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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2019

 

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© Pixabay, Bild von Prawny© Pixabay, Bild von Prawny

31.12.2019 Alfred Delp schrieb: "Innerlich habe ich viel mit dem Herrgott zu tun und zu fragen und dran zu geben. Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll." Dass wir alle dies erfahren, wünsche ich mir und euch und Ihnen für 2020!


28.12.2019 In Frankreich wurde der katholische Priester Roger Matassoli, 91, von einem 19-Jährigen ermordet, der ein Missbrauchsopfer des Priesters war. Bereits sein Vater wurde von Matassoli missbraucht. Dessen Vater beging Suizid, als er vom Missbrauch seines Sohnes erfuhr. Der Vater des 19-Jährigen sagte: "Dieser Mann hat eine ganze Familie geschreddert.“ Matassoli war bereits zuvor des Missbrauchs an zahlreichen Jungen zwischen 1960 und 2000 beschuldigt worden. Erste Beschuldigungen wurden 1967 vorgebracht. Daraufhin wurde er aus der Diözese Clermont nach Saint-Andre-Farivillers versetzt, später nach Agnetz im Nordwesten Frankreichs. Bis 2018 stand er auf der Gehaltsliste der Diözese Beauvais. Der Bischof von Beauvais, Jacques Benoit-Gonnin, berichtete, er habe bereits 2009 versucht, Matassoli aus der Gemeinde zu entfernen, der jedoch blieb weitere neun Jahre.

Quelle: welt.de


28.12.2019 Eine Analyse von AP fand mehr als 900 katholische Kleriker, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden und nicht auf den von den US-Bistümern veröffentlichten Listen standen. Kirchliche Mitarbeitende sagten, dass sie bei Veröffentlichung des Namens eines Beschuldigten, der kein Schuldeingeständnis ablegt, verklagt werden können. Einige Diözesen veröffentlichten keine Namen von Ordenspriestern, von verstorbenen Priestern, gegen die nur eine Beschuldigung vorlag; im Ausland geweihte Priester oder auch Diakone und Seminaristen, die vor ihrer Weihe beschuldigt wurden und nicht geweiht wurden. Auch Priester, die vor 2011 Kindesmissbrauch auf Videos konsumierten, wurden nicht aufgelistet, weil die Darstellung der sexuellen Ausbeutung von Kindern vom Kirchenrecht nicht als strafwürdig angesehen wurde und es kein direktes Opfer gab.

Der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro, sagte, dass mehrere Bischöfe in Pennsylvania bei der Vertuschung von Missbrauch eine direkte Rolle spielten:  "Man kann nicht viel auf die Listen geben, die die Kirche freiwillig zur Verfügung stellt, weil man ihnen nicht trauen kann, sich selbst zu überwachen."
Quelle:
apnews.com   ncronline.org


27.12.2019 Papst Franziskus hat für das chilenische Bistum Santiago de Chile den Kapuziner Celestino Aos Braco (74) und von Puerto Montt in Südchile Luis Fernando Ramos Perez (60) als (Erz-)Bischöfe ernannt. Kardinal Ezzati hatte die Leitung des Erzbistums Santioago wegen Vertuschungsvorwürfen abgegeben und der Bischof von Puerto Montt war mit 75 in den Ruhestand gegangen. Derzeit sind noch acht chilenische Bistümer mit einem Übergangsleiter besetzt.

Quelle: Domradio


27.12.2019 Der Osnabrücker Bischof Bode lehnt Entschädigungszahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer aus Kirchensteuern ab. Es gebe aus der Vergangenheit Besitze, Einkünfte und Zinsen, aus denen man das Geld nehmen könne. sagte er.

Quelle: katholisch.de


27.12.2019 Etwa zwei Dutzend Menschen haben an Heiligabend vor dem Gefängnis von Melbourne christliche Weihnachtslieder für Kardinal Pell gesungen. Anschließend hielt eine vietnamesisch-katholische Jugendgruppe eine Rosenkranzprozession um das Gefängnis herum ab. Die Beteiligten beteten für den Kardinal, das Gefängnispersonal, weitere Insassen, für die Opfer sexuellen Missbrauchs und für die Verteidigung der Rechte der Kirche und "die volle und schnelle Entlastung Seiner Eminenz". Pell ist wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt; sein Revisionsantrag wurde jedoch angenommen und wird voraussichtlich Anfang 2020 verhandelt.

Quelle: katholisch.de


27.12.2019 Von 2010 bis September 2019 hätten sich 162 Betroffene gemeldet, teilte das Bistum Trier mit. Es gebe 89 Beschuldigte seit 2010.

Quelle: swr

Kommentar: Laut MHG-Studie gab es bis 2014 insgesamt 148 Beschuldigte und 442 Betroffene. Diesen Zahlen wurden am 25.9.2018 weitere 140 Opfer und 75 beschuldigte Priester hinzugefügt, die von der MHG-Studie nicht erfasst worden sein. Hatten wir es also im September 2018 bereits mit 582 Opfern und 223 kirchlichen Tätern zu tun? Ist den neuen Zahlen zu entnehmen, dass es 22 weitere Opfer und 14 weitere kirchliche Täter gab? Die auf Nachfrage des swr berichteten neuen Zahlen geben also keine wirkliche Auskunft, weil die berichteten Zeiträume sich überschneiden und nicht einzuordnen sind.


26.12.2019 Der ehemalige Kardinal McCarrick hat ab 2001 insgesamt 600.000 US-Dollar an Kirchenbeamte vor allem aus den USA und dem Vatikan gezahlt. Papst Johannes Paul II. erhielt von 2001 bis 2005 90.000 Dollar. Papst Benedikt XVI. erhielt 291.000 Dollar. Vertreter der ehemaligen Päpste lehnten eine Stellungnahme ab oder sagten, sie hätten keine Informationen über diese spezifischen Schecks. Ein ehemaliger persönlicher Sekretär von Johannes Paul sagte, dass Spenden an den Papst an den Staatssekretär, den zweitmächtigsten Posten im Vatikan, weitergeleitet wurden. Angelo Sodano war von 1990 bis 2006 Staatssekretär, Tarcisio Bertone von 2006 bis 2013. Begünstigte Vatikan-Kleriker sagten, Geldgeschenke seien während der Weihnachtszeit unter katholischen leitenden Klerikern üblich. Die Geschenke hätten keinen Einfluss auf Entscheidungen des Heiligen Stuhls gehabt.

Unter den vielen Begünstigten waren auch mindestens zwei Priester, die als persönliche Assistenten von Papst Benedikt XVI. und von Papst Johannes Paul II. arbeiteten.

Quelle: mysanantonio.com


26.12.2019 Kardinal Ignatius Suharyo, Vorsitzender der Indonesischen Bischofskonferenz und Erzbischof der Erzdiözese Jakarta sagte, er habe nie einen Bericht über sexuelle Missbrauchsfälle erhalten. Zudem seien Missbrauchsfälle als "Teil pastoraler Vertraulichkeit" nicht öffentlich gemacht werden. In dem Bericht war von 21 Seminaristen, 20 Ordensfrauen und 15 Laien die Rede, die von 33 Priestern und 23 Laien missbraucht worden sein sollen.

Quelle: vaticannews


24.12.2019 Missbrauchsopfer von Legionären Christi kritisieren den internen Missbrauchsbericht der Legionäre scharf. Der Bericht sei unvollständig, einige Opfer seien nicht aufgeführt und diejenigen, die den Missbrauch deckten, seien nicht benannt worden. Allein der Ordensgründer habe mehr als 120 Opfer gehabt. Auch der Vorsitzende der mexikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Rogelio Cabrera kritisierte den Bericht. Er spricht von einer "sehr großen kriminellten Vertuschung" und einem "kriminellen Schweigen der vatikanischen Behörden und der Mitglieder der Legionäre". Beide versäumten die Meldung von Missbräuchen und hinderten andere an einer Meldung.
Quelle: cruxnow


23.12.2019 Ende 2018 waren der Erzdiözese Detroit etwa 150 Opfer und 75 Kleriker bekannt, die Minderjährige missbrauchten. Inzwischen wurden 270 Priester identifiziert, die mutmaßlich Minderjährige missbrauchten. Der Missbrauch betraf 552 Opfer. Das teilte die Generalstaatsanwältin Dana Nessel mit.

Quelle: eu.detroitnews.com


22.12.2019 John Allen Jr. überlegt, ob es - ähnlich wie in der Rechtsprechung der USA - eine Bewegung geben wird, die die Rechte der Opfer in kirchenrechtlichen Strafverfahren stärkt, so dass Opfer während des Verfahrens anwesend sein können, vor dem Urteilsspruch gehört werden und Akteneinsicht nehmen können. Die Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte: "Ich persönlich glaube, dass wir als kanonische Anwälte die Beteiligung des Opfers in Strafprozessen stärken könnten. Sie ist im Moment eher schwach.“

Quelle: cruxnow


21.12.2019 Die Legionäre Christi haben eine interne (!) Untersuchung der Missbrauchsfälle seit 1941 vorgelegt. Dem Gründer Marcial Maciel werden mindestens 60 minderjährige Opfer zugeschrieben. Insgesamt wurden 175 Minderjährige Missbrauchsopfer von 33 Priestern der Legionäre. Die 33 Priestertäter machen 2,5 % aller 1.353 seit 1941 geweihten Priester des Ordens aus. 14 der 33 Priester-Täter waren selbst Opfer des verstorbenen Gründers, während andere priesterliche Missbrauchstäter Opfer der Opfer von Maciel waren - ein Hinweis auf eine generationenübergreifende Missbrauchskette. Der ehemalige Priester der Legionäre, Christian Borgogno sagte, der Bericht zeige, dass die Bemühungen der Legionäre, alleine Maciel Missbräuche zuzuschreiben, fehl gehe, weil der MIssbrauch weit über den inneren Kreis Maciels hinausging. Außerdem wies Borgogno darauf hin, dass einige Legionäre zu Priestern geweiht wurden, nachdem Anschuldigungen gegen sie bekannt geworden waren.

Sechs Täter seien laut Bericht gestorben, acht in den Laienstand versetzt worden, einer sei aus dem Orden ausgetreten. Den 18 in der Kongregation Verbliebenen sei der Kontakt mit Minderjährigen verboten; vier üben den Dienst als Priester mit Einschränkungen aus, 14 dürfen das Priesteramt nicht mehr öffentlich ausüben.

Außerdem identifizierte der interne Bericht 71 Seminaristen, die in den letzten acht Jahrzehnten Minderjährige sexuell missbraucht haben. Wie viele Opfer diese Seminaristen hatten, wurde nicht bekannt gegeben.

Quellen:  DLF  katholisch.de  ncronline

Kontakt zu den Legionären Christi - Meldestelle


21.12.2019 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Kardinal Angelo Sodano (92) als Dekan des Kardinalskollegiums angenommen und gleichzeitig die Amtsdauer eines Kardinaldekans auf fünf Jahre beschränkt, die allerdings verlängert werden können. Sodano machte sich einen Namen als Freund von Pinochet. Er versicherte Ostern 2010 Papst Benedikt, dass das ganze Volk Gottes an der Seite des Papstes stehe und sich "nicht beeindrucken [lasse] vom Geschwätz des Augenblicks" - gemeint waren Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen katholische Priester. Sodano hat nach Aussagen von Kardinal Schönborn, Wien, verhindert, dass gegen den Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer ein vatikanisches Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Den Gründer der Legionäre Christi, deckte er über Jahre. In Chile förderte er eine Reihe von Bischöfen und Priestern, die Sodano politisch nahestanden, auch als Missbrauchstäter oder Vertuscher waren.

Quellen: katholisch.de  Stuttgarter Nachrichten


20.12.2019 Im Erzbistum Paderborn haben sich von Januar bis Ende Oktober 2019 30 mutmaßliche neue Opfer gemeldet - 15 Frauen und 15 Männer. Sie beschuldigen insgesamt 26 Priester und Laien. 19 der Beschuldigten seien verstorben, elf waren bereits als Täter bekannt, fünf seien noch am Leben, jedoch nicht mehr im aktiven Dienst. Bei zwei Tätern konnten die Betroffenen keinen Namen nennen.

Quelle: domradio

20.12.2019 Die indische Ordensfrau Lucy Kalappura, Angehörige der Franziskanischen Klarissenkongregation in Kerala, war wegen ihres Einsatzes für eine Ordensschwester, die Bischof Mulakkal wegen Vergewaltigung anzeigte, aus ihrem Orden ausgeschlossen worden, weil sie „die Gelübde von Armut und Gehorsam verletzt“ habe. Ein Bezirksgericht in Kerala hat den Ausschluss von Lucy Kalappura aus ihrem Kloster nun gestoppt. Die vatikanische Ostkirchenkongregation hatte den Ausschluss bestätigt. Nun liegt das Verfahren bei der Apostolischen Signatur, dem obersten Gerichtshof des Vatikans.

Kalappura hat zudem ein Buch geschrieben über sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen durch Bischöfe und Priester: „Karthaavinte Naamathil“ - „Im Namen des Herrn“.

Quelle: orf


20.12.2019 Im Jahr 2019 wurden im Vatikan ca 1.000 neue Missbrauchsfälle gemeldet. Das Personal der Behörde sei überwältigt, sagt John Joseph Kennedy, der Leiter des Disziplinarbüros der Glaubenskongregation. Damit sei die Zahl um vier Mal höher als noch vor zehn Jahren. Die meisten Anzeigen seien aus Argentinien, Mexiko, Chile, Italien, Polen und den USA eingetroffen.

Quelle: religion orf  sunherald.com


19.12.2019 In Cruxnow berichten Überlebende von Missbrauch durch Kleriker und Nonnen von ihrem Leben.

Quelle: cruxnow.com


19.12.2019 Erzbischof Scicluna berichtet, dass er "früher" mitunter auf Mauern des Schweigens angesichts von sexuellem Missbrauch gestoßen sei. Nun gebe es für Bischöfe keine amtlichen oder rechtlichen Gründe mehr, Transparenz gegenüber den Opfern herzustellen und uneingeschränkt mit der weltlichen Justiz zusammenzuarbeiten. Er fordert, dass die neuen Regelungen auch angewandt werden müssten. Die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses mache es Opfern nun möglich, das kirchenrechtliche Urteil über ihre Täter zu erfahren.

Quelle: Domradio


18.12.2019 Christopher Altieri macht im Catholic Herald darauf aufmerksam, dass die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses bei Missbrauchsfällen lediglich bedeutet, dass die Geheimhaltungsstufe auf die "normale Stufe" der üblichen Geheimhaltung heruntergestuft wurde, unter der alle kurialen Vorgänge abgewickelt werden. Der Öffentlichkeit stehen die Dokumente in einem kirchlichen Strafprozess nicht zur Verfügung, nur den Behörden oder Personen, die gesetzlich zuständig sind. Erzbischof Scicluna sagt, die Änderung solle die Kommunikation, den Informationsaustausch und die gemeinsame Nutzung von Unterlagen zwischen kirchlichen und weltlichen Behörden erleichtern; der Papst habe jedoch die Möglichkeit, weiterhin das Päpstliche Geheimnis in Geltung zu setzen, wenn er dies wünsche. Scicluna wies darauf hin, dass die Änderung des Päpstlichen Geheimnisses nicht nur für die Zukunft gelte, sondern auch für ältere Fälle, für die neue Informationsanfragen vorliegen. "Welchen wirklichen, praktischen Unterschied die Änderung ... machen wird, bleibt abzuwarten", kommentiert Altieri.
Quelle: catholicherald.co.uk


18.12.2019 Gegen einen ehemaligen Pfarrer von St. Josef im Bistum Münster, der bis 1983 in Warendorf tätig war, gibt es weitere Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Jugendliche. Ein Betroffener berichtet von einem Übergriff, der nach dem Wechsel des Priesters nach Wesel - 1983 - stattgefunden habe. Zudem habe der Priester dem Betroffenen Fotos anderer Opfer gezeigt, u.a. von einem 14-Jährigen aus Warendorf, der nackt mit Rosenkranz und Bibel fotografiert wurde. Der Betroffene berichtet, er habe 1989, 2012 und nochmals 2019 das Bistum Münster informiert. Er wirft dem Bistum Münster und Bischof Genn vor, diesen und andere Fälle aktiv zu vertuschen. Er berichtet, dass er 1989 in Wesel-Büderich mitbekommen habe, dass der Pfarrer dort einen 16- und einen 18-jährigen belästigt habe - Jahre nach dem erst 2019 bekannt gewordenen Übergriff in Warendorf. Er habe sich an einen Essener Pfarrer gewandt, um Abhilfe zu schaffen und habe Dias und Filme weiterer Opfer mitgebracht. Der Essener Pfarrer sagte ihm, das Material sei nach Münster geschickt worden und verbrannt worden. Und der Essener Pfarrer habe dem Betroffenen "schwersten Vertrauensbruch" vorgeworfen, weil er das ihm vom Täter anvertraute Material weitergegeben habe. Das Bistum nimmt nicht Stellung, verweist auf die Studie der Uni Münster, der sämtliche Akten vorlägen. Die Uni Münster hingegen soll gesagt haben, ihr lägen keine Akten vor, die seien beim Bistum. Dass es Dokumente gibt, betont das mutmaßliche Opfer, weil er mit seinem Anwalt Akteneinsicht genommen habe. Bereits 2011 habe das Bistum gesagt, es könne den Geistlichen wegen seiner Demenz nicht befragen, dennoch habe der 2018 gestorbene Beschuldigte noch 2012 eine vierwöchige Gemeindevertretung übernommen.

Quelle: azonline.de


18.12.2019 Sieben New Yorker Missbrauchsopfer haben vor einem Bundesgericht in Manhattan eine Sammelklage gegen den Vatikan eingereicht. Sie werfen dem Vatikan vor, durch die vatikanische Geheimhaltungsvorschrift Missbrauchstätern im Klerus weitere Missbrauchstaten ermöglicht zu haben. Rechtsexperten sehen die Erfolgaussichten der Klage skeptisch. Die Vorsitzende der NGO „Child USA“ und Juraprofessorin an der Universität von Pennsylvania, Marci Hamilton, sagte, Klagen gegen einen souveränen Staat seien schwierig und immer „ein Schuss ins Blaue“.

Quelle: orf


18.12.2019 Der Vorsitzende der Zentralafrikanischen Bischofskonferenz, Bischof Nestor-Desire Nongo-Aziagbia, Bischof von Bossangoa, fühlt sich von der Ordensprovinz der Salesianer in Belgien "verraten". Die zentralafrikanische katholische Kirche sei vom Salesianerorden getäuscht worden, sagte er. Die belgische Salesianerprovinz hatte einen wegen Kindesmissbrauchs und des Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern 2012 verurteilten Pater nach Zentralafrika geschickt, ohne die dortigen Kirchenverantwortlichen über die Vorgeschichte des Täters und das 10-jährige Kontaktverbot mit Minderjährigen zu informieren. Der Salesianerpater hat in einem Flüchtlingslager weitere Kinder missbraucht.

Quelle: katholisch.de


18.12.2019 Betroffene von sexuellem Missbrauch durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst haben ebenso wie Angehörige und gesetzliche Betreuer Betroffener die Möglichkeit, ihr Interesse an einer Mitarbeit im neu einzurichtenden Betroffenenbeirat der DBK bis zum 7.2.2020 zu bekunden. Der Beirat orientiere sich an den Standards des UBSKM und der Erzdiözese Köln. Die Sicht Betroffener soll bei Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch verstärkt einbezogen werden.

Quelle: Domradio   DBK


17.12.2019 Der Weihbischof Thomas Dowd von Montreal zeigt, wie Bischöfe handeln könnten, wenn sie denn wollten. Dowd hörte Gerüchte über den katholischen Priester Brian Boucher und ging den Gerüchten nach. Er identifizierte ein Opfer und begleitete den Überlebenden zur Anzeigeerstattung. Der Beschuldigte wurde wegen sexuellen Missbrauchs von zwei minderjährigen Jungen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Im kirchenrechtlichen Verfahren überließ der Vatikan/die Glaubenskongregation dem Erzbischof von Montreal die Strafe. Der Erzbischof verhängte die Laiisierung, deren Bestätigung durch den Vatikan jedoch noch aussteht.

Quelle: cruxnow.com


17.12.2019 Der päpstliche Botschafter in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, 75, hat seinen Rücktritt beim Papst eingereicht. Papst Franziskus hat ihn angenommen. Ventura hat im Dezember 2019 die Pensionsgrenze erreicht. Ventura wird sexuell übergriffiges Verhalten in mehreren Fällen vorgeworfen. Im Juli 2019 hat der Vatikan die diplomatische Immunität des Nuntius aufgehoben.

Quelle: Domradio


17.12.2019 Die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses für Missbrauchsfälle wurde gegen eine starke interne Opposition im Vatikan durchgesetzt. Das berichten römische Quellen dem amerikan. Presseorgan der Jesuiten. Die Quellen möchten anonym bleiben.

Quelle: americamagazine.org


17.12.2019 Jörg Seisselberg macht im DLF darauf aufmerksam, dass die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses für Missbrauchsfälle nicht für zurückliegende Fälle/Verfahren gilt.

Quelle: srv.deutschlandradio.de


17.12.2019 Kirchliche Missbrauchsopfer begrüßen die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsfällen, weisen jedoch darauf hin, dass sich erst noch zeigen müsse, ob der Vatikan tatsächlich nationalen Anfragen, Vorladungen der Grand Jury und der Strafverfolgungsbehören auf Herausgabe interner Unterlagen über Täter nachkommen werde. Auch der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke ist im Blick auf die Praxis skeptisch. Ob mit der Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsfällen tatsächlich mehr Transparenz erreicht werde, werde sich erst bei der konkreten Umsetzung zeigen.

Der Vatikan hat zwar bisher darauf bestanden, dass das bisherige "päpstliche Geheimnis" Opfern nicht verboten habe, ihre priesterlichen Täter bei der Polizei anzuzeigen. Zugleich hat der Vatikan jedoch nie verlangt, dass Bischöfe und Ordensobere Missbrauch bei der Polizei anzeigen oder auch nur Bischöfe und Ordensobere ermutigt, Anzeige zu erstatten. In der neuen Anweisung schreibt der Vatikan weiterhin nicht vor, dass die Kirche Verbrechen der Staatsgewalt melden müssen. Bislang sahen sich Bischöfe manchmal gezwungen, der Staatsgewalt kanonische Verfahren vorzuenthalten, wenn es keine Erlaubnis des Vatikans gab, Akten an die Staatsgewalt zu geben. Mit dem neuen Gesetz ist eine Genehmigung des Vatikans nicht mehr möglich.

Quelle: apnews.com


17.12.2019 Papst Franziskus hat das "Päpstliche Geheimnis/Secretum pontificium" im Fall von sexuellem Missbrauch durch Priester abgeschafft. Damit können Aussagen in Kirchenprozessen an zivile Behörden gehen. Franziskus hatte kritisiert, diese Regel sei genutzt worden, um Pädophile zu schützen, Opfer zum Schweigen zu bringen und die Strafverfolgungsbehörden davon abzuhalten, Verbrechen zu untersuchen. Nun können auch kirchenrechtlich geschulte Laien in Missbrauchsprozessen als Anwälte auftreten. Der Besitz und die Verbreitung von Darstellungen der Ausbeutung von Kindern ist jetzt bis zum Alter von 18 Jahren strafbar - bisher lag die Altersgrenze bei 14 Jahren. Das Päpstliche Geheimnis wird auch aufgehoben, wenn Bischöfe und Generalobere von Orden selbst Minderjährige missbrauchen oder deren Missbrauch vertuschen. Opfer, Informanten und Zeugen können bei kirchlichen Verfahren zu Missbrauchsvorwürfen nicht mehr zum Schweigen verpflichtet werden.

Quelle: Spiegel   vaticannews   press.vatican.va


17.12.2019 Performance-Theologie gegen Missbrauch - Christian Kern bedenkt die  Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal für das Design der Theologie und zur Möglichkeit, theologisch kritisch zu intervenieren. Dabei knüpft er an die Performance vor dem Würzburger Dom am 8. Dezember an.

Quelle: feinschwarz.net  Leserbrief 1    Leserbrief 2


16.12.2019 Prof. Judith Hahn, Inhaberin des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Ruhr-Universität Bochum, schreibt, es sei dramatisch, wenn sich der Geltungsanspruch des kirchlichen Rechts unter den Gegenwartsbedingungen als soziologisch uneinholbar erweist. Die konkrete Kirchenverfassung ist nach Lumen gentium 8 nämlich wesentliches Strukturmerkmal der irdischen Kirche. Die Spannung zwischen Faktizität und Geltung in der Rechtsordnung der römisch-katholischen Kirche greife daher in die Ekklesiologie aus. 

Quelle: feinschwarz.net


15.12.2019 Hermann Häring sieht in Hans' Küngs Lebenswerk die Grundlage betrachtet -  die real existierende Unfehlbarkeitslehre - , die bis heute die katholische Kirche lähmt.

Quelle: hjhaering.de


15.12.2019 Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt erneut gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen. Der Staatsanwalt Dennis Zahedi teilte mit, dass die Ermittlungen in einem wahrscheinlich nicht-verjährten Fall andauern. Das kirchenrechtliche Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


15.12.2019 In Japan melden sich seit dem Papstbesuch immer mehr Katholik*innen, die von Priestern sexuell missbraucht wurden. Sie fühlen sich alleine gelassen und haben sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zusammengeschlossen. Die japanische Bischofskonferenz hat eine landesweite Untersuchung eingeleitet. Unklar ist, wann die Ergebnisse vorliegen werden. Im November hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, weil ein katholischer Priester eine Frau in Nagasaki sexuell belästigt haben soll. Das Bistum von Nagasaki suspendierte den Priester und teilte als Grund für die Abwesenheit des Priesters eine "medizinische Behandlung" mit. Inzwischen sollen - so Broadcaster Japan News Network - bei den Ermittlungen 21 Fälle bekannt geworden sein. Die Kirche lehnte es ab, sich dazu zu äußern.

Quelle: sumiakai.com


13.12.2019 Der Bischof von Münster, Dr. Genn, hat den 79-jährigen emeritierten katholischen Priester F. Heitmann mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand versetzt. Das Bistum Münster überprüft derzeit alle Dekrete, die sexuellen Missbrauch  betreffen. Frühere Anweisungen wurden im Fall Heitmann dabei verschärft. Die Maßnahmen wurden wegen "Vorgängen" ergriffen, die sich Ende der 60er-/Anfang der 70er Jahre ereigneten. Die vom damaligen Missbrauch betroffene Person wünscht absolute Vertraulichkeit.  

Quelle: wn.de   mv-online.de, 15.12.2019


13.12.2019 Der Jesuitenorden in Chile hat ein 96-jähriges Mitglied nach CiC can. 695 aus dem Orden ausgeschlossen. Der Vatikan sah es als erwiesen an, dass der Ordenspriester von 1968 - 1995 fünf unter 16-Jährige missbraucht hat. Die Vorwürfe wurden dem Orden im Februar 2018 bekannt. Der Verurteilte darf angesichts seines Alters weiterhin in Einrichtungen des Ordens leben und wird dort medizinisch betreut.

Quelle: vaticannews


13.12.2019 Interview mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über die Krise der katholischen Kirche.

Quelle: wwucast.podigee.io


13.12.2019 Im Bistum Hildesheim wurde ein katholischer Pfarrer beurlaubt. Eine Frau wirft ihm vor, sie im Alter zwischen 15 und 18 Jahren Anfang der 1980er Jahre missbraucht zu haben. Das Bistum hat einen pensionierten Berufsrichter beauftragt, die kirchenrechtliche Voruntersuchung zu führen. Eine der vier Ansprechpersonen hat mit der Betroffenen gesprochen, der Bischöfliche Beraterstab hat den Fall beraten. Sowohl die Ansprechpersonen als auch die Mitglieder des Beraterstabs sind externe Fachleute.

Quelle: Domradio


12.12.2019 Die Gemeinschaft „Totus Tuus“ erhält eine Übergangsleitung. Fünf der acht Personen sollen nicht der bisherigen Leitung angehören. Der Gemeinschaft werden geistlicher Missbrauch und sektenartige Strukturen vorgeworfen. Eine Visitation soll im Lauf des Jahres 2020 beendet werden.

Quelle: Kirche und Leben


12.12.2019 Im Erzbistum Freiburg erhalten kirchliche Missbrauchsopfer ab 1.1.2020 erweiterte Hilfsangebote. Dazu können monatliche Zahlungen bis zu 800 Euro und Einmalzahlungen von bis zu 30.000 Euro gehören. Dieses Modell wurde in Kooperation mit Betroffenen erarbeitet. Gefördert werde auch die Einrichtung eines Betroffenenrates.

Quelle: Domradio

12.12.2019 Im Kanton Solothurn meldete sich nun ein über 70-jähriger Mann, der als Kind vom damaligen Priester Alfred O. Amiet (1898–1966), Pfarrer in Trimbach von 1937 - 1964, sexuell missbraucht wurde. Bereits 2011 hatte er das Bistum Basel informiert und einen Antrag auf Psychotherapie gestellt. Er erhielt eine Absage. Das Bistum empfahl ihm den Kontakt zur Kirchengemeinde von Trimbach, den der Überlebende nun aufnahm. Er sprach mit dem Kirchgemeindepräsidenten John Steggerda. In der Kirchengemeinde war der Missbrauch nicht bekannt geworden. Der Kirchgemeinderat fühlte sich verpflichtet, darüber zu informieren. Er entschuldigte sich – und rief Betroffene im Pfarrblatt dazu auf, sich zu melden. Den Täter nannten die Verantwortlichen mit vollen Namen: Alfred Otto Amiet.

Inzwischen ist klar, dass Amiet mindestens vier, vermutlich fünf (oder mehr) Opfer hatte. Ein Opfer sprach erst auf dem Sterbebett von seinem Leid. Bischof Felix Gmür entschuldigte sich für das «unprofessionelle und fehlerhafte Handeln» bei der Kontaktaufnahme des Betroffenen mit dem Bistum, nicht jedoch für den Missbrauch.

Der Missbrauchsbetroffene hat eine Selbsthilfegruppe für Opfer von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld gegründet: www.selbsthilfesolothurn.ch

Quelle: tagblatt.ch

Kommentar: Dass eine betroffene Gemeinde weitere mögliche Opfer aufruft, sich zu melden, ist vorbildlich.


12.12.2019 Nur 10 % des sog. Peterspfennigs gehen tatsächlich an Bedürftige. Zwei Drittel der Einnahmen stopfen hingegen Finanzlöcher im Vatikan-Haushalt, berichtet das "Wall Street Journal".

Quelle: katholisch.de


11.12.2019 Pater Joseph Kristanto Suratman, Sekretär der Seminar-Kommission der indonesischen Bischofskonferenz, räumt ein, dass seine Kommission Berichte von mindestens 56 Missbrauchsüberlebenden erhalten hat. 21 sind Seminaristen und Ordensbrüder, 20 Ordensfrauen und 15 Laien. Viele der Verbrechen seien in Ausbildungszentren für künftige Priester geschehen.

Quelle: vaticannews


11.12.2019 Seit 2001 untersuchte der Vatikan 6.000 Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kleriker. Aber das ist nach Ansicht des spanischen Kirchenrechtlers Jordi Bertomeu kein spezifisches Problem katholischer Kleriker, denn sexuellen Missbrauch gibt es auch in Familien und in anderen Religionsgemeinschaften. Z.B. in der neuen religiösen Gemeinschaft "Unity Church" in Australien. Dort wurden bei 240.000 Mitgliedern 2.500 Missbrauchsfälle gemeldet. Im Vergleich dazu: unter 466.000 kath. Priestern gab es 6.000 Fälle. Auch den Pflichtzölibat hält Bertemeu nicht für einen Risikofaktor.

Quelle: Domradio

Kommentar: Die Studien geben deutliche Hinweise, dass der Zölibat missbrauchsbegünstigend ist. Und das Argument, in Familien gebe es mehr Missbrauch als bei kath. Klerikern, dürfte nicht ziehen: Es gibt ja weltweit viel mehr Familien als kath. Priester.


11.12.2019 Unter dem Titel "Was zögert ihr noch? Die Zukunft gehört nicht den Mutlosen!" haben katholische Laienorganisationen den Schweizer Bischöfen eine "unbegründbare Verzögerung" des kirchlichen Reformprozesses vorgeworfen. Die Schweizer Bischofskonferenz hatte beschlossen, auf Ebene der Diözesen einen Reformprozess zu beginnen.

Quelle: katholisch.de


11.12.2019 In Kalifornien erwarten sechs der zwölf Bistümer, von der Staatsanwaltschaft vorgeladen zu werden. Alle zwölf Bistümer müssen ihre Dokumente zu Missbrauchsvorwürfen gegen Priester aufbewahren, die Bistümer Los Angeles, San Francisco, Sacramento, Fresno, San Jose und Orange müssen ihre Akten vorlegen. Am 1.1.2020 wird in Kalifornien das Zeitfenster für Klageansprüche von Missbrauchsbetroffenen verlängert. Der Generalstaatsanwalt forderte alle Opfer auf, sich an sein Büro zu wenden.

Quelle: Domradio


10.12.2019 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke kommentiert die Reaktionen der Bischöfe und des ZdKs auf die Entschädigungsvorschläge der Arbeitsgruppe: "Nichts gegen die Kritik daran, für Entschädigungen primär auf den Kirchensteuertopf zuzugreifen und damit nicht nur alle Gläubigen, sondern auch die katholischen Missbrauchsopfer selbst mit in Regress zu nehmen. Aber alles gegen das, was hier passiert: Vordergründig gehen die Bischöfe auf die Kritik am geltenden Verfahren ein und beauftragen eine Arbeitsgruppe mit Änderungsvorschlägen. Die zentrale Empfehlung von Entschädigungszahlungen schaffen sie anschließend bereits im Ansatz vom Tisch, indem sie eine Kirchensteuerdiskussion lostreten. Statt mit gutem Beispiel voranzugehen, wollen sie auf andere Täterorganisationen warten, wohl wissend, dass damit eine Entschädigung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben ist. Sollte es wirklich sein können, dass die Bischöfe kirchlich Betroffene erst und nur dann entschädigen wollen, wenn anderen auch außerhalb der Kirche Gerechtigkeit widerfahren ist? Die fahrlässig untätigen oder vertuschenden Hierarchen haben schon bisher erfolgreich den Sand der Verjährung rieseln und Täter- wie Opferleben verstreichen lassen. Sie führen die Verschleppung strategisch oder gedankenlos einfach fort und finden in den katholischen Funktionärslaien willige Helfer.

Und die Betroffenen? Sie erfahren erneut, was sie eigentlich wussten und doch manchmal immer noch nicht glauben wollen: wie trügerisch es ist, von verbal freundlicher Zugewandtheit eines katholischen Bischofs auf seine ehrliche Unterstützungsbereitschaft zu schließen." Lüdecke hat Recht.

Quelle: faz


9.12.2019 Die Ordensschwester Lucy Kalapura wurde von den Franziskanischen Clarissen aus dem Orden ausgeschlossen. Sie hatte sich für die Nonne, die den Bischof Franco Mulakkal wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, eingesetzt. Nun hat sie das Buch "Karthaavinte Naamathil (Im Namen des Herrn") geschrieben. Von der katholischen Theologin Virginia Saldanha, "Indian Women Theologians' Forum", wird das Buch abgelehnt, weilo es Missbrauchsfälle nur anekdotenhaft erzähle. Der evangelische Theologe Valson Thampu sieht darin die Stärke des Buches, weil es den Blick auf das System lenke, nicht auf Einzelpersonen. Unterstützung erhält Kalapura von Pastor Augustine Vattoly, Kerala, der eine facebook-Gruppe inititierte: "Save our Sisters". Auch der Präsident der katholischen Reformbewegung von Kerala, George Joseph, sagt: "Die Kirche steckt in einer echten Krise. Sexuelle Ausbeutung und Folter sowie Missstände hinter Kirchenmauern kommen ans Tageslicht, und es wird noch mehr Schmutz auftauchen."

Quelle: katholisch.de


9.12.2019 Prof. Dr. Thomas Großbölting, Uni Münster, sucht für die vom Bistum Münster in Auftrag gegebene Studie zu Missbrauch im Bistum Münster Personen, die von sexuellem Missbrauch durch Priester und Diakone im Bistum Münster von 1945 bis 2018 betroffen sind oder erfahren haben. Die Wissenschaftler wollen in Interviews Informationen über die Täter, die situativen und strukturellen Begünstigunen der Taten, die Reaktionen der Kirchenleitungen und des kirchlichen Umfelds in den Gemeinden sammeln. Tel.: 0251/83 23178; Email: missbrauchsstudie[at]uni-muenster.de; Flyer

Quelle: Bistum Münster


9.12.2019 Zum 1.1.2020 treten neue Regelwerke zum Umgang mit sexuellem Missbrauch und zur Prävention im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz in Kraft, wenn die Diözesanbischöfe sie in ihrem Bistum einführen. Ein ausnahmsloses Beschäftigungsverbot für sexual-straffällig gewordene Priester nach dem Beispiel der US-Kirche lehnt die Bischofskonferenz aber weiter ab.

Quelle: DBK


9.12.2019 Klaus Mertes positioniert sich gegen Konversionstherapien für Homosexuelle, wie sie von manchen Evangelikalen und Katholiken praktiziert wird: "Katholische Gemeinschaften, Priester und Bischöfe hängen mit drin. Die Täter können sich dabei auf den katholischen Katechismus und das Lehramt berufen, wenn sie unter dem Vorwand von 'Mitleid' (siehe Katechismus Nr. 2357) oder im hohen Verkündigungston der Umkehrpredigt des Evangeliums ('Bekehre dich!') Gewalt ausüben bis hin zu Exorzismen, die nichts anderes als spirituelle Vergewaltigung einschließlich physischer Vergewaltigung sind." Das Buch "Sodom - Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan" von Frédéric Martel und der Film "Wie krank ist Homo-Heilung?" sind bekannt - und es folgen keine Taten.

Quelle: katholisch.de


8.12.2019  Dem Aachener Weihbischof Bündgens wird Untreue vorgeworfen, weil er 127.000 Euro von einer älteren Frau angenommen hat, die möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig war. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller beklagte, dass dieser juristisch noch aufzuklärende Fall den Generalverdacht gegen Kleriker schüre, dass Kleriker ihre Macht zum eigenen Vorteil ausnutzen.

Quelle: katholisch.de


8.12.2019 In Würzburg fand auf dem Domplatz die Gedenkfeiervon Betroffenen sexueller Gewalt für Jesus, statt.

Video


7.12.2019 Die Ordensschwester Mumbi Kigutha sagte während der Panafrikanischen Konferenz über Theologie, Gesellschaft und Pastoral, dass die stark wachsende Zahl afrikanischer Katholiken zu einer stärkeren Übernahme von Leitungsaufgaben in der Weltkirche führe. Zuvor jedoch müsse ein "sauberes Haus" im Blick auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche geschaffen werden. Dazu gehöre auch der Blick auf den Missbrauch von Nonnen.

Quelle: cruxnow


7.12.2019 Ein Pastor der Gemeinden Schalksmühle, Halver, Altena/Nachrodt wurde suspendiert. Das Bistum Essen stellte Strafanzeige. Dem Pfarrer wird vorgeworfen, Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern auf seinem PC zu haben.

Quelle: come-on.de


6.12.2019 Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Ermittlungen mangels Anfangsverdachts des sexuellen Missbrauchs gegen den früheren Pfarrer von Karben, Bistum Mainz, eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren wird fortgeführt.

Quelle: fr


6.12.2019 Der katholische Pfarrer, der in Kevelaer, Bistum Münster, in den 1980er Jahren zwei Mädchen sexuell missbrauchte, eines davon während der Beichte, hatte 2010 Bischof Genn den Missbrauch gestanden, den er nun bestreitet. Das Bistum bestätigte, dass er ein drittes Opfer hatte, das dem Pfarrer geistlichen Missbrauch vorwirft.

Quelle: nrz.de


6.12.2019 CNN hat in einer einjährigen Recherche über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Salesianer-Priester in Kalifornien gefunden, was üblich war (und mancherorts weiter üblich ist): Dass auch der Salesianer-Orden in Kalifornien Ordensmänner, die Minderjährige missbraucht haben, versetzt und die Verbrechen vertuscht hat. Der Salesianer-Orden widmet sich seit 1859 vor allem dem Schutz armer und gefährdeter Kinder. Der Opfer-Berater und ehemalige Benediktiner-Pater Patrick Wall beobachtet, dass auch für die Salesianer Kaliforniens gilt, was auch sonst üblich ist/war: Dass der Orden mehr Mitgefühl für einen angeklagten Priester als für sein(e) Opfer aufbringt.

Quelle: Domradio


5.12.2019 James Grein behauptet, dass er Papst Johannes Paul II. 1988 von dem Missbrauch durch den Priester Theodore McCarrick, der später Kardinal wurde, berichtete. Der Vatikan habe nicht reagiert.Der Missbrauch soll in den späten 1960er Jahren begonnen haben, als Grein 11 Jahre alt war. Missbrauchsorte seien Reisen in andere US-Bundesstaaten und in den Vatikan gewesen. Die Klage richtet sich auch gegen die Diözese Metuchen und die Erzdiözese Newark - ihnen wird grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Quelle: ncronline


5.12.2019 Am 2. Advent, ca 11.15 Uhr veranstalten Betroffene sexuellen Missbrauchs ihre dritte Mahnwache vor dem Würzburger Dom. Alexandra Wolf und Bernhard Rasche teilen mit, dass die Aktion an diesem Sonntag, 8. Dezember, ab zirka 11.15 Uhr beginnt. Nach Aussage des Theologen Wunibald Müller erinnert die Mahnwache daran, dass im kirchlichen Kontext weiterhin sexualisierte Gewalt geschieht: "Sie ermahnt, endlich die radikalen Konsequenzen zu ziehen, die notwendig sind, um sexuellem Missbrauch den Boden zu entziehen." Und sie verstehe sich als Mahnung, die Stimme und den Schrei der betroffenen Opfer nie wieder - wie bislang - zu überhören. Der Bischof und der Generalvikar waren eingeladen, sagten jedoch aus terminlichen Gründen ab.

Quelle: Mainpost

5.12.2019 Die Schweizer katholische Bischofskonferenz will eine unabhängige, wissenschaftliche Untersuchung zu sexualisierter Gewalt in der Kirche seit 1950 durchführen. Die Verantwortung für den Prozess „Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche“ liege bei den Bistümern, beschloss die Bischofskonferenz.

Quelle: vaticannews.va


5.12.2019 Martin Schmitz aus Rhede war zu einem Gesprächsabend über sexuellen Kindesmissbrauch im Priesterseminar Münster. Er berichtete Priesterkandidaten und Mitbewohner*innen des Priesterseminars von seinen Erfahrungen und den zerstörerischen Folgen für das Leben Betroffener. Er betonte, dass Kirche viel stärker pro-aktiv im Blick auf Aufklärung und Aufarbeitung werden müsse.

Quelle: Bistum Münster


5.12.2019 Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens lässt alle Ämter ruhen. Ihm wird vorgeworfen, 127.000 Euro von einer älteren Frau angenommen zu haben, die möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig gewesen sei.  Die Frau hatte ihm eine Kontovollmacht erteilt und Bündgens hat zw. Dez. 2017 und Jan 2018 insgesamt 127.000 Euro auf sein Privatkonto überwiesen. Als Gegenleistung habe der Weihbischof der Frau in einer ihm gehörenden Immobilie in Aachen lebenslanges Wohnrecht eingeräumt. Dazu kam es wegen des Gesundheitszustandes der Frau nicht. Bündgens hat den Betrag inzwischen zurückgezahlt. Offen ist, ob es zu einer Verhandlung kommt.

Quelle: Domradio


4.12.2019 Am Beispiel der US-Kirche sind die Schwächen zu sehen, die aus der Vorgabe resultieren, dass Bischöfe das (Fehl-)Verhalten anderer Bischöfe untersuchen sollen. Erzbischof William Lori, Baltimore, untersuchte die Unterschlagungen und sexuellen Belästigungen des Bischofs Michael Bransfield, Wheeling-Charleston.  Anschließend wurde öffentlich, dass Bischof Lori selbst zu den Bischöfen gehörte, die von Bransfields Geldern profitierten. Anschließend wurde Bischof Nicholas DiMarzio, Brooklyn, mit der Untersuchung des Verhaltens von Bischof Richard Malone beauftragt. Inzwischen wird DiMarzio selbst des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. DiMarzio weist die Anschuldigung zurück.

Quelle: ncronline


4.12.2019 Johannes Heibel, Initiative gegen Missbrauch, hat Papst Franziskus den "mahnenden Mühlstein" (Mt 18,6) im Vatikan übergeben. Der Papst sei sehr bewegt gewesen. "Das ist stark", habe er kommentiert. Der Mühlstein wurde 10 Jahre lang in deutschen Städten gezeigt. Er soll provozieren und ein Zeichen setzen, um Erwachsene an ihre Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern zu erinnern. Der Papst hat entschieden, dass der mahnende Mühlstein vor dem Sitz der Päpstlichen Kinderschutzkommission am Largo Giovanni Paolo II hinter der Audienzhalle Paul VI. aufgestellt werden soll.

Quelle: Mainpost   Domradio


4.12.2019 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Bischof Richard Malone (73), Bistum Buffalo, angenommen. Gründe gab der Vatikan nicht an. Malone wird vorgeworfen, Missbrauch durch Priester, vor allem den Missbrauch eines Seminaristen durch zwei Priester, vertuscht zu haben.

Quelle: ncronline


4.12.2019 Der US-Bischof Fulton Sheen sollte am 21.12.2019 selig gesprochen werden. Nun haben einige US-Bischöfe den Vatikan gebeten, die Seligsprechung auszusetzen und die Causa Sheen erneut zu überprüfen. Dass Sheen Vertuschung von Missbrauch vorgeworfen wirdn, bestätigte der Vatikan bislang nicht.

Quelle: cruxnow.com


4.12.2019 Im Fall des Pfarrers aus dem Bistum Limburg, der jahrelang seinen Neffen sexuell missbrauchte, spricht das Bistum inzwischen selbst von Vertuschung. Der frühere Limburger Landgerichtspräsident Ralph Gatzka bestätigte, dass das Opfer sich bereits 1997 an das Bistum Limburg gewandt hatte. Der damalige Personaldezernent Helmut Wanka räumt inzwischen ein, dass er damals sowohl mit dem Opfer als auch mit dem Priester gesprochen hatte. Er habe sich dafür eingesetzt, dass das Opfer einen Therapieplatz bei einem namhaften Therapeuten erhielt, aber auch der Priester eine psychotherapeutische Behandlung im Recollectiohaus Münsterschwarzach erhielt. Außerdem sorgte der Personaldezernent dafür, dass das Opfer keine Strafanzeige stellte - damals wäre der Missbrauch noch nicht verjährt gewesen. Die Personalakte des Priesters enthält keine Hinweise auf den Vorwurf, die Gespräche und die Therapie. So lässt sich auch nicht klären, ob der damalige Bischof Kamphaus und der Generalvikar informiert waren. Gatzka vermutet, dass der Personaldezernent ohne Wissen seiner Vorgesetzten handelte. Beim Wohnortwechsel ins Bistum Bamberg blieben die Vorgänge unerwähnt.

Quelle: eppsteiner-zeitung.de


3.12.2019 Die Staatsanwaltschaft Trier hat das Ermittlungsverfahren gegen einen Ruhestandspriester aus dem Bistum Trier wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs wegen Verjährung eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren, das während der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ruhte, wird wieder aufgenommen. Der Beschuldigte bestreitet den Missbrauchsvorwurf.

Quelle: swr.de


3.12.2019 Bischof Genn, Münster, bittet in Wadersloh um Entschuldigung für die eigenen Fehleinschätzungen im Fall eines des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Priesters.

Quelle: kirche-und-leben.de


3.12.2019 Der Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig fordert eine neue Sexualmoral angesichts der Missbrauchskrise. Dazu gehört auch eine andere Sichtweise auf Homosexualität.

Quelle: katholisch.at


3.12.2019 In 15 US-Bundesstaaten wurde das Zeitfenster für Klagen von Missbrauchsopfern erweitert. Diese Regelung führt voraussichtlich dazu, dass auf die US-Kirche Tausende Klagen zukommen. Allein in New York, New Jersey und Kalifornien rechnen Opferanwälte mit mindestens 5.000 neuen Klagen. So könnten auf die US-Bistümer mehr als vier Milliarden Dollar Entschädigungszahlungen zukommen. Bisher sind bereits 20 Bistümer in Konkurs gegangen. - Gegen den Ex-Kardinal McCarrick wurde bereits eine Klage eingereicht.

Quelle: katholisch.de


3.12.2019 Der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann empfiehlt der katholischen Kirche, Priester, die Minderjährige missbrauchten, "mit der Sanftmut Jesu" zu begleiten und in ihnen auch Opfer zu sehen, denn sie hätten ihre Verbrechen nicht in Freiheit verübt. Für Täter sei es ein langer Weg, bis sie spüren, was sie getan haben.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: In Mt 18,6 sagt Jesus: "Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt (σκανδαλίζειν - skandalizein), für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde." - Das klingt als präventive Maßnahme nicht gerade sanftmütig. Zudem ist ein Opfer nicht weniger Opfer, wenn der Täter selbst Opfer war.


3.12.2019 Im Bistum Mainz sollen Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer nicht mehr wie bisher aus Kirchensteuermitteln gezahlt werden. In Rottenburg-Stuttgart und Freiburg werden keine Kirchensteuermittel für Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer verwendet.

Quelle: katholisch.de


3.12.2019 Rechte und Pflichten: Aufarbeitungsprozesse in Institutionen. Empfehlungen zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs: "Aufarbeitung soll:

das Schweigen beenden, das Betroffene oft zu lange begleitet hat,

das Recht der Betroffenen auf Schutz und Zeugenschaft einlösen,

das erlittene Unrecht und dessen Folgen für die Betroffenen benennen,

aufdecken, welche Taten, Täter und Täterinnen sowie Mitwissende und Vertuschende es gab,

aufzeigen, welche Umstände den sexuellen Missbrauch begünstigt und die Aufdeckung verhindert haben,

Unrecht anerkennen und Formate des Erinnerns entwickeln,

Konsequenzen für die Gegenwart und den Schutz von Kindern und Jugendlichen heute ziehen."

Quelle: Aufarbeitungskommission.de


3.12.2019 Johann Baptist Metz, dem ich viele Anregungen verdanke, ist tot. "Die den Glauben Israels beunruhigende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde im Christentum allzu schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen." (Memoria Passionis. Ein provozierendes Gedächtnis in pluralistischer Gesellschaft, Freiburg 2006, S. 57)

Ein Nachruf von Edmund Arens: Gottespassion und Compassion


3.12.2019 Thomas Schüller über "Macht und Ohnmacht aus kirchenrechtlicher Sicht – ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um Macht und Machtmissbrauch in der katholischen Kirche"

Quelle: futur2.org


3.12.2019 Rainer Bucher schaut das Versprechen an, das die katholische Kirche angesichts des Missbrauchsskandals geben muss und beobachtet, dass es bereits mit dem Bekenntnis nicht nur gut steht. Auch das Versprechen, die Überlebenden zu hören, wird nur zögerlich gegeben und nur zögerlich realisiert. Die Versprechen, Konsequenzen zu ziehen - Amtsüberhöhung des Priesters, männerbündische Klerikalkultur, Überwindung einer absolutistischen kirchlichen Rechtsstruktur, grundlegende Gewaltenteilung, Reform der kirchlichen Sexualmoral -, würde zu einem Bruch mit der katholischen Identitätspolitik der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte führen. In Gaudium et Spes hat die Kirche das Versprechen gegeben, "allumfassendes Sakrament des Heiles" zu sein, "welches das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen zugleich offenbart und verwirklicht" (GS 45). Neu am Skandal ist nicht das Böse in uns und in der Kirche, neu ist seine Aufdeckung. Als Hoffnung zitiert Bucher Brecht: "Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine" und sieht darin noch die größte Hoffnung.

Quelle: feinschwarz.net



Quelle: bmfsfj.de


2.12.2019 Erzbischof Stanislaw Gadecki, Posen, hat um Entschuldigung für den Skandal um seinen Vorgänger Juliusz Paetz gebeten. Paetz werden sexuelle Übergriffe gegen Priesterseminaristen vorgeworfen. Ermittlungsergebnisse des Vatikans wurden nie veröffentlicht. Der Beschuldigte beteuerte bis zuletzt seine Unschuld und zeigte nie Reue. Im März 2002 nahm Papst Johannes Paul II. den Rücktritt ohne Angabe von Gründen an.

Quelle: vaticannews


2.12.2019 Der mahnende Mühlstein ist bei Papst Franziskus angekommen.

Video


2.12.2019 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich gegen eine Verwendung von Kirchensteuermitteln für Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs gewandt.

Quelle: katholisch.de 


2.12.2019 Doris Reisinger berichtet, dass es für viele Betroffene bis heute immer noch reine Glückssache ist, wie mit ihnen umgegangen wird: "Besonders wenn Täter oder Täterinnen Ordensleute sind, sind Betroffene oft zum Scheitern verurteilt. Dann waschen sich die Bistümer die Hände in Nichtzuständigkeit. Die Orden (nicht alle, aber eben manche) blocken ab. Die Ordensoberenkonferenz ist nicht weisungsbefugt. Die Religiosenkongregation in Rom scheint auch nicht zuständig. Die Opfer bleiben ohnmächtig zurück. «Organised Irresponsibility», organisierte Verantwortungslosigkeit, nennt das die irische Sozialwissenschaftlerin Marie Keenan. Hinzu kommt: Vertuschung und Mitwisserschaft sind als Probleme in ihrer ganzen Tragweite noch kaum im Blick. Bischöfe, die Täter systematisch gedeckt und versetzt haben, wurden dafür selten belangt – geschweige denn die römischen Behörden, die dieses Versetzungssystem nachweislich befördert haben."

Quelle: forum-pfarrblatt.ch


2.12.2019 Rainer Bucher analysiert die Kirchensituation: "Spätestens im Missbrauchsskandal entdeckt die katholische Kirche die epochale Krisenhaftigkeit ihrer bisherigen Machtkonstellationen. Denn dieses Scheitern wird ihr im Unterschied zu früheren Indikatoren wie gesellschaftstheoretischen Analysen oder religionssoziologischer Empirie nun unausweichbar, nämlich als fundamentales Scheitern vor ihrem eigenen Anspruch präsentiert und nicht nur als immer heillos schwacher wissenschaftlicher Diskurs...Die hotspots dieses Scheiterns sind der Faschismus, der Missbrauchsskandal – und das sich abzeichnende Ende des Patriarchats wird der nächste sein. Mit dem Faschismus scheiterte der Kirche Flirt mit autoritären Staatsmodellen, mit dem Missbrauchsskandal ihr Versuch, ihre schwindende Relevanz kulturkämpferisch in der Regulierung sexueller Praktiken zu kompensieren. Die alte klerikale Liaison mit dem Patriarchat aber wird in einer Gesellschaft, die ihre Geschlechterordnung umbaut, und zwar in Richtung ohne Zweifel christlicher Werte wie Gerechtigkeit und Fairness, unter den Bedingungen deregulierter Religionsnutzung notwendig marginalisiert bis zur Exkulturation werden."

Quelle: feinschwarz.net


2.12.2019 Die Theologin, Psychologin und Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Schwester Katharina Kluitmann, erklärt, warum nur so wenige Frauen und Ordensfrauen von sexuellem Missbrauch berichten: Die Scham- und Schuldgefühle der Betroffenen sind "ein psychologischer Mechanismus, der teils auch eine Schutzfunktion hat." Das sei der Grund, warum sich viele Frauen nicht melden. Doch selbst wenn sie sich trauten, werde ihnen meist nicht geglaubt. Hinzu komme eine kollektive Scham in den Gemeinschaften nach dem Motto: 'Das darf doch einer bei uns nicht passieren.' Jeder Missbrauch – sei er sexueller, emotionaler oder geistlicher Art – sei immer auf einen Machtmissbrauch zurückzuführen.

Quelle: katholisch.de


30.11.2019 In Graz fand ein interdisziplinäres Symposium "Geistiger Missbrauch" statt.

Quelle: kathpress.at


30.11.2019 Der katholische Pfarrer, der in Kevelaer, Bistum Münster, während der Beichte in den 1980er Jahren ein Mädchen sexuell missbrauchte, hat den Missbrauch gestanden. Zudem soll er ein drittes Opfer geistlich missbraucht haben. Bischof Genn wird am kommenden Dienstag zu einem Gespräch nach Waldliesborn kommen.

Quelle: hellwegradio.de


30.11.2019 Kai Moritz, Opfer eines Priesters, redet so offen von seinem Missbrauch, weil er andere Betroffene ermutigen will, ebenfalls ihr Schweigen zu brechen.

Quelle: mainpost.de


30.11.2019 Bischof Franz-Josef Overbeck reagiert mit Bestürzung auf den jüngsten Missbrauchsskandal in der St. Joseph-Gemeinde in Wattenscheid. Die Geschichte des Falls beweise den „unverantwortlichen Umgang mit Missbrauchstätern in den eigenen Reihen“. Nun sollen alle Personalakten von einem wissenschaftlichen Institut in München erneut durchleuchtet werden.

Quelle: vaticannews.va


29.11.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung haben sich auf Eckpunkte künftiger Strukturen der Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle geeinigt. Sichergestellt ist, dass Betroffene an der Aufarbeitung mitwirken und dass kirchliche Betroffene bestmögliche Unterstützung bei der individuellen Aufarbeitung erhalten. Diese Eckpunkte werden in einem innerkirchlichen Prozess nun abgestimmt, so dass sie im Frühjahr 2020 gültig werden können. Bischof Ackermann setzt darauf, dass "sich alle Erzbischöfe und Bischöfe unserem Konsens anschließen.“

Quelle: Bistum Trier


29.11.2019 Die evangelische Kirche in Bayern hat vor, den Schutz vor sexuellem Missbrauch zu stärken. Die Synodalen und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm forderten bei der Herbstsynode in Garmisch-Partenkirchen eine neue Fachstelle, in der die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt sowie deren Verhinderung künftig gebündelt werden sollen. Geplant ist auch eine externe Studie, die Analyse von Einzelfällen sowie die Aufdeckung von Strukturen, die sexuelle Übergriffe ermöglichen und deren Aufdeckung behindern.

Quelle: sonntagsblatt.de


28.11.2019 Daniel Bogner weitet den Blick auf die Aufgabe des Synodalen Weges und seine Möglichkeiten: "Was könnte das biblische Verständnis von Freiheit heute bedeuten? Es ist die Aufforderung, die eigene Lebenswirklichkeit in allen ihren Kontexten immer wieder darauf hin zu prüfen, wo man sich „fremden Mächten und Gewalten“ (Kol 2,15) unterwerfen muss. Wo bin ich, wo sind wir als Glaubende daran gehindert, die in Gott zugesprochene Befreiung real erfahren und in verantwortlichem Handeln und Gestalten umsetzen zu können? Wo dies hingegen möglich ist, erfährt der Mensch, was der Psalmist bekennt: „Du hast den Weg vor mir frei gemacht. Nun kann ich ohne Straucheln vorwärts gehen.“ (Ps 18,37 / Gute Nachricht Bibel)"

Quelle: feinschwarz.net


28.11.2019 Kardinal Barbarins Berufungsverfahren hat begonnen. Er war zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er nach Übernahme der Diözese Lyon im Jahr 2002 von den Taten des Priesters Preynat erfahren habe, jedoch so lange geschwiegen habe, bis der Fall 2015 durch Aussagen eines Opfers öffentlich wurde. Kardinal Barbarin sagte: „Ich verstehe nicht, wessen ich schuldig sein soll und was die Taten sind, die man mir vorwirft.“

Quelle: orf


28.11.2019 Der Salesianerorden in Belgien hat seine Entscheidung verteidigt, den 2012 wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Pater Luk Delft 2013 in die Zentralafrikanische Republik geschickt zu haben. Der dortige belgischstämmige Bischof Albert Vanbuel war über Delfts Hintergrund informiert und habe sich bereit erklärt, ihn vor Ort zu beaufsichtigen. Allerdings habe der Bischof "eindeutig keine Ahnung" gehabt, wie er mit einem Pädophilen umgehen müsse. Der Pressesprecher des Ordens, Pater Carlo Loots, ist der Ansicht, dass solche Menschen "eine neue Chance verdienen".

Quelle: katholisch.de


28.11.2019 Die Erfurter Dogmatikerin Julia Knop sieht - neben Hoffnungen, die sie in den Synodalen Weg setzt, das Grundproblem darin, dass die Synodalversammlung stark klerikal geprägt ist. Bei 69 Bischöfen und knapp 40 weiteren Geistlichen ist fast die Hälfte der Delegiertenplätze mit Klerikern besetzt. Daher sei der Frauenanteil  "peinlich gering". "Vertreter der Missbrauchsopfer wurden nicht strukturell berücksichtigt. Wissenschaftler sind in der Synodalversammlung kaum vorgesehen." Zudem fehlten die Religionslehrer. Knop glaubt, es sei ein Fehler, dass die Beschlüsse für die Bischöfe nicht bindend sind. Zudem hätten die Bischöfe laut Satzung die Möglichkeit, die Umsetzung der Beschlüsse in ihrem Bistum zu verhindern und ihre Stimmen seien mehr wert als die Stimmen anderer Delegierter. Knop hofft, dass der Synodale Weg ülber Deutschland hinaus eine Dynamik auslösen soll, da die Themen des Weges auch weltkirchlich wichtig seien.

Quelle: katholisch.de


28.11.2019 Der Weihbischof von Münster, Stefan Zekorn, benennt auf einer Veranstaltung in Recklinghausen Bischof Heinrich Tenhumberg, Bischof Reinhard Lettmann, den Personalreferenten Wilhelm Stammkötter und den späteren Hamburger Bischof Werner Thissen als Verantwortliche für die Vertuschung im Fall des Kölner Priesters, der trotz Verurteilung wegen sexuellem Missbrauch (1972 und 1988) im Bistum Münster eingesetzt wurde. Zekorn berichtet, er habe ca 1984 von dem Missbrauch erfahren: „Ich habe das all die Jahre gewusst – und ich habe darüber nicht geschwiegen.“ Er habe den Fall auch gegenüber der Bistumsleitung immer wieder angesprochen: „Bis ich 2011 Weihbischof wurde, war ich nie in der Situation, dass ich etwas hätte ändern können. Auf meine entsprechenden Äußerungen zuvor habe ich keine andere Antwort bekommen als diese: Das geht dich nichts an.“ Karl Render, Personalreferent im Generalvikariat Münster, sagt: „Ein solcher Fall würde heute das sofortige Ausscheiden aus dem Dienst und Ausscheiden aus dem Priestertum bedeuten.“ - In der Veranstaltung wird das Unverständnis deutlich, dass weder Bischof Genn noch Regionalbischof Lohmann teilnehmen. Ein Betroffener beklagte, dass 2015 sechs Bischöfe an der Beisetzung des aus Deutschland stammenden Bischofs von Trondheim, Georg Müller, der 2009 wegen Missbrauchs zurücktrat, teilgenommen haben - für die Beisetzung eines Täters hätten die Bischöfe Zeit gehabt.

Ein anderer Betroffener berichtet über einen Geistlichen, Pfarrer S., der ihn während dessen Zeit in Wesel-Büderich missbraucht habe. Der Betroffene habe sich 1989 an den damaligen Generalvikar Werner Thissen gewandt, Ende der 90er Jahre habe er Bischof Lettmann und den damaligen Regionalbischof Janssen und erneut Thissen kontaktiert - niemand konnte sich erinnern. Der Betroffene zieht daraus den Schluss, dass bis heute vertuscht wird. Inzwischen haben sich fünf Opfer des Pfarrer S. gemeldet. Weihbischof Zekorn sagte zu, wegen des Falls von Pfarrer S. tätig werden zu wollen.

Quellen: kirche-und-leben.de   katholisch.de


27.11.2019 Doris Reisinger berichtet: „Bei einer Nachbesprechung der Tagung [von Frauen in Siegburg] wurde schon deutlich, dass die Bischofskonferenz zum Beispiel die Kontaktstelle für betroffene Frauen nicht einrichten wird.“

Quelle: taz


27.11.2019 Die Missbrauchskommission der irischen Regierung hat die Anzahl der Kinder, die im Ryan-Bericht zitiert wurde von 170.000 auf 42.000 Kinder korrigiert.  Inzwischen wurden mehr als 1,4 Milliarden Euro an ehemalige Heimkinder ausgezahlt, die in Kinderheimen von 18 Orden körperlichen oder sexuellen Missbrauch erlitten haben.

Die Erzdiözese Dublin gab bekannt, dass die Werbung für den Besuch von Papst Franziskus 2018 in Irland zum Weltfamilientreffen zu einer Zunahme der Zahl der Menschen führte, die sich wegen sexuellem Missbrauch durch Priester meldeten. Der im November 2019 veröffentlichte Jahresbericht der Diözesen zeigte, dass es mehr als 20 neue Missbrauchsvorwürfe gegen Kleriker gibt (2017: 14 neue Anzeigen).
Quelle: ncronline.org


27.11.2019 Kardinal Marx und ZdK-Präsident Sternberg haben einen Brief an die Katholik*innen in Deutschland geschrieben, in dem sie die Gläubigen bitten, sich online an den Fragen und Diskussionen zu den vier Foren des Reformprozesses zu beteiligen. Die offizielle Internetseite www.synodalerweg.de geht am ersten Advent online.

Quelle: Katholisch.de


27.11.2019 Der ehemalige Bischof der Diözese Wheeling-Charleston, Michael J. Bransfield, soll 792.638 US-Dollar Schadensersatz zahlen. Das Geld soll in einen Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche gehen. Das sagte der aktuelle Bischof, Mark E. Brennan.

Quelle: Spiegel


27.11.2019 Heute übergibt Johannes Heibel, "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen" den "mahnenden Mühlstein" im Rahmen der Generalaudienz dem Papst.

Zehn Jahre lang tourte der „Mahnende Mühlstein“ der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Siershahn durch deutsche Großstädte und Bistümer. An diesem Mittwoch gegen 9.30 Uhr will der Vorsitzende und Gründer der Initiative, Johannes Heibel, den 1,4 Tonnen schweren Mühlstein bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom als Mahnmal gegen sexuellen Missbrauch an Papst Franziskus übergeben.

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https://www.rhein-zeitung.de/ar.1953631Siershahn/Rom, 25.11.2019, 19:52 Uhr

Mahnmal gegen Missbrauch: Wäller schenken dem Papst einen Mühlstein
Zehn Jahre lang tourte der „Mahnende Mühlstein“ der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Siershahn durch deutsche Großstädte und Bistümer. An diesem Mittwoch gegen 9.30 Uhr will der Vorsitzende und Gründer der Initiative, Johannes Heibel, den 1,4 Tonnen schweren Mühlstein bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom als Mahnmal gegen sexuellen Missbrauch an Papst Franziskus übergeben.

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Quelle: rhein-zeitung.de


26.11.2019 Ein Film auf arte: Wir krank ist Homo-Heilung?


26.11.2019 Die Autoren Burkhard Hose, Stefan Jürgens, Siegfried Modenbach und Bernd Mönkebüscher erwarten vom Synodalen Weg konkrete Beschlüsse. Sie distanzieren sich sich „von einem System, das die sexualisierte Gewalt ermöglicht, gedeckt und verschleiert“ habe. Betroffen mache sie das Leid der Opfer, aber auch die „Leidensgeschichten von Kollegen, die innerhalb des kirchlichen Systems krank geworden sind oder vereinsamen“.

Quellen: kirche-und-leben.de   katholisch.de


26.11.2019 Bei einer Umfrage unter 2.700 US-amerikanischen Kirchenmitarbeiter*innen halten 39 Prozent sexuellen Missbrauch auch für ein Problem der Gegenwart. Unter den Priestern stimmten 26 % der Befragten zu, unter den Laien 40 %, bei Ordensfrauen sogar 56 %. 81 % sind der Meinung, dass ihre Pfarrei angemessen mit Missbrauchsfällen umgeht, aber nur ca 50 % würden ein Kind aus ihrer Familie ohne Bedenken einem Priester über Nacht anvertrauen.

Quelle: katholisch.de


26.11.2019 Dr. Werner Kleine findet harte und klare Worte in: Das Kartenhaus. Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen


26.11.2019 Der Münsteraner Generalvikar Klaus Winterkamp sagt: „Ich kann auch nur kopfschüttelnd davorstehen“. Die Entscheidung des damaligen Bischofs Heinrich Tenhumberg (1915-1979) und seines Personalreferenten, den zuvor inhaftierten Priester ins Bistum Münster zu holen, sei „vollkommen verantwortungslos“ gewesen. Die beiden hätten von der Vorgeschichte gewusst; ihr Verhalten sei nicht zu erklären.

Kommentar: Ich verstehe nicht, warum der Generalvikar sich den Einsatz eines wegen Missbrauchs verurteilten Priesters nicht erklären kann. Es ging um Täterschutz und Schutz der Institution Kirche.


25.11.2019 In Argentinien wurden zwei katholische Priester und ein Gärtner der Gehörlosenschule des Institus Provolo, Mendoza, wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Das Gericht sah 20 Fälle als erwiesen an. Der Argentinier Horacio Corbacho, 59, wurde zu 45 Jahren Haft verurteilt. Der Italiener Corradi wurde zu 42 Jahren verurteilt, der Gärtner Armando Gomez zu 18 Jahren. Die Vorwürfe stammen aus dem Zeitraum zwischen 2005 und 2016. Corradi wurde bereits in Verona, Italien, von einem Schüler des dortigen Instituts Provolo des Missbrauchs beschuldigt. Der Vatikan soll dem "Guardian" zufolge seit 2009 von den Vorwürfen gewusst haben. Die "Washington Post" (Triggergefahr!) berichtete im Februar 2019, dass ranghohe Kleriker des Vatikans und auch Papst Franziskus über die Vorwürfe u.a. gegen Corradi gewusst haben.

Quelle: Spiegel

s.auch cruxnow.com   catholicherald.co.uk   ibtimes.co.uk   badische-zeitung.de  general-anzeiger-bonn.de


25.11.2019 Anne Rossenbach, Sozialdienst katholischer Frauen Köln, stellt fest, dass es nicht leichter geworden ist, das Thema Gewalt gegen Ordensfrauen anzusprechen und anzugehen. Papst Franziskus habe zwar selbst eingeräumt, dass es Missbrauch an Ordensfrauen gibt - aber trotzdem sei nichts passiert. "Die Fälle, die bekannt geworden sind, waren Fälle von geistlichen Gemeinschaften, von jungen Frauen, die materiell ganz arm sind und mittellos einen Orden verlassen müssten, würden sie diesen Missbrauch bekannt machen. Zumindest ist es in den Fällen so gewesen, die bekannt geworden sind." Rossenbach weist auf gewaltlos.de hin und andere Hilfen eines breiten Netzes für betroffene Frauen. 

Quelle: Domradio


25.11.2019 Mehr als 114.000 Frauen sind nach Angaben der Bundesfrauenministerin Franziska Giffey im vergangenen Jahr Opfer von Partnerschaftsgewalt geworden. Insgesamt seien 2018 von solchen Übergriffen etwa 140.000 Menschen betroffen gewesen. Der Frauenanteil unter den Opfern beträgt demnach mehr als 81 Prozent.

Quelle: Spiegel


25.11.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert den "synodalen Weg", er sei zu unverbindlich, es gebe zu wenig Mitspracherecht für die Laien; letztlich hätten die Bischöfe oder Rom das letzte Wort. Kirchenrechtlich gebe es keinen "synodalen Weg". Schüller empfiehlt ein Vorgehen wie in der Würzburger Synode, um zu erreichen, dass die gefassten Beschlüsse die Bischöfe binden. In der Würzburger Synode war es möglich, Papst Paul VI. davon zu überzeugen, abweichend vom geltenden Kirchenrecht für eine Bischofssynode auf nationaler Ebene auch Laien Stimmrecht zu geben.

Quelle: katholisch.de


24.11.2019 Der argentinische ehemalige Bischof von Oran, Zanchetta, dessen Aufenthalt der argentinischen Justiz unbekannt war, ließ durch seinen Anwalt sagen, dass er nach Argentinien reisen wird und der Justiz zur Verfügung steht. Zwei Priesteramtsanwärter werfen ihm sexuellen Missbrauch vor. Er weist die Anschuldigungen zurück.

Quelle: vaticannews


24.11.2019 Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat Fehler des Bistums im Umgang mit einem wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Ruhestandsgeistlichen in der Bochum-Wattenscheider Gemeinde St. Joseph eingestanden. „2002 hat das Bistum eine Entscheidung getroffen – und die war falsch. Ein mehrfach verurteilter Missbrauchstäter darf nicht mehr in der Seelsorge tätig werden.“ Wer die Entscheidung getroffen hat, sagte der Bischof nicht. 

Quelle: Bistum Essen


24.11.2019 Der Freiburger Erzbischof Burger spricht sich gegen eine Zahlung von Entschädigungen für Missbrauchsopfer aus den Kirchensteuereinnahmen aus.

Quelle: katholisch.de


24.11.2019 Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zantralkomitees der deutschen Katholiken, sagt: "Ich empfinde es eher als hilflos, wie die Deutsche Bischofskonferenz gerade mit der Frage der Entschädigung hantiert. Es wäre gut, sie würden sich staatliche Hilfe an die Seite holen und gemeinsam mit dem Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung darüber reden. Sie können auch alle anderen Gruppen hinzuziehen, in denen auch sexuelle Missbräuche offensichtlich wurden. Man kann gemeinsam entscheiden, was der richtige Weg ist und welche Möglichkeiten es für die Opfer gibt. Ein alleiniger kirchlicher Sonderweg wird nicht tragen. Wir müssen achtgeben, dass es nicht Täter erster und zweiter Klasse oder Opfer erster und zweiter Klasse gibt. Das hört sich jetzt ein bisschen lapidar an, aber ich meine damit, dass jedes Opfer ein Recht darauf hat, dass sein oder ihr Fall sauber juristisch verfolgt wird und sie entsprechend auch dann Unterstützung bekommen. Dafür sind die Bischöfe im Moment – so sehen wir es im ZdK – alleine nicht in der Lage, das gut zu händeln."

Quelle: Domradio.de


23.11.2019 Die UN haben ihre Zusammenarbeit mit Caritas Internationalis in der Zentralafrikanischen Republik vorläufig beendet. Die Gründe liegen in Missbrauchsvorwürfen gegen den bisherigen Landesdirektor der Caritas. Der Direktor, Luk Delft, Salesianer aus Belgien, war 2012 in Belgien wegen Kindesmissbrauch und des Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern verurteilt worden. Trotz der Verurteilung sei er 2013 in die Zentralasiatische Republik versetzt worden, wo er erneut Minderjährige sexuell missbrauchte.

Quelle: katholisch.de  

Über die unterschiedlichen Zuständigkeiten und die Versäumnisse, die es Delft erlaubten, weiterhin mit Kindern zu arbeiten, informiert cruxnow.com.


23.11.2019 Bischof Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), sagt, Gewalt gegen Frauen beträfe auch die Kirche. Aus den Erfahrungen mit Missbrauch an Frauen in Kirche und Orden ergäben sich Konsequenzen: "Wir stellen uns dieser Frage und werden handeln."

Quelle: katholisch.de


23.11.2019 Kardinal Wölki, Köln, schämt sich dafür, dass ein zweimal wegen Kindesmissbrauch verurteilter kath. Priester zwischen drei Bistümern (Köln, Essen, Münster) hin- und hergeschoben wurde. Er hat eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse im Frühjahr 2020 veröffentlicht werden sollen. Dabei sollen auch Namen der für die Versetzung des Täters/der Täter Verantwortlichen genannt werden.

Der Geistliche aus dem Erzbistum Köln war 1972 wegen "fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen" zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Seit 1973 konnte er im Bistum Münster wieder in der Seelsorge arbeiten. Dort wurde er erneut auffällig und erhielt 1988 eine Bewährungsstrafe. Daraufhin setzte ihn sein Heimatbistum in einem Kölner Altenheim ein. Im Ruhestand konnte er von 2002 bis 2015 ungehindert in der Pfarrseelsorge in Bochum-Wattenscheid mitarbeiten.

Quelle: Domradio


22.11.2019 Das US-amerikanische Jesuitenmagazin berichtet von einer AP-Untersuchung über die Arbeitsweise und Wirksamkeit der US-amerikanischen Ausschüsse, die den Umgang der Bischöfe mit kirchlichen Missbrauchsopfern prüfen sollten - National Review Board for the Protection of Children and Young People, 2002 eingerichtet. Diese unabhängigen Laiengremien sollten Vorwürfe prüfen und sicherstellen, dass keine Priester-Täter im Dienst bleiben. Eine Untersuchung der Assosiated Press ergab, dass die Verpflichtungen weitgehend nicht eingehalten wurden. So ernannten Bischöfe die Mitglieder des Untersuchungsausschusses. Die Prüfungsausschüsse arbeiteten im Geheimen, untergruben die Ansprüche von Betroffenen, schützten beschuldigte Priester und halfen der Kirche, Auszahlungen zu vermeiden. AP fand Fälle, in denen die Vorstandsmitglieder selbst Geistliche waren, die wegen sexuellen Fehlverhaltens angeklagt waren. Betroffene berichteten, dass sie mit Feindseligkeit und Erniedrigung behandelt wurden. Bischöfe, die von AP zu Interviews angefragt wurden, reagierten nicht. Andere verwiesen auf die Bischofskonferenz, die ebenfalls nicht reagierte.

Die Bischöfe wählen die Fälle aus, die an den Prüfungsausschuss gehen. Sie bestimmen, welche Beweismittel die Mitglieder der Prüfungsausschüsse sehen und bestimmen die Kriterien, die für eine begründete oder glaubwürdige Anschuldigung gelten. Manchmal entscheiden die Bischöfe, dass ein Fall nicht glaubwürdig ist, obwohl dert Prüfungsausschuss ihn als glaubwürdig befunden hat.

Quelle: americamagazine


22.11.2019 Der Direktor der Caritas in der Zentralafrikanischen Republik, Luk Delft, Mitglied der Salesianer in Belgien,hat seit 2013 mindestens zwei Jungen missbraucht. Der 50-Jährige sei erst von seinen Aufgaben entbunden worden, nachdem die Leitung des Ordens mit den Vorwürfen konfrontiert wurde. Nach Angaben von CNN wusste der Orden von den pädophilen Neigungen des Paters. Der Pater war 2012 in Belgien wegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie verurteilt worden.

Quelle: Katholisch.de  edition.cnn.com


22.11.2019 kfd, KDFB und SkF - katholische Frauenverbände - fordern die Deutsche Bischofskonferenz auf, durch Priester und Ordensleute missbrauchte (Ordens-)Frauen zu unterstützen. Die Bischöfe sollten "konkrete Maßnahmen zur Hilfe und Unterstützung" ergreifen. Die Frauenverbände fordern, dass auch Straftaten an über 18-jährigen Betroffenen erfasst, veröffentlicht und straf- und kirchenrechtlich verfolgt werden müssen. In einem Buchprojekt des KDFB sollen Erfahrungen gesammelt werden.

Quelle: katholisch.de


22.11.2019 Das Child Rights International Network (CRIN), London, untersucht das Ausmaß des Missbrauchs durch Kleriker und der Vertuschung durch die Kirche in lateinamerikanischen Ländern. CRIN spricht von einer "dritten Welle" des Missbrauchs. Die katholische Kirche in Lateinamerika habe systematisch versucht, die Skandale zu unterdrücken: Priester, die Minderjährige missbrauchten, wurden von einer Pfarrei zu anderen oder von einem Land in ein anderes versetzt; Opfern wurde Schweigegeld gezahlt; ihnen wurde die Schuld zugewiesen; ihre Glaubwürdigkeit wurde untergraben. Sie wurden manipuliert, damit sie keine rechtlichen Schritte einleiteten. Auf die Medien wurde Druck ausgeübt, damit sie nicht über das Thema berichten.

Quelle: Cruxnow


22.11.2019 Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidenten des ZDKs, votiert für die Beteiligung des ZDKs am synodalen Weg. Sie hofft, dass es diesmal - anders als beim Gesprächsprozess - wirklich ernst gemeint ist und eine Art Selbstverpflichtung zur Umsetzung gibt. „Wir brauchen keine Beschäftigungstherapie“, sagt sie.

Quelle: DLF

22.11.2019 Bischof Genn, Münster, schreibt in einem Brief an die Gläubigen des Bistums: "Verurteilte Missbrauchstäter oder auch Priester, bei denen es strafrechtlich oder kirchenrechtlich unstrittig ist, dass sie Kinder oder Jugendliche missbraucht haben, dürfen nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt werden. Alle priesterlichen Dienste müssen ihnen untersagt werden." Bischof Genn sagt: "Ich habe Fehler gemacht!" und  bezieht sich dabei auf zwei öffentlich bekannt gewordene Fälle: auf den Fall eines Priesters aus dem Erzbistum Köln, der nach Münster und Essen versetzt wurde und auf den Missbrauch durch einen Priester in Kevelaer.

Quelle: antennemuenster.de

Kommentar: Wie oft noch hören wir, dass Missbrauchstäter nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt werden? Und wie oft hören und erleben wir, dass genau das nach wie vor geschieht? Und warum sind die Bischöfe und emeritierten Bischöfe  und sonstige Verantwortliche nicht in der Lage, ihren Anteil an Vertuschung und Täterschutz öffentlich zu machen, bevor Betroffene und/oder die Presse einen weiteren Fall aufdecken? Und warum sollte es genügen, wenn ein Bischof sich für seine Vertuschung entschuldigt, ohne dass die Vertuschung weitere Konsequenzen hat?


21.11.2019 In Emsdetten, Bistum Münster, forderten Missbrauchsbetroffene den Rücktritt der Bischöfe, die an den Versetzungen eines Täters von Köln nach Münster und nach Essen beteiligt waren: Bischof Genn, Heße und Overbeck.

Quelle: kirche-und-leben.de


21.11.2019 Der Präsident der Pfälzischen Landessynode in Speyer, Hermann Lorenz, hat zum erweiterten polizeilichen Führungszeugnis für alle gewählten Presbytern gesagt, er sehe das Vorhaben kritisch. Er wies darauf hin, dass sich unbescholtene Menschen ärgern und der Kirche fernbleiben. Auf der kommenden Herbsttagung der Landessynode wird der Gesetzentwurf diskutiert.

Quelle: swr.de


21.11.2019 "Dass Kamphaus nicht früher etwas gesagt hat, nehme ich ihm übel. Sein Schweigen ist unentschuldbar. Ich nehme sein Geständnis aber zum Anlass, alle Bischöfe aufzufordern, endlich ihr Schweigen zu brechen, Verantwortung zu übernehmen und ohne Wenn und Aber zu ihren schweren Verfehlungen zu stehen." Das sagt Johannes Heibel, dessen Verdienst es ist, dass die sexuelle Gewalt, die der Würzburger Ex-Priester und Missbrauchstäter Wolfdieter W. ausübte, publik wurde.

Quelle: theworldnews.net


21.11.2019 Im Fall des Täters, dem zweifacher sexueller Missbrauch während seines Dienstes in Kevelaer vorgeworfen wird, sagt Bischof Genn, Münster, er habe die Auflagen für den Priester nicht präzise genug formuliert und Informationen nicht weitergegeben.

In dem Fall des Priesters, der aus dem Erzbistum Köln stammte und zweifach wegen Missbrauchs verurteilt worden war, sagte Genn, er sei als damaliger Bischof von Essen (2002 - 2008) nicht informiert worden.

Quelle: Kirche und Leben


21.11.2019 Es waren Heinrich Tenhumberg - Bischof von Münster 1969 bis 1979 -  und der Personalreferent Prälat Wilhelm Stammkötter, die entschieden haben, den zuvor inhaftierten Priester aus Köln ins Bistum Münster zu holen. Beide wussten von der Strafe wegen sexuellen Missbrauchs.

Quelle: Kirche und Leben


21.11.2019 Gegen die Katholische integrierte Gemeinde werden schwere Anschuldigungen öffentlich. Seit Februar 2019 wird die KIG vom Erzbistum München kirchenrechtlich untersucht. Ehemalige Mitglieder berichten von Kontrolle ihres Privatlebens, subtilen Manipulationsmechanismen, Trennung von Eltern und Kindern.

Quelle: br.de


21.11.2019 Der ehemalige Kurienbischof und Papstfreund Gustavo Zanchetta ist nach Missbrauchs- und Betrugsvorwürfen nicht mehr aufzufinden. Die argentinische Justiz strebt einen internationalen Haftbefehl gegen Zanchetta, ehemaliger Bischof von Oran, an.

Quelle: katholisch.de


21.11.2019 Das Ruhrbistum Essen hat sich bei den Pfarreimitgliedern in Bochum-Wattenscheid entschuldigt, dass ein zweimal wegen Missbrauchs verurteilter Priester dort seelsorglich tätig werden konnte. Generalvikar Klaus Pfeffer sagte, das sei "ein verheerender Fehler" gewesen. Er bat auch um Entschuldigung dafür, dass die Menschen in der Gemeinde Sankt Joseph jahrelang nichts über die Vergangenheit des Pfarrers wussten. Der Verurteilte arbeitete als Ruheständler weiterhin in der Seelsorge. Inzwischen sind dem Geistlichen alle priesterlichen Dienste untersagt.

Quelle: katholisch.de


21.11.2019 In der Satzung des Synodalen Weges werden Opfer/Betroffene sexualisierter Gewalt im Raum der Katholischen Kirche nicht eigens genannt. Gerade ihre Stimmen und ihr Mitwirken bräuchte aber der angestrebte Umkehr- und Erneuerungsprozess. Ein Zwischenruf von Patrick Bauer und Ulrich Feeser-Lichterfeld.

Quelle: feinschwarz.net


20.11.2019 Der Wiener Theologe Wolfgang Treitler sagte in der Ringvorlesung „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung“, dass die Krise um Gott fundamental sei - ein "kirchliches Erzeugnis durch den Missbrauch". Der Missbrauch lenke den Blick auch auf eine Theologie, in der ein „billiges, dogmatisch aufgeblasenes und Gott und Mensch missbrauchendes Gerede von einem Gott, der die Geschichte der Satten und Zufriedenen zur Heilgeschichte gemacht hat“, aufleuchte. Eine solche Theologie, die ihre Wurzeln im Platonismus habe, sei letztlich unbiblisch und blasphemisch. Die platonisierende Denkweise unterscheide zwischen einem hehren geistlichen Leben und einem unwürdigen leiblichen Leben und öffe so die Türe für Missbrauch: „So wurde und wird katholisches Christentum zur systematischen Kollaboration mit Missbrauchsverbrechen, dogmatisch abgesichert.“ Die Gotteskrise sei indiziert worden durch die Peiniger. „Das Unfassliche dieses Gottesspiels liegt also im Erfolg, mit dem der Missbrauchstäter alle theologischen Bestände eines handelnden und rettenden Gottes liquidiert und damit, selbst auf lange Sicht, recht hat: Der Unterworfene blieb ohne Gott, und er blieb hilflos ausgeliefert.“ Es käme darauf an, eine Theologie zu entwickeln, die tastend und "am Abgrund" von Gott spricht.

Quelle: orf


20.11.2019 Der ehemalige Pfarrer von Freisen, der am 14.4.2015 von seinen Pflichten entbunden wurde und am 1.5.2015 in den Ruhestand ging, wurde bislang noch immer nicht angehört. Die Voruntersuchungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wurden im Mai 2016 eingeleitet. Im September 2017 leitete Bischof Ackermann den entsprechenden Untersuchungsbericht dem Vatikan zu. Die Glaubenskongregation entschied am 10.1.2018, ein kirchliches Strafverfahren im Erzbistum Köln zu führen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2006, 2013 und 2016 Ermittlungen durchgeführt, sie jedoch wegen mandelnden Tatnachweises oder wegen Verjährung eingestellt.

Quelle: saarbruecker-zeitung.de


20.11.2019 Ein Film über Aussteiger*innen aus religiösen Gruppierungen: u.a. Zeugen Jehovas, KIG München.

Quelle: ard Mediathek


20.11.2019 Der ehemalige Kanzler der Erzdiözese Santiago de Chile, Oscar Munoz Toledo, wurde von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen. Dem ehemaligen Priester wird sexueller Missbrauch in mehreren Fällen vorgeworfen.

Quelle: Domradio.de


20.11.2019 Kardinal Philippe Barbarin wurde wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Seine Berufung gegen das Urteil soll am 28.11.2019 entschieden werden. Nun berichtet ein ehemaliger Seminarist, dass er zwischen 2006 und 2012 von Barbarin sexuell belästigt wurde. Der Betroffene habe einen zwölfseitigen Bericht an die nationale Aufklärungskommission (CIASE) geschickt. Barbarin will sich nicht äußern.

Quelle: katholisch.de


20.11.2019 In einer persönlichen Erklärung sagt der emeritierte Limburger Bischof Kamphaus: "In Sachen Aufklärung des sexuellen Missbrauchs durch Priester im Bistum Limburg habe ich schwere Fehler begangen."

Der damalige Personalchef, Helmut Wanka, sagt: "Ich bedauere zutiefst, dass ich schwerwiegende Fehler in der Wahrnehmung und anschließenden Einschätzung eines nun feststehenden schweren sexuellen Missbrauchs an Herrn Moritz durch seinen Pflegevater Pfarrer B. gemacht habe." Noch am 8.8.2019 hatte er sich entschieden dagegen verwahrt, vertuscht zu haben. 

Quellen: bistumlimburg.de   katholisch.de   fnp


20.11.2019 Kai Moritz ist von seinem priesterlichen Pflegevater ab dem Alter von 10 Jahren bis zum Alter von 17 Jahren (1986 bis 1993) sexuell schwer missbraucht worden. Die sexualisierte Gewalt geschah im Kreis Marburg-Biedenkopf. 1996 meldete er den Missbrauch beim Personalchef des Bistums Limburg, Helmut Wanka. Es geschah nichts. Wanka sagt, er habe von den Vorwürfen gegen Fritz B. nichts gewusst. Nach Informationen der fnp ist Wanka inzwischen von dieser Darstellung abgewichen. Der damalige Bischof Franz Kamphaus und der Generalvikar Günter Geis wurden "dem Vernehmen nach" nicht informiert. - Im September 2018 zeigte Moritz die Taten an. Derzeit läuft bei der römischen Kleruskongregation ein Verfahren gegen den inzwischen 72-jährigen beschuldigten Fritz B.

Quelle: fnp.de


19.11.2019 Der Direktor der Caritas in der Zentralafrikanischen Republik, ein Mitglied der Salesianer in Belgien, wird von zwei Minderjährigen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Im Juni 2019 wurde er aus seinem Amt entlassen. Bereits 2012 wurde der nun erneut Beschuldigte von der belgischen Justiz wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Eine von einem unabhängigen Ermittler geleitete Untersuchung über die Missbrauchsvorwürfe in der Zentralafrikanischen Republik soll klären, wie der Beschuldigte mit Wissen seines Ordens trotz seiner Verurteilung eine Anstellung bei der Caritas erhalten konnte.

Quelle: caritas-international.de


19.11.2019 Karl Haucke, Sprecher des Betroffenenbeirates beim Erzbistum Köln, berichtet, dass er mit dem Gebetstag für Missbrauchsopfer nicht viel anfangen kann, weil er irritiert ist von der Ablehnung, die Betroffene und Entschädigungsforderungen betrifft. Er weist auch auf diejenigen Betroffenen hin, die in der Kirche eine spirituelle Heimat suchen und ihren Wunsch, mit der Kirche in Kontakt zu kommen, nicht aufgegeben haben.

Quelle: Domradio


19.11.2019 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz befasste sich ergebnislos mit Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsopfer. Ende Januar 2020 diskutiert der Ständige Rat weiter. Die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und die Rahmenordnung Prävention wurden zusammen gefasst in einer Ordnung, die in den nächsten Wochen veröffentlicht wird.

Quelle: dbk.de


19.11.2019 Bischof Richard Malone, Buffalo, fühlt sich von Papst Franziskus unterstützt. Franziskus habe viel Verständnis für die Schwierigkeiten in seiner Diözese gezeigt. Malone steht wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kritik.

Quelle: Domradio  s. auch neuesruhrwort.de


19.11.2019 Die drei früheren katholischen Jungen-Internate, Kilianeen in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen wurden von der Rechtsanwaltskanzlei Cornea Franz untersucht. Gefunden wurden 67 Anzeichen von körperlicher Gewalt gegen Schüler. In 23 Fällen ging die Gewalt von Klerikern aus, in sechs Fällen von Laien. In 24 Fällen konnten die Täter nicht näher bestimmt werden. Hinzu kommen 761 Fälle körperlicher Gewalt im Kontext von Nikolausfeiern. Ein Schwerpunkt mit 644 lag dabei im Würzburger Kilianeum. Die körperliche Gewalt wurde in den Kilianeen "unmittelbar eingesetzt". Alle Fälle seinen verjährt.

Quelle: katholisch.de   Bericht


18.11.2019 Der frühere Erzbischof von Posen, Juliusz Paetz wurde gestern in einem Familiengrab statt in der Kathedrale der westpolnischen Stadt beigesetzt. Gläubige und Geistliche appellierten diesbezüglich an den jetzigen Erzbischof Stanislaw Gadecki. 2002 hatte Papst Johannes Paul II. den Rücktritt des damals 67-jährigen Paetz ohne Angabe von Gründen angenommen. Paetz war sexueller Missbrauch von Priesteramtskandidaten und Priestern vorgeworfen worden.

Quelle: kathpress


18.11.2019 Im vatikanischen Präseminar Pius X. sollen mehrere Priester gegen drei, vielleicht vier minderjährige Messdiener übergriffig geworden sein.

Quelle: katholisch.de


17.11.2019 Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller hält Zahlungen an Missbrauchsopfer durch die Kirchensteuer nur als Ultima Ratio für denkbar, weist jedoch auf die verheerende Außenwirkung hin. Es sei eine makabere und unerträgliche Vorstellung, wenn plötzlich kirchensteuerzahlende Opfer sexueller Gewalt selbst einen Beitrag für ihre Entschädigung aufbringen sollten. Zudem müsse der jeweilige Kirchensteuerrat darüber entscheiden. Schüller empfiehlt den Kirchensteuerräten, ein solches Ansinnen abzulehnen.

Quelle: pfaelzischer-merkur.de


17.11.2019 Theo Dierkes ist - anders als die Kirchenverantwortlichen - in der Lage, die Verantwortlichen zu benennen, die den Priester, der in drei (Erz-)Bistümern (Köln, Münster, Essen) Kinder missbraucht hat, geschützt und die Opfer im Stich gelassen haben. Es waren mindestens elf frühere oder heutige Bischöfe verantwortlich. Ihre Namen: Kardinal Josef Höffner (Köln) und sein Stellvertreter Generalvikar Peter Nettekoven; Bischof Tenhumberg (Münster) und sein damaliger Generalvikar Reinhold Lettmann; die damaligen Generalvikare Hermann-Josef Spital, Heinrich Janssen und Werner Thissen; Kardinal Meissner, Generalvikar Norbert Feldhoff, Generalvikar Schwaderlapp, damaliger Personalchef Stefan Heße, Bischof Genn, Bischof Franz-Josef Overbeck.

Quellen: www1.wdr.de   Diesseits von Eden


16.11.2019 Vor zwei Monaten versprach der Vatikan, Pater Gabriele Martinelle, 28 anzuklagen. Ihm wird vorgeworfen, 2012 im Präseminar St. Pius X. mehrere Ministranten missbraucht zu haben. Auch gegen den ehemaligen Rektor des Seminars, Pater Enrico Radice, soll Anklage erhoben werden wegen Unterstützung und Begünstigung. Nun sagen drei weitere ehemalige Ministranten des Präseminars, dass sie von zwei Priestern und einem Lehrer missbraucht wurden.

La Iene, ein italienisches investigatives Fernsehprogramm, hat die ersten Anschuldigungen bereits 2017 bekannt gemacht. La Iene deutet an, dass eine Reihe von Priestern, Bischöfen und sogar ein Kardinal den Fall jahrelang vertuschten.

Quellen: The Guardian   cruxnow.com


15.11.2019 Eine Gruppe von Christ*innen wendet sich in einem Brief an die katholischen Bischöfe gegen eine steuerliche Haftung der Laien in der Missbrauchsfrage und fordert von den Bischöfen, dass sie sich zu ihrer eigenen Verantwortung bekennen. Sie vermissen bei der Kirchenleitung "die Bereitschaft, ohne relativierende Floskeln Verantwortung für eigenes Versagen zu übernehmen". 

Quelle: kreuz-und-quer.de


15.11.2019 Joachim Frank sagt, dass der Ruf nach Entschädigung voin kirchlichen Missbrauchsopfern durch Kirchensteuer anschlussfähiger klinge, wenn das Kirchenvolk zugleich Anteil an Entscheidungen der Hierarchie habe. Er erinnert an den Grundsatz "Was alle angeht, das soll von allen entschieden werden" und erläutert: "Nur wenn die Entscheider in der Kirchenhierarchie endlich dieses viel zitierte Rechtsprinzip beherzigen (und anwenden!), dürfen sie in der Frage der Entschädigung auch die Bitte formulieren: 'Was uns angeht, das möge von allen getragen werden.'"

Quelle: katholisch.de


15.11.2019 Die Diözese Rockville Centre, Long Island, Nassau und Suffolk, hat in Nassau Klage gegen den Child Victims Act eingereicht, der die geltenden Verhährungsfristen für Missbrauch ein Jahr lang ausgesetzt hat.  Die Diözese argumentiert, dass die Verjährungsfristen das Grundrecht auf Ruhe schützen. Jennifer Freeman, Opferanwältin, sagt, das Bistum wolle Missbrauchstäter schützen und die Verbrechen verbergen. Am ersten Tag der Gültigkeit des Child Victims Act wurden mehr als 400 Fälle aus unterschiedlichen Institutionen angezeigt. Gegen die Diözese Rockville Centre wurden bisher etwa 80 Klagen nach dem Child Victims Act eingereicht. Derzeit leben in der Diözese Rockville 478 Priester und Ordenspriester. 

Quelle: Cruxnow


15.11.2019 Erzbischof Scicluna wies darauf hin, dass die US-Katholiken auf weitere Enthüllungen sexuellen Missbrauchs gefasst sein müssen, ähnlich denen im Bericht der Grand Jury in Pennsylvania. Scicluna meint, dass die Kirche nur dann richtig handeln kann, wenn sie Überlebenden zuhöre. Opfer seien nicht Feinde der Kirche, sondern verletzte Brüder und Schwestern.

Quelle: Cruxnow


14.11.2019 Hatten sich bislang vier Opfer des Kaplans Pottbäcker gemeldet, so sind es inzwischen 11 Betroffene. Die Selbsthilfegruppe Rhede geht von 20 bis 30 Betroffenen aus. Bei einer Gemeindeversammlung in Rhede zeigten Pfarreimitglieder ihre Wut über das Vorgehen des Bistums. Martin Schmitz aus der Selbsthilfegruppe Rhede stellte fest, dass die Reaktionen und Antworten aus Münster die Betroffenen weiterhin demütigten. Anwesende zeigten ihr Unverständnis darüber, dass Bischof Genn nicht zu einem Gespräch nach Rhede kam und forderten, dass sowohl die Täter als auch die Personalverantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden.

Quelle: Kirche und Leben


14.11.2019 Siegfried Mauser, bisher Direktor der Münchner Musikhochschule, wurde rechtskräftig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wegen mehrerer Fälle sexueller Nötigung. Das Urteil ist rechtskräftig. Nun ehren einige Mitglieder der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und bekannte Intellektuelle ihren Kollegen mit einer Festschrift. Sie sprechen von Mauser als einem "Charismatiker", loben seine Empathie, sein Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich mitzufreuen und mitzuleiden.

Quelle: Süddeutsche


14.11.2019 Christoph Strack beobachtet, dass Kardinal Schönborn in der "Wiener Ringvorlesung Missbrauch" feststellt, dass gerade neue Geistliche Gemeinschaften anfällig für sexuellen Missbrauch seien.

Quelle: katholisch.de


13.11.2019 Bischof Nicholas DiMarzio, Brooklyn, wurde von Papst Franziskus beauftragt,das Verhalten von Bischof Joseph Malone, Diözese Buffalo, wegen seines Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen zu untersuchen. Inzwischen hat er seinen Bericht fertiggestellt. Nun beschuldigt der ehemaliger Messdiener Mark Matzek, 56, Bischof DiMarzio, ihn missbraucht zu haben. Matzek beschuldigt auch einen zweiten inzwischen verstorbenen Priester, Albert Mark, des sexuellen Missbrauchs. Der Missbrauch soll geschehen sein, als DiMarzio Gemeindepriester in Jersey City war. In New Jersey gibt es eine zweijährige Frist für Missbrauchsopfer, ohne Rücksicht auf Verjährungsfristen Anzeige zu erheben.- Bischof DiMarzio weist die Anschuldigungen zurück.

Quelle: ncronline.org


13.11.2019 Zwei britische Rechtsanwälte, die ca 50 britische Missbrauchsbetroffene vertreten, fordern den Rücktritt von Kardinal Vincent Nichols. Nichols ist Erzbischof von Westminster und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales. Sie werfen ihm Versagen bei der Missbrauchsaufklärung und -prävention vor. Nichols hatte bereits eingestanden, versagt zu haben. Zuletzt hatte er den Vatikan verteidigt, als der die Zusammenarbeit mit den Ermittlern der unabhängigen Untersuchung über Kindesmissbrauch (IICSA) verweigerte.
Quellen: Domradio  theguardian.com, 6.11.2019


13.11.2019 Klaus Mertes kommentiert den Vorschlag des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Entschädigungszahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer aus Kirchensteuermitteln zu leisten. Er macht darauf aufmerksam, dass kein einziger katholischer Laie verantwortlich für diejenigen ist, die die Kirche leiten. In einer demokratischen Gesellschaft ist das anders. Daher liege die volle Verantwortung gerade auch für die Haftung beim Klerus, vor allem beim leitenden Klerus, nicht bei den Laien. Laien haben es satt, in Kollektivhaftung genommen zu werden.

Quelle: katholisch.de


13.11.2019 Im Erzbistum Paderborn meldeten sich seit Anfang des Jahres bis Ende Oktober 30 neue Opfer, die 26 kirchliche Mitarbeiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigen.

Quelle: muensterlandzeitung.de


13.11.2019 Der High Court Australiens hat den Einspruch von Kardinal George Pell zugelassen. Die Anhörung des Einspruchs wird Anfang Februar 2020 stattfinden.

Quelle: zeit.de


13.11.2019 "In der Aussprache der Synode [der EKD] wurde jedoch auch deutlich, dass zumindest die, die sich zu Wort meldeten, bereit sind, das Vorgehen des neuen Beauftragten-Rates erstmal bedingungslos zu unterstützen. Henning von Wedel, Synodaler aus der Nordkirche, sagte: "Der Skandal ist, wie wir als Kirche mit Betroffenen umgegangen sind." Wenn aus dieser Einsicht echte Empathie und Verständnis für die Betroffenen erwächst, kann der Aufarbeitungsprozess gelingen."

Quelle: evangelisch.de


12.11.2019 Oliver Vogt, Leiter des Instituts für Prävention und Aufklärung, kommentiert den Fall des Priesters aus dem Erzbistum Köln, der trotz zweifacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger jahrzehntelang weiter in der Seelsorge in drei Bistümern (Köln, Münster, München) eingesetzt wurde: "Das ist für mich ein Fall, der nicht erklärbar ist. Ich stehe fassungslos vor dieser Tatsache. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte, dass die Verantwortlichen in den Diözesen die Brisanz in diesem Fall nicht erkannt und dafür gesorgt haben, dass dieser Pfarrer nie mehr in der Seelsorge mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt wird.

Quelle: Domradio

Kommentar: Die Versetzung beschuldigter Kleriker in andere Pfarreien oder über Bistumsgrenzen hinweg gehörte laut MHG-Studie zur alltäglichen Routine, wenn Missbrauchsvorwürfe auftauchten.


12.11.2019 Die EKD will einen einheitlichen Umgang aller 20 Landeskirchen mit Betroffenen auf allen Ebenen erarbeitem. So sollen die mittlerweile 18 Unabhängigen Kommissionen in den Landeskirchen, die sich mit verjährten Fällen sexualisierter Gewalt beschäftigen, zukünftig einheitlich vorgehen.

Kerstin Claus und Detlev Zander sprachen vor der EKD-Synode von ihren Erfahrungen als Betroffene. Claus spricht von einer Vision von Kirche, "die vorangeht. Sprechräume schafft, Tabus aufbricht, sexualisierte Gewalt zum selbstverständlichen Thema macht. Eine Kirche, die Strukturen schafft, in denen Kinder und Jugendliche sprechfähig sind, weil sie Rechte haben und ihnen zugehört wird. In der gleichzeitig Täter immer machtloser werden, weil sie nicht mehr auf das Schweigen Aller setzen können."

Quelle: evangelisch.de   Am 13.11.2018 wurde ein 11-Punkte-Plan verabschiedet.

Kerstin Claus benennt die Probleme - auch für die katholische Kirche!


12.11.2019 Nikolaus Blum, Beauftragtenrat der EKD, berichtete von bislang 770 Missbrauchsfällen. In der Diakonie haben knapp 60 % stattgefunden, in den Landeskirchen gut 40 %. Erfasst wurden auch alle Fälle sexualisierter Gewalt zwischen Erwachsenen, zwischen Teilnehmenden von Freizeiten sowie alle Berufsgruppen in der evangelischen Kirche.

Quelle: katholisch.de   Zeit.de


12.11.2019 Ein Priester des Erzbistums Köln wurde 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dennoch konnte er bis zu seinem Ruhestand 2002 im Erzbistum Köln und in den Bistümern Münster und Essen als Priester arbeiten. Inzwischen ist der 85-Jährige nicht mehr in der Seelsorge tätig. Im Mai 2019 wurde der Interventionsbeauftragte von Münster, Frings, durch ein Schreiben auf den Fall aufmerksam. Die Rechtsanwaltskanzlei in München, die seit Anfang 2019 alle Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln untersucht, soll prüfen, wer von den Verantwortlichen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster, Essen informiert war und wer welche Entscheidungen traf. Die Unterlagen seien sehr lückenhaft. Im Frühjahr 2020 sollen die Ergebnisse vorgestellt werden. Betroffene aus Köln-Weidenpesch, Köln-Porz, Essen-Kettwig, Bocholt-Lowick, Münster, Westerkappeln, Recklinghausen, Moers-Asberg und Bochum-Wattenscheid sind aufgerufen, sich zu melden.

Quellen: Bistum Essen Kirche und Leben


12.11.2019 Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, warnt davor, Kirchensteuermittel für Entschädigungsleistungen an kirchliche Missbrauchsopfer einzusetzen. Die Nutzung von Kirchensteuermitteln für Entschädigungsleistungen würde zu einer Welle der Empörung führen, deren Ausmaß kaum abgeschätzt werden könne, warnte er.

Quelle: katholisch.de


11.11.2019 Wiener Ringvorlesung zum Thema Missbrauch

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"Es ist erschütternd, dass so viele der neuen geistlichen Bewegungen Gründer haben, die sich mit der Zeit als Missbrauchstäter erwiesen haben."

Wiener Ringvorlesung Missbrauch: Vortrag von Mary Hallay-Witte am 7. Oktober 2019


11.11.2019 Bishop Accountability benennt 6.433 Priester, Brüder und katholische Schulbeamte in den USA, die des Missbrauchs beschuldigt werden. Katholische Bistümer sprechen von 4.771 "glaubwürdig beschuldigten" Geistlichen.

Quelle: eu.usatoday.com


11.11.2019 Die französischen Bischöfe wollen kirchlichen Missbrauchsopfer eine pauschale Summe in "Anerkennung des Leids" zahlen. Die Höhe der Zahlung ist noch nicht entschieden. Opfer, deren Fälle verjährt sind oder die ein Gerichtsverfahren durchlaufen haben, sollen die Zahlungen erhalten. Zudem ist jeder französische Bischof aufgefordert, sich mit den ihm bekannten Opfern seines Bistums in Verbindung zu setzen, um die Zahlung vorzuschlagen. Es gelte, "wieder" mit den Missbrauchsopfern in Kontakt zu kommen. Auch deren Beziehung zu Gott sei durch die Übergriffe beschädigt.

Quelle: Domradio

11.11.2019 Die EKD plant für 2020 weitere 1,3 Millionen Euro zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs ein. Das Geld soll insbesondere in die geplanten Studien zur Aufklärung und Prävention fließen.

Quelle: evangelisch.de


11.11.2019 In Österreich erhalten kirchliche Missbrauchsopfer gestaffelte Entschädigungen zwischen 5.000 und 25.000 Euro. In Irland wurden 14.753 kirchliche Missbrauchsopfer bis 2010 mit bis zu 300.000 Euro entschädigt, im Schnitt mit 142.000 Euro. Die meisten wurden mit bis zu 100.000 Euro entschädigt. In den USA haben US-Bistümer und -Orden bislang mehr als 2 Milliarden Dollar Schadenersatz gezahlt. In Kanada waren es 1,9 Milliarden kanadische Dollar. In Australien wurden an ca 60.000 kirchliche Missbrauchsopfer ca 2,5 Milliarden Dollar gezahlt - die katholische Kirche beteiligte sich mit 645 Millionen Euro.

Quelle: domradio.de


11.11.2019 Dem indischen Bischof Kannikadass William Antony werfen 37 Priester seines Bistums Mysuru in Karnataka und das indische Laiennetzwerk "Besorgte Katholiken" unter anderem finanzielle Unregelmäßigkeiten, Korruption und sexuelles Fehlverhalten vor. In einem Brief haben sie Papst Franziskus um Entlassung des Bischofs gebeten. - Virginia Saldanah, eine der prominentesten katholischen Theologinnen des Landes, stellt sich angesichts von Korruption, Mord und Vergewaltigungen die Frage angesichts des Verhaltens vieler Priester und Bischöfe: „Glauben die noch an denselben Gott wie ich?“

Quelle: Domradio  orf


11.1.2019 Experten bezweifeln, dass Zahlungen für Entschädigungen von Missbrauchsopfern kirchenrechtlich zulässig sind.Can 222 & 1 legt fest, dass Kirchensteuergelder verwendet werden dürfen für den Gottesdienst, die Werke des Apostolats (Glaubensverkündigung), die Caritas und für einen angemessenen Unterhalt der Mitarbeiter*innen. Ute-Beatrix Giebel, SWR-Redaktion Kirche und Gesellschaft, kann Entschädigungsleistungen keiner dieser vorgesehenen Kategorien zuordnen.

Quelle: ardmediathek.de


11.11.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz hatte die Zahlung von Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsopfer aus der Kirchensteuer mit der Zahlung der Steuerzahler für die gescheiterte PKW-Maut verglichen. In beiden Fällen müsse die Solidargemeinschaft für die Zahlungen aufkommen. Nun entschuldigt sich der Bischof für diesen Vergleich. Lisa Koetter, Maria 2.0, kritisierte den Bischof und sagte, dass mit der von Ackermann vorgeschlagenen Zahlung aus Kirchensteuermitteln Missbrauchsopfer, die Kirchensteuerzahler seien, ihre Entschädigungen dann wohl selbst zahlen müssten. Kötter meinte, dass die Bischöfe "als verantwortliche Dienstherren mit einem Teil ihres Gehaltes" herangezogen werden müssten und auf die Vermögen der Bischöflichen Stühle zurückgegriffen werden müssten.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der "alternativlose" Vorschlag von Bischof Ackermann dürfte zudem dazu führen, dass den Opfern - neben der immer noch üblichen Diskriminierung - angelastet wird, dass sie Gelder aus dem Kirchensteueraufkommen bekommen, das dann für andere Aufgaben nicht zur Verfügung steht. Zudem unterscheiden sich Kirche und Politik gravierend: In der katholischen Kirche werden Priester und Bischöfe nicht gewählt- sie werden dem Kirchenvolk vorgesetzt.


10.11.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Stephan Ackermann sieht keine Alternative zur Zahlung von Entschädigungsleistungen für Missbrauchsopfer aus der Kirchensteuer. Auch wenn es vielen Gläubigen widerstrebe, mit ihren Beiträgen für Verfehlungen [gemeint sind Verbrechen an Kindern und Jugendlichen und die Vertuschung von Verbrechen durch Bischöfe und Kirchenleitungen, die Tätern weitere Verbrechen ermöglichten] einzelner Geistlicher einzustehen, seien die Kirchenmitglieder als Solidargemeinschaft in der Pflicht.

Quelle: katholisch.de

Empfehlungen der Unabhängigen Arbeitsgruppe1 „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“


10.11.2019 Die EKD-Synode befasst sich mit dem Thema Missbrauch. Seit 2018 gibt es einen Beauftragtenrat, ein Betroffenenrat ist geplant, einbe wissenschaftliche Studie ausgeschrieben. Die EKD ist mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung im Gespräch über eine Vereinbarung zu Standards zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen. Seit dem 1. Juli können sich Betroffene an die "Zentrale Anlaufstelle.help" wenden. Viele Betroffenen kritisieren die beschlossenen Maßnahmen: So würden sie bei der Anlaufstelle lediglich an die Landeskirchen vermittelt, konkrete Hilfe erhielten sie nicht. Zudem bedauern sie, dass keine Dunkelfeldstudie über Missbrauchsfälle geplant ist, weil der Aufwand dafür nach Einschätzung der EKD zu groß ist. Viele Betroffene wünschen sich von der Kirche logistische Hilfe zur Vernetzung Betroffener. Zudem befürworten sie eine Diskussion über die Höhe der Entschädigung, wie sie von den katholischen Bischöfen geführt worden sei.

Quelle: Domradio


8.11.2019 In Mexiko sind 152 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Die Bischofskonferenz geht davon aus, dass in den vergangenen neun Jahren nicht mehr als 300 kath. Priester Minderjährige missbrauchten. Der Vorsitzende der Mexikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Rogelio Cabrera Lopez von Monterrey, sagte, die Aufarbeitung gehe "Stück für Stück" voran.

Im Februar 2019 teilte der Erzbischof Cabrera Lopez mit, dass für eine umfassende Aufklärung und Transparenz ergänzende Maßnahmen fehlten. Missbrauchsfälle würden nicht zentral registriert - anders als in den USA, wo im Februar 2019 ca 7.000 verdächtige Priester erfasst waren.

Quellen: Domradio.de   amerika21.de 14.2.2019


8.11.2019 Das Bistum Essen hat die Staatsanwaltschaft darauf hingewiesen, dass gegen einen Priester, 55 J., des Bistums der Verdacht besteht, Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern zu besitzen. Der Priester wurde vom Dienst freigestellt.

Quelle: Domradio.de soester-anzeiger.de


8.11.2019 Die Aufklärungskommission der katholischen Kirche (CIASE) in Frankreich hat der Bischofskonferenz einen ersten Bericht vorgelegt. Die Kommission wurde seit Juni 2019 von 2.800 Betroffenen kontaktiert, 800 davon füllten einen Fragebogen aus, ca 20 seien persönlich angehört worden. Die Täter seien zu 98 % männlich, 70 % seien Priester und 30 % Ordensleute gewesen. In 12 % der Fälle wurde die Justiz eingeschaltet. 85 % der mutmaßlichen Opfer sind heute über 50 Jahre alt; 61 % der Opfer sind männlich. 87 % waren zum Zeitpunkt des Missbrauchs minderjährig. Bis Juni 2020 können sich Betroffene bei der Kommission melden. Die Bischöfe werden am Samstag über Zahlungen "in Anerkennung des Leids" abstimmen. Entschädigungen werden nicht diskutiert.

Quelle: Domradio


7.11.2019 Ein deutscher Vatikandiplomat wirft einem früheren deutschen Prälaten sexuelle Nötigung vor, die sich von 2004 bis 2006 im Vatikan ereignet haben soll. Der mutmaßliche Täter sei mehrfach strafversetzt worden; einen kirchlichen Prozess gebe es jedoch nicht. Der Anwalt des Vatikandiplomaten berichtet von Hinweisen auf ein weiteres, nunmehr drittes Opfer.

Quelle: orf


7.11.2019 Im Bistum Trier nahmen ca 50 Krankenhausseelsorger*innen an einer Fortbildung zum Thema "Machtmissbrauch und spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche" teil. Sie waren sich einig, dass es am wichtigsten sei, den Betroffenen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und sich solidarisch zu zeigen. Sie unterstrichen, "dass nur Transparenz und ein Eintreten der Verantwortlichen für Fehler im Umgang mit Tätern wieder Glaubwürdigkeit herstellen könne." Der Theologe Professor Knut Wenzel von der Goethe-Universität in Frankfurt wies darauf hin, dass das Machtgefälle, wie es sich im Zölibat und der Frage der Zulassung von Frauen zu Weiheämtern zeige, problematisch sei.

Quelle: Bistum Trier


7.11.2019 In einer Kirchengemeinde in Kevelaer, Bistum Münster, in der ein Pfarrer Kind(er) sexuell missbraucht hat, gab es eine emotionale Diskussion. Der Interventionsbeauftragte Peter Frings Frings wies darauf hin, dass die Entlassung eines Priester-Täters kirchenrechtlich nicht möglich sei, wenn keine strafrechtliche Verurteilung vorliege. Das eine Opfer hatte die Einschaltung der Staatswanwaltschft nicht gewollt. Frings gab zu, dass die gegen den Pfarrer verhängten Sanktionen (kein Gottesdienst in der Öffentlichkeit, wenn eine größere Zahl von Gottesdienstbesuchern zu erwarten sei) unklar formuliert waren und nicht deutlich gemacht worden war, wie sie umzusetzen sind.

Quelle: Bistum Münster

Kommentar: Can. 1387 CiC sieht durchaus die Entlassung aus dem Klerikerstand vor bei einem Priester, der im Kontext der Beichte "einen Pönitenten zu einer Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs zu verführen versucht".


7.11.2019 Ein Mann arbeitete von 2000 bis 2014 als Kinder- und Jugendreferent im Erzbistum Berlin. Im Mai 2014 begann ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von kinderpornografischem Material, das Anfang 2015 eingestellt wurde. Im Juli 2014 kündigte das Erzbistum Berlin dem Mitarbeiter und verbot ihm, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Darüber gibt es zumindest eine Aktennotiz, dass ein solches Verbot beabsichtigt gewesen sei. Wann das Verbot ausgesprochen wurde, ist nicht schriftlich dokumentiert, obwohl es seit Januar 2014 eine entsprechende Vorschrift gibt, die zudem eine "angemessene Nachsorge des Vorfalls" vorschreibt.

2016 schloss sich der ehemalige Jugendreferent einer ordensähnlichen Gemeinschaft in Leipzig an und engagierte sich ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit einer Pfarrei. Im Frühjahr 2017 erfuhr die Gemeinschaft von dem Ermittlungsverfahren. 2017/2018 wurde der Mann als kath. Religionslehrer an staatlichen Schulen vom Bistum Dresden-Meißen eingestellt. Das Erzbistum Berlin hatte dem Bistum Dresden mitgeteilt, es gebe keine positiven Gründe, den Religionslehrer an der Kinder- und Jugendarbeit zu hindern. Dass es kein Arbeitszeugnis über die Zeit von 2000 bis 2014 gab, erschien dem Bistum Dresden nicht merkwürdig. Im November 2018 beschloss der Bischof von Dresden, dass er keinerlei Tätigkeit des Religionslehrers mit Kindern und Jugendlichen im Namen der Kirche wünsche. Ende Mai 2019 untersagte der Generalvikar jegliche Arbeit des Religionslehrers mit Kindern und Jugendlichen.

Quelle: Tagesspiegel

s.auch Tag des Herrn, 25.7.2019


7.11.2019 Ein heute 72-Jähriger, A.R., begann mit 63 Jahren, seinen jahrelangen sexuellen Missbrauch durch einen katholischen Priester, den er ab dem 9. Lebensjahr erlitt, aufzuarbeiten. Als hilfreich erlebte er, dass die Kirchengemeinde, in der der Missbrauch geschah, ihm zuhörte. Sie hatte ihn nach seiner Kontaktaufnahme zu einer Kirchgemeinderatssitzung eingeladen. Er wünscht sich eine Kirche, die freiwillig, offen und ehrlich über Missbräuche spricht. Inzwischen haben sich andere Opfer des selben Pfarrers bzw. deren Verwandte zu erkennen gegeben. Auch der Vorwurf wurde laut, A.R. "beschmutze das Gedächtnis" des Beschuldigten, denn der habe sich für die Jugend eingesetzt. A.R. hat eine Selbsthilfegruppe (info@selbsthilfesolothurn.ch) für kirchliche Betroffene gegründet, die es in der Schweiz bislang nicht gibt. Allein zwischen 2010 bis 2017 haben sich 283 Betroffene bei der Schweizer Bischofskonferenz gemeldet.

Quelle: kath.ch


6.11.2019 Der Bischof von Crookston, Michael Hoeppner, hat den prominenten katholischen Priester Monsignor Roger Grundhaus als zum Dienst und zur Arbeit mit Kindern geeignet empfohlen, obwohl der bereits seit 2011 wusste, dass ein Mann Grundhaus vorwarf, ihn im Alter von 16 Jahren im Anfang der 70er Jahre sexuell missbraucht zu haben. Bischof Hoeppner sagte, er habe die Bitte um "absolute Vertraulichkeit" respektiert.

Quelle: ncronline.org   Domradio.de


6.11.2019 Der Erzbischof von Westminster und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Vincent Gerard Kardinal Nichols, wurde bei der unabhängigen Untersuchung über sexuellen Kindesmissbrauch (IICSA) befragt. Er wurde wegen der Verzögerung von Kirchenreformen kritisiert. Ihm wurde auch vorgeworfen, dass er den Vatikan verteidigt hat, der die Zusammenarbeit mit den Ermittlern verweigerte. Öffentlich erklärte Nicols, Opfer in den Mittelpunkt zu stellen. Tatsächlich jedoch beantwortete er Beschwerden nicht. Bei der Anhörung durch die IICSA sagte er: "We are full of contradictions. Yes, I failed."
Quelle: theguardian.com


6.11.2019 Zwei afrikanische Nonnen, die zu unterschiedlichen sizilianischen Orden gehören, kehrten von einer Missionsreise in ihre Heimat schwanger zurück. Ob sie einvernehmlichen sexuellen Kontakt hatten oder vergewaltigt wurden, ist unbekannt. "Der Vatikan" soll jedoch schon gesagt haben: "Beide haben das strenge Keuschheitsgelübde gebrochen, aber das Wohlergehen ihrer Kinder steht nun an erster Stelle." Am wahrscheinlichsten sei jedoch, "dass sie den Kirchendienst verlassen müssen".

Quelle: focus.de

Kein Kommentar


6.11.2019 Der Kaplan, der in Kevelaer, Bistum Münster, eine Frau bei der Beichte missbraucht haben soll, wird inzwischen von einer zweiten Frau des Missbrauchs beschuldigt. Die Taten sollen wie im Fall der ersten Frau in den 80er Jahren stattgefunden haben. Es sei davon auszugehen, dass auch bei der zweiten Frau der Tatort in Kevelaer gewesen sei.

Quelle: rp-online.de


6.11.2019 Die Brüder vom Heiligen Johannes haben sich von ihrem Gründer Pater Marie-Dominique Philippe distanziert. Sie könnten ihn nicht mehr "als einen Lehrmeister für das spirituelle Leben anerkennen". In der Arte-Dokumentation "Gottes missbrauchte Dienerinnen" wurden Vorwürfe gegen den Ordensgründer und seinen Bruder öffentlich. Pater Thomas Philippe war seit 1956 verboten, sein Amt als Priester auszuüben. 1957 wurde Pater Marie-Dominique bestraft. Beide Brüder hielten sich nicht an ihre Strafe. Weitere Sanktionen von Seiten des Vatikans blieben aus - die Gründe sind ungeklärt.

Erste Informationen über Missbrauchsfälle gab es 2013. Eine Untersuchung machte fast weitere 30 Brüder ausfindig, die das Missbrauchssystem der Brüder Philippe für eigene Taten reproduziert hatten. Das Generalkapitel befand, dass die Fälle nicht eine "vorübergehende Schwäche" seien, sondern ein "seit der Gründung der Gemeinschaft eingerichtetes Missbrauchssystem". Die Lehre Philippes werde nun eingehend geprüft. Eine interdisziplinäre Kommission solle die Missbrauchsfälle vollständig aufklären.

Quelle: katholisch.de


6.11.2019 Der ehemalige Hamburger Erzbischof Werner Thissen war seit 1977 bis 2002 im Bistum Münster als Personalverantwortlicher, Generalvikar und Weihbischof auch für den Umgang mit Priestern zuständig, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Anfang Oktober hat ein Betroffener bei einer Podiumsdiskussion berichtet, er sei in den 1980er Jahren als Priesteramtskandidat von einem Kaplan sexuell belästigt worden, Thissen habe das erfahren, jedoch nicht gehandelt. Auch als der Betroffene 20 Jahre später das Bistum erneut informierte, habe niemand reagiert. Der Betroffene gab seine Priesterlaufbahn später auf.

Nun hat Alterzbischof Thissen Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch eingestanden. Er habe zu sehr auf die Arbeit eines Therapeuten vertraut und habe "zu wenig Kontakt" mit Betroffenen gehabt. Thissen berichtet, dass in der Personalkonferenz die Frage aufgekommen sei, ob der Täter nicht bestraft werden müsse. Da sei die übereinstimmene Meinung gewesen: "Der hat sich doch durch sein Vergehen am meisten schon selbst bestraft." Im Bistum Münster wurden 1.708 Akten von Klerikern aus dem Zeitraum von 1946 bis 2014 untersucht. Dabei fanden sich bei 138 Klerikern Hinweise auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger, 450 Betroffene ließen sich identifizieren.

Quelle: katholisch.de

Interview mit dem ehemaligen Hamburger Erzbischof Thissen über den Umgang des Bistums Münster mit Missbrauchsfällen.


5.11.2019 Bischof Michael Bransfield wurde wegen sexueller Belästigung von Priestern, Machtmissbrauch und massiver Veruntreuung von Kirchengeldern suspendiert. Nun teilte ihm der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz mit, er sei bei der Tagung der Bischofskonferenz nächste Woche nicht willkommen.

Quelle: kathpress


5.11.2019 Katholische Frauen von Frauenverbänden, Initiativen, Frauenorden und kirchlichen Gremien aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz vernetzen sich auf Ainladung von Voices of Faith. Das Frauen-Netzwerk will angesichts der katastrophalen Kirchenkrise die dringend notwendigen Reformen jetzt in Angriff nehmen. Sie haben in Stuttgart beschlossen aufzuhören, gewaltsame Strukturen mitzutragen: “Wir Frauen haben keine Zeit mehr zu warten. Wir stehen gemeinsam auf und setzen uns mit aller Macht dafür ein, dass die Kirche Zukunft hat - lebensfreundlich und frauengerecht. Wir rufen alle Frauen auf: Nutzt eure positive Macht zur Veränderung!” sagte Chantal Götz, Managing Director von Voices of Faith. Als Kernthemen sieht das Frauennetzwerk Sakramententheologie und Ämterstruktur, Kriterien und Transparenz bei Bischofsweihen und Stellenbesetzungen, symbolische Ordnung, Vulneranz und Vulnerabilität vor. Die Teilnehmerinnen haben Voices of Faith beauftragt, die Organisation eines internationalen Treffens auf Weltkirchenniveau vorzunehmen. Sie rufen katholische Initiativen, Verbände, Frauenorden und kirchliche Gremien auf, sich mutig für eine frauengerechte Kirche einzusetzen.

Quelle:  voices of faith  katholisch.de


5.11.2019 Der Vatikan hat den argentinischen Orden "Hermanos Discípulos de Jesús de San Juan Bautista" im Juni 2019 geschlossen. Der Grund ist sexueller Missbrauch durch den Gründer des Ordens, Pater Agustin Rosa und durch das prominente Ordensmitglied Nicolaus Parma sowie durch weitere Mitglieder. Auch Minderjährige seien missbraucht und vergewaltigt worden. Von mehr als 100 Betroffenen und mehr als 30 bekannten Tätern ist die Rede.

Quelle:  cruxnow  cruxnow


5.11.2019 Ein 55jähriger katholischer Priester aus dem Bistum Aachen soll 2003 einen damals zwölfjährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Das Opfer erstattete 2018 Anzeige. Das Bistum Aaschen erfuhr erst jetzt von der Anzeige. Bisher gab es Hinweise auf eine "zu große Nähe" des Priesters zu Jugendlichen, die jedoch nicht auf sexuelle Übergriffe schließen lassen konnte. Inzw. ist der Beschuldigte von seinen Aufgaben freigestellt.

Quelle: gmx.net


5.11.2019 Die geistliche Gemeinschaft "Herolde des Evangeliums", entstand in Brasilien als Abspaltung der 'Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Privateigentum'. 2001 wurde die Gemeinschaft als "Internationale Vereinigung päpstlichen Rechts" anerkannt. Dem Gründer Joao Scognamiglio Clá Dias (80) wird sexueller Missbrauch von jungen Frauen des weiblichen Zweiges in mehreren Fällen vorgeworfen; zudem sei es zu verbotenen Exorzismen gekommen. Auch der Leitungsstil, die Anwerbung und Ausbildung neuer Mitglieder und finanzielle Unregelmäßigkeiten veranlassten den Vatikan 2017 zu einer Visitation. Der frühere Erzbischof von Apaecida, Kardinal Raymundo Damasceno Assis wurde als kommissarischer Leiter bestimmt. Die Gemeinschaft lehnt das entsprechende Dekret des Vatikans ab. Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der die Gemeinschaft im Mai besuchte, sagte, man müsse die Gemeinschaft differenziert beurteilen und trotz der Vorwürfe die Charismen der Gemeinschaft respektieren.

Quelle: Tagespost


4.11.2019 Im Bereich Mecklenburg-Vorpommern des Erzbistums Hamburg beginnt die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Ein Forschungskonsortium der Universität Ulm unter Leitung von Prof.in Manuela Dudeck, Forensische Psychiaterin und Psychotherapeutin, wird in zwei Jahren die Ergebnisse vorstellen. Die gesonderte Untersuchung für Mecklenburg wurde in Auftrag gegeben, weil es dort im Vergleich zu Schlesweig-Holstein eine verhältnismäßig hohe Zahl betroffener Gläubigen gibt. Dort wurden zwischen 1945 und 2015 17 übergriffige Priester bekannt. 54 Männer und Frauen seien betroffen. Besonders schwere Vorwürfe richten sich gegen den Priester Hermann-Josef Timmerbeil, der von 1946 - bis 1975 in Neubrandenburg arbeitete und 1979 starb. In den Kirchengemeinden Dömitz, Gadebusch, Wismar, Tessin, Waren, Grevesmühlen, Neustadt-Glewe und Neustrelitz soll es Betroffene geben.

Quelle: Nordkurier   Nordkurier


4.11.2019 David Farago kommentiert den Film "Verteidiger des Glaubens": "Er ermutigt zu noch mehr öffentlicher Aufklärung und leistet damit einen Beitrag zu einer konstruktiven Debatte."

Quelle: hpd.de


3.11.2019 Kardinal Schönborn ist der Auffassung, dass der Priesterzölibat keinen Missbrauch begünstige, denn Missbrauch geschehe auch im familiären Umfeld. Nicht der Zölibat begünstige Missbrauch, sondern eine Lebenseinstellung, die von der getroffenen Entscheidung für den priesterlichen Dienst abweiche.

Quelle: kathpress


3.11.2019 Ein Kaplan missbrauchte in Kevelaer Mitte der 80er Jahre über einen längeren Zeitraum ein Kind im Rahmen der Beichte. Bereits 2010 hatte die Betroffene das Bistum Münster informiert, jedoch keine Information an die Öffentlichkeit und an die Staatsanwaltschaft geben wollen. Die Glaubenskongregation befand, dass der Geistliche seelsorgliche und priesterliche Tätigkeiten nur in einem vom Bistum Münster zugewiesenen Bereich ausüben dürfe. Das Bistum überprüfte nicht, ob der Geistliche sich an die Bedingungen hielt. Als die Betroffene Ende 2016/Anfang 2017 feststellte, dass der Geistliche weiterhin öffentlich Gottesdienste feierte, wandte sie sich erneut an das Bistum. Bischof Genn wies daraufhin den Priester auf die Auflagen hin. Inzwischen ist ihm "vollständig untersagt", in der Öffentlichkeit Gottesdienste zu feiern. Die Betroffene möchte mit ihrer erneuten Meldung beim Bistum dazu beitragen, wass sich weitere Betroffene melden und dass deutlich wird, dass auch Frauen Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche waren. Der Priester war in folgenden Orten tätig: Selm, Damme, Kevelaer, Lippstadt, Pfarrverband Wadersloh, Dechant im Dekanat Beckum, Langenberg Wadersloh, Dekanat Beckum, Pfarrer em. in Wadersloh.

Quelle: nrz.de


2.11.2019 Christoph Strack kommentiert den Film "Verteidiger des Glaubens": "Verschiedene Vertreter im Bereich der Kirche bis hin zur Deutschen Bischofskonferenz und dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn äußern Kritik an dem Film. Aber sie gilt keinem einzigen Detail, keiner einzelnen Äußerung und das irritiert fast.... Mehr als Anklage ist der Film ein Plädoyer für schonungslose Aufklärung. Er fragt nach Akten, die nach wie vor im Vatikan liegen. Er fragt nach. Zu viele Antworten stehen aus."

Quelle: dw


1.11.2019 Hubert Wolf: "Die von der Bischofskonferenz selber gemachte Studie zum Missbrauch von Priestern an Kindern und Jugendlichen zeigt uns, dass der Zölibat nicht die Ursache des Missbrauchs ist, aber ein entscheidender Risikofaktor. Wenn jetzt alle Bischöfe sagen ...:'Diesen Menschen ist Unrecht geschehen', verlangt dann nicht der Respekt vor den Opfern, dass man den Risikofaktor auf den Prüfstand stellt? Und gibt es ein höheres Gut, als das Leben und das Glück von Kindern und Jugendlichen zu schützen? Da muss man Güterabwägung vornehmen. ... Ist es schlimmer, Kinder und Jugendliche zuz missbrauchen oder ist es schlimmer, an dem Gefühl, man müsse irgendwie an den engelsgleichen Priestern festhalten, die dies offenbar gar nicht sind, ... jedenfalls eine ganze Reihe von denen nicht? Diese Frage müssen sich diejenigen stellen, die als Hirten die Verantwortung haben."

Quelle: swr.de, ab min 31


31.10.2019 Im Bistum Trier beginnt das Projekt Aufarbeitung der Gewaltereignisse im Internat Gerolstein. Das Internat existierte von 1946 bis 1982. Unter allen drei Direktoren sei es zu Gewalt gekommen und alle drei Direktoren des Internats hätten selbst Gewalt ausgeübt. Das Forschungsprojekt soll neben der Aufarbeitung auch Hilfsangebote für Betroffene vermitteln. Im Spätsommer 2021 soll es abgeschlossen sein und die Forschung soll veröffentlicht werden.

Quelle: swr


31.10.2019 Regensburg digital  bewertet den Film "Verteidiger des Glaubens" völlig anders als die Deutsche Bischofskonferenz ("stark verzerrtes Bild von Kardinal Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.") oder Georg Gänswein ("eine Sauerei, ein Debakel") oder Christian Schaller vom Regensburger Papst-Benedikt-Institut ("tendenziös und manipulativ").


30.10.2019 Die indische Ordensschwester der Franziskanischen Clarissen, Lucy Kalapura, wurde aus ihrem Orden ausgeschlossen. Sie sieht den Grund dafür in ihrem Engagement für Transparenz und Offenheit der Kirche im Fall des wegen Vergewaltigung einer Ordensfrau angeklagten Bischofs Franco Mulakkal. Der Antrag auf Wiederaufnahme der Ordensfrau in ihre Gemeinschaft wurde am 11. Oktober von der Kongregation für die orientalischen Kirchen des Vatikans abgelehnt.

Quelle: Kirche und Leben


30.10.2019 Zwei Priester sollen in Rom von einem Prälaten massiv sexuell belästigt worden sein. Sowohl der damalige Papst Benedikt als auch sein Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein hätten seit 2012 von den Vorwürfen gewusst. Der beschuldigte Prälat sei lediglich von seiner Tätigkeit im vatikanischen Staatssekretariat versetzt worden, kirchenrechtliche Konsequenzen habe es nicht gegeben. Gänswein sei 2013 erneut von den Übergriffen informiert worden, habe aber nicht reagiert. - Einer der betroffenen Geistlichen will die Übergriffe strafrechtlich klären lassen. Sein Anwalt Alexander Stevens sagte der Süddeutschen, die zuständige Staatsanwaltschaft Ingolstadt behandle den Fall noch immer als Vorverfahren, ein Ermittlungsverfahren sei bislang nicht eröffnet worden. Der beschuldigte Prälat habe per WhatsApp vorgeschlagen, die Angelegenheit für eine Gegenleistung auf sich beruhen zu lassen - so die eidesstaatlichen Aussage eines weiteren Priesters. - Der Beschuldigte wurde inzwischen in seinem bayerischen Heimatbistum eingesetzt, lasse derzeit aber seine Ämter ruhen.

Quelle: Süddeutsche


30.10.2019 Matthias Drobinski kommentiert den Röhl-Film "Verteidiger des Glaubens": "Sein [Ratzingers] Glaubens- und Kirchenverständnis hat ihn zum Vertuscher und Verharmloser der sexuellen Gewalt gegen Kinder, Jugendliche, Frauen in der katholischen Kirche gemacht. Der Bewahrer ist dramatisch an seinen Grundsätzen gescheitert.   ... [Es] bleibt die beklemmende Tatsache, dass da ein hochgelehrter Kirchenmann verdrängte, wegdrückte, das Leid ignorierte, damit die Kirche weiterhin als Hüterin des Wahren und Guten erschien."

Quelle: Süddeutsche


29.10.2019 Kardinal Schönborn ist der Ansicht, dass der frühere Papst Benedikt kirchliche Missbrauchstäter entschieden verfolgt habe. Die Kirche verdanke es Ratzinger, dass 2001 für Missbrauchstäter ein eigener Gerichtshof in der Glaubenskongregation eingerichtet wurde. Auf Initiative Ratzingers seien die Ausführungsbestimmungen zu Missbrauchsnormen verschärft worden. Ratzinger sei auch nach seiner Wahl zum Papst gegen Marcial Maciel Degollado vorgegangen.

Quelle: katholisch.de

Hinweis: Der Präfekt der Ordenskongregation, Kardinal Bráz de Aviz erklärte 2019, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten Degollados vorlagen. Aviz macht das vatikanische Staatssekretariat für die „mafiösen Vertuschungsmanöver“ verantwortlich.


29.10.2019 Die EKD plant keine pauschalen Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer; weil das erlittene Leid individuell sei, müsse die Hilfe unterschiedlich ausfallen. Ab dem 10.11.2019 wird die EKD Bilanz ziehen, was seit 2018 getan wurde.

Quelle: evangelisch.de


28.10.2019 Der Leiter der unabhängigen Untersuchung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche von Großbritannien ("Independent Inquiry into Child Sexual Abuse - IICSA), Brian Altman QC, beklagt den anhaltenden Mangel an Kooperation mit vatikanischen Behörden. Wichtige Beweise und Aussagen seien zurückgehalten worden. Zudem verzögere der Vatikan die Entziehung des kirchlichen Status für verurteilte Straftäter.

Quelle: Guardian


28.10.2019 Das Erzbistum Freiburg bleibt bei seinem Entschädigungsmodell, das monatliche Zahlungen für bedürftige Missbrauchsbetroffene von bis zu 800 Euro vorsieht. Betroffene haben weiterhin die Möglichkeit, Einmalzahlungen zu beantragen. Der Regelbetrag liegt bei 5.000 Euro, kann aber auf bis zu 30.000 Euro erhöht werden. Seit 2011 gingen im Erzbistum Freiburg sechs Meldungen mit aktuellen Vorwürfen ein. Dabei sei es meist um strafrechtlich nicht relevante Taten gegangen. Von den in der MHG-Studie aufgeführten 190 Beschuldigten lebten 2015 noch 65 Beschuldigte. (Ob die Beschuldigten weiterhin in der Seelsorge tätig sind, wurde nicht berichtet. Unbekannt ist auch, ob sie Auflagen erhielten und wer die Auflagen überwacht.)

Quelle: domradio.de


28.10.2019 Bei der Aufarbeitung von Missbrauchstaten durch Geistliche hat das Bistum Essen bislang acht Fälle bestätigt, die im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid zwischen 1946 und 2014 aktenkundig geworden sind. Beschuldigt werden sechs Kirchenmänner, darunter zwei Priester, ein Mitglied einer katholischen Ordensgemeinschaft sowie drei Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Recherchen der Zeitung ergaben, dass in mindestens einem Fall ein Priester, der in der Vergangenheit mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt wurde, über einen längeren Zeitraum in Lüdenscheid tätig war. Der zuständige Pfarrer erhielt keinen Hinweis, obwohl das Bistum informiert war.

Quelle: come-on.de


28.10.2019 Robert Köhler, Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer, setzt sich auseinander mit dem "Gelingen von Aufarbeitung aus der Sicht der Betroffenen". Köhler ruft dazu auf: "Überzeugen Sie Beschuldigte, auf ihre Persönlichkeitsrechte zu verzichten, damit Ehemalige und Betroffene informiert werden können! Öffentlichkeit ist Teil der Buße! Fordern Sie Beschuldigte auf, Verdienstorden oder andereAuszeichnungen zurückzugeben! Kommunizieren Sie das! Unterbinden Sie öffentliche Äußerung von Beschuldigten! Versuchen Sie nicht, Täter und Opfer zu versöhnen! Das funktioniert bei Missbrauch nicht, da der emotionale Betrug nicht aufgelöst werden kann. Als "Prüstein des Aufarbeitungswillens einer Gemeinde" gilt, dass Betroffene willkommen geheißen werden, dass ihnen zugehört wird und mit ihnen getrauert wird. Köhler weist darauf hin, dass die Kirchenverantwortlichen entscheiden müssen, wem sie glauben: dem Opfer oder dem Beschuldigten.

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28.10.2019 Das Schweizer Bistum Lausanne, Genf und Fribourg will ein Denkmal für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Fribourger Kathedrale aufstellen und der Bischof Charles Morerod wird es am 23. November - dem Gedenktag für kirchliche Missbrauchsopfer - einweihen. An dem Denkmal haben Betroffene mitgearbeitet.

Quelle: katholisch.de


27.10.2019 Die Evangelische Kirche im Rheinland hat ein Schuldbekenntnis wegen Missbrauchsfällen durch Amtsträger abgelegt. Seit 2003 wurden 29 Missbrauchsfälle durch Pfarrer in der EKiR gemeldet. Sechs Verfahren sind derzeit anhängig, darunter vier, in denen die Staatsanwaltschaft ermittelt. Acht Verfahren wurden eingestellt, in den übrigen Fällen wurden disziplinarrechtliche Sanktionen bis hin zur Entfernung aus dem Dienst verhängt.

Quelle: Domradio


27.10.2019 Heike Zafar kommentiert den Film von Christoph Röhl, Der Verteidiger des Glaubens. (ab min.2)

Quellen: WDR 5

Intertview mit Christoph Röhl im DLF


26.10.2019 Die Empfehlungen der Amazonas-Synode an den Papst beinhalten: die Zulassung verheirateter Priester, die zuvor Ständige Diakone waren, in Ausnahmefällen und nur für das Amazonasgebiet; das Diakonat für Frauen wird als Forderung erwähnt, aber von der Versammlung nicht explizit unterstützt; für Frauen soll jedoch das Amt der Leiterin der Gemeinschaft eingerichtet werden und sie sollen auch Lektorin und Akolythin sein dürfen (vgl. Motu proprio Ministeria quaedam von Papst Paul VI., 1972). Indigene Traditionen sollen ebenso wie der Umweltschutz gewürdigt werden. Die Synode stimmte für verheiratete Priester mit 128 Ja-Stimmen und 41 Nein-Stimmen. Das Diakonat für Frauen erhielt 137 Ja-Stimmen und 30 Nein-Stimmen. Abgestimmt haben 180 Männer, Bischöfe und männliche Ordensobere.

Voices of faith stellt die entscheidende Frage: "Warum hat es der sehr konkrete Vorschlag zur Umsetzung des weiblichen Diakonats nicht in das Schlussdokument geschafft, wenn die Mehrheit der Bischöfe dafür war? "

Quelle: Kirche und Leben  vaticannews.va


26.10.2019 Die Caritas der Diözese Linz hat Missbrauchs- und Gewaltakte nach 1945 im geschlossenen Erziehungsheim Steyr-Gleink, im Schülerheim Windischgarsten und in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungenin St. Pius und St. Isidor von einem unabhängigen Forscherteam untersuchen lassen. Von den  334 bei der Linzer diözesanen Ombudsstelle gegen Missbrauch und Gewalt eingegangenen Meldungen von Personen in oberösterreichischen Caritas-Einrichtungen waren 290 in Steyr-Gleink untergebracht, 12 in Windischgarsten sowie 58 in St. Isidor und St. Pius. Die meisten dieser Vorfälle fanden bis Ende der 80er-Jahre statt. Sichtbar wird in dem Bericht von Prof. Michael John, Marion Wisinger und Angela Wegscheider, dass es im Blick auf das Erziehungsheim Steyr-Gleink ein "multifunktionales Versagen der Caritas-Verantwortlichen, der Herz-Jesu-Missionare und der zuständigen Landesbehörden gab. Kinder wurden über das damals übliche Maß weit hinausgehend bestraft. Beschwerden wurde nicht nachgegangen.

Quelle: kathpress.at

Zum Bericht: Verantwortung und Aufarbeitung. Untersuchung über Gründe und Bedingungen von Gewalt in Einrichtungen der Caritas der Diözese Linz nach 1945 von Michael John • Angela Wegscheider • Marion Wisinger


26.10.2019 Die BZ berichtet von einer Diskussion im Anschluss an den Röhl-Film "Verteidiger des Glaubens".

Quelle: BZ


25.10.2019 Doris Reisinger stellt fest, dass die katholische Kirche das demokratische Prinzip der Repräsentanz nicht kennt und dass dies das Problem ist. Nicht nur Frauen werden in der kath. Kirchge nicht repräsentiert, es wird niemand repräsentiert. Mit einer Ausnahme: Jesus Christus wird repräsentiert durch Papst, Bischöfe und Priester. Diese Art von Repräsentation geht von oben nach unten, durch unverfügbare, unhinterfragbare göttliche Auserwählung.

Quelle: zeit.de


25.10.2019 Die Wiener Autorin Raphaela Edelbauer hat mit ihrem Debut-Roman „Das flüssige Land“ eine finstere Erzählung über die Frage von Schuld und Vergangenheit geschrieben. Der Theologe Stefan Weigand zeigt, dass der Roman auch Mechanismen von Schuldverstrickung in der Kirche offenbart.

Quelle: feinschwarz.net


25.10.2019 Der Augsburger Diözesanadministrator Bertram Meier ist der Ansicht, dass Schwache in einer gottlosen Gesellschaft bedroht seien. In gottloser Gesellschaft führe der Mensch sich wie Gott auf. Als Lösung stellt Meier die Anbetung Gottes vor. Sie sei "der einzige Weg, den unmenschlichen, selbstmörderischen Gotteskomplex zu durchbrechen und wirklich Mensch zu werden."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Nun, nicht nur in einer gottlosen Gesellschaft sind Schwache bedroht, sie sind und waren es mitten in der Kirche.


25.10.2019 Der bisherige Diakon Thomas Hanstein (Von Hirten und Schafen: Missbrauch in der katholischen Kirche - Ein Seelsorger sagt Stopp, 2019) hat sich vom Diakonenamt freistellen lassen. Die Aufforderungen der Kirchenleitungen zu Reformen beschreibt er so: "Man malt, man verputzt vielleicht noch Risse, man tapeziert neu, aber man geht nicht ans Fundament. Das ist das, was ich mit dem Buch deutlich machen möchte, dass es nicht um einen Mentalitätswandel geht, nicht um eine andere Sprache, sondern um einen radikalen Kulturwandel. Was man aktuell ja wahrnimmt, ist ein Geist der Angst und kein Heiliger Geist." Hanstein plädiert für eine Rückführung auf die biblische Botschaft und sieht die Theologen in der Pflicht. Allerdings träfe das Lehramt die Entschiedung und könne die Theologen hören oder auch nicht. Außerdem gibt Hanstein zu bedenken, dass vor den Veränderungen in der katholischen Kirche zuerst aufrichtig bekannt werden müsse, was war: "Wenn etwas passiert ist und ich nicht dazu stehe, habe ich keine Chance, ordentlich aufzuräumen. Es bleibt ein Rest. Und der Rest, der hier geblieben ist nach fast zehn Jahren, ist enorm groß." Hanstein schildert sein Problem mit dem Amt  "wenn man nicht an die Bedingungsfaktoren des Missbrauchs geht und an den Reformstau der katholischen Kirche. Und dann schauen Sie einem Missbrauchsopfer in die Augen und fühlen sich gleichzeitig im System, in dem die Täter sitzen. Für mich ging das nicht mehr. Und für mich ist nicht nachvollziehbar, warum es für viele andere Kirchenobere offensichtlich einfach so weiterging."

Quelle: DLF

Literaturhinweis: Thomas Hanstein: Von Hirten und Schafen: Missbrauch in der katholischen Kirche - Ein Seelsorger sagt Stopp, 2019


25.10.2019 Um den 17.11.2019 (33. Sonntag im Lesejahr C) soll in den katholischen Kirchen in Deutschland für Betroffene sexueller Gewalt gebetet werden. Material zu einem Gottesdienst ist hier zu finden; darunter auch Predigtanregungen, die sich am Evangelium und der ersttestamentlichen Lesung orientieren. Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, sagte: "Als Kirche übernehmen wir Verantwortung für das Unrecht, das Menschen in der Kirche angetan wurde."

Quellen: Domradio   katholisch.de

Kommentar: Ich verstehe nicht, wen Bischof Ackermann mit dem "wir" und der "Kirche" , die Verantwortung übernimmt, meint. Diejenigen, die sexualisierte Gewalt erlitten haben und meist Kirchenmitglieder waren, können nicht gemeint sein, denn sie haben die Verbrechen erlitten. Die kirchlichen Täter übernehmen in der Regel keine Verantwortung. Auch die Kirchenverantwortlichen übernehmen keine Verantwortung - es gibt bislang keinen einzigen Bischofsrücktritt wegen Vertuschung. Könnten die Christ*innen in den Gemeinden gemeint sein, die weder Täter, noch Vertuscher, noch teilnahmslose Weg-Schauer sind?


25.10.2019 Im US-Staat Colorado wurde der unabhängige Untersuchungsbericht zu kirchlichem Missbrauch in den Bistümern Denver, Pueblo und Colorado Springs veröffentlicht. In diesen Bistümern wurden in den vergangenen 70 Jahren mindestens 166 Kinder von Klerikern sexuell missbraucht. Derzeit seien keine des Missbrauchs verdächtigen Priester im Amt. Aber man könne es nicht ausschließen, sagt der Bericht. 43 Priester wurden als Täter identifiziert. Grundlage des Berichts waren die Kontaktaufnahmen der Kirche mit den staatlichen Behörden. Die Opferhilfe-Organisation Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) zweifelt an den Täter- und Opferzahlen, da seit 1950 von der Kirche lediglich zehn Priester als Täter benannt wurden.

Quelle: Domradio


23.10.2019 Die Diözese Duluth im US-Bundesstaat Minnesota mit 56.000 KatholikInnen in 92 Gemeinden hat mit kirchlichen Missbrauchsopfern einen gerichtlichen Vergleich geschlossen. Die Opfer erhielten über 40 Millionen US-Dollar. Die Herausgabe von Kirchenakten über mehr als 36 beschuldigte Priester wurde in dem Vergleich beschlossen. 2007 gab es in diesem Bistum 82 kath. (Ordens-)Priester.

Quelle: vaticannews


23.10.2019 Die Polnische Bischofskonferenz hat Papst Franziskus darum gebeten, seinen heiligen Vorgänger, Johannes Paul II., zum Kirchenlehrer und "Patron Europas" zu erklären.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Schon die Selig- und später die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. war für kirchliche Betroffene von Missbrauch durch kath. Kleriker unerträglich. Denn dieser Papst hat u.a. den Serientäter Marcial Maciel Delgado protegiert und geschützt, obwohl er von dessen sexualisierter Gewalt gegen Seminaristen seit 1983 informiert war. Und so einer soll gar zum Kirchenlehrer und Patron Europas gemacht werden?!


23.10.2019 Der Diözesanverband der kfd-Köln will nun doch enger mit Maria 2.0 zusammenarbeiten, aber nicht in allen Aktionen. So stören sich die kfd-Mitglieder am Kirchenstreik und am Plakat, das Maria mit zugeklebtem Mund zeigt. Die kfd will in Zukunft die Kommunikation mit Maria 2.0 verbessern.

Quelle: katholisch.de


22.10.2019 Im Interview spricht Martin Werlen davon, dass es für die katholische Kirche "fünf nach Zwölf" sei und daher eine Zeit der Gelassenheit, weil es bereits zu spät ist. Werlen: "Verantwortungsträger in der Kirche beschäftigen sich sehr oft mit Fragen, die die Menschen nicht mehr beschäftigen, und fehlen dort, wo die Menschen heute Orientierung suchen."

Quelle: kath.ch


22.10.2019 Bei der Ringvorlesung an der Universität Wien zum Thema "Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung" sagte Klaus Mertes, dass es den Verantwortlichen schwerfalle, ihre eigene Verantwortung anzuerkennen. Vielfach empfänden sie sich selbst als Opfer. Wenn Kirchenverantwortliche sich einer besonders harten Sprache gegen Täter bedienten, sei das der Versuch, sich selbst als Opfer zu sehen. Mertes wies darauf hin, dass oft gar nicht bewusst sei, wie viele von Missbrauch Betroffene in den Pfarrgemeinden leben. Betroffene machten die Erfahrung, dass sie in einer verunsicherten Kirche auf Abstand gehalten werden: "Weil sie Opfer missbrauchter Nähe wurden, wird ihnen nun heilsame Nähe vorenthalten", bemängelte Mertes.

Quelle: ordensgemeinschaften.at


22.10.2019 Das Regensburger Präventionsprojekt für Pädophile "Kein Täter werden" wurde vor mehreren Monaten eingestellt. Obwohl mögliche Nachfolger für den in Ruhestand gegangenen Leiter bereit waren und die Weiterführung der Finanzierung mit den gesetzlichen Krankenkassen geklärt gewesen sei, habe die Uni "kein Interesse gezeigt".

Quelle: br


22.10.2019 Christiane Florin interviewt den Filmemacher Christoph Röhl über den Film "Verteidiger des Glaubens". Röhl: Die "Frage, was die Verantwortung betrifft, ist natürlich wahnsinnig wichtig. Es kann nicht sein, dass er [der frühere Papst Benedikt] sich aus der Verantwortung zieht. Das tut er ja die ganze Zeit. Das gehört ja auch zu diesem nach außen hin propagierten Mythos. In seinem Brief stellt er sich ja als Opfer dar – nicht nur sich selbst, sondern den Glauben, die Kirche. Aber er erwähnt die eigentlichen Opfer gar nicht: die Kinder, die missbraucht worden sind. Oder auch die erwachsenen Missbrauchten, die Überlebenden, die später gehört werden wollten und die wollten, dass ihnen geglaubt wird. Die hat er gerade desavouiert. Es ist natürlich ein Skandal, dass er nicht selbstkritisch ist..."

Quelle: DLF


21.10.2019 Chanel Miller, die 2015 von dem Stanford-Student Brock Turner missbraucht wurde, als sie bewusstlos war, hat ein Buch geschrieben. 2016 wurde der Täter zu sechs Monaten Haft verurteilt, von denen er drei absaß. Die geringe Strafe begründete der Richter damit, dass der Angeklagte bereits durch die enorme mediale Aufmerksamkeit gestraft sei.

Quelle: Süddeutsche


21.10.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Bruder der Gemeinschaft Taizé wegen Vergewaltigung und sexueller Gewalt gegen eine Frau von 2003 bis Mitte 2019. Der Beschuldigte wurde verhaftet.

Quelle: katholisch.de


19.10.2019 Unter dem Titel "Schwere Schritte. Gutes Leben gleich gesundes Leben?" macht sich Carola Moosbach Gedanken über das Leben im Angesicht einer Krankheit.

Quelle: ahzw-online.de


18.10.2019 Bislang war bekannt, dass drei Mitglieder der Gemeinschaft von Taizé vor Jahrzehnten Jugendliche sexuell missbrauchten. Nun gibt es einen neuen Vorwurf, dass ein Bruder eine Frau in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht habe. Der Bruder habe sie bis Mitte 2019 "geistlich, psychologisch und sexuell missbraucht“.

Quelle: Kirche und Leben


18.10.2019 Die katholische Theologin Julia Enxing regt ein Jahr der Reue für die katholische Kirche an. Bislang habe es keine Auseinandersetzung mit den eigenen Vergehen im Kontext des Missbrauchsskandals gegeben. Sie denkt an eine Kommission aus Betroffenen und Repräsentanten der Kirche, die miteinander überlegen, wie ein geeignetes Zeichen aussehen könne. In keinem Fall könne die Kirche so weitermachen wie bisher.

Quelle: katholisch.de   DLF-Interview


18.10.2019 Ehemalige Mitglieder der Katholischen Integrierten Gemeinde (KIG) haben schwere Vorwürfe gegen die KIG erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit vor 2012. Kontrolle über das Privatleben der Mitglieder und ihre Kontaktpersonen, die Trennung von Kindern von ihren Eltern und wirtschaftliche Ausbeutung werfen die Ehemaligen der KIG vor. Es sei über weite Strecken zu geistlichem Missbrauch gekommen. "Beziehungen und Ehen wurden gestiftet und getrennt, je nachdem, ob dies der Gemeindeversammlung für das Gemeindeleben förderlich erschien. Die Gemeindeversammlung entschied darüber, ob und wann ein Ehepaar Kinder bekommen durfte oder sollte," heißt es in einem Zwischenbericht der Visitatoren, die seit Februar 2019 die KIG untersuchen. Die Gemeinde verweigert die Zusammenarbeit mit den Visitatoren.

Bereits im Jahr 2000 hat das zuständige Erzbistum München in einem internen Dokument von "Missbrauch des Bußsakraments" in der Gemeinschaft gesprochen. 2004 kam ein kirchenrechtliches Gutachten zu dem Schluss, dass es "rechtserhebliche Mängel beim Ausschluss von Mitgliedern" gegeben habe.

Die KIG wurde 1978 im Bistum Paderborn durch Bischof Degenhardt und im Erzbistum München durch Joseph Ratzinger kirchlich anerkannt. 1985 wurde sie als öffentlicher Verein nach dem katholischen Kirchenrecht errichtet. U.a. gehören ihm die Neutestamentler Gerhard Lohfink (Wie hat Jesus Gemeinde gewollt?) und Rudolf Pesch (1936-2011) an.

Quelle: katholisch.de

In einer Gegendarstellung der Integrierten Gemeinde heißt es, dass die KIG mehrfach den Visitatoren schriftlich ihre Mitwirkungsbereitschaft mitgeteilt habe.


18.10.2019 Gegen den ehemaligen Kardinal McCarrick gibt es weitere Missbrauchsvorwürfe von sieben minderjährigen Jungen.

Quelle: Domradio


17.10.2019 Der Diözesanverband der kfd-Köln distanziert sich von Maria 2.0. Die Frauen halten Maria 2.0 für unausgegoren und rufen zum Gebet auf.

Quelle: katholisch.de


17.10.2019 Ein Film mit einer Frau, die eine dissoziative Identitätsstörung hat

Quelle: yahoo


17.10.2019 Das Bistum Hildesheim sucht weiter nach Zeitzeugen früherer Missbrauchsfälle. Die Obfrau der vom Bistum eingesetzten externen Expertengruppe bietet am 23. Oktober von 15 bis 18 Uhr im Grenzdurchgangslager Friedland einen Termin für vertrauliche Gespräche an. Es ist der fünfte Termin dieser Art, zweimal war sie auch in Hildesheim.

Das Bistum Hildesheim hat wie die (Erz-)Bistümer Essen, Köln, Münster, Limburg, Mainz und Regensburg unabhängige Experten mit der Aufklärung von Missbrauchsfällen beauftragt.

Quelle: hildesheimer-allgemeine.de


16.10.2019 Das Bistum Trier weist die Kritik der Opferorganisation MissBiT zurück. Bis Jahresende (urspr. bis zum Herbst) sollen die mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung vereinbarten "Kriterien und Standards" vorliegen. Außerdem habe Bischof Ackermann vor, die Betroffenen bei der Aufarbeitung einzubinden. Und zudem solle am 31.10.2019 ein Projekt starten, das die sexuelle, physische und psychische Gewalt am Internat Albertinum, Gerolstein, untersuche.

Quelle: domradio.de


16.10.2019 In Deutschland stellt sich die evangelische Kirche erst allmählich dem Problem des sexuellen Missbrauchs. Es wurde auch deswegen verdrängt, weil es nicht zum Image einer liberalen Kirche passte.

Quelle: nzz.ch


15.10.2019 Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf zeichnete am "dies facultatis" der Universität Wien ein umfassendes kirchliches Krisenszenario, verursacht durch eine nur "halbherzige" Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, durch eine grundsätzliche Infragestellung von Kirche und eine anhaltende Austrittsbewegung. Dies führe zu einer "Systemkrise, einer prinzipiellen Anfrage ans System Männerkirche".

„Wenn die Bischöfe ihre Ankündigungen ernst nehmen, dass es ihnen wirklich um die Opfer und das ihnen von Geistlichen zugefügte Leid geht, dann sind sie verpflichtet, den Zölibat grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen“, betonte Wolf

Quelle: kathpress.at orf


15.10.2019 Die Betroffenenorganisation MissBiT (Missbrauchsopfer Bistum Trier) zieht ein Jahr nach Veröffentlichung ein bitteres Fazit über die Maßnahmen, die im Bistum des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz ergriffen bzw. eben nicht ergriffen wurden: "Unser Bündnis beklagt die Ignoranz und Passivität unseres Bischofs Dr. Stephan Ackermann bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Trier."

weiter


15.4.2019 "Wenn sich die kirchlichen Palaverrunden endlich selbst evangelisieren würden, würden sie den Sauerteigplan erkennen: Wer redet, muss auch nach dem handeln, was er redet, sonst glaubt man ihm nicht. Wer Menschen zu Jesus führen möchte, muss selbst unter die Menschen gehen. Wer dem folgt, der sich selbst in die Welt entäußert hat (vgl. Philipper 2,7), muss selbst in der Welt aufgehen in Leben, Reden und Handeln. So wird die Welt vom Evangelium durchdrungen. Dazu muss er sich selbst ehrlich machen – sonst wird er wie das Mutterkorn den ganzen Teig vergiften. Ihr wolltet einen „gemeinsamen Weg“-Weg gehen, um den Missbrauch aufzuklären – und jetzt kommt ihr bei frommen Phrasen an! Das soll man euch glauben? Macht euch ehrlich. Bekehrt euch. Reißt heraus, was euch vom Reich Gottes abhält. Sonst wird das nichts mit der Evangelisierung."

Quelle: dei-verbum.de


14.10.2019 Ulrike Tümmler-Wanger und Stefan Port von der Beratungsstelle Kibs in München berichten von ihrer Arbeit mit Jungen, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Sie bedauern, dass noch immer -. oder schon wieder - Geschlechterstereotype es erschwren, dass Jungen sich Hilfe holen.

Quelle: sueddeutsche.de


13.10.2019 Dr. Doris Reisinger: "To sum it up: The Church is in crisis, because it is pretending that following a medieval constitution with a two-estate-system would be a good way of governing an international organisation of the 21st century with more than 1 billion members. It’s a very down-to-earth point that needs to be made here: That simply does not work. We are actually witnessing how that system is failing right in front of our eyes. ....This is why, when we speak about shaping a new vision for the Church, my vision begins with a new constitution, one that allows for a fair participation of all factions of the faithful in decision making processes in the Church. To make that vision come true, we need a Constitutional Reform. I am fully aware how unlikely such a reform appears to be, yet I am hopeful against all odds. First because it is not my idea.... Second, because there is no other way. It is all too evident that a Church that, after all we have gone through in the last decades, still decided to stick to a two-estate-system instead of equality is not only contrary to the dignity of the children of God, it has lost the true sense of its existence and its capacity to be a meaningful and credible advocate for justice and equality in our world. A constitutional reform might be our Church’s last chance to get back on track. There is but one thing we really urgently need to do: We need to stop playing along to our self- declared rulers."

Quelle: voicesoffaith.org


13.10.2019 "Das Thema Missbrauch kann nicht mehr von der Kirchenagenda verschwinden", sagte Dr. Haslbeck bei einer Veranstaltung im Brucker Forum.

Quelle: SZ


13.10.2019 Impulsvortrag von Dr. Doris Reisinger auf der Siegburger 1. Tagung "Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden. Eine Veranstaltung von Frauen für Frauen", 27.-28.10.2019: "Im Jahr 1998 wurde in den USA eine Studie veröffentlicht, die sich spezifisch mit sexuellerGewalt gegen Ordensfrauen befasste. 29,9 Prozentder befragten Ordensfrauen gaben an, im Orden sexuelle Gewalt erlebt zu haben. In den meisten Fällen durch ihre Beichtväter und geistlichen Begleiter."

Quelle: kfd-Bundesverband


12.10.2019 Der italienische Consolata-Missionar Mario L. missbrauchte vor 30 Jahren die damals 16-jährige Sabina L. in Kenia. Der Missbrauch wurde vertuscht. Das Mädchen brachte einen hellhäutigen Jungen zur Welt und wurde mit einem Kenianer verheiratet. Der mutmaßliche Täter wurde versetzt, die Vaterschaft leugnet er, einen Test verweigerte er. Er ist weiterhin im Dienst. Als Gerald Erebon sich auf die Suche nach seinem Vater machte, wurde der Missbrauch öffentlich. - Augusta Muthigani, zuständig für Bildung in der kenianischen Bischofskonferenz, sagt, dass Schwangerschaften, die aus Missbrauch resultieren, wenig öffentliche Aufmerksamkeit erregen, obwohl das Thema gerade in Afrika offensichtlich sei. Nicht einmal im Protokoll der Sitzung der afrikanischen Bischöfe im Juli 2019 - 8 Monate nach dem Antimissbrauchsgipfel in Rom - wurde es erwähnt, obwohl bekannt ist, dass katholische Geistliche in Afrika gegen das Zölibatsgelübde verstoßen und nicht vor Missbrauch von Kindern Halt machen.  

Quelle: ncronline.org


11.10.2019 "Now we need to find a way of exiting this experience, [because] otherwise it will suffocate us.” Das sagte Kardinal Peter Turkson, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der integralen menschlichen Entwicklung und meinte damit den Missbrauchsskandal. Marie Collins empfahl transparente Rechenschaftspflicht für Bischöfe, den Abbau des riesigen Rückstands in der Bearbeitung der Missbrauchsfälle durch die Glaubenskongregation, obligatorische Berichterstattung an die Zivilbehörden, die Aufgabe des Kampfes gegen die Verlängerung von Verjährungsfristen, Kinderschutzpolitik, Einstellung der Verwendung des päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsprozessen und eine reale Nulltoleranz gegenüber schuldigen Tätern.

Quelle: Crux


11.10.2019 Die Betroffenenorganisation MissBiT (Missbrauchsopfer Bistum Trier) zieht ein Jahr nach Veröffentlichung ein bitteres Fazit über die Maßnahmen, die im Bistum des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz ergriffen bzw. eben nicht ergriffen wurden: "Unser Bündnis beklagt die Ignoranz und Passivität unseres Bischofs Dr. Stephan Ackermann bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Trier."

weiter


11.10.2019 Bislang hat die kirchliche Presse in Deutschland nichts von dem Kongress der katholischen Frauen berichtet, der parallel zur Amazonas-Synode in Rom stattfindet. Hier sind einige wichtige Stimmen.


11.10.2019 Nach Einschätzung von Teilnehmern der Amazonas-Synode wird es kein Stimmrecht für Frauen geben. Dennoch spricht die als Expertin geladene Ordensfrau Birgit Weiler davon, dass Frauen "vollkommen akzeptiert" würden.

Quelle: Domradio


11.10.2019 Ein Mann berichtet, er sei als Priesteramtskandidat 1989 von einem Kaplan sexuell belästigt worden. Der damalige Generalvikar von Münster (1986 bis 1999) und spätere Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, habe von dem Fall gewusst, aber nicht gehandelt. Auch bei einem erneuten Vorbringen des Falls 20 Jahre später, 2009, habe das Bistum Münster nicht reagiert. Auch dem früheren Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann (1933-2013) wird vorgeworfen, einen verurteilten Priester lediglich versetzt zu haben. Im Bistum Münster soll ein Forschungsprojekt Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester und andere kirchliche Amtsträger von 1945 bis 2018 aufklären. Das Bistum stellt dafür 1,3 Millionen Euro zu Verfügung. Die fünf Wissenschaftler arbeiten unabhängig von der Kirche.

Quelle: katholisch.de


10.10.2019 Die polnischen katholischen Bischöfe haben eine Stiftung beschlossen. Sie soll Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker mit Psychologen, Pädagogen, Juristen und Priester unterstützen. Sie ist kein Entschädigungsfonds, weil die Entschädigungs-Pflicht bei den Tätern liege. Stattdessen sollen u.a. Stipendien für Schüler und Studenten ausgezahlt und Präventionsprogramme gefördert werden. - In Polen sind ca 382 Priester und Ordensmänner bekannt, die von 1990 bis Juni 2018 625 Minderjährige sexuell missbrauchten.

Quelle: vaticannews


10.10.2019 Ein unabhängiges Laiengremium hat Anschuldigungen gegen den New Yorker Weihbischof John Jenik, 75, als glaubhaft eingestuft. Ihm wird eine "unangemessene Beziehung" zu einem in den 1980er Jahren 13-Jährigen vorgeworfen. Jenik ließ bereits Anfang November 2018 sein Amt ruhen, hat jedoch alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Er bat den Vatikan um Ermittlungen. Bislang ist unbekannt, ob der Vatikan Ermittlungen aufgenommen hat und wenn ja, zu welchem Ergebnis sie führten. Nun hat Papst Franziskus den Rücktritt Jeniks angenommen.

Quelle: orf


9.10.2019 In Polen wurde die katholische Kirche - ein ehemaliger Priester, eine Pfarrei und das Bistum - zur Zahlung von 93.000 Euro an das Missbrauchsopfer des ehemaligen Priesters verurteilt.

Quelle: Deutschlandfunk


9.10.2019 Die Staatsanwaltschaft hat beim höchsten Gericht Australiens beantragt, den Berufungsantrag von Kardinal George Pell gegen seine Verurteilung als Sexualstraftäter abzulehnen. Es gebe keinen Grund für die Zulassung einer Berufung. Die Berufung beim höchsten Gericht Australiens ist Pells letzte Möglichkeit, gegen seine Verurteilung vorzugehen. Wird die Berufung zugelassen, wird mit einer Verhandlung erst 2020 gerechnet.

Quelle: vaticannews


8.10.2019 Das Gespräch zwischen Doris Reisinger (geb. Wagner) und dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn ist ungekürzt im Herder-Verlag erschienen: "Schuld und Verantwortung". Der Inhalt geht weit über die BR-Dokumentation hinaus.

Quelle: katholisch.de


8.10.2019 Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode, sammelt die Meinung der männlichen Teilnehmer der Amazonien-Synode darüber, ob die 35 Teilnehmerinnen Stimmrecht bekommen. Am Ende werde der Papst entscheiden. "Einige Bischöfe" haben den Antrag eingebracht. Bislang hat ein männlicher Ordensvertreter, der kein Priester ist, Stimmrecht. Die Ordensfrauen, die von der Vereinigung der weiblichen Ordensoberen (UISG) zur Synoden-Teilnahme bestimmt wurden, haben kein Stimmrecht.

Quelle: vaticannews


8.10.2019 In der Ringvorlesung "Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung" der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sagt Mary Hallay-Witte: "Kein Kirchenverantwortlicher in Deutschland hat persönlich Verantwortung für strukturelle Gewalt übernommen. Vielmehr wird 'Tätersprache' verwendet: 'es war vor meiner Zeit', 'ich habe das nicht angeordnet', 'ich wusste es nicht', usw. Eingeräumt und zugestanden wird nur das, was unter öffentlichem Druck bekannt gemacht wird."

Quelle: bhs.hypotheses.org


Der Regisseur des Films "Verteidiger des Glaubens", Christoph Röhl, spricht über seinen Film über Kardinal Ratzinger.

Quelle: herder.de


7.10.2019 Der emeritierte Kirchenrechtler Heribert Hallermann weist darauf hin, dass kirchenrechtliche Vorschriften zum Schutz beschuldigter Kleriker nicht oder nicht richtig angewendet werden. So werde oft ohne Not frühzeitig der Name des Beschuldigten veröffentlicht. "Beurlaubungen" würden ausgesprochen, ohne dass kirchenrechtlich klar sei, was sie bedeuten. Ob ein Zelebrationsverbot tatsächlich Minderjährige schütze, sei fraglich. Maßnahme und Gefährdungslage stünden oft in kaum einem Verhältnis. Nicht selten werde die Beiziehung eines kirchenrechtlichen Anwalts verweigert, so würden Beschuldigte in ihrem Verteidigungsrecht behindert. Maßnahmen würden oft auch ohne Grund Jahre nach Beendigung des Strafprozesses beibehalten. Wenn rechtliche Verfahren nicht genau beachtet würden, entstehe der Verdacht von Willkür und missbräuchlicher Machtausübung. Es sei genau dieser Verdacht, der massiv zur Zerstörung des Vertrauens in die Kirche beiträgt.

Quelle: katholisch.de Kommentar von Benjamin Leven


6.10.2019 Im Interview berichtet Dr. Aurica Jax, Leiterin der Frauenseelsorge der DBK von der Tagung "Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden". Jax ist der Ansicht, dass innerkirchliche Gewalt gegen Frauen zur Missbrauchsdebatte dazugehört. Notwendig sei, das Machtgefälle in der Kirche aufzuheben; nicht außer Acht zu lassen, dass auch Frauen Seelsorgerinnen sind, missbraucht haben und Missbrauch gedeckt haben. Die strukturelle Ungleichheit von Frauen sei heute nicht mehr vermitelbar. Notwendig sei es, Übergriffe in der Seelsorge straf- und kirchenrechtlich zu ahnden. Die Regeln für geistlichen Missbrauch müssen verschärft werden, die spirituelle Selbstbestimmung sei zu achten. Realisiert werden müsse auch, dass Gott auf der Seite der Opfer steht. Hoffentlich noch 2019 wird es ein Hilfetelefon für Frauen geben. Jax weist auf die Internetseite gottes-suche.de hin, die Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten Betroffener anbietet.

Quelle: www1.wdr.de (ab min 19)

Kommentar: Noch 2002freuten sich katholische Bischöfe über den strafrechtlichen Freispruch eines Weihbischofs. Ein "seelsorgerischen Betreuungsverhältnis" wurde in dem Strafverfahren nicht als "schützenswerter Bereich" betrachtet.


4.10.2019 In Polen wird die katholische Kirche zunehmend hinterfragt. Das hängt auch mit den Enthüllungen über sexuellen Missbrauch durch Priester zusammen. Statt die Missbrauchsfälle aufzuklären widmet sich die katholische Kirche in Polen dem Kampf gegen die LGBT-Bewegung. Der polnische Erzbischof von Krakau, Marek Jedraszewski formuliert: „Die rote Pest hat unser Land zum Glück nicht mehr im Griff, was nicht bedeutet, dass es keine neue gibt, die unsere Seelen, Herzen und unseren Verstand beherrschen will. Sie ist nicht marxistisch-bolschewistisch, aber aus dem gleichen Holz geschnitzt: Statt rot ist sie Regenbogenfarben.“

Quelle: deutschlandfunk.de


4.10.2019 Papst Franziskus nahm den Rücktritt von Bischof Charles Drennan aus dem Bistum Palmerston North, Neuseeland, ohne Angabe von Gründen an. Drennan war Mitglied einer Kontaktgruppe zwischen katholischer Kirche und einer staatlichen Missbrauchskommission. Eine junge Frau bezichtigt Drennan des unakzeptablen Verhaltens sexueller Art. Kardinal John Dew, Wellington, hat eine Untersuchung unabhängiger Experten veranlasst. Drennans Aufgaben ruhen.

Quelle: vaticannews


4.10.2019 In den USA leben fast 1.700 Priester und andere Geistliche, die von der Kirche glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, jedoch strafrechtlich nicht belangt wurden, ohne staatliche oder kirchliche Aufsicht. Das ergab eine Untersuchung der Associated Press. Sie unterrichten Mathematik in der Mittelschule, beraten Überlebende von sexuellen Übergriffen, arbeiten in Kliniken oder als Freiwillige bei gemeinnützigen Organisationen, um gefährdeten Kindern zu helfen. Sie wohnen neben Spielplätzen und Kindertagesstätten und betreuen Kinder.
Quelle: timesunion apnews.com

Kommentar: Wie viele priesterliche Missbrauchstäter in Deutschland ohne jegliche Aufsicht leben, ist unbekannt.


3.10.2019 Papst Franziskus hat den früheren italienischen Staatsanwalt Giuseppe Pignatone zum neuen Präsidenten des Gerichtshofs des Vatikanstaates ernannt. Pignatone wurde bekannt durch Prozesse gegen die Mafia und 'Ndrangheta.

Quelle: Domradio


3.10.2019 Raoul Löbbert schaut sich die Überlegungen zu Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsopfer an und kommentiert: "Die deutschen Bischöfe wollen die Opfer sexuellen Missbrauchs angeblich mit einer Milliardensumme entschädigen. Doch warum tun sie es dann nicht einfach?"

Quelle: zeit


3.10.2019 "Wir dürfen nicht länger schweigen... Die katholische Kirche befindet sich in einer tiefen Krise. Eine neue Generation von Katholiken und Katholikinnen hinterfragt die kirchliche Hierarchie und ihre Reaktion auf eine sich verändernde Welt und deren aufkommende Probleme wie beispielsweise den Sexual- und Machtmissbrauch. Verschaffen Sie Ihrer Stimme Gehör - durch unsere globale Kampagne #overcomingsilence"

Quelle: voicesoffaith

Zum Livestream


2.10.2019 Bei der Amazonas-Synode sind 185 Männer stimmberechtigt. Keine einzige Frau nimmt stimmberechtigt teil. Das beklagt die Priorin des Schweizer Benediktinerklosters Fahr, Irene Gassmann.

Quelle: katholisch.de


2.10.2019 Seit September 2018 wurden im Bistum Würzburg fünf neue Missbrauchsfälle gemeldet. Beschuldigt werden vier Priester und ein kirchlicher Mitarbeiter. Drei der Beschuldigten wurden in der MHG-Studie nicht erfasst. Drei Priestern wird Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen, einem Priester sexuelle Übergriffe gegen eine volljährige Person. Der Vorwurf gegen den Mitarbeiter bezieht sich auf Grenzüberschreitungen. Einer der Beschuldigten starb in den 1970er Jahren, zwei weitere sind im Ruhestand. - Außerdem gab es Vorwürfe gegen einen Priester einer anderen Diözese und ein Ordensmitglied. Zwei Kontakte der Missbrauchsverantwortlichen bezogen sich auf sexualbezogene Missbrauchshandlungen- diese Vorwürfe waren bereits bekannt. Sobald die Staatsanwaltschaft die Akten der früheren Kilianeen in Würzburg, Bad Königshofen und Miltenberg überprüft hat, wird die Öffentlichkeit informiert. - Seit der MHG-Studie gab es vier Anträge auf Leistungen, einmal wurden 5.000 Euro, in einem anderen Fall 2.000 Euro gezahlt. Zwei Anträge sind noch nicht entschieden. In einem Antrag, der vor Sept. 2018 gestellt wurde, wurden 5.000 Euro gezahlt.

Quelle. BR


2.10.2019 An der „Frauenfrage“ hängt der Erfolg des Synodalen Weges, sagt Claudia Lücking-Michel.

Quelle: feinschwarz


2.10.2019 Die Prager Polizei ermittelt gegen Kardinal Dominik Duka. Er soll sexuelle Übergriffe eines Dominikanerbruders gedeckt haben. Zur Tatzeit war Duka der höchste Vertreter des Dominikanerordens in Tschechien. Das Opfer habe sich an Duka gewandt, aber es sei nichts geschehen. Nach Angaben Dukas stand damals Aussage gegen Aussage. Zuletzt geriet Duka in die Öffentlichkeit mit seinem Einsatz gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe und mit der Verurteilung einer "LGBT-Ideologie".

Quelle: katholisch.de


30.9.2019 Der Apostolische Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, kehrt in den Vatikan zurück. Im Dez. erst erreicht er die Altersgrenze. Seine Rückkehr nach Rom dürfte mit Vorwürfen übergriffigen Verhaltens gegenüber erwachsenen Männern zusammenhängen. Die diplomatische Immunität hatte der Vatikan aufgehoben.

Quelle: domradio


29.9.2019 Christiane Florin sagt: "Die treffendste Übersetzung von synodalem Weg ist: weiter so."

Quelle: DLF


29.9.2019 Im Blick auf die Entschädigungsvorschläge für kirchliche Missbrauchsopfer geht Klaus Mertes davon aus, "dass die Bischöfe eine solche Regelung nicht in der Annahme beschließen, dass nun das Kirchenvolk finanziell in Mithaftung genommen" wird. Er warnt auch davor, dass der fatale Eindruck entstehen könne, die Kirchenleitung kaufe sich auf Kosten des Kirchenvolkes frei. Mertes sagt: "Viel wichtiger ist zum Beispiel die Investition von Zeit. Ich bin in Gesprächsprozessen mit Betroffenen, die sich manchmal über Jahre hinwegziehen. Das ist nicht immer leicht, aber es entsteht Beziehung. Es tut auch weh, die von mir geliebte Kirche in der Perspektive der Geschichten zu sehen, die ich von Betroffenen höre. Aber dieser Schmerz ist kreativ, denn er verändert etwas in mir, mein Selbstbild, mein Priesterbild, mein Kirchenbild. Das entwickelt sich in gegenseitig geschenkter Zeit. Dafür bin dankbar. Ich gebe nicht nur, ich empfange auch. Vielen Betroffenen ist es noch wichtiger, dass die Kirche sich ändert, als dass sie zahlt - das gilt auch für Betroffene, die Zahlungen fordern."

Quelle: jesuiten.org


29.9.2019 Suzanne Smith, Investigativ-Journalistin, hat über die kirchlichen Missbrauchsfälle in Australien berichtet. Sie erzählt von den Schwierigkeiten ihrer Recherchen. Überlebende "brauchen jemanden, dem sie vertrauen können und der für ihre Sache eintritt", sagt Smith und konstatiert, dass der Vatikan nach wie vor einen Teil der Täter schützt. Z.B. haben australische Behörden in Rom Akten angefordert, jedoch nicht erhalten. Smith berichtet auch von einer hohen Suizidrate unter Betroffenen und empfiehlt Forschung dazu. Smith sagt: "Am meisten empört mich die fehlende Empathie und das fehlende Mitleid mit den Kindern. Tausende von Kindern wurden vergewaltigt, aber Priestern und Ordensleuten war das Ansehen der Kirche wichtiger. Sie haben den Missbrauch einfach als Kollateralschaden gesehen. Was mir Hoffnung macht: In der katholischen Kirche gibt es viele grossartige Menschen. Auf sie sollte die Kirche stärker zählen."

Quelle: kath.ch/


29.9.2019 "Das Problem ist dabei nicht die Homosexualität an sich, sondern die unterdrückte, verneinte, verdrängte Homosexualität, was bis zum Hass auf Homosexuelle und damit zum Selbsthass führt. Das geht soweit, dass man sexuelle Gewalt ausübt. Das Opfer ist oft ein Migrant, ein Kind oder ein Seminarist – also immer jemand, der nicht reden und nicht zur Polizei gehen kann. Das zentrale Problem ist also nicht die Sexualität, sondern das Verhältnis zur Lüge, das Doppelleben." Das sagt Frédéric Martel im Interview.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de


29.9.2019 Die Tagung "Gewalt gegen Frauen in der katholischen Kirche und in Orden" wurde von den 125 Teilnehmerinnen als "historischer Moment" erlebt. Die Tagung befasste sich mit psychischem, geistlichem und sexuellem Missbrauch von Ordensfrauen und Frauen durch Geistliche. Eine Fortsetzung der Gespräche wurde verabredet. Zunächst soll eine telefonische Anlaufstelle eingerichtet werden, "damit Betroffene sich melden und dort professionelle Hilfe und Beratung erhalten können". Das teilte die Vorsitzende der Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), Schwester Katharina Kluitmann, mit. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Aurica Jax, forderte mehr Sensibilität für weibliche, erwachsene Opfer. Hier müssten sich auch Theologie und Seelsorge weiterentwickeln.

Quelle: Domradio.de  vaticannews


29.9.2019 Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Anuth empfiehlt dem ZdK gut zu überlegen, ob es bereit ist, den synodalen Weg mitzugehen, denn das dafür vorgesehene - bislang unveröffentlichte - Statut, wird zeigen, dass es keine begründeten Hoffnungen auf Reformen eröffnet, die über den Gesprächsprozess 2011-2015 hinausgehen. Anuth schlägt dem ZdK und Maria2.0 vor, konkrete Reformvorschläge, z.B. nach dem Frauendiakonat, bei ihren Bischöfen einzubringen, das diese als Adult an den Vatikan weiterreichen. Wenn Bischöfe dieses Anliegen dann ablehnen, dann wüssten die Betroffenen wenigstens, wie sie bei ihren Bischöfen dran sind.

Quelle: WDR 5, Diesseits von Eden


28.9.2019 Die katholische Kirche Panamas hat drei Priester wegen "unangebrachten" und "skandalösen" Verhaltens ihrer Ämter enthoben. Im Internet waren sexuelle Begegnungen der Geistlichen mit jungen Männern, darunter einem Minderjährigen, enthüllt worden.

Quelle: amerika21.de


27.9.2019 Über Entschädigung ''müsse noch intensiv beraten werden, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg. Er sei nicht glücklich über die Summen, die genannt werden. Es gehe um die Kirchenbeiträge der katholischen Gläubigen. Sternberg fragte, ob überhaupt die Beiträge der Gläubigen zu Entschädigungszahlungen herangezogen werden können, die in einer Institution geschehen, aber nicht von ihr beabsichtigt worden sind.

Quelle: katholisch.de


27.9.2019 In Australien könnte die Einigung der katholischen Kirche mit einem Missbrauchsopfer ein Präzedenzfall für weitere Klagen darstellen. Im Gespräch sind umgerechnet knapp 620.000 Euro.

Quelle: domradio.de


27.9.2019 Unter dem Titel "Nackte Macht" schaut Gregor Maria Hoff auf die mehr als prekäre Kirchensitution in Deutschland: "Das Interesse ist klar: Was der „Synodale Weg“ versucht, den die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken im März dieses Jahres beschlossen haben, bricht aus dem hierarchischen Gefüge katholischer Machtlogik aus. Laien können beraten. Die Entscheidungen treffen die Bischöfe. Können sie aber entscheiden, ihre Entscheidungsvollmacht zu teilen? Und dann eine synodale Entscheidung von Laien und Bischöfen als ihre Entscheidung übernehmen? Das scheint im katholischen Machtkomplex nicht vorgesehen."

Quelle: furche.at


27.9.2019 Nach Medienangaben wurde das - bislang unbekannte - Statut des Synodalen Wegs von 51 Bischöfen angenommen, 12 stimmten dagegen, ein Bischof enthielt sich der Stimme. Einmütig jedoch sind alle Bischöfe darin, den synodalen Weg mitzugehen. Vorgesehen ist, dass eine Zweidrittelmehrheit des synodalen Wegs (DBK und ZdK) den Beschlüssen zustimmen muss und dass eine Zweidrittelmehrheit der teilnehmenden Bischöfe notwendig ist. Zudem müssen die Bischöfe die Beschlüsse in ihrer eigenen Diözese in Kraft setzen.

Quelle: katholisch.de


26.9.2019 Im Erzbistum Freiburg solidarisieren sich Priester und Diakone mit den Forderungen von Maria2.0. Die Initiatoren Peter Stengele und Konrad Irslinger sagen, dass sich immer mehr Katholik*innen von ihrer Kirche abwenden werden, wenn es keine Fortschritte im Blick auf geschlechtergerechte Kirche und Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gibt.

Quelle: Konradsblatt


26.9.2019 Klerikalismus gepaart mit einer obsessiven Fixierung auf Sexualität ist nach Aussage von Papst Franziskus eine schwere Sünde. Dies gelte vor allem dann, wenn anderen Sünden wie soziale Ungerechtigkeit, Verleumdung, Lügen und Geschwätz keine Aufmerksamkeit gewidmet werde. An dem Punkt müsse die Kirche sich gründlich bekehren.

Quelle: katholisch.de


26.9.2019 Florian Breitmeier, NDR, kommentiert die Vollversammlung der DBK: "Aber es darf nicht nur geredet werden, sonst endet der synodale Weg in einer Sackgasse des unverbindlichen Austauschs über Themen die bereits vor 50 Jahren innbrünstig diskutiert wurden. Nur auf dem synodalen Weg unterwegs zu sein, das kann nicht das Ziel sein. Das Ziel ist das Ziel und das bedeutet, dass am Ende Reformen stehen müssen - zum Beispiel die Weihe von Frauen zu Diakoninnen oder eine neue Wertschätzung für homosexueller Beziehungen, in denen Menschen gegenseitig Verantwortung füreinander übernehmen. Die katholische Kirche muss sich verändern, sonst stürzt sie hierzulande hoffnungslos in die Tiefe."

Quelle: NDR


26.9.2019 Joachim Frank kommentiert die Vollversammlung der DBK: "Der Wille zur Evangelisierung kann doch im Grunde auf nichts anderes abheben als auf die Fragen: Was dient der Verkündigung der Frohen Botschaft heute? Und: Worin besteht dann eigentlich das Katholische? Darauf notorisch mit dem MZH-Dreiklang zu antworten – Männerklerus, Zölibat, Heterosexualität –, zeugt von Blindheit für die Wirklichkeit der Kirche. Die ist längst dabei, den Kontakt zu den Menschen heute zu verlieren. Es geht deshalb jetzt um eine Art Innenrevision, wie es der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck formuliert. Den eigenen Laden aufzuräumen bringt noch keine neue Kunden, kann aber die drohende Pleite verhindern. Scheitert der synodale Weg, wird auch den Treuesten der Treuen die Lust an dieser Kirche vergehen."

Quelle: FR


26.9.2019 Kardinal Marx betont, dass es keinen deutschen Sonderweg ohne Rom bei weltkirchlich relevanten Fragen geben werde. Aber die Bischofskonferenz sei bereit, "Diskussionsbeiträge für die Weltkirche zu liefern", sagte er. Bischof Voderholzer, Regensburg, behält sich vor, aus dem "Synodalen Weg" auszusteigen. Er glaubt, die Weichen für eine Erneuerung der Kirche seien falsch gestellt worden. Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki stimmte gegen die Satzung. - Noch in diesem Jahr soll ein Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz gebildet werden.

Quellen: katholisch.de   mehr

Kommentar: Das Vorhaben vom September 2018, zu klären, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung getragen hat, etwa für Vertuschung oder die Versetzung von Tätern, spielte auch in dieser Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz keine Rolle mehr.


26.9.2019 Seit heute ist der Film "Gelobt sei Gott" in den Kinos. Im Interview weist der Regisseur Ozon, darauf hin, dass der Hauptdarsteller von seinem Sohn gefragt wurde, ob er noch an Gott glaube: "Das ist die wichtigste Frage, weil mit ihr der Glaube infrage gestellt wird. Ich habe sie dem echten Vater gestellt und ich kenne auch seine Antwort. Sie war mal Teil des Drehbuchs, aber ich habe mich dann dagegen entschieden. Ich wollte es lieber offenlassen, da ich in dem Moment auch mit dem Publikum kommunizieren und ihm dieselbe Frage stellen kann: Glauben Sie nach alldem noch an Gott?"

Quelle: SZ   SZ   Filmbesprechung von Josef Lederle   zeit.de   bistum-eichstaett  DLF


25.9.2019 Magnus Striet gibt in der Diskussion um Strukturfragen in der kath. Kirche versus Glaubensfragen zu bedenken: "Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und Fragen von sexueller Orientierung sind deshalb keine bloßen Strukturfragen, sondern greifen in das Zentrum des Gottesglaubens ein. Zugleich darf aber die Gottesfrage nicht ohne Konsequenzen für die Struktur der Kirche bleiben, an der schließlich sicht- und erfahrbar werden soll, auf welchen Gott diese Kirche ihre Hoffnung setzt."

Quelle: katholisch.de   s. auch Herman Häring


25.9.2019 Der beurlaubte Stadtdechant von Düsseldorf hat auf seine Ämter verzichtet. Kardinal Wölki hat den Amtsverzicht angenommen und das Verbot des öffentlichen priesterlichen Wirkens des ehemaligen Stadtdechanten aufgehoben. Das Erzbistum wirft dem Geistlichen vor, 2001 in einem Seelsorgegespräch an einem damals 20 Jahre alten Ratsuchenden sexuelle Handlungen vorgenommen und damit "ein schweres Vergehen" begangen zu haben.

Quelle: katholisch.de


25.9.2019 In einer Studie wurden 2.375 Seminaristen in den USA befragt, 1.544 (= 65 %) antworteten. 6 % berichteten von sexueller Belästigung oder sexuellem Fehlverhalten, das sie erlebten. Weitere 4 % berichteten, nicht genau zu wissen, ob sie solche Erfahrungen (sexual harassment, abuse or misconduct) gemacht hätten. 80 % derer, die Erfahrungen von sexueller Belästigung oder sexuellem Fehlverhalten berichteten, dass Mitseminaristen oder andere Auszubildende dafür verantwortlich seien. 84 % der Befragten gaben an, dass die Seminarleitung oder die Fakultät das Problem ernst nähmen.


25.9.2019 Die Bischofskonferenz diskutierte die Empfehlungen der Unabhängigen Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Matthias Katsch erklärte, es gehe nicht um die Anerkennung des Leids der Opfer, sondern um die Übernahme von institutioneller Verantwortung für das Unrecht. Zudem sollen nicht ausschließlich die Taten, sondern die Folgen für die Opfer entschädigt werden.

Quelle: katholisch.de


24.9.2019 Empfehlungen  der Unabhängigen Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“ vom 10. September 2019, die der Bischofskonferenz am 24.9.2019 vorgelegt werden.

dbk.de


24.9.2019 Bischof Malone, Bistum Buffalo, gerät wegen Fehlverhaltens im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen zunehmend unter Druck. U.a. hat er vermutlich eine Liste mit Namen von 117 Priester-Tätern auf 42 Namen reduziert.

Quelle: Domradio.de


24.9.2019 Seit Mitte August ist es Missbrauchsopfern von Klerikern in acht katholischen Diözesen des Bundesstaates New York möglich, auch jahrzehntelang zurückliegende Fälle gerichtlich verfolgen zu lassen. Seither sind mehr als 400 Klagen eingegangen.Seither stehen die Diözesen Buffalo, Rockville Centre, Albany und Ogdensburg davor, Insolvenz anzumelden. Alleine in der Diözese Buffalo sind 140 neue Klagen eingegangen. Das Bistum Rochester hat bereits Mitte September Insolvenz angemeldet. Insgesamt sind 20 US-Diözesen insolvent.

Quelle: kathpress.at


24.9.2019 Die Theologin Dorothea Sattler sagt, das Geschlecht Jesu spiele in der Erlösungslehre des Christentums keine Rolle. Die Betonung des Geschlechts Jesu sei neu. Es ginge um die Mensch-Werdung Jesu, nicht um seine Geburt als Mann. Konservative Gegner der Frauenweihe berufen sich darauf, dass nur Männer Priester sein können, weil Jesus ein Mann war und Priester die Person Jesus Christus repräsentierten.

Quelle: katholisch.de


23.9.2019 Die vom Vatikan veröffentlichte Teilnehmerliste für die kommende Synode zeigt, dass alle 185 stimmberechtigten Teilnehmer Männer sind.

Quelle: ncronline.org


23.9.2019 Gaby Mayr zieht ein Jahr nach der Veröffentlichung der MHG-Studie Bilanz: Viele Täter, wenig Gerechtigkeit. Sie weist darauf hin, dass die Akten, die von der Kirche an Staatsanwaltschaften übergeben wurden, von der Kirche ausgesucht wurden. Zudem betont sie, dass die Informationsquelle für Staatsanwaltschaften die Betroffenen sind: "Berichte aus dem Ausland zeigen: Die Bereitschaft von Betroffenen zu Aussagen bringt Dinge in Bewegung und Straftäter, auch solche in Soutane, vor Gericht. Natürlich müssen Betroffene frei entscheiden können, ob sie aussagen wollen oder nicht. Aber ein Klima, das ihre Aussagen wertschätzt, könnte ihnen helfen, sich für eine Aussage zu entscheiden."

Quelle: deutschlandfunkkultur.de


23.9.2019 Erzbischof Eterovic schickt ein Grußwort an die Vollversammlung der Deutschen Bischöfe. Darin betont er den Primat der Evangelisierung.

Quelle: dbk

Kommentar: Mit keinem Wort geht der Nuntius auf die Frage ein, wie Bischöfe glaubwürdig das Evangelium verkünden können, wenn sie zugleich keine Verantwortung für das Vertuschen von Verbrechen übernehmen und keiner von ihnen zurücktritt, weil er Verbrecher geschützt und ihre Opfer alleine gelassen oder gar weitere Opfer ermöglicht hat.


23.9.2019 Der Eckige Tisch wird morgen der Vollversammlung der dt. Bischöfe Entschädigungsforderungen für Missbrauchsopfer von Klerikern und kirchl. Mitarbeitern über 300.000 Euro vorlegen.

Quelle: Domradio


23.9.2019 Kardinal Marx sagte, er habe wegen des synodalen Wegs mit dem Papst und mit Kardinal Quellet ein konstruktives Gespräch gehabt und Missverständnisse ausgeräumt. Zugleich habe er deutlich gemacht, dass er gewisse Dinge anders sehe. Der Bitte des Papstes, beim synodalen Weg die Evangelisierung im Blick zu behalten, haben die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken entsprochen: Sie wollen evangelisieren, doch dazu müsse man auch die Hindernisse in den Blick nehmen. "Die Frage lautet: Wie können wir evangelisieren, wenn unsere Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist?", so Marx.

Quelle: katholisch.de


23.9.2019 In Mainz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis wegen des Verdachts auf versuchten sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen. Der Vorfall soll sich Anfang September in Mainz zugetragen haben. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft hat der Priester Anfang September 2019 im Bereich des Mainzer Hauptbahnhofes einem 14-jährigen Jugendlichen Geld für sexuelle Handlungen angeboten haben.

Quellen: Rheinzeitung  swr


23.9.2019 Im Bistum Trier wurde ein katholischer Priester wegen des Verdachts, eine minderjährige Person sexuell missbraucht zu haben, beurlaubt. Der mutmaßliche Missbrauch habe sich nicht im Arbeitsumfeld des Priesters ereignet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung ruht bis zum Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen.

Quelle: spiegel.de


23.9.2019 Lisi Meier, die Bundesvorsitzende des BDKJ und Mitglied des Forums "Sexualmoral" im "Synodalen Weg" bringt die Dinge auf den Punkt. Zur Gleichberechtigung der Frauen beobachtet sie, dass in manchen Ländern katholische Männer sagen, Frauen wünschten in der kath. Kirche keine Gleichberechtigung. Meier fragt, worin die Solidarität der Kirche denn nun bestehe: Darin, dass Frauen mitleiden? Oder darin, dass Frauen sich im "Synodalen Weg" für gleiche Rechte für Frauen in der kath. Kirche einsetzen?

Quelle: DLF


23.9.2019 Doris Reisinger sagt ein Jahr nach der Veröffentlichung der MHG-Studie: "Aufklärung sei von höchster Stelle - vom Vatikan - nicht erwünscht." Dreßing, verantwortlich für die MHG-Studie berichtet, er habe vor einem Jahr Bischof Ackermann gesagt, dass die Frage nach Rücktritten von Bischöfen kommen werde. Ackermann sei "verwundert" darüber gewesen. Weiter kommentiert Dresßing, dass der Prozess der Aufarbeitung nicht einmal ansatzweise begonnen habe, denn es sei notwendig, dass Mitwisser und Verharmloser Verantwortung übernehmen müssten, weil ein kollektives Bekenntnis von Schuld und Scham nicht ausreiche. Bischof Ackermann weist darauf hin, dass viele, die Verantwortung hatten, nicht mehr im Dienst oder verstorben seien.

Quelle: Tagesschau   daserste.de


22.9.2019 Wunibald Müller empfiehlt den Bischöfen, auf ein Viertel ihres Einkommens zu verzichten und damit ein Haus zu gründen, das sich um die spirituelle und psychotherapeutische Begleitung von Opfern sexualisierter Gewalt kümmert.

Quelle: Mainpost


22.9.2019 Christoph Fleischmann kommentiert das geplante Forschungsvorhaben im Bistum Münster. Er konstatiert, dass der Priester Pottbäcker, ein Serientäter, von Bischöfen, Weihbischöfen, Generalvikaren geschützt wurde. Die Personalakte Pottbäckers sei dünn, daher wollen die Forscher auch Zeitzeugen befragen, unter ihnen Missbrauchsüberlebende und u.a. den Hamburger Alterzbischof Werner Thissen, der Generalvikar im Bistum Münster war. Mitglieder der Bistumsleitung hätten sich längst äußern können, wenn ihnen die Betroffenen ein Anliegen wären. Ein Interview lehnte Thissen ab. Fleischmann fragt, warum bislang kein Kirchenverantwortlicher sich öffentlich mit Betroffenen hingesetzt hat und ehrlich über seine eigene Verantwortung für Vertuschung gesprochen hat. Er vermutet, dass mit dem Forschungsprojekt - wieder einmal - auf Zeit gespielt werden soll. Forschung, sagt Dreßing, der Verantwortliche für die MHG-Studie, ist etwas anderes als Aufarbeitung. Aufarbeitung kann nur mit Überlebenden geschehen.

Quelle: www1.wdr.de


21.9.2019 "Wer ‚Evangelisierung’ sagt, muss ... auch ‚Selbstevangelisierung’ sagen. Da die Kirche selbst dem Evangelium immer wieder im Wege steht und aufgrund von sexuellem und geistlichem Machtmissbrauch in ihrer gegenwärtigen Erscheinungsform das wohl größte Evangelisierungshindernis darstellt, muss sie – angesichts ihrer missbrauchsbedingten Glaubwürdigkeitskrise – zunächst mit der eigenen Evangelisierung beginnen. Denn Evangelisierung ist keine Einbahnstraße." Das sagt Christian Bauer.

Quelle: feinschwarz.net


21.9.2019 Ein Opfer aus dem Bistum Limburg wartet auf Gerechtigkeit.

Quelle: zdf


20.9.2019 In den ersten drei Monaten hat die Kommission zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Frankreich zweitausend Anrufe, E-Mails und Briefe erhalten. Der Staatsanwaltschaft wurden fünfzehn Fälle übergeben.

Quelle: domradio.de


20.9.2019 Filmbesprechung des Films "Gelobt sei Gott" von Viera Pirker auf feinschwarz.net


20.9.2019 Doris Reisinger und der Psychiater Harald Dreßing, MHG-Studie, stellen fest, dass auch ein Jahr nach Veröffentlichung der MHG-Studie kein einziger Bischof persönlich Verantwortung übernommen hat. Bischof Ackermann weist darauf hin, dass viele Verantwortliche nicht mehr Dienst oder inzwischen verstorben seien. Matthias Katsch berichtet von positiven Erfahrungen in einer Kommission mit Bischöfen, Experten und Betroffenen, die über höhere Entschädigungen für Opfer berät.

Quelle: katholisch.de


20.9.2019 Joachim Frank sagt: Die vorgebrachten Argumente gegen eine Frauenweihe sind "eine Rückwärtsverteidigung, die der Kirche schadet und offenkundig auf den Erhalt männlicher Machtstrukturen setzt. Umso bizarrer ist es dann, wenn die Gegner des 'synodalen Wegs' ... beharrlich vor einer angeblich falschen Fokussierung auf Strukturfragen warnen. Unheilige und unheilvolle Strukturdebatten versus geisterfüllte und geistreiche Evangelisierung – diese rhetorische Entgegensetzung gehört zu den fatalen Suggestionen derer, denen es in Wahrheit selbst um Strukturen geht, genauer um ihre patriarchalisch-klerikale Machtbasis."

Quelle: katholisch.de


19.9.2019 Seit 2000 hat die Erzdiözese Chicago rund 200 Millionen US-Dollar an Opfer sexueller Übergriffe durch kirchliche Mitarbeiter gezahlt.

Quelle: orf


19.9.2019 Die "Arbeitsgemeinschaft katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie" deutschsprachiger Theolog*innen spricht sich für den "synodalen Weg" aus: "Die 'systemischen Bedingungen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche und seiner Vertuschung' erforderten Konsequenzen und eine klare Aufarbeitung. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller vermutet, dass der Vatikan mit Billigung des Papstes den "synodalen Weg" stoppen wird. Schüller sagt, dass den Laien, die am Synodalen Weg teilnehmen, nur noch beratendes Stimmrecht gewährt werde.

Quelle: katholisch.de


19.9.2019 Die Geistliche Gemeinschaft "Totus Tuus" wird überprüft. Ehemalige Mitglieder werfen ihr geistlichen Missbrauch vor.

Quelle: DLF


18.9.2019 Der Artikel beschreibt, wie das Corpus-Christi- Seminar in Melbourne zum Brutplatz für pädophile Netzwerke wurde.

Quelle: theage.com.au


18.9.2019 Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Ermittlungen gegen einen kath. Priester eingestellt. Es bestanden erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der erhobenen Anschuldigungen.

Quelle: bistum-regensburg.de


18.9.2019 "Zölibat, Frauen in Weihe-Ämtern, Mitbestimmung der Gläubigen – man wolle über alles diskutieren, beteuern deutsche Bischöfe. Das Vorhaben trägt einen rätselhaften Namen: synodaler Weg. Was das ist, wohin der Weg führt und wer wen anführt, ist offen. Dem Vatikan geht das alles zu weit." Das Feature von Christaine Florin zitiert u.a. Lisi Maier, BDKJ-Bundesvorsitzende: „Mich ärgert das wirklich sehr, dass man alles, was im September 2018 von wissenschaftlicher Seite benannt worden ist, dass man jetzt ein Jahr wieder später auf den Trichter zurückkommt, dass man sagt: Wir müssen gar nichts verändern, sondern wir müssen nur mehr glauben oder beten.“

Quelle: deutschlandfunk.de


18.9.2019 Kardinal Wölki, Köln, hat den Düsseldorfer Stadtdechanten von seinem Amt entbunden und ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Dem Dechanten wird vorgeworfen, an einem 20-Jährigen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben, der sich an den Seelsorger gewandt hatte.

Quelle: Aachener Zeitung


18.9.2019 Das Bistum Münster will in einem Forschungsprojekt Missbrauchstaten von 1945 bis 2018 dokumentieren und auch zeigen, was verborgen blieb. Die Forscher erhalten freien Aktenzugang und dürfen ihre Ergebnisse frei veröffentlichen. Betroffene, Beschuldigte und Verantwortliche sollen befragt werden. Mit den Ergebnissen wird frühestens 2022 gerechnet. Genberalvikar Winterkamp sagte: "Wir werden auch Namen von Verantwortungsträgern nennen, die Übergriffe vertuscht oder verheimlicht haben.“ Das gelte auch für noch lebende Personen."

Quelle: nw.de   Münstersche Zeitung


18.9.2019 Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig, der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, wollen bis Ende 2019 erreichen, dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche so transparent wie möglich und nach einheitlichen Kriterien und Standards erfolgt. Auf der Ebene der Diözesen sollen Kommissionen zur Aufarbeitung mit vergleichbarer Struktur eingerichtet werden und die "Mitgliedschaft von Betroffenen, unabhängigen Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie Verwaltung und Justiz soll uneingeschränkt sichergestellt werden."

Quelle: Bistum Trier


18.9.2019 Eine Studie zeigt die Spätfolgen der #MeToo Bewegung: Frauen würden inzwischen bereits im Bewerbungsprozess ausgemustert.

Quelle: Tagesschau


17.9.2019 Der High Court bestätigte, dass Kardinal Pell sich an das oberste Gericht Australiens gewandt hat. Nun prüft der High Court, ob er die Sache annimmt.

Quelle: deutschlandfunk.de


17.9.2019 Heute nimmt das "Institut für Prävention und Aufarbeitung" in Lantershofen seine Arbeit auf. Der Leiter, Oliver Vogt, sagt, das Institut soll "Standards und Grundlagen für die Fortentwicklung der Präventionsarbeit und der Aufarbeitung entwickeln". Es soll die bisherige Präventions- und Interventionsarbeit der Kirche evaluieren, weiterentwickeln und die Erkenntnisse auch anderen Gruppen und Institutionen zur Verfügung stellen. Finanziert wird es aus Drittmitteln. Die bislang unterschiedlichen Initiativen sollen eine vergleichbare Struktur und einheitliche Ebene bekommen. Das Allerwichtigste sei die Sicht der Betroffenen, daher soll ein Beirat mit Wissenschaftlern, Vertretern gesellschaftlicher Gruppen, Politikern und Betroffenen eingerichtet werden. Die beiden wichtigsten Themen für Betroffene sei die persönliche Verantwortungsübernahme insbesondere kirchlicher Führungskräfte, die Überprüfung der bisherigen Leistungen zur Anerkennung des Leids und die Einsicht in kirchliche Akten. Auch eine Wahrheitskommission ist im Gespräch.

Quelle: Domradio


17.9.2019 Der Justizpromotor des Vatikantribunals hat zwei Priester, Gabriele Martinelli und den ehemaligen Rektor des Präseminars  Pius X., Enrico Radice wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen angeklagt. Martinelli wird beschuldigt, einen 13-jährigen Jungen missbraucht zu haben, Radice soll Beihilfe zum Missbrauch geleistet haben. Bereits 2013 waren die Vorwürfe untersucht worden, es wurden jedoch keine Anhaltspunkte gefunden. Die Taten sollen zu einer Zeit stattgefunden haben, als eine Klage nur zulässig war, wenn die betroffene Person selbst innerhalb eines Jahres nach der Tat die Tat anzeigt. Seit dem 29. Juli 2019 (2018?) wurde diese Beschränkung aufgehoben.

Quelle: vaticannews


17.9.2019 Betroffene sexualisierter Gewalt möchten, dass jemand Verantwortung übernimmt für die Taten, dass Akteneinsicht gewährt und Entschädigung gezahlt wird. „Mitleid wollen die Betroffenen nicht“, sagt die Soziologin Barbara Kavemann, Autorin einer neuen Studie.

Quelle: deutschlandfunk.de

Aufarbeitungskommission: Zusammenfassung der Studie: Erwartungen Betroffener


17.9.2019 Der Justizpromotor des Vatikantribunals hat zwei Priester wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen im sog. Präseminar Pius X. im Vatikan angeklagt. Die Taten sollen sich in den Jahren vor 2012 ereignet haben. Gabriele Martinelli wird wegen Missbrauchs, der damalige Rektor Enrico Radice wegen Beihilfe zum Missbrauch angeklagt. Radice war von 2002 bis 2014 Rektor des Präseminars. Ermittlungen von 2013 ergaben keine Anhaltspunkte. Damals war die Rechtslage noch anders: Klage war nur dann zugelassen, wenn die betroffene Person selbst innerhalb eines Jahres nach dem Vorfall Anzeige erstattete. Diese Beschränkung wurde am 29.7.2019 (2018?) aufgehoben.

Quelle: vaticannews.va


16.9.2019 Fast schon verzweifelt fordert Johannes Röser ein Konzil angesichts der weltkirchlich seit Jahrzehnten drängenden Fragen: "Rom will den 'synodalen Weg' der katholischen Kirche in Deutschland nicht, jedenfalls nicht, wie ursprünglich vorgesehen. Jetzt wird im Hin und Her versucht, vermeintliche Missverständnisse zu entkräften und weitreichend Geplantes zurückzunehmen. Dabei kann es realistisch nur eine Lösung geben, eine große."

Quelle: CiG


16.9.2019 Die Päpstliche Kinderschutzkommission tagte am vergangenen Wochenende zum  elften Mal.
Bei ihrer Arbeit für Betroffene hat die Kommission inzwischen in drei Kontinenten Pilotprojekte zur Beratung von Missbrauchsopfern eingerichtet. Ein viertes werde in Kürze folgen. Mit ihrer Arbeit will die Kommission Diözesen, Orden und andere bei eigenen Angeboten unterstützen.

Die Kinderschutzkommission sucht u.a. den Dialog mit Opfern und Überlebenden. "Es sollen Plattformen eingerichtet werden, über die die Kirche die Stimme der Opfer hören und in ihre Mission einfließen lassen kann."

Quellen: kathpress.at  vaticannews


16.9.2019 Kardinal Pell legt in der letzten Instanz, dem obersten australischen Gericht, Berufung gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs. Er war für schuldig befunden worden, 1996 als Erzbischof von Melbourne einen 13 Jahre alten Jungen missbraucht und einen anderen belästigt zu haben und zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Quelle: katholisch.de


15.9.2019 Christiane Florin kommentiert die Verweigerung der Gleichberechtigung für Frauen in der katholischen Kirche so: "Keiner der Herrn mit Hut und Mütze ermannt sich und bringt den schlichten Satz über die Lippen: Frauen und Männer sind gleichberechtigt, auch in der katholischen Kirche. Dieser eine Satz ohne Wenn und Aber wäre kein Geschenk an die deutschen Luxusweibchen, so wie es die Rechtgläubigen darstellen, wenn sie auf die 'Weltkirche' verweisen. Es wäre eine Wegzehrung für die Millionen unterdrückter Frauen weltweit. Wer diesem einfachen Satz ausweicht, beugt sich dem patriarchalen Zeitgeist, passt sich den Mehrheitsverhältnissen von Machogesellschaften an. Wer ihn relativiert, steht auf der Seite der Unterdrücker."

Quelle: weiberaufstand.com


15.9.2019 "Auch die Beteiligung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken – also den normalen Gläubigen – an dem Reformprozess stört konservative Kleriker: Die katholische Kirche sei 'nicht (...) demokratisch strukturiert', betonten die Mitglieder des Päpstlichen Rats. Tatsächlich sind die deutschen Katholiken in diesem Punkt schon zurückgerudert: In wichtigen Fragen soll beim Synodalen Weg allein das Votum der Bischöfe ausschlaggebend sein." Das schreibt die BZ.

Quelle: badische-zeitung.de


14.9.2019 Kardinal Marx hat einen Brief an den Präfekten der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Quellet, geschrieben und bemängelt, dass es vor dem Schreiben Quellets kein Gespräch gegeben habe. Er wies auch darauf hin, dass den Bischöfen die Kompetenz abgesprochen werde, sich mit Laien zusammen über die anstehenden Themen Gedanken zu machen und Reformen ins Auge zu fassen. Zudem sei der "Synodale Weg" ein "Prozess sui generis", der nicht mit kirchenrechtlichen Instrumenten gelesen werden dürfe. Zu den Abstimmungsquoren und Beschlussfassungsformen schreibt Marx, dass die Anwürfe sich auf einen längst überholten Satzungsentwurf beziehen. Die Bischöfe würden auf ihrer Vollversammlung über eine Satzung abstimmen, die der "besonderen Verantwortung" der Bischöfe, gerecht werden solle. Ohnehin könne kein Beschluss des "Synodalen Weges" einen Bischof rechtlich binden.

Quelle: faz

Kommentar: Interessieren würde mich ja schon, wie der erste Satzungsentwurf  des "Synodalen Weges" im Vergleich zum neueren Satzungsentwurf aussieht und ob im neueren Satzungsentwurf bereits Zugeständnisse an das Zentralismusbedürfnis des Vatikans gemacht wurden und wenn ja, welche. Außerdem weise ich darauf hin, dass das Anliegen des Papstes, die Kirche vor Ort zu stärken, von dem Schreiben Kardinal Quellets und von den Korrekturanweisungen des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte konterkariert wird. Für Betroffene sexualisierter Gewalt eine Wiederholung früherer Erfahrungen, in denen ihnen ein X für ein U vorgemacht wurde. Und darum sollte es doch ursprünglich gehen: Kirchliche Strukturen, die sexualisierte Gewalt ermöglichen und fördern, zu verändern. Ist das in Rom immer noch nicht verstanden worden?


13.9.2019 Erzbischof Gerard Hebda, St. Paul und Minneapolis, hat eine Untersuchung gegen den Bischof von Crookston, Michael Hoeppner, eingeleitet. Hoeppner wird beschuldigt, Unterlassungen mit der Absicht begangen zu haben, "sich in zivile oder kirchenrechtliche Ermittlungen von sexuellem Fehlverhalten durch Kleriker einzumischen". Weitere Angaben machte das Bistum nicht. Der Opferanwalt Jeff Anderson aus St. Paul vermutet, dass die Vorwürfe gegen Hoeppner von einem Prozess rühren, der 2017 mit einer hohen Geldzahlung beendet wurde. Erstmals wird mit der Untersuchung eines Bischofs durch einen Erzbischof ein neues Verfahren - Vos Estis Lux Mundi - eingesetzt. Auch der New Yorker Kardinal Timothy Dolan soll Ermittlungen gegen den Bischof von Buffalo, Richard Malone, erwägen

Quelle: Domradio.de


13.9.2019 Die Bischöfe in Deutschland haben einen Brief von Kardinal Quellet mit einer Stellungnahme des Päpstlichen Rates für die Gesetzesgesetze erhalten. Dort wird zum "synodalen Weg" u.a. ausgeführt, dass nur Bischöfe über sensible Fragen und über weltkirchliche Fragen Beschlüsse fassen dürfen.Die Themen des "synodalen Weges" könnten "mit wenigen Ausnahmen nicht Gegenstand von Beschlüssen und Entscheidungen einer Teilkirche sein, ohne gegen die Einschätzung des Heiligen Vaters zu verstoßen".

Nach Aussagen des Pressesprechers der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, berücksichtige die Stellungnahme des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte noch nicht die im August 2019 fortgeschriebene Fassung der Statuten. Die fortgeschriebene Fassung enthalte einige Passagen nicht mehr, auf die sich das Gutachten bezieht. Kardinal Marx hat Kontakt mit dem Präfekten der Kongregation für die Bischöfe aufgenommen und wird nächste Woche in Rom Gespräche führen, um etwaige "Missverständnisse" auszuräumen.

Quellen: dbk.de   Kommentar von Daniel Deckers

Kommentar: Mit diesem Brief dürften alle Hoffnungen auf Beteiligung von Laien an Beschlüssen und alle Hoffnungen darauf, dass auch weltkirchlich relevante Themen berührt werden, zunichte gemacht worden sein. Der vorgesehene "synodale Weg" wird ein unverbindlicher Gesprächskreis, von dem es schon einige gab, die seit Jahrzehnten nichts verändert haben. Ob es doch noch eine Möglichkeit gibt, systemische Ursachen sexueller Gewalt durch Kleriker zu beseitigen, bleibt abzuwarten.  


12.9.2019 Marie Collins sagt: "Die Kirche steht an einem Scheideweg. Sie kann sich entweder weiterhin so verhalten, wie sie es seit Jahrhunderten tut, sich selbst schützen, oder sie kann sich öffnen und die Kirche werden, die wir alle wollen, die Kirche, die sie sein soll." Zudem beschreibt sie die Arbeitsbedingungen der Päpstlichen Kinderschutzkommission.

Quelle: ncronline.org


11.9.2019 Im Bistum Essen will die Kirche den Missbrauch mit einer eigenen Studie wissenschaftlich untersuchen lassen. Ein Institut mit entsprechender Expertise soll herausfinden, was im Ruhrbistum dazu beigetragen hat, sexuellen Missbrauch durch Priester und andere Mitarbeitende zu ermöglichen. Zudem solle untersucht werden, warum Verbrechen nicht aufgedeckt, sondern verharmlost wurden. Ein Ziel der Studie sei auch, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt mehr Gehör und Aufmerksamkeit zu schenken. Der Generalvikar sagte: "Wir wollen wissen, was wir verändern müssen - und dann auch Veränderungen vorantreiben."

Quelle: katholisch.de


10.9.2019 Caritaspräsident Neher kritisiert, dass die Auswahlkriterien für die nominierten Teilnehmer*innen des Synodalen Weges" nicht transparent sind. Er vermisst die Stimmen der Basis in den Kirchengemeinden und die Stimmen derer, die sich von Kirche und Glaube abgewandt haben oder noch nie einen Zugang dazu hatten. Den "Blick vom Rand" hält er für wichtig.

Quelle: katholisch.de


9.9.2019 Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz, sagt: "Wir brauchen einschneidende Veränderungen, welche die Gleichberechtigung der Geschlechter in unserer Kirche verwirklichen." Wenn sich nichts tue, würden sich viele engagierte Christen von der verfassten Kirche verabschieden.

Quelle: katholisch.de


7.9.2019 Im Bistum Limburg startet ein Aufarbeitungsprojekt unter dem Titel „Betroffene hören – Missbrauch verhindern. Konsequenzen aus der MHG-Studie“. Aus- und Weiterbildung sollen überarbeitet werden, Konzepte der Personalführung weiterentwickelt werden. Es gehe um die katholische Sexualmoral und eine Neubewertung von Homosexualität, um die Rolle der Frau in der Kirche, um Klerikalismus und Machtmissbrauch, Kommunikation und Information oder kirchenrechtliche Konsequenzen im Sinne einer Gewaltenunterscheidung. Bisherige Fälle sexualisierter Gewalt sollen aufgearbeitet werden, umfassende Akteneinsicht soll in einem Teilprojekt gewährt werden. Bereits während des Prozesses sollen rasch umzusetzende Ideen implementiert werden. Auch die Nachhaltigkeit der Maßnahmen ist im Blick.

Quelle: Bistum Limburg


7.9.2019 Andreu Soler, Mönch des Benediktinerklosters Montserrat in Katalonien, hat zwischen 1972 und 2000 ungehindert Minderjährige missbraucht. Er starb 2008 reuelos. Ob die Taten vertuscht wurden oder der Täter aus Unkenntnis nicht an den Verbrechen gehindert wurde, konnte der Untersuchungsbericht nicht erkennen. 

Quelle: Domradio


7.9.2019 Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit hat sich verpflichtet, jeden plausiblen Verdacht auf sexuellen Missbrauch an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben. In den vergangenen drei Jahren hat die katholische Kirche 16 Fälle in Paris an die Justiz weitergegeben. Sie betrafen Priester, Diakone und Ordensleute. Etwa zehn werden derzeit noch von der Staatsanwaltschaft verfolgt.

Quelle: Domradio


6.9.2019 Über eine Diskussion im Anschluss an den Film "Gelobt sei Gott".

Quelle: erzbistumberlin.de


6.9.2019 Die beiden "Fonds Heimerziehung", die sich mit den Situationen in den Heimen in der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1975 und in der DDR zwischen 1949 und 1990 beschäftigt haben, haben dem Bundestag ihren Abschlussbericht vorgelegt. Ihm liegen die Zeitzeugen-Darstellungen von 40.000 ehemaligen Heimbewohnern zugrunde. Über lange Passagen liest sich dieser Report wie ein Horrorroman. Er kommt auch zum Ergebnis, dass sich die Behandlung der Kinder und Jugendlichen in West und Ost nicht wesentlich unterschieden.

Quelle: t-online.de

Abschlussbericht der Lenkungsausschüsse der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ und „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“


6.9.2019 Im Bistum Aachen haben sich fünf weitere Missbrauchsopfer von Klerikern gemeldet. Bei drei der Opfer gab es bereits Anschuldigungen gegen die Täter, die inzwischen gestorben sind. In einem Fall lebt der Beschuldigte noch. Da will das Opfer auf eine strafrechtliche Verfolgung verzichten.

Quelle: www1.wdr.de


6.9.2019 Der Bischof von Buffalo, Richard Malone, sieht sich seit längerem mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, weil er Priester, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, nicht rechtzeitig suspendierte. Nun wurde ein geheim mitgeschnittenen Gesprächs veröffentlicht, bei dem der Bischof erkennen lässt, dass er zum Amtsverzicht gezwungen sein könnte. Laut Medienberichten sagte er jedoch, er fühle sich ausreichend unterstützt, um im Amt zu bleiben.

Quelle: katholisch.de


6.9.2019 Die Ungarische Bischofskonferenz will innerhalb eines Jahres einen Beschwerdedienst für Missbrauchsopfer von Geistlichen einrichten, um Missbrauchsfälle zügiger zu untersuchen und Opfern schneller zu helfen. Sie beabsichtigt auch, Täter aus dem Klerus auszuschließen.

Quelle: vaticannews


6.9.2019 Bereits Anfang der 2000er Jahre gab es erste Anschuldigungen gegen einen Priester des Bistums Limburg. Weder das Bistum noch die Staatsanwaltschaft fanden konkrete Hinweise auf sexuelle Übergriffe. 2010 folgten weitere Anschuldigungen, die bis in die 90er Jahre zurückgingen. Sie betrafen Dusch- und Saunagänge mit minderjährigen Jungen, Küsse auf den Mund und gemeinsames Onanieren mit einem 16jährigen. Der Priester räumte die Vorwürfe teilweise ein. Strafrechtlich waren die Taten verjährt, kirchenrechtliche Ermittlungen ergaben, dass sie nicht strafbar seien. Im Frühjahr 2019 ergriff Bischof Bätzing Maßnahmen gegen den Priester. Nun versetzte er ihn in den Ruhestand - dabei hätten "persönliche und pastorale Aspekte eine Rolle" gespielt. Der Priester erhielt die Auflage, beabsichtigte priesterliche Dienste beim Bistum anzuzeigen. Priesterliche Dienste bedürfen der Zustimmung des Bischofs. Ehrenamtliche Arbeit auch mit Kindern und Jugendlichen ist dem Priester weiterhin erlaubt, sie entziehe sich der Zuständigkeit des Bistums.

Zuletzt lehrte er außerhalb Hessens als Dozent an einer Hochschule, engagierte sich in einer christlichen Organisation und übernahm in einer Gemeinde vorübergehend auch wieder priesterliche Aufgaben. Beschwerden wurden nicht bekannt.

Quelle: hr-inforadio.de


4.9.2019 Kardinal Wölki fürchtet, der geplante synodale Weg könne zu einer Spaltung innerhalb der Kirche in Deutschland führen. Zudem weist er darauf hin, dass die "Herzmitte" überall die Entscheidung sei, das Sakramentale ins Zentrum der Seelsorge und des Gemeindeaufbaus zu stellen.

Quelle: domradio.de

Kommentar: Gehört zur Herzmitte der Kirche nicht mindestens auch der Einsatz der Christ*innen für die Menschen und ihre Würde?


4.9.2019 Der Ex-Kardinal McCarrick sagt, glaubt nicht, dass er die Dinge getan habe, deren er beschuldigt wird. McCarrick wurde vom Vatikan des sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen und Erwachsenen in Verbindung mit Machtmissbrauch für schuldig erklärt. Außerdem habe er das Beichtsakrament für unangemessene Handlungen missbraucht. McCarrick vermutet, dass Feinde die Missbrauchsopfer angestiftet hätten, Lügen über ihgn zu erzählen. Er vermutet weiter, dass die Anschuldigungen eine Intrige gegen Papst Franziskus seien.

Quelle: katholisch.de


4.9.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und das Deutsche Jugendinstitut stellten den Monitoring-Bericht zur Prävention sexueller Gewalt vor. Der Missbrauchsbeauftragte Rörig kommentiert: „Der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt hängt in Deutschland noch viel zu oft vom Zufall oder Engagement Einzelner ab. Der DJI-Bericht zeigt deutlich: Kitas, Schulen oder auch Sportvereine benötigen gesetzliche Vorgaben und zusätzliche Ressourcen, damit Schutz und Hilfen überall selbstverständlich werden.“

Quelle: Beauftragter Missbrauch


3.9.2019 Maria2.0 wird sich nicht am "synodalen Weg beteiligen. Die Mitinitiatorin Andrea Voß-Frick begründet die Entscheidung: „Wir wollen frei bleiben, uns nicht vereinnahmen lassen und uns keine Struktur geben.“

Quelle: vaticannews.de


3.9.2019 Die EKD will bis Jahresende viele Fragen zur Aufklärung von Missbrauch klären. Das teilte sie nach einem Treffen ihres Beauftragtenrats mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung und der Arbeitsgruppe "Aufarbeitung Kirchen" mit. U.a. sei über Forschungsfragen und darüber gesprochen worden, wie Betroffene umfassend beteiligt werden können.

Quelle: vaticannews.va


1.9.2019 Im Bistum Osnabrück hat sich eine Frau gemeldet, die von Pfarrer Franz R. vor 40 Jahren in Brögbern sexuell missbraucht wurde. Das Opfer wünschte die Veröffentlichung, damit sich ggf. weitere Opfer melden. Bereits 2002 hatte ein Mann den Pfarrer beschuldigt, Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre übergriffig geworden zu sein. Der Priester war 1995 in den Ruhestand gegangen und erhielt 2003 ein Zelebrations- und Seelsorgeverbot. Er starb 2007. Der Beschuldigte ist unter den in der MHG-Studie 35 Beschuldigten des Bistums Osnabrück.



1.9.2019 Diesseits von Eden; Christoph Fleischmann, WDR 5: Marie Wildermann über den Film von Francois Ozon "Gelobt sei Gott". Der Film zeigt den kirchlichen Umgang mit Priestern, die Kinder missbraucht haben. Die Kirche redet zu viel von Vergebung und zu wenig über Gerechtigkeit und sie müsste Betroffenen in ihrem Bedürfnis nach Dazugehören unterstützen.

30.8.2019 Papst Franziskus hat den Nuntius in Chile, Erzbischof Ivo Scapolo, nach Lissabon versetzt. Dort wird er den nächsten Weltjugendtag 2022 ausrichten. Chilenische Opfer warfen ihm vor, nicht rechtzeitig reagiert zu haben, als ihn Missbrauchsvorwürfe gegen chilenische Priester erreichten. Der Vatikan nahm ihn jedoch in Schutz.

30.8.2019 In einem deutschen Heim für Schwererziehbare, das in Viseu de Sus, Rumänien steht, wurden neun Kinder aus einem Heim in Bothel, Landkreis Rotenburg, schwer misshandelt. Die Einrichtung in Viseu de Sus wird von deutschen Geldern finanziert. Die Kinder wurden von Verantwortlichen aus dem Landkreis Rotenburg bei dem Projekt in Rumänien untergebracht. Der Leiter des rumänischen Heims, ein Deutscher, wurde inzwischen festgenommen. Die 23 Kinder des Heims wurden geschlagen, mit Nahrungsentzug und einer Art Isolationshaft bestraft, sie erhielten keine Medikamente, es gab keinen Schulbesuch und keinen Kontakt zur Außenwelt. 

Quelle: NDR


30.8.2019 Joseph Hart, ehemaliger Bischof von Cheyenne, Wyoming, droht ein Strafrechtsprozess wegen Kindesmissbrauchs. Der Betroffene erstattete 2001 Anzeige, Die Polizei ermittelte, aber das Verfahren wurde 2002 "mangels Beweisen" eingestellt. Der nachfolgende Bischof, Biegler, kam 2018 zu einer anderen Einschätzung. Zuvor hatte es bereits in Harts Heimatdiözese in Missouri zehn Fälle von Vorwürfen gegeben, in denen außergerichtliche Einigungen getroffen wurden. 2018 traten vier weitere Betroffene aus Missouri mit Beschuldigungen an die Öffentlichkeit, die wiederum drei weitere mutmaßliche Opfer ermutigten, sich zu erkennen zu geben. Im August 2019 empfahlen die staatlichen Ermittler, Anklage gegen Hart zu erheben. Papst Franziskus stimmte im Juni persönlich einem kirchlichen Strafverfahren gegen den 87-Jährigen Hart zu. Seine mutmaßlichen Opfer fanden bislang kein Gehör, verfielen dem Alkoholismus und Depressionen oder nahmen sich - in mindestens einem Fall - das Leben.

Der amtierende Bischof Biegler sagte: "Die Leute begegnen den Opfern mit Misstrauen...In vielen Fällen haben Kirchenführer die Opfer als Gegner statt als Brüder und Schwestern gesehen und dabei versagt, sich angemessen um sie zu kümmern."


29.8.2019 Hojaifa al Mamduh, 23, Bangladesh, schreibt in sozialen Netzwerken davon, dass er in drei Koran-Schulen sexuelle Gewalt erlebte und berichtet, Missbrauch von Studenten sei "weit verbreitet und ungehemmt". Zuvor hatte Nusrat Jahan Rafi, 19, ihren Schuldirektor wegen sexueller Belästigung angezeigt. Sie wurde auf Veranlassung des Direktors angezündet, starb nach vier Tagen und konnte zuvor noch von dem Überfall berichten. 16 mutmaßliche und teils geständige Täter müssen sich nun vor Gericht verantworten. Auch Hojaifa al Manduh wird mit Mord gedroht. Er wird beschuldigt, ein "Vertreter der Juden und Christen“ zu sein und „das heilige Bild“ der Koranschulen verschmutzt zu haben."
Quelle: vaticannews

28.8.2019 Ein pensionierter katholischer Priester aus dem Bistum St. Gallen hat von 1987 bis 1996 einen minderjährigen Jungen sexuell missbraucht. Das Opfer meldete sich beim Bistum. Gegen den Täter wurde Anzeige erstattet. Er bereut seine Taten.
Quelle: tagblatt.ch

27.8.2019 Das Recollectio-Haus in Münsterschwarzach bietet einen sechswöchigen Kurs "Stärkung der Annahme meines Menschseins" für Diözesan- und Ordenspriester an. Die Teilnehmer sollen sich der eigenen emotionalen und sexuellen Bedürfnisse besser bweusst werden. Damit soll sexueller Missbrauch verhindert werden.

26.8.2019 Bischof Wilmer, Hildesheim, stellt fest, dass die Wurzeln nicht freigelegt werden, wenn die Theologie ausgeklammert werde, wenn es um Missbrauch geht. Bislang fehle der Debatte eine "existenzielle Tiefe. Zudem sei die deutsche Theologie selbstreferenziell und zeige zu wenig Aufmerksamkeit für die theologische Debatte in anderen Ländern und Kulturen.
Quellen: katholisch.de   HK

26.8.2019 Im Bistum Trier wurde ein Diakon zu 3.200 Euro verurteilt, weil er kinder- und jugendpornografische Dateien besessen hat. Das Bistum Trier hatte den Diakon beurlaubt und ein kirchenrechtliches Voruntersuchungsverfahren eingeleitet.

26.8.2019 In der Toskana, Erzbistum Florenz, wurde der katholische Pfarrer von Pietramal und Montalbano suspendiert. Ihm wird vorgeworfen, sexuelle Gewalt an einer seelisch labilen jungen Frau verübt zu haben. Der Pfarrer habe die junge Frau überzeugt, dass sie vom Teufel besessen sei. Danach sei es zu einer Reihe von sexuellen Gewalttaten gekommen, die der Beschuldigte fotografiert habe. Der Pfarrer weist die Anschuldigungen zurück.

Quelle: vaticannews


26.8.2019 Harald Dreßing berichtet von einer neuen Auswertung bischöflicher Personalakten 2009 bis 2015, die der Frage nachging, ob die kirchliche Präventionsarbeit zu einem Rückgang der kirchlichen Missbrauchsfälle geführt hat. Das Fazit: "Eine Verbesserung der Situation ist nicht nachweisbar." Die vorhandenen empirischen Daten zeigen zudem, dass die Quote angezeigter Priester im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung etwa gleich hoch ist.
Dreßing weist darauf hin, dass Kardinal Marx zwar nach Veröffentlichung der MHG-Studie von einer "Wahrheitskommission" gesprochen habe, dass dies ein richtiger Schritt in Richtung einer beginnenden Aufarbeitung des Geschehens sei, jedoch bislang keine konkreten Schritte erfolgt seien.
Stattdessen seien "andere Maßnahmen" ergriffen worden. So seien Arbeitsgruppen eingerichtet worden, die sich mit Themen befassten, die in der MHG-Studie "bereits umfassend analysiert wurden und für die klare Empfehlungen ausgesprochen wurden"; es gebe keine unabhängige Anlaufstelle. Ein Institut zur Prävention und Aufarbeitung sei eingerichtet worden, das von einem Kirchenmitarbeiter geleitet werde. Auf Diözesanebene seien Forschungsprojekte oder Untersuchung initiiert worden - nach jeweils selbst gewählten Maßgaben und Vorstellungen. 
Dreßing empfiehlt:
  • Etablierung einer überdiözesan arbeitenden Kommission, die die in der MHG-Studie erfassten Fälle analysiert und verantwortliche Personen - insbesondere auch im Hinblick auf Vertuschungen - benennt,
  • Zahlung angemessende Entschädigungen,
  • Beforschung der Präventionsarbeit, um zu verhindern, dass Prävention als Feigenblatt benutzt werde, um Strukturreformen zu verschleppen,
  • prospektive Forschung, um zu sehen, wie die Entwicklung seit 2015 weitergeht.

Quelle: Herderkorrespondenz


26.8.2019 Der Verband der Diözesen Deutschlands wurde neu strukturiert. Ihm gehören an: sieben Bischöfe, sechs Generalvikare, drei Finanzdirektoren (darunter eine Frau); zwei Mitglieder des ZdK (darunter eine Frau).

Quelle: Herderkorrespondenz


23.8.2019 Monsignore Andreas Kurte, Personaldezernent im Erzbistum Paderborn, beklagt einen Generalverdacht gegenüber katholischen Priestern, der die Priester belaste. Es falle daher vielen Geistlichen schwer, sich in der Öffentlichkeit als Priester zu erkennen zu geben.
Kommentar: Solange Bischöfe Täter weiterhin in der Seelsorge einsetzen und solange Priester sich nicht erkennbar mit Betroffenen solidarisieren, bleibt ein Generalverdacht nicht aus.

22.8.2019 Das Aktionsbündnis „Zeichen gegen Missbrauch“ hat eine Petition an Nuntius Thomas E. Gullickson, Schweiz, übergeben. Es fordert u.a. vollumfängliche Akteneinsicht für kirchliche Missbrauchsopfer, die Einrichtung unabhängiger Beratungsstellen in allen Ländern und die Ergänzung des kirchlichen Strafrechts. Dort müsse jede sexuelle Ausbeutung unter Strafe gestellt werden. Schwierig scheint zu sein, sicherzustellen, dass die Petition den Papst tatsächlich erreicht. Frühestens in sechs Monaten sei - wenn überhaupt - mit einer Empfangsbestätigung zu rechnen,
Quelle: vaticannews

22.8.2019 Dem Bischof von Buffalo, Richard Malone, wird vorgeworfen, Missbrauchsfälle nicht transparent aufzuklären. Nun fordert ein Priesteramtsanwärter den Rücktritt des Bischofs. Der Priesteramtsanwärter, Stephen Parisi, hat das Priesterseminar verlassen. Er wirft dem Bischof vor, das Bistum nicht verantwortungsvoll zu leiten. Ein weiterer ehemaliger Seminarist, Matthew Bojanowski, sagte, das Bistum unterdrücke die Wahrheit über sexuellen Missbrauch. Zudem gab Bojanowski an, von einem Pater missbraucht worden zu sein. Das Bistum erklärte, Bojanowski habe dies in seiner ersten Beschwerde nicht erwähnt. Auch ein früherer Sekretär Malones erhebt Vorwürfe. Der Bostoner Kardinal Sean O'Malley fordert eine Untersuchung durch den Vatikan.

Quelle: neuesruhrwort.de


22.8.2019 Der Erzbischof von Melbourne, Peter Comensoli, glaubt, dass das Opfer, das Kardinal Pell beschuldigt, den Täter verwechselt habe. Nicht Kardinal Pell sei der Täter, sondern jemand anderes. Quelle: katholisch.de

21.8.2019 Dem früheren chilenischen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Alterzbischof Bernardino Pinera Carvallo, 103, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Vatikan hat Ermittlungen eingeleitet. Der Übergriff soll vor rund 50 Jahren geschehen sein. Die Ermittler stünden in Kontakt mit dem mutmaßlichen Opfer. Der Nachfolger Pineras war Francisco José Cox Huneeus, dem ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.
Die Justiz in Chile ermittelt derzeit in mehr als 150 Verdachtsfällen wegen Missbrauchs gegen über 200 kirchliche Mitarbeiter und Kirchenvertreter. Die Opferzahl wird mit rund 240 angegeben, von denen die Hälfte zur Tatzeit minderjährig gewesen sei.

Quelle: katholisch.de


21.8.2019 Der Heilige Stuhl respektiert die Entscheidung der australischen Justiz, die Revision von Kardinal Pell abzulehnen. Er erinnert daran, dass Kardinal Pell stets seine Unschuld beteuert habe und das Recht habe, in Berufung zu gehen. Außerdem bekräftigt der Heilige Stuhl seine Nähe zu den Opfern und erneuert seine Verpflichtung, gegen Klerusmitglieder vorzugehen, die sich des Missbrauchs schuldig machen. Von kirchenrechtlichen Konsequenzen für Kardinal Pell ist bislang keine Rede.

Quelle: vaticannews
Kommentar: Unschuldige bekräftigen ihre Unschuld - aber Schuldige tun dies ebenfalls. Unschuldbeteuerungen beweisen also nichts.

21.8.2019 Kardinal Pell wurde in zweiter Instanz wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 13 Jahre alten Chorknaben verurteilt. Der Oberste Gerichtshof in Melbourne bestätigte die  Verurteilung aus erster Instanz. Pell erklärt sich weiter als unschuldig. Wahrscheinlich wird Kardinal Pell in die dritte und letzte Instanz gehen.
Quelle: welt.de
20.8.2019 Gegen den emeritierten Bischof Joseph Hart gibt es vier neue Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs.
Im Juli 2018 gab die Diözese Cheyenne bekannt, dass der emeritierte Bischof Joseph Hart glaubwürdig beschuldigt wurde, zwei Jungen sexuell angegriffen zu haben, als er 1976 Bischof von Cheyenne war. Der Bezirksstaatsanwalt von Natrona County hatte 2002 in einem Bericht dargelegt, dass es keine Beweise gebe. Im Juli 2018 stellte die Diözese Cheyenne klar, dass sie "jetzt diese Schlussfolgerung in Frage stellt". Grundlage waren die Ergebnisse einer Untersuchung durch einen externen Ermittler, der im Dezember 2017 eingesetzt wurde. Im August 2018 wurde eine dritte Behauptung über sexuellen Kindesmissbrauch durch Bischof Hart für glaubwürdig befunden.
Erste Anklagen von zehn Personen gegen Bischof Hart gab es bereits 1989. Sie bezogen sich auf Taten, die in den 1970er Jahren begangen wurden. Sie wurden der Diözese Kansas City - St. Joseph 2008 und 2014 bekannt. Hart wies die Anschuldigungen zurück.
Quelle: NCR

20.8.2019 Der ehemalige Bischof von Nashville (1992 bis 2004) und später von Buffalo (2004 bis 2012), Edward Kmiec, wird beschuldigt, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben.
Quelle: snapnetwork.org

19.8.2019 Dietmar Mieth stellt das Buch von Marie-Jo Thiel: "L´Église catholique face aux abus sexuels sur mineurs" vor und fragt u.a., ob sich die Vision von Thiel mit dem bisherigen Personal überhaupt durchsetzen lasse. "Irgendwo müsste er [Papst Franziskus] bei den Institutionen der Macht einmal damit anfangen, ein geschwisterliches Verhältnis der unterschiedlich bleibenden Funktionen zu ermöglichen."

Quelle: feinschwarz.net


17.8.2019 Im Bistum Limburg wartet ein Missbrauchsopfer, das zwischen 1986 und 1993 sexuellen Missbrauch durch einen Priester, dessen Pflegesohn das Opfer war, erduldete, noch immer auf das Ende des Verfahrens. Die Voruntersuchung durch das Bistum sei beendet, sagte ein Bistumssprecher, derzeit liege das Verfahren in Rom. Bischof Bätzing habe den nach Rom geschickten Unterlagen eine eigene Einschätzung beigefügt, die dem Überlebenden jedoch nicht bekannt gemacht werden dürfe. Die Anzeige beim Bistum erfolgte im Dezember 2018. Erste Informationen erhielt der damalige Personaldezernent Helmut Wanka jedoch bereits Ende 1996, im März 1997 folgte ein Geständnis des Priesters. Daraufhin wurde der Beschuldigte versetzt. Weder wurden der Vatikan noch die Staatsanwaltschaft informiert. Auch die im Geheimarchiv des Bischofs aufbewahrten Teile der Personalakte noch die Personalakte enthielten Hinweise auf ein Sexualverbrechen. Entweder die Unterlagen wurden nachträglich manipuliert - was das Bistum bestreitet - oder sie wurden nie korrekt geführt.
Quelle: faz

14.8.2019 Der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz Sithembele Sipuka hat sich für eine rückwirkende Aberkennung der Priesterwürde für verurteilte Sexualstraftäter ausgesprochen. Er begründete seine Überlegungen, damit, dass es sich "in erster Linie nie um Priester handelte, sondern um kranke Männer, die versehentlich geweiht wurden und unfähig sind, Christus durch dieses Sakrament zu repräsentieren".

13.8.2019 Die Theologin Marie-Theres Wacker setzt sich mit den Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen auseinander und kommt zu dem Schluss: "Doch in Bezug auf die Priesterweihe mit dem Handeln oder dem Willen Jesu zu argumentieren hinkt insofern, als Jesus gar keine Priester geweiht hat. In den frühen Gemeinden gab es noch keine Priester." Sie habe den Eindruck, dass es bei vielen Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen gar nicht so sehr um Jesus und die Bibel gehe. Argumente gegen die Priesterweihe von Frauen seien erst aufgetaucht, seit die Frauenordination ins Gespräch gekommen sei - 1976 in der kanadisch-anglikanischen Kirche, 1994 in der Kirche von England.
Quelle: katholisch.de
13.8.2019 Wegen sexuellen Missbrauchs suspendierte katholische Priester des Erzbistums München-Freising müssen sich seit 1.6.2019 regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Die Kontrollen werden von dem Erziehungswissenschaftler, Arzt und Psychologen Georg Hörmann und einer "Arbeitsgruppe Führungsaufsicht", der fünf Personen angehören, durchgeführt. Private und dienstliche Reisen der suspendierten Priester müssen vom Ordinariat genehmigt werden. In festgelegten Intervallen soll es BEsuche in den Privatwohnungen der Täter geben, wobei die Einhaltung der Auflagen überprüft wird. Jährliche "Entwicklungsberichte" sollen vorgelegt werden. Wenn ein Täter in der Nähe einer Kindertagesstätte wohnt, kann ein Umzug angeordnet werden. Bei Verstößen ist eine Kürzung der Bezüge bis zur Hartz-IV-Höhe möglich.
Mit diesen Maßnahmen sollen weitere Übergriffe vermieden werden. Mit einer eventuellen Wiedereingliederung in das Arbeitsleben soll negativen Konsequenzen der Untätigkeit und einer sozialen Isolation entgegengewirkt werden.
Quelle: katholisch.de
12.8.2019 Prof. Dr. Julia Knop schreibt über die Chancen des synodalen Weges. Im Forum "Macht, Partizipation und Gewaltenteilung" zeichne sich schon jetzt ab, dass es nicht genüge, für eine bessere Ausbildung von Amtsträgern hinzuwirken. Nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie des kirchlichen Amtes müsse auf den Prüfstand. Knop bestätigt, dass die strukturellen Reformen und eine echte theologische Erneuerung enge Grenzen haben, die nicht nur am Mangel guten Willens einzelner Bischöfe liege, sondern in der zentralistischen ORganisation der Weltkirche, die durch JOhannes Paul II. und Benedikt XVI. massiv verstärkt worden seien. Den Ermutigungen von Papst Franziskus müssten erst noch Taten folgen. Knops Fazit: "Doch es geht kein Weg an einer ernsthaften, theologisch wie strukturell belastbaren kirchlichen Erneuerung vorbei. Die Probleme sind zu groß; das Zeitfenster für nachhaltige Reformen vermutlich klein."
Quelle: aktuell.uni-erfurt.de

12.8.2019 Frater Fidelis, der dem Orden der Mariannhiller Missionare angehört, gestand 2014 den Missbrauch an einem Jungen, widerrief jedoch sein Geständnis wieder, nachdem das Opfer fünf Monate später Strafanzeige gestellt hatte. Das Opfer erhielt 5.000 Euro und verpflichtete sich, "alle Anschuldigungen und Forderungen gegen Fidelis ruhen zu lassen und in Zukunft zu schweigen".

Quelle: bild.de


10.8.2019 Ein "Hirtenbrief" genannter Text von Kardinal Pell hat aus dem Gefängnis heraus wurde von "Unterstützern von Kardinal George Pell" auf Twitter veröffentlicht. Ob dies auf seine Veranlassung geschah oder ohne sein Wissen, ist unbekannt. Gefängnisinsassen sind in Australien Aktivitäten in sozialen Netzwerken verboten.
Inhaltlich setzt sich Pell in dem "Hirtenbrief" mit den Vorbereitungen der Amazonas-Synode auseinander, nennt sie "verstörend", bezeichnet das Instrumentum laboris als "nicht das erste Dokument von schlechter Qualität, das das Synodensekretariat erstellt hat". Er weist darauf hin, dass die Kirche keine "Verwirrung" zulassen dürfe und nicht Widersprüchliches lehren dürfe, das der Apostolischen Tradition Schaden zufüge.
Quelle: Domradio

9.8.2019 Die Südafrikanische Bischofskonferenz von Südafrika, Botswana und Swasiland will die Meldung von Missbrauchsfällen verbessern und verpflichtet sich, die Opfer bei ihrem Heilungsprozess zu begleiten und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Besorgt sind die Bischöfe über die "Eskalation der Gewalt in der südafrikanischen Gesellschaft", die vor allem in den Familien angegangen werden müssen. Zudem wollen sie sicherstellen, dass die Sicherheit von Frauen in der katholischen Kirche oberste Priorität hat.
Quelle: fides.org

9.8.2019 Bis zum 31.1.2015 wurden im Bistum Münster 138 Kleriker des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt. Seit 2016 gibt es vier weitere aktuelle Beschuldigungen.
Quelle: rp-online.de
8.8.2019 Der Krakauer Erzbischof, Marek Jedraszewski, hat die LGBT-Bewegung als "Regenbogen-Seuche" bezeichnet. Nun hat die polnische Bischofskonferenz die Politiker aufgefordert, sich gegen die Einführung der Homo-Ehe zu wehren und die LGBT-Bewegung als Ideologie bezeichnet.

7.8.2019 Die Kleinstadt Staufen wird wohl bald wieder wegen eines Missbrauchs-Prozesses in den Schlagzeilen stehen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen einen 41-Jährigen. Er soll vier Jungen hundertfach missbraucht haben.

7.8.2019 AP hat Briefe des Ex-Kardinals McCarrick an drei seiner Opfer veröffentlicht. Präventionsexpertinnen stellten darin Anzeichen von Grooming fest. McCarrick hat gezielt versucht, sexuelle Kontakte anzubahnen, indem er den Opfern schmeichelte, Vertrautheit herstellte und wegen seiner Macht prahlte, um die jungen Männer dann auszunutzen.

7.8.2019Im Bistum Speyer haben die Missbrauchsbeauftragten 238 Verdachtsfälle seit 2010 geprüft. Ein Drittel davon etwa fand sich in den Personalakten, zurückgehend bis ins Jahr 1912. Bis 2000 richtete sich der Tatverdacht in zwei Dritteln der Fälle gegen Priester. Zwischen 2000 und 2009 wurden je zur Hälfte Verdachtsfälle gegen Priester bzw. kirchliche Mitarbeiter geäußert. Seit 2000 gab es zwei Verurteilungen von einem Priester und einem Sozialpädagogen. Seit 2010 gab es 28 angezeigte Verdachtsfälle, fünf davon richteten sich Priester.

6.8.2019 In Bolivien soll eine Website über die Verfahren informieren, die die Kirche bei Berichten über sexuellen Missbrauch von Kindern und schutzbedürftigen Personen anwenden will. Zudem soll es eine kostenlose Telefonleitung geben, über die Missbrauchsfälle gemeldet werden können.
Auch die Kommission der bolivianischen Bischofskonferenz wurde öffentlich vorgestellt.
Quelle: vaticannews

6.8.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Landkreis Regensburg wegen sexuellen Missbrauchs, der sich vor mehr als zehn Jahren zugetragen haben soll. Das Bistum Regensburg beurlaubte den Pfarrer vorläufig vom Dienst.
Quelle: idowa.de

4.8.2019 In einem Brief an die katholischen Priester dankt Papst Franziskus am Gedenktag des Pfarrers von Ars den Priestern für ihren Dienst und warnt sie vor Trägheit (acedia) und Apathie. U.a. schreibt er: "Ohne den von einigen unserer Brüder verursachten Schaden zu leugnen oder zu verkennen, wäre es ungerecht, viele Priester nicht anzuerkennen, die beständig und tadellos alles, was sie sind und haben, zum Wohl der anderen aufwenden (vgl. 2 Kor 12,15) und eine geistliche Vaterschaft leben, die mit den Weinenden zu weinen weiß..."
"Er [Der Herr] haucht seinen Geist auf uns, um seiner Braut, die auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt wurde, die Schönheit zurückzugeben."
„Wenn in der Vergangenheit die Unterlassung zu einer Form der Antwort werden konnte, so wollen wir heute, dass die Umkehr, die Transparenz, die Aufrichtigkeit und die Solidarität mit den Opfern zu unserer Art und Weise werden, Geschichte zu schreiben, und uns helfen, aufmerksamer zu sein gegenüber allem menschlichen Leiden.“
Kommentar: Noch immer spricht Papst Franziskus nur von "einigen unserer Brüder", die Schaden angerichtet haben. Und noch immer bringt er Kindesmissbrauch in die Nähe des 6. Gebotes. Er will, dass Priester umkehren, transparent, aufrichtig und mit den Opfern solidarisch werden. Umkehr, Transparenz, Aufrichtigkeit und Solidarität mit den Opfern sind bitter nötig.

4.8.2019 Die Stiftung "Brücken bauen" der ehemaligen Odenwaldschule hat bislang 568 636 Euro für die Opfer der Internatslehrer*innen bereitgestellt. Das Geld reicht, um alle Anträge 2019 zu erfüllen. Studien gehen von 500 bis 900 Opfern aus.

Quelle: t-online.de


3.8.2019 Dr. Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) stellte den Zwischenbericht über das Kinderheim St. Josef, Hoheneck, vor. Der zuständige Orden der Karmelitinnen lässt die Jahre 1960-1980 untersuchen. Auffallend sei der lange Zeitraum, für den Gewalterlebnisse vorliegen. Daher sei zu fragen, ob es nicht vielmehr ein institutionelles Problem war. Psychische Gewalt sei in Hoheneck ausgeprägt gewesen. Die Generalvikarin und Hausoberin in Hoheneck, Schwester Edith Riedle, weist darauf hin, dass auch geklärt werden müsse, inwiefern der Orden von möglichen Übergriffen von Geistlichen gewusst habe oder gar beteiligt war. Zwei der Heimkinder wurden mutmaßlich sexuell missbraucht durch Priester. Der Name eines Priester-Täters ist bekannt, seine Akten liegen der Diözese Rottenburg Stuttgart vor. Zu klären ist im zweiten Missbrauchsfall, welcher Priester dafür in Frage kommt. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart reagierte auf die Missbrauchsanschuldigungen: Manche Schilderungen seien fragwürdig.

Quelle: lkz.de


3.8.2019 Ein Baden-Badener evangelischer Pfarrer wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in sechs Fällen zu einer Bewährungsstrafe von unter einem Jahr verurteilt.

Quelle: goodnews4.de


3.8.2019 Das "Opus Bono Sacerdotii" (Werk zum Wohl der Priester, OBS) setzt sich in den USA seit 1999 für Priester ein, die des sexuellen Missbrauchs oder anderer Sexualstraftaten beschuldigt werden. Joe Maher und Peter Ferrara gründeten die Organisation, die Priester "aus der Schusslinie nahmen", ihnen Wohnungen besorgten und einen Rechtshilfefonds zur Verteidigung von Geistlichen, die wegen sexueller Übergriffe und Kindesmissbrauch in Verdacht geraten waren, einrichteten. Motiviert wurden sie u.a. durch Pfarrer Perrone. Das Erzbistum Detroit hat inzw. den Vatikan gebeten, zu prüfen, ob die Vorwürfe gegen Perrone zutreffen, er bae sich selbst an einem Minderjährigen vergriffen. OBS wirbt damit, bereits 8.000 Priestern geholfen zu haben. Unterstützt wurden und werden sie von Kardinal Raymond Burke, Kardinal Edmund Szoka (+ 2014) und dem früheren Erzbischof von Baltimore, Edwin O'Brien. Einer der Unterstützer von OBS, der Priester John Neuhaus, nannte 2002 die Forderung nach Bestrafung von Priester-Tätern "eine Form der Rache".

Die Tochter des Mitgründers Maher, Mary Rose Maher, erstatte Anzeige gegen die Organisation ihres Vaters wegen Veruntreuung von Spendengeldern. Die Ermittlungen endeten in einem Vergleich, der die gesamte OBS-Führung zum Rücktritt zwang. Mary Rose Maher hat inzwischen eine eigene gemeinnützige Organisation gestartet, die Betroffenen von Missbrauch und sexuellen Übergriffen durch Kleriker helfen will.

Quelle: katholisch.de


2.8.2019 In Argentinien beginnen am Montag drei Prozesse gegen zwei Priester und den Gärtner des Antonio Provolo Instituts, Armando Gomez, 49. Dem Priester Nicola Corradi (83) wird ebenso wie dem Priester Corbacho (59) in 28 Fällen die Vergewaltigung von Minderjähren zwischen vier und 17 Jahren angelastet. Erstmals wurde Corradi etwa im Jahr 1969 in Italien des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Vatikan weiß seit 2009 von den Anschuldigungen. Ob Corradi jemans vom Vatikan sanktioniert wurde, ist nicht bekannt. Es gab jedenfalls kein Hindernis für ihn, von Verona nach Mendoza, Argentinien, zu wechseln, wo er weiter blinde Schüler missbrauchte.

Ein zweiter Prozess gegen die japanische Schwester Kosaka Kumiko ist geplant. Ein dritter Prozess verhandelt Vorwürfe gegen den ehemaligen gesetzlichen Vertreter des Instituts, Graciela Pascual, und weitere 12 Angeklagte.
Argentiniens Staatsanwaltschaft erwägt ein offizielles Hilfeersuchen an den Papst. Sie will Einsicht in die kirchlichen Untersuchungsakten, die im Vatikan sein sollen.

Quellen: cruxnow.com   kathpress.at 3.8.2019


1.8.2019 Interview von Christiane Florin mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über den Pflichtzölibat, den Begriff des Zölibates, der sich immer wieder veränderte und über die Notwendigkeit, den Pflichtzölibat angesichts der MHG-Studie abzuschaffen.

Kardinal Brandmüller hat Wolfs Buch über den Pflichtzölibat zum Anlass genommen, seine eigene Position darzustellen: "Wenn dieser [der Pflichtzölibat] fällt, so sagten schon die Gegner der Kirche im späteren neunzehnten Jahrhundert, dann ist auch die Kirche am Ende."

Quellen: deutschlandfunk.de


31.7.2019 Interview mit Udo Kaiser, der 1956 bis 1962 bei den Regensburger Domspatzen war. Kaiser hat bei der Aufarbeitung eine wichtige Rolle gespielt. Durch die sozialwissenschaftliche Analyse wurde der Bericht von Weber bestätigt. Der historische Forschungsbericht wird lediglich als Buch veröffentlicht. Von den Kirchenoberen fordert Kaiser gar nichts mehr, "weil's keinen Sinn hat".

Quelle: bfg-muenchen.de


31.7.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hält Papst Franziskus für einen "Ankündigungspolitiker". Seinen Willenserklärungen zur Dezentralisierung folgten keine Taten. Der Amazonas-Synode erteilt er keine Beschlusskompetenz und bleibe unverbindlich. Schüller sagt, der Papst setze auf Zentralismus.


31.7.2019 Nun hat auch der Vatikan in seinem Staatsgebiet, den Kurieneinrichtungen und in Einrichtungen des Heiligen Stuhls außerhalb seines Territoriums - z.B. in den Vatikanbotschaften - ein Meldesystem für sexuellen Missbrauch angekündigt. Eingerichtete werden soll es bis Jahresende. Der zuständige Referent ist der Kirchenrechtler Robert Oliver, der zugleich Sekretär der päpstlichen Kinderschutzkommission ist.

Quelle: kathpress.at


31.7.2019 Dem Jesuiten Renato Poblete, Chile, werfen 22 Frauen, darunter vier mindejährige Mädchen, sexuellen Missbrauch vor. Poblete, der 2010 starb, war einer der angesehensten Geistlichen Chiles. 2009 erhielt er die Auszeichnung "Premio Bicentenario" für herausragende Leistungen in den Bereichen Soziales und Kultur. Staatspräsident Pinera erwog, ihn zum Kaplan des Präsidentenpalastes zu machen. 1982 bis 2000 war Poblete Kaplan von "Hogar de Cristo", einer Organisation, die Menschen in extremer Armut betreute. Eine freiwillige Helferin der Organisation brachte die Ermittlungen ins Rollen. Der Jesuitenprovinzial Cristian del Campo wies Vertuschungsvorwürfe zurück, bestätigte jedoch, dass es Hinweise gegeben habe, die ein früheres Einschreiten des Ordens erfordert hätten.

Die Jesuiten gestanden ein, nicht nur im Fall Poblete nicht "entschlossen, gewissenhaft und effektiv auf Nachrichten, Informationen oder beunruhigende Zeichen" reagiert zu haben. Der Orden bot den Opfern Pobletes, aber auch den Opfern der Ordenspriester Jaime Guzman und Leonel Ibacache und anderer Jesuiten Dialog und Wiedergutmachungsmaßnahmen an.

Quelle: Domradio   vaticannews.va


30.7.2019 Gegen den evangelischen Pfarrer Arno W. wurde von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage wegen des Besitzes und der Verbreitung von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Jugendlichen erhoben.

Quelle: saarbrueckereinblick.home.blog


30.7.2019 Erzbischof Wojciech Polak, Primas der katholischen Kirche in Polen, hat eine gründlichere Aufarbeitung des Missbrauchsskandals angekündigt. Kirchenrechtliche Schritte und ein Hilfsfonds für Missbrauchsopfer sind im Gespräch.

Quelle: Domradio


28.7.2019 Im Erzbistum Freiburg wurde für die Priester, die bereits auffällig geworden sind, die Kategorie "Gefährder" neu eingeführt. Zu ihnen zählen 27 der 32 in der MHG-Studie Beschuldigten sowie acht weitere Personen, die erst nach Abschluss der Studie gemeldet wurden. Von diesen 35 Männern werden knapp zehn als Gefährder im engeren Sinn eingestuft. Diese Gefährder i.e.S. wurden nach Rom gemeldet. Sie stehen unter Beobachtung und müssen sich von Jugendlichen fernhalten. "Mit pastoraler Seelsorge haben sie nichts mehr zu tun", versicherte Erzbischof Burger.

Quelle: Badische Zeitung

Kommentar: Bedeutet das, dass die 25 (bzw. 30) auffällig gewordenen Männer , die nicht als Gefährder i.e.S. eingestuft wurden, weiterhin in der pastoralen Seelsorge anzutreffen sind?

26.7.2019 Im Bistum Regensburg erhielten 367 Betroffene Zahlungen zwischen 2.500 Euro und 25.000 Euro. Insgesamt wurden fast 3,8 Millionen Euro ausgezahlt. In der unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene beim Müncher Informationszentrum für Männer (MIM) trifft sich eine kleine Gruppe Betroffener. Geplant ist ein Mahnmal auf dem Gelände der Regensburger Domspatzen, das Anfang 2020 enthüllt werden soll.

Quelle: wochenblatt


26.7.2019 Ein Chorherr im Augustinerstift Klosterneuburg verging sich 1993 an einem Ministranten, 16 Jahre alt. Bereits in den Jahren zuvor soll es Beschwerden gegeben haben. Der Täter beantragte seine Entlassung aus dem Orden. 1996 wurde er dann in Siebenbürgen/Rumänien zum Priester geweiht. Während seiner folgenden Arbeitslosigkeit wurde er von einem Kollegen vorübergehend aufgenommen und schwärmte von "billigen Jungs aus Rumänien". Der Kollege warf ihn hinaus. Ein alter Studienkollege aus Trier vermittelte dem Täter zwei Vertretungsstellen in Südbaden und der Schweiz. Er wohnte dann in einem Nonnenkloster bei Rickenbach im Landkreis Waldshut. Dort habe er ständig Jungen um sich gehabt, in seinem Garten haben überall leere Flaschen herumgelegen. Im Juni und August 1998 übernahm er Gottesdienste in einer Pfarrgemeinde am Hochrhein. Der Pfarrer der Hochrhein-Gemeinde im Erzbistum Freiburg vermittelte dem Ex-Chorherren eine Stelle im Bistum Würzburg und sagte, er habe in einem Dreiergespräch den damaligen inzwischen verstorbenen Würzburger Generalvikar über die Vergehen in Klosterneuburg informiert. Das Bistum Würzburg sagt, es sei nicht über eventuelle pädophile Neigungen des Chorherren informiert worden, es habe auch kein Dreiergespräch gegeben, sondern nur ein Gespräch zw. dem Hochrhein-Pfarrer und dem Generalvikar. Der mutmaßlich dritte Teilnehmer an dem Gespräch steht inzwischen selbst unter Missbrauchsverdacht. In Würzburg soll der Ex-Chorherr einen weiteren Jungen missbraucht haben. Das Bistum Würzburg meldete das Vergehen von 1993 der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren wegen Verjährung einstellte. Seit zwei Jahren liegt der Fall bei der römischen Glaubenskongregation. Anfang 2019 - 26 Jahre nach dem ersten bekannt gewordenen Missbrauch - verbot das Bistum Würzburg dem ehemaligen Chorherren den Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Familien, nachdem es neue Vorwürfe distanzlosen Verhaltens im Umgang mit jugendlichen Flüchtlingen gab.
Das Erzbistum Freiburg stellte fest, dass es zu dem sog. "Dreiergespräch" keine Unterlagen gebe und daher die Ermittler in Würzburg für die Aktivitäten des Hochrhein-Pfarrers zuständig seien.

25.7.2019 Im Erzbistum Freiburg gab es 186 Zahlungen an Missbrauchsopfer. Abgelehnt wurde "so gut wie kein" Antrag. Die Arbeitsgemeinschaft "Machtmissbrauch und Aktenanalyse" will herausfinden, ob Dokumente fahrlässig oder vorsätzlich entfernt wurden. Sie konzentriert sich darauf, wer was im Ordinariat gewusst hat und wer verantwortlich war. Exemplarisch untersuchen die Arbeitsgemeinschaft den Fall von Oberharmersbach, wo ein Pfarrer mindestens 25 Opfer hatte. Der Pfarrer von Bühl und Löffingen wird von 20 Gemeindemitgliedern beschuldigt, der Pfarrer von Eisenbach und Freiburg von fünf Opfern. Besonders kompliziert sei der mehrfache Missbrauch in der Wallfahrtskirche Birnau - dort ist immer noch unklar, ob das Erzbistum Freiburg oder das Kloster Mehrerau zuständig war.
Die "Arbeitsgemeinschaft Prävention" geht von 30 sog. Gefährdern im Erzbistum Freiburg aus. Gefährder sind Personen, die schon einmal Minderjährige missbrauchten, "deren Taten länger zurückliegen und die "sich weiterhin im Bereich des Erzbistums aufhalten oder ihren Dienst versehen und im Dienst der Diözese stehen" (min 7:00). Erzbischof Burger präzisierte (min 40): "Klar ist, dass dieser Personenkreis, die noch irgendwelche Dienste wahrnehmen, nicht mit Bereich Jugendarbeit oder sonstigem zu tun haben, je nachdem auch komplett aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen sind, mit Sonderaufgaben betraut bis hin in die Verwaltung hinein. Also da ist es für uns als Diözese eindeutig und klar, Personen, die mit dieser Vergangenheit zu tun haben, dementsprechend nur so einzusetzen, dass sie nicht erneut zu Personen werden, die hier tatfällig werden." Bei 5 der 30 Gefährder soll ein Gutachten erstellt werden.
Um die Rückfallquote einzuschätzen, wird auf Verhaltensauffälligkeiten, Uneinsichtigkeit, Konsum von Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern  - "sofern er von der Polizei ertappt wurde" - geachtet. Diese Überwachung geschieht nicht durch das Bistum. Die Gefährder sollen in einem Umfeld leben, in dem sie nicht in Versuchung geraten, Ausflüge und Zeltlager müssten tabu sein.Sie sollen Therapien und Fortbildungen angeboten bekommen.
Kommentar: Ob auch diejenigen, die beschuldigt wurden und die Beschuldigungen zurückwiesen, zu den Gefährdern gehören, ist unbekannt. Die Formulierung, dass dieser Personenkreis " je nachdem auch komplett aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen"  wurde, legt die Vermutung nahe, dass nicht alle Gefährder aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen wurden. Müssen Christ*innen also damit rechnen, im Gottesdienst, in der Seelsorge etc. einen Gefährder vor sich zu haben?

24.7.2019 Das Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) forderte von Bischof Johnston, Kansas Sity, dass die Bischöfe Robert Finn und Joseph Hart aus dem Dienst entlassen werden und sich aus allen kirchlichen Versammlungen und Aktivitäten zurückziehen sollen. Hart, 87, hat mindestens drei Minderjährige sexuell missbraucht. Bischof Finn wurde wegen Vertuschung verurteilt. Beide Bischöfe nehmen weiterhin an kirchlichen Aktivitäten teil.

Quelle:  ncronline.org


24.7.2019 Das Erzbistum Freiburg plant spätestens ab 1.1.2020 monatliche Zahlungen an kirchliche Opfer, die infolge sexuellen Missbrauchs durch Kleriker bedürftig sind. Zudem will das Erzbistum Betroffenen bei der Suche nach Therapeuten helfen und die Gründung eines Betroffenenbeirats unterstützen. Die Fälle sexuellen Missbrauchs durch einen Gemeindepfarrer in Oberharmersbach und die Vorwürfe gegen mehrere Priester in Birnau sollen weiter aufgeklärt werden.
Bei 33 Tätern gibt es keine Informationen über die Personen.
Quelle: katholisch.de   Erzbistum Freiburg  Pressekonferenz  StZ

23.7.2019 Patrick Bauer, ein Betroffener des Aloisius-Kollegs, heute Seelsorger, berichtet. Er ist Sprecher des Beirats für Betroffene von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln.


22.7.2019 Die Diözese Springfield, Massachusetts hat den Richter i.R. Peter Velis beauftragt, Anschuldigen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den 1982 verstorbenen Bischof Christopher Weldon zu prüfen. Der Richter wurde beauftragt, weil die vatikanischen Verfahren wahrscheinlich nicht für verstorbene Bischöfe gelten.
Quelle: ctpost.com

22.7.2019 Bei den Regensburger Domspatzen habe es ein abgeschottetes soziales System mit eigenen moralischen Maßstäben gegeben, das von außen nicht - auch vom Staat nicht - kontrolliert wurde. Dem langjährigen Domkapellmeister Georg Ratzinger seien "sein Wegschauen, fehlendes Einschreiten trotz Kenntnis vorzuwerfen". Und dem früheren Bischof, Kaardinal Müller, sei anzukreiden, dass er nicht mit den Opfern gesprochen habe.

22.7.2019 Heute wurden eine historische und eine sozialwissenschaftliche Studie zu den Vorgängen bei den Regensburger Domspatzen 1945-1995 vorgelegt. 

Bernhard Frings / Bernhard Löffler (Universität Regensburg)„Der Chor zuerst. Institutionelle Strukturen und erzieherische Praxis der Regensburger Domspatzen 1945-1995“– Ergebnisse der historischen Studie (22. Juli 2019) (wird nur als Buch veröffentlicht.

Regensburger Aufarbeitungsstudie - Sozialwissenschaftliche Analysenund Einschätzungen zur Gewalt bei den Regensburger Domspatzen 1945 bis 1995

Damit wird der im Juli 2017 veröffentlichte Bericht von  Ulrich Weber "Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen. Untersuchungsbericht Ulrich Weber/Johannes Baumeister ergänzt.


21.7.2019 Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Gadecki, fürchtet, dass das Thema Kindesmissbrauch ein leicht ausnutzbares Thema für Angriffe auf die moralische Glaubwürdigkeit der Kirche geworden sei.

20.7.2019 Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Missbrauchsbeauftragter unterstützt die Einordnung des sexuellen Missbrauchs als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr.“ „Das wäre ein klares und überfälliges Statement des Rechtsstaats gegen Kindesmissbrauch“, sagte er.
Quelle: welt.de

19.7.2019 Der ehemalige Bischof Michael Bransfield, Bistum Wheeling-Charleston, West Virginia,darf nicht mehr in der Diözese leben, nicht an einer öffentlichen Feier der Liturgie teilnehmen und muss für einen Teil des von ihm verursachten Schadens aufkommen. In einer kirchlichen Untersuchung wurden die Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens als glaubwürdig eingestuft. Das Kirchengericht stellte überdies fest, dass Bransfield Kirchengelder für Essen, Trinken, Geschenke, private Reisen und Luxusartikel ausgab.
Quelle: registercitizen.com

19.7.2019 Im Jahr 2018 haben 216.000 Menschen die katholische Kirche und 220.000 Menschen die evangelische Kirche verlassen. Den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm schmerzt jeder Austritt. Hans Langendörfer, Sekretär der katholischen Bischofskonferenz hält die Entwicklung für besorgniserregend.

Quelle: Zeit


19.7.2019 Einem inzwischen verstorbenen Ordenspriester, der aus Rees, Bistum Münster, stammte und im Bistum Osorno, Chile, arbeitete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Pater arbeitete seit den 60er Jahren in Chile und kehrte in den 2000er Jahren ins Bistum Münster zurück, wo er in mehreren Gemeinden als Priester tätig war, u.a. in Wesel. Den Personalakten sei nichts über Missbrauch zu entnehmen. Der Pfarrer von Rees wurde informiert.
Das Bistum Osorno gab an, dass es nicht möglich gewesen sei, die Vorwürfe dem Chefaufklärer des Vatikans, Erzbischof Charles Scicluna, zu übergeben. Sie seien dann Ende April der Abteilung zur Missbrauchsprävention der Chilenischen Bischofskonferenz angezeigt worden, die an das Bistum Osorno weitergeleitet wurden. Das Bistum steht mit dem mutmaßlichen Opfer in Kontakt.

19.7.2019 Die Theologieprofessorin Julia Knop weist darauf hin, dass hörende Bischöfe noch keine dialogische Kirche sind. "Solange ausschließlich Kleriker über Lehre, Gottesdienst und Struktur der Kirche bestimmen, kann von einer Partizipation der Gläubigen keine Rede sein. ... Ihre Hörbereitschaft bleibt eine Floskel, solange sie darüber urteilen, was hörenswert ist. Daran hat sich ja nichts geändert: Die Gläubigen werden gehört, wenn sie gefragt werden – nicht, wenn sie sich selbst zu Wort melden, wie jüngst bei 'Maria 2.0'. ... Die Themen müssen auf die Agenda – aber es braucht auch partizipative Diskurs- und Entscheidungskulturen. Die Frauen von 'Maria 2.0' sind vielleicht die letzten ihrer Generation, die sich überhaupt noch zu Wort melden"

18.7.2019 Der katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf weist in seinem Buch "Zölibat. 16 Thesen" (Leseprobe) nach, dass ein Zölibat für Priester weder historisch noch theologisch gerechtfertigt sei. Es gebe weder einen Auftrag Christi noch ein göttliches Gebot noch eine apostolische Anordnung, die den Zölibat für Priester verbindlich vorschreibt. Selbst im II. Vatikan. Konzil wird der Zölibat als "angemessen" für den priesterlichen Dienst bezeichnet, nicht jedoch als wesentlich. Erst 1917 wurde im Codex Iuris Canonici die Weihe zum Ehehindernis und die Ehe zum Weihehindernis. Das II. Vaticanum diskutierte den Zölibat, kam aber zu keinem Ergebnis. Papst Paul VI. verbot 1967 jegliche Diskussion.
Wolfs Fazit: "Was braucht es für den Selbsterhalt eines Systems? Der Zölibat schafft quasi von selbst eine Priesterkaste mit klerikalem Korpsgeist und Standesdünkel. Er führt zu Milieu-Verengung und Selbsthermetisierung. Er ist der wichtigste Identitätsmarker des klerikalen Systems. Jenes Systems, das man neuerdings angeblich überwinden will. Das kann aber nur gelingen, wenn man den Zölibat abschafft oder zumindest Alternativen eröffnet. Tut man das nicht, sind alle Kampfansagen an den Klerikalismus bloße Sprüche."
Quelle: fr

18.7.2019 Der Theologe Michael Seewald (Reform. Dieselbe Kirche anders denken, Freiburg 2019) glaubt nicht, dass die aktuelle Reformdebatte in der katholischen Kirche zu konkreten Veränderungen führen wird. Er könne sich kaum vorstellen, dass aus dem von den Bischöfen beschlossenen „verbindlichen synodalen Weg“ konkrete Ergebnisse herauskommen, die die Kirche in Deutschland befrieden könnten: "Der Autokorrekturmodus ist ein sehr selten anzutreffendes Phänomen in der katholischen Kirche". Seiner Einschätzung nach, wurde der "ganze Bereich von Geschlechterrollen und Sexualmoral in den letzten Jahrzehnten zu einem identitären Marker des Katholischen für viele Kreise... An diesem Bereich hängt eine ganz gewisse Gesellschaftsordnung, die das Lehramt aufrecht erhalten will, und deswegen reagiert es so äußerst sensibel auf abweichende Positionen in diesen Fragen."
Quelle: deutschlandfunk.de
17.7.2019 Zwei Betroffene aus dem Bistum Trier berichten von ihren Erfahrungen, nachdem sie gesprochen haben.
Quelle: zeit.de

16.7.2019 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des irischen Bischofs von Clonfert, John Kirby, angenommen. Kirby war 2012 im Untersuchungsbericht des „National Board for Safeguarding Children“ für seinen Umgang mit Missbrauchsfällen kritisiert worden.

Quelle: orf


16.7.2019 In Münster bietet das Stadtdekanat den Frauen, die sich bei Maria 2.0 engagieren, Unterstützung und Vernetzung an.

16.7.2019 Der Bischof von Münster, Genn, ist bereit, sich einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit unterzuordnen. Zudem werde er die Missbrauchsfälle durch eine unabhängige Expertenkommission überprüfen lassen. In dem Schreiben an die Mitglieder in den Pfarreiräten und Kirchenvorständen sagt er: "Jenseits der Schuld und Verantwortung einzelner Täter und Beschuldigter, sowie derjenigen, die Täter und nicht Opfer geschützt haben, gibt es auch systemische Bedingungen, die sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche begünstigen. Die zwingende Konsequenz kann daher nur lauten, dass wir diese systemischen Bedingungen soweit als möglich verändern. Hiermit beschäftigen wir uns mit Nachdruck und mit externer Unterstützung auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz; wir werden uns bei zentralen Fragen hier auch mit den Verantwortlichen der Weltkirche besprechen und auseinandersetzen." In der Aufarbeitung der Vergangenheit durch eine unabhängige, wissenschaftliche Kommission ist es das Bestreben, "auch Betroffene unmittelbar einzubinden und zu beteiligen". Wie dies gelingen kann, ist ungeklärt. Der Bischof ist für Vorschläge dankbar.

Quelle: bistum-muenster.de   Flyer


16.7.2019 Nicolas Betticher, leitender Schweizer Kirchenrichter, fordert unabhängige Gerichtshöfe für Missbrauchsfälle. Nur so könne die Kirche glaubwürdig werden. Er schlägt vor, dass für jede Bischofskonferenz ein Gerichtshof installiert wird, der sich mit Missbrauchsfällen befasse. Der Papst müsse das neue Gericht ermächtigen - und er könnte solche Gerichtshöfe sofort einrichten.

Quelle: tagblatt.ch


15.7.2019 Der Priester des Bistums Agana, Guam, der ein zu Beginn  10-jähriges Mädchen zwei Jahre lang missbrauchte, sagte dem Kind, sie werde nie in die Hölle kommen, weil sie ein gutes Mädchen sei. Er werde den Teufel von dem Kind fernhalten. Seit 2016 gibt es mehr als 220 Fälle von Missbrauch durch Geistliche, in denen Klage erhoben wird.
Quelle: eu.guampdn.com


15.7.2019 Auch im Judentum gibt es sexuelle Übergriffe. Igal Avidan berichtet, dass vor fast 20 Jahren Frauen in Isrsael einen orthodoxen Rabbiner zum ersten Mal öffentlich beschuldigten. Ein rabbinisches Gericht hielt die Beschuldigungen für "Fantasie". Der Verein Tanaka hilft Betroffenen.

Quelle: DLF


13.7.2019 Wie das Treffen des Trierer Bischofs Stephan Ackermann mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in der Kirche verlaufen ist, wird hier geschildert.

Quelle: Volksfreund  


13.7.2019 ARD: Sexueller Missbrauch im Sport - das große Tabu


13.7.2019 In Bocholt-Barlo, Bistum Münster, gibt es von drei mutmaßlichen Betroffenen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Pfarrer Theo W. Auf einer Gemeindeversammlung wurden viele kritische Fragen gestellt, auf die es meist bislang keine Antwort gibt. Pfarrer W. war im November 1976 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden und hatte auch danach Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, organisierte Ferienfreizeiten und erteilte Religionsunterricht. Nun soll eine externe Expertenkommission die Fragen klären. Offen ist derzeit, ob auch in Selm, einem weiteren Dienstort des Pfarrer, eine ähnliche Informationsveranstaltung wie in Bocholt-Barlo geben wird.

Quelle: ruhrnachrichten.de


13.7.2019 Kommentar von Christoph Fleischmann zur Vergebungspredigt des Pfarrers von Münster für Missbrauchstäter: Er fragt, ob man Gerechtigkeit für4 die einen und Vergebung für die anderen wirklich zusammenbringen könne und sagt: "Hier liegen große Lernfelder für die Kirchen insgesamt." Zudem beobachtet Fleischmann, dass Pfarrer Z. von Münster mit Sicherheit nicht der einzige Pfarrer ist, der für Vergebung für die Täter plädiert zugleich das Leid der Opfer kleinredet.

Quelle: wdr


12.7.2019 Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf "hat ein Buch mit 16 Thesen (Zölibat. 16 Thesen)  geschrieben, die den Zölibat sehr alt aussehen lassen. Dabei geht er auch auf die historische Dimension des ewigen Streitfalls ein. Er illustriert die Dringlichkeit der Debatte auch am Priestermangel in europäischen Diözesen und zeigt den Zölibatsverteidigern ihre selbstfabrizierten Widersprüche auf. Für seine Thesen wird Wolf unter anderem als Mitglied einer "Mafia der Kirchenzersetzer" angegriffen.

Quelle: sueddeutsche.de


12.7.2019 Der Missbrauchs-Beirat des Erzbistums Hamburg hat beschlossen, dass Forscher der Universität Ulm die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Mecklenburg wissenschaftlich aufarbeiten soll. Die Forschungsarbeit soll im Herbst 2019 beginnen - unter Beteiligung Betroffener. Ziel ist, betroffene Männer und Frauen psychisch zu entlasten und einen Beitrag zur individuellen Aufarbeitung zu leisten. Von 1945 bis 2015 haben in Mecklenburg 17 Priester 54 Kinder und Jugendliche missbraucht. - Ob auch die Verantwortung von Kirchenverantwortlichen, die Täter schützten, untersucht wird, ist der Pressemeldung nicht zu entnehmen.

Quelle: stimme.de


12.7.2019 Claudia Adams kritisiert - zu Recht! - die Fragen, die kirchlich Betroffene bei einem Antrag auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde" , beantworten müssen. Sie vermutet - nach meiner Erfahrung zu Recht! - dass nicht wenige Betroffene darauf verzichten, einen Antrag zu stellen oder sich zu melden, weil die Gefahr der Retraumatisierung groß ist.

Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.com


12.7.2019 "Die Kirche hat ein Problem mit der Macht, soviel scheint klar. Woher aber die Ressourcen nehmen, um dieses Problem zu lösen? Bettina Eltrop stellt sich einer nahe liegenden Möglichkeit: Sie liest die Bibel." Ihr Fazit: "In der Rückbesinnung auf das biblische Zeugnis geht es in der Kirche derzeit um nichts weniger als um den Bruch mit alten Herrschaftsformen. Kirche muss beginnen, alternative Konzepte lebendiger und Leben spendender Machtausübung nach dem Vorbild der Bibel zu entwickeln und einzuüben. Worum geht es dann? Darum, Macht an echte Autorität zu binden und zu demokratisieren!"


12.7.2019 Pater Mertes bewertet den Umgang des Papstes mit Missbrauch kritisch, die päpstliche Strategie sei "haarscharf daneben". Der Papst sehe nicht, dass Täter nicht von außen kommen, sondern aus dem Inneren der Kirche. Zudem übersehe der Papst die Vertuschungen. Auch das Festhalten am Naturbegriff sei verfehlt und katapultiere die Kirche aus dem Dialog mit der Gesellschaft. In den Themenbereichen Sexualität und Beziehungen sei die Kirche weit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen.
Quelle: Domradio

12.7.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, lobt das Vorgehen des Bistums Münster im Fall des Priesters Z. als sachgerecht und angemessen und würdigt die Reaktionen der Gläubigen, die im Gottesdienst aufgestanden waren und gegen die Forderung des Pfarrers, Opfer müssten den kirchlichen Tätern verzeihen, protestiert hatten. Auch das Gespräch der Gemeinde wertete er positiv.
Quelle: Domradio

12.7.2019 Maria 2.0 bekommt Unterstützung vom Diözesankomitee des Bistums Münster, dem obersten Laiengremium des Bistums.

12.7.2019 In einer bislang unveröffentlichten Studie der Uniklinik Ulm ergibt eine Hochrechnung für die katholische und evangelische Kirche je 114.000 von sexuellem Missbrauch Betroffene. Im Bereich des Sports kommt die Hochrechnung auf 200.000 Betroffene. Eine öffentliche Debatte darüber sei nötig, sagt Jörg Fegert.
Die ARD zeigt am Samstag, 13.7., 19.05 Uhr, die Doku: "Das große Tabu".

12.7.2019 Bischof Ackermann, Trier, will die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs vorantreiben, sagte er in einer Gesprächsrunde mit Betroffenen. Im Vordergrund stehe, wer Verantwortung trage und wie 'man' in der Kirche mit Missbrauchsfällen umgegangen sei. Bis zum Herbst sollen unabhängige Experten Eckpunkte und Kriterien festlegen. Missbit, Missbrauchsinitiative im Bistum Trier, fodert, dass auch die Mitschuld der Institution geklärt werden müsse und die notwendige Aufarbeitung in den Pfarreien geleistet werden müsse.

Quelle: swr.de


11.7.2019 In Ludwigsburg wollen Priester eine Erklärung unterzeichnen, in der sie sich zu selbstkritischem Umgang mit Macht verpflichten. Sie wollen ihre Rolle transparent machen und sie kooperativ ausüben und Abhängigkeitsverhältnisse aufdecken und verändern. Die bisherigen Reaktionen der Kirchenleitung zum Umgang mit Macht bezeichnen die Priester als „ziemlich verhalten“.
Quelle: kirche und leben

11.7.2019 Inzwischen sind die Namen derer bekannt, die an den Foren des "synodalen Weges" beteiligt sind. Lediglich das Frauen-Forum wurde noch nicht besetzt. Bislang sind 32 Männer (65 %) und 17 Frauen (34,6 %) eingebunden.
Quelle: zdk.de

11.7.2019 Der Theologe Florian Kleeberg nimmt Stellung zur Frage nach Vergebung für Missbrauchstäter durch ihre Opfer: "Die Opfer sind völlig frei, Vergebung zu gewähren. Im Vergebungsgeschehen dreht sich das Machtverhältnis um, das Opfer hält den Schlüssel in der Hand. Eine Aussöhnung kann nur erbeten, sie kann nicht erzwungen werden. Nur das Opfer kann den Täter entschuldigen und so von der Last seiner Schuld befreien." Kleeberg weist darauf hin, dass Vergebung manchmal gar nicht möglich sei: "es gibt eben auch Verbrechen, die den Menschen in der Identität so sehr treffen können, dass sie nicht mehr heil werden. Wenn die Verletzung zu groß ist, ist die Fähigkeit zur Vergebung ausgelöscht. Selbst wenn man das wollte, könnte man es nicht."

Quelle: domradio.de


11.7.2019 Die Mitarbeiterin an der MHG-Studie, Britta Bannenberg, Strafrechtlerin, nennt Erkenntnisse der MHG-Studie, die ausschließlich auf die katholische Kirche zutreffen: Die meisten Opfer sind männlich, der Anteil pädophil veranlagter Täter beträgt 28 % der Täter und ist damit höher als in anderen gesellschaftlichen Gruppen. Dies trifft auch auf den Anteil homosexueller Täter zu. Außerdem wies Bannenberg auf relevante Versetzungspraktiken und fehlenden Aufklärungswillen hin. Der katholische Religionspädagoge Prof. Franz-Josef Bäumer fordert, dass des Missbrauchs schuldige Kleriker exkommuniziert werden sollten, möglicherweise auch auf Zeit.

Quelle: Domradio


11.7.2019 Im Bistum Limburg gibt es ein Projekt "Betroffene hören - Missbrauch verhindern". In der Öffentlichkeitsarbeit des Bistums werden Betroffene "in Bezug auf die zuletzt bekannt gewordenen Missbrauchsfälle" beteiligt. Vor Projektstart ist die Projektleitung verpflichtet, Betroffenenvertreter*innen "Planung, Vorgehen und Arbeitsweise" prüfen zu lassen. Die "Sicht der Betroffenenvertreter" soll Mitte August 2019 eingeholt und eingearbeitet werden.

Quellen: Projekt  Beschreibung


11.7.2019 Eine unabhängige Kommission soll "Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein (Landkreis Vulkaneifel)", Bistum Trier, aufarbeiten. Projektstart ist im Herbst 2019, Projektende im Spätsommer 2021. Eingeladen wird öffentlich. In die Aufarbeitung werden Betroffene einbezogen. Die Leitung liegt bei Prof. Claudia Bundschuh und Dr. Bettina Janssen.
Quelle: albertinum-gerolstein.de
10.7.2019 Interview mit Daniel Bogner "Ihr macht uns die Kirche kaputt - aber wir lassen das nicht zu.
Quelle: wdr

10.7.2019 Pater Hans Zollner, Präfekt des Kinderschutzzentrums der Gregoriana und Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ist sich sicher, dass Prävention wirkt.
Quelle: vaticannews

10.7.2019 Der emeritierte Pfarrer Z. des Bistums Münster sagte gestern im WDR, dass er sich über die Opfer wundere, "dass sie so lange damit [mit dem Gehen an die Öffentlichkeit] gewartet haben" und fügte hinzu: "Wenn Kinder wirklich so etwas Schreckliches erlebt haben bei einem Jugendkaplan, warum gingen sie immer wieder dahin, hinterher?"Generell vertritt er im Blick auf den sexuellen Missbrauch die Auffassung, "dass es vielleicht nicht so tragisch für die Kinder war", sagte der zuständige Bischof Genn und legte dar, dass Pfarrer Z. sich nicht mehr zur Sache äußern darf, keinen Dienst mehr als Seelsorger wahrnehmen darf (Zelebration, Predigt, Beichte) und unter Kürzung der Bezüge in den Ruhestand versetzt wurde. Zudem erwartet der Bischof eine "glaubhafte schriftliche Entschuldigung gegenüber den Betroffenen, gegenüber der Gemeinde, den Kolleginnen und Kollegen, gegenüber all den Menschen, die er verletzt hat." Genn war/zeigte sich fassungslos darüber, dass nach all den Jahren seit 2010 ein Pfarrer noch immer nichts verstanden hat.
Kommentar: Dass sich eine Gemeinde mit Betroffenen solidarisiert, ist ebenso bemerkenswert wie die klare Positionierung des Bischofs.

10.7.2019 In Polen soll eine staatliche Kommission Kindesmissbrauch in der Kirche, in anderen Glaubensgemeinschaften, im Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und Sportsektor aufarbeiten. Drei Kommissionsmitglieder sollen vom Parlament mit Drei-Fünftel-Mehrheit gewählt werden, vier Mitglieder sollen vom Regierungschef, Staatspräsidenten und der nationalen Kinderrechtsbeauftragten bestimmt werden.
Quelle: domradio.de

10.7.2019 Pater Mertes nimmt Stellung zur Aufforderung an Missbrauchsopfer, vergeben zu müssen. Er sagt: "Die Moralisierung von Vergebung als quasi 11. Gebot ist anti-theologisch. Wenn wir in der Eucharistie die Versöhnung feiern, die Gott stiftet, dann feiern wir eben das Wunder, das Gott wirkt. Und wenn wir das Wunder der Versöhnung mit dem moralischen Imperativ an uns selbst oder gar an andere verwechseln, "unseren" Tätern zu vergeben, dann sind wir schon wieder bei uns und nicht bei Gott. Moralische Imperative kann man nicht feiern, Gottes Versöhnungswillen und -handeln aber umso mehr."

9.7.2019 Till Magnus Steiner, Alttestamentler, macht sich Gedanken zur "Vergebung in Zeiten der Missbrauchskrise": "Jemandem zu vergeben wird im Hebräischen durch das Verb סלח (gesprochen: salach) ausgedrückt und das einzige mögliche Subjekt dieses Verbes ist Gott. Nur Gott kann vergeben. Und die Voraussetzung der Bitte um Vergebung sind Reue, das Schuldbekenntnis und die Umkehr..."

8.7.2019 Samuel Tiesi, TOR (Tertius Ordo Franciscanus regulatus), Kaplan an der Franciscan University of Steubenville in den 1980er und 1990er Jahren, missbrauchte über Jahre hinwenig Studentinnen. In einem Offenen Brief berichtet eines der Opfer, Karen, dass Samuel Tiesi von vielen Menschen geschützt wurde, die von seinen Übergriffen und Missbräuchen wussten. Sie benennt als Schützer des Täters: Präsident der Franziskanischen Universität Michael Scanlan, Pater Jim Angert, Pater Ron Mohnicky, Pater Dan Sinisi, Msgr. Kurt Kemo, Msgr. Roger Foys (inzwischen Bischof), Pater Jordan Hite, Pater Edmund Carroll, Pater Christian Oravec, Pater Nicholas Polichnowski, Pater Richard Davis und das Bistum Steubenville.
Quelle: patheos.com

8.7.2019 Lucia Scherzberg und August H. Leugers-Scherzberg untersuchen Kardinal Benedikts Schreiben und stellen vor allem in der Analyse seiner rhetorischen Mittel fest, dass es "wesentliche Kriterien populistischer Propaganda erfüllt". Sie beobachten: schwarz-weiß-malerische Einteilung sozialer Akteure, Einteilung in eine Freund-Feind-Dichotomisierung, Konstruktion interner und externer Sündenböcke, Komplexitätsreduktion durch drastische, vereinfachende Veransschaulichung, Hypostasierung, Personalisierung, Dramatisierung und Emotionalisierung, Falschinformationen...

Quelle: feinschwarz.net


8.7.2019 Der Vatikan hat die Immunität des Nuntius in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem päpstlichen Botschafter sexuelle Übergriffe gegen Männer vor.

Quelle: NZZ


8.7.2019 "Die Kirche und ihre Amtsträger gleichen Patienten, die nicht zum Arzt gehen, weil der die Krankheit offenlegen könnte." Das sagt Werner Kleine und prognostiziert: "Die Therapie muss wohl radikal sein, an die Wurzeln gehen. Wenn die schon befallen ist, gibt es gar keine Rettung mehr. Viel Zeit bleibt auf jeden Fall nicht mehr."

Quelle: katholisch.de


8.7.2019 Der seit 100 Tagen als Interventionsbeauftragter des Bistums Münser eingesetzte Peter Frings berichtet, dass er seit Amtsantritt im April "in gut 40 Fällen in Zusammenhang mit Missbrauch angesprochen" wurde. Seither veröffentlichte das Bistum drei Fälle von inzwischen verstorbenen Priestern unter Missbrauchsverdacht. 138 Personalakten wurden der Staatsanwaltschaft vorgelegt, deren Verfahren jedoch wegen des Todes der Beschuldigten bzw. wegen Verjährung alle eingestellt wurden.

Quelle: Domradio


8.7.2019 Ansgar Schreiner, der unabhängige Missbrauchsbeauftragte des Bistums Speyer, berichtet, dass zwischen 2000 und 2009 nur sieben Fälle gemeldet wurden. Seit 2010 bis heute hingegen seien 28 Verdachtsfälle gemeldet worden, fünf davon richteten sich gegen Priester, 23 gegen Erzieherinnen, Pfleger oder ehrenamtliche Betreuer. Insgesamt wurden seit der Einsetzung unabhängiger Missbrauchsbeauftragten 238 Verdachtsfälle überprüft, etwa ein Drittel wurde in den Personalakten - zurückgehend bis 1912 - gefunden. Die übrigen Fälle wurden den Missbrauchsbeauftragten mitgeteilt.

Zur Erinnerung: Die MHG-Studie untersuchte die Personalakten von 1946-2014 und fand 89 Beschuldigte.

Quelle: Bistum Speyer

6.7.2019 Im Erzbistum München-Freising werden derzeit 20 Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs bzw. von Grenzüberschreitungen untersucht. Das sagte die neue Missbrauchsbeauftragte, Kirstin Dawin, Leiterin des Kinderschutz-Zentrums München.

Quelle: hallo-muenchen.de


6.7.2019 Etwa 600 Frauen demonstrierten in Münster für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. Der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Reidegeld, bat sie um Geduld. Er sagte, es gebe Forderungen, die schnell umgesetzt werden sollten - dies gelte aber nicht bei den Punkten "Diakonat für Frauen" und "Priesteramt für Frauen". Er wurde mit Pfiffen unterbrochen.

Quelle: Domradio

6.7.2019 Der Vorsitzende des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) berichtete, dass er die Bischöfe überzeugen musste, dass auf dem geplanten synodalen Weg das Frauenthema kein Querschnittsthema sein soll, sondern ein eigenes Forum bekommen müsse.

Quelle: katholisch.de


5.7.2019 Zwei Stimmen zur Reformbereitschaft der katholischen Bischöfe: Philipp Greifenstein  und Werner Kleine (8.7.2019).


5.7.2019 Raoul Löbbert antwortet auf den Brief des Papstes an das pilgendernde Volk Gottes in Deutschland: "Ich lese Ihren Brief. Er zermürbt mich: kein Wort über unsere Schuld, unsere Verantwortung, unseren Missbrauch. Dafür schreiben Sie über die "Erosion und den Verfall des Glaubens", als seien dafür ominöse andere verantwortlich, der "starke Rückgang der Geburtenzahl" etwa oder "die Überalterung der Gemeinden". Auch der "Zeitgeist" wird mal wieder herbeizitiert. Er bewirkt, suggerieren Sie, dass die Menschen der katholischen Wahrheit den Rücken kehren. Dabei kehren die Menschen nicht der Wahrheit den Rücken, sondern einer Institution, die, wie im Missbrauchsskandal offensichtlich wurde, diese Wahrheit verraten hat, es aber noch immer nicht zugeben kann ohne Relativierung. Vielleicht weil sie befürchtet, dass dann alles zusammenbricht, was noch Heimat und Obdach ist für das 'pilgernde Volk Gottes'."

Löbbert kritisiert, dass der Papst noch vor Beginn des synodalen Weges darauf hinweist oder damit droht, dass eine Teilkirche sich nicht von der Weltkirche entfernen dürfe. Er fragt an, wie der eingeforderte "Primat der Evangelisierung" gelingen solle, wenn die Kirche blind ist für das eigene Versagen in der Vergangenheit.

Quelle: zeit.de


5.7.2019 Bischof Ackermann ruft zu Besonnenheit angesichts der neueren Zahlen, dass sexueller Missbrauch durch kath. Kleriker nicht zurückgegangen sei, auf. Er wies darauf hin, dass bisher eine seriöse Wirkungsforschung für den Bereich der Prävention fehle.

Quelle: Domradio.de


5.7.2019 Das Erbistum Köln widerspricht dem Forscher Dreßing, ZI Mannheim, der aufgrund der Daten der MHG-Studie ermittelte, dass die Quote der Priester, die Minderjährige missbrauchen, nicht zurückgegangen sei. Der Kölner Interventionsbeauftragte Vogt sagt, die gemeldeten Missbrauchsfälle seit den 1990er Jahren sei im Erzbistum Köln zurückgegangen, die Zahl der Missbrauchsvorwürfe insgesamt sei jedoch gleichgeblieben. Die Vorwürfe bezögen sich aber "zu fast 90 Prozent auf Vorfälle, die weit vor dem Jahr 2009 stattgefunden haben sollen". Dreßing hatte die Jahre 2009 bis 2015 im Vergleich zu 1946 bis 2008 untersucht.

Quelle: katholisch.de

5.7.2019 Wichtige Kirchenvertreter und der Vatikan sollen bereits 2012 Informationen über den verschwenderischen Lebensstil und die Veruntreuung von Kirchengeldern des US-Bischofs Bransfield erhalten haben. Informiert gewesen seien der damalige US-Nuntius Vigano, Kardinal Leo Burke, Erzbischof Lori von Baltimore. Lori, Burke und Vigano haben Geldgeschenke von Bransfield erhalten. Insgesamt verteilte Bransfield 350.000 Dollar. Allein für private Reisen soll Bransfield 2,4 Millionen Dollar ausgegeben haben. Erzbischof Lori soll er 3.000 Dollar "als Auslagenersatz" für zwei Messen gegeben haben.

Quelle: katholisch.de


5.7.2019 Zusätzlich zu den Themen "Macht, Partizipation, Gewaltenteilung - Sexualmoral - Priesterliche Lebensform - soll es im angekündigten synodalen Weg auch das Thema "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" geben. Bischof Bode wird dieses Forum leiten. Im Herbst 2019 wird die Zustimmung der Bischöfe und Laien (ZdK) erwartet. Die ersten drei Foren sollen im Herbst 2019 erste Zwischenergebnisse vorbereiten. Starten sollen die Reformgespräche am 1. Advent 2019. Erstes Treffen ist im Frühjahr 2020 geplant. - Kardinal Marx wies darauf hin, dass kein Bischof gezwungen sei, die Ergebnisse des Reformdialogs in seinem Bistum umzusetzen.

Quelle: katholisch.de
5.7.2019 Zwei mutmaßliche Opfer sexueller Übergriffe des Erzbischofs Luigi Ventura, Nuntius in Frankreich, haben den Erzbischof im Vatikan verklagt. Der Prozess in Frankreich ruht derzeit, weil der Nuntius unter diplomatischer Immunität steht. Laut La Croix soll auch ein ostfranzösischer Bischof von Ventura unsittlich berührt worden sein. Auch in Kanada und Chile, wo Ventura zuvor tätig war, soll es mögliche Fälle geben.
Seit Juli 2013 kann die Justiz des Vatikanstaates auch über Straftaten urteilen, in denen Vatikan-Bedienstete ihre Macht im Ausland missbraucht oder ihre Pflichten verletzt haben.
Quelle: kleinezeitung.at

4.7.2019 Der Rottenburger Generalvikar Stroppel widerspricht dem Forscher Dreßing und legte Zahlen zu den bistumsweit 181 bekannten Missbrauchstaten und Beschuldigungen gegen Geistliche vor. "Demnach gab es in den 1960er Jahren mit 59 die meisten Fälle, in den 1970er Jahren waren es 29, in den 1980er Jahren 33 Missbrauchsvorwürfe beziehungsweise -taten. Seitdem gingen die Fallzahlen deutlich zurück: Für die 1990er Jahre dokumentiert die Diözesanstatistik 16 Fälle, für die 2000er Jahre 11 Fälle und seit 2010 noch 6 Missbrauchstaten. Die jüngsten Fälle stammten aus den Jahren 2011 und 2014, wo es jeweils Vorwürfe gegen einen Priester gegeben habe. Seit 2015 habe es keine neuen Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben."

Später wurde dieser letzte Satz ergänzt um "Präzisierungen": "Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit würden vereinzelt nach wie vor gemeldet." Und aus dem Satz: "Seit 2015 habe es keine neuen Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben" wurde der Satz: "Seit 2015 habe es keine neuen Hinweise auf Fälle von aktuellem sexuellen Missbrauch gegeben."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Also gab es sehr wohl Hinweise auf sexuellen Missbrauch seit 2015, die sich auf "Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit" beziehen. Ob diese neu bekannt gewordenen alten "Fälle" in die angeführten Zahlen seit den 1960er Jahren eingegangen sind, ist nicht erkennbar.


4.7.2019 Der katholische französische Priester Preynat hat in einem kanonischen Verfahren "wegen der großen Zahl der Opfer" und wegen des "Missbrauchs seiner Autorität die klerikale Würde verloren. Er gestand, zwischen 1986 und 1991 "mehrere Pfadfinder" missbraucht zu haben. Kardinal Barbarin wurde in seinem Fall wegen Vertuschung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und lässt derzeit sein Amt als Bischof von Lyon ruhen. Seinen Rücktritt nahm Papst Franziskus nicht an. - Preynat hatte vergeblich die Ausstrahlung des Filmes "Grace à Dieu" verhindern wollen, die sich aus Opferperspektive mit seinem Fall beschäftigt.

Quelle: nau.ch


4.7.2019 Pfarrer Z. predigte in der Münsteraner Kirche Heilig Geist. Dabei warb er um Vergebung, führte zwei Frauen an, die sich abfällig über ihre verflossenen Ehemänner äußerten und bezog die Aufforderung zur Vergebung auf diese Frauen, die ihren Männern vergeben sollten und zugleich auf Priester, die als Täter Minderjährige missbraucht haben. Auch den Tätern müsse vergeben werden. Daraufhin verließen Teile des Chores und rund 70 Gottesdienstbesucher*innen den Gottesdienst. Im Gespräch mit der Kirchenzeitung führte der Pfarrer aus, auch Jesus habe der Ehebrecherin und der barmherzige Vater dem verlorenen Sohn vergeben. Er beklagte, dass auch Bischöfe von Priester-Tätern als Verbrecher sprechen, obwohl diese auch gute Seelsorger gewesen seien. Pfarrer Z. brach seine Predigt ab, weil er mit seiner Stimme nicht gegen "den schreienden Mob" angekommen sei, berichtete er "Kirche und Leben".

Der leitende Pfarrer Stefan Rau bedauerte das Geschehen. Daher wird es am Montag, 8.7., ein Gespräch in der Gemeinde über die Predigt geben. An diesem Gespräch wird der Pfarrer Z., der seine Predigt verteidigte, nicht teilnehmen. Rau sagte, dass auch von Missbrauch Betroffene in dem Gottesdienst waren. Pfarrer Z. meinte im Gespräch mit der Kirchenzeitung, das sei ihm nicht bewusst gewesen.

Quelle: Kirche und Leben

Kommentar von Pfarrer Dierk Schäfer

Kommentar: Offensichtlich hat sich noch immer nicht rumgesprochen, dass ca 14 % der  Kinder zwischen 0 und 14 Jahren sexuell missbraucht werden. Und natürlich sind Missbrauchsopfer überall anzutreffen - auch in Gottesdiensten.


3.7.2019 Die Quote der sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester ist zwischen 2009 und 2015 nicht zurückgegangen, sondern konstant geblieben. Das haben Wissenschaftler*innen unter Federführung des Forschers Dreßing, ZI Mannheim, festgestellt. Dass die Quote nicht zurückgegangen ist, erstaunt, da es ab 2002 bereits Leitlinien gibt. Erhoben wurden nur Fälle, die im Jahr der Erhebung stattgefunden haben sollen und bei dem Kinder jünger als 14 Jahre waren. Die Analyse ergab auch, dass Priester ebenso häufig wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt wurden wie Männer in der Allgemeinbevölkerung. In einigen Jahren lag die Quote der beschuldigten Priester sogar höher als die der männlichen Allgemeinbevölkerung. 2015 gab es 33,4 beschuldigte Priester pro 100.00 (2014: 25,5; 2013: 50,2). Bezogen auf die ca 14.000 Priester entspricht das einer absoluten Zahl von 4,7 Neubeschuldigungen. - Dreßing erklärte den Befund damit, dass Prävention bei einigen Priestern "auf Granit stoße" und dass strukturelle Risikofaktoren - klerikale Macht, Zölibat, kirchliche Sexualmoral - unverändert sind.

3.7.2019 Der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann sieht im Klerikalismus der kath. Kirche ein Haupthindernis für jegliche Kirchenreform. Die Kirche habe sich mit ihrer klerikalen Hierarchie von der Moderne entfremdet und entfremde sich auch zunehmend von ihren Gläubigen. Kaufmann fordert die Entkoppelung von Leitungskompetenzen und sakramentalen Kompetenzen.

Kaufmann beschreibt den Ausbau der Sonderstellung von Klerikern gegenüber Laien durch Pflichtzölibat, Gehorsamspflicht und Sakramentenverwaltung und deren Überhöhung als "göttliches Recht" im 19. Jahrhundert.

Quellen: faz  orf

1.7.2019 Matthias Katsch, Gründer der Opferinitiative Eckiger Tisch, Canisius-Kolleg, erhält den Kulturpreis der Internationalen Paulusgesellschaft. Damit wird sein EInsatz für die Aufarbeitung sexueller Verbrechen an Minderjährigen in der katholischen Kirche gewürdigt.

1.7.2019 Der Vatikan hat die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses bekräftigt und sich gegen die Erwartung, die katholische Kirche müsse ihre Rechtsordnung an jene einzelner Staaten anpassen, verwahrt. Wenn in der Beichte Straftaten zur Sprache kommen, dürfe als Bedingung für die Lossprechung nicht verlangt werden, dass die Straftat vor einem zivilen Gericht gemeldet werden müsse. Zugleich betont der Vatikan, dass für eine Vergebung aufrichtiges Bedauern und Besserung Voraussetzung seien.
Quelle: domradio

1.7.2019 Harald Dreßing fordert im Interview mit Christiane Florin u.a. angemessene Entschädigungen für Opfer ("Wenn man solche schweren Verläufe sich anschaut, ist man sicherlich schnell auch in sechsstelligen Eurobereichen."), Einsicht in die Akten und Veröffentlichung der Namen derjenigen, die Täter geschützt haben. Er beschreibt die gesundheitlichen und sozialen Folgen des Missbrauchs und weist auf die dauerhaft ge- oder zerstörte spirituelle Identität hin. Dreßing vermisst "eine Fokussierung der Präventionsarbeit auf die spezifischen Risikokonstellationen des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker."
"Also, wenn die genannten spezifischen Risikokonstellationen nicht angegangen werden, dann ist alle Präventionsarbeit, die gemacht wird, insoweit wirkungslos, wenn es sich auf die Prävention des sexuellen Missbrauchs durch katholische Kleriker bezieht. Es ist ja auch so, dass – auch das war ein Teil unserer Studie – die Präventionsbeauftragten gesagt haben, in Kindergärten und in Schulen kommen wir ganz gut mit unseren Präventionskonzepten voran, aber wenn es um Prävention bei Klerikern geht, erfahren wir häufig Ablehnung und Widerstand."
Zum neu gegründeten "Institut für Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt", das in Lantershofen angesiedelt wird, sagt Dreßing, dieses Institut sei "Klerikalismus in Reinform". Der Verantwortliche - der bisherige Präventionsbeauftragte des Erzbistums Köln - ist zwar kein Geistlicher aber kirchlicher Mitarbeiter.
Dreßing kommentiert: "Also, wer so etwas macht, hat eigentlich über die spezifischen Risikostrukturen wirklich nichts verstanden. Die Täterorganisation kann keine Aufarbeitung machen. Das wissen wir aus organisationssoziologischen Studien. Das müssen unabhängige Institute sein."
Bei der Bischofskonferenz vermisst er eine konzertierte Strategie.
Quelle: DLF

30.6.2019 Auf einem Podium mit Doris Reisinger und dem Berner Pfarrer Nicolas Betticher, Offizial des interdiözesanen Kirchengerichts, waren sich beide einig über notwendige Reformen in der katholischen Kirche. Betticher plädierte dafür, dass "wir alle" gegen den Missbrauch in der Kirche aufstehen müssten. Er berichtete, dass ihm in seiner Zeit als Chaffeur kaum ein Monsignore für den Fahrdienst gedankt habe. "Er habe im Vatikan gearbeitet, unzählige Male habe er die Hand eines Bischofs von einem Schenkel stossen müssen." Er habe immer den Priester und dadurch die Kirche durch sein Schweigen geschützt. Als er gelernt hatte, die unsichtbare Kirche von der sichtbaren zu unterscheiden, habe er aufstehen könne.
Doris Wagner stellte die Systemfrage; sie will Kirche von unten, ohne Einbezug der Amtsträger. Betticher plädiert für ein behutsameres Vorgehen, das die Weltkirche im Blick hat.
Quelle: kath.ch

30.6.2019 In Bern fand gestern eine Demonstration "Zeichen gegen Missbrauch" statt. Die Forderungen der Demonstrant*innen lauteten: Volle Akteineinsicht für Opfer, kirchenrechtl. Strafe für jede Form von Missbrauch; strikte Vorgaben zur Meldepflicht von Missbrauch, Gleichberechtigung aller Gläubigen, Änderungen beim Amtsverständnis und den Zulassungsbedingungen zum Priesteramt. Die Petition soll am 20.8.2019 an den Nuntius Thomas E. Gullickson übergeben werden.
Quelle: kath.ch
29.6.2019 Ein inzwischen verstorbener Priester W. des Bistums Münster wurde in einem anonymen Schreiben, das am Grab des 2011 Gestorbenen angebracht war, des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Nach seiner Priesterweihe am 25. Januar 1966 war er bis 1969 Kaplan in Selm, St. Joseph, und im Anschluss Kaplan bis 1975 in Recklinghausen, St. Antonius, tätig. Von 1975 bis 2006 war er Pfarrer in Bocholt-Barlo. Bereits im November 1976 war der Pfarrer wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. 
Die zuletzt bekannte anonyme Beschuldigung ist also die dritte, die gegen diesen Priester erhoben wird - wenn man von den Taten absieht, die 1976 zu einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe führte.

Quelle: Bistum Münster


29.6.2019 Papst Franziskus hat einen Brief  "An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" geschrieben, der von den Addressaten sehr unterschiedlich interpretiert wird.

Quelle: tagesschau.de, Hubertus Wolff in WDR 5, ab min. 11


28.6.2019 Die italienische Bischofskonferenz hat neue Leitlinien gegen sexuellen Missbrauch veröffentlicht. Eine Anzeigepflicht gegenüber der weltlichen Justiz ist nicht vorgesehen, lediglich eine "moralische Verpflichtung", sich bei begründetem Verdacht an die Justiz zu wenden, wenn das Opfer nicht ausdrücklich widerspricht. Dem Opfer und seiner Familie wird therapeutische, psychologische und spirituelle Unterstützung zugesichert, nicht jedoch ein juristischer Beistand. Kirchliche Amtsträger verletzen ihre Verschwiegenheitspflicht nicht, wenn sie intern Anzeige erstatten. Wer anzeigt, darf nicht mit einem Schweigegebot bedroht werden.

28.6.2019 Der "Mahnende Mühlstein" wird am Mittwoch, 17. Juli 2019, 11 Uhr in Würzburg, Kiliansplatz, sein.
Initiative gegen Gewalt

28.6.2019 Im Bistum Dresden-Meißen haben Betroffene sexualisierter Gewalt durch Kleriker einen Betroffenenrat gebildet. Kontaktpersonen sind die Missbrauchsbeauftragten des Bistums.

Quelle: pressreader.com

28.6.2019 Der ehemalige katholische Priester Jochen Becker hat sich bei der Kirche angezeigt, weil er von einem Fall sexuellen Kindesmissbrauchs durch einen Theologen wusste, aber erst nach mehreren Jahren Meldung erstattete. Der Theologe gestand ihm im Jahr 2000 mehrere sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche. 2010 recherchierte Becker, dass der Theologe im Bistum Magdeburg in einer Leitungsfunktion arbeitete. Weil er noch immer Jugendfahrten organisierte, zeigte Becker ihn an. Die unabhängige Missbrauchskommission des Bistums Magdeburg übergab den Fall an die Staatsanwaltschaft, diese habe alles untersucht, auch die Krankenakte eines 17-Jährigen, der Suizid begangen hatte. Die Staatsanwaltschaft fand keine Belege für strafbare Handlungen und stellte das Ermittlungsverfahren mangels Beweisen ein. Dieser Darstellung widerspricht Becker: Lediglich das Verfahren wegen des Suizids sei eingestellt worden, weil nicht sicher festgestellt werden konnte, dass ein Zusammenhang bestand. Die anderen möglichen Untersuchungen wurden wegen Verjährung nicht begonnen.
Quelle: welt.de
27.6.2019 Der Aufführung des Films "Grace à Dieu" hatte der französische Priester widersprochen, auf dessen Geschichte der Film von Regisseur Francois Ozon beruht. Gegen den Priester hat bislang kein Prozess stattgefunden. Zuerst hatte der Beschuldigte den Kinostart verhindern wollen und nun die internationale Verbreitung über Videodienste. Das Gericht entschied, dass der Film gezeigt werden kann. Der Titel ist ein Zitat von Kardinal Barbarin. Im März 2016 sagte er: "Gott sei Dank (grace à Dieu) ist ein Großteil der Taten verjährt."

Quelle: katholisch.de


26.6.2019 Papst Franziskus hat der Deutschen Bischofskonferenz einen Brief geschrieben. Der Brief selbst ist bislang nicht öffentlich. Er soll den "synodalen Weg" zum Inhalt haben, den der Papst nicht verbot, in dem er aber die Berücksichtigung einiger Wegmarken anmahnte. Unter anderem solle man die Einheit mit der Weltkirche suchen und den Weg der katholischen Lehre nicht verlassen. Der Brief soll am 29.6. veröffentlicht werden. Der Brief wurde von Nuntius Eterovic überbracht. Eterovic hatte zuletzt die päpstliche Opferdiskriminierung vor der Deutschen Bischofskonferenz wiederholt: "„Das Übel, das ihnen [den Opfern] widerfahren ist, lässt in ihnen unheilbare Wunden zurück, die sich auch in Form von Hass und selbstzerstörerischen Tendenzen zeigen.“
Quelle: katholisch.de
26.6.2019 Doris Reisinger schreibt "Von der Last ein Opfer zu sein oder: Von der Unmöglichkeit zu vergeben": "Das heißt, der nächste Schritt in der Krise muss tatsächlich von der Seite der Täter und Vertuscher kommen. Und er heißt: Anerkennung persönlicher Schuld und Korrektur des pesönlichen Fehlverhaltens. Ohne diesen Schritt gibt es keinen echten Ausweg aus der Krise." Im Blick auf die oft von den Opfern geforderte Vergebung, weist Reisinger darauf hin, dass Opfer nicht Jesus sind und Erlösung von Gott kommt.
Quelle: echter.de

26.6.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, die geplante Reform des Entschädigungsrechts bringe insgesamt Verbesserungen für Gewaltopfer, nicht jedoch für Betroffene sexueller Gewalt. Ihnen sei die Tür zur Entschädigung verschlossen, weil die Opfer Opfer die Gewalttat konkret nachweisen müssten, was für Betroffene sexueller Gewalt oft nicht möglich sei. Offenbar bestehe kein Konsens mit den Ländern, "mehr für die Opfer von sexueller Gewalt zu tun".
Quelle: domradio

26.6.2019 Der Pfarreirat in Datteln will das Gemeindezentrum "Reinhard-Lettmann-Haus" umbenennen. Die letzte Entscheideung liegt beim Kirchenvorstand der Pfarrei St. Amandus. Ende 2018 wurde bekannt, dass Bischof Lettmann, der von 1980 bis 2008 Bischof von Münster war, in seiner Funktion als Generalvikar, den Priester Heinz Pottbäcker innerhalb des Bistums mehrfach versetzt hatte und ihn in der Seelsorge belassen hatte, obwohl der Priester bereits wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war. An mindestens einem weitern Einsatzort missbrauchte er Kinder.
Nachtrag 27.6.2019: Der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Amandus hat beschlossen, das Gemeindezentrum nicht mehr nach Bischof Lettmann zu benennen.

25.6.2019 Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat sich mit der Überarbeitung der Rahmenordnung Prävention, der Leitlinien und des Maßnahmenkatalogs zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs beschäftigt, die am 13.3.2019 beschlossen worden war. 
  • Zur standardisierten Aktenerhebung wurde die bisherige Praxis in den Bistümern erhoben. Auf dieser Grundlage soll eine Expertengruppe eine bundeseinheitliche Rahmenordnung erarbeiten, die sich am weltlichen Beamtenrecht orientieren soll.
  • Über die Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen werden derzeit Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) ügeführt.
  • Das Verfahren zur Anerkennung des Leids soll von einer unabhängigen Arbeitsgruppe überprüft werden, die Grundsätze für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Verfahrens vorlegen soll, die auf möglichst breite Zustimmung (wessen Zustimmung?) stoßen soll.
  • Zur Sicherstellung einer transparenten und unabhängigen Aufarbeitung soll bis zum Herbst 2019 eine Vereinbarung zu einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich geschlossen werden.
  • Das geplante überdiözesane Monitoring für Intervention und Prävention und Aufarbeitung soll in Zusammenarbeit mit dem Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) angestrebt werden, das Mitte September 2019 in Lantershofen seine Arbeit aufnehmen soll.

Die bislang gültigen Leitlinien sollen bis Ende 2019 gelten. Die abschließenden Entwürfe über Aktenerhebung, Anlaufstellen, Anerkennungsverfahren Aufarbeitung und überdiözesanes Monitoring für Intervention und Prävention sollen bis Ende 2019 verabschiedet werden. Solange gelten die jetzigen Leitlinien.

Quelle: dbk.de

Kommentar: Nicht erkennbar ist, ob das im Motu proprio "Vos estis lux mundi" vorgesehene Vorgehen gegen vertuschende Bischöfe, Generalvikare und Personalverantwortliche auch geregelt werden soll.

Quelle: dbk

24.6.2019 Fünf Missbrauchsopfer aus dem norditalienischen Bistum Savona, Stadt Savona, haben das Bistum auf fünf Millionen Euro verklagt. Die Diözese habe fahrlässig gehandelt, als sie einem inzwischen verurteilten Priester ermöglichte, fast 30 Jahre lang Minderjährige zu missbrauchen. Die missbrauchten Kinder stammen aus schwierigen Verhältnissen und waren vom Jugendamt dem Priester anvertraut worden.
Quelle: orf

24.6.2019 Spanische Staatsanwälte schlagen eine nationale Untersuchung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vor. Dabei orientiert sich ihr Vorschlag an der Justizministerium an den australischen und niederländischen nationalen Kommissionen. In dem Bericht an die Staatsanwaltschaft ist von 965 Fällen minderjähriger Opfer 2017 und von 1.091 Fällen im Jahr 2018 die Rede. Die Staatsanwälte sprechen dabei von einem unvollständigen Bild. Überdies empfehlen sie, Missbrauch direkt an die staatlichen Stellen zu melden, ohne interne Bewertung durch kirchliche Amtsträger.
Quelle: Crux

24.6.2019 An der Weihe des neuen Weihbischofs von Santiago de Chile, Alberto Lorenzelli,  in Rom nahmen auch die ehemaligen chilenischen Bischöfe Kardinal Ricardo Ezzati und Kardinal Errazuriz teil. Sie sind wohl eigens zu dieser Weihe nach Rom gereist.
Gegen beide Kardinäle wird in Chile von der Staatsanwaltschaft wegen des Vertuschens von Missbrauchsfällen ermittelt. Das Rücktrittsgesuch von Ezzati "aus Altersgründen" nahm Papst Franziskus am 23.3.2019 an. Errazuriz wurde Ende Oktober 2018 von Papst Franziskus aus dem Kardinalsrat entlassen.
In Chile wurden etwa 220 Priester glaubwürdig des Missbrauchs beschuldigt. Das entspricht 9,5 Prozent des chilenischen Klerus.
Quelle: Crux

24.6.2019 Die deutschen Bischöfe beraten über den "synodalen Weg", der in mehreren Foren Macht, Sexualmoral und die Lebensform der Priester thematisieren will. Ob es ein Forum zur Rolle der Frauen in der Kirche geben soll, wird noch besprochen. An den Beratungen sollen auch Laien und externe Fachleute teilnehmen. Anfang Juli wird die Geschäftsordnung von Vertretern der Bischofskonferenz und dem ZdK festgelegt. Mitte September werden 60 Teilnehmer Fahrplan, Themenumfang und Teilnehmerkreis endgültig definieren. Der 1. Advent ist als Startpunkt vorgesehen.
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der scheidende Augsburger Bischof  Zdarsa äußerten sich bisher kritisch über den „synodalen Weg“, Kardinal Woelki, Köln, sprach sich gegen Reformen nach dem Vorbild des liberalen Protestantismus aus.
Quelle: vaticannews

24.6.2019 In der katholischen Kirche Frankreichs gibt es einen Beauftragten gegen das innerkirchliche Sektenwesen, Alain Planet, Bischof von Carcassone. Planet berichtet von mehr als hundert Fällen des „Abgleitens ins Sektiererische“ in Frankreich in den letzten vier Jahren. Die Gruppe des Beauftragten erhielt etwa 140 Hinweise und ging 110 von ihnen nach. Sie ist dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz unterstellt und arbeitet mit Opferverbänden zusammen, aber auch mit der  interministeriellen Dienststelle zur Überwachung sektiererischer Umtriebe („Miviludes“).

Quelle: vaticannews

24.6.2019 Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, sagte, auch die kirchlichen Vereinigungen und Bewegungen müssten sich mit Prävention befassen und dürften sich nicht von den "Wunden, die dem Leib Christi in unseren Geschwistern zugefügt worden sind", abwenden. Er zeigte sich enttäuscht dass von Seiten der kirchlichen Bewegungen "nur unzureichende Antworten" auf die Aufforderung des Dikasteriums, Regeln zum Schutz Minderjähriger und Schutzbedürftiger aufzustellen, gegeben worden seien.
Quelle: vaticannews

24.6.2019 Die Schweizer katholische Kirche hat im letzten Jahr 47 Betroffene sexualisierter Gewalt mit 700.000 SF (ca 6300.600 Euro) "entschädigt. 2017 waren es 435.000 Franken. 2018 wurden 52 Anträge gestellt, 2 wurden abgelehnt, drei sind noch nicht entschieden.
Quelle: vaticannews

22.6.2019 Im Programm des Kirchentages fehlten bei einem Podium zu Vertrauensmissbrauch noch Vertreter von kirchlichen Missbrauchsopfern, auf dem Podium waren sie dann doch vertreten durch die Journalistin Kerstin Claus, vom Betroffenenrat UBSKM und Detlev Zander vom Netzwerk Betroffenen Forum e.V. In der Aufarbeitung der evangelischen Kirche fehlt noch die eigene Geschichte, denn Gerold Becker, Odenwaldschule, war früher häufiger Gast bei Kirchentagen und sogar Mitglied in dessen Präsidium. Nach Auskunft der Kirchentagsgeneralsekretärin Julia Helmke soll dieser Aspekt noch untersucht werden. Die Marburger Erziehungswissenschaftlerin Sabine Maschke verwies auf zwei repräsentative Umfragen unter 3.000 Schülern in Hessen. Dort berichteten fast ein Viertel der Befragten von körperlicher sexueller Gewalt - von unerwünschten Berührungen bis zur Vergewaltigung, fast die Hälfte darüber hinaus auch von nichtkörperlichen Formen. Ältere Kinder werden meist von Gleichaltrigen oder älteren Jugendlichen missbraucht, kleinere Kinder von Erwachsenen. 130 der Befragten (4,3 %) berichteten von sexualisierter Gewalt im kirchlichen Raum. - Die Journalistin und Autorin Kerstin Claus berichtete, dass ihre Kirche sie zum Schweigen bringen wollte, als sie über ihren Missbrauch berichtete. Der frühere rheinische Präses und Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, forderte die Betroffenen auf, weiter zu nerven, "sonst geht es nicht voran."
Kommentar: So langsam müsste es doch auch möglich sein, dass Kirchenmitglieder und Kirchenverantwortliche mal  pro-aktiv auf die kirchlich - und außerkirchlich! - Betroffenen zugehen, damit nicht den Betroffenen alleine die Last aufgebürdet wird.  

22.6.2019 Gegen den katholischen Pfarrer der Pfarrgruppe Karben, Bistum Mainz, wird wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er wurde von seinen Aufgaben freigestellt. Die Staatsanwaltschaft prüft die Vorwürfe.
Quelle: fnp
21.6.2019 Die Ermittlungen der Trierer Staatsanwaltschaft gegen einen Priester des Bistums Trier und einen Diakon sind noch nicht abgeschlossen. Gegen den Priester wird wegen Missbrauchs eines Minderjährigen ermittelt. Dem Diakon wird der Besitz von Schriften vorgeworfen, die die sexuelle Ausbeutung von Kindern zeigen.
Dr. Thomas Schnitzler, Sprecher der Trierer Opfer-Initiative Missbit, erhebt gegen den ehemaligen Missbrauchsbeauftragten des Bistums, Rainer Scherschel, den Vorwurf, er sei beim Erstgespräch auf eine „täterorientierte Schweigementalität“ getroffen. Den Opfern sei vorgeworfen worden, sie simulierten und es sei der Versuch gemacht worden, die Glaubwürdigkeit der Opfer zu entkräften.
Quelle: volksfreund.de

21.6.2019 Kardinal Vincent Nichols, höchster Würdenträger der katholischen Kirche in England und Wales, ist wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in die Kritik geraten. Die staatliche Untersuchungskommission zu Kindesmissbrauch (IICSA) stellte fest, er habe sich „zu sehr auf den Ruf der Kirche statt auf das Wohl der Kinder konzentriert“. Nichols hatte eingeräumt, belastendes Material gegen einen Priester nicht offengelegt zu haben. Damit wollte er eine gütliche Einigung im Rechtsstreit mit dem Opfer nicht gefährden. Er entschuldigte sich für sein Verhalten, wies aber Vertuschungsvorwürfe zurück.
Quelle: domradio.de

21.6.2019 Die Untersuchungsergebnisse zu den Personalakten des Erzbistums Köln in Bezug auf Missbrauchsverdacht werden nicht im Herbst 201, sondern erst im Frühjahr 2020 vorliegen. Die Münchner Kanzlei "Westphal Spilker Wastl" wird die Fälle aufarbeiten und die Rolle damaliger und heutiger Verantwortlicher (Personalchefs, Generalvikare und Bischöfe) klären. Beteiligt an der Untersuchung sind auch der Innsbrucker Kirchenrechtler Wilhelm Rees und Hans Zollner, Zentrum für Kinderschutz (CCP) an der päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom. Im Erzbistum Köln sind laut MHG-Studie 135 Betroffene und 87 Beschuldigte.
Quelle: domradio

21.6.2019 Der Leiter der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation, John Kennedy, dankte Journalisten für ihren investigativen Beitrag zur Missbrauchsaufarbeitung. Seine Behörde "sehe sich einer immer weiter wachsenden Zahl von Fällen des sexuellen Missbrauchs seitens Kleriker gegenüber". 
Quelle: vaticannews

19.6.2019 Die Landesregierung von NRW und die Kirchen erinnern an den Missbrauch Minderjähriger in stationären Einrichungen der Nachkriegszeit und bitten im Düsseldorfer Landtag Gewalt- und Missbrauchsopfer in Psychiatrie- und Behinderteneinrichtung um Verzeihung. 2017 wurde die Stiftung "Anerkennung Hilfe" gegründet. Dort können sich bis Ende 2020 Betroffene melden, eine Entschädigungspauschale von 9.000 Euro und ggf. Rentenersatzzahlungen bis zu 5.000 Euro beantragen. Bislang haben ca 2.000 Betroffene eine finanzielle Anerkennung erhalten.
Quelle: domradio.de

19.6.2019 Wegen des Bruchs des Beichtgeheimnisses gibt es ein kirchliches Gerichtsverfahren gegen einen italienischen Priester. Er hatte von der Mutter eines mutmaßlichen Opfers im Beichtgespräch Details von Missbrauch erfahren und sie weitergegeben, um die katholischen Organisation "Katholische Vereinigung für Kultur und Umwelt" (Associazione Cattolica Cultura ed ambiente) über polizeiliche Ermittlungen gegen ihren Anführer, Pater Stefano Cavalli, zu informieren. Die Vereinigung  ist in Acireale beheimatet, wird von den sog. "Zwölf Aposteln" geleitet, die vom Gründer, einem Priester und "spirituellen Sohn" von Padre Pio eingesetzt wurden. Der derzeitige Anführer versteht sich als Reinkarnation des Erzengels Michael. Er soll mindestens zehn Mädchen sexuell missbraucht haben. Im Oktober beginnt ein Strafprozess vor einem staatlichen Gericht gegen ihn. Die Polizei spricht von Taten, die sich über 25 Jahre erstrecken. In der Organisation soll die sexuelle Gewalt als "Beispiel reiner Liebe" und "Liebe von oben" bezeichnet worden sein. Außer den sexuellen Übergriffen wurden die Opfer auch zu Zwangsarbeit verpflichtet.

Quelle: katholisch.de

19.6.2019 Das Erzbistum Santiago de Chile hat offenbar ca 127.000 Euro an Opfer des Ex-Priesters Karadima gezahlt. Derzeit ermittelt die Justiz in mehr als 150 Verdachtsfällen gegen 219 Kirchenmirarbeiter. Es gehe um 241 mutmaßliche Opfer, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

19.6.2019 Bislang wurden in der Schweizer Kirche Missbrauchsopfer nach der Schwere des Erlittenen "entschädigt". 2018 gab es 22 Registrierungen von Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs. Sechs Fälle sind abgeschlossen, 15 werden noch bearbeitet und ein Fall wurde zurückgewiesen. Außerdem wurden 2018 14 Personen mit ca 165.00 Euro entschädigt. Nun spricht sich die unabhängige Kommission der Schweizer Kirche für „Anhörung, Vermittlung, Schlichtung und Wiedergutmachung“ (Cecar) spricht für eine einmalige Pauschalentschädigung von je 15.000 Franken (13.400 Euro) für jedes Opfer aus. Die Bischofskonferenz stimmte dem Vorschlag zu, die römisch-kathilische Zentralkonferenz und die Ordensgemeinschaften lehnen den Vorschlag ab.
Quelle: vaticannews.va

18.6.2019 Nach Ansicht des Gerichtspsychiaters Reinhard Haller zeigen "alle internationalen Untersuchungen", "dass 30 Prozent der Anzeigen wegen Missbrauch Fehlanzeigen sind“. Zudem läge der Anteil kirchlicher Missbrauchsfälle deutschen Untersuchungen zufolge lediglich bei drei Promille (0,3 %).
Haller beklagt zudem, dass unter Priestern und Ordensleuten derzeit eine „unglaubliche Verunsicherung“ bei diesem Thema spürbar sei.
Kommentar: Stephen J. Rossetti sagte 2012, "dass die große Mehrzahl aller Anschuldigungen, d.h. über 95 % der Fälle, berechtigt sind". (Quelle: Charles J. Scicluna, Hans Zollner, David J. Ayotte (Hg):; Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung. Das Symposium zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Päpstliche Universität Gregoriana, 6.-9. Februar 2012, München 2012, S. 45)
Und wenn kath. Kleriker für 3 Promille = 0,3 % der Missbrauchsfälle in Deutschland verantwortlich sind, ihr Anteil (13.560 Priester) an der männlichen Bevölkerung in Deutschland (40.844.000 Männer) jedoch nur 0,033 % beträgt, dann bedeutet das - wenn ich richtig rechne -, dass sie im Vergleich zur männlichen Bevölkerung überdurchschnittlich häufig Missbrauchstäter sind.
Und zur herrschenden Verunsicherung beim Thema Missbrauch unter den Priestern und Ordensleuten bleibt eigentlich nur zu konstatieren, dass diese Verunsicherung längst hätte reduziert werden können, wenn sich Priester und Ordensleute in großer Zahl mit den kirchlichen und (!) mit den außerkirchlichen Opfern solidarisiert hätten. Bekannt sind mir in Deutschland knapp zwei Handvoll. Ich hoffe, davon ausgehen zu dürfen, dass es mehr sind, denn eine solche Solidarisierung geschieht ja nicht selten diskret und wird zum Schutz der Opfer nicht öffentlich.

18.6.2019 Hubertus Lutterbach, Professor für Christentums- und Kulturgeschichte hat den Arche-Gründer Jean Vanier gewürdigt. Daniel Bogner, Moraltheologe, macht ihn darauf aufmerksam, dass Vanier seit den frühen 1960er-Jahren eng befreundet war mit Père Thomas Philippe, einem Dominikanerpater, den er zum geistlichen Begleiter der Arche machte. Thomas Philippe hat jahrelang Schwestern und Frauen, die für die Arche tätig waren, sexuell missbraucht. Unter anderen eine Frau, die zunächst bei dem Bruder von Thomas Philippe, Marie-Dominique Philippe, in geistlicher Begleitung war, dort sexuell missbraucht wurde und Thomas Philippe regelrecht zum weiteren Missbrauch "zugespielt" wurde. Über die verstörende Tatsache, dass mitten in Gemeinschaften, die eine Pionierrolle in einer aufbrechenden Kirche haben, sexueller Missbrauch durch die Pioniere geschieht und über die notwendigen Konsequenzen kommen Lutterbach und Bogner ins Gespräch.

17.6.2019 Der Moraltheologe Daniel Bogner fordert eine Reform der kirchlichen Verfassung, damit die hoch aktuelle Botschaft der Kirche sich entfalten kann: "Ein Glaube, der an einen zur Freiheit berufenen und in gleicher Würde geschaffenen Menschen gerichtet ist, kann nicht in einer Kirche gelebt werden, die Ungleichheit und Gehorsamspflicht zum heimlichen Markenkern erhoben hat." Bogner konstatiert, "dass Spaltung schon längst stattgefunden hat – von oben her, und gegenüber der einen Hälfte der Menschheit". Theolog*innen fordert er auf sich "jetzt, im Angesicht schlimmster Verbrechen in der Kirche" laut und unabweisbar einzuschalten, weil sie sonst ihren Auftrag verwirken. Die Bischöfe fordert er auf, eine kirchliche Verfassungsdiskussion zu eröffnen und eine Kirchenordnung zu entwerfen, "die mit der geschöpflichen Freiheit und Gleichheit aller Menschen verbindlich ernst macht". Ein solcher Entwurf müsse weltkirchlich debattiert werden und der Einwand "Weltkirche" dürfe nicht aus dem Ärmel gezogen werden, "bevor die Debatte überhaupt begonnen hat".

16.6.2019 Der Salesianer-Orden will sämtliche Personalakten und relevanten Daten durch eine externe Anwaltskanzlei im Blick auf Missbrauchsfälle überprüfen lassen. Das beschloss die Provinzleitung, die vom Provinzkapitel, Kloster Benediktbeuern unterstützt wurde. 
Quelle: domradio.de

14.6.2019 Der Theologe Jan-Heiner Tück fragt sich, wie die Rede des Papstes, der die sexuelle Gewalt von Klerikern gegen Minderjährige auf das Wirken des Teufels zurückführt, bei Opfern sexuellen Missbrauchs ankommt. Wer Menschen als "Agenten des Satans" hinstelle, sei in der Gefahr, ihre moralische Verantwortung zu halbieren und sie zu dämonisieren.
Nicht der Teufel stehe hier im Raum, sondern das konkrete Versagen von Priestern, die sich an Minderjährigen vergriffen hätten, und das konkrete Versagen von Bischöfen, Verantwortlichen in den Ordinariaten und Gläubigen, die darum gewusst, geschwiegen und nichts getan hätten. Tück beklagt, dass bislang niemand aus der Anonymität herausgetreten und persönliche Verantwortung für Vertuschungsdelikte übernommen habe.
Quelle: Domradio

14.6.2019 Die Frauen des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF) protestieren drei Tage lang für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche. Den heutigen Termin haben sie gewählt, weil sie zugleich die Anliegen der Schweizer Gewerkschaften, Parteien und Verbände unterstützten, die einen nationalen Frauenstreik ausgerufen haben, um für Gleichberechtigung, Lohngleichheit und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu demonstrieren.

14.6.2019 Drei Priester von katholischen Gemeinden in Darmstadt wollen am Fronleichnamsfest "ein Zeichen der Betroffenheit und der Solidarität mit den Opfern kirchlichen Missbrauchs" setzen. Ihr Bischof Kohlgraf hat Sorge, dass die Darmstädter mit ihrem Vorhaben ein zentrales kirchliches Fest mehr oder weniger ausfallen lassen wollten.
Quelle: echo-online

13.6.2019 Klerikalismus. Ein Kampfbegriff oder das Hauptproblem?
Quelle: br.de

13.6.2019 Die Aufhebung der strafrechtlichen Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch und die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz fordert die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz in NRW.

13.6.2019 Ab 1. Juni 2020 schaffen die US-Bischöfe eine zentrale Erfassungsstelle für Missbrauchsopfer von Klerikern. Ein privates Unternehmen wird damit beauftragt. Die zentrale Erfassungsstelle leitet die Anzeigen an einen der 32 Metropolitan-Bischöfe und den päpstlichen Nuntius weiter. Die Untersuchung der Einzelfälle geschieht durch die Bischöfe in den jeweiligen Diözesen.
An der Vollversammlung der US-Bischöfe nahm auch Bischof Robert Finn teil. Er war wegen Vertuschung verurteilt worden und 2015 zurückgetreten.
Quelle: domradio.de  cruxnow.com

11.6.2019 Bischof Wilmer, Hildesheim, sagt: "Die Vertrauenskrise fährt mit voller Wucht ins Gebälk der Kirche, das begreifen wir immer noch nicht. Wir reagieren mit dem Disziplinar- und Kirchenrecht, verbessern Prävention und Kommunikation, arbeiten mit Justiz und Politik zusammen. Das ist alles gut und richtig. Aber wir gehen das Thema noch nicht grundsätzlich an: Was bedeutet es für unser Reden über Gott, die Kirche, für die Verkündigung des Evangeliums? Unser Kirchenbild war ein Grund dafür, dass es zu diesem Ausmaß sexualisierter Gewalt kommen konnte. Wir haben nicht den Menschen gesehen. Wir waren viel zu sehr am polierten Image der Kirche interessiert. Das finde ich ganz fürchterlich....Entscheidend ist für mich nicht, ob und wie wir Strukturen und Regeln ändern, sondern vielmehr, wie wir das Evangelium so bezeugen können, dass es faszinierend ist, dass die Glut unter der Asche wieder brennt. Wir müssen bei den Sehnsüchten der Menschen ansetzen: nach Geborgenheit, danach, dass ich wachsen darf, einen Freiraum habe, aufblühe; nach Frieden. Das sind die Themen, die mich leben lassen. Wer nur nach dem Überleben der Kirche fragt, hat verloren."
Quelle: Süddeutsche
11.6.2019 Die Southern Baptist Convention (SBC), größte protestantische Kirche in den USA, befasst sich bei ihrem Jahrestreffen mit dem Thema Missbrauch. Die SBC wird seit mehr als einem Jahr mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Recherchen von "San Antonio Express News" und "Houston Chronicle" zeigen, dass ca 380 Pastoren, Diakone und Sonntagsschullehrer seit 1998 des Missbrauchs verdächtigt werden, mindestens 35 von ihnen seien weiterhin kirchlich tätig.
Quelle: kathpress

11.6.2019 Die evangelische Kirche in Deutschland richtet eine zentrale Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt ein. Beauftragt wurde damit der unabhängige Verein "Pfiffigunde", Heilbronn. Er soll erste Anlaufstelle für Betroffene sein und Lotsenfunktion bei der Aufarbeitung übernehmen: Telefon 0800-5040 112 - kostenlos, E-Mail: zentrale@anlaufstelle.help und Internet: www.anlaufstelle.help (ab 1.7.2019)
Bischöfin Fehrs, Nordkirche, ist Sprecherin des kirchlichen "Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt". Zum Beauftragenrat gehören Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Badische Landeskirche, Landesbischof Christoph Meyns, Braunschweig, Oberkirchenrätin Susanne Teichmanis, Oldenburg, und Oberkirchenrat Nikolaus Blum, Bayern. Seit Herbst 2018 ist die Zahl der Missbrauchsfälle von 479 auf ca 600 gestiegen.
Geplant ist eine Dunkelfeldstudie, die vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs durchgeführt werden soll. Diskutiert wird, wie Betroffene stärker an der Aufarbeitung in der evangelischen Kirche beteiligt werden können.

Kerstin Claus, Mitglied des Betroffenenrates des UBSKM,ist in den bisherigen Prozess der EKD und ihrer Landeskirchen seit November 2018 eingebunden. Sie gehört zu den fünf Betroffenen, die bisher sporadisch zu verschiedenen Themen befragt wurden. Claus kritisiert, dass Betroffene bislang zwar konstruktiv, jedoch nur unstrukturiert eingebunden seien.

Quellen: evangelisch.de

Pfingsten 2019: Gotthard Fuchs fragt: Schon aufgeschlossen?

8.6.2019 Im Vorfeld der Vollversammlung der US-Bischöfe werden zwei nue Vorwürfe bekannt. Der eine Vorwurf richtet sich gegen den Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Kardinal DiNardo. Eine Frau wirft ihm vor, weggeschaut zu haben, als sie den Generalvikar, Frank Rossi, wegen Verführung zu einem sexuellen Verhältnis in einer Ehekrise beschuldigte.  Zudem habe der Priester ihr während einer Beichte die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Verfehlungen erteilt - ein schweres kirchenrechtliches Vergehen. DiNardo sei 2016 informiert worden und er habe versprochen, Rossi werde nicht mehr als Seelsorger tätig sein. Tatsächlich jedoch wurde Rossi nach einer Rehabilitationsmaßnahme wieder eingesetzt, allerdings in einem anderen Bistum. DiNardo bestreitet die Darstellung als "unprofessionell, voreingenommen und einseitig".
Darüber hinaus gibt es Vorwürfe gegen den ehemaligen Bischof der Diözese von Wheeling-Charleston, Michael Joseph Bransfield, West-Virginia. Bransfield wir ein luxuriöser Lebensstil vorgeworfen. Zudem soll er Geldgeschenke gemacht haben, an einfluzssreiche Kirchenführer und an junge Priester, die er sexuell belästigt haben soll.
Quelle: Domradio.de

8.6.2019 In einem zivilrechtlichen Verfahren beschuldigt ein Mann den australischen Kardinal George Pell, dessen Berufungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs noch läuft, in den 1980er-Jahren Missbrauchstaten eines Ordensmitglieds im Bistum Ballarat vertuscht zu haben.

8.6.2019 Die argentinische Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Kurienbischof Gustaco Zanchetta, den ehemaligen Bischof von Oran, Argentinien, erhoben. Der Beschuldigte weigerte sich bei einer Anhörung in der Provinz Salta, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Die Glaubenskongregation wird ebenfalls einen Prozess gegen Zanchetta führen. Papst Franziskus räumte ein, dass es bereits 2015 Beschwerden gegeben habe., aber Zanchetta habe sich geschickt verteidigt. Mitte 2017 wurde Zanchetta von seinem Bischofsamt abberufen und erhielt einen eigens geschaffenen Posten eines Assessors in der Güterverwaltung des Vatikans. Zur Abberufung führte der Vorwurf, Zanchetta habe ein autoritätes Verhalten. Es habe jedoch keine einzige Anschuldigung sexuellen Missbrauchs gegeben, sagte der Pressesprecher des Vatikans Anfang 2019.
Quelle: vaticannews

8.6.2019 "Das größte pastorale Missionshindernis überhaupt ist eine Kirche, deren äußere Gestalt permanent ein Zeugnis wider das Evangelium darstellt, weil sie in ihrer alltäglichen „Körpersprache“ (Bischof Hermann Glettler) der jesuanischen Frohbotschaft von der anbrechenden Gottesherrschaft (und eben nicht: Männer- oder Klerikerherrschaft) widerspricht." Das sagen Maria Mesrian, katholische Diplomtheologin und Christian Bauer, Professor für Pastoraltheologie.

7.6.2019 Das Bistum Münster will die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle historisch aufarbeiten lassen. Man wolle „Strukturen und Haltungen aufzudecken, die zu sexuellem Missbrauch geführt haben“. Hans Zollner, SJ, sagte, es brauche eine fachgerechte und unabhängige Aufarbeitung. Die Kirche müsse sich dem Thema proaktiv, offen, transparent, opferorientiert stellen.
Quelle: www.wn.de

7.6.2019 Die Kölner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den beurlaubten  Düsseldorfer Stadtdechanten eingestellt. Die kirchlichen Ermittlungen dauern an.

7.6.2019 Michael Joseph Bransfield, früherer Bischof der Diözese Wheeling-Charleston, West Virginia, soll über Jahre hinweg mit Kirchengeldern Geldgeschenke an junge Priester finanziert haben, die er sexuell belästigt hat. Die "Washington Post" berichtet, auch Kardinäle in den USA und im Vatikan hätten Gelder erhalten, etwa der frühere Erzbischofr von Washington, Kardinal Wuerl, der Erzbischof von New York, Kardinal Dolan und der ehemalige Nuntius in den USA, Erzbischof Vigano. Auch der jetzige Apostolische Administrator der Diözese, Erzbischof Lori von Baltimore, habe Geld erhalten.
Bransfield soll 565 Schecks bis zu 15.000 Dollar ausgestellt haben, die ihm das Bistum erstattete. Fünf Laienermittler werteten die Geldgeschenk als Machtmissbrauch. Zudem wird Bransfield verdächtigt, erwachsene Priester sexuell belästigt zu haben und finanzielle Unregelmäßigkeiten verschuldet zu haben.

Quelle: katholisch.de


6.6.2019 Prof. Schüßler, Dekan der Theologischen Fakultät Tübingen, sagt: "... um der göttlich-klerikalen Ordnung willen wurde Missbrauch geduldet und vertuscht. Man wird also die konzeptionelle Identität des Katholischen selbst befragen müssen." Er weist darauf hin, dass konzeptionelle, theologische Diskurse gerade nicht präventiv, sondern viktimisierend gewirkt haben. Wenn Kirche nicht weiter ein "Hochrisiko-Ort" für sexuelle Gewalt sein will, müsse sie die Schutzkonzepte so weit denken. "Die notwendige Veränderung muss von der verwundeten Wirklichkeit, vom Schmerz der Betroffenen ausgehen, nicht von der Ideologie."
Quelle: uni-tuebingen.de

6.6.2019 Im Bistum Graz-Seckau wurde ein katholischer Priester mangels Beweisen freigesprochen vom Vorwurf, ein Autoritätsverhältnis ausgenutzt zu haben zu Missbrauch. Das kirchenrechtliche Verfahren läuft noch.
Quelle: kathpress.at

6.6.2019 Der Oberste Gerichtshof in Melbourne hat sein Urteil im Berufungsverfahren um den australischen Kardinal George Pell vertagt.
Quelle: vaticannews

6.6.2019 Erzbischof William Lori, Baltimore, veröffentlicht Details über die Untersuchung von Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens und finanzieller Unregelmäßigkeiten gegen Bischof Michael Bransfield, ehemaliger Bischof der Diözese Wheeling-Charleston, West Virginia. Die Berichte derjenigen, die Bransfield der sexuellen Belästigung beschuldigen, hält das Bistum für zuverlässig. Bransfield wird nicht des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt. Außerdem gebe es nach Auskunft von Lori bei Bransfield "ein Muster übermäßiger und unangemessener Ausgaben".

Quelle: ncronline.org


6.6.2019 Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 veröffentlicht ihre Zahlen. 2018 kamen 136 Kinder gewaltsam zu Tode, fast 80 Prozent von ihnen waren unter sechs Jahre. 98 mal gab es einen Tötungsversuch an Kindern. Misshandelt wurden 4.180 Kinder (2017: 4.247). 14.606 Kinder wurden sexuell missbraucht, 40 Fälle pro Tag (Hellfeld). Die Herstellung, Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials stieg um 14,39 Prozent auf  7.449 Fälle (2017: 6.512). Kathinka Beckmann, Professorin für klassische und neue Arbeitsfelder der Pädagogik der Frühen Kindheit an der Hochschule Koblenz, beklagt den Mangel an Fachkräften bei steigenden Fallzahlen, eine nicht ausreichende Qualifizierung der Mitarbeitenden und mangelnde finanzielle Ausstattung. Sie nennt es "institutionelle Kindeswohlgefährdung". Johannes-Wilhelm Rörig sagt, die Bekämpfung von sexueller Gewalt müsse viel konsequenter angegangen werden und Ermittlungsmöglichkeiten müssten geschärft werden. Es brauche eine EU-rechtskonforme Vorratsdatenspeicherung.

6.6.2019 In Kamerun haben sich Priester an Kindern und Nonnen vergangen. Das Mitgefühl gilt den Geistlichen, nicht den Opfern. Die Geistlichen gelten als Opfer des Zölibats. Dass katholische Priester Familie haben, wird als Missbrauchsprävention geduldet. Erzbischof von Douala Samuel Kleda hält das Missbrauchsproblem für übertrieben.
Quelle: DLF

6.6.2019 Jesus äußert sich in Mt 18,1-14 zur Frage des Kindermissbrauchs, sagt der Neutestamentler Andrew Doole. Jesus sagt: "Ich bin das Kind. Ihr habt mich missbraucht."

5.6.2019 Der Berliner Therapeut und Zölibatsberater Joachim Reich glaubt, dass sich 95 Prozent der Priester nicht lebenslang an den Zölibat halten.
Quelle: Merkur.de

5.6.2019 Das Berufungsverfahren von Kardinal George Pell beginnt. Ergebnisse werden später erwartet. Pell will, dass seine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs aufgehoben wird. Rechtsexperten räumen dem früheren Vatikan-Finanzchef gute Chancen ein, das Verfahren zu gewinnen.
Quelle: NZZ

5.6.2019 Der Verband der Religionslehrer fordert, am synodalen Weg beteiligt zu werden. Er konstatiert: "Religionsunterricht ist von den Auswirkungen des Missbrauchs von Menschen und Macht betroffen, wenn Schüler*innen die für eine Gesellschaft grundlegenden Werte und Tugenden, die ihnen in der Schule vermittelt werden, in der Amtskirche nicht wiederfinden: Respekt vor persönlichen Lebensentscheidungen, Gewissensfreiheit, Partizipation durch Mitverantwortung und Mitentscheidung, gleiche Rechte für Frauen und Männer."
Quelle: bkrg.de

5.6.2019 In den Niederlanden hat sich ein 17-jähriges Missbrauchsopfer zu Tode gehungert.
Quelle: Triggergefahr! vaticannews

5.6.2019 Das Bistum Mainz hat den Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber beauftragt, Fälle sexueller Gewalt im Bistum Mainz aufzuklären. Weber soll prüfen, ob es Rahmenbedingungen gebe, die sexuelle Gewalt befördert oder nicht verhindert haben und wie mit den Fällen nach dem Bekanntwerden umgegangen wurde. Der Staatsanwaltschaft übergab im Februar 199 Fälle ab 1942 zur Prüfung, ob ein Anfangsverdacht vorliege.

Quelle: katholisch.de


5.6.2019 Die argentinische Tageszeitung "La Nacion" berichtet von 63 Anschuldigungen gegen argentinische katholische Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs in den letzten 20 Jahren in Pfarreien, Kinderheimen, Schulen und Priesterseminaren. 17 Verurteilungen wurden ausgesprochen, 22 Fälle werden noch verhandelt, 20 Geistliche wurden nicht juristisch geahndet. Bischof Sergio Buenanueva, Diözese San Francisco (Cordoba), sprach davon, dass es ein "krankes System in der Kirche" gegeben habe, das die Fälle vertuscht habe. Jetzt sei Prävention die größte Aufgabe der Kirche. Argentinische Opfer fordern nach Aussage des ECA-Mitgliedes Isley Gerechtigkeit und erwarten, dass Papst Franziskus sie im Vatikan empfängt.

5.6.2019 In den USA zahlte die katholische Kirche 10,6 Millionen Dollar an Lobbyisten, die verhindern sollten, dass Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker auf Schadenersatz klagen.Damit sollten Gesetzesänderungen verhindert werden, die den Opfern mehr Rechte einräumen.
Quelle: nbcnews.com

4.6.2019 Drei Mitglieder der Gemeinschaft von Taizé haben fünf Minderjährige in den 1950er bis 1980er Jahren sexuell missbraucht. Hinweise auf Vergewaltigungen gebe es nicht. Zwei der Beschuldigten sind seit mindestens 15 Jahren tot, der dritte lebt in der Kommunität. Nach Rücksprache mit den Betroffenen, die sich teilweise bereits vor mehreren Jahren meldeten, wurde jetzt die Staatsanwaltschaft informiert. Der Leiter Frere Alois sagt im Interview: "Wir schulden es den Opfern, dass wir darüber sprechen"

4.6.2019 Die katholische Gemeinschaft Totus Tuus weist die Vorwürfe zurück, in ihr gäbe es geistlichen Missbrauch, gibt jedoch zu, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht worden seien.

Quelle: katholisch.de


3.6.2019 Ab heute nimmt die von der katholischen Kirche beauftragte Kommission Zeugenaussagen von kirchlichen Missbrauchsopfern seit 1950 auf. Meldungen sind auch bei der Opferorganisation "France Victimes" möglich. Der Leiter der Kommission, Jean-Marc Sauvé, rechnet mit tausenden Meldungen.

2.6.2019 Im letzten Jahr kamen immer mehr Fälle von Misshandlungen im ehemaligen bischöflichen Internat in Gerolstein zutage. Offensichtlich geschahen die Misshandlungen unter der Aufsicht aller drei Direktoren. Bereits vor acht Jahren berichtete ein Betroffener dem Bistum Trier von Misshandlungen. In einem zweiten Brief beschrieb er, wie er acht Jahre lang „Gewalt, Demütigung und Willkür“ erleiden musste. Er forderte 80.000 Euro Schadenersatz. Das Bistum verwies Monate nach seinem Schreiben darauf, dass die Vorfälle untersucht würden. Da es sich um körperliche Gewalt und nicht um sexuelle Gewalt handle, falle sie nicht unter die Leitlinien. Eine Zahlung sei also nicht möglich.

"Schaue nicht in den Himmel, wie die Jünger nach der Himmelfahrt Christi, sondern schaue dich um und suche Christus in denen, die verwundet sind." Tomas Halik, 4.5.2019 über Christen in Europa
1.6.2019 Adélaïde Bon hat das Buch "Das Mädchen auf dem Eisfeld" geschrieben. Der Spiegel interviewt sie. Vorsicht: Triggergefahr!
Quelle: spiegel.de
1.6.2019 Vom 1.7.2016 bis 30.6.2017 wurden in den USA 693 Missbrauchsfälle gemeldet. Vom 1.7.2017 bis 30.6.2018 stieg  die Zahl der Meldungen auf 1.385. Der Bericht des bischöflichen Sekretariats für den Schutz von Kindern und Jugendlichen führt die Verdoppelung der Meldungen auf neue Entschädigungsprogramme in fünf Bistümern im US-Bundesstaat New York zurück.

Quelle: vaticannews


1.6.2019 Daniel Pittet („Mon Père, je vous pardonne“) wurde von Pädophilen auf die Idee gebracht, eine Plastikkarte für Kinder und Jugendliche mit der Aufschrift "Nein, No, Non" zu entwickeln. Pädophile hoffen, dass die Kinder selber (!) ihnen Grenzen setzen. Die Karte, auf deren Rückseite Notrufnummern der Polizei und der Kinderhilfe-Stiftung Pro Juventute stehen, soll 8- bis 16-Jährigen helfen, Nein zu sagen.

31.5.2019 An einem von der Deutschen Bischofskonferenz organisierten Arbeitstreffen mit 28 Expert*innen - Betroffene, Wissenschaftler, psychologische Berater, Mitarbeiter des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung - forderten prominente Vertreter von Missbrauchsopferverbänden einmalige Entschädigungszahlungen von 300.000 Euro pro Opfer. Die Namen der Vertreter von Opferverbänden sind nicht bekannt.
Quelle: Spiegel

31.5.2019 In vier Einrichtungen der "Schwestern von Nazareth" (Aberdeen, Cardonald, Lasswade und Kilmarnock) wurden zwischen 1933 und 1984 tausende Kinder körperlich und psychisch misshandelt.Die untersuchende Richterin Lady Anne Smith, sagte, die Häuser waren "Orte der Angst, Feindseligkeit und Verwirrung". Die Kinder seien der Würde, Barmherzigkeit und Sorge beraubt worden. "In manchen Fällen erreichte der Missbrauch eine Ebene der äußersten Verderbtheit", sagte die Richterin. Auf 140 Seiten listet der Bericht u.a. sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen auf. Eine Schwester förderte den Missbrauch eines Mädchens durch mehrere Männer, u.a. auch Priester. Die Kinder wurden mit Gürteln, Stöcken, Besen, Bürsten und Kreuzen geschlagen. Gelernt haben die jüngeren Schwestern diese Taten bei den älteren.
Menschen, die in nicht-religiösen Institutionen missbraucht wurden, melden die Übergriffe häufiger (69 %) als Menschen, die in religiösen Kontexten missbraucht wurden (54 %).

Die Richterin Lady Smith ist seit 2017 einziges Mitglied der von der Regierung eingesetzten "Schottischen Kindesmissbrauchsuntersuchung". Im Oktober 2018 hat sie die "Töchter der Nächstenliebe vom heiligen Vinzenz von Paul" untersucht, wo sie auch Missbrauchsfälle und ein Massengrab fand. Dort waren die Kinder, die an Unterernährung gestorben waren, verscharrt worden.


31.5.2019 Im Bistum Würzburg wurden 2922 Akten von Priestern aus den Jahren 1949 - 1999 von einem Anwalt, der direkte Akteneinsicht hatte, untersucht. Auffällig seien 94 Akten gewesen: Hinweise auf sexuellen Missbrauch enthielten 47 Akten. Ein Drittel der Hinweise sei bereits strafrechtlich verfolgt worden, bei anderen seien die mutmaßlichen Täter gestorben. 13 Akten wurden an die Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet.

Das Bistum Würzburg hat ein Seelsorgeteam für Betroffene eingerichtet.

Quellen: Augsburger Allgemeine  katholisch.de

30.5.2019 Das Bistum Limburg hat einen wegen Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern verurteilten Diakon kirchenrechtlich für fünf Jahre vom Amt suspendiert. Danach darf er wohl wieder als Diakon arbeiten.

Quelle: zeit.de


29.5.2019 Professor Harald Dreßing, einer der Forscher der MHG-Studie, fordert die Kirche auf, Verantwortung für den sexuellen Missbrauch durch Kleriker zu übernehmen. Diejenigen, die Verantwortung und Mitverantwortung bei der Vertuschung von Straftaten trügen, also Bischöfe und Generalvikare, müssten zurücktreten. Dreßing berichtete, dass es nach wie vor neue Taten gebe. Die Quote der beschuldigten Priester habe in den Jahren 2009 bis 2015 gegenüber früheren Jahren nicht abgenommen, sondern bleibe relativ gleich. Die Kirche leiste viel Präventionsarbeit, das könne jedoch auch eine Feigenblatt-Funktion erfüllen. Dreßing sagte, der wichtigste nächste Schritt sei die Erstellung einer großen nationalen Dunkelfeld-Studie. Zu den Entschädigungszahlungen sagte Dreßing, 5.000 Euro seien für viele Opfer eine Demütigung.


29.5.2019 Ehemalige Mitglieder der katholischen Gemeinschaft "Totus Tuus" erheben den Vorwurf, dass es in der Gruppe sektenartige Strukturen und geistlichen Missbrauchs gebe. Im Bistum Münster ist "Totus Tuus" als kirchliche Gruppe anerkannt. Seit 2017 werden die Vorwürfe in einer bischöflichen Visitation untersucht. Ehemalige Mitglieder werfen dem Bistum vor, die Aufarbeitung zu verschleppen und keine unabhängigen Personen mit der Visitation beauftragt zu haben. Das Bistum Münster weist die Vorwürfe zurück, der Visitator Jochen Reidegeld habe keine besondere Verbindung zu "Totus Tuus", außerdem gebe es mit Schwester Birgitte Herrmann eine zweite gleichberechtigte Visitatorin. Reidegeld ist stellvertretender Generalvikar. Die Visitation soll 2020 abgeschlossen sein. Derzeit erkenne das Bistum "Ansatzpunkte" dafür, dass die Gemeinschaft sich mit den Vorwürfen auseinandersetzen wolle. Das Bistum bestätigte, dass Weihbischof Christoph Hegge, früherer geistlicher Beirat von „Totus Tuus“, 2017 in einer internen Mail von „Leistungsdruck“, „Redeverboten“ und dem Einfordern von „blindem Gehorsam“ berichtet habe und beobachtet habe, dass die Mitglieder sich „in ihrer freien Entwicklung beeinträchtigt, insbesondere im Bereich Sexualität, Ehe und Berufung“ fühlten.

29.5.2019 Der tschechische Erzbischof Jan Graubner, stellvertretender Vorsitzendet der Tschechischen Bischofskonferenz, bittet Missbrauchsopfer, sich bei der am 1. Mai eingerichteten Kontaktstelle zu melden. Doprt werde auf Wunsch soziale, therapeutische, psychologische und auch geistliche Hilfe ermöglicht, die die Kirche jedoch nicht selber anbieten werde. Die Kirche werde keinen Fall unter den Teppich kehren und nach dem staatlichen Gesetz und den kirchlichen Richtlinien handeln. Kirchlich Betroffene wüssten sich an den Generalvikar wenden, der Mitglieder der Diözesankommission mit der Untersuchung des Falles beauftrage.
Quelle: kathpress.at
29.5.2019 Gegen Pater Tony Anatrella, einen französischen Priester und Psychoanalytiker, wurden im Bistum Paris neue Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs, diesmal eines Minderjährigen eingereicht. Anatrella war maßgeblich an Texten gegen Homosexuelle im Priesteramt beteiligt.
Bereits 2016 wurde Monsignore Tony Anatrella, Berater des Päpstlichen Rates für die Familie, von sieben Männern des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Erste Informationen soll der damalige Kardinal Lustiger 1999 erhalten haben, aber es geschah nichts. Anatrella hatte noch im Februar 2016 bei einer Fortbildung neu ernannter Bischöfe gesagt, dass Bischöfe nicht verpflichtet seien, staatliche Stellen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch kath. Priester einzuschalten. 2018 wurde er suspendiert.
Quelle: LaCroix

28.5.2019 Die Senatsverwaltung in Westberlin genehmigte bereits in den 60er-Jahren ein Projekt, bei dem Straßenkinder zu pädosexuellen Männern in Pflege gegeben wurden. Treibende Kraft war Helmut Kentler, damaliger Abteilungsleiter des Pädagogischen Zentrums und späterer Professor an der Uni Hannover. Er plädierte für die Legalisierung von Sex mit Kindern und schrieb Gutachen im Auftrag von Gerichten und Jugendämtern. Beim Jugendamt des Berliner Bezirks Schöneberg setzte er sich dafür ein, dass Fritz H., mutmaßlicher Missbrauchstäter als Pflegevater beauftragt wurde - davon würden die Jugendlichen profitieren, weil sie ein Zuhause erhielten und die Pflegeväter, weil sie Sex erhielten. Heute fühlen sich die Betroffenen allein gelassen. Einer der Betroffenen sagt: "„Ich bin an den Punkt gekommen, wo ich wirklich sagen muss, dass ich entsetzlich müde bin. Hätte ich meinen Glauben nicht, würde ich schon längst schlafen gehen.“"
Quelle: deutschlandfunk.de
28.5.2019 Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat 22 Ermittlungsverfahren gegen Geistliche des BistumRottenburg-Stuttgart wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eingestellt. Das Bistum habe alle relevanten Akten übergegen und vollumfängliche Kooperationsbereitschaft signalisiert. Die Auswertung der Akten ergab, dass in keinem Fall ein verfolgbares strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben sei.

28.5.2019 Crux zitiert aus angeblich von dem früheren Kardinal McCarrick stammenden Schreiben, dass er im Oktober 2008 unter Papst Benedikt XVI. wegen moralischer Vorwürfe zu einem zurückgezogenen Leben und dem Verzicht auf öffentliche Auftritte vom Vatikan angehalten wurde. Er befolgte diese Maßregeln nicht und nahm ab Frühjahr 2009 als Kirchenvertreter eine rege Reisetätigkeit auf. In Schreiben an Papst Franziskus berichtete er von seiner Kontaktzanbahung für den Heiligen Stuhl in arabischen Ländern und China. Öffentlich machte die Dokumente sein ehemaliger Sekretär Anthony Figueiredo. Im Juli 2018 wurde McCarrick aus dem Kardinalsgremium entlassen, im Februar 2019 aus dem Klerikerstand. Sein Nachfolger als Erzbischof von Washington, Kardinal Donald Wuerl, sagte, er habe nichts von den Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick gewusst und sich erst später an eine Beschwerde eines Priesters erinnert, die 14 Jahre zurücklag.
Papst Franziskus sagte, er habe nichts von den Sanktionen gegen McCarrick gewusst. Der ehemalige Vatikandiplomat Viganò wirft Franziskus erneut vor, in der Affäre gelogen zu haben.

27.5.2019 Doris Reisinger berichtet von den Schwierigkeiten der Kommunikation mit den zuständigen vatikanischen Gremien im Fall ihrer Anzeige gegen einen Mitarbeiter der Glaubenskongregation. "Ich habe jetzt die Chance, zu zeigen, wie ineffizient, dilettantisch, parteilich, blind und auf sich selbst konzentriert das kircheneigene Rechtssystem ist und wie wenig man dem trauen kann." Verblüfft sei sie, dass nach all den Jahren Landes- und Bundesregierungen so tun, als ob die Kirche immer noch ein guter Ansprechpartner wäre, wenn es um die Missbrauchsaufarbeitung geht. Sie lässt eine/n Kirchenrechtler*in die Vorgänge prüfen und erwartet, dass entweder kirchenexterne Institutionen die Notwendigkeit des Eingreifens von außen erkennen oder dass die Kirche wirklich mit Reformen anfange. Unterstützt weiß sie sich von der Maria 2.0-Aktion, die beklagt, dass die Abschaffung bestehender Machtstrukturen nicht in Sicht ist.
Quelle: taz
27.5.2019 Ab 15.9. wird das "Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt" (IPA) unter Leitung des bisherigen Interventionsbeauftragten des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, seine Arbeit in Lantershofen aufnehmen. Es hat die Aufgabe, einheitliche Standards bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche  und ein umfassendes Monitoring von Präventions- und Aufarbeitungsprojekten entwickeln. Vogt hat im Erzbistum Köln eine unabhängige Untersuchung von Missbrauchsfällen eingeleitet und einen Betroffenenbeirat eingerichtet, dem zehn Frauen und Männer mit Missbrauchserfahrungen im kirchlichen Bereich angehören.
Kommentar: Zu erwarten wäre nach jahrelangen Erfahrungen und nach der MHG-Studie, dass die  Kirchenverantwortlichen wissen, dass Aufarbeitung unabhängig sein muss, wenn sie diesen Namen verdienen will. Warum nun ausgerechnet ein kirchlicher Mitarbeiter mit der Leitung eines Instituts für Aufarbeitung beauftragt wurde, statt externe Fachleute, Betroffene eingeschlossen, damit zu beauftragen, kann nur als Fortsetzung klerikalen Handelns gewertet werden.

27.5.2019 Bischof Franz-Josef Bode, Osnabrück, erfuhr von einem Gemeindemitglied aus Merzen, dass das Bistum bereits 1992 über Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer Hermann H. gewusst habe und die Anweisung gegeben habe, sie nicht anzuzeigen und nicht öffentlich zu machen. Das Gemeindemitglied berichtete, dass er und seine Frau in der Gemeinde ausgegrenzt und bedroht wurden. Eine Frau berichtete, dass der Pfarrer Filmaufnahmen von ihr und anderen Kindern und Jugendlichen gemacht habe.
Bode räumte ein, dass die katholische Kirche vor 2002 häufig die Anweisung gegeben habe, von Anzeigen abzusehen und die Vorgänge nicht öffentlich zu machen. Er habe bislang von diesen Vorgängen nichts gewusst.
Bode hatte Pfarrer Hermann H. 1997 aufgrund von Gerüchten in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und ihm im Dezember 2018 alle öffentlichen Auftritte und liturgischen Handlungen untersagt. Das Verfahren in Rom läuft noch.

27.5.2019 Klaus Mertes weist darauf hin, dass die Bistumsleitungen Opfer jahrzehntelang nicht ernst genommen haben.Dass man sie heute ernst nehme, sei zwar ein "Quantensprung", es fehlen jedoch in der apostolischen Signatur noch Verfahren, die den Betroffenen zeigen, dass ihre Vorwürfe ernst genommen werden. Dies sei sichtbar am Fall Doris Reisinger, die nicht wie vorgesehen angehört wurde. Das Desinteresse an Vorwürfen könnte daher rühren, dass es Zeit und Nerven koste, ihnen nachzugehen; dass man den Zusammenbruch von Bildern von Familie, Schule, Pflegeeinrichtung, Gemeinde etc. vermeiden wolle. Im Fall des polnischen Gründers der Gruppe nie lekajcie sie(Nie wieder!), Marek Lisinski, der bereits 1996 seine Vorwürfe erhob, vergingen 23 Jahre zwischen Anzeige und Gehört-Werden. Mertes kommentiert: "Man stelle sich vor, was diese 23 Jahre für die betroffene Person bedeuten." Doris Reisinger erhob 2014 die Vowürfe, erst 2018/2019 interessierte sich die Glaubenskongregation dafür.

27.5.2019 Ein Bericht über die Geschichte des Gründers der polnischen Betroffenengruppe nie lekajcie sie(Nie wieder!), Marek Lisinski, über den langjährigen Versuch, Gehör zu finden; über die Reaktion der Bischöfe auf Betroffene sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester und über einen Staat, der die Kirche schützt. 

Quelle: bazonline.ch   imprimatur: Theo Mechtenberg Die Polnische Bischofskonferenz und die kirchlichen Missbrauchsfälle


27.5.2019 Im Erzbistum Köln, das einen Betroffenen-Beirat mit 10 Mitgliedern eingerichtet hat, sollen auch Namen von Bischöfen, Generalvikaren, Personalverantwortlichen öffentlich genannt werden, die vertuscht haben. Hans Zollner, der die Arbeit der unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei unterstützt, die die Untersuchung durchführt, sagt über die im Herbst geplante Veröffentlichung: "Es wird ein Stahlbad werden".  U.U. müsse gesagt werden: "Wir haben auch Verbrechen begangen."

Quelle: www1.wdr.de


26.5.2019 Matthias Drobinski und Benjamin Emonts schildern die Vorgänge rund um die Beschuldigung eines Priesters der Ordensgemeinschaft "Das Werk" durch Doris Reisinger. Der Beschuldigte wurde vom Vatikan freigesprochen. Nebenbei erfährt die Leserin, dass der Pater, dem Frau Reisinger Vergewaltigung vorwirft, 2012 seinen Posten im Staatssekretariat zwar verlor, aber noch heute in der Seelsorge des Ordens arbeitet.

26.5.2019 Der Breslauer Kardinal Gulbinowicz weist die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs durch einen Ex-Seminaristen zurück. Sein Anwalt warnte vor der „Verbreitung von Unwahrheiten“ über Gulbinowicz und kündigte juristische Schritte gegen Personen an, die diesen Appell ignorierten.
Der Ex-Seminarist wirft dem Kardinal vor, ihn 1990 zu seiner Zeit als Erzbischof von Breslau sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: domradio.de : katholisch.de

24.5.2019 Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen zwei Priester aus Wanne-Eickel, Bistum Paderborn, eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, Minderjährige missbraucht zu haben. Der Verdacht ergab sich aus der MHG-Studie. Die Missbrauchsvorwürfe gegen die beiden Geistlichen stammen von 1955 bzw. 1995. Im Fall von 1955 wird es keine Ermittlungen gegen den sehr alten Priester geben, weil die Tat(en) verjährt sei. Im Fall von 1995 komme es auf die noch zu ermittelnde Schwere des Delikts an. Ermittelt werden auch Opfer.
Quelle: waz.de

24.5.2019 Die italienische Bischofskonferenz hat Richtlinien zum Kinderschutz verabschieder. Nun gibt es eine "moralische Pflicht" zur Anzeige von mutmaßlichen Tätern bei der staatlichen Justiz.

Quelle: religion.orf.at


23.5.2019 Schwester Anna-Luisa Kotz, Untermarchtal, berichtet, dass ihr Kloster plötzlich erlebt, "dass Schwestern von uns nicht nur Täterin, Mitwisserin und Mitläuferin sind, sondern auch Opfer, Betroffene und Überlebende. Die Zahl der Mitschwestern mit Erfahrungen von sexueller Gewalt ist erschreckend hoch, durch alle Generationen hindurch." Im Kloster selbst wiederhole sich sexueller oder geistlicher Missbrauch, den nicht nur Kleriker, also Männer, sondern auch Schwestern begehen. 
Schwester Katharina Kluitmann spricht von Denkverboten, Kontaktverboten, Gehirnwäsche und mental "leicht inzestuösen Strukturen. Damit ist das Thema Missbrauch in der Mitte der katholischen Kirche selbst angekommen.

23.5.2019 Ein Ex-Seminarist wirft dem Breslauer Kardinal Gulbinowicz sexuellen Missbrauch vor, der 1990 verübt wurde, als Gulbinowicz Erzbischof von Breslau (1976 bis 2004) war. Damals war der Ankläger 16 Jahre alt. Bereits 1996 habe er die Anschuldigungen öffentlich gemacht, sie habe aber kaum jemanden interessiert. Das Erzbistum nimmt die Anschuldigungen ernst und prüft sie.

23.5.2019Die katholischen Bischöfe in Polen haben Mängel beim Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch eingeräumt. Für viele Gläubige würden die "sexuellen Skandale mit Beteiligung von Geistlichen eine schwere Glaubensprüfung und ein großes Ärgernis" darstellen, heißt es darin.
Quelle: Domradio

22.5.2019 Der polnische Primas Wojciech Polak meint, die katholische Kirche in Polen müsse die aktuelle Situation analysieren. 60 % der Polen sehen die Schuld für den Missbrauch bei der Institution, nicht bei den einzelnen Geistlichen.  Knapp 50 % traut der Kirche generell nicht mehr und 54  fordern den Rücktritt aller kath. Bischöfe Polens. 66 % wollen die Aufklärung der Übergriffe nicht der KIrche überlassen. Sie fordern eine staatliche Untersuchungskommission. Die größte Oppositionspartei "Bürgerplattform" schließt sich der Forderung nach einer weltlichen Wahrheitskommission an, incl. der Forderung nach Zugang zu den Kirchenarchiven auch für Opfervertreter. - Der Priester Andrzej Kobylinski weist darauf hin, dass es aus kommunistischer Zeit keine Dokumente gibt. Die Zustimmung für eine große Forschungsarbeit dürfte noch Jahre brauchen. Inzwischen melden sich weitere Opfer. U.a. wird der frühere Erzbischof von Breslau, Kardinal Gulbinowicz beschuldigt. Der Papst hatte den Leiter des Opferverbandes "Fürchtet euch nicht" empfangen und eine Dokumentation entgegengenommen, in der 24 z.T. noch aktive Bischöfe der Vertuschung beschuldigt werden.
Quelle: br.de

22.5.2019 Die Staatsanwaltschaft hat ein Exemplar des Westpfahl-Berichts vom Erzbistum Münschen angefordert und erhalten. Bisher war lediglich die Kurzfassung öffentlich einsehbar. Neue Ermittlungsverfahren sind unwahrscheinlich, weil die Justiz zu spät kommt: Viele der mutmaßlichen Täter sind tot, viele Taten verjährt und viele Opfer möchten nicht/nicht mehr sprechen. Im Erzbistum München waren 159 mutmaßliche Priester-Täter im Jahr 2010 bekannt - aber es gibt nur zwei Verfahren. Offensichtlich wurden Annäherungen gegenüber Männern viel öfter an die Kirchenoberen gemeldet als gegenüber Frauen. Im Erzbistum München und Freising wurden seit 2011 zehn Strafanzeigen gestellt  - gegen einen Kleriker sowie diverse Mitarbeiter, darunter Lehrer.

In den 1950er- und 1960er-Jahren waren mehr Opfer bereit zu reden, Jugendliche traten als Zeugen auf, Kirchenleute wurden zu Haftstrafen verurteilt. Von den 1970er-Jahren an drang kaum mehr etwas nach außen, es sei "offenbar so ein Deckel draufgegangen", sagt Oberstaatsanwältin Ines Karl.


22.5.2019 Nach Aussage von Chandan Gomes, Programmentwicklungsdirektor bei World Vision Bangladesch, werden 82 Prozent der Kinder in Bangladesch Opfer von Gewalt und 65 Prozent der Mädchen von Verwandten sexuell missbraucht. Der Sekretär der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, Pater Liton Gomes, sagte, dass es auch in katholischen Schulen und Wohnheimen noch immer Fälle von Gewalt oder schlechter Behandlung gebe. In Dhaka trafen sich katholische Aktivisten und Bischöfe zur Entwicklung gemeinsamer Standards, um Kinder zu schützen.
Quelle: vaticannews

22.5.29019 Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) hat eine Erhebung zu den Dimensionen sexueller Gewalt in Klöstern beschlossen, weil immer noch nicht genug über das bekannt ist, was in den einzelnen Ordensgemeinschaften geschehen ist und geschieht, sagte die Vorsitzende Katharina Kluitmann. Der Beschluss wurde von den ca 200 Ordensoberinnen und -oberen einstimmig beschlossen. Festgestellt werden sollen die Anzahl der Betroffenen, die Meldungen an die Staatsanwaltschaften, die Zahlungen an Opfer, die Durchsicht von Personalakten und die unterschiedlichen Schutzkonzepte. Anfang 2010 sollen die Ergebnisse vorliegen. Wer die Forschung durchführt und ob auch Täter*innen benannt werden, ist unbekannt.
Die DOK führe Gespräche über externe unabhängige Anlaufstellen.

Quelle: katholisch.de


22.5.2019 Die katholische Kirche und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, wollen sich bis zum Herbst auf Eckpunkte zur Aufarbeitung des Missbrauchs im Bereich der Kirche einigen. Dabei gehe es um strukturelle Festlegungen sowie um einheitliche Standards und Kriterien, teilten Rörig und Bischof Ackermann mit. Rörig sagte, jetzt beginne "eine Phase abschließender Klärungen zu Fragen der umfassenden und einheitlichen Betroffenenbeteiligung, dem rechtssicher ausgestalteten Zugang zu Informationen und Akten und zu Fragen des Datenschutzes und der Sicherstellung von Persönlichkeitsrechten". Auch Fragen nach einer angemessenen Entschädigung sind zu klären.
Beteiligt an der Erstellung der Eckpunkte ist auch die Arbeitsgruppe "Aufarbeitung Kirchen", die seit Dezember 2018 existiert und zu der Betroffene gehören und der Psychologe Heiner Keupp.

22.5.2019 Der Augsburger Bischof Zdarsa hat die Initiative "Maria 2.0" scharf kritisiert, weil deren Anliegen "nicht im Sinne des katholischen Glaubens" seien. Zudem trage er den synodalen Weg nicht mit, der als Reaktion auf die Missbrauchskrise von der Bischofskonferenz beschlossen wurde.

22.5.2019 Einer der Haupttäter des Canisius-Kollegs, Peter R., wird aus dem Priesterstand entlassen und verliert "weitestgehend" seine Pensionsansprüche. In Absprache mit Betroffenen würden durch das Bistum Hildesheim zudem 20.000 Euro für ein Projekt zur Aufarbeitung der Geschehnisse im Berliner Canisius-Kolleg gezahlt werden.

20.5.2019 Dass Bistum Essen will Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt verbessern, die persönliche Reife von Priesteramtskandidaten stärken, das Leben von Priestern verbessern und die historische Aufarbeitung der Missbrauchsfälle angehen. Außerdem solle das System Kirche überprüft werden: Sexualmoral, Selbstverständnis des Weiheamtes, Machtfragen und Geschlechtergerechtigkeit.
Quelle: Domradio

20.5.2019 Der Vatikanbotschafter in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, trifft vier Männer, die gegen ihn wegen sexueller Übergriffe klagen. Die Männer seien bereits verhört worden, der unter Immunität stehende Vatikandiplomat Ventura sei auf eigenen Wunsch von der Polizei befragt worden. Die französische Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung der Immunität des Nuntius beantragt. Vatikansprecher Alessandro Gisotti erklärte im Frühjahr, man wolle die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten.
Quelle: vaticannews

20.5.2019 In Polen haben sich 54 % für einen Rücktritt der katholischen Bischöfe des Landes angesichts der Missbrauchskrise ausgesprochen; 20 % lehnten einen Rücktritt hab, 26 % haben noch keine Meinung.

20.5.2019 Die Deutschen Bischöfen weisen die Kritik vom Forschungsleiter der MHG-Studie, Harald Dreßing, es gebe keine gemeinsame Strategie der Bischöfe, zurück. Das Gegenteil sei durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall. Der Sprecher der DBK sagte: "Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet." Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt, der gezeigt habe, dass die Bischöfe gemeinsam an den Themen arbeiten.
Quelle: Domradio
Kommentar: Die letzte mir bekannte Nachricht über die Maßnahmen der Bischöfe stammt vom 30.1.2019. Dort wurde berichtet, dass Bischof Ackermann dem Ständigen Rat der DBK die fünf von der DBK beschlossenen Teilprojekte berichtete und er das Gespräch mit Johannes-Wilhelm Rörig suchen werde (das diese Woche stattfinden soll). Im übrigen  sollten Arbeitsgruppen gebildet werden, bei denen auch Mitglieder des ZdK teilnehmen sollen. Ein Steuerungskreis wurde im Januar beschlossen, dessen Mitglieder "demnächst" berufen werden sollen. Den unterschiedlichen Positionen von Bischöfen, soweit sie sich öffentlich seit September 2018 geäußert haben, kann ich nicht entnehmen, dass sie sich auch nur auf eine gemeinsame Beschreibung der Ursachen für sexualisierte Gewalt einigen können. Von Ergebnissen der Arbeitsgruppen ist mir nichts bekannt. Unbekannt ist mir auch, ob die eventuell erzielten Ergebnisse für alle Bischöfe/Bistümer verbindlich sind.
19.5.2019 Der Studienleiter der MHG-Studie, Harald Dreßing, kritisiert die katholischen Bischöfe. Eine gemeinsame Strategie, weitere Forschung zu veranlassen, sei nicht erkennbar. Die Bischöfe reagierten sehr unterschiedlich auf die aus der Studie abzuleitenden Konsequenzen. Statt einer Priorisierung der Ziele gebe es Gesprächskreise und workshops. Dreßing sagte: "Unsere Missbrauch-Studie ist keine Aufarbeitung, sondern sollte der Auftakt für weitere Studien sein." Dabei sei natürlich auch damit zu rechnen, dass Verantwortliche benannt werden, die vielleicht noch leben, wenn nicht sogar noch in Amt und Würden sind, sagte der Psychiater der Zeitung. Erstaunlich findet Dreßing, dass nach der Veröffentlichung der Studie viel von Scham und Schuld gesprochen wurde, aber nicht von konkreter und persönlicher Verantwortung. Die Bischöfe thematisierten zu selten konkrete und persönliche Verantwortung. Zudem schlägt Dreßing vor, die für die Institution spezifischen Risikokonstellationen zu verändern. Dazu gehöre die Beschränkung klerikaler Macht, eine Reform der kirchlichen Sexualmoral, die Abschaffung des Pflichtzölibats - alternativ die adäquate Begleitung der Priesteramtskandidaten. Hilfreich sei auch das Aufbrechen der geschlossenen Männerbünde, z.B. durch die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern. Ein erster Schritt zur Aufarbeitung könne eine überregionale Untersuchung durch eine Kommission aus Betroffenen, Wissenschaftlern und Vertretern von Kirche und Zivilgesellschaft sein. Sinnvoll wäre auch eine Dunkelfeldstudie.

Quellen: DLF  Spiegel  dw


19.5.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sagt, die Voruntersuchung des Vatikans gegen das Mitglied des "Das Werk", Pater Hermann Geißler, sei nicht nach den rechtlichen Vorgaben erfolgt, weil man nicht beide Parteien gehört habe, sondern nur den vermeintlichen Täter. Er bemängelt,  dass einer der Richter, ein Bischof, dem "Werk" eng verbunden und also befangen sei. Man habe, wie das üblich sei in Kleriker-Angelegenheiten, immer nur den Kleriker gehört. Wie es aussehe, habe das Kirchengericht seinen Job nicht richtig gemacht und grundlegende Prinzipien der Rechtsprechung nicht beachtet. Das sei ein Skandal hoch 3.

Quelle: WDR 5, ab min. 7  Kirche und Leben  kathpress


19.5.2019 Die Vorsitzende der Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), Katharina Kluitmann, hält Missbrauch von Klerikern an Ordensfrauen in Deutschland nicht für ein Massenphänomen und glaubt nicht, dass er "mit System" betrieben werde. Aber er habe natürlich, wo er vorkommt, "systemische" Ursachen im Sinne der klerikalen Machtstrukturen. Das sagt sie anlässlich der Mitgliederversammlung der Deutschen Ordensobernkonferenz.

Die DOK widmet sich auch geistlichem Missbrauch, den die  Präventionsbeauftragte des Bistums Eichstätt, Gabriele Siegert, als "spiritualisierte Gewalt" bezeichnet. Geistlicher Missbrauch habe "ähnliche Dynamiken und systemische Gründe wie sexualisierte Gewalt, jedoch andere Ausdrucksformen". Dazu brauche es eingehende psychologische Klärung.

Quelle: katholisch.de


18.5.2019 In Münster hat Brigitte Hahn, die scheidende Leiterin der Fachstelle für Sekten und Weltanschauungsfragen, einen Kongress initiiert, bei dem sich mehr als 140 Therapeuten, Fachleute aus Medizin und Strafverfolgung und Betroffene über organisierte und rituelle Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen austauschten.

Quelle: kirche-und-leben.de


18.5.2019 Der Anglikaner-Primas Justin Welby hat den Bischof von Lincoln, Christopher Lowson suspendiert. Lowson wird vorgeworfen, Missbrauchsfälle an einer Schule nicht angezeigt zu haben. Sollten sich die Vorwürfe der Polizei gegen Lowson bestätigen, würde dieser „ein erhebliches Risiko für den angemessenen Schutz von Kindern und Schutzbedürftigen“ darstellen, sagte Welby.

Quelle: vaticannews.va


17.5.2019 Am 20.5.2019 trifft sich in Berlin eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und des Missbrauchsbeauftragen der Bundesregierung, Rörig. Dabei soll die weitere Aufarbeitung kirchlichen Missbrauchs und die Frage, ob die Bischöfe unabhängigen Forschern Aktenzugang ermöglichen, geklärt werden. Einheitliche Standards sollen entwickelt werden.

Quelle: berliner-sonntagsblatt.de


17.5.2019 Der Vatikan hat den Freispruch von Pater Hermann Geißler bestätigt, dem Doris Reisinger vorgeworfen hat, sie im Kontext der Beichte sexuell belästigt zu haben. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass "die Umstände der behaupteten schweren Straftat nicht mit ausreichender moralischer Gewissheit bewiesen" seien. Das Verfahren hatte die Apostolische Signatur übernommen, weil Geißler Abteilungsleiter in der üblicherweise zuständigen Glaubenskongregation war. - Doris Reisinger kritisierte die Gerichtsentscheidung, weil sie in das Verfahren nicht eingebunden war, während der Vorermittlungen nicht angehört worden sei und weil und einer der Richter, Giuseppe Sciacca, in freundschaftlichem Kontakt zum "Werk" stand, dem Geißler angehört. Reisinger hatte eine umfangreiche schriftliche Aussage vorgelegt, der auch die Aussage einer weiteren Betroffen beigefügt war, deren Erfahrungen sich bis ins Detail hinein mit denen von Doris Reisinger deckten.

Quelle: kathpress


17.5.2019 Der Papst nahm das Rücktrittsgesuch des brasilianischen Bischofs Vilson Dias de Oliveira, Diözese Limeira, an. Dem Bischof wurde Vertuschung mutmaßlichen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs und Erpressung vorgeworfen.

Oliveira soll nach Aussagen mehrerer Padres Missbrauchsfälle in mehreren Gemeinden gedeckt haben und dafür Schweigegeld verlangt haben. Diese Gelder soll er - Besitzer von zehn Immoblilien - für Feste ausgegeben haben. Nach Aufnahme behördlicher Ermittlungen habe er versucht, mit Hilfe von Drohungen die Zahlungen zu verdecken. Im Februar nahm der Vatikan eigene Ermittlungen auf.

Quelle: Zeit  kathpress


16.5.2019 "Klaus Mertes hat durch sein praktisches Engagement und gleichzeitig durch seine theologischen Analysen die systemischen Gründe des Skandals aufgedeckt", sagte Laudator Magnus Striet anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg an Pater Klaus Mertes. Obwohl er als "kirchlicher Nestbeschmutzer" beschimpft worden sei, höre Mertes seit "zehn Jahren den Opfern zu und half mit, die Schweigespirale in der katholischen Kirche zu durchbrechen".

Quellen: domradio.de  Badische Zeitung


16.5.2019 Informationen zufolge wurde ein Ruhestandspriester der Diözese Würzburg zwei Mal wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Ab 2013 wandte sich Alexandra W. an die Diözese Würzburg und warf dem Ruhestandspriester vor, sie im Exerzitienheim Himmelspforten im Jahr 1988 vergewaltigt zu haben. Ein ehemaliger Schüler des Würzburger Kilianeums wandte sich im Dezember 2017 an die Diözese und beschuldigte den Ruhestandspriester des sexuellen Missbrauchs. Beide Fälle wurden der Staatsanwaltschaft übergeben, die die Akten u.a. wegen Verjährung schloss. Der Fall von Alexandra W. wurde auch kirchenrechtlich untersucht, die Akte auf Empfehlung der Glaubenskongregation Ende 2015 endgültig geschlossen.

Nach Recherchen der Mainpost und von Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, soll der Ruhestandspriester inzwischen den sexuellen Missbrauch des Schülers gestanden haben. Das bischöfliche Ordinariat teilte nun mit: "Unabhängig von dem juristisch bereits abgeschlossenen Fall eines ehemaligen Schülers des Kilianeums wird derzeit gemeinsam mit der Betroffenen [Alexandra W.] überlegt, ob das bereits abgeschlossene Verfahren ... wieder aufgenommen werden soll."

Quelle: Mainpost


16.5.2019 Einem kirchlichen Mitarbeiter der Kirchenstiftung St. Philippus und Jakobus in Altötting, Bistum Passau, wurde wegen "möglichen Missbrauchs einer jungen Frau" fristlos gekündigt. Der Missbrauch soll sich 2006 ereignet haben. Ein weiterer Vorwurf aus dem Jahr 2004 wird ebenfalls geprüft. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Anzeige erstattet.

Quelle: innsalzach24.de


16.5.2019 Ein spanischer Priester aus der Diözese Ciudad Real wurde vom Papst aus dem Klerikerstand entlassen. Ihm wird vorgeworfen, in einem Priesterseminar mehrere Minderjährige missbraucht zu haben. In einem kirchenrechtlichen Verfahren war er bereits zu einem zurückgezogenen Leben verurteilt worden, hielt sich jedoch nicht daran. In einem staatlichen Prozess droht ihm eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Quelle: kathpress.at


16.5.2019 Der frühere Abteilungsleiter der Glaubenskongregation habe sich nicht strafbar gemacht, hat ein Vatikangericht befunden und den Beschuldigten frei gesprochen vom Vorwurf der Belästigung. Das frühere Ordensmitglied Doris Wagner (Reisinger) hat dem Pater vorgeworfen, sie während der Beichte sexuell bedrängt zu haben.

Doris Reisinger berichtet, sie sei von dem Vatikan-Gericht nicht gehört worden. Die Information über das Urteil stamme vom "Das Werk", nicht von der Apostolischen Signatur. Zudem handle es sich nicht um einen „Freispruch“. Vielmehr habe das Gericht beschlossen, nach den Vorermittlungen keinen Prozess zu eröffnen.

Quellen: katholisch.de  twitter.com


16.5.2019 Der französische Orden der "Brüder vom Heiligen Johannes", der 1986 kirchenrechtlich anerkannt wurde, distanziert sich zum Teil vom Ordensgründer Marie-Dominique Philippe. Ihm wird sexueller Missbrauch mehrerer Ordensfrauen über Jahre hinweg vorgeworfen. Außerdem hat er Geistliche ausgebildet und dabei vermittelt, dass eine innige Freundschaft auch Liebesgefühle impliziere. Der Generalprior Francois-Xavier Cazali sagte, die Einflusslinien, die zu sexuellem Missbrauch führten, gingen auf Philippe zurück. Daher könne er nicht als Vorbild gelten. Sein Platz in der Ordensgemeinschaft werde noch diskutiert.

Gegen mehrere Brüder der Gemeinschaft wurden zivile Strafverfahren angestrengt. Zudem laufen etliche kanonische Verfahren in Rom. Es gibt 32 Beschwerden zu Taten an Erwachsenen. 80 % der Taten fanden im Rahmen geistlicher Begleitung statt.

Dem Orden wurde auch vorgeworfen, moralischen Druck auf Mitglieder ausgeübt zu haben und z.B. den Mitgliedern den Kontakt zu ihren Eltern verboten zu haben.Quelle: katholisch.de


16.5.2019 Die katholischen Bischöfe bewerten die Frauen-Aktion "Maria 2.0" sehr unterschiedlich: Sie begrüßen die Aktion (Hildesheim, Osnabrück); sie zeigen Verständnis (Essen, Würzburg, Mainz, Hamburg, Freiburg); sie lehnen sie ab (Aachen, Dresden-Meißen, Regensburg) oder sie beziehen keine Stellung (Münster, Trier, Limburg und andere).

Bischof Ackermann hält Maria 2.0 für "nicht hilfreich".

Quellen: katholisch.de  zdf.de

Kommentar:  Die MHG-Studie hatte festgestellt: "Eine Änderung klerikaler Machtstrukturen erfordert eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Weiheamt des Priesters und dessen Rollenverständnis gegenüber nicht geweihten Personen." (S. 18) Dazu gehört wesentlich auch die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche. Wenn die Mehrheit der katholischen Bischöfe der Frauen-Aktion  "Maria 2.0" indifferent (?) oder ablehnend gegenübersteht, ist kaum zu hoffen, dass die Bischöfe bereit sind, klerikale Machtstrukturen zu verändern, um sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige und schutzbefohlene Erwachsene zu reduzieren.


15.5.2019 Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien geschädigt worden, weil der Heilige Stuhl mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden gemeldet hat. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht.Katholische Kirche soll ihre Archive öffnen – Kläger waren als Kinder missbraucht worden Washington – Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden", heißt es in der am Dienstag (Ortszeit) im US-Staat Minnesota eingereichten Klage. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Die "Praxis" des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht", hieß es in der Klageschrift weiter. Priester verurteilt Ziel sei es, dafür zu sorgen, "dass so etwas nie wieder passiert", sagte Stephen Hoffman, einer der Kläger. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben. Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist." Hoffman und seine Brüder Luke und Benedict waren als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht worden. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Weil es aufhören muss" Ein weiterer Kläger, der inzwischen 51 Jahre alte Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der römisch-katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns." Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich." Meldepflicht eingeführt Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden – allerdings nicht bei den Behörden anzeigen. Die römisch-katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen in aller Welt erschüttert. (APA, 15.5.2019) - derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamen

Katholische Kirche soll ihre Archive öffnen – Kläger waren als Kinder missbraucht worden Washington – Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden", heißt es in der am Dienstag (Ortszeit) im US-Staat Minnesota eingereichten Klage. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Die "Praxis" des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht", hieß es in der Klageschrift weiter. Priester verurteilt Ziel sei es, dafür zu sorgen, "dass so etwas nie wieder passiert", sagte Stephen Hoffman, einer der Kläger. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben. Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist." Hoffman und seine Brüder Luke und Benedict waren als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht worden. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Weil es aufhören muss" Ein weiterer Kläger, der inzwischen 51 Jahre alte Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der römisch-katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns." Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich." Meldepflicht eingeführt Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden – allerdings nicht bei den Behörden anzeigen. Die römisch-katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen in aller Welt erschüttert. (APA, 15.5.2019) - derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamen

tholische Kirche soll ihre Archive öffnen – Kläger waren als Kinder missbraucht worden Washington – Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche aus den USA haben den Vatikan auf Herausgabe der Namen und Daten von Sexualstraftätern verklagt. Die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden", heißt es in der am Dienstag (Ortszeit) im US-Staat Minnesota eingereichten Klage. Die Kläger fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Die "Praxis" des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht", hieß es in der Klageschrift weiter. Priester verurteilt Ziel sei es, dafür zu sorgen, "dass so etwas nie wieder passiert", sagte Stephen Hoffman, einer der Kläger. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben. Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist." Hoffman und seine Brüder Luke und Benedict waren als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht worden. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Weil es aufhören muss" Ein weiterer Kläger, der inzwischen 51 Jahre alte Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der römisch-katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns." Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich." Meldepflicht eingeführt Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle innerhalb der römisch-katholischen Kirche eingeführt. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden – allerdings nicht bei den Behörden anzeigen. Die römisch-katholische Kirche wurde in den vergangenen Jahren von zahlreichen Missbrauchsskandalen in aller Welt erschüttert. (APA, 15.5.2019 - derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamenhttps://derstandard.at/2000103165218/Missbrauchsopfer-verklagten-Vatikan-auf-Herausgabe-von-Taeternamen

Quellen: der standard  orf


15.5.2019 Der Luzerner Kirchenrechtler Adrian Loretan weist darauf hin, dass sich die katholische Kirche weltweit für den Schutz der individuellen Menschenrechte einsetzt, nicht jedoch für den Schutz der Menschenrechte innerhalb der katholischen Kirche. Das mache sie unglaubwürdig. Sie müsse das Kirchenrecht ändern, Opfern sexueller Gewalt rechtliches Gehör verschaffen und Rechtsansprüche auf Entschädigung ermöglichen. Diese Aufgabe könnten neu zu schaffende Verwaltungsgerichte übernehmen. Das II. Vatikanische Konzil habe theologisch die Würde der menschlichen Person und deren Rechte, u.a. die gleiche Würde von Mann und Frau anerkannt und betont, dass es keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in der Kirche geben dürfe. Diese menschenrechtlichen Aussagen des Konzils würden aber nicht wirklich rechtlich durchgesetzt. Daher seien die darauf bezogenen Konzilsaussagen Makulatur. Loretan sieht die Langsamkeit Roms und empfiehlt den Bischofskonferenzen oder Partikularkonzilien, voranzugehen. Die notwendige Dezentralisierung der Problemlösungen würde von Papst Franziskus unterstützt (Evangelii Gaudium Nr. 16).

Quelle: feinschwarz.net


15.5.2019 Agnes Wuckelt, Theologin und stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) geht davon aus, dass Frauen in der katholischen Kirche lautlos ausziehen werden und zwar in Scharen, wenn ihr Ruf nach Gleichberechtigung nicht gehört wird.

Quelle: fr.de


15.5.2019 Die Erzdiözese Los Angeles hat sich einem privaten Kompensationsprogramm für Opfer von Diözesanpriestern angeschlossen. Das neue Programm erweitert die Bemühungen der Kirche um Seelsorge (!) und um finanzielle Unterstützung für Opfer. Die Erzdiözese bietet seit vielen Jahren Seelsorge und finanzielle Unterstützung an, versteht aber, dass einige Überlebende keine Hilfe in der Kirche suchen. Daher gibt es nun das Angebot eines "Independent Compensation Program for Victim-Survivors of Sexual Misuse of Minors by Priests", das kirchenunabhängig ist.

Quelle: vaticannews.va


15.5.2019 Die Staatsanwaltschaft Limburg hat die mutmaßlichen Missbrauchsfälle im Bistum Limburg überprüft. Die Vorfälle seien entweder verjährt oder besäßen keine strafrechtliche Relevanz oder seien bereits Gegenstand von Ermittlungen gewesen.

Quelle: mittelhessen.de


14.5.2019 Der Berliner Erzbischof Heiner Koch, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge haben Opfer von Misshandlungen und Medikamentenversuchen aus staatlichen und kirchlichen Behinderteneinrichtungen um Entschuldigung gebeten. Erzbischof Koch sagte, die Betroffenen hätten viel zu lange um Anerkennung kämpfen müssen, aber jetzt stünden "wir" zu der Verantwortung.

Quelle: katholisch.de


14.5.2019 Michael Ebertz, Religionssoziologe und Theologe, über den Zustand der katholischen Kirche: "Kirche in der Krise, doch der Klerus will sich nicht ändern."

Quelle: faz


14.5.2019 Die Kirche in Polen hat ein Denkmal des heiligen Johannes Paul II. im westpolnischen Wallfahrtsort Lichen verhüllt. Das Denkmal zeigt einen Priester, der vor Johannes Paul II. kniet und ihm ein Modell der dortigen Basilika übergibt. Der in dem Denkmal dargestellte Priester, Eugeniusz Makulski (91), wird in dem Dokumentarfilm "SAG ES NIEMANDEM" (Triggergefahr!) von Marek und Tomasz Sekielski des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Inzwischen wurden ihm alle pastoralen Tätigkeiten untersagt. Die für das Denkmal zuständige polnische Provinz des Männerordens der Marianer von der unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria (MIC) werde entscheiden, was mit dem Denkmal geschehen soll.

Der Film zeigt Begegnungen von Opfern pädophiler Priester mit ihren einstigen Peinigern. Einige der Priester gestehen den Missbrauch, bitten um Vergebung und bieten manchmal finanzielle Entschädigung an. Deutlich wird auch, dass beschuldigte Priester in andere Gemeinden versetzt wurden, in denen sie erneut mit Minderjährigen zu tun hatten.

Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, entschuldigte sich bei den Opfern.

Der Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro hat eine Gruppe von Staatsanwälten mit der Analyse der im Film geschilderten Missbrauchsfälle beauftragt. Die Oppositionspartei Bürgerplattform (PO) brachte einen Gesetzentwurf ein, mit dem sie die Verjährung von Sexualverbrechen an Kindern abschaffen will.

Der Krakauer Erzbischof Slawoj  Glodz wurde gefragt, was er von der Dokumentation halte. Er antwortete: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."

Slawoj Leszek Glodz
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."
Krakauer Erzbischof Slawoj Leszek Glodz befragt, was er von der Dokumentation hält. Er antwortete darauf lediglich: "Ich hatte gestern andere Angelegenheiten und schaue mir nicht einfach irgendwas an."

Quelle: katholisch.de  focus.de


14.5.2019 Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg verleiht Pater Klaus Mertes, SJ,  die Ehrendoktorwürde.

Quelle: Badische Zeitung


14.5.2019 In Lügde haben die Hauptbeschuldigten an mehr als 40 Kindern schwerste Missbrauchshandlungen begangen. Einer der Hauptbeschuldigten soll Kinder gezwungen haben, an anderen Kindern sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Quelle: Süddeutsche


13.5.2019 Hinweis auf den Dokumentarfilm von Christoph Röhl über den Aufstieg und Fall von Joseph Ratzinger „Verteidiger des Glaubens“.

Quelle: welt.de


13.5.2019 Einem früheren kath. Priester in Warendorf, Bistum Münster, wird von einem heute 58-Jährigen vorgeworfen, Nacktfotos von dem damals 20-Jährigen nach einem von mehreren seelsorgerlichen Gesprächen gemacht zu haben. Der junge Mann war so konsterniert gewesen, dass er der Forderung, sich auszuziehen und fotografieren zu lassen, gefolgt sei. Obwohl der junge Mann sich danach zurückgezogen habe, habe der Pfarrer ihm mehrere persönliche und und unmissverständlich schwärmerische Briefe geschrieben. Es gibt den Hinweis, auf einen weiteren Betroffenen.

Der Pfarrer war auch in Kranenburg, in Ahlen und St. Viktor Xanten, im Altkreis Moers, in Xanten, in Warendorf, in Büderisch, im Kreis Wesel und in Ginderich tätig. Das Bistum teilte mit, dass erste Vorwürfe 2011 bekannt wurden. Das Bistum will dem Betroffenen, der die Meldung gemacht hat, seinem Wunsch entsprechend die Kontaktaufnahme zu weiteren möglichen Betroffenen ermöglichen.

Quelle: wn.de  rp-online.d4 14.5.2019


9.5.2019 Mehrere argentinische Opferorganisationen - "Iglesia sin Abusos" und "Bishop Accountability" - wollen mit dem Papst sprechen. Sie machten eine Kundgebung vor dem Gebäude des Erzbistums Mendoza, und vor dem Instituto Provolo in Lujan de Cuyo, Argentinien. Dort sollen Priester taubstumme Kinder missbraucht haben. Zuletzt seien zwei der beschuldigten Priester nach Italien versetzt worden, gegen die konkrete Missbrauchsvorwürfe vorlägen. Die argentinische Justiz könne die beiden Geistlichen zwar verhaften lassen, habe aber keinen Zugriff auf sie, weil sie sich außer Landes befänden. Die Opfergruppen beklagen eine schleppende juristische Aufklärung und den Mangel an Unterstützung für die taubstummen Leidtragenden nach der Schließung des Instituts 2016. Anne Barrett Doyle, "Bishop Accountability", macht Papst Franziskus und seinen Vorgänger für die Vorfälle im Instituto Provolo mitverantwortlich. Beide hätten gewusst, dass ein umstrittener Geistlicher dort tätig gewesen sein.

Quelle: Domradio


9.5.2019 Der Papst hat das Motu Proprio "Vos estis lux mundi" veröffentlicht. Neue Regelungen gelten:

  • Innerkirchliche Meldepflicht für Missbrauchsfälle: Alle Kleriker und Ordensleute sind verpflichtet, „unverzüglich alle ihnen bekannt gewordenen Berichte über Missbrauch" zu melden. Sie müssen auch jeden Versuch, eine Tat zu vertuschen und den Täter zu decken, melden. Laien sind zur Meldung angehalten. Ob die Meldepflicht auch für Missbrauchstäten in katholischen Laiengruppierungen gilt, scheint unklar.
  • Das Motu Proprio umfasst sexuelle Gewalt und Missbrauch von Autorität an Minderjährigen (bis 18 Jahre), an  schutzbedürftigen Menschen, an Ordensleuten und volljährigen Seminaristen und Novizen.

  • Einrichtung verpflichtender Anlaufstellen in jedem Bistum bis Juni 2020, die der Öffentlichkeit leicht zugänglich sein müssen. Dass die Anlaufstellen unabhängig sein müssen, wird nicht vorausgesetzt. Opfer müssen vor Vergeltungsmaßnahmen geschützt sein und dürfen keiner Diskriminierung ausgesetzt sein. Sie unterliegen keinerlei Schweigepflicht zum Inhalt der Vorwürfe. Damit wird das bisher geltende Päpstliche Geheimnis in Missbrauchsfällen aufgehoben. Die Opfer und ihre Familien müssen "mit Würde und Respekt behandelt werden und angemessene spirituelle (!), medizinische und psychologische Unterstützung erhalten".
  • Verfahren zum Umgang mit Vorwürfen gegen Bischöfe. In Verfahren gegen Bischöfe, die Zivilermittlungen oder kanonische, administrative oder strafrechtliche Ermittlungen gegen Kleriker oder Ordensleute in Bezug auf die Verbrechen des sexuellen Missbrauchs stören oder umgehen, muss der Erzbischof der Metropolie (Erzbischöfe von Köln, München, Hamburg, Berlin, Paderborn, Bamberg und Freiburg) Ermittlungen durchführen und innerhalb von 30 Tagen melden. Das zuständige Dikasterium informiert das mutmaßliche Opfer binnen 90 Tagen über den Stand der Voruntersuchungen. Wenn einem Bischof Vertuschung nachgewiesen wird, gelten die bereits existierenden kanonischen Vorschriften. (Ob Bischöfe gegen ihresgleichen vorgehen werden, bleibt abzuwarten.)
  • Meldepflichtig sind Missbrauchsfälle an zuständige zivile Behörden nur, wenn der Staat eine Meldepflicht vorsieht. (In Deutschland sind Mitarbeiter*innen der Kirchen nicht dazu verpflichtet, Straftaten anzuzeigen.)
  • Das Gesetz gilt ab 1. Juni 2019. Es bezieht sich nicht auf vorher stattgefundene Vertuschungen und Missbrauchsfälle.
  • Die kirchenrechtloch vorgesehenen Strafen (Höchststrafe: Laisierung) wurden nicht verändert.

Quellen: vaticannews.va


9.5.2019 Die Oberstaatsanwältin Andrea Grape teilte mit, dass sie bei dem Eichstätter Diözesanpriester keinen Anfangsverdacht sieht. Dem Priester war vorgeworfen worden, einen Untergebenen sexuell bedrängt zu haben. Bereits 2012 seien erste Vorwürfe über das Portal kreuz.net öffentlich geworden. Der Priester spricht von einer „böswilligen Verleumdung“. Er lässt seine kirchlichen Ämter bis zur Klärung der Anschuldigungen ruhen.

Quelle: donaukurier.de 


8.5.2019 Im Erzbistum Köln sagt Pater Romano Christen vor Priesteramtskandidaten, Homosexualität sei nicht angeboren, sondern die Folge einer psychologischen (Fehl)Entwicklung. Homosexuelle Liebe sei weniger eine reale Begegnung mit einem Du, sondern "eine narzisstische Suche". Die "Fixierung auf die Lust" solle "die eigene innere Wunde heilen und das Selbstmitleid stillen". Homosexualität sei heilbar. Pater Christen ist seit 2015 Direktor des Erzbischöflichen Theologenkonviktes Collegium Albertinum und seit 1998 Geistlicher Leiter der dt. Abteilung der Bewegung "Communione e Liberazione".

Quelle: Süddeutsche


8.5.2019 Papst Franziskus sagte, zu einem möglichen Diakonat der Frau in der katholischen Kirche gebe es "in absehbarer Zeit keine Entscheidung". Zwar habe die von ihm eingesetzte Kommission ihre Arbeit beendet, sei aber zu keinen gemeinsamen Schlussfolgerungen gekommen. Es brauche weitere Studien.

Quelle: kathpress

Ohne Kommentar


8.5.2019 Argentinische Missbrauchsopfer von Klerikern haben Papst Franziskus aufgefordert, sie persönlich im Vatikan zu empfangen. Peter Isley von ECA sagt, der Papst sei "nicht in der Lage, mit den Opfern von Missbrauch in seinem Heimatland eine Beziehung aufzubauen".

Quelle: religion.orf.at


8.5.2019 Sonja Strube analysiert das rechte katholische Spektrum mit der Erklärung von Adorno zur autoritären Persönlichkeit.

Quelle: katholisch.de


7.5.2019 Am 13. Mai soll die Entscheidung fallen, mit welcher "Geste" die Opfer der "Colonia Dignidad" bedacht werden sollen. Von Entschädigung ist keine Rede, weil damit ein Präzedenzfall für andere Opfer geschaffen würde, z.B. für Hereros, Namibia. Im Gespräch ist eine einmalige Zahlung von ca 5.000 Euro.

Quelle: tagesschau.de


7.5.2019 Seit 2017 gibt es einen Missbrauchsverdacht gegen den griechisch-katholischen Bischof von Kosice/Slowakei, Milan Chautur. Nun hat der Apostolische Nuntius in Großbritannien, Erzbischof Edward Joseph Adams, der Klägerin Martina O'Connor mitgeteilt, dass die Glaubenskongregation die kanonische Untersuchung ihres Falles eingeleitet habe. 2017 wiesen die Behörden die Anschuldigungen zurück, gaben jedoch Ende 2018 bekannt, dass der Fall neu aufgerollt werde. Der Bischof hält es für etwas Normales, ein sechsjähriges Mädchen an den Brüsten und am Gesäß anzufassen. Die katholische Bischofskonferenz steht ebenso wie die meisten Gläubigen hinter dem Beschuldigten.

Quelle: kathpress


7.5.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 41-Jährigen, der mindestens vier Jungen zwischen neun und elf Jahren missbraucht haben soll. Die Taten sollen zwischen 2009 und 2013 im Pfadfinderstamm Lazarus von Schwendi der evangelischen Kirchengemeinde Staufen und zwischen 2014 und 2018 in der Freizeit stattgefunden haben. Hinweise auf Mittäter gebe es nicht. Der Verdächtige musste sich bereits in einem Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs in den Jahren 2004 bis 2007 verantworten. Damals wurde er freigesprochen, weil Aussage gegen Aussage stand. - Gegen einen zweiten Betreuer der Pfadfinder in Staufen wird wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vor sechs oder sieben Jahren an einem damals 13 und 14 Jahre alten Mädchen ermittelt. - Einen Zusammenhang zwischen einem Missbrauchsfall, der sich 2015 bis 2017 in Staufen ereignete, gibt es nicht. Die Frau und ihr Lebensgefährte hatten ihren Sohn jahrelang vergewaltigt und anderen zum Missbrauch überlassen.

Quelle: Spiegel.de


7.5.2019 Die chilenische Bischofskonferenz und die Staatsanwaltschaft hatten vor einer Woche ein Abkommen getroffen. Damit sollte der Wille der katholischen Kirche in Chile dokumentiert werden, dass sie bei der Aufklärung von priesterlichen Missbrauchsfällen mit den staatlichen Behörden zusammenarbeite. Vorgesehen war, dass die Kirczhe den Ermittlungsbehörden gezielt Informationen übermitteln, um die Missbrauchsaufklärung voranzutreiben. Durchgesetzt hat sich die Lesart, die Kirche könne von der Staatsanwaltschaft eine Art Sonderstatus erwarten. Opferverbände kritisierten die Regelung scharf. Nach Gesprächen mit Opfergruppen kündigte der Generalstaatswanwalt Jorge Abbott das Abkommen. Der Staatsanwaltschaft sagte, sein Fehler sei gewesen, das Abkommen ohne vorherige Anhörung der Opfer getroffen zu haben.- Derzeit ermittelt die chilenische Justiz Laut Medienberichten ermittelt die Justiz derzeit in mehr als 150 Fällen gegen mehr als 200 Kirchenmitarbeiter. Gegen ranghohe Kirchenvertreter laufen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vertuschung.

Quelle: katholisch.de


7.5.2019 Die Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann und Jürgen Bärsch weisen darauf hin, dass Aspekte der Liturgie Machtvorstellungen bei Priestern begünstigen können und zu einer "Habitualisierung von Selbstüberschätzung über den Gottesdienst hinaus" führen könne.

Quelle: katholisch.de


6.5.2019 Der Kirchenhistoriker Hubertus Wolf erinnert an vergessene Optionen in der Tradition der Kirche. Sie könnten "das Gesicht der Kirche nachdrücklich verändern, ohne dadurch ihre Katholizität infrage zu stellen". Vielmehr könne sie "aus der Vielfalt ihrer Tradition schöpfen."
Quelle: kathpress


6.5.2019 Bischof Bode sagte anlässlich eines Gesprächs in einer Kirchengemeinde, in der ein Priester Kinder missbraucht hat: "Wir dürfen nicht in der Verstörung gefangen bleiben ... Wir kommen nicht weiter, wenn wir aus dem Vertrauensverlust nicht wieder herauskommen. Versöhnung und Heilung müssen möglich werden."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Bischof Bode übersieht, dass es zwar für viele Betroffene Besserung gibt, jedoch keine Heilung. Und er unterschätzt die Schwierigkeit der Versöhnung mit Tätern, die sich chronisch für unschuldig halten und die Versöhnung mit  Kirchenleitungen, die die Täter jahrzehntelang schützten und nur zögernd, unwillig, unter Druck oder gar nicht bereit sind, ihre Verantwortung für Vertuschung zu bekennen und Konsequenzen zu ziehen. Richtig ist, dass Kirche nicht "in der Verstörung gefangen bleiben" darf. Sie könnte z.B. offensiv auf Betroffene zugehen und mit ihnen zusammen überlegen, wie sie unterstützt werden können.


6.5.2019 Ein ehemaliger Pfadfinder und früherer Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Staufen, Badische Landeskirche, sitzt wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder seit etwa einem Monat in U-Haft. Die Fälle sollen sechs und mehr Jahre zurückreichen, aber auch noch im Herbst 2018 begangen worden sein. Die Badische Landeskirche teilte mit, dass der Beschuldigte seit mehreren Jahren nicht mehr in einem kirchlichen Arbeitsverhältnis stehe.

Quelle: suedkurier.de


6.5.2019 Papst Franziskus hat einen 43-jährigen Priester der Gemeinschaft "Piccola Casetta di Nazareth", bei Neapel, aus dem Klerikerstand entlassen. Der Priester soll ein 14-jähriges Mädchen während einer Dämonenaustreibung mit Schlägen und Anspucken misshandelt haben. Außerdem wird er sexueller Übergriffe gegen zwei weibliche Jugendliche beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft ist seit Februar 2018 eingeschaltet. Der Bischof von Aversa hatte den Geistlichen zuvor suspendiert. Mitangeklagt sind die Eltern des Exorzismus-Opfers und der Lewiter der örtlichen Polizeikommission, der der "sektenähnlichen Gemeindschaft" angehört und Ermittlungen verhindert haben soll.

Quelle: katholisch.de


6.5.2019 Ab heute können sich Menschen, die in Sportvereinen Missbrauch erlitten haben, bei der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch melden und ihre Geschichte in vertraulichen Anhörungen erzählen. Die Vorsitzende, Sabine Andresen, geht davon aus, dass die Dimension der Übergriffe im Sport ähnlich groß ist wie in der katholischen Kirche.

Quellen: deutschlandfunk.de  Bericht einer Betroffenen - Triggergefahr

s. auch die vorläufigen Ergebnisse einer Studie 2016 der Deutschen Sportjugend.


5.5.2019 Evangelische Morgenfeier von Kirchenrätin Melitta Müller-Hansen, München, Sonntag Misericordias Domini: Vom guten Hirten (Joh 10, 11-18) 


4.5.2019 Wort zum Sonntag von Veronika Jehle: "Meinen Gott finde ich bei den Opfern. Und überall, wo die Kirche dort nicht ist, führt sie sich ad absurdum."

Quelle: kath.ch


4.5.2019 Das Bistum Münster geht neuen Hinweisen auf sexuellen Missbrauch durch einen Priester nach. Aus dem Kreis Kleve meldeten sich zwei mutmaßliche Opfer des Geistlichen mit neuen Anschuldigungen. Einer der Betroffenen habe angegeben, den Missbrauch bereits im Jahr 1993 mitgeteilt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt lebte der beschuldigte Priester noch. Bislang hatte das Bistum erklärt, dass es weder zu seinen Lebzeiten Hinweise gab noch sich Hinweise in seiner Personalakte befinden. Diese Aussage ist inzw. von der Internetseite des Bistums entfernt worden.

Quelle: www1.wdr.de


4.5.2019 Werner Busch setzt sich mit Kardinal Ratzingers Missbrauchstext und Drewermanns Neuauflage des Kleriker-Buchs auseinander und stellt fest, dass weder die Flucht in die Entweltlichung noch die Verabsolutierung des psychotherapeutischen Blickwinkels im Umgang mit den kirchlichen Missbrauchsfällen hilft. Helfen könne "die Liebe zur Wahrheit und das Ringen um Gerechtigkeit".

Quelle: feinschwarz.net


3.5.2019 Erzbischof Gänswein berichtet, dass die Stellungnahme von Kardinal Ratzinger zum Missbrauchsskandal mit Papst Franziskus abgesprochen worden sei.

Quelle: vaticannews


3.5.2019 Der Internationalen Vereinigung von Generaloberinnen (UISG) wurden im vergangenen halben Jahr kaum neue Fälle sexuellen Missbrauchs an Ordensfrauen gemeldet. Berichte über "unangemessene Annäherungen" häuften sich jedoch. Die UISG umfasst fast 2000 Orden, die mehr als 450.000 Ordensfrauen weltweit vertreten.

Quelle: katholisch.de


3.5.2019 Das Verfahren gegen den Düsseldorfer Stadtdechanten, Erzbistum Köln, wegen sexueller Belästigung eines Erwachsenen wurde eingestellt. Das Erzbistum Köln kündigte zugleich ein kirchenrechtliches Verfahren an. Weitere Vorwürfe werden derzeit noch ermittelt.

Quelle: katholisch.de


2.5.2019 Die katholische Kirche in Australien lässt die Strukturen in Bistümern, Gemeinden und Orden von einem Expertengremium überprüfen. Ziel seien Verbesserungen etwa in Sachen Transparenz, Verantwortlichkeit und Mitwirkung der Laien.

Quelle: vaticannews


1.5.2019 Pater Hans Zollner kritisiert die stockende Missbrauchsaufarbeitung in den Kirchen Mittel- und Osteuropas. Die Ursache sieht er darin, dass es in ehemals kommunistischen Staaten schwierig sei, mit staatlichen Stellen, speziell der Polizei, zusammenzuarbeiten. Dort habe man als Katholik*in ein kirchenfeindliches und kirchenzerstörerisches Klima erlebt und die Kirche als einzigen Ort der Freiheit erlebt. Dass die deutschen Bischöfe nur aufgrund gesellschaftlichen Drucks gegen Missbrauch vorgingen, sei ein falscher Eindruck. Alle Bischöfe seien betroffen und berührt, aber "wir" schafften "es nicht, das auch emotional authentisch zu kommunizieren".

Quelle: vaticannews


30.4.2019 Generalvikar Klaus Pfeffer, Bistum Essen, hat Verständnis für den Ärger der Gläubigen über die schleppende Aufklärung von Missbrauchsfällen. Er ist enttäuscht, wie schwer sich die Bischofskonferenz tue. Zurückhaltend ist er bei einer Beurteilung des Handelns früherer Essener Bischöfe. Da gehe es vor allem um Bischof Hengsbach. - Das Bistum Essen (gegr. 1958) nennt 85 Opfer von sexuellen Übergriffen und 60 beschuldigte Geistliche. 19 Priester seien verurteilt worden: sieben von ihnen straf- und kirchenrechtlich, vier nur strafrechtlich und acht nur kirchenrechtlich. Bei den übrigen 41 Priester gebe es ernstzunehmende Hinweise auf Missbrauchstaten.

Quelle: waz

Kommentar: Wo die 29 Missbrauchsmeldungen aus dem Jahr 2018, von denen zwölf das Ruhrbistumbetreffen, geblieben sind, wird nicht erklärt.


30.4.2019 Die Frauenbeilage des „Osservatore Romano“ hat eine neue Redaktion. Die Leiterin ist die italienische Journalistin Rita Pinci. Der Redaktion gehören auch die deutsche Kunsthistorikerin Yvonne Dohna Schlobitten und die iranische Islamwissenschaftlerin Shahrzad Houshmand Zadeh an. Unter den vier nicht aus Italien stammenden neuen Mitarbeitern ist auch die Spanierin Marta Rodríguez Díaz von der Universität der konservativen Ordensgemeinschaft Legionäre Christi in Rom.

Quelle: faz.net


30.4.2019 Pater Zollner sagt, die katholische Kirche müsse rasch klären, welche Sanktionen Bischöfe zu erwarten haben, die Missbrauch vertuschen. Das hatte er bereits Anfang Juni 2016 festgestellt. Zudem fordert er, dass "wir" zugeben müssten, dass "wir" "wegen des Missbrauchs in einer Krise stecken."

Quelle: domradio


30.4.2019 Gegen einen Vertrauten des ehemaligen Papstes Benedikt XVI., der heute als Domkapitular im Bistum Eichstätt arbeitet, erhebt ein Priester den Vorwurf, von dem Vorgesetzten sexuell bedrängt worden zu sein. Sein Fall sei im Vatikan bekannt, es lägen medizinische Unterlagen vor, die die Vorwürfe belegten. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Sein Anwalt spricht von "böswilliger Verleumdung". Im Bistum Eichstätt sollen bereits 2012 Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Beschuldigten gegenüber Erwachsenen eingegangen sein. Untersuchungen hätten die Vorwürfe nicht bestätigt, es sei auch kein Handeln im Sinne der Leitlinien nötig gewesen. (Die Leitlinien von 2010, die 2012 gültig waren, galten nur im Blick auf Minderjährige, nicht im Blick auf erwachsene Schutzbefohlene oder Untergebene.)

Quelle: katholisch.de


29.4.2019 In Spanien wurde Joaquín Benítez, ein ehemaliger Lehrer an einer Ordensschule der Maristen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 21 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er hatte 4 Opfer, an die er 120.000 Euro zahlen muss; wenn er zahlungsunfähig ist, muss der Orden einspringen. Bereits verjährte weitere Missbrauchsfälle wurden nicht verhandelt.

Quelle: welt.de


29.4.2019 Gegen elf Priester des Erzbistums Paderborn wird von den örtlichen Staatsanwaltschaften wegen Missbrauchsvorwürfen ermittelt. Geprüft werden Verjährungsfristen und Tatnachweise in den elf Fällen, in denen die Beschuldigten noch am Leben sind und nicht bereits Gegenstand eines Strafverfahrens waren.

In weiteren acht Verfahren sind die Beschuldigten unbekannt. In einem aktuellen Fall wird derzeit ermittelt. Bereits im Januar 2019 waren zwei weitere neue Missbrauchsrfälle bekanntgeworden. Die Ermittlungen richten sich gegen einen Priester und einen Kirchenmitarbeiter.

Quelle: Mindener Tageblatt


29.4.2019 Bischof Bode, Osnabrück, besucht Kirchengemeinden in Osterbrock, Meppen, Hagen-Gellenbeck und Merzen. Das sind Gemeinden, in denen Priester Minderjährige sexuell missbraucht haben.

Quelle: domradio


29.4.21019 Die 22 katholischen Akademien in Deutschland haben die Initiative "Strukturen des Missbrauchs überwinden" gestartet. Sie wollen Debatten über Macht in der Kirche, Sexualmoral, priesterliche Lebensform forcieren.

Quelle: domradio


29.4.2019 Bischof Hanke, Eichstätt, bekennt sich mitschuldig an der Vertuschung kirchlicher Missbrauchsfälle. Die kirchliche Reaktion auf entsprechende Fälle in der Vergangenheit sei "sicher ein Beleg dafür, dass die Institution Kirche an der eigenen Selbstfixierung" leide. Es habe ein Bewusstsein dafür gefehlt, wie verheerend ein falscher Umgang mit Missbrauchstätern sein könne. "Ich spreche hier kein Schuldurteil über andere, ich schließe mich selber ein", so Hanke wörtlich. Weitere Konsequenzen hat das Eingeständnis der Mitschuld des Bischofs nicht.

Quelle: katholisch.de


28.4.2019 Im Jahr 2015 informierte der Sekretär des Bischofs Zanchetta von Oran u.a. den Generalvikar Manzano über Nackfotos des Bischofs und Fotos homosexueller Handlungen. Diese informierten andere argentinische Bischöfe. Danach wurde die apostolische Nuntiatur informiert, die um Berichte bat. Anfang 2015 wurde Zanchetta in den Vatikan beordert, kehrte aber auf seinen Bischofsposten zurück. Im Jahr 2016 schickten zwei Generalvikare des Bistums Oran, der Rektor des Priesterseminars und zwei weitere Priester einen Bericht an den Vatikan, in dem sie von Übergriffen des Bischofs Zanchetta in einem Priesterseminar berichteten. Der Bericht blieb folgenlos. 2017 schickten sie einen zweiten Bericht, in dem auch von sexuellem Missbrauch durch Zanchetta berichtet wurde. Eine Journalistin berichtete darüber, die Kirche verschwieg die Vorwürfe jedoch. Papst Franziskus holte Zanchetta nach Rom und schuf ihm eine neue Stelle in der Güterverwaltung des Päpstlichen Stuhls. Erst als "El Tribuno" Ende 2018 die wahren Gründe für den Rücktritt Zanchettas vom Bischofsamt öffentlich machte,  ging der Vatikan Anfang 2019 an die Öffentlichkeit. Erst in den letzten Monaten des Jahres 2018 habe der Vatikan von den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs erfahren. Inzwischen haben zwei Seminaristen Anzeige gegen Zanchetta erhoben. Als Erzbischof Bergoglio an der Spitze der argentinischen Kirche stand, war Zanchetta  Sekretär der argentinischen Bischofskonferenz. Der Verdacht drängt sich auf, dass Papst Franziskus den Bischof Zanchetta und die Kirche schützen wollte, indem er den Bischof in den Vatikan holte.

Quelle: www1.wdr.de


27.4.2019 Ein Pfarrer aus dem Bistum Limburg steht im Verdacht, sein Pflegekind, einen verwaisten Neffen, zwischen 1986 und 1993 sexuell missbraucht zu haben. Die FAZ berichtete, dass leitende Mitarbeiter des Bistums Limburg - auch der damalige Personalchef und Domkapitular Helmut Wanka - 1997 von dem Missbrauch erfahren hätten. Eine Notiz in der Personalakte gab es nicht. Der Beschuldigte wurde 1999 nach Eppstein versetzt. Die Gremien und die pastoralen Mitarbeiter*innen wurden nicht informiert. Verantwortlicher Bischof war zu jener Zeit Franz Kamphaus.

Der Diakon Mathias Wolf, der als Pastoralreferent in Eppstein zur Zeit des Beschuldigten tätig war, sagt: "Das ist die Kernschmelze des Vertrauens... Nicht nur die Leute glauben uns nicht mehr, auch die Mitarbeiter glauben der Institution nicht mehr."

Quelle: fnp


27.4.2019 Die Erzdiözese New York hat 120 Namen von Diakonen, Priestern und Bischöfen veröffentlicht, die mutmaßliche Missbrauchstäter sind. Kardinal Dolan sagt, kein Geistlicher, gegen den ein Vorwurf besteht, übe sein Amt aus. Derzeit gibt es im Bistum New York 1605 Priester, Ordenspriester und Diakone.

Quelle: domradio.de


27.4.2019 "Das Werk" hat in einer einstweiligen Verfügung gegen den Film "Gottes missbrauchte Dienerinnen" dessen Bereitstellung in der Arte-Mediathek geklagt. In dem FIlm werden falsche Anschuldigungen gegen einen Priester der Gemeinschaft, der bis vor kurzem leitend an der Glaubenskongregation tätig war, vorgebracht. Arte will Widerspruch einlegen.

Quelle: katholisch.de


26.4.2019 Der Richter Thomas Fischer beschreibt die katholische Kirche als verbrecherische Parallelgesellschaft: Mitten in Deutschland hat, vom Rechtsstaat unbehelligt und von den Polizeibehörden bewusst oder unbewusst ignoriert, über Jahrzehnte eine Parallelgesellschaft ihr Wesen treiben können, die, soweit erkennbar, die Begehung schlimmer Verbrechen erstens strukturell gefördert und zweitens systematisch und vorsätzlich vertuscht hat." 

Quelle: spiegel.de


26.4.2019 Michael Seewald, Dogmatikprofessor in Münster, macht sich Gedanken darüber, wie die katholische Kirche sich demokratisieren könne. Er stellt fest, dass im "verbindlichen synodalen Weg" die Rechte von Frauen nicht vorkommen. Der synodale Weg soll sich den Themen "Macht, priesterliche Lebensform und Sexualmoral" widmen. Wer an diesem Weg beteiligt ist, ist noch unklar. Seewald stellt fest, dass das Versprechen der Bischöfe, sie täten alles, um Missbrauch in der Kirche aufzuklären, bisher wenig wert ist, weil es keine Kultur der Offenheit in der Kirche gibt. Seewald fordert auch, dass die Bischöfe auf Tabuisierungen aller Art verzichten müssten "und die außer Rand und Band geratene Kurie in die Schranken weisen" müssten. Die Bischöfe dürften auch nicht nur wie bisher den Gläubigen sagen, was universalkirchlich nicht möglich ist. Seewald benennt , was mutige Bischöfe tun müssten: "Nun kommt es darauf an, dass sie auf universalkirchlicher Ebene auch deutlich machen, was ortskirchlich nicht mehr akzeptabel ist. Nur, wenn die Bischöfe diese Kraft aufbringen, hat der synodale Weg eine Chance."

Quelle: Süddeutsche


25.4.2019 Bischof Antonino Raspanti, Acireale in Süditalien, muss vor Gericht aussagen im Fall des Vorwurfs an den Führer der katholischen Vereinigung "Catholic Culture and Environment Association (ACCA)", Piero Alfio Capuana, sieben minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Die Gruppe glaubt, dass Capuana die Reinkarnation des Erzengels Michael sei und dass er mit der Jungfrau Maria spreche. Gegründet wurde die Vereinigung 1974 durch den katholischen Priester Pater Stefano Cavalli, der sich als spirituellen Sohn von Padre Pio betrachtete. Die katholische Kirche unterstützte - trotz Besorgnis über die hierarchische Struktur - die Gruppe durch Bereitstellung von Räumen in einer katholischen Pfarrei und die Bekanntgabe von Aktivitäten in der offiziellen Diözesanzeitung. Mitglieder der Gruppe durften nur bei bestimmten Priestern beichten. Einer von ihnen, Pater Orazio Caputo, brach vermutlich das Beichtgeheimnis, um ACCA-Mitglieder vor den polizeilichen Ermittlungen zu warnen. Gegen ihn läuft ein ziviler und ein kirchlicher Prozess.

Quelle: Cruxnow


25.4.2019 Die Boy Scouts of America listen 7 819 Täter und 12 254 Opfer sexuellen Missbrauchs auf. Die Dunkelziffer dürfte erheblich sein. In einigen US-Bundesstaaten wurde die Verjährungsfrist für einen gewissen Zeitraum ausgesetzt. Dann können Opfer klagen, auch wenn verjährte Taten betroffen sind. Beobachter erwarten viele Klagen.

Quelle: NZZ  faz.net 24.4.2019


25.4.2019 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, fordert ein Eingreifen der Politik, nachdem der Kriminologe Christian Pfeiffer die Bischofskonferenz belastet hat, von einem Schweigegeld-Angebot in Höhe von 120.000 Euro, moralischer Erpressung und versuchter Nötigung im gescheiterten Forschungsprojekt mit der KFN gesprochen hat. Namentlich erwähnt er Bischof Ackermann, in dessen Anwesenheit das Schweigegeldangebot gemacht worden sei und Kardinal Marx mit Blick auf Zensur- und Kontrollwünsche der Bischöfe.

Katsch hält es für wichtig, dass die Kirche jetzt auf die Enthüllungen und Vorwürfe Pfeiffers reagieren müsse und z.B. damalige Fehler beim Umgang mit der ersten Studie und Pfeiffer einräumen müsse. Pfeiffer meint, "eigentlich" müssten die Bischöfe Ackermann und Marx zurücktreten, weil sie ihre Glaubwürdigkeit verloren haben. Kardinal Marx könne nicht in Rom von Transparenz reden und den von ihm in Auftrag gegebenen Untersuchungsbericht des Erzbistums München-Freising geheimhalten. Kritiker gehen davon aus, dass mit der Nicht-Veröffentlichung des Münchner Westpfahl-Gutachtens Kardinal Ratzinger geschützt werden solle.

Quelle: Neues Ruhrwort


25.4.2019 Dr. August H. Leugers-Scherzberg, Historiker, nennt als Voraussetzung für gelingende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche kirchenunabhängige Organe, die eine umfassende juristische und (sozial-)wissenschaftliche Aufarbeitung leisten. Diese Aufarbeitung beinhalte, dass gegenwärtige Leitungspersonen als Täter und Vertuscher disziplinarisch und moralisch zur Rechenschaft gezogen werden.Zugleich müsste die absolutistische Herrschaft in der Kath. Kirche durch die Implementierung von Rechtsstaatlichkeit überwunden werden. Leugers-Scherzberg sieht, dass die Kath. Kirche weiterhin zu einer Bewältigung in Eigenregie tendiere. Ob die in Aussicht gestellte kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit tatsächlich eine unabhängige Gerichtsbarkeit werden solle, sei nicht klar. Entscheidend sei, ob die in Lingen in Aussicht gestellte unabhängige Aufarbeitungskommission zustande komme. Kommt die unabhängige Aufarbeitungskommission nicht zustande, sondern nur ein apologetisches Institut, dann laufe "der derzeitige Aktionismus in eine kirchliche Vergangenheitspolitik ..., die lediglich dazu dient, das System autoritärer Herrschaft aufrechtzuerhalten."

Quelle: feinschwarz.net


24.4.2019 Der Erzbischof von Kapstadt, Stephen Brislin, kritisiert, dass es bisher nur an wenigen Orten ein Regelwerk zum Umgang mit Missbrauch durch Geistliche gebe. Nur wenige afrikanische Länder seien dem Ruf des Vatikan gefolgt und hätten in den vergangenen Jahren ein Regelwerk zum Umgang mit Missbrauch durch Geistliche erlassen. Ein Grund dafür sei die fehlende Hilfe für die Kirche vor Ort. EIn anderer Grund seien Differenzen im kulturellen Verständnis, wie mit Missbrauch umzugehen sei.Das bedeute nicht, dass solche Fälle nicht geahndet würden, "aber eben auf andere Weise". Brislin sagte auch, dass der Missbrauch von Ordensfrauen die katholische Kirche in Afrika in den kommenden Jahren vermehrt beschäftigen werde.

Quelle: katholisch.de


24.4.2019 Seit einigen Jahren forscht Isabelle Jonveaux international zum Leben von Ordensleuten sowie zu deren Gemeinschaftsformen und zum Leben in Klöstern. Sie analysiert angesichts der offenbar gewordenen Fälle von Missbrauch an Ordensfrauen Strukturen von Frauengemeinschaften und benennt Zusammenhänge.

Quelle: feinschwarz.net


23.4.2019 Das Münchner IPP-Institut will aufklären, was im ehemaligen Kinderheim St. Josef, Hoheneck, geschehen ist. Schwester Edith Riedle, Leiterin des Karmelitinnen-Ordens in Hoheneck, sagte, die Opfer von Gewalt und Vernachlässigung sollen angehört werden. Bis zum 10. Mai 2019 können sich die Betroffenen melden. Eine Hotline ist bis zum 10.5. eingerichtet.

Adressen: Sr. Edith Riedle, 07141-48886 425; st.josef-sr.edith@arcor.de

Caritasverband Rottenburg-Stuttgart: 0800-4 300 400; www.caritas-gegen-missbrauch.de

IPP München: josefsheim@ipp-münchen.de

Quelle: stuttgarter-zeitung.de


22.4.2019 Eugen Drewermann sagt im Vorwort zu seinem neu aufgelegten Kleriker-Buch: Die Kleriker leiden am meisten an der katholischen Kirche.“ Das bürgerliche Bewusstsein baue darauf, dass die Welt in Gut und Böse eingeteilt werde und der Mensch frei sei. Im Christentum sei das anders, sagt Drewermann: "Die Menschen, die Böses tun, sind nicht böse. Sie wollen das nicht. Sie sind im Grunde wie Verlorene, Verlaufene, Verzweifelte. Und wie geht man sie jetzt suchen, um sie zurückzuholen? Das wäre die Aufgabe, aber nicht den Stab über sie zu brechen oder auf sie draufzuhauen." Drewermann plädiert dafür, dass die Opfer ihre Hilflosigkeit von damals verstehen und damit zugleich "die Hilflosigkeit dessen zu verstehen, der es ihm angetan hat. Und wirkliche Versöhnung mit sich selber ist identisch mit der Versöhnung dann auch des anderen."

Quelle: deutschlandfunk.de

Kommentar: Es gehört zu den Grundlagen jüdisch-christlichen Denkens, dass Menschen in der Lage sind, Gutes von Bösem zu unterscheiden. Diese Möglichkeit der Unterscheidung erlaubt denen, die unter den bösen Taten anderer leiden, die Taten und die Täter anzuklagen. Ein Opfer ist nicht weniger Opfer, wenn der Täter unter inneren und äußeren, systemischen Zwängen gehandelt hat. 


Karfreitag: "In der Gewissheit, dass der Vater [Gott] dich [Jesus] nicht verlassen hat, hast du die Kraft gefunden, seinen Willen anzunehmen, indem du vergeben und geliebt hast." So betet Papst Franziskus mit den Worten von Eugenia Bonetti beim Kreuzweg in Rom.

Quelle: vatican.va

Kommentar: Die Evangelisten widersetzen sich diesen Aussagen. Im Matthäus- und Markusevangelium fragt Jesus dezidiert: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"  (Mt2,46; Mk 15,34). Im Lukasevangelium betet Jesus:  "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" (Lk 23, 34). Nicht Jesus verzeiht, er bittet Gott, seinen Mördern zu verzeihen. Das ist ein Unterschied. Das Johannesevangelium schweigt vollständig zu beiden Themen, sowohl zur Gewissheit Jesu, dass sein Gott ihn nicht verlassen habe, als auch zur Vergebung.

Wer gefoltert wird, dem kommt jede, aber auch jede Gottesgewissheit abhanden. Gefolterte sind auch nicht zur Vergebung in der Lage. Die Evangelisten berichten daher sehr realistisch von der Gottverlassenheit Jesu und seiner Unfähigkeit zur Vergebung. Wer das gegen das Zeugnis aller Evangelisten umdeutet, formuliert den eigenen Wunsch, Gott möge auch in größter Not Menschen nicht verlassen und Menschen müssten auch noch unter der Folter verzeihen können. Zugleich setzt eine solche textwidrige Darstellung andere Gewaltopfer unter Druck, dass sie doch vergeben müssten. Sie zwingt zum Schweigen über das Erlittene diejenigen, die sich in der Gewalt von Gott und den Menschen verlassen erleben und die sich nicht einen defizitären, weil vergebungsunfähigen Glauben unterstellen lassen wollen.


Karfreitag - Burkard Hose: Habt Mitleid!

Quelle: feinschwarz.net


Karfreitag Lebenszeichen, Missbrauch in der Kirche: Vergebung oder Gerechtigkeit. Christoph Fleischmann, unter Mitarbeit u.a. von Dr. Barbara Haslbeck: Die kirchliche Lehre verheißt den Tätern Vergebung ihrer Schuld. Die Opfer der bösen Taten leiden aber mitunter ein Leben lang unter dem, was ihnen angetan wurde. Ist es nicht moralisch fragwürdig, die Täter zu entlasten solange die Opfer leiden? Gibt es nur Vergebung für die Täter und keine Gerechtigkeit für die Opfer? Oder könnte die Kirche auch anders mit Schuld umgehen, und den Tätern ihre Schuld nicht vergeben, sondern ihnen zur bleibenden Aufgabe machen? 

Quelle: Audiothek: WDR 3, 19.4.2019


21.4.2019 Rudolf Langthaler, ehemaliger Philosoph an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, schildert den Zustand der Katholischen Kirche. Er beklagt, dass die Kirchenleitungen den wichtigen Fragen ausweichen: Was heißt Erlösung, Auferstehung, Dreifaltigkeit, Menschwerdung Gottes, Jungfrauengeburt; diesen Fragen werde in der Verkündigung und im Diaolog ausgewichen. Langthaler spricht im Blick auf das Kirchenvolk von einem religiösen Analphabetismus.

Quelle: der standard


19.4.2019 Christoph Fleischmann: Vergebung oder Gerechtigkeit?


19.4.2019 Bischof Oster, Passau,ist sehr dankbar für die jüngsten Äußerungen Kardinal Ratzinger zum Missbrauchsskandal. Oster lese den Text "schlicht als Ausdruck seines Mitgehens, Mitfühlens und Mitleidens mit der Kirche, mit der geschichtlichen Situation, in der wir stehen und in die wir gekommen sind, mit den Menschen, die in der Kirche handeln und mit denen, die von der Kirche misshandelt worden sind".

Quelle: katholisch.de


18.4.2019 Das Zisterzienserpriorat Birnau, bei Überlingen, diente jahrelang als Entsorgungsstation für Geistliche mit einschlägigen sexuellen Neigungen, sagen Recherchen der Badischen Zeitung. Das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg, dessen Katholik*innen von den Zisterziensern betreut wurden, ließ Untersuchungen schleifen.

Als Täter werden genannt: Einnem Ex-Prior der Birnau wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Einem Pater Michael wird vorgeworfen, dass er einen 13-Jährigen veranlasste, nackt zu boxen und Reizwäsche zu tragen. Eine 13-Jährige berichten von Traumatisierung. In jüngeren Ermittlungen wird dem Pater vorgeworfen, er habe sich von Zuhältern jugendliche Prostituierte ins Kloster zuführen lassen.

Ein Pater Severin habe um 2001 in Niederösterreich "mindestens sechs Buben" missbraucht und sei verurteilt worden. Nach BZ-Recherchen musste der Augustiner-Chorherr damals sein Heimatstift Reichersberg verlassen und fand bis zum Haftantritt Asyl in der Birnau.

Ein Pater Robert, Zisterzienser, taucht in Diözseanverzeichnissen der 70er Jahre in der Birnau auf. Er war einschlägig vorbestraft und inhaftiert. Danach war er wieder als Priester tätig und kam nach der Haft in die Birnau. Pater Robert habe nicht zur Gemeinschaft Mehrerau gehört; er sei aus dem Orden entlassen worden, wurde aber dennach 1995 auf dem Klosterfriedhof beerdigt.

Der Fall von Pater Gregor  ist seit 2010 öffentlich bzw. im Erzbistum seit 2006 bekannt.  Auch andere Namen werden gerüchteweise genannt als Missbrauchstäter, sind dem Freiburger Ordinariat aber im Zuge der Recherchen nicht aufgefallen.

Quelle: Badische Zeitung


18.4.2019 Bischof Voderholzer, Regensburg, nennt innerkirchliche Diskussionen um Fragen von Macht und Partizipation "fruchtlos", weil damit die Kirche auf eine weltlich-politische Größe reduziert werde.

Quelle: domradio


17.4.2019 Der Augsburger Bischof Zdarsa ist der Ansicht, das Schicksal der Kirche entscheide sich an ihrem Umgang mit der Eucharistie.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Ich denke, das Schicksal der Kirche entscheidet sich am Umgang mit den kirchlichen (und außerkirchlichen!) Missbrauchsopfern, denn Jesus hat sich selbst an das Schicksal der Kleinsten gebunden: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40 b)


17.4.2019 Der Osnabrücker Bischof Bode äußert sich zu seiner Befindlichkeit angesichts des Missbrauchsskandals: Er zeigt sich betroffen angesichts der Enttäuschungen über die Kirche und ihre Verantwortlichen. Das mache für ihn die Liturgie an den Kar- und Ostertagen schwer. Wie (christliche) Betroffene die Kar- und Ostertage in einer sie täuschenden und enttäuschenden Kirche erleben, fragt er nicht.

Quelle: katholisch.de


17.4.2019 Michael Seewald schreibt zum Schreiben von Kardinal Ratzinger, emeritierter Papst, zum Missbrauchsskandal: Die Erinnerungen, mit denen Benedikt XVI. in seinem Text die 1968er Revolution beschreibt, seien "skurril". Die Worte des 92-Jährigen offenbarten ein "beachtliches Maß an Gehässigkeit". Der emeritierte Papst scheine zu denken, "dass es ohne ihn doch nicht geht". Die kirchliche Hierarchie sei geschickt darin, mit "Zwangsmaßnahmen" und "kirchenamtlichen Sprechverboten" Dinge unter der Decke zu halten, sagt Seewald.

Quelle: katholisch.de  fr.de


16.4.2019 Daniel Deckers über "Die Kirche der Mitwisser". Deckers konstatiert, dass es noch immer kein gemeinsames Vorgehen der Bischöfe bei der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle gebe. Die drei Bischöfe, die die Arbeit der MHG-Studie behinderten, bleiben unbehelligt. Die Bistümer, die Missbrauchsfälle an die Staatsanwaltschaften melden, definieren den potentiellen Täterkreis sehr unterschiedlich. So meldete Fulda 32 Fälle, Mäinz 199. Die häufig zitierten "externen Fachleute" seien überschaubar, zumindest die Zahl derer, die sich mit kirchlicher Verwaltung auskennen und merken, wann sie in die Irre geführt werden. Im Bistum Limburg  steht fest, dass die Namen der vertuschenden Bischöfe und Verantwortlichen nicht öffentlich genannt werden. Vertuscher im Bistum Limburg sollten „gegebenenfalls zur Verantwortung gezogen werden“. Dies gilt dann vor allem für Bischof Kamphaus (u.a. Fall Fritz B.).

Quelle: edition.faz.net


16.4.2019 Marie-Laure Janssens, eine ehemalige kontemplative Schwester des Heiligen Johannes, berichtet, sie habe 2017 das Buch "Le Silence de la Vierge" geschrieben und darin auch von ihrem sexuellen Missbrauch berichtet. Vor der Veröffentlichung wollte sie sicher sein, dass ihr Zeugnis den Ruf der Kirche nicht schädigen würde und fragte ihren Bischof, Mgr. Henri Bricard, nach seiner Genehmigung. Er sagte ihr: "Das Schweigen der Kirche ist ein Akt der Barmherzigkeit gegenüber den Menschen. Schweigen bedeutet nicht, Angst vor der Wahrheit zu haben, wenn dieses Schweigen ein Zeichen der Selbsthingabe ist, der Sprache des Dienstes, wie uns die Jungfrau Maria verständlich gemacht hat."

Quelle: globalsistersreport.org


16.4.2019 Der Kriminologe Christian Pfeiffer, KFN, wirft der katholischen Kirche vor, dem Forschungsinstitut Geld angeboten und ihn selbst bedroht zu haben, um ihn und seine Kollegen zum Schweigen zu bringen über ihre Sicht zu den Umständen des Scheiterns einer gemeinsamen Studie zu bringen. 2012 sei Pfeiffer als Leiter des KFN - in Anwesenheit von Bischof Ackermann -, angeboten worden, "dass wir nicht ausgegebene Forschungsmittel in Höhe von circa 120.000 Euro für sonstige Forschungszwecke behalten dürfen." Pfeiffer habe das im Namen des KFN abgelehnt. Daraufhin hätte Ackermann dem Kriminologen gedroht, "dann sei ich ein Feind der katholischen Kirche - und das wünsche er niemandem". Der Bischof habe erklärt, "dass sie meinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren würden", "dass mir das schaden würde, dass ich es bereuen und einen schweren Fehler begehen würde", wenn keine Schweigevereinbarung zustande käme, so Pfeiffer. Er wertet das als Versuch einer Nötigung. Zudem ließ die katholische Kirche vor Gericht klären, dass Pfeiffer bei Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro nicht mehr behaupten dürfe, die Kirche habe die Studie zensieren wollen. Die Kirche unterlag in dem Prozess. Auch Kardinal Marx habe - so Pfeiffer - keine Transparenz zugelassen und den Wissenschaftlern den Datenzugang erschwert. Die Kirche habe verhindert, dass Forscher "auch die in die Gegenwart ragende Mitverantwortung von Bischöfen, von Diözesen und Verwaltungen" aufdecken.

Quelle: presseportal.de

Nachtrag 18.4.2019 Das Bistum Trier äußert sich nicht zu dem Bericht von Christian Pfeiffer.


16.4.2019 In Birnau/Bodensee soll der ehemalige Prior des Zisterzienserklosters Mehrerau  sexuell übergriffig geworden sein gegenüber einem damals 13-Jährigen und einer heute 35-jährigen Frau, die damals 15 Jahre alt war. Der Beschuldigte weist die Anschuldigungen zurück. Die mutmaßlichen Opfer stammen laut „Bild“ aus einer Sinti-Großfamilie.

Der Pressesprecher berichtet, dass der Pater bereits vor ca 20 Jahren erpresst worden sei. Er habe damals an die Erpresser gezahlt und ist später wegen Veruntreuung vor ein weltliches Gericht gekommen und zu einer einjährigen bedingten Haftstrafe verurteilt worden.Die Erpresser mussten ins Gefängnis. Das Kloster Mehrerau geht davon aus, dass die erneuten Beschuldigungen gegen den Pater einer weiteren Erpressung durch den selben Personenkreis dienen. Es hat bei den zuständigen Staatsanwaltschaften Konstanz und Feldkirch Sachverhaltsdarstellungen eingebracht.

Quelle: orf


16.4.2019 Bischof Jung, Würzburg, fragt: „Was geben wir öffentlich für ein Schauspiel ab in der Selbstzerfleischung bezüglich der Situationsanalyse?“ Diese reiche im Extrem von der Feststellung, Kirche sei eine „Täterorganisation“ bis hin zur vernichtenden Diagnose, der Missbrauch reiche in die „DNA der Kirche“.

Quelle: pow.bistum-wuerzburg.de


16.4.2019 In Rheinland-Pfalz erhielten Opfer der Heimerziehung mehr als zwölf Millionen Euro für materielle Hilfen und Rentenersatzleistungen bekommen. Im Durchschnitt erhielt jeder einst misshandelte Betroffene 9.850 Euro für materielle Unterstützung und 8.245 Euro für Rentenersatzleistungen, wie das Familienministerium am Dienstag mitteilte.

Quelle: swr


16.4.2019 Angesichts der epochalen Umbrüche in der katholischen Kirche ist echte Veränderung gefordert. Matthias Sellmann, Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP), Bochum, drängt auf Verbindlichkeit.

Quelle: feinschwarz.net


16.4.2019 Wojciech Polak, 54, Erzbischof von Gniezno (Gnesen) und Primas von Polen erklärt im Interview, die in Polen bekannten Fälle sexuellen Missbrauchs durch Kleriker seien möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs. Zwar gebe es seit 2001 die Pflicht, jede Meldung zu prüfen und an den Vatikan zu melden. In der Praxis sei dies nur selten passiert. Es brauche eine neue Mentalität.

Quelle: Süddeutsche


15.4.2019 Der Kirchenhistoriker Massimo Faggioli sagt, die Rolle eines "Papa emeritus" lasse sich in der aktuellen ungeordneten Form nicht weiterführen. Sie erfordere klare Regelungen sowohl für den Betroffenen als auch für die Gläubigen: "Die Kohabitation zwischen den beiden Päpsten kann nur funktionieren, wenn der zurückgetretene unsichtbar bleibt."

Quelle: kathpress.at


15.4.2019 In Polen nennt ein siebenseitiger Bericht der Bischofskonfrenz von 1990 bis 2018 insgesamt 382 Missbrauchsfälle. Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz sagt, die Vorwürfe sollten die Autorität der Kirche untergraben. Der Stellvertretende Vorsitzende verglich die Forderung nach null Toleranz gegenüber Missbrauchstätern mit dem Verhalten von Nazis und Bolschewiken gegenüber ihren Feinden. Erzbischof Wojciech Polak, 54, Gniezno/Gnesen, wiederum fordert, die Opfer anzuhören, um eine neue Mentalität herzustellen. Ob ein ausführlicher Bericht über Missbrauch durch Kleriker erarbeitet wird, wird erst nach dem Besuch von Erzbischof Scicluna Mitte Juni bei der polnischen Bischofskonferenz in Erwägung gezogen. Ob es eine Aufklärung der Vorwürfe gegen den 2010 gestorbenen Solidarnosc-Priester Henryk Jankowski geben wird, ist unklar. - Früher vertrauten 90 Prozent der Polen der Kirche, heute sind es nach Angaben des kath. Wochenblattes Tygodnik Powszechny nur noch 54 Prozent der Polen.

Quelle: Süddeutsche


15.4.2019 Zu den Missbräuchen in Lüdge sagt Matthias Drobinski: "Es hat, weit über die Regierung hinaus, der Staat mit seinen Institutionen die Kinder alleingelassen, die da ihren Vergewaltigern ausgeliefert waren. Polizei und Jugendamt haben nicht mit all ihrer Kompetenz und Zugriffsmacht die Menschenwürde geschützt; sie haben dazu beigetragen, dass sie weiter mit Füßen getreten werden konnte."

Quelle: Süddeutsche


15.4.2019 Die Bloggerin Mary Pezzulo sagt: "Jesus wurde sexuell missbraucht" und begründet ihre Aussage. 

Quelle: feinschwarz.net


15.4.2019 Missbrauchte Nonnen: Chronologie eines lang verborgenen Skandals. Maura O’Donohue schickte 1994 einen Bericht an den Vatikan. 1996 ergab eine unabhängige Studie dreier Psychiater, dass 30 % der Nonnen in den USA während (!) ihres Ordenslebens sexuellen Missbrauch erlebt hätten. Zählt man die sexualisierte Gewalt vor dem Ordenseintritt hinzu, sind 40 % der Ordensschwestern sexuell missbraucht worden. Die Autoren hatten mehr als 1.100 Nonnen von 123 Ordensgemeinschaften in den USA befragt. Mindestens 34.000 Ordensfrauen sollen betroffen gewesen sein. In 13 % der Fälle wurde die sexuelle Ausbeutung oder Belästigung durch Ordensfrauen begangen, in 87 % der Fälle waren die Täter männlich und Kleriker. Erst im Januar 2003 wurde die Studie veröffentlicht. Vorher hatten die Us-amerikanischen Ordensoberinnen Sorge, die Informationen würden sensationalistisch ausgeschlachtet.

Quelle: br.de


15.4.2019 Die beiden Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie,  Christof Breitsameter und Stephan Goertz, nehmen zum Schreiben von Kardinal Ratzinger zur Missbrauchskrise Stellung.

Quelle: feinschwarz.net


13.4.2019 Eckhard Bieger, SJ, schildert seine Sicht auf Missbrauchsopfer: "Die Opfer haben Gewalt erfahren. Daher mussten sie Schutzmechanismen ausbilden, vor allem deshalb, weil sie eigentlich nicht mehr vertrauen können. Hinzu kommt ein weiteres Motiv, sich zurückzuziehen: ihnen wurde nicht zugehört. Jeder, der sich zurückzieht, geht der Gemeinschaft verloren. Sind die Traumatisierten erwachsen, werden sie weiter ins Aus geschoben, indem sie für schrullig gehalten werden. Oder sie streuen Pessimismus in die Familien und Gruppen, in denen sie Mitglied sind. Da sie sich nicht direkt am Täter rächen können, lenken sie ihre Enttäuschung, ihr Misstrauen, ihre destruktiven Energien auf andere. Manche werden sogar selbst wieder zu Tätern."

Quelle: hinsehen.net


13.4.2019 Der Übergangsleiter des Erzbistums Santiago, der chilenische Bischof Celestino Aos, traf Missbrauchsopfer von Priestern und bat um Entschuldigung für die erlittene Gewalt. Die Gründer der Opferinitiative "Para la confianza",  James Hamilton, Juan Carlos Cruz und Jose Andres Murillo, lobten die Geste des Bischofs, bekräftigten aber die Forderung nach konkreten Schritten. Ein Berufungsgericht hatte den drei Opfern eine Entschädigung von je 130.000 Euro zugesprochen. Das Erzbistum Santiago will nicht gegen die Entscheidung vorgehen.

Quelle: domradio.de


13.4.2019 Der Kirchenhistoriker Wolf hat vor dem Freckenhorster Kreis den Missbrauchsskandal als größte Systemkrise der Kirchengeschichte bezeichnet und zugleich gesagt, dass die 2000-jährige Geschichte und Tradition de "Quelle und Chance zu ihrer Reformierung" in sich trage. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hätten unter ihren Pontifikaten Reformen zum „Tabu und zum Unwort“ gemacht. Dabei sei die Kirche immer Wandlungsprozessen unterworfen gewesen. „Das, was wir heute Kirche nennen, besteht so erst seit dem 19. Jahrhundert.“ Wolf erinnerte daran, dass in früheren Jahrhunterten die Beichte von Nonnen und Mönchen abgenommen wurde, 500 Jahre lang ein Konsistorium aus Kardinälen Entscheidungen in Rom Trafen, Bischöfe nicht immer von Rom ernannt wurden, es weibliche Diakone gab und Frauen rechtlich als Bischöfe agierten - dies habe erst das 2. Vatikanum unmgölich gemacht. Die bisherigen Dialogprozesse haben zu nichts geführt. Christiane Florin prangerte die "Verachtung von Frauen" in der Kirche an und sagte, Frauen seien "auch keine Missbrauchs-Präventions-Geschöpfe“, die die alten Strukturen retten könnten. Den synodalen Weg nannte sie eine Ablenkung und rief dazu auf, den Bischöfen die Kirche nicht zu überlassen.

Quelle: kirche-und-leben.de


13.4.2019 Der Journalist Pedro Salinas und die Journalistin Paola Ugaz haben 2015 Missbrauch, Vergewaltigungen, Erniedrigungen, Grausamkeiten, militärischen Drill und Misshandlungen in der konservativ-katholischen und päpstlich anerkannten apostolischen Laien-Bewegung "Sodalitium Christianae Vitae", Peru, aufgedeckt. Eine unabhängige Untersuchungskommission hat die Vorwürfe später bestätigt. Der heutige Erzbischof Eguren, eines der Gründungsmitglieder des "Sodalicio", dem selbst seit Jahren Missbrauchsvertuschung vorgeworfen wird, hat im August 2018 Verleumdungsklage eingereicht, weil Salinas ihn mit dem chilenischen Bischof Barros verglichen hat. Nun wurde Salinas zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und einer Entschädigungszahlung von ca 21.500 Euro verurteilt. Die peruanische Bischofskonferenz stellte sich hinter den verurteilten Journalisten. Salinas will gegen das Verleumdungsurteil vorgehen und seine Äußerungen auf keinen Fall zurücknehmen: "Eher zahle ich Eguren die Strafe und recherchiere und schreibe weiterhin, was ich für richtig halte."

Quelle: kathpress.at


12.4.2019 Die Statue des Jesuiten Renato Poblete in der chilenischen Hauptstadt Santiago wird eingeschmolzen. Der 2010 verstorbene Geistliche soll eine Frau sexuell missbraucht haben; die Vorwürfe sind seit Januar dieses Jahres bekannt.

Quelle: vaticannews


12.4.2019 Im Bistum Limburg wird derzeit gegen vier Priester wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Bischof Bätzing hat in einem der Fälle Position gegen den früheren Personaldezernenten des Bischofs bezogen. Das ehemalige Pflegekind des Pfarrers hat dem früheren Personaldezernenten vorgeworfen, den sexuellen Missbrauch des Pfarrers am Pflegekind vertuscht zu haben. Gegen den beschuldigten Pfarrer läuft ein kirchenrechtliches Verfahren.

Quelle: wiesbadener-kurier.de


12.4.2019 Anfang der 2000er-Jahre wechselt ein Priester des Bistums Limburg in eine andere hessische Gemeinde. Dort kommt es zu Vorwürfen wegen Distanzlosigkeit gegenüber Jugendlichen. Untersuchungen des Bistums bestätigen die Vorwürfe nicht.  Dann wurde der Priester 2010 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Staatsanwaltliche und kirchenrechtliche Untersuchungen blieben folgenlos. Der Priester räumte die Vorwürfe teilweise ein. Bischof Tebartz-van Elst suspendiert den Priester, kurz bevor er eine neue Stelle als leitender Pfarrer in einer hessischen Gemeinde antreten soll. Die Gemeinde wird nicht informiert. Der Bistums-Sprecher verneint jeglichen Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt. Nach den Vorfällen wechselt der Priester den Wohnort in ein anderes Bundesland, ein anderes Bistum. Die Suspendierung wird aufgehoben. Dennoch belegte das Bistum den Beschuldigten 2010 mit Auflagen.

Nach der Vorstellung der MHG-Studie im September 2018 meldeten sich erneut Betroffene beim Bistum Limburg mit bislang unbekannten Vorwürfen. Bischof Bätzing hat den Dienst des Priesters "stark eingeschränkt". Die Einschränkungen betreffen vor allem den Umgang mit jungen Menschen. Der Priester dürfe nicht mehr als Seelsorger und Hochschul-Dozent arbeiten und das Halten von Gottesdiensten wäre ihm verboten. Der neue Fall reicht in die frühen 90er-Jahre zurück.

Das Bistum Limburg geht jetzt erneut gegen den Priester vor.

Ein Missbrauchsopfer des beschuldigten Priesters erzählt.

Quelle: hr-inforadio


12.4.2019 Im Bistum Osnabrück sollen die Gremien für Missbrauchsprävention und -aufarbeitung mit 50 % externen Fachleuten besetzt werden.

Quelle: domradio


12.4.2019 Die Franziskanische Generaloberin Sr. Katharina Ganz sagt: "Mein Eindruck ist, dass das Frauenthema in der römischen Kurie in Rom, nach wie vor ein ungeliebtes Thema ist. Man will nicht wirklich, dass Frauen mehr an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, geschweige denn, dass man über Frauen in kirchlichen Ämtern nachdenkt."

Zur sexualisierten Gewalt von Priestern und Bischöfen an Ordensfrauen sagt die Generaloberin: "Ich erwarte mir, dass er (Papst Franziskus] ähnlich deutlich wird, wie bei der sexualisierten Gewalt an Minderjährigen und dieses Thema zur Nulltoleranz-Zone erklärt. Es muss entschieden aufgearbeitet werden, was da in den letzten Jahrzehnten schon im Vatikan bekannt geworden ist. Außerdem erwarte ich, dass sich immer mehr betroffene Frauen und auch Ordensfrauen trauen, ihr Schweigen zu brechen und zu sagen, was mit ihnen geschehen ist."

Quelle: domradio


12.4.2019 Julia Knop, Professorin für Dogmatik, nennt Geschlechtergerechtigkeit ein zentrales theologisches Anliegen und zunehmend auch ein ökumenisches Problem. Es könne nicht sein, "dass das unverzichtbar Katholische darin liegt, Frauen strukturell zu benachteiligen", sagt sie. Sie meint, dass Geschlechtergerechtigkeit im Jahr 2019 eine Selbstverständlichkeit sein müsste: "Nicht der Zugang zu Entscheidungskompetenzen und bestimmten Rollen ist begründungspflichtig, sondern der geschlechtsspezifische Ausschluss."

Quelle: domradio


12.4.2019 Weitere Theolog*innen kritisieren den Text des emeritierten Papstes zur Missbrauchskrise. Martin Wehrlen findet ebenfalls deutliche Worte. Auch der Kirchenrechtler Thomas Schüller äußert sich klar.

Quelle: kathpress.at


12.4.2019 Christiane Florin kommentiert das Missbrauchsschreiben des emeritierten Papstes: "Der Text ist nicht ganz kurz, dennoch war kein Platz, um einige Worte darüber zu verlieren, welche Wunden Kleriker geschlagen haben, was sie Kindern, Jugendlichen und Ordensfrauen angetan haben."

Quelle: deutschlandfunk.de


12.4.2019 Tilman Kleinjung sagt, Kardinal Ratzinger, der emeritierte Papst, fördere die Spaltung seiner Kirche.

Quelle: katholisch.de


11.4.2019 Der emeritierte Papst Benedikt sieht die Ursache für die Missbrauchstaten von Klerikern in der Gottlosigkeit, in der Entfremdung vom Glauben und in der Auflösung der moralischen Lehrautorität der Kirche seit den 1960er Jahren. Das wahre Opfer sind Kirche und Glaube.

Magnus Striet sagt das Nötige zu den Ausführungen des emeritierten Papstes.

Quelle: katholisch.de


11.4.2019 Hans Zollner, Kinderschutzexperte der Kinderschutzkommission des Vatikans und Präfekt des Kinderschutzzentrums der Gregoriana, fordert (seit 2012!) eine theologische und seelsorgerische Auseinandersetzung mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Er bemängelt, dass es seit 35 Jahren zwar eine psychologische, psychiatrische, kirchenrechtliche und strafrechtliche Auseinandersetzung mit Missbrauch durch Geistliche gebem, jedoch keine theologische. Z.B. keine Litrugie, in der sich Betroffe ausdrücken können. Die Kirche müsse sich dem Thema theologisch sehr grundsätzlich stellen, fordert er.

Quelle: kath.ch


10.4.2019 In Hamm-Bockum-Hövel informierte das ehemalige Mitglied der Missbrauchskommission, Hermann Kahler, über Details des Falls Pottbäcker. Der inzwischen verstorbene Geistliche hat an mehreren oder allen Dienstorten Opfer hinterlassen, auch in der Heilig-Geist-Gemeinde in Hamm-Bockum-Hövel, wo er von 1968 bis 1971 Kaplan war. Vier Betroffene gingen an die Öffentlichkeit. Die Verantwortlichen des Bistums Münster hätten entscheidende Informationen über die Taten des Kaplans gehabt haben müssen, ihn aber dennoch versetzt und die Kinder nicht geschützt. In den Personalakten seien kaum Informationen zu finden, die die Auseinandersetzung der damaligen Bistumsleitung mit dem Fall belegen. 

Quelle: kirche-und-leben.de


10.4.2019 Hier ist nachzulesen, wie es einem Opfer aus dem Erzbistum Freiburg, Birnau, seit 2006 erging. Spätestens seit Dezember 1968 weiß das Kloster des Täters, Abt Kassian Lauterer des Klosters Mehrerau, um die pädophilen Neigungen - und versetzt den Täter, der auch andernorts Opfer hinterlässt. Im Februar 2019 hat das Opfer aus Birnau eine Kirchenklage u.a. gegen Erzbischof Burger und gegen den emeritierten Erzbischof Zollitsch im Vatikan eingereicht und zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Freiburg gegen Verantwortliche der Erzdiözese Freiburg wegen Urkundenunterdrückung und gegen Erzbischof Burger wegen Verdachts auf Strafvereitelung gestellt.

Quelle: kontextwochenzeitung.de


9.4.2019 Vier der 27 Bistümer haben bislang Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker Einblick in die Akten des Täters gegeben. Acht Bistümer haben keine Anträge erhalten. Zwei Bistümer lehnen Akteneinsicht grundsätzlich ab. 13 Bistümer haben dem SWR nicht geantwortet. Einem Opfer aus dem Erzbistum Freiburg wurde im Bistum Basel, in dem der Täter ebenfalls arbeitete, Akteneinsicht gewährt. Das Bistum Basel sagt, es habe die Akte bereits am 1. Februar 2019 an das Erzbistum Freiburg geschickt.  Acht Wochen später schreibt das Erzbistum dem Opfer, es gebe im Erzbistum keine Akte zu Pater Gregor.

Quelle: swr.de/report


9.4.2019 Der Vorsitzende der Ungarischen Bischofskonferenz, Andras Veres, sagt, in Ungarn sei der Anteil an Missbrauchsfällen in der Kirche sehr klein: "Bei uns ist wahrscheinlich weniger Missbrauch passiert als in anderen Ländern." In Ländern mit einem gesellschaftlich liberalen Geist in der Bevölkerung gebe es mehr Fälle von Kindesmissbrauch.

Quelle:  kathpress


9.4.2019 Die katholische Kirche in Japan will Untersuchungen zum sexuellen Missbrauch durch Kleriker einleiten. Es gibt fünf Berichte, die verörrentlicht wurden, als 2002 und 2012 Untersuchungen starteten. Derzeit suchen die Bischöfe die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die fünf gemeldeten Missbrauchsfälle werden erneut geprüft. Mitz den Opfern wurde gesprochen, die Täter jedoch nicht bestraft.

Quelle: sumikai.com


9.4.2019 Ein ehemaliger Messdiener und Seminarist hat eine Zivilklage gegen den ehemaligen Bischof von Wheeling-Charleston, USA, wegen sexueller Übergriffe eingereicht, die 2014 stattgefunden hätten. Zugleich klagte der ehemalige Seminarist gegen die US-amerikanische Bischofskonferenz, das Bistum Wheeling-Charleston sowie jede Person, die mit der Diözese in engerer Verbindung stand. Der Kläger war auch als Sekretär für den Bischof tätig.

Am 13.11.2018 ordnete Papst Franziskus eine Untersuchung gegen Bransfield wegen Sexueller Belästigung Erwachsener an. Bransfield erreichte am 8.9.2018 die Altersgrenze und Papst Franziskus nahm sein Rücktrittsgesuch an. Am 20.3.2019 wurde bekannt, dass gegen Bransfield Klage eingereicht wurde, weil er in seinem Bistum (2005- 2018) bekannte Missbrauchstäter erneut an Grund- und weiterführenden Schulen eingesetzt hatte.

Quelle: katholisch.de


9.4.2019 Im Bistum Trier wurde ein weiterer Verdacht auf sexuellen Missbrauch bekannt. Das mutmaßliche Opfer ist der Trierer Tenor Thomas Kiessling. Er sagte, er sei von einem Pater der Trierer Abtei St. Matthias sexuell missbraucht worden. Von den Übergriffen hätten alle gewusst, „trotzdem gab es das große Schweigen“.

Bereits 2011 wurden sechs Opfer eines Paters der Trierer Benediktinberabtei St. Matthias bekannt.

Quelle: volksfreund.de


8.4.2019 Daniel Bogner: "Diese Kirche tötet". Bogner spricht von einem "toxischen Kern" der Kirche.

Quelle: feinschwarz.net


8.4.2019 Der Öffentlichkeit und den Mitgliedern der Chorherren wurde bislang im Stift Klosterneuburg verschwiegen, dass Experten im September 2018 Propst Bernhard Backovsky den Rücktritt nahegelegt haben. Der komplette Bericht wurde nicht veröffentlicht. Das Stift verhinderte die Herausgabe der zweiseitigen Empfehlungen. Die Experten schreiben, das Stift und die verantwortlichen Personen müssten einer kirchenrechtlichen Prüfung unterzogen werden. Das Stift Klosterneuburg antwortete auf Anfrage von Addendum: „Eine Empfehlung zum Rücktritt ist im schriftlichen Expertenbericht nicht enthalten.“ Zum Hintergrund: 1993 missbrauchte der Chorherr Dominik V. einen Ministranten. Erst 2017 wurde der Fall durch das Nachrichtenmagazin Profil öffentlich. Das Recherche-Portal Addendum weist darauf hin, dass das Kloster schon sehr früh von dem Missbrauch wusste, aber geschwiegen und vertuscht hat. Der Beschuldigte wurde auch in Deutschland straffällig und dann auch verurteilt. - In der Redaktion von Addendum haben sich mittlerweile weitere Betroffene sexuellen Missbrauchs im Stift Klosterneuburg gemeldet.

Quelle: addendum


6.4.2019 Entgegen den Aussagen der bisherigen Redaktionsleiterin des vatikanischen Frauenmagazins "Donne Chiesa Mondo", Lucetta Scaraffia, sind nicht alle Mitarbeiterinnen des Magazins zurückgetreten. Die übrigen, meist freien Mitarbeiterinnen der Zeitschrift wollen weiterarbeiten.

Quelle: katholisch.de


5.4.2019 Über die Aufgaben der theologischen Disziplinen sprechen Julia Knop, Magnus Striet, Thomas Schüller, Matthias Reményi, Viera Pirker und Maria Herrmann, die schreibt: "Wenn der "Schutz der Kirche" stattdessen bedeutet, Kriminelle zu schützen, raubt er der Kirche ihr Herz."

Quelle: zeit.de


5.4.2019 Im Bistum Limburg sollen die Empfehlungen der MHG-Studie umgesetzt werden. Alle Personalakten werden durch externe, unabhängige Fachleute untersucht. Die Aus- und Weiterbildung von Seelsorgern wird überarbeitet. Die Begleitung von Seelsorgern soll mit Personalführungskonzepten verbessert werden, Informationsabläufe innerhalb des Bistums und die Öffentlichkeitsarbeit des Bistums werden überprüft. Klerikale Machtstrukturen sollen aufgebrochen werden, die Rolle der Frau in der Kirche soll gestärkt werden, die Auseinandersetzung mit der katholischen Sexualmoral soll forciert werden, Homosexualität soll neu bewertet werden. Kirchenrechtliche Konsequenzen und Gewaltenteilung sollen diskutiert werden. Diese Überprüfungen sollen im Juni 2020 abgeschlossen und danach umgesetzt werden.

Umfassendes Ziel des Projekts ist für den Limburger Bischof Bätzing, dass Opfer von Missbrauch "endlich gesehen werden". Sie müssten teilhaben an der Aufarbeitung, auch strukturell in der Kirche. Wie Betroffene in die Arbeitsgruppen eingebunden werden sollen, erläutert der Bischof nicht.

Quelle: Bistum Limburg   hessenschau


5.4.2019 Der päpstliche Sonderermittler Erzbischof Charles Scicluna will die 2018 in Chile gesammelten Zeugenaussagen im Interesse der 64 Gesprächspartner nicht der Staatsanwaltschaft übergeben. Zugleich ist er zuversichtlich, dass auch in Chile zunehmend Gerechtigkeit walten wird.

Quelle: vaticannews


5.4.2019 Im Erzbistum Köln wurde ein katholischer Pfarrvikar im Kreisdekanat Euskirchen beurlaubt. Er wurde 2010 von Betroffenen angezeigt wegen Missbrauchs, der aus den 1990er Jahren datierte. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Der Priester bestreitet die Vorwürfe. Nun hat sich im Zuge einer erneuten kircheninternen Untersuchung gezeigt, dass die Vorwürfe gegen den Geistlichen der Glaubenskongregation hätten gemeldet werden müssen, was jedoch nicht geschah.

Quelle: sueddeutsche.de


5.4.2019 Kardinal McCarrick wurde wegen sexuellen Missbrauchs eines 11jährigen Jungen und wegen sexuellen Machtmissbrauchs von Seminaristen und Priesteranwärtern suspendiert, bis die kirchenrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen sind. Sein Nachfolger, Kardinal Wuerl ist zurückgetreten, nachdem ihm Vertuschung vorgeworfen worden war. Der neu ernannte Erzbischof von Washington, Wilton Gregory verspricht: "Ich werde Euch immer die Wahrheit sagen, wie ich sie verstehe."

Quelle: de.catholicnewsagency.com


5.4.2019 Priester, die Übergriffe unterhalb der Schwelle der juristischen Strafbarkeit begangen haben, werden nach Aussage des Generalvikars Klaus Winterkamp, Bistum Münster, nicht mehr im Bistum  angestellt. Sie werden bis ans Lebensende vom Bistum bezahlt und besitzen eine Rehabilitierungsmöglichkeit. Sie können von einem Nachbar-Bistum wieder eingesetzt werden.

Quelle: rp-online.de


5.4.2019 Das Bistum Fulda hat der Staatsanwaltschaft eine Liste mit 32 Personen gegeben. Die Diözese Limburg übergab 35 und die Diözese Mainz 199 Namen. Die übergebenen Akten enthalten Namen von Priestern und von Mitarbeitern kirchlicher Einrichtungen. Darunter sind auch Akten von verjährten Fällen, von strafrechtlich nicht relevanten  oder von Fällen, in denen bereits ermittelt wird oder Beschuldigte verstorben sind.

Quelle: n-tv


4.4.2019  Artur Boelli, italienisches Missbrauchsopfer des Klerikers  Pater Silverio Mura, wurde von Mitgliedern der römischen Kurie angehört. Ihm wurde zugesagt, dass sein Fall wieder aufgenommen werde, er über jeden Schritt informiert werde. Die kurialen Gesprächspartner - Disziplinarabteilungsleiter Pater John Kennedy und dem Staatssekretär Pater Matteo Visioli - betonten, dass sich die Dinge nach dem Februar-Gipfel der Bischöfe zum Schutz Minderjähriger geändert hatten. Borelli wurde auch gesagt, der Papst wisse um seinen Fall und kümmere sich um ihn. Inzwischen wurde der mutmaßliche Täter von der Glaubenskongregation für unschuldig befunden. Dabei wurden seine Anrufe nicht beantwortet, er wurde nicht über das Urteil informiert und wird die Einzelheiten des kirchlichen Prozesses nicht erfahren. Borelli galt in dem Verfahren als Zeuge, nicht als Teil des Prozesses.

Quelle: cruxnow


4.4.2019 Der "Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung" fordert ein Verbot der Prostitution. In der "Mainzer Erklärung" verlangt der Kongress u.a., den Betrieb von Bordellen zu verbieten und die Bezahlung für Sex als sexuelle Gewalt anzuerkennen. Damit würden die Besuche bei Prostituierten unter Strafe gestellt.  Lea Ackermann, Solwodi, spricht davon, dass Deutschland mit seiner liberalen Prostitutionspraxis und 1,2 Millionen Freiern täglich das "Bordell Europas" sei.

In Schweden, Norwegen, Irland und Frankreich gebe es ein Sexkaufverbot, das das Europäische Parlament bereits 2014 in einer nicht bindenden Resolution empfohlen hat.

Quelle: swr.de


4.4.2019 Der Generalvikar des Kantons Zürich, Josef Annen und die Präsidentin des Synodalrats haben einen Brief an Papst Franziskus geschrieben. Sie sagen, die Kirche stehe in Flammen und Hirten haben den Flächenbrand gelegt. Sie mahnen Taten an und fordern Reformen im Blick auf den Pflichtzölibat, den Ausschluss von Frauen, Klerikalismus und die Sexualität.

Quelle: katholisch.de


4.4.2019 In letzter Instanz hat die Glaubenskongregation den früheren Erzbischof von Guam, Anthony Sablan Apuron, wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt. Die Strafe besteht darin, dass Apuron nicht mehr Erzbischon von Guam ist, sich dort nicht aufhalten darf, aber weiterhin Priester und Bischof bleibt. Allerdings darf er nicht mehr Bischofsstab, Brustkreuz und Mitra tragen. Mehrere Messdiener hatten Apuron beschuldigt, er habe sie in den 1970er Jahren sexuell missbraucht. Apuron ließ mitteilen, er wehre sich gegen die „koordinierte Kampagne“ gegen ihn. Er sei „vollkommen unschuldig“ und habe dafür „Beweise“.

Quellen: vaticannews.va  katholisch.de


4.4.2019 Irene Gassmann, Priorin des Schweizer Benediktinerinnenklosters Fahr, sagt, in der Hierarchie stützten sich die Männer gegenseitig. Priester haben eine Sonderstellung, die Frauen nicht einnehmen dürfen. Dies gilt nicht nur für die Sakramentenspendung. Die Schweizer Benediktinerinnen brauchen einen "Ordensassistenten", der den Orden bei der vatikanischen Religiosenkongregation vertritt. Gassmann fordert eine Rückbesinnung auf die Taufe: "Durch die Taufe sind wir, ob Frauen oder Männer, gleichwertige Glieder dieser Kirche. Ich glaube, das haben wir in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten vergessen." Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs von Ordensfrauen wird nach ihrer Einschätzung lange dauern.

Quelle: katholisch.de


3.4.2019 Thomas P. Doyle schreibt: "Die Geheimhaltung endete Mitte der 80er Jahre, als die Medien die Vertuschung der Kirche über einen Priester-Täter in Louisiana enthüllten. Oft als 'Krise' bezeichnet, ist es in Wahrheit keine Krise. Es ist etwas viel Schlimmeres. Es ist eine weltweite Manifestation eines komplexen, systemischen und selbstzerstörerischen Zustandes in der Kirche...Der eklatanteste Mangel ist das Fehlen einer konsequenten Seelsorge für die Opfer und ihre Familien."

Quelle: consciencemag.org


3.4.2019 In der Musikbranche ist sexuelle Gewalt normal, schreibt Jens Balzer. "In den meisten Pop-Historiografien ebenso wie im kollektiven Gedächtnis der damals mit Rockmusik sozialisierten Generation wird diese Zeit [die 70er Jahre] weiterhin als Epoche sexueller Befreiung betrachtet. Aber es war eben auch eine Zeit des entfesselten Patriarchats und des massenhaften Missbrauchs von Minderjährigen; das kann man auch nicht mit dem gern vorgebrachten Argument aus der Welt räumen, dass das "in den Siebzigern eben so war". Denn es ist ja immer noch so!"

Quelle: zeit.de


3.4.2019 Laut der neuen polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts wurden 2018 insgesamt 13.683 Kinder als Opfer sexuellen Missbrauchs erfasst. Im Jahr zuvor waren es 12.850. Der Chef der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, sagte, sexuelle Gewalt gegen Kinder sei nicht völlig zu verhindern. Die Öffentlichkeit müsse stark sensibilisiert werden, denn solche Misshandlungen seien nicht leicht zu erkennen. «Alle Berufsgruppen, die mit Kindern arbeiten, müssen qualifiziert werden, Hinweise und Signale von Kindern, wie Verhaltensänderungen, frühzeitig zu erkennen.» Denn je früher sexuelle Gewalt erkannt wird, desto schneller und umfassender könne einem Kind geholfen werden, sagte er.

Quelle: lippewelle.de


3.4.2019 Das Bistum Hildesheim will bis 2020 die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) weiter untersuchen lassen durch eine unabhängige Expertengruppe. Ihr gehören die ehemalige niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne), Gerhard Hackenschmied und Peter Mosser vom Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), der frühere Oberstaatsanwalt und ehemalige Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltung zur Aufklärung nationalsozialistischer Vergehen in Ludwigsburg, Kurt Schrimm, an. Die gesamte Amtszeit Janssens von 1957 bid 1982 soll untersucht werden. Die Expertengruppe will auch die Strukturen untersuchen, die hinter den Verfehlungen Einzelner stehen.


3.4.2019 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat ihr Fazit vorgelegt. Die Studie ist im Sinne der Opfer und zeigt: Der Staat muss handeln. Evelyn Finger schreibt: "Das Deprimierendste jedoch sind die fehlenden Konsequenzen. Immer mehr Betroffene sprechen, in den letzten Jahren sogar öffentlich, sie werden auch öffentlich für ihren Mut gelobt - aber dann? Passiert gar nichts." Weder werden die Verjährungsfristen angepasst, noch helfen die Regeln der Opferentschädigung, weil die Opfer nachweisen müssen, dass ihr Leid eine Spätfolge des Missbrauchs ist. "Und die Vorbedingung für eine staatsanwaltliche Ermittlung, dass nämlich ein begründeter Verdacht im Einzelfall vorliegen muss, passt nicht zu der Tatsache, dass der schlimmste begründete Verdacht, der etwa die Kirchen betrifft, ein systematischer ist. Er lautet auf organisierte Strafvereitelung."

Quelle: zeit.de


3.4.2019 Bilanzbericht des UBSKM Bd. 1: Geschichten, die zählen und Bd. 2: Meine Geschichte

Quelle: aufarbeitungskommission.de/bilanzbericht_2019


2.4.2019 Die Bischöfe haben in Lingen einen "synodalen Weg" beschlossen (Synode heißt "gemeinsamer Weg"). Was ein synodaler Weg ist, ist kirchenrechtlich unklar. Bei einer Diözesansynode sind Laien stimmberechtigt, aber der Bischof ist nicht an die Beschlüsse gebunden. Eine Möglichkeit wäre, eigene verbindliche Regeln nach dem Vorbild der Würzburger Synode aufzustellen. Der Papst müsste die Regeln genehmigen.

Nach Ansicht der Kirchenrechtlerin Sabine Demel kann der 2010 initiierte "Gesprächsprozess" kein Vorbild sein - es gab keine verbindlichen Beschlüsse, heikle Themen wurden ausgespart. 

Demel fordert, dass das Gremium des "synodalen Weges" paritätisch mit Bischöfen und Gläubigen mit gleichem Stimmrecht besetzt sein müsse. Die Vertreter der Gläubigen müssten repräsentativ nach dem Pinzip der Delegation durch Wahl bestimmt werden. Zudem sei die Verbindlichkeit der Beschlüsse vor Beginn der Treffen zu klären. Zwar könnten Themen, die vom Kirchenrecht geregelt sind - Pflichtzölibat, Frauenpriestertum - nicht durch einen synodalen Weg neu geregelt werden, aber sie müssten vor Ort zur Sprache kommen. Geregelt werden könnte jedoch, dass Bischöfe sich und ihre Pfarrer an die Entscheidungen demokratisch gewählter  Räte binden können oder eine jährliche Rechenschaftspflicht eingeführt wurde. Auch eine für Pfarreien und Diözesen verbindliche Dienstordnung könne aufgestellt werden.

Quelle: katholisch.de


1.4.2019 Klaus Mertes spricht sich für eine Beibehaltung des Beichtgeheimnisses auch bei Missbrauchsfällen aus, weilgeschützte Vertrauensräume zur Grundlage einer humanen, nicht-totalitären Gesellschaft gehörten. Der Priester, der Beichte höre, sei nicht zur Absolution verpflichtet und habe auch die Pflicht, das "Beichtgeheimnis davor zu schützen, dass es zur Komplizenschaft mit Verbrechen führt." Es sei niemandem geholfen, "wenn der Missbrauch auch noch die Macht über die Vertrauensräume erhält, indem er sie zerstört", so Mertes.

Quelle: domradio.de


1.4.2019 Papst Franziskus erklärte, dass er den Rücktritt von Kardinal Barbarin nicht annehmen konnte, weil bis zur Entscheidung über die Berufung die Schuld des Kardinals an der Vertuschung eines Missbrauchsfalls nicht erwiesen sei. So lange gelte die Unschuldsvermutung.

Quelle: katholisch.de


30.3.2019 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart empfiehlt der Diözesenrat, dass Missbrauchsfälle immer an die Kommission sexueller Missbrauch gemeldet werden sollen. Die Kommission hat rund 150 Vorwürfe bearbeitet. Von 2002 bis Ende August vergangenen Jahres hat die Diözese 640 000 Euro Entschädigung gezahlt und 130 000 Euro Therapiekosten übernommen.

Im Erzbistum Freiburg gibt es mindestens 442 Betroffene. Die Diözese hat 1,3 Millionen Euro Entschädigung gezahlt. Hinzu kämen 118 000 Euro Entschädigung für Opfer der Jahre 2016 bis 2018 sowie die Übernahme von Therapiekosten.

Quelle: n-tv.de


30.3.2019 Die evangelische Kirche in der Pfalz hat eine unabhängige Kommission gegründet zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gegründet. Der Kommission gehören die Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Zweibrücken, Anja Schraut, und die evangelische Theologin, Ilse Seifert aus Bad Dürkheim an. Eine dritte externe Person wird noch gesucht. Die ehrenamtlichen Mitglieder sollen Ansprechpartner für Betroffene sein. Bisher seien in der Landeskirche vier Fälle angezeigt worden.

Quelle: swr.de


29.3.2019 Der Papst hat für den Vatikanstaat und die Kurie mit ca 800 Einwohnern, darunter ca 30 Minderjährige, Gesetze und Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen erlassen. Danach muss der Verdacht auf Missbrauch Minderjähriger angezeigt werden, verurteilte Täter werden von ihrem Posten entfernt. Übergriffe jeder Art werden zu einem Offizialdelikt. Wer die Anzeige eines Verdachts unterlässt oder erst verspätet erstattet, muss mit Geldstrafen zwischen 1000 und 5000 Euro rechnen. Wenn ein Beamter der Vatikanstaat-Justiz Straftzaten vertuscht, muss mit Gefängnis bis zu sechs Monaten rechnen. Weitere Regelungen, was mit Verantwortlichen in der Kirchenleitung, die die Aufarbeitung verschleppen oder Fälle zu vertuschen suchen, sind nicht vorgesehen. Das Beichtgeheimnis bleibt unangetastet. Opfer haben ein Recht auf Gehör und auf geistliche, ärztliche, psychologische und juristische Hilfe. Ihnen soll nach Möglichkeit eine Begegnung mit dem Täter erspart werden. Die Verjährungsfrist wird auf 20 Jahre nach dem 18. Geburtstag verlängert. Entschädigungen sind nicht vorgesehen.

Zwar ist ein Kinderschutzbeauftragter vorgesehen, aber die Regeln sehen dessen Unabhängigkeit von kirchenstaatlichen Strukturen nicht vor.

Quelle: Süddeutsche zeit.de  w2.vatican.va  vaticannews.va  blog.zdf.de


29.3.2019 Der Dominikaner Ludwig Wisniewski, Polen, fordert, dass Bischöfe, die Kindesmissbrauch durch katholische Kleriker vertuschten, ihren Rücktritt einreichen sollten. Emeritierte Bischöfe, die vertuschten, sollen ihre Vertuschung öffentlich machen.

Quelle: domradio.de


29.3.2019 Mauricio West, Generalvikar und Kanzler der Diözese Charlotte, USA, hat sein Amt niedergelegt. Ihm wird glaubwürdig vorgeworfen, dass er sich über einen Zeitraum von zwei Jahren einem erwachsenen Schüler unerwünscht angenähert habe. 

Quelle: ncronline.org


 29.3.2019 In Canberra, Australien, müssen Priester künftig Missbrauch den Behörden melden. Dies gilt auch, wenn Missbrauch in der Beichte gestanden wird. Erzbischof Christopher Prowse lehnt das ab.

Quelle: katholisch.de


28.3.2019 Gregor Maria Hof über das Ende derkirchlichen Sakralmacht.

Quelle: theologie-und-kirche.de/


28.3.2019 Im Fordham University's Center on Religion and Culture sagte Pater Hans Zollner, dass die Kirchenführer nur durch echte Bekehrung über die Notwendigkeit zu motivieren seien, sich mit dem Problem des Missbrauchs auseinanderzusetzen - nicht durch "Richter, die Presse oder SNAP" . Man könne nicht die Kirche in Amerika und Australien als Maßstab nehmen, der Fokus sollte vielmehr auf den 75 % der Gebiete liegen, an denen das Thema Missbrauch weder in der Kirche noch in der Gesellschaft Priorität habe. Nicht nur in afrikanischen und asiatischen Ländern müsse mit der Bewältigung der Krise gekämpft werden. In mittel- und osteuropäischen Ländern wie Polen, Tschechische Republik, Ungarn seien vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem Kommunismus die heutigen Bischöfe mit Misstrauen gegenüber Medien und Polizei aufgewachsen: Einen Priester wegen Missbrauchs zu melden, sei dort so, als übergebe man den eigenen Sohn der Hinrichtung.

Quelle: Cruxnow


28.3.2019 Am Dienstag stimmten 48 der 50 Priester und Laien, Angehörige des Priesterrates von Lyon, für den schnellen und endgültigen Rücktritt von Kardinal Barbarin, der wegen Vertuschung eines Missbrauchsfalls verurteilt wurde. Er hatte dem Papst seinen Rücktritt angeboten, den dieser nicht annahm. Barbarin hat sich während der Zeit der Berufung gegen das Urteil ins Kloster zurückgezogen. Pfarrer Yves Baumgarten, Generalvikar, und Bischof Gobilliard, Weihbischof von Lyon, baten dringend um ein Interview mit dem Vatikan. Sie werden voraussichtlich nächste Woche von Kardinal Ouellet, dem Präfekten der Bischofskongregation in Rom, empfangen.

Quelle: france3-regions.francetvinfo.fr


28.3.2019 Bischof Kohlgraf, Mainz, wehrt sich gegen die Kritik der Bundesfamilienministerin Giffey, die katholische Kirche begnüge sich bislang mit einer "deklaratorischen Bereitschaft, etwas zu tun". Bischof Kohlgraf weist darauf hin, dass das Bistum Mainz Anfang März eine Beratergruppe zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs eingesetzt habe und Bischof Ackermann zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofe neue Projekte zur Aufarbeitung, Entschädigung und Vorbeugung von Missbrauch angekündigt (sic!) habe. Zudem hätten die Bischöfe einen verbindlichen synodalen Weg zur Erneuerung und Veränderung der Kirche beschlossen (sic!).

Quelle: domradio.de


28.3.2019 Kardinal Wölki, Köln, möchte weder die ganz großen Dogmen zur Disposition stellen noch das kirchliche Eheverständnis, die Sexuallehre, den Pflichtzölibat und das Nein zu einer Weihe von Frauen.

Quelle: Domradio


28.3.2019 Die Schriftleiterin der Vatikan-Frauenzeitschrift "Donne Chiesa Mondo", die Historikerin Luceta Scaraffia, die zusammen mit der gesamten Redaktion zurückgetreten ist, berichtet, dass Frauen und an erster Stelle Ordensfrauen in der kath. Kirche als "Mitglieder zweiter Klasse" angesehen werden. Auch hohe Amtsträger seien "überzeugt, dass Frauen nichts zählen". Sie begründete ihren Rücktritt damit, dass seit dem Führungswechsel in der vatikan. Medienabteilung im Dezember 2018 ständiger Gegenwind herrschte. Der neue Chef der Vatikanzeitung "Osservatore Romano", Paolo Ruffini, habe versucht, Einfluss auf die Redaktion zu nehmen und ebenfalls von Frauen verfasste Beiträge zu gleichen Themen, aber mit gegenläufiger Ausrichtung publiziert. Die Forderung Scaraffias, an den Sitzungen der Medienabteilung teilzunehmen, habe er mit Gelächter quittiert. Scaraffia warf auch dem Papst ein verengtes Frauenbild vor, wenn er die Frau als "Urbild der Kirche" bezeichne: "Frauen sollten nicht als Metapher von irgendwas angehört werden, sondern als Menschen, die Respekt verdienen und etwas zu sagen haben." Dem Vatikan warf sie vor, den Skandal um Missbrauch von Ordensschwestern nicht anzugehen, weil er für die Kirche noch komplizierter als Kindesmissbrauch sei.

Quelle: katholisch.de

Beobachtungen von Christiane Florin, DLF, 27.3.2019


28.3.2019 Ein Berufungsgericht in Chile entschied, dass die römisch-katholische Kirche drei Opfer des Pfarrers Fernando Karadima entschädigen muss.
Quelle: minotareanews.rrvnews.com


27.3.2019 Das Bundeskabinett hat den Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten Rörig für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Quelle: bundesregierung.de


27.3.2019 Die polnische Opfervereinigung "Fürchtet Euch nicht", initiiert von Marek Lisinski, rief unter dem Stichwort "Bischofsschande" zu Protesten gegen 19 polnische Bischöfe auf und wirft den Bischöfen vor, auf der Seite der Täter, nicht auf der Seite der Opfer zu stehen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Gadecki, hatte Anfang des Jahres ein Gespräch mit Vereinschef Lisinski angekündigt, das bis heute nicht zustandekam. Gadecki kritisiert den Begriff "Pädophilie in der Kirche", weil damit die Autorität der Kirche untergraben werden und das Vertrauen der Gläubigen in die kirchlichen Einrichtungen zerstört werde. Der stellvertretende Bischofskonferenzvorsitzende Marek Jedraszewski distanzierte sich von der "Null-Toleranz" gegenüber Tätern. Dies sei eine totalitär klingende Wortwahl, die an den Kampf der Nationalsozialisten gegen die Juden erinnere, der im Holocaust gemündet sei. Jedraszewski spricht lieber von "makelloser Standhaftigkeit". Bislang gibt es noch keine Reaktion der Bischöfe auf Schmerzensgeldforderungen der Opfer. Lediglich die "Gesellschaft Christi für Emigrantenseelsorge" wurde zur Zahlung von 230.000 Euro verpflichtet, gegen die der Orden Widerspruch eingelegt hat.

Quelle: domradio.de


27.3.2019 Marco Politi über die kirchenpolitische Situation von Papst Franziskus und die Kirche in der Krise. Politi beobachtet eine tiefe Spaltung in der Kirche.

Quelle: srf


26.3.2019 Weil 23 Journalisten über den Prozess gegen Kardinal Pell berichtet hatten trotz eines Verbotes, hat die Staatsanwaltschaft in Victoria, Australien, Anklage erhoben.

Quelle: orf


26.3.2019 Die Führung des vatikanischen Frauenmagazins des Vatikans ist geschlossen zurückgetreten: „Wir werfen das Handtuch, weil wir uns von einem Klima des Misstrauens und einer fortschreitenden Delegitimierung umgeben sehen“, schrieb die Gründerin von „Donne Chiesa Mondo“, Lucetta Scaraffia, in einem Brief an Papst Franziskus. "Jetzt scheint es uns, dass eine lebensnotwendige Initiative zum Schweigen gebracht wird und dass man zu den veralteten, vertrockneten Sitten zurückkehrt, unter der direkten Kontrolle von Männern Frauen auszuwählen, die als vertrauenswürdig gelten“, begründete Scaraffia in dem Brief an den Papst.

Quelle: orf  Süddeutsche


26.3.2019 Drei Frauen werfen dem ehemaligen Bischof von Galway, dem verstorbenen Eamonn Casey, vor, dass er sie sexuell missbrauchte, als sie Kinder waren. Einen Missbrauch gestand der Bischof. Er fand vor 2005 statt, als Casey Priester in der südenglischen Diözese Arundel und Brighton war. Auch einen zweiten Missbrauchsfall gab er zu. Beide Frauen erhielten Entschädigungen. Ein Fall ereignete sich, als Bischof Casey von 1955 bis 1960 als Kurat in der St. John's Cathedral in Limerick tätig war. In einem dritten Fall missbrauchte der Bischof seine Nichte, Patricia Donovan. Die Beschwerden wurden den Kirchenbehörden 2001, 2005 und 2014 bekannt.

Quelle: irishtimes.com


26.3.2019 Matthias Katsch kritisiert, dass der Antimissbrauchsgipfel des Vatikans nicht in der Lage war, Betroffene und ihre Vertreter einzuladen, damit diese konkrete Forderungen vortragen konnten. Dass es zum Missbrauchsgipfel kam, hält er den Betroffenen zugute. Die Ergebnisse enttäuschen (nicht nur) ihn: die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften sei eine Selbstverständlichkeit, die auch im Kirchenrecht festzuschreiben seien. Auch die 21 Punkte des Papstes seien nichts Neues. Katsch fordert: Die Abschaffung des päpstlichen Geheimnisses im Kontext von Missbrauchsfällen. Die - auch kirchenrechtlich zu regelnde - Entlassung aus dem Priesteramt für Missbrauchstäter und die Entlassung aus dem Bischofsamt für Vertuscher.  Katsch erwartet, dass auch im Kirchenrecht das Opfer in den Mittelpunkt gestellt wird. Bislang sind kirchliche Opfer im kirchenrechtlichen Verfahren nur rechtelose Zeugen. Sie sollten als Nebenkläger am Verfahren teilnehmen und auch Schadenersatzklagen einreichen können. Im Fall eines der Haupttäter im Canisius-Kolleg, Peter R., ist das Urteil bislang nicht öffentlich. Zwar hat die Kirche die Verjährung aufgehoben, jedoch hat die Glaubenskongregation veranlasst, dass die Aufhebung der Verjährung zwar die Strafe betrifft, nicht jedoch die Schadenersatzforderungen. Auch gebe es am Canisius-Kolleg zwar zwei Berichte der Beauftragten für die Aufarbeitung der Missbrauchstaten, aber eine wissenschaftliche Aufarbeitung habe es nicht gegeben. Offen sei bis heute, wie die Taten am Canisius-Kolleg über drei Jahrzehnte geschehen konnten und was davor war. Die Untersuchenden haben keinen direkten Zugang zu den Akten erhalten, ebensowenig wie die Opfer. Namen der Verantwortlichen für Vertuschung seien bislang nicht genannt worden.

Quelle: morgenpost


26.3.2019 Papst Franziskus hat nach dem Rücktritt des chilenischen Kardinals Ricardo Ezzati, dem Vertuschung vorgeworfen wird, Bischof Celestino Aos zum Übergangsleiter des Erzbistums Santiago ernannt. Nun wirft Mauricio Pulgar, ein ehemaliger Seminarist Celestino Aos Vertuschung vor. Pulgar habe sich 2012 an die Nuntiatur gewandt und einen Missbrauchsfall gemeldet. Aos sei für die Untersuchung verantwortlich gewesen, habe aber Pulgar weder über den Stand der Ermittlungen informiert noch erlaubt, dass Beweise präsentiert wurden. Aos hat bislang keine Stellung zu den Vorwürfen bezogen.

Quelle: katholisch.de


25.3.2019 Inzwischen haben im Erzbistum Freiburg 175  von 443 Betroffenen Zahlungen in Anerkennung des Leids erhalten. Seit der MHG-Studie seien 19 Betroffene hinzugekommen, die Geldzahlungen erhielten. Bislang waren öffentlich bekannt 150 Betroffene, die Geldzahlungen erhielten. Das Erzbistum erwägt, in einigen Fällen monatliche Zahlungen zu leisten.

Quelle: katholisch.de


23.3.2019 Der Vatikan hat mehrere Akten an die Staatsanwaltschaft in Santiago, Chile, überstellt. Die chilenische Justizbehörde teilte mit, es handle sich um eine "Teilantwort" auf ein Rechtshilfeersuchen vom August 2018. Die chilenische Staatsanwaltschaft ermittelt in 158 Fällen gegen 219 kirchliche Mitarbeiter wegen Missbrauchs. Dabei geht es um 241 Personen, von denen 123 zur Zeit des Missbrauchs minderjährig waren.

Quelle: domradio.de


23.3.2019 Doris Reisinger auf der Leipziger Buchmesse.

Quelle: zdf


23.3.2019 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Kardinal Ezzati, Chile, angenommen. Ezzati steht im Verdacht, Missbrauchsfälle durch Kleriker vertuscht zu haben. Er habe ein "absolut ruhiges und gelassenes Gewissen", sagte er. Er versicherte, seine Versprechen erfüllt zu haben. Ezzati sagte, er könne erhobenen Hauptes sagen, dass jede Anklage sorgsam geprüft worden sei. Papst Franziskus habe ihm am 19.3. eine Email geschrieben. „Danke für dein Beispiel der Stärke“, zitierte der Kardinal den Papst. - Das oberste chilenische Berufungsgericht hat gestern entschieden, dass Ezzati vor Gericht gestellt werden soll.

Quelle: vativannews  nzz.ch


22.3.2019 Pater Floridus Röhrig galt als honoriger, kunstsinniger Mann. Ihm vertraute man gerne Kinder an. Zwei Brüder schildern, wie sie von ihm sexuell missbraucht wurden. Seine Neigung zu jungen Buben war im Stift jedoch bekannt.

Quelle: addendum


22.3.2019 Der Generalvikar von Lyon, Yves Baumgarten, hat die Gläubigen seines Erzbistums zu Ruhe und Vertrauen aufgerufen. Baumgarten übernimmt die Amtsgeschäfte von Kardinal Barbarin, der sich während der Zeit seiner Berufung gegen die Verurteilung wegen Vertuschung eines Missbrauchsfalls ins Kloster zurückzieht.

Quelle: domradio.de


22.3.2019 Die österreichische Bischofskonferenz fordert Konsequenzen aus dem vatikanischen Kinderschutzgipfel. Es sei nötig, "konkrete Maßnahmen auf Grundlage der schon bestehenden kirchenrechtlichen Normen gegen sexuellen Missbrauch" zu ergreifen. Die Bischöfe legten zudem ihren Bericht über die Missbrauchs- und Gewaltfälle vor. Die Opferschutzanwaltschaft befasste sich mit 2.193 Fällen. 171 Fälle wurden zurückgewiesen, 180 sind derzeit in Bearbeitung. Betroffene erhielten 27,8 Millionen Euro. In 31 % der Fälle ging es um sexuellen Missbrauch, in den übrigen Fällen um körperliche Gewalt. 0,8 % der Fälle geschahen seit 2000.

Quelle: kath.ch


22.3.2019 Die US-amerikanische Jesuitenzeitschrift America kritisiert das undurchsichtige Vorgehen von Papst Franziskus im Umgang mit Bischöfen, die Kinder missbrauchten oder Missbrauch vertuschten. Dies gilt für die Kardinälke McCarrick, Pell und Barbarin. Unklar ist auch, warum der Papst die Rücktrittsgesuche einiger chilenischer Bischöfe annahm, die anderer jedoch nicht annahm. Die Zeitschrift beklagt, dass es keine klaren Regeln für transparente Gestaltung kirchenrechtlicher Verfahren gegen Bischöfe gebe und vieles von der persönlichen Entscheidung des Papstes abhänge. Auch die Intervention des Vatikans bei der US-Bischofskonferenz 2018 sei unverständlich. Die Konferenz sollte die Antimissbrauchskonferenz im Vatikan abwarten, die dann jedoch überhaupt keine klaren Beschlüsse fasste. Undurchsichtige und sich lang hinziehende Prozesse verstärkten nur die Sorge, dass es der Kirche immer noch um sich selbst gehe und nicht um die Missbrauchsopfer.

Quelle: kath.ch


21.3.2019 Der Vize-Präsident der polnischen Bischofskonferenz, Stanislaw Gadecki, beklagte sich, dass sexueller Missbrauch überall vorkomme, aber nur die katholische Kirche im Blick sei. Zudem vergrößere der aktuelle Zeitgeist die Problematik. Er nannte die Programme zur Sexualisierung der Kinder, Verhütungsmittel und größere sexuelle Aktivität.- Marek Lisinski, Mitglied der polnischen Opfer-Organisation „Habt keine Angst“ sagte, einige der Bischöfe stehen unter dem starken Verdacht der Vertuschung. Die polnische Journalistin Eliza Michalik kann sich nicht vorstellen, dass es in 30 Jahren nur 382 Missbrauchsfälle gegeben habe - bei 50.000 Priestern. Im viel kleineren Irland spreche man von 35.000 Fällen. - Auch der Kinderschutz-Beauftragte der Bischofskonferenz, Adam Zak, geht davon aus, dass nur die Spitze des Eisbergs sichtbar sei.

Quelle: vaticannews


21.3.2019 Der chilenische leitende Staatsanwalt Emiliano Arias berichtet, dass der Vatikan bislang keine einzige Anfrage der Ermittler beantwortet habe. Es gab überhaupt keine Reaktion. Die chilenische Justiz ermittelt in rund 150 Fällen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen Kirchenmitarbeiter. Es gehe um 250 mutmaßliche Opfer. Auch gegen Kardinal Ezzati wird wegen Vertuschungermittelt. Ezzati habe die EInstellung der Untersuchung beantragt. Dem Antrag wurde nicht entsprochen, weil die Ermittler noch konkreten Hinweisen nachgehen. Eine Entscheidung wird morgen erwartet.

Quelle: katholisch.de


21.3.2019 Der Vatikan hat Ermittlungen im früheren argentinischen Bistum von Oran gegen den Bischof Zanchetta (Juli 2013 - August 2017) wegen sexueller Übergriffe gegen Priesterseminaristen aufgenommen. Zanchetta hatte sein Bischofsamt wegen Problemen mit dem Klerus zurückgegeben und war von Papst Franziskus auf den neu geschaffenen Posten eines Assessors in der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls berufen worden. Dem Vatikan seien im August 2017 keine Missbrauchsvorwürfe bekannt gewesen.

Quelle: katholisch.de


21.3.2019 In Illinois, USA, hat das Anwaltsbüro Jeff Anderson eine Liste mit 395 Namen von katholischen Priestern und Laien veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die Verdächtigen haben im Erzbistum Chicago und in fünf weiteren Bistümern gearbeitet oder arbeiten noch dort. Anderson wirft den Kirchenbehörden vor, die Fälle zum Teil nicht öffentlich zu machen. Zum Teil weisen die Diözesen die Vorwürfe zurück. Die Bistümer Chicago und Joliet erklärten, dass alle bekanntgewordenen Fäülle mit belastbaren Vorwürfen den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden.

Quelle: orf.at  Süddeutsche


21.3.2019 Der Fall Pater Dominik - Chronologie eines Täterschutzes. Das Stift Klosterneuburg wird seit Jahren durch Missbrauchsfälle erschüttert. Die Aufarbeitung ist ein Lehrstück an Vertuschung.

Quelle: addendum.org


20.3.2019 Filmhinweis: addendum.org: Filme zu Missbrauch in der Kirche; ab 21.3. sind drei weitere Filme zu sehen.


20.3.2019 Kardinal Bráz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation, erklärte, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel Degollado vorlagen. Der brasilianische Kardinal unterstrich gegenüber dem spanischen katholischen Online-Magazin „Vida Nueva“ , dass die Autoren der „mafiösen Vertuschungsmanöver“ nicht zur Ordenskongregation, sondern eher zum vatikanischen Staatssekretariat gehört hätten.

Quelle: imprimatur


21.3.2019 In Illinois, USA, hat das Anwaltsbüro Jeff Anderson eine Liste mit 395 Namen von katholischen Priestern und Laien veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die Verdächtigen haben im Erzbistum Chicago und in fünf weiteren Bistümern gearbeitet oder arbeiten noch dort. Anderson wirft den Kirchenbehörden vor, die Fälle zum Teil nicht öffentlich zu machen. Zum Teil weisen die Diözesen die Vorwürfe zurück. Die Bistümer Chicago und Joliet erklärten, dass alle bekanntgewordenen Fäülle mit belastbaren Vorwürfen den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden.

Quelle: orf.at  Süddeutsche


20.3.2019 Kardinal Bráz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation, erklärte, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel Degollado vorlagen. Der brasilianische Kardinal unterstrich gegenüber dem spanischen katholischen Online-Magazin „Vida Nueva“ , dass die Autoren der „mafiösen Vertuschungsmanöver“ nicht zur Ordenskongregation, sondern eher zum vatikanischen Staatssekretariat gehört hätten.

Quelle: imprimatur


20.3.2019 Der Generalstaatsanwalt von West Virginia hat Klage gegen das BIstum Wheeling/Charleston und dessen früheren Bischof Bransfield (2005 - 2018) eingereicht. Er wirft dem Bistum und Bransfield vor, in Schulen und Ferienlagern Priester beschäftigt zu haben, die glaubwürdig beschuldigt wurden, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Und die Klage wirft Bistum und Ex-Bischof vor, die Eltern als "Käufer von Erzhieungs- und Freizeitdienstleistungen" absicht nicht gewarnt zu haben. - Einer der Priester, um den es in der Klage geht, hatte Missbrauch in den 1980er Jahren an einem Highschool-Schüler gestanden, ihm wurde gekündigt und dann wurde er erneut an einer Grundschule eingesetzt. - Zudem habe das Erbistum gelogen, als es auf seiner Website schrieb, alle Beschäftigten seien überprüft worden. Dennoch wurde ein wegen Vergewaltigung verurteilter Mann als Lehrer an einer weiterführenden Schule eingestellt.

Quelle: orf


19.3.2019 Der Kölner Kardinal Woelki hat den Düsseldorfer Stadtdechanten Monsignore Ulrich Hennes mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern beurlaubt. Ihm wurde sexuelle Belästigung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten vorgeworfen. Der Vorfall soll sich 2012 ereignet haben, das Erzbistum hat am 14.3.2019 davon erfahren. Für den Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.

Bereits in den 1990er-Jahren gab es einen Belästigungsvorwurf gegenüber einem fast volljährigen Jugendlichen. Das Bistum hat damals die Staatsanwaltschaft nicht informiert. Der Beschuldigte erhielt die Auflage, in eine Therapie zu gehen. Ein anschließendes Gutachten habe ergeben, dass der Pfarrer weiter arbeiten könne ohne Auflagen.

Quelle: www1.wdr.de


19.3.2019 Tom Doyle, Kirchenrechtler, wies die Bischöfe bereits 1984 - vergeblich - auf den Missbrauchsskandal hin und arbeitet seither im Interesse der Opfer. Mit dem Rechtsanwalt Ray Mouton und dem Priester und Psychiater Michael Peterson verfasste er ein Handbuch zum Umgang mit Missbrauch - daraufhin warf ihm ein Sprecher einer Bischofskonferenz vor, er wolle nur Geld damit verdienen.

Er berichtet von 35 Jahren "frommer Phrasen, leerer Versprechungen, unbegründeter Ausreden, Verteufelung der Opfer". Getan haben die Bischöfe nichts. Doyle weist darauf hin, dass die institutionelle Kirche sich nicht selbst reparieren könne und alle bisherigen Versuche gescheitert seien. Auch der Versuch, dass Metropoliten Bischöfe, die Minderjährige missbrauchten oder der Komplizenschaft beschuldigt werden, richten, werde scheitern.

Die Bischöfe hätten nicht erwartet, dass die Überlebenden ihre Stimme erheben würden und dass die staatliche Justiz in einem Land nach dem anderen die Kirchenführer so behandeln würden wie sie alle an einem kriminellen Unternehmen Beteiligten behandelt.

Das erstaunlichste Ergebnis des Antimissbrauchsgipfels sei nicht das gewesen, was Papst und Bischöfe sagten oder taten, das erstaunlichste sei die Versammlung von Opfern, Überlebenden und ihren Unterstützern aus aller Welt. Es werde einen radikalen, grundlegenden Veränderungsprozess erfordern, bis die gesamte Kirche wirklich widerspiegelt, was sie sein soll, das Volk Gottes.

Quelle: ncronline.org


19.3.2019 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Kardinal Barbarin, Lyon, nicht angenommen. Der Papst machte die "Unschuldsvermutung" für den Kardinal geltend und hat ihm die Entscheidung überlassen. Barbarin hat entschieden, sein Amt ruhen zu lassen. Er hat Berufung gegen das Urteil der Justiz eingelegt, die ihn zu einer 6-monatigen Bewährungsstrafe wegen Vertuschung eines Missbrauchsfalles verurteilt hatte.

Der Heilige Stuhl hat erneut seine Nähe gegenüber allen Missbrauchsopfern und gegenüber allen Gläubigen der Diözese Lyons und der gesamten Kirche in Frankreich bekräftigt.

Quelle: katholisch.de


18.3.2019 Bischof Kohlgraf, Mainz, plädiert dafür, dass die Kirche die Ergebnisse der Wissenschaften zur Kenntnis nimmt. Die Kirche erlebe "eine große unheimliche Angst, eine tiefe Nacht." Der Bischof sagt: "Wir haben in der Kirche durch unser Verhalten ein Reden über einen liebenden Gott so ungalubwürdig gemacht." Deshalb bliebe es ihr nicht erspart, vor Gott neu zu erzittern, seinem Anspruch, seiner Gegenwart im Dunkel."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Von der Gottverlassenheit der kirchlichen und außerkirchlichen Missbrauchsopfer spricht er nicht.


17.3.2019 Gotthard Fuchs über "Kirchenfasten".


16.3.2019 Die Bischöfe von Costa Rica haben sich für Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche entschuldigt. Fehler in der Vergangenheit räumten sie ein. Anlass für die Entschuldigung sind Missbrauchsvorwürfe gegen einen Geistlichen und einen ehemaligen Priester. Beide sollen sich in mehreren Fällen an Minderjährigen vergangen haben.

Quelle: vaticannews.va


16.3.2019 In einer Wohngruppe der Diakonie in Gifhorn sollen junge Mädchen durch ein Ehepaar, das die Gruppe mehr als 25 Jahre geleitet hat, missbraucht worden sein. Die Mädchen seien teilweise schwer traumatisiert. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eheleuten vor, zwischen 1998 und 2007 vier junge Bewohnerinnen sexuell missbraucht und misshandelt zu haben.Die Opfer seien zum Tatzeitpunkt zwischen 6 und sechzehn Jahre alt gewesen. Eine inzwischen erwachsene Frau, die früher in der Wohngruppe lebte, hatte im Januar Anzeige erstattet. Beide Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Quelle: ndr.de


16.3.2019 Die Journalistin Monica Monda wirft dem Film "Gottes missbrauchte Dienerinnen" im "Osservatore Romano" vor, er sei an einigen Stellen oberflächlich und unterstreiche "erwartbare Aussagen, ohne die Gedankengänge zu vertiefen". Sie verwahrt sich auch gegen die Aussage im Film, dass der sexuelle Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe ein "weiterer Skandal" sei. Der Skandal sei ein einziger, nämlich "Missbrauch von Macht, Übel, das Böse, also Sünde."

Quelle:  katholisch.de

Kommentar: Mir scheint, die Vorwürfe von Monica Monda zeigen ein klassisches Kommunikationsproblem, das in der Kirche leider nicht selten anzutreffen ist: Die missbrauchten Nonnen und ihre Verbündeten melden, dass das Haus brennt und Menschen gerettet werden müssen. Sie wollen die Feuerwehr rufen und wählen vielleicht aus Versehen den ärztlichen Notdienst. Der jedoch beschwert sich erstmal wortreich, dass der richtige Dienstweg nicht eingehalten wurde und fragt nach - bevor er entscheidet, die Brandmeldung an die Feuerwehr weiterzugeben -, ob denn alle Feuermelder installiert waren und im vorgeschriebenen Zeitraum überprüft wurden; ob es Belege für die Überprüfung gebe und ob die fristgerecht eingereicht werden könnten, bevor die Feuerwehr informiert werden kann und gegebenenfalls, unter Umständen, vielleicht ausrückt. Der ärztliche Notruf will außerdem wissen, wie der Brand entstand und mit welchen Schadstoffen zu rechnen ist. Bevor das nicht geklärt sei, könne er leider die Feuerwehr nicht informieren. Zudem will er zuvor abgeklärt haben, warum die um Hilfe Rufenden nicht gleich die Feuerwehr sondern den ärztlichen Notdienst angerufen haben; ob ein Versehen oder Absicht vorliege oder wie es kommt, dass die Nonnen die falsche Nummer gewählt haben; ob das auf schlichte Unkenntnis zurückzuführen sei und warum es da keine ausreichende Information der Nonnen gebe und was sie zu tun gedenken, um der Unkenntnis beizukommen... u.s.w. D.i. einfach nur absurd.


16.3.2019 Franziska Broich schaut auf die Situation der katholischen Kirche in Frankreich nach der Verurteilung von Kardinal Barbarin.

Quelle: zeit.de


15.3.2019 Der Theologe Wunibald Müller kritisiert die Bischofskonferenz. Ihr fehle der Mut zu radikalen Schritten und sie habe die Erwartungen nicht erfüllt. Der synodale Prozess klinge ihm zu "sehr nach Vertrösten und letztlich Aussitzen". Müller hätte sich gewünscht, dass die Bischöfe ich an den Papst wenden und Schritte zur Aufhebung des Pflichtzölibats unternehmen. Zudem hätte sie sich zum Weiheamt für Frauen und zu homosexuellen Männern, die das Priesteramt anstreben, äußern müssen. Überdies hätten sie dazu aufrufen müssen, dass Bischöfe, die sexualisierte Gewalt vertuscht haben, zu ihrer Schuld stehen und das Amt niederlegen müssen.

Quelle: domradio.de


15.3.2019 Im Bistum Münster hatten sich drei mutmaßliche Missbrauchsopfer des Pfarrers Alfred Albeck gemeldet. Inzwischen hat sich ein weiteres Opfer gemeldet.

Quelle: ruhrnachrichten.de  wa.de 18.3.2019


15.3.2019 Jan-Heiner Tück analysiert den vatikanischen Kinderschutzgipfel: "Die päpstlichen Therapievorschläge machen ziemlich ratlos." Ihm ist in allen Punkten zuzustimmen.

Quelle: NZZ


15.3.2019 Das Bistum Essen hat 29 Missbrauchsmeldungen 2018 erhalten, zwölf davon betreffen das Ruhrbistum, 17 betreffen andere Bistümer oder Einrichtungen. Die Vorwürfe richten sich gegen eine unbekannte Zahl von Geistlichen. Gegen einen Priester wurde Strafanzeige erstattet und ein kirchliches Verfahren eingeleitet. Die anderen beschuldigten Priester sind verstorben.

Die Missbrauchsbeauftragte berichtet, dass sich immer dann, wenn das Thema "Missbrauch und Kirche" öffentlich verhandelt wird, Betroffene melden. Im letzten Jahr waren es vermehrt Betroffene aus Kinderheimen.

Quelle: www1.wdr.de  weihbischof.bistum-essen.de


14.3.2019 Bericht von der Vollversammlung der Bischofskonferenz und Einschätzungen von Florian Breitmeier.

Quelle: NDR


14.3.2019 Florian Breitmeier kommentiert die Vollversammlung der Dt. Bischofskonferenz: "Die Missbrauchsopfer müssen von den in Lingen vorgestellten Maßnahmen enttäuscht sein. Ihre Geduld ist am Ende. Die Bischöfe sollten deshalb gezielt Betroffene sexualisierter Gewalt in die kirchlichen Beratungs- und Kontrollgremien holen. Es wäre der Bischofskonferenz auch möglich, ein unbürokratisches Fondsmodell aufzulegen, um Entschädigungszahlungen an die Missbrauchsopfer zu leisten. All das könnte sofort beschlossen werden. Dass dies in Lingen nicht verbindlich auf den Weg gebracht wurde, ist bitter."

Quellen: NDR  und NDR


14.3.2019 Der Vatikan müsse darüber nachdenken, wie er Bischöfe und Ordensobere, die Missbrauch nicht anzeigen, an den einzelnen Kurienbehörden in Zukunft einheitlich behandeln kann. Das empfiehlt der deutsch-römische Jesuit und Kinderschutzfachmann Hans Zollner. Auch das „päpstliche Geheimnis“ stehe auf dem Prüfstand. Bislang hat dieses Gesetz auch dazu gedient, die Aufarbeitung von Missbrauch zu erschweren.

Quelle: vaticannews


14.3.2019 In Polen sollen sich eine unbekannte Anzahl katholischer Priester und Ordensmänner zwischen 1990 und Mitte 2018 an 382 Minderjährigen vergangen haben. 198 der Betroffenen waren unter 15 Jahre alt. Zudem gebe es 243 "unbestätigte Opfer". 58,4 Prozent aller 625 in der Studie erwähnten Minderjährigen sind demnach männlich, 41,6 Prozent weiblich. Drei Viertel der kirchlichen Prozesse, deren absolute Zahl unbekannt ist, seien abgeschlossen. 25 % der beschuldigten Kleriker wurden laisiert. 40 % wurden suspendiert, ermahnt oder ihnen wurde verboten, mit Minderjährigen zu arbeiten. Zehn Prozent der Geistlichen seien freigesprochen worden. In 42 Prozent der Fälle hätten die Minderjährigen den Missbrauch der Kirche selbst mitgeteilt, in 21 Prozent deren Angehörige. Bei sechs Prozent erfuhr die Kirche von Staatsorganen davon und in einem Prozent der Fälle aus den Medien.

Quelle: katholisch.de

Andere Quellen nennen andere Zahlen: Es seien 382 Priester und Ordensmänner,die sich an 625 Minderjährigen vergangen hätten. Von den 625 mutmaßlichen Opfern seien 345 unter 15 Jahre alt gewesen. Darunter seien auch "unbestätigte Opfer".

s. auch DW


14.3.2019 Gegen den päpstlichen Nuntius in Paris, Luigi Ventura, gibt es eine dritte Anzeige wegen sexueller Belästigung eines Erwachsenen. Die französische Justiz bemüht sich beim Vatikan um die Aufhebung der diplomatischen Immunität.

Quelle: religion.orf.at   dw.com


14.3.2019 Kommentare zur Vollversammlung der Dt. Bischofskonferenz

Ingo Brüggenjürgen, Domradio

Michael Maurer, Stuttgarter Zeitung

Christoph Strack, DW

Fabian Klask, Zeit


14.3.2019 Pressekonferenz mit Kardinal Marx am Ende der Frühjahrsvollversammlung der dt. Bischöfe. - Kardinal Marx schlägt einen synodalen Weg zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken vor. Dabei solle es um Gewaltenteilung, priesterliche Lebensform und Sexualmoral der Kirche gehen. Den Begriff „synodaler Weg“ will Kardinal Marx weniger als präzisen Begriff denn als „Öffnung der Möglichkeiten“ verstanden wissen.

Quelle: vaticannews

Kommentar: Schon einmal wurde von 2011 bis 2015 ein Gesprächsprozess abgehalten, der folgenlos war.


13.3.2019 Bischof Ackermann wies darauf hin, dass die katholische Kirche bei der Zahlung von Entschädigungen u. U. "stärker Belege" für die Taten einfordern müsste, als das bei den bisherigen Zahlungen an Opfer der Fall ist.

Quelle: blog.zdf.de


13.3.2019 Von 2516 befragten Personen gaben in einer von Jörg Fegert geleiteten Studie 0,16 % an, Missbrauch in einer der beiden Großkirchen erlebt zu haben. Hochgerechnet bedeutet das, dass 114.000 Menschen  jeweils in der kath. oder evang. Kirche sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend erlebt haben. Bislang stand die katholische Kirche im Zentrum des Interesses, aber Missbrauch ist überall da zu finden, wo es Nähe-Verhältnisse gibt. Fegert anerkennt, dass die katholische Kirche sehr viel unternommen hat zum Schutz von Minderjährigen. Aber: "Was fehlt, ist ein wirklich adäquater Umgang mit den Betroffenen. Das hat man jetzt auch bei dem Missbrauchs-Gipfel gesehen. Wir haben im weltlichen Recht klare Opfer-Schutzrechte bis hin zur Nebenklage, so dass Betroffene am Prozess teilnehmen können. Die kirchlichen Verfahren dagegen sind nach wie vor intransparent und es geht mehr um den beschuldigten Priester, um die Einrichtung Kirche. Aber wo ist der Ort für Betroffene - sowohl in der Kirche und im Gemeindeleben wie in den Verfahren, die transparent werden müssen? Wie sorgt man dafür, dass Betroffene selbst stärker dazugehören und ihre eigenen spirituellen Bedürfnisse in einer Kirche, in der sie sich auch wieder wohlfühlen können, erfüllt sehen?"

Quelle: DW


13.3.2019 Christiane Florin kommentiert die Verurteilung von Kardinälen wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen oder wegen sexuellem Missbrauch.

Quelle: DLF


13.3.2019 Die Theologin Prof. Julia Knop sagt den Bischöfen: "Sie repräsentieren eine Kirche, in der unzählige Biographien von jungen Leuten, von Eltern, von Ordensschwestern, von Hauptamtlichen, von Theologinnen und Theologen durch klerikalen Missbrauch von Amtsgewalt, durch sexuelle Übergriffe und geistliche Manipulation durch Priester, beschädigt, manchmal zerstört worden sind."

Der Theologe Prof. Schockenhoff konzentriert sich auf die Sexualethik.

Professor Philipp Müller schaut auf die priesterliche Lebensform.

Prof. Hoff  widmet seinen Vortrag der Sakralisierung der Macht.  


13.3.2019 Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung hat die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, viel vorzuhaben:

  • Weiter am Thema Prävention arbeiten
  • die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen bei der Aufklärung verbessern; einen Leitfaden für die unabhängige Aufarbeitung in Kooperation mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung erarbeiten
  • unabhängige Anlaufstellen für Betroffene schaffen
  • ein Gutachten in Auftrag geben, die das bestehende Verfahren kirchlicher Anerkennungzahlen überprüft
  • Ziele regelmäßig überprüfen zu lassen.

Quellen: NDR s. auch: wdr

Kommentar: Die Frage, wer neben den Tätern institutionell verantwortlich für das Missbrauchsgeschehen war, d.h. die Frage nach den Bischöfen, Generalvikaren und Personalverantwortlichen, die Missbrauch vertuscht und Täter geschützt haben, fällt unter den Tisch.


13.3.2019 Wir sind Kirche kommentiert die Vollversammlung der Bischofskonferenz: "Neun Jahre nach Bekanntwerden der lange vertuschten Skandale sexualisierter Gewalt in Deutschland scheint es noch immer kein grundlegendes und mit allen Bischöfen abgestimmtes Konzept zu geben. Im September 2018 hatten die Bischöfe noch ausdrücklich erklärt, den weiteren Weg gemeinsam mit Betroffenen sexueller Gewalt zu gehen. Dies scheint jedoch, abgesehen von einzelnen Kontaktgesprächen wie beim Krisengipfel in Rom, noch keinesfalls zu erfolgen. - Offen ist bis jetzt auch, inwieweit einzelne Bischöfe oder Mitglieder der Kirchenleitungen sich überhaupt mit der Frage auseinandergesetzt haben, gegebenenfalls persönlich oder institutionell Verantwortung übernehmen zu müssen."

Quelle: wir-sind-kirche.de


13.3.2019 Der ehemalige katholische Priester John Capparelli wurde tot aufgefunden. Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Der Name des Ex-Priesters stand auf einer Liste von 180 katholischen Priestern, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Er musste sich nie gerichtlich verantworten. Er arbeitete nach seiner Priesterweihe 1980 in mehreren Gemeinden in New Jersey und wurde schließlich von der Kirche laisiert. Danach arbeitete er in einer Highschool als Mathematiklehrer.

Quelle: vaticannews


13.3.2019 Im Bistum Trier wird einem Diakon der Besitz kinderpornografischer Dateien vorgeworfen. Er wurde suspendiert.

Quelle: volksfreund


13.3.2019 Kardinal Pell wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Richter begründete das Strafmaß mit der Lebensleistung und dem Alter des Verurteilten. Nach drei Jahren und acht Monaten Haft kann Kardinal Pell einen Antrag auf Bewährung stellen. Er beteuert seine Unschuld und wird Berufung gegen das Urteil einlegen.

Quellen: stuttgarter-nachrichten.de  Zeit.de  Süddeutsche


12.3.2019 Jörg Fegert berichtet aus seiner Arbeit u.a. mit der kath. Kirche, wie schwer es ist, Betroffene im Blick zu behalten, wenn sich ein Berufsstand bedroht fühlt. Sein Erfahrungsbericht schließt: "In einem Projekt unserer Klinikschule formulierten die bei uns behandelten und betreuten Kinder und Jugendlichen einen ihrer zentralen Wünsche für ihr Leben: 'dazugehören'. Seelisches Leid ist häufig mit sozialer Isolation, mit beeinträchtigten und belasteten Partnerbeziehungen verbunden. Betroffene als dazugehörig zu betrachten, sie im Dazugehören zu unterstützen, ist aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe. Effektive Ebenen der Partizipation sind wichtig. Die Kirche als mächtige Trägerin sozialer Institutionen sollte dazu beitragen, dass Menschen, welche an teils massiven seelischen, körperlichen und sozialen Folgen früher Kindheitsbelastungen leiden, besonders gut behandelt werden."

Quelle: herder.de


12.3.2019 Eine Studie des Ulmer Kinderpsychiaters Jörg Fegert geht 114.000 kirchlichen (katholischen und evangelischen) Missbrauchsfällen. Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler ca 2.500 repräsentativ ausgewählte Personen zu Missbrauchserfahrungen befragt. Je vier gaben an, in einer katholischen oder evangelischen Einrichtung missbraucht worden zu sein. 36 Personen sagten, im schulischen Bereich sexuell missbraucht worden zu sein. Sieben Personben sprachen von Missbrauch im Sportbereich durch einen Trainer. Aus diesen Zahlen machten die Wissenschaftler Hochrechnungen. Die Bischofskonferenz weist auf die schmale Datenbasis der Studie hin.

Quelle: Domradio


12.3.2019 Gegen einen ehemaligen Freisener Pfarrer, Bistum Trier, liegen zwei weitere Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor. Einer der neuen Verdachtsfälle werde in das derzeit am Kölner Kirchengericht laufende Verfahren noch einbezogen. Der zweite Fall wurde erst bekannt, als das Kirchengerichtsverfahren bereits lief.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat die Ermittlungen wegen eines Falls von 1982 wegen Verjährung eingestellt. Das zweite Verfahren ist bei der Staatsanwaltschaft noch anhängig. In diesem Verfahren wird dem Priester sexueller Missbrauch eines Jugendlichen im Jahr 2006 vorgeworfen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung


12.3.2019 Das Bistum Trier will unabhängige Experten länger zurückliegende Missbrauchsfälle prüfen lassen. Dabei geht es auch um mögliche Fälle körperlkicher und sexueller Gewalt im Albertinum Gerolstein, ein Internat in Trägerschaft des Bistums. Bischof Ackermann will darüber hinaus Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen von einem externen Experten untersuchen lassen.

Quelle: swr.de


12.3.2019 Der emeritierte Bischof Michael J. Bransfield, USA, Diözese Wheeling-Charleston, darf nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung Erwachsener sowie finanzieller Unregelmäßigkeiten in seiner Ex-Diözese vorerst keine priesterlichen oder bischöflichen Dienste mehr ausüben. Das hat der Erzbischof von Baltimore, Lori, entschieden, bis eine vatikan. Entscheidung erfolgt.

Auch der ehemalige Weihbischof von Baltimore, Gordon Bennett SJ, unterliegt den gleichen Auflagen. Bennett war Weihbischof in Baltimore (1998 - 2004) und anschließend Bischof der Diözese Mandeville, Jamaika. 2006 gab es den Vorwurf der sexuellen Belästigung eines jungen Erwachenen. Im AUgust 2006 trat Bennett aus gesundheitlichen Gründen zurück. 2009 wurde er freigesprochen. Sein Fall wurde aber 2018 erneut geprüft und darf nach einer Anordnung der Bischofskongregation sein bischöfliches Amt nicht ausüben.

Quelle: vaticannews


12.3.2019 Unter Papst Franziskus, seit März 2013 im Amt, gingen 2.200 Missbrauchsanzeigen im Vatikan ein. Das erklärte Erzbischof Nikola Eterovic, Nuntius, bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Der Nuntius berichtete, dass sich zahlreiche Opfer an die Apostolische Nuntiatur wendeten mit der Bitte, ihre Schreiben an Papst Franziskus und an den Heiligen Stuhl weiterzuleiten, weil sie mit den aus den Diözesen erhaltenen Antworten nicht zufrieden seien bzw. gar keine Antwort bekommen hätten.

Quelle: kathpress


12.3.2019 Ein Pfarradministrator im Dekanat Alteglosheim-Schierling, Bistum Regensburg, wurde wegen eines Missbrauchsverdacht/einer Grenzverletzung gegenüber einer Ministrantin angezeigt. Das Bistum hat den Beschuldigten suspendiert. Er wird nicht an seine Arbeitsstelle zurückkehren, weil seine Amtszeit am 31.8.2019 endet.

Quelle: pnp.de


12.3.2019 Interview mit Ursula Enders, Zartbitter. Enders konstatiert, dass die öffentliche Wahrnehmung sich auf sexualisierte Gewalt vor allem in der katholischen Kirche inclusive auf den Zölibat konzentriert und darüber die sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und die Peergewalt vernachlässigt werden. Peergewalt macht inzwischen bei Zartbitter mehr als 50 % der Beratungsfälle aus. Selbst der UBSKM übersieht die sexualisierte Peergewalt.

Quelle: www1.wdr.de


11.3.2019 Der päpstliche Nuntius Eterovic wiederholt in seiner Begrüßung der Vollversammlung der dt. Bischöfe wörtlich die päpstliche Opferbeschuldigung, die Papst Franziskus bereits in seiner Schlussrede zum Antimissbrauchsgipfel getätigt hatte: „Das Übel, das ihnen [den Opfern] widerfahren ist, lässt in ihnen unheilbare Wunden zurück, die sich auch in Form von Hass und selbstzerstörerischen Tendenzen zeigen.“ 

Quelle: dbk.de

Kommentar: Weder stand ein Teilnehmer des Antimissbrauchsgipfels in Rom auf noch ein deutscher Bischof oder Weihbischof in Lingen, um diese Opferbeschuldigung zurückzuweisen.


11.3.2019 Drei anonyme Briefe an drei Pfarreien im Bistum Münster erheben mehrere Missbrauchsvorwürfe gegen den katholischen Priester A., der bereits verstorben ist. Der Priester war Kaplan in Werne (1961-1964), von 1964 bis 1967 in der Liebfrauengemeinde in Emmerich tätig, von 1968 - 1973 in Issum-Sevelen, 1967 bis 1968 Militärpfarrer in Altahlen/Heessen, von 1973 bis 1984 in Nordkirchen, in Kevelaer-Winnekendonk, St. Urbanus von 1984-1988, und von 1988 bis 1993 in Kranenburg-Frasselt, bevor er in den Ruhestand ging. Opfer haben sich inzwischen beim Bistum gemeldet. Das Bistum bittet mögliche weitere Betroffene, sich zu melden.

Quelle: theworldnews.net  wn.de


10.3.2019 Matthias Katsch, Vorsitzender des Betroffenennetzwerks „Eckiger Tisch“, und Vorstandsmitglied der internationen Gruppe „Ending Clergy Abuse“ (ECA) spricht mit den Vereinten Nationen über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

Quelle: vaticannews


10.3.2010 Das Präsidium des Zentralkommitees der deutschen Katholiken war zu Gesprächen im Vatikan. ZdK-Präsident Sternberg mahnt eine gründliche Ausarbeitung und Umkehr an, ohne die die Kirche ihre Glaubwürdigkeit nicht zurückerlangen könne.

Quelle: Domradio.de


10.3.2019 Das Urteil und die Höhe der Strafe für den australischen Kardinal George Pell soll am Mittwoch live im Fernsehen übertragen werden. Das teilte das zuständige Bezirksgericht von Victoria in Melbourne mit. Die abschließenden Bemerkungen von Richter Peter Kidd würden im Interesse einer "offenen Justiz" live ausgestrahlt, zitiert der Sender einen Gerichtssprecher.

Quelle: kathpress


10.3.2019 Das Vergewaltigungsopfer eines Mönchs erinnert sich. Vorsicht - Triggergefahr!

Quelle: rp-online.de/


8.3.2019 Die Theologin Theresia Kamp, Münster, kommentiert die päpstlichen Äußerungen zum "Sinn" des Missbrauchsskandals, der - so Papst Franziskus - dazu dient, dass "der Herr dabei [ist], seine Kirche zu reinigen und uns alle zu ihm zu bekehren. Er lässt uns diese Prüfung erleben, damit wir erkennen, dass wir ohne ihn Staub sind". Frau Kamp ist Satz für Satz zuzustimmen.

Quelle: katholisch.de


8.3.2019 Auch die am Montag beginnende Bischofskonferenz kommt ohne die Anhörung von Opfern und OpfervertreterInnen aus. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, fordert die Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe auf, alle Missbrauchsfälle der vergangenen Jahrzehnte durch Staatsanwaltschaft und Polizei aufarbeiten zu lassen und dazu uneingeschränkten Zugang zu den Akten zu gewähren. Auch die "Entschädigungen" müssten neu geregelt werden. (Derzeit liegen sie etwa bei einem halben Monatsgehalt eines Bischofs.)

Quelle: katholisch.de


8.3.2019 Hier wird der Weg des chilenischen Ex-Bischofs Francisco José Cox Huneeus auf seiner Flucht vor der Justiz nachgezeichnet. Nicht bekannt ist, wer von den Taten des Ex-Bischofs wusste und ihn geschützt hat.

Quelle: zeit.de


8.3.2019 Stimmen zum heutigen Weltfrauentag: feinschwarz.net   voicesoffaith.org

Der Papst formuliert unverbindlich: "Wenn uns die Zukunft am Herzen liegt, wenn wir eine Zukunft des Friedens erträumen, muss man den Frauen mehr Raum geben". Und: "Die Frau ist es, die die Welt schön macht, sie behütet und am Leben hält." Dieser patriarchale Ton verändert gar nichts.


8.3.2019 Das Denkmal des Beichtvaters von Lech Walesa, Henryk Jankowski, wurde vom Sockel gestützt. Damit wollten Aktivisten gegen den Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen protestieren. Die Stadt Danzig hat den Abriss des umstrittenen Denkmals für den Priester Henryk Jankowski (1936-2010) beschlossen. Zudem wird der Jankonwski-Platz umbenannt und Jankowski posthum der Titel als Ehrenbürger von Danzig aberkannt. Jankowski war nach 1989 mit judenfeindlichen Parolen aufgefallen und 2004 suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, stellte das Verfahren jedoch ein. Ende 2018 meldeten sich weitere Opfer.

Quelle: mdr.de


8.3.2019 Bischof Bode, Osnabrück, hat einen Fehler bei einem weiteren Missbrauchsfall eingeräumt. 2010 habe er einen Fall - auf Wunsch des Betroffenen - nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, obwohl der beschuldigte Priester noch lebte. Der Beschuldigte war Leiter des Bischöflichen Knabenkonviks Meppen. Das mutmaßliche Opfer hatte dem Bischof geschrieben und Kontakt mit dem damaligen Missbrauchsbeauftragten Heinrich Silies. Einen Anlass, den Brief zu beantworten, sah der Bischof nicht. Der Betroffene wartet bis heute auf eine Antwort und eine Entschuldigung. - Der Beschuldigte verließ 1968 den Konvikt und hat bis 1995 als Priester in zwei Gemeinden in der Nähe von Osnabrück und im Emsland gearbeitet.

Quelle: katholisch.de 


7.3.2019 Die Staatsanwaltschaft von Costa Rica hat Gebäude der Bischofskonferenz des Landes in San Jose durchsuchen lassen auf der Suche nach Hinweisen in zwei Fällen - wegen eines Vergealtigungsvorwurfs und wegen sexuellen Missbrauchs. Gegen einen inzwischen exkommunizierten katholischen Priester soll eine Anzeige wegen Vergewaltigung vorliegen. Der Beschuldigte hat sich vermutlich nach Mexiko abgesetzt. Gegen einen zweiten Priester gibt es Missbrauchsvorwürfe von Minderjährigen.

Quelle: orf


7.3.2019 Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka, hat in Rom in einem Interview mit dem italienischen Sky-TV von einer "teilweisen Hysterie" im Blick auf kirchliche Missbrauchsfälle gesprochen. Dabei habe er sich auf einen konkreten, ziemlich problematischen Fall einer erwachsenen Person bezogen. Derartige Fälle seien „ein dankbares Thema für viele Journalisten und mitunter auch Juristen.“ In der Tschechischen Republik sprächen Regierungsunterlagen von rund 700 Missbrauchsfällen jährlich, in der katholischen Kirche des Landes habe man aber nur zehn Fälle in den vergangenen 30 Jahren verzeichnet, meist unvollständig bewiesen, ergänzte der Kardinal.

Quelle: vaticvannews


7.3.2019 Kardinal Barbarin will Papst Franziskus um seine Entlassung bitten. Das kündigte er in seiner Diözese an. Der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche Frankreichs war zuvor zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er den Missbrauch durch einen Priester verschwiegen hatte.

Quelle: merkur.de


7.3.2019 Kardinal Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon, Orimas von Gallien und Mitglied der Ehrenlegion, wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Strafgericht von Lyon habe ihn schuldig gesprochen, den sexuellen Missbrauch an einem Minderjährigen durch einen Priester seiner Diözese, Bernard Preynat, nicht angezeigt zu haben, obwohl er 2014 von einem Betroffenen informiert wurde. Erst 2015 habe der Kardinal dem Beschuldigten den Umgang mit Jugendlichen verboten. Dass er nicht früher gehandelt habe, bgründete er damit, dass er auf eine Antwort aus dem Vatikan gewartet habe. Fünf Mitangeklagte, unter ihnen drei Geistliche, wurden freigesprochen. Die Geistlichen waren Maurice Gardes, Erzbischof von Auch;, Thierry Brac de la Perrière, Bischof von Nevers und der Priester Xavier Grillon. Der jetzige Chef der Glaubenskongregation, Ladaria Ferrer, und der frühere Chef der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, waren zu dem Prozess vorgeladen, machten jedoch ihre strafrechtliche Immunität geltend und waren nicht erschienen.

Quellen: katholisch.de, NZZ, s.auch katholisch.decruxnow.com


7.3.2019 Zwei Frauen aus der DDR erzählen von organisiertem Missbrauch, auch durch ihre Väter und Mütter. Triggergefahr!!!

Quelle: chrismon.evangelisch.de


6.3.2019 Im Jahr 2018 lagen im Erzbistum Berlin 86 (Vorjahr: 77) Meldungen über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs oder sexueller Übergriffe an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, vom Erzbischof beauftragte Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst vor. Damit wurden neun neue Vorwürfe, vier davon gegen Kleriker, erhoben.

Quelle: Erzbistum Berlin

6.3.2019 Im Erzbistum Berlin wurden alle vorhandenen Akten über die Kleriker, bei denen es im Rahmen der MHG-Studie von 1946 - 2014 Verdachtsmomente gab, an externe Berater gegeben. Zusätzlich zu den bislang bekannten 51 Tätern wurden vier weitere Akten übergeben, die nicht in die MHG-Studie eingegangen sind. Insgesamt gibt es im Erzbistum nun 55 Beschuldigte, 22 von ihnen leben noch.

Quelle: Erzbistum Berlin


6.3.2019 In einer chilenischen staatlichen Fernsehsendung erschien Daniel Rojas Alvarenz und sagte, der Priester Rigoberto Rivera habe ihn in der Kathedrale von Santiago 2015 betäubt und vergewaltigt. Kardinal Ricardo Ezzati habe ihm 45 Dollar gegeben und ihn gebeten, für den Priester zu beten und niemandem zu sagten, was passiert sei. Der Generalsekretär der chilenischen Bischofskonferenz, Fernando Ramos, sagte, der Fall sei schrecklich und inakzeptabel. Das Erzbistum Santiago bestätigte die Beschwerde gegen den Priester Rigoberta Rivera. Dem Beschuldigten sei verboten worden, öffentlich die Messe zu feiern. Die Anwältin des Beschuldigten wies die Vorwürfe zurück. Kardinal Ezzati leugnet jegliche Vertuschung sexuellen Missbrauchs.

Quelle: tekk.tv


6.3.2019 Kardinal Marx sagte in seiner Aschermittwochspredigt, es gelte weiterhin, die eigene Schuld, „das, was an Versagen da ist, an Übersehen da ist, an Verwundungen da ist, zu benennen, zu bereuen. ... Ohne Reue gibt es keinen Neuanfang, aber es gibt auch keinen Neuanfang ohne Solidarität. ... Wir brauchen einander, gerade jetzt in diesen schwierigen Jahren für die Kirche, in denen sie sich neu auf den Weg machen muss.“ Von großer Bedeutung sei dabei der „Blick von außen, auch der Blick derer, die uns mit Liebe, mit Ärger, aber auch mit großer Hoffnung begleiten, die zu recht viel von uns erwarten“.

Quelle: erzbistum-muenchen.de


6.3.2019 Menschen, die in der DDR Opfer sexuellen Missbrauchs wurden, erhalten kaum Hilfe. Dies stellte die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Berlin fest. Hilfeleistungen für in der DDR Missbrauchte seien schwieriger zugänglich als für Betroffene aus Westdeutschland. Betroffene aus der DDR erhalten in der Regel nur für Missbrauch, der nach 1990 stattgefunden hat, Leistungen aus dem OEG. Der Fonds für Heimkinder nahm nur bis Ende September 2014 Anträge entgegen und hat zum 31.12.2018 seine Arbeit eingestellt.  Die Betroffene Corinna Thalheim sagt: "Wir fallen aus allen Rastern heraus."

Quelle: DLF


6.3.2019 In Prato, Bistum Prato in Mittelitalien, wurde ein katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauch eines zehnjährigen Mädchens zu vier Jahren und vier Monaten Gefängnis und zur Zahlung von 50.000 € an das Opfer verurteilt. Dabei trat erstmals in Italien ein Erzbistum als ziviler Nebenkläger auf.

Quelle: vaticannews.va


6.3.2019 Der Hildesheimer Bischof Wilmer spricht sich für externe Gerichte; international einheitliche, strenge Standards und eindeutige Handhabe bei der Missbrauchs-Aufarbeitung aus. Als Problem benennt er z.T. unterschiedliche Gesetze in Polen, den USA, im Kongo und auf den Philippinen.

Quelle: domradio.de

Kommentar: Papst Franziskus hat von "kulturellen Unterschieden" gesprochen, die beim Kampf gegen Missbrauch zu berücksichtigen seien. Wer von den Opfern her denkt, wird darauf beharren, dass alle Minderjährigen weltweit ein Recht auf Sicherheit haben und dass das Kindeswohl Vorrang vor allen kulturellen Gebräuchen haben muss.


6.3.2019 Der australische Kardinal Pell kann im Juni in Berufung gegen seine Verurteilung gehen. Das Strafmaß wird am 13.3. verkündet werden. Zudem plant ein 50-jähriger Mann eine Zivilklage gegen Pell. In dem neuen Fall geht es um Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens in einem Schwimmbad in Pells Heimatort Ballarat in den 70er Jahren.

Quelle: domradio.de


6.3.2019 Im Bistum Erfurt waren nach der MHG-Studie bislang 10 beschuldigte Priester bekannt. Inzwischen sind 13 mutmaßliche Täter bekannt, von denen zwei noch leben.

Quelle: thueringen24.de  bistum-erfurt.de


6.3.2019 Die katholische weltweite Fraueninitiative "Voices of Faith" vertritt die Ansicht, dass die weibliche Hälfte der Katholiken in kirchliche Führungspositionen gehört.  Generaldirektorin des römischen Büros von Voices of Faith ist Zuzanna Flisowska. Voices of Faith hat seit November 2018 ein Büro in Rom, veranstaltete Frauen-Kongresse, waren 2018 beim Vorbereitungstreffen zur Jugend-Synode dabei und demonstrierten vor dem Bischofstreffen für ein weibliches Stimmrecht bei Synoden. Voices of Faith wird von der Fidel Götz Stiftung unterstützt. Zuletzt waren die Frauen beim Anti-Missbrauchsgipfel in Rom zu hören.

Quelle: katholisch.de


6.3.2019 Im Bistum Mainz ist sexualisierte Gewalt Chefsache geworden. Nach Gesprächen mit Betroffenen sei deutlich geworden, dass die Perspektive der Betroffenen nicht nur Voraussetzung für eine Aufarbeitung sei, sondern leitend für die Wege der Aufarbeitung sein müsse. Eine allein juristische Herangehensweise, wie sie auch im Bistum Mainz bisher vorherrschend war, werde es nicht mehr geben. - Entwickelt werden derzeit konkrete Gesprächsformate wie z.B. ein Hearing und Maßnahmen für Betroffene, für Menschen, die Kenntnis von Missbrauch haben und für Pfarreien, in denen sich Missbrauch ereignet hat. - In Gesprächen von Betroffenen mit der Bistumsleitung konnten auch zusätzliche individuelle Hilfsmaßnahmen - seelsorgliche Begleitung inbegriffen - vermittelt werden. -Sollten frülhere Bistumsverantwortliche Täter gedeckt und Missbrauch vertuscht haben, werden die Betroffen dies erfahren und die Öffentlichkeit wird darüber informiert.

Quelle: bistummainz.de


6.3.2019 Anlässlich der Vollversammlungt der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen ab kommendem Montag ruft der gastgebende Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode zum Gebet für die Bischöfe auf. Darin heißt es: "Unwissenheit möge sie nicht irreleiten, Bestechlichkeit und falsche Rücksichten sie nicht verderben!" Das Gebet geht auf eine Vorlage aus Mainz um das Jahr 950 zurück.

 Quelle: katholisch.de


6.3.2019 Der Bischof von Pittsburgh, David Zubik, hat einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt. Darin sieht er vor allem mehr Unterstützung für Missbrauchsopfer und deren Angehörige vor, eine stärkere Verantwortlichkeit (von wem?), mehr Transparenz der Finanzen, eine kontinuierliche Ausbildung für Priester und Seminaristen und ein fortwährendes Bemühen um Aufklärung und Versöhnung. Konkret soll ein "Sekretariat zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und gefährdeten Erwachsenen" eingerichtet werden. Zur Beaufsichtigung der Maßnahmen soll ein Laiengremium mit bis zu zwölf Laien eingerichtet werden.

Quelle: domradio.de


6.3.2019 Gegen den früheren Hildesheimer Bischof Janssen gibt es außer den bislang bekannten zwei Missbrauchsvorwürfen keinen weiteren Vorwurf.

Quelle: rtl.de


6.3.2019 Kardinal Duka, Erzbischof von Prag und Primas von Böhmen, hat eine Strafanzeige gegen Unbekannte wegen sexuellen Missbrauchs erstattet. Die Anzeige ist eine Reaktion auf Informationen des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Außerdem will er eine Novellierung des Strafgesetzes initiieren, nach der Vergewaltigung und sexueller Missbrauch bei unter 16-Jährigen gemeldet werden müssen.

Quelle: radio.cz


5.3.2019 Die französischen Bischöfe sind entsetzt über den sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen. Die Doku "Gottes missbrauchte Dienerinnen" sei ein verstörender und dramatischer Bericht. - Die Familie des beschuldigten Ordensgründers Philippe reagierte auf die angekündigte Ausstrahlung der Dokumentation mit der Veröffentlichung einer "Gegen-Untersuchung". Darin stellt sie die psychische Verfasstheit eines der mutmaßlichen Opfer in Frage.

Quellen: vaticannews  kathpress.at

Kommentar: Die Bischöfe hatten seit 1994 Zeit, sich über ihr Entsetzen klar zu werden. Der Öffentlichkeit wurden die Verbrechen nämlich spätestens 2001 bekannt, u.a. in der Berliner Zeitung, nachdem der NCR im März 2001 einen Bericht gebracht hatte. Die Nonne O'Donohue verfasste 1994 einen Bericht über Missbrauch von Nonnen durch Kleriker in 23 Ländern, den sie an den damaligen Vorsitzenden der Ordenskongregation, Kardinal Eduardo Martinez Somalo, schickte. Der Vatikan berief eine Untersuchungskommission ein - der Bericht O'Donohues wurde bestätigt. Am 22. November 2001 - nach der Veröffentlichung im NCR im März 2001 - entschuldigte sich Papst Johannes Paul II. öffentlich bei jenen Ordensschwestern, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester geworden sind. Weitere Maßnahmen sind nicht bekannt.


5.3.2019 „Göttliche Justiz. Wie die Kirche die Sünden ihrer Hirten unter den Teppich kehrt“ heißt ein neues Buch des Journalisten Federico Tulli und der Journalistin Emanuela Provera. In etwa 20 kirchlichen Einrichtungen in Italien werden Kleriker, die Sexualstraftaten begangen haben, untergebracht, ohne dass die weltliche Justiz davon Kenntnis hat. Die staatliche Justiz hat seit 2000 lediglich 150 Klerikern wegen Se3xualstraftaten zur Rechenschaft gezogen. Innerhalb des kirchlichen Rechtes gibt es bislang keine Vorschriften, die präzise vorschreiben, dass Sexualstraftaten der weltlichen Justiz angezeigt werden müssen. Tulli und Provera wollen erfahren haben, dass der Papst schon vor Jahren intern Anweisung gegeben habe, besonders auffällige Geistliche der italienischen Justiz zu melden. Umgesetzt wurde die Anweisung nicht. „Man muss also in diesem Zusammenhang von einer gewissen Komplizenschaft eines Teils der kirchlichen Hierarchie mit vor allem Missbrauchstätern sprechen", sagte Provera.

Quelle: DLF


5.3.2019 Nach der Verurteilung von Kardinal George Pell wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen hat sein Hauptverteidiger Robert Richter sein Mandat für die anstehende Berufungsverhandlung niedergelegt. Er bringe nicht die nötige Distanz mit und sei über den Schuldspruch sehr verärgert. Er halte Pell für unschuldig, sagte er.

Quelle: kathpress


4.3.2019 Ein seit 2010 als Täter bekannter Geistlicher hat vermutlich nicht nur in der Umgebung von Hamm, sondern auch in Hamm Minderjährige sexuell missbraucht. Ein mutmaßliches Opfer aus Hamm hat sich im April 2010 beim Erzbistum gemeldet. Als neunjähriges Kommunionkind soll dieses von dem Geistlichen 1974 in dessen Zeit in Hamm missbraucht worden sein. Die Verfahren wurden wegen Verjährung eingetellt. Die Glaubenskongregation verurteilte den Täter zur Zahlung von Geld. Drei der fünf Opfer erhielten Geldzahlungen. Den Titel Monsignore trägt der Täter bis heute. Das Erzbistum Paderborn teilte mit, es habe sich entschieden, Tatorte nur im Einzelfall zu nennen. Dies wurde mit dem Schutz der Opfer begründet und mit der Verantwortung gegenüber den Gemeinden, um diese nicht zu verunsichern.

Quelle: wa.de


4.3.2019 Papst Franziskus will die Akten für die Amtszeit von Papst Pius XII. (1939-1958) freigeben. Die Dokumente der vatikanischen Archive sollten am 2. März 2020, dem 81. Jahrestag der Papstwahl Eugenio Pacellis, für die Forschung zugänglich gemacht werden. Pius XII. ist wegen seiner Haltung zum Holocaust umstritten. Auch die Hintergründe der Entstehung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens sind unbekannt. Hubert Wolf, Kirchenhistoriker warnt vor einem Verfahren zur Seligsprechung von Papst Pius XII., solange die Akten nicht gesichtet wurden. Bereits 2009 wurde bei Pius XII. der "heroische Tugendgrad festgestellt.

Quelle: katholisch.de


4.3.2019 Bei den Salesianern laufen derzeit weltweit rund 60 Prozesse gegen Mitglieder wegen sexuellem Missbrauch. Das sagte der Generalobere der 14.500 Salesianer Don Boscos, Don Angel Fernandez Artime.

Zum Klerikalismus sagte der Generalobere, dass nicht die Priester selbst das Problem seien, "sondern dass man etwas als Priestersein versteht, was in Wahrheit nichts damit zu tun haben darf: Die Vorstellung, es bedeute vor allem, bedient zu werden und Macht über andere zu haben".

Quelle: kath.press


4.3.2019 Hinweis: #nunsToo Die fromme Gewalt. Eine Arte-Doku über sexuelle Übergriffe auf Ordensfrauen in der katholischen Kirche.

Quelle: Tagesspiegel  fr.de


3.3.2019 Auf die Frage, ob die Päpstliche Kinderschutzkommission ein Feigenblatt sei, antwortet Pater Zollner: "Ich glaube, dass sich einige Mitglieder so gefühlt haben - weil sie nicht verstanden haben, wo die Grenzen unserer Kompetenzen sind." Das größte Ergebnis der Kommission sei "ihre schiere Existenz", denn damit habe Franziskus schon vor fünf Jahren das Thema Missbrauch auf die Agenda der Weltkirche gesetzt.

Quelle: Spiegel.de


3.3.2019 Jörg Fegert: "Empathie statt KlerikalismusChancen und Grenzen externer Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch" Fegert schildert, wie schwierig es war/ist, im Vatikan Verständnis für Betroffene zu wecken. Er sagt: "Betroffene als dazugehörig zu betrachten, sie im Dazugehören zu unterstützen, ist aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe."

Quelle: herder.de


2.3.2019 Der Papst traf Opfer aus der Schweiz. Agnes Würgler (74) berichtet, dass sie zusammen mit ihren beiden Brüdern sie in den 1950er Jahren in einem Heim in Malters (LU) aufwuchs, das von Ordensfrauen geführt wurde. "Sie haben uns täglich geschlagen. Man wusste manchmal gar nicht, warum. Wir wurden eingesperrt und sind die ganze Nacht auf dem kalten Boden gelegen. Es war einfach schlimm und Horror."

Es wurde aber noch schlimmer, wenn sie zur Strafe zum Priester geschickt wurden: "Der Priester hatte bei uns im Heim ein Zimmer. Er hat uns sexuell missbraucht, vor allem meine zwei Brüder. Auch ich musste in das Zimmer und hatte nachher jahrelang Probleme. Meine Brüder haben sich später das Leben genommen, weil sie damit nicht mehr fertig wurden.

Auch Mario Delfino (62) wurde ein Opfer von sexuellem Missbrauch. Der Vollwaise wurde in einer Erziehungsanstalt in Knutwil (LU) platziert, die von Ordensbrüdern geführt wurde. Er wurde in den 1960er Jahren schwer misshandelt und sexuell missbraucht. - Der Papst habe sich entschuldigt.

Der Solothurner Unternehmer Guido Fluri hat eine Wiedergutmachungsinitiative eingereicht, die 500 Millionen Franken für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen forderte. Die Räte entschieden sich für 300 Millionen Franken. Etwa 9000 Betroffene haben ein Gesuch gestellt.

Quelle: srf.ch  bazonline.ch


1.3.2019 Die katholische Kirche in der Schweiz verschärft die Anzeigepflicht bei Verdachtsfällen auf Missbrauch. Kirchliche Amtsträger sind jetzt auch bei erwachsenen mutmaßlichen Opfern verpflichtet, bei Verdacht auf ein Offizialdelikt den Fall der staatlichen Justiz zu melden. Bislang hatten Opfer ein Vetorecht. Die Praxis zeigte, dass ohne Anzeigepflicht Vertuschungsgefahr bestehe.

In der Schweiz gab es 2017 demnach 65 neue Meldungen. Seit 2010 wurden in den Bistümern demnach rund 300 Fälle gemeldet. Die meisten Opfer seien Heranwachsende bis 16 Jahre gewesen. Täter waren überwiegend Priester und Ordensleute. Die meisten Fälle seien verjährt.

Quelle: katholisch.de


1.3.2019 Die französische Europaministerin Natalie Loiseau sagte, der Vatikan müsse im Fall der Belästigungsvorwürfe gegen den Nuntius in Paris seiner Verantwortung gerecht werden und die diplomatische Immunität seines päpstlichen Gesandten in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, aufheben. Ihm wird in Frankreich sexuelle Belästigung vorgeworfen. Einen ähnlichen Vorwurf gab es bereits 2008 in Kanada.

Quelle: de.nachrichten.yahoo.com  twittersmash.com


28.2.2019 Der Journalist Thomas Klatt sagt, die evangelische Kirche kolportiere, dass sexuelle Gewalt gegen Minderjährige ein katholisches Phänomen sei - wegen Klerikalismus, Zölibat und Männerbünde. Aber auch in der evang. Kirche gebe es Machtkonzentration; zudem fehle eine Trennung zwischen Amt und Privatbereich. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung gab an, dass zwei Drittel der Fälle in kirchlichen Kontext auf die kath. Kirche entfiel, ein Drittel auf die evangelische Kirche. Ein Aufschrei in der evang. Kirche sei ausgeblieben, weil es dort keine systematischen Untersuchungen und Aufarbeitung gab. Lediglich aus der Nordkirche liegt ein 500-Seiten-Bericht vor, den aber längst nicht alle für diesen Bereich Verantwortlichen gelesen haben. Die Erfahrungen von Opfern seien ganz ähnlich denen von Opfern im katholischen Bereich. Opfer werden auch in der evang. Kirche überhört und haben auf der EKD-Synode kein Podium.

Quelle: deutschlandfunk.de  deutschlandfunk.de


28.2.2019 Der Schlussbericht zum Cassianeum in Donauwörth, Bistum Augsburg wird vorgestellt. Kurzinterviews mit Opfern; Harald Heinrich, Generalvikar und Peter Kosiakm, Pädagogische Stiftung Cassianeum.

Quelle: katholische-sonntagszeitung.de


28.2.2019 In Luxemburg sind zu den bis 2019 bekannten Missbrauchsfällen 24 weitere Mussbrauchsfälle hinzugekommen. Sie betrafen zum Großteil männliche Minderjährige. Außerdem kamen neun Fälle rein körperlicher Gewalt dazu. Die Täter waren in 24 Fällen Pfarrer oder männliche Ordensleute, in vier Fällen weibliche Ordensfrauen. Bischof Jean-Claude Hollerich wertet den Kinderschutzgipfel als Erfolg. Dass die Opferverbände nicht zur Konferenz zugelassen waren, führt er nicht auf Bösartigkeit, sondern auf die Aufregung zurück, die rund um die Konferenz in Rom herrschte.

Quelle: tageblatt.lu


28.2.2019 Ein mutmaßliches Opfer des emeritierten Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe soll gestern verhört worden sein. Der Ex-Bischof habe ein Verfahren wegen Verleumdung angestrengt. Das mutmaßlich Opfer hat 2012 eine Beschwerde eingereicht und angegeben, es sei 1992 als Zehnjähriger von Vangheluwe in der Sakristei sexuell missbraucht worden. Vangheluwe dementiert die Vorwürfe.

Quelle: katholisch.de


28.2.2019 Pells Anwalt Robert Richter hat sexuelle Übergriffe seines Mandanten auf Minderjährige eingeräumt. Er bat um Entschuldigung, weil er die Taten Pells heruntergespielt habe. Er hatte sie als "vanilla Sex" bezeichnet. Die Übergriffe hätten "weniger als sechs Minuten" gedauert.

Ergänzung/Korrektur: Der Anwalt sei weiter von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. In der Verhandlung über eine angemessene Haftstrafe müsse er jedoch von der Schuldfeststellung des Gerichts ausgehen, um ein möpglichst mildes Urteil für die gerichtlich erkannte Tat zu erreichen. Die "Schwere des Verbrechens" sei vielmehr von Anfang an durch das "Eingeständnis" anerkannt worden, dass dafür eine "Haftstrafe gerechtfertigt ist".

Quelle: dw  katholisch.de

Kommentar: Gegen Kurienkardinal George Pell wurde 2017 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, selbst in den Zeiträumen 1970–1980 als Priester in Ballarat und 1996–2001 als Erzbischof von Melbourne mehrere Jungen sexuell missbraucht zu haben. Dem Kardinal war es also möglich, seit 1970 mit seinen Lügen zu leben, Gottesdienste zu feiern und Karriere in der Kirche zu machen...


28.2.2019 Das Bistum Osnabrück will Priestern, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, das Gehalt bis auf 1.000 Euro kürzen. Krankenversicherung und Miete würden davon abgezogen.

Quelle: kirche-und-leben.de


27.2.2019 Christiane Florin sagt: "Als Journalistin bleibe ich an der katholischen Kirche dran, denn je mehr diese Institution zur Sonderwelt wird, desto größer wird die Gefahr, dass der Machtmissbrauch unbeobachtet bleibt. Aber als Katholikin? 'Warum bist du noch dabei?', werde ich immer häufiger gefragt. Ich stammle dann etwas von Nostalgie und Biografie. Aber eigentlich denke ich ganz böse: Wir Geduldigen sind Komplizen."

Quelle: mopo


27.2.2019 Die Glaubenskongregation beginnt ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Kardinal Pell.

Quelle: vaticannews


27.2.2019 Australische, eher konservative Medien, äußern Zweifel an der Schuld von Kardinal Pell. Die Beweislage sei sehr dünn. Zweifel äußern auch eher liberale Medien und der progressive Jesuit und Rechtsanwalt Frank Brennan.

Quelle: vaticannews


27.2.2019 Kurienkardinal Pell ist nicht länger Finanzchef des Vatikans. Seine Amtszeit läuft in diesem Monat aus. Pell darf bis auf Weiteres keine öffentlichen Messen halten und der Kontakt zu Minderjährigen ist ihm vom Vatikan verboten worden. Er wurde gestern in U-Haft genommen. Seine Mitgliedschaft im K9-Rat wurde bereits im Dezember 2018 beendet - wegen seines fortgeschrittenen Alters. Weitergehende kirchliche Sanktionen gibt es derzeit nicht. Der Vatikan will die Berufung abwarten.

Quelle: deutschlandfunk.de


27.2.2019 Raoul Löbbert zum Antimissbrauchsgipfel


26.2.2019 Interview mit Doris Reisinger.


26.2.2019 Hermann Häring analysiert: Missbrauch der Macht – DNA der Kirche? Eine aktuelle Standortbestimmung. Härings Fazit: "Ich fürchte, dass diese Elite ihr Kernproblem noch nicht wirklich verstanden hat. Es ist ihre Blindheit, die es bisher unmöglich machte, über Strukturänderungen überhaupt nachzudenken. Solange diese Barriere nicht bricht, bleibt die Macht über Menschen ein römisch-katholisches DNA-Problem. Offensichtlich fällt es den Hierarchen schwer, die jesuanische Botschaft ohne römische Verzerrungen wahrzunehmen."

Quelle: hjhaering.de


26.2.2019 Der chilenischen Kirche fehle noch das Wissen, wie Nähe zu den Opfern und deren Begleitung aussehen könne. Dies erklärte der Generalsekretär der chilenischen Bischofskonferenz, Fernando Ramos, der chilenischen Zeitung La Tercera in Rom.

Quelle: vaticannews


26.2.2019 Hans Joachim Sander: "Die billige Mauer des Papstes. Die Abwehrreaktion im Missbrauchsskandal erspart der Kirche alle Kosten, die eine eigene Offensive von ihr fordern würde."

Sander konstatiert: "Die Opfer des Missbrauchs sind entsprechend empört, dass die Kirche sich das alles spart – auf ihre Kosten. Die Opfer wollen nicht der Anlass für einen Mauerbau sein, der – wenn auch vergeblich– in der katholischen Kirche bewahren oder wiederherstellen soll, was angeblich „früher einmal“ alles besser war. Sie sind der Unverschämtheit in diesem „früher einmal“ buchstäblich zum Opfer gefallen. Und allen Beteuerungen kirchlichen Respekts vor ihrem Leid zum Trotz dringen sie mit ihren Anliegen auch jetzt nicht durch, sondern stehen wieder –vor einer Mauer."

Quelle: theologie-und-kirche.de


26.2.2019 Kardinal Dziwisz, Polen, langjähriger Sekretär von Papst Johannes Paul II., verteidigt Papst Johannes Paul II. Er sei sehr getroffen gewesen über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker. Es habe ihn sehr verletzt, dass Priester und Ordensleute so viel Leid über junge Menschen gebracht hätten. Daher habe Joh.Paul II. vor US-Kardinälen Konsequenzen angekündigt, das Kirchenrecht geändert und die verpflichtende Meldung an die Glaubenskongregation eingeführt.Zudem habe er gesagt, Kleriker, die Missbrauch verübten, hätten keinen Platz im Priesteramt.

Kritiker, z.B. Weihbischof Geoffrey Robinson, werfen Johannes Paul II. vor, er habe ein "Schweigen" gefördert, anstatt die Bischöfe zu Solidarität mit den Opfern zu verpflichten. Auf Vorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi  habe er jahrelang nicht reagiert und die Legionäre Christi gefördert.

Quelle: katholisch.de


26.2.2019 Interview mit Doris Strahm: "Ich bin über 30 Jahre lang 'aufgetreten' und habe mich für eine Veränderung von Theologie und Kirche engagiert: als Dozentin und Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten der Schweiz, als freiberufliche Kursleiterin und Referentin in der Erwachsenenbildung, als Autorin von Büchern zur feministischen Theologie und Christologie sowie als Mitgründerin und Redaktorin der feministisch-theologischen Zeitschrift FAMA. Doch bewirkt habe ich wie alle anderen KirchenkritikerInnen im Kirchensystem nichts. Eine Reform von unten ist in der römisch-katholischen Kirche aus strukturellen Gründen auch gar nicht möglich. Und doch bin ich froh, dass es KollegInnen gibt, die all dem zum Trotz in ihren Gemeinden vor Ort eine andere Form von Kirche erfahrbar machen. Ihnen gilt mein Respekt und meine Solidarität."

Quelle: feinschwarz.net


26.2.2019 Der Theologe Michael Seewald kritisierte die Selbstwahrnehmung der Kirche. Sie solle aufhören, sich selbstmitleidig als Opfer des Missbrauchsskandals zu sehen. Sie sollte vielmehr die Menschen in den Blick nehmen, denen durch Männer der Kirche großes Leid angetan wurde. Seewald sagte auch, der Gipfel habe die Chance vertan, konkrete Regeln aufzustellen, z.B. zu Machtkontrolle. Jetzt läge die Verantwortung wieder bei den nationalen Bischofskonferenzen, die mit dem Thema sehr unterschiedlich umgingen.

Quelle: bo.de


26.2.2019 Bevor Papst Franziskus endgültig über die Zukunft von Kardinal Pell entscheidet, will er das Berufungsverfahren abwarten.

Quelle: katholisch.de


26.2.2019 Der frühere Kardinal George Pell wurde einstimmig wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 12- und 13jährigen Jungen in fünf Fällen verurteilt. Das eine Opfer starb mit 31 Jahren an einer Überdosis Heroin. Die Strafe steht noch nicht fest. Pell wird Berufung einlegen. Seine Anwälte sagen, er beharre weiter auf seiner Unschuld.

Quellen: welt.de  zeit.de  vaticannews  DLF


25.2.2019 Matthias Remeny: "Mein Eindruck: Hier sprach keiner, der sich radikal von der Opferperspektiveleiten lassen will. Hier sprach einer, der verzweifelt versucht, die Flügel in seinem Laden irgendwie zusammenzuhalten. Das war zu wenig. Auch für einen Pontifex, einen Brückenbauer. Denn über den Versuch, Brücken zwischen den innerkirchlichen Lagern zu bauen, wurden Brücken, die Betroffene schon gebaut hatten, wieder gekappt."

Quelle: theologie-und-kirche.de


25.2.2019 Klaus Mertes unterstützt Kardinal Marx, der auf dem vatikan. Kinderschutzgipfel eine unabhängige Verwaltungs- und Disziplinargerichtsbarkeit gefordert hate. Tief enttäuscht ist er von der Papstrede: "Der Täter ist das absolute Böse. Das muss aus der Kirche rausgerissen werden, da muss man Prävention ganz engmaschig machen, damit in Zukunft das Böse nicht mehr in die Kirche eindringt. Und ich meine, an dieser Strategie, die schon Johannes Paul II., die Benedikt XVI. hatte, die ganz viele Kardinäle und Erzbischöfe im Vatikan und in dieser Weltkirche haben, ist mehr oder weniger alles falsch. Weil nämlich da der Eindruck entsteht, das Böse kommt von außen." Mertes kritisiert die Täterfixierung. Damit gehe man weg vom Problem des Vertuschens und damit der Verantwortlichkeit der Bischöfe. Außerdem stehe hinter diesem Denken die Vorstellung von der reinen und sauberen Kirche. An der Papstrede erkennt Mertes, dass der Papst die Wurzel des Übels noch nicht erkannt hat: Dass das Problem aus dem Inneren der Kirche kommt und systemische, strukturelle und kulturelle Aspekte im Leben der Weltkirche hat. Mertes sieht die Kirche vor einem tiefen Transformationsprozess, der Jahre dauern wird. Bereits jetzt verabschiedeten sich die Katholiken von der Idee einer "Lichtgestalt" an der Spitze. Auch er plädiert dafür, das päpstliche Geheimnis zu öffnen und die vatikanischen Archive ebenfalls.

Quelle: DLF


25.2.2019 Der Salzburger Theologe Hans-Joachim Sander kritisiert die Erklärung von Papst Franziskus zum Abschluss des „Anti-Missbrauchsgipfels“. Die in Aussicht gestellten Konsequenzen seien rein defensiv. Er vermisst die Überprüfung des Zölibats, eine „Durchlüftung der Verschwiegenheitsclubs älterer Männer“ und „ein Ende wenigstens der schamlos übergriffigen Teile in der katholischen Sexualmoral“. Die Opfer würden entgegen aller Beteuerungen mit ihren Anliegen nicht durchdringen, stünden erneut vor einer Mauer.

Quelle: fr.de


25.2.2019 Mariusz Milewski, Polen, berichtet, dass er aus einer Alkoholikerfamilie kommt und von einem Pfarrer sexuell missbraucht wurde. Milewski was anfänglich neun Jahre alt. Der Missbrauch ging über neun Jahre. Er berichtet: "Im kirchenrechtlichen Prozess "In dem berühmten Film 'Klerus'gibt es eine erschütternde Szene, wo ein Priesterrat ein Opfer verhört und ihm droht. In meinem Fall war die Realität schlimmer als im Film. Alle waren gegen mich, sogar der Priester, der mein Interessenvertreter sein sollte. ... Die Kirche wollte mich als jemanden darstellen, der lügt und nur auf's Geld aus ist." Das kirchliche Gericht spricht den Täter frei. Im Zivilprozess wird der Täter schuldig gesprochen und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach 38 Jahren erhielt Marek Lisinski, Gründer der polnischen Opfergruppe, von einem einzigen Priester, dem Papst, die Aussage, dass er ihm glaubt. Lisinski bemüht sich seit 5 Jahren - vergeblich - um ein Gespräch mit Hierarchen in Polen. 

Quelle: dw


25.2.2019 Doris Reisinger nennt den Kinderschutzkongress eine "vertane Chance". Sie vermisst die Teilnahme von Betroffenen und Laien, die mitdiskutieren müssten. Die Papstrede hat Reisinger fassungslos gemacht, weil der Papst das "Geheimnis des Bösen" bemüht, das von den realen Bedingungen, die in der Kirche Tätern Missbrauch ermöglichen, ablenkt. "Es kann erst dann eine zufriedenstellende Aufarbeitung gelingen, wenn die Kirche anfängt, die bestehenden Machtstrukturen zu reflektieren und zu reformieren. Sexueller Missbrauch ist immer auch ein Missbrauch von Macht – das ist auf dem Gipfel oft gesagt worden. Man kann Machtmissbrauch nur etwas entgegensetzen, wenn man schaut, wer in der Kirche eigentlich über Macht verfügt, wie diese legitimiert ist und wie diese kontrolliert wird. Die Macht muss vernünftig kontrolliert und verteilt werden. Das erreicht man nicht mit einem Handbuch oder einer „Task Force“, sondern es braucht Strukturreformen", sagt Reisinger. Sie beklagt die anhaltende Intransparenz bei kirchlichen Verfahren und stimmt Kardinal Marx zu, dass eine Verwaltungsgerichtsbarkeit nötig sei. Die Aufhebung des Zölibats und die Zulassung von Frauen zum Priestertum würden ohne grundlegende Reform der Machtstrukturen keine Veränderung bringen. Reisinger kritisiert, dass der Papst letzte Woche in Pietrelcina die Opfer, die Missbrauch anklagen, indirekt als Angreifer darstelle und die Kleriker als "die Kirche". In Wahrheit seien die eigentlichen Feinde der Kirche die Priester, die ihr Amt missbrauchten.

Quelle: faz.net


25.2.2019 Kommentar von Heribert Prantl zum vatikan. Kinderschutzgipfel: "Es reicht nicht. Amen"

Quelle: Süddeutsche


25.2.2019 In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sollen Hauptamtliche kirchliche Mitarbeiter in der Kommission sexueller Missbrauch kein Stimmrecht mehr haben. Nur noch ehrenamtliche, nicht unmittelbar vom Bischof abhängige Mitglieder sollen Entscheidungen treffen.

Quelle: swr


25.2.2019 Jörg Fegert vermisst auf dem Kinderschutzgipfel Themen wie Opferanwälte, Zeugenbegleitung, Transparenz und Auskunftsrechte, obgleich sie entscheidend beim zukünftigen Umgang mit den Betroffenen seien. Die Sprache von "heidnischen Menschenopfern" sieht Fegert kritisch. „Es geht um aktuelle Handlungen des Missbrauchs an Menschen, die nicht geopfert werden, sondern die weiter leben, die Teil unserer Gesellschaft sind und die jetzt auch Gerechtigkeit und Anerkennung fordern.“

Fegert weist darauf hin, dass es  keinen vernünftigen Umgang mit den Betroffenen gibt, solange es keine Fallstatistiken gebe und solange Betroffene manchmal Jahre auf Antwort warten müssten.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur


25.2.2019 Die Bischöfe hörten drei Tage lang Berichte von Opfern, etwa von einer Frau, die von einem Priester zum Sex und anschließend zu Abtreibungen gezwungen wurde. Aber Opferverbände selbst waren nicht eingeladen und veranstalteten kurzerhand auf eigene Kosten eine Art Gegengipfel im Schatten des Petersdoms. Nur wenige Bischöfe suchten aktiv Kontakt zu ihnen, darunter Marx, der englische Primas Vincent Nichols und der Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich.

Quelle: katholisch.de


25.2.2019 Brief an Papst und Bischöfe aus der Perspektive Betroffener

Quelle: feinschwarz.net


24.2.2019 Doris Reisinger nennt als Ursache, dass sexualisierte Gewalt gegen Nonnen übersehen wird: "Frauen sind in der Kirche nichts wert." Reisinger beobachtet auch bei manchen Bischöfen eine veränderte Atmosphäre und ist beeindruckt von den Frauen, die in Rom waren. Sie habe eine Stimmung und Energie erlebt, die zeige, dass man sich vieles nicht mehr gefallen lassen wolle. Frauen würden als abstrakte Figuren mystisch überhöht als Mutter oder als "Mutter Kirche", aber als konkrete Menschen seien Frauen in der Kirche nichts wert. „Sie haben keine Stimme, weil sie keine Ämter haben.“ Aber auch das scheine sich zu verändern.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de


24.2.2019 Hier ist die Einschätzung des Kinderschutzgipfels durch Kardinal Marx nachzulesen.


24.2.2019 Der Vatikan plant einen Papsterlass zum Schutz von Minderjährigen und schutzbefohlenen Personen, der Prävention von und Kampf gegen Missbrauch in der römischen Kurie und im Vatikanstaat stärken soll. Dazu soll ein neues Geesetz für den Staat der Vatikanstadt und Richtlinien für das Vikariat des Vatikans erlassen werden. Der angekündigte Papsterlass ("Motu Proprio") ist angeblich seit zwei Jahren so gut wie fertig. Es beinhaltet nichts anderes als jene Richtlinien, die die Bischofskonferenzen weltweit längst haben fertigstellen müssen, dieses Mal für den Vatikanstaat und das Bistum Rom.

Außerdem wird die Glaubenskongregation ein "Vademecum" („geh mit mir!“, d.h. ein Lehrbuch/Leitfaden) veröffentlichen. Und als dritte Maßnahme sollen Task Forces eingeführt werden, die Bischofskonferenzen und Bischöfen helfen, mit Missbrauchsfällen umzugehen.

Quelle: katholisch.de


24.2.2019 "Der Teufel war's": Der Rückzug in die Theologie als Vorwärtsverteidigung: Papst Franziskus' Abschlussrede zum Missbrauchsgipfel ist eine Enttäuschung: "Solange die römische Amtskirche sich mehr Sorgen macht um ihre eigene Spaltung, verbaut sie sich jeden Neuanfang, den sich manche in ihr ja doch wünschen", kommentiert Andreas Öhler.

Quelle: zeit.de


24.2.2019 "Anstatt konsequent aus der Opferperspektive die Verantwortung der Kirche zu benennen, (war es) routiniertes und uninspiriertes Abspulen von Selbstverständlichkeiten", sagte der Kirchenrechtler Schüller. Franziskus habe das Problem der Kirche relativiert, indem er Missbrauch als gesamtgesellschaftliches Phänomen dargestellt habe. "Ganz schlimm", fasste Schüller zusammen. - Missbrauchsopfer reagierten empört auf die Rede des Papstes . Sie sei "der schamlose Versuch, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen, ohne sich der Schuld und dem Versagen zu stellen und wirkliche Veränderung anzugehen", twitterte Matthias Katsch.

Quelle: katholisch.de


24.2.2019 Hinweis: Bei Anne Will diskutieren: Bischof Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung; Agnes Wich, Sozialpädagogin und Betroffene von sexualisierter Gewalt durch einen katholischen Priester; Matthias Katsch, Mitbegründer der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch"; Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung". Termin: Sonntag, 24.2.2019, 21:45 Uhr.

Quelle: daserste.de

Merkur


24.2.2019 Papst Franziskus hat in seiner Abschlussrede zum Anti-Missbrauchsgipfel betont, dass Geistliche, die Kinder missbrauchten, sich zu Werkzeugen des Teufels zu machen. Er führte aus: "In den Missbräuchen sehen wir die Hand des Bösen, das nicht einmal die Unschuld der Kinder verschont." Weiter sagte er: "Dahinter und darin steckt dieser Geist des Bösen, der sich in seinem Stolz und seinem Hochmut als der Herr der Welt wähnt." Die Kirche sei berufen, das Übel des Missbrauchs zu bekämpfen, das "das Herzstück ihrer Mission berührt: das Evangelium den Kleinen zu verkünden und sie vor den reißenden Wölfen zu schützen."

Ausführlich ging der Papst auf Fälle sexuellen Missbrauchs in Familien, Sportvereinen sowie im Internet und im Sextourismus ein und erklärte: "Die weltweite Verbreitung dieses Übels bestätigt, wie schwerwiegend es für unsere Gesellschaften ist, sie schmälert aber nicht seine Abscheulichkeit innerhalb der Kirche." In der Kirche sei das Übel des Missbrauchs "schwerwiegender und skandalöser, weil es im Gegensatz zu ihrer moralischen Autorität und ihrer ethischen Glaubwürdigkeit steht".

Der australische Erzbischof Mark Coleridge nannte die notwendige Bekehrung der Kirche eine "kopernikanische Wende". Für die Kirchenoberen bedeute dies "die Erkenntnis, dass jene, die missbraucht wurden, sich nicht um die Kirche drehen."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der Papst formuliert in seiner Ansprache: "Punkt 6[!]) Missbrauchte Personen begleiten: Das Übel, das ihnen widerfahren ist, lässt in ihnen unheilbare Wunden zurück, die sich auch in Form von Hass und selbstzerstörerischen Tendenzen zeigen." Er stellt Missbrauchsopfer dar als hasserfüllt und selbstzerstörerisch. Die meisten Opfer, die ich kenne, sind nicht hasserfüllt und nicht selbstzerstörerisch. Es sind Frauen (und Männer), die sich unter anhaltenden Traumafolgen bemühen, ein gerechtes Leben zu führen. Schade, dass der Papst nicht dazu beiträgt, die falschen und einseitigen Vorstellungen über Opfer zu korrigieren. Niemand hat m.W. gegen diese päpstliche Beschimpfung der Opfer protestiert. Das hätte ich mir gewünscht - und konkrete, verpfichtende Maßnahmen auch.

Von strukturellen Änderungen habe ich nichts gehört: Rechenschaftspflicht für Bischöfe, die vertuschen; Null-Toleranz gegenüber Tätern und Vertuschern; Ausschluss von Frauen aus Entscheidungsgremien und Weiheämtern; Zölibat, Veränderung des "Klerikalismus"; Öffnung der vatikanischen Akten; Aufhebung des päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsfällen; Änderung des Kirchenrechtes ...


24.2.2019 Die Papst-Rede im Wortlaut

Kommentar: Papst Franziskus hat sieben von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagene Strategien vorgeschlagen, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen. Erst in der vorletzten Strategie geraten ihm die Opfer überhaupt in den Blick.
Im Übrigen beschreibt er Missbrauchsopfer mit den üblichen Klischees: Sie seien hasserfüllt und selbstzerstörerisch. Weil sie vom Missbrauch niemandem erzählen und sich keine Hilfe holen, entstehe bei den Opfern „Beklemmung/Bitterkeit“ (amarezza), die zu Verbitterung, sogar zum Selbstmord und gelegentlich zur Revanche führt, in der die Opfer selbst zu Tätern werden. Diese Beschreibung bringt noch allemal Betroffene zum Schweigen. Aber vielleicht ist das ja die Absicht solcher Äußerungen.

Zudem macht der  Papst aus Tätern "Werkzeuge Satans" und die "Hand des Bösen" und verweist darauf, dass es keine ausreichenden Erklärungen für diese Missbräuche gegenüber Kindern gebe. Wer den Satan am Werk sieht, muss natürlich nicht mehr nach irdischen Ursachen - womöglich unter Einbeziehung weltlicher Wissenschaften - fragen. Da genügt dann Beten. Nur hat Beten und Eucharistie-Feiern bisher Täter nicht von ihren Verbrechen und Bischöfe, Generalvikare und Personalverantwortliche nicht vom Täterschutz abgehalten.


23.2.2019 „Habt Ihr wirklich entschieden, ob Ihr auf der Seite der Opfer von Missbrauch steht?“ Mit dieser Frage konfrontierte die letzte Sprecherin auf der Kinderschutz-Konferenz, die mexikanische Journalistin Valentina Alazraki, in ihrem Impulsreferat am Samstagnachmittag die anwesenden Kirchenvertreter.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 Eine Missbrauchsüberlebende, 70 J., erzählt.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 Kommentar von Matthias Drobinski: "Die katholische Kirche braucht eine kopernikanische Wende " - "Wenn am Ende alle so entschieden wie unbestimmt gegen Missbrauch sind, hat das alte Weltbild gesiegt. Wenn der Papst aber klare Regeln verkündet, wie die Kirche künftig mit Staatsanwaltschaften zusammenarbeiten will, wie sie Betroffenen helfen und sie angemessen entschädigen will, wenn sie klarstellt, dass ein Täter kein Priester mehr sein kann und ein Vertuscher kein Bischof, dann sind das auch Schritte hin zu einem neuen Kirchenverständnis. Man würde sich verabschieden vom Bild der sündenlosen und unverwundbaren Institution, würde unhinterfragbare Macht- und Wahrheitsansprüche mit Skepsis sehen, gerade, wenn sie religiös verbrämt daherkommen."

Quelle: Süddeutsche


23.2.2019 Ein Blick in die Kirchengeschichte

Quelle: Süddeutsche


23.2.2019 Der polnische Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigt 24 Bischöfe der Hilfe für Missbrauchstäter. Ein entsprechender Bericht wurde bereits dem Papst übergeben. Namentlich genannt wird auch der Krakauer Erzbischof – seine Diözese setzt sich jetzt zur Wehr und sagt, der Bericht enthalte "unwahre und manipulierte Informationen." Darin gibt das Erzbistum jedoch nicht an, welche Schilderungen in dem Bericht falsch seien.

Quelle: katholisch.de


23.2.2019 Die genaue Zahl der Priester, die Papst Franziskus seit Beginn seines Pontifikates wegen Missbrauchs amtsenthoben hat, ist unbekannt. Seit März 2013 sollen es 2.200 Anzeigen gewesen sein. Seit 2010 sei die Zahl der Anzeigen im Vatikan kontinuierlich gestiegen. "Dieser Trend könnte ein stärkeres Vertrauen in die kirchliche Justiz seitens der Opfer bezeugen", erklärte Emiliano Fittipaldi, der Zahlen aus der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation veröffentlichte. Allein 2017 seien im Vatikan 410 Anzeigen eingetroffen, die von der Glaubenskongregation als „glaubwürdig“ betrachtet werden. 2016 waren es 415 Anzeigen. In jenem Jahr seien 16 Priester wegen Missbrauchs laisiert worden. 2015 waren im Vatikan 518 Kindesmissbrauchsfälle angezeigt worden, 2014 waren es circa 500, im Jahr 2013 401.

Quelle: kleinezeitung.at  krone.at


23.2.2019 Kardinal Marx sprach heute auf dem vatikan. Kinderschutzgipfel. Zum Päpstlichen Geheimnis sagte er, er sehe keine Gründe, warum diese spezielle Schweigeverpflichtung unter Eid bei der Verfolgung von Missbrauch an Minderjährigen überhaupt Anwendung finden sollte. Zum Einwand, die Kirche dürfe nicht zulassen, dass der gute Ruf eines Priesters durch falsche Beschuldigungen leide, sagte Marx, gerade ein transparentes Verfahren stelle ein faires Urteil sicher und sorge für die Rehabilitierung eines zu Unrecht Beschuldigten. Zum Schluss legte Marx die vier Maßnahmen zu einer guten Verwaltung in Missbrauchsfragen vor, die aus seiner Sicht am dringlichsten sind.

  • Er warb dafür, Ziele und Grenzen des Päpstlichen Geheimnisses abzustecken und
  • transparente Verfahrensnormen und Regeln für kirchliche Prozesse zu entwickeln. Die Kirche dürfe nicht hinter den Standards der öffentlichen Rechtspflege zurückbleiben.
  • Drittens wären öffentliche Meldungen von Fallzahlen und Einzelheiten zu Fällen hilfreich.
  • Viertens sprach er sich für die Veröffentlichung kirchengerichtlicher Verfahren in Missbrauchsfällen aus.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 „Warum hat die klerikale Kirche so lang geschwiegen?“, fragte Veronica Openibo aus Nigeria, die auch dem Führungsteam der internationalen Vereinigung der Ordensoberinnen UISG angehört. Die hierarchische Struktur der Kirche sollte dazu dienen, klar zu kommunizieren. Das sei nicht genug geschehen, so wie auch andere Themen rund um Sexualität in der Kirche nicht klar angesprochen worden seien, „so der Missbrauch von Macht, Geld, Klerikalismus, Gender-Diskriminierung, die Rolle von Frauen und überhaupt von Laien“. Sie frage sich, ob die hierarchischen Strukturen sich negativ auf klares Handeln ausgewirkt hätten, und ob das, was unternommen wurde, vielleicht mehr auf Reaktionen in den Medien als auf Kinderschutz abzielte. Weiter sagte sie: „Die Tatsache, dass es in einigen Ländern des globalen Südens riesige Themen wie Armut, Krankheit, Krieg und Gewalt gibt, heißt nicht, dass der Bereich sexuellen Missbrauchs heruntergespielt oder ignoriert werden soll.“ Openibo wies darauf hin, dass der Heilige Geist alle gesalbt hätte, um wehrlose Kinder zu schützen.

Quelle: vaticannews


23.2.2019 Eine Stimme von Betroffenen: „Sie wollten nur unsere Opfergeschichten hören.“ Das sagt Denise Buchanan. Doch das habe sie verweigert. Mitleid, Trost, das habe sie alles hinter sich. Buchanan, 57 Jahre alt, blonde kurze Haare, dunkle Haut, stammt aus Jamaika und wurde als Teenager von einem Priesterseminaristen missbraucht. Zweimal wurde sie schwanger, zweimal drängte er sie zu Abtreibungen. Heute lehrt sie Neuropsychiatrie an einer Universität in Kalifornien. „Wir wollen Taten sehen, wollen, dass sie auf unsere Forderungen eingehen“, ruft sie. - So viel Aufmerksamkeit die Betroffenen von den Medien bekommen, so missachtet fühlen sie sich vom Vatikan. Schon gleich als der Gipfel beschlossen worden war, hatten sie an ihn geschrieben, dass sie gern beteiligt werden würden. Eine Antwort bekamen sie nicht.

Quelle: welt.de


23.2.2019 "Es liegt nun an den im Vatikan versammelten Bischofskonferenzvorsitzenden aus aller Herren Länder, ob das Treffen eine Sammlung allgemeiner Betroffenheitsbekundungen bleibt, oder ob in diesen vier Tagen tatsächlich so etwas wie eine Umkehr beginnt... Die in Rom versammelten Kirchenführer müssen die Opfer und ihre Wunden in den Mittelpunkt stellen, über Hilfen, Entschädigungen, kirchenrechtliche Konsequenzen für die Täter beraten", kommentiert Matthias Drobinski.

Quelle: Süddeutsche


23.2.2019 Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ist überzeugt, dass "die Entwicklung zu mehr Aufklärung, Aufarbeitung und den nötigen Konsequenzen nicht aufzuhalten ist. Dazu tragen vor allem die Betroffenen selbst und ihre Unterstützer bei, die ihre Leidensgeschichten offenlegen und unsere Kirche mit der Wahrheit konfrontieren, dass sehr vieles bei uns nicht stimmt.“ Thomas Schnitzler, Vertreter von MissBiT, sieht nach neunjähriger Erfahrung keinen Aufklärungswillen der Kirche und erkennt im "grundlegenden Selbstverständnis der klerikal-hierarchischen Amtskirche" eine Ursache für den Mangel an Aufklärungswillen. Schnitzler musste sich zunächst als Simulant durch den Täter bezeichnen lassen und sich mit einer Unterlassungsklage des Täters auseinandersetzen, die erst fallen gelassen wurde, als 15 Opfer bekannt wurden.

Quelle: DLF


22.2.2019 „Was? Schon wieder? Wir sprechen weiter über Missbräuche! Die Aufmerksamkeit der Kirche für dieses Thema ist übertrieben.“ Das sagte ein katholischer Pfarrer zu Linda Ghisoni, Untersekretärin des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben vor dem vatikanischen Kinderschutzgipfel. Ghisoni empfiehlt, auf bisherige gute Erfahrungen im Umgang mit Missbrauchsfällen zurückzugreifen. Sie spricht sich für Verbesserungen von Richtlinien auf der Ebene der Bischofskonferenzen aus und sie hofft, dass auf Ortskirche-Ebene überall Bezugspersonen eingesetzt würden, die Bischöfen und Laien bei dem Thema helfen. Zudem müsse über die Schweigepflicht nachgedacht werden, wenn die Würde der Menschen gewahrt werden solle. Linda Ghisoni ist eine von neun Personen, die bei der Kinderschutzkonferenz Referate im Plenum halten. Drei davon sind Frauen.

Quelle: vaticannews


22.2.2019 Zwischen 500 und 900 Schüler*innen sind in der Odenwaldschule zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden. Das geht aus einer Untersuchung des IPP hervor. Die Forscher sprechen von einem manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen System. Sie gehen von mehr als zwei Dutzend Tätern aus, darunter auch fünf Frauen. Staatliche Aufsichtsbehörden haben eklatant versagt. Die Odenwaldschule war ein Ort der Verwahrlosung und des Verbrechens.

Quelle: focus  Süddeutsche  faz

eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, i
praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) D
praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP)

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.

Bis zu 900 Jugendliche sollen an dem ehemaligen Eliteinternat im hessischen Heppenheim zwischen 1966 und 1989 sexuell missbraucht worden sein.

"Die dort über Jahrzehnte praktizierte sexuelle und emotionale Ausbeutung von Schülerinnen und Schülern lässt keine andere Diagnose zu als die eines manipulativen, selbstherrlichen und schäbigen pädagogischen Systems, in dem alle Kinder und Jugendlichen massiven Entwicklungsrisiken ausgesetzt wurden", sagte Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) am Freitag in Wiesbaden.


22.2.2019 In der Diözese Acireale, Süditalien, ist der Leiter einer lokalen Laiengruppe ("Erzengel") wegen sexuellen Missbrauchs von sieben minderjährigen Mädchen angeklagt. Er wurde im August 2018 verhaftet. Das Bistum Acireale sagte, es habe zwar allgemeine lehrmäßige und moralische Bedenken hinsichtlich der Laienbewegung gegeben, sexueller Missbrauch hingegen sei dem Bistum nicht bekannt gewesen. Pfarrer Mammino, in dessen Zuständigkeitsbereich die "Catholic Culture and Environment Association" (ACCA) fiel, sagte, er habe nichts von Missbrauch gewusst. Crux hingegen liegen Dokumente vor, die belegen, dass ab Anfang der 1970er Jahre die jeweils zuständigen Bischöfe und sogar Papst Paul VI. über "Abweichungen von lehrmäßigem und moralischem Charakter" und "wahre Skandale" innerhalb der ACCA informiert wurden.
Quelle: cruxcom


22.2.2019 Kardinal Marx hat sich mit 16 Mitgliedern von ECA ca 1,5 Stunden getroffen. Marx habe die Erfahrungen der Betroffenen angehört und mit ihnen über das Verständnis von "Null Toleranz" gesprochen. Marx wolle den Papst über das Gespräch informieren. ECA fordert eine weltweit einheitliche "Null-Toleranz"-Politik gegenüber Missbrauch und dessen Vertuschung und angemessene Entschädigungen. Der Vatikan will zeitnah über die Zahl aller Geistlichen informieren, die wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen kirchenrechtlich bestraft wurden. Das kündigte der Chefermittler des Papstes für Sexualstraftaten, Erzbischof Charles Scicluna, an.

 Quelle: Domradio


22.2.2019 Der Schweizer Jean-Marie Fürbringer berichtete in Rom am Rande einer Mahnwache, wie er als Elfjähriger von einem Kapuzinerpater missbraucht worden war. Erst habe ihm der Pater Nachhilfe wegen seiner Lese- und Rechtschreibstörung gegeben und ihn dann unter dem Vorwand von Sexualkunde missbraucht. Das sei drei oder vier Monate so gegangen. Jahre später, mit Anfang Dreissig erst, habe er erkannt, wie sehr ihn dies seelisch verletzt und geprägt habe.

Quelle: kath.ch


22.2.2019 Die chilenischen Bischöfe haben es bis heute nicht geschafft, mit Opfern zu sprechen: Missbrauch in Chile: Kirche im Kreuzfeuer der Kritik

Quelle: deutschlandfunk.de


22.2.2019 Der indische Kardinal Oswald Gracias ist einer der Organisatoren des Anti-Missbrauchsgipfels. Ihm wird vorgeworfen, Missbrauchsanschuldigungen selbst nicht ernst genug genommen zu haben. Er gibt zu, nicht schnell genug auf Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben und den Opfern keine Unterstützung angeboten zu haben. Er habe - so die mutmaßlichen Opfer - in zwei Fällen ihre Vorwürfe nicht ernst genommen.

2015 war ein Junge von einem Priester vergewaltigt worden. Seine Mutter habe sich an den Kardinal gewandt,. Der Kardinal habe für sie gebetet und keine Zeit gehabt, da er sich auf eine Rom-Reise vorbereitete. Ein Priester, der anonym bleiben will, sagte, dass Kardinal Gracias von Gerüchten über den beschuldigten Geistlichen schon vorher gewusst habe und ihn immer wieder in andere Gemeinden versetzt habe.

In einem zweiten Fall hat die ehemalige Direktorin der Frauenkommission der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen, Virginia Saldanha, eine Untersuchung über einen mutmaßlichen Missbrauchsfall im Erzbistum Mumbai gefordert habe. Gracias habe ihr jedoch gesagt, dass er "zu beschäftigt" sei.

Kardinal Gracias wies gegenüber der Tageszeitung "Mumbai Mirror" (Freitag) die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen seien absolut unwahr.

Quelle: katholisch.de   Domradio   bbc

23.2.20219 Nachtrag: Die Erzdiözese von Bombay korrigiert den BBC-Bericht: Es seien viele Versuche unternommen worden, das Opfer zu erreichen, aber die Familie habe jegliche Hilfe abgelehnt und sich geweigert, den Kardinal zu treffen.

Quelle: cruxnow.com


22.2.2019 Kardinal Blase Cupich legt einen Zwölf-Punkte-Plan vor, der bestehende kirchenrechtliche Normen zur Absetzung von Bischöfen, die beim Umgang mit Missbrauch versagt haben, ergänzt. So soll der Metropolit einer Kirchenprovinz eine Schlüsselrolle bei der Ermittlung gegen einen Bischof, ggf. dessen Absetzung, einnehmen. In Deutschland sind Metropoliten die Erzbischöfe Burger in Freiburg, Kardinal Marx in München, Kardinal Wölki in Köln, Erzbischof Koch in Berlin, Erzbischof Becker in Paderborn, Erzbischof Schick in Bamberg, Erzbischof Heße in Hamburg. Falls ein Metropolit selbst unter Verdacht steht, Missbrauch begangen zu haben oder beim Umgang mit Missbrauch im Bistum versagt zu haben, solle nach Cupichs Vorlage der dienstälteste Bischof der Kirchenprovinz die Ermittlungen übernehmen. Voraussetzung für Ermittlungen sind glaubwürdige Beschuldigungen und die Zustimmung der Bischofskongregation im Vatikan. Die Ergebnisse der Untersuchung müssen nach Rom weitergeleitet werden, der Papst entscheidet über die Absetzung des glaubhaft beschuldigten Bischofs. - Die vorgeschlagenen Normen sind bislang fehlende Ausführungsbestimmungen des Papstschreibens "Come una madre amorevole".

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Dieser Vorschlag belässt eine erste Entscheidung über die Aufnahme eines kirchlichen Verfahrens gegen einen Bischof bei einem anderen Bischof. Schon bisher hat sich gezeigt, dass Bischöfe die Priester-Täter schützten. Umso mehr ist zu erwarten, dass sie ihre Bischofskollegen schützen werden. Offensichtlich hat Kardinal Cupich immer noch nicht verstanden, dass Anzeige bei staatlichen Behörden zu erstatten ist.


22.2.2019 Internetseite des Kinderschutzgipfels (engl.)


22.2.2019 Live-stream des Kinderschutzgipfels (Englisch)


22.2.2019 Die Theologin Marianne Heimbach-Steins spricht von einer existenziellen Krise dert katholischen Kirche. Es handele sich nicht nur um Missbrauch. Vielmehr gebe es strukturell begünstigende Faktoren in diesem sehr hierachischen, sehr klerikalen System der katholischen Kirche.

Die kirchliche Rechtskultur weise ein Riesendefizit auf, das sich nicht mit einer Konferenz aufarbeiten lasse, sagte die Theologin der Universität Münster. Notwendig seien verbindliche Richtlinien der Weltkirche zum Umgang mit Missbrauchstätern und Opfern.

Quelle: deutschlandfunk.de


22.2.2019 Die Trierer Opfervereinigung MissBit kritisierte den Kirchenkongress als „Aufmerksamkeitsmanöver“, mit dem der Vatikan die Kontrolle über das Thema behalten wolle. „An konkreten Ergebnissen erwarten wir eigentlich nichts mehr“, sagte MissBit-Sprecher Thomas Schnitzler. Seit zehn Jahren befassten sich auch die Bischofskonferenzen mit dem Thema  – „und herausgekommen ist nichts“, sagte Schnitzler, der als Kind von einem Priester in Trier missbraucht wurde. Der von MissBit zuletzt scharf kritisierte Trierer Bischof kündigte an, die Opfer bei allen Maßnahmen, zu denen sich die Bischöfe verpflichtet hätten, einzubeziehen.

Quelle: Volksfreund


22.2.2019 Hier kommen die Opfer zu Wort. Alessandro Battaglia sagt: "Jeder von uns hat mindestens einmal versucht, sich das Leben zu nehmen." Nur mit viel Mühe schaffe er es, über das Trauma seines Lebens zu sprechen. Er, der in seiner Jugend in der Kirche aktiv war, als Pfadfinder, als Jugendleiter, hat seinen Glauben verloren. In Italien gebe es fünf Bischöfe, die vor Gericht zugegeben haben, pädophile Priester in andere Gemeinden versetzt zu haben, die also wie in meinem Fall Taten vertuscht haben. Der für Battaglia damals zuständige Weihbischof ist heute Erzbischof von Mailand, Erzbischof Mario Delpini. Peter Isely, SNAP, sagt: "Am Montagmorgen müssen die Bischöfe beauftragt werden: Wenn es in ihrer Diözese Priester gibt, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen haben, müssen die am Montagnachmittag aus ihrem Amt entlassen werden. Und Bischöfe, die Verbrechen gedeckt haben, müssen von Verantwortungspositionen entfernt und in einem zweiten Schritt auch aus der Priesterschaft entlassen werden." Matthias Katsch sagt, der Kinderschutzgipfel sei ein kleiner Erfolg. Die Opfer würden spüren, dass sie nicht alleine sind. Jetzt hoffe er, dass die Verantwortlichen auch zum Handeln kommen.

Quelle: br.de


22.2.2019 Missbrauchsprävention wird in den unterschiedlichen Bistümern unterschiedlich gehandhabt. Der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing kritisiert: "Wesentlicher Anlass für die Einführung von Präventionsprogrammen in der katholischen Kirche war ja, dass geweihte Priester Kinder missbraucht haben und Priester das vertuscht haben. Die Präventionsarbeit müsste sich deshalb viel stärker an die Gruppe der Kleriker wenden." Allerdings leistenen Priester laut der MHG-Studie erheblichen Widerstand gegen Missbrauchsvorsorge. Präventionsarbeit werde "aus einer klerikalen Machthaltung und einem klerikalen Amtsverständnis heraus teilweise behindert". Grund sei die Angst vor einem Generalverdacht gegen Priester.

Nur 15 der 27 Bistümer werten ihre Präventionsarbeit aus - durch Befragung von Kursteilnehmern. Nur 4 Bistümer untersuchen die tatsächliche Effizienz ihrer Präventionsmaßnahmen.

Quelle: katholisch.de


22.2.2019 Christoph Strack kommentiert den HInweis, dass sexueller Missbrauch nicht nur in der kath. Kirche vorkomme, so: "Manchmal hat es etwas Reflexhaftes: Wenn das Gespräch auf den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche kommt, wirft jemand ein, dass es doch auch - Zölibatsverpflichtung hin oder her - in der evangelischen Kirche sexuelle Gewalt gebe, erst recht in Sportvereinen und am schlimmsten und verbreitetsten sei der Missbrauch in der Familie. Der Sinn dieser Anmerkungen will sich mir nie so richtig erschließen. Wollen sie sagen, dass die Situation in der Kirche dann doch nicht so schlimm ist? Wollen sie die Kirche auf diese Weise als Opfer der modernen gottvergessenen Gesellschaft und besonders der Medien darstellen, wie es jüngst etwa Kardinal Paul Josef Cordes in einem Vortrag vor Priestern und Seminaristen in Köln getan hat?" Strack sagt, das Treffen in Rom sei deshalb eher Anfang als Ende - er wage noch nicht daran zu denken, dass die Kirche und ihre Aufarbeitung irgendwann einmal Vorbild für andere sein könnte.

Quelle: katholisch.de


22.2.2019 Matthias Drobinski schreibt: "Es liegt nun an den im Vatikan versammelten Bischofskonferenzvorsitzenden aus aller Herren Länder, ob das Treffen eine Sammlung allgemeiner Betroffenheitsbekundungen bleibt, oder ob in diesen vier Tagen tatsächlich so etwas wie eine Umkehr beginnt. ... Die in Rom versammelten Kirchenführer müssen die Opfer und ihre Wunden in den Mittelpunkt stellen, über Hilfen, Entschädigungen, kirchenrechtliche Konsequenzen für die Täter beraten. Und sie dürfen den bohrenden Fragen ans Selbstbild nicht ausweichen: Hat unsere Rede von der reinen, unverletzbaren Kirche dazu beigetragen, dass die Gewalt, der Abgrund nicht benannt werden durfte? Hat die Art, wie wir den Zölibat leben, Einsamkeit und Überforderung begünstigt und die Tabuisierung der Sexualität Strukturen des Schweigens? Wie gehen wir mit der Macht um, auch der geistlichen, die uns das Amt verleiht?"

Quelle: sueddeutsche.de


21.2.2019 Opfer von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester in Polen werfen 24 amtierenden und ehemaligen Bischöfen des Landes Vertuschung dieser Verbrechen vor. Der Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigte in einem am Donnerstag in Rom veröffentlichten, 27 Seiten umfassenden Bericht an Papst Franziskus unter anderen den Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz und den Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski, Täter geschützt zu haben.

Quelle: Domradio


21.2.2019 In den USA haben 96 der 178 Diözesen ca 2.600 Namen von "glaubwürdig beschuldigten" Priestern und kirchlichen Mitarbeitern veröffentlicht. Im Frühjahr 2017 berichtete die US-amerikanische Bischofskonferenz von 6.721 Geistlichen, die seit 1950 glaubwürdig bzw. nicht unplausibel beschuldigt wurden. des Landes in den letzten sechs Monaten Listen von "glaubwürdig beschuldigten" Priestern und anderen kirchlichen Mitarbeitern herausgaben, insgesamt etwa 2.600 Namen. Die Website BishopAccountability.org, die Missbrauchsvorwürfe verfolgt, stellt fest, dass ihre Datenbank knapp 3.900 Namen enthält, was bedeutet, dass mehr als 40 Prozent der Angeklagten in den USA der Öffentlichkeit unbekannt bleiben.

Quelle: cbc.ca


21.2.2019 Der kolumbianische Kardinal Ruben Salazar Gomez, Präsident des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM, hat klerikale Ausreden und Abwehrstrategien verurteilt. Kirchenobere beklagten noch immer weltliche Strafverfolgung von Missbrauchstätern als Akt der Kirchenverfolgung. Die Tatsache, dass es auch in anderen Bereichen der Gesellschaft Missbrauch gebe, sei keine Entschuldigung für Missbrauch in der Kirche. Eine der ersten Sünden sei es gewesen, nicht zuzuhören. Dann hätten viele Kirchenobere gesagt, den Missbrauchsopfern gehe es bloß um finanzielle Entschädigung. In anderen Fällen habe man sich auf Anwälte oder Psychologen verlassen oder sogar gelogen, bloß um die schreckliche Realität nicht anerkennen zu müssen.

Quelle: kathpress.at


21.2.2019 Erzbischof Philip Naameh, Tamale in Ghana, sagt: „Generell herrscht bei uns eine Haltung – ich würde nicht sagen der Verleugnung – aber es ist, als existiere dieses Problem bei uns nicht.“ Zwar sei davon auszugehen, dass gegenüber dem sexuellen Missbrauch durch Kleriker in afrikanischen Ländern andere Formen des Missbrauchs wie Kinderarbeit weiter verbreitet seien. Zugleich widerstrebe es aber vielen Geistlichen in Afrika, über das Thema „Sexueller Missbrauch“ zu sprechen. Naameh wird beim Bußgottesdienst am Samstag die Predigt halten.

Quelle: weltkirche.katholisch.de


21.2.2019 Interview mit Ansgar Wucherpfennig


21.2.2019 Den Eröffnungsvortrag beim Kinderschutzgipfel im Vatikan hält Kardinal Luis Tagle, Erzbischof von Manila. Wer an Jesus glaube, den verwundeten Auferstandenen, müsse sich auch den Wunden der Missbrauchten aussetzen, sagt er. Wer glaube, unverwundet bleiben zu können, töte sein inneres Leben. Seine Botschaft: Sich den Ursachen und Folgen der Gewalt zu stellen, ist zutiefst eine Angelegenheit des Glaubens und keine Frage, wie gut oder schlecht man in der Öffentlichkeit dasteht. "Das Fehlen von Antworten auf das Leid der Opfer, bis hin zu ihrer Zurückweisung und der Vertuschung des Skandals zum Schutz der Vergewaltiger und der Institution, hat unser Volk gebrochen", sagt er - und daran seien auch die Bischöfe mitschuldig. Dann bricht der Kardinal in Tränen aus.

Quelle: Süddeutsche


21.2.2019 "Dies ist ein Kreuzweg", sagte der Malteser Erzbischof Charles Scicluna. Die Kirche müsse den Gläubigen jetzt beweisen, dass sie es ernst meine mit der Prävention von Sexualstraftaten: "Wir werden unser Leben für die Herde geben, die uns anvertraut wurde." Der australische Erzbischof Mark Coleridge erklärte, er habe Missbrauch "zuerst als Sünde betrachtet, dann als Verbrechen und schließlich als Kultur". Wenn die Kirche den Missbrauch an der Wurzel bekämpfen wolle, brauche sie einen Kulturwechsel und dürfe nicht nur die Symptome behandeln. Unter den ca 190 Teilnehmern sind 10 Frauen/Ordensoberinnen (5,2 %). Der Papst fordert Taten und stellt einen 21-Punkte-Plan vor. Bindende Beschlüsse kann der Kinderschutzgipfel nicht fassen. Ein anonymes Opfer sagt: "Ihr seid die Heiler der Seele (...) - und in manchen Fällen habt ihr euch in Mörder der Seele, in Mörder des Glaubens verwandelt."

Quellen: Spiegel  SRF  Zeit


21.2.2019 Hinweis auf phoenix runde: Zwischen Vertuschung und Aufklärung - Missbrauchsgipfel im Vatikan Heute, 22.15 Uhr

Quelle: presseportal.de


21.2.2019 Christiane Florin sagt zum Kinderschutzgipfel des Vatikans: "Gewissensbildung geht nicht in vier Tagen." Und sie kommentiert: "Eine Frau erzählte heute davon, wie ein Priester sie vergewaltigte und zu mehreren Abtreibungen nötigte. Wer wie Franziskus Abtreibung mit Auftragsmord gleichsetzt, müsste nun ins Heft schreiben: Die Auftragsmörder sind unter uns."

Quelle: DLF


21.2.2019 Erzbischof Scicluna sagt: „In meinen vielen Begegnungen mit Opfern auf aller Welt habe ich allmählich verstanden, dass [diese Wunden] heiliger Boden sind, wo wir Jesus am Kreuz treffen. Dies ist ein Kreuzweg, den wir Bischöfe und andere Kirchenführer nicht vermeiden dürfen. Wir müssen beim Helfen der Opfer Simon von Zyrene sein, mit dem Jesus sich selbst identifizierte, und ihr schweres Kreuz tragen.“

Quelle: vaticannews.va


21.2.2019 Interview mit Christian Weisner, Wir sind Kirche.


21.2.2019 Interview mit Thomas Schnitzler aus Trier, der bis heute das Gefühl hat, in der Kirche gegen Wände zu rennen. Er fordert Verantwortungsübernahme, angemessene Entschädigung und die Aufklärung durch unabhängige Instanzen.

Quelle: swr


21.2.2019 Kai Moritz wurde von 1986 bis 1993 von seinem Pflegevater, einem katholischen Priester, sexuell missbraucht. 1996 oder 1997 habe er mit einer Freundin seiner verstorbenen Mutter gesprochen, das Bistum Limburg habe von dem Missbrauchs-Vorwurf erfahren. Es sei zu einem Gespräch mit dem damaligen Personalverantwortlichen gekomme: "Mir wurde klar signalisiert, dass ich mir das [eine Anzeige] gut überlegen soll. Ich würde mich doch sicher nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, ein Leben zerstört zu haben." Der Pflegevater könne mit so einem Stigma nicht mehr als Gemeindepfarrer arbeiten.  Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie zeigt Moritz den Missbrauch und den Vorwurf der Vertuschung an. Die Staatsanwaltschaft Marburg leitete Ermittlungen ein. Das Bistum Limburg finden in den Akten weder einen Hinweis auf Missbrauch noch Vermerke über die mit Moritz geführten Gespräche. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Der Priester ist mittlerweile im Ruhestand und lebt im Erzbistum Bamberg. Die Ausübung priesterlicher Dienste wurde ihm mit Bekanntwerden der Anzeige untersagt. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet.

Quellen: hessenschau  op-marburg.de


21.2.2019 Vier Männer und eine Frau (!) berichteten auf dem Kinderschutzgipfel im Vatikan. Sie schilderten, dass der Unwille ihrer Bischöfe, ihnen zu glauben, am verletzendsten war. "Das erste, was sie taten, war, mich als Lügner zu behandeln, sich umzudrehen und zu behaupten, ich und andere seien Feinde der Kirche", kritisierte ein Mann aus Südamerika und warnte vor falscher oder erzwungener Vergebung und forderte die Zusammenarbeit der Kirchenverantwortlichen mit staatlichen Behörden.

Die Frau aus Afrika schilderte, wie sie seit dem Alter von 15 Jahren von einem Priester über 13 Jahre lang immer wieder vergewaltigt wurde. Weil er keine Kondome oder andere Verhütungsmittel zuließ, sei sie drei Mal schwanger geworden. Der Priester habe sie jedes Mal zur Abtreibung gezwungen. Sie habe sich nicht wehren können, weil sie von ihm wirtschaftlich abhängig gewesen und geschlagen worden sei, wenn sie sich weigerte. Über das Nicht-Reagieren seines Bischofs berichtete ein Ordensmann aus Osteuropa, der erst als Erwachsener von dem Missbrauch durch einen Priester in seiner Jugendzeit erzählen konnte. Erst der Nuntius habe reagiert und ihm auch geglaubt. Doch auch anschließend habe der Bischof ihn scharf angegriffen.

Quelle: Domradio


21.2.2019 Papst Franziskus fordert konkrete Schritte der Kirche im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Gestern noch hatte der Papst sich gegen heftige Kritik gewehrt. Zwar müssten die Mängel der Kirche angeprangert werden, aber mit Liebe. Wer ohne Liebe anprangert, sei Freund oder Verwandter des Teufels (!). - Matthias Katsch zeigte sich vor Beginn des Treffens enttäuscht, weil der Papst bei einem Vorabtreffen von Opfern mit dem Vorbereitungskomitee nicht dabei gewesen sei und zudem der Zweck des Treffens nicht klar gewesen sei.

Quelle: Süddeutsche  Zeit


21.2.2019 Myriam Wijlens, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, berichtet, dass die Kinderschutzkommission ein Pilotprojekt der Sambischen Bischofskonferenz begleitet, bei dem Missbrauchsopfer sich als Gruppe zusammenschließen, von der Bischofskonferenz unterstützt und bei der Aufarbeitung direkt beteiligt werden. 

Quelle: katholisch.de


21.2.2019 Das Bistum Fulda hat eine Liste mit 32 Personen, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, an die Staatsanwaltschaft weitergeben. Die Diözese Limburg gab 35 und das Bistum Mainz 199 Namen an die Justiz. Die Akten enthalten alle in den Bistümern dokumentierten Fälle, auch solche, für die keine hessische Strafverfolgungsbehörde zuständig ist und Fälle, in denen Verdächtige bereits verstorben sind und verjährte Fälle und strafrechtlich nicht relevante Fälle oder Fälle, in denen Ermittlungsverfahren bereits laufen.

Quelle: t-online


21.2.2019 Gewalt wurde vom Bistum Augsburg im Kinderheim Heilig Kreuz, Donauwörth, seit den 1950er -Jahren bis 1977 untersucht. 14 frühere Bewohner und zwei ehemalige Erzieherinnen des Heims wurden befragt. Sie schilderten schwerwiegende physische, psychische und soziale Gewalt. Zudem seien zwei Jungen und ein Mädchen vom Pädagogischen Direktor des Heimträgers teils jahrelang massiv sexuell missbraucht worden. Eine Lehrerin, die den Missbrauch bemerkte, habe dennoch geschwiegen. Auch ein Mitarbeiter des Jugendamtes Lindau habe das Leid der Kinder ignoriert.

Quelle: stern.de  spiegel.de  br.de  katholisch.de


20.2.2019 Es muss wieder gewartet werden. Dr. Werner Kleine, Neutestamentler schreibt über eine Kirche zwischen Ist und Soll.


20.2.2019 SWR 2 Forum: Bischofsgipfel im Vatikan: Was kann der Papst gegen Missbrauch ausrichten?


20.2.2019 Münchner Runde mit Doris Reisinger, Matthias Katsch, Abtprimas Notker Wolf und Pater Hagenkord: Kirche im Kreuzfeuer: Was tut der Papst gegen den Missbrauch?

Quelle: br.de


20.2.2019 Ein Opfer berichtet 30 Jahre nach dem Missbrauch in der Trierer Abtei St. Matthias, wo er durch einen Mönch über drei Jahre schwer sexuell mißbraucht wurde.

Quelle: swr


20.2.2019 Der Sprecher der polnischen Opfergruppe "Nie lekajcie sie" (Keine Angst haben) und Mitbegründer von ECA, Marek Lisinski, hat dem Papst im Vorfeld der Synode einen Bericht über die Vertuschung von Missbrauchstaten in Polen übergeben. Der Bericht wirft 24 polnischen Bischöfen Täterschutz und Vertuschung von Missbrauchsfällen vor.Zu den Beschuldigten gehören Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz und den Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski. Beschuldigt werden in dem Bericht auch die amtierenden Ortsbischöfe Slawoj Leszek Glodz (Danzig), Jan Tyrawa (Bromberg/Bydgoszcz), Jozef Gorzynski (Ermland), Andrzej Dziuba (Lowicz), Jacek Jezierski (Elbing/Elblag), Jan Watroba (Rzeszow) und Andrzej Czaja (Oppeln/Opole).

Bislang haben polnische Gerichte 85 Priester verurteilt. 384 sind Bekannt. Lisinski berichtet, dass er fünf Jahre warten musste, bis er einen Termin bei polnischen Kirchenvertretern bekam. 

Quelle: kathpress.at  dw.com  katholisch.de


20.2.2019 Die Initaitive Voices of Faith  sagt im Vorfeld des Antimissbrauchsgipfels im Vatikan, Missbrauch sei keine Sünde, sondern ein Verbrechen. Doris Reisinger hat keine großen Erwartungen an den Kongress im Vatikan, es sei nicht so wichtig, was die Bischöfe sagen oder tun, sondern wie die Opfer auftreten und sich vernetzen. Wichtig sei auch das mediale Interesse, weil es das Bewusstsein der Öffentlich bezüglich der Missbrauchsproblematik steigere. Die weltweite Krise wegen des Missbrauchsskandals beweise, dass die Kirche eine weibliche PErspektive benötige, die ihr wegen des Ausschlusses von Frauen aus Führungspositionen fehle, betonte Zuzanna Flisowska, Generaldirektorin von "Voices oft Faith".

Quelle: orf


20.2.2019 Abschottung oder Aufbruch? ZDF-Doku: Hat die Kirche ausreichend Konsequenzen gezogen?


20.2.2019 Die katholische Kirche befindet sich in ihrer tiefsten Krise. Der Missbrauchsgipfel in Rom soll neue Glaubwürdigkeit bringen. Kardinal Christoph Schönborn aus Wien hat vorgemacht, wie das gelingen kann. Ein Artikel von Evelyn Finger.

Quelle: Zeit.de


20.2.2019 Der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert die katholische Kirche zum Handeln auf. Er hoffe, dass die Kirchenkonferenz in Rom zu einem Wendepunkt werde, sagte Rörig im Dlf. Nötig seien Prävention, Intervention sowie Hilfen für Opfer. Eine Diskussion mit Christiane Florin als Moderatorin.

Zum ersten Mal lese ich, dass Kleriker-Täter in der Kirche im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 60 Jahren 2,7 mal häufiger Missbrauchstäter sind als in der männl. Allgemeinbevölkerung. Das sagt der Tübinger Stzrafrechtler, der mit Bezug auf Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat.

Quelle: deutschlandfunk.de


20.2.2019 Der KirchenrechtlerIm P. Markus Graulich, Untersekretär des päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, bedauert, dass das Thema Kirchenrecht nur am Rande vorkommt.

Quelle: vaticannews.va


20.2.2019 SWR 2 - Forum: Prof. Michael Ebertz, Chrisitane Florin und Wolfgang Thierse


20.2.2019 Altbischof Kamphaus bekennt sich zu seinen eigenen Fehlern im Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Limburg.

Quelle: katholisch.de


20.2.2019 Bischof Ackermann stellt fest, dass die Nervosität der Bischöfe steige, sie einen hohen Druck spürten. Ihre Stellungnahmen seien "ein bisschen wie ein Hühnerhof".

Quelle: Domradio


19.2.2019 Eine heute fast 60-jährige Frau berichet, dass sie mit 23 Jahren von einem Mönch vergewaltigt wurde und sie schildert ihre Reaktionen.

Quelle: generalanzeiger-bonn.de


19.2.2019 DW sprach mit der indischen Ordensschwester Anupama, die zusammen mit 4 anderen Mitschwestern der Klägerin gegen Bischof Mulakkal den Rücken stärkt und gegen die Anweisug ihrer Oberin in Kerala bleibt. Sr. nupama sagt: "Die Kirche in Kerala steckt in einer schweren Krise. Aber anstatt Reformen anzupacken und der Wahrheit ans Licht zu helfen, geht sie mit Mitteln wie Isolierung, Rufmord und falschen Anklagen gegen uns vor. Wir Nonnen sind auf der Seite der Wahrheit und wir verlangen einen geschützten und sicheren Ort für uns. In den vergangenen zwei Jahren gab es viele Fälle, wo Priester in Kerala wegen sexueller Vergehen beschuldigt wurden. Wir kämpfen für unsere Schwestern, die im Stillen leiden und wir werden unseren Protest fortsetzen, bis sie alle Gerechtigkeit erfahren. "

Quelle: dw


19.2.2019 Francesco Zanardi, Sprecher von Missbrauchsopfern in Italien ("Rete L'Abuso"), hat mit dem Papst gesprochen. Er kritisiert: "In 20 Jahren hat sich zu wenig geändert und in der Zwischenzeit wurden hunderttausende Minderjährige missbraucht." Zanardi fordert eine weltweite Anzeige-Pflicht für Bischöfe bei Missbrauchsfällen ud sagt, neben kirchlichen Prozessen müsse es immer auch staatliche Prozesse geben. Zanardi gehört zu den Gründern des internationalen Netzwerks "Ending Clergy Abuse" (ECA).

Quelle: Domradio


19.2.2019 Dem Theologen Wolfgang Treitler genügt eine Aufarbeitung der Symptome nicht: "Die einzelnen Punkte sind mittlerweile so tiefgreifend, dass man durchaus sagen kann, wenn die Kirche hier nicht wirklich eine radikale Form der Umkehr – auch in ihrem eigenen Amtsverständnis – versucht, dann wird sie weiterhin vom Inneren her absterben und irgendwann überflüssig sein." Auf den Prüfstand gehöre die Amtsstruktur der Kirche. Man erkenne an den Missbrauchsfällen, was es bedeutet, eine "'Männerkirche' vor sich zu haben, die ohne Frauenamt nicht auskommt." Diese Fragen könne man nicht innerhalb einer Synode abhandeln. Es brauche ein allgemeines Konzil.

Quelle: Domradio.de


19.2.2019 Die Weltdachverbände der Generaloberen und Generaloberinnen (USG/UISG) bekennen eigenes Versagen, auch durch Vertuschung von Taten. Die Generaloberinnen und -oberer bezeichneten den Missbrauch von Kindern auf der ganzen Welt als "überall und jederzeit falsch". Für eine bessere Prävention von Missbrauch fordern sie eine stärkere Beteiligung von Eltern, insbesondere Müttern.

Quelle: vaticannews


19.2.2019 Gegen die Aufführung des Films "Grace a Dieu" (Gelobt sei Gott) hat Bernard Preynat, dessen Geschichte dem Film zugrundeliegt, Einspruch erhoben. Ein Gericht in Paris hat den Einspruch zurückgewiesen. Eine Frau, die die Opfer psychologisch unterstützte, fordert, dass ihr Name aus dem Film gestrichen wird, weil sie ihre Rolle verfälscht dargestellt sieht. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

Quelle: katholisch.de


19.2.2019 Ein früherer Mitarbeiter der Stadt Paris hat dem Vatikan-Botschafter in Paris bereits Anfang 2018 sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat bereits im Januar Vorermittlungen wegen des Verdachts sexueller Übergriffe eingeleitet. Dies ist der zweite Vorwurf gegen den Nuntius.

Quelle: orf

18.2.2019 Bislang waren drei Opfer eines inzwischen pensionierten katholischen Priesters in Merzen, Rhede, Twist und Dalum in den Landkreisen Osnabrück und Emsland bekannt. Inzwischen haben sich 16 Betroffene beim Bistum Osnabrück gemeldet. Das Bistum geht von einer Dunkelziffer im zweistelligen Bereich aus. Die Glaubenskongregation hatte wegen des Alters und der Gesundheit des Betroffenen ein kirchenrechtliches Verfahren abgelehnt. Das Bistum hat wegen der deutlich gestiegenen Zahl der Opfer erneut den Vatikan eingeschaltet. Die Straftaten sind verjährt.

Quelle: Braunschweiger Zeitung  NDR


18.2.2019 "Die Kirche befindet sich in einer existenziellen Krise, die vom Missbrauchsskandal nicht ausgelöst ist, hierin wohl aber einen Brennpunkt findet. Die Krise ist eine Glaubenskrise, eine Strukturkrise, eine Leitungskrise – mit einem Grundproblem: Leben und Reden fallen in der Kirche weit auseinander. Es braucht einen echten kirchlichen Wandel, der mit einem Mentalitätswandel (Demut) der Verantwortlichen beginnen muss…" Das stellt Joachim Frank fest und fragt, wer von denen, die mit der kath. Kirche zu tun haben, das nicht unterschreiben könne. Nicht unterschreiben könnten das jedoch die deutschen Bischöfe, konstatiert Frank. Sie haben eine Beschlussvorlage  der Bischöfe von Mainz, Passau, Essen und Speyer nicht einmal diskutiert, in der u.a. vor einer kommunikativen Isolation der Bischöfe gewarnt wurde. Bischöfe selbst sprechen von heilloser Zerstrittenheit, die im Grunde kein gemeinsames Handeln mehr zulasse. Nötig hingegen sei ein echter kirchlicher Wandel, der mit einem "Mentalitätswandel (Demut) der Verantwortlichen beginnen" müsse. Das müsse die Parole aller werden, denen noch an dieser Kirche liegt, sagt Frank.

Quelle: katholisch.de


17.2.2019 Papst Franziskus bittet um das Gebet der Gläubigen, um das Gelingen des Anti-Missbrauchsgipfels als einen "Schritt großer pastoraler Verantwortung angesichts einer drängenden Herausforderung unserer Zeit" zu befördern.

Quelle: Domradio.de


17.2.2019 Bischof Ackermann sagt, es wäre ein wichtiger Schritt, wenn der Papst es mit seiner AUtorität schaffe, "sich dem Thema Missbrauch opferorientiert zu stellen". Er schlägt eine weltweite Verpflichtung zur Präventionsarbeit vor. Zudem seien aus deutscher Sichtz Veränderungen im Kirchenrecht nowendig, u.a. im kirchlichen Straf- und Prozessrecht. Interventions- und Präventionsmaßnahmen sollten überwacht werden. Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier hatten Bischof Ackermann erneut aufgefordert, sie bei der Aufarbeitung zu beteiligen. Die Trierer Opferinitiative Missbit hatte bei einer Demonstration den Beischof  zu einem Gespräch aufgefordert - vergeblich.

Quelle: swr


17.2.2019 Heute, 17.30 Uhr, ARD: Verdrängt, verteufelt, vertuscht  Interview mit Jutta Lehnert und Doris Reisinger


17.2.2019 Interview mit Jutta Lehnert in: Diesseits von Eden, ab min 27


17.2.2019 Wenn die Bischöfe es mit ihrer Ankündigung, dass Thema Missbrauch aufarbeiten zu wollen und auf der Seite der Opfer zu stehen, ernst meinten, müssten sie damit beginnen, das System zu ändern, meint der Historiker Hubert Wolf ("Die Nonnen von st. Ambrogio"). Der Zölibat sei Teil eines Systems und ein Risikofaktor für den Missbrauch. Deshalb dürfe man das Thema nicht länger aussitzen oder in einer Entschuldigungsrhethorik vertuschen. Es müsse im Interesse der Opfer angegangen werden.

Die Katholische Kirche lebe vom Glauben und der Glaubwürdigkeit ihrer Verkündigung. „Wie will man jemanden glauben, der derart handelt?“, gab Wolf zu bedenken und fügte an: „Eine Religion, die keine Glaubwürdigkeit hat, ist am Ende.“ Wolf fordert auch, alle Quellen zugänglichzu machen, denn: "Es geht nicht nur um die Täter, sondern auch um die, die die Täter gedeckt heben." -

Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann hingegen bezweifelt, dass die Abschaffung der priesterlichen Ehelosigkeit eine "sinnvolle und vor allem theologisch richtige Wahl" wäre. "Kirche sein heißt auch, treu zu sein gegenüber dem Vorbild Jesu", erläuterte er. Jesus habe "aus vielen Gründen" zölibatär gelebt.

Quelle: DLF  katholisch.de  katholisch.de


16.2.2019 Ein leitender Mitarbeiter am höchsten Vatikangericht, der Kirchenrechtler Joseph Punderson, 70, steht auf einer Liste seiner früheren Diözese Trenton mit rund 200 "glaubhaft beschuldigten" Missbrauchstätern aus dem US-Bundesstaat New Jersey, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Auf der Liste wird Punderson als "aus dem Dienst entfernt" gelistet. Er arbeitet seit 1995 in der Apostolischen Signatur. Über mögliche Sanktionen oder weitere Verwendung ist nichts ausgeführt. - Der Oberste Gerichtshof der Apostolischen Signatur ist das höchste Gericht und höchstes Verwaltungsgericht der römischen Kurie.

Quelle: Domradio

Nachtrag 20.2.2019 Msgr. Joseph Punderson bot 2004 bereits seinen Rücktritt an, aber der Vatikan stimmte nicht zu. Er erlaubte ihm, weiterzuarbeiten, jedoch unter bestimmten Einschränkungen in Bezug auf öffentliche Diensthandlungen, die 2003 von der Diözese Trenton eingeführt wurden.

Quelle: ncronline.org


16.2.2019 Darryl Smith wurde in Einrichtungen der «Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott» in Neuseeland und Australien mehrere Jahre lang sexuell missbraucht. Nun fährt er zum Kinderschutzgipfel nach Rom. Bischof Michael Dooley, Dunedin, Neuseeland, war beeindruckt von diesem mutigen, selbstbewussten, zielgerichteten Mann. Deshalb finanziert er dessen Reise nach Rom. Smith erwartet von der Kirche: "Der Vatikan muss die Namen aller Priester, Ordensmänner und -frauen veröffentlichen, die Kindern Leid zugefügt haben, die Entschädigungen für die Betroffenen verbessern und den Bischöfen einen grösseren Spielraum bei der Amtsenthebung von Tätern geben." Neuseeland hat laut internationalen Studien weltweit eine der höchsten Raten von Kindesmissbrauch. Besonders betroffen sind Kinder der Maori.

Quelle: kath.ch


16.2.2019 Der frühere Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick ist von Papst Franziskus wegen sexuellen Fehlverhaltens mit Minderjährigen und Erwachsenen und wegen Missbrauchs des Beichtsakramentes aus dem Klerikerstand entlassen worden. Der Laienstand ist in der kath. Kirche die höchste Strafe (!). McCarrick soll zwischen 1970 und 1990 Priesteramtskandidaten zum Sex verführt und mindestens zwei Minderjährige missbraucht haben. Damit verliert er auch seinen Unterhalt durch die Kirche, bleibt jedoch an den Zölibat gebunden. Informationen darüber, wer in den Aufstieg im Wissen um dessen Missbrauch von Abhängigkeitsverhältnissen involviert war, gibt es nicht.

Quelle: katholisch.de


15.2.2019 "Mit dem 'Ich'-Sagen würden viele Bischöfe endlich beginnen, den gigantischen gedanklichen Vorsprung einzuholen, den viele Betroffene und Laien ihnen gegenüber im Verständnis von Missbrauch und Ausgrenzung in der Kirche haben." So kommentiert Matthias Alexander Schmidt den Umgang der Bischöfe mit Missbrauchsfällen.

Quelle: kath.de


15.2.2019 Auch in Polen gibt es sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen durch Kleriker, sagt die Generalsekretärin der Ordensoberinnenkonferenz. Sie sagt aber auch, dass die Ordensfrauen manchmal eine Mitschuld trügen.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Wahrscheinlich lag die Mitschuld der Ordensfrauen in ihrer unzüchtigen Kleidung.


15.2.2019 Emiliano Fittipaldi sagt: "Millionen Gläubige haben sich in den letzten Jahren von der katholischen Kirche abgewendet, weil viel zu wenig gegen Kindesmissbrauch unternommen worden ist. Die Kirche muss ihre Glaubwürdigkeit verteidigen, und das kann nur mit Taten erfolgen. Wenn der Papst nicht konkret handelt, wird man auch dieses Gipfeltreffen beim nächsten Skandal wieder vergessen haben." Fittipaldi drängt auf eine Aufhebung des päpstliches Geheimnisses [secreta continere], wegen dem unzählige Missbrauchsfälle weltweit bisher nicht ans Licht gekommen seien. Im Vatikan gab es in den letzten fünf Jahren pro Jahr 400 Anzeigen gegen Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs, in Italien wurden in den letzten zehn Jahren 300 Fälle angezeigt.

Quelle: kurier.at

Kommentar: 'Pädophilie sei keine Plage der Vergangenheit, sondern ein Verbrechen', sagt Fittipaldi laut Kurier. Gemeint ist vermutlich, dass Kindesmissbrauch ein Verbrechen ist. Denn nicht jeder, der pädophil ist, missbraucht Kinder und nicht jeder, der nicht pädophil ist, missbraucht keine Kinder. In der MHG-Studie gab es bei 71,7 % der Täter keine Hinweise auf Pädophilie.


15.2.2019 Nach Gesprächen mit Opfern sei er „fertig“, bekannte Bischof Genn. Der Missbrauch spalte die Gemeinden. Es gebe auch die Uneinsichtigkeit von Tätern, und oft  spüre er seine Ohnmacht.

Quelle: kirche-und-leben.de


15.2.2019 Dem päpstlichen Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, wird ein Übergriff beim Neujahrsempfang der Pariser Bürgermeistern Anne Hidalgo Mitte Januar vorgeworfen. Ventura soll einen jungen Mann der Delegation für internationale Beziehungen der Bürgermeisterin mehrmals unsittlich berührt haben. Ein Nuntius kann sich auf seine diplomatische Immunität berufen.

Quelle: kathpress.at


15.2.2019 Kardinal Schönborn, Wien, sagt, das "Gesetz des Schweigens" sei global gesehen in der Kirche immer noch weit verbreitet. Das Wichtigste sei, den Opfern zuzuhören und ihnen zu glauben. Kardinal Schönborn wies darauf hin, dass der geistliche Missbrauch im Fall von Missbrauch durch Kleriker die Situation von Missbrauchsopfern dramatisch verschärfe.

Quelle: Domradio.de

14.2.2019 In der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach wird ein Mitarbeiter, der nicht Priester ist, des Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer sei volljährig. Der Bistumssprecher Michael Hertl teilte mit, dass die externe Missbrauchsbeauftragte den Fall aufklären soll.

Dort wurde auch ein weiterer Missbrauchsfall aus den 80er Jahren angezeigt. Beschuldigt werden ein Priester und drei weitere Personen. Einer der Beschuldigten ist verstorben, ein zweiter nicht namentlich bekannt.

Quelle: swr  Badische Zeitung

Hinweis: Am Montag, 18.2. wird in der ARD um 22.55 Uhr der Film Schuld ohne Sühne?  gezeigt. Wie soll die Kirche mit systematischem Missbrauch umgehen?


14.2.2019 "Wir sind Kirche International" unterstützt die Forderungen von Marie Collins:

1. Eine klare Definition dessen, was sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen ausmacht.

2. Eine eindeutige Definition des Begriffs der «Nulltoleranz» vereinbaren.

3. Das Kirchenrecht in Bezug auf diese Begriffe und Definitionen hin revidieren.

4. Einen Unterschied im Kirchenrecht machen zwischen dem sexuellen Missbrauch gefährdeter Erwachsener und Minderjähriger.

5. Eine Vereinbarung über allgemeine Schutzmaßnahmen und transparente Haftungsfragen treffen, damit Meldungen über Missbrauch korrekt behandelt werden.

6. Der Papst sollte in einer eindeutigen Erklärung das Vorgehen bestimmen, das Bischöfe zu ihrer Verantwortung verpflichtet.

7. Der Papst muss bei diesem Treffen die Bischöfe benennen, die der Schuld überführt sind, ihre Delikte darlegen und die dafür verhängten Strafen öffentlich machen.

Quelle: kath.ch


14.2.2019 Nach dem Öffentlichwerden des sexuellen Missbrauchs des früheren Kaplans Heinz Pottbäcker bietet eine Arbeitsgruppe der Rheder Pfarrei St. Gudula drei Abende an. An zwei Abenden werden die Filme"Spotlight" und "Verfehlung" gezeigt. Am dritten Abend wird ein Gespräch angeboten.

Quelle: Bistum Münster


14.2.2019 Die katholischen Bischöfe im US-Bundesstaat New Jersey haben eine Liste mit rund 200 mutmaßlichen Missbrauchstätern aus dem Klerus veröffentlicht. Gegen die in der Liste aufgeführten Geistlichen liegen glaubhafte einschlägige Anschuldigungen vor. Teilweise lägen die vorgeworfenen Taten jedoch schon Jahrzehnte zurück. Die meisten Priester auf der Liste seien inzwischen gestorben, hieß es.

Quelle: kathpress


14.2.2019 Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat die Aufnahme von Ermittlungen zu sexuellem Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche im Zuge einer Anzeige von Strafrechtlern abgelehnt.  Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer sagte, die Anzeige der sechs Professoren bei den Strafverfolgungsbehörden, die für die Bistümer Köln, Limburg, Mainz und Trier zuständig sind, habe keinen Anfangsverdacht ergeben. Aus der MHG-Studie haben sich keine zureichenden Hinweise auf konkrete Täter oder Opfer ergeben. Die von der Kirche geforderten Unterlagen seien geliefert worden. Zahlreiche Fälle seien bereits in der Vergangenheit strafrechtlich verfolgt worden. Lediglich in Einzelfällen könne es noch Anlass für Ermittlungsverfahren geben.

Quelle: katholisch.de


14.2.2019 Schwester Bernardine Pemii, Mitglied der Töchter der Nächstenliebe, sagt, die afrikanischen Bischöfe müssten sich dem sexuellen Missbrauch von Nonnen stellen. Bislang seien afrikanische Kulturen nicht bereit, sich dem Problem zu stellen. Oft wüssten Familien, dass Missbrauch stattfinde, aber sie wollten nicht darüber sprechen. - Die Bischöfe, die Hierarchie lehne die Opfer ab. Sie haben Angst, den Opfern zuzuhören, weil sie die Konsequenzen kennen - sie müssten etwas tun. Sr. Pemii hat an einer Ausbildung im Kinderschutzzentrum der Gregoriana teilgenommen.

Quelle: cruxnow


14.2.2019 Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier von Marseilles, setzt sich für ein Kirchengericht für Missbrauchsfälle ein, das auf einer Ebene zwischen einem Bistum und Rom angesiedelt sein soll. In einem Treffen mit Missbrauchsopfern gaben diese über zehn Empfehlungen ab, was die Kirche in Frankreich änern solle. Zwei der Vorschläge will Pontier beim Kinderschutzgipfel in Rom vorbringen: Die Einrichtung eines speziellen Kirchengerichts und eine neue Archivierungskultur.

Quelle: Domradio


14.2.2019 Magnus Striet, Erzbistum Freiburg, berichtet von der Arbeit der Kommission "Macht und Missbrauch" im Erzbistum Freiburg.

Quelle: youtube.com

14.2.2019 In der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach wird ein Mitarbeiter, der nicht Priester ist, des Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer sei volljährig. Der Bistumssprecher Michael Hertl teilte mit, dass die externe Missbrauchsbeauftragte den Fall aufklären soll. Dort wurde auch ein weiterer Missbrauchsfall aus den 80er Jahren angezeigt. Beschuldigt werden ein Priester und drei weitere Personen. Einer der Beschuldigten ist verstorben, ein zweiter nicht namentlich bekannt.

Quelle: swr


14.2.2019 In Frankfurt geht der Bistumsvertreter in eine Gemeinde, deren Pfarrer vor zehn Jahren des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde und "verschwand". Das Bistum informierte die Gemeinde damals nicht. Bis heute ist die Gemeinde gespalten.

Quelle: hr-inforadio.de


14.2.2019 Im Priesterseminar in Trier wurden ca 200 Priester über die MHG-Studie informiert. Vor dem Priesterseminar demonstrierten Missbrauchsopfer und Verbündete. Sie kritisierten Bischof Ackermann, weil es trotz mehrfacher Anfragen nach einem Gespräch über die Studie bislang nicht zu einem Gespräch kam und die Opfer bislang nicht an der Aufarbeitung beteiligt werden.  Die Koblenzer Pastoralreferentin Jutta Lehnert, die die Inititative "MissBiT" unterstützt, sagte, die Studie müsse "endlich innerkirchlich wahrgenommen werden und zu Gesprächen führen". Es könne doch nicht sein, das rund fünf Monate nach der Studie es noch kein Gespräch zwischen dem Bischof und der Intitative gegeben habe. "Das ist überfällig. Es wird alles verschleppt."

Quelle: swr


14.2.2019 Harald Dreßing, Verantwortlicher für die MHG-Studie, ist enttäuscht von der katholischen Kirche, weil auch Monate nach der Studien-Veröffentlichung "wenig bis gast gar nichts" an "feststellbaren" Veränderungen der Strukturen der katholischen Kirche zu entdecken sind. Es fehle an klaren ZIelen und ihrer Umsetzung. Die Bischöfe dürften sich nicht hinter Rom verstecken und es dürfe auch nicht sein, dass der Langsamste das Tempo bestimmt. Sabine Andresen macht auf das Geschlechterverhältnis und die Notwendigkeit seiner Veränderung aufmerksam.

Quellen: Domradio  Diskussion in St. Georgen


14.2.2019 Papst Franziskus hat Kardinal Kurien-Kardinal Kevin Farrell zum neuen Kardinalkämmerer ernannt. Ein Kardinalkämmerer stellt den Tod eines Papstes und leitet die Geschäfte bis zur Neuwahl. Farrell hat sich gegen die Darstellung gewandt, sexuelle Vergehen des ehemaligen Kardinals Theodore McCarrick hätten schon zu dessen Zeit als Erzbischof von Washington bekannt sein müssen. Während dieser Jahre sei "keine einzige Beschwerde" lautgeworden, sagte er.  Auch als Mitbewohner McCarricks habe er, Farrell, nichts von früheren Übergriffen des Erzbischofs erfahren.

Quelle: vaticannews.va


13.2.2019 Der indische Bischof Franco Mulakkal wird von einer Nonne der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt. Seither kämpfen Ordensfrauen für Aufklärung. Die katholische Kirche in Indien vertritt nur eine kleine Minderheit und fürchtet in Zeiten einer hindunationalistischen Regierung um ihren Ruf.

Quelle: DLF  s. auch domradio.de 29.11.29016


12.2.2019 Christiane Florin legt ihren Impuls zur theologischen Tagung "NIcht ausweichen! in Würzburg vor: "Sag niemals Ich". U.a. schreibt sie:  "Damit bin ich beim dritten, wichtigsten Moment der Wahrhaftigkeit. Am Tag zuvor hatte der DBK-Vorsitzende die Vollversammlung [der Bischofskonferenz im September 2018] mit der Ankündigung eines "Wendepunktes" eröffnet.  Er sagte allerdings nicht, wer sich um wie viel Grad wenden soll. Einen Tag später: ein Nein als letztes Wort. Viele Betroffene haben es als neuerliches Abwenden empfunden. Die Empathielosigkeit, die ihnen diese Institution bis dahin entgegengebracht hat, verdichtete sich in diesen gepanzerten vier Buchstaben."

Quelle: weiberaufstand.com


12.2.2019 Vom 11.-18. Mai rufen Frauen der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster zu einem Kirchenstreik auf. „Anlass ist das Grauen des Missbrauchs, das immer mehr sichtbar wird, und die andauernde Ausgrenzung von Frauen in der Kirche“, sagt Elisabeth Kötter von der Initiative „Maria 2.0“. Der Aufruf richtet sich auch an alle, die unter der Kirche leiden und ausgetreten sind. Zudem haben die Frauen einen Brief an Papst Franziskus geschrieben, indem sie Zugang von Frauen zu allen Ämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine Ausrichtung der Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen fordern. „Viele von uns spüren, dass es fünf vor zwölf ist. Die Kirche sollte diejenigen, die mit dem Herzen dabei sind, nicht auch noch verlieren.“

Quelle: kirche-und-leben.de


12.2.2019 Pater Hans Zollner berichtet von der Planung für den Kinderschutzgipfel im Vatikan. Am ersten Tag sollen die Teilnehmer über ihre seelsorglichen, rechtlichen und spirituellen Aufgaben beim Kinderschutz informiert werden. Am zweiten Tag geht es um ihre Rechenschaftspflicht. Am dritten Tag soll über Transparenz in der Kirchenleitung, gegenüber dem Kirchenvolk, Gott, den Zivilbehörden sowie der Öffentlichkeit gesprochen werden. Zollner sagte: "Wenn wir bei diesem Treffen zu einem systemischen Blickwinkel und auch zu einer Verhaltensänderung kommen, wird sich das ganz sicher auch auf die Gewalt gegen Erwachsene auswirken, inklusive Frauen und Ordensfrauen." Dabei sei das Anhören von Missbrauchsopfern für Aufarbeitung und Prävention zentral und ein Treffen der Teilnehmer mit Missbrauchsopfern in ihrer Heimat Bedingung für den Gipfel im Vatikan.

Quelle: domradio.de


12.2.2019 Eine Kommission der Vereinten Nationen hat einen vernichtenden Bericht über den Umgang Italiens mit sexuellem Missbrauch veröffentlicht, in dem es um zahlreiche Fälle geht, in denen Kinder von katholischen Priestern sexuell missbraucht werden. Die UN-Kommission fordert eine unabhängige und unparteiische Untersuchungskommission fordern. Sie ist besorgt über die zahlreichen Missbrauchsfälle durch Angehörige der katholischen Kirche und die geringe Anzahl von Ermittlungen und Strafverfolgungen.

Quelle: cruxnow


12.2.2019 Die Belgische Bischofskonferenz hat einen Bericht der Interdiözesanen Schutzkommission für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Seit 2010 meldeten sich 1.054 Missbrauchsopfer bei der Schlichtungsstelle und den zehn Kontaktzentren der Kirche in Belgien. Von den 426 Fällen in den Kontaktzentren liegen 92 Prozent mehr als 28 Jahre zurück. 73 Prozent der Opfer waren zum Zeitpunkt der Übergriffe zwischen 10 und 18 Jahre alt. 76 % der Opfer waren männlich. Die meisten Übergriffe fanden in der Schule (43 Prozent) oder Pfarrgemeinde (28 Prozent) statt.

Die Schlichtungsstelle und die Stiftung Dignity, die für Opfer, deren an ihnen begangene Verbrechen verjährt sind, gegründet wurde, zahlten zwischen 2012 und 2017 zusammen 4,58 Mio Euro aus. Opfer erhielten zwischen 2.500 und 25.000 Euro Entschädigung.

Quelle: katholisch.de


12.2.2019 Der frühere chilenische Erzbischof Francisco José Cox Huneeusist, der in Vallendar bei den Schönstatt-Priestern lebte, ist nach Chile zurückgekehrt. Dort erwarten ihn Ermittlungen wegen zwei Fällen von Missbrauch Minderjähriger in Rancagua und in La Serena. Nächste Woche entscheidet das Strafgericht, ob es zu einer Anklage kommt. Die Taten gelten als verjährt.

Quelle: katholisch.de


12.2.2019 Bereits 2018 hatten US-Medien Hunderte Missbrauchsvorwürfe gegen Baptisten enthüllt. Von 412 Vorwürfen in 187 unabhängigen Baptistenkirchen und -institutionen war die Rede. Einige Fälle gingen bis in die 70er Jahre zurück. Nun gibt es in Texas neue Vorwürfe. In den letzten 20 Jahren ist von ca 700 Betroffenen die Rede. Mehr als 220 Kirchenvertreter der Southern Baptist Convention wurden für schuldig befunden. Frauen gaben an, dass die in den Baptistengemeinden gepredigte patriarchalische Theologie Pastoren vor Kritik schütze und dazu beitrage, ein Muster von Missbrauch, sexuellen Übergriffen und Vertuschung zu schaffen. Die Pastoren würden so behandelt, als wären sie von Gott auserwählt und unantastbar. Ihre Macht und Position nutzen die Täter, um Opfer psychologisch zu manipulieren.

Quelle: Domradio


12.2.2019 Die MHG-Studie hat festgestellt, dass der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker und seine Vertuschung auch mit strukturell-systemischen Defiziten zu tun hat. Matthias Remeny, Professor für Fundamentaltheologie und Vergleichende Religionswissenschaft ist betroffen von der Erkenntnis, dass auch die Theologie Teil des Systems ist. Er plädiert dafür, auf die Inhalte der Theologie - die Ekklesiologie und die Amtstheologie - zu schauen. Er ist überzeugt, dass man keine glaubwürdige Theologie mehr treiben könne, ohne den Missbrauchsskandal mitzudenken.

Magnus Striet, Fundamentaltheologe, sieht eine Ursache darin, dass die Kirche sich in ihrem Wunsch nach Systemstabilisierung den humanwissenschaftlichen Erkenntnissen verschlossen hat. Die Kirche habe nur unter dem Druck von außen aufgeklärt. Daraus ergebe sich die Frage, "wie stark ein bestimmtes, historisch gewordenes systemisches Bewusstsein mit dafür verantwortlich zeichnet, dass sexualisierte Gewalt zu einer verschwiegenen Tatsache innerhalb des Sozialsystems katholische Kirche werden konnte". Striet führt die vorherrschende Amtstheologie an. Mit diesem Amtsverständnis stecke die Kirche in einer Falle. Dabei gehe es nicht darum, die Amtstheologie insgesamt über Bord zu werfen. Es gehe darum, mit diesem Amt der Menschenfreundlichkeit Gottes Raum zu geben.

Das Missbrauchs-Thema sei in der theologischen Landschaft Deutschlands präsent, sei aber auch angstbesetzt.

Quelle: