Bericht vor, den aber längst nicht alle für diesen Bereich Verantwortlichen gelesen haben. Die Erfahrungen von Opfern seien ganz ähnlich denen von Opfern im katholischen Bereich. Opfer werden auch in der evang. Kirche überhört und haben auf der EKD-Synode kein Podium.

Quelle: deutschlandfunk.de  deutschlandfunk.de


28.2.2019 Der Schlussbericht zum Cassianeum in Donauwörth, Bistum Augsburg wird vorgestellt. Kurzinterviews mit Opfern; Harald Heinrich, Generalvikar und Peter Kosiakm, Pädagogische Stiftung Cassianeum.

Quelle: katholische-sonntagszeitung.de


28.2.2019 In Luxemburg sind zu den bis 2019 bekannten Missbrauchsfällen 24 weitere Mussbrauchsfälle hinzugekommen. Sie betrafen zum Großteil männliche Minderjährige. Außerdem kamen neun Fälle rein körperlicher Gewalt dazu. Die Täter waren in 24 Fällen Pfarrer oder männliche Ordensleute, in vier Fällen weibliche Ordensfrauen. Bischof Jean-Claude Hollerich wertet den Kinderschutzgipfel als Erfolg. Dass die Opferverbände nicht zur Konferenz zugelassen waren, führt er nicht auf Bösartigkeit, sondern auf die Aufregung zurück, die rund um die Konferenz in Rom herrschte.

Quelle: tageblatt.lu


28.2.2019 Ein mutmaßliches Opfer des emeritierten Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe soll gestern verhört worden sein. Der Ex-Bischof habe ein Verfahren wegen Verleumdung angestrengt. Das mutmaßlich Opfer hat 2012 eine Beschwerde eingereicht und angegeben, es sei 1992 als Zehnjähriger von Vangheluwe in der Sakristei sexuell missbraucht worden. Vangheluwe dementiert die Vorwürfe.

Quelle: katholisch.de


28.2.2019 Pells Anwalt Robert Richter hat sexuelle Übergriffe seines Mandanten auf Minderjährige eingeräumt. Er bat um Entschuldigung, weil er die Taten Pells heruntergespielt habe. Er hatte sie als "vanilla Sex" bezeichnet. Die Übergriffe hätten "weniger als sechs Minuten" gedauert.

Ergänzung/Korrektur: Der Anwalt sei weiter von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. In der Verhandlung über eine angemessene Haftstrafe müsse er jedoch von der Schuldfeststellung des Gerichts ausgehen, um ein möpglichst mildes Urteil für die gerichtlich erkannte Tat zu erreichen. Die "Schwere des Verbrechens" sei vielmehr von Anfang an durch das "Eingeständnis" anerkannt worden, dass dafür eine "Haftstrafe gerechtfertigt ist".

Quelle: dw  katholisch.de

Kommentar: Gegen Kurienkardinal George Pell wurde 2017 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, selbst in den Zeiträumen 1970–1980 als Priester in Ballarat und 1996–2001 als Erzbischof von Melbourne mehrere Jungen sexuell missbraucht zu haben. Dem Kardinal war es also möglich, seit 1970 mit seinen Lügen zu leben, Gottesdienste zu feiern und Karriere in der Kirche zu machen...


28.2.2019 Das Bistum Osnabrück will Priestern, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, das Gehalt bis auf 1.000 Euro kürzen. Krankenversicherung und Miete würden davon abgezogen.

Quelle: kirche-und-leben.de


27.2.2019 Christiane Florin sagt: "Als Journalistin bleibe ich an der katholischen Kirche dran, denn je mehr diese Institution zur Sonderwelt wird, desto größer wird die Gefahr, dass der Machtmissbrauch unbeobachtet bleibt. Aber als Katholikin? 'Warum bist du noch dabei?', werde ich immer häufiger gefragt. Ich stammle dann etwas von Nostalgie und Biografie. Aber eigentlich denke ich ganz böse: Wir Geduldigen sind Komplizen."

Quelle: mopo


27.2.2019 Die Glaubenskongregation beginnt ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Kardinal Pell.

Quelle: vaticannews


27.2.2019 Australische, eher konservative Medien, äußern Zweifel an der Schuld von Kardinal Pell. Die Beweislage sei sehr dünn. Zweifel äußern auch eher liberale Medien und der progressive Jesuit und Rechtsanwalt Frank Brennan.

Quelle: vaticannews


27.2.2019 Kurienkardinal Pell ist nicht länger Finanzchef des Vatikans. Seine Amtszeit läuft in diesem Monat aus. Pell darf bis auf Weiteres keine öffentlichen Messen halten und der Kontakt zu Minderjährigen ist ihm vom Vatikan verboten worden. Er wurde gestern in U-Haft genommen. Seine Mitgliedschaft im K9-Rat wurde bereits im Dezember 2018 beendet - wegen seines fortgeschrittenen Alters. Weitergehende kirchliche Sanktionen gibt es derzeit nicht. Der Vatikan will die Berufung abwarten.

Quelle: deutschlandfunk.de


27.2.2019 Raoul Löbbert zum Antimissbrauchsgipfel


26.2.2019 Interview mit Doris Reisinger.


26.2.2019 Hermann Häring analysiert: Missbrauch der Macht – DNA der Kirche? Eine aktuelle Standortbestimmung. Härings Fazit: "Ich fürchte, dass diese Elite ihr Kernproblem noch nicht wirklich verstanden hat. Es ist ihre Blindheit, die es bisher unmöglich machte, über Strukturänderungen überhaupt nachzudenken. Solange diese Barriere nicht bricht, bleibt die Macht über Menschen ein römisch-katholisches DNA-Problem. Offensichtlich fällt es den Hierarchen schwer, die jesuanische Botschaft ohne römische Verzerrungen wahrzunehmen."

Quelle: hjhaering.de


26.2.2019 Der chilenischen Kirche fehle noch das Wissen, wie Nähe zu den Opfern und deren Begleitung aussehen könne. Dies erklärte der Generalsekretär der chilenischen Bischofskonferenz, Fernando Ramos, der chilenischen Zeitung La Tercera in Rom.

Quelle: vaticannews


26.2.2019 Hans Joachim Sander: "Die billige Mauer des Papstes. Die Abwehrreaktion im Missbrauchsskandal erspart der Kirche alle Kosten, die eine eigene Offensive von ihr fordern würde."

Sander konstatiert: "Die Opfer des Missbrauchs sind entsprechend empört, dass die Kirche sich das alles spart – auf ihre Kosten. Die Opfer wollen nicht der Anlass für einen Mauerbau sein, der – wenn auch vergeblich– in der katholischen Kirche bewahren oder wiederherstellen soll, was angeblich „früher einmal“ alles besser war. Sie sind der Unverschämtheit in diesem „früher einmal“ buchstäblich zum Opfer gefallen. Und allen Beteuerungen kirchlichen Respekts vor ihrem Leid zum Trotz dringen sie mit ihren Anliegen auch jetzt nicht durch, sondern stehen wieder –vor einer Mauer."

Quelle: theologie-und-kirche.de


26.2.2019 Kardinal Dziwisz, Polen, langjähriger Sekretär von Papst Johannes Paul II., verteidigt Papst Johannes Paul II. Er sei sehr getroffen gewesen über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker. Es habe ihn sehr verletzt, dass Priester und Ordensleute so viel Leid über junge Menschen gebracht hätten. Daher habe Joh.Paul II. vor US-Kardinälen Konsequenzen angekündigt, das Kirchenrecht geändert und die verpflichtende Meldung an die Glaubenskongregation eingeführt.Zudem habe er gesagt, Kleriker, die Missbrauch verübten, hätten keinen Platz im Priesteramt.

Kritiker, z.B. Weihbischof Geoffrey Robinson, werfen Johannes Paul II. vor, er habe ein "Schweigen" gefördert, anstatt die Bischöfe zu Solidarität mit den Opfern zu verpflichten. Auf Vorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi  habe er jahrelang nicht reagiert und die Legionäre Christi gefördert.

Quelle: katholisch.de


26.2.2019 Interview mit Doris Strahm: "Ich bin über 30 Jahre lang 'aufgetreten' und habe mich für eine Veränderung von Theologie und Kirche engagiert: als Dozentin und Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten der Schweiz, als freiberufliche Kursleiterin und Referentin in der Erwachsenenbildung, als Autorin von Büchern zur feministischen Theologie und Christologie sowie als Mitgründerin und Redaktorin der feministisch-theologischen Zeitschrift FAMA. Doch bewirkt habe ich wie alle anderen KirchenkritikerInnen im Kirchensystem nichts. Eine Reform von unten ist in der römisch-katholischen Kirche aus strukturellen Gründen auch gar nicht möglich. Und doch bin ich froh, dass es KollegInnen gibt, die all dem zum Trotz in ihren Gemeinden vor Ort eine andere Form von Kirche erfahrbar machen. Ihnen gilt mein Respekt und meine Solidarität."

Quelle: feinschwarz.net


26.2.2019 Der Theologe Michael Seewald kritisierte die Selbstwahrnehmung der Kirche. Sie solle aufhören, sich selbstmitleidig als Opfer des Missbrauchsskandals zu sehen. Sie sollte vielmehr die Menschen in den Blick nehmen, denen durch Männer der Kirche großes Leid angetan wurde. Seewald sagte auch, der Gipfel habe die Chance vertan, konkrete Regeln aufzustellen, z.B. zu Machtkontrolle. Jetzt läge die Verantwortung wieder bei den nationalen Bischofskonferenzen, die mit dem Thema sehr unterschiedlich umgingen.

Quelle: bo.de


26.2.2019 Bevor Papst Franziskus endgültig über die Zukunft von Kardinal Pell entscheidet, will er das Berufungsverfahren abwarten.

Quelle: katholisch.de


26.2.2019 Der frühere Kardinal George Pell wurde einstimmig wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 12- und 13jährigen Jungen in fünf Fällen verurteilt. Das eine Opfer starb mit 31 Jahren an einer Überdosis Heroin. Die Strafe steht noch nicht fest. Pell wird Berufung einlegen. Seine Anwälte sagen, er beharre weiter auf seiner Unschuld.

Quellen: welt.de  zeit.de  vaticannews  DLF


25.2.2019 Matthias Remeny: "Mein Eindruck: Hier sprach keiner, der sich radikal von der Opferperspektiveleiten lassen will. Hier sprach einer, der verzweifelt versucht, die Flügel in seinem Laden irgendwie zusammenzuhalten. Das war zu wenig. Auch für einen Pontifex, einen Brückenbauer. Denn über den Versuch, Brücken zwischen den innerkirchlichen Lagern zu bauen, wurden Brücken, die Betroffene schon gebaut hatten, wieder gekappt."

Quelle: theologie-und-kirche.de


25.2.2019 Klaus Mertes unterstützt Kardinal Marx, der auf dem vatikan. Kinderschutzgipfel eine unabhängige Verwaltungs- und Disziplinargerichtsbarkeit gefordert hate. Tief enttäuscht ist er von der Papstrede: "Der Täter ist das absolute Böse. Das muss aus der Kirche rausgerissen werden, da muss man Prävention ganz engmaschig machen, damit in Zukunft das Böse nicht mehr in die Kirche eindringt. Und ich meine, an dieser Strategie, die schon Johannes Paul II., die Benedikt XVI. hatte, die ganz viele Kardinäle und Erzbischöfe im Vatikan und in dieser Weltkirche haben, ist mehr oder weniger alles falsch. Weil nämlich da der Eindruck entsteht, das Böse kommt von außen." Mertes kritisiert die Täterfixierung. Damit gehe man weg vom Problem des Vertuschens und damit der Verantwortlichkeit der Bischöfe. Außerdem stehe hinter diesem Denken die Vorstellung von der reinen und sauberen Kirche. An der Papstrede erkennt Mertes, dass der Papst die Wurzel des Übels noch nicht erkannt hat: Dass das Problem aus dem Inneren der Kirche kommt und systemische, strukturelle und kulturelle Aspekte im Leben der Weltkirche hat. Mertes sieht die Kirche vor einem tiefen Transformationsprozess, der Jahre dauern wird. Bereits jetzt verabschiedeten sich die Katholiken von der Idee einer "Lichtgestalt" an der Spitze. Auch er plädiert dafür, das päpstliche Geheimnis zu öffnen und die vatikanischen Archive ebenfalls.

Quelle: DLF


25.2.2019 Der Salzburger Theologe Hans-Joachim Sander kritisiert die Erklärung von Papst Franziskus zum Abschluss des „Anti-Missbrauchsgipfels“. Die in Aussicht gestellten Konsequenzen seien rein defensiv. Er vermisst die Überprüfung des Zölibats, eine „Durchlüftung der Verschwiegenheitsclubs älterer Männer“ und „ein Ende wenigstens der schamlos übergriffigen Teile in der katholischen Sexualmoral“. Die Opfer würden entgegen aller Beteuerungen mit ihren Anliegen nicht durchdringen, stünden erneut vor einer Mauer.

Quelle: fr.de


25.2.2019 Mariusz Milewski, Polen, berichtet, dass er aus einer Alkoholikerfamilie kommt und von einem Pfarrer sexuell missbraucht wurde. Milewski was anfänglich neun Jahre alt. Der Missbrauch ging über neun Jahre. Er berichtet: "Im kirchenrechtlichen Prozess "In dem berühmten Film 'Klerus'gibt es eine erschütternde Szene, wo ein Priesterrat ein Opfer verhört und ihm droht. In meinem Fall war die Realität schlimmer als im Film. Alle waren gegen mich, sogar der Priester, der mein Interessenvertreter sein sollte. ... Die Kirche wollte mich als jemanden darstellen, der lügt und nur auf's Geld aus ist." Das kirchliche Gericht spricht den Täter frei. Im Zivilprozess wird der Täter schuldig gesprochen und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach 38 Jahren erhielt Marek Lisinski, Gründer der polnischen Opfergruppe, von einem einzigen Priester, dem Papst, die Aussage, dass er ihm glaubt. Lisinski bemüht sich seit 5 Jahren - vergeblich - um ein Gespräch mit Hierarchen in Polen. 

Quelle: dw


25.2.2019 Doris Reisinger nennt den Kinderschutzkongress eine "vertane Chance". Sie vermisst die Teilnahme von Betroffenen und Laien, die mitdiskutieren müssten. Die Papstrede hat Reisinger fassungslos gemacht, weil der Papst das "Geheimnis des Bösen" bemüht, das von den realen Bedingungen, die in der Kirche Tätern Missbrauch ermöglichen, ablenkt. "Es kann erst dann eine zufriedenstellende Aufarbeitung gelingen, wenn die Kirche anfängt, die bestehenden Machtstrukturen zu reflektieren und zu reformieren. Sexueller Missbrauch ist immer auch ein Missbrauch von Macht – das ist auf dem Gipfel oft gesagt worden. Man kann Machtmissbrauch nur etwas entgegensetzen, wenn man schaut, wer in der Kirche eigentlich über Macht verfügt, wie diese legitimiert ist und wie diese kontrolliert wird. Die Macht muss vernünftig kontrolliert und verteilt werden. Das erreicht man nicht mit einem Handbuch oder einer „Task Force“, sondern es braucht Strukturreformen", sagt Reisinger. Sie beklagt die anhaltende Intransparenz bei kirchlichen Verfahren und stimmt Kardinal Marx zu, dass eine Verwaltungsgerichtsbarkeit nötig sei. Die Aufhebung des Zölibats und die Zulassung von Frauen zum Priestertum würden ohne grundlegende Reform der Machtstrukturen keine Veränderung bringen. Reisinger kritisiert, dass der Papst letzte Woche in Pietrelcina die Opfer, die Missbrauch anklagen, indirekt als Angreifer darstelle und die Kleriker als "die Kirche". In Wahrheit seien die eigentlichen Feinde der Kirche die Priester, die ihr Amt missbrauchten.

Quelle: faz.net


25.2.2019 Kommentar von Heribert Prantl zum vatikan. Kinderschutzgipfel: "Es reicht nicht. Amen"

Quelle: Süddeutsche


25.2.2019 In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sollen Hauptamtliche kirchliche Mitarbeiter in der Kommission sexueller Missbrauch kein Stimmrecht mehr haben. Nur noch ehrenamtliche, nicht unmittelbar vom Bischof abhängige Mitglieder sollen Entscheidungen treffen.

Quelle: swr


25.2.2019 Jörg Fegert vermisst auf dem Kinderschutzgipfel Themen wie Opferanwälte, Zeugenbegleitung, Transparenz und Auskunftsrechte, obgleich sie entscheidend beim zukünftigen Umgang mit den Betroffenen seien. Die Sprache von "heidnischen Menschenopfern" sieht Fegert kritisch. „Es geht um aktuelle Handlungen des Missbrauchs an Menschen, die nicht geopfert werden, sondern die weiter leben, die Teil unserer Gesellschaft sind und die jetzt auch Gerechtigkeit und Anerkennung fordern.“

Fegert weist darauf hin, dass es  keinen vernünftigen Umgang mit den Betroffenen gibt, solange es keine Fallstatistiken gebe und solange Betroffene manchmal Jahre auf Antwort warten müssten.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur


25.2.2019 Die Bischöfe hörten drei Tage lang Berichte von Opfern, etwa von einer Frau, die von einem Priester zum Sex und anschließend zu Abtreibungen gezwungen wurde. Aber Opferverbände selbst waren nicht eingeladen und veranstalteten kurzerhand auf eigene Kosten eine Art Gegengipfel im Schatten des Petersdoms. Nur wenige Bischöfe suchten aktiv Kontakt zu ihnen, darunter Marx, der englische Primas Vincent Nichols und der Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich.

Quelle: katholisch.de


25.2.2019 Brief an Papst und Bischöfe aus der Perspektive Betroffener

Quelle: feinschwarz.net


24.2.2019 Doris Reisinger nennt als Ursache, dass sexualisierte Gewalt gegen Nonnen übersehen wird: "Frauen sind in der Kirche nichts wert." Reisinger beobachtet auch bei manchen Bischöfen eine veränderte Atmosphäre und ist beeindruckt von den Frauen, die in Rom waren. Sie habe eine Stimmung und Energie erlebt, die zeige, dass man sich vieles nicht mehr gefallen lassen wolle. Frauen würden als abstrakte Figuren mystisch überhöht als Mutter oder als "Mutter Kirche", aber als konkrete Menschen seien Frauen in der Kirche nichts wert. „Sie haben keine Stimme, weil sie keine Ämter haben.“ Aber auch das scheine sich zu verändern.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de


24.2.2019 Hier ist die Einschätzung des Kinderschutzgipfels durch Kardinal Marx nachzulesen.


24.2.2019 Der Vatikan plant einen Papsterlass zum Schutz von Minderjährigen und schutzbefohlenen Personen, der Prävention von und Kampf gegen Missbrauch in der römischen Kurie und im Vatikanstaat stärken soll. Dazu soll ein neues Geesetz für den Staat der Vatikanstadt und Richtlinien für das Vikariat des Vatikans erlassen werden. Der angekündigte Papsterlass ("Motu Proprio") ist angeblich seit zwei Jahren so gut wie fertig. Es beinhaltet nichts anderes als jene Richtlinien, die die Bischofskonferenzen weltweit längst haben fertigstellen müssen, dieses Mal für den Vatikanstaat und das Bistum Rom.

Außerdem wird die Glaubenskongregation ein "Vademecum" („geh mit mir!“, d.h. ein Lehrbuch/Leitfaden) veröffentlichen. Und als dritte Maßnahme sollen Task Forces eingeführt werden, die Bischofskonferenzen und Bischöfen helfen, mit Missbrauchsfällen umzugehen.

Quelle: katholisch.de


24.2.2019 "Der Teufel war's": Der Rückzug in die Theologie als Vorwärtsverteidigung: Papst Franziskus' Abschlussrede zum Missbrauchsgipfel ist eine Enttäuschung: "Solange die römische Amtskirche sich mehr Sorgen macht um ihre eigene Spaltung, verbaut sie sich jeden Neuanfang, den sich manche in ihr ja doch wünschen", kommentiert Andreas Öhler.

Quelle: zeit.de


24.2.2019 "Anstatt konsequent aus der Opferperspektive die Verantwortung der Kirche zu benennen, (war es) routiniertes und uninspiriertes Abspulen von Selbstverständlichkeiten", sagte der Kirchenrechtler Schüller. Franziskus habe das Problem der Kirche relativiert, indem er Missbrauch als gesamtgesellschaftliches Phänomen dargestellt habe. "Ganz schlimm", fasste Schüller zusammen. - Missbrauchsopfer reagierten empört auf die Rede des Papstes . Sie sei "der schamlose Versuch, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen, ohne sich der Schuld und dem Versagen zu stellen und wirkliche Veränderung anzugehen", twitterte Matthias Katsch.

Quelle: katholisch.de


24.2.2019 Hinweis: Bei Anne Will diskutieren: Bischof Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung; Agnes Wich, Sozialpädagogin und Betroffene von sexualisierter Gewalt durch einen katholischen Priester; Matthias Katsch, Mitbegründer der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch"; Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung". Termin: Sonntag, 24.2.2019, 21:45 Uhr.

Quelle: daserste.de

Merkur


24.2.2019 Papst Franziskus hat in seiner Abschlussrede zum Anti-Missbrauchsgipfel betont, dass Geistliche, die Kinder missbrauchten, sich zu Werkzeugen des Teufels zu machen. Er führte aus: "In den Missbräuchen sehen wir die Hand des Bösen, das nicht einmal die Unschuld der Kinder verschont." Weiter sagte er: "Dahinter und darin steckt dieser Geist des Bösen, der sich in seinem Stolz und seinem Hochmut als der Herr der Welt wähnt." Die Kirche sei berufen, das Übel des Missbrauchs zu bekämpfen, das "das Herzstück ihrer Mission berührt: das Evangelium den Kleinen zu verkünden und sie vor den reißenden Wölfen zu schützen."

Ausführlich ging der Papst auf Fälle sexuellen Missbrauchs in Familien, Sportvereinen sowie im Internet und im Sextourismus ein und erklärte: "Die weltweite Verbreitung dieses Übels bestätigt, wie schwerwiegend es für unsere Gesellschaften ist, sie schmälert aber nicht seine Abscheulichkeit innerhalb der Kirche." In der Kirche sei das Übel des Missbrauchs "schwerwiegender und skandalöser, weil es im Gegensatz zu ihrer moralischen Autorität und ihrer ethischen Glaubwürdigkeit steht".

Der australische Erzbischof Mark Coleridge nannte die notwendige Bekehrung der Kirche eine "kopernikanische Wende". Für die Kirchenoberen bedeute dies "die Erkenntnis, dass jene, die missbraucht wurden, sich nicht um die Kirche drehen."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der Papst formuliert in seiner Ansprache: "Punkt 6[!]) Missbrauchte Personen begleiten: Das Übel, das ihnen widerfahren ist, lässt in ihnen unheilbare Wunden zurück, die sich auch in Form von Hass und selbstzerstörerischen Tendenzen zeigen." Er stellt Missbrauchsopfer dar als hasserfüllt und selbstzerstörerisch. Die meisten Opfer, die ich kenne, sind nicht hasserfüllt und nicht selbstzerstörerisch. Es sind Frauen (und Männer), die sich unter anhaltenden Traumafolgen bemühen, ein gerechtes Leben zu führen. Schade, dass der Papst nicht dazu beiträgt, die falschen und einseitigen Vorstellungen über Opfer zu korrigieren. Niemand hat m.W. gegen diese päpstliche Beschimpfung der Opfer protestiert. Das hätte ich mir gewünscht - und konkrete, verpfichtende Maßnahmen auch.

Von strukturellen Änderungen habe ich nichts gehört: Rechenschaftspflicht für Bischöfe, die vertuschen; Null-Toleranz gegenüber Tätern und Vertuschern; Ausschluss von Frauen aus Entscheidungsgremien und Weiheämtern; Zölibat, Veränderung des "Klerikalismus"; Öffnung der vatikanischen Akten; Aufhebung des päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsfällen; Änderung des Kirchenrechtes ...


24.2.2019 Die Papst-Rede im Wortlaut

Kommentar: Papst Franziskus hat sieben von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagene Strategien vorgeschlagen, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen. Erst in der vorletzten Strategie geraten ihm die Opfer überhaupt in den Blick.
Im Übrigen beschreibt er Missbrauchsopfer mit den üblichen Klischees: Sie seien hasserfüllt und selbstzerstörerisch. Weil sie vom Missbrauch niemandem erzählen und sich keine Hilfe holen, entstehe bei den Opfern „Beklemmung/Bitterkeit“ (amarezza), die zu Verbitterung, sogar zum Selbstmord und gelegentlich zur Revanche führt, in der die Opfer selbst zu Tätern werden. Diese Beschreibung bringt noch allemal Betroffene zum Schweigen. Aber vielleicht ist das ja die Absicht solcher Äußerungen.

Zudem macht der  Papst aus Tätern "Werkzeuge Satans" und die "Hand des Bösen" und verweist darauf, dass es keine ausreichenden Erklärungen für diese Missbräuche gegenüber Kindern gebe. Wer den Satan am Werk sieht, muss natürlich nicht mehr nach irdischen Ursachen - womöglich unter Einbeziehung weltlicher Wissenschaften - fragen. Da genügt dann Beten. Nur hat Beten und Eucharistie-Feiern bisher Täter nicht von ihren Verbrechen und Bischöfe, Generalvikare und Personalverantwortliche nicht vom Täterschutz abgehalten.


23.2.2019 „Habt Ihr wirklich entschieden, ob Ihr auf der Seite der Opfer von Missbrauch steht?“ Mit dieser Frage konfrontierte die letzte Sprecherin auf der Kinderschutz-Konferenz, die mexikanische Journalistin Valentina Alazraki, in ihrem Impulsreferat am Samstagnachmittag die anwesenden Kirchenvertreter.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 Eine Missbrauchsüberlebende, 70 J., erzählt.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 Kommentar von Matthias Drobinski: "Die katholische Kirche braucht eine kopernikanische Wende " - "Wenn am Ende alle so entschieden wie unbestimmt gegen Missbrauch sind, hat das alte Weltbild gesiegt. Wenn der Papst aber klare Regeln verkündet, wie die Kirche künftig mit Staatsanwaltschaften zusammenarbeiten will, wie sie Betroffenen helfen und sie angemessen entschädigen will, wenn sie klarstellt, dass ein Täter kein Priester mehr sein kann und ein Vertuscher kein Bischof, dann sind das auch Schritte hin zu einem neuen Kirchenverständnis. Man würde sich verabschieden vom Bild der sündenlosen und unverwundbaren Institution, würde unhinterfragbare Macht- und Wahrheitsansprüche mit Skepsis sehen, gerade, wenn sie religiös verbrämt daherkommen."

Quelle: Süddeutsche


23.2.2019 Ein Blick in die Kirchengeschichte

Quelle: Süddeutsche


23.2.2019 Der polnische Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigt 24 Bischöfe der Hilfe für Missbrauchstäter. Ein entsprechender Bericht wurde bereits dem Papst übergeben. Namentlich genannt wird auch der Krakauer Erzbischof – seine Diözese setzt sich jetzt zur Wehr und sagt, der Bericht enthalte "unwahre und manipulierte Informationen." Darin gibt das Erzbistum jedoch nicht an, welche Schilderungen in dem Bericht falsch seien.

Quelle: katholisch.de


23.2.2019 Die genaue Zahl der Priester, die Papst Franziskus seit Beginn seines Pontifikates wegen Missbrauchs amtsenthoben hat, ist unbekannt. Seit März 2013 sollen es 2.200 Anzeigen gewesen sein. Seit 2010 sei die Zahl der Anzeigen im Vatikan kontinuierlich gestiegen. "Dieser Trend könnte ein stärkeres Vertrauen in die kirchliche Justiz seitens der Opfer bezeugen", erklärte Emiliano Fittipaldi, der Zahlen aus der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation veröffentlichte. Allein 2017 seien im Vatikan 410 Anzeigen eingetroffen, die von der Glaubenskongregation als „glaubwürdig“ betrachtet werden. 2016 waren es 415 Anzeigen. In jenem Jahr seien 16 Priester wegen Missbrauchs laisiert worden. 2015 waren im Vatikan 518 Kindesmissbrauchsfälle angezeigt worden, 2014 waren es circa 500, im Jahr 2013 401.

Quelle: kleinezeitung.at  krone.at


23.2.2019 Kardinal Marx sprach heute auf dem vatikan. Kinderschutzgipfel. Zum Päpstlichen Geheimnis sagte er, er sehe keine Gründe, warum diese spezielle Schweigeverpflichtung unter Eid bei der Verfolgung von Missbrauch an Minderjährigen überhaupt Anwendung finden sollte. Zum Einwand, die Kirche dürfe nicht zulassen, dass der gute Ruf eines Priesters durch falsche Beschuldigungen leide, sagte Marx, gerade ein transparentes Verfahren stelle ein faires Urteil sicher und sorge für die Rehabilitierung eines zu Unrecht Beschuldigten. Zum Schluss legte Marx die vier Maßnahmen zu einer guten Verwaltung in Missbrauchsfragen vor, die aus seiner Sicht am dringlichsten sind.

  • Er warb dafür, Ziele und Grenzen des Päpstlichen Geheimnisses abzustecken und
  • transparente Verfahrensnormen und Regeln für kirchliche Prozesse zu entwickeln. Die Kirche dürfe nicht hinter den Standards der öffentlichen Rechtspflege zurückbleiben.
  • Drittens wären öffentliche Meldungen von Fallzahlen und Einzelheiten zu Fällen hilfreich.
  • Viertens sprach er sich für die Veröffentlichung kirchengerichtlicher Verfahren in Missbrauchsfällen aus.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 „Warum hat die klerikale Kirche so lang geschwiegen?“, fragte Veronica Openibo aus Nigeria, die auch dem Führungsteam der internationalen Vereinigung der Ordensoberinnen UISG angehört. Die hierarchische Struktur der Kirche sollte dazu dienen, klar zu kommunizieren. Das sei nicht genug geschehen, so wie auch andere Themen rund um Sexualität in der Kirche nicht klar angesprochen worden seien, „so der Missbrauch von Macht, Geld, Klerikalismus, Gender-Diskriminierung, die Rolle von Frauen und überhaupt von Laien“. Sie frage sich, ob die hierarchischen Strukturen sich negativ auf klares Handeln ausgewirkt hätten, und ob das, was unternommen wurde, vielleicht mehr auf Reaktionen in den Medien als auf Kinderschutz abzielte. Weiter sagte sie: „Die Tatsache, dass es in einigen Ländern des globalen Südens riesige Themen wie Armut, Krankheit, Krieg und Gewalt gibt, heißt nicht, dass der Bereich sexuellen Missbrauchs heruntergespielt oder ignoriert werden soll.“ Openibo wies darauf hin, dass der Heilige Geist alle gesalbt hätte, um wehrlose Kinder zu schützen.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 Eine Stimme von Betroffenen: „Sie wollten nur unsere Opfergeschichten hören.“ Das sagt Denise Buchanan. Doch das habe sie verweigert. Mitleid, Trost, das habe sie alles hinter sich. Buchanan, 57 Jahre alt, blonde kurze Haare, dunkle Haut, stammt aus Jamaika und wurde als Teenager von einem Priesterseminaristen missbraucht. Zweimal wurde sie schwanger, zweimal drängte er sie zu Abtreibungen. Heute lehrt sie Neuropsychiatrie an einer Universität in Kalifornien. „Wir wollen Taten sehen, wollen, dass sie auf unsere Forderungen eingehen“, ruft sie. - So viel Aufmerksamkeit die Betroffenen von den Medien bekommen, so missachtet fühlen sie sich vom Vatikan. Schon gleich als der Gipfel beschlossen worden war, hatten sie an ihn geschrieben, dass sie gern beteiligt werden würden. Eine Antwort bekamen sie nicht.

Quelle: welt.de


23.2.2019 "Es liegt nun an den im Vatikan versammelten Bischofskonferenzvorsitzenden aus aller Herren Länder, ob das Treffen eine Sammlung allgemeiner Betroffenheitsbekundungen bleibt, oder ob in diesen vier Tagen tatsächlich so etwas wie eine Umkehr beginnt... Die in Rom versammelten Kirchenführer müssen die Opfer und ihre Wunden in den Mittelpunkt stellen, über Hilfen, Entschädigungen, kirchenrechtliche Konsequenzen für die Täter beraten", kommentiert Matthias Drobinski.

Quelle: Süddeutsche


22.2.2019 „Was? Schon wieder? Wir sprechen weiter über Missbräuche! Die Aufmerksamkeit der Kirche für dieses Thema ist übertrieben.“ Das sagte ein katholischer Pfarrer zu Linda Ghisoni, Untersekretärin des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben vor dem vatikanischen Kinderschutzgipfel. Ghisoni empfiehlt, auf bisherige gute Erfahrungen im Umgang mit Missbrauchsfällen zurückzugreifen. Sie spricht sich für Verbesserungen von Richtlinien auf der Ebene der Bischofskonferenzen aus und sie hofft, dass auf Ortskirche-Ebene überall Bezugspersonen eingesetzt würden, die Bischöfen und Laien bei dem Thema helfen. Zudem müsse über die Schweigepflicht nachgedacht werden, wenn die Würde der Menschen gewahrt werden solle. Linda Ghisoni ist eine von neun Personen, die bei der Kinderschutzkonferenz Referate im Plenum halten. Drei davon sind Frauen.

Quelle: vaticannews


22.2.2019 Zwischen 500 und 900 Schüler*innen sind in der Odenwaldschule zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden. Das geht aus einer Untersuchung des IPP hervor. Die Forscher sprechen von einem manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen System. Sie gehen von mehr als zwei Dutzend Tätern aus, darunter auch fünf Frauen. Staatliche Aufsichtsbehörden haben eklatant versagt. Die Odenwaldschule war ein Ort der Verwahrlosung und des Verbrechens.

Quelle: focus  Süddeutsche  faz

eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, i
praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) D
praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP)

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.


22.2.2019 In der Diözese Acireale, Süditalien, ist der Leiter einer lokalen Laiengruppe ("Erzengel") wegen sexuellen Missbrauchs von sieben minderjährigen Mädchen angeklagt. Er wurde im August 2018 verhaftet. Das Bistum Acireale sagte, es habe zwar allgemeine lehrmäßige und moralische Bedenken hinsichtlich der Laienbewegung gegeben, sexueller Missbrauch hingegen sei dem Bistum nicht bekannt gewesen. Pfarrer Mammino, in dessen Zuständigkeitsbereich die "Catholic Culture and Environment Association" (ACCA) fiel, sagte, er habe nichts von Missbrauch gewusst. Crux hingegen liegen Dokumente vor, die belegen, dass ab Anfang der 1970er Jahre die jeweils zuständigen Bischöfe und sogar Papst Paul VI. über "Abweichungen von lehrmäßigem und moralischem Charakter" und "wahre Skandale" innerhalb der ACCA informiert wurden.
Quelle: cruxcom


22.2.2019 Kardinal Marx hat sich mit 16 Mitgliedern von ECA ca 1,5 Stunden getroffen. Marx habe die Erfahrungen der Betroffenen angehört und mit ihnen über das Verständnis von "Null Toleranz" gesprochen. Marx wolle den Papst über das Gespräch informieren. ECA fordert eine weltweit einheitliche "Null-Toleranz"-Politik gegenüber Missbrauch und dessen Vertuschung und angemessene Entschädigungen. Der Vatikan will zeitnah über die Zahl aller Geistlichen informieren, die wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen kirchenrechtlich bestraft wurden. Das kündigte der Chefermittler des Papstes für Sexualstraftaten, Erzbischof Charles Scicluna, an.

 Quelle: Domradio


22.2.2019 Der Schweizer Jean-Marie Fürbringer berichtete in Rom am Rande einer Mahnwache, wie er als Elfjähriger von einem Kapuzinerpater missbraucht worden war. Erst habe ihm der Pater Nachhilfe wegen seiner Lese- und Rechtschreibstörung gegeben und ihn dann unter dem Vorwand von Sexualkunde missbraucht. Das sei drei oder vier Monate so gegangen. Jahre später, mit Anfang Dreissig erst, habe er erkannt, wie sehr ihn dies seelisch verletzt und geprägt habe.

 Quelle: kath.ch


22.2.2019 Die chilenischen Bischöfe haben es bis heute nicht geschafft, mit Opfern zu sprechen: Missbrauch in Chile: Kirche im Kreuzfeuer der Kritik

Quelle: deutschlandfunk.de


22.2.2019 Der indische Kardinal Oswald Gracias ist einer der Organisatoren des Anti-Missbrauchsgipfels. Ihm wird vorgeworfen, Missbrauchsanschuldigungen selbst nicht ernst genug genommen zu haben. Er gibt zu, nicht schnell genug auf Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben und den Opfern keine Unterstützung angeboten zu haben. Er habe - so die mutmaßlichen Opfer - in zwei Fällen ihre Vorwürfe nicht ernst genommen.

2015 war ein Junge von einem Priester vergewaltigt worden. Seine Mutter habe sich an den Kardinal gewandt,. Der Kardinal habe für sie gebetet und keine Zeit gehabt, da er sich auf eine Rom-Reise vorbereitete. Ein Priester, der anonym bleiben will, sagte, dass Kardinal Gracias von Gerüchten über den beschuldigten Geistlichen schon vorher gewusst habe und ihn immer wieder in andere Gemeinden versetzt habe.

In einem zweiten Fall hat die ehemalige Direktorin der Frauenkommission der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen, Virginia Saldanha, eine Untersuchung über einen mutmaßlichen Missbrauchsfall im Erzbistum Mumbai gefordert habe. Gracias habe ihr jedoch gesagt, dass er "zu beschäftigt" sei.

Kardinal Gracias wies gegenüber der Tageszeitung "Mumbai Mirror" (Freitag) die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen seien absolut unwahr.

Quelle: katholisch.de   Domradio   bbc

23.2.20219 Nachtrag: Die Erzdiözese von Bombay korrigiert den BBC-Bericht: Es seien viele Versuche unternommen worden, das Opfer zu erreichen, aber die Familie habe jegliche Hilfe abgelehnt und sich geweigert, den Kardinal zu treffen.

Quelle: cruxnow.com


22.2.2019 Kardinal Blase Cupich legt einen Zwölf-Punkte-Plan vor, der bestehende kirchenrechtliche Normen zur Absetzung von Bischöfen, die beim Umgang mit Missbrauch versagt haben, ergänzt. So soll der Metropolit einer Kirchenprovinz eine Schlüsselrolle bei der Ermittlung gegen einen Bischof, ggf. dessen Absetzung, einnehmen. In Deutschland sind Metropoliten die Erzbischöfe Burger in Freiburg, Kardinal Marx in München, Kardinal Wölki in Köln, Erzbischof Koch in Berlin, Erzbischof Becker in Paderborn, Erzbischof Schick in Bamberg, Erzbischof Heße in Hamburg. Falls ein Metropolit selbst unter Verdacht steht, Missbrauch begangen zu haben oder beim Umgang mit Missbrauch im Bistum versagt zu haben, solle nach Cupichs Vorlage der dienstälteste Bischof der Kirchenprovinz die Ermittlungen übernehmen. Voraussetzung für Ermittlungen sind glaubwürdige Beschuldigungen und die Zustimmung der Bischofskongregation im Vatikan. Die Ergebnisse der Untersuchung müssen nach Rom weitergeleitet werden, der Papst entscheidet über die Absetzung des glaubhaft beschuldigten Bischofs. - Die vorgeschlagenen Normen sind bislang fehlende Ausführungsbestimmungen des Papstschreibens "Come una madre amorevole".

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Dieser Vorschlag belässt eine erste Entscheidung über die Aufnahme eines kirchlichen Verfahrens gegen einen Bischof bei einem anderen Bischof. Schon bisher hat sich gezeigt, dass Bischöfe die Priester-Täter schützten. Umso mehr ist zu erwarten, dass sie ihre Bischofskollegen schützen werden. Offensichtlich hat Kardinal Cupich immer noch nicht verstanden, dass Anzeige bei staatlichen Behörden zu erstatten ist.


22.2.2019 Internetseite des Kinderschutzgipfels (engl.)


22.2.2019 Live-stream des Kinderschutzgipfels (Englisch)


22.2.2019 Die Theologin Marianne Heimbach-Steins spricht von einer existenziellen Krise dert katholischen Kirche. Es handele sich nicht nur um Missbrauch. Vielmehr gebe es strukturell begünstigende Faktoren in diesem sehr hierachischen, sehr klerikalen System der katholischen Kirche.

Die kirchliche Rechtskultur weise ein Riesendefizit auf, das sich nicht mit einer Konferenz aufarbeiten lasse, sagte die Theologin der Universität Münster. Notwendig seien verbindliche Richtlinien der Weltkirche zum Umgang mit Missbrauchstätern und Opfern.

Quelle: deutschlandfunk.de


22.2.2019 Die Trierer Opfervereinigung MissBit kritisierte den Kirchenkongress als „Aufmerksamkeitsmanöver“, mit dem der Vatikan die Kontrolle über das Thema behalten wolle. „An konkreten Ergebnissen erwarten wir eigentlich nichts mehr“, sagte MissBit-Sprecher Thomas Schnitzler. Seit zehn Jahren befassten sich auch die Bischofskonferenzen mit dem Thema  – „und herausgekommen ist nichts“, sagte Schnitzler, der als Kind von einem Priester in Trier missbraucht wurde. Der von MissBit zuletzt scharf kritisierte Trierer Bischof kündigte an, die Opfer bei allen Maßnahmen, zu denen sich die Bischöfe verpflichtet hätten, einzubeziehen.

Quelle: Volksfreund


22.2.2019 Hier kommen die Opfer zu Wort. Alessandro Battaglia sagt: "Jeder von uns hat mindestens einmal versucht, sich das Leben zu nehmen." Nur mit viel Mühe schaffe er es, über das Trauma seines Lebens zu sprechen. Er, der in seiner Jugend in der Kirche aktiv war, als Pfadfinder, als Jugendleiter, hat seinen Glauben verloren. In Italien gebe es fünf Bischöfe, die vor Gericht zugegeben haben, pädophile Priester in andere Gemeinden versetzt zu haben, die also wie in meinem Fall Taten vertuscht haben. Der für Battaglia damals zuständige Weihbischof ist heute Erzbischof von Mailand, Erzbischof Mario Delpini. Peter Isely, SNAP, sagt: "Am Montagmorgen müssen die Bischöfe beauftragt werden: Wenn es in ihrer Diözese Priester gibt, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen haben, müssen die am Montagnachmittag aus ihrem Amt entlassen werden. Und Bischöfe, die Verbrechen gedeckt haben, müssen von Verantwortungspositionen entfernt und in einem zweiten Schritt auch aus der Priesterschaft entlassen werden." Matthias Katsch sagt, der Kinderschutzgipfel sei ein kleiner Erfolg. Die Opfer würden spüren, dass sie nicht alleine sind. Jetzt hoffe er, dass die Verantwortlichen auch zum Handeln kommen.

Quelle: br.de


22.2.2019 Missbrauchsprävention wird in den unterschiedlichen Bistümern unterschiedlich gehandhabt. Der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing kritisiert: "Wesentlicher Anlass für die Einführung von Präventionsprogrammen in der katholischen Kirche war ja, dass geweihte Priester Kinder missbraucht haben und Priester das vertuscht haben. Die Präventionsarbeit müsste sich deshalb viel stärker an die Gruppe der Kleriker wenden." Allerdings leistenen Priester laut der MHG-Studie erheblichen Widerstand gegen Missbrauchsvorsorge. Präventionsarbeit werde "aus einer klerikalen Machthaltung und einem klerikalen Amtsverständnis heraus teilweise behindert". Grund sei die Angst vor einem Generalverdacht gegen Priester.

Nur 15 der 27 Bistümer werten ihre Präventionsarbeit aus - durch Befragung von Kursteilnehmern. Nur 4 Bistümer untersuchen die tatsächliche Effizienz ihrer Präventionsmaßnahmen.

Quelle: katholisch.de


22.2.2019 Christoph Strack kommentiert den HInweis, dass sexueller Missbrauch nicht nur in der kath. Kirche vorkomme, so: "Manchmal hat es etwas Reflexhaftes: Wenn das Gespräch auf den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche kommt, wirft jemand ein, dass es doch auch - Zölibatsverpflichtung hin oder her - in der evangelischen Kirche sexuelle Gewalt gebe, erst recht in Sportvereinen und am schlimmsten und verbreitetsten sei der Missbrauch in der Familie. Der Sinn dieser Anmerkungen will sich mir nie so richtig erschließen. Wollen sie sagen, dass die Situation in der Kirche dann doch nicht so schlimm ist? Wollen sie die Kirche auf diese Weise als Opfer der modernen gottvergessenen Gesellschaft und besonders der Medien darstellen, wie es jüngst etwa Kardinal Paul Josef Cordes in einem Vortrag vor Priestern und Seminaristen in Köln getan hat?" Strack sagt, das Treffen in Rom sei deshalb eher Anfang als Ende - er wage noch nicht daran zu denken, dass die Kirche und ihre Aufarbeitung irgendwann einmal Vorbild für andere sein könnte.

Quelle: katholisch.de


22.2.2019 Matthias Drobinski schreibt: "Es liegt nun an den im Vatikan versammelten Bischofskonferenzvorsitzenden aus aller Herren Länder, ob das Treffen eine Sammlung allgemeiner Betroffenheitsbekundungen bleibt, oder ob in diesen vier Tagen tatsächlich so etwas wie eine Umkehr beginnt. ... Die in Rom versammelten Kirchenführer müssen die Opfer und ihre Wunden in den Mittelpunkt stellen, über Hilfen, Entschädigungen, kirchenrechtliche Konsequenzen für die Täter beraten. Und sie dürfen den bohrenden Fragen ans Selbstbild nicht ausweichen: Hat unsere Rede von der reinen, unverletzbaren Kirche dazu beigetragen, dass die Gewalt, der Abgrund nicht benannt werden durfte? Hat die Art, wie wir den Zölibat leben, Einsamkeit und Überforderung begünstigt und die Tabuisierung der Sexualität Strukturen des Schweigens? Wie gehen wir mit der Macht um, auch der geistlichen, die uns das Amt verleiht?"

Quelle: sueddeutsche.de


21.2.2019 In den USA haben 96 der 178 Diözesen ca 2.600 Namen von "glaubwürdig beschuldigten" Priestern und kirchlichen Mitarbeitern veröffentlicht. Im Frühjahr 2017 berichtete die US-amerikanische Bischofskonferenz von 6.721 Geistlichen, die seit 1950 glaubwürdig bzw. nicht unplausibel beschuldigt wurden. des Landes in den letzten sechs Monaten Listen von "glaubwürdig beschuldigten" Priestern und anderen kirchlichen Mitarbeitern herausgaben, insgesamt etwa 2.600 Namen. Die Website BishopAccountability.org, die Missbrauchsvorwürfe verfolgt, stellt fest, dass ihre Datenbank knapp 3.900 Namen enthält, was bedeutet, dass mehr als 40 Prozent der Angeklagten in den USA der Öffentlichkeit unbekannt bleiben.

Quelle: cbc.ca


21.2.2019 Der kolumbianische Kardinal Ruben Salazar Gomez, Präsident des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM, hat klerikale Ausreden und Abwehrstrategien verurteilt. Kirchenobere beklagten noch immer weltliche Strafverfolgung von Missbrauchstätern als Akt der Kirchenverfolgung. Die Tatsache, dass es auch in anderen Bereichen der Gesellschaft Missbrauch gebe, sei keine Entschuldigung für Missbrauch in der Kirche. Eine der ersten Sünden sei es gewesen, nicht zuzuhören. Dann hätten viele Kirchenobere gesagt, den Missbrauchsopfern gehe es bloß um finanzielle Entschädigung. In anderen Fällen habe man sich auf Anwälte oder Psychologen verlassen oder sogar gelogen, bloß um die schreckliche Realität nicht anerkennen zu müssen.

Quelle: kathpress.at


21.2.2019 Erzbischof Philip Naameh, Tamale in Ghana, sagt: „Generell herrscht bei uns eine Haltung – ich würde nicht sagen der Verleugnung – aber es ist, als existiere dieses Problem bei uns nicht.“ Zwar sei davon auszugehen, dass gegenüber dem sexuellen Missbrauch durch Kleriker in afrikanischen Ländern andere Formen des Missbrauchs wie Kinderarbeit weiter verbreitet seien. Zugleich widerstrebe es aber vielen Geistlichen in Afrika, über das Thema „Sexueller Missbrauch“ zu sprechen. Naameh wird beim Bußgottesdienst am Samstag die Predigt halten.

Quelle: weltkirche.katholisch.de


21.2.2019 Interview mit Ansgar Wucherpfennig


21.2.2019 Den Eröffnungsvortrag beim Kinderschutzgipfel im Vatikan hält Kardinal Luis Tagle, Erzbischof von Manila. Wer an Jesus glaube, den verwundeten Auferstandenen, müsse sich auch den Wunden der Missbrauchten aussetzen, sagt er. Wer glaube, unverwundet bleiben zu können, töte sein inneres Leben. Seine Botschaft: Sich den Ursachen und Folgen der Gewalt zu stellen, ist zutiefst eine Angelegenheit des Glaubens und keine Frage, wie gut oder schlecht man in der Öffentlichkeit dasteht. "Das Fehlen von Antworten auf das Leid der Opfer, bis hin zu ihrer Zurückweisung und der Vertuschung des Skandals zum Schutz der Vergewaltiger und der Institution, hat unser Volk gebrochen", sagt er - und daran seien auch die Bischöfe mitschuldig. Dann bricht der Kardinal in Tränen aus.

Quelle: Süddeutsche


21.2.2019 "Dies ist ein Kreuzweg", sagte der Malteser Erzbischof Charles Scicluna. Die Kirche müsse den Gläubigen jetzt beweisen, dass sie es ernst meine mit der Prävention von Sexualstraftaten: "Wir werden unser Leben für die Herde geben, die uns anvertraut wurde." Der australische Erzbischof Mark Coleridge erklärte, er habe Missbrauch "zuerst als Sünde betrachtet, dann als Verbrechen und schließlich als Kultur". Wenn die Kirche den Missbrauch an der Wurzel bekämpfen wolle, brauche sie einen Kulturwechsel und dürfe nicht nur die Symptome behandeln. Unter den ca 190 Teilnehmern sind 10 Frauen/Ordensoberinnen (5,2 %). Der Papst fordert Taten und stellt einen 21-Punkte-Plan vor. Bindende Beschlüsse kann der Kinderschutzgipfel nicht fassen. Ein anonymes Opfer sagt: "Ihr seid die Heiler der Seele (...) - und in manchen Fällen habt ihr euch in Mörder der Seele, in Mörder des Glaubens verwandelt."

Quellen: Spiegel  SRF  Zeit


21.2.2019 Hinweis auf phoenix runde: Zwischen Vertuschung und Aufklärung - Missbrauchsgipfel im Vatikan Heute, 22.15 Uhr

Quelle: presseportal.de


21.2.2019 Christiane Florin sagt zum Kinderschutzgipfel des Vatikans: "Gewissensbildung geht nicht in vier Tagen." Und sie kommentiert: "Eine Frau erzählte heute davon, wie ein Priester sie vergewaltigte und zu mehreren Abtreibungen nötigte. Wer wie Franziskus Abtreibung mit Auftragsmord gleichsetzt, müsste nun ins Heft schreiben: Die Auftragsmörder sind unter uns."

Quelle: DLF


21.2.2019 Erzbischof Scicluna sagt: „In meinen vielen Begegnungen mit Opfern auf aller Welt habe ich allmählich verstanden, dass [diese Wunden] heiliger Boden sind, wo wir Jesus am Kreuz treffen. Dies ist ein Kreuzweg, den wir Bischöfe und andere Kirchenführer nicht vermeiden dürfen. Wir müssen beim Helfen der Opfer Simon von Zyrene sein, mit dem Jesus sich selbst identifizierte, und ihr schweres Kreuz tragen.“

Quelle: vaticannews.va


21.2.2019 Interview mit Christian Weisner, Wir sind Kirche.


21.2.2019 Interview mit Thomas Schnitzler aus Trier, der bis heute das Gefühl hat, in der Kirche gegen Wände zu rennen. Er fordert Verantwortungsübernahme, angemessene Entschädigung und die Aufklärung durch unabhängige Instanzen.

Quelle: swr


21.2.2019 Kai Moritz wurde von 1986 bis 1993 von seinem Pflegevater, einem katholischen Priester, sexuell missbraucht. 1996 oder 1997 habe er mit einer Freundin seiner verstorbenen Mutter gesprochen, das Bistum Limburg habe von dem Missbrauchs-Vorwurf erfahren. Es sei zu einem Gespräch mit dem damaligen Personalverantwortlichen gekomme: "Mir wurde klar signalisiert, dass ich mir das [eine Anzeige] gut überlegen soll. Ich würde mich doch sicher nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, ein Leben zerstört zu haben." Der Pflegevater könne mit so einem Stigma nicht mehr als Gemeindepfarrer arbeiten.  Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie zeigt Moritz den Missbrauch und den Vorwurf der Vertuschung an. Die Staatsanwaltschaft Marburg leitete Ermittlungen ein. Das Bistum Limburg finden in den Akten weder einen Hinweis auf Missbrauch noch Vermerke über die mit Moritz geführten Gespräche. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Der Priester ist mittlerweile im Ruhestand und lebt im Erzbistum Bamberg. Die Ausübung priesterlicher Dienste wurde ihm mit Bekanntwerden der Anzeige untersagt. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet.

Quellen: hessenschau  op-marburg.de


21.2.2019 Vier Männer und eine Frau (!) berichteten auf dem Kinderschutzgipfel im Vatikan. Sie schilderten, dass der Unwille ihrer Bischöfe, ihnen zu glauben, am verletzendsten war. "Das erste, was sie taten, war, mich als Lügner zu behandeln, sich umzudrehen und zu behaupten, ich und andere seien Feinde der Kirche", kritisierte ein Mann aus Südamerika und warnte vor falscher oder erzwungener Vergebung und forderte die Zusammenarbeit der Kirchenverantwortlichen mit staatlichen Behörden.

Die Frau aus Afrika schilderte, wie sie seit dem Alter von 15 Jahren von einem Priester über 13 Jahre lang immer wieder vergewaltigt wurde. Weil er keine Kondome oder andere Verhütungsmittel zuließ, sei sie drei Mal schwanger geworden. Der Priester habe sie jedes Mal zur Abtreibung gezwungen. Sie habe sich nicht wehren können, weil sie von ihm wirtschaftlich abhängig gewesen und geschlagen worden sei, wenn sie sich weigerte. Über das Nicht-Reagieren seines Bischofs berichtete ein Ordensmann aus Osteuropa, der erst als Erwachsener von dem Missbrauch durch einen Priester in seiner Jugendzeit erzählen konnte. Erst der Nuntius habe reagiert und ihm auch geglaubt. Doch auch anschließend habe der Bischof ihn scharf angegriffen.

Quelle: Domradio


21.2.2019 Papst Franziskus fordert konkrete Schritte der Kirche im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Gestern noch hatte der Papst sich gegen heftige Kritik gewehrt. Zwar müssten die Mängel der Kirche angeprangert werden, aber mit Liebe. Wer ohne Liebe anprangert, sei Freund oder Verwandter des Teufels (!). - Matthias Katsch zeigte sich vor Beginn des Treffens enttäuscht, weil der Papst bei einem Vorabtreffen von Opfern mit dem Vorbereitungskomitee nicht dabei gewesen sei und zudem der Zweck des Treffens nicht klar gewesen sei.

Quelle: Süddeutsche  Zeit


21.2.2019 Myriam Wijlens, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, berichtet, dass die Kinderschutzkommission ein Pilotprojekt der Sambischen Bischofskonferenz begleitet, bei dem Missbrauchsopfer sich als Gruppe zusammenschließen, von der Bischofskonferenz unterstützt und bei der Aufarbeitung direkt beteiligt werden. 

Quelle: katholisch.de


21.2.2019 Das Bistum Fulda hat eine Liste mit 32 Personen, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, an die Staatsanwaltschaft weitergeben. Die Diözese Limburg gab 35 und das Bistum Mainz 199 Namen an die Justiz. Die Akten enthalten alle in den Bistümern dokumentierten Fälle, auch solche, für die keine hessische Strafverfolgungsbehörde zuständig ist und Fälle, in denen Verdächtige bereits verstorben sind und verjährte Fälle und strafrechtlich nicht relevante Fälle oder Fälle, in denen Ermittlungsverfahren bereits laufen.

Quelle: t-online


21.2.2019 Gewalt wurde vom Bistum Augsburg im Kinderheim Heilig Kreuz, Donauwörth, seit den 1950er -Jahren bis 1977 untersucht. 14 frühere Bewohner und zwei ehemalige Erzieherinnen des Heims wurden befragt. Sie schilderten schwerwiegende physische, psychische und soziale Gewalt. Zudem seien zwei Jungen und ein Mädchen vom Pädagogischen Direktor des Heimträgers teils jahrelang massiv sexuell missbraucht worden. Eine Lehrerin, die den Missbrauch bemerkte, habe dennoch geschwiegen. Auch ein Mitarbeiter des Jugendamtes Lindau habe das Leid der Kinder ignoriert.

Quelle: stern.de  spiegel.de  br.de  katholisch.de


20.2.2019 Es muss wieder gewartet werden. Dr. Werner Kleine, Neutestamentler schreibt über eine Kirche zwischen Ist und Soll.


20.2.2019 SWR 2 Forum: Bischofsgipfel im Vatikan: Was kann der Papst gegen Missbrauch ausrichten?


20.2.2019 Münchner Runde mit Doris Reisinger, Matthias Katsch, Abtprimas Notker Wolf und Pater Hagenkord: Kirche im Kreuzfeuer: Was tut der Papst gegen den Missbrauch?

Quelle: br.de


20.2.2019 Ein Opfer berichtet 30 Jahre nach dem Missbrauch in der Trierer Abtei St. Matthias, wo er durch einen Mönch über drei Jahre schwer sexuell mißbraucht wurde.

Quelle: swr


20.2.2019 Der Sprecher der polnischen Opfergruppe "Nie lekajcie sie" (Keine Angst haben) und Mitbegründer von ECA, Marek Lisinski, hat dem Papst im Vorfeld der Synode einen Bericht über die Vertuschung von Missbrauchstaten in Polen übergeben. Der Bericht wirft 24 polnischen Bischöfen Täterschutz und Vertuschung von Missbrauchsfällen vor.Zu den Beschuldigten gehören Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz und den Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski. Beschuldigt werden in dem Bericht auch die amtierenden Ortsbischöfe Slawoj Leszek Glodz (Danzig), Jan Tyrawa (Bromberg/Bydgoszcz), Jozef Gorzynski (Ermland), Andrzej Dziuba (Lowicz), Jacek Jezierski (Elbing/Elblag), Jan Watroba (Rzeszow) und Andrzej Czaja (Oppeln/Opole).

Bislang haben polnische Gerichte 85 Priester verurteilt. 384 sind Bekannt. Lisinski berichtet, dass er fünf Jahre warten musste, bis er einen Termin bei polnischen Kirchenvertretern bekam. 

Quelle: kathpress.at  dw.com  katholisch.de


20.2.2019 Die Initaitive Voices of Faith  sagt im Vorfeld des Antimissbrauchsgipfels im Vatikan, Missbrauch sei keine Sünde, sondern ein Verbrechen. Doris Reisinger hat keine großen Erwartungen an den Kongress im Vatikan, es sei nicht so wichtig, was die Bischöfe sagen oder tun, sondern wie die Opfer auftreten und sich vernetzen. Wichtig sei auch das mediale Interesse, weil es das Bewusstsein der Öffentlich bezüglich der Missbrauchsproblematik steigere. Die weltweite Krise wegen des Missbrauchsskandals beweise, dass die Kirche eine weibliche PErspektive benötige, die ihr wegen des Ausschlusses von Frauen aus Führungspositionen fehle, betonte Zuzanna Flisowska, Generaldirektorin von "Voices oft Faith".

Quelle: orf


20.2.2019 Abschottung oder Aufbruch? ZDF-Doku: Hat die Kirche ausreichend Konsequenzen gezogen?


20.2.2019 Die katholische Kirche befindet sich in ihrer tiefsten Krise. Der Missbrauchsgipfel in Rom soll neue Glaubwürdigkeit bringen. Kardinal Christoph Schönborn aus Wien hat vorgemacht, wie das gelingen kann. Ein Artikel von Evelyn Finger.

Quelle: Zeit.de


20.2.2019 Der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert die katholische Kirche zum Handeln auf. Er hoffe, dass die Kirchenkonferenz in Rom zu einem Wendepunkt werde, sagte Rörig im Dlf. Nötig seien Prävention, Intervention sowie Hilfen für Opfer. Eine Diskussion mit Christiane Florin als Moderatorin.

Zum ersten Mal lese ich, dass Kleriker-Täter in der Kirche im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 60 Jahren 2,7 mal häufiger Missbrauchstäter sind als in der männl. Allgemeinbevölkerung. Das sagt der Tübinger Stzrafrechtler, der mit Bezug auf Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat.

Quelle: deutschlandfunk.de


20.2.2019 Der KirchenrechtlerIm P. Markus Graulich, Untersekretär des päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, bedauert, dass das Thema Kirchenrecht nur am Rande vorkommt.

Quelle: vaticannews.va


20.2.2019 SWR 2 - Forum: Prof. Michael Ebertz, Chrisitane Florin und Wolfgang Thierse


20.2.2019 Altbischof Kamphaus bekennt sich zu seinen eigenen Fehlern im Umgang mit sexuellem MIssbrauch im Bistum Limburg.

Quelle: katholisch.de


20.2.2019 Bischof Ackermann stellt fest, dass die Nervosität der Bischöfe steige, sie einen hohen Druck spürten. Ihre Stellungnahmen seien "ein bisschen wie ein Hühnerhof".

Quelle: Domradio


19.2.2019 Eine heute fast 60-jährige Frau berichet, dass sie mit 23 Jahren von einem Mönch vergewaltigt wurde und sie schildert ihre Reaktionen.

Quelle: generalanzeiger-bonn.de


19.2.2019 DW sprach mit der indischen Ordensschwester Anupama, die zusammen mit 4 anderen Mitschwestern der Klägerin gegen Bischof Mulakkal den Rücken stärkt und gegen die Anweisug ihrer Oberin in Kerala bleibt. Sr. nupama sagt: "Die Kirche in Kerala steckt in einer schweren Krise. Aber anstatt Reformen anzupacken und der Wahrheit ans Licht zu helfen, geht sie mit Mitteln wie Isolierung, Rufmord und falschen Anklagen gegen uns vor. Wir Nonnen sind auf der Seite der Wahrheit und wir verlangen einen geschützten und sicheren Ort für uns. In den vergangenen zwei Jahren gab es viele Fälle, wo Priester in Kerala wegen sexueller Vergehen beschuldigt wurden. Wir kämpfen für unsere Schwestern, die im Stillen leiden und wir werden unseren Protest fortsetzen, bis sie alle Gerechtigkeit erfahren. "

Quelle: dw


19.2.2019 Francesco Zanardi, Sprecher von Missbrauchsopfern in Italien ("Rete L'Abuso"), hat mit dem Papst gesprochen. Er kritisiert: "In 20 Jahren hat sich zu wenig geändert und in der Zwischenzeit wurden hunderttausende Minderjährige missbraucht." Zanardi fordert eine weltweite Anzeige-Pflicht für Bischöfe bei Missbrauchsfällen ud sagt, neben kirchlichen Prozessen müsse es immer auch staatliche Prozesse geben. Zanardi gehört zu den Gründern des internationalen Netzwerks "Ending Clergy Abuse" (ECA).

Quelle: Domradio


19.2.2019 Dem Theologen Wolfgang Treitler genügt eine Aufarbeitung der Symptome nicht: "Die einzelnen Punkte sind mittlerweile so tiefgreifend, dass man durchaus sagen kann, wenn die Kirche hier nicht wirklich eine radikale Form der Umkehr – auch in ihrem eigenen Amtsverständnis – versucht, dann wird sie weiterhin vom Inneren her absterben und irgendwann überflüssig sein." Auf den Prüfstand gehöre die Amtsstruktur der Kirche. Man erkenne an den Missbrauchsfällen, was es bedeutet, eine "'Männerkirche' vor sich zu haben, die ohne Frauenamt nicht auskommt." Diese Fragen könne man nicht innerhalb einer Synode abhandeln. Es brauche ein allgemeines Konzil.

Quelle: Domradio.de


19.2.2019 Die Weltdachverbände der Generaloberen und Generaloberinnen (USG/UISG) bekennen eigenes Versagen, auch durch Vertuschung von Taten. Die Generaloberinnen und -oberer bezeichneten den Missbrauch von Kindern auf der ganzen Welt als "überall und jederzeit falsch". Für eine bessere Prävention von Missbrauch fordern sie eine stärkere Beteiligung von Eltern, insbesondere Müttern.

Quelle: vaticannews


19.2.2019 Gegen die Aufführung des Films "Grace a Dieu" (Gelobt sei Gott) hat Bernard Preynat, dessen Geschichte dem Film zugrundeliegt, Einspruch erhoben. Ein Gericht in Paris hat den Einspruch zurückgewiesen. Eine Frau, die die Opfer psychologisch unterstützte, fordert, dass ihr Name aus dem Film gestrichen wird, weil sie ihre Rolle verfälscht dargestellt sieht. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

Quelle: katholisch.de


19.2.2019 Ein früherer Mitarbeiter der Stadt Paris hat dem Vatikan-Botschafter in Paris bereits Anfang 2018 sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat bereits im Januar Vorermittlungen wegen des Verdachts sexueller Übergriffe eingeleitet. Dies ist der zweite Vorwurf gegen den Nuntius.

Quelle: orf

18.2.2019 Bislang waren drei Opfer eines inzwischen pensionierten katholischen Priesters in Merzen, Rhede, Twist und Dalum in den Landkreisen Osnabrück und Emsland bekannt. Inzwischen haben sich 16 Betroffene beim Bistum Osnabrück gemeldet. Das Bistum geht von einer Dunkelziffer im zweistelligen Bereich aus. Die Glaubenskongregation hatte wegen des Alters und der Gesundheit des Betroffenen ein kirchenrechtliches Verfahren abgelehnt. Das Bistum hat wegen der deutlich gestiegenen Zahl der Opfer erneut den Vatikan eingeschaltet. Die Straftaten sind verjährt.

Quelle: Braunschweiger Zeitung  NDR


18.2.2019 "Die Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, hierin wohl aber einen Brennpunkt findet. Die Krise ist eine Glaubenskrise, eine Strukturkrise, eine Leitungskrise – mit einem Grundproblem: Leben und Reden fallen in der Kirche weit auseinander. Es braucht einen echten kirchlichen Wandel, der mit einem Mentalitätswandel (Demut) der Verantwortlichen beginnen muss…" Das stellt Joachim Frank fest und fragt, wer von denen, die mit der kath. Kirche zu tun haben, das nicht unterschreiben könne. Nicht unterschreiben könnten das jedoch die deutschen Bischöfe, konstatiert Frank. Sie haben eine Beschlussvorlage  der Bischöfe von Mainz, Passau, Essen und Speyer nicht einmal diskutiert, in der u.a. vor einer kommunikativen Isolation der Bischöfe gewarnt wurde. Bischöfe selbst sprechen von heilloser Zerstrittenheit, die im Grunde kein gemeinsames Handeln mehr zulasse. Nötig hingegen sei ein echter kirchlicher Wandel, der mit einem "Mentalitätswandel (Demut) der Verantwortlichen beginnen" müsse. Das müsse die Parole aller werden, denen noch an dieser Kirche liegt, sagt Frank.

Quelle: katholisch.de


17.2.2019 Papst Franziskus bittet um das Gebet der Gläubigen, um das Gelingen des Anti-Missbrauchsgipfels als einen "Schritt großer pastoraler Verantwortung angesichts einer drängenden Herausforderung unserer Zeit" zu befördern.

Quelle: Domradio.de


17.2.2019 Bischof Ackermann sagt, es wäre ein wichtiger Schritt, wenn der Papst es mit seiner AUtorität schaffe, "sich dem Thema Missbrauch opferorientiert zu stellen". Er schlägt eine weltweite Verpflichtung zur Präventionsarbeit vor. Zudem seien aus deutscher Sichtz Veränderungen im Kirchenrecht nowendig, u.a. im kirchlichen Straf- und Prozessrecht. Interventions- und Präventionsmaßnahmen sollten überwacht werden. Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier hatten Bischof Ackermann erneut aufgefordert, sie bei der Aufarbeitung zu beteiligen. Die Trierer Opferinitiative Missbit hatte bei einer Demonstration den Beischof  zu einem Gespräch aufgefordert - vergeblich.

Quelle: swr


17.2.2019 Heute, 17.30 Uhr, ARD: Verdrängt, verteufelt, vertuscht  Interview mit Jutta Lehnert und Doris Reisinger


17.2.2019 Interview mit Jutta Lehnert in: Diesseits von Eden, ab min 27


17.2.2019 Wenn die Bischöfe es mit ihrer Ankündigung, dass Thema Missbrauch aufarbeiten zu wollen und auf der Seite der Opfer zu stehen, ernst meinten, müssten sie damit beginnen, das System zu ändern, meint der Historiker Hubert Wolf ("Die Nonnen von st. Ambrogio"). Der Zölibat sei Teil eines Systems und ein Risikofaktor für den Missbrauch. Deshalb dürfe man das Thema nicht länger aussitzen oder in einer Entschuldigungsrhethorik vertuschen. Es müsse im Interesse der Opfer angegangen werden.

Die Katholische Kirche lebe vom Glauben und der Glaubwürdigkeit ihrer Verkündigung. „Wie will man jemanden glauben, der derart handelt?“, gab Wolf zu bedenken und fügte an: „Eine Religion, die keine Glaubwürdigkeit hat, ist am Ende.“ Wolf fordert auch, alle Quellen zugänglichzu machen, denn: "Es geht nicht nur um die Täter, sondern auch um die, die die Täter gedeckt heben." -

Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann hingegen bezweifelt, dass die Abschaffung der priesterlichen Ehelosigkeit eine "sinnvolle und vor allem theologisch richtige Wahl" wäre. "Kirche sein heißt auch, treu zu sein gegenüber dem Vorbild Jesu", erläuterte er. Jesus habe "aus vielen Gründen" zölibatär gelebt.

Quelle: DLF  katholisch.de  katholisch.de


16.2.2019 Ein leitender Mitarbeiter am höchsten Vatikangericht, der Kirchenrechtler Joseph Punderson, 70, steht auf einer Liste seiner früheren Diözese Trenton mit rund 200 "glaubhaft beschuldigten" Missbrauchstätern aus dem US-Bundesstaat New Jersey, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Auf der Liste wird Punderson als "aus dem Dienst entfernt" gelistet. Er arbeitet seit 1995 in der Apostolischen Signatur. Über mögliche Sanktionen oder weitere Verwendung ist nichts ausgeführt. - Der Oberste Gerichtshof der Apostolischen Signatur ist das höchste Gericht und höchstes Verwaltungsgericht der römischen Kurie.

Quelle: Domradio

Nachtrag 20.2.2019 Msgr. Joseph Punderson bot 2004 bereits seinen Rücktritt an, aber der Vatikan stimmte nicht zu. Er erlaubte ihm, weiterzuarbeiten, jedoch unter bestimmten Einschränkungen in Bezug auf öffentliche Diensthandlungen, die 2003 von der Diözese Trenton eingeführt wurden.

Quelle: ncronline.org


16.2.2019 Darryl Smith wurde in Einrichtungen der «Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott» in Neuseeland und Australien mehrere Jahre lang sexuell missbraucht. Nun fährt er zum Kinderschutzgipfel nach Rom. Bischof Michael Dooley, Dunedin, Neuseeland, war beeindruckt von diesem mutigen, selbstbewussten, zielgerichteten Mann. Deshalb finanziert er dessen Reise nach Rom. Smith erwartet von der Kirche: "Der Vatikan muss die Namen aller Priester, Ordensmänner und -frauen veröffentlichen, die Kindern Leid zugefügt haben, die Entschädigungen für die Betroffenen verbessern und den Bischöfen einen grösseren Spielraum bei der Amtsenthebung von Tätern geben." Neuseeland hat laut internationalen Studien weltweit eine der höchsten Raten von Kindesmissbrauch. Besonders betroffen sind Kinder der Maori.

Quelle: kath.ch


16.2.2019 Der frühere Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick ist von Papst Franziskus wegen sexuellen Fehlverhaltens mit Minderjährigen und Erwachsenen und wegen Missbrauchs des Beichtsakramentes aus dem Klerikerstand entlassen worden. Der Laienstand ist in der kath. Kirche die höchste Strafe (!). McCarrick soll zwischen 1970 und 1990 Priesteramtskandidaten zum Sex verführt und mindestens zwei Minderjährige missbraucht haben. Damit verliert er auch seinen Unterhalt durch die Kirche, bleibt jedoch an den Zölibat gebunden. Informationen darüber, wer in den Aufstieg im Wissen um dessen Missbrauch von Abhängigkeitsverhältnissen involviert war, gibt es nicht.

Quelle: katholisch.de


15.2.2019 "Mit dem 'Ich'-Sagen würden viele Bischöfe endlich beginnen, den gigantischen gedanklichen Vorsprung einzuholen, den viele Betroffene und Laien ihnen gegenüber im Verständnis von Missbrauch und Ausgrenzung in der Kirche haben." So kommentiert Matthias Alexander Schmidt den Umgang der Bischöfe mit Missbrauchsfällen.

Quelle: kath.de


15.2.2019 Auch in Polen gibt es sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen durch Kleriker, sagt die Generalsekretärin der Ordensoberinnenkonferenz. Sie sagt aber auch, dass die Ordensfrauen manchmal eine Mitschuld trügen.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Wahrscheinlich lag die Mitschuld der Ordensfrauen in ihrer unzüchtigen Kleidung.


15.2.2019 Emiliano Fittipaldi sagt: "Millionen Gläubige haben sich in den letzten Jahren von der katholischen Kirche abgewendet, weil viel zu wenig gegen Kindesmissbrauch unternommen worden ist. Die Kirche muss ihre Glaubwürdigkeit verteidigen, und das kann nur mit Taten erfolgen. Wenn der Papst nicht konkret handelt, wird man auch dieses Gipfeltreffen beim nächsten Skandal wieder vergessen haben." Fittipaldi drängt auf eine Aufhebung des päpstliches Geheimnisses [secreta continere], wegen dem unzählige Missbrauchsfälle weltweit bisher nicht ans Licht gekommen seien. Im Vatikan gab es in den letzten fünf Jahren pro Jahr 400 Anzeigen gegen Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs, in Italien wurden in den letzten zehn Jahren 300 Fälle angezeigt.

Quelle: kurier.at

Kommentar: 'Pädophilie sei keine Plage der Vergangenheit, sondern ein Verbrechen', sagt Fittipaldi laut Kurier. Gemeint ist vermutlich, dass Kindesmissbrauch ein Verbrechen ist. Denn nicht jeder, der pädophil ist, missbraucht Kinder und nicht jeder, der nicht pädophil ist, missbraucht keine Kinder. In der MHG-Studie gab es bei 71,7 % der Täter keine Hinweise auf Pädophilie.


15.2.2019 Nach Gesprächen mit Opfern sei er „fertig“, bekannte Bischof Genn. Der Missbrauch spalte die Gemeinden. Es gebe auch die Uneinsichtigkeit von Tätern, und oft  spüre er seine Ohnmacht.

Quelle: kirche-und-leben.de


15.2.2019 Dem päpstlichen Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, wird ein Übergriff beim Neujahrsempfang der Pariser Bürgermeistern Anne Hidalgo Mitte Januar vorgeworfen. Ventura soll einen jungen Mann der Delegation für internationale Beziehungen der Bürgermeisterin mehrmals unsittlich berührt haben. Ein Nuntius kann sich auf seine diplomatische Immunität berufen.

Quelle: kathpress.at


15.2.2019 Kardinal Schönborn, Wien, sagt, das "Gesetz des Schweigens" sei global gesehen in der Kirche immer noch weit verbreitet. Das Wichtigste sei, den Opfern zuzuhören und ihnen zu glauben. Kardinal Schönborn wies darauf hin, dass der geistliche Missbrauch im Fall von Missbrauch durch Kleriker die Situation von Missbrauchsopfern dramatisch verschärfe.

Quelle: Domradio.de

14.2.2019 In der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach wird ein Mitarbeiter, der nicht Priester ist, des Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer sei volljährig. Der Bistumssprecher Michael Hertl teilte mit, dass die externe Missbrauchsbeauftragte den Fall aufklären soll.

Dort wurde auch ein weiterer Missbrauchsfall aus den 80er Jahren angezeigt. Beschuldigt werden ein Priester und drei weitere Personen. Einer der Beschuldigten ist verstorben, ein zweiter nicht namentlich bekannt.

Quelle: swr  Badische Zeitung

Hinweis: Am Montag, 18.2. wird in der ARD um 22.55 Uhr der Film Schuld ohne Sühne?  gezeigt. Wie soll die Kirche mit systematischem Missbrauch umgehen?


14.2.2019 "Wir sind Kirche International" unterstützt die Forderungen von Marie Collins:

1. Eine klare Definition dessen, was sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen ausmacht.

2. Eine eindeutige Definition des Begriffs der «Nulltoleranz» vereinbaren.

3. Das Kirchenrecht in Bezug auf diese Begriffe und Definitionen hin revidieren.

4. Einen Unterschied im Kirchenrecht machen zwischen dem sexuellen Missbrauch gefährdeter Erwachsener und Minderjähriger.

5. Eine Vereinbarung über allgemeine Schutzmaßnahmen und transparente Haftungsfragen treffen, damit Meldungen über Missbrauch korrekt behandelt werden.

6. Der Papst sollte in einer eindeutigen Erklärung das Vorgehen bestimmen, das Bischöfe zu ihrer Verantwortung verpflichtet.

7. Der Papst muss bei diesem Treffen die Bischöfe benennen, die der Schuld überführt sind, ihre Delikte darlegen und die dafür verhängten Strafen öffentlich machen.

Quelle: kath.ch


14.2.2019 Nach dem Öffentlichwerden des sexuellen Missbrauchs des früheren Kaplans Heinz Pottbäcker bietet eine Arbeitsgruppe der Rheder Pfarrei St. Gudula drei Abende an. An zwei Abenden werden die Filme"Spotlight" und "Verfehlung" gezeigt. Am dritten Abend wird ein Gespräch angeboten.

Quelle: Bistum Münster


14.2.2019 Die katholischen Bischöfe im US-Bundesstaat New Jersey haben eine Liste mit rund 200 mutmaßlichen Missbrauchstätern aus dem Klerus veröffentlicht. Gegen die in der Liste aufgeführten Geistlichen liegen glaubhafte einschlägige Anschuldigungen vor. Teilweise lägen die vorgeworfenen Taten jedoch schon Jahrzehnte zurück. Die meisten Priester auf der Liste seien inzwischen gestorben, hieß es.

Quelle: kathpress


14.2.2019 Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat die Aufnahme von Ermittlungen zu sexuellem Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche im Zuge einer Anzeige von Strafrechtlern abgelehnt.  Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer sagte, die Anzeige der sechs Professoren bei den Strafverfolgungsbehörden, die für die Bistümer Köln, Limburg, Mainz und Trier zuständig sind, habe keinen Anfangsverdacht ergeben. Aus der MHG-Studie haben sich keine zureichenden Hinweise auf konkrete Täter oder Opfer ergeben. Die von der Kirche geforderten Unterlagen seien geliefert worden. Zahlreiche Fälle seien bereits in der Vergangenheit strafrechtlich verfolgt worden. Lediglich in Einzelfällen könne es noch Anlass für Ermittlungsverfahren geben.

Quelle: katholisch.de


14.2.2019 Schwester Bernardine Pemii, Mitglied der Töchter der Nächstenliebe, sagt, die afrikanischen Bischöfe müssten sich dem sexuellen Missbrauch von Nonnen stellen. Bislang seien afrikanische Kulturen nicht bereit, sich dem Problem zu stellen. Oft wüssten Familien, dass Missbrauch stattfinde, aber sie wollten nicht darüber sprechen. - Die Bischöfe, die Hierarchie lehne die Opfer ab. Sie haben Angst, den Opfern zuzuhören, weil sie die Konsequenzen kennen - sie müssten etwas tun. Sr. Pemii hat an einer Ausbildung im Kinderschutzzentrum der Gregoriana teilgenommen.

Quelle: cruxnow


14.2.2019 Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier von Marseilles, setzt sich für ein Kirchengericht für Missbrauchsfälle ein, das auf einer Ebene zwischen einem Bistum und Rom angesiedelt sein soll. In einem Treffen mit Missbrauchsopfern gaben diese über zehn Empfehlungen ab, was die Kirche in Frankreich änern solle. Zwei der Vorschläge will Pontier beim Kinderschutzgipfel in Rom vorbringen: Die Einrichtung eines speziellen Kirchengerichts und eine neue Archivierungskultur.

Quelle: Domradio


14.2.2019 Magnus Striet, Erzbistum Freiburg, berichtet von der Arbeit der Kommission "Macht und Missbrauch" im Erzbistum Freiburg.

Quelle: youtube.com

14.2.2019 In der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach wird ein Mitarbeiter, der nicht Priester ist, des Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer sei volljährig. Der Bistumssprecher Michael Hertl teilte mit, dass die externe Missbrauchsbeauftragte den Fall aufklären soll. Dort wurde auch ein weiterer Missbrauchsfall aus den 80er Jahren angezeigt. Beschuldigt werden ein Priester und drei weitere Personen. Einer der Beschuldigten ist verstorben, ein zweiter nicht namentlich bekannt.

Quelle: swr


14.2.2019 In Frankfurt geht der Bistumsvertreter in eine Gemeinde, deren Pfarrer vor zehn Jahren des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde und "verschwand". Das Bistum informierte die Gemeinde damals nicht. Bis heute ist die Gemeinde gespalten.

Quelle: hr-inforadio.de


14.2.2019 Im Priesterseminar in Trier wurden ca 200 Priester über die MHG-Studie informiert. Vor dem Priesterseminar demonstrierten Missbrauchsopfer und Verbündete. Sie kritisierten Bischof Ackermann, weil es trotz mehrfacher Anfragen nach einem Gespräch über die Studie bislang nicht zu einem Gespräch kam und die Opfer bislang nicht an der Aufarbeitung beteiligt werden.  Die Koblenzer Pastoralreferentin Jutta Lehnert, die die Inititative "MissBiT" unterstützt, sagte, die Studie müsse "endlich innerkirchlich wahrgenommen werden und zu Gesprächen führen". Es könne doch nicht sein, das rund fünf Monate nach der Studie es noch kein Gespräch zwischen dem Bischof und der Intitative gegeben habe. "Das ist überfällig. Es wird alles verschleppt."

Quelle: swr


14.2.2019 Harald Dreßing, Verantwortlicher für die MHG-Studie, ist enttäuscht von der katholischen Kirche, weil auch Monate nach der Studien-Veröffentlichung "wenig bis gast gar nichts" an "feststellbaren" Veränderungen der Strukturen der katholischen Kirche zu entdecken sind. Es fehle an klaren ZIelen und ihrer Umsetzung. Die Bischöfe dürften sich nicht hinter Rom verstecken und es dürfe auch nicht sein, dass der Langsamste das Tempo bestimmt. Sabine Andresen macht auf das Geschlechterverhältnis und die Notwendigkeit seiner Veränderung aufmerksam.

Quellen: Domradio  Diskussion in St. Georgen


14.2.2019 Papst Franziskus hat Kardinal Kurien-Kardinal Kevin Farrell zum neuen Kardinalkämmerer ernannt. Ein Kardinalkämmerer stellt den Tod eines Papstes und leitet die Geschäfte bis zur Neuwahl. Farrell hat sich gegen die Darstellung gewandt, sexuelle Vergehen des ehemaligen Kardinals Theodore McCarrick hätten schon zu dessen Zeit als Erzbischof von Washington bekannt sein müssen. Während dieser Jahre sei "keine einzige Beschwerde" lautgeworden, sagte er.  Auch als Mitbewohner McCarricks habe er, Farrell, nichts von früheren Übergriffen des Erzbischofs erfahren.

Quelle: vaticannews.va


13.2.2019 Der indische Bischof Franco Mulakkal wird von einer Nonne der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt. Seither kämpfen Ordensfrauen für Aufklärung. Die katholische Kirche in Indien vertritt nur eine kleine Minderheit und fürchtet in Zeiten einer hindunationalistischen Regierung um ihren Ruf.

Quelle: DLF  s. auch domradio.de 29.11.29016


12.2.2019 Christiane Florin legt ihren Impuls zur theologischen Tagung "NIcht ausweichen! in Würzburg vor: "Sag niemals Ich". U.a. schreibt sie:  "Damit bin ich beim dritten, wichtigsten Moment der Wahrhaftigkeit. Am Tag zuvor hatte der DBK-Vorsitzende die Vollversammlung [der Bischofskonferenz im September 2018] mit der Ankündigung eines "Wendepunktes" eröffnet.  Er sagte allerdings nicht, wer sich um wie viel Grad wenden soll. Einen Tag später: ein Nein als letztes Wort. Viele Betroffene haben es als neuerliches Abwenden empfunden. Die Empathielosigkeit, die ihnen diese Institution bis dahin entgegengebracht hat, verdichtete sich in diesen gepanzerten vier Buchstaben."

Quelle: weiberaufstand.com


12.2.2019 Vom 11.-18. Mai rufen Frauen der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster zu einem Kirchenstreik auf. „Anlass ist das Grauen des Missbrauchs, das immer mehr sichtbar wird, und die andauernde Ausgrenzung von Frauen in der Kirche“, sagt Elisabeth Kötter von der Initiative „Maria 2.0“. Der Aufruf richtet sich auch an alle, die unter der Kirche leiden und ausgetreten sind. Zudem haben die Frauen einen Brief an Papst Franziskus geschrieben, indem sie Zugang von Frauen zu allen Ämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine Ausrichtung der Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen fordern. „Viele von uns spüren, dass es fünf vor zwölf ist. Die Kirche sollte diejenigen, die mit dem Herzen dabei sind, nicht auch noch verlieren.“

Quelle: kirche-und-leben.de


12.2.2019 Pater Hans Zollner berichtet von der Planung für den Kinderschutzgipfel im Vatikan. Am ersten Tag sollen die Teilnehmer über ihre seelsorglichen, rechtlichen und spirituellen Aufgaben beim Kinderschutz informiert werden. Am zweiten Tag geht es um ihre Rechenschaftspflicht. Am dritten Tag soll über Transparenz in der Kirchenleitung, gegenüber dem Kirchenvolk, Gott, den Zivilbehörden sowie der Öffentlichkeit gesprochen werden. Zollner sagte: "Wenn wir bei diesem Treffen zu einem systemischen Blickwinkel und auch zu einer Verhaltensänderung kommen, wird sich das ganz sicher auch auf die Gewalt gegen Erwachsene auswirken, inklusive Frauen und Ordensfrauen." Dabei sei das Anhören von Missbrauchsopfern für Aufarbeitung und Prävention zentral und ein Treffen der Teilnehmer mit Missbrauchsopfern in ihrer Heimat Bedingung für den Gipfel im Vatikan.

Quelle: domradio.de


12.2.2019 Eine Kommission der Vereinten Nationen hat einen vernichtenden Bericht über den Umgang Italiens mit sexuellem Missbrauch veröffentlicht, in dem es um zahlreiche Fälle geht, in denen Kinder von katholischen Priestern sexuell missbraucht werden. Die UN-Kommission fordert eine unabhängige und unparteiische Untersuchungskommission fordern. Sie ist besorgt über die zahlreichen Missbrauchsfälle durch Angehörige der katholischen Kirche und die geringe Anzahl von Ermittlungen und Strafverfolgungen.

Quelle: cruxnow


12.2.2019 Die Belgische Bischofskonferenz hat einen Bericht der Interdiözesanen Schutzkommission für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Seit 2010 meldeten sich 1.054 Missbrauchsopfer bei der Schlichtungsstelle und den zehn Kontaktzentren der Kirche in Belgien. Von den 426 Fällen in den Kontaktzentren liegen 92 Prozent mehr als 28 Jahre zurück. 73 Prozent der Opfer waren zum Zeitpunkt der Übergriffe zwischen 10 und 18 Jahre alt. 76 % der Opfer waren männlich. Die meisten Übergriffe fanden in der Schule (43 Prozent) oder Pfarrgemeinde (28 Prozent) statt.

Die Schlichtungsstelle und die Stiftung Dignity, die für Opfer, deren an ihnen begangene Verbrechen verjährt sind, gegründet wurde, zahlten zwischen 2012 und 2017 zusammen 4,58 Mio Euro aus. Opfer erhielten zwischen 2.500 und 25.000 Euro Entschädigung.

Quelle: katholisch.de


12.2.2019 Der frühere chilenische Erzbischof Francisco José Cox Huneeusist, der in Vallendar bei den Schönstatt-Priestern lebte, ist nach Chile zurückgekehrt. Dort erwarten ihn Ermittlungen wegen zwei Fällen von Missbrauch Minderjähriger in Rancagua und in La Serena. Nächste Woche entscheidet das Strafgericht, ob es zu einer Anklage kommt. Die Taten gelten als verjährt.

Quelle: katholisch.de


12.2.2019 Bereits 2018 hatten US-Medien Hunderte Missbrauchsvorwürfe gegen Baptisten enthüllt. Von 412 Vorwürfen in 187 unabhängigen Baptistenkirchen und -institutionen war die Rede. Einige Fälle gingen bis in die 70er Jahre zurück. Nun gibt es in Texas neue Vorwürfe. In den letzten 20 Jahren ist von ca 700 Betroffenen die Rede. Mehr als 220 Kirchenvertreter der Southern Baptist Convention wurden für schuldig befunden. Frauen gaben an, dass die in den Baptistengemeinden gepredigte patriarchalische Theologie Pastoren vor Kritik schütze und dazu beitrage, ein Muster von Missbrauch, sexuellen Übergriffen und Vertuschung zu schaffen. Die Pastoren würden so behandelt, als wären sie von Gott auserwählt und unantastbar. Ihre Macht und Position nutzen die Täter, um Opfer psychologisch zu manipulieren.

Quelle: Domradio


12.2.2019 Die MHG-Studie hat festgestellt, dass der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker und seine Vertuschung auch mit strukturell-systemischen Defiziten zu tun hat. Matthias Remeny, Professor für Fundamentaltheologie und Vergleichende Religionswissenschaft ist betroffen von der Erkenntnis, dass auch die Theologie Teil des Systems ist. Er plädiert dafür, auf die Inhalte der Theologie - die Ekklesiologie und die Amtstheologie - zu schauen. Er ist überzeugt, dass man keine glaubwürdige Theologie mehr treiben könne, ohne den Missbrauchsskandal mitzudenken.

Magnus Striet, Fundamentaltheologe, sieht eine Ursache darin, dass die Kirche sich in ihrem Wunsch nach Systemstabilisierung den humanwissenschaftlichen Erkenntnissen verschlossen hat. Die Kirche habe nur unter dem Druck von außen aufgeklärt. Daraus ergebe sich die Frage, "wie stark ein bestimmtes, historisch gewordenes systemisches Bewusstsein mit dafür verantwortlich zeichnet, dass sexualisierte Gewalt zu einer verschwiegenen Tatsache innerhalb des Sozialsystems katholische Kirche werden konnte". Striet führt die vorherrschende Amtstheologie an. Mit diesem Amtsverständnis stecke die Kirche in einer Falle. Dabei gehe es nicht darum, die Amtstheologie insgesamt über Bord zu werfen. Es gehe darum, mit diesem Amt der Menschenfreundlichkeit Gottes Raum zu geben.

Das Missbrauchs-Thema sei in der theologischen Landschaft Deutschlands präsent, sei aber auch angstbesetzt.

Quelle: katholisch.de


11.2.2019 Der Vorsitzende der Arabischen Bischofskonferenz, Erzbischof Pierbatista Pizzaballa, sagt: "Wir im Nahen Osten zum Beispiel haben dieses spezifische Problem des Kindesmissbrauchs nicht wirklich in unserer Kirche." Pizzaballa berichtet, dass ihm in den zwölf Jahren als Franziskaner-Kustos und in den dreieinhalb Jahren als Bischof nie ein Fall von Kindesmissbrauch begegnet sei. "Wir haben Probleme mit der Sexualität, aber auf anderer Ebene. Wir müssen aber für solche Fälle bereit sein. Vielleicht haben wir nicht dieses spezielle Problem, aber wir haben zum Beispiel auch sehr viele Angestellte, betreiben viele Schulen. Auch da müssen wir Maßnahmen ergreifen, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern. Das wir von den Fällen nichts gehört haben, bedeutet nicht, dass es sie bei uns nicht gibt," sagte er.

Quelle: Domradio


11.2.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller mahnt die persönliche Verantwortungsübernahme der Kirchenverantwortlichen an: Finanzbetrug, fehlerhafter Umgang mit kirchlichem Vermögen oder sexueller Missbrauch – wird solches öffentlich, reagieren Kirchenvertreter gerne mit zerknirschten Schuldeingeständnissen. Doch genügt dies? 

Quelle: feinschwarz.net


11.2.2019 "Ich glaube nicht, dass man sich an Fragen der innerkirchlichen Machtkontrolle ernsthaft heranwagt. Im Moment ist der öffentliche Druck so groß, dass die meisten Bischöfe gar nicht anders können, als Reformbereitschaft zu signalisieren. Damit wird es auch bald wieder zu Ende sein. 2010, als das Ausmaß des Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen erstmals öffentlich wurde, hat man einen großen Gesprächsprozess initiiert, um Ruhe an die sogenannte Basis zu bringen. Mehrere Jahre hat man geredet. Alles ohne Folgen." Das sagt der Theologe Michael Seewald.

Quelle: ikz-online.de


11.2.2019 In den letzten neun Jahren wurden in Mexiko 152 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger suspendiert, teilte die Bischofskonferenz mit. Einige wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Quelle: dlf


10.2.2019 Diskussion im ORF: IM ZENTRUM: Von Missbrauch bis Vertuschung - die Kirche zwischen Schuld und Sühne

Quelle: youtube.com


10.2.2019 Bei einer Fachtagung in Würzburg fragt der Theologiestudent, Schauspieler und Überlebende Kai Christian Moritz: "Wie konnte eine so hoffnungsvolle und frohe Botschaft so entstellt und beschmutzt werden?"

Thomas Schärtl, Professor in Regensburg für Philosophische Grundfragen der Theologie, berichtet, dass er die Missio von Theodore McCarrick erhalten habe, der als erster Kardinal dieses Amt wegen sexueller Übergriffe verloren hat. McCarrick sei ein Symbol dafür, "dass Bischöfe im Missbrauchsskandal verstrickt sind", sagt er. Der Würzburger Fundamentaltheologe Matthias Remenyi sieht die Autorität des Lehramts auf dem Spiel stehen. "Und die Härte der Auseinandersetzung ist der Angst vor diesem elementaren Machtverlust geschuldet." Doris Reisinger kritisiert den spirituellen Missbrauch und spricht von Verletzung der intellektuellen Selbstbestimmung.

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer kritisiert in Würzburg die Überhöhung des Priesteramts. Mit dem Vorwurf vom Missbrauch des Missbrauchs würden Diskussionen vom Tisch gefegt und Menschen mundtot gemacht. Er meint, die Kirche müsse sich radikal verändern. Die Frage sei lediglich, ob "wir" [wer ist wir?] die Veränderung gestalten oder ob die Entwicklung "uns" überrollt.

Der Jesuit Godehard Brüntrup nennt den Pflichtzölibat "ein Rezept für ein Desaster".

Quelle: domradio  katholisch.de


10.2.2019 Die Würzburger Staatsanwaltschaft prüft 15 konkrete und etwaig strafbare Missbrauchsfälle und kündigte weitere Verfahren an. Das Bistum Augsburg leitete Unterlagen über 85 Beschuldigte und 165 Betroffene weiter. 38 Beschuldigte seien tot, sagte die Münchner Generalstaatsanwaltschaft. 13 weitere konnten nach Angaben des Bistums nicht namentlich ermittelt werden. Auch die Bistümer Bamberg und Eichstätt haben den zuständigen Staatsanwaltschaften ihre Unterlagen übergeben. Die Staatsanwaltschaft München verfolgt bislang 13 Fälle aus dem Erzbistum München strafrechtlich. 60 der Beschuldigten seien verstorben, viele weitere Fälle der ca 100 gemeldeten mutmaßlichen Täter seien verjährt.

Quelle: br.de


9.2.2019 "Das Werk" kritisiert Kardinal Schönborn wegen einer Äußerung im Gespräch mit Doris Wagner. Der Kardinal hätte differenzierter antworten müssen. Doris Wagner hatte von sich als Opfer sexuellen Missbrauchs gesprochen und der Kardinal hatte gesagt: "Ich glaube Ihnen das." Das Werk geht von einer "einvernehmlichen sexuellen Beziehung" mit dem Pater des Werks aus. Weder die Staatsanwaltschaft Erfurt noch die Staatsanwaltschaft Feldkirch hätten den Tatbestand der Vergewaltigung nicht als erfüllt angesehen. Auch die Anschuldigung gegen ein Mitglied des Werks, das in der Glaubenskongregation beschäftigt war, sei falsch. Es sei nicht zu einem sexuellen Übergriff gekommen, lediglich zu einer Wangenberührung ohne jede sexuelle Konnotation.

Quelle: orf

Kommentar: D.i. die übliche Strategie der Opferbeschuldigung.


9.2.2019 Das Bistum Passau hat die 28 Missbrauchsfälle, die in der MHG-Studie erfasst wurden, an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Auch das Bistum Regensburg hat alle angeforderten Akten und erbetenen Informationen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Derzeit sei die Staatsanwaltschaft damit befasst, die erhaltenen Unterlagen auf das Vorliegen eines konkreten Tatverdachts gegen individualisierbare Personen zu prüfen. Im Bistum Regensburg gab es nach Angaben des Bistums 65 Täter und 159 Opfer. (Die MHG-Studie spricht von 81 Tätern und 199 Opfern.)

Quelle: pnp.de


8.2.2019 ""The patience of the people of God is exhausted with the episcopal and clerical culture that puts itself first." ("Die Geduld des Volkes Gottes mit der bischöflichen und klerikalen Kultur, die sich selbst an die erste Stelle setzt, ist erschöpft"), Das sagt John Carr, Direktor der Initiative on Catholic Social Thought and Public Life an der Georgetown University und Überlebender von Missbrauch.

Quelle: ncronline.org


8.2.2019 Der ehemalige Generalvikar Schüller fordert eine Kontrolle der Mächtigen in der Kirche. Die Strukturen seien „das ganz große Problem“ der Kirche - nämlich die „fehlende Kontrolle derer, die Macht und das Sagen haben.“ Papst Franziskus müsse eine „menschengerechte Macht-Kontroll-Struktur bauen“. Die Kirchenbürger - derzeit „ohne Rechte“ - müssten Einschau bekommen, Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden können, und zwar „inklusive des Papstes“, der die Leitungsverantwortung habe.

Quelle: orf


8.2.2019 Der Film "Grâce à Dieu" hat den Missbrauch von Kindern in den 1980er und 1990er Jahren durch einen Priester, der Pfadfinder betreute, und die Art, wie die Kirche mit vielen dieser Fälle umgegangen ist - auch in Frankreich - zum Inhalt.

Quelle: Domradio


8.2.2019 Um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche künftig zu verhindern, will Hamburgs Erzbischof Stefan Heße Machtstrukturen aufbrechen. Heße will die Perspektive Betroffener einbeziehen und er meint, dass da, wo die Verantwortlichkeiten klar seien, "wir" auch dazu stehen müssten. Im Erzbistum Köln werde im Rahmen der Aufarbeitung auch die Rolle der früheren und heutigen Verantwortlichen, Personalchefs, Generalvikare und Bischöfe geklärt. Auch er gehöre dazu. Er sagte: "Damals haben wir im Kreis der Verantwortlichen versucht, alle Probleme gut zu bewältigen. Ob unser Handeln nach heutigen Maßstäben das beste war, wird sich zeigen."

Quelle: katholisch.de


8.2.2019 Francesco Zanardi ist Präsident der italienischen Nichtregierungsorganisation „Rete l’Abuso“- Er berichtet von der Komplizenschaft des Staates mit der Kirche. Zehn Jahre lang hat Rete l_Abuso versucht, etwas in Bewegung zu setzen, ohne Erfolg. Zanardi beerichtet von ca 700 Missbrauchsopfern von Klerikern. Die Täter verschwanden in einem der 21 Heime für Täter, wo sie Haftstrafen im Hausarrest verbringen. Im GEfängnis sitzt nur ein Priester wegen Missbrauch. Die Erklärung des Papstes zur Nulltolerant kommentiert Zanardi: "Wir fühlen uns ehrlich gesagt auf den Arm genommen. Denn in Italien hat sich nichts geändert, und das 20 Jahre nach dem Ausbruch der kirchlichen Missbrauchsskandale in den USA. Es gibt in Italien bisher kein einziges Opfer, das von der Kirche entschädigt worden ist. Nur für ein einziges Opfer hat die Kirche die Kosten einer psychologischen Behandlung übernommen. Und weiterhin erstatten die Bischöfe keine Strafanzeige, wenn sie von Missbrauchsfällen im Klerus erfahren. Aber 21 Betreuungsheime für die Täter errichten: das haben sie hinbekommen!" In Italien gibt es keine Kommissionen, keinen Ermittlungsausschuss, keinen Runden Tisch mit Opfern und keine Beratungsstellen für Missbrauchsopfer. Die Medien berichteten durchaus von kirchlichen Missbrauchsfällen - aber nur, wenn sie im Ausland stattfanden.

Quelle: taz


8.2.2019 Interview mit Doris Wagner. U.a. sagt sie: "Und vor allem erschreckt mich an dem Statement, dass der Papst keinen Plan hat."

Quelle: hr-inforadio.de


8.2.2019 Die argentinische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den ehemaligen Bischof von Oran, Gustavo Zanchetta, aufgenommen. Er wird von drei ehemaligen Priesterseminaristen des sexuellen Missbrauchs und von zehn Seminaristen des Machtmissbrauchs beschuldigt. Erzbischof Carlos Alberto Sanchez, Tucuman, hat kirchenrechtliche Untersuchungen eingeleitet.

Im August 2017 akzeptierte der Vatikan den Rücktritt von Zanchetta, der erst seit Juli 2013 Bischof von Orán, Argentinien, war. Der Vatikansprecher Alessandro Gisotti, betonte in einer Erklärung vom 3. Januar, dass die Missbrauchsvorwürfe erst Ende 2018 im Vatikan bekannt wurden - nach dem Rücktritt Zanchettas und fast ein Jahr, nachdem Franziskus für Zanchetta eine neue Position im Finanzverwaltungsbüro des Vatikans (APSA) geschaffen hat. Der ehemalige Generalvikar Zanchettas, Juan Jose Manzano, sagte AP jedoch, dass der Vatikan bereits 2015 Informationen von einem ehemalige Pfarrer, einem Seminarrektor und einem anderen Prälaten erhalten habe, dass Zanchetta nackte Selfies gemacht und obszönes Verhalten gezeigt habe und des Fehlverhaltens im Umgang mit Seminaristen beschuldigt worden sei.

Quelle: katholisch.de  apnews.com  catholicnewsagency.com

7.2.2019 Der Erzabt der Benediktinerabtei S. Peter, Salzburg, Korbinian Birnbacher, erklärt zu den Vorwürfen in Martinsbühel gegen Ordensschwestern, das Handeln der Ordensfrauen habe dem "damaligen Standard der Pädagogik" entsprochen. Er frage sich, warum das nicht alles längst aufgearbeitet sei, da es doch schon seit zehn Jahren bekannt sei. Zudem vermute er, dass „Trittbrettfahrer versuchen, finanziell noch etwas herauszuholen“.

Die Nonnen sollen Heimkinder sowohl psychisch, physisch, sexuell und seelisch missbraucht haben. Seither haben sich rund 100 ehemalige Heimkinder an die Ombudsstelle der Diözese Innsbruck gewandt. Die schleppende Aufklärung resultiert nach Ansicht des Historikers Horst Schreiber, der sich seit längerem mit dem Fall beschäftigte, auch daraus, dass der Orden nach wie vor den Zugang zu Archiven und Akten verweigere.

Quelle: orf


7.2.2019 Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat mit dem Bistum Fulda vereinbart, dass detaillierte Listen über die in den innerkirchlichen Untersuchungen festgestellten Fälle erstellt werden. Die Staatsanwaltschaft werde dann prüfen, ob darunter auch Fälle sind, die weder angezeigt wurden noch verjährt sind.

Quelle:  Wormser Zeitung


7.2.2019 Die Erklärung des Fachbereichs Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt zu den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche betont zu Recht: "Die besondere Dramatik der Missbrauchsfälle besteht in der Ausbeutung und der Zerstörung dieses primären menschlichen Bedürfnisses nach Vertrauen. Wie tief die zugefügten seelischen Verletzungen reichen, lässt sich kaum ermessen." Die Empfehlung des Fachbereichs lautet: "Die Kirche kommt um ihres Auftrags willen nicht darum herum, zu einer umfassenden Reform ihrer Leitungsstrukturen und ihres Selbstbilds als Institution auszuholen. Dies kann nur als ein alle Glieder der Kirche einladender – und auf die Stimmen von außen als „Fremdprophetie“ hörender – Prozess der Partizipation, des Austauschs, der Meinungsbildung und der Erkundung neuer Wege geschehen. Wohin ein solcher Reformprozess auch immer führt – eines ist gewiss: Die Kirche, die seit der apostolischen Zeit durch die Jahrhunderte stets in der Lage war, von den sie umgebenden Gesellschaftsstrukturen zu lernen, muss sich von dem angesichts der Demokratie selbst auferlegten Lernverbot befreien. Die einen Reformweg leitenden Stichworte lauten: Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Partizipation."

Quelle: Uni Frankfurt


7.2.2019 Sr. Katharina Kluitmann, Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, begrüßt Papst Franziskus' Vorstoß im Kampf gegen Missbrauch von Ordensfrauen durch Kleriker. Sie erinnert daran, dass die weltweite Vereinigung der Generaloberinnen Ordensfrauen aufforderte, jeden Missbrauch an die zuständigen Stellen zu melden. Auch unter Ordensfrauen sei jede zehnte Frau Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Zudem komme es im Rahmen von Seelsorge- oder Arbeitsbeziehungen zu entsprechenden Vorfällen.

Quelle: kathpress.at


7.2.2019 Crux berichtet im Kontext der Frage, was "Null-Toleranz" bedeutet, von Joseph Palanivel Jeyapaul, Indien. Jeyapaul missbrauchte 2004 - 2005 zwei 14-jährige Mädchen in Minnesota. Er floh nach Indien. 2010 wurde er von seiner indischen Diözese suspendiert, 2012 verhaftet, in die USA zurückgeschickt, sich schuldig bekannte, eines der Mädchen missbraucht zu haben. Er saß im Gefängnis. Als er nach Indien zurückkehrte, dauerte es noch kein Jahr, bis er von der Diözese Ootacam wieder in den aktiven Dienst genommen wurde. Der Bischof hatte den Vatikan um Genehmigung gebeten, die der Vatikan erteilte.

Quelle: Crux


7.2.2019 Der Katholisch-Theologische Fakultätentag hat sich mit dem Schreiben "Veritatis gaudium", 2018, auseinandergesetzt und das überholte Bilder einer auf Gehorsam ausgerichteten und lehramtlich strengstens kontrollierten Theologie zurückgewiesen. Nur wenn Wissenschaftsfreiheit herrsche, könnten Theologinnen und Theologen heute glaubwürdig arbeiten.

Quelle: katholisch.de


7.2.2019 Bischof Ackermann hält die Ehelosigkeit bei Priestern "für eine wertvolle Lebensform". Wäre der Zölibat für katholische Geistliche nicht verpflichtend, würde "diese Lebensform verschwinden". Ackermann weist darauf hin, dass der Zölibat erst in Kombination mit bestimmten Faktoren zum Risiko für sexuellen Missbrauch werde.

Quelle: katholisch.de


7.2.2019 Klaus Mertes, SJ, wendet sich gegen eine Überhöhung von Priestern und Seelsorgern. Geistlicher Missbrauch sei es, wenn Seelsorger sich als "Stimme Gottes" verstünden und blinden Gehorsam in Glaubensfragen einforderten: "Wer nach Gott fragt, ringt mit existenziellen Fragen. Und wenn diese Suche missbraucht wird, kann das für die Betroffenen schlimmste Folgen haben." Amtsträger in der katholischen Kirche müssten sich zuerst als "Hörende" verstehen und nicht als Autoritäten.

Quelle: katholisch.de


7.2.2019 Das Erzbistum München und Freising hat der Staatsanwaltschaft fünf Ordner mit Material über etwa 100 verdächtige Priester zur Verfügung gestellt. In den Ordnern befinden sich Fälle, die bis 1946 zurückgehen. Meist dürften Täter nicht mehr am Leben oder die Taten verjährt sein. "In sehr wenigen Fällen" komme ein Strafverfahren überhaupt noch in Betracht, sagte Kornprobst, der Leitende Oberstaatsanwalt.

Quelle: Süddeutsche


7.2.2019 Johannes Heibel fordert ein Amt für Opferschutz, Aufklärung und Prävention. Jedem kleinsten Anfangsverdacht solle nachgegangen werden.

Quelle: wdr


6.2.2019 Vier Bischöfe - den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und seine Kollegen Franz-Josef Overbeck, Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer und Stefan Oster aus Passau - haben dem Ständigen Rat der Bischofskonferenz einen Text vorgelegt, in dem sie die Reform der katholischen Kirche thematisieren. Sie skizzieren die Sitaution der Kirche so: "Die Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, hierin wohl aber einen Brennpunkt findet. ... Leben und Reden fallen in der Kirche weit auseinander." Die Isolation der Bischöfe müsse aufgehoben werden und die Reform müsse mit einem Mentalitätswandel der Verantwortlichen beginnen. Die Suche nach Lösungen müsse offen, transparent und partizipativ gestaltet werden. Die Bischöfe schlagen eine nationale Bischofssynode unter Beteiligung von Laien, Theologen, Kirchenkritiker und Experten von außen vor. Der Vorschlag fand keine Mehrheit beim Ständigen Rat der Bischofskonferenz.

Quelle: zeit.de


6.2.2019 Doris Reisinger und Kardinal Schönborn im Gespräch. Reisinger stellt die Frage: "Warum ist für Opfer dieses Verständnis nicht da und warum traut sich der Papst überhaupt jetzt vor diesem Bischofstreffen, von Opfern und von der ganzen Kirche um Verständnis zu werben für Verantwortungsträger, die 's immer noch nicht verstanden haben? Ich komm da nicht mehr mit. Das ist für mich ... das macht mich richtig krank." Kardinal Schönborn erwartet vom Kinderschutzgipfel, dass die Bischofskonferenzvorsitzenden erkennen, dass sexueller Missbrauch schlimm ist.

Quelle: br.de

Kommentar: Wenn Bischöfe in zwanzig und mehr Jahren noch nicht gelernt haben, was sexueller Missbrauch anrichtet und wenn sie außerstande sind, Mitgefühl mit den Opfern zu empfinden, ist ernsthaft zu fragen, ob sie ihre Bibel kennen und ob sie in der Lage sind, ein Amt angemessen auszuführen.  Zuzugestehen ist ihnen, dass sie in der Lage waren zu erkennen, dass sexuelle Gewalt gegen Minderjährige und Ordensschwestern und Priesterseminaristen vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten werden musste. Aber das disqualifiziert für den Beruf des Bischofs.


6.2.2019 Kardinal Schönborn wurde selbst belästigt.

Quelle: diepresse.com


6.2.2019 "Es reicht.... Die katholischen Kirche braucht eine offene Diskussion über ihr Frauenbild und die Frage, wie sie in ihren Reihen mit dem Thema Sexualität umgeht. Die Missbrauchskonferenz Ende des Monats muss hier Ergebnisse liefern. Und Papst Franziskus muss dafür sorgen, dass es sie gibt - ungeachtet aller von ihm angedeuteten internen Widerstände." So kommentiert Jörg Seisselberg das Eingeständnis des Papstes, dass es sexualisierte Gewalt von Priestern und Bischöfen gegen Ordensschwestern gab. In einem hat Seisselberg Unrecht: Das Problem ist nicht erst seit einigen Monaten bekannt - es ist dem Vatikan seit Mitte der 90er Jahre bekannt.

Quelle: tagesschau.de


6.2.2019  Die vatikanische Pressestelle präzisiert die Aussagen von Papst Franziskus, als er ülber "sexuelle Sklaverei in einer Frauengemeinschaft sprach. Gemeint gewesen sei, dass die Frauengemeinschaft aufgelöst worden sei wegen "Manipulation in Form von Machtmissbrauch", der sich auch in sexuellem Missbrauch zeige. Die Aussage bezog sich auf die "Johannes-Gemeinschaft". Die 1975 von dem Dominikaner Marie-Dominique Philippe gegründete und 1986 kirchentrechtlich anerkannte Gemeinschaft soll Druck auf die Mitglieder ausgeübt haben und Kontakt zu deren Eltern untersagt haben. Der Gründer starb 2006. Danach spaltete sich eine Schwesterngemeinschaft ab, die die neu ernannte Leitung ablehnte. Diese Splittergruppe löste Papst Benedikt 2013 auf.

Quelle: katholisch.de

Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Johannes-Gemeinschaft, Pater Philipp, 16.5.2013  Vorwürfe von zwei Frauen, 2008   Verurteilung eines Bruders der Johannesgemeinschaft zu 8 Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Missbrauch 28.4.2016


6.2.2019 "Wir sind Kirche" hat eine Petition gestartet: Kardinal Marx beim Krisengipfel im Vatikan unterstützen. Kardinal Müller nennt die Petition einen "Anschlag auf die Einheit" der Kirche und die AutorInnen kritisiert er als "klerikal-männerbündische Gruppe".


6.2.2019 Im Bistum Speyer gibt es 106 Missbrauchsfälle, in elf Fällen sind Frauen die Täterinnen: sieben Ordensfrauen, drei Erzieherinnen und eine Lehrerin. Die Taten der Ordensfrauen geschahen zwischen 1948 und 1965, sind also verjährt. Die Vorwürfe gegen die Erzieherinnen und die Lehrerin wurden seit 2012 angezeigt und der Justiz gemeldet, die die Ermittlungen einstellte.

Quelle: t-online


5.2.2019 Papst Franziskus berichtet: „Man erzählt sich eine Anekdote: er [Joseph Ratzinger] hatte alle Informationen über eine religiöse Kongregation, in der sexuelle und wirtschaftliche Verderbtheit herrschte. Er versuchte, darüber [mit dem Papst Johannes Paul II., Anm.] zu sprechen aber es gab Filter und er konnte nicht an ihn herankommen. Am Ende hat der Papst, der klar sehen wollte, eine Sitzung einberufen und Joseph Ratzinger ist mit all seinen Unterlagen dorthin gegangen. Als er zurückkam, hat er zu seinem Sekretär gesagt: lege das ins Archiv, die andere Seite hat gewonnen. Wir dürfen nicht allzu entrüstet sein darüber, das sind Schritte eines Prozesses. Aber sobald er Papst geworden ist, war das erste, was er gesagt hat: Bring mir das Dossier aus dem Archiv.“

Quelle: Vaticannews


5.2.2019 Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe eingeräumt. Der Vatikan arbeite seit langem an dem Problem, so der Papst. Einige Frauenglaubensgemeinschaften seien aufgelöst worden, einige Kleriker seien "suspendiert" und "weggeschickt" worden.  Es sei bis zur "sexuellen Sklaverei" durch Kleriker und den Gründer der Gemeinschaft gegangen. Welche Glaubensgemeinschaft der Papste meinte, sagte er nicht. Die Misshandlung von Frauen sei ein generelles Problem, die Frau sei "zweiter Klasse".

Quelle: spiegel.de  bazonline.ch

Kommentar: Nun, am zweitklassigen Status von Frauen könnte die kath. Kirche etwas ändern, wenn sie wollte. Solange sie nichts ändert, ist sie Teil des Problems. Und wieso wurde die Glaubensgemeinschaft der Frauen aufgelöst, wenn sie nicht die Täterinnen, sondern die Opfer waren?


5.2.2019 Die unabhängige staatliche Untersuchungskommission in Großbritannien untersucht Missbrauchsfälle an zwei Benediktiner-Schulen, der Abtei Ealing und der Saint Benedict's School. Dem Nuntius, Erzbischof Edward Adams, in Großbritannien wird vorgehalten, er wirke nicht an der Aufklärung von Missbrauchsfällen mit und verstecke sich hinter seiner diplomatischen Immunität. Vergeblich habe man den Nuntius ersucht, Informationen zum Kontakt zwischen den Schulen und der Nuntiatur zur Hoch-Zeit des Missbrauchsskandals offenzulegen, so die Kommission. Der Anwalt der Opfer warf dem Vatikanbotschafter mangelnde Kooperation vor. Sein Verhalten demonstriere eine "unverhohlene Missachtung" der Kirche für die Aufarbeitung.

Quelle: Domradio


5.2.2019 Im Bistum Eichstätt liegt ein Prüfbericht vor, der maßgebliche und führende Mitglieder des Domkapitels für den Verlust von ca 60 Mio € verantwortlich macht. Der "Zirkel" beanspruche die umfassende Teilnahme an der Leitung des Bistums, negiere zugleich nahezu ausnahmslos die eigene Verantwortung für den Finanzskandal. Der "enge Zirkel hochrangiger Kleriker" habe sämtliche Schaltstellen in der Verwaltung besetzt und zugleich Kontrolle sowie Beratung ausgeübt, "unter der bewussten Inkaufnahme der eigenen fachlichen Inkompetenz". Im Prüfbericht wird als eine der Ursachen der "in der Diözese in hohem Maße ausgeprägte Klerikalismus, eine damit einhergehende Abschottung der klerikalen Leitungsebene gegenüber der Öffentlichkeit sowie der Aufbau und die Perpetuierung zementierter klerikaler Machtstrukturen" benannt. Der Vorgänger von Bischof Hanke war Bischof Mixa (1996 bis 2005 Bischof von Eichstätt).

Quelle: katholisch.de


5.2.2019 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Regensburg hat durch gefälschte Kilometerabrechnungen 40.000 € zu Unrecht bekommen. Er wurde zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Die Haushälterin hatte Ermittlungen ausgelöst, als sie Fotos mit nackten Jugendlichen gefunden hatte. Der Pfarrer kndigte ihr fristlos, die Haushälterin wandte sich an das Arbeitsgericht. Vor Gericht wurde der Besitz von Jugendpornografie zwar als sstrafrechtlich relevant angesehen. Aber die Vorwürfe seien im unteren Bereich angesiedelt und durch den ergangegenen Strafbefehl eingestellt worden. Das kirchenrechtliche Verfahren liegt im Moment in der Glaubenskongregation.

Quelle: katholisch.de


5.2.2019 Der Theologe Helmut Hoping wirft den Unterzeichnern des offenen Briefes an Kardinal Marx vor, den Missbrauchsskandal für eine Reform-Agenda zu instrumentalisieren. Hoping sagt, die Forderung der Briefschreiber*innen, die "vormoderne Ordnung" der Kirche zu überwinden, habe mit dem Missbrauchsskandal und seiner Vertuschung nichts zu tun.

Quelle: domradio.de


3.2.2019 "Binden Sie sich selbst durch echte Gewaltenteilung – das passt besser zur Demut Christi und in den Rahmen der für alle geltenden Gesetze. Bauen Sie die Überhöhungen des Weiheamtes ab und öffnen Sie es für Frauen. Stellen Sie den Diözesanpriestern die Wahl ihrer Lebensform frei, damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann.“ Das fordern neun Unterzeichner eines Offenen Briefes, der im Vorfeld des vatikanischen Kinderschutzgipfels an Kardinal Marx, Bischofskonferenz-Vorsitzender, gerichtet ist. Außerdem fordern sie einen „Neustart mit der Sexualmoral“, einschließlich einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“. 

Quelle: faz.net


3.2.2019 In den 14 Diözesen von Texas wurden seit den 1940er Jahren 286 katholische Priester bekannt, die glaubhaft des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Einige sind bereits gestorben, die meisten sind schon seit Jahren nicht mehr aktiv im Priesteramt.

Quelle: religion.orf.at


2.2.2019 Das Frauenmagazin des Osservatore Romano hat das Verschweigen des sexuellen Missbrauchs von Ordensfrauen kritisiert. Die Autorin Lucetta Scaraffia erinnert an zwei Berichte über sexuellen Missbrauch von GEistlichen an Ordensfrauen, die aus den 1990er Jahren stammen. Die Ordensschwester Maura O'Donohue und die Oberin der Missionarischen Schwestern Unserer Lieben Frau hatten die Anzeigen mit präzisen Anzeigen und fundierten Untersuchungen an den Vatikan geschickt. Der Vatikan reagierte nicht. Scaraffia weist darauf hin, dass das Schweigen die Sicherheit der Vergewaltiger stütze, dass sie straffrei bleiben. Sie macht die Sicht der Frau in der kath. Kirche als "gefährlich und verführerisch" dafür verantwortlich, dass Vergewaltigung als von beiden Seiten freiwillig klassifiziert werde. Zudem mache das Machtgefälle zwischen Priestern und Ordensfrauen es den Opfern schwer, Anzeige zu erstatten - aus begründeter Angst vor Vergeltung gegenüber den Betroffenen und gegenüber dem Orden.

Quelle: Domradio   osservatoreromano.va


1.2.2019 Hans-Joachim Sander setzt sich mit der Schamlosigkeit sexueller Gewalt durch Kleriker und ihrern unverschämten Verbergung auseinander.Der Klerus habe sich diskreditiert, Laien sexualmoralische Ansagen zu machen. Die katholische Kirche zeige sich moralisch korrupt. Sie hat über Jahrzehnte dieser Korruption Raum gegeben, als sie durch Kleinreden und Vertuschen glaubte, der Sexualverbrechen durch Kleriker langfristig Herrin zu werden. Sie habe sich selbst irrelevant gemacht, weil sie zwar Ansprüche an Laien formulierte, es ihr aber an Selbstbeanspruchung fehle. Sander folgert: "Über den intimen Gebrauch partnerschaftlicher Sexualität wird die katholische Kirche entschieden verschwiegener werden müssen, solange ihre Autorität in moralischen Fragen derart selbstverschuldet darnieder liegt. Zugleich wird sie im doppelten Sinn des Wortes lauter über Schamlosigkeiten im moralischen Übergriff sprechen müssen. Er übt geistliche Gewalt aus, ganz gleich wie pastoral bemüht und spirituell überlegt er daherkommt. Es ist unvermeidlich, darüber öffentlich zerknirscht zu sein. Schweigen wie Zerknirschung können durchaus lange andauern. Aber sie gehören zum Besten, was der Kirche derzeit zur Verfügung steht."

Quelle: herder.de


1.2.2019 Alle 15 Diözesen von Texas haben Listen mit den Namen von Priestern vorgelegt, gegen die ein glaubhafter Missbrauchsverdacht vorliegt. Insgesamt werden fast 300 Geistliche aufgeführt, die in den letzten 70 Jahren Minderjährige sexuell missbrauchten. Wie viele Opfer die Priester hatten, wird nicht mitgeteilt.

Quelle: vaticannews


31.1.2019 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, legt dem Kinderschutzgipfel im Vatikan Aktionspunkte vor und fordert, dass die die Teilnehmer eine Verpflichtung zu ihrer Umsetzung einzugehen. Damit soll verhindert werden, dass Minderjährige in der katholischen Kirche weltweit "ohne weitere Verzögerung" besser geschützt werden.

Die Aktionspunkte:

1. Nötig ist eine klare Definition von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen.
2. "Nulltoleranz" muss klar definiert werden.
3. Das Kirchenrecht soll überprüft werden im Blick auf Missbrauch gefährdeter Erwachsener und Missbrauch Minderjähriger, den Marie Collins klar unterschieden haben will.
4. Universelle Schutzmaßnahmen in der gesamten katholischen Kirche müssen vereinbart und umgesetzt werden.
5. Die von der Glaubenskongregation festgelegten Anforderungen an Schutzrichtlinien sollten an die Teilnehmer weitergegeben und veröffentlicht werden.
6.  Klarheit sollte über das innerkirchliche Vorgehen gegen fahrlässige Bischöfe hergestellt und bekannt gemacht werden.

7. Verpflichtend sollten alle Urteile gegen Kirchenleitende veröffentlicht werden. Dazu sollten auch frühere Erkenntnisse gehören.

Quelle: cruxnow.com  https://twitter.com


31.1.2019 Ursula Enders fordert mehr Beratungsstellen statt politischer Alibi-Maßnahmen. Die Beratungsstellen müssten flächendeckend eingerichtet werden. Zwar sei das Thema Kindesmissbrauch in der Mitte der Gesellschaft angekommen, aber die Politik habe bis heute keine adäquaten Hilfen abgesichert. Es gebe Funktionsträger - aber in der Praxis sei nichts angekommen. Anlass für das Interview ist der sexuelle Missbrauch von mindestens 23 Kindern über zehn Jahre lang auf einem Campingplatz.

Quelle: Domradio


31.1.2019 Die Schweizer Bischöfe entscheiden Ende Februar, ob Bewerber für das Priesteramt in Zukunft einen Auszug aus dem Strafregister vorlegen müssen. Dies gelte auch bei Versetzungen.

Quelle: 20min.ch


31.1.2019 Ein Diakon aus dem Erzbistum München wurde wegen Vergewaltigung einer 15-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren - mit einer Bewährungszeit von fünf Jahren - verurteilt  worden. Die Strafe muss er nicht antreten. Er erhielt ein Kontaktverbot und muss 10.000 Euro Schmerzensgeld und 5.000 Euro an den Frauennotruf München zahlen. Gemeindemitglieder sind bereit, dem Diakon das Geld zu leihen. Vor Gericht weint der Verurteilte und erzählte von seinem schweren Leben und dass er in der U-Haft 17 Kilo abgenommen habe. Der Richter begründete die Entlassung aus der Haft: „Aber der hat jetzt neun Monate Haft hinter sich. Aus Sicht des Gerichts ist das ein gebrochener Mann.“

Nach Angaben des Erzbistums München sind in den vergangenen Monaten zwei weitere Verdachtsfälle gegen den 66-Jährigen bekannt geworden, die schon länger zurücklägen. Ob sie verjährt sind, konnte das Bistum nicht sagen. Die Staatsanwaltschaft wusste von einem Fall aus dem Jahr 1999, bei dem es um "Beleidigung mit sexuellem Hintergrund ging. Das Verfahren wurde 2019 wegen Verjährung eingestellt.

Quelle: welt.de


31.1.2019 Ein Gemeindereferent aus einem Dorf im Taunus wird beschuldigt, sich an zwei 16 und 18 Jahre alten Mädchen vergangen zu haben. Die Betroffenen meldeten sich Ende September beim Bistum Limburg, das Anfang Oktober Strafanzeige erstattete.

 Quelle: FR


30.1.2019 Das Bistum Essen hat die Personalakten von 60 Priestern an die Staatsanwaltschaft in Essen übergeben. Dort werden sie auf „verfolgbare Straftaten“ überprüft. Sie stehen im Verdacht, zwischen 1946 und 2014 im Bistum Essen 85 zumeist minderjährige Opfer sexuell missbraucht zu haben. Bislang bliebe 41 der 60 verdächtigen Priester straf- und kirchenrechtlich unbehelligt. 11 wurden strafrechtlich verurteilt. Der Bistumssprecher U. Lota teilte mit, die allermeisten der Beschuldigten seien tot.

Quelle: wa.de


30.1.2019 Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat als Konsequenz aus der MHG-Studie Arbeitsgruppen zu folgenden Themen beschlossen:

  • Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung; Überprüfung des Verfahrens für Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids  (Bischof Ackermann berät mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung)

Den Fragen nach den spezifischen Herausforderungen der kath. Kirche in Fragen von Glaube und Pastoral widmen sich folgende Arbeitsgruppen:

  • Fragen nach priesterlicher Lebensform, Macht und Partizipation, Sexualmoral (Bischof Bode, Genn, Wiesemann)
  • Kirchenrecht: kirchliche Strafgerichtsbarkeit, Prozessrecht, Verwaltungsgerichtsbarkeit (Bischof Dr. Schick)
  • Verwaltungsstrukturen incl. Finanzverfassung und Personalwesen (Mitglieder werden noch ernannt; das Zentralkomitee der deutschen Katholiken soll dazugehören.)

Quelle: Bistum Limburg


 

12.2.2019 Bereits 2018 hatten US-Medien Hunderte Missbrauchsvorwürfe gegen Baptisten enthüllt. Von 412 Vorwürfen in 187 unabhängigen Baptistenkirchen und -institutionen war die Rede. Einige Fälle gingen bis in die 70er Jahre zurück. Nun gibt es in Texas neue Vorwürfe. In den letzten 20 Jahren ist von ca 700 Betroffenen die Rede. Mehr als 220 Kirchenvertreter der Southern Baptist Convention wurden für schuldig befunden. Frauen gaben an, dass die in den Baptistengemeinden gepredigte patriarchalische Theologie Pastoren vor Kritik schütze und dazu beitrage, ein Muster von Missbrauch, sexuellen Übergriffen und Vertuschung zu schaffen. Die Pastoren würden so behandelt, als wären sie von Gott auserwählt und unantastbar. Ihre Macht und Position nutzen die Täter, um Opfer psychologisch zu manipulieren.

Quelle: Domradio


12.2.2019 Die MHG-Studie hat festgestellt, dass der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker und seine Vertuschung auch mit strukturell-systemischen Defiziten zu tun hat. Matthias Remeny, Professor für Fundamentaltheologie und Vergleichende Religionswissenschaft ist betroffen von der Erkenntnis, dass auch die Theologie Teil des Systems ist. Er plädiert dafür, auf die Inhalte der Theologie - die Ekklesiologie und die Amtstheologie - zu schauen. Er ist überzeugt, dass man keine glaubwürdige Theologie mehr treiben könne, ohne den Missbrauchsskandal mitzudenken.

Magnus Striet, Fundamentaltheologe, sieht eine Ursache darin, dass die Kirche sich in ihrem Wunsch nach Systemstabilisierung den humanwissenschaftlichen Erkenntnissen verschlossen hat. Die Kirche habe nur unter dem Druck von außen aufgeklärt. Daraus ergebe sich die Frage, "wie stark ein bestimmtes, historisch gewordenes systemisches Bewusstsein mit dafür verantwortlich zeichnet, dass sexualisierte Gewalt zu einer verschwiegenen Tatsache innerhalb des Sozialsystems katholische Kirche werden konnte". Striet führt die vorherrschende Amtstheologie an. Mit diesem Amtsverständnis stecke die Kirche in einer Falle. Dabei gehe es nicht darum, die Amtstheologie insgesamt über Bord zu werfen. Es gehe darum, mit diesem Amt der Menschenfreundlichkeit Gottes Raum zu geben.

Das Missbrauchs-Thema sei in der theologischen Landschaft Deutschlands präsent, sei aber auch angstbesetzt.

Quelle: katholisch.de


11.2.2019 Der Vorsitzende der Arabischen Bischofskonferenz, Erzbischof Pierbatista Pizzaballa, sagt: "Wir im Nahen Osten zum Beispiel haben dieses spezifische Problem des Kindesmissbrauchs nicht wirklich in unserer Kirche." Pizzaballa berichtet, dass ihm in den zwölf Jahren als Franziskaner-Kustos und in den dreieinhalb Jahren als Bischof nie ein Fall von Kindesmissbrauch begegnet sei. "Wir haben Probleme mit der Sexualität, aber auf anderer Ebene. Wir müssen aber für solche Fälle bereit sein. Vielleicht haben wir nicht dieses spezielle Problem, aber wir haben zum Beispiel auch sehr viele Angestellte, betreiben viele Schulen. Auch da müssen wir Maßnahmen ergreifen, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern. Das wir von den Fällen nichts gehört haben, bedeutet nicht, dass es sie bei uns nicht gibt," sagte er.

Quelle: Domradio


11.2.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller mahnt die persönliche Verantwortungsübernahme der Kirchenverantwortlichen an: Finanzbetrug, fehlerhafter Umgang mit kirchlichem Vermögen oder sexueller Missbrauch – wird solches öffentlich, reagieren Kirchenvertreter gerne mit zerknirschten Schuldeingeständnissen. Doch genügt dies? 

Quelle: feinschwarz.net


11.2.2019 "Ich glaube nicht, dass man sich an Fragen der innerkirchlichen Machtkontrolle ernsthaft heranwagt. Im Moment ist der öffentliche Druck so groß, dass die meisten Bischöfe gar nicht anders können, als Reformbereitschaft zu signalisieren. Damit wird es auch bald wieder zu Ende sein. 2010, als das Ausmaß des Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen erstmals öffentlich wurde, hat man einen großen Gesprächsprozess initiiert, um Ruhe an die sogenannte Basis zu bringen. Mehrere Jahre hat man geredet. Alles ohne Folgen." Das sagt der Theologe Michael Seewald.

Quelle: ikz-online.de


11.2.2019 In den letzten neun Jahren wurden in Mexiko 152 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger suspendiert, teilte die Bischofskonferenz mit. Einige wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Quelle: dlf


10.2.2019 Diskussion im ORF: IM ZENTRUM: Von Missbrauch bis Vertuschung - die Kirche zwischen Schuld und Sühne

Quelle: youtube.com


10.2.2019 Bei einer Fachtagung in Würzburg fragt der Theologiestudent, Schauspieler und Überlebende Kai Christian Moritz: "Wie konnte eine so hoffnungsvolle und frohe Botschaft so entstellt und beschmutzt werden?"

Thomas Schärtl, Professor in Regensburg für Philosophische Grundfragen der Theologie, berichtet, dass er die Missio von Theodore McCarrick erhalten habe, der als erster Kardinal dieses Amt wegen sexueller Übergriffe verloren hat. McCarrick sei ein Symbol dafür, "dass Bischöfe im Missbrauchsskandal verstrickt sind", sagt er. Der Würzburger Fundamentaltheologe Matthias Remenyi sieht die Autorität des Lehramts auf dem Spiel stehen. "Und die Härte der Auseinandersetzung ist der Angst vor diesem elementaren Machtverlust geschuldet." Doris Reisinger kritisiert den spirituellen Missbrauch und spricht von Verletzung der intellektuellen Selbstbestimmung.

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer kritisiert in Würzburg die Überhöhung des Priesteramts. Mit dem Vorwurf vom Missbrauch des Missbrauchs würden Diskussionen vom Tisch gefegt und Menschen mundtot gemacht. Er meint, die Kirche müsse sich radikal verändern. Die Frage sei lediglich, ob "wir" [wer ist wir?] die Veränderung gestalten oder ob die Entwicklung "uns" überrollt.

Der Jesuit Godehard Brüntrup nennt den Pflichtzölibat "ein Rezept für ein Desaster".

Quelle: domradio  katholisch.de


10.2.2019 Die Würzburger Staatsanwaltschaft prüft 15 konkrete und etwaig strafbare Missbrauchsfälle und kündigte weitere Verfahren an. Das Bistum Augsburg leitete Unterlagen über 85 Beschuldigte und 165 Betroffene weiter. 38 Beschuldigte seien tot, sagte die Münchner Generalstaatsanwaltschaft. 13 weitere konnten nach Angaben des Bistums nicht namentlich ermittelt werden. Auch die Bistümer Bamberg und Eichstätt haben den zuständigen Staatsanwaltschaften ihre Unterlagen übergeben. Die Staatsanwaltschaft München verfolgt bislang 13 Fälle aus dem Erzbistum München strafrechtlich. 60 der Beschuldigten seien verstorben, viele weitere Fälle der ca 100 gemeldeten mutmaßlichen Täter seien verjährt.

Quelle: br.de


9.2.2019 "Das Werk" kritisiert Kardinal Schönborn wegen einer Äußerung im Gespräch mit Doris Wagner. Der Kardinal hätte differenzierter antworten müssen. Doris Wagner hatte von sich als Opfer sexuellen Missbrauchs gesprochen und der Kardinal hatte gesagt: "Ich glaube Ihnen das." Das Werk geht von einer "einvernehmlichen sexuellen Beziehung" mit dem Pater des Werks aus. Weder die Staatsanwaltschaft Erfurt noch die Staatsanwaltschaft Feldkirch hätten den Tatbestand der Vergewaltigung nicht als erfüllt angesehen. Auch die Anschuldigung gegen ein Mitglied des Werks, das in der Glaubenskongregation beschäftigt war, sei falsch. Es sei nicht zu einem sexuellen Übergriff gekommen, lediglich zu einer Wangenberührung ohne jede sexuelle Konnotation.

Quelle: orf

Kommentar: D.i. die übliche Strategie der Opferbeschuldigung.


9.2.2019 Das Bistum Passau hat die 28 Missbrauchsfälle, die in der MHG-Studie erfasst wurden, an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Auch das Bistum Regensburg hat alle angeforderten Akten und erbetenen Informationen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Derzeit sei die Staatsanwaltschaft damit befasst, die erhaltenen Unterlagen auf das Vorliegen eines konkreten Tatverdachts gegen individualisierbare Personen zu prüfen. Im Bistum Regensburg gab es nach Angaben des Bistums 65 Täter und 159 Opfer. (Die MHG-Studie spricht von 81 Tätern und 199 Opfern.)

Quelle: pnp.de


8.2.2019 ""The patience of the people of God is exhausted with the episcopal and clerical culture that puts itself first." ("Die Geduld des Volkes Gottes mit der bischöflichen und klerikalen Kultur, die sich selbst an die erste Stelle setzt, ist erschöpft"), Das sagt John Carr, Direktor der Initiative on Catholic Social Thought and Public Life an der Georgetown University und Überlebender von Missbrauch.

Quelle: ncronline.org


8.2.2019 Der ehemalige Generalvikar Schüller fordert eine Kontrolle der Mächtigen in der Kirche. Die Strukturen seien „das ganz große Problem“ der Kirche - nämlich die „fehlende Kontrolle derer, die Macht und das Sagen haben.“ Papst Franziskus müsse eine „menschengerechte Macht-Kontroll-Struktur bauen“. Die Kirchenbürger - derzeit „ohne Rechte“ - müssten Einschau bekommen, Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden können, und zwar „inklusive des Papstes“, der die Leitungsverantwortung habe.

Quelle: orf


8.2.2019 Der Film "Grâce à Dieu" hat den Missbrauch von Kindern in den 1980er und 1990er Jahren durch einen Priester, der Pfadfinder betreute, und die Art, wie die Kirche mit vielen dieser Fälle umgegangen ist - auch in Frankreich - zum Inhalt.

Quelle: Domradio


8.2.2019 Um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche künftig zu verhindern, will Hamburgs Erzbischof Stefan Heße Machtstrukturen aufbrechen. Heße will die Perspektive Betroffener einbeziehen und er meint, dass da, wo die Verantwortlichkeiten klar seien, "wir" auch dazu stehen müssten. Im Erzbistum Köln werde im Rahmen der Aufarbeitung auch die Rolle der früheren und heutigen Verantwortlichen, Personalchefs, Generalvikare und Bischöfe geklärt. Auch er gehöre dazu. Er sagte: "Damals haben wir im Kreis der Verantwortlichen versucht, alle Probleme gut zu bewältigen. Ob unser Handeln nach heutigen Maßstäben das beste war, wird sich zeigen."

Quelle: katholisch.de


8.2.2019 Interview mit Doris Wagner. U.a. sagt sie: "Und vor allem erschreckt mich an dem Statement, dass der Papst keinen Plan hat."

Quelle: hr-inforadio.de


8.2.2019 Die argentinische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den ehemaligen Bischof von Oran, Gustavo Zanchetta, aufgenommen. Er wird von drei ehemaligen Priesterseminaristen des sexuellen Missbrauchs und von zehn Seminaristen des Machtmissbrauchs beschuldigt. Erzbischof Carlos Alberto Sanchez, Tucuman, hat kirchenrechtliche Untersuchungen eingeleitet.

Im August 2017 akzeptierte der Vatikan den Rücktritt von Zanchetta, der erst seit Juli 2013 Bischof von Orán, Argentinien, war. Der Vatikansprecher Alessandro Gisotti, betonte in einer Erklärung vom 3. Januar, dass die Missbrauchsvorwürfe erst Ende 2018 im Vatikan bekannt wurden - nach dem Rücktritt Zanchettas und fast ein Jahr, nachdem Franziskus für Zanchetta eine neue Position im Finanzverwaltungsbüro des Vatikans (APSA) geschaffen hat. Der ehemalige Generalvikar Zanchettas, Juan Jose Manzano, sagte AP jedoch, dass der Vatikan bereits 2015 Informationen von einem ehemalige Pfarrer, einem Seminarrektor und einem anderen Prälaten erhalten habe, dass Zanchetta nackte Selfies gemacht und obszönes Verhalten gezeigt habe und des Fehlverhaltens im Umgang mit Seminaristen beschuldigt worden sei.

Quelle: katholisch.de  apnews.com  catholicnewsagency.com

7.2.2019 Der Erzabt der Benediktinerabtei S. Peter, Salzburg, Korbinian Birnbacher, erklärt zu den Vorwürfen in Martinsbühel gegen Ordensschwestern, das Handeln der Ordensfrauen habe dem "damaligen Standard der Pädagogik" entsprochen. Er frage sich, warum das nicht alles längst aufgearbeitet sei, da es doch schon seit zehn Jahren bekannt sei. Zudem vermute er, dass „Trittbrettfahrer versuchen, finanziell noch etwas herauszuholen“.

Die Nonnen sollen Heimkinder sowohl psychisch, physisch, sexuell und seelisch missbraucht haben. Seither haben sich rund 100 ehemalige Heimkinder an die Ombudsstelle der Diözese Innsbruck gewandt. Die schleppende Aufklärung resultiert nach Ansicht des Historikers Horst Schreiber, der sich seit längerem mit dem Fall beschäftigte, auch daraus, dass der Orden nach wie vor den Zugang zu Archiven und Akten verweigere.

Quelle: orf


7.2.2019 Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat mit dem Bistum Fulda vereinbart, dass detaillierte Listen über die in den innerkirchlichen Untersuchungen festgestellten Fälle erstellt werden. Die Staatsanwaltschaft werde dann prüfen, ob darunter auch Fälle sind, die weder angezeigt wurden noch verjährt sind.

Quelle:  Wormser Zeitung


7.2.2019 Die Erklärung des Fachbereichs Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt zu den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche betont zu Recht: "Die besondere Dramatik der Missbrauchsfälle besteht in der Ausbeutung und der Zerstörung dieses primären menschlichen Bedürfnisses nach Vertrauen. Wie tief die zugefügten seelischen Verletzungen reichen, lässt sich kaum ermessen." Die Empfehlung des Fachbereichs lautet: "Die Kirche kommt um ihres Auftrags willen nicht darum herum, zu einer umfassenden Reform ihrer Leitungsstrukturen und ihres Selbstbilds als Institution auszuholen. Dies kann nur als ein alle Glieder der Kirche einladender – und auf die Stimmen von außen als „Fremdprophetie“ hörender – Prozess der Partizipation, des Austauschs, der Meinungsbildung und der Erkundung neuer Wege geschehen. Wohin ein solcher Reformprozess auch immer führt – eines ist gewiss: Die Kirche, die seit der apostolischen Zeit durch die Jahrhunderte stets in der Lage war, von den sie umgebenden Gesellschaftsstrukturen zu lernen, muss sich von dem angesichts der Demokratie selbst auferlegten Lernverbot befreien. Die einen Reformweg leitenden Stichworte lauten: Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Partizipation."

Quelle: Uni Frankfurt


7.2.2019 Sr. Katharina Kluitmann, Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, begrüßt Papst Franziskus' Vorstoß im Kampf gegen Missbrauch von Ordensfrauen durch Kleriker. Sie erinnert daran, dass die weltweite Vereinigung der Generaloberinnen Ordensfrauen aufforderte, jeden Missbrauch an die zuständigen Stellen zu melden. Auch unter Ordensfrauen sei jede zehnte Frau Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Zudem komme es im Rahmen von Seelsorge- oder Arbeitsbeziehungen zu entsprechenden Vorfällen.

Quelle: kathpress.at


7.2.2019 Crux berichtet im Kontext der Frage, was "Null-Toleranz" bedeutet, von Joseph Palanivel Jeyapaul, Indien. Jeyapaul missbrauchte 2004 - 2005 zwei 14-jährige Mädchen in Minnesota. Er floh nach Indien. 2010 wurde er von seiner indischen Diözese suspendiert, 2012 verhaftet, in die USA zurückgeschickt, sich schuldig bekannte, eines der Mädchen missbraucht zu haben. Er saß im Gefängnis. Als er nach Indien zurückkehrte, dauerte es noch kein Jahr, bis er von der Diözese Ootacam wieder in den aktiven Dienst genommen wurde. Der Bischof hatte den Vatikan um Genehmigung gebeten, die der Vatikan erteilte.

Quelle: Crux


7.2.2019 Der Katholisch-Theologische Fakultätentag hat sich mit dem Schreiben "Veritatis gaudium", 2018, auseinandergesetzt und das überholte Bilder einer auf Gehorsam ausgerichteten und lehramtlich strengstens kontrollierten Theologie zurückgewiesen. Nur wenn Wissenschaftsfreiheit herrsche, könnten Theologinnen und Theologen heute glaubwürdig arbeiten.

Quelle: katholisch.de


7.2.2019 Bischof Ackermann hält die Ehelosigkeit bei Priestern "für eine wertvolle Lebensform". Wäre der Zölibat für katholische Geistliche nicht verpflichtend, würde "diese Lebensform verschwinden". Ackermann weist darauf hin, dass der Zölibat erst in Kombination mit bestimmten Faktoren zum Risiko für sexuellen Missbrauch werde.

Quelle: katholisch.de


7.2.2019 Klaus Mertes, SJ, wendet sich gegen eine Überhöhung von Priestern und Seelsorgern. Geistlicher Missbrauch sei es, wenn Seelsorger sich als "Stimme Gottes" verstünden und blinden Gehorsam in Glaubensfragen einforderten: "Wer nach Gott fragt, ringt mit existenziellen Fragen. Und wenn diese Suche missbraucht wird, kann das für die Betroffenen schlimmste Folgen haben." Amtsträger in der katholischen Kirche müssten sich zuerst als "Hörende" verstehen und nicht als Autoritäten.

Quelle: katholisch.de


7.2.2019 Das Erzbistum München und Freising hat der Staatsanwaltschaft fünf Ordner mit Material über etwa 100 verdächtige Priester zur Verfügung gestellt. In den Ordnern befinden sich Fälle, die bis 1946 zurückgehen. Meist dürften Täter nicht mehr am Leben oder die Taten verjährt sein. "In sehr wenigen Fällen" komme ein Strafverfahren überhaupt noch in Betracht, sagte Kornprobst, der Leitende Oberstaatsanwalt.

Quelle: Süddeutsche


7.2.2019 Johannes Heibel fordert ein Amt für Opferschutz, Aufklärung und Prävention. Jedem kleinsten Anfangsverdacht solle nachgegangen werden.

Quelle: wdr


6.2.2019 Vier Bischöfe - den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und seine Kollegen Franz-Josef Overbeck, Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer und Stefan Oster aus Passau - haben dem Ständigen Rat der Bischofskonferenz einen Text vorgelegt, in dem sie die Reform der katholischen Kirche thematisieren. Sie skizzieren die Situation der Kirche so: "Die Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, hierin wohl aber einen Brennpunkt findet. ... Leben und Reden fallen in der Kirche weit auseinander." Die Isolation der Bischöfe müsse aufgehoben werden und die Reform müsse mit einem Mentalitätswandel der Verantwortlichen beginnen. Die Suche nach Lösungen müsse offen, transparent und partizipativ gestaltet werden. Die Bischöfe schlagen eine nationale Bischofssynode unter Beteiligung von Laien, Theologen, Kirchenkritiker und Experten von außen vor. Der Vorschlag fand keine Mehrheit beim Ständigen Rat der Bischofskonferenz.

Quelle: zeit.de


6.2.2019 Doris Reisinger und Kardinal Schönborn im Gespräch. Reisinger stellt die Frage: "Warum ist für Opfer dieses Verständnis nicht da und warum traut sich der Papst überhaupt jetzt vor diesem Bischofstreffen, von Opfern und von der ganzen Kirche um Verständnis zu werben für Verantwortungsträger, die 's immer noch nicht verstanden haben? Ich komm da nicht mehr mit. Das ist für mich ... das macht mich richtig krank." Kardinal Schönborn erwartet vom Kinderschutzgipfel, dass die Bischofskonferenzvorsitzenden erkennen, dass sexueller Missbrauch schlimm ist.

Quelle: br.de

Kommentar: Wenn Bischöfe in zwanzig und mehr Jahren noch nicht gelernt haben, was sexueller Missbrauch anrichtet und wenn sie außerstande sind, Mitgefühl mit den Opfern zu empfinden, ist ernsthaft zu fragen, ob sie ihre Bibel kennen und ob sie in der Lage sind, ein Amt angemessen auszuführen.  Zuzugestehen ist ihnen, dass sie in der Lage waren zu erkennen, dass sexuelle Gewalt gegen Minderjährige und Ordensschwestern und Priesterseminaristen vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten werden musste. Aber das disqualifiziert für den Beruf des Bischofs.


6.2.2019 Kardinal Schönborn wurde selbst belästigt.

Quelle: diepresse.com


6.2.2019 "Es reicht.... Die katholischen Kirche braucht eine offene Diskussion über ihr Frauenbild und die Frage, wie sie in ihren Reihen mit dem Thema Sexualität umgeht. Die Missbrauchskonferenz Ende des Monats muss hier Ergebnisse liefern. Und Papst Franziskus muss dafür sorgen, dass es sie gibt - ungeachtet aller von ihm angedeuteten internen Widerstände." So kommentiert Jörg Seisselberg das Eingeständnis des Papstes, dass es sexualisierte Gewalt von Priestern und Bischöfen gegen Ordensschwestern gab. In einem hat Seisselberg Unrecht: Das Problem ist nicht erst seit einigen Monaten bekannt - es ist dem Vatikan seit Mitte der 90er Jahre bekannt.

Quelle: tagesschau.de


6.2.2019  Die vatikanische Pressestelle präzisiert die Aussagen von Papst Franziskus, als er ülber "sexuelle Sklaverei in einer Frauengemeinschaft sprach. Gemeint gewesen sei, dass die Frauengemeinschaft aufgelöst worden sei wegen "Manipulation in Form von Machtmissbrauch", der sich auch in sexuellem Missbrauch zeige. Die Aussage bezog sich auf die "Johannes-Gemeinschaft". Die 1975 von dem Dominikaner Marie-Dominique Philippe gegründete und 1986 kirchentrechtlich anerkannte Gemeinschaft soll Druck auf die Mitglieder ausgeübt haben und Kontakt zu deren Eltern untersagt haben. Der Gründer starb 2006. Danach spaltete sich eine Schwesterngemeinschaft ab, die die neu ernannte Leitung ablehnte. Diese Splittergruppe löste Papst Benedikt 2013 auf.

Quelle: katholisch.de

Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Johannes-Gemeinschaft, Pater Philipp, 16.5.2013  Vorwürfe von zwei Frauen, 2008   Verurteilung eines Bruders der Johannesgemeinschaft zu 8 Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Missbrauch 28.4.2016


6.2.2019 "Wir sind Kirche" hat eine Petition gestartet: Kardinal Marx beim Krisengipfel im Vatikan unterstützen. Kardinal Müller nennt die Petition einen "Anschlag auf die Einheit" der Kirche und die AutorInnen kritisiert er als "klerikal-männerbündische Gruppe".


6.2.2019 Im Bistum Speyer gibt es 106 Missbrauchsfälle, in elf Fällen sind Frauen die Täterinnen: sieben Ordensfrauen, drei Erzieherinnen und eine Lehrerin. Die Taten der Ordensfrauen geschahen zwischen 1948 und 1965, sind also verjährt. Die Vorwürfe gegen die Erzieherinnen und die Lehrerin wurden seit 2012 angezeigt und der Justiz gemeldet, die die Ermittlungen einstellte.

Quelle: t-online


5.2.2019 Papst Franziskus berichtet: „Man erzählt sich eine Anekdote: er [Joseph Ratzinger] hatte alle Informationen über eine religiöse Kongregation, in der sexuelle und wirtschaftliche Verderbtheit herrschte. Er versuchte, darüber [mit dem Papst Johannes Paul II., Anm.] zu sprechen aber es gab Filter und er konnte nicht an ihn herankommen. Am Ende hat der Papst, der klar sehen wollte, eine Sitzung einberufen und Joseph Ratzinger ist mit all seinen Unterlagen dorthin gegangen. Als er zurückkam, hat er zu seinem Sekretär gesagt: lege das ins Archiv, die andere Seite hat gewonnen. Wir dürfen nicht allzu entrüstet sein darüber, das sind Schritte eines Prozesses. Aber sobald er Papst geworden ist, war das erste, was er gesagt hat: Bring mir das Dossier aus dem Archiv.“

Quelle: Vaticannews


5.2.2019 Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe eingeräumt. Der Vatikan arbeite seit langem an dem Problem, so der Papst. Einige Frauenglaubensgemeinschaften seien aufgelöst worden, einige Kleriker seien "suspendiert" und "weggeschickt" worden.  Es sei bis zur "sexuellen Sklaverei" durch Kleriker und den Gründer der Gemeinschaft gegangen. Welche Glaubensgemeinschaft der Papst meinte, sagte er nicht. Die Misshandlung von Frauen sei ein generelles Problem, die Frau sei "zweiter Klasse". Einschränkend sagte Papst Franziskus, es betreffe gewisse Kulturen und religiöse Gemeinschaften mehr als andere; es sei "keine Sache, die alle machen.»

Quelle: spiegel.de  bazonline.ch

Kommentar: Nun, am zweitklassigen Status von Frauen könnte die kath. Kirche etwas ändern, wenn sie wollte. Solange sie nichts ändert, ist sie Teil des Problems. Und wieso wurde die Glaubensgemeinschaft der Frauen aufgelöst, wenn sie nicht die Täterinnen, sondern die Opfer waren? Und wie belegt Papst Franziskus seine Aussage, sexueller Missbrauch betreffe nur "gewisse Kulturen und religiöse Gemeinschaften"?


5.2.2019 Die unabhängige staatliche Untersuchungskommission in Großbritannien untersucht Missbrauchsfälle an zwei Benediktiner-Schulen, der Abtei Ealing und der Saint Benedict's School. Dem Nuntius, Erzbischof Edward Adams, in Großbritannien wird vorgehalten, er wirke nicht an der Aufklärung von Missbrauchsfällen mit und verstecke sich hinter seiner diplomatischen Immunität. Vergeblich habe man den Nuntius ersucht, Informationen zum Kontakt zwischen den Schulen und der Nuntiatur zur Hoch-Zeit des Missbrauchsskandals offenzulegen, so die Kommission. Der Anwalt der Opfer warf dem Vatikanbotschafter mangelnde Kooperation vor. Sein Verhalten demonstriere eine "unverhohlene Missachtung" der Kirche für die Aufarbeitung.

Quelle: Domradio


5.2.2019 Im Bistum Eichstätt liegt ein Prüfbericht vor, der maßgebliche und führende Mitglieder des Domkapitels für den Verlust von ca 60 Mio € verantwortlich macht. Der "Zirkel" beanspruche die umfassende Teilnahme an der Leitung des Bistums, negiere zugleich nahezu ausnahmslos die eigene Verantwortung für den Finanzskandal. Der "enge Zirkel hochrangiger Kleriker" habe sämtliche Schaltstellen in der Verwaltung besetzt und zugleich Kontrolle sowie Beratung ausgeübt, "unter der bewussten Inkaufnahme der eigenen fachlichen Inkompetenz". Im Prüfbericht wird als eine der Ursachen der "in der Diözese in hohem Maße ausgeprägte Klerikalismus, eine damit einhergehende Abschottung der klerikalen Leitungsebene gegenüber der Öffentlichkeit sowie der Aufbau und die Perpetuierung zementierter klerikaler Machtstrukturen" benannt. Der Vorgänger von Bischof Hanke war Bischof Mixa (1996 bis 2005 Bischof von Eichstätt).

Quelle: katholisch.de


5.2.2019 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Regensburg hat durch gefälschte Kilometerabrechnungen 40.000 € zu Unrecht bekommen. Er wurde zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Die Haushälterin hatte Ermittlungen ausgelöst, als sie Fotos mit nackten Jugendlichen gefunden hatte. Der Pfarrer kndigte ihr fristlos, die Haushälterin wandte sich an das Arbeitsgericht. Vor Gericht wurde der Besitz von Jugendpornografie zwar als sstrafrechtlich relevant angesehen. Aber die Vorwürfe seien im unteren Bereich angesiedelt und durch den ergangegenen Strafbefehl eingestellt worden. Das kirchenrechtliche Verfahren liegt im Moment in der Glaubenskongregation.

Quelle: katholisch.de


5.2.2019 Der Theologe Helmut Hoping wirft den Unterzeichnern des offenen Briefes an Kardinal Marx vor, den Missbrauchsskandal für eine Reform-Agenda zu instrumentalisieren. Hoping sagt, die Forderung der Briefschreiber*innen, die "vormoderne Ordnung" der Kirche zu überwinden, habe mit dem Missbrauchsskandal und seiner Vertuschung nichts zu tun.

Quelle: domradio.de


3.2.2019 "Binden Sie sich selbst durch echte Gewaltenteilung – das passt besser zur Demut Christi und in den Rahmen der für alle geltenden Gesetze. Bauen Sie die Überhöhungen des Weiheamtes ab und öffnen Sie es für Frauen. Stellen Sie den Diözesanpriestern die Wahl ihrer Lebensform frei, damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann.“ Das fordern neun Unterzeichner eines Offenen Briefes, der im Vorfeld des vatikanischen Kinderschutzgipfels an Kardinal Marx, Bischofskonferenz-Vorsitzender, gerichtet ist. Außerdem fordern sie einen „Neustart mit der Sexualmoral“, einschließlich einer „verständigen und gerechten Bewertung von Homosexualität“. 

Quelle: faz.net


29.1.2019 Pater Hermann Geissler, Mitglied in der Geistlichen Gemeinschaft "Das Werk", bekräftigt, dass die gegen ihn von Doris Reisinger (Wagner) erhobenen Anschuldigungen unwahr seien. Er bittet um die Fortsetzung des vom Vatikan erneut eingeleiteten kanonischen Prozesses. Doris Reisinger (Wagner), ehemaliges Mitglied des Werks, hatte Geissler wegen "sollicitatio" (sexueller Übergriff im Rahmen der sakramentalen Beichte) bereits 2014 im Vatikan angezeigt. Wagner berichtet, dass die Glaubenskongregation ihr 2014 mitteilte, dass der Priester die Anschuldigung zugegeben und um Vergebung gebeten habe. Ihre kanonische Anwältin habe ihr schriftlich die Mitteilung der Glaubenskongregation zitiert: "Wegen seiner unklugen Gesten, die [Geissler] zweimal zugegeben hat und für die er um Verzeihung bat, wurde er ermahnt und darüber hinaus angewiesen, in Zukunft wachsam und umsichtig zu sein." Doris Reisinger fragt sich, warum der Priester erst jetzt zurücktritt und nicht bereits 2014. Sie vermutet, dass es nur darum gehe, Schaden für die Institution zu vermeiden.

Doris Reisinger (Wagner) weiß nichts von einem erneuten kanonischen Prozess, sie wurde nie kontaktiert und nie über ihre Vorwürfe befragt. Sie weiß nicht, wer den Prozess leitet, wann er begonnen wurde und was eigentlich untersucht wird.

 Quelle: ncronline.org


29.1.2019 Bischof Neymeyr, Erfurt, hat einen pensionierten Oberstaatsanwalt beauftragt, alle über die Personalakten hinausgehenden Akten, sog. Nebenakten, mit personenbezogenen Angaben zu Geistlichen zu analysieren. Im Bistum Erfurt umfassen die Nebenakten der Personalverantwortlichen insgesamt 30 Ordner. Sie enthalten Materialien, die keinen Eingang in die Personalakte gefunden haben, etwa Beschwerdebriefe, Bittgesuche, Protokolle, Durchschläge, Schriftverkehr, Gesprächsnotizen. Die Personalakten des Bistums wurden bereits in der MHG-Studie erfasst, nicht jedoch die Nebenakten.

Anlass für die Untersuchung der Nebenakten war der Fall eines Priesters aus dem Bistum Erfurt, dem mehrfacher sexueller Missbrauch eines Minderjährigen vorgeworfen wird. In seiner Personalakte gab es keine Hinweise, sehr wohl jedoch in einer Aktennotiz des damaligen Personalverantwortlichen.

Quelle: katholisch.de


28.1.2019 Gegen einen Pfarrer im Ruhestand, der zuletzt in Aschaffenburg, Diözese Würzburg, Seelsorger war, ermittelt die Justiz wegen sexuellen Missbrauchs.

Quelle: main-echo


28.1.2019 Die Professorin für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie Maria Elisabeth Aigner macht darauf aufmerksam, dass durch die Missbrauchsfälle in der Kirche an die Stelle des Vertrauens permanentes Misstrauen rücke: "Das gilt für Individuen, aber auch für das System. Wenn das Vertrauen schwindet, steigt die Angst und diese wiederum begünstigt eine hasserfüllte Spaltung in Gut und Böse, Täter und Opfer, Angriff und Verteidigung, Offensivität und Rückzug." Die Kirche und ihre AkteurInnen seien nicht mehr glaubwürdig und damit gerate auch ihre Heilsbotschaft in Verruf. Wenn die Institution ihre Verantwortung nicht zu sich nehme, habe das fatale Folgen. Die Institution versage durch das Vertuschen von Taten, die Versetzung von Tätern als alleinige Maßnahme, den Druck auf Betroffene, zu schweigen. Und erneut versage sie darin, dieses Versagen anzuerkennen und sich ihm zu stellen. Als Konsequenz fordert die Theologin: "Die Kirche muss nicht nur mit ihrer elendiglichen sexualfeindlichen Geschichte aufräumen, sie muss sich auch an ihre Bußpraxis erinnern, die mit Einsicht der schuldhaften Tat, dem Bekennen der Schuld, sowie der tätigen Reue einhergeht. Sie hat dafür einzustehen, dass es darum geht, als Menschen wieder schuldfähig und wahrhaftig werden zu können. Das 'Erkennen' – auch im biblischen Sinn – geht jedoch einher mit Schmerz; Erkenntnisgewinn und Versöhnung sind nicht zu haben ohne gewaltfreies Zugewandt-Bleiben."

Quelle: feinschwarz.net


28.1.2019 Der Leiter der Glaubensabteilung in der Glaubenskongregation, Pater Hermann Geißler, Mitglied der Geistlichen Gemeinschaft "Das Werk", ist zurückgetreten, weil er dem Druck nicht mehr standhalten könne und Schaden von der Glaubenskongregation abwenden wolle. Geißler wird vorgeworfen, das ehemalige Ordensmitglied Doris Wagner in der Beichte belästigt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.

Bereits 2012 ermittelte die Glaubenskongregation gegen Geißler wegen des Vorwurfs, der sich auf 2009 bezieht. Damals ergaben sich keine Anhaltspunkte für die Schuld. Im November 2018 war das mutmaßliche Opfer an die Öffentlichkeit gegangen. Nun hatte der NCR informiert, dass eine neue Untersuchung gegen Geißler eingeleitet worden war. 

Quelle: katholisch.de     vgl. Tagespost


28.1.2019 Vor neun Jahren wurde sexueller Kindesmissbrauch am Canisius-Kolleg öffentlich. Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, sagt, dass wir noch weit entfernt von einer umfassenden und betroffenensensiblen Aufarbeitung seien. Er hofft, dass jetzt eine Phase ernsthafter Aufarbeitung anbricht, in  der der Institutionenschutz in den Hintergrund tritt und Betroffene endlich in den Mittelpunkt rücken. Die strafrechtliche Aufarbeitung nicht-verjährter Fälle müsse sein - da gebe es auch keine schonende Extrabehandlung für die Kirchen. Bei verjährten Fällen müsse es für Betroffene einen Rechtsanspruch auf Zugang zu Informationen, Akten und weiteren Unterlagen geben. Eine Schuldanerkenntnis müsse authentisch sein. Über einen "Ort der Erinnerung" für Missbrauchsopfer solle ebenso nachgedacht werden wie über die "Anerkennungszahlungen" für kirchliche Opfer. Vom vatikanischen Treffen zum Kinderschutz in der Kirche im Februar erhofft Rörig sich Rückenstärkung für die Katholiken, die "sich bereits ernsthaft und oft gegen Widerstände für eine umfassende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle engagieren". Er wünscht sich, "dass die Konferenz auch diejenigen für den Prozess der Aufarbeitung gewinnt, die das Hineinleuchten in ihre Strukturen bisher ablehnen oder sogar verhindern".

Quelle: welt.de


28.1.2019 Doris Reisinger (geb. Wagner) hat ein Buch geschrieben: "Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche" (2019, ISBN: 978-3-451-38426-4), in dem sie strukturellen und theologischen Ursachen für geistlichen Missbrauch nachgeht. Sie benennt zwei einander ausschließende Logiken: Einerseits soll das Gewissen des Einzelnen stark gemacht werden, andererseits wird Unterordnung unter die Autorität verlangt. 

Quelle: katholisch.de

Interview mit Doris Reisinger mit Christiane Florin, DLF


28.1.2019 Die US-Amerikanerin Brenda Noriega sprach beim Weltjugendtag in Panama den Papst auf sexuellen Missbrauch in der Kirche an. Franziskus habe sexuellen Missbrauch als "schreckliches Verbrechen" bezeichnet und geraten, die Opfer zu begleiten, geeint zu bleiben und zu beten, berichtete Noriega. Vor der Einrichtung von Ausschüssen und vor dem Treffen von Entscheidungen sollte gebetet werden, statt zu einfach und zu schnell (!)zu reagieren. Im Juli 2017 waren noch 350.000 Besucher des Weltjugendtages erwartet worden, gekommen sind ca 87.000.

Quelle: kathpress.at


26.1.2019 Der Papst sieht die Kirche durch den Missbrauchsskandal verwundet. Die Schwere des Missbrauchsskandals habe die römisch-katholische Kirche gelähmt, sagte er während eines Gottesdienstes vor Priestern, Ordensleuten und Laien in der Kathedralbasilika Santa Maria la Antigua in Panama. Er warnte vor zu großen Erwartungen an den Kinderschutzgipfel Ende Februar im Vatikan. Dort gehe es darum, ein Bewusstsein für das "Drama" zu schaffen. Die Bischöfe müssten verstehen, „was ein missbrauchter Bub ist, was ein missbrauchtes Mädchen ist“. Außerdem müssten die Kirchenverantwortlichen erfahren, wie sie sich verhalten müssen.

Quellen: religion.orf.at  religion.orf.at

Kommentar: Nun, wenn Bischöfe immer noch nicht wissen, was sexualisierte Gewalt bei Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen anrichtet, dann sei die Frage erlaubt, wie sie in der Lage sein wollen, ein ganzes Bistum zu leiten und verantwortliche Entscheidungen auf Weltebene zu treffen. Sollte das Ergebnis des Kinderschutzgipfels sein, dass die Bischofskonferenzvorsitzenden uns danach erzählen, sexueller Missbrauch sei schlimm und sie hätten nun gelernt, wie das Kirchenrecht anzuwenden sei, dann wäre das - mit Verlaub - mehr als beschämend.


26.1.2019 Heinz P., Hamm, war wohl nicht der Einzige, der Kinder missbrauchte. Zur gleichen Zeit missbrauchte ein anderer katholischer Geistlicher in Hamm ebenfalls Kinder. Der Geistliche verstarb vor mehreren Jahren; gegen ihn wurde nie ein Strafverfahren eingeleitet.

Quelle: wa.de


26.1.2019 Im Jahr 2010 haben sich rund 100 ehemalige Heimkinder von Martinsbühel an die Ombudsstelle der Diözese Innsbruck gewandt. Die Mädchen berichteten von sexueller, seelischer und physischer Misshandlung und Verwahrlosung in dem bis 2008 existierenden Mädchenheim und der Sonderschule in Zirl. Mädchenheim und Sonderschule wurden von den Benediktinerinnen aus Scharnitz, die zum Kloster Melchtal, Schweiz, gehören, betreut. Besitzer von Martinsbühel sind die Benediktiner des Stifts St. Peter in Salzburg. Die Aufsicht hatten die Unterrichtsbehörden. Ein Untersuchungsausschuss wird nicht eingerichtet, das Land Tirol drängt lediglich beim Benediktiner-Orden auf Aufklärung.

Die Versuche der Diözese Innsbruck, von der Ordensleitung Informationen zu damaligen Geschehnissen zu erhalten, hätten sich bisher als sehr schwierig erwiesen. Man habe die Diözese einfach abblitzen lassen.

Quelle: tt.com  religion.orf.at


25.1.2019  Der Papst hat das Rücktrittsgesuch von Kardinal Cipriani, Lima/Peru angenommen. Im August 2018 ermittelte die Staatsanwaltschaft offenbar gegen Cipriani und drei weitere Personen. Es scheint einen Anfangsverdacht wegen versuchter Vertuschung im Missbrauchsfall gegen den Gründer der geistlichen Gemeinschaft “Sodalitium Christianae Vitae”, Luis Fernando Figari, zu geben. Cipriani ist seit 1962 Opus Dei-Mitglied und war später Vikar des Opus Dei für ganz Peru.
Quelle: tt.com  orf


25.1.2019 Im Erzbistum Paderborn wurden Missbrauchsvorwürfe aus den 60er-Jahren, den 70er Jahren und den 80er Jahren gegen einen katholischen Priester öffentlich. Der Beschuldigte wurde als Theologiestudent in Paderborn, als Vikar in Werl und zu unbekannter Zeit in Wormbach auffällig. Als die ersten Vorwürfe 2010 auftauchten, wies der Beschuldigte sie vehement zurück. Die Glaubenskongregation entschied im Oktober 2010, dass nach eingehender Untersuchung die Eröffnung eines kanonischen Strafverfahrens nicht angezeigt sei. Nach seinem Tod 2015 tauchte ein dritter Vorwurf auf. Da der Beschuldigte verstorben ist, bleiben die Vorwürfe ungeklärt.

Quelle: soester-anzeiger.de


25.1.2019 Der Oberstaatsanwalt lehnt Ermittlungen gegen den entpflichteten Pfarrer von Bedburg-Hau ab wegen Vorwürfen, er habe unangemessene SMS-Nachrichten an einen Fast-Volljährigen und zwei 19-Jährige geschickt. Der Gemeindepfarrer Th. Kröll war überrascht: „Das kann ich nicht nachvollziehen. Hier hat jemand sein Amt missbraucht.“

Nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft stehen kirchenrechtliche Untersuchungen an. Bereits 2006 und 2011 gab es in Orrmasbocholt und Kevelaer zu unangemessenen Kontakten. Nach einer Therapie sahen Experten kein erhöhtes Rückfallrisiko, daher bekam der Kleriker 2016 die Leitung der PFarrgemeinde in Bedburg-Hau übertragen. Allerdings wusste dort niemand von der Vorgeschichte, wie der Gemeindepfarrer Kröll mitteilte.

Quelle: nrz.de


24.1.2019 Ein Priester aus dem Raum Marktheidenfeld, der bereits wegen Missbrauchs verurteilt worden ist, soll sich erneut Jugendlichen genähert haben. Er nutzte seine ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe. Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V., hat entsprechende Vorfälle recherchiert, Anzeige erstattet und das Bistum Würzburg informiert.

Quelle: br.de


24.1.2019 Das Bistum Speyer lädt 46 kirchliche Opfer, denen "eine Art Entschädigung" gezahlt wurde und 41 Betroffene, die keinen Antrag gestellt haben, zu Gesprächen ein. Seit der MHG-Studie haben sich weitere Opfer, manche davon anonym, gemeldet. Es gab ein Treffen von Bistumsvertretern mit den Generalstaatsanwaltschaften Zweibrücken und Saarbrücken. Dabei wurden 57 Fälle besprochen, in denen der Täter noch lebt. Dabei gehe es um Priester, Erzieher und Pädagogen. Verdächtige seien suspendiert worden.

Quelle: morgenweb.de


24.1.2019 Der Bischof von Münster, Felix Genn,  hat Verständnis, dass Katholiken der Kirche nach dem Missbrauch durch den Priester Heinz P. den Rücken kehren. Seit Bekanntwerden des Falls sind nach Angaben des Amtsgerichts Borken 530 Katholiken im Kreis Borken aus der Kirche ausgetreten, ein rasanter Anstieg. Für den Bischof ist es ein Rätsel, dass der Priester trotz einer Verurteilung 1968 wegen Kindesmissbrauchs immer wieder versetzt wurde, zuerst durch den späteren Bischof Lettmann. Der Bischof Genn fragt sich: "Wie kann das möglich sein, dass Priester, die sich haben ausbilden lassen, die einen ganz besonderen Weg der Reifung gegangen sind, dann trotzdem so was tun?" [Vielleicht liegt eine Antwort auf diese Frage an der Besonderheit dieses Weges.] An die Auflage, sich Kindern und Jugendlichen nicht zu nähern, hielt Heinz P. sich nicht. 1983 wurde er zu einer Geldstrafe wegen sexueller Handlungen mit Jungen über 12.500 DM verurteilt. 1995 wurde er mit 58 Jahren in den Ruhestand versetzt und starb 2007. - Inzwischen haben sich mehr als 20 Menschen einer Selbsthilfegruppe Betroffener in Rhede angeschlossen. Die Ansprechpersonen des Bistums wissen von elf Betroffenen.

Quellen: wwn  kirche-und-leben  1.wdr.de


24.1.2019 Bis 2010 war Stefan K. in der Gemeinde Aadorf, Thurgau, als Priester eingesetzt. Dann wird er wegen sexueller Handlungen mit Kindern zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Bereits 2015 hat er wieder eine Arbeitsstelle als Aushilfspfarrer in Riehen. Dort wird er als festangestellter Pfarrer vorgeschlagen. Nach einjähriger Abklärungsphase stimmt der zuständige Bischof Gmür, Bistum Basel, der Wahl zu. Unter den Kirchenmitgliedern regt sich Widerstand. Sie fordern eine offene statt einer stillen Wahl. Als die Baseler Zeitung den Inhalt des Strafbefehls öffentlich macht, zieht Stefan K. seine Kandidatur zurück. Bischof Gmür begründet seine Entscheidung, den Pfarrer wieder einzusetzen: "Die Bewährungsfrist war ohne Zwischenfälle abgelaufen. Es gab keine rechtlichen Auflagen, kein Berufsverbot, kein Kontaktverbot und kein Rayonverbot [Fernhalteverfügung] – weder vom Staat noch von der Glaubenskongregation in Rom." Gmür hatte jedoch Bedingungen für die Wiedereinstellung von Stefan K. genannt: totale Transparenz gegenüber der Pfarrei, Supervision, keine Kinder- und Jugendarbeit. Aus Persönlichkeits- und Opferschutzgründen hätte nur Stefan K. Auskunft geben dürfen - aber das tat er nicht.

Quelle: bazonline.ch


24.1.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung will mit den Kirchen über gemeinsame Standards zur Betroffenenbeteiligung, die Einrichtung unabhängiger Aufarbeitungskommissionen in den Bistümern und Landeskirchen sowie Zugangsbefugnisse zu Akten und Archiven, aber auch Entschädigungsfragen erörtern und nach Möglichkeit festlegen. Einzelne Bischöfe haben bereits angekündigt, mit externen Stellen und mit der Justiz zusammenzuarbeiten bzw. zusammen arbeiten zu wollen. In etlichen Bistümern gehört dazu auch die Öffnung der Archive und die Einsicht in die Akten von Beschuldigten.

Quelle: Domradio


24.1.2019 Nach Angaben von Pater Hans Zollner will der Vatikan in Zukunft weltweit mobile Expertenteams einsetzen, die Informationen über Leitlinien zum Umgang mit Missbrauch und Prävention in den Ortskirchen einholen. Sie könnten klären, an welchem Punkt der Prozess stehe und was noch nötig sei. Sie könnten auch Beispiele und Erfahrungen anderer Bischofskonferenzen weitergeben. Die Einrichtung solcher Expertenteams könnte ein mögliches Ergebnis des Treffens der Bischofskonferenz-Vorsitzenden im Februar sein.

Quelle: katholisch.de


23.1.2019 "Der Herr selbst hat uns verheißen, dass er bei uns sein wird bis ans Ende aller Tage." Das sagt Hans Zollner, der den Kinderschutzgipfel im Vatikan im Februar 2019 mit vorbereitet. Die Ergebnisse eines erfolgreichen Gipfeltreffens der Bischofskonferenzvorsitzenden beschreibt er so: "Im Bild gesprochen: die Lawine ist ins Rollen gekommen und kann nicht mehr aufgehalten werden. Konkret meine ich damit, dass das in Rom Ver- und Behandelte über die Teilnehmer seinen Weg in die jeweiligen Ortskirchen findet und entsprechende messbare Wirkungen entfaltet; dass die Teilnehmer diesbezüglich ihre Leitungsverantwortung wahrnehmen; dass Klarheit über notwendige Instrumentarien gewonnen wurde, die dann auch eingesetzt werden; dass bisherige Hemmnisse im Blick auf einen angemessenen Umgang mit Missbrauch deutlich erkannt, benannt und nach einem möglich festen Zeitplan dementsprechend beseitigt werden; dass alle ermutigt nach Hause zurückkehren, um sich aktiv und ohne Scheu den Realitäten stellen zu können und vor allem: dass auf allen Seiten sich die Bereitschaft abzeichnet, dieses Treffen im Februar nicht das letzte seiner Art sein zu lassen, um sich dann über Fortentwicklungen und weitere Zukunftsschritte auszutauschen und darauf verbindlich zu vereinbaren."

Quelle: vaticannews.va


23.1.2019 Im Bistum Münster soll der Fall des Pfarrers Heinz P. exemplarisch aufgearbeitet werden. Involviert waren als Verantwortliche der damalige Generalvikar und spätere Bischof vopn Münster Reinhard Lettmann. Wieweit die Generalvikare Hermann Josef Spital, späterer Bischof von Trier; Heinz Janssen, ermeritierter Weihbischof am Niederrhein und Werner Thissen - seit 2014 emeritierter Erzbischof von Hamburg - am Schutz des Täters beteiligt waren, ist unbekannt.

Quelle: wn.de


22.1.2019 Peter Daly, pensionierter Pfarrer der Washingtoner Erzdiözese, spricht von seinen Erwartungen an die Bischöfe.: "Ich erwarte nichts, weil sie [die Kirchenleitungen] bereits viele Themen vom Tisch genommen haben, die direkt und indirekt mit den Skandalen zusammenhängen." Er nennt den Rücktritt schuldiger Bischöfe, den Zölibat, die Weihe von Frauen, eine realistische Sexualethik, die Rechenschaftspflicht der Bischöfe, den Karrierismus im Episkopat und sagt, alle diese Themen seien schon wieder unter den Tisch gefallen. Daly fährt fort: "Wir wollen keinen weiteren endlosen Akt der Reue. Wir wollen keine weiteren Trauerbekundungen, bei denen niemand verantwortlich gemacht wird. Wir wollen nicht, dass sie sich selbst freisprechen. Es geht hier nicht um mehr mea culpas. Es geht um den Wandel."

Quelle: NCR


22.1.2019 Kurienerzbischof Jorge Carlos Patron Wong soll als Apostolischer Visitator Licht ins Dunkel chilenischer Missbrauchsfälle bringen. In Chile ermittelt die Justiz gegen 148 Kleriker, auch gegen Bischöfe, und andere Kirchenmitarbeiter, die von 255 mutmaßlichen Opfern des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Der Apostolische Administrator des Erzbistums Puerto Montt, Ricardo Basilio Morales Galindo, hatte um die Visitation ersucht. Er leitet das Bistum, seit Bischof Cristián Caro Cordero (2001–2018) "aus Altersgründen" zurückgetreten ist.

Quelle: Domradio


22.1.2019 Fünf indische Ordensfrauen protestieren seit vier Monaten gegen Bischof Franco Mulakkal, der eine Ordensfrau mehrfach vergewaltigt haben soll. Nun haben die protestierenden Ordensfrauen die Anweisung erhalten, in ihre Konvente zurückzukehren. Die Frauen fürchten jedoch, dass es ihnen wie dem Priester ergehen wird, der nach seiner Aussage gegen Bischof Mulakkal tot aufgefunden wurde. Sein Tod ist bislang nicht geklärt. Nun haben die Ordensfrauen die Regierung um Schutz gebeten.

Quelle: katholisch.de


22.1.2019 Mary Finn (84), Ordensfrau der Ordensgemeinschaft "Home Visitors of Mary" und Dozentin an der theologischen Hochschule Detroit, hat ihre Stelle und alle Ämter wegen "unangemessenen Verhaltens" gegenüber Novizinnen aufgegeben. Allen Vigneron, Erzbischof von Detroit, früherer Rektor und bis heute Kuratoriumsvorsitzender der Hochschule, habe als Rektor des "Sacred Heart Major Seminary" in den 1990er Jahren die Details über Finns "unangemessenes Verhalten" erfahren. Er habe damals gedacht, die Angelegenheit sei erledigt. Ehemalige Seminaristen berichten, dass sie auch gegenüber Seminaristen Grenzen überschritten habe.

Quelle: katholisch.de


21.1.2019 Die Glaubenskongregation untersucht einen Vorwurf sexueller Belästigung gegen einen Mitarbeiter der Glaubenskongregation, der in leitender Position ist und der Gemeinschaft "Das Werk" angehört. Er soll 2009 eine bereits zuvor sexuell missbrauchte Ordensfrau während der Beichte unsittlich bedrängt haben. Die betroffene Ordensfrau, Doris Wagner, hatte sowohl ihre Vergewaltigung durch einen österreichischen Ordensgeistlichen als auch die sexuelle Belästigung bei der Beichte bereits 2012 öffentlich gemacht und angezeigt. Daraufhin sei der heute noch in der Glaubenskongregation tätige Priester 2014 von seinen Vorgesetzten verwarnt und "ermahnt" worden, künftig mit Klugheit und Bedacht zu handeln. Doris Wagner berichtet in dem Film "#Female Pleasure" von ihrer Vergewaltigung.

Quelle: kath.ch  cronline.org


21.1.2019 Ein Priester des Bistums Limburg, der im Bistum Bamberg lebt, wird des sexuellen Missbrauchs eines minderjährigen Jungen beschuldigt. Die Taten sollen sich zwischen 1986 und 1993 ereignet haben. Das Verfahren wird bei der Staatsanwaltschaft Marburg geführt. Das mutmaßliche Opfer hat sich beim Bistum Bamberg Ende Dezember 2018 gemeldet. Es sagte, dass die damals Verantwortlichen des Bistums Limburg Kenntnisse über den Missbrauch gehabt hätten. In den Akten finden sich keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch.

Das Bistum Limburg will den Vorgang durch einen unabhängigen Juristen klären lassen. Sie wollen die damals Verantwortlichen befragen. Dazu gehören der emeritierte Bischof Kamphaus (1977-2009), der emeritierte Weihbischof Gerhard Pieschl, der ehemalige Personaldezernent Helmut Wanka und weitere Personen.

Quelle: bistumlimburg.de  fr.de


21.1.2019 Der Theologe Gregor Maria Hoff fordert eine Synode der Kirche in Deutschland: "Die Probleme, vor denen die katholische Kirche steht, die Umbrüche, in denen sie sich befindet, müssen analysiert werden." Ein zentrales Problem sieht Hoff in der wechselseitigen "Sakralisierung von Amt und Person im Priester". Nötig sei der entschlossene Perspektivwechsel vom klerikalen Täterschutz zur Anerkennung der Opfer. Ziel einer Synode müsse eine Neubestimmung des Priesteramtes und seiner Funktion. Die Abschaffung des Zölibates würde helfen, das priesterliche Standesdenken zu beenden, das Teil des Problems sei. Ohne den Zölibat wäre eine Neuverortung von Priestern in der Gemeinde möglich.

Quelle: kathpress.at


21.1.2019 Die Diözese Graz-Seckau teilt mit, dass ein Priester der Diözese wegen Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses angeklagt wird. Von 2009 - 2014 soll er mehrmals sexuelle Übergriffe gegen eine Frau begangen haben. Er ist seit Mai 2018 vom Dienst freigestellt. Das kirchliche Ermittlungsverfahren beginnt erst, wenn das staatliche Verfahren beendet ist. Die Ermittlungen gegen einen zweiten Priester wurden eingestellt. Der bislang beurlaubte Priester wurde nun auf eigenen Wunsch für den Aufbau einer geistlichen Gemeinschaft freigestellt.

Quelle: steiermark.orf.at


21.1.2019 Im August 2017 akzeptierte der Vatikan den Rücktritt des Bischofs Gustavo Zanchetta, der erst seit Juli 2013 Bischof von Orán, Argentinien, war. Der Vatikan sagte, er habe erst wenige Monate vor dem Rücktritt Zanchettas Informationen über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs durch Zanchetta erhalten. Der Vatikansprecher Alessandro Gisotti, betonte in einer Erklärung vom 3. Januar, dass die Missbrauchsvorwürfe erst Ende 2018 im Vatikan bekannt wurden - nach dem Rücktritt Zanchettas und fast ein Jahr, nachdem Franziskus für Zanchetta eine neue Position im Finanzverwaltungsbüro des Vatikans (APSA) geschaffen hat.

Der ehemalige Generalvikar Zanchettas, Juan Jose Manzano, sagte AP jedoch, dass der Vatikan bereits 2015 Informationen von einem ehemalige Pfarrer, einem Seminarrektor und einem anderen Prälaten erhalten habe, dass Zanchetta nackte Selfies gemacht und obszönes Verhalten gezeigt habe und des Fehlverhaltens im Umgang mit Seminaristen beschuldigt worden sei.
Quelle: apnews.com  catholicnewsagency.com


20.1.2019 Nun ist die erste wissenschaftliche Untersuchung erschienen, die der Frage nachgeht, wie es in der Odenwaldschule zu den Missbrauchsfällen kommen konnte. Vor allem zwei Faktoren haben demnach die "Freiräume" für ein sexuelles Missbrauchssystem geschaffen: Das "Fehlen eines verbindlichen, regelmäßig überprüften pädagogischen Konzepts" und der "kaum antastbare Vertrauensvorschuss gegenüber der Odenwaldschule", die ein Mythos umgeben habe. Der unkritische Glaube an die "heile Welt" der Schule sei zu wenig hinterfragt worden. Die Autor*innen (H. Keupp, P. Mosser, B. Busch, G. Hackenschmied und F. Straus) bilanzieren, dass es in der Geschichte der Schule "mehrere Phasen gegeben [habe], in denen das Missbrauchssystem hätte analysiert und überwunden werden" können. Hier liege "ein Jahrzehnte währendes Systemversagen" vor, das nicht nur an einzelnen Tätern festgemacht werden dürfe. Einen "Mangel an Verantwortung" sehen die Wissenschaftler auch bei der staatlichen Schul- und Heimaufsicht sowie den Eltern der Odenwaldschüler.

Quelle: Domradio


20.1.2019 In Italien warten kirchliche Missbrauchsopfer seit vier Wochen - bislang vergeblich - auf eine Antwort auf ihren Brief, in dem sie bitten, mit katholischen Bischöfen im Vorfeld des Treffens der Bischofskonferenz-Vorsitzenden zu Missbrauch in der kath. Kirche Ende Februar im Vatikan zu sprechen. Das berichtet die Initiative "L'abuso". KNA berichtet, die italienische Bischofskonferenz habe keinen Brief erhalten.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Das dürfte ein durchaus typisches Beispiel für die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Bischöfen und Basis sein: Da kommt ein Brief von der Basis, im Ordinariat ist niemand zuständig, weil das Anliegen in keiner Arbeitsplatzbeschreibung steht. Dann wird der Brief vielleicht noch in verschiedenen Abteilungen rumgereicht, leider findet sich immer noch niemand, der zuständig sein könnte. In irgendeiner Abteilung bleibt er dann in der Ablage "Noch zu erledigen" liegen. Und noch später gerät er in Vergessenheit. Vielleicht vernichtet ihn auch jemand, weil er ja längst nicht mehr aktuell ist oder er wird in irgendeiner Akte abgelegt. Der Weg des Briefes ist am Ende nicht mehr nachvollziehbar. Niemand weiß, wo dieser Brief ist. Oder: Der dem Christen an der Basis unbekannte richtige "Dienstweg" wird - wie hier - nicht eingehalten. Die italienischen Missbrauchsopfer hätten zuerst ihrem Bischof (d.h. mehreren oder allen Bischöfen) schreiben müssen. Also: Eine Antwort ist nicht nötig. Wenn das Schreiben nicht schon im Sekretariat als unzustellbar zur Seite gelegt worden wäre, hätte es vielleicht den Bischof erreicht. Der würde es dann dem Bischofskonferenzvorsitzenden schicken. Das dauert. Dann würde der Brief irgendwann auch das Sekretariat des Bischofskonferenzvorsitzenden erreichen. Da aber der Bischofskonferenzvorsitzende gerade beim Kinderschutzgipfel in Rom ist und es sowieso zu spät für das Anliegen der Missbrauchsopfer ist, braucht es keine Antwort mehr. Vielleicht findet ein neuer Mitarbeiter Monate später das Schreiben und schreibt dann doch noch eine unverbindliche Antwort: "Der Herr Bischof dankt Ihnen für die Anregung Ihres Schreibens vom x.x.2018. Er wird Ihrer im Gebet gedenken....."

Die Alternative wäre eine Dienstanweisung des Bischofs und des Bischofskonferenzvorsitzenden an alle Mitarbeiter*innen: Schreiben von kirchlichen Missbrauchsopfern haben Priorität und sind Chefsache.


20.1.2019 Ein Film in Sternstunde Religion des SRF: "Sexualität: Gottes unheiliges Geschenk". Dort berichtet u.a. Doris Wagner, ehemals Mitglied in "Das Werk", von einer nichtssagenden Reaktion des Vatikans auf ihre Beschwerde, dass sie in dem Orden von einem Ordensmitglied vergewaltigt wurde.

Quelle: youtube.com

Kommentar: Der Vatikan weiß seit Mitte der 1990er Jahre von sexuellem Missbrauch von Ordensfrauen durch Ordensmänner, Priester und Bischöfe - und hat seither nicht - zumindest nicht erkennbar - reagiert.


19.1.2019 Im Jahr 1995 brachte eine damals 17-jährige Schülerin Zwillinge zur Welt. Der Vater war katholischer Priester, er erkannte die Vaterschaft an. Da er auch sonst seinen Verpflichtungen nachkam, gab es keine kirchliche Disziplinarmaßnahme. Der Priester musste die "dem Anschein nach einvernehmliche" Beziehung beenden. Nun stellte die Staatsanwaltschaft Korneuburg das 2018 begonnene Ermittlungsverfahren ein: Die „Tatverwirklichung [sei] aufgrund der widersprüchlichen und teils unglaubwürdigen Angaben der Anzeigerin nicht erweislich“. Die Frau hatte sich im Mai 2018 an kirchliche Stellen gewandt und den Vorwurf erhoben, der Priester habe sie bedroht, zu sexuellen Handlungen genötigt und geschlagen. Daraufhin wurde der Priester vom Dienst freigestellt. Er wies die Vorwürfe zurück. Das kirchenrechtliche Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Quelle: vaticannews


18.1.2019 Kardinal Donald Wuerl versicherte noch am 12.1., er habe bis 2018 nichts von dem mutmaßlichen Missbrauch eines Minderjährigen durch McCarrick gewusst, sondern lediglich von Vorwürfen wegen Übergriffen auf Erwachsene gehört. Am 15.1. sagte er, er habe sich nicht an alle Details einer 14 Jahre alte Beschwerde eines damaligen Priesters erinnert, die ihm während seiner Zeit als Bischof von Pittsburgh (1988-2006) von Robert Ciolek 2004 vorgetragen wurde. Er leitete die Beschwerde an den Vatikan weiter. 

In der Beschwerde stand neben sexuellen Handlungen McCarricks an erwachsenen Seminaristen auch ein Vorwurf sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen. Wissen um dieses Detail hatte Wuerl bestritten. Robert Ciolek sagt, er habe Wuerl bereits vor Wochen mit den "Erinnerungslücken" konfrontiert. Aber erst als er sich an die "Washington Post" wandte, habe Wuerl reagiert. Daraufhin meint Wuerl, er habe "vergessen", dass ihm Ciolek bereits 2004 auch über einen Missbrauchsvorwurf an einem Minderjährigen gegen McCarrick berichtet habe. Zudem habe er Cioleks Privatsphäre schützen wollen. "Es war niemals meine Absicht, falsche Informationen weiterzugeben", versichert Wuerl in einem Brief seinem Klerus. Ciolek vermisst "Wahrheit und Substanz" in der Entschuldigung: "Ich glaube keinen Moment, dass er es vergessen hat."

Quelle: Domradio

18.1.2019 In der MHG-Studie hatten die Forscher 85 Betroffene, 49 beschuldigte Kleriker sowie 21 hauptamtliche und fünf ehrenamtliche Laien ermittelt. Nun spricht das Bistum von 92 aktenkundigen Beschuldigten. Das Bistum Limburg wird staatlichen Ermittlungsbehörden Zugang zu bislang nur kirchenintern vorliegenden Akten gewähren, die für die strafrechtliche Bewertung und Aufarbeitung von Missbrauchsfällen relevant sind.

Quelle: hr-inforadio.de


18.1.2019 Das Interesse an Prävention in einer Kirchengemeinde ist nicht sehr groß - und das dürfte nicht nur in einer Gemeinde so sein - es ist eher verbreitet.

Quelle: noz.de


18.1.2019 Die Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft prüft in den Bistümern Trier, Mainz, Köln und Limburg alle Missbrauchsverdachtsfälle, die noch nicht angezeigt wurden und noch verfolgbar sind. Dabei gehe es auch um Missbrauchsfälle von Mitarbeitern, die nicht Kleriker sind. Die Bistümer haben zugesichert, alle Akten einschließlich der Akten in Geheimarchiven zu übergeben.

Quelle: katholisch.de


18.1.2019 Die US-Erzdiözese Baltimore hat ein von der Kirche unabhängiges Anzeige-System bei Verdacht auf Missbrauch auch gegen ihre Bischöfe eingeführt. Wer eine Meldung machen will, kann dies entweder über eine Internetseite oder eine Telefonhotline melden. Die BEschwerden werden an das Überprüfungsgremium der Diözese weitergeleitet. Das Gremium leitet die Beschwerde an die staatlichen Behörden und den Apostolischen Nuntius der USA weiter.

Quelle: katholisch.de


18.1.2019 Papst Franziskus schickt einen Apostolischen Visitator in das Erzbistum Puerto Montt, Chile. Der Kurienerzbischof Jorge Carlos Patron Wong, Kleruskongregation, „das Leben, den Dienst und die Disziplin des Klerus“ untersuchen. Das Bistum wird nach dem Rücktritt von Erzbischof Cristian Caro Codero aus Altersgründen von einem Apostolischen Administrator geleitet.

Quelle: Radio Vatikan


18.1.2019 Im Vorfeld der Bischofssynode zur Missbrauchsaufarbeitung hat der irische Primas Erzbischof Martin die KatholikInnen Irlands gebeten, ihre Sicht auf den Missbrauchsskandal mitzuteilen.

Quelle: Domradio


18.1.2018 Der päpstliche Hofprediger Cantalamessa legte den US-amerikanischen Bischöfen bei ihren Exerzitien im Januar 2019 u.a. folgenden Text vor: "Aufgrund der Skandale der Pädophilie erleben viele Bischöfe in der katholischen Kirche, angefangen beim Bischof von Rom, gerade jetzt genau das, was Jesus in Gethsemane erlebt hat. Wie wir gesehen haben, bestand die letztendliche Ursache seines Leidens darin, Sünden, die er selbst nicht begangen hatte, auf sich zu nehmen und die Verantwortung für sie vor dem Vater zu tragen."

Quelle: ncronline.org

Alle Texte des Hofpredigers Cantalamessa

Kommentar: Bischöfe, unter denen mit Sicherheit solche sind, die Täter geschützt und Opfer im Stich gelassen haben, pauschal mit Jesus im Garten Gethsemane zu vergleichen, ist für die Opfer ein Hohn. Hier bestätigt sich, was allerorten unter Kirchenverantwortlichen zu sehen ist: Sie, die Bischöfe, sind die wahren Opfer der Missbrauchsskandale, nicht die Missbrauchsopfer.


17.1.2019 "Wenn wir eines Tages enthüllen würden, was hier vor sich geht, wäre es eine Bombe", sagt ein anonymer afrikanischer Missionar "La Croix". Er spricht von sexueller Gewalt an Nonnen durch Priester und Bischöfe. Eine Quantifizierung des Problems sei aufgrund der Omerta nicht möglich. Üblich ist, dass eine Ordensgemeinschaft das Opfer nach einem Missbrauch entlässt, weil es die Ordensgemeinschaft "beschmutze".

Bereits 1994 hat die inzwischen verstorbene Maura O'Donohue, Ärztin, Kardinal Eduardo Martinez, dem damaligen Präfekten der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens ihre Untersuchung überreicht. Im November 1998 wurde ein Bericht von der Generaloberin der Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika, Schwester Marie McDonald, der Union der Generaloberen und der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens vorgelegt. Dort berichtet McDonald, dass sexuelle Belästigung und Vergewaltigung von Schwestern durch Priester und Bischöfe "üblich" seien. Der Vatikan habe, so der heologe Donald Cozzens, Ohio, einen Brief an die afrikanischen Bischöfe geschickt. Einige der Adressaten waren selbst Sexualstraftäter.
Quelle: La Croix


17.1.2019 "If the issue is not fully confronted in all of its various dimensions, the church will continue to find itself facing one crisis after another, the credibility of (the church) and all of her priests will remain seriously wounded" - and the church's ability to proclaim the Gospel will suffer." ("Wenn das Thema nicht in all seinen verschiedenen Dimensionen vollständig konfrontiert wird, wird die Kirche weiterhin mit einer Krise nach der anderen konfrontiert sein, die Glaubwürdigkeit (der Kirche) und aller ihrer Priester wird schwer verletzt bleiben" und die Fähigkeit der Kirche, das Evangelium zu verkünden, wird leiden.) Das sagte Pater Lombardi, ehemaliger Leiter der vatikanischen Pressestelle, der den von Papst Franziskus einberufenen Gipfel über Missbrauch im Februar moderieren wird. - Bislang hat nur etwa die Hälfte der nationalen Bischofskonferenzen in der Welt vollständige, vom Vatikan genehmigte Richtlinien für den Umgang mit Anschuldigungen wegen kirchlichen sexuellen Missbrauchs und die Förderung des Kinderschutzes verabschiedet, sagte Lombardi.

Quelle: catholicregister.org


17.1.2019 Europarat und Vatikan wollen stärkeren Austausch und Kooperation bei Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch. Das vereinbarten Papst Franziskus und Thorbjorn Jagland, Europarats-Generalsekretär. Jagland sagte, es wäre eine wichtige Botschaft an die ganze Welt, wenn der Vatikan die Lanzarote-Konvention des Europarates von 2007 unterschreiben würde. Die Lanzarote-Konvention ist das bislang einzige internationale Rechtsinstrument gegen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch von Kindern.

Quelle: religion.orf.at


17.1.2019 Die italienische Bischofskonferenz hat ihre Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen verfeinert. Allerdings war nicht genug Zeit, um mit Opfern zu sprechen. Der Generalsekretär der Bischofskonferenz erklärte, dass die Opfer zwar nicht an der Erstellung der Leitlinien beteiligt waren, die dafür Verantwortlichen jedoch keine Menschen seien, die abstrakt sprächen. Sie seien Experten, die die Opfer kennen und ihre Perspektive berücksichtigen. Viele Opfer von geistlichem sexuellem Missbrauch sollten daher geschützt werden und nicht in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Francesco Zanardi, Vorsitzender von Rete L'Abuso, der einzigen Vereinigung von Opfern  klerikalen Missbrauchs in Italien, berichtete von einem Brief vom 20. Dezember an Kardinal Bassetti, den Präsidenten des Ständigen Rates der italienischen Bischofskonferenz, und bot an, dass sich Opfer mit Bischöfen treffen wollten. Eine Antwort hat er nicht erhalten.

 Quelle: cruxnow


17.1.2019 Kardinal Wuerl erklärte in einem Brief an Priester des Erzbistums Washington, er habe 2018 wahrheitsgemäß gesagt, nichts von den Missbrauchsvorwürfen gegen Ex-Kardinal McCarrick gewusst zu haben. Erst später habe er sich an eine Beschwerde von 2004 erinnert. Diese Beschwerde habe McCarricks Verhalten gegenüber einem Erwachsenen zum Inhalt gehabt, daher habe er, Wuerl, sich nicht weiter damit befasst.

Quelle: Domradio


17.1.2019 Das Bistum Mainz hat ein kirchliches Vorermittlungsverfahren gegen einen Priester im Ruhestand des Bistums Mainz, der im Bistum Trier wohnt, eröffnet. Dem Priester wurden nun alle priesterlichen Tätigkeiten untersagt und ihm wurde auferlegt, sich von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten, informierte das Bistum Trier.

Bereits 2010 hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Damals wurde kein kirchenrechtliches Vorermittlungsverfahren eröffnet. Erst bei der Durchsicht der Personalakten anlässlich der MHG-Studie sei dies festgestellt worden.

Quelle: rheinpfalz.de  volksfreund  pfaelzischer-merkur.de


17.1.2019 Christiane Florin, Deutschlandfunk, sagte, der Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch sei „ein Verrat an der eigenen Botschaft“. Durch diese Diskrepanz habe die Kirche die Autorität verloren, mit moralischer Autorität zu sprechen.

Ein Umdenken könne sie nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie im September 2018 nicht erkennen. Stattdessen gehe es in der Kirche „weiter in den üblichen Diskussionroutinen“. Reformvorschläge nannte Florin „halbherzig“: „Die Debatte ist mindestens 50 Jahre alt, und bisher ist noch nichts Entscheidendes passiert.“

Quelle: kirche-und-leben.de


17.1.2019 Der Bischofskonferenz-Sekretär Pater Hans Langendörfer sieht einen großen Reformbedarf in der deutschen Kirche und spricht von Mentalitätswandel. Breit debattiert werden müsse über den Zölibat und die kirchliche Sexualmoral. Zudem müsse konkret benannt werden, wer genau in den Bistümern für den Einsatz und die Versetzungen von Missbrauchstätern verantwortlich war. Zudem forderte Langendörfer Gewaltenteilung in der Kirche, die durch ein kirchliches Straf- und Disziplinarrecht für die deutsche Ebene und eine kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit erreicht werden könne.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Seit September 2018 sprechen Kirchenverantwortliche von dem, was getan werden müsste. Das taten sie bereits 2010 - und initiierten einen folgenlosen Gesprächsprozess. Nur eines geschieht nicht: Die Verwirklichung dessen, was getan werden müsste. Die Bischöfe scheinen eher mit der Presse als miteinander zu reden. Und sie scheinen nicht wahrzunehmen, dass inzwischen auch die hochengagierten Mitglieder gehen oder schon gegangen sind, weil sie keine Hoffnung auf Änderung mehr haben.


17.1.2019 Fünf von neun Mitgliedern einer traditionellen Gemeinschaft von Benediktineroblaten in Liévin, Pas-de-Calais, die eine Internatsschule mit 19 Schülern betreibt, werden des körperlichen, psychischen und sexuellen Missbrauchs an Schülern beschuldigt. Die Taten der Ordensmitglieder fanden zwischen 2000 und 2014 statt.  Ein Beschuldigter ist 30 Jahre alt, die anderen sind zwischen 50 und 60 Jahre. Erste Vorwürfe tauchten 2001 auf, weitere 2017.

Quelle: katholisch.de


16.1.2019 Vortrag und Gespräch an der Katholisch-Theologischen Fakultät, Gleichstellungskommission der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 16 Uhr c.t. Theologicum, Hörsaal S7 


16.1.2019 "Würde man einer organisierten „Liebesreligion“ (Ernst Troeltsch) mit ... Makeln noch seine Seele anvertrauen – zumal dann, wenn diese ihre ‚Seele‘ verraten hat, sprich die Werte ihrer tiefsten Inspiration?" So fragt Michael N. Ebertz und fährt fort: "Angesichts der durch multiple und globale Sex-, Geld- und letztlich Machtmissbrauchsskandale kulpativ stigmatisierten Regierungsorgane der römisch-katholischen Kirche ist in ihr offensichtlich eine wichtige Quelle von Loyalität abhanden gekommen: Autoritäts- oder Herrschaftsvertrauen." Ebertz beobachtet Züge der Desintegration, genauer: des Zerfalls, in den kirchlichen Ämtern.

Quelle: feinschwarz.net


16.1.2019 Im Vorfeld einer Diskussion mit Pater Langendörfer sagte Christiane Florin, DLF, es gehe nicht alleine um Vertrauensverlust, sondern um die Diskrepanz zwischen der Botschaft und dem Verhalten der Kirche. Sie bemerkt, dass halbherzig Reformvorschläge gemacht würden, die sich um die immer wieder gleichen alten Themen drehen. Die Debattenroutine laufe entlang der kirchlichen Lager, wo man doch eigentlich sehen müsste, dass die Täter und Beschuldigten beiden Fraktionen angehörten. Die katholische Frauenfrage nennt sie eine Machtfrage, keine theologische Frage. Aus der Kirche weggegangen seien diejenigen, denen die Kirche und ihre Reform sehr wichtig war, "weil sie resigniert haben, weil es zu nichts geführt hat, sich zu engagieren: "Das sehen wir jetzt schon, dass viele, denen die Reformthemen wichtig gewesen sind, nicht mehr dabei sind, weil sie sich von dieser Kirche abgestoßen fühlen. Die Ruhe ist eigentlich eine trügerische Ruhe, denn es ist die Ruhe nach dem Bedeutungsverlust."

Quelle: domradio.de


16.1.2019 Die Erzdiözese Agana, Guam, hat Insolvenz beantragt. Damit stelle sich die Kirche ihrer Verantwortung, den sexuell missbrauchten Menschen „das größtmögliche Maß an Gerechtigkeit und Trost“ zukommen zu lassen, sagte Erzbischof Michael Byrnes. „Wir übernehmen die Verantwortung für die Sünden der Vergangenheit.“ Mehr als 200 von Klerikern und „einigen Laien“ missbrauchte Opfer erheben Entschädigungsansprüche gegen die Kirche. Im Erzbistum Agana sind derzeit 50 Diözesan- und Ordenspriester tätig.

Quelle: orf


16.1.2019 (Nicht nur) Einem Betroffenen sexualisierter Gewalt durch einen Kleriker wird klar, dass er mit den Folgen seiner Missbrauchsgeschichte von allen allein gelassen wird.

Quelle: Deutschlandfunk


16.1.2019 Bischof Bode, Osnabrück, sagt: "Wir brauchen in der Bischofskonferenz viel Zeit für die Beschäftigung mit diesem Thema [Missbrauch durch Kleriker]. Es sind nun aber schon mehr als 16 Jahre, in denen wir vom Missbrauchsskandal wissen", sagte Bode. "Trotzdem arbeiten wir noch immer nicht an den Kernfragen." Er schlägt einen zentrale Gerichtshof vor, der die Möglichkeit einer "unabhängig und mit größerer Kompetenz" geführten Aufklärung böte.

Quelle: ndr.de


16.1.2019 Papst Franziskus sagt im Vorfeld des Kinderschutzgipfels, ein weltweites Problem könne nur weltweit angegangen werden. Er benennt als Ziel: Es sei "ganz wesentlich", dass die Bischöfe nach ihrer Rückkehr aus Rom "die anzuwendenden Gesetze kennen sowie die notwendigen Schritte unternehmen, um Missbrauch zu verhindern, sich um die Opfer zu kümmern und sicherzustellen, dass kein Fall vertuscht oder begraben wird." Der Kinderschutzgipfel solle keine Konferenz sein, sondern ein Treffen von Seelsorgern, bei dem es "auch um Gebet und geistliche Unterscheidung" gehe. Auch Vorträge von Betroffenen und eine Bussfeier sind eingeplant. Zum Abschluss der Bischofsversammlung am Sonntag ist eine Messe geplant. Mindestens zwei Frauen werden dabei sein: Gabriella Gambino und Linda Ghisoni, Untersekretärinnen der Vatikanbehörde für Laien sowie Familie und Leben.

Quelle: katholisch.de  domradio.de

Kommentar: Bislang unbekannt ist, ob der Kinderschutzgipfel auch Sanktionen gegen Bischöfe und ihre Festschreibung im Kirchenrecht beschließt, die sich nicht an die Gesetze halten, die Opfer im Stich lassen und nach wie vor Fälle vertuschen. Es ist ja nicht zu erwarten, dass weltweit aus den bisherigen Vertuschern Bischöfe werden, die Verbrechen offenlegen, verfolgen und solidarisch an der Seite der Betroffenen stehen. Skeptisch macht mich auch, dass der Papst davon spricht, kulturelle Unterschiede müssten beachtet werden und vergangene Missbrauchsfälle müssten mit der Hermeneutik der Vergangenheit beurteilt werden. Zudem: Die Bischöfe haben auch in den letzten 20 Jahren Bussfeiern abgehalten, gebetet und Messen gefeiert - zu einer erkennbaren Veränderung hat dies bislang jedenfalls nicht oder nur bei wenigen Bischöfen geführt. Ob sich der Gipfel mit der grundlegenden Frage nach dem Machtverzicht der Kleriker, der Beteiligung von Frauen und Laien an der Verantwortung für die Kirche und an Entscheidungen stellen wird, ist mir unklar.


15.1.2019 Die "American Catholic Historical Association" beschäftigt sich mit der Frage, wie es zu Missbrauch in der katholischen Kirche kommen kann. Einige Ergebnisse: Nicht die Theologie oder das Glaubenssystem seien Ursache, sondern "eine Kultur starker institutioneller Abschottung". Dabei könne eine historische Recherche das Verhältnis zwischen Priesterseminar und Gesellschaft untersuchen - zwischen beiden gebe es eine Barriere, die dazu führt, dass die katholische Kirche anfällig für Missbrauch und seine Vertuschung sei. Sexueller Missbrauch in den USA sei nicht überwiegend ein städtisches Ostküsten-Thema mit Weißen als Opfer, Missbrauch sei häufiger in ländlichen und westlichen Regionen, in denen überproportional viele Indianerreservate und Missionsschulen beheimatet sind, vorzufinden. Ohne die Rassen- und Kolonialismus-Frage sei das Thema Missbrauch in der Kirche nicht zu beantworten. Eine Prognose über die Zukunft der US-Kirche sei schwierig.

Quelle: Domradio


15.1.2019 Mark Apuron, Neffe des früheren Erzbischofs Anthony Apuron, erhebt Klage gegen Apuron wegen eines Missbrauchs in den Amtsräumen des Erzbischofs. Apuron habe den damals Jugendlichen Ende der 1980er Jahre vergewaltigt.  Die Klage richtet sich gegen den ehemaligen Erzbischof und unter anderem gegen den Heiligen Stuhl und den Vatikanstaat sowie deren Vertreter und die Kapuzinerprovinz, der Anthony Apuron angehört. Die Klage gegen den Heilige Stuhl wird damit begründet, dass Apuron "zu allen einschlägigen Zeiten Angestellter des Heiligen Stuhls" und als solcher direkt durch den Papst ernannt worden sei.

Gegen das kirchliche Urteil vom März 2018 hat Apuron Berufung eingelegt. Aktuelle Informationen über das Verfahren gibt es nicht.

Quelle: katholisch.de


14.1.2019 Marie Collins beobachtet in der irischen katholischen Kirche eine zunehmende Selbstgefälligkeit, die davon ausgeht, dass die Krise überwunden ist. Sie bemerkt, dass jede bislang erreichte Verbesserung des Schutzes von Kindern in der Kirche nicht universell sei. Die Kirche habe reaktiv gehandelt, nicht proaktiv. Die Erfahrungen einiger Länder im Umgang mit Missbrauch werde in anderen Ländern nicht genutzt. Z.B. würden die Bischöfe in Polen, wo derzeit kirchliche Missbrauchsfälle öffentlich werden, von "Feinden der Kirche" und "aggressiven Medien mit antichristlicher Agenda" sprechen. Collins berichtet von ihrem Gespräch mit dem Papst im August 2018. Der Papst habe sie darauf hingewiesen, dass bei der Nicht-Einsetzung eines von der Päpstlichen Kinderschutzkommission vorgeschlagenen Tribunals gegen vertuschende Bischöfe, das der K9-Rat gebilligt und die Glaubenskongregation abgelehnt habe, die kulturelle Differenz und das unterschiedliche Verständis für Kindesmissbrauch berücksichtigt werden müsse. Collins hingegen betont, dass nicht nur die Kultur der Menschen respektiert werden müsse, sondern auch die Rechte des Kindes. Sie erinnert an die UN-Kinderrechtskonvention: Das Wohl des Kindes ist vorrangig zu berücksichtigen.

Für die Februar - Versammlung der Bischofskonferenzvorsitzenden schlägt sie einige Maßnahmen vor, die dort beschlossen werden sollten:

  • Eine Definition von sexuellem Missbrauch, die auch ins Kirchenrecht aufgenommen werden müsse. Bislang gibt es nur ein Kirchenrecht, das äußerst vage von "Vergehen gegen das sechste Gebot des Dekalogs" spricht,

  • Eine Definition des Begriffs "Nulltoleranz", die bisher sehr verschieden ausgelegt wird. Die Definition sollte ins Kirchenrecht aufgenommen werden,

  • Die Trennung zwischen Missbrauch gefährdeter Erwachsener und Missbrauch Minderjähriger im Kirchenrecht,

  • Universell gültige und verpflichtende Schutzmaßnahmen und eine transparente Vorgehensweise in der Rechenschaftspflicht der Bischöfe im Blick auf ihren Umgang mit Missbrauchsmeldungen,

  • Klarheit über den Prozess der Rechenschaftslegung der Bischöfe,

  • Der Papst müsse diejenigen benennen, die Verurteilungen aussprechen und die Verurteilungen müssen veröffentlicht werden.

Marie Collins fürchtet, dass es auf der Februar-Versammlung lediglich Versprechungen für die Zukunft geben werde aber kaum konkrete Aktionspläne. Sie erwartet keine Veränderungen, wenn die Laien darauf warten, dass Veränderungen von den Kirchenverantwortlichen kommen. Die Laien müssten sich für Veränderungen einsetzen, auch für die Beteiligung der Laien einschließlich der Frauen auf allen kirchlichen Ebenen.
Quelle: associationofcatholicpriests.ie


14.1.2019 Der Ständige Rat der chilenischen Bischofskonferenz war eine halbe Stunde lang beim Papst, um ihm seine Schritte im Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche Chiles zu berichten. Auch Kardinal Ricardo Ezzati, Santiago, war dabei. Ihm wird Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Er weist die Vorwürfe zurück. Die chilenische Staatsanwaltschaft ermittelt in 148 Untersuchungen gegen 202 Personen aus der Kirche oder deren Umfeld. Die Untersuchungen betreffen 127 Kleriker, unter ihnen acht Bischöfe.

Quelle: orf


14.1.2019 Ein über eine Zeitarbeitsfirma angestellter Pfleger der Diakonie Stetten wurde wegen sexuellen Missbrauchs von einem behinderten 14-jähringen Jungen und einer behinderten 20-jährigen Frau wurde zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Er gestand. Überdies wurden in seiner Wohnung kinder- und jugendpornografische Videos und Bilder gefunden.

Quelle: swr


12.1.2019 Kerstin Bachtler spricht über Carola Moosbachs "Haussegen - Ein sicherer Ort ... einstweilen"

Quelle: swr


12.1.2019 Ein langjähriger Reporter der "New York Times", Peter Steinfels, greift zentrale Aussagen des Grand-Jury-Berichts aus Pennsylvania. 2018, an. Teile seien "grob irreführend, unverantwortlich, ungenau und ungerecht", schreibt er.

Die Anschuldigung, dass katholische Bischöfe pauschal und komplett abgelehnt hätten, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, sei nicht richtig. Dagegen seien die zahlreichen im Grand-Jury-Bericht dokumentierten Fälle von sexuellen Vergehen und Übergriffen "schrecklich wahr". Steinfels beklagt, dass im Jury-Bericht keine Unterschiede zwischen den Diözesen und den einzelnen Bischöfen gemacht werde. Zudem seien die Auswirkungen der Charta von Dallas, 2002, unberücksichtigt geblieben. Viele Verbrechen seien erst nach 2002 bekannt geworden. Man könne, so Steinfels, den Bischöfen nicht vorwerfen, dass sie Verbrechen vertuscht haben, von denen sie nichts wussten.

Quelle: Domradio


11.1.2019 Die Diözese Chicago räumte ein, dass sie den Priester C. J. McCloskey trotz sexueller Verfehlungen im Amt gelassen und nie suspendiert habe. Die Anklägerin wandte sich 2002 an Opus Dei,  das die Vorwürfe als glaubhaft einstufte und 2015 knapp eine Million Dollar zahlte. Der Orden versprach, den Beschuldigten daran zu hindern, jemals wieder anderen zu schaden. Der Beschuldigte ging nach Chicago und war weiterhin als Priester tätig.

Quelle: vaticannews


11.1.2019  Kardinal Donald Wuerl hatte vor seinem Ruhestand am 12. Oktober 2018 wiederholt bestritten, etwas von den Vorwürfen gegen den Ex-Kardinal McCarrick gewusst zu haben. Weder in seinen Jahren in Washington, noch davor habe er von Vorwürfen gehört. Nun recherchierte die Washington Post, dass Wuerl bereits 2004 Vorwürfe gegen McCarrick an den Vatikan gemeldet habe. Die Erzdiözese Washington und das Bistum Pittsburgh, wo Wuerl tätig war, bestätigten die Recherchen der Washington Post.

Quellen: Domradio   Katholisch.de  Kommentar Domradio


11.1.2019 Ein 2015 verstorbener Priester von Wormbach, Bistum Paderborn, wird von drei Personen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. 2010 gab es die erste Beschuldigung, als er Vikar in Werl war. Die Taten bezogen sich auf die 70er-Jahre. Ebenfalls 2010 tauchte ein Vorwurf gegen den Beschuldigten auf, als er Theologie in Paderborn studierte. Der Vorwurf betraf Fälle aus den 1966-er Jahren. Der Beschuldigte wies alle Vorwürfe zurück. Die Glaubenskongregation hielt im Oktober 2010 "nach eingehender Untersuchung, die Eröffnung eines kanonischen Strafverfahrens nicht [für] angezeigt". Das Generalvikariat in Paderborn führte weitere Gespräche auch mit möglichen Zeugen. Weitere Erkenntnisse gab es nicht; Sanktionen wohl auch nicht. Im Juli 2013 ging der Beschuldigte in den Ruhestand.

Nach seinem Tod 2015 beschuldigte eine dritte Person den Pfarrer des sexuellen Missbrauchs in den 80er-Jahren in Wormbach.

Quelle: wp.de


10.1.2019 Die Staatsanwaltschaft in Lyon hat sich gegen eine Verurteilung von Kardinal Philippe Barbarin (68) ausgesprochen. Ein Teil der Taten sei verjährt, und für die nicht verjährten Taten könne kein Straftatbestand festgestellt werden, sagte eine Staatsanwältin.Die Urteilsverkündung wird am 7. März erwartet.

Quelle: orf  katholisch.de  domradio


9.1.2019 Dem ehemalige Bischof von Oran, Argentinien, Gustavo Zanchetta, Assessor der päpstlichen Güterverwaltung, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er war nach seinem Rücktritt vom Bischofsamt am 1.8.2017 ("aus gesundheitlichen Gründen) im Dezember 2017 von Papst Franziskus zum Assessor der päpstlichen Güterverwaltung  ernannt worden. Zu diesem Zeitpunkt seien keine Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Zanchetta bekannt gewesen, sagte Gisotti, der Vatikansprecher. Vorwürfe seien erst im letzten Herbst bekannt geworden. Zwei Priester aus Orán, die ihre Namen nicht nennen wollen, widersprechen dieser Darstellung. Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen Bischof Zanchetta seien schon 2015 erhoben worden und auch dem damaligen – inzwischen nach Rom zurückbeorderten – päpstlichen Nuntius Emil Paul Tscherrig in Buenos Aires bekannt gewesen.

Quelle: FAZ


9.1.2019 Die chilenische Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass in 148 staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen 202 Personen aus der Kirche oder deren Umfeld Gegenstand der Ermittlungen seien. Die Untersuchungen betreffen 127 Kleriker, unter ihnen acht Bischöfe. Der chilenische Staatsanwalt Jorge Abbott rief den Vatikan zu einer besseren Zusammenarbeit auf. Man habe zwar teilweise Fragen beantwortet, doch noch seien nicht alle gewünschten Informationen eingetroffen: "Aber wir machen beim Vatikan weiter Druck, bei jenen kirchlichen Autoritäten, die sich verpflichtet haben, unsere Untersuchung zu unterstützen."

Quelle: Domradio


9.1.2019 Kardinal Barbarin sagt vor Gericht, er habe im Januar 2015 im Vatikan um Rat gefragt, wie er mit Bernard Preynat umgehen solle. Rom habe ihn angewiesen, keinen Skandal zu provozieren und den Priester besser nicht sofort zu suspendieren. Barbarin folgte den Anweisungen, und erst als zum 1. September 2015 Neuernennungen für Pfarrstellen anstanden, wurde Preynat von seinen Ämtern suspendiert. Auf die Frage, warum Preynat heute kein Amt mehr hat, antwortete Barbarin jetzt vor Gericht: "Weil es die Entscheidung ist, die Rom mir vorgeschlagen hat."  Franziska Broich, KNA, kommentiert: "Die Antworten des Kardinals zeigen vor allem Gehorsam; Verantwortungsgefühl jedoch vermissen die Beobachter." Barbarin sagte, für ihn sei es wichtig, dass kein Kind nach 1991 missbraucht worden sei. Dass er seit 1991 kein Kind mehr missbraucht habe, hatte ihm Preynat, der 70-85 Kinder missbraucht haben soll und derzeit vor Gericht steht, geschworen.

Quelle: katholisch.de


8.1.2019 Im Jahr 2019 wird ein Film von Francois Ozon veröffentlicht werden, der die Geschichte dreier Männer erzählt, die von Bernard Preynat missbraucht wurden: Grâce à Dieu.


8.1.2019 Der frühere Bischof von Erfurt, Wanke, übernimmt Verantwortung: "Ich wünschte mir, den Vorwürfen wäre damals genauso sorgfältig nachgegangen worden, wie es heute geschieht." Dann hätte er möglicherweise andere Konsequenzen ziehen müssen. "Das habe ich zu verantworten", so der Altbischof.

Quelle: katholisch.de


8.1.2019 Nach Angaben der FAZ war nicht nur der jetzige, sondern auch der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, vor das Gericht in Lyon geladen worden. Auch er war der Vorladung mit Verweis auf seine strafrechtliche Immunität nicht nachgekommen. Das Gericht hatte den jetzigen und den früheren Präfekten der Glaubenskongregation anhören wollen, um die Rolle der Kirchenführung im Vatikan im Umgang mit Missbrauchsfällen durch Kardinal Barbarin, Lyon, zu klären.

Quelle: faz.net


8.1.2019 Der Kölner Stadtdekan Robert Kleine wirft den Kardinälen Gerhard Ludwig Müller und Walter Brandmüller bösartige Diffamierung vor. Er hält für untragbar, wenn die Diskussion über Zölibat, Sexualmoral und Priesterausbildung als "Missbrauch des Missbrauchs" gegeißelt werde. Und wenn ein Kardinal einen Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosequalität als "statistisch erwiesen bezteichne, dann sei dies eine bösartige Diffamierung Homosexueller, um vom eigentlichen Skandal abzulenken.

Quelle: katholisch.de


8.1.2019 Der dt. Kurienkardinal Kasper sagt, dass Leute, die das Pontifikat von Papst Franziskus beenden wollen, nutzten den Missbrauchsskandal für eine Diskussion um den Papst. Auch Marie Collins wirft Gegnern von Papst Franziskus vor, das Thema Missbrauch zu instrumentalisieren: "Es war also eine Art Politik der Spaltung. Die Sicherheit der Kinder spielte keine Rolle", sagte sie.

Quelle: katholisch.de


8.1.2019 Die Menschenrechtskommission des chilenischen Senats hat sich dafür ausgesprochen, Kardinal Ricardo Ezzati die Staatsbürgerschaft zu entziehen, die er ehrenhalber 2006 erhalten hatte. Das Votum über den Antrag, der im Juli 2018 gestellt wurde, erfolgte einstimmig. In der Begründung hieß es, Ezzati sei den Ansprüchen seiner Aufgabe und seiner ihm ehrenhalber verliehenen chilenischen Staatsbürgerschaft nicht gerecht geworden. Senat und Abgeordnetenkammer müssen noch zustimmen. Ezzati wird die Vertuschung zahlreicher Missbrauchsfälle vorgeworfen.

Quelle: katholisch.de


8.1.2019 Der Jesuit Klaus Mertes hat sich für eine strenge Gewaltenteilung in der katholischen Kirche ausgesprochen. Statt monarchischer Leitungsstrukturen brauche es unabhängige Kontrollinstanzen und Beschwerdestellen, um kirchliche Entscheidungen und Machtverteilungen zu überprüfen. Der Schutz der Schwächeren müsse oberste Priorität haben, die jedoch nur durch eine unabhängige kirchliche Gerichtsbarkeit garantiert werden könne. Es sei nicht ausreichend, wenn Papst Franzisku7s zusage, dass sich Vertuschung von Missbrauch nicht wiederholen dürfe, ohne zugleich strukturelle Konsequenzen zu ziehen.

Quelle: katholisch.de


8.1.2019 Das Opus Dei berichtete erstmals, dass Opus Dei 2005 ca 977.000 US-Dollar an eine Frau zahlte, die das Opus-Dei-Mitglied Rev. C. John McCloskey sexuellen Missbrauchs beschuldigte. Eine zweite Anschuldigung gegen McCloskey werde derzeit geprüft. McCloskey reagierte nicht auf die Anschuldigungen. Das Opus Dei sagte, er habe Alzheimer und sei weitgehend arbeitsunfähig. McCloskey wurde bekannt, weil er vor allem konservative Konvertiten zum Katholizismus führte.

Quelle: Huffingtonpost  religion.orf.at


7.1.2018 Kardinal Barbarin, Lyon, muss sich wegen des Vorwurfs, sexuelle Übergriffe nicht angezeigt zu haben, zusammen mit fünf weiteren Abgeklagten vor Gericht verantworten. Die weiteren Angeklagten sind Maurice Gardès, derzeit Erzbischof im südwestfranzösischen Auch; Thierry Brac de la Perrière, Bischof von Nevers; zwei Kleriker aus Lyon und eine ehemalige Verantwortliche für Missbrauchsopfer.

Barbarin beteuerte, keine Informationen über sexuellen Missbrauch zurückgehalten zu haben. "Ich habe nie versucht, etwas zu vertuschen", sagte er. Er verstehe deswegen auch nicht, wessen er sich schuldig gemacht haben solle.

Der beschuldigte Geistliche, Preynat, habe ihm geschworen, seit 1990 kein Kind missbraucht zu haben; daher habe er, Barbarin, ihn nicht suspendiert. Preynat ist vor drei Jahren von ehemaligen Pfadfindern angezeigt worden. 80 Personen geben an, Opfer von Preynat gewesen zu sein. Barbarin verteidigte sich in der Verhandlung unter anderem mit den Worten: „Ich habe getan, wozu Rom mich aufforderte. Rom [d.h. Ladaria als Mitarbeiter der Glaubenskongregation]forderte mich auf, einen öffentlichen Skandal zu vermeiden, dementsprechend habe ich gehandelt.“

Auch Kardinal Luis Ladaria, Präfekt der Glaubenskongregation, sollte als Beschuldigter vor Gericht erscheinen. Der Vatikan hat jedoch diplomatische Immunität geltend gemacht.

Der jetzige Prozess gegen Kardinal Barbarin, seit 2002 Erzbischof von Lyon, geht auf den Juli 2004 zurück. Damals forderte ein Opfer des Priesters vom Erzbistum Lyon die Entfernung von Preynat aus dem pastoralen Dienst. Kardinal Barbarin eröffnete daraufhin einen kanonischen Prozess, der am 31. August 2015 dazu führte, dass Bernard Preynat von seinen Aufgaben entfernt wurde. Bereits 1991 war ein Verdacht gegen Preynat dem damaligen Erzbischof, Kardinal Albert Decourtray, gemeldet worden. Preynat wurde danach jedoch wieder in der Pfarreiarbeit eingesetzt. Kardinal Barbarin gab zu, bereits 2008 von dem Fall gewusst zu haben, während das Bistum bislang davon sprach, dass die Fakten erst 2014 erfahren worden seien.

Quellen: katholisch.de  euronews  welt.de  vaticannews  domradio.de


7.1.2018 Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hat Ermittlungen gegen einen katholischen Priester des Bistums Erfurt wegen Verjährung eingestellt. Die kircheninternen Überprüfungen der Vorwürfe gehen weiter. Hinweise auf einen Missbrauch hat es nach Angaben des Bistums schon 1989 gegeben.  Der damalige Personalverantwortliche, der spätere Weihbischof Hans-Reinhard Koch, hatte in einer Aktennotiz Vorwürfe homosexuellen Verhaltens Jugendlichen gegenüber festgehalten. Der Beschuldigte hatte die Vorwürfe abgestritten und sei ermahnt worden. Der damals zuständige Bischof Joachim Wanke räumt nach Bistumsangaben ein, einen Fehler gemacht zu haben. Mitte Dezember 2018 hatte das Bistum Strafanzeige erstattet.

Quelle: insuedthueringen.de


6.1.2019 Dekan Paul Magino, Wendlingen, Bistum Rottenburg-Stuttgart, weist auf die Folgen von Falschbeschuldigungen für Priester hin: "Selbst wenn eine Schuld nicht nachgewiesen werden kann, kann auch die Unschuld nur in den allerwenigsten Fällen bewiesen werden. Trotz geltender Unschuldsvermutung bleibt da etwas offen. Und genau das können Kirchengemeinden oder die Öffentlichkeit nur schwer nachvollziehen." Magino berichtet, wie das Bistum mit beschuldigten Priestern umgeht.

Quelle: katholisch.de


6.1.2019 Bischof Bode, Osnabrück, kündigte an, notfalls auch einen Alleingang im Umgang mit Missbrauchsfällen zu wagen - zusammen mit den Bistümern Hamburg und Hildesheim, falls nicht alle deutschen Bistümer diesen Weg genauso schnell und umfassend gehen wollten. Bode hat die Prävention, die Intervention und die Begleitung "irritierter Systeme, d.h. Gemeinden, die durch Missbrauch durch Kleriker gespalten sind, im Blick. Als vierten Block nannte Bode die innerkirchliche Befassung mit der Sexualmoral und dem Problem des Klerikalismus sowie dem Umgang mit Macht in der Kirche.

Quelle: katholisch.de


6.1.2019 Matthias Katsch kritisiert den Entwurf eines neuen Opferentschädigungsgesetzes. Der Entwurf bringe Opfern von Klerikern nichts oder sogar Verschlechterungen. Verschlechterungen gebe es bei der bisher möglichen Unterstützung zur beruflichen Neuorientierung. Auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, sagte, die Hürden für Betroffene blieben zu hoch, eine echte Beschleunigung der Verfahren sei nicht in Sicht. Auch der Weiße Ring hatte den Entwurf bemängelt.

Quelle: Domradio


5.1.2019 Der Papst hat einen chilenischen Geistlichen aus dem Bistum Talca, Luis Felipe Egana Baraona, laiisiert, nachdem er im Juni 2018 wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen suspendiert worden war. Die chilenische Staatsanwaltschaft spricht vbon mehr als 100 offenen Missbrauchsfällen in der Kirche, in die Dutzende Geistliche verwickelt seien. - Der Papst hat sich mit Schwester Carmen Sammut (67), der Vorsitzenden der weltweiten Ordensfrauen-Vereinigung (UISG), im Vatikan getroffen. Die UISG hatte im November Ordensfrauen, die Opfer von Missbrauch geworden sind, zur Anzeige aufgerufen.

Quelle: Domradio


5.1.2019  Inzwischen wird die sexualisierte Gewalt gegen drei mutmaßliche Opfer des ehemaligen Kardinals McCarrick vom Vatikan untersucht. Bislang waren zwei Fälle bekannt. In einem Fall ging es um einen nicht identifizierten Ministranten, der zweite Fall war der "Fall Grein". Der dritte Fall wurde vor knapp drei Monaten gemeldet. Das mutmaßliche Opfer war zum Tatzeitpunkt minderjährig. 


4.1.2019 Erzbischof Marcelo Daniel Colombo von Mendoza, Argentinien, hat vorübergehend ein ganzes Kloster schließen lassen. Zuvor waren zwei Mönche der Klostergemeinschaft Cristo Orante in Tupungato wegen Missbrauchsvorwürfen verhaftet worden. Die Schließung solle so lange andauern, bis die Vorwürfe geklärt seien.

Quelle: cruxnow.com, 7.1.2019  katholisch.de


4.1.2019 Bischof Gustavo Zanchetta, Assessor der päpstlichen Güterverwaltung, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die Vorwürfe werden derzeit vom Vatikan geprüft. Zanchetta war vom 23.7.2013 bis zum 1.8.2017 Bischof von Orán in Argentinien. Er bat den Papst, vom Bischofsamt zurücktreten zu dürfen. Grund sei ein schwieriges Verhältnis Zanchettas zum eigenen Klerus gewesen. Dem Bischof sei autoritäres Verhalten vorgeworfen worden. Eine Anschuldigung wegen sexuellen Missbrauchs habe es bis Dezember 2018 nicht gegeben. Der Papst nahm das Rücktrittsgesuch als Bischof von Orán an und berief Zanchetta am 19.12.2017 zum Assessor der päpstlichen Güterverwaltung. Im Dezember 2018 berichtete die argentinische Zeitung "El Tribuno" von den Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs. Zanchetta lässt derzeit seine Ämter in der Güterverwaltung ruhen.

 Quellen:  orf  katholisch.de  de.catholicnewsagency.com


4.1.2019 Kardinal Brandmüller ist der Ansicht, dass der Zusammenhang zwischen sexualisierter Gewalt und Homosexualität statistisch erwiesen sei. Der Skandal liege darin, dass die Kirche sich bei Missbrauch nicht von der Gesellschaft unterscheid: "Was in der Kirche an Missbrauch passiert ist, ist nichts anderes, als was in der Gesellschaft überhaupt geschieht." Der Kardinal empfiehlt, keine Homosexuellen zu Priestern zu weihen, weil eine homosexuelle Veranlagung schwer zu bewältigen sei. Außerdem müsse ein Priester väterlich sein: "Wer emotional nicht zu einer normalen menschlichen Liebe und Verantwortung für die Familie fähig ist, der würde auch als Priester Schwierigkeiten begegnen."

Quelle: katholisch.de


3.1.2019 Papst Franziskus hat den US-amerikanischen Bischöfen, die derzeit auf Wunsch des Papstes Exerzitien machen, einen Brief geschrieben. Darin ermutigt er sie zu Schritten gegen die Kultur des Missbrauchs und die Glaubwürdigkeitskrise der kath. Kirche. Die Glaubwürdigkeit habe mehr durch die Vertuschung als durch die Missbrauchsverbrechen gelitten. Der Papst warnte die Bischöfe vor Spaltung und der Flucht vor Verantwortung.

Quelle: press.vatican.va  kathpress.at  katholisch.de


3.1.2019 Der Münchner Sozialpsychologie Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Aufarbeitungskommission der Bundesregierung, sieht Defizite in der kirchlichen Missbrauchsaufarbeitung. Frauen als Täter seien vernachlässigt worden. Es brauche zudem ein Interventionsrecht der Aufarbeitungskommission. Auch der Staat sei in der Pflicht; er erstatte den Kirchen einen Großteil der Kosten für ihre Heime und Einrichtungen - und habe ihnen die Selbstkontrolle überlassen. Viele Bischöfe wollten das Thema aussitzen. Einigen Bischöfen habe er bei der Vollversammlung im September 2019 ihre Erschütterung angemerkt: "Aber die große Mehrheit sitzt da, und man versteht nicht, was hinter ihrer Fassade abläuft". Den Zölibat und verklemmte Sexualität als Grund für Missbrauch anzunehmen, überzeuge ihn jedoch nicht. Dabei werde die "Pastoralmacht" ausgeblendet, die als Zugriff auf die Seelen der Menschen verstanden werden könne.

In der evangelischen Kirche habe bislang nur die Nordkirche glaubhaft versucht, Übergriffe aufzuarbeiten. Keupp bemängelte, dass keiner der Betroffenen vor der Synode habe berichten dürfen. Als vorbildlich bezeichnete der Wissenschaftler die Praxis im US-Bundesstaat Pennsylvania. "Dort gibt es einen unabhängigen Beauftragten, dem alle Archive geöffnet werden. Sie haben dort sogar alle Namen von Tätern öffentlich genannt, egal, ob sie noch leben oder tot sind." Die Erforschung in kirchlichen Archiven müsse "unbedingt von unabhängigen Gremien gemacht werden".

Im Interview mit der Süddeutschen weist Keupp darauf hin, dass es wichtig sei, die Betroffenen in die Aufarbeitung einzubeziehen, "denn ohne ihr Engagement gäbe es den aktuellen Aufarbeitungsprozess gar nicht." In den Familien, sagt Keupp, gebe es keinen, "der das Thema offensiv nach außen trägt, die Opfer bleiben oft allein. So ähnlich ist es, wenn ein Pfarrer gegenüber einem Kind übergriffig war, auch dann blieb das Opfer oft allein. Deshalb fordern wir von der evangelischen Kirche: Ihr müsst den Betroffenen eine Plattform schaffen, damit sie sich austauschen können." Die Kirchen hätten sich daran beteiligt, den „Schweigecontainer dicht zu halten“, sagte der Sozialpsychologe. Erst die Skandalisierung der Missbrauchsvorwürfe durch die Medien und „die schwindende Macht der Kirchen" hätten zu einer Änderung der Haltung geführt.

Quelle: katholisch.de  Süddeutsche, Printversion; pro-medienmagazin.de


3.1.2019 Die AP hat nach Vorwürfen sexuellen Missbrauchs von Nonnen durch Priester und Bischöfe in Asien, Europa, Südamerika und Afrika in Indien genauer hingeschaut. Dabei deckte sie jahrzehntelangen Missbrauch von Nonnen auf. Das Ausmaß des Missbrauchs ist jedoch unklar. Der Vatikan weiß mindestens seit 1998 von Missbrauch von Nonnen durch Priester in Afrika: Die Ordensschwester Maria McDonald hatte den Vatikan in einem streng vertraulichen Bericht darauf hingewiesen und über die Konsequenzen berichtet: "Die Ordensschwestern werden in der Regel entlassen, während die Priester oftmals lediglich in eine andere Pfarrei versetzt oder zu Studienzwecken weggeschickt werden."

Quelle: ap-news


2.1.2019 Die US-amerikanische Bischofskonferenz hatte eine Laienkommission vorgesehen, die die diözesane Aufklärung von Missbrauchsfällen untersuchen sollte und einen neuen Verhaltenskodex für US-Bischöfe. Der Verhaltenskodex war in der Bischofskonferenz umstritten. Der Vorsitzende der Konferenz, DiNardo, informierte die Bischöfe am 12.11.2018, dass sie die Konferenz der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen im Februartreffen 2019 abwarten müssten. Nun zeigt sich, dass die Anordnung des Vatikans bereits am 6.11.2018 erfolgte. Auch soll es vonseiten des Vatikans kirchenrechtliche Bedenken gegen den Aktionsplan gegeben haben.

Quelle: kathpress.at


2.1.2019 Der Vatikan soll bereits seit 1943 Hinweise auf sexuelle Übergriffe Marcial Maciels (1920-2008) gegenüber Minderjährigen gehabt haben. Die spanische Zeitung El Pais bezieht sich auf eine Aussage des Präfekten der vatikanischen Ordenskongregation, Kardinal Joao Braz de Aviz, bei einem Podiumsgespräch Mitte November in Madrid. Die Pressestelle der Legionäre Christi in Düsseldorf teilte mit, die historische Entwicklung der Verdachtsmomente sei für den Orden selbst "schwierig nachzuverfolgen"; der Vatikan habe die betreffenden Akten nicht zur Einsicht freigegeben. Bislang war lediglich bekannt, dass der Vatikan seit Mitte 1956 informiert war - und nichts unternahm.

Quelle: katholisch.de


1.1.2019 Mehr als 200 der 271 aktiven und 185 emeritierten US-amerikanischen Bischöfe begeben sich eine Woche lang in Klausur. Begleitet werden sie vom päpstlichen Prediger, Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa. Cantalamessa hatte 2010 bei einem Karfreitagsgottesdienst im Beisein von Papst Benedikts einen Vergleich zwischen den Vorwürfen gegen die katholische Kirche und ihr Oberhaupt im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal und der kollektiven Gewalt gegen die Juden gezogen.

Quelle: katholisch.de


1.1.2019 Ein gutes Neues Jahr allen, die hier vorbeischauen! "Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen." Das schrieb Bonhoeffer 1943. Es gilt bis heute.

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