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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2021

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© Pixabay, Bild von falco© Pixabay, Bild von falco

19.1.2021 Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums in Rom, erwartet von kirchlichen Führungspersonen, dass sie persönlich Verantwortung übernehmen. Wenn sie Schuld auf sich geladen haben, müssten sie dafür grade stehen. Karrieren seien ihnen jedoch wichtiger als die Übernahme von Verantwortung: "Wir geben die Schuld nicht zu - sondern es muss uns jedes Schuldbekenntnis abgerungen werden; wir bereuen nicht - sondern verteidigen Täter und Vertuscher. Wir übernehmen keine Verantwortung - sondern drucksen rum und setzen unsere Karrieren und Reputation an die erste Stelle." Zollner fragt: "Wenn wir hier nicht tun, was wir sagen, wie sollen die Leute dann glauben, was wir über Jesus, die Erlösung, die Sakramente sagen?"

Quelle: kathpress.at


19.1.2021 In GRoßbritannien stieg zwischen 2015 und 2019 die Zahl der Anzeigen wegen Kindesmissbrauch durch Frauen um 84 Prozent auf knapp 2300 jährlich.  Der Anstieg könne darauf zurückgeführt werden, dass sich mehr Opfer trauten, Anzeige zu erstatten.

Quelle: Zeit


19.1.2021 Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam der Kölner Pfarrei St. Severin üben scharfe Kritik an der Kölner Bistumsleitung – wegen des Umgangs mit Missbrauch und Strukturreformen.

Quelle: gemeinden.erzbistum-koeln.de


18.1.2021 Der zweifach wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Priester, Nikolaus A., durfte nach WDR Recherchen Anfang der 90er Jahre ungehindert als Seelsorger mit auf Familienfreizeiten mit der katholischen Schönstatt Bewegung fahren. In KölnWeiden hielt er aushilfsweise Gottesdienste, an denen auch Messdiener teilnahmen. Karl Haucke und andere Betroffene fordern,  dass der damalige Generalvikar, Norbert Feldhoff, in diesem Fall die Verantwortung übernehmen müsse. Weder das Erzbistum Köln noch Norbert Feldhoff kommentierten die WDR-Recherchen nicht.

Quelle: www1.wdr.de


18.1.2021 Impulsreferat von Pater Mertesanlässlich der Veranstaltung "Sicherer Ort Kirche - eine Initiative für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und hilfebedürftigen Erwachsenen" im Bistum Speyer.

Quelle: wochenblatt-reporter


18.1.2021 Nach Enthüllungen der Juristin Camille Kouchner über mutmaßlichen sexuellen Missbrauch ist in Frankreich eine Debatte über sexualisierte Gewalt in Familien entbrannt. Zahlreiche Menschen teilen unter dem Hashtag #metooinceste ihre Erfahrungen mit Übergriffen innerhalb der eigenen Familie.

Quelle: Spiegel


18.1.2021 Verschwörungsmythen machen auch vor der katholischen Kirche nicht Halt. Nach Erzbischof Vigano und Kardinal Müller spricht nun auch der mexikanische Kardinal Juan Sandoval Íñiguez von der Corona-Krise, die eine neue Weltordnung begründe.

 Quelle: katholisch.de


18.1.2021 Der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln ist weiterhin vom Erzbistum Köln untersagt, das bei der ESG Köln veröffentlichte Positionspapier "Wir wollen glaubwürdig bleiben" zu veröffentlichen. Von dienstrechtlichen Maßregelungen sieht das Erzbistum inzwischen ab. Gespräche finden statt.

Quelle: katholisch.de


16.1.2021 Die gemeinsame Aufarbeitungs-Kommission der (Erz-)Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück wird ihre Arbeit bald aufnehmen. Sie wird aus drei Betroffenen, drei unabhängigen Fachleuten und drei Bistumsvertreter*innen bestehen. Gesucht werden sechs Mitglieder für den Betroffenenbeirat. Ein öffentlicher Aufruf erfolgt demnächst.

Quelle: Domradio


15.1.2021 Ein Opfer des Priesters Nikolaus A. erzählt. Triggergefahr!

Quelle: www1.wdr.de


14.1.2021 Im Rahmen eines Prozesses gegen einen Großvater, der des schweren Missbrauchs angeklagt ist, hatte dieser ausgesagt, als Jugendlicher im Piusheim der katholischen Kirche in Baiern von mehreren Männern schwer missbraucht worden zu sein. Er berichtete von Sexparties und Prostitution und davon, dass ein Mitschüler sich in dem Heim das Leben nahm. Zehn Betroffene haben sich bei den Ermittlern gemeldet, in der Erzdiözese München-Freising meldeten sich elf Betroffene. Der Münchner Sozialpsychologe Heiner Keupp sagt: "Der ganze Heimbereich ist nach wie vor unterbelichtet und darum ist Piusheim so wichtig." Bewältigen müsse diese Aufgabe das Münchner Erzbistum.

Quelle: Süddeutsche


14.1.2021 Eine Analyse sexualisierter Gewalt durch katholische Kleriker in Polen zeigt, dass die Dauer der Taten bei durchschnittlich zweieinhalb Jahren lag. Die Hälfte der Täter war zwischen 30 und 40 Jahre alt. Vor 1990 waren die Opfer überwiegend männlich, seit 2010 sind ebenso viele Jungen wie Mädchen betroffen.  Seit 2011 waren 37 % der 111 Betroffenen unter 15 Jahre alt. Der kirchliche Kinderschutzkoordinator Pater Adam Zak weist darauf hin, dass die Täter meistens nicht pädophil, sondern psychosexuell unreif sind. - 2019 hatte die polnische Bischofskonferenz erstmals Angaben zum Ausmaß sexualisierter Gewalt durch Kleriker gemacht. Danach fanden sich in den Akten von Januar 1990 bis Juni 2018 - teilweise bis in die 1960er Jahre zurückgehend - Angaben über 382 Priester/Ordensmänner, die 625 Opfer hatten. Eine Studie, die Missbrauch von Mitte 2018 bis Ende 2020 untersuchen soll, hat die Bischofskonferenz beschlossen.

Quelle: katholisch.de   s. auch ncronline.org


13.1.2021 Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Speyer berichtet von vielen neuen Anzeigen, nachdem bekannt wurde, dass Kinder in Kinderheimen vielfältige Gewalt erleben mussten.

Quelle: Morgenweb


 

13.1.2021 Die Frankfurter Rundschau und Buzzfeed recherchieren zu Missbrauchsfällen im Medizinbetrieb. Sie rufen zur Mithilfe auf.

Quelle: FR


13.1.2021 In irischen Mutter-Kind-Heimen für unverheiratete Frauen starben im 20. Jahrhundert ca 9000 Kinder. Die Frauen wurden von der Gesellschaft verachtet. Oft waren sie durch Vergewaltigungen schwanger geworden oder hatten gesundheitliche oder psychische Probleme.  Die Heime wurden von der Regierung kontrolliert (oder auch nicht) und von religiösen Organisationen geleitet.

Quelle: Spiegel   The Journal   Zum Report


12.1.2021 Das Bistum Essen stellt seine detaillierten Überlegungen zu den Konsequenzen aus der MHG-Studie vor. U.a. wird an die Initiierung von Selbsthilfegruppen gedacht. 

Quelle: Bistum Essen


11.1.2021 Christian Meier berichtet, dass die Kanzlei, die Kardinal Woelki berät, u.a. Mandate für den türkischen Staatspräsidenten Erdogan und die AfD übernommen hat und auf ihrer Website mit dem Versprechen wirbt: „Mit ,Zuckerbrot und Peitsche‘ vermeiden wir negative Berichterstattung schon im Vorfeld. Sollten wir sie nicht ganz verhindern können, mildern wir sie zumindest ab.“ Meier fragt: "Nun, Herr Erzbischof Woelki, lässt sich die Frage stellen, was Sie eigentlich wollen: eine schonungslose Aufklärung von Missbrauchsfällen, zu denen sich das Erzbistum bekennen und Schuldige zur Verantwortung ziehen muss? Oder eine Verhinderung oder Abmilderung negativer Berichterstattung, bei denen Sie selbst und Ihnen nahestehende Personen in einem denkbar schlechten Licht dastehen könnten? Was sagen Ihnen Ihre Berater – und was sagt Ihnen Ihr Gewissen?

Quelle: welt.de


11.1.2021 Hermann Schell vom Betroffenen-Verein MissBiT, Bistum Trier, wirft Bischof Ackermann vor, weil die Arbeit der Aufarbeitungskommission nicht im Januar, sondern frühestens im Spätsommer 2021 beginne. Unbekannt seien immer noch die Mitglieder der Kommission, die die Mitglieder des Betroffenen-Beirates auswählen.

 Quelle: Saarbrücker Zeitung   Volksfreund 13.1.2021


11.1.2021 Nachdem der Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann Kardinal Woelki öffentlich kritisiert hatte, kündigte das Erzbistum Köln dienstrechtliche Konsequenzen wegen seines öffentlichen Eintretens "gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln und dessen Amtsträger". Dies sei nicht mit den "Loyalitätspflichten im Seelsorgedienst" vereinbar. Weil Koltermann seinen Standpunkt ausführlich erläutert habe, bestünden nun keine Nachfragen mehr, teilte das Erzbistum mit. Damit sei der Vorgang abgeschlossen, Konsequenzen gäbe es keine.

Quelle: WDR


11.1.2021 Benjamin Leven sieht die katholische Kirche im Blick auf Missbrauchsfälle als "Sündenbock der Gesellschaft". Er sieht den Staat in der Verantwortung, "alle Teile der Kirche wie der Gesellschaft gleichermaßen" in den Blick zu nehmen, um die Ungleichverteilung der Aufmerksamkeit zu beenden.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der  Begriff "Sündenbock" suggeriert Unschuld - unschuldig hingegen ist die katholische Kirche eingestandenermaßen nicht. Und: Ohne die Aufmerksamkeit der Medien und ohne deren Engagement an der Seite kirchlich Betroffener würden die noch immer weitgehend ganz alleine dastehen. Richtig ist: Kirchlich Betroffene warten schon lange - bislang vergeblich - auf die Unterstützung durch den Staat.


10.1.2021 Kardinal Woelki hält nicht die Fälle von Missbrauch und ihre Vertuschung für einen Skandal, sondern die Medien. Das Erzbistum Köln sollte bei der Aufarbeitung aus Boston lernen, meint Christoph Strack.

Christoph Fleischmann kommentiert: "Das heißt, genauer gesagt muss Woelki nicht lernen, sondern umlernen unter dem Druck der Öffentlichkeit. Das Schicksal teilt er mit vielen, wenn nicht allen, amtierenden Kirchenfürsten. Vielleicht wäre es besser, das Leitungsamt denen überlassen, die nicht erst umschulen müssen, sondern bereits mehr Kompetenz und Sensibilität beim Umgang mit Missbrauch und Macht bewiesen haben. Von einer Führungskraft könnte man doch erwarten, dass sie die geforderten Kompetenzen bereits mitbringt und nicht erst on the job lernen muss. Und nochwas: Nur der kann doch glaubwürdig gegen den Missbrauch von Macht vorgehen, der bereit ist, Macht auf mehreren Schultern zu verteilen, damit sie hinfort nicht mehr so leicht missbraucht werden kann. Aber auch dies hat der Kölner Kardinal – so ist zu vermuten – noch nicht gelernt."

Quelle: DW  christoph-fleischmann.de


10.1.2021 Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche Deutschlands bleibt nach Einschätzung von Bischof Stephan Ackermann eine Aufgabe noch für Jahre. Die Aufarbeitung werde ein schmerzlicher Prozess werden. Bischof Kohlgraf meint: "Das Wegsehen hilft nicht, und das Vertuschen ist katastrophal."  Im Bistum Mainz ist eine unabhängige Aufarbeitungskommission eingerichtet. Die Beteiligung von Betroffenen an der Aufarbeitung solle konkretisiert werden. - Das Bistum Speyer richtet aktuell einen Betroffenenbeirat und eine unabhängige Aufarbeitungskommission ein.

Quelle: rp-online   sueddeutsche.de


9.1.2021 Stephan Alfter fragt: "Und vor allem: Wer öffnet endlich die Archive in den Bistumskellern – zumindest für die Opfer dieser Kirche?"

Quelle: Morgenweb Mannheim


9.1.2021 Aus dem Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln sei ein Aufarbeitungsskandal geworden, kommentiert Georg Löwisch, Chefredakteur von „Zeit Christ & Welt“.

Quelle: DLF


8.1.2021 "Ich dachte eigentlich, dass Seminaristen erwachsene Menschen sind und sich nicht missbrauchen lassen, wenn sie das nicht wollen." Diese Aussage tätigte eine Frau bei facebook als Kommentar zur Nachricht, dass vier ehemalige Seminaristen Erzbischof Alberto Taveira Correa sexuellen Missbrauch vorwerfen. Martin Schmitz kommentiert: "Es ist kein alleiniges Problem des Klerus – wenngleich ein Problem des Klerikalismus....Bei vielen steht nach wie vor der Schutz der Täter vor dem Wohl der Betroffenen. Und zwar nicht nur bei Geistlichen."

Quelle: Kirche und Leben


8.1.2021 Die Psychologin Katharina Anna Fuchs fordert strengere Kontrollmaßnahmen insbesondere bei der Gründung und Anerkennung Geistlicher Gemeinschaften, um spirituellen Missbrauch zu verhindern. Fuchs weist darauf hin, dass BEtroffene zum Sprechen ermutigt werden, wenn das Problem Geistlichen Missbrauchs anerkannt werde und Aufmerksamkeit erhalte.

Quelle: katholisch.de


8.1.2021  Der Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann hatte Kritik an Kardinal Rainer Woelki geübt und ihm vorgeworfen, jede Glaubwürdigkeit verspielt zu haben mit seiner Entschuldigung in der Christmette im Kölner Dom. Woelki hatte nicht für eigene Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen um Verzeihung gebeten, sondern für die an ihm geübte Kritik. Nun droht das Erzbistum Köln dem Geistlichen mit dienstrechtlichen Konsequenzen.

Quellen: KStA   rp-online.de   WDR


7.1.2021 Glaube schützt nicht vor dem Glauben an Verschwörungstheorien. Bischof  Overbeck, Essen, sagt, Corona-Leugner befänden sich auf einem "gefährlichen Irrweg" und handelten "verantwortungslos".

Quellen: FAZ   katholisch.de


7.1.2021 Im Erzbistum München-Freising und im Bistum Augsburg werden noch kirchlich Betroffene gesucht, die bereit sind, in den Aufarbeitungskommissionen mitzuarbeiten.

Quelle: br.de


7.1.2021 Dr. Doris Reisinger macht sich Gedanken über das, was eine annehmbare Entschuldigung ist - und was keine Entschuldigung ist: "Jenseits des Erziehungskontexts dankt man für Entschuldigungen eigentlich nicht, man nimmt sie an – oder auch nicht. Und das wiederum steht niemandem als den unmittelbar Betroffenen zu. Wer sich als Dritter einmischt und sich an ihrer Stelle äußert, hat nicht nur nicht begriffen, was eine Entschuldigung ist, sondern fährt den Geschädigten gewissermaßen über den Mund."

Quelle: Eckiger Tisch - Zeit


7.1.2021 Die Sprecher der Selbsthilfegruppen Rhede und Münster, Antonius Kock und Martin Schmitz, weisen darauf hin, dass ein Teil der kirchlich Betroffenen im Bistum Münster von der Mitarbeit bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen ausgeschlossen bleibt, wenn das Bistum nur die an einer Mitarbeit Interessierten einlädt - und die Einladung lediglich über die Medien erfolgt. Zudem sei es in "hohem Maße übergriffig", wenn Betroffene das Bistum bei der Aufarbeitung der Verbrechen lediglich „begleiten sollten“ und nicht eigene Interessen vertreten dürften.

Das Bistum Münster betont, dass das Bistum nie gesagt habe, man wolle bistumsseitig einen Betroffenenbeirat (s. Rahmenordnung zum Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren sowie zur Aufwandsentschädigung für die strukturelle Beteiligung von Betroffenen) bilden.

Quelle: wn.de


6.1.2021 Zwei Betroffenengruppen sexualisierter Gewalt durch kath. Kleriker aus dem Bistum Münster haben ihre Zusammenarbeit mit dem Bistum beendet. Dissenz entstand, weil das Bistum sich nicht an Vereinbarungen hielt. Vereinbart war, dass alle dem Bistum bekannten Missbrauchsopfer zu einem ersten Vernetzungstreffen schriftlich eingeladen würden. Das Bistum jedoch habe entschieden, nur noch diejenigen einzuladen, die auch beim zu gründenden Betroffenenbeirat mitmachen wollen. Zudem sollte es keine persönlichen Anschreiben, sondern nur einen allgemeinen Aufruf in den Medien geben. Der Sprecher der Münsteraner Gruppe, Antonius Kock, kritisiert, dass es kein Mandat für alle Betroffenen gibt, wenn nur die eingeladen werden, die Interesse haben. Die Adressen der bekannten Betroffenen liegen nur dem Bistum vor. Der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings, wies darauf hin, dass es Betroffene gebe, die keine Post vom Bistum erhalten wollen. Das Bistum wolle eine "breite, selbstorganisierte und unabhängige Beteiligung von Betroffenen", die sich „völlig unabhängig“ von der Diözese organisieren. Das Bistum habe auch nie gesagt, dass ein Betroffenenbeirat gegründet werden müsse und zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung sei lediglich eine öffentliche Ausschreibung verbindlich festgeschrieben worden.

Eine ausführlichere Beschreibung der Vorgänge aus der Perspektive der Betroffenengruppe Rhede finden Sie auf der Internetseite Gruppe. Die Stellungnahme des Bistums hier.

Quellen: rp-online   Kirche und Leben 


6.1.2021 Felix Neumann konstatiert die Erfolglosigkeit kirchlicher Aufklärung und plädiert für staatliche Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle: "Es braucht eine staatliche Aufklärung auf Grundlage allgemeiner Gesetze, ohne Proporz für Kirchenvertreter, mit dem Mandat, die Wahrheit ans Licht zu bringen – wenn schon nicht über das Strafrecht Gerechtigkeit geschaffen werden kann, dann wenigstens durch schonungslose Ehrlichkeit."

Quelle: katholisch.de


6.1.2021 Im Dezember 2020 rief das Bistum Essen Betroffene aus der Gemeinde St. Johannes in Wattenscheid-Leithe, auf, sexualisierte Gewalt durch einen Priester in den 1970-er und 1980-er Jahren zu melden. Inzwischen hat sich ein Betroffener gemeldet. Der Priester war jahrelang in der Gemeinde St. Joseph tätig, obwohl er wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zuvor mehrfach rechtskräftig verurteilt worden war.

Quelle: waz.de


6.1.2020 Der Landesvorsitzende der Journalistengewerkschaft DJV in Nordrhein-Westfalen, Frank Stach,  kritisiert das Erzbistum Köln für seinen Umgang mit Medienvertretern. Nicht hinnehmbar sei, dass die Journalist*innen vor dem Pressegespräch mit dem Erzbistum Köln eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen sollten. Stach bezeichnete das Verhalten des Erzbistums am vergangenen Dienstag als „Maulkorb“. Er sagte: „Wenn allerdings Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnet werden sollen, die berechtigte Berichterstattung unmöglich machen, muss der Eindruck entstehen, man wolle etwas verschleiern.“

Quelle: DLF


6.1.2021 Das Erzbistum Köln lädt ausgesuchte Journalisten zu einer Pressekonferenz , erwartet eine Verschwiegenheitserklärung und erwartet, dass die Journalisten lediglich berichten, was das Erzbistum ihnen zu berichten vorlegt: die Kritik am geschwärzten Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl. 20 Minuten lang soll den Journalisten Zeit zum Lesen des Gutachtens gegeben werden. Das Vertauen zwischen den Medien und Kardinal Rainer Maria Woelki ist zerstört, konstatieren Matthias Drobinski und Christian Wernicke.

Quelle: sueddeutsche.de


5.1.2021 Das Erzbistum Köln gibt Journalisten, die zuvor eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen müssen, die Gelegenheit, das Gutachten der Münchener Kanzlei einzusehen, um sich ein eigenes, unabhängiges Urteil zu bilden.  Im Fokus des Gesprächs steht die Methodik des Münchener Gutachtens. Prof. Jahn, der das Münchener Gutachten begutachtet hat, wird erläutern, warum es methodische Mängel hat. Dass Vertreter der Münchener Kanzlei eingeladen seien, wird nicht berichtet. Auch von einer Einladung an den Betroffenenbeirat ist nicht die Rede.

Der WDR berichtet um 18.33 Uhr, dass das geplante Journalistengespräch zum Thema Missbrauch  abgebrochen wurde, weil alle anwesenden Reporter nicht bereit waren, eine von der Kirche geforderte Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben. Schweigen sollten die Journalisten über die Tathergänge und über die im Münchener Gutachten benannten Verantwortungsträger. Bis zur nächsten Woche will das Erzbistum prüfen, ob "unter anderen Bedingungen den Journalisten doch noch einen Einblick in das Gutachten über Sexualstraftäter im Kölner Erzbistum und deren Mitwisser" ermöglicht werden kann.

Quellen: domradio.de   www1.wdr.de


4.1.2021 Entgegen anderslautender Meldungen wurde das Verfahren wegen Grenzverletzung und sexuellen Missbrauchs gegen den Stadtpfarrer von Bühl, Erzbistum Freiburg, nicht mangels Tatverdacht von der Staatsanwaltschaft eingestellt, sondern weil die Ermittlungen "keine Anhaltspunkte für heute noch verfolgbare strafbare Handlungen ergeben" haben. Weil Verjährung eingetreten ist, wurden die Vorwürfe unabhängig davon, ob sie zutrafen oder nicht, nicht mehr geprüft.

Quelle: BNN


4.1.2021 Vier ehemalige Seminaristen werfen dem Erzbischof von Belem/Brasilien, Alberto Taveira Correa vor, sie zwischen 2010 und 2014 sexuell missbraucht zu haben. Die mutmaßlich Betroffenen waren zwischen 15 und 20 Jahre alt. Der Erzbischof ließ die Anschuldigungen durch seinen Anwalt bestreiten und sagen, die Seminaristen wollten dem Erzbischof schaden. Die brasilianische Polizei ermittelt seit August 2020, auch der Vatikan hat eine Untersuchung eingeleitet.

Quelle: katholisch.de


4.1.2021 Pater Stefan Kiechle wägt Für und Wider von Rücktritten in der Kirche in Deutschland ab. Gegen einen Rücktritt führt er u.a. das Argument an, dass ein Rücktritt "den Rachedurst der Betroffenen des Fehltritts oder den einer sensationslüsternen Öffentlichkeit befriedigen" könne. Er fragt, ob das moralisch richtig ist.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Es könnte ja sein, dass es den Betroffenen des "Fehltritts" nicht um Rache geht, sondern um ein Stück Gerechtigkeit! Leser*innen entnehmen: Betroffene sind rachsüchtig.


3.1.2021 Weil er Angst um seine Zukunft als Priester hatte, unterzog sich Wolfgang Rothe 2005 einem "Schwulentest". Angeordnet wurde der Test von Bischof Küng, St. Pölten - es stand kein Vorwurf im Raum, dass Rothe pädophil sei, sexualisierte Gewalt ausgeübt, kinderpornografische Fotos konsumiert oder verbreitet habe. Durchgeführt wurde der Test von dem Gerichtsgutachter Norbert Leygraf und einem Diplom-Psychologen. Sie sollten herausfinden, ob bei Rothe eine homosexuelle Orientierung vorliege, die seine zukünftigen Einsatzmöglichkeiten einschränken könnten, können jedoch keine fundierten Aussagen darüber treffen. Harald Dreßing nennt den Test "ungeheuerlich", die Fragestellung sei "abwegig" und "diskriminierend". Einen Auftrag für ein solches Gutachten hätte Dreßing nicht übernommen.  Auch der Psychotherapeut Michael Wunder hält die Annahme eines solchen Auftrags für "ethisch nicht vertretbar".

Quelle: www.sueddeutsche.de


1.1.2021 Wolfgang Rothe, Pfarrvikar in München, aus dem Bistum St. Pölten stammend, wirft Alt-Bischof Klaus Küng einen sexuellen Übergriff im Dezember 2004 vor. Der Vatikan stuft den Vorwurf als haltlos ein und schließt das Verfahren ab. Alt-Bischof Küng bestreitet jeden Übergriff. Im April 2019 wird Rothe von der Münchner Kripo befragt, später auch von der österreichischen. Strafrechtlich wird der Vorwurf gegen den Bischof nicht geklärt, die Staatsanwaltschaft St. Pölten stellt im Mai 2019 das Verfahren wegen Verjährung ein. Von der Kirche wird Rothe nicht befragt. Eine transparente kirchliche Ermittlung gibt es nicht. Der aktuelle Bischof Schwarz spricht eine kirchenrechtliche Verwarnung gegen Rothe aus. Rothe fragt sich, warum Doris Reisinger geglaubt wurde und ihm nicht. Auch im Fall Reisinger stand Aussage gegen Aussage. Die Kirche wirft Rothe de facto Rufmord vor, strengt aber kein formales Verfahren gegen ihn an.

Quelle: sueddeutsche.de


1.1.2021 Harald Dreßing kritisiert die Neuregelung der Entschädigungszahlungen der katholischen Kirche an kirchliche Missbrauchsbetroffene. Sie sei "viel zu spät und völlig unzureichend". Ohne von der Kirche vollkommen unabhängige Strukturen sei es der kath. Kirche nicht möglich, ihre Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Betroffenen wiederzugewinnen. Im von 2011 bis 2020 geltenden Verfahren seien die Kriterien, auf deren Basis dieZahlungsempfehlungen an die Bistümer ermittelt wurden,  nicht öffentlich gemacht worden, genauso wenig wie die Personen und deren jeweilige Qualifikation, die über die einzelnen Fälle entschieden haben. Unter ihnen war auch ein Partner der Bonner Kanzlei Redeke, die am Kölner Gutachten mitarbeitet. Das Verfahren sei intransparent gewesen, habe in einigen Bistümern fast immer eine Anerkennungszahlung zur Folge gehabt, während in anderen Bistümern weniger als zehn Prozent der Fälle positiv beschieden wurden. Die neue Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistung (UKA) habe keine Ermittlungsbefugnis und sei weiterhin auf die Vorarbeit der Bistümer angewiesen. Dreßing kritisiert, dass es für Betroffene noch immer keine staatlichen Ansprechpartner gebe, die gegenüber der Kirche tätig werden könnten. Dabei handele es sich um ein „Versagen des Staates, der nichts Alternatives anzubieten hat“. 

Die Bischofskonferenz wies die Kritik Dreßings zurück. Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistung (UKA) sei unabhängig, sagte der Pressesprecher der DBK, Kopp. Die Kommissionsmitglieder dürften sich ohne Einschränkungen an die Öffentlichkeit wenden und müssten jährlich einen schriftlichen Tätigkeitsbericht erstellen, der auch veröffentlicht werde.

Quelle: Zeit.de   FAZ

Kommentar: Die Mitglieder des UKA wurden von Bischof Bätzing ausgesucht und ernannt. Die die UKA unterstützende Geschäftsstelle wird von einer kirchlichen Mitarbeiterin geleitet. Betroffene müssen sich für eine Antragstellung immer noch an das jeweils zuständige Bistum wenden. Von den katholischen Orden und deren Opfern ist bislang überhaupt keine Rede, wenn man von Absichtserklärungen absieht.

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