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 Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2010

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https://pixabay.com/de/s%C3%BCdeuropa-kirche-alte-kirche-ruine-1243019/https://pixabay.com/de/s%C3%BCdeuropa-kirche-alte-kirche-ruine-1243019/31.12.2010 Martin Bormann, Sohn des Reichsleiters von Hitler, wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. In den 60er Jahren soll er einen heute 63-Jährigen im Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg-Liefering missbraucht haben. Das mutmaßliche Opfer wandte sich an die unabhängige Plattform von Betroffenen kirchlicher Gewalt. Bormann war damals Geistlicher, bevor er heiratete. Bekannt wurde er u.a. durch seine Teilnahme an Gesprächen, die Dan Bar On, ein israelischer Psychoanalytiker, begleitete. Diese Gespräche zwischen NS-Täter-Kindern und NS-Opfer-Kindern dienten der Versöhnung.
Quelle: ots.at
Quelle: ORF

30.12.2010 Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, berichtet, dass die anfänglich positive Zusammenarbeit mit dem Bistum Aachen im Fall des Pfarrers Georg K., der in Südafrika des Missbrauchs angeklagt ist, sich als zunehmend schwierig erweise. „Ich sehe keine Änderung im Verhalten des Bistums. Man geht nicht offensiv mit dem Fall um.“ 
Quelle: Grenzlandnachrichten

30.12.2010 So unterschiedlich sind die Einschätzungen: Die FR spricht davon, dass die kath. Kirche bei den Missbrauchsfällen versagt habe und Rom zu spät und zu lau auf die Skandale reagierte. Erzbischof Zollitsch hingegen lobte die Aufklärung und Aufarbeitung der Fälle. Er sei überzeugt,  dass die kath. Kirche sich der enormen Herausforderung gut gestellt habe, sagte er. Daneben sei es wichtig, nach vorne zu schauen, um dafür zu sorgen, dass es künftig möglichst nie mehr zu Missbrauch komme.
Darüber hinaus beabsichtigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz eine weitere Entschuldigung bei den Opfern für die Missbrauchsfälle.
Kommentar: Es wäre vielleicht hilfreicher, die Opfer selbst zu fragen, ob die Aufklärung und Aufarbeitung der Fälle bei ihnen “angekommen” sind. Das können vermutlich nur sie wirklich beurteilen und ich vermute, dass das so entstehende Bild sehr Unterschiedliches ergeben würde. Die einen sind – nach meiner Wahrnehmung – zufrieden mit der Aufarbeitung, andere hingegen erleben, dass nach wie vor vertuscht wird, Opfer über den Tisch gezogen oder abgewimmelt werden oder zwischen den unterschiedlichen Zuständigkeiten zerrieben werden.
Das Vorhaben der Bischofskonferenz, bei der Frühjahrsvollversammlung erneut um Vergebung zu bitten, legt den Verdacht nahe, dass die bisherigen Bitten um Vergebung nicht wirksam waren. Ob eine weitere Bitte die Wirksamkeit erhöht, bleibt abzuwarten. Ich vermute, dass die bisherige Unwirksamkeit der Bitte, die jetzt eine Wiederholung erforderlich macht, am falschen Adressaten liegt. Vielleicht müsste die Vergebungsbitte zuerst an die Opfer gerichtet werden, nicht an Fernsehkameras.

30.12.2010 Der Kinderdorf-Leiter, der durch die RTL2-Sendung “Tatort Internet” in den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern geriet, ist rehabilitiert. Die Ermittlungen gegen den 61-Jährigen wurden eingestellt.
Quelle: Augsburger Allgemeine

29.12.2010 Kurt Remele, Ethikprofessor in Graz, formuliert: “Mit Sorge beobachte ich, dass eine wachsenden Zahl von angehenden und amtierenden Klerikern, aber auch von katholischen Laien, die Missbrauchsthematik allmählich leid ist. Manche von ihnen geben sich dem Wunschdenken hin, dass päpstliches Bedauern und bischöfliche Richtlinien das Problem bald aus der Welt oder zumindest aus der Kirche schaffen würden.” Zum Thema Vergebung führt Kurt Remele aus: ” „Kultur des Verzeihens“? Der von den katholischen Bischöfen der Vereinigten Staaten in Auftrag gegebene Bericht des John Jay College of Criminal Justice aus dem Jahre 2004 erkannte in der „unangebrachten Bereitschaft zu vergeben“ einen der Hauptgründe dafür, dass katholische Geistliche ihren sexuellen Neigungen ungehindert nachgehen konnten. Diese Tatsache und der Respekt vor den Opfern klerikaler Gewalt verbieten jeden theologisch und psychologisch naiven Umgang mit dem Begriff der Verzeihung. Auch einem Brandstifter gegenüber sind Verzeihung und Mitgefühl gefordert. Aber bedeutet dies, dass ich ethisch richtig handle, wenn ich ihn mit einer Streichholzschachtel in der Hand in den Wald zurückschicke? Die Gnade des Evangeliums ist keine „billige Schleuderware“ (Dietrich Bonhoeffer)”
Quelle: Die Presse

29.12.2010 Irische KatholikInnen sind enttäuscht vom Papstbrief zu den Missbrauchsfällen. Sie vermissen die Selbstkritik des Vatikans/Papstes und den Hinweis auf strukturelle Ursachen der sexualisierten Gewalt durch kath. Priester.
Quelle: ORF

29.12.2010 In Belgien wurde die Kandidatur für einen Friedensnobelpreis für einen kath. Priester zurückgezogen. Ihm wird vorgeworfen, einen Jungen vor 40 Jahren sexuell belästigt bzw. vergewaltigt zu haben.
Quelle: Spiegel

29.12.2010 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Bistum Mainz eingestellt, weil die Verbrechen verjährt sind.
Quelle: Lauterbacher Anzeiger

28.12.2010 Scheußliche Erinnerungen. welt

26.12.2010 Der für die Hotline für Missbrauchsopfer verantwortliche Leiter der Lebensberatung Trier, Dr. Andreas Zimmer, macht darauf aufmerksam, dass ein Drittel der gemeldeten Delikte außerhalb der Kirche begangen wurden. Diese Menschen hätten angerufen, “weil sie von ihrer Kirche endlich eine Hilfe angeboten sahen…..Nicht nur Täter waren vielfach Mitglieder der Kirche, sondern auch gerade die Opfer waren und sind es.“
Quelle: faz

26.12.2010 Wie Hartmut von Hentig sich der Aufklärung widersetzte, ist in der Zeit nachzulesen.

26.12.2010 Erzbischof Zollitsch erklärt, die Kirche habe zu spät auf die Missbrauchsfälle reagiert.
Quelle: focus

24.12.2010 Matthias Drobinski interviewt Erzbischof Zollitsch. Zollitsch ist erschüttert über das Ausmaß sexualisierter Gewalt in der Kirche und in der Gesellschaft.

Kommentar: Als langjähriger Personalchef und Bischof müsste ihm einiges an sexualisierter Gewalt von Priestern gegen Minderjährige längst bekannt sein.

23.12.2010 Joachim Frank bringt auf den Punkt, was Gewaltüberlebende alljährlich an Weihnachten fühlen: Dass sie die Idylle stören. Er schreibt: “Schwere Zeiten für Weihnachtsprediger: Zwei ihrer zentralen Begriffe – Kind und Krippe – sind kontaminiert, das Gift des sexuellen Missbrauchs vergällt die geistliche Rhetorik an Heiligabend. Wer kann in diesem Jahr vom Gotteskind hören, ohne an das zu denken, was Priester und Ordensleute Menschenkindern angetan haben? Viele Pfarrer und Bischöfe werden sich trotzdem scheuen, darüber erneut zu sprechen. Sie werden sich auf die Bedürfnisse gerade jener Gläubigen berufen, die sonst selten oder gar nicht zur Kirche kommen. Für sie sind „Stille Nacht“ und die Geschichte vom Stall zu Bethlehem Teil eines Rituals, Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach Geborgenheit und Harmonie. Der Missklang des Missbrauchs-Skandals steht hierzu im denkbar schrillsten Kontrast. Er stört das weihnachtliche Idyll.”
Ob es in diesem vielbeschworenen Krisenjahr der kath. Kirche anders ist?
Quelle: FR

22.12.2010 Das Erzbistum München wird nach den Missbrauchsfällen umstrukturiert.
Quelle: Süddeutsche

22.12.2010 Der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz wurde angehört. Das Grenzecho berichtet: Die Kirche tritt traditionell großzügig und solidarisch auf, für die Dritte Welt, bei Naturkatastrophen und bei Epidemien. Die Kirche ist stets um Solidarität bemüht, auch wenn sie nicht direkt verantwortlich ist. Doch muss eine Einrichtung auch finanziell verantwortlich gemacht werden für Taten, die durch ihre Mitglieder begangen wurden«, fragte sich der Erzbischof. »An erster Stelle ist es doch wohl der Täter selbst, der das Opfer entschädigen muss. Ich bin nicht angetan von der Idee, dass eine Einrichtung wie die Kirche die Opfer (von pädophilen Priestern) automatisch entschädigen muss, vor allem, wenn die Taten weit zurückliegen.”
Quelle: grenzecho

22.12.2010 Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Glück, beobachtet als Folge der Debatte um Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bei vielen Gläubigen Resignation. In den Gemeinden sei Frustration leider schon weit verbreitet.
Quelle: Domradio

22.12.2010 Der frühere belgische Erzbischof Daneels wurde 4 Stunden lang befragt. Den Vorwurf der Vertuschung wies er zurück, Fehler  im Umgang mit Missbrauchstätern – In Belgien ist von 500 Täter-Priestern die Rede – räumte er ein.
Quelle: Radio Vatikan

22.12.2010 Der Papst ist über die Missbrauchsfälle erschüttert.
Quelle: focus

20.12.2010 “Angesichts des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Priester rief Benedikt XVI. zu einer eingehenden Erneuerung der Kirche auf. Vor dem Hintergrund des “unvorstellbaren Ausmaßes” der Fälle müsse sich die Kirche fragen, welche Fehler sie gemacht habe. In der Vorbereitung der Priesteramtskandidaten müsse alles unternommen werden, um künftig zu verhindern, dass jungen Menschen “unter dem Deckmantel des Heiligen” schwerwiegende Verletzungen zugefügt würden, die einen Schaden für das ganze Leben hinterließen, hob der Papst hervor. Er dankte all jenen, die mit großer Hingabe Opfer betreut und ihnen das Vertrauen in die Kirche zurückgegeben hätten. Gleichzeitig dankte er den “viele guten Priestern”, die in Demut und Treue ihren Dienst verrichteten.”
Quelle: kath.press

19.12.2010 Im Erzbistum Berlin wurde ein weiterer Missbrauchsverdacht öffentlich.
Quelle: Welt

19.12.2010 „Wir wissen um ein fortbestehendes Dunkelfeld“, sagte Burgsmüller, eine Ermittlerin in der Odenwaldschule. Fest stehe auch, dass ein Missbrauch oft über Jahre fortgeführt worden sei. Ausdrücklich genannt sind in der Dokumentation der Odenwaldschule elf „Selbsttötungen“ ehemaliger Schüler. Dabei gebe es auch Hinweise auf „Missbrauchshintergründe“.
Quelle: welt
Die Süddeutsche zitiert Hartmut von Hentig, Reformpädagoge und Lebensgefährte des pädokriminellen Leiters der Odenwaldschule, mit der Aussage, er habe die Missbrauchsfälle aussitzen wollen. Der um Aufklärung bemühten derzeitigen Leiterin der Odenwaldschule in Heppenheim, Margarita Kaufmann, warf er in einem Brief an den Sohn eines Weggefährten “Schädlichkeit für die Schule, für die Pädagogik, für die Sache der Opfer” vor.
Quelle: Süddeutsche
s.auch Spiegel und faz

17.12.2010 In der Odenwaldschule wird inzwischen von 132 Opfern gesprochen und davon, dass das Internat in den 70er und 80er Jahren “ein Nest von Pädophilen” gewesen sei. Als Täter werden 6 Lehrer, 1 Referendar und 1 weiterer Schulmitarbeiter sowie 4 ältere Schüler benannt.
Der Opfer-Verein “Glasbrechen” und die Odenwaldschule können sich derzeit nicht auf “Entschädigungszahlungen” einigen.
Quelle: FR

17.12.2010 Das Bistum Limburg ist mit einer Präventionsseite online.

15.12.2010 M. Drobinski und M. Maier-Albang beschreiben den “Blick in den Abgrund”, den das Erzbistum München mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle der letzten Jahrzehnte getan hat.
Quelle: Süddeutsche

13.12.2010 Die Bischofskonferenz ist mit den Ergebnissen des Runden Tisches Heimerziehung zufrieden. Die ehemaligen Heimkinder protestieren gegen die Beschlüsse des RTH. Die drei am RTH vertretenen Opfer stimmten dem Beschluss zu, weil ihnen angedroht worden war, andernfalls gar nichts zu bekommen. Der Verein ehemaliger Heimkinder will gegen die Ergebnisse des Runden Tisches Heimerziehung klagen. Die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-Güntner nannte die vorgeschlagene Höhe der Entschädigungen für die Opfer von Missbrauch eine “Demütigung“.
Kommentar: Die Reaktion der Heimkinder müsste die Verantwortlichen erkennen lassen, dass die “gefundene Lösung” offensichtlich für alle Beteiligten eine Lösung zu sein scheint – nur für die Betroffenen nicht. Und dies nicht etwa, weil die ehemaligen Heimkinder besonders raffgierig wären, sondern weil der angebotene Fonds tatsächlich einer neuen Demütigung gleichkommt. Zum Vergleich: In Irland wurden ehemalige Heimkinder mit 76000 Euro pro Betroffene “entschädigt”.

12.12.2010 Der Vatikan nimmt Stellung zu den Veröffentlichungen bei Wikileaks.
Quelle: Domradio

11.12.2010 Das Bonner Jesuitengymnasium hat einen Präventionsleitfaden veröffentlicht. Im Februar wird der Abschlussbericht der Kommission erwartet. Derzeit ist von 67 Opfern und 18 Tätern (darunter 15 Priester/Ordensmänner) die Rede.
Quelle: Domradio

11.12.2010 Die “Ergebnisse” des RundenTisches Heimkinder werden sehr unterschiedlich eingeschätzt. Das Domradio ist zuversichtlich, Dierk Schäfer stellt weitere Fragen. Weitere Berichte:  Süddeutsche, Spiegel, Zeit
Kommentar: Der geplante Entschädigungsfonds soll mit 120 000 000 Euro bestückt werden. Bei 30 000 ehemaligen Heimkindern, die nachhaltig geschädigt wurden, erhält jedes Ex-Heimkind 4000 Euro. Bei 50 000 Geschädigten erhält jede/r 2400 Euro. Mit diesen Beträgen werden  beispielsweise in etwa die Fahrtkosten zu einer mehrjährigen Therapie abgedeckt.

11.12.2010 Laut Wikileaks hat der Vatikan sich geweigert, an der Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen mit dem Staat in Irland zusammen zu arbeiten – er soll sich an der Art der Kontaktaufnahme gestört haben, die er als “Affront gegen die Souveränität des Vatikan” gesehen habe.
Quelle: stern

10.12.2010 Die deutschen Bischöfe haben unter dem Eindruck der Missbrauchsfälle eine “Dialoginitiative” gestartet. Beginnen sollte sie im November 2010 mit einem Brief an die Gemeinden. Der Brief wurde auf das Frühjahr 2011 verschoben, weil die 27 Bistümer nicht mit einer Stimme sprechen können. DIe Einschätzung von  André Lorenz lesen sie in Liborius.de nach. Er schreibt u.a. “Denn viele Gläubige, denen die Kirche noch am Herzen liegt, haben zunehmend Probleme mit diesem Dilemma: Sie leben inmitten einer Gesellschaft, die von Religiosität weit entfernt ist, und sollen Bischöfen vertrauen, die von ihnen weit entfernt sind.”

9.12.2010 Im Bistum Fulda war ein im Bistum Würzburg tätiger Priester des Missbrauchs verdächtigt worden. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden nun wegen Mangel an Tatverdacht eingestellt.
Quelle: Mainpost
In der Gemeinde kam es zu einer Spaltung. Die Gemeindemitglieder werfen dem Bischof vor, das Verfahren eingeleitet zu haben, obwohl es nur eine anonyme Anschuldigung gab, die nicht einmal den Namen des Beschuldigten enthielt. Den Hauptamtlichen werfen sie vor, den Pfarrer  gleichsam vorverurteilt zu haben. Ein Gemeindeberater, der die Gemeinde in der schwierigen Situation berät, war nicht eingeschaltet.
Quelle: Mainpost

9.12.2010 Broschüre der Bischofskonferenz zur Prävention von sexuellem Missbrauch

9.12.2010 Leben im Kinderheim – 2 Männer erzählen von Prügel im Haus des Guten Hirten.
Quelle: Süddeutsches. auch: Verein Ehemaliger Heimkinder e.V.

8.12.2010 Im Landkreis Neustadt/Bistum Regensburg wird ein Pfarrer des sexuellen Missbrauchs verdächtigt. Das Bistum gab keine weiteren Informationen. Der Bürgermeister sagt, der Pfarrer sei beliebt und angesehen und eher ein Opfer.
Quelle: Radio Ramasuri

8.12.2010 Im Bistum Regensburg soll es bislang 8 Täter geben. 14 Opfer haben sich überwiegend über die Presse zu erkennen gegeben.
Quelle: Wochenblatt

8.12.2010 Aufklärung im Bistum Regensburg aus der Sicht eines Opfers. Das letzte, das das Opfer hörte: “”Was wollen Sie denn noch,? Wir haben Ihnen doch zugehört.”
Quelle: Regensburg digital

7.12.2010 Aufklärung und Gehör für Opfer in St. Blasien
Quelle: Badische Zeitung

7.12.2010 “Der Missbrauchsbericht des Münchner Erzbistums handelt von einem System, das es auch in anderen Ordinariaten gegeben haben muss. Umso bedrückender ist es, dass der Bericht auf absehbare Zeit wohl der einzige bleiben wird.” …”Aber weil die Institution unversehrt und die Priester heilig bleiben mussten, wurden die Opfer zu Feinden der Kirche, setzten sich Lüge und Vertuschung fest und zeugten neue Lüge und Vertuschung.” “Der Münchner Missbrauchsbericht handelt also in seiner Substanz nicht von bösen Menschen oder einem verlotterten Ordinariat; er berichtet von einem System – das ist sein Dienst an der Wahrheit. Er erzählt von einem System, das es auch in anderen Ordinariaten so gab, gegeben haben muss. Umso bedrückender ist es, dass der Bericht aus München-Freising offenbar auf absehbare Zeit der einzige bleiben wird; es müsste sich eigentlich jedes Bistum in Deutschland der gleichen schmerzhaften Wahrheitssuche unterziehen, die gleichen Konflikte aushalten mit jenen, die hinter allzu viel Offenheit die Nestbeschmutzung vermuten.” Das sagt M. Drobinski.
Quelle: Süddeutsche

7.12.2010 Der Papst habe als Kardinal 1988 einen Vorstoß gemacht, um priesterliche Missbrauchstäter schneller aus dem Amt zu entfernen, sei jedoch am Kirchenrecht gescheitert. Das berichet die Rheinische Post.
Quelle: rp-online
Kommentar: Wenn das Kirchenrecht die gerechte Bestrafung verhindert und einem Täter weitere Missbrauchstaten an weiteren Opfern ermöglicht, dann gibt es nur Eines: dann muss das Kirchenrecht geändert werden.

6.12.2011 Kulturjournal über den RTH, Runden Tisch Heimerziehung. Was die damals und heute Verantwortlichen sagen, ist kaum erträglich – nicht nur für die ehemaligen Heimkinder. Es ist eine Schande!
Quelle: youtube

5.12.2010 Im Bistum Osnabrück ermittelt die Polizei gegen einen kath. Priester wegen der “Nutzung” Kinderpornografie im Internet. Der Priester wurde entpflichtet.
Quelle: noz

4.12.2010 Der Runde Tisch Heimkinder soll beschlossen haben, dass Opfer von Gewalt in Kinderheimen nicht mit einer pauschalen Entschädigung oder einer pauschalen Opferrente entschädigt werden sollen. Gezahlt sollnur werden, wenn sich Betroffene nachweisbar “in schwierigen Lebenssituationen befinden”.
In Irland wurden ehemalige Heimkinder laut „Spiegel“ mit durchschnittlich 76 500 Euro entschädigt.
Quelle: Spiegel und moz.de

4.12.2010 Eine Zusammenfassung des 250 Seiten langen Missbrauchsberichtes des Erzbistum München liegt vor. Die Kürzestfassung: “Aber allein schon die siebenseitige Zusammenfassung des Berichts, den Rechtsanwältin Marion Westpfahl im Münchner Ordinariat vorlegte, ist schockierend genug: Wenn es um Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ging, herrschte im Erzbistum ein System der Vertuschung und Verharmlosung. Akten wurden vernichtet, homosexuelle Kleriker erpresst. Die Täter zeigten selten Schuldgefühle, neigten aber zum Selbstmitleid. Mit am schlimmsten, so Westpfahl, empfand sie aber “die vollständige Nichtwahrnehmung der Opfer” durch das Ordinariat: “Es herrschte Desinteresse am Tatgeschehen und am Opferschicksal.”
Laut Gutachten gab es 365 Fälle von Missbrauch. 159 Priester sind “auffällig” geworden, wobei damit nicht alle einschlägigen Übergriffe erfasst seien. “Vielmehr ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt.” Wegen Sexualdelikten verurteilt wurden 26 Priester, unter ihnen befindet sich kein lebender Diözesanpriester mehr. Andere Misshandlungen durch Priester sind in 36 Fällen nachgewiesen worden. Außerdem wurden 15 Diakone und sechs Personen unter den Pastoralreferenten, Seelsorgehelfern und Jugendpflegern “auffällig”. Auch die Religionslehrer im Kirchendienst nahmen die Gutachter unter die Lupe. 96 Fälle wurden ermittelt. Ein Lehrer wurde wegen eines Sexualdelikts verurteilt. Ein weiterer Fall sexuellen Missbrauchs sei erwiesen. Es gab keine Verurteilung wegen sonstiger körperlicher Misshandlungen, “obwohl solche nach Auffassung der Gutachter in 24 Fällen erwiesen sind”.
Es kam zu umfangreichen Aktenvernichtungen, die nicht auf Schlamperei zurückzuführen ist, sondern auf eine Grundhaltung – d.h. wohl, dass es um systematischen Täterschutz ging. Die Gutachterin erwähnte auch “besonderes Erpressungspotenzial”, dem homosexuelle Priester ausgesetzt wurden.
Quellen: welt
tz: “Je genauer die Fachleute hinschauen, umso schockierender sind die Erkenntnisse!”
in franken: Viele untersuchte Schriftstücke hätten einen “euphemistischen, verharmlosenden Sprachgebrauch”. Die Auswirkungen auf das Opfer seien nur zu erahnen. Die betroffenen Kinder seien einer Vereinsamung ausgesetzt gewesen und gar nicht wahrgenommen worden, kritisierte Westpfahl.
Über die Täter fanden die Gutachter heraus, dass sie in einer Vielzahl von Fällen psychisch und physisch gering belastbar gewesen seien. Westpfahl sprach von “Wehleidigkeit und Selbstmitleid”. Viele hätten sich hinter Krankheiten verschanzt und “Reifedefizite” aufgezeigt. Immerhin gehe es bei der überwiegenden Zahl der Täter um Männer zwischen 45 und 65 Jahren. Auffällig seien häufiger Alkoholmissbrauch gewesen sowie ein Auftreten der Fälle sexuellen Missbrauchs vorwiegend im ländlichen Bereich.
Süddeutsche: Opferzahlen gibt es gar keine.
Zeit

4.12.2010 Die Erzdiözese Salzburg schätzt, dass der in Bad Tölz gestorbene Pater B. , Benediktiner, ein gefährlicher Krimineller gewesen sei. Ein erster Verdacht tauchte bereits Anfang der 80er Jahre auf. Vor Gericht gestellt wurde der Täter nie.
Quelle: ORF

3.12.2010 Gabriele Heyers, Fachärztin für psychosomatische Medizin, weist darauf hin, dass von der Kirche ausgesuchte Therapeuten von den Betroffenen leicht als kirchentreu angesehen werden können, immerhin würden sie von der Kirche bezahlt. Befragungen hätten zudem ergeben, “dass ein absolutes Misstrauen der Patienten gegenüber der ,Täterinstanz’ Kirche herrscht.” Wenn die Kirche es mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandal also ernst meine, müsse sie “eine eindeutige Stellungnahme für die Opfer abgeben”, sagt die Fachärztin. Dazu gehöre auch die Nennung der Opferzahlen, ganz unabhängig davon, ob es zu staatsanwaltlichen Ermittlungen gekommen ist oder nicht.
Quelle: donaukurier

3.12.2010 Der Osnabrücker Bischof Bode hat am 1. Advent in einem Bußgottesdienst um Vergebung für die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch katholische Priester und KirchenmitarbeiterInnen gebeten. Von einigen Menschen, auch einigen Opfern, wird er dafür gelobt. Andere hingegen kritisieren den Bischof. In dem Blog „fortes fide“ hat der Kommentator „Der Aquinate“ die Bemerkung hinterlassen: „Dieses Missbrauchsgeschwafel geht mir auf den Senkel.“ Weiterhin wird Bode “pol´pulistisches Theater” vorgeworfen, von “Missbrauchs-Wahn” und vom “Niedergang des Bistums Osnabrück” ist die Rede in den Internetforen.
Quelle: noz und noz
Der Kommentar von Dierk Schäfer formuliert völlig klar, warum der Bußgottesdienst von Bischof Bode zwar gut gemeint war, aber im Grunde den zweiten Schritt vor dem ersten tat. Es scheint kaum vermittelbar, dass es keine Vergebung “unter Umgehung der Opfer” geben kann. Schäfer wörtlich: „wenn ich das richtig sehe, … ist die demutsgeste an gott gerichtet. bode hätte sich glaubwürdiger in einer veranstaltung mit opfern den opfern zu füßen legen sollen, dann hätte wenigstens die symbolhandlung gestimmt. es ist ein jammer, allerdings nur zweiten grades, daß menschen mit liturgischer bildung mit symbolen nicht richtig umgehen können. der größere jammer ist allerdings, was menschen mit biblischer bildung ihren mitmenschen angetan haben.“ Für den unwahrscheinlichen Fall, daß Theologen oder gar Bischöfe, vielleicht sogar Bischof Bode eine Begründung für meine Aussage suchen und das – noch unwahrscheinlicher – in meinem Blog, so sei diese hier nachgereicht: In der Bergpredigt lesen wir bei Matthäus (5,24): »Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe.«

3.12.2010 Vier Monate nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg leiden zahlreiche Teilnehmer weiter unter erheblichen psychischen Spätfolgen. „60 bis 70 Prozent der Menschen, die zu den Treffen kommen oder zu denen ich telefonisch Kontakt habe, sind traumatisiert“, sagte Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Betroffenen- Vereins „Massenpanik Selbsthilfe“ am Freitag in Duisburg. Viele Traumatisierte benötigten ärztliche Behandlung. Bei der Kostenübernahme gebe es zum Teil Probleme mit den Krankenversicherungen, sagte Hagemann. Psychisch belastete Jugendliche hätten auch Probleme, Lebensversicherungen abzuschließen, weil die Gesellschaften ihnen die Aufnahme verweigerten. „Über solche Spätfolgen denkt kaum jemand nach.“
Quelle: FR

2.12.2010 Die Bundesregierung zieht eine Zwischenbilanz der Arbeit des Runden Tisches.
Quelle: kirchensite

2.12.2010 Norbert Blaichinger stellt sein Buch über einen pädophilen Pater vor, der trotz vieler Opfer (mutmaßlich an die 100) ungeschoren blieb. Titel: Pater B. – eine Dokumenation. Erhältlich bei edition innsalz
Quelle: www.nachrichten.at, s.auch: PNP

2.12.2010 Im US-Staat Delaware erhält ein mutmaßliches Missbrauchsopfer eines Geistlichen 30 Millionen Dollar Schadenersatz, das sind knapp 22,9 Millionen Euro. Die Kirchengemeinde St. Elizabeth’s in der Stadt Wilmington fmuss als Mitverantwortliche 3 Millionen der 30 Millionen Dollar zahlen. Der Täter hatte insgesamt 60 Tage in einem Gefängnis gesessen.
Quelle: Die Presse

1.12.2010 Thomas Schlingmann ist langjähriger Mitarbeiter der Berliner Beratungsstelle “Tauwetter” für Männer und Jungen, die missbraucht wurden. Er spricht davon, dass die Arbeit für die Opfer auf der Strecke bleibe.
Quelle: Tagesschau

1.12.2010 “Plötzlich so viel Schmutz. Es war wirklich wie ein Vulkankrater, aus dem plötzlich eine gewaltige Schmutzwolke herauskam, alles verdunkelte und verschmutzte, so dass vor allen Dingen das Priestertum plötzlich ein Ort der Schande erschien.” So  soll es im neuesten Papstbuch stehen. So wurde es veröffentlicht. Der Papst hat noch immer die Perspektive “der Kirche” – die Perspektive der Opfer ist ihm fremd.
Quelle: baz

30.11.2010 Die Redemptoristen bitten Opfer, an der Aufklärung von Missbrauchsfällen mitzuwirken. Opfer haben sich gemeldet und über Verbrechen in den Internaten in Glanerbrug/Enschede und Bonn vor 40 und mehr Jahren berichtet.
Quelle: NOZ

30.11.2010 Missbrauch hinter Gittern – in Torgau
Quelle: focus

30.11.2010 Im Bistum Augsburg, Gemeinde Schiltberg, wurde ein katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Schwerer Missbrauch, den der Geistliche in den Jahren zuvor begangen hatte, wurde wegen der Verjährung nicht verhandelt.
Quelle: Augsburger Allgemeine
Weil der Pfarrer wenig Reue erkennen ließ, verdoppelte der Richter die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe. Bereits 1999 habe es Gerüchte um Missbrauch gegeben, erst jetzt habe das Bistum Augsburg den Pfarrer gezwungen, Selbstanzeige zu erstatten.
Quelle: br-online

29.11.2010 Im Bistum Köln wurde ein bisheriger Kaplan suspendiert, weil gegen ihn der Verdacht sexuellen Missbrauchs besteht.
Quelle: ksta

29.11.2010 Der Bischof von Osnabrück hat in einem Gottesdienst Gott und die Opfer um Verzeihung für das Leid gebeten, das aus sexuellem Missbrauch durch Priester und Kirchenmitarbeiter entstanden ist. Der Bischof sieht auch eine Mitschuld der Kirche. „Um des Ansehens der Kirche willen wurden Täter geschützt und Opfer ein zweites Mal geopfert“, sagte er in seinem Schuldbekenntnis.
Quelle: Oberhessische Presse, s.auch taz

28.11.2010 Die Führungsspitze der Odenwaldschule ist zurückgetreten. Sie konnte sich nicht auf eine Entschädigung für die inzw. 125 (bislang 50) Opfer einigen. Ermittelt wird von der Staatsanwaltschaft gegen etwa 1 Dutzend Lehrer.
Quelle: HR-online

28.11.2010 Der Papst sagt in seinem neuesten Buch: “Das Priestertum plötzlich so verschmutzt zu sehen, und damit die katholische Kirche selbst, in ihrem Innersten, das musste man wirklich erst verkraften.” Vom Schmerz der Kinder  – und der Erwachsenen, die als Kinder sexualisierte Gewalt erlebt haben – ist keine Rede.
Quelle: Zeit

27.11.2010 Der Verein “Innocent in danger” legt seine Finanzen nicht offen.
Quelle: FR

27.11.2010 Professor Myriam Wijlens, Kirchenrechtlerin an der Katholischen Fakultät der Universität Erfurt, hat es sich zur Angewohnheit gemacht, bei ihren Vorträgen über sexuellen Missbrauch die „Opfer, Täter und potenziellen Täter“ unter ihren Zuhörern zu begrüßen. Bereits zweimal hat sie erlebt, dass Mitarbeiter, die mit ihr zusammen für die Kirche Leitlinien zum Umgang mit sexuellen Missbrauch erarbeiteten, selbst wegen Missbrauchs verhaftet und verurteilt wurden.
Quelle: Tag des Herrn  tdh-online.de

25.11.2010 ai macht auf Gewalt und sexualisierte Gewalt in Nacaragua aufmerksam.
Quelle: ai

25.11.2010 Im Bistum Eichstätt werden die Missbrauchsfälle aufgearbeitet. Die Anschuldigungen richten sich gegen sechs Diözesanpriester und einen Ordensgeistlichen. In fünf Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, in einem Fall kam es zu einer Verurteilung, vier Fälle sind verjährt. Zwei der beschuldigten Priester leben nicht mehr, drei sind nicht mehr im aktiven Dienst. Bei den beiden übrigen Geistlichen – sie sind noch in der Seelsorge tätig – beziehen sich die Vorwürfe auf deren Jugendzeit, als sie also noch nicht zu Priestern geweiht waren.
Quelle: ovb

25.11.2010 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung legt ihre Bilanz vor.
Quelle: Beauftragte Missbrauch
Quelle: taz

25.11.2010 Sieben Jahre Haft wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern – dazu hat das Landgericht Kassel am Donnerstag einen früheren katholischen Pfarrer aus Fritzlar verurteilt. Der 50-Jährige aus dem Prämonstratenser-Orden hatte gestanden, sich zwischen 1992 und 2003 an sechs Ministranten vergangen zu haben. Zudem hatten die Ermittler kinderpornografische Fotos auf seinen Computern gefunden.
Quelle: stern

24.11.2010 Die Kirche vertuschte Vergewaltigungen und Gewaltexzesse, sagt eine österreichische Studie. Auch Kleinkinder waren Opfer. Zwölf Prozent der Opfer waren zu Beginn der Übergriffe sechs Jahre und jünger. Der Großteil der Misshandlungen (79,5 Prozent) ereignete sich zwischen dem siebenten und dem 14. Lebensjahr. Mädchen sind vor allem zwischen dem sechsten und achten, Burschen zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr gefährdet. Der Großteil der Misshandlungen (55,8 Prozent) fand in katholischen Internaten und Heimen statt. Der Rest wurde bei Jugendarbeit, Seelsorge und im Rahmen des Ministrierens gemeldet. Häufig handelte es sich um Kinder aus sozial schwächeren Schichten. Schwärzler: “Wenn sich ein Kind seinen Eltern anvertraute, bezog es meist Prügel. Auch die Kirchenvertreter schlugen zu und brachten so die Opfer zum Schweigen.”
Quelle: Kurier.at

24.11.2010 Holger Eich, Psychologe und ehemaliges Mitglied der Opferschutzkommission der Erzdiözese Wien, berichtet, dass der Wiener Erzbischof Schönborn stets über Missbrauchsfälle informiert war. Untätig sei man nicht gewesen, in verschiedenen Fällen habe man Therapien gezahlt, in zahlreichen Fällen sei gar nichts passiert. Eine Weisung zum Vertuschen habe es nicht gegeben, Transparenz sei jedoch nicht gewollt gewesen. Die Ombudsstellen bezeichnete Eich als “zahnloses Element”: “Die Opfer reden mit der Ombudsstelle, diese leitet an den Bischof eine Empfehlung weiter. Der Bischof wird von einer Diözesankommission beraten. Mit den Opfern gibt es keinen Kontakt mehr. Das ist, wie wenn ein Richter nicht mit dem Opfer redet, den Täter aber kennt.” Daran habe sich auch durch den jüngsten Beschluss der Bischöfe, die Ombudsstellen besser zu vernetzen, “rein gar nichts geändert”.
Quelle: Der standard

24.11.2010 In der Badischen (evangelischen) Landeskirche wurde ein Pfarrer zu zweieinhalb Jahren Gefängnis wegen Missbrauchs von 2 Jungen verurteilt.
Quelle: ntv

24.11.2010 In Belgien hat die parlamentarische Sonderkommission Rik Devillé angehört. Er ist Priester i.R. (ehemals Buizingen) und erhebt seit Jahren schwere Vorwürfe gegen die Kirche: Verantwortliche hätten Klagen über sexuellen Missbrauch durch Geistliche konsequent nicht ernst genommen. 427 Klagen hat Devillé seit 1999 entgegengenommen – meistens Klagen über Missbrauch durch Geistliche. Auf 1000 Briefe an Verantwortliche in der Kirche habe er die immer gleichen Antworten erhalten: “Wir können Sie Sie leider nichts tun” bzw. “Wir wissen von nichts.”
Quelle: brf

24.11.2010 In Bobingen wurde der Stadtpfarrer Albert M. verabschiedet. Er hatte “unangemessene Berührungen” eigneräumt, die die Justiz als Straftaten bewertete. Der Pfarrgemeinderat zeigt sich betroffen – vom Weggang des Pfarrers. Und er dankte dem Pfarrer für all seine Mühe. – Der Bericht übermittelt nicht, wie die Opfer vom Weggang des Pfarrers und von seiner Verabschiedung durch den Pfarrgemeinderat denken.
Quelle: Augsburger Allgemeine

24.11.2010 Heute Abend wird in Fritzlar für die Priester und Ordensschwestern gebetet, die in dieser Stadt in Hessen gearbeitet haben.  Ebenfalls am heutigen Tag wird der Prozess gegen den geständigen Ordensmann der Prämonstratenser, der elf Jahre lang in 164 fällen Kinder/Jugendliche missbrauchte, eröffnet.
Von einem Gottesdienst, in dem für die Opfer gebetet wird, wurde nichts bekannt.
Quelle: FR

24.11.2010 Die Deutsche Bischofskonferenz stellte den Zwischenbericht der Hotline der DBK vor. Einige Ergebnisse: ” 664 Nutzer der Hotline Sexualdelikte thematisiert, die im kirchlichen Umfeld stattfanden. 432 davon wurden durch Priester oder Ordensleute begangen. 393 Sexualdelikte wurden benannt, die nicht im kirchlichen Umfeld verübt wurden. Täter waren hier z. B. Lehrer in staatlichen Schulen und Internaten, Familienangehörige oder Verantwortliche im Verein. 16,1 Prozent aller Opfer gaben an, einmal missbraucht worden zu sein. 69,8 Prozent seien mehrmals und 14,1 Prozent andauernd missbraucht worden. Rund 97 Prozent der Anrufenden berichteten, zum Tatzeitpunkt katholisch gewesen zu sein. Gut 12 Prozent betonten, dass sie inzwischen aus der Kirche ausgetreten seien.”
Quelle: DBK

22.11.2010 Der Bundeswehr fehlen Psychiater, die die vom Krieg traumatisierten Soldaten behandeln könnten. In den ersten drei Quartalen kehrten 483 Soldaten mit einer PTBS zurück.
Quelle: Die Zeit

20.11.2010 Im Vatikan findet ein Treffen von mehr als 100 Kardinälen statt.  Der Papst kündigte ein Rundschreiben mit Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen an. Das Treffen wird vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Levada, geleitet. Opfergruppen in den USA weisen darauf hin, dass Levada als Erzbischof von San Francisco einen Priester unter Druck gesetzt hatte, der einen Annäherungsversuch eines “offenbar pädophilen Priesters” an einen Jugendlichen gemeldet hatte. Der Priester ging 2002 gerichtlich gegen das Erzbistum San Francisco vor – mit Erfolg.
Quelle: de.news

19.11.2010 In der katholischen Kirche Luxemburgs haben sich 138 Betroffene bei der Hotline gemeldet. 114 Fälle sind an die Staatsanwaltschaft gegangen.
Quelle: Tageblatt Luxemburg

19.11.2010 Der Bischof von Eichstätt hat die Bitte um finanzielle Beteiligung an der Opferberatungsstelle “Wirbelwind Ingolstadt” abgelehnt. Die Beratungsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs wird verstärkt auch von Menschen in Anspruch genommen, die Opfer von Priestern oder Kirchenmitarbeitern wurden.
Quelle: Donaukurier

16.11.2010 Gotthold Hasenhüttl, suspendierter Priester und Professor der Theologie, verlässt die katholische Kirche. Er hält sie nicht für reformfähig.
Quelle: Heute

16.11.2010 Die österreichische Klasnic-Kommission hat inzwischen für 58 der 652 Missbrauchsbetroffenen eine Entschädigungszahlung beschlossen.
Quelle: Die Presse

11.11.2010 Statements der Betroffenen und Für-Sprecher Betroffener am Runden Tisch der Bundesregierung
Quelle: beauftragte-missbrauch

10.11.2010 Hans Küng im Interview: "Die Koordination zwischen dem sexuellen Missbrauch Jugendlicher durch Kleriker und dem Zölibatsgesetz wird immer wieder geleugnet. Aber man kann doch - wenn man nicht blind sein will - die Zusammenhänge nicht übersehen."
Quelle: Grenzecho

8.11.2010 Der Papst hat 200 Kardinäle nach Rom eingeladen. Themen: Umgang mit Missbrauchsfällen und Übertritt von Anglikanern zum Katholizismus.
Quelle: stern.de

8.11.2010 Der Jesuitenorden hat den Dialog mit dem Eckigen Tisch nach dessen Anzeige gestoppt.
Quelle: Domradio

7.11.2010 Die Interessengemeinschaft Missbrauchsgeschädigter hat Strafanzeige gegen den amtierenden Rektor des Aloisiuskollegs in Bonn und weitere 4 Personen erhoben.
Quellen: Domradio und Eckiger Tisch

5.11.2010 Im Bistum Speyer wurden bislang zehn Priester und Ordensleute des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Außerdem wurden in über tausend Personalakten Hinweise auf bis zu 20 weitere Geistliche gefunden, denen sexueller Missbrauch oder sexuelle Belästigung Minderjähriger vorgeworfen wird. Insgesamt ist also von 30 Beschuldigten zwischen 1945 bis 2010 auszugehen.
Quelle: Bistum Speyer

4.11.2010 In der Steiermark sind neue Missbrauchsvorwürfe gegen einen Ordensmann, einen Pater des obersteirischen Benediktinerstiftes Seckau, bekannt geworden. Ein ehemaliger Schüler berichtete darüber. Der Beschuldigte ist vom Schul- und Pfarrdienst freigestellt.
Quelle: ORF

4.11.2010 Derzeit ist unklar, ob der Runde Tisch Heimerziehung vor dem Scheitern steht. Im Fall des Scheiterns wollen ehemalige Heimkinder  klagen.
Quelle: NOZ

4.11.2010 „Im Moment melden sich viele Menschen, die besonders schwer belastet sind“, erläutert Andreas Zimmer, der Leiter des Beratungsangebots. „Viele von ihnen sind in ihrem Leben immer wieder missbraucht worden: in der Familie, in der Kirche, am Arbeitsplatz“, so Zimmer. Diese schwer traumatisierten Opfer brauchen oft viel länger, bis sie sich zu einem Anruf durchringen können. Sie schließen ihr Leid lange in ihrem Innern ein. „Darunter sind einige Fälle, die in den 50er- und 60er-Jahren Missbrauch erlebt haben und sich erst jetzt offenbaren können“, zeigt Hotline-Leiter Zimmer auf.”
Quelle: Rheinzeitung

4.11.2010 Auch Kritiker loben die Experten der kirchlichen Hotline.
Quelle: Rheinzeitung

4.11.2010 “Ein Fall von weniger Gewicht” – wie in der Evangelischen Landeskirche von Bayern mit einem Pfarrer, Ende 20, der eine damals 14-Jährige missbrauchte, umgegangen wurde.
Quelle: Süddeutsche

3.11.2010 Die österreichische unabhängige Opferschutzanwaltschaft beschloss bislang 39 Entschädigungszahlungen. Bis Ende Oktober meldeten sich 636 Menschen als Opfer von (sexualisierter) Gewalt.
Quelle: ORF

3.11.2010 Kirchenzeitungs-Chefredakteure und katholische Laien fordern den Rücktritt des belgischen Vorsitzenden der Bischofskonferenz.
Quelle: kathweb

1.11.2010 Der Papstsprecher Federico Lombardi lädt alle Verbände von Opfern sexuellen Missbrauchs ein, die Kirche auch als ihren Verbündeten zu sehen.
Quelle: Radio Vatikan

31.10.2010 In Rom findet heute ein Fackelzug von Missbrauchsopfern von katholischen Priestern und Ordensleuten. Am Reformationstag wolle man zeigen, dass das Kapitel noch lange nicht abgeschlossen sei, sagten die Organisatoren. Sie wollen eine, wie sie sagen, ehrliche Entschuldigung. Irgendwann werden die Entschuldigungen kommen, die auch aus dem Herzen kommen. Eine finanzielle Entschädigung könne nur ein Teil sein, das sei aber unzureichend. Der Vatikan reagierte auf den Fackelzug: Er verbot, dass er auf dem Petersplatz ende.
Quelle: ORF
Kommentar: Offensichtlich kommen die Entschuldigungen der Kirchenleitungen bei den Opfern nicht an.

31.10.2010 Bei den Hiltruper Missionaren wurden vom externen Ermittler 6 Missbrauchsfälle ermittelt. Der Provinzial Werner Gahlen bat noch einmal um Entschuldigung vor Presse, Funk und Fernsehen. Am 27.10.2010 hat er sich zusammen mit einem Mitbruder mit den Opfern in Speyer getroffen.
Quelle: Hiltruper Missionare

31.10.2010 Im Zwischenbericht der von den Jesuiten am Bonner Aloisiuskolleg berufenen Missbrauchsbeauftagten Julia Zinsmeister ist von bislang 67 Missbrauchsopfern und 18 Tatverdächtigen die Rede, 15 von ihnen Jesuiten. Die Verantwortlichen des Ordens hätten schon vor 2010 von den Übergriffen gewusst und sie verschwiegen.
Quelle: az-web

30.10.2010 Von einem ehemaligen Benedikter, dessen Job es war, sexuellen Missbrauch zu vertuschen.
Quelle: Tagesspiegel

29.10.2010 Ein Dekan aus dem Bistum Augsburg wurde wegen sexuellen Missbrauchs in drei Fällen zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und der Zahlung von 4000 Euro verurteilt. Er trat von seinem Amt als Dekan und Pfarrer zurück.
Quelle: Augsburger Allgemeine

28.10.2010 Ein Ordenspriester aus Fritzlar wird in 164 Fällen des sexuellen Missbrauchs von 6 Jugendlichen angeklagt. 30 Fälle hatte er zugegeben.
Quelle: FR
Die Ermittlungen gegen seinen Vorgesetzten, der von den Missbrauchstaten gewusst haben soll, laufen noch.
Quelle: hr-online

28.10.2010 “Auf die Frage eines Mitarbeiters der Sendung “Questions à la une” nach seiner Ansicht  zur Bestrafung des von Priestern begangenen  sexuellen Missbrauchs sagt der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz Léonard:”Sexuelle Straftäter sind auch Menschen. Natürlich müssen sie sich dessen bewusst werden, was sie getan haben, doch wenn sie nicht mehr im Amt sind und folglich keine Verantwortung mehr tragen, dann frage ich mich, ob ein Racheakt gegen sie, zumal er kein konkretes Ergebnis mehr hätte, eine menschliche Lösung ist.”
Quelle: BRF online
Kommentar: Mit Racheakt meint der Bischof eine von einem Gericht ausgesprochene Strafe.

26.10.2010 Das kriegen Missbrauchsopfer zu hören: Der Religionslehrer bittet, doch auch an die Familie des Täters zu denken. Der Schuldirektor sagt, es könne so schlimm doch nicht gewesen sein. Die  Elternbeiratsvorsitzende sagt, man müsse jetzt nach vorne schauen. Der Beratungslehrer sagt, er wolle das nicht so genau wissen. Unterschriftenlisten für den Täter gibt es natürlich auch. Mitschüler rufen an und bitten das Opfer, nicht böse zu sein, sie hätten auch unterschrieben, denn ihnen persönlich habe der Mann ja nichts getan.
Quelle: Süddeutsche

25.10.2010 Dr. Norbert Reuhs, Diözesanrichter der Diözese Rottenburg-Stuttgart,  sagte auf einer Podiumsdiskussion: „Es gibt immer wieder Verdachtsfälle, aber keine Opfer, die sich melden.“ So gebe es offiziell auch keinen Täter.
Quelle: Schwäbische Post

24.10.2010 “Wilhelm Ritthaler ist mittlerweile ein bekannter Mann. Immer wieder hat er gesprochen über das, was ihm in seiner Zeit bei den Regensburger Domspatzen passiert ist. In der Süddeutschen Zeitung hat er im März zum ersten Mal öffentlich von den körperlichen Misshandlungen berichtet, später sprach er auch im Fernsehen. Sein Name sei dadurch bekannt gewesen, sagt Ritthaler, er wäre jederzeit zu kontaktieren gewesen. Gemeldet aber habe sich niemand, bis heute. “Es fühlt sich bitter an, es ist sehr enttäuschend”, sagt der 63 Jahre alte Arzt und Psychotherapeut. “Ich hätte mir eine Reaktion gewünscht, aber ich habe es nicht anders erwartet. Das Bistum reagiert passiv, defensiv, beschwichtigend.” Das Bistum Regensburg bestätigte, dass Wilhelm Ritthaler nicht kontaktiert wurde. “Es liegt kein Schreiben an ihn vor”, erklärte Sprecher Clemens Neck. Das Bistum ruft Betroffene aber weiter dazu auf, sich zu melden.” So berichtet die Süddeutsche – und von diesen Doppelbotschaften höre ich immer wieder: Verantwortliche in den Kirchenleitungen fordern Opfer auf, sich zu melden. Und wenn die sich melden, bricht das große Schweigen aus.
Quelle: Süddeutsche

23.10.2010 In der katholischen Kirche in Bayern sollen seit Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens 380 Menschen Opfer von Missbrauch oder Misshandlung geworden sein. Das berichtet die “Süddeutsche Zeitung” (Samstag) unter Berufung auf eine Umfrage in den Diözesen und mehreren Ordensgemeinschaften. Es sei von mindestens 280 Tätern auszugehen, von denen die meisten aber schon verstorben seien. Die Ordinariate  Augsburg, München, Passau, Regensburg und Würzburg machten diese Angaben. Aus den Bistümern Bamberg und Eichstätt liegen keine Angaben vor.
Quelle: kath.web

22.10.2010 Ein ehemaliger katholischer Priester ist in Birmingham wegen Kindesmissbrauchs zu 21 Jahren Haft verurteilt worden. Der heute 73-Jährige hat während 20 Jahren in insgesamt 21 Fällen kleine Jungen sexuell missbraucht. Der Mann hatte bis zum Schluss alles abgestritten. Der Missbrauch begann in den 1950er Jahren. Der Mann hatte sich jahrelang einem Gerichtsprozess entzogen. Der Richter beschrieb den Verurteilten bei der Urteilsverkündung als «doppelzüngig und manipulativ». Seine Taten seien «unvorstellbar grausam» gewesen.
Quelle: radio basel

22.10.2010 Im Erzbistum Freiburg liegen die Missbrauchszahlen inzwischen vor: Von 1950 bis heute gab es etwa 110 Anzeigen. Diese richteten sich in der Zeit bis 2000 fast ausschließlich gegen Priester; danach sei das Verhältnis zwischen Geistlichen und pastoralen Mitarbeitern bei den Beschuldigten etwa ausgeglichen. Das Ordinariat geht davon aus, dass es mehr Opfer als bekannt gibt. Die Täter waren  mit einer Ausnahme männlich. Es habe so gut wie keine unbegründeten Anzeigen gegeben. Unter den Opfern waren auch solche, deren Missbrauch nicht innerhalb der Erzdiözese Freiburg stattgefunden hat. “Wir haben das trotzdem aufgenommen und bearbeitet, weil es für Opfer sehr schwierig ist, ,Wir sind nicht zuständig‘ gesagt zu bekommen”, berichtete der Missbrauchsbeauftragte Domkapitular Dr. Maier. Betroffen waren überwiegend ältere männliche Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.
30 weitere Anzeigen benennen Gewalt in Heimen.
Quelle: Badische Zeitung

21.10.2010 Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt gegen einen kath. Priester, dem Übergriffe vorgeworfen werden. Der Priester ist geständig.
Quelle: Rheinzeitung

21.10.2010 Über die verlorene Würde des Anderen: Erwin Möde geht in CiG dem missbrauchten Menschen und dem missbrauchten Gott nach.

20.10.2010 Hanspeter Oschwald berichtet, dass Papst Johannes Paul II. den Kindersschänder und Gründer des Ordens der Legionäre Christi, Marciel Maciel Degollado schützte. “Der Schaden für die Gesamtkirche wäre unabsehbar, wenn Papst Benedikt seinen Vorgänger zur Ehre der Altäre erheben würde. Es könnte sich schnell herumsprechen, welche Altlast Medien-Star Wojtyla hinterlassen hat. Es geht um Kindesmissbrauch.”
Quelle: Südwestpresse
1.5.2011 Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. durch Papst Benedikt XVI. erfolgte heute. Einige – wenige – haben dagegen protestiert. Schaden wurde nur bei den Opfern von Kindesmissbrauch durch Kleriker der kath. Kirche angerichtet – aber das ist ja eine zu vernachlässigende Menschengruppe. Erzbischof Zollitsch sagte: “Er [Papst Johannes Paul II.], der unerschrocken für die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung der fundamentalen Menschenrechte eintrat, war und blieb ein entschiedener Kämpfer für eine `Kultur des Lebens`. …..Daran werden sich viele ihr Leben lang erinnern – kurzsichtige Kritik an der schnellen Seligsprechung wird Johannes Paul II. nicht gerecht und schon bald vergessen sein.”
Kommentar: Das Eintreten von Papst Johannes Paul II. für die Menschenrechte werden die Opfer des Herrn Degollado, der vom Papst geschützt wurde, anders sehen. Ob die Kritik von Opferverbänden und Hans Küng und der Initiative Romero tatsächlich “kurzsichtig” und “bald vergessen” sein wird, wird sich zeigen. Ich glaube nicht, dass eine Kirche, die mit einer Lüge lebt, langfristig glaubwürdig ist.

20.10.2010 Schuld hat nicht der Teufel
Quelle: zeit.de

17.10.2010 Beim Bonner Aloisiuskolleg gibt es erneut einen Missbrauchsverdacht. Wie der «Bonner Generalanzeiger» (Samstag) berichtete, trennt sich die Jesuitenschule von einem unter Missbrauchsverdacht stehenden weltlichen Mitarbeiter. Seit Monaten ermittele die Staatsanwaltschaft gegen den Mann. Inzwischen lägen der Justiz drei Anzeigen vor. Dabei gehe es um Fälle möglicher Übergriffe gegen Schutzbedürftige in den späten 80er und 90er Jahren.
Quelle: liborius.de

16.10.2010 Thomas Wystrach stellt ein paar Fragen zur neuen “Dialogoffensive” und zum “neuen Aufbruch” der katholischen Kirche.
Quelle: wystrach.de

16.10.2010 Pater Mertes lobte das Vorgehen der Wiener katholischen Kirche: “Mit einer Bußfeier im Stephansdom, der Einrichtung einer Opferschutzkommission, der raschen Auszahlung von Therapie- und Entschädigungszahlungen und der Überarbeitung der kirchlichen Richtlinien habe Kardinal Schönborn wichtige Akzente gesetzt.
Quelle: kathweb
s. auch: welt.de: Mertes – Ungeliebter Mahner mit heiligem Zorn

16.10.2010 Ein Mitarbeiter der Caritas, Leiter eines Kinderdorfes, wurde in der fragwürdigen RTL-Sendung “Tatort Internet” als einer geoutet, der Kontakt zu einer Dreizehnjährigen im Internet suchte. Inzw. ist der Mann entlassen und verschwunden. Die Caritas Würzburg ist entsetzt, dass RTL 2 sie nicht früher informierte.
Quelle: Süddeutsche
Die Zeit formuliert andere Fragen zur Sendereihe “Tatort Internet”.

16.10.2010 Die FR berichtet von den Verbindungen von Papst Johannes Paul II. zu Marcial Maciel Degollado, dem Gründer der Legionäre Christi, der Kinder, Jugendliche und Seminaristen missbrauchte.

15.10.2010 Der Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz äußerte in seinem Buch, das heute im Niederländischen veröffentlicht wurde, die Immunschwäche-Krankheit Aids könnte eine “Art von immanenter Gerechtigkeit” für den Missbrauch der Liebe sein.
Quelle: Spiegel

15.10.2010 Der Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann, zur Frage, wie die Kirche wieder Vertrauen zurück gewinnen könne.
Quelle: Liborius

14.10.2010 Der Anwalt von zwei Opfern des Marc Dutroux wurde zu einer Haftstrafe verurteilt wegen Konsum von Kinderpornografie.
Quelle: Spiegel

13.10.2010 Der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann weist darauf hin, dass die Sakralisierung des Priesters in der kath. Kirche sexuellen Missbrauch begünstigt habe. Kaufmann bemerkte, dass “Vergehen” gegen das 6. Gebot undifferenziert als Todsünden verstanden würden, also als Verstöße gegen die Ordnung Gottes. Die Folgen für den Nächsten hingegen würden ausgeblendet. Der Leiter des Berliner Canisiuskollegs, der Jesuit P. Klaus Mertes, betonte die Verantwortung der Kirche als Institution im Missbrauchsskandal. Die Kirche sitze zu Recht auf der Anklagebank, weil die Opfer mit ihren Beschwerden über lange Zeit nicht ernst genommen worden seien. Missbrauch sei “nicht nur die Missbrauchstat, sondern auch das Weghören”.
Quelle: kath.web
Quelle: generalanzeiger

13.10.2010 Ein Hinweis auf eine Veranstaltungsreihe Gemeindehaus-Saal in Hamburg, St. Nikolai: Ärzte-Kanzel 2010 – am 10. November geht es um das Thema: Sexuelle Gewalt und ihre lebenslangen Folgen Trauma – Scham – Schweigen. Es spricht PD Dr. med. Dragana Seifert (Institut für Rechtsmedizin UKE) , Dipl.-Pädagogin Carmen Kerger (Dunkelziffer e.V. Hamburg)

12.10.2010 Johannes Heibel,  , erhebt Vorwürfe gegen das Bistum Aachen: Es tue nichts, um den Prozess gegen den Priester des Bistums, der in Südafrika des Missbrauchs von Kindern angeklagt ist, zu beschleunigen.
Quelle: wzdüsseldorf

11.10.2010 Im Interview sagte Christine Bergmann, dass sich oft die Opfer und nicht die Täter schuldig fühlen.
Quelle: Märkische Allgemeine

10.10.2010 Der Freund des Papstes – ein Kinderschänder – über den Chef der “Legionäre Christi” und seine Beziehungen zu Papst Johannes Paul II.
Quelle: PF

11.10.2010 Das Erzbistum München distanziert sich von dem Spiegel-Bericht über das Engelswerk und dessen Anerkennung durch den Papst. Die vom „Spiegel“ angeführte „Anerkennung“ des Engelwerkes durch den Vatikan beziehe sich auf Mitglieder und Vereinigungen, die sich von sdem “Engelwerk” und deren abstrusen Lehren distanziert haben und fasse diese in einem eigenen Verein „Werk der Heiligen Engel“ (Opus Ss. Angelorum) zusammen.
Quelle: Erzbistum München

10.10.2010 Papst Benedikt XVI. lässt per Dekret die kruden Lehren des „Engelwerks“ wieder zu. Innerhalb der Kirche war die sektiererische Gemeinde stets hoch umstritten.
Quelle: FR
Welt.de

9.10.2010 Der Fall des Pfarrers Georg K. aus dem Bistum Aachen
Quelle: initiative gegen gewalt

9.10.2010 Der Speyrer Ombudsmann für Missbrauchsopfer stellt seine Arbeit ein. Der Ludwigshafener RA Rüdiger Weidhaas kann nach den neuen Richtlinien nicht mehr Ombudsmann sein, weil die Opfer – wenn gewünscht – mit absoluter Verschwiegenheit rechnen konnten. Die neuen Richtlinien formulieren hingegen: “Wenn ein mutmaßliches Opfer über einen Verdacht des sexuellen Missbrauchs informieren möchte, vereinbart die beauftragte Person ein Gespräch. Der Diözesanbischof bestimmt, wer seitens der Diözese an diesem Gespräch teilnimmt Zu Beginn des Gesprächs wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass der Missbrauchsverdacht der Strafverfolgungsbehörde mitgeteilt wird.”
Quelle: Rheinpfalz

7.10.2010 Marilyn Monroe
Quelle: Die Zeit

7.10.2010 Im Bistum Regensburg wurden bislang fast 1500 Personalakten auf den Verdacht sexuellen Missbrauchs hin gesichtet. Diese Arbeit sei noch nicht abgeschlossen, sagte der Bistums-Sprecher. Seit dem Bericht von März 2010 seien keine neuen Fälle mehr bekannt geworden.
Quelle: Wochenblatt

7.10.2010 Ein Missbrauchsopfer aus dem Bereich des Erzbistums Freiburg berichtet, dass es vom Bistum an die für den Täter zuständige Abtei Mehrerau, Österreich, verwiesen wurde. Der Anwalt des Täters, eines Ordensmannes aus der Abtei Mehrerau, schrieb nun dem Opfer, “dass diesseits KEINE ZAHLUNG erfolgen wird”. Dies läge ganz überwieged daran, dass das Opfer in seiner Verhaltensweise stark überzogen habe. Gemeint ist, dass das Opfer die Presse einschaltete, als es weder im Bistum noch beim Orden Gehör fand. Der Anwalt wirft dem Opfer auch vor, eine “apostolische Klageschrift” in Rom eingereicht zu haben.
Quelle: NetzwerkB

7.10.2010 In Nordirland trafen Missbrauchsopfer mit Politikern und Psychologen zusammen. Das Treffen stand unter dem Thema “Zeit für Gerechtigkeit”. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert bei dem Treffen die nordirische Regierung zur Untersuchung von institutionellem Kindesmissbrauch auf.
Quelle: kipa

7.10.2010 Im Vatikan beginnt die Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt in der Kirche Irlands, um das erschütterte Vertrauen wieder herzustellen. Vier vatikanische Inspektoren sollen die Vorgänge in Irland untersuchen.
Quelle: domradio

7.10.2010 Die österreichische Klasnic-Kommission hat weiteren 10 Opfern von Gewalt Entschädigungen zugesagt. Insgesamt haben sich bei der unabhängigen Opferschutzanwaltschaft 556 Betroffene gemeldet.
Quelle: kath.web.

7.10. 2010 Der in Südafrika angeklagte Priester, K., aus dem Bistum Aachen, bewegt sich nach Aussagen einer Mutter in Südafrika frei. Auch die Kirche kontrolliert nicht, ob er sich an die Auflage – kein Kontakt zu Kindern und Jugendlichen – hält. Der Vorsitzende der Initiative gegen sexuelle Gewalt, Johannes Heibel, zeigt sich in einem Brief an den Personalverantwortlichen des Bistums, Pfarrer Schmitz, ebenfalls enttäuscht von den Vorgängen im Bistum. Er habe gehofft, dass nach der Podiumsdiskussion in Viersen mehr passieren werde, sagte er. Weder die Staatsanwaltschaft noch das Bistum Aachen seien wirklich um die Aufklärung möglichst aller Missbrauchsfälle in Sachen K. bemüht. Heibel fragt, warum niemand alle ehemaligen Messdiener in allen von Pfarrer K. geleiteten Pfarreien anschreibe. Er fragt auch, warum das Bistum Aachen nicht allen Betroffenen finanzielle Hilfe zusichere. Heibel spricht von Ignoranz. Ihn wundere es nicht, dass es viele Opfer vorziehen, zu schweigen, bei dem Unverständis und der Kälte, die ihnen entgegen gebracht würden.
Quelle: Grenzland

7.10.2010 Die Angst der Kirche vor Erneuerung thematisiert Gernot Facius.
Quelle: Welt.de

7.10.2010 Das Bistum Passau legt seine Missbrauchsbilanz vor: “Demnach ist im Bistum Hinweisen auf sexuellen Missbrauch oder Gewaltanwendung durch 40 Personen nachgegangen worden. Die Hinweise und Rückfragen bezogen sich auf den Zeitraum von 1948 bis 2009, wobei der Großteil der Hinweise die Zeit zwischen 1960 und 1980 betrifft. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es 26 Fälle, in denen wegen sexuellem Missbrauch ermittelt wurde. 14 Mal ging es um Gewaltanwendung. 21 Priester, ehemalige wie aktive , waren betroffen. Zwölf Fälle wurden staatsanwaltschaftlich behandelt. Es gab eine Verurteilung wegen Verbreitung pornografischer Schriften. Ein Verfahren läuft noch. Zehn Verfahren wurden entweder aufgrund eingetretener Verjährung oder haltloser Anschuldigungen eingestellt.”
Quelle: pnp

4.10.2010 Ein ehemaliger Messdiener muss wegen Kindesmissbrauchs ins Gefängnis. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den heute 31-jährigen Eventmanager am Montag wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu vier Jahren und neun Monaten Haft.
Quelle: ad-hoc-news

4.10.2010 Der Zwischenbericht der Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmann liegt vor. Bei über 80 Prozent der Betroffenen liegt der Missbrauch mindestens 20 Jahre zurück. Diejenigen, die sich bereits an jemanden gewendet hatten, berichten vielfach, dass ihnen nicht geglaubt wurde oder dass sie sogar dafür bestraft wurden.
Quelle: beauftragte-missbrauch

4.10.2010 Ein Mitglied der Franziskaner-Minoriten muss den Orden in Würzburg verlassen. Ihm wird vorgeworfen, Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. Der Orden und der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, wurden für ihre Entscheidung, den angezeigten Pater D. aus der Seelsorge zu entfernen, kritisiert. Orden und Bistum halten Pater D. für schuldig. Weitere Schritte gegen den ehemaligen Diözesankaplan und geistlichen Beirat der DJK Würzburg werden vom Ordensgeneral der Franziskaner-Minoriten in Rom entschieden.
Quelle: mainpost

3.10.2010 Predigt von Marieluise Gallinat-Schneider

3.10.2010 In den letzten 2 Wochen haben sich weitere 40 Missbrauchsopfer in Belgien gemeldet. Das hat die Arbeitsgruppe “Menschenrechte in der Kirche” aus Löwen bekanntgegeben.
Quelle: brf

2.10.2010 Eine Stimme der Hoffnung: Dom Erwin Kräutler erhielt den alternativen Nobelpreis für seinen Kampf mit den und für die Menschen im Regenwald. Er sagt u.a.: “Ein Bischof gehört unters Volk.” Recht hat.
Quelle: kurier.at

2.10.2010 Das Ausmaß sexualisierter Gewalt von Priestern gegen Kindern mache in Italien keine kirchliche Initiative gegen Missbrauch nötig, sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Mariano Crociata.
Quelle: Radio Vatikan
In Italien wurden 2012 erstmals Missbrauchsfälle in der kath. Kirche benannt: Zwischen 2000 und 2011 gab es 135 Fälle von Missbrauch von Kindern. 77 Fälle wurden gerichtlich verhandelt. 22 Priester wurden in erster Instanz, 17 weitere in 2. Instanz verurteilt. 5 Beschuldigte wurden freigesprochen. In 21 Fällen kam es zu einer Einigung, 12 Verfahren endeten mit Freispruch. Eine Studie von AP spricht von 73 Tätern und mindestens 235 Opfern.

1.10.2010 Der belgische ehemalige Leiter der Missbrauchskommission sprach sich in einem Interview für den Rücktritt des Papstes aus. Ihm gehen die von der Kirchenleitung eingeleiteten Schritte nicht weit genug.
Quelle: BRF

1.10.2010 Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, hält den Bischöfen Zögerlichkeit bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern vor. Ihr ist schwer verständlich, warum die Bischöfe keine Summen für finanzielle Hilfen nennen und nicht großherzig handeln – was man von ihnen zu Recht erwarten könne. In der Öffentlichkeit werde der Verdacht genährt, dass sich die Bischöfe drücken wollen.
Quelle: Domradio

1.10.2010 Ursula Enders, Zartbitter Köln, nennt das Entschädigungsangebot der katholischen Kirche (bis zu 4250 Euro an Psychotherapiekosten für Missbrauchsopfer) eine Verhöhnung der Opfer. Sie kennt Fälle, in denen Opfer mehrere Zehntausend Euro für Therapiekosten selbst gezahlt haben. Sie weist darauf hin, dass die am Runden Tisch versammelten Institutionen zum Teil selbst Tatort gewesen sind. Die automatische Strafanzeige beurteilt sie als ein Druckmittel in der Hand von Tätern: “Du bist schuld, wenn ich ins Gefängnis muss.”
Quelle: FR

30.9.2010 Die Laiengemeinschaft “Regnum Christi”, die den Legionären Christi angegliedert ist, wird vom Erzbischof von Valladolid, Ricardo Blazquez Perez als Apostolischem Visitator untersucht. Dem Ordensgründer Marcial Maciel Degollado, der Seminaristen sexuell missbraucht hatte und Vater dreier Kinder war (die er nach deren Angaben ebenfalls missbrauchte), warf der Heilige Stuhl “objektiv unmoralisches Verhalten” vor. Der Ordensgründer hatte jahrzehntelang unter dem Schutz der Kirche, incl. des Vatikan und des letzten Papstes, gestanden, obwohl erste Vorwürfe bereits 1956 vorlagen, 1978 und 1989 erneuert wurden und noch einmal 1999 (s. auch NDR)
Quelle: kathweb

30.9.2010 Wolfgang Wagner kommentiert in der FR unter dem Titel “Die Perspektive der Täter” die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche als geprägt vom Geist der Bürokraten. Schlecht müsse das nicht sein, meint Wagner – aber es fehle ein Zeichen der Großherzigkeit.
Die Bischöfe begründeten die Unklarheit über die Höhe der “Entschädigungszahlungen” damit, dass sie mit der Angabe hoher Beträge keine andere Institution unter Druck setzen wollten, die nicht so viel Geld hat. Das jedoch ist nach Wagners Ansicht die Täterperspektive, die es zu überwinden gelte. Es gehe nicht darum, Einrichtungen zu schonen, sondern Opfern zu helfen.
Quelle: FR

30.9.2010 Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Runden Tisch vier Vorschläge zum Umgang mit sexualisierter Gewalt vorgelegt:
– Einmalige Zahlung eines Geldbetrags, der als „finanzielle Anerkennung“ des zugefügten Leids gelten soll.
– Zahlung für therapeutische Hilfe oder therapeutische Paarberatung
– Regelungen für individuelle Härtefälle
– Präventionsfond
Quelle: Radio Vatikan

29.9.2010 Klaus Laubenthal, Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg berichtet von 55 Gewaltopfern. In 6 Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ca ein Viertel der Betroffenen wollte keine Anzeige. In einem zweiten Viertel gehörten die Beschuldigten nicht zum Bistum Würzburg. Ein großer Teil der BEschuldigten sei verstorben. In einigen, wenigen Fällen haben die Beschuldigten die Täten eingeräumt. Einzelne Anschuldigungen stellten sich als falsch heraus. Die meisten Betroffenen wollten ihre Erlebnisse offen legen und sie wollten Gerechtigkeit. Der Missbrauchsbeauftragte steht mit den Betroffenen, die das wünschen, in Kontakt und iinformiert sie darüber, wie es weitergeht.
Quelle: Mainpost

29.9.2010 In der Mainpost trifft ein namentlich nicht genanntes, aber der Redaktion bekanntes Opfer sexualisierter Gewalt, Peter M., den Nagel auf den Kopf. Ich zitiere: „Für mich ist weniger die Summe entscheidend, als die Grundhaltung der Kirche: Gestehen die Verantwortlichen im Umgang mit den betroffenen Menschen Schuld ein und zeigen sie Reue?“
Peter M. wurde von einem Würzburger Franziskaner-Minoritenpater missbraucht, der wegen Verjährung nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Der mutmaßliche Täter bestreitet die Vorwürfe. Peter M. vermisst – nachdem er seinen Missbrauch offenbart hatte – beim Missbrauchsbeauftragten der kath. Kirche, Bischof Ackermann, Zeichen von Reue oder Schuldgefühl. „Ich hätte mir gewünscht, dass man mich ernst nimmt und mir Glauben schenkt und mich in dem Aufklärungsprozess begleitet.“ Dies sei nur sehr bedingt geschehen. Statt dessen hätten ihn die Verantwortlichen teilweise um Verständnis dafür gebeten, wie schwierig die Situation für sie sei. [D.i. ein Vorgehen, das mir unendlich oft begegnet ist.]
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, hatte in einer Presseerklärung berichtet, dass die Bischöfe ein Hilfsmodell entwickelt hätten, „die Opfer dabei zu unterstützen, ihr Opferschicksal zu überwinden und neue Stärke zu gewinnen“. Peter M. stellt dazu fest: „Die Kirche als Seelsorgerin, die die Opfer tröstet, brauche ich nicht. Ich will nicht von der Institution der Täter getröstet und therapiert werden. Das ist eine ganz verkorkste Herangehensweise.“ Bislang hat der Würzburger allerdings den Eindruck, der Kirche ginge es in der momentanen Entschädigungsdebatte vor allem um Imagepflege – tatsächliche „gesamtmenschliche Hilfe“ und Anerkennung des erlittenen Unrechts ist genau das, was er konkret vermisst.
Quelle: Mainpost

29.9.2010 Das Kinderschutzzentrum Salzburg wird immer häufiger mit schweren Missbrauchsfällen konfrontiert. Seit März 2010 sind die Anfragen um ca 20 %, d.h. um 200 “Fälle” gestiegen.
Quelle: krone at.

29.9.2010 Der Hauptmissbrauchstäter Ludger Stüper, Bonner Aloisius-Kolleg, ist gestorben und wurde beerdigt. 8 Geistliche zelebrieren sein Requiem. Unter ihnen sind der derzeit amtierende Rektor des Aloisius-Kollegs und sein Vorgänger. Mitglieder des Eckigen Tisches registrieren, dass beide dem Kontakt mit Opfern ausweichen. Die Opfer sexualisierter Gewalt durch Ludger Stüper sehen darin die Solidarität der Kirche mit einem Täter. Rektor Rabe formulierte nämlich in seiner Totenrede: “In den letzten Jahren ist aber auch Schatten auf seine Person [Ludger Stüper] gefallen. Mit Erschrecken hat er zur Kenntnis genommen, dass sein früheres Fotografieren in manchen Dingen unangebracht war. Er hat zur Kenntnis genommen, dass man jugendliche Seelen auch durch solches unbedachtes Tun verletzten kann Er hat sich bei einigen Betroffenen entschuldigt. Er hat einen Brief an den Provinzial geschrieben, wo er das auch nochmal dargelegt hat und versichert hat, dass er zu keiner Zeit weitergreifende Übergriffe vollzogen hat. Es hat ihn bedrückt. Er hat darunter gelitten, weil Vergebung ihm letztlich nicht genügend gegeben worden ist.” Opfer von Stüper haben jreagiert und einen Offenen Brief verfasst.
Quelle: Eckiger Tisch und Offener Brief
s.auch Trierer Fernsehpfarrer in der Kritik – Volksfreund

29.9.2010 Im Positionspapier der Teilnehmer_innen des bundesweiten Kongresses „Aus unserer Sicht“ heißt es u.a. ” Menschen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, verfügen über ein breites Wissen, zum Beispiel über Täterstrategien, sexualisierte Gewalt begünstigende gesamtgesellschaftliche und institutionelle Strukturen, beeinträchtigende Auswirkungen und Möglichkeiten der Bearbeitung. Dieses Wissen muss in die Arbeit gegen sexualisierte Gewalt einfließen.”
Quelle: aus unserer sicht

27.9.2010 Die Gründerin der Josefsschwestern, eines australischen Ordens, Mary MacKillop, soll im Oktober 2010 heilig gesprochen werden. 1871 wurde sie aus “Rache” für ihre Anzeige gegen Pater Keatin, einen pädophilen Priester, exkommuniziert.
Quelle: kath.web

25.9.2010 Dortmund — Zahlreiche Opfer sexuellen Missbrauchs haben sich seit dem Start der Kampagne “Sprechen hilft” innerhalb weniger Tage bei der Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmann gemeldet. Insgesamt gingen seit dem Kampagnenstart am Dienstag etwa 1100 Anrufe und Briefe ein, wie die “Ruhr-Nachrichten” unter Berufung auf die Geschäftsstelle der Missbrauchsbeauftragten berichten. Von der Einrichtung der Geschäftsstelle im vergangenen April bis zum Dienstag meldeten sich demnach 2500 Betroffene schriftlich oder telefonisch.
Quelle: google.com

25.9.2010 Seit der Abschlussbericht der Adriaenssenskommission vorliegt, sind über 50 neue Klagen über sexuellen Missbrauch eingereicht worden. Genannt werden als Schauplätze der Verbrechen die Abteischule von Zevenkerken bei Brügge und das “Klein Seminar” in Hoogstraten in der Provinz Antwerpen. Der beschuldigte Geistliche hat jetzt Hausverbot im “Klein Seminar” erhalten.
Quelle: bfr

25.9.2010 Ein gehörloses Opfer, Terry Kohut, erzählt.
Quelle: religion.blog

25.9.2010 Das Schweigen brechen: TV.Spot.

25.9.2010 Die katholische Kirche will die Opfer sexuellen Missbrauchs individuell entschädigen.
Quelle: Spiegel
Die Bischofskonferenz weist die Darstellung des Spiegel zurück. Quelle: kath.web

In Österreich ist inzwischen von 500 bekannten Opfern von Priestern und Ordensleuten die Rede. Die von Kardinal Schönborn ins Leben gerufene Klasnic-Kommission hat ein Schmerzensgeld-Modell vorgestellt. Es orientiert sich an der gängigen österreichischen Rechtssprechung bei Missbrauchsfällen. “Leichtere Fälle” des Missbrauchs (keine Vergewaltigung) erhalten 5000 Euro. Für mehrfache Übergriffe über eine längere Zeit oder eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung (Vergewaltigung) sind 15.000 Euro vorgesehen. Bis zu 25.000 Euro erhalten Betroffene, die über mehrere Jahre Missbrauch mit Verletzungsfolgen ausgesetzt waren. Darin inkludiert sind auch seelische Schmerzen. Die vierte Kategorie betrifft extreme und besonders brutale Fälle. Hier gibt es keine finanzielle Obergrenze.
Quelle: kurier.at

23.9.2010 Michael Katsch, der Sprecher des Eckigen Tisches, im Interiew.
Quelle: ZDF-Mediathek

23.9.2010 Pressemitteilung von Erzbischof Zollitsch anlässlich der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. Dort heißt es u.a.: “Wir haben während der Vollversammlung ein Modell erörtert, das aus mehreren Teilen besteht. Seine grundlegende Idee ist es, Opfer dabei zu unterstützen, ihr Opferschicksal zu überwinden und neue Stärke zu gewinnen. Dieses Modell muss noch weiterentwickelt werden.”
Kommentar: Dieser Satz zeugt von einer großen Respektlosigkeit gegenüber Opfern von Menschengewalt. Er suggeriert, dass Opfer sich freiwillig an ihrem Opferschicksal festhalten. Er unterstellt, dass Opfer bislang kein Interesse daran hatten, mit den Folgen der Traumatisierung durch Menschengewalt zurechtzukommen. Er übersieht jene Menschen, die nichts mehr “überwinden” können, weil sie sich umgebracht haben. Und er signalisiert, dass Kirche die bevorzugte Institution sein will, die Opfern helfen will. Und ganz nebenbei hat diese Position noch den Vorteil, die Opfer unsichtbar machen – dann kann ja alles nicht so schlimm sein mit der sexualisierten Gewalt, wenn die Folgen der Gewalt mir nichts dir nichts zum Verschwinden gebracht werden können. Die Realität von Opfern sieht nach meiner Erfahrung anders aus.
Hier hätte ich mir aufmerksames und demütiges Zuhören der Bischofskonferenz gewünscht, um die Realitäten von Opfern überhaupt erst einmal kennenzulernen. Wäre das schon geschehen, dann könnte ein solcher Text nicht in einer Pressemitteilung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz stehen.
Erika Kerstner

23.9.2010 Karin Prummer kommentiert in der Süddeutschen die Ergebnisse der Bischofskonferenz. Sie sagt, es fehle der nächste Schritt nach dem Einräumen von Fehlern, nämlich die Entschädigung der Opfer. Damit verspiele die Kirche eine Chance, die so schnell nicht wieder komme.
Quelle: Süddeutsche

22.9.2010 In Spanien ermittelt die Polizei gegen einen katholischen Priester aus Valencia (Kreis Ribera Alta). Es soll sich um einen 39-jährigen Geistlichen handeln, der zwei Jungen, 13 und 14 Jahre alt, sexuell missbraucht haben soll. Der Erzbischof von Valencia suspendierte den Priester und teilte in einer Presseerklärung sein Bedauern mit.
Quelle: comprendes.de

22.10.2010 “Wir haben Opfern zu wenig zugehört, Fehler falsch beurteilt und unser Handeln, wie andere auch, oft zu sehr darauf ausgerichtet, dass das Ansehen der eigenen Institution, der Kirche, bewahrt bleibe.” Umso wichtiger sei nun ein Dialog über den künftigen Kurs der Kirche. An dessen Spitze müssten die Bischöfe stehen. “Der neue Aufbruch, den wir suchen, beginnt bei uns selbst!” Das sagte Erzbischof Zollitsch zu Beginn der Herbstkonferenz der kath. Bischöfe Deutschlands.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Mit den “Fehlern”, die falsch beurteilt wurden, meint der Vorsitzende der Bischofskonferenz vermutlich Verbrechen an Kindern und Jugendlichen.

21.9.2010 Eine Pastorin, als Kind vom Vater und einem katholischen Priester, missbraucht, fordert von der Nordelbischen Kirche rückhaltlose Aufklärung im Ahrensburger Missbrauchsgeschehen und stellt ihre Kenntnisse aus Opfersicht zur Verfügung.
Quelle: Abendblatt

19.9.2010 Nun sollten die Kirchenführer ihre Erfahrungen mit dem Ausmaß und den Folgen von Kindesmissbrauch auch in außerkirchlichen Gesellschaftsbereichen einbringen. Es gebe keinen besseren Weg zur „Wiedergutmachung dieser Sünden“, als „in demütiger Haltung des Mitgefühls die Kinder zu erreichen, die anderswo weiter Missbrauch erleiden“, sagte der Papst.
Quelle: Domradio
Kommentar: Der Papst hat noch nicht realisiert, dass mit hoher Sicherheit auch in der Kirche nach wie vor Kinder missbraucht werden. Und ihm ist noch nicht klar, dass es eine Wahrnehmungsdifferenz gibt: Die Kirchenleitung glaubt, sie tue alles für die Opfer – viele Opfer sehen das jedoch anders.

19.9.2010 Ehemalige Schüler von Jesuitenschulen, die missbraucht wurden, fordern eine Entschädigung von 82373 € pro “Fall”. Jesuiten hatten 5000 Euro angeboten. Die Opfervereinigung “Eckiger Tisch” will sich an die Bischofskonferenz wenden, weil der Jesuitenorden nicht zahlen kann.
Quelle: Fuldaer Zeitung

18.9.2010 Die Ermittlungen gegen den ehemaligen belgischen Bischof Roger Vangheluwe stehen vor dem Abschluss. In den Medien wird berichtet, Vangheluwe habe nicht, wie von ihm eingeräumt, einen, sondern zwei Neffen sexuell missbraucht. Beide Fälle seien aber strafrechtlich verjährt. Das zweite Opfer habe aus eigenem Willen weder die Staatsanwaltschaft noch die unabhängige Untersuchungskommission informiert,. Es soll nun von der Staatsanwaltschaft angehört werden. Der Vatikansprecher bestätigte, dass im Vatikan Kirchenstrafen gegen Vangheluwe geprüft werden – das brauche aber Zeit.
Quelle: Radio Vatikan

18.9.2010 Von Jesuitenpatres missbrauchte ehemalige Schüler haben das Angebot eines Schmerzensgeldes in Höhe von 5.000 Euro zurückgewiesen. ‘Wir wollen nicht nur eine symbolische, sondern eine tatsächliche angemessene Genugtuung für das, was uns vor Jahrzehnten angetan worden ist’, sagte Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches. Der Eckige Tisch spricht von einem “Täterschutzprogramm” und fordert 82 373 Euro. Siese Summe ist die durchschnittliche Entschädigungssumme für Schäden der Seele, die in den letzten Jahren in Deutschland und Österreich durch Gerichte festgesetzt wurden.
Quelle: ad-hoc-news

18.9.2010 Investigativer Journalismus – heilsam für Politik und Kirche
Quelle: Stuttgarter Zeitung

18.9.2010 Papst Benedikt XVI. hat in London sein „tiefes Bedauern“ gegenüber den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kleriker zum Ausdruck gebracht. Er empfinde „Beschämung und Demütigung“ angesichts dieser „unbeschreiblichen Verbrechen“, sagte das 83-jährige Kirchenoberhaupt am Samstag bei einer Pontifikalmesse in Westminster Cathedral. Die Folgen des Skandals sollten als „Strafe zur Heilung der Opfer, zur Läuterung der Kirche und zur Erneuerung ihres uralten Engagements in der Erziehung und Sorge um junge Menschen beitragen“. Für die Opfer hoffe er, „dass die Kraft der Gnade Christi, sein Versöhnungsopfer, ihrem Leben eine tiefgreifende Heilung und Frieden bringen möge“. Zugleich betonte der Papst, ihr Leiden sei durch „die Sünden einer geringen Anzahl von Priestern“ verursacht.
Quelle: abendblatt.de
Vertreter der Missbrauchsopfer äußerten sich trotz der deutlichen Worte des 83-jährigen Kirchenoberhaupts unzufrieden. Die Äußerungen Benedikt seien “Public Relations aber nicht Buße”. Der Papst habe konkretes Handeln gegen pädophile Geistliche unterlassen.
Quelle: reuters.com
Kommentar: Die Mär von den Einzelfällen hält sich hartnäckig. Allein in Rom sollen 3000 “Einzelfälle” vorliegen. Eine Überschlagsrechnung für Deutschland kommt auf 487 Täter – Priester und Ordensleute. Alles Einzelfälle.

17.9.2010 “Fakt ist jedenfalls, dass eine beschuldigte Organisation den Mißbrauchsopfern ein konkretes Zahlungsangebot vorgelegt hat; für die ehemaligen Heimkinder steht das noch aus. Die ehemaligen Heimkinder werden also nicht nur zweitklassig behandelt, indem für sie die Hotline der katholischen Kirche kostenpflichtig ist (im Gegensatz zu den Mißbrauchsopfern), sondern ihnen macht man auch kein konkretes Entschädigungsangebot, verweist vielmehr auf die lange Bank des Runden Tisches.”
Quelle: Blog von  Dierk Schäfer

16.9.2010 In Luxemburg haben sich 138 Missbrauchsopfer von Kirchenleuten gemeldet.
Quelle: wort.lu

16.9.2010 Die Enthüllungen hätten ihn schockiert und sehr betroffen gemacht, sagte Papst Benedikt am Donnerstag Journalisten an Bord des Flugzeugs, mit dem er nach Schottland flog. “Und es ist sehr traurig, dass die Autorität der Kirche nicht genügend wachsam war und nicht schnell und entschieden genug die notwendigen Maßnahmen ergriff”, fuhr er fort.
Quelle: reuters.de
Kommentar: Damit dürfte er recht haben: Nicht die Taten schockierten den Papst, sondern die Enthüllungen. Denn die Taten kannte er als langjähriger Vorsitzender der Glaubenskongration ja. Dass er über die Autorität der Kirche – in diesem Fall über sich selbst – traurig ist, ist angemessen. Traditionell gehört bei den Katholiken zur Reue auch die Änderung des Verhaltens und die Wiedergutmachung. Da ist noch einiges zu tun… 

16.9.2010 Die Orden in Deutschland wollen die bischöflichen Leitlinien vollumfänglich übernehmen.
Quelle: kath.web

15.9.2010 In Österreich trat das Kuratorium der Opferschutz-Stiftung zusammen. Sie berieten über Entschädigungszahlungen an die bislang 433 Opfer. Summen wollten sie nicht nennen. Der Vorsitzende von Wir sind Kirche-Austria, Hurka, rechnet im Schnitt mit 20.000 Euro Schmerzensgeld und pro Betroffenen eine zweijährige Therapie.
Quelle: kurier.at

15.9.2010 Die Priester der irischen Diözese Ferns sollen jährlich 1.000 Euro für die Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer zahlen. Damit soll ein Teil der Schadenersatzforderungen über eine Million Euro beglichen werden. 8,1 Millionen Euro wurden bislang an 60 Missbrauchsopfer von 20 Priestern gezahlt.
Quelle: kath.web

15.9.2010 Die Jesuiten haben beschlossen, MIssbrauchsopfer von Jesuiten finanziell zu entschädigen. Von einer Pauschale über 5.000 € ist die Rede. Eine unabhängige Kommission solle klären, wer Anspruch auf das Geld habe. Für die Zahlungen sollen weder Spendenmittel verwendet noch Geld aus Projekten abgezogen werden, sagte Kiechle, “wir werden unseren Lebensstil einschränken müssen”. Einige Bischöfe seien verärgert über das Vorpreschen der Jesuiten. Opfersprecher weisen darauf hin, dass eine Summe von 5000 Euro aber “in keiner Weise angemessen”. sei Man sei “solidarisch mit der Vereinigung der Heimkinder am runden Tisch”. Die Heimkinder fordern gestaffelte Zahlungen zwischen 20.000 und 120.000 Euro oder eine pauschalierte Zahlung von 54.000 Euro. Die Summe sei nicht übertrieben, sagte Katsch: “Der Durchschnitt der in Deutschland und Österreich in den vergangenen Jahren gerichtlich verhängten Schmerzensgelder für psychische Beschädigungen beträgt 82.000 Euro, wir bleiben deutlich darunter.”
Quelle: Süddeutsche
Presseerklärung des Eckigen Tisches

15.9.2010 Die DAK ist inzwischen von ihrer Darstellung abgerückt: Sie spricht nicht mehr von erweiterten Doktorspielen in einer Kinderklinik auf Sylt. Ob ein Doktorspiel oder Missbrauch vorliegt, wird die Staatsanwaltschaft klären. Da die 13 beteiligten Kinder strafunmündig sind, wird es nicht um strafrechtliche Bewertung gehen. Die Frage jedoch, warum die Betreuer nichts von den Ereignissen mitbekommen haben, wird zu klären sein.
Quelle: Spiegel

14.9.2010 Einer der in Darmstadt wegen Kindesmissbrauch (auch von Säuglingen), Konsum und Verbreitung von Kinderpornografie Angeklagten sagte, er habe schon immer “Freude am Umgang mit Kindern” gehabt. Der gleiche Angeklagte oder einer seiner Mitangeklagten sagte, Frauen und Kinder hätten ihn schon immer leicht um den Finger wickeln können. Ein Angeklagter aus Wald-Michelbach/Odenwalt meinte zu einer heute 19-Jährigen, die er als 6-Jährige missbraucht hatte: “Erst durch die Lektüre ihrer Aussage habe ich erkannt, dass es nicht genügt, gewaltfrei durchs Leben zu gehen, sondern dass man auch die Seelenlage eines Kindes berücksichtigen muss.”
Quelle: tagesspiegel
Wir lernen: Sexueller Missbrauch von Kindern und Säuglingen hat etwas mit der Freude am Umgang mit Kindern zu tun und es sind die Frauen und Kindern, die den Mann um den Finger wickeln – es also darauf anlegen, missbraucht zu werden. Und schließlich erfahren wir, dass sexueller Missbrauch eines 6-jährigen Mädchens ein “gewaltfreies” Handeln ist – der Missbrauchstäter hat nur vergessen, die Seelenlage eines Kindes zu berücksichtigen.

14.9.2010 Der “Eckige Tisch” hat den Vatikan zu mehr Aufklärung von sexuellem Missbrauch in katholischen Einrichtungen aufgerufen. In dem Schreiben berichtet die Initiative der von Jesuiten Missbrauchten von dem früheren Pater Wolfgang S., SJ, der in den 70er und 80 er Jahren an ORdensschulen in Berlin, Hamburg, Sankt Blasien Schüler missbraucht hat. 1991 hat er im Kontext seines Antrages auf Laisierung dem Papst gegenüber ein umfangreiches Geständnig abgelegt. Er räumte den Missbrauch von über 100 Kindern und Jugendlichen ein. Der „Eckige Tisch“ fordert nun Auskunft darüber, wer Anfang der 90er Jahre über die Laisierung von Wolfgang S. entschieden habe und wie darüber mit den Jesuiten kommuniziert worden sei. Zudem stelle sich die Frage, warum die Kirche auf das Geständnis nicht mit einer Strafe reagiert habe, so die Initiative.
Quelle: Radio Vatikan und der Beitrag eines Opfers zur Frage: “Wie viel ist genug?”
Derweil berichtet Radio Vatikan, der Papst sei erschüttert über das Ausmaß des Missbrauchs von Kindern durch Priester in Belgien.

13.9.2010 Hans Hermann Brunkhorst berichtet über seine Erfahrungen. Ein Fazit: “Ich denke, dass Gott nur von Menschen erfunden wurde, um andere zu unterjochen, ihnen Angst und ein schlechtes Gewissen zu machen. Wenn es einen Gott wirklich gibt, muss er sehr böse sein. Wie sonst könnte er so etwas zulassen? Wenn ich die salbungsvollen Worte der Priester, Pastoren, Bischöfe und des Papstes über die Güte Gottes höre, wird mir nur noch schlecht.”
Hans Georg van Herste, der diese Geschichte vorstellte, berichtet von seinen Erfahrungen: “Ich bot diese Geschichte mehreren Medien an, die anfangs großes Interesse zeigten. Als nichts geschah und ich nachhakte, wurde mir von einem Mitarbeiter eines Radiosenders erklärt, das Thema Missbrauch sei für ihn abgedroschen und deshalb würde er nichts bringen. Ein Zeitungsredakteur erklärte mir, er wolle die Geschichte unbedingt bringen, es würden aber noch Beweise fehlen.
Quelle: pressemitteilung.ws
Kommentar: Die öffentliche Aufmerksamkeit ist vorbei, das Interesse erlahmt, das Thema ist durch – nur die Opfer, die können nicht vergessen, weil sie täglich mit den Folgen konfrontiert sind.

13.9.2010 Gravuren, die ein Leben lang bleiben – ein Missbrauchsopfer erzählt. Der missbrauchende Pater ist verstorben, der Orden hat sich formal entschuldigt – mehr nicht. Keine Zeugenbefragung und keine Nachforschung, ob es noch andere Missbrauchsopfer gibt. Das Opfer sagt:  “Für die Kirche kann ich nur sagen, sie sind nicht gut beraten mit dieser Art von Aufklärung wie ich sie gerade erlebe. Ich rate der katholischen Kirche dringend, ganz intensiv eine Aufklärungsarbeit in voller Öffentlichkeit zu machen. Die heutigen Ordensleitungen haben diese Fehler ja nicht begangen. Sie begehen jetzt weitere Fehler, in dem sie vertuschen und nicht aufklären. Aber hier hilft wirklich ein offenes, geradliniges Angehen dieser Fälle und den Opfern vielfältige Hilfe anzubieten.”
Quelle: Dorothea Brummerloh

13.9.2010 Die belgischen Bischöfe wollen ein Zentrum zur Heilung, Rehabilitation und Versöhnung von Opfern von Missbrauch durch Mitarbeiter der Kirche eröffnen. Sie seien entschlossen, die richtigen Lektionen aus den furchtbaren Ereignissen der letzten Monate zu ziehen, wird gesagt. So wolle man in Zukunft alle neuen Initiativen nur mit den Opfern selbst planen.
Quelle: Radio Vatikan
Die Vereinigung “Menschenrechte in der Kirche”, Sprecherin: Lieve Halsberghe, kritisierte die mangelnde Unabhängigkeit der geplanten Einrichtung. Halsberghe sagte, es könne kein solches Zentrum «über Verbrechen in einer Institution geben, das von dieser Institution selbst kontrolliert wird.”
Quelle: zuonline
Der zuständige Bischof Leonard erneuerte seinen Aufruf an Missbrauchs-Täter unter den Geistlichen, sich bei den kirchlichen Verantwortlichen zu melden. Sein entsprechender Appell von Ende April sei noch nicht wirklich erhört worden, so der Erzbischof. Ein Missbrauchsopfer sagte, die Kirche als Institution der Täter müsse sich völlig aus den Ermittlungen zurückziehen.
Quelle: kath.web
Domradio berichtet: Abzuwarten bleibt, ob es mit der Initiative der Bischöfe gelingt, die Bedürfnisse der Opfer nach Würde, Anerkennung und Wiedergutmachung tatsächlich wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Sie kamen zuletzt in der Debatte in Belgien oft kaum noch vor.
Quelle: Domradio

13.9.2010 Die Kirche in Belgien will sich der Opfer annehmen und gibt zu, Mitschuld an den Missbrauchsfällen zu haben.
Quelle: Der standard

13.9.2010 In Niedersachsen darf ein Lehrer weiter unterrichten, nachdem er eine 15jährige Schülerin dreimal missbraucht hatte. Er zahlte eine Geldstrafe und stellte einen Antrag auf Rückstufung um 2 Besoldungsgruppen. Das war’s. Ob die neue Schule, an die er sich versetzen ließ, informiert ist, konnte das Minsiterium nicht sagen. Es sei davon ausgegangen, dass die Geldstrafe und die Besoldungsrückstufung ausreichten, um  davon ausgehen zu können, dass der Lehrer keine weiteren Übergriffen begehen werde.
Quelle: westdeutsche zeitung

12.9.2010 Die Kirche entlässt eine Erzieherin, weil sie vor 23 Jahren einen geschiedenen Mann geheiratet hat . “Missbrauch verjährt, Scheidung  aber nicht!”, kommentieren – ganz richtig – die Erzieherin und ihr Mann.
Quelle: der westen
Kommentar: Das ist ein respektloser Umgang der Kirche mit einem Menschen.

11.9.2010 Pater G. Beschuldigter Benediktinermönch hat sein Geständnis widerrufen. Der Verteidiger will eine Begutachtung mehrerer Zeugen durch einen namhaften deutschen Aussagepsychologen fordern. Die Zeugen sollen erneut vernommen werden. Der Anwalt vermutet, dass die Art der Vernehmung “hypothesengeleitet” gewesen sei, die ermittelnden Beamten unter Druck gestanden haben und den Beschuldigten negativ stereotypisiert hätten. Der Hauptbelastungszeuge sagte, er sei nicht sexuell missbraucht worden noch habe er je eine Aussage über 100 andere Opfer gemacht, wie die Akten aussagen.
Quelle: focus.de

10.9.2010 “Wer tiefe Reue zeigt, der kann auch klare Worte finden.” – Das sagt David Winands und er hat Recht.
Quelle: jetzt.de

10.9.2010 Im Bistum Aachen stehen 24 Priester unter dem Verdacht, Kinder und Jugendliche zwischen 1945 und 2010 missbraucht zu haben. 8 der Täter leben noch. 3 mutmaßliche Täter sind wegen Verbrechen zwischen 1990 und heute kirchenrechtlich zur Rechenschaft gezogen worden. 7 Täter wurden strafrechtlich verurteilt, ein Verfahren ist noch anhängig, ein Fall wurde strafrechtlich nicht geahndet, weil keine Anzeige vorlag. Bei 15 Tätern waren die Verbrechen strafrechtlich verjährt.
Quelle: Domradio

10.9.2010 Die belgische Missbrauchskommission der Kirche stellte heute ihren Bericht vor. Er ist im Internet einsehbar. Es ist von 475 Fällen sexuellen Missbrauchs zwischen 1960 und heute die Rede. Opfer waren meist Jungen im Alter von 12 Jahren, aber auch 2 Jahre alte Jungen waren betroffen. Mindestens 13 Missbrauchsopfer haben sich das Leben genommen; 6 haben versucht, sich umzubringen. Die Kommission zeigte sich schockiert, dass die Eltern der Opfer häufig Kenntnis vom Missbrauch hatten, sich jedoch für den Schutz des Täters – nicht zuletzt, weil der Herr Pfarrer ein “Freund des Hauses” war – entschieden.
Der Skandal könne noch weit dramatischere Ausmasse haben als bislang bekannt, sagte der Leiter der Kommission, Adreanssen. Mehrere befragte Priester, die von einzelnen Zeugen belastet worden seien, hätten Listen von 10, 15 bis 20 Internatsschülern vorgelegt, die sie missbraucht hätten.
Quelle: der standard
Quelle: bfr
s. auch fr-online vom 13.4.2010
Quelle: drs.ch

9.9.2010 Die Hausdurchsuchungen in kirchlichen Einrichtungen Belgiens waren nicht rechtens. Die Missbrauchskommission trat zurück, weil die Justiz die den Opfern zugesicherte Vertraulichkeit gebrochen habe. Am kommenden Freitag will sie ihren Abschlussbericht vorstellen.
Quelle: Radio Vatikan

9.9.2010 Das Bistum Augsburg hat einen Schlussbericht über Missbauchsfälle zwischen 1946 und 2003 vorgelegt. Von März bis August gaben 80 Personen Hinweise auf Misshandlungs-und Missbrauchsfälle. 34 Hinweise bezögen sich auf Angehörige der Diözese Augsburg. Unter den 34 Opfern waren 30 Jungen und 4 Mädchen, zur Tatzeit meistens 10-14 Jahre alt. Das jüngste Opfer war 8 Jahre alt. Die körperlichen Misshandlungen waren schwerwiegend und auch zur damaligen Zeit nicht vom Züchtigungsrecht gedeckt.Sie fanden überwiegend in Schulen statt.  In 22 Fällen ging es um sexuellen Missbrauch. Die Übergriffe hätten oft im Elternhaus stattgefunden. 20 der Beschuldigten sind tot, gegen 6 wird ermittelt. Sie wurden von seelsorglichen Aufgaben entbunden. Den Opfern habe die Diözese Hilfe angeboten und für therapeutische Behandlungen bis jetzt 50.000 Euro zugesichert.
Quelle: Mittelbayerische und Augsburger Allgemeine
Der Begriff: “Schlussbericht” suggeriert, dass es seit 2003 keine sexualisierte und körperliche Gewalt in der Kirche mehr gebe und auch in Zukunft nicht mehr geben werde. Das dürfte leider eine Fehleinschätzung sein.

8.9.2010 “Aufbruch oder Abschottung – welche Lehren zieht die katholische Kirche aus dem Missbrauchsskandal” – so lautet das Thema einer Gesprächsrunde, die das DeutschlandRadio im Rahmen seiner Sendereihe “Länderzeit” am Mittwoch, 15. September 2010, 10:10 Uhr bis 11:30, ausstrahlt. Die Sendung kommt live aus dem Tagungshaus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim.
Quelle: Bistum Rottenburg-Stuttgart

8.9.2010 Wie viel Buße darf’s denn sein? – fragt Rudolf Jekel im Vorfeld der “Genugtuungszahlungen” die Jesuiten und Eckiger Tisch im September diskutieren wollen.

8.9.2010 Insgesamt gab es im Bistum Aachen in der Zeit von 1953 bis 2000 sieben Fälle mit strafrechtlicher Verurteilung von Priestern.  Eom Ermittlungsverfahren wurde mit der Auflage einer Zahlung von 2.000 Euro durch den Beschuldigten eingestellt. Fünf der verurteilten Priester waren nach Verbüßung ihrer Strafe unter strengen Auflagen wieder im kirchlichen Dienst tätig, davon zwei als Pfarrer tätig, drei von ihnen sind zwischenzeitlich verstorben. Nach den aktuell geltenden diözesanen Bestimmungen würden sie heute keinen neuen kirchlichen Auftrag erhalten.
Quelle: Bistum Aachen

8.9.2010 In Hessen stehen sechs mutmaßliche Drahtzieher eines Kinderporno-Rings vor Gericht. Sie sollen im Internet mit perfiden Methoden 100.000 Dateien ausgetauscht haben. Die Opfer: Säuglinge und Kinder. Die Staatsanwaltschaft geht von 500 Nutzern aus, etwa 140 von ihnen wurden ermittelt.
Quelle: Süddeutsche und Spiegel

8.9.2010 Ein Schweizer katholischer Priester soll 2001 eine drogenabhängige Frau unter Ausnützung einer Notlage beim Massieren missbraucht haben. Die Taten sollen in Neuenburg begangen worden sein. Bereits früher wurde ein Verfahren wegen ähnlicher Handlungen im Kanton Freiburg wegen Verjährung eingestellt.
Quelle: Radio Vatikan

7.9.2010 Im Erzbistum Hamburg haben sich 2002 und 2004 vier Frauen und ein Mann gemeldet und Vorwürfe gegen einen Priester erhoben, der sie in den 1970er Jahren und frühen 1980er Jahren missbraucht haben soll. Schauplätze seien Lingen in Niedersachsen und Bremen gewesen.  Vorwürfe aus den letzten Arbeitsorten, Rendsburg und Nortorf, seien nicht bekannt. Anfangs habe die Kirche die “Sache intern geregelt”. Erst 2010 wurde die Staatsanwaltschaft in Bremen und Osnabrück eingeschaltet. Der heute 67-jährige mutmaßliche Täter sei 2010 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Im Jahr 2002 – nach den ersten Vorwürfen – habe der mutmaßliche Täter eine Therapie auferlegt bekommen; Jugendarbeit sei ihm nur noch im Team erlaubt worden.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat die Verfahren wegen Verjährung eingestellt, ohne die Vorwürfe zu prüfen. Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt noch, ob die mutmaßlichen Taten verjährt sind.
Quelle: kn-online
Im Erzbistum Hamburg haben sich etliche MEnschen gemeldet und Vorwürfe gegen Pfarrer und andere kirchliche Mitarbeiter erhoben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu Missbrauchsfällen im Kinder- und Jugendhaus St. Josef in Bad Oldesloe, im Benediktiner-Kloster Nütschau (beide Kreis Stormarn) sowie im Schullandheim Neu-Börnsen (Kreis Herzogtum Lauenburg).
Quelle: ndr

7.9.2010 Kardinal Danneels bedauert, dass er im Missbrauchsfall von Bischof Vangheluwe nicht dessen Abberufung verfügt habe, sondern das Opfer bat, dem Täter zu vergeben und bis zu dessen Pensionierung Stillschweigen zu halten.
Quelle: n-tv

7.9.2010 Die Klasnic-Kommission hat zwei weitere Anzeigen gegen kirchliche Einrichtungen eingebracht. Vermutlich betreffen sie Einrichtungen in Oberösterreich und Tirol. Zum einen handle es sich um das 1990 geschlossene Caritas-Heim in Gleink/Steyr und ein Jungeninternat des seraphischen Liebeswerks der Kapuziner in Fügen. Die mutmaßlich betroffenen EInrichtungen bestätigten die Angaben nicht. In einem Fall gehe es um den Vorwurf der Gewalt, im anderen Fall um Gewalt und sexualisierte Gewalt. An die 50 potenzielle Opfer seien vermutlich betroffen. Eines der Delikte könnte noch nicht ganz 20 Jahre her sein.
Gemeldet haben sich bei der Opferanwaltschaft der katholischen Kirche mittlerweile 433 Betroffene, seit Juni seien das 130 mehr. Dabei würde sich die Schwere der berichteten Fälle steigern, berichtete Klasnic und rief Opfer abermals dazu auf, sich schnell zu melden.
Quelle: Der Standard
Die österreichischen Entschädigungen sind festgelegt: “Leichtere” Fälle des Missbrauchs (keine Vergewaltigung) erhalten 5000 Euro.
Für mehrfache Übergriffe über eine längere Zeit oder eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung (Vergewaltigung) sind 15.000 Euro vorgesehen. Bis zu 25.000 Euro erhalten Betroffene, die über mehrere Jahre Missbrauch mit Verletzungsfolgen ausgesetzt waren. Darin inkludiert sind auch seelische Schmerzen. Die vierte Kategorie betrifft besonders extreme und brutale Fälle. Hier ist gar keine finanzielle Obergrenze gesetzt.
Quelle: kurier.at

5.9.2010 Nach Angaben des “Eckigen Tisches” gibt es einen Aufruf von Christine Bergmann, sich mit Berichten, Sichtweisen und Forderungen an die Beauftragte der Bundesregierung zu wenden. Der Runde Tisch wolle sich ein Bild von den verschiedenen Betroffenengruppierungen, ihren WÜnschen und Forderungen verschaffen. Es wird darauf hingewiesen, dass der Runde Tisch möglicherweise Ende September 2010 letztmalig tage.

4.9.2010 Noch im September wird es ein Gespräch zwischen den Jesuiten und Mitgliedern des “Eckigen Tisches” geben. Voraussichtlich wird auch über Entschädigungszahlungen gesprochen.
Quelle: ad hoc news

4.9.2010 In Portugal wurde das Urteil gegen die Missbrauchstäter der Casa Pia, Lissabon, gesprochen.  Opfer waren 32  mittellose, taubstumme oder verwaiste Kinder und Jugendliche. Der als einziger Geständige, der Hausmeister, erhielt 18 Jahre Haft. Die anderen Strafen  für die 5 der 6 übrigen Täter lagen zwischen knapp 6 und den genannten 18 Jahren. Das Verfahren dauerte 6 Jahre, 920 Zeugen wurden gehört. Einige der Opfer versuchten, sich in diesen Jahren das Leben zu nehmen.
Quelle: Spiegel

3.9.2010 Gegen einen Jugendbetreuer der evangelischen Kirche liegen zwei ANzeigen wegen sexuellen Missbrauchs vor. Mutmaßliche Opfer sind 2 Mädchen der Jugendgruppe, eine davon 13 Jahre alt.
Quelle: welt.de

2.9.2010 Morgen wird in Portugal ein jahrelang erwartetes Urteil gesprochen. 32 Kinder und Jugendliche wurden in dem staatlichen Kinderheim Casa Pia, Lissabon, jahrelang missbraucht. Das scheint unstrittig zu sein. Täter sind der ehemalige Heimangestellte Carlos Silvino und sechs weitere Angeklagte. Zu ihnen gehört der in Portugal bekannte Showmaster Carlos Cruz, ein prominenter Arzt und ein ehemaliger Botschafter.
Solange 2002 nur der Angestellte angeklagt war, war die Öffentlichkeit entrüstet und um die Opfer besorgt. Als prominente Tatverdächtige bekannt wurden, wurden aus den Opfern die Bösen, deren Aussagen kein Glauben geschenkt werden darf.
Die prominenten Angeklagten beschäftigten die die teuersten Anwälte. Deren Strategie war, die Opfer als Lügner hinzustellen und durch EIngaben und Anträge den Prozess zu verschleppen. Der Pozessbeobachter Pedro Namora, Rechtsanwalt, Prozessbeobachter und selbst Opfer im Kinderheim Casa Pia, geht davon aus, dass nach dem Schulerweis der Angeklagten die Verteidigung auf Verjährung setzen wird.  (Das ist ein auch in Deutschland bekanntes übliches Mittel, Sexualstraftäter ungestraft zu lassen.)
Quelle: Deutschlandradio
Quelle: Spiegel 3.9.2010

2.9.2010 Britta Baas, Publik Forum, weist auf einige Schwachpunkte der neuen Leitlinien gegen Missbauch der DBK hin.
Quelle: Publik Forum

2.9.2010 Sühne muss weh tun, sagt Pater Mertes.
Quelle: Rheinischer Merkur

1.9.2010 “Das neue Regelwerk ist nur so gut, wie die Bereitschaft echt ist, Opferschutz vor Täterschutz zu stellen.” So urteilt Patrick Schwarz  über die neuen Leitlinien der Bischofskonferenz- und dürfte damit Recht haben.
Quelle: Die Zeit

1.9.2010 Der belgische Kardinal Danneels gerät nach der Veröffentlichung einer protokollierten Aufnahme eines Gespräches mit Bischof  Vangheluwe, dem Opfer  und dessen Eltern weiter unter Druck, meldet kath.press. Kardinal Daneels wehrt sich dagegen.

1.9.2010 Kommentar von Matthias Drobinski, Süddeutsche, zu den neuen Leitlinien gegen Missbrauch in der kath. Kirche.

31.8.2010 Zu den bereits vor 2010 öffentlich gemachten Fällen von Missbrauch im Bistum Magdeburg sind 8 Beschuldigte  neu hinzugekommen. 6 der Beschuldigten waren oder sind Priester, 4 davon verstorben. Die Vergehen der beiden noch lebenden Priester sind nach staatlichem und kirchl. Recht aufgearbeitet, 2 Beschuldigungen richten sich gegen Personen, die nicht Priester sind. Diese Fälle werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Abschließende Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das Bistum geht von weiteren unbekannten Fällen aus.
Quelle: Bistum Magdeburg
Quelle: pr-inside

31.8.2010 Der irische Kardinal Sean Brady will den Papst auf seiner Englandreise begleiten. Der Vorsitzende der Irischen Bischofskonferenz war zum Rücktritt aufgefordert worden, weil er als Gemeindepriester Mitte der 7oer Jahre an der Vertuschung eines Missbrauchsfalls beteiligt gewesen sein soll.  Der Vorsitzende der Nationalen Säkularen Gesellschaft, Terry Sanderson, erklärte, die Ankündigung Bradys spiegele die «Arroganz» wider, «die so vielen in der Hierarchie der katholischen Kirche zu eigen» sei. Sollte der Papst dem Kardinal erlauben, ihn zu begleiten, käme dies einer «wortlosen Billigung» seines Verhaltens gleich, so Sanderson.
Quelle: Liborius

31.8.2010 Die Leitlinien der Bischofskonferenz – Stand 23.8.2010
Kommentar von Peter Wensierski, Spiegel
Kommentar von “Wir sind Kirche”
Kommentar von FR
Erster Kommentar:

  • Im Birnauer Missbrauchsfall, in den neben dem Orden der Zisterzienser von Mehrerau/Österreich das Erzbistum Freiburg involviert ist, ist laut BAZ vom 20. Juli 2010 und  BAZ vom 21.7.2010 strittig, welche Verantwortung das Erzbistum Freiburg trägt. Die bisherige Regelung in den Leitlinien von 2002 lautete: “Die Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt – unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen – bei der Diözese. In anderen Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung an.”  Die neuen Leitlinien sehen vor, dass ein Diözesanbischof die Ansprechperson für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker, Ordensangehörige und andere MitarbeiterInnen im kirchl. Dienst beauftragt. Der Diözesanbischof ist auch für Ordensangehörige zuständig, die in bischöflichem Auftrag tätig sind. Soweit die Regelung. Im Birnauer Missbrauchsfall ist nun genau dies umstritten: War der Täter (der vom Erzbistum trotz seines Geständnisses nach wie vor als ‘mutmaßlicher Täter’ bezeichnet wird) in bischöflichem Auftrag tätig – oder galt der bischöfliche Auftrag nur dem Orden und nicht dem einzelnen Ordensangehörigen? Mit der neuen Regelung scheint auch in Zukunft eine Zuständigkeitsrangelei zwischen Diözese und Orden nicht zu vermeiden sein – auf Kosten des Opfers.
  • Mir fehlen große Bereiche der Prävention.
  • Mir fehlt der gesamte Bereich der Postvention, wie sie in der “Initiative GottesSuche” praktiziert wird.
  • Völlig undiskutiert ist die Frage nach einer Entschädigung der Opfer. Natürlich kann man wie Kardinal Lehmann von der “Begehrlichkeit nach Geld” sprechen und Opfern damit Geldgier unterstellen. Man kann auch – zu Recht! – sagen, die Schäden seien  mit Geld nicht wieder gut zu machen. Das stimmt. Sie sind unwiderruflich nicht mehr wieder gut zu machen und die vielen Folgen von Traumatisierung durch Menschengewalt sind wirklich nicht in Geld aufzuwiegen. Dennoch muss es eine Form von Genugtuung geben, die über eine der vielen billigen Entschuldigungen der letzten Monate hinausgeht und die zeigt, dass Täter und Vertuscher auf Opfer zugehen wollen. Das wäre nur recht und billig. Nur: Billig darf es für die Kirche nicht werden. Das hat zwei Gründe:
  1. Weil sie offensichtlich nur unter Schmerzen lernt, evangeliumsgemäßer zu handeln – und Geld abzugeben, tut ihr weh. Wenn eine Genugtuung ihr nicht weh tut, wird sie nicht lernen, ehrlichen Herzens auf Opfer zuzugehen. Das lehrt die Vergangenheit.
  2. Billig darf es nicht werden um der Opfer willen, weil die in den meisten ihrer Lebensbereiche lebenslänglich “draufzahlen”. Es geht nicht um Begehrlichkeit – es geht um ein Stückchen Gerechtigkeit. Und die kann höchstens symbolisch sein – aber sie sollte mindestens symbolisch sein.
  • Mir fehlt der Schutz der Opfer vor den Nachstellungen der Gemeinden, in denen sie üblicherweise als Nestbeschmutzer gelten und in denen man lieber den Täter schützt und das Opfer beschuldigt – wie das nicht nur in Uznach in der Schweiz vor vielen Jahren geschah, sondern wie es bis heute geschieht.
  • Und last not least wäre es nicht schlecht, wenn das Schweigen der Kirchen gegenüber den Opfern ein Ende fände – es dauert schon viel zu lange und es hat sich kaum etwas geändert daran seit Anfang 2010.

31.8.2010 “Die Sorge um Glaubwürdigkeitsverlust kann eine Falle sein. Ich hege den Verdacht, dass da in aller Stille die Aufpolierung der Institution im Zentrum steht, der institutionell kirchliche Selbsterhalt – und eben nicht das Evangelium, das befreit zu einem wahrhaftigen Umgehen mit Opfern, Tätern und den vielen Wegguckern. Nur wenn es uns wirklich um die Opfer geht, werden wir am Ende vielleicht Glaubwürdigkeit gewinnen. Sozusagen als Kollateralgewinn.” Das sagt Klaus Mertes, SJ.
Quelle: Südwestpresse
Kommentar: Ich teile seine Einschätzung.

28.8.2010 In Elisabethenfehn, Bistum Münster, hat der Kaplan Alwin B. zwischen 1957 und 1961 sechs Jungen missbraucht. Zunächst hatten Eltern den Kaplan konfrontiert, er leugnete. Daraufhin kam es zu einer Anzeige. Der Priester wurde zu einer 3-jährigen Haftstrafe verurteilt. Er verbüßte ein Jahr der Strafe und wurde 1963 mit dreijähriger Bewährungsauflage entlassen. Danach wohnte er im Bistum Mainz. Weitere Straftaten wurden bis zu seinem Tod 2002 nicht bekannt.
Quelle: General-Anzeiger

28.8.2010 Kardinal Danneels, Belgien, bedauert, dass er an einem Gespräch mit einem missbrauchenden Kollegen und dem Opfer und der Opferfamilie teilgenommen hat. Ein heimlicher Tonbandmitschnitt dieses Gespräches belege die Vertuschungsabsichten des früheren Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz, schreiben belgische Zeitungen. Daneels bestreitet Vertuschungsabsichten.
Quelle: der standard und stern.de

26.8.2010 Michael Tfirst (tfirst@gmx.at), Missbrauchsopfer aus Österreich, sucht weitere Opfer des aus Deutschland stammenden Pallottiners und Zirkuspaters Schönig.

25.8.2010 Nach Ansicht der beiden Vatikan-Journalisten Andrea Tornielli und Paolo Rodari ist der Papst systematischen Attacken internationaler Medien ausgesetzt.
Quelle: Radio Vatikan

25.8.2010 Großbritanniens katholische Kirche soll zusammen mit Regierung und Polizei einen katholischen Priester gedeckt haben, der 1972 an den Bombenattentaten im nordirischen Claudy beteiligt war.
Quelle: Radio Vatikan

25.8.2010 Pater Mertes, Berlin, sorgt sich weniger um die Glaubwürdigkeit der Kirche als um die Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche. Er macht die Erfahrung: “In dem Moment, wo Offenheit und Versöhnungswillen da sind, die Bereitschaft, bittere Wahrheiten über sich selbst auch anzuerkennen und Reaktionen daraus folgen zu lassen, Vertrauen zurückgewonnen wird. Ich habe in den letzten Monaten ganz viel Vertrauenszuwachs erlebt.”
Quelle: Domradio

25.8.2010 Bei der niederländischen Missbrauchskommission haben sich seit Mitte März etwa 900 Opfer gemeldet.
An eine kirchliche Beratungsstelle wandten sich im gleichen Zeitraum ca 1600 mutmaßliche Opfer.
Quelle: Domradio und stern.de

24.8.2010 Ordensobere und Bischöfe beraten nach Aussagen des Sprechers der Bischofskonferenz gemeinsam über eine finanzielle Entschädigung von Missbrauchsopfern. Absprachen gebe es noch nicht.
Der Sprecher der deutschen Jesuiten teilte mit, Ende September werde ein Vorschlag zur Entschädigung von Opfern vorliegen.
Die Ettaler Benediktinerabtei hat einen Fonds für unmittelbare Hilfe eingerichtet. Über Entschädigungszahlungen werde erst nach Abschluss der Verhandlungen der DBK entschieden. Das erklärten Abtei und der Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer. Die Gespräche zwischen Abtei und Opfern seien so erfolgreich, dass sie ohne die Unterstützung von Anwälten fortgeführt werden könnten. Ziel sei, einen modifizierten Täter-Opfer-Ausgleich zu erreichen.
Quelle: Radio Vatikan

24.8.2010 Missbrauch: Im Jahr des heiligen Geizes. Erst rang die Kirche um Worte, jetzt ringt sie ums Geld. Ein Kommentar.
Quelle: Die Zeit

24.8.2010  Im Bistum Osnabrück soll ein damals in Haren/Emsland tätiger katholischer Geistlicher ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt haben. Die Vergewaltigung ist noch nicht verjährt, der drei Jahre andauernde sexuelle Missbrauch jedoch. Der Geistliche hat die sexuellen Kontakte eingeräumt, schildert sie jedoch als einvernehmlich. Gegen den Geistlichen gibt es zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung. Opfer soll eine damals 23-Jährige sein, die im April und Mai 1995 mehrfach vergewaltigt wurde. Die Ermittlungen in diesem Fall seien noch nicht abgeschlossen und der Nachweis der Gewaltanwendung schwierig.
Quelle: focus und NDR

23.8.2010 Klaus Mertes, SJ, äußert sich zur Überarbeitung der Leitlinien zum Umgang mit den Missbrauchsfällen. Korrekt benennt er das Allerwichtigste: “Das Allerwichtigste was wir tun müssen, ist dass wir uns mit einer Frage auseinandersetzen, die über die Richtlinienfrage hinausgeht: was müssen wir bei uns reflektieren und bedenken, um uns zu öffnen für die „Opfer unserer Pastoral“. Und er formuliert positiv: “In dem Moment, wo die Menschen vor allem in der Kirche aber auch außerhalb der Kirche erleben, dass die Kirche ehrlich und ohne Angst mit der Wahrheit, auch wenn sie bitter ist, umgeht, in dem Moment wächst Vertrauen.“
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Es gibt sie, die Öffnung für die Opfer der katholischen Pastoral – aber nur punktuell. Ich höre noch zu viel von Opferbeschimpfung, von Abwimmeln, von Abschrecken, von Leugnen von Verantwortlichkeit – und immer wieder davon, dass die angesprochene kirchl. Stelle zuallererst überprüft, ob sie zuständig ist. Es geht nicht um das Opfer, nicht um sein Leid; es geht darum, die Zuständigkeit abzuwehren und das Opfer weiterzuschicken. Dass die nächste Stelle ebenfalls ihre Zuständigkeit leugnet, ist Ehrensache. Der Gipfel des Zynismus liegt darin, dem Opfer, das eine Therapie braucht, psychische Labilität zu bescheinigen und ihm dann  eine Form von Unzurechnungsfähigkeit zu bescheinigen – am besten durch den Täter und dessen Anwalt, der wiederum von der Kirche finanziert wird. – Mit einer Änderung der Leitlinien wird kaum das zu erreichen sein, was Opfer brauchen, wenn die in der Institution Handelnden sich nicht mit dem Opfer solidarisieren, sondern nach wie vor mit den Tätern und mit der Institution.

23.8.2010 Mathias Drobinski in der Süddeutschen über die Pflicht zum Widerspruch in der katholischen Kirche.
Quelle: Süddeutsche

21.8.2010 Ein Pfarrer aus dem saarländischen Neunkirchen/Bistum Trier, kehrt in seine Gemeinde zurück. Er war des sexuellen Missbrauchs verdächtigt worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit des Pfarrers als Erzieher im Homburger Internat Johanneum. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen wegen Verjährung ein. Ein Gutachter hatte dem Pfarrer bestätigt, er könne ohne Einschränkungen wieder in der Seelsorge eingesetzt werden.
Quelle: salue.de

21.8.2010 Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der KatholikInnen, Kortmann, mahnt einen neuen Anfang im Verhältnis zwischen Klerikern und Laien an.
Quelle: Deutschlandradio

21.8.2010 Der Priester aus der katholischen Seelsorgeeinheit Tiengen-Lauchringen, Erzbistum Freiburg, wird seinen Dienst in der SE nicht mehr antreten. Gegen ihn wird in Irland weiterhin wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er war dort als Angehöriger der Legionäre Christi in der Mission Jugendlicher tätig. Näheres ist nicht bekannt. Er sagt, er sei unschuldig.
Quelle: Südkurier

20.8.2010 Matthias Drobinski äußert sich verhalten bis skeptisch zu den Aufräumarbeiten in der Katholischen Kirche. Die Leitlinien sollen überarbeitet werden. Die Vorbereitungen trifft der Ständige Rat der Bischofskonferenz in Himmelspforten.
Quelle: jetzt.süddeutsche

20.8.2010 Im Bistum Speyer wurde ein Diözesanpriester beurlaubt. Ihm wird sexuelle Belästigung einer Jugendlichen vorgeworfen. Der Geistliche hat sich selbst angezeigt. Ihm wurde jede seelsorgliche Tätigkeit untersagt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Quelle: Bistum Speyer
Bereits im vergangenen Jahr war einem anderen Priester sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. Dem Bistumssprecher zufolge wurde das Verfahren eingestellt. Der Mann habe die Pfalz verlassen.
Quelle: Ärztezeitung

19.8.2010 In den USA haben sieben mutmaßliche Missbrauchsopfer aus der Diözese Oakland eine Klage wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs eingereicht. Die Diözese habe sich nicht ausreichend um die Suspendierung des Priesters gekümmert und die Eltern nicht rechtzeitig gewarnt. Der damals zuständige Kurienkardinal Ratzinger schrieb in einem Brief, die Argumente seien gravierend, aber eine solche Entscheidung brauche Zeit.
Quelle: standard.at

18.8.2010 Erzbischof Zollitsch will in Zukunft noch offensiver gegen sexuellen Missbrauch vorgehen. Sie trete für die vollständige Ausarbeitung der Fälle im kirchlichen Raum ein und sie wolle in die gesamte Gesellschaft hineinwirken, um Kindesmissbrauch einzudämmen. Zollitsch verwies auf die Präventionskonzenpte der katholischen Jugendverbände oder kirchlichen Schulen, die hervorragend seien.
Quelle: Domradio

17.8.2010 Das Erzbistum Freiburg verstärkt seinen Dialog mit den Menschen. Dazu wurden ein Telefon und eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet. Wörtlich: “Mit Blick auf die weiter wachsende Bedeutung des Internets will die katholische Kirche gezielt „neue Brücken der Kommunikation bauen“, um mit den Menschen auch digital in Kontakt zu kommen und „von ihrer Freude und Hoffnung, ihren Sorgen und Ängsten, von ihren Ideen und Fragen zu hören“, erklärte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch. Der Erzbischof von Freiburg hat dabei nicht nur die aktiven Katholiken im Blick: „Kirche darf nicht zu viel mit sich selbst kommunizieren. Kirche braucht Reichweite – auch im Internet.“ So möchte die Erzdiözese auch mit Menschen ins Gespräch kommen, die bisher nicht in ihrer Gemeinde engagiert oder bereits aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Dafür wurden spezielle Dialog-Seiten und eine besondere Email-Adresse eingerichtet (dialog@ordinariat-freiburg.de).”
Quelle: Erzbistum Freiburg
Kommentar: Die angegebene Mail-Adresse scheint nicht zu funktionieren. Jedenfalls wurden meine Mails vom 17. Mai, 6. Juli und 5. August bislang nicht beantwortet. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer Gemeinde engagiert bin, noch nicht aus der katholischen Kirche ausgetreten bin und – horribile dictu – auch noch etwas von Wünschen Gewaltüberlebender an Kirche mitteilen wollte? 
Nachtrag vom 19.8.2010: Heute kam eine Mail von einem Mitglied der Missbrauchskommission. Es soll zu einem Gespräch kommen. Das ist eine erfreuliche Nachricht.
Nachtrag vom 1.9.2010: Die Pressestelle des Bistums Freiburgs bestätigt den Eingang der Mails seit Mai an unterschiedliche Adressaten des Erzbischöflichen Ordinariates Freiburg. Der Absender berichtet mir zunächst von den gestern veröffentlichten neuen Leitlinien, zitiert Bischof Dr. Ackermann und schreibt dann, dass die von mir angemerkten Punkte – “Wahrnehmung der Gewalt, Information über Traum und Traumafolgen, Widerstand gegen Opfermythen, Empathie gegenüber den Belangen der Opfer, Vermeidung von Vergebensforderungen und Wiederaufbau von Vertrauen” – “schon jetzt zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit unserer Ansprechpartner bei Missbrauch” seien.
Daraufhin bedanke ich mich für den Eingang der Mail und stelle fest, dass der Absender der Pressestelle mein Anliegen (Postvention! nicht Prävention oder Aufdeckung!) nicht verstanden habe und dass die neuen Leitlinien keineswegs die von mir eingebrachten postventiven Gesichtspunkte berücksichtigen. Ich mache keinen Versuch mehr, mein Anliegen noch einmal zu erklären und es kommt auch keine Nachfrage.
Dass die Pressestelle im Grunde keine inhaltliche Stellungnahme/Rückmeldung geben kann, versteht sich. Sie war auch nicht der erste Adressat der Wünsche Gewaltüberlebender an Kirche. Offensichtlich ist eine Kommunikation, die diesen Namen verdient, nicht möglich.
Nachtrag: Es kommt am 6.9.2010 zu dem Gespräch mit dem Mitglied des Beraterstabes der Missbrauchskommission.

16.8.2010 Andreas Kirchmair fragt, ob die katholische Kirche von einer Krise zur nächsten geht oder ob sie die Chance nutzt, der Welt ein Beispiel zu geben, wie sie mit Missständen im Klerus umgeht.
Quelle: Die Presse

16.8.2010 Die FR spricht von der Kirche im Bunker und kommentiert mit diesem Begriff das erwartbare, erfahrbare und dennoch fatale Gesprächsverbot in der Kirche, wie es mit dem Rücktritt von Michael Broch zutage tritt.

16.8.2010 Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) ist bestürzt über den Rücktritt von Michael Broch, dem Geistlichen Leiter des Münchner Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses. Der Journalistenverband sieht es als ein fatales Signal für die Gesprächskultur in der Kirche an, wenn eine offen geäußerte Kritik zu solchen Konsequenzen führe. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bernhard Hermann hat auch sein Stellvertreter Hermann Glandorf inzwischen sein Amt niedergelegt. Er begründete ebenso wie Hermann diesen Schritt damit, dass inzwischen auch sein Vertrauensvorrat in die Bischöfe erschöpft sei. Die GKP sieht dies als Alarmsignal für den Zustand der katholischen Kirche. 
Quelle: gkp
s.auch den Kommentar von Matthias Drobinski in der Süddeutschen

14.8.2010 “Fürchterlich” betroffen von den vielen bekannt gewordenen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, hatte Michael Broch das geschlossene System der “Männerwirtschaft” und bischöfliche “Bunkermentalität” kritisiert und gesagt: “Wenn es so weitergeht, fährt Papst Benedikt die Kirche an die Wand.” (Der Spruch könnte von mir stammen:-). Broch war der Geistliche Leiter des Münchner Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (ifp), das 1968 von der Dt. Bischofskonferenz gegründet worden war.  Broch trat auf Druck der Bischöfe zurück – nur Lehmann, Mainz, hatte sich für seinen Verbleib ausgesprochen.
Hörfunkdirektor Hermann, beratendes Mitglied der Bischofskonferenz und Aufsichtsratsvorsitzender des ifp, tritt ebenfalls zurück. “Wenn Bischöfe sich in ihrer Mehrheit als Repräsentanten eines gnadenlosen Systems gerieren, will ich mit denen als katholischer Christ nichts mehr zu tun haben”, begründete er seinen Rücktritt.
Quelle: SWP und Stuttgarter Zeitung
Kommentar: Wenn die neue Diskussionsbereitschaft der Bischöfe, die im Gefolge der aufgedeckten Missbrauchstaten beschworen wurde, darin besteht, dass das Spektrum der erlaubten Diskussion durch Entlassungen und Entzug des bischöflichen Vertrauens sichergestellt wird, dann bleibt von der neuen Gesprächsbereitschaft nichts übrig.

14.8.2010 Vier Messdiener sind angeklagt worden, weil sie zwei andere Ministranten während einer Ferienfreizeit gequält und missbraucht haben sollen.
Quelle: welt.de

13.8.2010 Die belgische Generalstaatsanwaltschaft hat die gerichtlichen Untersuchungen im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen kritisiert. Bei den Ermittlungen seien Fehler begangen worden. Deshalb dürften alle Untersuchungsergebnisse aus den Hausdurchsuchungen nicht verwendet werden.
Quelle: BRF

13.8.2010 Wir sind Kirche, Hartmut Meesmann, beschreibt die Situation nach einem halben Jahr Diskussion wegen der aufgedeckten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Er nimmt auch Stellung zum “Fall Zollitsch” im Blick auf die Missbrauchsfälle in Birnau/Nussdorf und Oberharmersbach, und berichtet die Stellungnahme von Opfern.
Quelle: WsK

13.8.2010 Der Papst lehnt den Rücktritt der zwei irischen Weihbischöfe Eamonn Walsh und Raymond Field ab. Beiden war die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen worden. Sie hatten im Dezember 2009 ihren Rücktritt angeboten. Die Ablehnung der Rücktritte ist ein Rückschlag für den Erzbischof Martin, der eine rückhaltlose Aufklärung des jahrzehntelangen Missbrauchs von Kindern durch katholsiche Geistliche fordert. Irische Missbrauchsopfer kritisieren die Entscheidung des Papstes.
Quelle: google.com und kleine zeitung

12.8.2010 zu sexuellem und gewalttätigen Missbrauch in der Bonner Jesuitenschule, dem Aloisius-Kolleg, haben sich 35 frühere Schüler gemeldet. Gegen 2 Täter wird ermittelt. Bislang war von 6 Tätern die Rede.
Quelle: az-web

12.8.2010 Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus Munderkingen, Alb-Donau-Kreis, wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Aus den Jahren 2005 bis 2008 werden auch mögliche sexuelle Übergriffe auf einen 16-Jährigen durch den gleichen Priester in Wangen/Allgäu untersucht.

Quelle: http://www.radio-seefunk.de/default.aspx?ID=6533&showNews=793360, nicht mehr online

12.8.2010 Eine Mutter berichtet, wie Vertreter der Kirche mit ihr umgingen. Es ging 2008 um 5 Kinder, bis Augsut 2010 hatte sich niemand von der Kirche bei den Opfern bzw. ihren Eltern gemeldet. Die Eltern mussten sich von Prälat Prassel als Schuldige hinstellen lassen.
Quelle: Initiative gegen sexuelle Gewalt

11.8.2010 Fran Ferder, John Heagle: Das innere Funktionieren einer Hierarchie mit der Mentalität eines Sexualtäters. Davon sprechen die beiden AutorInnen, eine Franziskanennonne, klinische Psychologin, Autorin und Professorin an der Uni von Seattle und ein Priester, Psychotherapeut, Anwalt für kanonisches Recht und Professor an der Uni von Seattle.
Quelle: Wir-sind-Kirche.at
Hier geht’s zum Dokument Normae de gravioribus delictis

11.8.2010 Ein Opfer des Paters Gregor M. aus Nussdorf, Erzbistum Freiburg, äußert sich gestern im SWR-Fernsehen. Der zuständige Missbrauchsbeauftragte, Domkapitular Dr. Maier, gesteht, er habe einen Fehler gemacht, als er nicht nachgefragt habe beim Kloster, ob der Täter aus der Seelsorge herausgenommen wurde.
Quelle: SWR

11.8.2010 Bei der Klasnic-Kommission haben sich 350 Opfer von Gewalt gemeldet. Mehr als die Hälfte betreffen Vorfälle in Internaten und Schulen von Ordenseinrichtungen. Zwei Drittel der Meldungen stammen von Männern.
Über die Austrittszahlen des Vorjahres wird die Kirche in Österreich nicht wie üblich im August berichten, sondern erst zu Beginn des nächsten Jahres.
Quelle: Die Presse

10.8.2010 Der Vatikan begrüßt, dass eine Klage gegen den Papst in den USA zurückgezogen wurde. In Kentucky hatten drei Männer geklagt, der Heilige Stuhl habe sexuellen Missbrauch vertuscht. Da sie aber nicht nachweisen können, dass die US-Bischöfe Angestellte des Vatikan sind, hat die Klage keine Erfolgsaussichten. In Wisconsin und Oregon sind noch zwei weitere Klagen gegen den Vatikan anhängig.
Quelle: Domradio

9.8.2010 Hinweis auf eine Neuerscheinung: Rainer Bucher, Johann Pock (Hg.): Klerus und Pastoral. Werkstatt Theologie. Praxisorientierte Studien und Diskurse. Bd. 14, LIT-Verlag 2010, u.a. mit Beiträgen von Dr. Barbara Haslbeck und mir :-).

9.8.2010 Interview mit Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung in der Süddeutschen: “Was ich lese, übersteigt mein Vorstellungsvermögen”.
Kommentar: Wenn schon die ehemalige Bundesfamilienministerin geschockt ist, die doch eine Menge über Gewalt in der Familie hätte wissen müssen und wissen können, dann wird vielleicht verständlicher, warum Opfer schweigen – sie müssen damit rechnen, dass ihnen nicht geglaubt wird (wer glaubt schon Ungeheuerliches?) und dass sie beschuldigt werden.

9.8.2010 Der wegen Kindesmissbrauch zurückgetretene belgische Bischof, Roger Vangheluwe, hat der Familie des Opfers jahrelang hohe Entschädigungsgelder gezahlt. Der Sprecher des früheren Bischofs sagte, damit habe nicht das Schweigen der Familie erkauft werden sollen.
Quelle: ORF-Religion

7.8.2010 Erzbischof Zollitsch zeigt Verständnis, dass das Leid der Opfer andauere. Er erinnerte daran, dass er die Schüsse gehört hat, mit denen sein damals 16-jähriger Bruder ermordet wurde.
Quelle: Domradio
Kommentar: Wenn das so ist, dann wird immer unverständlicher, dass Erzbischof Zollitsch in den Missbrauchsfällen (22) von Oberharmersbach vertuscht hat  und auf diesen Vorwurf von Report Mainz nicht reagiert. Unverständlich ist, dass auch im Birnauer Missbrauchsfall in seinem Erzbistum Freiburg offensichtlich nicht engagiert und transparent gehandelt wurde und wird und der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der zugleich Erzbischof von Freiburg ist, nichts dagegen unternimmt.  Er lässt zu, dass das dortige Opfer in den Statements des Erzbistums so dargestellt wird, als hätte es Unrecht, sei mäkelig, weil es die vermeintlich großzügig angebotene Hilfe nicht angenommen habe und als sei es “sehr verzweifelt” – die letzte Beschreibung klingt fast wie “unzurechnungsfähig”. Auch wenn eine solch persönliche Aussage des Erzbischofs so aussieht, als stünde Verständnis dahinter, so fehlt mir dennoch die eindeutige Positionierung des Erzbistums an der Seite der Opfer und es fehlen die entsprechenden Handlungen (Mt 7,20).

7.8.2010 Am Collegium- Josephinum-Internat wurden Schüler sexuell und körperlich misshandelt. Täter waren drei Redemptoristenpatres. Im ersten Fall wurde der sexuelle Missbrauch von folterähnlichen Züchtigungsmaßnahmen begleitet. Im zweiten Fall gab es neben dem Missbrauch ein perfides Überwachungssystem. Die Opfer mussten jüngere Schüler überwachen und erhielten dafür Privilegien. Einkauf und gemeinsames Anschauen von Pornoheften, die Schüler hatten kaufen müssen, gehörten dazu. Der externe Missbrauchsbeauftragte geht von weiteren Opfern aus. Ein Opfer hatte an die Ordensoberen geschrieben, das Schreiben lag auch der Vatikan-Behörde vor. Eine Antwort gab es ebensowenig wie Kontakt zu den Strafverfolgungsbehörden.
Ein dritter Pater hörte von sexuellen Unregelmäßigkeiten und erzwang mit folterähnlicher Befragung ein Geständnis – der Opfer.  Dieser noch lebende Täter entschuldigte sich bei seinen Opfern.
Quelle: Generalanzeiger

6.8.2010 Der BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) beklagt den durch den sexuellen Missbrauch entstandenen Vertrauensverlust in die kirchliche Jugendarbeit. Dirk Tänzler, Bundesvorsitzender des BDKJ, forderte den Vatikan auf, vermehrt den Dialog mit jungen Menschen zu suchen.
Quelle: Jesus.de

7.8.2010 Die Kirche tabuisiert wichtige Fragen, sagt Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkommitees der Deutschen KatholikInnen.
Quelle: rp-online

5.8.2010 Der Abt des Klosters Marienstatt, Andreas Range, hat eingeräumt, dass es auch am Gymnasium Marienstatt Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch gegeben hat. Ein Opfer spricht von faschistoiden Zügen und davon, dass die Gewalt System hatte.
Quelle: RegioTicker und Rheinzeitung

5.8.2010 Ein Frater aus dem Maristenkolleg in Mindelheim, der ehemalige Leiter, wird vermutlich doch noch angeklagt, weil ein Opfer sich gemeldet hat, bei dem das Verbrechen noch nicht verjährt ist.
Quelle: Vaterland.li/

5.8.2010 Der Papst beklagt sich in einem Schreiben an die Kolumbus-Ritter, eine in den USA gegründete katholische Laienorganisation, über “oftmals falsche und unbegründete Angriffe” auf die Kirche und ihre Vertreter.
Quelle: Baseler Zeitung

4.8.2010 „Das Eingeklammerte beten wir nicht mit”!? Zur Problematik der Feindpsalmen in der christlichen Rezeption. Ursula Silber
Quelle: Haus Ohrbeck

3.8.2010 Tauwetter und Wildwasser Berlin laden zu einem Kongress. Mehr unter http://www.aus-unserer-sicht-kongress.de/

3.8.2010 Die an das Erzbistum Freiburg zu stellenden Fragen stellt skydaddy.

3.8.2010 Da sind sie wieder – die Missbrauchsopfer, die Schatten werfen und die gute Stimmung trüben könnten. Nach Aussagen der Veranstalter des MinistrantInnen-Treffens in Rom  wird das Treffen in keiner Weise vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche überschattet.  Nach Ansicht des Präsidenten der internationalen Ministrantenvereinigung, Weihbischof Martin Gächter, betrifft sexueller Missbrauch teils Jahrzehnte zurückliegende Vorgänge und stelle aus seiner Sicht “kein besonders aktuelles Problem für das Pfarreileben” dar. Ein Beleg dafür sei, dass die Ministranten zahlreicher als je zuvor zu der internationalen Begegnung nach Rom gekommen seien.
Quelle: Die Presse
Kommentar: Schon einmal haben Missbrauchsopfer die gute Stimmung eines Welttreffens gestört: Im Sommer 2008 beim Weltjugendtag in Sydney. Diesmal gelingt ihnen das in Rom zur Erleichterung von Weihbischof Gächter nicht. Opfer sind also Menschen, die von der Kirche als Störer erlebt werden. Der Optimismus des Weihbischofs, dass sexueller Missbrauch kein Problem der Gegenwart in den Pfarreien sei, widerspricht allem, was man über sexuellen Missbrauch, über die Täter, über das jahrzehntelange Schweigen der Opfer, über das Vertuschen der Helfershelfer…. wissen kann. Halbwegs verlässliche Zahlen sagen aus, dass jeder 10. Junge und jedes 7. Mädchen zwischen 0-14 Jahren i.e.S. missbraucht (d.h. vergewaltigt) werden. Unter den 53000 MinistrantInnen in Rom sind also statistisch 3785 Mädchen und 2650 Jungen, die missbraucht wurden/werden. Was werden diese 6435 Kinder/Jugendliche fühlen, wenn sie hören müssen, dass ihre Not “kein Thema” ist?

2.8.2010 Es geht um den Zisterzienser-Pater Gregor Müller, der jahre- oder jahrzehntelang Ministranten missbrauchte, in Birnau, in Deisendorf (inzwischen SE Birnau), in Mehrerau, in Baden/Bistum Basel – und vielleicht auch andernorts. Das zuständige Erzbistum Freiburg rückt nur dann mit der Wahrheit heraus, wenn sie nicht mehr verborgen werden kann – und lehnt im Übrigen jegliche Verantwortung ab. Das Mutterkloster Mehrerau zeigt sich ahnungslos – derweil der Missbrauchstäter von Ort zu Ort versetzt wurde. Nebenbei: Nicht nur, dass er ein zweites Mal in Birnau als “Seelsorger” auftauchte – er scheint auch nicht drei Jahre in Frankreich  (Kloster Oelenberg/Mulhouse) gewesen zu sein – wie bislang kolportiert wurde, – sondern nur 3 Monate. Dann taucht er von Februar 1969 bis Ende 1970 im Kloster Himmerod/Eifel wieder auf. Dort betreute er neben seinem weiteren Studium die Pfarrei Gransdorf. Von dort wurde er in die Schweiz versetzt, wo er bekanntermaßen erneut Kinder missbrauchte. Warum dieser Deutschland-Aufenthalt von Pater Gregor bislang verschwiegen wurde, lässt Vermutungen anstellen.  Über Pädophilie ist immerhin bekannt, dass von ihr Betroffene nicht einfach aufhören, sich Opfer zu suchen und sie zu finden. Die von der Abtei Mehrerau beauftragte Agentur für “Krisenkommunikation” äußert sich nicht zu diesem Zeitraum.
Nach Auskunft des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof des Erzbistums Freiburg, Zollitsch, soll es darum gehen, aufzuklären und die Perspektive der Opfer zuallererst im Blick zu haben.
Das, was ich zu den Missbrauchsfällen rund um Pater Gregor mitbekomme (und in Oberharmersbach ebenfalls), straft diese Aussagen Lügen. Die Opfer werden von der Kirche nach wie vor als Feinde der Kirche erlebt.
Dr. Jens Schmitz von der Badischen Zeitung formuliert: “Wo sich schuldig und mitschuldig Gewordene zur Wahrheit bekennen, zeigen Opfer oft hohe Vergebungsbereitschaft. Wahrheit, die gegen Widerstände ans Licht gezerrt wird, hinterlässt neue Verletzungen, kann aber immer noch der Versöhnung dienen. Nur wo die Wahrheitssuche unterbleibt, da wird auch Vergebung zum frömmelnden Wunsch.” So wie Schmitz formuliert – so ist es. Wer lügt, vertuscht, oder nicht die Wahrheit und nicht die ganze Wahrheit sagt oder irgendetwas, was gar nicht Thema ist, der verspielt jegliche Glaubwürdigkeit – da mag es noch so viele Akademietagungen zur Glaubwürdigkeit der Kirche und noch so viele rote Telefone geben.
Quelle 1: Badische Zeitung
Quelle 2: Badische Zeitung
s. auch: SF
Kommentar: Opfer brauchen keine Agentur für Krisenkommunikation, die einem Bistum oder Orden helfen, das Opfer über den Tisch zu ziehen. Opfer brauchen nur ein ehrliches und berührbares Gegenüber. Aber das scheint im Erzbistum Freiburg und leider auch andernorts zu viel verlangt zu sein. Erika Kerstner

2.8.2010 Ein früherer Leiter des Stuttgarter Bibelwerkes wird von seinem Neffen und anderen Männern des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

2.8.2010 Bischof Küng, St. Pölten, warnt vor dem Missbrauch mit dem Missbrauch.
Quelle: Standard

1.8.2010 Erzbischof Zollitsch will unter den Ministranten, die derzeit ihr Treffen in Rom haben, für den Priesterberuf werben. Der Focus lässt offen, ob  auch bei den Ministrantinnen für den Priesterberuf geworben werden soll.
2006 hatten sich noch 211 junge Männer für diesen Beruf beworben, jetzt sind es deutschlandweit nur noch 150.

1.8.2010 Anna Catherin Loll stellt im “Spiegel” (S. 37-38) fest, dass der Missbrauchsfall von Birnau (incl. Deisendorf und Nußdorf) die Frage aufwirft, ob Erzbischof Zollitsch, Freiburg, alles für die Aufklärung getan hat. Strittig ist, ob Birnau dem Kloster Mehrerau oder dem Erzbistum Freiburg untersteht, ob also das Erzbistum Freiburg oder der Abt des Klosters Mehrerau zuständig ist. Elmar Güthoff, Professor für Kirchenrecht an der Ludwig-Maximilian-Universität München urteilt: “Für alles, was auf dem Territorium eines Bistums passiert, ist grundsätzlich der zuständige Bischof verantwortlich.” Die Unterlagen scheinen eindeutig zu sein: Birnau gehört zum Bistum Freiburg. Die Seelsorge für Birnau, Nußdorf und Deisendorf wurde vom Freiburger Erzbischof in einem sog. Gestellungsvertrag den Zisterziensern der Abtei Wettingen-Mehrerau übertragen. Ein Gestellungsvertrag beinhaltet, dass jeder Mönch, der in der Seelsorge eines Bistums nicht nur aushilfsweise arbeitet, dem zuständigen Bischof gemeldet sein muss. (vgl. auch Südkurier v. 30.12.2008)
Zur Erinnerung: Die Klärung dieser Frage ist für ein Opfer wichtig, das von Pater Gregor Müller in dessen erster Zeit in Birnau von 1966-1968 missbraucht wurde.  In Nußdorf hat sich laut Südkurier ein zweites Opfer aus der Zeit von 1966 – 1968 gemeldet. Pater Gregor wurden im Herbst 1968 sexuelle Übergriffe im Kloster Mehrerau/Privatgymnasium vorgeworfen. Zwischen 1971 und 1987 wird von 4 Opfern im Bistum Basel berichtet.

31.7.2010 Der Missbrauch in Ahrensburg – offensichtlich besteht nach wie vor Klärungsbedarf.

31.7.2010 Mona Lisa zieht Bilanz in den Missbrauchsfällen. Es sieht so aus, als sprächen Opfer und bisherige Täterschützer aneinander vorbei. Die einen meinen, den anderen zu helfen und die Hilfe scheint nicht anzukommen bei den Opfern. Es werde nach wie vor gemauert in den Institutionen:.
Quelle: ZDF

31.7.2010 Der Pfarrer der Siebner Gemeinde, der eine Mail eines Opfers aus Deutschland (Birnau?) an das für ihn zuständige Bistum Chur weiterleitete, wird in seiner Gemeinde angefeindet. Man wirft ihm dort vor, dass er aufgedeckt hat, dass Pater Gregor Müller in Deutschland Kinder missbrauchte. Der Churer Bischof konfrontierte P. Gregor u.a. mit der Mail, die der Siebner Pfarrer weitergeleitet hat und der Täter gestand, dass er mehrere Jungen missbraucht habe. Leute aus der Siebner Kirchengemeinde finden, dass die Information des Bischofs schlimmer sei als der Missbrauch, den Pater Gregor begangen hat.
Quelle: Zisch

31.7.2010 „Wir müssen um der Opfer und um unserer eigenen Glaubwürdigkeit willen alles tun, damit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs rückhaltlos nachgegangen wird“, sagte Bischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der Nordelbischen Kirchenleitung im Blick auf den Missbrauchsfall in Ahrensburg. Eine der Maßnahmen ist die Einsetzung externer Gutachter.
Quelle: Nordelbien.de

29.7.2010 Die Therapeutin Helga Peteler im Interview: “Wir bleiben verletzbar”.
Quelle: Rheinischer Merkur

28.7.2010 Im Erzbistum Freiburg hat möglicherweise der Zisterzienserpater Gregor Müller fünf Jahre lang ohne Genehmigung des Freiburger Erzbischofs (von 1987 bis 1992 unter Erzbischof Oskar Saier und unter dem damaligen Personalreferenten Zollitsch) als verantwortlicher Pfarrer in Nussdorf und Deisendorf – zur heutigen Seelsorgeeinheit Birnau gehörend – gearbeitet. Angesichts der fünfjährigen Funktion als Gemeindeseelsorger sagte der renommierte US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle der BZ jetzt, es sei “nahezu unmöglich”, dass die Erzdiözese damals nichts davon gewusst habe. Die Pressestelle des Erzbistums teilt auf Anfrage der BZ mit: “Es mag sein, dass Pater Gregor M. in seiner zweiten Phase in Birnau von 1987 bis 1992 als Seelsorger für Deisendorf wahrgenommen wurde.” Dies ändere jedoch nichts daran, dass er lediglich in der Diözese und nicht für die Diözese tätig gewesen sei. Er habe dafür keinen offiziellen Auftrag durch das Ordinariat Freiburg gehabt.
Der US-amerikanische Kirchenrechtler Thomas P. Doyle hingegen vertritt die Ansicht, dass ein sog. “Gestellungsvertrag” mit einem Orden, nicht jedoch mit Individuen geschlossen werde. Aber jeder Priester, der in solchen von ORden betreuten Gemeinden arbeite, müsse dem Bischof gemeldet werden und brauche eine Genehmigung.
Die Klärung dieser Frage ist für ein Opfer wichtig, das von Pater Gregor Müller in dessen erster Zeit in Birnau von 1966-1968 missbraucht wurde.  In Nussdorf hat sich laut Südkurier ein zweites Opfer aus der Zeit von 1966 – 1968 gemeldet. Pater Gregor wurden im Herbst 1968 sexuelle Übergriffe im Kloster Mehrerau/Privatgymnasium vorgeworfen. Zwischen 1971 und 1987 wird von 4 Opfern im Bistum Basel berichtet.
Quelle: Badische Zeitung und Badische Zeitung vom 29.7.2010

28.7.2010 Bei der Telefon-Hotline der Bischofskonferenz haben im 1. Halbjahr d.J.  372 Menschen angerufen.
Quelle: Deutsche Bischofskonferenz

28-7-2010 Ein zur Tatzeit noch nicht 14-jähriger Junge gibt an, in Liechtenstein von Frater G.,  Frater G.,  dem ehemaligen Leiter des Maristenkollegs in Mindelheim, auf Silum im Februar 2004 sexuell missbraucht worden zu sein. Die Tat ist ncoh nicht verjährt.
Quelle: Vaterland 28.7.20010

26.7.2010 skydaddy klärt auf darüber, was das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg unter den Hilfs-Angeboten für das Opfer von Birnau versteht – und was das Opfer selbst darunter versteht.  Das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg schreibt: “Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass die Behauptung des Anzeigeerstatters, ihm sei keine Hilfen angeboten worden, schon nach dessen eigenen Angaben falsch ist. Er habe selbst angegeben, dass ihm die Frage gestellt worden sei, wie man ihm helfen könne.” Das Opfer hingegen stellt fest: “Man hat mir nur die theoretische Frage gestellt, wie man mir helfen könnte. Als ich fragte, welche Hilfen man mir bieten könne – bekam ich keine Antwort. Die Hilfen, die ich erbat
a) Kostenübernahme für Mediator oder Rechtsbeistand zu einem Gespräch
b) aktuelle Adresse des Täters
c) eigene Nachforschungen der Diözese nach Zeugen und Opfern
d) Namenslisten der Ministranten, Pfarrgemeinderäte, Mesner…wurden mir verweigert.”
Kommentar: Ich möchte meinen, dass das Opfer am besten beurteilen kann, ob ihm geholfen wurde oder nicht. Eine Hilfe, die beim Opfer nicht ankommt, ist vermutlich keine Hilfe. Dann wird es Zeit, dass das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg sich noch einmal mit dem Opfer in Verbindung setzt – und diesmal zuhört.

26.7.2010 Die vergessenen Missbrauchsopfer – Report München. Robert S., Missbrauchsopfer von Jesuiten, schrieb im Januar 2010 – nach 30 Jahren des Schweigens – an das Canisius-Kolleg von seinem Leid. Er erhielt eine Empfangsbestätigung seines Schreibens. Er sagt: “Wir wurden 30 Jahre vergessen und im Moment sieht’s so aus, als würde man uns wieder vergessen.”
Kommentar: Wer eine Leidens-Geschichte mit einer Empfangsbestätigung – nach 2 oder drei Wochen! – quittiert, hat nichts von Leidensgeschichten verstanden.

26.7.2010 Missbrauchsopfer von Jesuiten fordern eine Entschädigung.
Quelle: ORF

25.7.2010 Das Verfahren gegen 5 Benediktiner des Klosters Einsiedeln wurde eingestellt wegen Verjährung. Es handelt sich um Berührungen und unanggebrachte verbale Äußerungen, in einem Fall um sexuelle Handlungen.
Quele: Radio Vatikan

25.7.2010 Wir sind Kirche fragt nach, wie es mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche weitergehen solle.

24.7.2010 Die Badische Zeitung berichtet von der Akademietagung in Freiburg “Glaubwürdigkeit der Kirche” unter der Überschrift: Tiefe Risse zwischen Anspruch und Tun. Das Schlusswort bei der Veranstaltung war ehrlich. Stefan Orth, Redakteur bei der Herder Korrespondenz, sagte: “Ich habe weiterhin ein ungutes Gefühl hinsichtlich der Bischöfe, ob die sich nicht selbst als Opfer sehen. So schmerzhaft die Selbsterkenntnis ist, es kann eigentlich nicht schmerzhafter sein als das, was die Opfer erlebt haben.”
Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Das Erzbistum hoffe auf Dialog per Telefon oder Internet – heißt es. Das klingt befremdlich, wenn dann auf eine Mail erst gar nicht – auch nicht auf Rückfrage – reagiert wird.

23.7.2010 Die katholische Kirche in Chile hat dem Präsidenten Pinera vorgeschlagen, eine Generalbegnadigung durchzuführen, die auch – unter bestimmten Bedingungen – für Schergen der früheren Militärdiktatur gelten solle. Die Angehörigen der ca 3000 Verschwundenen protestierten.
Quelle: Generalanzeiger

23.7.2010 In der Katholischen Akademie fand am 22.7.2010 eine Tagung zur Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche im Erzbistum Freiburg statt. Die TeilnehmerInnen waren sich darüber einig, dass man Glaubwürdigkeit nicht durch strategische Werbeaktivitäten gewinnen könne, sondern nur durch konkrete Schritte, die das Anliegen der Kirche als zu Gott gehörender Versammlung (kyriake ekklesia) glaubhaft machen. Thomas Herkert, Akadmieleiter, sagte: „Zu den alarmierenden und deprimierenden Erfahrungen dieser Tage zählt, dass nach Umfragen trotz aller Anstrengungen und eindeutigen Aussagen der Bischöfe die überwältigende Mehrheit der Deutschen nicht glaubt, dass die katholische Kirche wirklich an Aufklärung interessiert ist.“ Eine der wichtigsten Aufgaben scheine es jetzt zu sein, “die Grundlagen für neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Dazu gehört Transparenz“, so Thomas Herkert.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Kommentar, auf den ich nicht verzichten kann: Dass die Anstrengungen der Kirche, auch im Erzbistum Freiburg, so gar nicht bei den Menschen ankommen wollen, liegt nicht so sehr an der Bösartigkeit und Voreingenommenheit der Menschen, sondern daran, dass es – trotz aller Mailadressen mit “kommunikation@ordinariat-freiburg.de” – nicht zu einem Gespräch zwischen den ChristInnen an der Basis und dem Bischöflichen Ordinariat kommt. Das Argument, dass es leider keine Zeit gäbe, um Anliegen von Opfern anzuhören, wurde mir bereits im März 2005 vom damaligen und jetzigen Missbrauchsbeauftragten genannt. Dass es in fünfeinhalb Jahren nicht möglich gewesen sein soll, den Zeitmangel und die Arbeitsüberlastung zu reduzieren, soll das Bischöfliche Ordinariat jemand anderem erzählen – mir nicht mehr.
Ein Zweites kommt hinzu als mögliche Ursache: Vielleicht glauben die ChristInnen an der Basis einfach nicht mehr, was ihnen das Ordinariat in Freiburg in Sachen Missbrauch in Oberharmersbach, in Birnau und andernorts vorsetzt – es gibt zu viele Unklarheiten. Zuviel wird erst eingestanden, wenn es bereits öffentlich ist.  Und: Es sind nicht einmal mehr die ChristInnen, die ihrer Kirche längst den Rücken gekehrt haben – der Glaubwürdigkeitsverlust hat so loyale und treue Leute wie mich erfasst.

23.7.2010 Der katholische Redemptoristenorden der Provinz St. Clemens in Köln gibt bekannt, dass Opfer von Gewalt 6 Redemptoristen des Missbrauchs oder der Gewalt beschuldigten. 2 der mutmaßlichen Täter waren in Bonn, einer im Internat in Glanerbrück tätig. Wie meistens sind 2 der Täter verstorben und die Taten ohnehin verjährt (sexueller Missbrauch ist eines der sichersten Verbrechen, formulierte mal ein Opfer. Es hat Recht.) Vorwürfe von körperlicher Misshandlung betreffen einen Pater, der noch lebt.
Quelle: Generalanzeiger

23.7.2010 Im Bistum Trier wurde eine Internetseite zur Prävention von sexuellem Missbrauch eingerichtet.

23.7.2010 Ein Priester aus den USA wurde vom Papst laisiert. Er hat vor 30 Jahren einen Jugendlichen sexuell missbraucht. Dies teilte die Diözese von Youngstown in Ohio mit. Der Priester hatte den Missbrauch gestanden, gegen ihn wurde jedoch wegen der Verjährung kein Justizverfahren eingeleitet.
Quelle: die presse

23.7.2010 Der Abt des Klosters Ettal formuliert einige selbstkritische Fragen. Er stellt fest: “Das erste Wort unserer Regel heißt: Höre! Wir haben nicht gehört.”
Quelle: Süddeutsche

23.7.2010 Mitglieder des Ordens der Herz-Jesu-Missionare am Johanneum Homburg/Saar haben Kinder und Jugendliche  misshandelt und missbraucht. Über die Anzahl der Opfer und der Täter und die Taten gibt es keine weiteren Nachrichten. Opfer trafen sich mit  Generalvikar Dr. Jung  vom Bistum Speyer. Ein Gesprächsangebot der Missionare lehnten die Opfer größtenteils ab, da das bisherige Vorgehen des Ordens als völlig unzureichend kritisiert wurde. Der Orden habe bisher weder selbst für Transparenz und Information gesorgt, noch eigene Verfehlungen eingeräumt, obwohl diese bereits durch weitere Betroffene und Zeugen bestätigt worden sind.
Quelle: Bistum Speyer

22.7.2010 Im Bistum Dresden-Meißen gab es entgegen dem ersten Anschein auch Missbräuche von Kindern und Jugendlichen durch Priester. Zwei Missbrauchsopfer berichteten von einem 1971 gestorbenen Priester, der verbrecherische Handlungen an den Mädchen begangen habe. Ebenfalls gibt es einen Verdacht auf die Verletzung der sexuellen Integrität einer Minderjährigen vor va 25 Jahren durch einen damaligen Kaplan in Riesa. Der Beschuldigte wurde suspendiert, die Täten sind verjährt.
Außerdem gibt es zwei Fälle aus den 70er und 80er Jahren, die aufgearbeitet und abgeschlossen sind. In Leipzig läuft zudem ein Verfahren gegen einen Lehrer einer katholischen Schule. Der Mann wurde wegen sexueller Belästigung entlassen, eine strafrechtliche Ermittlung wurde eingestellt.
Quelle: nachrichten-lvz-online

22.7.2010 “skydaddy” stellt Fragen an die Staatsanwaltschaft Konstanz im Birnauer Missbrauchsfall.

22.7.2010 Heute Abend findet in der Freiburger Akademie ein Forum zur aktuellen Krise der katholischen Kirche statt. “Eine der wichtigsten Aufgaben scheint es jetzt zu sein, die Grundlagen für neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen”, heißt es in der Einladung. Ich finde, dass ein guter Anfang schon mal wäre, wenn Briefe oder Mails beantwortet würden.

22.7.2010 Nach der Einstellung des Verfahrens gegen Erzbischof Zollitsch gibt es Aussagen des Freiburger Ordinariates, dem das Opfer und ein amerikanischer Kirchenrechtler widersprechen.

  • Das Erzbistum sagt, es sei seiner Verpflichtung nachgekommen, als es 2006 von dem Missbrauch in Birnau durch das Opfer erfuhr und den Orden darüber informiert habe. Für die Ermittlungen sei der Orden des Täters zuständig, nicht die Diözese. Das Bistum sei kirchenrechtlich nicht zuständig gewesen und habe auch nicht gegen die Leitlinien verstoßen. Der Täter sei auch nicht in einem Gestellungsverhältnis oder im Auftrag des Erzbischofs tätig gewesen, sondern lediglich als gelegentlich vom zuständigen Pfarrer herangezogene Aushilfe an Feiertagen.
  • Der US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle hingegen sagt, dass mit dem Orden ein Gestellungsvertrag geschlossen werden müsse und dass jeder in der Gemeinde tätige Priester dem Erzbischof gemeldet werden müsse. Eine Genehmigung durch den Erzbischof sei in jedem Fall nötig, sobald jemand als Priester tätig wird und mit Laien beschäftigt sei.
  • Der Kirchenrechtler Bier hingegen sagt, dass der Erzbischof seiner Pflicht genügt, wenn er den Orden informiert, weil der Täter nicht mehr greifbar ist und die Tat womöglich schon verjährt ist. Doyle hingegen argumentiert, dass der Erzbischof unabhängig von der zeitlichen Distanz Verantwortung habe, den Fall zu untersuchen, denn als Seelsorger sei er auch dem Opfer verpflichtet.
  • Das Ordinariat berichtet, es habe sich um das Opfer gekümmert. Ein Gespräch zwischen Täter und Opfer habe stattgefunden. Das Opfer hingegen versichert an Eides statt, dass das Gespräch nicht stattgefunden habe. Darüber hinaus habe das  Bistum ein allgemeines Hilfsangebot gemacht, sei aber nicht konkret geworden. Als das Opfer das konkret angebotene Gespräch mit der Erzdiözese annehmen wollte, bat es um einen Mediator oder Rechtsbeistand, der aber von der Erzdiözese nicht bewilligt wurden.

Quelle: Badische Zeitung

21.7.2010 Die Theologin Heimbach-Steins in der FR im Gespräch mit Bischof Bode: Der Kirche droht die Kernschmelze, sagt sie.

21.7.2010 In einem Ferienlager sollen 6 Jugendliche (ca 13 Jahre alt) von z.T. älteren Lagerteilnehmern sexuell misshandelt worden sein. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Süddeutsche und Spiegel

21.7.2010 Der Erzbischof von Freiburg, Zollitsch, ist von der Staatsanwaltschaft Konstanz von allen Vorwürfen entlastet worden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft “fehlt jegliche Grundlage für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit”. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Ermittlungsverfahrens einmal mit der Verjährung der sexuellen Übergriffe in Birnau von 1966 bis 1968. Gleiches gelte für den Zeitraum zwischen Ende der 80er und Mitte der 90er Jahre – da gäbe es lediglich Vermutungen des Anzeigeerstatters, aber keine Geschädigten. Selbst wenn sich Opfer aus nicht verjährter Zeit melden würden, stellte die Staatsanwaltschaft Konstanz fest, gäbe es keine Hinweise, dass der damalige Personalreferent Zollitsch Missbrauch billigend in Kauf genommen oder gefördert haben könnte. Das Erzbistum Freiburg hatte bislang immer betont, dass die Zusammensetzung der Klostergemeinschaft des Zisterzienserordens in Birnau vom Abt des Ordens eigenständig geregelt werde und nicht dem Erzbistum Freiburg unterstehe.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Quelle: Die Zeit
Die Badische Zeitung berichtet darüber hinaus: “Auf Nachfrage der Badischen Zeitung erklärte Oberstaatsanwaltschaft Christoph Hettenbach, man habe nach Bekanntwerden der Anzeige in der Presse bewusst zugewartet, damit eventuelle Opfer sich melden konnten. Einen öffentlichen Aufruf habe man nicht veranlasst, und natürlich könne man auch in den betroffenen Gemeinden nicht von Haus zu Haus gehen. Den Täter habe man nicht vernehmen können, seine Anschrift sei nicht bekannt und die einzigen nachweisbaren Fälle alle verjährt. Der Anzeigeerstatter sei aber vernommen worden.”
Kommentar: Verstehe ich das richtig: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz bestanden in der Vernehmung des Anzeigeerstatters, in der Nicht-Vernehmung des Täters und im Zuwarten, ob eventuelle Opfer sich melden? Wer nur ein wenig von der Dynamik traumatisierter Menschen weiß, weiß auch, dass ein Outing von Opfern erst dann möglich ist, wenn ausreichend Vertrauen aufgebaut werden konnte. Pater Mertes hat vorgemacht, wie Menschen Vertrauen aufbauen können. Ich bezweifle, dass die bisherigen Stellungnahmen des Erzbistums Freiburg vertrauensförderlich waren/sind. Und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz, die offensichtlich im Zuwarten bestanden, dürften Opfer auch nicht gerade ermutigen, Anzeige zu erstatten. Da bekannte Straftaten verjährt sind und andere nicht bekannt sind, wurde die Frage, ob das Erzbistum Freiburg für die Seelsorgeeinheit Birnau zuständig war/ist, von der Staatsanwaltschaft erst gar nicht geprüft. Zuletzt hatten zwei Kirchenrechtler nach einer ersten Unklarheit diese Frage bejaht.
Zu einer moralische Verpflichtung des Erzbistum äußert sich die Staatsanwaltschaft naturgemäß nicht.
Weitere infos unter: skydaddy und pater gregor
Wir haben es also mit Missbrauchstaten zu tun, die zwischen 1966 und 1968 in Birnau (mindetens ein Opfer) stattfanden.  Im Herbst 1968 wurde Pater Gregor aus Mehrerau in den Elsaß versetzt. Ein Großvater hatte den Missbrauch seines Enkels mitbekommen und hat zusammen mit anderen Eltern (Opferzahl?) für die Entfernung des Paters aus Mehrerau gesorgt. Pater G. ging im Herbst 1968 bis 1971 in den Elsaß. Zwischen 1971 und 1987 wird von 4 Opfern im Bistum Basel berichtet. In zwei Fällen wurde Anzeige erstattet. Wäre es nicht naheliegend, bei jemandem, der wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige,  die sich über mindestens 11 Jahre hinziehen, genauer hinzuschauen und gezielt nach weiteren möglichen Opfern zu suchen?  

21.7.2010 Das Erzbistum Freiburg hat Report Mainz (ARD – Sendung vom 19.7.2010) Diffamierung von Erzbischof Zollitsch vorgeworfen. Der Sprecher des Erzbistums verwies darauf, dass aus dem Zusammenhang gerissene Briefausschnitte und geschickt arrangierte Fernsehbilder  präsentiert wurden und Zitate Zollitschs bewusst weggelassen wurden. “Hätte man die Brief in voller Länge präsentiert, ergäbe sich ein anderes, Zollitsch entlastendes Bild” – so das Erzbistum.
Quelle: rp-online
Kommentar: Das Erzbistum kann ja die vollständigen Briefe veröffentlichen.

21.7.2010 Das Erzbistum Freiburg reagiert auf die Report-Mainz-Sendung vom 19.7.2010 und formuliert: “Hintergrund ist die Anzeige eines mutmaßlichen Missbrauchsopfers eines Mönchs aus der österreichischen Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau.”
Dem Erzbistum ist bekannt, dass es sich um ein Opfer handelt und nicht um ein mutmaßliches Opfer. Dem Erzbistum Freiburg ist bekannt, dass der Täter den Missbrauch in der heutigen Seelsorgeeinheit Birnau gestanden hat. Wenn es dennoch von einem mutmaßlichen Opfer spricht, dient diese Äußerung dazu, das Opfer unglaubwürdig zu machen.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Der Pressesprecher nimmt im Interview Stellung zur Report-Mainz-Sendung.

21.7.2010 Die Badische Zeitung vermutet, dass der Erzbischof von Freiburg, der zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, die eigenen Leitlinien gegen Missbrauch von 2002 nicht befolgt hat. Der Redakteur schaut sich den Kommunikationsstil und die Besonderheiten der Sprache des Erzbistums genauer an und stellt fest: Die Formulierungen der Pressestelle entpuppen sich als eigentümlich leer. “… bei näherer Betrachtung wird an den fraglichen Stellen weder etwas Entlastendes noch etwas Falsches gesagt, sondern sozusagen gar nichts: Die Wallfahrts- und Klosterkirche Birnau gehört tatsächlich als Priorat zur Abtei Mehrerau. In allen hier wichtigen Aspekten gehört sie aber zur Erzdiözese, samt ihrer Seelsorgeeinheit. Robert Zollitsch mag auch mit Personalentscheidungen und Vorgängen im Kloster Birnau nichts zu tun gehabt haben. Für die Betreuung seiner Gemeindemitglieder durch die Patres war er aber sehr wohl zuständig. Die Stabsstelle Kommunikation kommuniziert nicht falsch, aber irrelevant.”
Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Vielleicht geschieht dem Opfer und den Opfern rund um Birnau doch noch Gerechtigkeit – soweit sie überhaupt möglich ist.

21.7.2010 Der emeritierte belgische Erzbischof Godfried Danneels steht im Verdacht, Missbrauchsvorwürfe vertuscht zu haben. Ihm droht ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung.
Quelle: Südwestpresse

20.7.2010 Der Vatikansprecher P. Lombardi sagt, gegen Missbrauch helfen Gesetze alleine nicht aus. (Er hat Recht: Man müsste sie auch befolgen.)
Quelle: kath.press

20.7.2010 Fall Birnau bzw. Fall Zollitsch: Kirchenrechtler sehen den Erzbischof von Freiburg in der Verantwortung für die Seelsorgeeinheit Birnau. Der Kirchenrechtler Bier korrigiert eine frühere andere Darstellung. Die Erzdiözese Freiburg hatte sich ausführlich dazu geäußert, dass die Klosterkirche Birnau als Priorat zur Zinsterzienserabtei Wettingen-Mehrerau in Österreich gehöre und als Territorialabtei unabhängig vom jeweiligen Diözesanbischof sei. Das scheint irreführend gewesen zu sein.
Quelle: Badische Zeitung

20.7.2010 Der ehemalige Schulleiter des Bonner Aloisiuskollegs ist mit 82 gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Missbrauchs an Schülern gegen ihn. Von 30 Fällen waren 13 möglicherweise noch nicht verjährt. Die Übergriffe dauerten 40 Jahre lang. Mehr als 24 Opfer beschuldigten den mutmaßlichen Täter.
Quelle: Domradio

20.7.2010 Ein katholischer Priester aus Erbendorf/Oberpfalz im Bistum Regensburg hat einen Strafbefehl wegen sexuellen Kindesmissbrauchs bekommen. Er soll 2009 drei Mädchen einer Grundschulklasse unsittlich angefasst haben. Der Strafbefehl lautet auf 10 Monate Bewährung und Zahlung von 4000 €. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: Mittelbayerische

20.7.2010 Die Zahl traumatisierter Soldaten nimmt zu. Bericht in der FR

19.7.2010 “Im Frühjahr 1995 erreichte uns das Schreiben einer Opfer-Hilfsorganisation, das bei uns neue Recherchen und Aktivitäten auslöst”, sagt der Erzbischof Zollitsch im Interview vom 19.7.2010 faz-net zu den Missbrauchsfällen in Oberharmersbach.
In der Badischen Zeitung Freiburg hingegen las sich diese Darstellung am 14. Juli so: “In den bisherigen Stellungnahmen hatte das Ordinariat mehrfache Versuche für sich reklamiert, konkretere Informationen über mögliche Vergehen zu erhalten. Entsprechend hieß es im März dieses Jahres: “Als sich dann 1995 – bei weiteren Recherchen des Erzbistums – ein Missbrauchsopfer meldete und dem Pensionär klar gemacht wurde, dass nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werde, nahm sich der Pfarrer das Leben.” Auch diese Aussage konkretisierte Eberle [der Pressesprecher] nun auf Nachfrage: Die weiteren Recherchen des Erzbistums seien eine Reaktion auf die Anzeige des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen.”
Kommentar: Was stimmt denn nun? Drei Varianten des gleichen Vorgangs stehen zur Auswahl:
1. Das Erzbistum Freiburg hat 1995 von sich aus recherchiert und dann hat sich ein Opfer gemeldet. (Aussage im März 2010)
2. Die weiteren Recherchen des Erzbistums im Jahr 1995 waren eine Reaktion der Kirche auf die Anzeige eines Opfers bei der Staatsanwaltschaft (Stand vom 14. Juli 2010)
3. Eine Opfer-Hilfsorganisation schrieb an das Ordinariat und löste dadurch neue Recherchen und Aktivitäten aus. (Stand vom 19.7.2010)
skydaddy” stellt dazu noch ein paar m.E. berechtigte Fragen und analysiert die Sprache des Erzbistums Freiburg.

20.7.2010 Die Süddeutsche äußert Zweifel an Erzbischof Zollitsch.

19.7.2010 Neue Vertuschungsvorwürfe gegen Erzbischof Zollitsch bei Report Mainz

19.7.2010 Das Ermittlungsverfahren gegen Erzbischof Zollitsch wegen des Vorwurfs der Beihilfe zu sexuellem Missbrauch an Kindern wird vermutlich eingestellt. Der Südkurier berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Konstanz das Ermittlungsverfahren gegen einen früher in der Klosterkirche Birnau eingesetzten Pater wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits eingestellt hat. Wenn es in der Hauptklage kein Verfahren gibt,  kann es auch keine Beihilfe-Vorwürfe geben, sagen Juristen.
Quelle: Südkurier
Kommentar: Ein Verfahren gibt es nicht – weder gegen den Täter, noch gegen den Erzbischof wegen Beihilfe. Nur eines gibt es: Ein Opfer oder auch mehr als ein Opfer. Nur: Das ficht das Erzbistum Freiburg nicht an.

19.7.2010 Wie aus einem Täter ein Opfer gemacht wird und wie die Leidenden selber schuld sind. Zum Nachruf auf Gerold Becker in welt.de

19.7.2010 Heimkinder sollen mit einer Opferrente von 300 € entschädigt werden. Dazu schreibt Helmut Jacob einen ebenso richtigen wie zornigen Kommentar. Er schreibt u.a.: “Eine weitere Niedertracht der Stellen, die sich offiziell mit der Aufarbeitung von Heimkinderschicksalen beschäftigen (Runder Tisch, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Caritas, Diakonisches Werk, Landschaftsverbände und Landesjugendämter), besteht auch darin, dass sie den wirklichen Opfervertretern keine Beachtung schenken. Prof. Manfred Kappeler, der den Zwischenbericht zum Runden Tisch analysierte und auch sonst wichtige Beiträge zur Aufhellung der Erziehungsgeschichte in den Nachkriegsjahrzehnten geliefert hat, wird offensichtlich ebenso ignoriert, wie Diplom-Theologe/Diplom-Psychologe Dierk Schäfer, der immer wieder Möglichkeiten der Opferhilfe aufgezeigt hat.”

18.7.2010 Im Fall des Oberharmersbacher Pfarrers, der mehr als 22 Kinder missbraucht haben soll, gibt es neue Vorwürfe gegen den damaligen Personalreferenten des Erzbistums Freiburg, Erzbischof Zollitsch. “Report Mainz” liegen 2 Briefe des Erzbischofs aus dem Jahr 1995 vor, in denen er  – damals Personalreferent – sich zum Oberharmersbacher Missbrauchsfall äußert. Darin schreibt Zollitsch, dass die Gemeinde Oberharmersbach nicht über wesentliche Details des Skandals informiert werden solle: “Eine solche Aufklärung hätte zudem … nur noch den Sinn eines Racheaktes gegenüber einem alten und kranken Mann … Eine solche nachträgliche Rache nützte niemandem und würde einen Menschen ohne Not in den Ruin oder gar Tod treiben.” Bereits 1992 wurde Zollitsch, damals Personalreferent, von einem Priester des Erzbistums Freiburg über den Missbrauch am Neffen dieses Priesters persönlich informiert. Die sexualisierte Gewalt war auf 4 Seiten protokolliert. Es kam zum Gespräch zwischen dem Priester, dem Opfer und dem Personalreferenten. Der Priester sagt: “Ich denke, es wurde vertuscht, schlicht und einfach. Man wollte den Skandal verhindern auf dem Rücken der Schwächsten”, sagte der noch aktive Pfarrer gegenüber “Report Mainz”.
Quelle: swr
Quelle: Die Zeit
Das Erzbistum Freiburg nimmt dazu Stellung: “Diese Vorwürfe sind weder neu noch gerechtfertigt. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch hat sich bereits im März dazu geäußert und deutlich gemacht, dass es den damals Verantwortlichen nicht darum ging, etwas zu vertuschen. Die damals Verantwortlichen haben versucht, den Schaden zu begrenzen und sexuellen Missbrauch zu verhindern.”
Für morgen, Montag, ist eine ausführliche Stellungnahme des Erzbistums Freiburg angekündigt.
Kommentar: Wenn – wie nicht nur in diesem Fall bislang – so oft gelogen wurde oder Halbwahrheiten verbreitet wurden, muss sich niemand im Freiburger Ordinariat wundern, wenn auch die Kirchenloyalsten und Gutwilligsten kein Wort mehr von dem glauben, was das Erzbischöfliche Ordinariat erzählt.
Merken muss man sich auch, dass die Herstellung von Gerechtigkeit für den Erzbischof Zollitsch ein “Racheakt” ist.
Unerklärt bleibt in der Erklärung des Erzbistums Freiburg, wessen Schaden begrenzt werden sollte – der Schaden der Kirche oder der Schaden der Opfer?

 17.7.2010 Dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, liegt der Missbrauch in Oberharmersbach auf der Seele. “Er habe deshalb die Opfer und ihre Angehörigen inzwischen mehrfach um Verzeihung gebeten “, berichtet kath.net.

17.7.2010 In der Odenwaldschule gab es offensichtlich bereits kurz nach der Gründung vor 100 Jahren sexuelle Übergriffe durch Erzieher und Lehrer.
Quelle: Spiegel

17.7.2010 Katholikinnen fordern Reformen – jetzt.
Quelle: FR

16.7.2010  Maria Jepsen, Bischöfin der Nordelbischen Kirche, gibt ihr Amt auf. Im Kontext einer Missbrauchsgeschichte sei ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt worden, sagt Jepsen.
Quelle: Zeit

16.7.2010 Bislang haben sich bei Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, ca  1500 Menschen gemeldet, mehr als die Hälfte von ihnen kommen aus dem Bereich der katholischen Kirche. BErgmann berichtet, dass sich nur ganz wenige Täter melden und dass sie von Reue bisher noch nichts gehört habe. Sie betont, dass es erneut zu eienr tiefen Verletzung der Opfer führt, wenn diese erleben müssten, dass versucht wird, das eine oder andere nicht zu benennen.
Quelle: Domradio

16.7.2010 Der Tagesanzeiger bemerkt, dass für den Vatikan die Priesterweise für Frauen genauso schlimm ist wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Barbara Dorris, Überlebenden-Netzwerk von Priestern Missbrauchter, erklärt, dass der Erlass des Vatikan sich nur mit einem Teilproblem beschäftigt, nämlich der Amtsenthebung pädophiler Priester. In Wirklichkeit seien relativ wenige Kinder missbraucht worden, weil Priester nicht schnell genug abgesetzt worden seien, sondern es seien Hunderttausende Kinder durch das Vorgehen von Bischöfen una anderen Kirchenmitarbeitern zum Opfer geworden. Der Erlass sieht keine Sanktionen vor, wenn missbrauchende Priester durch Kollegen und Vorgesetzte gedeckt werden.
Quelle: Tagesanzeiger

16.7.2010 Das Netzwerk ECPAT sammelt Unterschriften für eine Petition gegen Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen. Die Bun desregierung wird aufgefordert, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und ein nationales Meldesystem aufzubauen.
Quelle: Domradio

15.7.2010 Das österreichische Justizministerium gibt an, dass am 15. Mai d.J. 34 Ermittlungsverfahren gegen katholische Priester und KirchenmitarbeiterInnen wegen Misshandlungen und sexualisierter Gewalt gebe. Nach Angaben von Ö 1 ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruch gegen die meisten Beschuldigten, nämlich 22. In Innsbruck werden verjährte Fälle nicht gleich eingestellt, da sich auch noch Betroffene aus jüngster Zeit melden könnten – damit würde die Verjährung für ältere Fälle aufgehoben.
Quelle: ORF

15.7.2010 Eine Frau, die den Notruf von “Wir sind Kirche” betreut, berichtet. Sie stellte in den vergangenen Wochen fest, dass sich Wut in die Verzweiflung der Opfer mischt. Viele haben sich erst an die offizielle Hotline der Kirche gewandt – und später an “Frau Katharina”, wie sie sich am Telefon nennt. Je mehr Zeit verstreicht, desto größer ist die Enttäuschung der Opfer, dass noch immer nichts geschehen ist, dass sie noch immer keine Entschädigungen erhalten haben, dass der Prozess zäh und langsam ist, dass “die Kirche ihrem Empfinden nach nicht kooperiert, sondern inszeniert. Vor allem sich selbst.” “Sie fühlen sich im Stich gelassen”, sagt Katharina B. Und noch viel schlimmer: “Sie fühlen sich nun, da sie endlich gesprochen haben, ein zweites Mal missbraucht. Für viele Betroffene ist es ohnehin schwierig, Hilfe bei der Institution zu suchen, deren Opfer sie einst wurden.”
Quelle: Spiegel
Kommentar: Auch ich beobachte, dass an vielen (nicht allen!) Stellen Kirche sich selbst inszeniert und sich darin gefällt, von der Option für die Opfer zu sprechen. Wenn es tatsächlich um die Opfer ginge, müsste diese Grundhaltung auch bei den Opfern ankommen – und genau das geschieht nicht.

15.7.2010 Der Vatikan hat die Verjährungsfrist für Missbauchsdelikte von bisher 10 auf 20 Jahre angehoben, gerechnet vom 18. Geburtstag des Opfers an. Übergriffe von Priestern auf Geisteskranke werdenjenen auf Kinder gleichgestellt.  Beistz und Verbreitung von Kinderpornographie wird in Zukunft auch als schwerwiegendes Verbrechen betrachtet.
Quelle: NZZ

15.7.2010 Der kirchenkritische Blogger “skydaddy” hat den deutschen Kirchenrechtler Georg Bier befragt, wer für die Seelsorgeeinheit Birnau im Erzbistum Freiburg zuständig sei. Zunächst hatte Professor Bier öffentlich geäußert, Erzbischof Zollitsch sei niemals für die Seelsorge in der Kloster- und Wallfahrtskirche Birnau zuständig gewesen. Skydaddy wollte nun wissen, wie zu verstehen sei, dass Erzbischof Zollitsch die Seelsorgeeinheit Birnau errichtet habe und auch den Leiter der Seelsorgeeinheit – einen Mönch des Klosters Mehrerau – ernannt habe, ohne für die Seelsorge zuständig gewesen zu sein. Prof. Bier wollte dieser Frage nachgehen, antwortete aber skydaddy auch auf Nachfrage bislang nicht.
Skydaddy hatte einen zweiten Kirchenrechtsprofessor, Richard Puza, der sich wie Prof. Bier zur Nichtzuständigkeit des Freiburger Erzbischofes geäußert hatte, angefragt. Der reagierte auf zwei Anfragen nicht.
Skydaddy hat sich nun an den US-amerikanischen Kirchenrechtler und Missbrauchsexperten Thomas P.Doyle gewandt. Dieser vertritt die Ansicht, dass der Freiburger Erzbischof eine Untersuchung des Missbrauchsfalles in Birnau hätte vornehmen müssen, als er 2006 davon Kenntnis erhielt.
Nach Ansicht von Skydaddy erwecken sowohl das Erzbistum Freiburg als auch der Abt des Klosters Mehrerau den Eindruck, als sei das Erzbistum Freiburg nicht für die Seelsorgeeinheit Birnau zuständig. Zu unterscheiden sei die ordensrechtliche Zuständigkeit, die beim Orden liegt und die seelsorgerliche Zuständigkeit, die natürlich beim Bischof liege. Die umfangreichen Ausführungen  der Freiburger Erklärungen  und der Erklärung des Abtes über Territorialabteien und deren Unabhängigkeit vom Diözesanbischof müssen – so skydaddy – beim Leser den Eindruck erwecken, dass dies eben auch für Birnau zutrifft. Auf diese Weise wird offenbar bewusst ein falscher Eindruck erzielt, ohne dass – jeder Satz für sich genommen – gelogen wird.
Quelle: skydaddy

14.7.2010 Das Ordinariat Freiburg hat seine bisherige Darstellung korrigiert: Nicht erst – wie bislang angegeben – 1995 gab es einen konkreten Hinweis auf Missbrauchs-Verbrechen durch den katholischen Pfarrer von Oberharmersbach, Hinweise gab es bereits 1992 durch ein Opfer. Der 1991 aus dem Amt genommene Täter habe 1992 gegenüber dem Erzbistum Reue und Buße zugesichert. Reue und Buße setzen natürlich voraus, dass der Täter seine Taten auch gestanden hat. Im März d.J. hatte das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg von weiteren Recherchen im Jahr 1995 berichtet. Nun sagt das Ordinariat, die weiteren Recherchen seien eine Reaktion auf die Anzeige des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen.
Derzeit sind 22 Opfer dieses Priesters aus Oberharmersbach bekannt. Die tatsächliche Zahl der Opfer sei jedoch mit Sicherheit höher, sagte der Sprecher des Erzbistums Freiburg.
Quelle: Badische Zeitung

14.7.2010 Die Evangelische Landeskirche Nordelbien will die Missbrauchsopfer von Ahrensburg entschädigen. Der inzwischen pensionierte Pastor Dieter K. soll von Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre mehrere Jugendliche sexuell missbraucht haben. Die Bischöfin Maria Jepsen dementiert, dass sie   von den Verbrechen erfahren habe.
Quelle: Evangelischer Pressedienst

14.7.2010 In Luxemburg gingen bis Ende Juni 124 Berichte über Misshandlungen und Missbrauch bei der kirchlichen Kontaktstelle für Missbrauchsopfer ein. 91 Frauen und Männer hatten sich als Opfer oder als Zeugen gemeldet und berichteten von sexualisierter Gewalt durch Priester, Ordensleute oder jugendliche Mitbewohner in sozialen Einrichtungen. 65 Berichte gingen an die Staatsanwaltschaft.
Quelle: Radio Vatikan

14.7.2010 In der evangelischen Schwesterkirche im Rheinland haben 57 Frauen und Männer über Misshandlungen und sexualisierte Gewalt berichtet. 13 Berichte bezogen sich auch Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen der Diakonie und zweier kirchlicher Stiftungen. In 5 Fällen sei die Gewalt in anderen Landeskirchen geschehen und in 3 Fällen in der katholischen Kirche.
Quelle: FR

14.7.2010 Der neue Augsburger Bischof Zdarsa wurde im Interview gefragt: “Natürlich findet sexueller Missbrauch in der Kirche seltener statt als etwa in der Familie. Aber das Vertrauen, das man der Kirche und den Priestern entgegenbringt, muss doch besonders hoch sein. Wiegt deswegen der Vertrauensbruch nicht besonders schwer?”
Er antwortete: “Das ist richtig. Aber ich möchte doch darum bitten, dass wir immer wieder differenzieren. Der Anspruch an Priester ist hoch, und wir haben uns immer wieder neu danach auszurichten. Auch ich muss mir bei jeder Predigt überlegen: Predigst du nicht auch für dich? Insgesamt wird uns aber daran deutlich gemacht, dass die Kraft, das Geheimnis Christi glaubwürdig zu verkünden, nicht von uns kommt, sondern von Gott. Der Apostel Paulus sagt: Gottes Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Damit möchte ich aber keineswegs die Vergehen herunterspielen.”
Quelle: Augsburger Allgemeine
Kommentar: Paulus hat mit Sicherheit nicht gemeint, dass in Verbrechen gegen Kinder und Jugendliche die Kraft Gottes eine gute Chance habe, sich zu vollenden.

13.7.2010 Das Bistum Aachen geht wichtige Schritte: Es ernennt zum einen auch eine weibliche Ansprechperson für sexuellen Missbrauch. Es will jemanden mit der Betreuung und Nachsorge für die Opfer beauftragen – das ist ein Gesichtspunkt, der bislang kaum im Gespräch ist: Dass Opfer, die sich als solche kenntlich gemacht haben, unter enormem psychischen Druck stehen und auf Ansprache und Rückfrage angewiesen sein können. Und schließlich ist auch im Blick, dass ein (mutmaßlicher oder erwiesener) Täter seine bisherigen MitarbeiterInnen in große Verunsicherung stürzt.
Quelle: az-web

12.7.2010 Im Bistum Essen wurde ein 31-jähriger katholischer Priester beurlaubt. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen des Vorwurfs, er habe einen erwachsenen Mann zu sexuellen Handlungen gezwungen. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
Quelle: Bistum Essen

12.7.2010 Der frühere Generalobere der Jesuiten, Johannes G. Gerhartz SJ, gibt eine Erklärung über seinen Umgang mit Missbrauchsfällen im Jesuitenorden ab.

12.7.2010 Erstmals hat das Bistum München in Zusammenhang mit der Versetzung des pädophilen Pfarrers Peter H. Fehler zugegeben.
Quelle: Süddeutsche

12.7.2010 Roman Polanski wird nicht an die USA ausgeliefert. Sein Hausarrest in der Schweiz ist beendet.
Quelle: Süddeutsche

12.7.2010 “Zu keiner Zeit wurde an die Kinder und Jugendlichen gedacht und Sorge getragen, ihnen zu helfen.” So steht es im Sondergutachten von Andrea Fischer zu den Missbrauchsfällen bei den Jesuiten. Naheliegend ist, dass die Zahl der Betroffenen deutlich höher sein dürfte als die Zahl derer, die sich gemeldet haben. Das Sondergutachten empfiehlt dem Jesuitenorden, mit Entschädigungszahlungen nicht auf die Ergebnisse des Runden Tisches zu warten. Entschuldigungen alleine wirkten schal, wenn sie keine Konsequenzen hätten, heißt es u.a. in dem Gutachen.
Quelle: Domradio

12.7.2010 Eine Mitinitiatorin einer Pro-Papst-Demo fragt: “Er [der Papst] hat sich bei den Missbrauchsopfern entschuldigt – was soll er also noch alles tun?”
Quelle: vienna

12.7.2010 Thomas von Mitschke-Collande, Unternehmensberater in München, empfiehlt den deutschen Bischöfen, eine neue Synode einzuberufen. Vielleicht hat er mit der Empfehlung ja mehr Erfolg als die KatholikInnen an der Basis.
Quelle: Bistum Essen

12.7.2010 Kardinal Meisner sagt, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche habe die Seelsorge erheblich erschwert. Ihn quäle die “Wolke des Verdachts”, unter die nun alle geraten sind. “Das ist eine wirklich teuflische Situation”, meinte er.
Quelle: Welt
Kommentar: Wer von einer “Wolke des Verdachts” und einer “teuflischen Situation” spricht, vermeidet mit der Vernebelung und der Passiv-Formulierung, Verantwortliche für diese Situation zu benennen. Verantwortlich für diese Situation sind Kirchenmänner, die Kinder und Jugendliche missbraucht haben und Kirchenmänner, die die Täter gedeckt und die Verbrechen vertuscht haben.

12.7.2010 “Viel zu lange hat sich die Kirche nur selbst beweihräuchert, hat ihrem Nimbus das Wohl der Menschen untergeordnet und sich für sakrosankt erklärt, hat Gehorsam befohlen und Gefolgschaft reklamiert, hat vertuscht, was nicht zum Bild von ihr passte. Dabei ist das Herz der Kirche erstarrt. Es hat sein Mitgefühl verloren. Statt für sie Zufluchtsort zu sein, sich zu öffnen, zuzuhören, ihre Nöte wahrzunehmen, Trost zu spenden, Hilfe zu geben und selbst bußfertig zu sein, hat sie sich verbarrikadiert, kritische Fragen an sich abprallen lassen und darauf mit rechthaberischen Worten gekontert.” Das und mehr Richtiges sagt Heribert Prantl bei der Verleihung der verschlossenen Auster an die kath. Kirche
Quelle: Süddeutsche

11.7.2010 Auch in Chile kommen immer mehr Missbrauchsfälle ans Tageslicht. Quelle: Eckiger Tisch

11.7.2010 Im Kloster Ettal wurde ein Erzieher beurlaubt. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen, der vor 25 Jahren im Kloster Scheyern in Oberbayern geschehen sein soll. Der weltliche Erzieher bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: Süddeutsche

10.7.2010 Die unabhängige österreichische Opferanwältin, die im Auftrag der Kirche für Missbrauchsfälle zuständig ist, hat sich Kritik von der Kirche, von den “Schulbrüdern” eingehandelt. Diese sind verärgert über eine Anzeige durch Klasnic. Klasnic kündigte eine weitere Anzeige gegen eine andere katholische Einrichtung an.
Die Schulbrüder müssten nach Ö1-Angaben längst Bescheid gewusst haben sowohl über Missbrauchsvorwürfe als auch über zugegebenen sexuellen Missbrauch. Dafür sprächen Erfahrungen von mutmaßlichen Opfern und ein Gerichtsurteil. Woher die Sicherheit der Schulbrüder rührt zu sagen, dass es sexuellen Missbrauch bei den Schulbrüdern nicht gegeben habe, ist nicht erkennbar.
Quelle: oe1

10.7.2010 Die “Verschlossene Auster” 2010 geht an die Deutsche Bischofskonferenz. Es ist eine Auszeichnung für die Informationsblockaden der katholischen Kirche, die vertuschte, verleugnete und verheimlichte. Der Kritik-Preis wird von der Journalistenvereinigung netzwerks recherche e.V. verliehen. In der Begründung heißt es: “Die Deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Information nicht und widerspricht damit ihren eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit.”
Quelle: www.finanznachrichten.de
Die Laudatio hielt Heribert Prantl: “Das kalte Herz der Kirche

10.7.2010 Im Bistum Regensburg, in Erbendorf, wurde der Stadtpfarrer wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt. Dem 58-jährigen Geistlichen werden unsittliche Berühungen von 9-jährigen Schülerinnen vorgeworfen. 
Quelle: Oberpfalznetz

10.7.2010 Der belgische Kardinal Danneels hat Anzeige wegen Verletzung des Justizgeheimnisses erstattet. Was in den vergangenen Stunden über ihn in den Medien veröffentlicht wurde, schädige den Ruf des Kardinals auf irreparable Weise.
Quelle: Radio Vatikan

9.7.2010 Sexueller Missbrauch beginnt schleichend – Dr. Barbara Haslbeck informiert im Bistum Bamberg
Quelle: Bistum Bamberg

9.7.2010 Das Erzbistum Freiburg legt eine Zwischenbilanz vor: 36 Diözesanpriester, 4 Ordenspriester, 2 Ordensbrüder, 2 Erzieher – insgesamt also 44 Täter – werden des sexuellen Missbrauchs zwischen 1950 und 2000 beschuldigt. 16 Diözesanpriester sind gestorben, 12 im Ruhestand, 4 beurlaubt. 2 Anzeigen werden geprüft, 2 Hinweise lassen sich nicht einem Täter zuordnen. Über die Anzahl der Opfer gibt es keine Informationen.
Im März 2010 hatte das Erzbistum gesagt, es habe erst 1995 einen Hinweis auf einen Missbrauchstäter – den Pfarrer von Oberharmersbach – erhalten. Aber es gab bereits 1992 Hinweise aus Oberharmersbach. Erzbischof Zollitsch – damals Freiburger Personalreferent – sagt heute, er hätte damals zusammen mit dem Erzbischof Saier und dem Generalvikar Bechtold Hinweisen intensiver nachgehen müssen.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Nach Angaben von rga-online meldeten sich alleine in Oberharmersbach 17 Opfer. Ein Brief des Erzbischofs an die ChristInnen in Oberharmersbach ist in baden-onlinenachzulesen. Der Erzbischof ist geschockt über die Anzahl der Opfer: “Damals war uns allen nicht bewusst, wie groß die Zahl der Betroffenen in der Gemeinde ist.” Dem Bericht ist nicht zu entnehmen, ab welcher Mindestzahl an Opfern ein Erzbischof geschockt ist. 
Am 21. Mai 2010 war im Südkurier noch von 40 Tätern im Erzbistum Freiburg die Rede.
Die Badische Zeitung hat bereits im März Fragen an das erzbischöfliche Ordinariat Freiburg gestellt. Nicht alle sind beantwortet.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Ackermann, hatte gesagt: “Wo kein wirklicher Aufklärungswille vorhanden war und Täter einfach nur versetzt wurden, müssen wir in einer ganzen Reihe von Fällen gestehen, dass vertuscht worden ist.”.

9.7.2010 Der Vatikan hat nach der apostolischen Visitation des Klosters Ettal den Abt Barnabas Bögle und den Prior Maurus Kraß rehabilitiert. Sie haben keine Fehler im Umgang mi Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch gemacht. Beide hatten Ende Februar auf Drängen des Erzbistums München-Freising auf ihre Ämter verzichtet.
Quelle: Domradio

9.7.2010 Seit März dieses Jahres sind bei der Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs bereits 1500 Berichte eingegangen seien. Von Männern übrigens meist schriftlich, der Älteste darunter ein Mann von 80 Jahren.
Quelle: Morgenweb

9.7.2010 Gerold Becker, der langjährige Leiter der Odenwaldschule, ist tot. Die von der südhessischen Odenwaldschule beauftragten Opferanwältinnen Claudia Burgsmüller und Brigitte Tilmann zogen eine Zwischenbilanz ihrer Aufklärungsarbeit.  Sie sprechen von mehr als 50 Opfern. “Die Gegenwehr von Opfern sexuellen Missbrauchs wurde in dem Internat systematisch gebrochen”, sagte die Wiesbadener Strafrechtlerin Burgsmüller am Donnerstag in Heppenheim. Entschädigungszahlungen sind derzeit nicht vorgesehen.
Quelle: rp-online

9.7.2010 Papst Benedikt XVI. hat einen Kommissar ernannt, der die Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ nach einem Skandal um sexuellen Missbrauch disziplinieren soll. Der italienische Kurienerzbischof und vatikanische Wirtschaftsfachmann Velasio De Paolis soll den Orden auf jenem „Weg der Reinigung“ begleiten, den Benedikt gefordert hatte. Ob es dem Kommissar – im Sprachgebrauch des Vatikans „Päpstlicher Beauftragter“ – dabei auch um das Finanzgebaren der wohlhabenden „Legionäre Christi“ gehen wird, ließ der Heilige Stuhl in seiner Mitteilung vom Freitag in Rom offen.
Quelle: Sächsische Zeitung

8.7.2010 Andrea Fischer legt ihren Bericht über die Missbrauchsfälle im Jesuitenorden vor.
Quelle: Eckiger Tisch

8.7.2010 Das Aloisius-Kolleg in Bonn hat Julia Zinsmeister, Professorin, mit der Prüfung der Missbrauchsfälle beauftragt. Im Aloisius-Kolleg ist von 6 Tätern und 30 Opfern die Rede.
Quelle: Domradio

8.7.2010 Die Zeitung “La Dernière Heure” berichtet, Godfried Danneels habe bei Informationen über Missbrauchsfälle die Opfer entweder an die zuständige Diözese verwiesen, gar nicht reagiert oder ihnen ein Buch mit dem Titel “Vergeben lernen” überreicht. In seiner gestrigen Vernehmung habe er oft mit dem Hinweis reagiert, er könne sich nicht erinnern.
Quelle: ORF
Kommentar: Die Nachrichten aus der belgischen Kirche sind verwirrend: die einen bauschen auf und machen schon mal aus einem Kunstwerk ein kinderpornografisches Bild – die anderen vertuschen routinemäßig. Da herauszufinden, was nun wirklich gespielt wird, ist nicht so einfach.

7.7.2010 Godfried Danneels wurde 10 Stunden von der Justiz verhört. Er habe bestritten, von Missbrauchsfällen gewusst zu haben. Allerdings wird auch berichtet, dass in 50 Missbrauchs-Dossiers seht, Danneels habe von den Verbrechen gewusst. Danneeels war von 1979 bis 2010 an der Spitze der Erzdözse Mechelen-Brüssel und der belgischen Bischofskonferenz. Die gefundenen Unterlagen über Dutroux sind offensichtlich an die Presse gelangt und wurden unterschiedlichen Leuten zugeschickt, darunter der kath. Kirche in Belgien.
Quelle: Wiener Zeitung

7.7.2010 Ungefähr 250 Missbrauchsopfer haben sich bis gestern, Dienstag, bei der Klasnic-Kommission, die von Kardinal Schönborn eingesetzt wurde,  gemeldet.
Quelle: Die Presse

6.7.2010 Die belgische Generalstaatsanwaltschaft habe das Verfahren gegen die Kirche von Belgien an sich gezogen, berichtete der flämische Fernsehsender VRT gestern. Sie überprüft, ob die Durchsuchungen der Häuser der belgischen Kirche rechtens waren. Waren sie das nicht, dürfen die beschlagnahmten Unterlagen nicht verwendet werden.
Quelle: RP-online

6.7.2010 Bei der Durchsuchung in Häusern der belgischen Kirche/Bischofskonferenz sollen auch vertrauliche Berichte über den Fall Dutroux gefunden worden sein. Der ehemalige Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Kardinal Godfried Danneels, wurde heute von der Staatsanwaltschaft als Zeuge verhört. Nach Angaben des Senders RTL-TVI soll es bei dem Verhör unter anderem um die Dutroux-Dokumente gehen, aber auch um Vorwürfe unterlassener Hilfeleistung. Es gebe Hinweise, dass Missbrauchsvorwürfe vertuscht worden seien. Das Verhör solle klären, ob Danneels davon gewusst habe. Wenn dem so sei, könne ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung folgen.
Quelle: ORF

6.7.2010 Der Fall eines Ordensmanns aus dem Bezirk Gänserndorf wurde bekannt. Dieser wurde am vergangenen Freitag am Landesgericht Korneuburg wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu sechs Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, seine Vertrauensstellung als Seelsorger ausgenützt zu haben. Demnach habe er zwei psychisch angeschlagene junge Frauen, die in dem Kloster Rat und Orientierung suchten, sexuellen Übergriffen ausgesetzt.
Quelle: kleine Zeitung

6.7.2010 Die Ermittlungen gegen einen Ordensmann des Klosters Metten wegen übermäßiger Gewalt und sexueller Übergriffe wurden eingestellt. Die Taten sind entweder bereits verjährt oder die Vorwürfe seien sehr pauschal und in manchen Fällen läge kein strafbares Verhalten vor.
Quelle: idowa.de

6.7.2010 Im Fall des Fritzlarer Missbrauchstäters, eines Prämonstratenser-Paters, wird nun auch gegen den Prior wegen des Verdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch durch Unterlassung ermittelt. Der Prior soll von den mutmaßlichen Taten des Festgenommenen gewusst, aber geschwiegen haben.
Quelle: FR

6.7.2010 Manuel N., 29 soll als Elfjähriger in der katholischen De La Salle Schule in Strebersdorf über mehrere Monate hinweg von insgesamt sieben Mitarbeitern und Geistlichen vergewaltigt worden sein. Auch Fotos und Videoaufnahmen sollen gemacht worden sein. Die Klasnic-Kommission hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien erstattet. Die Erzdiözese Wien sprach davon, dass die Vorwürfe ernst zu nehmen seien. “Der Verdacht wird bestätigt”, hieß es. Nach Angaben der Mutter des mutmaßlichen Opfers liegen der Kommission noch weitere Vorwürfe von ehemaligen Schulbrüder-Absolventen vor. Das wird vom Schuldirektor Johann Gassner dementiert: “Es gibt sicher keine weiteren Missbrauchsfälle.” Die Kongregation der Schulbrüder weist die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs energisch zurück. Der Provinzial der Schulbrüder, Johann Gassner, erklärte, er habe erst heute über die Medien von den neuerlichen Vorwürfen erfahren. Bei den Vorwürfen handelt es sich um einen bereits Mitte der 1990er Jahre verhandelten und zweimal von der Staatsanwaltschaft geprüften Fall, in dem die Mutter eines mutmaßlichen Opfers den Vorwurf des Missbrauchs gegen die Schulbrüder in Wien-Strebersdorf eingebracht hatte. Laut Ö1 habe sich zumindest ein weiteres mutmaßliches Missbrauchsopfer bei der Opferschutzanwältin Klasnic gemeldet und Vorwürfe gegen Schulbrüder erhoben.
Quelle: kurier.at und kath.at und ORF
Nachtrag: 7.7.2010 In der Wiener Zeitung steht, dass die Schulbrüder seit Wochen gewusst hätten, dass die Klasnic-Kommission eine “Sachverhaltsdarstellung” abgeben wolle. Das erklärte die Opferschutzkommission.

5.7.2010 Der Papst rief die Gläubigen dazu auf, den Geistlichen trotz allem Liebe entgegenzubringen. Wörtlich: “Liebt euren Bischof, liebt eure Priester: Trotz ihrer Schwächen ist ihre Anwesenheit im Leben wertvoll.”
Quelle: ORF
Kommentar: Der Papst kann leider immer noch nicht unterscheiden zwischen der Schwäche eines Menschen und einem Verbrechen, das ein Mensch begeht. Die Frage ist, ob die Opfer die Anwesenheit eines Priesters, der sie missbraucht, auch als wertvoll ansehen. Offensichtlich ist der Papst noch keinen Millimeter weitergekommen in dem nötigen Versuch, das Leben aus der Perspektive der Opfer anzuschauen. Das ist enttäuschend – aber nicht überraschend.

3.7.2010 Der katholische Erzbischof von Melbourne, Australien, entschuldigt sich bei den Missbrauchsopfern. – Am Freitag dieser Woche war in Sydney ein katholischer Priester zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der heute 67 Jahre alte Mann hatte vor Gericht gestanden, in seiner Zeit als Lehrkraft an einer katholischen High School in Sydney mehr als 20 Jungen im alter zwischen fünf und sechzehn Jahren auf zum Teil sadistische Weise missbraucht zu haben. Opfer des Missbrauchs hatten vor Gericht ausgesagt, die Schüler hätten in ständiger Angst gelebt, missbraucht zu werden.
Quelle: kath.press

3.7.2010 Opferschutzorganisationen in Belgien klagen seit längerem, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle vertusche. Rund 4500 Kinder und Jugendliche sollen Opfer von pädophilen Priestern sein. Woher diese Information stammt, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
Quelle: news4press

Der Runde Tisch Heimerziehung spricht zum ersten Mal über Entschädigungszahlungen. Genaueres ist nicht zu erfahren.
Quelle: Domradio

2.7.2010 In CiG berichtet ein früherer katholischer Priester, der geheiratet hat, dass er von der Kommunion ausgeschlossen ist. Er fährt fort: “Wer jedoch als suspendierter Priester ohne Zölibatsdispens eine zivile (kirchenrechtlich ungültige) Ehe eingeht, ist vom Empfang der ­Sakramente ausgeschlossen.  … Nach staatlichem Recht verurteilte Priester trifft diese Sanktion nicht. Ein mir bekannter Pfarrer stand trotz mehrfacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern immer wieder der Eucharistie vor. Er wurde im letzten Jahr suspendiert, 24 Jahre nach den ersten öffentlich bekannt gewordenen Vorfällen.”

2.7.2010 Der Spiegel berichtet über die Rolle Ratzingers im Missbrauchsskandal. Danach sieht es so aus, als habe der Vatikan erst auf Druck von Bischöfen gehandelt.

2.7.2010 In Belgien hat die Justiz den Verdacht, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle vertuscht habe. Seit 1998 gibt es – anlässlich der Dutroux- Enthüllungen – eine kirchliche Kommission. An deren Arbeit kritisierte Rik Devillé, katholischer Priester, dass ANzeigen nicht nachgegangen werde. Devillé hat sich in den 90er Jahren mit über 300 Beschwerden von Opfern beschäftigt. Nach seiner Schätzung habe die Kirche davon nur etwa 5% weiterverfolgt.
Quelle: Tagesspiegel

2.7.2010 Der Münchner Erzbischof hat Missbrauchsopfer getroffen. Quelle: kath.web nicht mehr online, s. auch Radion Vatikan

2.7.2010 Der Vatikan-Anwalt in den USA, Jeffrey Lena, sieht kein Risiko für den Vatikan, dass er durch Entschädigungszahlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Priestern in den USA in den Bankrott gehen müsse. In dem konkreten Missbrauchsfall, um den es in Oregon gehe, sei der Priester nicht Angestellter des Heiligen Stuhls, sondern dem Orden unterstellt, dem der Täter angehört. Der Vatikan-Jurist erkennt an, dass es bei dem Opfer um ein wirkliches Opfer gehe.
Quelle: Radio Vatikan

2.7.2010 Ein weiteres mutmaßliches Opfer des in einem anderen Fall geständigen Pater G. meldet sich nun zu Wort. Das Opfer soll in einer Kapelle in Nussdorf (Seelsorgeeinheit Birnau) missbraucht worden sein. Der Bistumssprecher des Erzbistums Freiburg geht davon aus, dass die Kapelle in Nussdorf dadurch nicht entweiht wurde. Die Staatsanwaltschaft Konstanz prüft derzeit, ob der Erzbischof von Freiburg für die Seelsorgeeinheit Birnau mit den Dörfern Nußdorf und Deisenberg zuständig war oder nicht. Eingerichtet wurde die Seelsorgeeinheit durch das Erzbistum Freiburg. Das Erzbistum Freiburg geht davon aus, dass die alleinige Verantwortung, auch bei Personalentscheidungen, beim Abt von Mehrerau liege. In den Leitlinien der Bischoskonferenz von 2002 heißt es: “Die Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt – unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen – bei der Diözese. In anderen Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung an.”
Quelle: Südkurier

2.7.2010 Der Sprecher des Bistums auf der Insel Mallorca geht davon aus, dass es dort nie sexuellen Missbrauch gegeben habe. Der katholische Priester Jaume Satandreu hingegen berichtet, dass er über 2 Jahre hinweg von einem katholischen Priester missbraucht wurde. Er sei nicht der Einzige gewesen, der mutmaßliche Täter habe einen ganzen Harem mit weiteren Mischülern gehalten. Als Santandreu als Elfjähriger ins Priesterseminar in Palma eintrat und dort von den seltsamen Vorgängen berichtete, habe man ihn auf die Bibel schwören lassen, niemals wieder davon zu sprechen. Auch ein entsprechendes Papier habe er unterschreiben müssen, berichtet Satandreu.
Quelle: Mallorca-Zeitung

2.7.2010 In der Diözese Linz meldeten sich 140 Personen und berichteten von Gewalt und sexcualisierter Gewalt. 58 Personen werden beschuldigt, in 27 Fällen wurden die Beschuldigungen an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet. 80 bis 90 % der ANzeigen dürften sich nach Schätzung der diözesanen Kommission als verjährt erweisen; ggf. ist auch ein Teil der Täter inzw. gestorben, nur 5 befinden sich noch im kirchlichen Dienst.
Quelle: ORF

2.7.2010 In Australien muss der kath. Priester John Sidney D. (67) für knapp 20 Jahre ins Gefängnis. Er hat zwischen 1968 und 1986, also 18 Jahre lang, mindestens 25 Schulkinder zwischen 5 und 16 Jahren sexuell missbraucht. Die Richter nahmen dem Angeklagten seine geäußerte Entschuldigung nicht ab.
Quelle: shortnews

2.7.2010 Nicht mehr so alleine dastehen müssen – sagt ein Überlebender von Gewalt im wdr.

1.7.2010 Die belgische Theologin Karlijn Demasure sagte der Zeitschrift Knack, sie habe nach Hinweisen von Missbrauchsopfern mit Tätern gesprochen, die selbst spontan noch zehn weitere Opfer genannt hätten. Rechne man diese Zahl hoch, komme man auf mehr als 5000 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Demasure kritisierte zugleich den früheren Vorsitzenden der Belgischen Bischofskonferenz Kardinal Godfried Danneels. Die Pastoraltheologin gehört der unabhängigen Kommission zur Aufklärung von Missbrauchsfällen durch kirchliche Mitarbeiter an, die am Montag zurücktrat.
Der niederländische Anwalt Martin de Witte aus Amersfoort berichtet, er habe nichts dagegen, wenn die Behörden auch in den Niederlanden eine polizeiliche Untersuchungsaktion der Kirche mache wie in Belgien. “Noch immer herrscht eine Kultur vor, alles unter den Teppich kehren zu wollen”, sagte der Jurist. Die Justiz müsse feststellen, ob die Kirche Unterlagen über noch nicht verjährte Fälle besitze, in denen sie selbst nicht aktiv werden wolle, um Opfer ausfindig zu machen. In die von der Kirche eingerichteten Kommission zur Untersuchung sexueller Übergriffe hätten die Opfer kein Vertrauen, meint der Jurist.
Quelle: kath.web
Kommentar: Die Hochrechnung von Karlijn Demasure ist nach meinem Kenntnisstand realistisch: Nur 10% der Opfer von Kirchenleuten haben sich bislang gemeldet. Die sich nicht gemeldet haben, trauen der Kirche nicht, die Taten sind verjährt, sie können nach Jahrzehnten halbwegs in Frieden leben und wollen nicht noch einmal mit der Vergangenheit konfrontiert werden – die letzten Monate waren schwer genug. Sie haben den Glauben, dass Kirche zu ihnen steht, längst verloren.

30.6.2010 Nachhilfe in der Deutung von Sprache hat Kardinal Sodano erteilt. In seiner Osterpredigt hatte er dem Papst gesagt: “Heiliger Vater, mit Ihnen ist das Volk Gottes, das sich nicht vom Geschwätz des Augenblicks und nicht von den Prüfungen beeindrucken lässt, die zuweilen über die Gemeinschaft der Gläubigen hereinbrechen. Jesus hatte uns ja klar gesagt: ”In der Welt seid ihr in Bedrängnis”, doch Er fügte sofort hinzu: “Aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.” (Joh 16,33). Der Vatikan ließ verlautbaren, dass der von Sodano verwandte Begriff «Geschwätz» fälschlicherweise als Ausdruck mangelnden Respekts vor den Opfern sexuellen Missbrauchs interpretiert worden. Vielmehr handele es sich um ein wörtliches Zitat aus der Palmsonntagspredigt des Papstes. Da habe dieser gesprochen «Mut, der sich nicht einschüchtern lässt vom Geschwätz der herrschenden Meinungen».
Die Vatikanmitteilung hebt hervor, dass Sodanos Haltung gegenüber den Missbrauchsopfern von dem gleichen Mitgefühl bestimmt werde wie jene des Papstes. (Oh je!)
Quelle: liborius

30.6.2010 Nach Missbrauchsvorwürfen gegen einen Prämonstratenser (30 Missbrauchsfälle, ca 10 Opfer) wird das Priorat des Ordens der Prämonstratenser im nordhessischen Fritzlar zum 1. Juli offiziell aufgelöst.
Quelle: Domradio

30.6.2010 Eine bemerkenswerte “Predigt über das Richten” von Hauptpastor und Propst Dr. Johann Hinrich Claussen.
Quelle: St. Nikolai-Hamburg

30.6.2010 Das Bistum Osnabrück veröffentlicht Zahlen zu Missbrauchsfällen: 28 Hinweise auf Fälle von sexuellem Missbrauch, die das Bistum betreffen, sind seit Februar bei der zuständigen Kommission eingegangen. Sie erstrecken sich über einen Zeitraum von 70 Jahren und beziehen sich auf 16 Geistliche und 3 sonstige kirchliche Mitarbeiter des Bistums sowie 2 seit längerem dem Erzbistum Hamburg angehörende Geistliche.  Von den 16 verdächtigten Geistlichen des Bistums Osnabrück sind 11 bereits verstorben. Vier weitere sind pensioniert und nicht mehr im Gemeindedienst. Einer dieser 4 Geistlichen wurde 2001 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger gerichtlich verurteilt. Der 16. verdächtigte Geistliche ist amtierender Priester des Bistums Osnabrück. Er wurde aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bis auf weiteres vom Dienst entpflichtet. Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn läuft.
Quelle: Bistum Osnabrück

30.6.2010 Der Heinsberger Propst, Günter M. aus dem Bistum Aachen, lässt sein Amt bis auf Weiteres ruhen. Gehen ihn liegt der Vorwurf sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen vor 20 Jahren vor. Die Staatsanwaltschaft hat nach Feststellung der Verjährung die Ermittlungen eingestellt. Nun läuft die kirchliche Voruntersuchung, die keine Verjährungszeiten kennt.
Quelle: Kirche im Bistum Aachen

29.6.2010 Im Erzbistum Paderborn liegt ein Bericht über die Missbrauchsfälle vor, die in den letzten 5 Monaten bekannt wurden: 30 Priester werden von 40 Opfern beschuldigt. Außerdem liegen 22 Hinweise auf andere Formen von Gewalt vor. Die Mehrheit der Hinweise gilt für die Zeit zwischen 1960 und 1980. 12 der beschuldigten Priester sind verstorben, 3 gehören zu einem Orden, 3 waren nicht zu ermitteln. 7 Priester sind bereits im Ruhestand, ein Geistlicher wurde suspendiert. In 5 Fällen die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. 2 Ermittlungsverfahren laufen.
Quelle: Erzbistum Paderborn

29.6.2010 Kirchliche Missbrauchsopfer aus Belgien hielten in Brüssel eine Kundgebung ab. Sie fordern einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche. Ein Vertreter der “Flämischen Arbeitsgruppe Menschenrechte in der Kirche” sagte, dies sei die einzige Möglichkeit, gehört und anerkannt zu werden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe erheben schwere Vorwürfe gegen Kardinal Danneels. Der habe 2000 eine Abordnung der Arbeitsgruppe beschieden, sie wolle die Kirche kaputt machen.
Quelle: BFR

29.6.2010 Der Ausschussvorsitzende der belgischen kirchlichen Missbrauchskommission Adriaenssens fühlt sich nach der Beschlagnahme der Akten durch die belgische Justiz als Vertrauensperson der Opfer missbraucht, als ob er als Lockvogel für die Opfer hätte herhalten müssen. Die Kommission habe alle nicht verjährten Fälle (in Belgien 10 Jahre) der Justiz gegeben. Ebenso auch die ca 100 Fälle, in denen er ausdrücklich darum gebeten worden sei. Die anderen Betroffenen hätten um Diskretion gebeten. Adriaenssens wies darauf hin, dass diese Leute sich bei der kirchlichen Kommission und nicht bei der Justiz gemeldet haben. Die Staatsanwaltschaft begründet ihr Vorgehen damit, dass es Hinweise auf Unterschlagung von Beweismaterial durch die Kirche gegeben habe.
Quelle: faznet

28.6.2010 Normalerweise kann der Vatikan als souveräner Staat in den USA nicht vor Gericht gezogen werden. Im Missbrauchsskandal gilt dies jedoch nicht. Das Oberste Gericht bestätigte nun die Entscheidung eines Zivilgerichtes. Zivilrechtlich kann der Vatikan also belangt werden. Konkret ging es um einen priesterlichen Missbrauchstäter, der ca 200 gehörlose Kinder missbraucht hat.
Quelle: NZZ

28.6.2010 Der Bischof von Münster hat einen Pfarrer aus Münster rehabilitiert. Der hatte sich beim Bischof gemeldet, weil er sich Vorfällen mit Jugendlichen entsann, die längere Zeit zurücklagen. Eine anonyme Anzeige war ebenfalls erstattet worden. Sowohl die Staatsanwaltschaft Bochum als auch die Kommission des Bistums fanden keine Anhaltspunkte für sexuelle Übergriffe.
Quelle: Ahlener Zeitung

28.6.2010 Eine von der ORF-Religionsabteilung in Auftrag gegebene Umfrage unter 500 österreichischen Pfarrer ergab: 79 Prozent sind für eine Abkehr von der Zölibatspflicht für Priester, 51 Prozent für die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe und 52 Prozent bekennen, dass sie in wichtigen Fragen anders denken als die Kirchenleitung. Gleichzeitig bilanzieren 69 Prozent, dass sie mit ihrem ehelosen Leben bisher in Summe recht glücklich waren.
Der emeritierte Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner hat die Umfrage geleitet. Im Gespräch mit “Kathpress” spricht er von zum Teil beträchtlichen Divergenzen zwischen Pfarrern und Kirchenleitung und sieht “extremen Handlungsbedarf”.
Quelle: kath.web

28.6.2010 “Missbrauch in Institutionen – den Opfern eine Stimme geben” – Vortrag von Annette Haardt-Becker in Vallendar am 15.06.2010, anlässlich der Mitgliederversammlung 2010 der Deutschen Ordensobernkonferenz mit dem Themenschwerpunkt: Sexueller Missbrauch Minderjähriger
Quelle: Innocence in danger

28.6.2010 In der Diözese Bozen-Brixen in Südtirol ist nach dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs ein 74-jähriger Priester seines Amtes enthoben worden.
Quelle: Standard.at

28.6.2010 Nach der Beschlagnahme von fast 500 Opferakten durch die Justizbehörde haben die Mitglieder einer Kommission für Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Belgiens die Arbeit eingestellt. Der Kommissions-Vorsitzende, Kinderpsychiater Adriaenssens, sagte, die belgische Staatsanwaltschaft halte sich nicht an Absprachen. Abgesprochen worden sei, dass die Kommission keine Vorgänge bearbeite, in denen es um noch heute strafrechtlich relevante Vorgänge gehe. Der Justizminister wies die Kritik des Papstes zurück: Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs seien Sache der Justiz und die Bischöfe seien nicht anders als andere Zeugen behandelt worden.
Quelle: FR
Adriaenssens sagte, die Justiz habe offensichtlich das Gefühl, dass auch diese Kommission verschiedene Affären unter den Teppich kehren wolle.

26.6.2010 Ein Artikel in der Süddeutschen gibt Einblick in den Umgang des Kloster Ettal mit misshandelten und missbrauchten früheren Schülern. Die Informationen sind bedrückend, überraschen aber nicht wirklich. Solange “Aufarbeitung” auf katholisch so aussieht, muss sich die Kirche nicht wundern, dass sie ihre Glaubwürdigkeit weiter untergräbt – wer solche “Mitbrüder” hat, braucht keine Feinde.
Quelle: Süddeutsche

26.6.2010 Die österreichische Rahmenordnung zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche ist hier nachzulesen.

25.6.2010 Die österreichische Klasnic-Kommission beschließt vier Schadensersatz-Kategorien. In Leichteren Missbrauchsfällen ohne überschießénde Gewaltanwendung sollen 5000 € gezahlt werden. Mehrfache Übergriffe über einen längeren Zeitraum bzw. eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung sollen mit 15000 € entschädigt werden. 25000 € sollen Opfer von fortgesetztem Missbrauch mit Verletzungsfolgen und/oder fortdauernden seelischen Schmerzen erhalten. In besonders extremen Einzelfällen seien auch über 25000 € hinausgehende Entschädigungen möglich.
Quelle: kath.press
Die Plattform “Betroffene Kirchlicher Gewalt” lehnt die von der Opferschutzanwaltschaft vorgeschlagenen Entschädigungssummen ab und sieht stattdessen eine “neuerliche Beleidigung der Betroffenen”. “Es ist ohne Beispiel in der österreichischen Justizgeschichte, dass die Vertreter der Täterorganisation selbst über die Höhe des Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet”, so Sprecher der Plattform. Hans Peter Hurka, “Wir sind Kirche-Austria”, zeigte sich hingegen mit den getroffenen Regelungen zufrieden.
Quelle: kleine Zeitung

25.6.2010 “Skydaddy” weist auf mehrere Ungereimtheiten im Umgang der Abtei Mehrerau mit dem “Fall des Pater G.” hin, der in Birnau und an anderen Orten Kinder missbrauchte. Der Autor weist auch auf Unklarheiten darüber hin, ob ausschließlich die Abtei Mehrerau für die Seelsorgeeinheit Birnau (mit Birnau, Nußdorf und Deisendorf) zuständig ist oder das Erzbistum Freiburg – zumindest für die Gemeinden Nußdorf und Deisendorf.

25.6.2010 Die Anwälte des Papstes kämpfen gegen eine Vorladung Benedikts XVI. vor ein amerikanisches Gericht, vor dem er dazu aussagen soll, ob der Vatikan priesterliche Missbrauchstäter gedeckt habe. Juristen der Kirche sagen, eine Vorladung des Papstes verstoße gegen internationales Recht.
Quelle: 20 Minuten.ch
Kommentar: Nach Aussagen der Vatikan-Anwälte gibt es keinerlei Beweise für eine Mitwisserschaft oder Mittäterschaft Roms an Missbrauchsfällen in der Welt und in den USA. Vorausgesetzt, der Mangel an Beweisen entspricht auch dem Mangel an Mittäterschaft und Mitwisserschaft, könnte es eine großzügige Geste des Papstes sein, einem weltlichen Gericht Auskunft zu geben – auch wenn eine “Vorladung” des Papstes nicht den diplomatischen Gepflogenheiten entspricht.  Eine solche Geste könnte der Glaubwürdigkeit der Kirche ein wenig aufhelfen.

25.6.2010 Der Vatikan zeigt sich verwundert über das Vorgehen der belgischen Ermittlungsbehören. Er beklagt die Verletzung der Vertrauenssphäre der Opfer – die Ermittlungsbehörden haben die Akten der Missbrauchsfälle konfisziert, die Handys der Bischöfe und Kirchenvertreter beschlagnahmt und die Gräber der früheren Brüsseler Kardinäle Jozef-Ernest Van Roey und Leon-Joseph Suenens “verletzt”.
Quelle: kipa

24.6.2010 Die Staatsanwaltschaft Memmingen erklärte gestern auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung, der frühere Leiter des Internats, Frater G., habe mehrere weitere Taten begangen. Dies hätten umfangreiche Ermittlungen in den zurückliegenden Wochen ergeben. Zu einer Anklage komme es wegen der Verjährung nicht.
Quellen: Augsburger Allgemeine 24.6.2010
Augsburger Allgemeine 24.6.2010

24.6.2010 Die irische Regierung fordert 18 Ordensgemeinschaften auf, weitere 200 Millionen Euro zur Entschädigung von Missbrauchsopfern aufzubringen. Entschädigt werden sollen 14.500 Iren und Irinnen.
Quelle: Radio Vatikan

24.6.2010 Die Missbrauchsbilanz im Bistum Hildesheim lautet: 71 Personen haben sich zwischen Februar und Mitte Juni beim Bistum Hildesheim gemeldet und 37 Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche im   Bistum Hildesheim beschrieben. 3 Diözesanpriester wandten seit 1995 sexualisierte Gewalt an Minderjährigen an. Zwischen 1940 und 1995 haben sich 21 Diözesanpriester vermutlich schuldig gemacht. 17 dieser Priester sind namentlich bekannt, aber verstorben. In einem Fall ist der Beschuldigte im hohen Alter, der Fall aber verjährt. Drei weitere beschuldigte Priester können namentlich nicht mehr ausgemacht werden. Da die jeweiligen Fälle sich aber auf die 50er Jahre beziehen, sind die mutmaßlichen Täter wahrscheinlich verstorben und die Fälle verjährt. Genannt werden als weitere mutmaßliche Täter 4 Ordenspiester.
Quelle: Bistum Hildesheim

24.6.2010 In einer Provinzstadt vergewaltigten mehr als drei Dutzend Männer über Jahre hinweg immer wieder vier Schülerinnen – und die Behörden sagen, sie wüssten von nichts. Eine Kommentatorin formuliert:  “Ein Land, in dem so etwas über Jahre möglich ist, kann man getrost als rückständig bezeichnen.” Dann gehört auch Deutschland zu den rückständigen Ländern.
Quelle: tagesspiegel

24.6.2010 Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt gegen einen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen beziehungsweise von Jugendlichen. Der Beschuldigte ist Priester des Bistums Regensburg, der im Bistum Würzburg einer kleinen Nebentätigkeit nachgegangen sei.
Quelle: Mainpost

24.6.2010 Der Prozess gegen den Priester, der 2007 im Auftrag der Bischofskonferenz nach Südafrika ging, wird seit Beginn der Woche in Südafrika fortgesetzt. In Deutschland hat der Beschuldigte sich selbst angezeigt. Zuvor waren Beschuldigungen gegen den Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in Deutschland angezeigt worden. Der Priester hat zugegeben, dass die Beschuldigungen in vielen Punkten zuträfen.  Quelle: rp-online

24.6.2010 Ein 53-jähriger ehemaliger Ministrant der Klosterkirche Birnau geht nun kirchenrechtlich gegen den mutmaßlichen Täter Pater G. vor. Der Kläger fordert rechtliche Schritte des Vatikan gegen den Vorgesetzten von Pater G., den früheren Abt aus Wettingen-Mehrerau. Seit 2001 könne sich jeder in Missbrauchsfällen unmittelbar an den Vatikan wenden, heißt es. Der mutmaßliche Täter ist ein tatsächlicher Täter, denn er hat den Missbrauch gestanden. Außerdem soll es drei weitere Missbrauchsopfer geben. Quelle: Südkurier

Der derzeitige Abt des Klosters weist darauf hin, dass die Untersuchung kurz vor dem Abschluss stünde.
Quelle: kathweb.

24.6.2010 Der Trierer Bischof Ackermann hat 21 Frauen und Männer getroffen, die in den vergangenen Jahrzehnten Missbrauchsopfer von Klerikern waren.
Quelle: Bistum Trier

24.6.2010 Die Brüsseler Staatsanwaltschaft wurde über Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch durch eine gewisse Anzahl Geistlicher informiert und durchsuchte den Hauptsitz der belgischen kath. Kirche, der in Mechelen ist. Ziel der Durchsuchung ist, die Anschuldigen zu erhärten oder nicht zu erhärten.
Quelle: NZZ

23.6.2010 Der frühere Bischof von Augsburg, Mixa, sagte heute, er akzeptiere die Entscheidung des Vatikans und stelle seinen Rückstritt nicht weiter infrage. Aus dem Palais will er ausziehen. Für den Druck, den er bei der Unterzeichnung seines Rücktritts gespürt habe, mache er niemanden verwantwortlich.
Quelle: FR

23.6.2010 In Vorarlberg haben sich bei der Ombudsstelle der Katholischen Kirche 23 Opfer von Gewalt gemeldet. Drei stellen Entschädigungsforderungen, fünf Fällen wird nachgegangen.
Quelle: ORF

23.6.2010 Die österreichische Bischofskonferenz hat u.a. beschlossen, dass die diözesanen Ombudsstellen einheitlich zu gestalten sind. SIe müssen von unabhängigen Fachleuten geleitet werden, die nicht weisungsgebunden sind. Außerdem wird in jeder Diözese eine Kommission eingesetzt, die mit dem Bischof die weiteren Konsequenzen für den mutmaßlichen Täter mit dem Bischof berät. Der mutmaßl. Täter wird dienstfrei gestellt. Die Opfer entscheiden, ob sie Anzeige erheben wollen. Die Kirche rät dem Täter zur Selbstanzeige. Eine Anzeige durch die Kirche erfolgt auch, wenn weitere Personen bei Nichtanzeige zu Schaden kämen.
Kosten für Therapien übernehmen die Ombudsstellen. Die Bischofskonferenz richtet die “Stiftung Opferschutz” ein, die von Tätern und verantwortlichen Institutionen (?) getragen werden soll.
Quelle: ORF

23.6.2010 Raul Gonzalez Lara, Sohn des Gründers der Leginäre Christi, Marcial Maviel Degollada (1920-2008), hat den Orden in den USA auf Schadenersatz verklagt. Der Anwalt Andersen ist auf kirchliche Missbrauchsfälle spezialisiert. Er wirft Papst Benedikt XVI. und dem früheren Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und anderen ranghohen Kirchenführern vor, von Maciels Drogensucht und Pädophilie gewusst zu haben und nichts dagegen unternommen zu haben.
Quelle: ORF

23.6.2010 Der frühere Leiter der Wiener Ombudsstelle, Schüller, fordert, dass Priester, die des Missbrauchs schuldig sind, laisiert werden.
Quelle: presse.com

23.6.2010 In der Diözese Linz gibt es bislang 65 Priester, Ordensleute und Laienmitarbeiter, die des sexuellen Missbrauchs verdächtig sind.
Quelle: nachrichten.at

22.6.2010 Der Bischof von Trier, Ackermann, trifft in dieser Woche erstmals Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier.
Quelle: Volksfreund

22.6.2010 Dr. Johannes Warmbrunn, Diözesanrat des Bistums Rottenburg, hat eine bemerkenswerte Rede gehalten, in der er den Menschen als “Maßstab” für Reformen in der Kirche bezeichnet. Bemerkenswert ist die Rede dann, wenn sie meint, was sie sagt.
Quelle: Bistum Rottenburg-Stuttgart

21.6.2010 Die Trierer Staatsanwaltschaft stellt ein Ermittlungsverfahren gegen einen katholischen Priester ein. Ihm wird sexualisierte Gewalt vorgeworfen, die Taten sind jedoch verjährt.
Quelle: Volksfreund

21.6.2010 Wie immer man darüber denken mag, dass der frühere Bischof Mixa durch den Vatikan/Ratzinger zum Bischof ernannt worden ist, so gilt jetzt jedoch: “Wer in eine psychiatrische Klinik geht, braucht keinen Zynismus. Er braucht Hilfe.” So formuliert der Tagesspiegel.

21.6.2010 In Fritzlar waren dem Prior der Prämonstratenser-Gemeinschaft Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen ein Mitglied der Ordensgemeinschaft seit 10 Jahren bekannt. Vor 12 Jahren war eine Delegation bei der Missbrauchsbeauftragten in Fulda, um die VOrwürfe dem Bistum Fulda mitzuteilen. Unternommen hat weder der PRior noch das Bistum Fulda etwas. Der mutmaßliche Täter, der inzwischen gestanden hat, hatte also 12 Jahre Zeit für seine Verbrechen.
Quelle: hna

20.6.2010 Schuld hat nicht der Teufel – Ein Interview mit Bernd Deininger, der Geistliche therapiert.
Quelle: Die Zeit

20.6.2010 In profil.at schildern kirchliche Missbrauchsopfer, wie die Kirche mit ihnen umging – fahrlässig und beschämend.

19.6.2010 Die Diözese Gurk-Klagenfurt wird nächste Woche zwei Missbrauchsfälle anzeigen, die mehr als 30 Jahre zurückliegen. Seit Jahresbeginn haben sich 44 Personen gemeldet, 22 bezogen sich auf sexuellen Missbrauch.
Quelle: Der standard

19.6.2010 Der Papst wusste nach Information der FAZ von der Alkoholkrankheit von Dr. Mixa. Außerdem sollen ihm zwei Äußerungen von einem Priester aus dem Bistum Eichstätt und einem aus dem Bistum Augsburg vorgelegen haben, die unabhängig voneinander identifizierten Personen geoffenbart hatten, dass es homosexuelle Übergriffe (“sog. “Weiche Vergewaltigung” – was immer das ist) durch Mixa gegeben habe, die ihnen im Zustand emotionaler Abhängigkeit angetan worden seien.
Quelle: FAZ

19.6.2010 Der Vatikan stellte auf Nachfrage von Radio Vatikan klar, dass es unbegründet sei, im Fall von Bischof Juliusz Paetz von ‚Rehabilitierung’ zu sprechen. Es sei ausschließlich um das Feiern von Messen durch den ehemaligen Erzbischof gegangen, und für diese gelte es nach wie vor, dass er zuvor das Einverständnis des zuständigen Bischofs einholen muss. Die Einschränkungen, die Paetz 2002 auferlegt wurden, gelten also unverändert.
Kommentar: Diese Falschmeldung zeigt, wie tiefgreifend der Verlust der Glaubwürdigkeit in die katholische Kirche ist. Nicht nur Kirchenkritiker, sondern auch Kirchenloyale trauen dem Papst die Rehabilitierung eines Missbrauchstäters zu. 

19.6.2010 Missbrauchsopfer haben geredet. Nun stoßen sie auf neues Schweigen. Das ist die Erfahrung von Katharina B., die seit acht Jahren ein Notruf-Telefon für Opfer sexueller Gewalt von Kirchenmitarbeitern betreibt.
Quelle: Südwestpresse

19.6.2010 Piero Gelmini, 83, hat Hunderte von Drogenentzugsanstalten gegründet. Im März 2011 wird er sich wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs an 12 Patienten seiner Entzugsanstalten zu verantworten haben.
Quelle: Salzburg 24

18.6.2010 Im Jahre 2002 trat der damalige Erzbischof von Posen, Juliusz Paetz, zurück. Seminaristen und Priester warfen ihm vor, sie jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe gegen Paetz hatten sich bestätigt. Er verlor sein Bischofsamt und die Erlaubnis, Priester zu weihen und Sakramente zu spenden. Der Vatikan hat ihn nun rehabilitiert – er darf wieder Priester weihen und Sakramente spenden.
Quelle: Tagesschau
Kommentar: Vorausgesetzt, diese Nachricht stimmt: Es gibt eine Möglichkeit, die Unglaubwürdigkeit des Vatikan noch deutlicher zu machen: Der Vatikan könnte Herrn Paetz als Visitator in  Polen zur Untersuchung der dortigen Missbrauchsfälle einsetzen. Der irische Kardinal Cormac Murphy O’Connor, dem die Vertuschung eines pädokriminellen Verbrechens vorgeworfen wurde, ist seit März 2010 Mitglied einer Kommission, die im Auftrag des Papstes den Umgang der irischen Kirche mit den Missbrauchsfällen untersuchen soll. Da ist es doch naheliegend, Herrn Paetz nach seiner Rehabilitierung mit der Untersuchung der Missbrauchsfälle  und ihrer Vertuschung in Polen zu beauftragen. Ob die Täter und Vertuscher von gestern die Aufklärer von heute sein werden, bezweifle ich. Und für meine Zweifel habe ich Gründe.

18.6.2010 Die Staatsanwaltschaft Fulda hat ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchsvorwürfen am Elite-Internat im osthessischen Hofbieber eingestellt.
Quelle: FAZ

17.6.2010 Nach einer Allensbacher Umfrage distanzieren sich die KatholikInnen immer mehr von ihrer Kirche. Wäre die Umfrage nicht im Oktober/November 2009 durchgeführt werden, würden die Ergebnisse wohl noch drastischer ausfallen. Nur noch 17% der Katholiken sind “gläubige Kirchennahe”. 37% nennen sich “kritisch kirchenverbunden” und 32 % “kirchlich distanziert”.
Quelle: FR

16.6.2010 Der Missbrauch durch 12 Lehrer an der Odenwaldschule ist verjährt. Die Verjährung gilt auch für den Hauptbeschuldigten Gerold Becker. In vier Verfahren, u.a. gegen Beckers Nachfolger Wolfgang Harder werde jedoch weiter wegen des Verdachts der Strafvereitelung ermittelt. Auch ein Verfahren gegen eine Lehrerin, die einen Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll, läuft weiter.
Quelle: FR

16.6.2010 Anna Catherin Loll und Peter Wensierski, SpiegelmitarbeiterInnen, berichten unter dem Titel: “Geheime Parallelwelt” über die Gelder der Katholischen Kirche – die sichtbaren und die unsichtbaren.
Quelle: Spiegel
Stellungnahme des Bistums Limburg

15.6.2010 „Ich bin selbst nicht frei von Schuld, sondern musste aus meinen Fehlern lernen, um ein verwundeter Heiler zu werden.“ Das sagte der emeritierte Erzbischof Kardinal Cormac Murphy-O’Connor zum Abschluss des Priesterjahres in Maynooth.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Kardinal Cormac Murphy O’Connor hatte bereits am 20.1.2003 laut Radio Vatikan gemeint, die Kirche habe aus den Pädokriminalitäts-Skandalen gelernt, offener zu sein und sich mehr um die Opfer zu kümmern. O’Connor wurde beschuldigt, einen Fall von Pädokriminalität in seiner Diözese in den 80er Jahren verschwiegen zu haben. Ob diese Vorwürfe aufgeklärt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Seit März 2010 gehört  O’Connor einer Kommission an, die im Auftrag des Papstes den Umgang der irischen Kirche mit den Missbrauchsfällen untersuchen soll.
Für sich selbst den sowieso nicht unproblematischen Begriff des “verwundeten Heilers” in Anspruch zu nehmen, ist  schwer erträglich. Demut hätte dem Kardinal besser angestanden.

15.6.2010 Im Bistum Erfurt wurde Anzeige gegen einen 55-jährigen Priester erstattet. Die Taten sollen sich Mitte der 90er Jahre ereignet haben. Die Aussage der Betroffenen sei nicht eindeutig gewesen und hätte kirchenintern nicht geklärt werden könnten, deshalb seien sie der Staatsanwaltschaft übergeben worden, so der Erfurter Weihbischof R. Hauke.
Quelle: mdr

15.6.2010 Ein Erzieher in einem Heim für schwer erziehbare und straffällig gewordene Kinder und Jugendliche in Weyarn steht in München vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, 25 Schutzbefohlene sexuell missbraucht zu haben. Missbrauch an 5 Jungen zwischen 13 und 15 Jahren hat der pädophile Erzieher gestanden. Schuld habe seine Frau, die ihn öfter betrogen habe.
Quelle: Süddeutsche

15.6.2010 Die heute 55-jährige M. McCormack wurde zwischen 1970 und 1975 von einem Prämonstratenser-Ordensmann P.B.S. in der Diözese Kilmore, Irland, missbraucht. Sie beschuldigte auch den heutigen Primas Kardinal Sean Brady, der damals Priester der Diözese Kilmore war, an der Vertuschung früherer Taten des Täters beteiligt gewesen zu sein. Brady habe vom Missbrauch zweier Jungen gewusst, jedoch nicht die Polizei eingeschaltet. Er habe es also unterlassen, weitere Opfer, also auch Frau McCormack, zu schützen. Die irische Kirche zahlt dem Missbrauchsopfer 250.000 €. Die Entschädigung teilen sich die Diözesen Armagh und Kilmore und der Prämonstratenser-Orden.
Quelle: ORF

15.6.2010 Der Regierungsbeauftragten für sexuelle Übergriffe, Christine Bergmann, wurden seit April über 1000 Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet.  90% der Betroffenen berichteten von wiederholtem Missbrauch. Ein Drittel geschah im Bereich kirchlicher Einrichtungen – vor allem katholischer,  ein Drittel im Familien- und Bekanntenkreis und ein Drittel in nicht-kirchlichen Institutionen (Schulen, Heime, Therapieeinrichtungen). Jungen erlebten Missbrauch häufiger in kirchlichen Einrichtungen, Mädchen häufiger in therapeutischen Einrichtungen. Frauen erlebten doppelt so oft Missbrauch in der Familie wie Männer. Das Durchschnittsalter derer, die sich gemeldet haben, liegt bei 50 Jahren (17-79 J.). Mehr als 60% der Anrufer hatten bisher mit niemandem über den Missbrauch gesprochen.
Quelle: ZDF

14.6.2010 Im Fall des Fritzlarer Priesters aus dem Orden der Prämonstratenser, Michael L., weitet die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus.  Bislang hat sie nur den Zeitraum von 1994 bis 2001 untersucht. Nun will sie auch in der jüngeren Vergangenheit untersuchen. Die ursprüngliche Opferzahl von 30 Kindern wurde korrigiert: Es handelt sich um 30 Missbrauchsfälle, von denen etwa 10 Ministranten betroffen sind.
Quelle: hna.de

14.6.2010 Im Bistum Münster kam es nach Angaben der Bistumskommission zu 106 Opfern von 56 beschuldigten Priestern.
Quelle: Bild

12.6.2010 Katholische Kirche- wohin? Ein Gespräch über Macht, Moral und Missbrauch, die Folgen für die Opfer und die Gemeinschaft der Glaubenden – hörenswert. Die Langfassung ist hier (Teil 1) und hier (Teil 2) zu hören.

12.6.2010 Der emeritierte Bischof Mixa zeigte sich – oder: ist/war – enttäuscht über das Verhalten der Kirche . Offenbar waren kirchliche Würdenträger an den unbestätigten Missbrauchsvorwürfen beteiligt. “Das Bistum Augsburg” habe eine 8 Sätze lange Notiz angefertigt, die der Augsburger Weihbischof Losinger dem Generalstaatsanwalt weitergeleitet habe. Das angebliche Missbrauchsopfer habe den Verdacht umgehend als unbegründet zurückgewiesen.
Quelle: Süddeutsche

12.6.2010 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Bergmann sagt im Interview mit der Welt: “Und ich versichere Ihnen, es ist noch längst nicht alles bekannt. Wir stehen erst am Anfang.” Diese Einschätzung teile ich.

12.6.2010 “Und je älter ich werde, umso stärker leide ich” – ein Missbrauchsopfer aus dem Josefsheim in Wettringen berichtet u.a. davon, dass es eine Entschädigung möchte und nicht erhält.
Quelle: Ruhrnachrichten

11.6.2010 Die Diözese Graz-Seckau hat die Suspendierung von zwei Priestern aufgehoben. Sie waren vor 12 bzw. 20 Jahren wegen Sexualdelikten verurteilt worden. Kinder waren in beiden Fällen nicht beteiligt. Unter Auflagen arbeiten diebeiden Priester wieder in ihren Gemeinden. Ein dritter Fall in der Diözese Graz-Seckau ist noch ungeklärt.
Quelle: die Presse

11.6.2010 In den Jahren 1994 bis 2001 soll ein katholischer Priester, Mitglied der Prämonstratenser, aus dem Bistum Fulda, in seiner Kirchengemeinde in Fritzlar Ministranten missbraucht haben. Insgesamt gebe es mehr als 30 Opfer, teilte die Staatsanwaltschaft in Kassel mit. Die Kriminalpolizei hatte bei Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial, digitale Bilder, gefunden, mit der sich die Schuld des Geistlichen belegen lässt. Der Pfarrer hat bei der Vernehmung durch die Haftrichterin ein Geständnis abgelegt.
Quelle: Spiegel

11.6.2010 Der Papst hat sich bei den Missbrauchsopfern entschuldigt. Er sagte: „Es war zu erwarten, dass dem bösen Feind das neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde… So ist es geschehen, dass gerade in diesem Jahr der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von Priestern bekannt wurden – vor allem der Missbrauch der Kleinen, in dem das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein Gegenteil verkehrt wird. Auch wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen; dass wir bei der Zulassung zum priesterlichen Dienst und bei der Formung auf dem Weg dahin alles tun werden, was wir können, um die Rechtheit der Berufung zu prüfen, und dass wir die Priester mehr noch auf ihrem Weg begleiten wollen, damit der Herr sie in Bedrängnissen und Gefahren des Lebens schütze und behüte.“
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Die Sprache ist kaum verständlich. Der Leserin ist unklar, wer der “böse Feind” ist, der verantwortlich für das Bekanntwerden der Sünden  ist –  nicht für die Sünden selbst. Auch das “neue Leuchten des Priestertums” habe ich nicht registrieren können, das dem bösen Feind nicht gefallen hat. Es wird sich zeigen, ob den Worten Taten folgen.

11.6.2010 „Wir sind hinabgestoßen worden, durch diverse Priesterskandale, in die Gossen der Welt. Das ist nicht unser Platz.“ Das sagte der Kölner Erzbischof beim Priestertreffen in Rom.
Quelle: domradio

11.6.2010 In Jütland soll eine Äbtissin eine 74-jährige Nonne bei klirrender Kälte so lange ausgesperrt haben, bis sie starb. Eine ehemalige Novizin erhebt schwerste Vorwürfe gegen Theresa B. Sie führte ihr Kloster offenbar mit eiserner Hand – der Vatikan griff nicht ein – und auch sonst niemand. Diese Tat – vermutlich: Misshandlung mit Todesfolge – ist verjährt.
Quelle: Spiegel

10.6.2010 Bischof G. Fürst, Rottenburg-Stuttgart, hat den 7000 Menschen seines Bistums, die in diesem Jahr aus der Kirche ausgetreten sind, Gespräche angeboten. Es sei ihm wichtig, so sein Pressesprecher, zu hören, was die Menschen zu ihrem Austritt bewegt. Einer dieser Einladungen folgten 120 Menschen. Mehr dazu in der Stuttgarter Zeitung.
Kommentar: Wenn die Bischöfe den Menschen vor ihrem Kirchenaustritt nicht zuhören und ihre Verwaltungen auf Anfragen nicht reagieren, kommt das Gespräch zu spät, wenn es nach dem Austritt stattfindet.

11.6.2010 Bereits 1995 wusste die Diözese Innsbruck von körperlichem und sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Bis 2010 wurde dies geheim gehalten. 15 Jahre wurde über 33 bekannte Fälle Stillschweigen bewahrt, erst 2010 entschloss sich die Diözese, die Fälle und die Institutionen der Öffentlichkeit zu nennen.
Dem Ombudsmann der Diözese Innsbruck, Tauscher, gefällt dabei das Wort “geheim halten” nicht. Er möchte lieber davon sprechen, dass die Zeit noch nicht reif war. “Die Leute wären über uns hergefallen, wenn wir die Einrichtungen bekannt gegeben hätten“, so Tauscher.
Quelle: tt.com

10.6.2010 Innsbruck – 150 Opfer von Missbrauch oder Gewalt in der Kirche meldeten sich bisher beim Tiroler Ombudsmann Hans Tauscher. Die Landes-Anlaufstelle für Opfer in öffentlichen Einrichtungen zählte bisher 180 Kontakte (82 konkrete Fälle).Innsbruck – 150 Opfer von Missbrauch oder Gewalt in der Kirche meldeten sich bisher beim Tiroler Ombudsmann Hans Tauscher. Die Landes-Anlaufstelle für Opfer in öffentlichen Einrichtungen zählte bisher 180 Kontakte (82 konkrete Fälle).
Quelle: tt.com

10.6.2010 „Missbrauchsopfer kommt nicht gut an. Man ekelt sich auch vor Wunden.“ Das sagt ein anonymes Opfer des AKO. Auf Facebook wurde unter „aloisius. das akonews magazin“ auch ein WDR-Bericht über den „2. Eckigen Tisch“ in Oberdollendorf eingestellt. Darunter stehen Mitte Mai zwei Kommentare. Ein Ex-AKO-Schüler schreibt: „Missbrauchsopfer der katholischen Kirche könnte glatt zum Ausbildungsberuf werden, so inflationär, wie sich vermeintliche Opfer melden.“ Der andere Kommentar: „Können die nicht endlich mal Ruhe geben?“
Quelle: Merkur

9.6.2010 Vor einem Jahr hatten noch 72 Prozent der Deutschen Vertrauen in Geistliche, 2010 waren es nur noch 55 Prozent.
Quelle: Focus

9.6.2010 Die Münchner Staatsanwaltschaft informierte, dass ein Benediktinerpater des Klosters Ettal wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Strafe von 5 Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 2000 € verurteilt wurde. Gegen weitere Klosterangehörige wird noch ermittelt. In Ettal wurden einem Sonderermittler zufolge von 1953 bis in die jüngste Vergangenheit mehr als 100 Internatsschüler brutal misshandelt, einige davon auch sexuell. Als Täter wurden 15 Mönche benannt, darunter auch ein ehemaliger Abt.
Quelle: nachrichten.at

9.6.2010 131 Betroffene von Gewalt in Kircheninstitutionen planen rechtliche Schritte gegen die Kirche – so die Plattform “Betroffene kirchlicher Gewalt”.  Vorgesehen seien von den 131 Betroffenen von Gewalt in kirchlichen Institutionen Aufforderungsschreiben an die Kirche bis hin zu Klagen auf Schadenersatz, hieß es.
Quelle: ORF

9.6.2010 Die von Kardinal Schönborn ins Leben gerufene Opferanwältin Waltraud Klasnic berichtet von 193 Menschen, die sich wegen Gewalt und sexualisierter Gewalt in der Kirche bei ihr gemeldet haben. Alle Angaben stuft sie als glaubwürdig ein. Man müsse das Wort “Hoffnung” wieder vermitteln, weil viele Betroffene hoffnungslos geworden seien, dass je die Zeit kommt, wo sie jemand versteht, sagt Klasnic.
Quelle: ORF

9.6.2010 “Als vor zweieinhalb Jahren von heute auf morgen der damalige Leiter des  Mindelheimer Internats abgezogen wurde, weil er rechtskräftig wegen Missbrauchs eines Jugendlichen verurteilt wurde, belog einer der Fratres die Öffentlichkeit über die wahren Gründe. Er sagte damals gegenüber der Mindelheimer Zeitung, „mein Eindruck ist, dass der Provinzial schon längere Zeit mit dem Gedanken gespielt hat, einen so fähigen Mann wie Frater G. an noch verantwortungsvollerer Stelle einzusetzen“.
Quelle: Augsburger Allgemeine 9.6.2010

8.6.2010 C. Ravasio wurde als Kind in einem Aargauer Kinderheim von Nonnen missbraucht und misshandelt. Sie berichtet.
Quelle: a-z.ch

8.6.2010 Im Bistum Osnabrück gibt es derzeit 21 Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. 18 Priester und 3 Mitarbeiter sollen beteiligt sein. Zwei Priester gehören zum Bistum Hamburg, 11 sind verstorben, 4 pensioniert – einer davon wurde 2001 wegen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt. Nur einer der Verdächtigen amtierte bis zu seiner Suspendierung.
Quelle: NDR-Online

7.6.2010 Der Pfarrer aus dem Bistum Rottenburg, dem sexueller Missbrauch an einem 17-Jährigen, vorgeworfen wird, begangen  in den 80er Jahren, hat gestanden.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

6.6.2010 Gegen einen Potsdamer evangelischen Pastor werden Missbrauchsvorwürfe erhoben. Bislang reagierte die zuständige Landeskirche nicht. Hinweise auf den sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen gibt es seit 2001. Weil der mutmaßliche Täter die Vorwürfe stets bestritt, wurde er bislang nicht angezeigt.
Quelle: Märkirsche Allgemeine

6.6.2010 Ein kath. Pfarrer aus dem Bistum Rottenburg steht unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem damals 17-Jährigen, der in den frühern 1980er Jahren missbraucht worden sein soll. Strafrechtlich sind die Vorwürfe verjährt. Die Kommission sexueller Missbruach berät über das weitere Vorgehen. Eine Stuttgarter Gemeinde, die der Beschuldigte übernehmen sollte, wird ihm derzeit nicht gegeben.
Quelle: fehmarn 24

5.6.2010 Profil.at berichtet von einem Brief von Kardinal Groer, der dafür spricht, dass der Vatikan den “Fall Groer” vertuscht hat.
Quelle: Profil.at

5.6.2010 Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, führt die aktuelle Krise der katholischen Kirche auch auf die mangelnde Kommunikationsfähigkeit der Kirche  zurück. Die Krise sei hausgemacht, sagte er. Als Beispiele für die Kommunikationsschwäche der Bischöfe nannte er: Bischöfe empfänden „die Journalisten als natürliche Feinde“, Kardinäle täten kritische Berichterstattung als „Geschwätz“ und Kampagnenjournalismus ab, kirchliche Gremien kreisten um sich selbst und vergäßen die Fragen der Menschen.
Quelle: Radio Vatikan

4.6.2010 Ein kath. Priester und Religionslehrer wurde in Wien wegen des Konsums von Folterbildern von Kindern verurteilt: acht Monate bedingte Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: Standard und Presse.com

3.6.2010 Die taz kommentiert: “Dennoch war die Anzeige richtig – und auch das Nachhaken der investigativen Journalisten, die die Sache hartnäckig verfolgt haben. Gerade Zollitsch muss als Vorsitzender der Bischofskonferenz eine reine Weste haben, will er die Aufklärung des Missbrauchsskandals vorantreiben. Insofern dienen die juristischen Vorwürfe der Aufklärung des Geschehens. Denn nur wo alles auf dem Tisch gelandet und so weit wie möglich geklärt worden ist, ist ein Neuanfang der Kirche möglich. Zollitsch ist sicherlich intelligent genug, das einzusehen.”
Kommentar: Wenn in diesen Wochen nicht wirklich alles auf den Tisch kommt, was in den Ordinariaten und bei den Personalreferenten der Bistümer bekannt ist, dann wird es unweigerlich einen nächsten Skandal geben. Der Schaden wäre noch um einiges größer als er derzeit schon ist.  s. auch die Recherchen von “Skydaddy”

3.6.2010 Der Abt von Mehrerau nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen Erzbischof Zollitsch und bestätigt, dass das Erzbistum Freiburg nicht für das Kloster Birnau zuständig ist, in dem der Missbrauch begangen wurde.
Quelle: Mehrerau

3.6.2010 Nach Ansicht des Kirchenrechtlers R. Puza, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Tübingen, trägt Zollitsch keine Schuld, weil er für das Kloster Birnau, in dem der Missbrauch stattgefunden haben soll, nicht zuständig war. Zuständig war vielmehr der Abt des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau bei Bregenz/Osterreich. Die Zisterzienser sind ein Orden päpstlichen Rechts. Für sie ist nicht der Ortsbischof, sondern der Papst in Rom zuständig.
Quelle: welt.de

2.6.2010 Wir sind Kirche formuliert: “Zu fragen ist zum Beispiel, ob – wie seit 1962 vom Vatikan gefordert – dieser Missbrauchsfall nicht erst 2006 sondern bereits damals nach Rom gemeldet wurde. Auch die Verantwortlichkeit des Zisterzienserordens und das wechselseitige Zusammenwirken sind zu klären», teilte die Organisation mit. Es sei nicht auszuschließen, dass auch andere Bischöfe und Personalverantwortliche nicht angemessen auf Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt reagiert hätten. Da Zollitsch nach Bekanntwerden der zahllosen Missbrauchsfälle einen Neuanfang innerhalb der Kirche angekündigt habe, wäre es zu begrüßen, «wenn auch unabhängig der strafrechtlichen und kirchenrechtlichen Bewertung lange zurückliegender Vorgänge Bischöfe und Personalverantwortliche ihre jeweilige moralische Verantwortung übernehmen würden”.
Quelle: Wir sind Kirche

2.6.2010 Gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, ermittelt die Staatsanwaltschaft Konstanz. Zollitsch wird Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen, weil er in Kenntnis von Übergriffen eines Zisterzienser-Paters als Personalreferent veranlasst habe, dass der mutmaßliche Täter in Birnau am Bodensee erneut angestellt wurde. Das Erzbistum nennt die Vorwürfe haltlos.
Quelle: ORF und Badische Zeitung und Erzbistum Freiburg
s. auch Badische Zeitung vom 22.4.2010
s. auch Fokus
s. auch Die Zeit

2.6.2010 Der kanadische Bischof Lahey, bei dem im Sept. 2009 kinderpornografische Dateien (d.h. Bilder von gefolterten Kindern) gefunden worden waren, wird von einem Mann angeklagt, dass er den Mann von 1982 bis 1986 als Minderjährigen in einem Waisenheim seyuell belästigt habe. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
Quelle: Radio Vatikan

2.6.2010 Im Jahr 2009 gingen bei den diözesanen Stellen in der Schweiz Meldungen von Übergriffen von 14 Tätern an 15 Opfern ein. Von Januar bis Mai 2010 wurden 72 Täter und 104 Opfer gemeldet.. Der grosse Teil der nun gemeldeten sexuellen Übergriffe geschah zwischen 1950 und 1990. Nur 9 der 2010 gemeldeten 104 Opfer erlitten Übergriffe nach 1990. Von den von Januar bis Mai 2010 gemeldeten 104 Opfern der vergangenen 60 Jahre waren zum Zeitpunkt der sexuellen Übergriffe 11 Kinder unter 12 Jahren, 15 weibliche und 61 männliche Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, 12 erwachsene Frauen und 5 erwachsene Männer.
Quelle: kath.ch

2.6.2010 Rainer Bucher über “Kirche auf dem Weg weg von der Macht hin zur Autorität”
Quelle: wir sind kirche.at

1.6.2010 Die deutschen Salesianer berichten von 84 Meldungen mit Einzel- und Mehrfachbeschuldigungen von Ordensangehörigen, die bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Die Vorwürfe beziehen sich auf körperliche und psychische Gewalt sowie sexuellen Missbrauch. Bei 39 von insgesamt 63 Beschuldigten handelt es sich um Ordensangehörige.
Quelle: Radio Vatikan

Mai 2010: Vatikan Spezial zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche

31.5.2010 Der Papst hat den Rücktritt des Erzbischofs von Benin City, Nigeria, angenommen. Eine Frau hatte den aus Irland stammenden Bischof beschuldigt, sie sexuell missbraucht zu haben. Daraufhin bat der Erzbischof um seinen Rücktritt. Missbrauch bestreitet er, den Bruch des Ehelosigkeitsgelübdes gibt er zu.
Quelle: Süddeutsche  rhein-zeitung.de

31.5.2010 Bischof Bode, Osnabrück, hat umfassende Reformen in der kath. Kirche gefordert. Die Kirche benötige ein Klima der Offenheit. Sie brauche ein neues Miteinander von Priestern und Laien, Männern und Frauen. Autorität und Macht sollten eine radikal dienende Funktion haben.
Quelle: kath.web

31.5.2010 Der Vatikan kündigte eine Visitation von 4 irischen Diözesen an, um “Bischöfen, Klerus, Gläubigen und Laien helfen, der durch die tragischen Skandale um den Missbrauch von Minderjährigen durch Priester entstandenen Situation adäquat entgegenzutreten”.
Quelle: ORF

30.5.2010 “Aber niemand scheint zu fragen, wie zu erklären ist, daß zumindest in einer großen Anzahl von Fällen „vom Geist der Liebe im Rettungsdorf“ (Wichern) nichts zu spüren war, eher das Gegenteil. Die theologische Dimension kirchlich-diakonischer Mißhandlungen ist mir in der ganzen Diskussion noch nirgendwo begegnet. Es geht aber nicht nur um einzelne Sünder, sondern um ein falsch justiertes System, an dem die Kirchen einen wichtigen, auch ideologischen Anteil hatten.”
Quelle: Dierk Schäfer-blog: Scham und Schande – Die Kirchen und die Heimkinderdebatte

30.5.2010 Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Vorermittlungen eingeleitet wegen Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfen im Josefsheim Reitenbuch.  Sieben Personen hatten – z.T. mit eidesstattlichen Versicherungen – von Gewalt und sexualisierter Gewalt berichtet – in der Zeitspanne von 1933 bis Ende der 80er Jahre. Bis 1999 stand das Heim unter der Leitung der Dillinger Franziskanerinnen, die nach Aussage einer Schwester den immer wieder gegebenen Hinweisen nicht nachgegangen seien.
Quelle: Augsburger Allgemeine

30.5.2010 Das Erzbistum Hamburg hat seit dem 15.3.2010 dreizehn Missbrauchsvorwürfe an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Vorwürfe betreffen die Zeit von 1950 bis in die 1990-erJahre. Sie richten sich gegen 8  Priester, von denen 4 verstorben sind und zwei im Ruhestand leben. Zwei weitere wurden in den Ruhestand versetzt. Weitere Vorwürfe betreffen einen Priester des Bistums Hildesheim, der verstorben ist und 2 ehemalige Mitarbeiter einer kirchlichen Einrichung im Erzbistum Hamburg.
Quelle: Erzbistum Hamburg

30.5.2010  In Italien gelangten in den vergangenen Monaten einzelne Missbrauchsfälle  an die Öffentlichkeit. Der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz Grociata versicherte, jeder Missbrauchsfall sei einer zu viel, verwies aber darauf, dass die Skandale der Kirche bisher kaum geschadet hätten. (Vom Schaden für die Opfer sprach er nicht.) In Mailand wurde der 73-jährige Priester Domenico P. letzte Woche verhaftet, weil er vor einigen Jahren einen 13-Jährigen missbraucht habe. In der Wohnung des mutmaßlichen Täters wurden Kinderpornos, also Folter-Bilder, gefunden.
Berichtet wurde auch von einem Prozess gegen einen Priester in Rom. Der verantwortliche Bischof von Rufina, Gino Reali, hat den vor Gericht stehenden Priester ermahnt, keine Buben mehr mit nach Hause zu nehmen.
Quelle: die Presse

30.5.2010 “Die Sorge der Kirche gilt dem Wohl der Opfer”, sagte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco. Er räumte eine mögliche Vertuschung ein.
Quelle: Radio Vatikan

30.5.2010 “Darin liegt das Problem der katholischen Kirche: dass ihr die eigenen Leute schützenswerter schienen als die Kinder, die ihnen als Schüler anvertraut wurden. Katholische Würdenträger müsste gerade das zutiefst erschüttern: wie kaltherzig sie mit dem großen Vertrauen der Gläubigen umgegangen sind….Von der Scham, als verantwortliche Kirche so versagt zu haben, weil man Missbräuche über Jahrzehnte systematisch gedeckt hat, ist leider viel zu wenig zu spüren. Dies ist der größte Skandal der katholischen Kirche seit Langem – aber wie viele Stimmen sind zu hören? Die katholische Kirche will ein lebendiger Ort des Glaubens sein. Krisen, Widersprüche, Scham, Fehltritte, sogar Verbrechen gehören zum Lebendigen leider dazu. Nur muss man sich dem stellen. Verdruckstes Schweigen – damit kann die Kirche nur verlieren: an Achtung und an Mitgliedern.”
Quelle: Berliner Morgenpost
Kommentar: Dieser Kommentar der Berliner Morgenpost ist richtig. Die Reaktionen der Amtskirche auf Schreiben von mir bestehen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – im Schweigen, das nach wie vor, Krise hin oder her, anhält.

30.5.2010 Hans Küng gibt Papst Johannes Paul II. die Schuld, dass die Glaubenskongregation unter Ratzinger nicht gegen Groer, Krenn, Haas und Maciel vorgehen konnten. Küng weist auch Benedikt XVI eine Mitschuld zu. Die diffamierende Äußerung Sodanos (“Geschwätz”) vom Ostersonntag sei mit dem Papst abgesprochen, meint Küng. Und er erinnert daran, dass Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 2001 ein Schreiben an alle Bischöfe “Über schwere Vergehen” gerichtet habe, in dem gefordert wurde, die Missbrauchsfälle unter des Secretum Pontificium zu stellen. Wer gegen diese Forderng verstößt, zieht sich schwere Kirchenstrafen zu.
Quelle: presse

30.5.2010 “…statt einer wirklichen Geste, ihnen zu helfen. Das ist so unglaublich bürokratisch….. Eigentlich ginge es jetzt um Emotionen, die gezeigt werden müssten. Doch da sieht man eine ganz große Hilflosigkeit.”
Quelle: WDR
Kommentar: Das sagt Miguel Abrantes Ostrowski vor dem gestrigen Treffen von Opfern mit Jesuiten in Berlin. Damit trifft er das Problem sehr genau. Heilsam sind nicht eine Bürokratie, ein “korrektes” Verhalten der Täterseite, wiederholte gefühllose Entschuldigungen und Betroffenheitsäußerungen, die in Mikrofone und Kameras gesprochen werden, und völlig ohne  das Gegenüber von Opfern auskommen  – heilsam ist das ehrliche und authentische Mitfühlen. Und das fehlt in der Regel. Aber das ist nicht einklagbar.

29.5.2010 Die Heidelberger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen katholischen Pfarrer des Heidelberger Stadtteils Kirchheim, Erzbistum Freiburg. Pfarrer S. steht im Verdacht, Mitte der 1980er Jahre mindestens einen, wahrscheinlich aber mehrere Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Der Freiburger Missbrauchsbeauftragte erstattete Strafanzeige.
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung

28.5.2010 Die “Time” spekuliert über eine Vergebungsbitte des Papstes beim Welttreffen kath. Priester Anfang Juni in Rom. Die Kurie betrachte eine solche Bitte als “gefährlich”, weil dadurch die anwesenden Priester indirekt für sexuellen Missbrauch verantwortlich gemacht würden, berichtet die Time. Im Vatikan sei nichts über eine solche Vergebungsbitte bekannt.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Was die x-te Vergebungsbitte von wem auch immer – die auf ihre Korrektheit, Verträglichkeit, Nicht-Anstößigkeit bei wem auch immer und auch sonst und in jeder Hinsicht überprüft wurde, bevor sie ausgesprochen wird – bewirken soll, wird mir umso unerfindlicher, je häufiger sie ausgesprochen wird. In der Inflation der Vergebungsbitten tendieren ihr Wert und ihre Glaubwürdigkeit gegen Null. 

28.5.2010 In der Kirche Luxemburgs ist von 31 Fällen sexualisierter und körperlicher Gewalt in den letzten Jahrzehnten die Rede. AKtuelle Fälle gebe es nicht.
Quelle: Domradio

28.5.2010 Im Bistum Würzburg geht der Missbrauchsbeauftragte von 83 “relevanten Kontakten” aus. Er stellt aber fest, dass die Zahl der Opfer wohl größer ist.
Quelle: Abendzeitung

27.5.2010 Zudem gelte es einzusehen, dass nicht nur Vergebung, sondern auch Gerechtigkeit notwendig sei – das sagte der Papst und forderte die italienischen Bischöfe zum offenen Umgang mit Missbrauchsfällen auf.
Quelle: ORF
Kommentar: Diese Aussage ist bemerkenswert, weil es der Kirche bislang um die Vergebung ging, die den Tätern – ohne den Weg über die Opfer zu nehmen – gewährt wurde. Die Gerechtigkeit für die Opfer war bisher kein Thema. J.B.Metz formulierte es mal so: „Die die biblischen Traditionen beunruhigende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde nämlich allzu schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen.”

27.5.2010 Joaquin Navarro-Valls, früherer Vatikansprecher, hat die Behauptung zurück gewiesen, Papst Johannes Paul II. habe Missbrauchsfälle vertuscht. Im Fall des Gründers der Ordensgemeinschaft “Legionäre Christi”, Marcial Maciel Degollado (1920-2008), sei das kirchenrechtliche Verfahren noch unter dem Pontifikat des polnischen Papstes eröffnet worden. Auch im Fall Groer habe der Papst nichts vertuscht.
Quelle: kathweb.at
s. hingegen einen Beitrag von Christian Modehn im NDR – Podcast: “Pater Marcial Maciel hat Straftaten begangen und ein skrupelloses Leben geführt.”

27.5.2010 Die Missbrauchsbeauftragte Raue der Jesuiten stellte ihren Abschlussbericht vor. Mehrfach als Täter wurden 12 Jesuitenpatres benannt, 6 von ihnen sind inzw. gestorben. Raue berichtete, dass die Täter über Jahrzehnte systematisch sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder geübt hätten, die von den Oberen gedeckt und vertuscht worden waren. Insgesamt gingen seit Ende Januar 205 Opfermeldungen ehemaliger Schüler von Jesuitenschulen ein. Die meisten Fälle ereigneten sich in den 70er und frühen 80er Jahre. Der derzeitige Provinzial Dartmann bestätigte, dass die Aufklärung nur langsam angelaufen sei. Von den damaligen Oberen der Jesuiten erwarte er erklärungen. Die damals Verantwortlichen, die die Täter deckten, sind heute alle über 70 und pensioniert.
Quelle: faz
Laut Radio Vatikan werden 46 Patres, weltliche Lehrer und Erzieher des Ordens, verdächtigt. Bei vielen Opfern hätten die Übergriffe schlimme Auswirkungen auf ihren weiteren Lebensweg gehabt. „Diese Leute, die sich da gemeldet haben, sprechen fast durchgängig von gebrochenen Lebenswegen, von Angst und Depressionen, Problemen im sexuellen Bereich und zerstörten Ehen und Eheproblemen“, so Raue wörtlich. Im Jesuitenorden seien viele Vorwürfe bekannt gewesen, ohne dass angemessen reagiert wurde. Die vergangenen Wochen hätten die Opfer erneut auf eine harte Geduldsprobe gestellt.
s. auch den Bericht in der FR
Abschlussbericht von U. Raue
Stellungnahme des Provinzials Dartmann
Spiegel: “Wir können nicht davon ausgehen, dass wir bisher alles gehört haben. Im Gegenteil”, sagte Raue.

27.5.2010 Im Bistum Augsburg wird die Spaltung des Bistums nun auch im Internet sichtbar. Die Kirchenzeitung versuchte in ihrer Pfingstausgabe, den emeritierten Bischof Mixa reinzuwaschen von den Prügel- und Untreuevorwürfen. Das Bistum hatte sich schon zuvor für Mixas Schläge im Kinderheim Schrobenhausen entschuldigt und klargestellt, es nehme das Leid der Opfer “sehr ernst” und suche das Gespräch mit den Betroffenen. Alle Zeitungen und Nachrichtenagenturen berichteten über diese Pressemitteilung. Die Sonntagszeitung nicht.
Quelle: Süddeutsche

26.5.2010 Im März wurde ein Pater der Osnabrücker Ordensprovinz der Franziskaner beschuldigt, sich beim sog. Klamottenknobeln Jugendlichen in den 70er Jahren unsittlich genähert zu haben. Der Beschuldigte gestand das unangemessene Verhalten ein, begab sich in Therapie und wird wieder in seinem bisherigen Amt eingesetzt. Vorwürfe sexualisierter Gewalt, die einem anderen beteiligten Pater zur Last gelegt werden, der den Orden 1993 verließ, werden aufrechterhalten.
Quelle: Bistum Osnabrück

26.5.2010 Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Berlin berichtet von insgesamt 7 Männern und Frauen, die Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer erhoben haben. Sieben der 8 Beschuldigten begingen ihre Untaten in den 50er, 70er und 80er Jahren. Sieben der 8 Beschuldigten sind verstorben oder leben im Ruhestand.
Quelle: Tagesspiegel

25.5.2010 Fast drei Monate nach Veröffentlichung der ersten Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs am Internat in Mindelheim hat ihr Provinzial Frater Brandon Geary nun einen umfassenden Bericht zum Sachstand vorgelegt. Der findet sich eher versteckt auf dem Internet-Portal des Internats. Geary räumt darin Missbrauch und Gewalt ein. Und er zeigt sich tief beschämt über die inakzeptablen Vorgänge.
Quelle: Augsburger Allgemeine

25.5.2010 In Italien wurden in den letzten 10 Jahren etwa 100 Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und  nach Kirchenrecht verurteilt. Dies geht aus einer Mitteilung des Sekretärs der italienischen Bischofskonferenz hervor.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Wenn 67 ehemalige Schüler einer Taubstummen-Schule in Verona bereits  24 mutmaßliche Täter – Priester und andere kirchliche Mitarbeiter – benennen, ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

22.5.2010 Ein italienischer Bischof wusste vom Missbrauch durch einen kath. Priester und tat nichts. Der Pfarrer wurde 2001 verhaftet, er soll zehn Jungen zwischen 11 und 16 im Zeltlager oder in der Pfarrei vergewaltigt haben. Der Beschuldigte erklärt sich zum Opfer einer Intrige. Die Aussagenjedoch belasten ihn. Der Bischof der Diözese Porto e Santa Rufina, Gino Reali,berichtete vor Gericht, dass er 2006 Gerüchte hörte, aber keine Beweise gehabt habe. Der Brief eines Missbruachsopfers mit detaillierten Schilderungen zählte für ihn nicht als Beweis – es war ja bloß der Bericht eines Opfers.
Diese Vorgänge geschehen in Italien, wenige Kilometer vom Vatikan entfernt, der von Null-Toleranz erzählt.
Quelle: taz

21.5.2010 In Brasilien wurde am Freitag ein römisch-katholischer Priester verhaftet, der von einem ehemaligen Ministranten des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. Der 44jährige Marcin Michael S. soll im Pfarrhaus ein “Sex-Verlies” eingerichtet haben, in dem er sein Opfer mit Handschellen ans Bett fesselte. Der aus Polen stammende Priester wurde von der Erzdiözese Rio de Janeiro all seiner Aufgaben enthoben, als am Donnerstag der Haftbefehl bekannt wurde, erklärte ein Sprecher der Erzdiözese. Die Kirche “drückte ihr Bedauern” aus, meldet die Agentur AP.
Quelle: queer-news

21.5.2010 Psychotherapeuten rechnen mit dem Bekanntwerden weiterer lang zurückliegender Fälle von sexuellem Missbrauch oder von Gewalt gegen Heimkinder. Der Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dieter Best, äußerte vor Journalisten am Freitag in Berlin die Erwartung, dass da noch vieles im Verborgenen schlummert.
Quelle: Domradio

21.5.2010 Mit insgesamt 174 Fällen und Anliegen ist die von der ehemaligen steierischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic geleitete Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs derzeit befasst.
Quelle: kath.web

21.5.2010 Im Bistum Regensburg wurden Ermittlungen gegen den Pfarrer von St. Georg in Painten eingestellt – es liegt keine Straftat vor.
Quelle: Bistum Regensburg

21.5.2010 Zuletzt räumten drei katholische Geistliche in Belgien den Missbrauch von 40 Kindern ein.
Quelle: kipa

21.5.2010 Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer wird ein Zweit-Gutachten über die Missbrauchsfälle in Jesuitenschulen erstellen. Es ist der Versuch, das Misstrauen einiger Opfer abzubauen.
Quelle: Spiegel

21.5.2010 Die Süddeutsche spricht von einer pastoralen Katastrophe im Bistum Augsburg.

21.5.2010 Eine strafbewehrte Pflicht zur Anzeige bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch soll es weiterhin nicht geben.
Quelle: Domradio
Kommentar: Auch wenn diese Regelung Tätern weitere Taten und Vertuschern weiteres Vertuschen erlaubt, wird der Entscheidung des Opfers Rechnung getragen. Diese Regelung, die auch wegen der Belastungen eines juristischen Verfahrens für die Opfer ihre Berechtigung hat, müsste jedoch dazu führen, die bisherigen juristischen Vorgänge opferfreundlicher zu gestalten. Da wäre einiges zu tun. Und das Ziel müsste sein, dass Täter angezeigt werden können, ohne dass das Opfer in eine retraumatisierende Situation gerät.

21.5.2010 Der Südkurier berichtet, dass es im Erzbistum Freiburg 40 Missbrauchsfälle gebe. Die Täter seien zum großen Teil verstorben und die Taten verjährt.

21.5.2010 Der Theologe Jan-Heiner Tück, Wien, denkt über die nötigen Reformen in der Kirche nach.
Quelle: NZZ

21.5.2010 “Wenn die Bischöfe jetzt nicht mit ihrem Volk aufbrechen, ist das Volk eines Tages dahin.” Das sagt völlig richtig Monika Maier-Albang.
Quelle: Süddeutsche

21.5.2010 In der Südwestpresse Ulm berichtet ein Opfer über seine Erfahrungen, über die Erwattungen an die Kirche und über Unterschiede zwischen kirchlichen und eigenen Erwartungen.

20.5.2010 Missbrauchsopfer aus Jesuitenschulen sind enttäuscht vom bisherigen Umgang mit den Opfern und mit der Aufklärung. Die Vorstellungen über einen guten Umgang mit ihnen sehen unterschiedlich aus.
Quelle: Zeit

20.5.2010 In Stormarn soll ein evangelischer Pfarrer über Jahre hinweg Mädchen missbraucht haben. Das erste Opfer meldete sich 1999, aber erst jetzt hat die zuständige evangelische Kirche die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und nach weiteren Opfern gefragt. Es wurden weitere Verdachtsfälle bekannt. 
Quelle: ln-online

19.5.2010 Der irische Primas, Kardinal Brady, wird sein Amt nicht aufgeben. Der neue Bericht spricht von 200 Missbrauchsfällen, die im letzten Jahr der Komission gemeldet wurden.
Quelle: Radio Vatikan

19.5.2010 Der Missbrauchsverdacht gegen den Kurseelsorger von Bad Tölz hat sich ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte mehrere noch nicht verjährte Vorwürfe. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um jenen Priester, der mit Zustimmung des damaligen Kardinal Ratzinger von Essen nach München geholt worden war.  Dem Bistum Essen liegen seit den vergangenen Wochen sechs Hinweise auf sexuellen Missbrauch vor, den der Priester vor seiner Versetzung 1980 begangen haben soll.
Quelle: ORF und Süddeutsche

19.5.2010 Die belgischen Bischöfe bitten um Verzeihung. In Belgien liegen rund 300 Klagen wegen Missbrauch vor.
Quelle: ORF und Focus

19.5.2010 “Kaum thematisiert wurde die Situation der Opfer.” Die taz berichtet von einem Abend in einer Hamburger Kirchengemeinde, deren Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs suspendiert wurde. Die Sorge um das Wohl des Pfarrers war groß.

19.5.2010 Der Rektor des Bonner Jesuitengymnasiums wird nach Mannheim versetzt. Dort werde er jedoch keine Seelsorge machen, sondern Verwaltungsaufgaben übernehmen. Ihm wird Mitwisserschaft in Missbrauchsfällen vorgeworfen, die der frühere Schulleiter begangen haben soll. Die Ermittlungen dauern an, weil sich immer neue Opfer melden.
Quelle: Morgenweb

19.5.2010 Die evangelische Landeskirche Hannover ermittelt in sieben Verdachtsfällen wegen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt. Die Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, obwohl die Fälle strafrechtlich verjährt sind. Die Opfer sind zwischen Ende 20 und 40 Jahre alt, die Täter zwischen 70 und 80. Der stellvertretende Landesbischof H.-H.Jantzen sagte, er sei nicht erschüttert. Eine Hotline, 0511-1241477, wurde eingerichtet.
Quelle: ORF

19.5.2010 In Mülheim wurde ein 78-jähriger Priester suspendiert. Ihm wird von zwei Personen sexueller Missbrauch vorgeworfen, der in den 70er Jahren in Holthausen und an einem anderen Ort geschehen sein soll.
Quelle: Der Westen

18.5.2010 Bei einer Diskussion anlässlich eines Missbrauchs durch einen kath. Priester in der Seelsorgeeinheit Hemsbach, Erzbistum Freiburg, sagte eine Teilnehmerin am Schluss: “Richten Sie ihm [dem Beschuldigten] aus, dass wir hinter ihm stehen und für ihn beten.”
Quelle: wnoz

18.5.2010 Die weiteren Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski durch eine britische Schauspielerin scheinen undurchsichtig zu sein. Die Anklägerin widerspricht sich.
Quelle: FR

17.5.2010 Rotraud Perner führt sexuellen Missbrauch unter kath. Priestern auf deren sexuelle Unreife zurück.
Quelle: Sueddeutsche

16.5.2010 Der Feldkircher Bischof Fischer will mithelfen, die gegen ihn erhobenen Gewaltvorwürfe aufzuklären.
Quelle: Radio Vatikan

16.5.2010 Der emeritierte Bischof Mixa sagt: “Es tut mir weh, dass viele treue Christen wegen der haltlosen Missbrauchsvorwürfe an mir gezweifelt haben.“ Laut focus äußerte er sich nicht dazu,  dass die Opfer  der durch Herrn Mixa verursachten z.T. gefährlichen Körperverletzung teilweise bis heute in psychiatrischer Behandlung sind.
Quelle: focus

16.5.2010 In Herzogenrath, Bistum Aachen, wurde ein katholischer Pfarrer wegen  standeswidrigen Verhaltens suspendiert. Genauere Auskünfte gibt es nicht.
Quelle: rp-online

16.5.2010 Opfer berichten im “Netzwerk B”

15.5.2010 Cora O. berichtet im Netzwerk B (URL: http://netzwerkb.org/2010/05/15/und-nun-sitzt-er-in-rom-neben-dem-papst/) von einem Missbrauchsfall im Erzbistum Freiburg. Später findet sich die Aussage von Karin Jäckel auf Coras Internetseite “Er war ein Mann Gottes”, dass Cora O. der Kirchen-Hotline den Namen des Täters mitgeteilt habe. Karin Jäckel schreibt – Datum unbekannt – weiter: “Dann vertrautest Du Dich einem anderen Kaplan an, der heute einer der mächtigsten Gottesmänner an der Seite des Papstes in Rom ist. Er versprach Hilfe. Gesprochen hat danach niemand mehr mit Dir über das, was Du ihm anvertraut hattest. Der Missbrauch hörte nicht auf.”

15.5.2010 In der katholischen Kirche in Deutschland hat die Bischofskonferenz eine “Steuerungsgruppe” eingerichtet, die über allfällige Reformen und über Glaubwürdigkeit statt Scheinheiligkeit nachdenken will, berichtet der Spiegel. Erzbischof Zollitsch sagte jedoch laut Domradio, es gebe in der Bischofskonferenz keine Überlegungen, gemeinsam zum Thema Zölibat weiterzudenken, da diese Überlegungen ein Thema der Weltkirche seien. Bereits zwei Bischofssynoden im Vatikan hätten sich mit großer Mehrheit für die Beibehaltung des Zölibats ausgesprochen. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe betont, dass man in dieser Frage nichts ändern könne. Nun könne man, so Zollitsch, aber „untersuchen, warum das so ist“.
Kommentar: Wenn es bereits im Vorfeld der Arbeit dieser Steuerungsgruppe den Ausschluss bestimmter Themen gibt, frage ich mich, über welche Reformen denn dann gesprochen werden darf.

15.5.2010 In Wien wartet ein Missbrauchsopfer, das sich bei der kirchlichen Wiener Ombudsstelle meldete, seit 5 Wochen auf eine Reaktion. Die blieb bislang aus. Wer um den psychischen Stress einer Öffentlichmachung der eigenen Missbrauchserfahrung weiß und die Retraumatisierungsgefahr kennt, weiß, dass eine solche Nicht-Reaktion verantwortungslos ist.
Quelle: Wiener Zeitung

15.5.2010 Das Martyrium des kleinen Daniel. FR

15.5.2010 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 76-jährigen Franziskaner-Minoriten, der Schutzbefohlene sexuell missbraucht haben soll. Derzeit spricht der Oberstaatsanwalt von rund 10 Betroffenen. Der Pater wies die Anschuldigungen als Intrige zurück.
Quelle: Süddeutsche

15.5.2010 Eine britische Schauspielerin beschuldigt Polanski, sie mit 16 Jahren missbraucht zu haben. Der Anwalt Polanskis kann sich nicht vorstellen, dass ein Missbrauchsopfer 26 Jahre braucht, um sich als Opfer zu erkennen zu geben.
Quelle: Spiegel

15.5.2010 Wie im Bistum Fulda mit Missbrauchstätern umgegangen wurde, berichtet die FR. Von einer Podiumsdiskussion über den Umgang mit den Missbrauchsfällen in Regensburg berichtet regensburg-digital.

14.5.2010 ÖKT – Veranstaltung mit Bischof Ackermann, Klaus Mertes SJ, Wunnibald Müller und anderen. Ein Überblick aus der Zeit und Spiegel

14.5.2010 Der Bischof von Burlington im US-Bundesstaat Vermont kündigte an, Immobilien zu verkaufen und einen Kredit aufzunehmen, um die Missbrauchsopfer zu entschädigen. Seit den 60er Jahren wurden in den USA 14 000 Menschen von ca 5000 Priestern missbraucht.
Quelle: Welt

14.5.2010 Der emeritierte Bischof von Augsburg, Mixa, hat nach Angaben des Sonderermittlers Waisenhauskinder mit Faust, Stock und Gürtel geschlagen. Die Nonnen des Kinderheimes sollen ihn beim Prügeln angestachelt haben. Strafrechtlich sind die Vorwürfe verjährt. Einem Mädchen habe der Ex-Bischof laut dem Bericht des Sonderermittlers Knott gesagt: “Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine Zukunft ruinieren.” Die von Knott als glaubhaft bezeichnete Frau benötige bis heute therapeutische Hilfe und sei nicht in der Lage, Beziehungen zu führen.
Quelle: Spiegel
Süddeutsche
Sadist in Soutane – Ex-Bischof Mixa. Quelle: FR
Neben der Brutalität von Mixa ist vom Brechen des Beichtgeheimnisses die Rede: baz-online

14.5.2010 Aus dem Bistum Fulda berichtet ein Opfer, wie es ihm im Kontakt mit der Missbrauchsbeauftragten des Bistums ergangen ist. Die Reaktion sei demütigend – im Widerspruch zu den öffentlichen Verlautbarungen. Die Missbrauchsbeauftragte habe dem Opfer gesagt, dass er den Pfarrer verklagen müsse, wenn er Schmerzensgeld wolle. Der mutmaßliche Täter streitet alles ab. Die Missbrauchsbeauftragte versprach, ein Therapieangebot zu organisieren. Nach 5 Wochen rief eine Frau an, die dem Opfer unterstellte, es wolle Kapital aus der Sache schlagen. Die Missbrauchsbeauftragte kündigt “weitere Hilfestellungen” an. Fragen der FR werden nicht beantwortet mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Gespräche mit Opfern.
Quelle: FR
Kommentar: Vertrauen schaffende Maßnahmen sehen anders aus.

13.5.2010 Die vorläufigen Ermittlungen gegen den emeritierten Bischof Mixa werden wohl eingestellt. Der Verdacht sexuellen Missbrauchs hat sich nicht erhärtet. Nach Auskunft der FAZ waren sowohl in der Justiz als auch in der Kirche die Vorhaltungen gegen Mixa nicht abgetan worden, weil es in den Bistümern Eichstätt und AUgsbrug Geistliche gibt, denen sich der damalige Stadtpfarrer Mixa unsittlich genähert haben soll. Hinweise darauf von damals noch angehenden Priestern befänden sich in dem Dossier, das dem Papst vorlag, als er den Rücktritt Mixas akzeptierte.
Quelle: faz

13.5.2010 Im Landkreis Miltenberg hat ein 62 Jahre alter Priester zugegeben, Anfang der 90er Jahre sexuelle Kontakte zu einer damals 15-Jährigen unterhalten zu haben. Er wurde von seinen Aufgaben entbunden. An diesem Freitag will er sich selbst anzeigen.
Der Bischof von Erfurt, Wanke, mahnte die kath. Kirche zu Reue und Umkehr. Die bislang bekannt gewordenen Missbrauchsfälle machten die Botschaft der Kirche insgesamt unglaubwürdig.
Stimmt.
Quelle: Stern

13.5.2010 Der Regensburger Theologe Beinert fordert ein neues Konzil und sieht bis in den Vatikan hinein veränderte Perspektiven.
Quelle: nzz

13.5.2010 Ein spanisches Gericht ermittelt gegen Mitgliedes eines franziskanischen Ordens wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Behinderter.
Quelle: rp-online

12.5.2010 “Nicht die Sorge um die Opfer treibt die Verantwortlichen um, sondern die Frage, wie die Hierarchie möglichst unbeschadet aus dem Schlamassel rauskommt”, sagt der suspendierte Theologe Gotthold Hasenhüttl. Ich hoffe, er hat Unrecht – aber ich teile seine Sorge.
Quelle: Spiegel

12.5.2010 Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin, warf der katholischen Kirche in Irland vor, sich dem Missbrauchsskandal nicht vollständig zu stellen. Noch immer gäbe es starke Kräfte, die ein Aufdecken von Missbrauchsfällen verhinderten. Er forderte, dass die Kirche zugeben müssen, dass man die Sache bisher völlig falsch angegangen sei – mit einfachen knappen und oberflächlichen Verlautbarungen könne man sich nicht aus der Katastrophe retten.
Quelle: Radio Vatikan

12.5.2010 Seit April 2010 gingen in der belgischen Kirche 270 neue Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger ein. Nach dem Geständnis eines belgischen Bischofs, dass er einen Jungen missbraucht habe, nahm die Zahl der Missbrauchsmeldungen stark zu. Der Fernsehs4ender VRT sprach von 350 Meldungen, die bei der fläischen Telefonseelsorge eingegangen seien. Zuletzt räumten – nach Angaben der Zeitung “Het Nieuwsblad –  drei katholische Priester den Missbrauch von 40 Kindern ein.
Quelle: Radio Vatikan

12.5.2010 Der Bischof von Eichstätt ist verwundert über das Vorgehen der zwei Mitarbeiter, die dem Bistum Augsburg einen Verdacht auf Missbrauch durch den emeritierten Bischof Mixa meldeten, nicht jedoch den vorgesehenen Weg zum Missbrauchsbeauftragten des Bistums Eichstätt gingen.
Quelle: Bistum Eichstätt

12.5.2010 Zwei Patres des Stiftes Kremsmünster, denen sexualisierte und körperliche Gewalt vorgeworfen wird, haben den Absolventenverband der Altkremsmünsterer verlassen.
Quelle: kathweb.at

11.5.2012 3sat berichtet, wie dem ehemaligen Heimkind Alexander Markus Homes immer wieder verboten wird, über seine Zeit im Vincenz-Stift in Rüdesheim/Aulhausen zu berichten.

11.5.2010 Die niederländische Kirche hat eine Missbrauchskommission eingesetzt, der der protestantische frühere Bürgermeister von Den Haag, WIm Deetmann, vorsteht. Deetmann hat eine wissenschaftliche Untersuchung angeregt und gesagt, Hilfe und Betreuung für die Opfer müsse im Vordergrund der Arbeit stehen. In den Niederlanden sind bei der kirchlichen Beschwerdestelle mehr als 1500 Meldungen eingegangen – sie betreffen meistens Vergehen von Priestern und Ordensleuten.
Quelle: Liborius

11.5.2010 Der Missbrauchsverdacht gegen den emeritierten Bischof Mixa, Augsburg, scheint sich nicht zu erhärten. Es würde bedeuten: Ein Opfer weniger – und das wäre eine gute Nachricht.
Quelle: Augsburger Allgemeine

11.5.2010 Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen einen 30-jährigen Walldorfer wegen sexuellen Missbrauchs. Der Beschuldigte – Jugendbetreuer, Messdiener und Pfarrgemeinderatsmitglied – hat mutmaßlich fünf bis 6 Kinder oder Jugendliche missbraucht.
Quelle: echo-online

11.5.2010 “Heute sehen wir in wirklich erschreckender Weise, dass die größte Verfolgung der Kirche von Feinden nicht außerhalb kommt, sondern aus der Sünde innerhalb der Kirche entsteht.” Das sagte der Papst auf seiner Reise nach Lissabon.
Dem ist nichts hinzuzufügen – es ist nur daran zu erinnern, dass diese Feindschaft sich sowohl in (sexualisierter) Gewalt als auch im Vertuschen der Straftaten äußert.
Quelle: kipa

11.5.2010 Die Stadt Wien untersucht Hinweise auf systematischen Missbrauch an Heimkindern und Jugendlichen bei Sexparties in Wiener Wohnungen, die Mitte der 90er Jahre stattgefunden haben sollen.
Quelle: orf

11.5.2010 Ein Pater aus Arnstein, der unter Missbrauchsverdacht geraten war, wurde zum Teil entlastet. Der Vorwurf werde nicht weiter verfolgt, da der Schüler zum Zeitpunkt der Tat bereits 17 bzw. 18 Jahre alt war. Außerdem war er zu dieser Zeit kein Schutzbefohlener mehr. Der Pater soll den Jugendlichen geküsst haben – er bestreitet den Vorwurf. Unbestritten ist jedoch, dass der Pater sich den Vorwurf der Körperverletzung gefallen lassen muss. Auch wenn der Jugendliche sich nicht an Einzelheiten erinnern könne, habe es die Übergriffe gegeben.
Insgesamt haben 7 Schüler Vorwürfe gegen vier Patres erhoben. Drei der Beschuldigten sind mittlerweile gestorben.
Quelle: wa.de

10.5.2015 In Bornheim hat Pastor Wolfgang H. sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen eingestanden und bedauert.
Quelle: generalanzeiger

10.5.2010 Im Bistum Münster hat ein heute 72-Jähriger einen früheren Pfarrer des sexuellen Missbrauchs an ihm beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer war damals 11 Jahre alt. Der Missbrauchsbeauftragte spricht von einer misslichen Situation, denn der Beschuldigte ist tot, eventuelle Taten sind verjährt und die Beweislage ist schwierig.
Quelle: mv-online

10.5.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagt, es sei gut, dass der ÖKT zwei Veranstaltungen zum Thema Missbrauch ins Programm aufgenommen habe. “Es sollte aber ein Thema unter vielen wichtigen Themen bleiben”, mahnt Zollitsch. Er ruft dazu auf, auf dem Kirchentag den “Blick für wichtige Themen zu weiten” – er denke an eine alternde Gesellschaft, die hohe Staatsverschuldung, die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden.
Quelle: open-report.de
Kein Kommentar

10.5.2010 Der Bischof von Antwerpen hat eine erneute Überprüfung eines Missbrauchs durch einen katholischen Priester angeordnet. Der Priester soll jahrelang mindestens drei Jungen sexuell missbraucht haben. 2006 war der Fall abgeschlossen worden, nachdem das Bistum über 100.000 € gezahlt habe. Gegen den Priester sei jedoch nie ermittelt worden.
Quelle: brf

10.5.2010 Jose Saraiva Martins, portugiesischer Kurienkardinal weist die Kritik von Kardinal Schönborn an der Handhabung des Falles Groer im Vatikan zurück. Nach Auskunft von Schönborn sei der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, von Kardinal Sodana gehindert worden, den Fall Groer zu untersuchen. Schönborn nannte Sodanas Wort vom “Geschwätz des Augenblicks” eine Verletzung von Missbrauchsopfern.
Saraiva Martins meint, Schönborn hätte statt eines öffentlichen Wortes eine brüderliche Zurechtweisung wählen können, denn nun drohe die Gefahr, dass “sich der Brand nocht weiter ausbreitet”.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Öffentlich eine andere Meinung als ein Kurienkardinal zu äußern ist also in der Wahrnehmung von Saraiva Martins viel schlimmer als eine Verletzung und Verunglimpfung von Missbrauchsopfern. Nach dem Motto: Mit denen kann man’s ja machen.

10.5.2010 In Fritzlar wurde ein Prämonstratenser-Pater beurlaubt, weil ihm distanzloses bzw. übergriffiges Verhalten vorgeworfen wird. Die Vorwürfe werden derzeit geprüft.
Quelle: FR

10.5.2010 Schweizer Ärzte weisen darauf hin, dass auch bei Ärzten sexueller Missbrauch vorkomme – und ähnlich geleugnet werde, wie dies bisher in der katholischen Kirche üblich war.
Quelle: a-z.ch

10.5.2010 Das Erzbistum Hamburg hat einen Priester beurlaubt, der Mitte der 70er Jahre einen Jugendlichen missbraucht haben soll. Der Priester sei geständig und habe (nach anderen Quellen: vier) weitere Betroffene benannt, mit denen es bis 1984 zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft ist informiert.
Quelle: Radio Vatikan und Abendblatt

10.5.2010 Die österreichische Pfarrerinitiative stellt fest: “Seit mehreren Wochen werden schwerwiegende Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. bezüglich dessen Vorgangsweise als Präfekt der Glaubenskongregation in Fällen sexueller Ausbeutung erhoben.  Die bisher unterbliebene Klärung durch den Papst selbst schadet der Glaubwürdigkeit aller Bemühungen in der Kirche um einen  entschiedenen und transparenten Umgang mit den bisherigen Vorfällen und um eine möglichst wirksame Verhinderung weiterer Fälle.” Sie fordert den Papst auf, die schwer wiegenden Vorwürfe gegen ihn durch eine unabhängige Kommission überprüfen zu lassen – oder sein Amt zur Verfügung zu stellen.
Quelle: Pfarrer-Initiative und ORF

10.5.2010 Der Kooperator einer Seelsorgeeinheit im Kinzigtal wurde von der Erzdiözese Freiburg beurlaubt. Bereits 2003 war er wegen des Vorwurfs, nicht die vorgeschriebene Distanz zu Kindern gewahrt zu haben, beurlaubt worden. Ein Verfahren wurde eingestellt und er unter der Auflage, diese Distanz einzuhalten, wieder eingesetzt . Inzwischen wird ihm vorgeworfen, die Auflage nicht eingehalten zu haben.
Quelle: BNN, Bistum Freiburg

10.5.2010 In der Badischen Zeitung wird am berichtet, dass der Stadtpfarrer von Gengenbach, Erzbistum Freiburg, vor etwa 30 Jahren in Freibureg übergriffig geworden sei. Er bestreitet dies. Er wurde beurlaubt, bis eine Klärung herbeigeführt ist.

10.5.2010 Auf einem sich katholisch nennenden Internetportal wurde der Name eines mutmaßlichen Opfers von Mixa gehandelt. Der als mutmaßliches Opfer Bezeichnete dementierte, von Mixa missbraucht worden zu sein.
Quelle: presseportal

10.5.2010 Im Bistum Köln wurde ein katholischer Priester beurlaubt. Er bekannte sich schuldig, vor 34 oder 35 Jahren einen damals 15-Jährigen missbraucht zu haben.
Quelle: Generalanzeiger

10.5.2010 In einem bemerkenswerten Essay über den “Aufstand der Ungeschützten” formuliert Caroline Fetscher: “Werden dessen [des himmlischen Vaters] irdische Stellvertreter zu Tätern, bricht die letzte Illusion des Schutzes ein. Das, und kein statistischer Unterschied, löst die besondere Empörung angesichts von Klerikern aus, die sich kriminell an Kindern vergehen.”
Quelle: tagesspiegel

9.5.2010 Reuters berichtet, dass Vorwürfe von Kardinal Schönborn, Wien, bekannt wurden: Der Kardinal-Staatssekretär Sodano habe Ermittlungen gegen H.H.Groer verhindert. Damit habe Sodano sich gegen Kardinal Ratzinger durchgesetzt. Schönborn trat erneut für eine schonungslose Aufklärung ein und gegen Täterschutz – vor dem Opferschutz.
Im April hatte es Vorwürfe aus den USA gegen Sodano gegeben, er habe den Fall eines pädophilen amerikanischen Priesters vertuscht. Zunächst leugnete der Vatikan, dass sie Anschuldigungen gegen den Priester zuträfen, räumte sie dann aber ein.
Quelle: Reuters

9.5.2010 Der Bischof von Würzburg hat zwei Priester beurlaubt. Gegen beide ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf gegen den 62jährigen Priester besagt, er habe 1985 eine 17-Jährige sexuell belästigt.
Gegen einen 59-jährigen Priester der Diözese Fulda, der im Bistum Würzburg arbeitete, wird wegen des Verdachts sexueller Übergriffe gegenüber Heranwachsenden in seiner früheren Arbeit im Bistum Fulda ermittelt. Ein Generalvikar der Diözese Fulda, hat am 5.5. die Diözese Würzburg darüber informiert.
Quelle: osthessen-news

9.5.2010 Im Bistum Essen, in Lüdenscheid, wurde ein 78-jähriger katholischer Priester beurlaubt. Ein Missbrauchsverdacht ist der Grund. Die Vorwürfe sind verjährt. 
Quele: come-on.de

8.5.2010 Im Bistum Limburg hat ein Pfarrer, St. Martin in Lahnstein, grenzüberschreitendes Verhalten im Umgang mit jungen Leuten eingestanden. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Es soll sich um drei Fälle handeln.
Quelle: Bistum Limburg

8.5.2010 Im ehemaligen Kilianeum in Miltenberg sollen Internatsschüler Ende der 60er und zu Beginn der 70er Jahre brutal misshandelt worden sein. Zwei ehemalige Schüler meldeten sich während der Telefonaktion der Diözese Würzburg. Die Fälle wurden dem Missbrauchsbeauftragten übergeben.
Quelle: faz.net

8.5.2010 Der Papst hat das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa angenommen. Begründet wurde der Rücktritt mit einem Paragrafen des Kirchenrechts, der den Ruhestand eines Geistlichen vorsieht wegen Kranheit oder aus anderen schwerwiegendenGründen. Mixa ist damit auch nicht mehr Militärbischof.
Der Weihbischof Grünwald leitet in der Vakanz das Bistum Augsburg.
Quelle: süddeutsche

8.5.2010 In der Stuttgarter Zeitung wird berichtet, wie Täter geschützt wurden. Und wie Gemeinden zu pädophilen Priestern halten und wie Opfer und Menschen, die mit Opfern solidarisch sind, verunglimpft und weggeschickt wurden.

7.5.2010 Die fälligen Fragen stellt n-tv: Was wusste die Kirche von den Missbrauchs-Vorwürfen? Waren sie schon bekannt, als Mixa zum Rücktritt gedrängt wurde?  Haben Marx und Zollitsch darüber mit dem Papst gesprochen?” Würden diese Fragen mit ja beantwortet werden, habe sich die “Kirche erneut der Vertuschung schuldig gemacht”.

7.5.2010 Joachim Frank kommentiert in der FR: ” Der “Fall Mixa” indes ist nicht erledigt. Wenn ein Mann mit solcher Vorgeschichte, die offenbar allzu vielen kein Geheimnis war, in höchste Ämter gelangen konnte, dann haben Rekrutierung und Rekruteure der kirchlichen Führung versagt. Wieder fällt dabei ein Schatten auf Benedikt XVI.: Die erste Personalentscheidung des deutschen Papstes für sein Heimatland war – die Ernennung Walter Mixas zum Bischof von Augsburg.”
Ebenfalls in der FR ist zu lesen: “Nach Informationen der Frankfurter Rundschau steht unterdessen die Annahme des Rücktrittsgesuchs [von Bischof Mixa] unmittelbar bevor, das Mixa im April an Papst Benedikt XVI. gerichtet hat. Mixa soll von seinem Amt entbunden werden. Dem Papst lagen für seine Entscheidung auch die Informationen über den Missbrauchsvorwurf vor. Dieser bezieht sich auf die Zeit zwischen 1996 und 2005, als der heute 69 Jahre alte Mixa Bischof von Eichstätt war.

“Zur Unruhe und Besorgnis unter den deutschen Bischöfe tragen nicht zuletzt Informationen über eine unangemessene Nähe Mixas zu Priesteramtskandidaten und auch Priestern bei, die – wie es heißt – die authentische Amtsführung eines Bischofs als fragwürdig erscheinen ließen. In Medienberichten war dies wiederholt angedeutet worden. Trotzdem lösten die nun bekanntgewordenen Vorwürfe mitsamt den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eine Schockwelle in der Kirchenführung aus.”
Quelle: FR

7.5.2010 Die Schülerin aus Illertissen, die aus der Kirche austrat, darf nun doch weiterhin die katholische Schule besuchen.
Quelle: Bistum Augsburg

7.5.2010 In den Niederlanden gingen bei der bischöflichen Meldestelle für Missbrauchsfälle inzwischen 1500 Meldungen ein. Ende März waren es 1100 Meldungen gewesen.
Quelle: Radio Vatikan

7.5.2010 Der Papst hat den Rücktritt von zwei irischen Bischöfen angenommen. Beide wurden aufgrund ihres Alters in den Ruhestand geschickt. Der eine, Bischof Duffy, hatte im März zugegeben, 1989 einen pädophilen Priester geschützt zu haben, indem er gegenüber der Polizei schwieg. In den Ruhestand geschickt wurde er jedoch aus Altersgründen.
Quelle: ORF

7.5.2010 Bischof Mixa weist die Vorwürfe mit Entschiedenheit zurück und will mit der Staatsanwaltschaft kooperieren.
Quelle: Spiegel

7.5.2010 Gegen Bischof Mixa, Augsburg, hat die Staatsanwalt ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Es soll Hinweise geben, die nach den Leitlinien der DBK über den Umgang mit Missbrauchsfällen der Staatsanwaltschaft zu melden sind. Der Vorwurf soll auf  sexuellen Missbrauch lauten und soll sich auf Mixas Zeit als Bischof von Eichstätt (1996 – 2005) beziehen.
Ein Vorermittlungsverfahren wird eingeleitet, wenn es Hinweise gibt, die nicht übesehen werden dürfen, wenn aber noch nicht klar ist, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden solle.
Quelle: domradio

7.5.2010 Im Bistum Mainz werden Missbrauchsvorwürfe gegen einen katholischen Pfarrer im Altkreis Lauterbach, Dekanat Alsfeld, erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 1991/1992. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Der mutmaßliche Täter kann sich nicht dazu äußern – aus gesundheitlichen Gründen.
Quelle: lauterbacher-anzeiger
29.12.2010 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt, weil die Verbrechen verjährt sind.
Quelle: Lauterbacher Anzeiger
s.auch: Lauterbacher Anzeiger 8.1.2011

6.5.2010 Brasilien: Seit Ende April ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den katholischen Priester Fernando Karadima. Mehrere Männer werfen ihm vor, sie wiederholt sexuell belästigt zu haben, während sie – als Jugendliche oder junge Erwachsene – in seiner Pfarrei tätig waren. Der bisherige Anwalt des mutmaßlichen Sexualverbrechers hatte psychiatrische Gutachten von den Opfern anfordern wollen. Der jetzige RA bemüht sich um Schadensbegrenzung. Der Erzbischof von Santiago gab zu, eine kircheninterne Ermittlung gegen den Pfarrer von El Bosque 2005 gestoppt zu haben. Der Anwalt des mutmaßlichen Täters berichtet, dieser sei “sehr mitgenommen”.
Quelle: womblog

6.5.2010 In Österreich wurden bisher ca 150 Verdachtsfälle auf sexualisierte Gewalt bei der von Waltraud Klasnic geleiteten Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs angezeigt. Die Ombudsstellen verzeichneten ihrerseits im April “einen spürbaren Rückgang”. Österreichweit habe es insgesamt 257 Kontakte gegeben, teilte der Leiter der Wiener Ombudsstelle, Johannes Wancata, mit. In den Monaten davor habe es 566 Kontakte mit allen Ombudsstellen gegeben, fast alle davon im März.
Quelle: Kleine Zeitung

6.5.2010 Fälle sexualisierter und körperlicher Gewalt hat die katholische Kirche jahrzehntelang vor der Justiz verborgen gehalten. Das berichtet das Justizministerium in München. In diesem Jahr gab es 41 Ermittlungsverfahren und 55 Fälle von Vorermittlungen. Nur 2 der fast 100 Fälle betreffen die evangelische Kirche. In manchen Fälle habe sich gezeigt, dass die kath. Kirche die Verdachtsfälle seit langem kannte. Auffällig gewordene Geistliche wurden versetzt. „Das ist eine Art des Umgangs mit den Opfern, die man als in hohem Maße zynisch bezeichnen muss“, sagte dazu die stellvertretende Ausschusschefin Petra Guttenberger (CSU). In mehr als der Hälfte der Fälle wird es keine Verhandlungen geben – sie sind verjährt oder die verdächtigen Priester sind tot.
Elke Hümmeler, Vorsitzende der Kommission „Prävention von sexuellem Missbrauch“ im Münchner Ordinariat, berichtet von der Arbeit zur internen Aufklärung von Übergriffen von Priestern. Eine Gruppe im Ordinariat sei zurzeit damit beschäftigt, die Personalakten zu sichten. Sie sagt: „Wir sind erschüttert über das, was wir finden.“ Man stoße auf ganz viel Vertuschung aus der Vergangenheit. Es gebe versteckte Hinweise, die Akten seien unvollständig, es fehlten häufig auch wichtige Unterlagen wie Gutachten. Es sei der Hammer, so Hümmeler weiter, dass in der Erzdiözese pädophile Priester wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt worden seien. So wisse man nun von einem pädophilen Seelsorger, der versetzt und wieder rückfällig geworden sei.
Quelle: Abendzeitung
Quelle: BR-Online
Quelle: Wir sind Kirche

6.5.2010 Kardinal Levada, Präfekt der Glaubenskongregation, soll – wie das üblich war –  bis 2002 mehrere pädophile Priester erneut eingesetzt haben. Er sagt, er habe Anfang der 80er Jahre noch nie von einem übergriffigen katholischen Priester gehört gehabt.  
Quelle: Spiegel

6.5.2010 Anja Röhl, Tochter des Konkret-Herausgebers Klaus Rainer Röhl, berichtet, dass sie von ihrem Vater, heute 81, missbraucht wurde.
Quelle: Welt

6.5.2010 Der Bischof von Regensburg, Müller, hat katholische Geistliche aufgefordert, sich durch die vielen Berichte über Missbrauchsfäälle nicht einschüchtern zu lassern. Er kritisierte, dass es den Medien gelungen sei, katholische Kirche und Missbrauch in eine Verbindung zu bringen. Dabei falle der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 %.
Quelle: open-report

6.5.2010 In Brasilien hat der Erzbischof von Porto Alegre, Dadeus Grings, zum Auftakt der jährlichen Bischofskonferenz in einer Rede vor 300 Kollegen gesagt: “Wenn man beginnt, Homosexuellen Rechte zuzugestehen, ihnen das Recht gibt, sich öffentlich zu äußern, werden bald einige denken, dass auch Pädophile Rechte haben.” Bei diesen Vergehen handele es sich um Verbrechen, die bestraft werden müssten, sagte er. Die Bischofskonferenz war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Quelle: google.com

5.5.2010 Der Bischof von Essen äußerte seine Beschämung und Fassungslosigkeit über sexualisierte Gewalt inm Bistum Essen. Insgesamt geht das Bistum bisher 49 Hinweisen auf Fällen sexuellen Missbrauchs  aus den 50er, 60er und 70er Jahren nach. Die Vorwürfe richteten sich gegen 22 Priester, fünf Ordensgeistliche, einen Diakon und vier kirchliche Mitarbeiter, die zum größten Teil bereits verstorben seien. Drei Priester wurden vom Dienst beurlaubt.
Quelle: evangelisch.de

5.5.2010 Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Umfeld der Birnau. Es besteht der Anfangsverdacht, dass es durch Pater G. nicht nur in den 60er-, sondern auch Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre in der Birnau zu sexuellen Übergriffen kam. Gibt es solche Fälle, sind sie möglicherweise noch nicht verjährt.
Der Bericht schildert auch, wie im Umfeld des Klosters Birnau mit einem Opfer umgegangen wird.
Quelle: Südkurier

5.5.2010 Ein Mann aus dem Bistum Paderborn berichtet, dass er mit 13 Jahren von einem katholischen Priester missbraucht wurde. Der Missbrauchsbeauftragte hält die Schilderung des mutmaßlichen Opfers für authentisch. Der beschuldigte Priester lebt in einem Seniorenheim. Das Verbrechen ist vermutlich verjährt.
Quelle: Westfalen-Blatt

5.5.2010 Ein in Südafrika des sexuellen Missbrauchs angeklagter katholischer Priester hat gestanden, im Bistum Aachen Kinder missbraucht zu haben. Er war von 1994 bis 2007 im Pfarrdienst in verschiedenen Gemeinden am Niederrhein tätig. Die Vorwürfe, die in Südafrika erhoben werden, bestreitet der Angeklagte.
Quelle: Der Westen

5.5.2010 In Spanien hat ein Karmeliter-Orden die Staatsanwaltschaft Valencia informiert, dass einem kath. Priester sexueller Missbrauch an einem Kind im Jahr 2007 vorgeworfen wird.
Quelle: news Yahoo

4.5.2010 Sexuelle Gewalt durch philippinische und andere kath. Priester: Die Hölle von St. Philomena
Quelle: faz

4.5.2010 Dr. Barbara Haslbeck hat in einer Veranstaltung der Katholischen Hochschulgemeinde Bamberg den Finger in die Wunde der Kirche gelegt. Sie weist im Interview darauf hin, dass die Perspektive der Opfer eingenommen werden muss und die Kirche Mit-Gefühl mit den Opfern entwickeln muss. Daraus, so Dr. Haslbeck, entwickeln sich die Konsequenzen.
Quelle: Bayerischer Rundfunk
Kommentar: Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielleicht ist nur zu ergänzen, dass die vielen vielen Entschuldigungsbitten oft schon gesprochen sind, noch bevor die Opfer erzählen konnten, was ihnen geschehen ist und welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hatte.

4.5.2010 Kardinal Meisner sagt, sexueller MIssbrauch sei ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Und besonders schlimm sei es, wenn Priester die Täter seien, denn ihre Verbrechen (er sagt: Taten) beschädigten auch  „das Vertrauen, das der Kirche als Ganzer entgegengebracht wird“.
Quelle: Domradio
Kommentar: Kardinal Meisner hat erneut die Kirche im Blick. Offensichtlich ist das die bevorzugte Blickrichtung von Kirchenleuten. Opfer finden das zerschlagene Vertrauen in Kirche auch schlimm. Aber viel schlimmer ist für sie, dass das Vertrauen in Gott zerschlagen wurde. Es wäre an der Zeit, dass Kirchenleute die Perspektive der Opfer befragen und nicht permanent ihre eigene Perspektive. 

4.5.2010 Eine Schülerin einer kirchlichen Schule in Illertissen ist aus der Kirche ausgetreten. Die Schulleitung beabsichtigt, sie wegen Verstoßes gegen den Vertrag des Schulbesuchs aus der Schule auszuschließen.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Es gäbe noch eine andere Reaktion: Kirche könnte die Kritik dieser Schülerin ernst nehmen und der Schülerin helfen, ihre eigene Gewissensentscheidung zu treffen und durchzuhalten – auch wenn die gegen den Schulvertrag verstößt. Eine junge Frau, die zu ihrer Gewissensentscheidung steht, obwohl ihr Sanktionen drohen, müsste als Geschenk für ihre Schule betrachtet werden. Und Kirche hätte die Möglichkeit, dieser jungen Frau überzeugend zu zeigen, dass der Grund ihres Austritts aus der katholischen Kirche hinfällig ist – indem Kirche sich zu den Opfern bekehrt. So einfach wäre das. 

4.5.2010 Das Erzbistum Köln hat einen katholischen Priester beurlaubt. Der Priester hat Mitter der 70er Jahre einen Jugendlichen missbraucht. Der Priester ist geständig. Weitere Vorwürfe liegen nicht vor. Die Tat ist verjährt. Das Erzbistum ist in Kontakt mit dem Opfer.
Quelle: Erzbistum Köln

4.5.2010 Das Erzbistum Hamburg hat die Beurlaubung eines Priesters wieder aufgehoben. Von zwei angeblichen Missbrauchsopfern liegen inzw. eidesstattliche Erklärungen vor, die den Priester entlasten.
Quelle: Abendblatt

4.5.2010 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hält es für falsch, wenn die Institution Kirche sich für die Missbrauchstaten entschuldigt. Verantwortlich für Missbrauch seien die Täter, nicht die Institution. Das gelte auch für die Verantwortlichen, die den Vorwürfen nicht nachgegangen sind, wie sie es – auch nach damaligen Kriterien – hätten tun müssen.
Quelle: focus.de

4.5.2010 Die Aufklärung im Franz-Sales-Haus im Bistum Essen wird sehr unterschiedlich beurteilt. Ein Opfer hat Angst, zum zweiten Mal Opfer zu werden – jetzt durch die schleppende Aufklärung. Morgen will der Bischof von Essen die Presse informieren. Drei ehemalige Heimbewohner haben sich beim Bistum Essen gemeldet. Sie berichten von der ganzen Palette sexualisierter Gewalt durch einen Geistlichen.
Quelle: Der Westen

4.5.2010 Nach Informationen der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V. gibt es neue Verdachtsmomente gegen Pfarrer K., die über das bereits Bekannte hinausgehen.  Ein junger Mann erstattete Anzeige und die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt. Der bischöfliche Beauftragte in Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche steht im Kontakt zur Familie des Betroffenen.
Quelle: Bistum Aachen

3.5.2010 Der Bischof von Limburg hat einen Priester von seinen Funktionen entbunden. Dem Priester werden drei Vorfälle aus den 1980er Jahren vorgeworfen. Die Vorfälle wurden an die Staatsanwaltschaft übermittelt.
Quelle: FR

3.5.2010 Die belgische Zeitung “De Morgen” berichtet, dass die belgische Bischofskonferenz Klagen gegen katholische Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs ignoriert habe. Die Organisation “Menschenrechte in der Kirche” hatte die Bischöfe Ende der 90er Jahre über insgesamt 90 Anzeigen gegen 87 Geistliche informiert. Die Bischöfe sollen nur nichtssagend geantwortet haben.
Quelle: brf.be

3.5.2010 In einem Kinderheim im Kanton Luzern soll es in zwei Fällen in den 1930er Jahren zu Gewalt mit Todesfolge gekommen sein. Das Kinderheim unterstand damals den Ingenbohler Schwestern. Die Informationen stammen aus einem Tagebuch eines ehemaligen Heimkindes. Zweifel an der Richtigkeit der Tagebuchnotizen gibt es nicht.
Quelle: Radio Vatikan

3.5.2010 In der FAZ steht ein Bericht über ein junges Mädchen, das jahrelang von bis zu 7 katholischen Priestern vergewaltigt wurde. Berichtet werden auch die üblichen Vertuschungsversuche. Und es wird berichtet, wie einem Menschenkind der Glaube zerschlagen wurde – von der katholischen Kirche und ihren Vertretern.
Der Text kann schnell triggern. Bitte, schützt euch bei Bedarf und lest lieber nicht.
Quelle: faz

3.5.2010 Roman Polanski beklagt sich, dass die USA ihn den Medien zum Fraß vorwerfen. Er wehrt sich unter dem Titel “Ich kann nicht länger schweigen”  gegen seine Auslieferung an die USA, weil das Gesuch an die Schweiz auf einer Lüge basiere. Polanski begründet, dass bereits vor 33 Jahren eine Übereinkunft erzielt worden sei. Damals saß Polanski ganze 42 Tage wegen der Vergewaltigung einer 13Jährigen in Haft, die er zuvor mit Drogen gefügig gemacht hatte.
Für ihn scheint mit 42 Tagen Haft der Gerechtigkeit Genüge getan worden zu sein.
Quelle: Spiegel

3.5.2010 Bischof Felix Genn, Münster, bat anlässlich der Eröffnung der Wallfahrtssaison in Kevelaer um das Gebet der Gläubigen für die Kirche, die sich in einer schwierigen Zeit befinde.
Quelle: rp-online
Kommentar: Von der Bitte um Gebet für die Opfer von sexualisierter und körperlicher Gewalt wird nichts berichtet. Es ist die Kirche, die in einer schwierigen Situation ist.

3.5.2010 Dem Gründer der Legionäre Christi wird vorgeworfen, unzählige Seminaristen missbraucht und mit zwei Frauen drei Kinder zu haben. Zwei der Kinder werfen Marcial Maciel Delgado ebenfalls sexuellen Missbrauch vor. Die ersten 10 Opfer, die in den 50er Jahren im römischen Seminar missbraucht wurden, haben den Vatikan bereits vor 30 Jahren verständigt. Der Vatikan unternahm nichts. Noch 19094 lobte Papst Johannes Paul II. Maciel wegen dessen “effizienter Führung der Jugend” – obwohl dem damaligen Papst die Vorwürfe seit 1983 bekannt waren. Die erste Opfergruppe berichtete 1997 von Hunderten von Knaben, die Maciel missbraucht habe. 1998 erhoben die Opfer Anklage bei der Glaubenskongregation. Josef Ratzinger hörte sie nicht an. 2002 ging die Gruppe daher zur UNO und klagte über die Untätigkeit der Glaubenskongregation. Kurz vor Maciels Tod ordnete Papst Benedikt dann an, Maciel solle in völliger Zurückgezogenheit leben.
Quelle: Tagesspiegel

2.5.2010  Die Psychotherapeutin und Psychologin Gabriele Amann, Uni Salzburg, betreut Missbrauchsopfer seit 20 Jahren, darunter auch immer wieder Opfer aus dem kirchlichen Bereich. Jetzt hat sie erstmals den Eindruck, dass die Wand des Schweigens und Vertuschens durch die Führung des Klerus nicht mehr hält. Sie macht auf etwas Wichtiges aufmerksam, das in der öffentlichen Diskussion untergeht: Die Prävention setzt vorwiegend bei den Kindern als potentiellen Opfern an, also bei dem schwächsten Teil. Damit wird die Botschaft an die Kinder (und an inzwischen erwachsene Opfer) transportiert, dass diese selber Schuld seien, wenn sie missbraucht wurden.
Quelle: ORF

2.5.2010 Gegen drei Priester werden von zwei Männern Vorwürfe sexualisierter und körperlicher Gewalt  und der Vorwurf des Psychoterrors erhoben. Josef H. und Ludwig P. aus Passau und Umgebung berichten von Prügelarien. Josef H. berichtet auch von sexualisierter Gewalt. Viele andere seien Opfer geworden. Die Gewalt ging aus von dem damaligen Präfekten des Seminars St. Max in Passau, Monsignore Konrad S., dem Direktor des Seminars, Monsignore Johann B. Ludwig B. nennt Monsignore B., der Jungen sexuell missbraucht habe.
Die Staatsanwaltschaft ist informiert.
Quelle: pnp

1.5.2010 Ein früherer Musiklehrer an der Odenwaldschule hat  in den 70er und 80er Jahren kinderpornografische Fotografien und Filme hergestellt. Ein Ex-Schüler hat bei der Kripo Heppenheim Strafantrag gestellt, weil er und ander Opfer fürchten, dass die Filme und Fotografien heute noch existieren und transferiert oder kopiert worden sein können. Die Kripo teilte dem Ankläger mit, die Causa sei verjährt und es existierten keine Ermittlungsansätze.
Quelle: faz.net

1.5.2010 Die Kirche sollte jetzt nicht fragen: Wer diskreditiert uns? Wer unter Druck steht, muss sich vor Selbstmitleid hüten. Die Gesellschaft ist nicht ungnädig mit Sündern, sie ist ungnädig mit Heuchlern – und zwar zu Recht. Die Kirche muss die Krise nutzen, um neue Kräfte zu entfalten und ihrer großartigen Botschaft gerecht zu werden. Das sagte Annette Schavan.
Quelle: nachrichten-rp

1.5.2010 Die NY-Times veröffentlicht eine Einschätzung des “Falles Maciel” und vermutet, dass dieser Ordensgründer u.a. deswegen viele Jahre lang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, weil er mit weitreichenden Verbindungen zu finanzkräftigen Kreisen der Kirche zu Geld verhalf.
Der brightsblog bringt eine Übersetzung/Zusammenfassung.

Mai 2010 Die Maristen nehmen Stellung zu den Vorwürfen.

1.5.2010 Der Vatikan hat sich 54 Jahre nach den ersten Beschuldigungen eine Meinung über den Gründer der Legionäre gebildet: “Die Apostolische Visitation hat ergeben, daß die Lebensführung von Pater Marcial Maciel Degollado ernste Folgen im Leben und in der Struktur der Kongregation der Legionäre Christi verursacht hat, und zwar dermaßen, daß ein Weg tiefgehender Revision erforderlich sein wird. Das sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel, das durch unbestreitbare Zeugenaussagen belegt ist, äußert sich bisweilen in Gestalt von wirklichen Straftaten und offenbart ein gewissenloses Leben ohne echte religiöse Gesinnung.”
Quelle: Vatikan

30.4.2010 Überraschend hat der Papst die Visitatoren getroffen, die die “Legionäre Christi” überprüft haben. Der Gründer der Legionäre ist des vielfachen sexuellen Missbrauchs von Priesterseminaristen beschuldigt. Die Kleine Zeitung berichtet, dass es diese Vorwürfe seit 1997 gegeben habe.
Quelle: Kleine Zeitung
Ergänzung: Immer neu wird offensichtlich übersehen, dass Maciel 5 Jahrzehnte lang seine Sexualverbrechen im Schutz der katholischen Kirche hat begehen können, ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn man vom “Rückzug aus der Öffentlichkeit” als wirklich schlimmer Strafe mal absieht.
Seit dem Sommer 2005 spätestens ist mir Folgendes bekannt: 
1956 wurde eine Untersuchung gegen Maciel eingeleitet wegen verschiedener Vergehen. U.a. wandten sich fünf Bischöfe Mexikos Ende August 1956 an Rom und beklagten, Maciel würde die Sodomie mit jungen Ordensangehörigen praktizieren. Seit der Zeit wurde eigentlich schon über die Päderastie des obersten Legionärs nach Rom berichtet. Maciel wurde freigesprochen.
1978 und 1989 hatte der amerikanische Psychologieoprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben und keine Antwort erhalten.
2005 beschuldigten sieben ehemalige Seminaristen Maciel, sich in den 50er und 60er Jahren sexuell an ihnen vergangen zu haben und sie anschließend in der Beichte von allen Vergehen freigesprochen zu haben. D.i. ein Missbrauch, der nach kanonischem Recht nicht verjährt. Weitere 20 ehemalige Seminaristen waren 2005 bereit, gegen Maciel auszusagen. Die Ankläger sind ehemals hochrangige Legionäre, heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure. Diese Klage wurde bereits 1999 im Vatikan eingereicht.
Im Mai 2006 befahl der Papst Maciel den völligen Rückzug aus der Öffentlichkeit – von sexualisierten Gewaltverbrechen war keine Rede. Im Januar 2008 starb Maciel – nicht in Rom, wohin er sich hatte zurückziehen sollen, sondern in den USA.
Christian Modehn beschreibt die Karriere Maciels ein wenig genauer.

30.4.2010 Auch im Dormagener Raphaelshaus hat es Mitte der 60er Jahre sexualisierte Gewalt gegen Jungen gegeben. Mehrere Jungen wurden vergewaltigt. Der heutige Leiter sagte: “In meinem Büro ist in den letzten vier Wochen mehr geweint worden, als in 25 Jahren vorher.” Das lässt hoffen.
Quelle: Domradio

30.4.2010 Nach dem Rücktritt des Bischofs von Brügge, der den sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden hat und gegen den gestern ein weiterer Verdacht erhoben wurde, gab es innerhalb einer Woche 120 Beschwerden über sexualisierte Gewalt durch Geistliche.
In belgischen Zeitungsberichten vom Freitag hieß es, das zweite Opfer könne nicht mehr zu den Vorwürfen aussagen, weil es inzwischen verstorben sei.
Quellen: Domradio und Radio Vatikan

30.4.2010 Ein Opfer erhebt schwere Vorwürfe gegen Bischof André Léonard, Primas der katholischen Kirche in Belgien.
Quelle: grenzecho

30.4.2010 Der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz hat sich gegen eine Verharmlosung sexueller Missbrauchsfälle unter katholischen Klerikern gewandt.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Diese Nachricht macht nur Sinn, wenn katholische Kleriker in Italien sexuellen Missbrauch verharmlosen.

30.4.2010 In Brasilien wurde ein 74-jähriger katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs von  8 Kindern angeklagt. Er wurde suspendiert. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: blick.ch

30.4.2010 “Lehmann gegen pauschale Zahlungen an Opfer” – so heißt die Überschrift eines Artikels, in dem der ehemalige Vorsitzende der DBK, Kardinal Lehmann, Mainz, sich gegen eine generelle finanzielle Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs ausspricht. Es könne keine pauschale Zahlung geben, die die Vergehen wie auf einer Preisliste aufzähle, sagte Lehmann. Der beinahe ausschließliche Ruf nach finanzieller Entschädigung sei darüber hinaus “verräterisch”. Da sexueller Missbrauch schwerste Schäden anrichten könne, sei die Forderung “Ich will endlich Geld sehen, viel Geld” eine Verkennung “des ethischen Schwergewichts einer solchen Verfehlung und auch der Formen möglicher Wiedergutmachung”.
Quelle: swr
Kommentar: Kardinal Lehmann unterstellt Opfern die Aussage “Ich will endlich Geld sehen, viel Geld”. Das ist sein Versuch, Opfer moralisch als “geldgierig” zu diskriminieren. Natürlich geht Opferbeschuldigung auch so. Diese Variante ist mir neu.

30.4.2010 Pfarrer H., zuletzt Bad Tölz, hat u.a. Wilfried F. missbraucht. F. berichtet, er habe 2006 eine Email an Pfarrer H. geschickt und gefragt, ob der kein schlechtes Gewissen habe. Es kam keine Antwort. 2 Jahre später schrieb er erneut. Diesmal kam die Antwort vom Missbrauchsbeauftragten der Erzdiözese München. Kurz danach standen 7 Polizisten vor der Tür des Opfers. Es kam zu einer Anklage wegen Erpressung. Das Opfer F. hatte den Täter H. nach einer Entschädigung gefragt. Einer der Polizisten machte dem Opfer F. Vorwürfe, dass Herr Pfarrer H. total an der Wand stehe und seinen Job nicht mehr ausüben könne. Das Opfer F. wurde vor Gericht freigesprochen. Es hieß, es sei gut für das Opfer F. gewesen, die Medien nicht eingeschaltet zu haben.
Zur Erinnerung: Das muss 2008 gewesen sein. Damals waren die Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 6 Jahren in Geltung.
Das Opfer F. berichtete, dass das polnische Fernsehen und die BBC sich bei ihm meldeten – nur die Kirche nicht.
Demnächst soll es jedoch ein Gespräch mit dem Bistum Essen geben.
Quelle: merkur

29.4.2012 Das unselige Handeln nach Kirchenraison:  Hauptsache, die Heiligkeit der Institution gerät nicht in Gefahr – diese Maxime ist der wahre Skandal und der Grund für die Krise. Von Ernst-Wolfgang Böckenförde
Quelle: wir sind kirche

29.4.2010 In Österreicht hat die Plattform “Betroffene Kirchlicher Gewalt” seit dem 4wöchigen Bestehen der Hotline 260 Anrufer verzeichnet. Ein Psychologe wertete 170 Fälle aus. Dort berichten Fauen und Männer von körperlichen Misshandlungen und sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen. 
Quelle: ORF

29.4.2010 In einem evangelischen Heim bei Köln soll es zu schwerem körperlichen und sexuellen Missbrauch gekommen sein. 5 ehemalige Bewohner des Heims “An der Linde” erhoben die Vorwürfe. Ältere Schüler hätten jüngere missbraucht und drei Pädaogogen und ein Erzieher-Paar hätten die Heimbewohner immer wieder zum Sex gezwungen. Die Heimleitung habe auf Beschwerden nicht reagiert.
Quelle: ORF

29.4.2010 Gegen einen Sportlehrer, der bis 1996 an der Stiftsschule Amöneburg unterrichtete, wird wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Das Bistum Fulda teilte mit, dass ein Verfahren von der zuständigen Behörde eingeleitet sei. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Mitte der 90er Jahre.
Im März hatten zwei ehemalige Bewohner weitere Missbrauchsvorwürfe geäußert. Inzwischen gebe es konkrete Hinweise auf weitere sexuelle Übergriffe, informierte das Bistum Fulda
Quelle: FR

29.4.2010 In Belgien wirft ein Missbrauchsopfer dem Brüsseler Erbischof vor, in den 1990er Jahren einen Missbrauchsfall vertuscht zu haben. Die Zeitung “De Morgen” veröffentlichte Dokumente, die belegen sollen, dass der damalige Bischof von Namur einen Priester deckte, der wiederholt einen Jugendlichen vergewaltigt hatte. Die Zeitung berichtet weiter, dass der Geistliche nach einer Vereinbarung zwischen Bistum, Täter und Opfer über die Aufteilung der Therapiekosten weitere 5 Jahre im Amt blieb und weitere Jugendliche missbraucht haben soll.
Das Bistum wies die Vorwürfe zurück.
Quelle: Liborius

29.4.2010 Ein katholischer Priester muss ich in Rom wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, dass er sieben Kinder zwischen 1998 und 2008 missbraucht habe. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld. Der zuständige Bischof Reali wird aussagen müssen, ob er schon länger von den Vorwurfen gewusst habe.
Quelle: Kipa

29.4.2010 Bei der Diözese Würzburg meldeten sich mehr als 50 mutmaßliche Opfer körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt. 13 Fälle beziehen sich auf Orden, fünf Fälle beträfen die Diözese Würzburg. In diesen Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.  Die Meldungen, die Orden betrafen, gelten dem Seminar des Augustinerordens in Münnerstadt. Mutmaßliche Opfer hätten von massiven physischen Misshandlungen berichtet, bei denen sexualisierte Gewalt nicht auszuschließen sei. Eine Meldung betraf einen Franziskanerminoriten (76), die sich auf seine Zeit im Rheinland beziehe.
Quelle: rp-online

29.4.2010 Eine Zehntklässlerin des Gymnasiums „Kolleg der Schulbrüder“, das sich in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg befindet, muss am Ende des Schuljahres gehen. Der Grund: Mit ihrer Entscheidung, aus der Kirche auszutreten, verstößt sie gegen den Schulvertrag.
Quelle: Augsburger Allgemeine

29.4.2010 Der emeritierte Würzburger Weihbischof Helmut Bauer hat sich für Schläge gegen Schüler entschuldigt.
Quelle: Liborius

29.4.2010 Ein Team evangelikaler Forscher will die Überreste der Arche Noah auf dem Berg Ararat entdeckt haben. Es sei eine mehrteilige Holzkonstruktion und die Forscher seien sich zu 99,9% sicher, dass es sich um die Arche Noah handelt.
Kommentar: Es ist einfach peinlich, wenn Forscher keine Vorstellung von literarischen Gattungen haben und in der Folge etwas zu finden meinen, was es nach Auskunft der Textsorte nicht gibt.

28.4.2010 Erzbischof Schick zu Macht und Machtmissbrauch. Erzbistum Bamberg
s. auch: domradio.de, 5.5.2010

28.4.2010 Kardinal Schönborn, Wien, sagt, die Zeit des Vertuschens sei vorbei. Bei der Kommission unter Leitung von Waltraud Klasnic werden derzeit 100 Vorwürfe untersucht. Schönborn wörtlich: “Täter wurden oft geschützt, weil in der Kirche gesagt wurde, wir müssen vergeben können. Doch das ist eine falsch verstandene Barmherzigkeit.”
Quelle: Wiener Zeitung

28.4.2010 “Das war wohl der wahre Sinn der Sendung: zu zeigen, wie lange es noch dauern wird, bis diese Gewalt wirklich im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen sein wird.” So beschreibt Matthias Drobinsky in der Süddeutschen die Diskussion bei Beckmann.
Kommentar: Wie weit entfernt Kirche noch immer von den Opfern ist, zeigt sich an der Sprache des  Vatikans. Da ist von “sexuellen Vergehen” die Rede. Gemeint jedoch ist sexualisierte Gewalt. Im Papstbrief zum Priesterjahr 2009 war noch von den “Schwächen der Priester” die Rede. So gesehen, ist die neue Sprachregelung direkt ein Fortschritt. Immerhin werden nun aus den “Schwächen” wenigstens “Vergehen”. Bis zum korrekten Begriff “Verbrechen” scheint noch ein weiter Weg zu sein.

28.4.2010 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart weiß seit Anfang 2005, dass der Geistliche aus Sulz, der jetzt vom Dienst suspendiert wurde, einen sexuellen Übergriff an einem Jugendlichen eingeräumt hatte. Bereits 2005 war der Fall strafrechtlich und kirchenrechtlich verjährt. Daher habe der Priester nur eine “ultimative Ermahnung” erhalten. Jetzt jedoch seien weitere Übergriffe bekannt geworden. Deshalb wurde er nun vom Dienst suspendiert.
Quelle: welt.de

28.4.2010 Die Erzdiözese Freiburg hat einen Priester beurlaubt. Er hatte um die Beurlaubung gebeten, nachdem in Irland gegen ihn wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs ermittelt werde. Der Priester war von 1993 bis 1995 in einer Ordensgemeinschaft in Irland tätig.
Im Juni werde der Beschuldigte in Tiengen zurückerwartet. Der Leiter der Seelsorgeeinheit. sagte, sein Kollege habe ihm in einem persönlichen Gespräch erklärt, dass die Vorwürfe vollständig unbegründet seien.
Quelle: Südkurier

28.4.2010 Wenn Mütter Kinder missbrauchen – eines von mehreren Tabus
Quelle: stern

28.4.2010 Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat das Verfahren gegen einen Bruder der Mescheder Abtei Königsmünster eingestellt. Der Ordensmann hatte sich selbst angezeigt und von 19 Missbrauchsfällen berichtet. Nach den Berichten meldeten sich weitere Opfer. Die Taten sind verjährt.
Quelle: Der Westen

27.4.2010 Der Sonderermittler von Ettal, Pfister, hat angeregt, die Opferberichte einer begrenzten Öffentlichkeit freizugeben. Seiner Ansicht nach ist die Freigabe auch nötig, um eine Legendenbildung zu verhindern, damit später die sexuellen und körperlichen Misshandlungen nicht verharmlost werden.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Die Verharmlosung war bereits in der Beckmann-Diskussion unüberhörbar.

27.4.2010 Die Missbrauchsdebatte bei “Beckmann” hat sich in der Verharmlosung verloren, kritisiert der  Spiegel und in der Süddeutschen wird das Fazit gezogen: “Das war wohl der wahre Sinn der Sendung: zu zeigen, wie lange es noch dauern wird, bis diese Gewalt wirklich im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen sein wird.”
Die TeilnehmerInnen sprechen so, als wüssten sie nichts von sexualisierter Gewalt. Johann Heibel und der Moderator sind am nächsten an der Realität dran.

27.4.2010 Auch im Bistum Essen gab es einen Missbrauchsfall. Ein Vikar war in den 50er Jahren in der Altenbochumer Liebfrauenkirche eingesetzt und arbeitete als Religionslehrer von zwei damaligen Realschulen.  Er missbrauchte 10 Schüler und Schülerinnen  und wurde 1963 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Reue zeigte er nicht. Unbekannt blieb der Öffentlichkeit, dass der Verurteilte nicht nur Religionslehrer sondern auch Priester war. Das Bistum Essen bestätigte den Fall und erklärte, der Verurteilte sei nach seiner Haft 1965 ins Bistum Fulda gegangen und 2001 gestorben.
Quelle:  Der Westen

27.4.2010 In Sulz, Württemberg, Bistum Rottenburg-Stuttgart wurde ein Priester vom Dienst entbunden. Er soll Kinder missbraucht haben. Noch im Herbst 2009 hatte der Rottenburger Bischof diesem Priester (und einem weiteren, der inzw. suspendiert ist) eine neue Gemeinde anvertraut. Da gab es bereits Missbrauchsverdacht. Erst jetzt jedoch habe sich der Verdacht erhärtet, sagte der Sprecher der Diözese.
Quelle:  swr

27.4.2010 Sechs Wochen ist es her, dass der Fraktionsvorsitzende Tarek Al-Wazir und der kinderpolitische Sprecher Marcus Bocklet gleich lautende Briefe an die drei für Hessen zuständigen Bischöfe schrieben – mit der Bitte um einen “Dialog” über sexualisierte Gewalt. Doch bis Dienstag hatten sie nichts gehört von Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg), Heinz Josef Algermissen (Fulda) und Karl Lehmann (Mainz).”Da kann man sich vorstellen, wie es Opfern geht”, kommentierte der kinderpolitische Sprecher der Grünen, Marcus Bocklet.
Quelle:  fr-online

27.4.2010 Im katholischen Gymnaisum Leoninum in emsländischen Handrup haben sich Opfer von sexualisierter und sonstiger Gewalt gemeldet. Die Schule wird in den nächsten Tagen frühere Schüler anschreiben. Das Gymnaisum wird von Herz.-Jesu-Priestern geführt.
Quelle:  Leonium

27.4.2010 Der katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sieht die kirchliche Sexuallehre in vielen Bereichen als nicht mehr zeitgemäß.
Quelle: Domradio

27.4.2010 Aus einem vatikanischen Dokument der Glaubenskongregation gehe hervor, dass Papst Johannes PAul II. nicht umfassend über die Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi informiert war. Allerdings habe es Briefe an den Papst gegeben, die den Gründer der Legionäre Christi beschuldigten. Ob diese Briefe den Papst erreichten, geht aus den Dokumenten nicht hervor. Quelle: Domradio

27.4.2010 35.000 Opfer, Vertuschung, Rücktritte von Bischöfen. Irland hadert seit Beginn der neunziger Jahre mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Eine Chronologie in der Zeit

27.4.2010 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz berät über die Fortschreibung der Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Ergebnisse werden im Juni erwartet.
Quelle: dbk

26.4.2010 Schwulen- und Lesbenhetze – von erzkonservativen christlichen Netzwerken aus den USA nach Uganda, Kenia und Nigeria importiert. Wie Menschenrechte als imperiale Importware verunglimpft werden.
Quelle: dw.world

27.4.2010 Österreichische Missbrauchsopfer haben vor, eine Plattform zu gründen.

26.4.2010 Der Abt von Einsiedeln hat hunderte Schüler angeschrieben mit der Bitte, Gewalterfahrungen zu melden.
Quelle: Radio Vatikan

26.4.2010 Der Bischof von Stockholm hat die Verantwortung dafür übernommen, dass das Bistum mit einem Missbrauchsfall “nicht angemessen” umgegangen sei. Bereits 2003 habe das Opfer den Bischof aufgesucht und von Missbrauch in den 50er und 60er Jahren berichtet. Bereits 1990 hatte die Frau dem Vorgänger-Bischof berichtet. Sie habe die Empfehlung bekommen, eine Therapie aufzusuchen.
Quelle: Radio Vatikan

26.4.2010 In Erfurt hat ein Jugendlicher Missbrauchsvorwürfe gegen einen Laien-Mitarbeiter der kath. Kirche erhoben. Der Beschuldigte hat gestanden. Das Ordinariat Erfurt hat Strafanzeige erstattet.
Quelle: news yahoo

26.4.2010 In einem ehemaligen Konvikt in Bensheim soll es in den 70er Jahren zu sexuellen Misshandlungen an Jungen durch den Internatsleiter gekommen sein. Ein Erzieher sagte, er habe vor 30 Jahren das Bistum Mainz auf die Missstände hingewiesen und auf Absetzung des Rektors gedrängt. Nach sechsjähriger Arbeit im Internat wurde der Leiter abgelöst.
Quelle: zdf

26.4.2010 Im Bistum Augsburg wurde nun ein Zwischenbericht über sexualisierte und sonstige Gewalt vorgstellt. Es gibt fast 50 Hinweise über Gewalt in 70 Jahren. Ein Schwerpunkt liegt in den 50er und 60er Jahren. Ca 30 Hinweise betreffen sexualisierte Gewalt. 25 Beschuldigte werden genannt, 4 davon sind inzw. gestorben.
Quelle: Augsburger Allgemeine

26.4.2010 Der belgische Bischof Vangheluwe hat sich erst zum Rücktritt wegen sexuellen Missbrauchs entschlossen, nachdem die Familie des Opfers alle kath. Bischöfe Belgiens über den Missbrauch informiert hatte. Seitdem der Erzbischof von Mechelen-Brüssel letzten Freitag zur Aufklärung aufgerufen hat, seien 30 bis 40 neue Missbrauchsmeldungen eingegangen – nach den 20 Meldungen seit Jahresbeginn.
Der zurückgetretene Missbrauchs-Bischof hat nach einem Bericht der “Nieeuwsblad” 1995 einen Diakon geweiht, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war. Die Eltern des Opfers hatten versucht, die Weihe zu verhindern. Der Diakon sei bis heute im Amt.
Quelle: Domradio

26.4.2010 Die Kirchenaustritte in Österreich haben im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 42% zugenommen. Im letzten Jahr haben 53216 KatholikInnen die Kirche verlassen. In diesem Jahr wird mit 70 000 bis 80 000 Austritten gerechnet.
Quelle: Passauer Neue Presse

25.4.2010 Der Berliner Kurier fragt, was der Papst verschweigt und ob zurückgetretene Bischöfe nur die Bauernopfer seien.

25.4.2010 Die saarländische Landesregierung hat einem Internat, das der traditionalistischen Pius-Bruderschaft nahesteht, die Betriebserlaubnis entzogen. Gleichzeitig wurde verfügt, dass auch nicht genehmigte Wohngruppen der Einrichtung geschlossen werden müssen. Es seien offenbar über Jahre hinweg gegenüber der Behörde falsche Angaben gemacht worden. Der Sprecher des Sozialministeriums, Thorsten Klein, wird mit den Worten zitiert: „Es wurde versucht, uns hinters Licht zu führen.“
Quelle: Domradio

25.4.2010 Zartbitter, Ursula Enders, kritisiert die bischöflichen Leitlinien

25.4.2010 Ein Missbrauchsopfer berichtet, wie der Täter, Zisterzienser-Pater Gregor, unbehelligt von kirchlichen Behörden, die von den Vorwürfen wussten, in Birnau, in Mehrerau, vielleicht in Baden/Wien und in Schülbelhof weiter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten durfte.
Quelle: Badische Zeitung

25.4.2010 Ein angehender Erzieher einer evangelischen Kindertagesstätte in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) ist in den Verdacht geraten, kinderpornografisches Material zu besitzen. Der zuständige Kirchenkreis Berlin-Neukölln teilte am Samstag mit, gegen den Mann sei ein Kündigungsverfahren eingeleitet und ein Hausverbot ausgesprochen worden.
Quelle: rbb-online

25.4.2010 Der belgische Kardinal Godfried Daneels (76) hat bestritten, schon seit langem vom sexuellen Missbrauch eines Kindes durch den Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, gewusst zu haben. “Ich kann mich an ein solches Gespräch nicht erinnern”, sagte er am Wochenende in Brüssel zu Äußerungen des Ex-Priesters Rik Devillé. Dieser
Quelle: az-web

25.4.2010 In der kleinen schwedischen katholischen Kirche wurden 5 Missbrauchsfälle bekannt. Der zuständige Bischof hat die Verantwortung für die bisherige Geheimhaltung übernommen.
Quelle: Kleine Zeitung

24.4.2010 Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL)., fordert, sexuellen Missbrauch in Einrichtungen der Behindertenhilfe auszudecken und zu bekämpfen. Sie weist darauf hin, dass behinderte Menschen wegen ihrer Hilflosigkeit häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind. Behinderte Frauen haben ein dreimal so großes Risiko, missbraucht zu werden, wie nicht-behinderte Frauen. Dr. Arnade kritisiert auch, dass keine Behindertenverbände am Runden Tisch teilnehmen. Eingeladen sind nur die Träger, die Wohlfahrtsverbände.
Quelle: Kobinet

24.4.2010 Überdurchschnittlich viele KatholikInnen verlassen ihre Kirche.
Quelle: FR

24.4.2010 Eine Studentin berichtet, was sie in ihrer Schule erlitten hat: sexuellen Missbrauch, Schwangerschaft, Abtreibung….. “Es war ziemlich praktisch für die Schule, dass ich niemandem was erzählen wollte. Da konnten die sich gut hinter verstecken.”
Quelle: FR
26.4.2010 Gegen den Lehrer wird ein Verfahren eingeleitet. FR

24.4.2010 Drei ehemalige Messdiener in Brasilien, die einen früheren katholischen Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt haben, sind bedroht worden und stehen jetzt unter Polizeischutz.
Quelle: Schweizer Fernsehen

24.4.2010 Am Runden Tisch, der gestern eröffnet wurde, fehlen VertreterInnen von Zartbitter, Wildwasser und Tauwetter.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger

23.4.2010 Der Kurienkardinal Hoyos verteidigt die frühere Praxis von Bischöfen, pädophile Priester nicht in jedem Fall anzuzeigen. Das wäre doch so gewesen, als ob man jemanden zwänge, vor Gericht gegen ein Familienmitglied auszusagen, sagte der langjährige Kurienkardinal am Donnerstag in einem Radiointerview. „Das Recht in entwickelten Staaten sieht nicht vor, dass jemand gegen sein Kind oder gegen seinen Vater aussagt“, so Hoyos wörtlich: „Warum sollte man das dann von der Kirche verlangen? Das ist ungerecht.“  Gleichzeitig bestehe aber kein Zweifel daran, „dass die Kirche an der Seite derer steht, die wirklich Opfer waren“.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Zur “Familie” gehören die Täter, die Opfer offenbar nicht. Der Ausdruck “wirkliche Opfer” transportiert den Verdacht, es gebe auch vermeintliche Opfer und solche, die sich zu Opfern erklären, ohne es zu sein. Solches Denken konterkariert jegliches Bemühen der Kirche, sich an der Seite der Opfer zu positionieren. Die größten Feinde der katholischen Kirche scheinen ihre ranghöheren Mitglieder zu sein.

23.4.2010 Ein katholischer Priester des Bistums Würzburg hat Ende der 70er-Jahre eine 15 Jahre alte Ministrantin sexuell missbraucht. Der 63-Jährige zeigte sich nach Bistumsangaben selbst bei der Staatsanwaltschaft an. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann entband den Mann derweil von seinen Aufgaben und versetzte ihn in den Ruhestand.
Quelle: focus

23.4.2010 Eines der Opfer des kath. Priesters Murphy, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht haben soll, will den Vatikan verklagen, weil der Papst von den Missbrauchsvorwürfen (als Präfekt der Glaubenskongrwegation) gewusst habe und nichts unternommen habe. Der Vatikan nennt dieses Vorgehen eine Publicity-Aktion und und erklärt, das Mitgefühl gelte den Opfern dieses Priesters.
Quelle: Spiegel
Quelle: Die Zeit

23.4.2010 Ein homosexueller Theologe auf dem Weg zu sich und zur Wahrheit. In der FR berichtet David Berger, bisher Herausgeber und Schriftleiter der konservativen Zeitschrift “Theologisches”.

23.4.2010 Roman Polanskis Antrag, in Abwesenheit über ihn in den USA zu verhandeln, wurde abgelehnt. Abgelehnt wurde auch der Antrag des Opfers auf Strafverschonung. Nun steht der Auslieferung Polanskis aus der Schweiz und der Überstellung in die USA nichts mehr im Weg.
Quelle: FR

23.4.2010 Der bisherige Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Augsburg, Dirk Hermann Voß (50), ist von seinen Aufgaben entbunden worden. Er hatte die öffentliche Diskussion um die Prügelvorwürfe gegen Bischof Mixa und um das Finanzgebaren des Bischofs als “Medienkampagne gegen die Kirche” bezeichnet und dem Bischof geraten, alle Vorwürfe als unwahr zurückzuweisen und er hatte den Ex-Heimkindern, die eidesstattliche Erklärungen abgegeben hatten, mit straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen gedroht.
Quelle: Augsburger Allgemeine

23.4.2010 Matthias Drobinski kommentiert das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa. Der umstrittene Bischof von Augsburg tut eigenes Fehlverhalten als entschuldbare Lappalie ab – und sieht sich als Opfer einer Kampagne gegen seine Person, sagt Drobinski.
Quelle: Süddeutsche

23.4.2010 Der dienstälteste belgische Bischof – nach Informationen der Nachrichtenagentur Belga der Bischof von Brügge – hat um seinen Rücktritt gebeten. “Schwerwiegende Taten” haben ihn dazu bewogen.
Quelle: focus
Bischof Vangheluwe (Bistum Brügge) hat sich heute in einem Schreiben an die Presse zum sexuellen Missbrauch an einem Jungen bekannt. Der Bischof hat zudem ein Rücktrittsgesuch an Papst Benedikt XVI. geschickt. Vangheluwe war der dienstälteste Bischof des Landes und fast 30 Jahre im Amt. Vangheluwe hatte sich kaum eine Stunde öffentlich zu seiner Tat bekannt, da nahm der Papst das Rücktrittsgesuch auch schon an.
Quelle: shortnews

23.4.2010 Dem Nachrichtenmagazin “profil” zufolge gibt es neue Vorwürfe gegen Bischof Elmar Fischer. Er soll laut Zeugen mehrmals Kinder geschlagen und einem Schüler die Rippe gebrochen haben. Die Diözese übt Kritik an der Vorgangsweise der möglichen Opfer: Die Opfer sollten die Ombudsstelle der Diözese Feldkirch kontaktieren und keine Vorwürfe über die Medien erheben.
Quelle: ORF
Elmar Fischer wies die Vorwürfe in einer Aussendung zurück. Die Frage, ob er die massiven Vorwürfe zurückweise, weil sie nicht stimmen, wurde auf Nachfrage im Pressebüro nicht beantwortet. Die Aussage sei klar, mehr könne man dazu nicht sagen, hieß es. Fischer hatte zuvor gesagt, er habe einmal einem Schüler eine Ohrfeige gegeben – und dieser habe ihm später gesagt, das habe ihm – dem Schüler – geholfen.
Quelle:  Vorarlberg

23.4.2010 Nichts sei bewusst vertuscht worden, man habe im Interesse der Opfer Informationen über Missbrauchsfälle vor der Öffentlichkeit zurückgehalten. Das sagte der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke.
Quelle: Thüringer Allgemeine
Kommentar: So kann man es auch sehen. Die Erfahrungen jedoch sprechen von einer anderen Wahrheit.

23.4.2010 In den USA hat ein Opfer des Priesters Murphy Papst Benedikt verklagt. Der Mann beschuldigt den Vatikan, die Missbrauchsfälle an einer katholischen Schule für Gehörlose in Wisconsin zu verschleiern.
Quelle: Zeit

22.4.2010 In einem Kommentar im Spiegel wird darauf hingewiesen, dass es eine Inflation von Opfererzählungen gibt. Sie können zu einer schleichenden Entwertung echter Missbrauchserlebnisse führen, die es unzweifelhaft in beschämender Zahl gegeben hat.
Quelle: Spiegel

22.4.2010 Bruder Paulus Terwitte sagt über den späten Rückzug des Augsburger Bischofs: “Ein Bischof, der in der Öffentlichkeit Opfer beleidigt, der muss einfach zurücktreten, und es ist eine Beleidigung, wenn man Leuten, die versichern, geprügelt worden zu sein, sagt, das ist nicht wahr. So was geht einfach nicht. Wir brauchen in der Kirche eine Atmosphäre des Dialoges, wo auch der Kleinste die Vollmacht bekommt, wirklich sprechen zu dürfen. Hier muss in den kirchlichen Kreisen ganz neu gelernt werden, dass die Opfer nicht erst eine Ordinariatsleiter hochsteigen müssen, durch alle Abteilungen gehen müssen, bis sie den Bischof persönlich sprechen dürfen.”
Quelle: Domradio

22.4.2010 Der Ire Moriarty hatte sein Rücktrittsgesuch beim Papst im vergangenen Dezember abgeschickt. Er wird beschuldigt, sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Geistliche in Dublin vertuscht zu haben. Moriarty ist nun der vierte Bischof, der im Zuge des Skandals sein Amt verlassen muss.
Quelle: www.nachrichten

22.4.2010 Bischof Mixa bietet seinen Rücktritt an. Dem Rücktrittsgesuch muss vom Papst zugestimmt werden. Wolfgang Wagner, FR, kommentiert: “Man muss es betonen: Mixa wird kein sexueller Missbrauch vorgeworfen. Dennoch war er mit seiner Uneinsichtigkeit ein fleischgewordenes Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche. Wie soll man den Bischöfen abnehmen, dass sie die Gewaltfälle konsequent aufklären, wenn sie einen solchen Relativierer in ihren Reihen dulden? Das Vertuschen und Rechtfertigen der Gewalttaten in der katholischen Kirche muss ein Ende haben. Hoffentlich ist das Abservieren von Mixa ein Zeichen dafür, dass es die Bischöfe mit der Aufklärung ernst meinen.”
Quelle: FR

22.4.2010 Bischof S. Ackermann glaubt – anders als früher – nicht mehr, dass ein Getaufter und zum Priester Geweihter schon automatisch bei Jesus angekommen sei. Ackermann kritisierte auch Fehler in der Kommunikation der Bischöfe und von Rom aus.
Quelle: Radio Vatikan

21.4.2010 Die chilenischen Bischöfe bitten die Opfer von Missbrauch um Entschuldigung. Es ist von 20 beschuldigten Priestern die Rede. Strafen habe es in 5 Fällen gegeben, zehn Angeschuldigte wurden freigesprochen.
Quelle: Radio Vatikan

21.4.2010 Die Rechtsreferentin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Karla Sichelschmidt, berichtete, dass ein internes Disziplinarverfahren gegen einen heute 75-jährigen Heimleiter eingeleitet werden soll. Ihm wird Missbrauch vorgeworfen. Misshandlungsvorwürfe beträfen einen heute noch tätigen Mitarbeiter des Heims. Diese Vorwürfe müssten noch überprüft werden.
Quelle: Mittelbayerische

21.4.2010 Leonardo Boff im Interview der Süddeutschen über den Papst nach 5 Jahren im Amt. Boffs Urteil ist vernichtend.
Quelle: Süddeutsche

21.4.2010 Ein mexikanisches Missbrauchsopfer hat Klage gegen zwei katholische Kardinäle eingereicht, weil sie einen des Missbrauchs beschuldigten mexikanischen Priester gedeckt haben sollen. Die in Los Angeles eingereichte Klageschrift richtet sich gegen den US-Kardinal Roger Mahony und seinen mexikanischen Kollegen Norberto Rivera.
Quelle: welt.de

21.4.2010 Bei der evangelischen Kirche in Köln haben sich 10 Betroffene gemeldet, die von Straftaten zwischen 1940 und 1970 berichteten. Die Täter seien alle tot. 4 der Opfer gaben an, in evangelischen Kinderheimen missbraucht worden zu sein. Sie berichten auch von Prügeln, stundenlangem Stehen auf dem Flur, Übernachtungen in einer Badewanne und dem Essen von Erbrochenem. Die Leiterin der Beratungsstelle sagt: “Es herrschte eine Atmosphäre permanenter Demütigungen und Quälerei”. Ein Missbrauchstäter , Psychologe, sei Presbyter in Köln gewesen, ein Ehrenmann.
Quelle:  wdr

21.4.2010 In Österreich haben mehr als 30.000 KatholikInnen von Januar bis März 2010  die Kirche verlassen.
Quelle: Kurier.at

21.4.2010 Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Augsburger Bischof Walter Mixa öffentlich aufgefordert, sein Amt ruhen zu lassen. Nach Angaben der FR gibt es unter den Bischöfen zum einen die Sorge, dass die Mixa-Affäre die Aufklärung über Fälle von sexueller und anderer körperlicher Gewalt in der Kirche überlagert. Zum anderen sehen die Bischöfe auch, in welch schwierige Lage Mixa sein Bistum Augsburg bringt, in dem sich Laienvertreter inzwischen weigern, am Veranstaltungen mit dem Bischof teilzunehmen.
Quelle: FR

20.4.2010 Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen katholischen Moraltheologen spricht sich dafür aus, den Pflichtzölibat als Voraussetzung für das Priesteramt zu überprüfen. Auch wenn es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Pflicht zur Ehelosigkeit von Priestern und den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gebe, könnten „indirekte systemische Zusammenhänge sehr wohl bestehen“, heißt es in einer Erklärung.
Quelle: Domradio

20.4.2010 Der Papst hat einen neuen Erzbischof für Miami ernannt. Sein Vorgänger, 74, John C. Favalora, hatte um seinen Rücktritt nachgesucht. Ihm werden Vertuschungen in Fällen von Missbrauch durch Priester seiner Diözese vorgeworfen.
Quelle: kath.web

20.4.2010 In Augsburg geht ein Priester auf Distanz zu Bischof Mixa.
Quelle: Augsburger Allgemeine

20.4.2010 Ein früherer Dekan aus dem Dekanat Weinheim bekennt sich als Missbrauchstäter.
Quelle: morgenweb

20.4.2010 Der Papst will keinen, der mit ihm spricht. Zu allen Vorwürfen schweigt der Papst, so böswillig sie auch sein mögen. Sein Erzrivale sprach stattdessen für ihn. Wer berät, jetzt in der Krise, Benedikt XVI.? Inzwischen fünf Jahre im Amt, hat er sich weitgehend abgeschottet. Die Anatomie eines Hofstaates. Daniel Deckers
Quelle: faz

20.4.2010 Gegen einen Priester aus dem Bistum Mainz, der dem Schönstatt-Institut der Diözesanpriester angehört und der gegenwärtig in der Deutschen Auslandsseelsorge in Washington D.C. eingesetzt ist, sind Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Wie durch den Generalrektor des Schönstatt-Instituts in Simmern am 30. März 2010 mitgeteilt wurde, steht der betroffene Priester im Verdacht, in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben, die sich ihm in seiner Eigenschaft als Seelsorger der Schönstatt-Mädchenjugend anvertraut hatten. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren besteht nicht. Die Leitung des Schönstatt-Institutes wusste seit  Ende März 2004 von den Vorwürfen, hat aber das Bistum nicht informiert.
Quelle: Bistum Mainz

20.4.2010 Missbrauchsvorwürfe haben Lateinamerika erfasst: In Uruguay mussten Kirchenvertreter zugeben, einen verdächtigen Ex-Priester geschützt zu haben. Eine Nonne hatte dem Geistlichen vorgeworfen, in Bolivien drei Kinder vergewaltigt zu haben. In Chile wurde ein Priester des Kindesmissbrauchs in acht Fällen angeklagt. Eines der Opfer soll seine Tochter sein.

Quelle: Spiegel

20.4.2010 Agostino Marchetto, Kurienerzbischof, hat den europäischen Staaten die Verletzung von Grundrechten vorgeworfen im Umgang mit MigrantInnen. Bootsflüchtlinge hätten ebenso ein Recht auf ein gerechtes Verfahren wie Flüchtlinge, die auf dem Landweg kommen. Das Recht der Bootsflüchtlinge werden durch die europäischen Einwanderungsbestimmungen verletzt.
Quelle: ORF

20.4.2010 Bischof Walter Mixa, Augsburg, bittet angesichts der Vorwürfe gegen ihn um Verzeihung. Nach einem Gespräch mit dem Priesterrat seines Bistums am Montag Abend erklärte er wörtlich: „Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung.“ Der Priesterrat sprach von einer „offenen“ Beratung „über die schwierige Lage unseres Bistums“. Die 35 Priester, die dem Rat angehörten, teilten „die Sorge vieler um die Glaubwürdigkeit der Kirche“. Der Rat „setzt sich gemeinsam mit dem Bischof dafür ein, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe lückenlos aufgearbeitet werden.“
Quelle: Radio Vatikan

20.4.2010 Ein Kaplan der katholischen Kirche in Rostock, Erzbistum Hamburg, wurde am 12.4.2010 angezeigt, weil er vor 10 Jahren Minderjährige missbraucht haben soll. In einer Anhörung durch den Missbrauchsbeauftragten bestritt der Priester die Vorwürfe. Bis zur Klärung wurde er vom Dienst entfernt.
Quelle: katholisch.de

20.4.2010 In Brasilien wurde ein katholischer Priester, 83, wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch an mehreren Jungen festgenommen. Das jüngste mutmaßliche Opfer soll 12 Jahre alt gewesen sein. Zuvor hatten in einer parlamentarischen Anhörung 20 Zeugen schwere Vorwürfe gegen den Festgenommenen und zwei weitere Priester der selben Erzdiözses erhoben.
Quelle: ORF

19.4.2010 Rotraut Perner, Psychoanalytikerin, ist der Ansicht, dass derzeit die Perspektive der Täter gänzlich ausgespart werde. “Es dreht sich alles um die Opfer, während die Täterseite nicht beleuchtet wird”, sagt Perner.
Quelle: Wiener Zeitung

19.4.2010 Im Erzbistum München gab es bislang 60 Meldungen über unterschiedliche Missbrauchsformen. Drei Viertel der Meldungen betreffen die Zeit vom Ende der 50er Jahre bis in die 90er Jahre. Wie die 60 Meldungen genauer zu bewerten sind, ist noch offen. Wegen einer Ohrfeige jedoch, sagte der Missbrauchsbeauftragte, hätte niemand angerufen.
Von besonderer Wichtigkeit sei, “sich in die Sicht der Opfer zu versetzen”, betonte  er. Im “weiteren Vorgehen der Kirche mit diesem Phänomen” sei es “entscheidend, leise und demütig vorzugehen und sich von den Schicksalen berühren zu lassen”.
Quelle: welt.de

19.4.2010 Bei seinem Besuch auf Malta hat sich Papst Benedikt XVI. am Sonntag mit Opfern von Missbrauch durch Geistliche getroffen. Der Papst sei tief bewegt gewesen, berichtete Papstsprecher Federico Lombardi. Er habe den Opfern seine Scham und seinen Schmerz angesichts ihres Leides und dessen ihrer Angehörigen ausgedrückt. Er sagte, die Kirche sei “verletzt durch unsere Sünden”. Die acht Männer im Alter von Mitte dreißig waren in einem Waisenhaus den Übergriffen von Priestern ausgesetzt gewesen.
Quelle: Süddeutsche und Stern

19.4.2010 In der Odenwaldschule hat das Lehrerkollegium erst jetzt eine Erklärung verfasst, in der es sich zu Becker, der viele Kinder und Jugendliche missbrauchte, äußerte. “Das hat zwölf Jahre gedauert!”, sagt Amelie Fried empört. Die Rücktrittserklärungen der kürzlich abgetretenen Vorstandsmitglieder seien in einem “jammernden Tonfall” verfasst, niemand gebe Fehler zu. Ein Lehrer, der vor wenigen Tagen Teile einer vertraulichen Mail eines Opfers an den Täter weitergegeben hatte und dafür von der Schule angezeigt worden war, wünscht sich “mehr Anteilnahme an seiner Situation”, berichtet Fried. “Irgendwie ist hier keiner für irgendwas verantwortlich.”
Quelle: Badische Zeitung

18.4.2010 Der Papst Johannes Paul II. förderte Vertuschung. Ein kolumbianischer Kardinal, der einem französischen Bischof ausdrücklich für die Geheimhaltung eines Missbrauchsfalls gedankt hatte, ist Kritik mit den Worten begegnet, sein Schreiben sei vom damaligen Papst Johannes Paul II. genehmigt gewesen. “Der Heilige Vater erlaubte mir, diesen Brief an alle Bischöfe in der Welt zu schicken und wir stellten ihn auch ins Internet”, sagte Dario Castrillón Hoyos laut einem Bericht der spanischen Regionalzeitung “La Verdad”.
Quelle: ntv

18.4.2010 Brasilianische Behörden ermitteln gegen den auch im Osnabrücker Nordland bekannten deutschen Pater Benedikt L. wegen „Internet-Pädophilie“. Der Geistliche weist die Vorwürfe zurück und macht einen Schützling für die kinderpornographischen Dateien auf seinem Computer verantwortlich. Benedikt L. rief im Nordosten Brasiliens Hilfsprojekte für Straßenkinder ins Leben, die er aus Spendengeldern finanziert. Dazu hat er sich in Deutschland einen Unterstützerkreis aufgebaut, zu dem die Kolpingsfamilie Ankum gehört, aber auch die St.-Ursula-Schule und die Ludwig-Windthorst-Schule in Hannover und zahlreiche Kirchengemeinden.
Quelle: neue oz

18.4.2010 Mixa bekommt “Unterstützung” vom ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Walter. Dieser sieht in der Missbrauchsdebatte “fundamentalistische Aufklärer” am Werk. Mixas Kritiker würden verkennen, dass körperliche Züchtigung vor einigen Jahrzehnten in Deutschland normal war, sagte das ZdK-Mitglied. Auch seine Mutter habe ihn “verprügelt: Es hat mir nicht geschadet”, sagte Walter. Ihm seien dadurch Grenzen aufgezeigt worden. Dass Mixa die Vorwürfe zunächst abgestritten hatte, nannte Walter glaubwürdig. Der Bischof habe die Ohrfeigen nicht als Gewalt gegen Kinder empfunden.
Quelle: FR
Kommentar: So sieht es aus, wenn Kinder geschlagen werden: Sie spüren als Erwachsene nicht einmal mehr, wenn sie jemanden verletzen. Und die Opfer als “fundamentalistische Aufklärer” zu denunzieren, heißt, sie noch einmal verletzen.

17.4.2010 Die “Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen” fordert den Rücktritt von Bischof Heinrich Mussinghoff. Am 8. Januar hatten Eltern eines 19-Jährigen den Fall beim Personalchef des Bistums Aachen gemeldet. Danach passierte – nichts. Der Priester Georg K. soll den jungen Mann vom zehnten Lebensjahr an schwer missbraucht haben. Auch andere Kinder seien betroffen. Das Bistum erklärte, es habe ja nur der Vater angerufen. “Der Junge hätte sich als Opfer schon selbst bei uns melden müssen, nicht wir bei ihm.” Der Beschuldigte K. streitet die Vorwürfe ab.
Quelle: an-online
Kommentar: Natürlich kann Kirche so mit Opfern umgehen. Keine Frage! Und sie beweist ja auch, dass sie  es kann, denn sie geht ja mit Opfern um, wie es kaum zynischer sein könnte. Das ist der sicherste Weg, um auch bei den Gutwilligsten jeden Kredit zu verspielen.

19.4.2010 Das Bistum Aachen stellt den Sachverhalt anders dar: Der Priester ist bereits in Südafrika in Haft. Der bischöfliche Missbrauchsbeauftragte beziehe die staatlichen Ermittlungsbehörden ein, wenn das Opfer dem zustimmt. Der Vater des Opfers jedochhabe um Stillschweigen gebeten. Das Bistum bedauere, dass es nach dem Anruf des Vaters beim Personalreferenten im Januar 2010 zu keinem weiteren Kontakt gekommen ist. Inzwischen hat die Familie den mutmaßlichen Täter angezeigt. Der Bischof hat den Missbrauchsbeauftragten gebeten, der betroffenen Familie ein Gespräch anzubieten.
Quelle: an-online

17.4.2010 Im katholischen Internat und Gymnasium Haus Overbach in Jülich bei Aachen soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. Drei Opfer meldeten sich und berichteten von Missbrauch in den 50er-Jahren. Sie beschuldigen Ordensleute der Oblaten des heiligen Franz von Sales.
Quelle: FR

17.4.2010 Am Dienstag wurde in Baden-Württemberg ein weiterer Fall bekannt. Betroffen ist das Kapuzinerkloster in Bad Mergentheim. Die Staatsanwaltschaft wurde für die Prüfung eines Missbrauchsfalls eingeschaltet, wie ein Sprecher der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz in Münster bestätigte. Anfang der 70er Jahre soll ein heute knapp 80 Jahre alter Pater mindestens einen Schüler missbraucht haben. Das Opfer habe sich erst in den vergangenen Tagen gemeldet. Der Beschuldigte sei erst vor zwei Jahren wieder nach Bad Mergentheim versetzt worden. Da es “Auffälligkeiten” gab, sei er seit Jahren von allen seelsorgerischen Diensten entbunden. Erste Hinweise auf sexualisierte Gewalt in einem früheren hessitschen Jungeninternat in Bensheim datieren von den 70er- und 80er-Jahren. Bis 1979 soll es secualisierte Gewalt und Misshandlungen gegeben haben.
Quelle: FR

17.4.2010 Für diejenigen, die die Loyalität von Kirchenleuten kennen, ist die Nachricht nicht überraschend: Der Papst sollte “aus der Schusslinie” genommen werden. Deswegen  wurde der frühere Generalvikar Gruber wohl gedrängt, die Verantwortung in der Affäre um den pädophilen Priester Peter H. zu übernehmen. Vertraute Grubers schilderten dem SPIEGEL, Gruber solle als Sündenbock für den Papst herhalten. Wörtlich im Spiegel: “Als die Affäre Mitte März aufflog, sei er [Gruber] am Telefon eindringlich “gebeten” worden, die volle Verantwortung zu übernehmen, klagte Gruber gegenüber Freunden. In einem Brief an seine Vertrauten schreibt Gruber, er habe eine fertig formulierte Stellungnahme zugefaxt bekommen. Änderungswünsche habe er anmerken können. Über die Darstellung des Bistums und darüber, dass man ihm “eigenmächtiges Handeln” im Fall H. vorwarf, empfinde er jedoch großen Unmut. Auch der Ausdruck “Eigenmächtigkeit” sei nicht mit ihm abgesprochen worden. Gruber hatte bisher alle Schuld auf sich genommen.” Quelle: Spiegel

21.4.2010 Der ehemalige Generalvikar Gruber erklärte, sein Freund habe ihn missverstanden. Er habe nicht davon gesprochen, dass Druck auf ihn ausgeübt worden sei, sondern dall alle unter Zeitdruck standen.
Quelle: Süddeutsche

17.4.2010 “Der Bischof von Augsburg hat in einer für die Kirche höchst kritischen Situation den größten anzunehmenden Unfall verursacht: Er hat alle Beteuerungen der katholischen Würdenträger Lügen gestraft, von nun an Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe offensiv und transparent zu klären.” “Wollten die Bischöfe und der Papst den Schaden für die Kirche begrenzen, müssten sie Mixa umgehend zum Rücktritt drängen. Doch selbst wenn sich Mixa in seinem Amt hält, ändert das nichts daran, dass das Bistum Augsburg keinen Bischof mehr hat.Da ist nur noch ein Mann im Bischofsornat, aber es fehlt ihm das, was dieses Amt auszeichnen soll: Glaubwürdigkeit, Autorität, Integrität und Würde.”
Quelle: Süddeutsche

17.4.2010 Zwei Personen, frühere Bewohner des Oldesloer Kinder- und Jugendhauses St. Josef, erheben Missbrauchs – Vorwürfe. Ein Vorwurf richtet sich gegen einen weltlichen Mitarbeiter des Hauses. Ein Ex-Bewohner erhebt Vorwürfe gegen einen Geistlichen. Er berichtet von Fesselspielen im Pfarrhaus von St. Josef.
Quelle:  In-online

17.4.2010 Joachim Frank bemerkt in der FR: “Seine [Mixas] gewundenen Ausflüchte machen zunichte, was Papst und Bischöfe derzeit über die Ehrlichkeit und den Aufklärungswillen der Kirche predigen. All das ist unglaubwürdig, solange höchste Funktionäre die Unkultur des Leugnens und Abwimmelns in eigener Sache pflegen. Mit der vielbeschworenen Würde des geistlichen Amtes hat das ohnehin nichts mehr zu tun. Fragt sich, wann Mixas Mitbrüder ihm das endlich sagen wollen, und wann Rom reagiert.”

17.4.2010 In Österreich wurden in den letzten Wochen 6 Priester vom Dienst suspendiert, 2 vorläufig beurlaubt, einer quittierte den Dienst. Ihnen wird sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige vorgeworfen.
Quelle: ORF

16.4.2010 Die katholische niederländische Kirche hat einen Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Diözese Rotterdam teilte mit, der Pfarrer sei aus dem Dienst entfernt worden.
Quelle: reuters.com

16.4.2010 In einem Waisenhaus in Luzern soll es zu körperlichen Übergriffen, Schwerstarbeit und sexuellem Missbrauch durch Patres gekommen sein. Das berichten Schweizer Medien unter Berufung auf einen ehemaligen Heimschüler an diesem Freitag. Die Stadt will die Vorwürfe gegen das Kinderheim nun prüfen, hieß es weiter. Das Kloster der Ingenbohler Schwestern hat unterdessen Aufklärungswillen bekundet.
Quelle: Radio Vatikan

16.4.2010 Reaktionen auf den Brief des Theologen Hans Küng an die Bischöfe in Deutschland:
Der emeritierte Kölner Weihbischof Klaus Dick hat den offenen Brief von Hans Küng zurückgewiesen. Die Bischöfe zu Widerstand gegen Papst und Vatikan aufzurufen, sei eine „Unverschämtheit“. Quelle: Domradio
Norbert Scholl, kath. Theologieprofessor in Heidelberg, meint, der Papst müsse verstehen, dass es Zeit für ein ökumenisches Konzil sei. Scholl benennt als Probleme die hierarchische Struktur, die Zwei-Klassengesellschaft, den römischen Zentralismus, die uneingeschränkte monachistische Machtbefugnis des Papstes. Quelle: FR

16.4.2010 Der Sonderermittler der Katholischen Waisenhausstiftung im Bistum Augsburg, der Anwalt S. Knott, ermittelte und stellt seine Ergebnisse vor. Er berichtet von Weinrechnungen, Geschenken an Neupriester und Kirchenteppichen, die auf Kosten des Kinderheims gekauft wurden. Und von einem Bischofsring aus Feingold, mit Insignien graviert, der 3854, 34 Mark kostete und ebenfalls von der Stiftung bezahlt wurde.
Mixa wird von inzwischen acht ehemaligen Heimkindern vorgeworfen, er habe sie in den siebziger und achtziger Jahren geschlagen – teils mit Faust, Stock oder Teppichklopfer. Alle Betroffenen sind bereit, ihre Vorwürfe vor Gericht unter Eid zu bezeugen. Mixa bleibt jedoch bei seiner Aussage, “schwere körperliche Züchtigung hat es durch mich nie gegeben.”
Der Sonderermittler konnte weder mit dem Bischof sprechen, noch mit den Ex-Heimkindern, die den Bischof mit 8 eidesstattlichen Erklärungen belasten, noch mit den Schwestern, denen die Heimkinder Prügel vorwarfen.
Quelle: Süddeutsche

16.4.2010 Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken beklagte eine weitreichende Resignation unter den Katholiken. Dringend notwendig für die Kirche sei es jetzt, Vertrauen zurückzugewinnen. Nach Einschätzung des ZdK-Präsidenten ist derzeit noch offen, ob gegenwärtige Erschütterung zu einer zukunftsweisenden Erneuerung der Kirche oder zu einem dauerhaften Bedeutungsverlust führen werden.
Quelle: Domradio

16.4.2010 Pater Mertes, SJ, kritisiert diejenigen Kirchenrepräsentanten, die die Kirche selber als Opfer des Skandals darstellten. Eine solche Haltung verletze die Opfer ein weiteres Mal.
Stimmt.
Quelle: Domradio

16.4.2010 Die Staatsanwaltschaft Marburg ermittelt gegen den früheren Leiter des katholischen Kinderheims Berwardshof, Himmelsthür, wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch. In den 70er Jahren soll er in Amöneburg mindestens zwei Jungen missbraucht haben.
Quelle: Hildesheimer Allgemeine

16.4.2010 Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat erstmals eingeräumt, in seiner Zeit als Stadtpfarrer Kinder und Jugendliche geschlagen zu haben. Er könne nicht ausschließen, dass er vor 20-30 Jahren  den Jugendlichen “die eine oder andere Watsch’n” gegeben habe. “Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch”, fügte er hinzu.
Quelle: FR
Kommentar: Die Prügelstrafe in Bayern wurde 1980 abgeschafft. In anderen Bundesländern Deutschlands schon vorher. Dass es “vollkommen normal” gewesen sein soll, dass Körperstrafen trotz eindeutiger Gesetzeslage durchgeführt wurden, kann ich mir kaum vorstellen.

16.4.2010 Der Kirchenanwalt der Glaubenskongregation für schwere kirchenrechtliche Vergehen, Charles Scicluna,  hat sich bereit erklärt, im Juni Missbrauchsopfer aus Malta zu treffen. Scicluna, ist selbst Malteser und bei der Glaubenskongregation mit der Aufarbeitung von Sexualstraftaten betraut.
Quelle: Liborius.de

16.4.2010 Im Jahr 2001 dankte der damalige Präfekt der Kongregation für den Klerus, Dario Castrillón Hoyos dem französischen Bischof Pican,  Diözese Bayeux-Lisieux, für dessen Entscheidung, einen pädophilen Priester nicht den Behörden gemeldet zu haben. Hoyos schreibe, er freue sich über Pican, der in den Augen der Geschichte und aller anderen Bischöfe auf der Welt das Gefängnis dem Verrat an einem Priesterbruder vorgezogen habe.
Der Vatikan wies darauf hin, dass das Schreiben Hoyos die Bedeutung der inzwischen vorgenommenen Reformen im Vatikan zeige.
Die Kinder waren unter 15 Jahre alt, als sie von dem Priester sexuell missbraucht wurden. Die Eltern mehrerer Opfer hatten den Bischof verklagt, weil er von dem Missbrauch ihrer Kinder gewusst, aber nichts dagegen unternommen habe. Der pädokriminelle Priester war im Oktober 2000 zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.
Quelle: ORF und Spiegel und Golias

16.4.2010 Der Vatikan hat sich von dem Schreiben von Kardinal Hoyos vom 8. September 2001 an den französischen Bischof Pican distanziert – dieses Vorgehen entspreche nicht der Linie des Heiligen Stuhls. Am 30. April 2001 hatte der damalige Papst das Motu prorio “Sacramentorum sanctitas tutela” veröffentlicht, in dem das Verfahren bei Pädophiliefällen neu geregelt wurde und unmittelbar der Zuständigkeit der Glaubenskongregation unterstellt.
Quelle: Lioborius.de
Kommentar: Der Präfekt der Kongregation für den Klerus, angesiedelt im Vatikan, hält sich also nicht  an die mutmaßlich “neue Linie” der Glaubenskongregation, die bereits 4 Monate lang gilt. Wenn sich Kardinal Hoyos der Zustimmung “aller anderen Bischöfe auf der Welt” so sicher war, und wenn seine damalige Einschätzung richtig ist, dann bedeutet dies, dass Opfer auf der ganzen Welt keinen einzigen Bischof auf ihrer Seite hatten. Und es schließt sich die Frage an, ob die Bischöfe auf der Welt inzwischen gelernt haben, auf der Seite der Opfer zu stehen.

16.4.2010 Ursula Enders und Yücel Kossatz über Verantwortung der Kirche und Opferschutz”

16.4.2010 Hans Küng schreibt einen Offenen Brief an die Bischöfe in Deutschland. Süddeutsche

16.4.2010 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ermittelt gegen einen etwa 60-jährigen Pfarrer von Munderkingen wegen sexuellen Missbrauchs. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Ein heute Vierzigjähriger hat die Diözese informiert, dass er mit ca 11 Jahren von dem Pfarrer missbraucht wurde. Inzwischen gibt es Hinweise, dass auch in der früheren Arbeitsstelle des mutmaßlichen Täters ein minderjähriger von dem Pfarrer belastigt worden sein soll. Schon eta 1994 gab es Hinweise der Haushälterin, dass ein Minderjähriger aus dem Bett des Pfarrers gekommen sei. Damals wurde diesem Hinweis von Seiten der Diözese nicht ernsthaft nachgegangen.
Quelle: Schwäbische. de

15.4.2010 Die Bischofskonferenz von England und Wales hat die Behauptung Bertones, des 2. Mannes im Vatikan, zurückgewiesen, dass Pädophilie mit Homosexualität zusammen hinge. Darüber gebe es keine gesicherten Erkenntnisse.
Quelle: Radio Vatikan

15.4.2010 Der Theologe Hans Küng fordert laut ORF die deutschen Bischöfe zum Widerstand gegen den Papst auf.

15.4.2010 Zwischen dem Kloster Ettal und dem Erzbistum München gibt es Auseinandersetzungen über den Umgang mit den Missbrauchsfällen.
Quelle: kurier.at

15.4.2010 Pfarrer Helmut Schüller, früherer Leiter der Wiener Ombudsstelle für Missbrauchsopfer, ist überzeugt, dass die Missbrauchs-Skandale in der katholischen Kirche Konsequenzen haben müssen – und zwar ganz oben, bei der Kirchenführung in Rom. Schüller macht die Machtkonzentration beim Papst für die Kirchen-Krise mitverantwortlich. Er verlangt mehr “Machtkontrolle”. Unter bestimmten Umständen sei ein Rücktritt des Heiligen Vaters “unausweichlich”, sagt Schüller.
Quelle: kurier.at

15.4.2010 Hermann Häring in der Südwestpresse über den Papst nach 5 Jahren Amtszeit

15.4.2010 Edelbert Hörhammer war von 1973 bis 2005 Abt von Ettal und zuvor dort Internatserzieher. Er hat die Verantwortung für Misshandlungen und Missbrauch durch Mitglieder seines Ordens übernommen. Auch er habe als Erzieher wiederholt Schüler misshandelt. Es tue ihm leid.
Quelle: Vatikanradio

15.4.2010 Ein Jurist aus Buchs erklärte, dass er aktuelle und ehemalige Verantwortliche der Bistümer Chur und Basel wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsfällen angezeigt habe.
Quelle: Vatikanradio

15.4.2010 Der Erzbischof von Denver, USA, hat einen 74-jährigen Priester aus dem seelsorglichen Dienst entlassen und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Dem Priester werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die vor 35 Jahren begangen worden sein sollen. Erzbischof Caput verteidige sich gegen den Vorwurf, überstürzt reagiert zu haben.
Quelle: Vatikanradio

15.4.2010 Eine Frau erzählt in der Welt, wie ihr Glaube ihr geholfen hat, mit den Missbrauchsfolgen fertig zu werden.

14.4.2010 Klaus Mertes, SJ, greift Bischof Mixa an und hält ihm vor, Opfer zu diskreditieren. Den Bischöfen hält er vor, dass diejenigen, die sich selbst als Opfer sehen, die Kirche diskreditieren. Ehemalige Schüler beginnen die Rolle ihrer Eltern zu durchschauen und werfen ihnen Versagen vor.
Quelle: tagesspiegel

14.4.2010 Wolfgang Niedecken, Musiker von BAP, wurde von einem Pallottiner-Pater missbraucht und geschlagen.
Quelle: faz

14.4.2010 In der katholischen Kirche scheint sich etwas zu ändern. Vor 15 Jahren hatte sich ein Mann wegen Missbrauchs bei der Diözese in Rottenburg gemeldet. “Damals bin ich gnadenlos abgewimmelt worden”, berichtet der Betriebswirt. “Diesmal war das ganz anders.”
Quelle: Stuttgarter Zeitung

14.4.2010 Nach Angaben der Kirche wurden auf Malta innerhalb der vergangenen zehn Jahre gegen 45 von insgesamt 850 Priestern Vorwürfe laut, sich an Minderjährigen vergangen zu haben. In der Regel wurden sie nur kirchenintern verfolgt. Es ist nicht bekannt, wie viele ihres Amtes entbunden wurden. 10 der Opfer wollen den Papst treffen. Ob er sie auch treffen will, ist unklar.
Quelle: FR

14.4.2010 Misshandlungen und sexualisierte Gewalt in Kinderheimen der Ex-DDR – Bericht aus Torgau.
Quelle: dw-world

13.4.2010 Am Montag wurden vom Vatikan die „Hinweise zum Verständnis der Verfahrensgrundlagen der Glaubenskongregation bei Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs“ veröffentlicht, die vom 30.4.2001 stammen und in Verbindung mit dem Kodex des kanonischen Rechts von 1983 gelten. Jost Müller-Neuhof weist darauf hin, dass die veröfentlichten Hinweise nicht besagen, dass es eine Anzeigepflicht der Kirche gebe, wenn sie von Missbrauch erfahre. Der Text besage nur, dass staatliche Richtlinien einzuhalten seien. In Deutschland gibt es keine Anzeigepflicht für sexuellen Missbrauch.
Quelle: Tagesspiegel

13.4.2010 Ein New Yorker Rabbi wurde wegen sexuellen Missbrauchs an einem 16-Jährigen in den Jahren 2004 und 2005 zu 32 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei weitere Missbrauchsanklagen sind noch zu verhandeln.
Quelle: focus

13.4.2010 Das Erzbistum Freiburg, Generalvikar Dr. Fridolin Keck, möchte mit allen, die aus der Kirche ausgetreten sind in diesen Wochen ins Gespräch kommen.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Kommentar: Muss ich erst aus der Kirche austreten, um in meiner Diözese Gehör zu finden?

13.4.2010 Der Tagesspiegel über die Verliese des Vatikans.
Kommentar: 2003 trat eine Leitlinie in Kraft, die besagt, dass die zivilen Rechtsvorschriften, die die Anzeige von Verbrechen bei den zuständigen Behören vorschreiben, zu befolgen seien. Ich verstehe nicht, wie die Bischöfe nach diesen vatikanischen Leitlinien von 2003 noch immer diskutieren können ob bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche eine Anzeigepflicht besteht oder nicht.

13.4.2010 Rik Devillé, ein belgischer katholischer Priester hat eine Arbeitsgruppe gegen Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche mitbegründet. Er berichtet, dass es in den 90er Jahren 300 Pädophilie-Beschwerden gegeben habe. Nur 15 Klagen hätten zu Geständnissen geführt. Sanktionen habe es – von Zwangsversetzungen abgesehen – keine gegeben. Die übrigen Beschwerden seien im Sande verlaufen. Das berichtet devillé der Nachrichtenagentur Belga. In der Regel seien die Opfer mit Verweis auf eine Verjährung abgefertigt worden, beklagte der Geistliche im Ruhestand. “Sehr wenige Bischöfe haben uns geholfen.”
Quelle: FR und klamm.de

13.4.2010 Die Hinweise auf sexuellen Missbrauch am Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel häufen sich. Es ist von der Zeit Ende der 70er – Jahre bist 1984 die Rede. Bislang haben sich 12 ehemalige Schüler an die Provinzleitung der Steyler Missionare gewandt.
Quelle: sol.de

13.4.2010 Einem Priester der Diözese Rottenburg wirft ein Mann sexuelle Übergriffe in den 70er und 80er-  Jahren vor. Die Diözese erstattete Anzeige.
Quelle: SWP

12.4.2010 Beim Besuch des Papstes auf Malta wollen 10 MMänner, die als Kinder von vier Priestern in den 80er und 90er Jahren missbraucht wurden, den Papst treffen.
Quelle: Tagesanzeiger

12.4.2010 Ein 67 Jahre alter katholischer Priester steht im Verdacht, in den 70er und 80er Jahren als Kaplan in Bremen 1972 oder 1973 einen Jungen und in Lingen zwischen 1976 und 1983 zwei Mädchen missbraucht zu haben. Der Geistliche ist seit 1995 im Erzbistum Hamburg tätig. Er sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe im März in den Ruhestand versetzt worden, sagte ein Sprecher der Erzdiözese am Montag. In Bremen hatte sich ein Mann gemeldet, der angab, 1972 oder 1973 Opfer von Übergriffen des Priesters geworden zu sein. In Lingen soll er zwischen 1976 und 1983 zwei Mädchen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaften Bremen und Osnabrück sind eingeschaltet.
Quelle: newsticker

12.4.2010 Der Vatikan hat klargestellt, dass bei sexuellem Missbrauch durch Geistliche die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten sind. Heute wurde das entsprechende Dokument aus dem Jahr 2003, nach dem bereits längere Zeit verfahren worden sein soll, veröffentlicht.

Quelle: ORF

12.4.2010 Im Bistum Regensburg wurde ein Pfarrer aus  dem Landkreis Tirschenreuth vom schulischen und pfarrlichen Dienst beurlaubt. Ihm wird ein Übergriff auf eine Schülerin vorgeworfen. Die Missbrauchsbeauftragte Dr. Böhm erhielt aus der Pfarrei Hinweise auf möglicherweise weitere geschädigte Kinder.
Quelle: Mittelbayerische Zeitung
Nachtrag 11.8.2010: Das Urteil ist rechtskräftig: Bewährungsstrafe von zehn Monaten und Zahlung einer Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung.
Quelle: Süddeutsche

12.4.2010 Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, macht einen bedenkenswerten Vorschlag. Zunächst stellt er fest, das die Vorwürfe gegen Ratzinger wegen seines saumseligen Verhaltens in früheren Tagen das geläuterte Verhalten in neueren Tagen verdecken. Prantl konstatiert, dass die Glaubwürdigkeit der Kirche weltweit gelitten hat. Er fragt: “War es bewusstes Hinauszögern, oder war es kirchenjuristische Akkuratesse?… Der Missbrauchsskandal hängt wie ein Mühlstein am Hals der katholischen Kirche….Der Vatikan hat die Möglichkeit, die Kirche vom Mühlstein an ihrem Hals zu befreien, ja den Stein vielleicht gar zu zertrümmern. Dazu müsste er gegen Priester, die Kinder und Jugendliche missbrauchen, die schärfste Strafe verhängen, die das Kirchenrecht kennt: Die Exkommunikation, also den Ausschluss aus der religiösen Gemeinschaft.”

12.4.2010 Der frühere Leiter der Odenwald-Schule, Gerold Becker, soll auch einen Jungen, der unter seiner Vormundschaft stand, sexuell missbraucht haben.
Quelle: faz.net

12.4.2010 Informationen zum Abschlussbericht des Sonderermittlers in der Klosterschule stehen in der Süddeutschen. “Es muss unbedingt allen klar werden, dass nicht die betroffenen Schüler die Nestbeschmutzer sind, sondern die Patres, die sich an den Kindern vergangen haben”, sagt der Sonderermittler. Er hat nicht vergessen, dass sich die Gemeinschaft früherer Internatsschüler gegen die Nestbeschmutzer und den Sonderermittler gestellt haben.

12.4.2010 Ehemalige Heimkinder erheben schwere Vorwürfe gegen die Dernbacher Schwestern.

12.4.2010 Ein Video über Ex-Heimkinder und wie Kirche (Bistum Aachen) mit ihnen umging.
Triggergefahr – Quelle: frontal21.zdf

12.4.2010 Ein Video mit Peter Henselder, der die Heimkinder-Demo am Donnerstag initiiert hat. Vorsicht – Triggergefahr.
Quelle: Spiegel

11.4.2010 Ursula Raue, die Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens, hatte im März von 61 Opfern im Canisius-Kolleg berichtet. Nun berichtet sie von rund 170 Opfern, darunter seien 59 (nicht 61) ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kollegs.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

11.4.2010 Die Kardinäle der Weltkirche planen eine Solidaritätsveranstaltung – nein, nicht mit den Opfern pädokrimineller Priester – sondern mit dem Papst. Sie wollen ihm inach den scharfen Attacken wegen der Missbrauchsfälle ihre Solidarität ausdrücken, berichtet die römische Tageszeitung “La Repubblica” am Sonntag. Am 13. Mai soll zudem auf dem Petersplatz eine große Kundgebung mit Hunderttausenden Demonstranten zur Unterstützung des Papstes stattfinden.
Quelle: Kleine Zeitung

11.4.2010 Bericht der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu den Missbrauchsfällen. Stand: 26.3.2010

11.4.2010 In der Diözese Innsbruck hat sich ein Priester, der ein Sexualverbrechen begangen hat, selbst angezeigt. Er wurde vom Dienst suspendiert. Bei der Ombudsstelle der Diözese Innsbruck werden derzeit 115 Fälle behandelt.
Quelle: ORF tirol

11.4.2010 Im Kinderheim St. Josef, Eschweiler, wurden um 2002 Vorwürfe laut, dass in den 50er und 60er Jahren dort Kinder schwer misshandelt und sexuell missbraucht wurden. Sowohl die Dernbacher Schwestern, die in den 50er und 60er Jahren das Kinderheim führten, als auch die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, die heute das Heim führt, stellten Strafanzeige gegen die ehemaligen Heimkinder. In einer Pressekonferenz im Ordinariat Aachen breiteten Anwälte des Ordens und der Pfarrgemeinde den Verdacht aus, die ehemaligen Heimkinder wollten den Staat um Opferentschädigungen betrügen. Der Orden ging in einer Mitteilung vom 29.3.2010 davon aus, dass die Vorwürfe nicht den Tatsachen entsprechen, falsch und ehrverletzend seien. Auf der Internetseite der Dernbacher Schwestern steht inzwischen eine Entschuldigung, falls den Heimkindern Dinge geschehen seien, die den Erziehungszielen widersprachen.
Quelle: a-z.web

11.4.2010 Die FR berichtet vom Fall des Priesters Stephan Kiesle aus Kalifornien, Diözese Oakland. Im Juni 1981 wandte sich der damalige Bischof, John Cummins, mit der dringenden Bitte an den Vatikan, einen pädophilen Priester zu entlassen. Kiesle hatte Kinder zwischen 11 und 13 Jahre missbraucht. Als Kardinal Ratzinger im Februar 1982 Präfekt der Glaubenskongregation wurde, bat Bischof Cummins erneut um die Entlassung von Kiesle, der bereits 1978 von einem US-Gericht verurteilt worden war. Cummins wurde informiert, dass Rom die Angelegenheit “zu gegebener Zeit” weiterverfolgen werde. 1985 erhielt das Bistum Oakland den lateinischen Zwischenbescheid Roms, es sei mehr Zeit nötig, um den Fall zu untersuchen. Man müsse ja auch “das Wohl der gesamten Kirche” berücksichtigen. Inzwischen möge Bischof Cummins dem Beschuldigten “so viel väterliche Fürsorge” wie möglich angedeihen lassen. 1986 – 8 Jahre nach der staatlichen Verurteilung – wurde Kiesle dann vom Priesteramt suspendiert und später wegen weiterer Fälle angeklagt. Der stellvertretende Sprecher des Papstes Benedikt XVI. erklärte, der Fall habe so lange Zeit gebraucht, weil er “sehr sorgfältig unter Berücksichtigung aller Seiten” zu untersuchen gewesen sei. Es handle sich um eine Kampagne gegen den Papst, sagte der Sprecher. Der US-Anwalt des Vatikan wies darauf hin, dass nicht feststehe, ob die vorgelegten Dokumente echt seien und im Übrigen sei es seinerzeit Sache des zuständigen Bischofs gewesen, Maßnahmen zu ergreifen.
Quelle: FR

10.4.2010 Zeugenaussagen über Gewalt bei den Windsbacher Sängerknaben – ein Pfarrer erzählt.
Quelle: Süddeutsche

10.4.2010 Noch vor wenigen Jahren soll es sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule gegeben haben. Das berichtet der Frankfurter Opferanwalt Thorsten Kahl dem Spiegel. Weil er sich von ehemaligen Mitschülern unter Druck gesetzt fühle, dem Ruf der Schule nicht noch weiter zu schaden, wolle sich der betroffene Ex-Schüler nicht an die Staatsanwaltschaft wenden, sagte Kahl.
Quelle: hr-online

10.4.2010 Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich soll von Missbrauchsvorwürfen gegen einen früheren Leiter eines Nürnberger Diakonie-Jugendheimes nach Aussagen eines Opfers gewusst haben. Friedrich kann sich nicht erinnern.
Quelle: Merkur

10.4.2010 Im Elite-Internat Birklehof in Hinterzarten gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen Schularzt.
Quelle: FR

10.4.2010 Der kanadische katholische Priester Bernard Prince verbüßt derzeit eine  im Jahr 2008 verhängte vierjährige Haftstrafe wegen des Missbrauchs von 13 Jungen zwischen 1964 und 1984. Ein heute 53-jähriges Opfer erklärt, dass es die Diözese Pembroke/Ontario ein Jahr vor der Ernennung des Täters zum Generalsekretär des Päpstlichen Werks für die Glaubensverbreitung im Jahr 1991 über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs informiert habe. Der Täter wurde dennoch zum Generalsekretär befördert. Hier ist ein Beitrag über ihn nachzulesen. Der inzwischen verstorbene Bischof von Pembroke, Joseph Windle, warnte in einem Brief an den päpstlichen Gesandten in Kanada, Carlo Curis, im Februar 1993 vor Prince. Den Geistlichen in einer so hohen Position im Vatikan zu sehen, könnte seine Opfer zusätzlich aufbringen, schrieb Windle. „Die Folgen wären katastrophal, nicht nur für die kanadische Kirche, sondern auch für den Heiligen Stuhl.” 2009 enthob Papst Benedikt XVI. den Sexualstraftäter des Priesteramts.
2005 ging bei der Polizei die Beschwerde eines Mannes ein, er sei 1969 als Junge von Prince missbraucht worden.
Quelle: 20 min

10.4.2010 Es sei nicht gut, den religiösen Frieden zu stören, hatte man der Mutter eines Opfers gesagt, als diese das Leiden ihres Sohnes vor Jahren öffentlich machen wollte. Jetzt ist es öffentlich geworden – und das ist gut so. Dem Opfer Dank für seinen Mut!
Triggergefahr! Quelle: Tagesanzeiger

10.4.2010 Hier ist eine Stimme, die es in Zukunft noch häufig zu hören geben wird: “Ohne den Opfern zu nahe treten zu wollen:  …. (es) trifft den Nerv Vieler, die langsam die Nase voll haben von Enthüllungs-Stories über sexuellen Missbrauch.” Quelle: otz
Und der Missbrauch mit dem Missbrauch wird hier auch schon thematisiert.
Kommentar: Was von der wissenschaftlichen Qualität der sogenannten false-memory-Forschung zu halten ist, ist nachzulesen bei Martha Schallek: Rotkäppchens Schweigen. Die Tricks der Kindesmissbraucher und ihrer Helfer.
Es muss damit gerechnet werden, dass diese Stimmen, die Opfer diskriminieren in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt auftauchen. Erstaunlich ist, dass sie erst jetzt beginnen.
Hier gibt es weitere Hinweise darauf, mit welchen Argumenten man in bewährter Art und Weise Opfer mundtot machen kann.

10.4.2010 Der Vatikan wehrt sich gegen die neuen Vorwürfe. Er erklärte dazu jetzt: “Kardinal Ratzinger hat den Fall Stephen Kiesle aus Kalifornien nicht gedeckt.” Vielmehr habe der heutige Papst “einzig darum gebeten, die Sache gründlicher zu untersuchen zum Wohl aller Beteiligten”, kommentierte der Vizepressesprecher des Vatikans, Padre Ciro Benedettini, die neuen Vorwürfe.
Quelle: Spiegel

10.4.2010 Ratzinger bat, die Entlassung eines pädophilen Priester genau zu prüfen. Dieser Vorgang dauerte von 1978 (Termin der Verurteilung) bis 1987, d.h. 9 Jahre. Der betreffende Priester wurde bereits 1978 wegen der sexuellen Belästigung von zwei Buben zu einer dreijährigen Bewährung verurteilt. 1981 suchte er um Entlassung aus dem Priesterstand nach. 1985 kam die Antwort Ratzingers, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. In diesem Schreiben äußert der damalige Kurienkardinal Ratzinger Bedenken hinsichtlich der Folgen einer Amtsenthebung für den Geistlichen. Diese Bedenken hatte Ratzinger im Blick auf das Wohl der Weltkirche und die christliche Gemeinschaft.
1987 wurde der verurteilte Priester dann aus dem Priesteramt entlassen. 2004 wurde der ehemalige Priester wegen des Missbrauchs eines Mädchens 1995 zu einer sechsjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Zwischen 1981 und 1987 seien keine weiteren Übergriffe des Mannes mehr bekanntgeworden. Der heute 63-jährige registrierte Sexualstraftäter lebt in Kalifornien.
Quelle: standard.at
Quelle: ntv.de

10.4.2010 Die Leiterin der Frauenberatungsstelle Sofra in Aschaffenburg,  Gerti Metzls, weist darauf hin, dass sexueller Missbrauch vor allem Mädchen trifft, vor allem in Familien vorkommt und von den Tätern sorgfältig geplant wird. In letzter Zeit wenden sich verstärkt auch ältere Frauen an die Beratungsstelle. Das Bewusstsein für die Problematik häuslicher Gewalt habe sich geändert.
Quelle: faz.net

10.4.2012 Der Anwalt Jeff Anderson veröffentlichte in der Nacht auf Samstag eine Serie von Briefen aus den 80er Jahren, wonach sich der damalige Kardinal Joseph Ratzinger 1985 als Präfekt der Glaubenskongregation gegen eine rasche Entlassung eines pädophilen Geistlichen aus Kalifornien aus dem Priesteramt ausgesprochen habe. Der Bischof von Oakland, John Cummins, ersuchte den Vatikan den Dokumenten zufolge im Juni 1981 erstmals, den Priester Stephen Kiesle, der Ende der 70er Jahre laut einem Gerichtsverfahren sechs Kinder zwischen elf und 13 Jahren missbraucht hatte, aus dem Kirchendienst zu entlassen. Er habe sich auch direkt an den damaligen Papst Johannes Paul II. gewandt. Der Fall wurde über Jahre hinweg im Vatikan nicht abschließend bearbeitet, erst im November 1985 schrieb Ratzinger, dass in dem Fall mehr Zeit benötigt werde. Quelle: http://www.stern.de/panorama/missbrauchsskandal-ratzinger-entliess-paedophilen-priester-erst-nach-jahren-1557439.html

10.4.2010 Der Sonderermittler Thomas Pfister berichtet dem Magazin Focus: “Es waren Berichte über so abartige Gräueltaten, dass ich nachts nicht einschlafen konnte.” Insgesamt 15 Mönche, darunter ein früherer Abt, sollen im Kloster Ettal weit mehr als einhundert Schüler systematisch gequält und sexuell missbraucht haben. Das gehe aus dem Abschlussbericht hervor, den der Sonderermittler der katholischen Kirche in den kommenden Tagen vorstellen werde, heißt es im “Focus”. Rechtsanwalt Pfister war Ende Februar im Auftrag des Erzbistums München und Freising in das oberbayerische Kloster gefahren, um die Einzelheiten der Missbrauchsvorwürfe aufzuklären. Die mutmaßlichen Opfer berichten von Prügeln mit Skistöcken, von durch Schläge geplatzten Trommelfellen und von lebendigen Molchen, die sie essen mussten. Ein heute 74-jähriger Geistlicher, der von 1973 bis 2005 Abt des Klosters war und vorher als Lehrer und Erzieher arbeitete, galt dem Bericht zufolge als “unbeherrschter Schläger”.
Quelle: ntv.de
Quelle: focus
Quelle: welt.de

9.4.2010 Der Vatikan soll mittlerweile zahlreiche US-Anwälte beschäftigten, die finanzielle Ansprüche von Opfern abwehren sollen.
Quelle: Wiener Zeitung

9.4.2010 In der katholischen Kirche Norwegens, einer sehr kleinen Kirche, gebe es vier weitere potenzielle Fälle sexueller Übergriffe von Geistlichen auf Kinder, sagte Bischof Bernt Eidsvig am Freitag in Oslo. Zwei Vorfälle hätten sich allem Anschein nach den in 50er Jahren abgespielt, der dritte vor zwei Jahrzehnten. Zudem gebe es Gerüchte über einen weiteren Missbrauchsfall.
Quelle: Reuters

9.4.2010 Informationen über die Besonderheiten der Erinnerungen bei Traumatisierung.
Quelle: Zeit

9.4.2010 Im Bistum Essen hat ein Opfer von Missbrauch durch einen kath. Priester drei Jahre seine Therapie selbst gezahlt, ca 17.000 €. Das Opfer habe sich geschämt, bei der Krankenkasse vorstellig zu werden. Das Bistum Essen lehnte eine Kostenübernahme für eine bereits stattgefundene Therapie ab. Unklar ist, ob dies in allen Diözesen so gehandhabt wird.
Quelle: taz

9.4.2010 Lahey, früherer Bischof von Antigonish, Kanada, trat im September 2009 zurück, nachdem auf seinem Computer “angeblich” kinderpornographische Fotos entdeckt wurden. Ein früherer Zögling eines Waisenhauses werfe ihm nun vor, in in den 80er Jahren immer wieder missbraucht zu haben.
Quelle: Radio Vatikan

9.4.2010 Der Papst habe “sehr gelitten” wegen “dieser Priester, die ihrer eigenen Berufung und Mission untreu geworden sind”, sagte der Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone.
Quelle: FR 9.4.2010 S. 6
Kommentar: Der Papst hat wieder nur die Täter im Blick und die Kirche – nicht die Opfer. 

9.4.2010 Im Bistum Erfurt wurde ein Priester, der  1980 bis 1996 Übergriffe auf vier Minderjährige zugegeben hat, wegen sexueller Nötigung vom Bistum angezeigt. Das Bistum Erfurt hat den Beschuldigten von 2004-2006 im Jugendgefängnis eingesetzt.
Quelle: Spiegel

9.4.2010 Ein spanisches Gericht hat einen katholischen Geistlichen, F.V.T., wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Mädchen, 10 und 11 Jahre alt, verurteilt. Eine Gerichtsverhandlung fand nicht statt, da eine Vereinbarung zwischen der Verteidigerin des ehemaligen Marister Burder, dem Staatsanwalt und der Anklagepartei erreicht wurde. Quelle: esma-touristic

9.4.2010 Manfred May, der Thüringer Berater für SED-Opfer, berichtet, dass sich seit Juni vergangenen Jahres rund 160 Betroffene gemeldet haben, die von körperlichen Misshandlungen und sexuellem Missbrauch in DDR-Kinderheimen berichten.
Quelle: mdr.de

8.4.2010
Bedauern in Malta über den Missbrauch von Brüdern – ob auch Mädchen und Frauen betroffen sind, ist nicht erkennbar.
Quelle: orf

8.4.2010 Der deutschstämmige Bischof, der in Trondheim den sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen gestanden hat, hat im Bistum Osnabrück Gottesdienste gehalten. Weder das Bistum noch die Klinik, in der er Gottesdienste hielt, waren informiert.
Quelle: NDR

8.4.2010 Der Vatikan teilt aus – er sollte personelle Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal ziehen.
Quelle: Die Zeit

7.4.2010 Auch in Afrika gab es nach Angaben des Erzbischofs Buti Tlhagale, Johannesburg, Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Die Verbrechen der Priester kamen jedoch nicht so sehr in die Medien wie in Deutschland oder Irland.
Quelle: news.yahoo

7.4.2010 Ein ehemaliger Messdiener gesteht sexuellen Missbrauch.
Quelle: FR

7.4.2010 Erfahrungen von Missbrauch machen vor keiner Institution Halt – auch nicht vor der evangelischen Kirche.
Quelle: Spiegel und Spiegel

7.4.2010 Erfahrungen mit der Hotline – Dr. Andreas Zimmer, Trier

7.4.2010 Willi Anderau, der Regionalobere der Deutschschweizer Kapuziner und Präsident des Katholischen Mediendienstes, reagierte auf die Medienkritik Sodanos, der die Aufdeckung und Aufklärung der Missbrauchsverbrechen durch katholische Priester als “Geschwätz des Augenblicks” abgetan hatte. Er sagte, Sodano beleidige „all jene Kirchenmitglieder, die sich um Transparenz und Aufklärung bemühen“. Durch die Vertuschungsversuche solidarisiere sich die Kirche mit der Täterseite statt mit den Opfern. (So ist es!)
Quelle: Vatikanradio

7.4.2010 Die Affäre um Pater Maciel Marcial Degollado, den Gründer des Ordens “Legionäre Christi”, geht erneut durch die Presse. Demnächst wird der Bericht der vatikanischen Untersuchungskommission vorgelegt. Bekannt ist schon lange, dass der Vatikan unter Kardinal Ratzinger trotz jahrzehntealter und mehrfach wiederholter Anzeigen Pater Degollado nicht zur Rechenschaft zog. Degollado hat mehrere Priesterseminaristen missbraucht.
Quelle: stern
Der Vatikan weist die Vorwürfe des Stern gegen den Papst als paradox zurück.
Quelle: ORF

7.4.2010 Ein aus der Eifel stammender Priester, Wolfgang Müller, war Bischof von Trondheim. 2009 trat er zurück. Als Grund wurde Unzfriedenheit mit dem Trondheimer Gemeindeleben angegeben. Der wirkliche Grund: Müller gestand den sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen vor ca 20 Jahren. Die Zeitung Adresseavisen deckte den Skandal auf.
Quelle: Focus

6.4.2010 Der Neffe des Priesters
Quelle: Spiegel

6.4.2010 Bei den dutzenden Priestern, gegen die in Italien wegen pädokrimineller Täten ermittelt wird, handelt es sich nur um die Spitze des Eisberges, sagt Sergio Cavaliere, ein Anwalt, der mehr als 130 Fälle gezählt hat. 88 Mal seien die mutmaßlichen Täter mit Namen genannt worden. Anzeige sei in keinem einzigen Fall erstattet worden – weder bei den Behörden noch bei der Kirche. Der Mailänder Staatsanwalt Pietro Forno bestätigt diese Angaben. (Bei 50 000 Priestern müsste mit ca 4% Missbrauchstätern gerechnet werden, das wären 2.000.)
Quelle: orf

6.4.2010 Lars Müller (Name geändert) wurde jahrelang von einem katholischen Priester des Erzbistums Freiburg missbraucht. Er sagte in einem Interview, dass er sicher sei, dass der frühere Personalreferent des Erzbistums Feiburg, Robert Zollitsch, von dem Missbrauch gewusst habe. Timm kann Zollitsch nicht abnehmen, dass er tief überrascht von den Missbrauchsfällen sei.
Quelle: dradio

6.4.2010 Der Odenwaldschule liegen Berichte ehemaliger Schüler vor, die bis weit in die 90er Jahre von Lehrern sexuell missbraucht wurden. Die Schüler sprechen von grausigen Ritualen; die Rektorin Margarita Kaufmann spricht davon, dass die Vorstellungskraft gesprengt werde. Sie berichtete auch, dass sie Hinweise habe, dass sich mehrere missbrauchte Ex-Schüler umgebracht hätten, zuletzt 1999.
Quelle: FR
Quelle: Spiegel
Quelle: Süddeutsche

6.4.2010 Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke bekannte: “Natürlich bedrückt es uns, wenn wir Schuld und Versagen begegnen.” Hanke kritisierte aber auch indirekt die Berichterstattung über den Missbrauchsskandal. Die öffentliche Diskussion habe manchen Christen “auf seinem Glaubensweg gelähmt”.

Quelle: br-online
Kommentar: Die Diskussion über Missbrauchsskandal lähmt manchen Christen auf seinem Glaubensweg. Dass der Missbrauch das Vertrauen – und damit natürlich auch den Glauben an Gott – zerstört, das ist dem Bischof nicht der Rede wert. 

6.4.2010 Der frühere vatikanische Justizminister, Kardinal Julian Herranz, berichtet, dass die Missbrauchsaffäre in der katholischen Kirche für Papst Benedikt XVI. “ein unsägliches, bitteres, tiefes Leiden” bedeute.
Quelle: kleinezeitung

6.4.2010 Bei der am 30. März gestarteten Hotline gingen in den ersten drei Tagen rund 13.300 Anrufe von etwa 2.670 Personen ein, wie der Sprecher der Diözese Trier, Stephan Kronenburg, sagte. Die meisten von ihnen bezeichneten sich demnach als Opfer sexuellen Missbrauchs, einige gaben auch an, sie seien misshandelt worden. Mit bisher 394 Personen führte das Team aus Psychologen und anderen Experten intensivere Gespräche.
Quelle: epochtimes

6.4.2010 Der Augsburger Diözesanrat verlangt von Bischof Mixa, dass er die Vorwürfe, er habe Kinder geschlagen, aufklärt. Claudia Roth fordert Mixa auf, sein Amt ruhen zu lassen. Bislang hat Mixa die Vorwürfe bestritten. Er argumentierte, da er sich an die Personen, die eine eidesstattliche Erklärung abgegeben haben, nicht erinnern könne, könnten die sich auch an ihn nicht erinnern.
Der Sprecher des Priesterrats im Bistum, Bernhard Ehler, sagte, der Fall werde im Bistum heftig diskutiert.
Quelle: Morgenpost

9.4.2010 Bischof Mixa verlangt von der Süddeutschen, die eidesstattlichen Erklärungen vorzulegen. “Ich möchte in dieser Angelegenheit die Vorwürfe geklärt haben“, sagte Bischof Mixa. ”
Quelle: Bistum Augsburg
Quelle: ORF

6.4.2010 Der indische Bischof A. Almaraj, Diözese Ootacamund, hat es abgelehnt, den mutmaßlichen pädokriminellen Priester Joseph Palanivel Jeyapaul seines Amtes zu entheben. Der Bischof sagte, der Priester sei durch Gebet im Kloster bestraft (!).
Der Vatikan ist seit 2006 über die Vorwürfe gegen den Priester informiert, hat aber bislang nichts unternommen. Nun will der Vatikan die US-Justiz beim Vorgehen gegen den mutmaßlichen Missbrauchstäter unterstützen. Das Netzwerk von ÜBerlebenden von Missbrauch durch Priester – SNAP – hat den Fall veröffentlicht.
Quelle: abendblatt

6.4.2010 Die belgische Kirche will Wissenschaftler unterstützen, die Missbrauchsskandale aufklären.
Quelle: Spiegel

6.4.2010 “Wir sind Kirche” – Austria – rief alle Bischöfe auf, gegen die Reden von Cantalamessa und Sodano zu protestieren, weil sie alle jene, die sich um Aufarbeitung der Verbrechen mühten, als unehrlich und unglaubhaft erscheinen lassen. Ebenso lud die innerkirchliche Reformbewegung alle Gläubigen ein, dem Vatikan die rote Karte zu zeigen. Und zwar mit einem Mail mit roter Schriftfarbe an: benediktxvi@vatican.va.
Quelle: der standard.at

6.4.2010 Auch in einer Stuttgarter (evangelischen) Gemeinde gab es sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer. Der mutmaßliche Täter starb 1994.
Quelle: Stuttgarter Nachrichten

6.4.2010 Der Kommentar der FR: “Vom Propaganda-Vorwurf an die Kritiker (“Geschwätz des Augenblicks”) über die Solidaritätsadresse an den Papst bis hin zum Antisemitismusvergleich hatte Rom alles zu bieten, was zu einem ordentlichen PR-Desaster gehört. Nicht um die Missbrauchten kümmert man sich, sondern um sich selbst. Und weil man nicht zu den Tätern zählen will, verliert man kein Wort über die Opfer.”
Quelle: FR

5.4.2010 Die Kritik am Umgang des Vatikans mit pädophilen Priestern reißt nicht ab: Missbrauchsopfer in den USA fordern die Suspendierung eines katholischen Priesters in Indien, von Joseph Palanivel Jeyapaul. Er soll 2004 im US-Staat Minnesota eine 14-Jährige zum Oralsex gezwungen haben. Der mutmaßliche Täter wies die Anschuldigungen zurück. Der Vatikan wurde Ende 2006 durch den damaligen Bischof von Crookston, Victor Balke, über die Vorwürfe informiert. Der zuständige Präfekt der Glaubenskongregation, Levada, ergriff aber keinerlei Schritte gegen den Beschuldigten, wie aus der Nachrichtenagentur AP vorliegenden Dokumenten hervorgeht.
Quelle: ORF

5.4.2010 Der geplante Runde Tisch stößt auf Widerspruch. “Es sieht so aus, als wolle sich die Politik mal wieder mit Aktionismus und vielleicht drei Plakatkampagnen aus der Affäre ziehen”, sagte der Trauma-Fachberater von Tauwetter, Thomas Schlingmann. Die Geschäftsführerin von Wildwasser Berlin, Iris Hölling, befürchtet, “dass die Debatte auf der Alibi-Ebene verharrt”.
Quelle: FR

5.4.2010 Politiker fordern Bischof Mixa zum Rücktritt auf.
Quelle: taz

5.4.2010 Opfer sind – zu Recht – empört, wenn Sodano ihnen “Geschwätz” vorwirft.
Quelle: Der Spiegel
Kommentar: Der Vatikan bezeichnet das Schreien der Opfer als “unbedeutendes Geschwätz”. Wie anders reagierte doch Gott auf das Schreien seines Volkes in ägyptischer Sklaverei!
Jetzt bleibt die Frage, ob Sodano nur sagt, was viele denken. Spannend wird es zu sehen, wer von den Bischöfen, die es mit ihrem neuen Umgangsstil mit Opfern ernst meinen, ihm widerspricht.

5.4.2010 Der ehemalige Bischof von Evreux, Jacques Gaillot, hat in den 1980er Jahren in seinem früheren Bistum einen pädophilen Priester arbeiten lassen. Es habe sich um einen Geistlichen aus Kanada gehandelt, der  durch den Einsatz in der Diözese von Evreux or einer 20-monatigen Haftstrafe geschützt werden sollte.  Er war wegen Pädokriminalität dazu verurteilt worden. Der Priester missbrauchte zwischen 1989 und 1992 erneut Minderjährige sexuell. 2005 wurde er von einem französischen Gericht verurteilt.
Quelle: Radio Vatikan

5.4.2010 Der Zeit liegt ein Geheimprotokoll vor, das belegen soll, dass Kardinalstaatssekretär Bertone den “Fall Murphy”, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbrauchte, klein halten wollte.
Die Akten sind hier nachzulesen.

5.4.2010 Missbrauch in Südamerika – immer mehr KatholikInnen gehen zu evangelikalen Gruppierungen.
Quelle: Der Spiegel

5.4.2010 Irische und britische Bischöfe entschuldigten sich bei den Osterfeierlichkeiten bei den Missbrauchsopfern.
Quelle: Salzburg.com

4.4.2010 Aus den Dornen wird eine Krone – Das Opfer ist mächtiger als die Mächtigen: Was die Kirche aus den Missbrauchsfällen lernen kann. Ein Beitrag von Pater Mertes, SJ
Quelle: Tagesspiegel

4.4.2010 Hier sind die Fehleinschätzungen und Erklärungen von Missbrauchstätern nachzulesen: Sie sagen, sie hätten niemals Druck ausgeübt, alles sei in beiderseitigem Einvernehmen geschehen und im Übrigen sei es doch Jahrzehnte her. Stimmt – für den Täter, der sich für unschuldig hält, ist nicht wirklich etwas Verbrecherisches geschehen – für das Opfer sieht es ganz anders aus.
Quelle: allgemeine-Zeitung

4.4.2010 Kardinal William Levada, Nachfolger Ratzingers in der Glaubenskongregation, wir von Anwältinnen mutmaßlicher Missbrauchsopfer in Oregon vorgeworfen, dass er Joseph Baccellieri erneut im Gemeindedienst eingesetzt habe. 1994 wurden Missbrauchsverbrechen aus den 70er Jahren an mehreren Jugendlichen bekannt. Levada, damals Bischof von Portland, suspendierte den Täter, setzte ihn aber 2 Jahre später wieder als Vikar ein. Die Gemeinde wurde nicht über die Missbrauchsvorwürfe informiert. Levada sagte, dass die Vorwürfe zum Zeitpunkt der Versetzung 20 Jahre zurückgelegen hätten und der Priester therapiert gewesen sei.
Quelle: tagesschau

4.4.2010 Antje Vollmer soll bereits 2002 über die Missbrauchsvorwürfe gegen den Schulleiter der Odenwald-Schule informiert gewesen sein.
Quelle: Spiegel

4.4.2010 Der Dekan des Kardinalskollegiums Angelo Sodana sagte in einem Gruß an den Papst zu Beginn der Ostermesse, das Volk Gottes lasse sich nicht beeindrucken vom „Geschwätz des Augenblicks, von den Prüfungen, die manchmal die Gemeinschaft der Gläubigen treffen“. Sodano versicherte den Papst des Rückhalts der Kardinle, Kurienmitarbeiter, der Bischöfe und der Priester. Er nannte den Papst den “makellosen Fels der heiligen Kirche Christi” und fügte hinzu:  “Wir bewundern Ihre große Liebe, mit der sie mit dem Herz eines Vaters sich die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten, zu eigen machen“.
Kommentar: Dass diese Liebe bei vielen Armen und Bedrängten nicht so recht ankommt, darüber machte Sodano sich keine Gedanken. Schade – es wäre eine Chance gewesen.
Außerdem übersieht Sodana, dass nicht das Volk Gottes der Vertuschung angeklagt wird – sondern die Kirchenleitungen. Und die berechtigten Anklagen als “Geschwätz des Augenblicks” zu bezeichnen, zeugt von profunder Realitätsverweigerung Sodanos. Dass die Opfer sexualisierter und sonstiger Gewalt, die in kirchlichem Kontext misshandelt und missbraucht wurden, mit dieser Formulierung diffamiert werden, hat eine lange Geschichte. Manche unter ihnen warten darauf, dass diese Geschichte in ihrer Kirche ein Ende hat. Es wird höchste Zeit.

Quelle: Domradio

4.4.2010 Anfang der 90er Jahre klagte in Tucson, Arizona, ein Kirchentribunal Michael Teta des Missbrauchs an Kindern von 7-9 Jahren an. Der damalige Bischof, Manuel Morena, übergab die Klage der Kongregation für die Glaubenslehre. Der mutmaßliche Missbrauchstäter wurde an anderer Stelle eingesetzt, an der er weiterhin mit Kindern und Jugendlichen arbeitete. 2004 wurde der Priester Teta bestraft. 12 Jahre nach der ersten in Rom bekannten Beschuldigung.
Quelle: newstoaster

4.4.2010 Zwei weitere Heimkinder berichten von körperlicher Gewalt durch den damaligen Stadtpfarrer und heutigen Bischof Mixa.
Quelle: open-report

4.4.2010 Der Papst hat das Rücktrittsgesuch des irischen Bischofs John Magee von Clyone angenommen. Der 73 – Jährige war unter drei Päpsten Sekretär. Seit einem Jahr war ihm ein Apostolischer Administrator zugeordnet worden. Magee hatte sich geweigert, der Polizei Unterlagen über kirchliche Missbrauchstäter auszuhändigen.
Quelle: Sonntagszeitung

3.4.2010 Der Stand der Missbrauchsfälle im Erzbistum Freiburg. Dort wird derzeit von 31 Beschuldigten gesprochen.
Quelle: swr

3.4.2010 US-Medien werfen dem Papst vor, er habe als Kurienkardinal das kirchenrechtliche Verfahren gegen den Priester Miachel Teta, Arizona, über Jahre schleifen lassen. Der Vatikansprecher nannte den Vorwurf “abwegig”, denn aus den Dokumenten gehe hervor, dass die Glaubenskongregation auf einen Abschluss des Prozesses vor dem kirchlichen Gericht in Tucson gedränt habe. 1990 war der Priester wegen pädokrimineller Übergriffe suspendiert und 1997 in den Laienstand versetzt worden. Die Berufung des Laiisierten sei 2004 abschlägig beschieden worden.
Ein zweiter Fall betrag den Priester Trupia. Der damalige Ortsbischof M.D.Moreno (1982 – 2003) hatte den Priester als erhebliches Risiko für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bezeichnet und sich an den Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger, gewandt. In den Unterlagen findet sich keine Antwort von Kardinal Ratzinger. Der Vatikansprecher erklärte auch Anfrage, dieser Fall sei nicht bei der Glaubenskongregation angesiedelt gewesen.
Quelle: Domradio

3.4.2010 Misshandlungen in DDR-Heimen. Alleine aus Torgau sind inzwischen mehr als 30 Opfer bekannt.
Quelle: Spiegel

3.4.2010 Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche in Irland kritisierte die katholische Kirche in Irland. Der Skandal sei für die katholische Kirche in Irland ein “kolossales Trauma”, durch das sie “all ihre Glaubwürdigkeit” verloren habe, sagte der Erzbischof von Canterbury. in einem BBC-Interview. Und da die katholische Kirche in Irland so eng mit der Gesellschaft verbunden sei, seien die Missbrauchsfälle für jeden Iren ein Problem.
Quelle: news.yahoo
Osternacht: Inzwischen hat der Chef der Anglikaner sich dafür entschuldigt, dass er die Wahrheit über den Zustand der katholischen Kirche gesagt hat. Quelle: Spiegel

3.4.2010 Im Bistum Passau wurde ein Pfarradministrator vom Dienst freigestellt. Ihm wird übergriffiges Verhalten an seiner früheren Arbeitsstätte in Tettenweis vorgeworfen.
Quelle: pnp

3.4.2010 Triggergefahr: Benedikt Trappen berichtet vom – verjährten – Missbrauch durch einen angesehenen Theologieprofessor – und wie das Bistum Trier derzeit damit umgeht.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Das ist es, wovor nicht wenige Opfer Angst haben: Dass sie hingehalten werden. Die Argumentation, ein Bericht von Missbrauch – in Buchform -, sei eine Literaturgattung und kein Erzählen von realen Ereignissen, begegnet mir nicht zum ersten Mal. 

3.4.2010 Bischof Ackermann spricht sich für eine Verschärfung der Leidlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen aus. Auch für bereits verjährte Taten müsse es ein gerichtsmedizinisches Gutachen  über den Täter geben.
Quelle: google.news

2.4.2010 “Die Schande wird dann öffentlich gemacht, und die Opfer haben wieder die Schande.” – Wie es Missbrauchsopfern in einer steirischen Pfarrei ergangen ist.” Der Bericht aus dem  Main-Netz ähnelt sehr einem Missbrauchsfall in der Schweiz von 2003.

2.4.2010 Raniero Cantalamessa, persönlicher Prediger des Papstes, verglich die Kritik am Papst und an der katholischen Kirche im Missbrauchsskandal mit dem Antisemitismus. Die Anschuldigungen der Opfer stellte er als “Kampagne” dar. Papstsprecher Pater Federico Lombardi distanzierte sich später. Ein solcher Vergleich könne zu Missverständnissen führen, sagte er. Cantalamessas Ausführungen entsprächen nicht der Haltung des Vatikan.
Quelle: focus und tagesschau
Kommentar: Es ist das bekannte Verfahren: Aus den Opfern werden Täter gemacht und die Kirche wird als das wahre Opfer hingestellt. Nicht berichtet wird, dass der Papst den Prediger unterbrochen habe und das Opfersein der Opfer und den Täterschutz durch die Kirche klargestellt hätte.

2.4.2010 Die Süddeutsche über das Leiden an der Kirche. “Die Priester missbrauchen ihre Opfer und sie missbrauchen die Aura des Vertrauens, die ihnen gegeben ist. Die katholische Kirche steht daher in der moralischen Insolvenz. Sie hat furchtbares Leid zugefügt und sie leidet an sich selbst. Das ist die Situation der katholischen Kirche vor Ostern 2010.”
Quelle: SZ

2.4.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat Fehler im Umgang mit den Opfern eingeräumt. In einer Erklärung zum Karfreitag sagte der Bischof, die Kirche habe den Opfern in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig geholfen. In Zukunft gelte ihnen das Hauptaugenmerk.
Quelle: dw-woerld.de
Kommentar: Dann kann ich ja nun hoffen, dass alle bislang unbeantworteten Kontaktversuche nun beantwortet werden. Einige Begründungen für die bisherige Zurückweisung habe ich in einem Kirchenkabarett aufgelistet.

31.3.2010 Triggergefahr! Bitte nur lesen, wenn du dir das zumuten kannst! In die Karfreitagsfürbitten der katholischen Kirche soll auch eine Fürbitte für die Opfer von Missbrauch und sonstiger Gewalt und eine Fürbitte für die Täter eingefügt werden, schlug Bischof Ackermann vor.
Quelle: Focus.de
Hier ist die Fürbitte im Bistum Regensburg nachzulesen. Sie macht die Menschen, die Opfer kirchlicher Pädokrimineller wurden, in einer Fülle unterschiedlicher Opfer unsichtbar.
Kommentar: Eine Fürbitte, in der Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden, ist für nicht wenige Opfer ein “no go”. – Diese Fürbitte ist geeignet, den Opfern wieder einmal ihr Ausgeschlossen-Sein zu signalisieren: “Die sind nicht mal bereit, für die Täter zu beten.” Da weiß doch die katholische Welt wieder, was von Opfern zu halten ist…. Auf die Idee, Opfer per Fürbitte auszugrenzen, muss man erstmal kommen….

2.4.2010 Eine ehemalige Schülerin des Johanneums in Homburg wirft der damaligen Schulleitung vor, den Missbrauchsvorwürfen nicht nachgegangen zu sein. Der frühere Direktor, Pater Werner Gahlen, widerspricht dem. Ein Gespräch mit der Schulleitung habe es nicht gegeben.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

2.4.2012 Wir Ratzinger und Bertone mit dem Fall Murphy umgingen – ein Priester, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbrauchte.
Quelle: Zeit.de

2.4.2010 Als «einzigen gigantischen Karfreitag» hat die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen genannt. Quelle: tagesschau.sf.tv.

2.4.2010 Bei der österreichischen Hotline der Bistümer haben mehr als 170 Opfer angerufen; 34% berichteten von sexuellem Missbrauch, die Hälfte von Gewalt, der Rest von psychischem Druck. Quelle: rp-online.de

2.4.2010 Im Bistum Trier wurden 27 Missbrauchsfälle durch Priester bekannt. Quelle: sol.de

2.4.2010 Aus der katholischen Kirche in Österreich treten viele Menschen aus. Quelle: der standard

2.4.2010 Aus der katholischen Kirche in Deutschland treten viele Menschen aus. Quelle: der westen

2.4.2010 Austritte im Bistum Augsburg. Quelle: Augsburger Allgemeine

2.4.2010 “Frau Marianne Heimbach-Steins versteht sich als Wissenschaftlerin. Das Handwerkzeug hierzu scheint sie allerdings nicht zu beherrschen. Mit ihrem Interview („Frankfurter Rundschau“ vom 30.03.2010) voller Gemeinplätze und ideologischer Voreingenommenheiten erweist sich Heimbach-Steins als Teil eines Systems, das von der Kirche lebt, aber gegen sie arbeitet.” Damit reagiert das Bistum Augsburg auf einen Beitrag von Marianne Heimbach-Steins in der FR.
Quelle: Bistum Regensburg

1.4.2010 Dierk Schäfer über “Symbolhandlungen und ihre Glaubwürdigkeit – Und die Opfer zweiter Klasse”. Schäfer arbeitet seit vielen Jahren im Interesse der Heimkinder.

1.4.2010 Kardinal Lehmann sieht die Kirche in der Krise. Domradio

1.4.2010 Bischof Mixa droht den mutmaßlichen Opfern mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen.
Hier die persönliche Stellungnahme von Bischof Mixa.

1.4.2010 Im Bistum Speyer wird für die Opfer gebetet.

1.4.2010 Die Leitung des Internats Salem muss zur Kenntnis nehmen, dass es 2004 zu seinem sexuellen Übergriff auf einen Schüler gab, der gravierend war. Bislang hat der frühere Direktor Bueb von vergleichsweise harmlosen Übergriffen gesprochen.
Quelle: Spiegel

1.4.2010 Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, kritisierte erst vor wenigen Tagen die “Ermittler in Kirchenrobe”: “Die Aufklärung von Straftaten ist Sache derer, die gesetzlich legitimiert und dafür ausgebildet sind – Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte.” Die Leitlinien, so Freiberg, bergen die Gefahr der Vertuschung und Verschleierung.
Quelle: welt.de

1.4.2010 Auch in DDR-Heimen gibt es zahlreiche Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Bei der Leiterin der “Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau in Sachsen” haben sich bislang 25 ehemalige Insassen von DDR_Kinderheimen gemeldet.
Quelle: Spiegel

1.4.2010 In einer Caritas-Einrichtung im rheinland-pfälzischen Limburgerhof ist eine Patientin mit schweren Hirnschädigungen sexuell missbraucht worden. Die Frau sei nun im fünften Monat schwanger, sagte die Polizei am Mittwoch Anfrage der Nachrichtenagentur ddp. Der Täter sei noch unbekannt. Der Speyerer Caritasdirektor ist erschüttert.
Quelle: Spiegel

1.4.2010 Die Akte Bertoni – ein Bericht auf der Website Gehörloser
Zeit

31.3.2010 In die Karfreitagsfürbitten der katholischen Kirche soll auch eine Fürbitte für die Opfer von Missbrauch und sonstiger Gewalt und eine Fürbitte für die Täter eingefügt werden, schlug Bischof Ackermann vor.
Quelle: Focus.de
Kommentar: Eine Fürbitte, in der Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden, ist für nicht wenige Opfer ein “no go”.

31.3.2010 Ein heute 71-Jähriger, der sexuellen Missbrauch in Amöneburg gestanden hat, war danach als Heimleiter und Erzieher von 1995 bis 2003 im Caritas Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg tätig. In diesem Heim waren misshandelte und missbrauchte Kinder untergekommen, die aus ihren Familien genommen worden waren, um sie vor Gewalt zu schützen.
Quelle: nachrichten-lvz

31.3.2010 In der katholischen Kirche in Deutschland gibt es höhere Austrittszahlen als in den letzten Monaten.
Quelle: der westen

31.3.2010 Mitte der 60er Jahre soll ein Mitarbeiter des Raphaelshauses Jugendliche systematisch missbraucht haben. Das sagt ein 55-Jähriger, der sich bei Heimleiter Hans Scholten gemeldet hat. Scholten hält ihn für glaubwürdig.
Quelle: ngz-online

31.3.2010 Arnsteiner Patres bestätigen, dass es im Internat des Gymnasiums St. Christophorus, Werne, in den 50er, 60er und 70er Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit zu schwerem sexuellem Missbrauch von Jungen gekommen ist.
Außerdem gab das Bistum Münster gemeinsam mit den Arnsteiner Patres bekannt, dass ein Ordenspriester wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch vom Dienst entpflichtet wurde. Mit den früheren Vorgängen am Christophorus-Gymnasium habe dieser Vorgang nichts zu tun.  “Auffällig ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung durch das Bistum Münster und die Arnsteiner Patres. Er könnte im Zusammenhang mit den Recherchen unserer Redaktion stehen”, schreibt die Zeitung.
Quelle: Ruhrnachrichten

31.3.2010 Micha Hilgers über die Katholische Kirche: Sexualität unter dem Zeichen der Kasteiung.
Quelle: FR

31.3.2010 “Wenn die Opfer sprechen, spricht Gott zu uns” – sagte Kardinal Schönborn bei einem Bußgottesdienst in Wien.
Quelle: Stephanscom.at
Kommentar: Oh je, wenn Gott so wenig gehört wurde (wird?) wie die Opfer….

31.3.2010 In der gestern Mittag freigeschalteten Hotline der Bischofskonferenz wurden gestern 162 Gespräche geführt. Ca 1000 AnruferInnen tätigten über 4000 Anrufsversuche.

31.3.2010 Wer Nachrichten aus dem Bistum Regensburg weiterreicht, muss mit einer Abmahnung rechen, wenn eine Interpretation dem Bistum nicht richtig erscheint.
Quelle: regensburg-digital.de

31.3.2010 Die Bischöfe in der Schweiz haben Fehler im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche eingeräumt und um Entschuldigung gebeten. “Wir müssen eingestehen, dass wir das Ausmaß der Situation unterschätzt haben”, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz.
Quelle: kathweb.at

31.3.2010 Fünf ehemalige Heimkinder erheben in eidesstattlichen Erklärungen schwere Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa: In den siebziger und achtziger Jahren soll er sie mehrmals geschlagen haben. Das Bistum weist die Anschuldigungen als “absurd” zurück.
Quelle: Spiegel
Quelle: Die Zeit
Quelle: Süddeutsche: Inzwischen gibt es sechs eidesstattliche Erklärungen, die Bischof Mixa der Misshandlung beschuldigen. Bischof Mixa lässt dementieren: “In einer Stellungnahme heißt es lediglich: “Der seinerzeitige Stadtpfarrer von Schrobenhausen und spätere Bischof von Eichstätt und Augsburg hat in seinen jeweiligen Wirkungsbereichen zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche angewendet.” Das Bistum Augsburg erklärte noch, es behalte sich “ausdrücklich zivilrechtliche und strafrechtliche Schritte” vor.
Quelle: Augsburger Allgemeine: Vor etwa 21 Jahren habe es in Schrobenhausen ein „Heimtreffen“ gegeben, an dem „bis zu 60 Leute“ teilgenommen hätten, darunter ehemalige Heimkinder mit ihren Partnern sowie Pfarrer Walter Mixa. Der sei von ihnen beiden und „drei oder vier“ weiteren Anwesenden in aller Öffentlichkeit beschuldigt worden, sie im Kinderheim geschlagen zu haben. Mixa habe abgewinkt und gesagt: „Von euch kann das keiner behaupten.“
Quelle: swr.de: Die Deutsche Bischofskonferenz glaubt Bischof Mixa, dass er keine Kinder geschlagen undmisshandelt hat.

30.3.2010
Nach einer Grafik des Standard sind in Österreich Missbrauchsmeldungen eingegangen
 14 aus Feldkirch
115 in Innsbruck
 55 in Salzburg
 78 in Linz
 16 in Gurk-Klagenfurt
 63 in Graz-Seckau
 29 in Eisenstadt
174 in Wien
53% sind sicher verjährt, bei 46% ist die Verjährung noch unklar. In 27% der Fälle  handelt es sich um sexualisierte Gewalt, in 26% um sonstige Gewalt, in 47% der Fälle ist die Art des Missbrauchs noch unklar. Quelle: standard.at

30.3.2010 Der im Emsland suspendierte katholische Priester, 49, soll zwischen 1990 und 1993 als Kaplan in Haren eine Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Vergewaltigung verjährt erst nach 20 Jahren.
Quelle: ndr

30.3.2010 Erklärung des Bistums Regensburg zu sexualisierter und sonstiger Gewalt. Der größte Teil der Schilderungen im Bereich Körperverletzung konzentrierte sich auf das Grundschulinternat in Etterzhausen und die Anfangsjahre in Pielenhofen, wohin die Einrichtung 1981 umsiedelte. Ähnlich wie die Domspatzen in Regensburg pflegte die Vorschule in Etterzhausen einen musikalischen Schwerpunkt und viele Schüler wechselten von Etterzhausen in die Einrichtungen der Domspatzen nach Regensburg. Die Taten beziehen sich auf den Zeitraum von 1956 bis 1983. Sechs Täter werden beschuldigt, darunter der langjährige Direktor Johann M., drei Lehrer, und zwei studentische Hilfskräfte, bzw. Erzieher.
Quelle: bistum-regensburg
Quelle: Süddeutsche

30.3.2010 Missbrauchsfälle sind in einem Behindertenheim der Barmherzigen Schwestern Zams bekanntgeworden. Eine 1980 im “Soziales Zentrum St. Josef” in Mils bei Innsbruck als Hilfspflegerin tätige Frau hatte die “Erziehungsmethoden” miterlebt und Tagebuch geführt. “Es gab kalte Duschen, Zwangsjacken, Beschimpfungen, Fußtritte und die Insassen wurden stundenlang im Klo eingesperrt”, erzählte die Zeugin. Habe ein Kind erbrochen, habe es das Erbrochene wieder aufessen müssen, schilderte sie. Die damals 22-Jährige habe sich an das Jugendamt und das Land Tirol gewendet, aber niemand habe ihr damals Gehör geschenkt. Sie sei als Lügnerin und Nestbeschmutzerin beschimpft und aufgefordert worden, ihre Aufzeichnungen zu verbrennen.
Quelle: standard.at

30.3.2010 Die diözesanen Ombudsstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche  in Österreich werden einen monatlichen gemeinsamen Bericht über den Stand der Meldungen veröffentlichen. Das kündigte der Leiter der Wiener Ombudsstelle, Johannes Wancata, am Dienstag gegenüber der APA an. Die bekanntgewordene Zahl von 566 Meldungen zeige auch, dass die Einrichtungen “Vertrauen genießen und das Angebot angenommen wird”.
Quelle: Kleine Zeitung.at

30.3.2010 Das Bistum Chur räumt ein, bei Missbrauchsfällen weggeschaut zu haben.
Quelle: Tagesanzeiger

30.3.2010 In den USA haben Opfer, die in einer Gehörlosenschule von einem katholischen Priester  missbraucht wurden, gegen die Reaktion des Vatikan protestiert. Die Vatikanzeitung “L’Osservatore Romano” hatte nach Veröffentlichung  von Dokumenten, die die Kenntnis der Glaubenskongregation belegen, kritisiert, es gebe eine “klare und verabscheuungswürdige Absicht”, Papst Benedikt XVI. “um jeden Preis” anzugreifen.
Quelle: ORF

30.3.2010 Missbrauch im Bistum Fulda – osthessennews.de und Vorwürfe gegen das Bistum: osthessen.news

30.3.2010 Das Ende der Scham – das Opfer eines Priesters, des Onkels, berichtet.
Quelle: Zeit.de

30.3.2010 Im Bistum Essen würde ein 79-jähriger Priester suspendiert. Der Verdacht sexuellen Missbrauchs muss abgeklärt werden.
Quelle: open-report

30.3.2010 In Osthessen, Bistum Fulda, bzw. in Berlin wird derzeit geprüft, ob ein Heimleiter/Erzieher nur an der Stiftsschule St. Johann, Amöneburg, einen Jugen sexuell missbraucht hat oder ob es auch in Berlin Übergriffe gab, wo der Erzieher bei der Caritas arbeitete. Die Caritas Berlin war über die im Bistum Fulda bekannten Vorwürfe nicht informiert.
Quelle: tagesspiegel

29.3.2010 Das Erzbistum Freiburg informiert, dass der Leiter einer Seelsorgeeinheit von seinem Dienst freigestellt wurde, bis der Vorwurf sexuell übergriffigen Verhaltens gegenüber einem Jugendlichen im Jahr 1976 geklärt ist. Im April erhebt ein weiterer Mann den Vorwurf, sexuell missbraucht worden zu sein. Der Beschuldigte wird erneut in der Seelsorge – zumindest vertretungsweise an Erntedank 2014 – eingesetzt. Ein Foto zeigt ihn mit Kindern.
Quelle: badische-zeitung.de und badische-zeitung.de  hitradio-ohr.de  schwarzwaldradio.com
10.9.2011 bo.de  kath-kappelwindeck.de

29.3.2010 Die Kirche in Irland verliert durch die Vertuschung der Missbrauchsfälle die Kontrolle in Irland und kämpft um ihr Überleben.
Quelle: die presse

29.3.2010 Im Bistum Trier wurden/werden 27 Priester des sexuellen Missbrauchs und/oder des Konsums von Kinder-Folter-Fotos beschuldigt.
Quelle: 16vor.de
Quelle: Bistum Trier

29.3.2010 Von Übergriffen in Sportvereinen berichtet die Referentin des NRW-Sportbundes, Dorota Sahle. Sie vermutet, dass auch hier die ganze Palette von Übergriffen bis Vergewaltigungen vorkommt.
Quelle: dradio.de

29.3.2010 Und so klingt das päpstliche Wort vom “Geschwätz der vorherrschenden Meinung” in den Augen und Ohren Gehörloser.
Quelle: Taubenschlag.de

29.3.2010 Ein Mann berichtet vom Missbrauch – und kann ihn bis heute nicht so benennen.  “Und wusste die Kirche? Die wusste. Viel später, um 1990 herum, ließ der Personalreferent der zuständigen Erzdiözese Lars über einen Dritten mitteilen, wenn er überdies Psychotherapie bräuchte, könne er sich melden. Der Personalreferent von damals ist heute ein hoher Würdenträger der katholischen Kirche Deutschlands.”
Quelle: taz

29.3.2010 “Jäger” von Missbrauchstätern war er. Am liebsten würde er – bis heute! – den Papst vor Gericht bringen. Atheist war er und wurde Christ. Und dann musste er noch erfahren, dass seine eigene Tochter mit 8 Jahren von ihrem Therapeuten, einem ehemaligen Priester, missbraucht wurde.
Wem immer noch nicht klar ist, dass Gewalt ein ubiquitäres Problem ist, kann es vielleicht an diesem Fall sehen – der beileibe kein Einzelfall ist.
Quelle: bazonline

29.3.2010 Im Wallfahrtsort Wurmlingen soll es sexuellen Missbrauch gegeben haben.
Quelle: swr

29.3.2010 Bei den Steyler Missionaren soll es mehrfach sexuellen Missbrauch gegeben haben.
Quelle: op-online

29.3.2010 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart hat eine heute 45-Jährige einen inzwischen gestorbenen Pfarrer beschuldigt, sie missbraucht zu haben, als sie 8 Jahre alt war. Die Journalistin hat den Vorwurf bereits 2005 erhoben. Er konnte jedoch nicht verifiziert werden, weil ihre zeitlichen Angaben unzutreffend waren und sich überdies keine weiteren Opfer gemeldet haben.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

29.3.2010 „Christus führt die Menschen zu einem Leben in Wahrheit; er führt sie zu dem Mut, der sich nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern lässt.” Das sagte der Papst zur Eröffnung der Karwoche bei einer Predigt am Palmsonntag.
Quelle: Radio Vatikan

28.3.2010 Im Jahr 2000 soll eine heute 66-jähriger katholischer Pfarrer in Buttstädt eine minderjährige Ministrantin missbraucht haben. In der letzten Woche wurden immer neue Vorwürfe gegen den Priester bekannt. Der Übergriff auf die Ministrantin war wohl nicht der einzige, der zwischen 1997 bis 2004 in Thüringen geschah. Bereits 2004 wurde der Pfarrer von einem Häftling wegen sexueller Nötigung angezeigt. 2006 wurde das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Seither ist der Pfarrer im Ruhestand und lebte wieder in Norhessen. Inzwischen ist er aus dem Dienst abgezogen.
Quelle: Thüringer Allgemeine

28.3.2010 Missbrauch durch Entwicklungshelfer bleibt fast immer unerkannt. Domradio

28.3.2010 “Das Problem, das wir haben sind nicht die Medien. Das Problem, das wir haben ist ein Problem in unseren eigenen Reihen unserer Kirche. Auch wie wir mit Übergriffen in der Vergangenheit umgegangen sind. Und auch wenn das nicht an die Öffentlichkeit gekommen wäre, ist das Problem da. Und diese ganzen Fragen haben unsere Glaubwürdigkeit in den vergangenen Jahrzehnten massiv auch beschädigt, auch wenn es nicht öffentlich war. Es ist eigentlich traurig, dass uns die Medien zu diesem Sprung helfen mussten, dass wir das angehen, aber jetzt sollten wir eigentlich dankbar sein und uns dieser Herausforderung stellen.” Das sagte Abt Werlen bei Radio Vatikan. Er wies auch darauf hin, dass es bei sexueller Gewalt nicht um Sexualität geht, sondern um Macht.

28.3.2010 Manfred Kappeler, Erziehungsexperte (?), weist darauf hin, dass das Schicksal der Heimkinder in der öffentlichen Diskussion nicht vorkommt. Auch die Tatsache, dass Frauen/Nonnen Kinder missbrauchen, wird kaum thematisiert. Vom Runden Tisch erwartet Kappeler sich nicht viel. Seine Begrüdnung: “Nicht, wenn die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann bei der Ernennung schon sagt, ein Ziel des runden Tisches sei die Versöhnung. Es ist eine Unverschämtheit, von den Opfern zu erwarten, dass sie vergeben und sich versöhnen sollen. So wie dieser runde Tisch angelegt ist, soll er im Wesentlichen der Problementschärfung dienen. Aufarbeiten und dann ab damit auf den Müllhaufen der Geschichte. Man kann solches Gewalthandeln nicht aufarbeiten, sondern nur vorbehaltlos aufklären. Aber das setzt den Willen zur Wahrhaftigkeit voraus.”
Quelle: taz

28.3.2010 Der Papstsprecher sagt, dass die einzelnen Länder und Bischofskonferenzen in Sachen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle auf einem guten Weg seien. Quelle: Radio Vatikan

28.3.2010 Bischof Gebhard Fürst über den Missbrauchsskandal und die Rolle der Medien.
„Ich finde, dass es eine Atmosphäre ist, die sehr angespannt ist, voll hoher Erwartungen vieler Medien an die Kirche hinsichtlich sehr intensiver Mitarbeit, Kommunikationsarbeit, Interviews. … Ich erlebe Medien und einzelne Redakteure und Journalisten, die sehr fair mit der Situation umgehen. Ich erlebe aber auch andere, die eine vorgefertigte Meinung haben, die in einer gewissen Ideologie verankert ist, in welche die ganzen Informationen hinein genommen werden. … Wir haben eine große Vertrauenskrise in der katholischen Kirche in Deutschland. Es ist meine große Sorge, dass wir in unserer Verkündigung dadurch ins Leere laufen. Deshalb müssen wir in der Zukunft relativ unaufgeregt, aber mit großer Aufmerksamkeit schauen, wie wir dieses verlorene Vertrauen bei vielen Leuten wieder zurückgewinnen können.”
Quelle: Domradio

28.3.2010 Die Normen des Vatikan bei Missbrauchsfällen – einige Erklärungen  Quelle: katholisch.de

28.3.2010 Von den Opfern ist kaum die Rede – die einen diskutieren über den Zölibat, die anderen über den politischen Gegner. Quelle: nachrichten.aol.de

28.3.2010 Kardinal Tarcisio Bertone, der Stellvertreter des Präfekten der Glaubenskongregation,  schrieb nach dem Tode Murphys, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht haben soll, an den Erzbischof von Milwaukee: “Wir haben alle Hoffnung, dass der besagte Priester bei der Lösung dieses schmerzlichen Falles mithilft, was dem Heil der Seelen zugute kommt und Skandal vermeiden hilft.” Nach dem Tode des Geistlichen schrieb der Kardinal an den Erzbischof: “Wir empfehlen Father Murphy dem Erbarmen Gottes und teilen mit Euch die Hoffnung, dass der Kirche ungebührliche Publicity durch diese Sache erspart bleibt.”
Quelle: welt.de

28.3.2010 In der Odenwaldschule in Heppenheim sind 5 der sieben Vorstandsmitglieder zurückgetreten.
Quelle: Spiegel

28.3.2010 In den USA prüfen Gerichte, ob der Vatikan/der Papst sich einem amerikanischen Gericht stellen muss. Ratzinger hat auf zwei Schreiben von Gehörlosen, die durch den Priester Murphy missbraucht worden, nicht reagiert. Die Opfer hatten sich – ebenfalls vergeblich – auch an staatliche Behörden gewandt.
Im Bistum Osnabrück wurde ein Priester suspendiert – ein Opfer hat sich beim Bistum Osnabrück gemeldet.
Quelle: Süddeutsche

28.3.2010 Kardinal Kasper fordert “Großreinemachen”. Quelle: rp-online

28.3.2010 Pro Katholizismus – ein Plädoyer von Matthias Matussek im Spiegel

27.3.2010 Hier hat jemand immer noch nicht verstanden, dass Opfer zum “Wir” der Kirche dazugehören. Mal sehen, ob meine Mail weiterhilft.
Quelle: kirchensite.de

27.3.2010 Das Erzbistum München zu den Missbrauchsfällen
Quelle: Radio Vatikan

27.3.2010 Die Kirche arbeitet derzeit mehr als 250 Verdachtsfälle auf.
Quelle: lauterbacher anzeiger

27.3.2010 Cathrin Kahlweit hat das Problem gut verstanden. Sie erzählt in der Süddeutschen, dass leidende Kinder lästig sind. Missbrauchsopfern wurde lange nicht geglaubt, weil ihre Nöte Mut und Solidarität erfordert hätten. Sie schwiegen – weil sie nur so ihre Würde retten konnten. In wenigen Stichworten skizziert sie die Probleme: Verschwiegen, verdrängt, verjährt – gelitten, geredet, nicht gehört – geschämt, geschwiegen, gestorben – geschwiegen, geschämt, Suizid begangen

27.3.2010 Wie Vertuschung funktioniert, wie Vorgesetzte an Tätern festhalten und Opfer beschuldigen ist auch in einem Sportverein zu beobachten.
Quelle: faz-net

27.3.2010 In Weinheim, Bistum Freiburg, setzt sich die katholische Gemeinde mit einem alten Missbrauchsfall auseinander. Ein Gruppenleiter soll vor ca 30 Jahren mindestens zwei Jungen missbraucht haben. Bis heute gibt es Jungen-Fotos im Internet, die dieser Mann einstellt.
Quelle: wnoz.de

27.3.2010 Das Erzbistum München erklärt zu den Vorwürfen gegen den damaligen Kardinal Ratzinger: “Die Erzdiözese geht nach wie vor davon aus, dass der damalige Erzbischof die Entscheidung, Priester H. in der Pfarrseelsorge einzusetzen, nicht gekannt hat. Jede anders lautende Darstellung weist sie als reine Spekulation zurück. Der damalige Generalvikar, Prälat Gerhard Gruber, hat für seine eigenmächtige und falsche Entscheidung, H. in der Pfarrseelsorge einzusetzen, die volle Verantwortung übernommen.“

27.3.2010 Sexueller Missbrauch und andere Gewalt gegen Schwache und Abhängige, die derzeit öffentlich diskutiert wird, übersieht folgende Menschengruppen: Behinderte, Alte, Frauen,  weibliche Jugendliche; Gewalt von Jugendlichen gegen Jugendliche und Kinder. 

27.3.2010 Zartbitter zur Anzeigepflicht: Opfer verstummen

27.3.2010 Missbrauchsbilanz in Tirol
Quelle: tirol-orf

27.3.2010 Eine Predigt zum Nachlesen in der Zeitung – gehalten von Georg Koch, Pfarrer in Betzdorf
Quelle: rhein-zeitung

27.3.2010 Im Bistum Tirer gibt es überdurchschnittlich viele Kirchenaustritte. Außerdem wurde bekannt, dass in den 80er Jahren ein Religionslehrer im nördlichen Rheinland-Pfalz einen Schüler sexuell missbraucht haben soll. Der Lehrer ist nicht mehr im Schuldienst tätig. Die Strafverfolgungsbehörden seien in Kenntnis gesetzt worden.
Quelle: rhein-wied-news

27.3.2010 Die Psychotherapeutin und Psychologin Regula Schwager weist darauf hin, dass Opfer von Kirchenmännern unter einer verschärften Situation zu leiden haben. Neben dem Missbrauch eines Abhängigkeits- und Vertrauensverhältnisses muss das Opfer zur Kenntnis nehmen, dass der Täter Vertreter einer moralischen Instanz ist, die vorgibt, was gut und was böse ist. Damit werden auch die Wertvorstellungen eines Kindes bedroht. Und außerdem stehen die Opfer nicht nur einem Täter gegenüber, sondern zugleich einer als übermächtig erlebten Institution.
Quelle: nzz

27.3.2010 In Pforzheim, Bistum Freiburg, erhebt ein heute 64-Jähriger den Vorwurf, ein Pfarrer habe ihn und zwei weitere Jungen in den 50er Jahren sexuell belästigt. Ein Nachweis ist nicht mehr zu führen, da der – sehr beliebte – Pfarrer tot ist.
Im Ordinariat Freiburg liegt die Meldung eines weiteren Opfers vor, die der Missbrauchsbeauftragte als glaubwürdig einstuft. Verbunden damit ist der Vorwurf unterlassener Hilfeleistung gegen den Dekan. Dr. Maier, der Missbrauchsbeauftragte, geht von weiteren Opfern aus, denn “einzelne Opfer sind ungewöhnlich”.
Quelle: pz-news

27.3.2010 Im Erzbistum Hamburg werden derzeit drei mutmaßliche Missbrauchsfälle geprüft. In Bad Oldesloe prüft die Staatsanwaltschaft einen sexuellen Übergriff auf einen damals Achtjährigen in einem Kinderheim in Neubörnsen, der sich 1950 oder 1951 ereignet haben soll. 1998 soll eine damals 15-Jährige im Kloster Nütschau zu sexuellen Handlungen genötigt worden sein. Möglicherweise ist dieser Vorwurf nicht verjährt.
Quelle: shz

27.3.2010 Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz weist darauf hin, dass die väterliche Rolle, die ein Priester oft hat(te), den Missbrauch durch katholische Geistliche zu einem besonders abscheulichen Verbrechen mache, weil damit der Missbrauch auch etwas Inzestuöses bekommt.
Quelle: rp-online

27.3.2010 Französische und englische Bischöfe haben dem Papst ihre Solidarität erklärt.
Quelle: Domradio
Kommentar: Im Bistum München hat eine Kirchengemeinde an ihren Bischof geschrieben, dass sie den Bischof in seiner Null-Toleranz-Politik, seiner Sorge um Transparenz und Aufklärung und dem Durchfürhen von Konsequenzen bei den Verantwortlichen  unterstützen. Die Unterstützung ging aber dann doch nicht so weit, eine Bitte um Verlinkung von GottesSuche zu beantworten, geschweige denn zu erfüllen. Offensichtlich schließt Solidarität mit dem Bischof die Solidarität mit Gewaltopfern aus.

26.3.2010 Die Maristenbrüder Deutschland suchen verstärkt die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Das teilte der Deutschlandbeauftragte des Ordens, Frater Alois Engel, mit. Der Orden erhofft sich von dem Schritt Klarheit über öffentlich erhobene Vorwürfe aus jüngerer Zeit. gegen das Maristenkolleg in Mindelheim. Der leitende Oberstaatsanwalt Dr. Johann Kreuzpointner begrüßte die Erklärung. Er stellte aber klar, dass es derzeit keine neuen Vorwurfsfälle gebe.
Quelle: Augsburger Allgemeine

26.3.2010 Ein ehemaliger Homberger Priester, dem sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, ist weiter in katholischen Gemeinden aktiv.
Quelle: hna.de

26.3.2010 In Verona, Italien, will die katholische Kirche mehr als ein halbes Jahr nach Bekanntwerden einer Missbrauchsaffäre an einer Schule für Taubstimme die mutmaßlichen Opfer befragen. Das Bistum Verona erklärte, dies sei nicht früher passiert, weil die mutmaßlichen Opfer beim Bischof keine formelle Beschwerde eingereicht hätten.Die Anschuldigungen betreffen zahlreiche Geistliche, die jahrzehntelang bis in die 80er Jahre gehörlose Schüler missbraucht und misshandelt haben sollen. Bereits 2001 unterzeichneten 67 frühere Schüler eine entsprechende Erklärung. Das Bistum leitete seine Unterlagen im letzten Jahr an den Vatikan weiter. Bis zum 15.2.2010 unternahm der Vatikan nichts. Dann ordnete Levada, Nachfolger Ratzingers, eine BEfragung an, teilte der Bistumssprecher mit. Aber das Bistum wusste nicht, wie die mutmaßlichen Opfer zu erreichen seien. Dass alle Mitglied im Gehörlosenverband von Verona sind, war dem Bistum unbekannt. Ein Vertreter der anklagenden Schüler widersprach der Darstellung des Bistums. Er habe zweimal mit dem Bischof von Verona gesprochen und die Angaben im letzten Jahr bereits an das Bistum gesandt. (Wir dürfen vielleicht annehmen, dass ein Absender angegeben war.)
Quelle: nzz
Bei einer Fernsehsendung verweigerten die gehörlosen Männer dem Prälaten Bruno Fasani, dem Sprecher des Bistums, den Handschlag. Einer der Männer sagte, er könne es nicht über sich bringen, dem Kirchenvertreter die Hand zu schütteln. Er wolle nur Gerechtigkeit.
Quelle: focus

26.3.2010 Im Erzbistum Freiburg sind neue Vorwürfe gegen einen Mesner  der Freiburger Dompfarrei aufgetaucht, die geprüft werden.
Quelle: Erzbistum Freiburg

26.3.2010 Die Legionäre Christi bitten die Opfer ihres Gründers, Marcial Maciel Degollado, um Vergebung. Erst eine vatikanische Untersuchung habe die Taten (also: die Verbrechen!) ihres 2008 gestorbenen Gründers ans Licht gebracht. Degollado soll zahlreiche minderjährige Seminaristen sexuellmissbraucht haben. Der Orden bittet alle, denen er in der Vergangenheit nicht geglaubt oder die er nicht gehört habe, um Verzeihung.
Quelle: ORF
s. auch: kipa-apic
s. auch: vol.at
s. auch: ikvu.de
Die Vorwürfe beginnen nämlich nicht erst 1998, sondern stammen bereits von 1956 und 1978. Sie umfassen also einen Zeitraum von 5 Jahrzehnten! Wie viele Opfer vermeidbar gewesen wären, wenn Padre Marcial Maciel Degallado nicht geschützt worden wäre, lässt sich vermutlich nicht exakt feststellen. Rika

30.6.2005 Im Vatikan läuft derzeit eine Untersuchung gegen Padre Marcial Maciel Degallado. Er ist Gründer der mächtigen katholischen Organisation Legionäre Christi. Ende 2004 gab der Präfekt der Glaubenskongregation, Ratzinger, Anweisung, gegen Pfarrer Maciel zu ermitteln. Sieben ehemalige Seminaristen beschuldigen ihn, sich in den 50er und 60er Jahren sexuell an ihnen vergangen zu haben und sie anschließend in der Beichte von allen Vergehen freigesprochen zu haben. D.i. ein Missbrauch, der nach kanonischem Recht nicht verjährt. Weitere 20 ehemalige Seminaristen sind heute bereit, gegen Maciel auszusagen. Die Ankläger sind ehemals hochrangige Legionäre, heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure. Die Klage wurde bereits 1999 im Vatikan eingereicht. Bereits 1978 und 1989 hatte der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben. Eine Antwort erhielt er nicht. Der damalige Papst vertraute wohl auf eine Untersuchung von 1956, in der Maciel verschiedener Vergehen verdächtigt, jedoch freigesprochen wurde.

26.3.2010 In Schleswig-Holstein soll es im inzw. geschlossenen Schullandheim, Neubörnsen im Kreis Herzogtum Lauenburg in den 50er und 60er Jahren sexuellen Missbrauch durch Geistliche gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft prüft den Hinweis.
Quelle: geesthacht.org

26.3.2010 Unter dem Titel “Schwarzer Petrus” schaut Joachim Frank, was der Vatikan und was der Papst, als er noch Kardinal Ratzinger war, von Missbrauch wusste. Er kommt zu dem gleichen Schluss wie die Münsteraner Sozialethikerin Marianne Heimbach-Steins: der Vatikan habe den Schutz der Institution Kirche und des Klerus systematisch über die strafrechtliche Verfolgung der Täter und das Wohl der Opfer gestellt. Der jüngst bekanntgewordene Fall aus den USA belege dies eindrucksvoll.
Quelle: FR

26.3.2010 Sexueller Missbrauch: Ein Papst ist hilflos – ein Beitrag von Publik Forum

26.3.2010 Pfarrer K.D. war von 1997 bis 2004 Seelsorger in der Herz-Jesu-Gemeinde in Weimar. Zuvor war er 1996 wegen Verdachts des Missbrauchs von seinem Amt in Homburg/Efze entbunden worden. Er war vom Gericht des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 2 Fällen für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe und einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Inzwischen wird ein Fall bekannt, in dem der Pfarrer sich einem damals minderjährigen Mädchen in exhibitionistischer Weise genähert habe. Der Vorfall wurde in der Gemeinde bekannt und dem Bistum Erfurt mitgeteilt. Als Gefängnisseelsorger wurde D. im Frühjahr 2004 von einem damals 20-jährigen Mann der sexuellen Nötigung bezichtigt. Tatort soll die Jugendstrafanstalt Ichtershausen, Zweiganstalt Weimar, gewesen sein. Das nach einer Strafanzeige eingeleitete Verfahren sei im Frühjahr 2006 eingestellt worden.  Bischof Wanke sagte: “Wenn ich im Nachgang die Entscheidung bewerte, Pfarrer D. auf eine Bitte Fuldas hin zu einer begrenzten Tätigkeit in der Gemeinde Weimar zuzulassen, muss ich bekennen, dass ich eine solche Entscheidung heute nicht mehr so fällen würde.”
Quelle: tlz.de

26.3.2010 Der Abt Werlen sprach sich für eine schwarze Liste pädokrimineller Priester aus. In Rom solle es eine zentrale Stelle geben. So ließe sich weltweit vermeiden, dass pädokriminelle Priester woanders in der Kirche wieder eine Anstellung finden. Werlen sagte außerdem, einige Bischöfe und auch der Papst hätten den Ernst der Lage nicht erkannt.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 In Frankreich werden auch Mitwisser pädokrimineller Verbrechen zur Rechenschaft gezogen, z.B. Bischöfe, die kriminelle Priester decken.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Hilfsverbände weisen darauf hin, dass eine Anzeigepflicht für die Opfer auch schädlich sein kann. Ursula Enders, Vorsitzende des Kölner Opferverbandes Zartbitter e.V., ist sich sicher, dass eine Meldepflicht Opfer davon abhalten wird, sich mit dem Erlittenen anderen anzuvertrauen. “Opfer in Institutionen sind öffentliche Opfer. Sie haben keinen Schutz davor, öffentlich noch einmal entblößt zu werden. Ein Mädchen, das einen Lehrer anzeigt, muss davon ausgehen, dass es in der Schule gemobbt werden wird.” Wie Iris Hölling weiß Enders aus der Beratungsarbeit, dass Opfer unter starkem Druck ihre Anschuldigungen häufig zurückziehen.
Quelle: Die Zeit

26.3.2010 Ein Missbrauchsopfer aus Ostbevern berichtete dem zuständigen Bischof von Münster, wurde zum Gespräch eingeladen und erlebte das Gespräch “wie ein Verhör”. Das mutmaßliche Opfer weiß, dass sich zwei weitere Opfer aus Ostbevern beim Bistum gemeldet hätten. Eine Bestätigung dafür liegt der Zeitung nicht vor.
Quelle: Ahlener Zeitung

26.3.2010 Der Corriere della Sera berichtete von mehreren Missbrauchsfällen in den Diözesen Bozen, Florenz, Ferrara und Rom. Der Bischof von Bozen forderte Betroffene auf, die kirchliche Anlaufstelle im Internet aufzusuchen. Pater Giovanni Franzoni, früherer Abt der röm. Abtei San Paolo fuori le Mura, wies darauf hin, dass Missbrauchsfälle regelmäßig von kirchlichen AUtoritäten vertuscht wurden – es habe nur innerkirchliche Ermahnungen und Versetzungen gegeben. – Vor Kurzem wurde ein Buch veröffentlich – “Die verborgene Sünde” -, das bekannte Missbrauchsfälle beschrieb. Die Autoren zogen es vor, anonym zu bleiben. Sie werden ihre Gründe haben.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Überblick über die Handhabung der Missbrauchsfälle in unterschiedlichen Ländern.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Nach Angaben ver Tagesschau waren 1974 (!) sowohl die Erzdiözese Milwaukee als auch zwei Vertreter des Vatikan detailliert über mehrere Missbrauchsfälle des Priesters Murphy informiert, der bis zu 200 taubstumme Jungen missbaucht haben soll.
Quelle: Tagesschau
Quelle: salzburg.com

26.3.2010 Kommentar von Peter Wensiersky zu Papst Benedikt: Herr, vergib ihm seine Geduld.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Der Schulleiter des evangelischen Windsbacher Knabenchors räumt ein, dass Schüler jahrzehntelang misshandelt wurden.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Der Vorsitzende der irischen Bischofskonferenz, Kardinal Sean Brady, hat Transparenz versprochen – und vergessen, dass er 1975 als protokollierender Priester dabei war, wie zwei missbrauchen Kindern ein Schweigegelpbde abgenommen wurde. Rücktrittsforderungen wies er zurück.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Der Theaterregisseur und Musiker Franz Wittenbrink, ehemaliger Internatsschüler der Regensburger Domspatzen, schreibt: “Denn hinter dem zur Schau gestellten Aufklärungswillen spürt man ganz deutlich die Abwehrhaltung, doch ja die eigene Institution nicht ins Zwielicht geraten zu lassen.” Das gelte für Kirchen ebenso wie für Schulen reformpädagogischer Tradition. “Die Debatte gerät zum ideologischen Grabenkampf, und die Opfer werden dafür schon wieder benutzt. Man müsste froh sein, dass die vielen Opfer, die immer für sich alleine waren mit ihren Schuldgefühlen, mit der Beschädigung und Zerstörung ihrer Seele, endlich ans Licht der Öffentlichkeit treten. Doch es steht zu befürchten, dass auch das wieder ein Strohfeuer sein wird.
Quelle: SZ-Online
Kommentar: Das entspricht meinen Beobachtungen – und meinen Befürchtungen. Eines Besseren lasse ich mich gerne belehren.

26.3.2010 Päpstliche Dokumente über das Wissen des Papstes um Missbrauchsfälle.
Quelle: Tagesspiegel

26.3.2010 In Polen ist sexuelle Gewalt von kath. Priestern gegen Kinder und Jugendliche kein Thema. Bekannt wurden bislang nur der Posener Erzbischof, der Seminaristen und Priester belästigt haben soll und 2002 zurücktrat. 2004 wurde ein Priester verurteilt, weil er Kinder missbraucht hat. Und der frühere Beichtvater von Lech Walesa, Prälat Henryk J., wurde suspendiert. 2008 wurde bekannt, dass die Bischöfe 10 Jahre lang den Leiter eines Stettiner Erziehungsheims schützten, obwohl der Kinder missbrauchte.
Quelle: Spiegel

26.3.2010 Im Fall des Priesters, der von Essen nach München geschickt wurde, liegt der New York Times die Kopie eines Memos vor, in dem der damalige Kardinal Joseph Ratzinger informiert wurde, dass der wegen Missbrauch von Essen nach München versetzte Priester kurz nach der Bewilligung einer Therapie wieder in der Seelsorge eingesetzt wurde. Gleichgültig, ob Joseph Ratzinger das betreffende Memo gelesen hat oder nicht: Die Recherchen der Times legen nahe, dass in diesem Fall Fakten vom Verantwortlichen der zuständigen Diözese vernachlässigt wurden – zum Schaden von Kindern, denen das Schicksal als Missbrauchsopfer erspart hätte bleiben können.
Quelle: tt.com
Quelle: Die Zeit

26.3.2010 Der Papst ließ durch zwei Beauftragte die Vorfälle in Ettal untersuchen.
Quelle: www.welt.de

25.3.2010 Was Gewalt in Menschen anrichtet – Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung von Frauen, Kriegseinsätze von Männern. Posttraumatische Belastungsstörung bei Kriegsveteranen. NIcht alle überleben.
Quelle: Spiegel

25.3.2010 Im Agnesheim Funckenhausen, das vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) getragen wird, verging sich ein Sozialarbeiter in den 80-er Jahren an sechs Minderjährigen. Der Täter wurde anschließend Benediktiner. Er erstattete Anzeige gegen sich. Anhand der Aussagen geht die Staatsanwaltschaft von 19 Geschädigten aus, 18 davon Jungen. Sechs der Opfer lebten in dem Hinderheim in Hagen. Andere wurden Opfer, als der Täter in Meschede arbeitete.
Quelle: der Westen

25.3.2010 Im Bistum Münster wurden zwei Priester von ihren Tätigkeiten entbunden. In einem Fall habe die Staatsanwaltschaft die Diözese informiert. Im anderen Fall habe die Kommission der Diözese Hinweise auf sexuellen Missbrauch eines 14-Jährigen in den 70er Jahren erhalten – der mutmaßliche Täter ist heute 74 J., die Staatsanwaltshaft ist eingeschaltet. Quelle: wdr

25.3.2010 In St. Blasien soll es inzwischen 33 Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs geben. Elf bezögen sich auf Jesuitenpater Wolfgang S., dem sadistische Übergriffe vorgeworfen werden. Vier Opfer gaben an, sie seien von Winfried H. sexuell missbraucht worden. Elf weitere Meldungen geben Hinweise auf die Taten von acht Jesuiten und einen Laienmitarbeiter.
Quelle: Kanal 8 und Badische Zeitung

25.3.2010 Das Bistum Fulda teilte mit, dass es Vorwürfe gegen drei Priester aus den 90er Jahren gibt. In einem Verfahren ist ein Laienmitarbeiter wegen Übergriffe in den 70er Jahren betroffen. Aktuell gibt es einen Vorwurf gegen einen Laienmitarbeiter. 2 Altfälle kämen hinzu, die bei den zuständigen Amtsgerichten lägen – da hätten sich neue Vorwürfe ergeben. Zwei Priester, die wegen sexueller Beleidigungen verurteilt wurden, leben im Bistum Fulda. Vier Priester, die zw. 1940 und 1980 übergriffig waren, sind inzw. gestorben.
Quelle: nh24
Kommentar: Die vielen, vielen Entschuldigungen allerorten gebe ich hier nicht mehr wieder – die sind erst dann wieder ernst zu nehmen, wenn sich etwas ändert, wirklich ändert – zugunsten der Opfer. Erika Kerstner

25.3.2010 Bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind neue Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut geworden. Es hätten sich Betroffene gemeldet, die zwei weitere Pfarrer beschuldigten, teilte die Kirchenverwaltung am Donnerstag in Darmstadt mit. Einer der Vorwürfe betreffe Vorfälle in den 70er Jahren in Südhessen, der andere beziehe sich auf aktuelle Vorgänge im Westerwald.
Quelle: FR

25.3.2010 Die Süddeutsche spricht von “Murphy’s Law” – “das Gesetz besagt: dass die katholische Kirche alles, was unter den Tisch gekehrt werden kann, auch unter den Tisch kehrt. Das ist das katholische Derivat von Murphys Gesetz”

25.3.2010 Der Vatikan nimmt Stellung zu den Vorwürfen der Vertuschung im Fall Murphy, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht haben soll.

25.3.2009 Der Papst soll als Kardinal in den 1990er Jahren nichts gegen einen Priester unternommen haben, der Jahre zuvor in den USA bis zu 200 gehörlose Jungen missbrauchte. Mehrere US-Bischöfe hätten den damaligen Kardinal Ratzinger gewarnt, dass diese Angelegenheit die Kirche in eine peinliche Lage bringen könne. (Davon, dass bis zu 200 Kinder in eine unerträgliche Lage kamen, ist nicht die Rede.)
Es handelt sich um den Priester Lawrenve Murphy, der von 1950 bis 1974 in einer Schule für gehörlose Kinder gearbeitet habe. 1974 sei Murphy in aller Stille in eine Diözese im nördlichen Wisconsin versetzt worden. Dort habe er bis zu seinem Tod  1998 weiter in Gemeinden, Schulen und – laut einer Klageschrift – im Jugendstrafvollzug Umgang mit Kindern und Jugendlichen gehabt. Erzbischof Weakland habe die Vorwürfe gegen Murphy 1993 von einem besonders geschulten Sozialarbeiter untersuchen lassen. Murphy habe ausgesagt, dass er etwa 200 Jungen belästigt habe. Er habe aber keine Reue gezeigt. 1996 habe der damalige Erzbischof von Milwaukee, Rembert G. Weakland, einen Brief an Ratzinger geschrieben. Ratzinger habe nicht geantwortet. Acht Monate später habe Kardinal Tarcisio Bertone aus der vatikanischen Glaubenskongregation, die Bischöfe in Wisconsin angewiesen, ein geheimes kircheninternes Verfahren einzuleiten, das zur Entfernung Murphys aus dem Amt führen könne. Bertone stoppte die Prozedur nach Angaben der Zeitung dann aber wieder, nachdem Murphy beim deutschen Kardinal Ratzinger schriftlich dagegen protestiert habe. Murphy argumentierte demnach, er habe bereut, sei krank und der Fall außerdem gemäß der Kirchenregeln bereits verjährt. 1998 starb Murphy.
Vatikansprecher Federico Lombardi nannte es in der Zeitung einen “tragischen Fall”. Der Vatikan habe erst 1996 von den Vorfällen Kenntnis erhalten. Die US-Behörden hätten den Fall untersucht und nicht weiterverfolgt.
Quelle: stern.de
Quelle: FR

25.3.2010 Im Erzbistum München wird zur Zeit abgeklärt, ob der Personalreferent korrekt mit einem Priester umging. Der Priester hatte von September 1993 bis September 1995 in der Pfarrei Sankt Jakob, Freisinger Stadtteil Vötting, als Seelsorger gearbeitet. In dieser Zeit bedrängte er eine Angestellte sexuell. Die Frau erstattete keine Anzeige – eine Delegation der Pfarrgemeinde ließ sich von der Bistumsleitung versprechen, dass der übergriffige Priester die Pfarrei verlassen müsse und aus dem Dienst des Erzbistums München und Freising entlassen werden. Er wurde jedoch trotz dieser Zusage bis Juni 2006 als Seelsorger in der Erzdiözese München eingesetzt. Das Erzbistum prüft, ob die Gemeinde St. Jakob/Freising/Vötting tatsächlich die Zusage der Entlassung aus dem Dienst der Diözese vom Erzbistum etrhalten habe oder nicht.
Fakt ist, dass der Priester auf eigenen Wunsch 2006 in den Ruhestand versetzt wurde – wegen Zweckentfremdung von Geld.
Quelle: Süddeutsche

25.3.2010 Ein Pfarrer findet die Vorfälle erschütternd. Er erzählt von tiefer Betroffenheit und dass das Thema Missbrauch derzeit viel Raum einnehme. „Ich hoffe aber, dass es irgendwann auch wieder ins Normale übergeht. Wir haben ja auch eine Botschaft zu verkünden. Und das wollen wir mit Freude tun“, sagte er.
Quelle: Der Westen
Kommentar: Für Missbrauchsopfer sind “das Normale” die Missbrauchsfolgen, mit denen sie täglich zu kämpfen haben. Bedeutet die Aussage des Pfarrers also, dass Missbrauchsopfer nur unter Absehung ihrer Gewalterfahrung Subjekte der frohen Botschaft sein können? Das ist mehr als zynisch. Und es widerspricht eklatant dem Evangelium, das zuallererst den Opfern gilt. Erika Kerstner

25.3.2010 Im Kolleg Sankt Blasien haben inzwischen mehr als 15 Betroffene in den vergangenen Wochen von Missbrauch und Übergriffen durch zwei Jesuitenpatres in den Jahren 1965 bis 1967 sowie 1982 bis 1989 berichtet. Elf weitere Meldungen beziehen sich auf Taten von acht ehemaligen Jesuiten und eines schulischen Mitarbeiters aus den 50er und 60er Jahren, wie Schulleiter Pater Johannes Siebner in einem Brief an die Eltern der Kollegsschüler berichtet.
Quelle: Tagesspiegel

25.3.2010 Der suspendierte Priester H., zuletzt Pfarradministrator in Garching, soll nach Angaben des Bistums Essen als Kaplan in Bottrop, St. Cyriakus, ebenfalls Kinder missbraucht haben – bis 1978. Die Vorwürfe seien erst vor kurzem bekannt geworden und nicht in den Bistums-Akten.
Quelle: Der Westen

24.3.2010 Ein Opferschicksal in der taz – triggergefahr

24.3.2010 Das Bistum Fulda schweigt zu dem Vorwurf, der damalige Personalreferent und heutige Weihbischof Kapp habe einen Sexualstraftäter gedeckt.
Quelle: FR

24.3.2010 Der Innsbrucker Bischof Scheurer sagt: “Dass man über den Zölibat als Lebensform reden muss, auch über die Sexualmoral, das halte ich auch für notwendig. Aber ich halte es nicht für einen angemessenen Umgang mit Opfern, wenn man deren Erfahrungen instrumentalisiert, um den Zölibat abzuschaffen.”
Kommentar: Er hat Recht. Derzeit nutzen unterschiedliche Gruppen die Missbrauchsfälle, um eine Kirchenreform anzumahnen. Auch ich halte eine Kirchenreform für überfällig – aber Opfer dürfen dafür nicht instrumentalisiert werden.
Quelle: kathweb.at

24.3.2010 Kardinal Simonis, Niederlande, sagte, die katholische Kirche habe in den 50er bis 70er Jahren Missbrauch verdrängt. Auf Deutsch sagte er: “Wir haben es nicht gewusst.” Für niederländische Ohren bezieht dieser deutsche Satz sich auf Deutsche, die nach der Hitlerzeit angaben, nichts von Nazi-Verbrechen gewusst zu haben. Der Kardinal zeigte sich bestürzt über die vielen Missbrauchsfälle. Inzwischen sind in den Niederlanden nach Angaben der dortigen kirchlichen Meldestelle ca 1.100 Meldungen über mögliche Missbrauchsfälle eingegangen.
Quelle: kath.web

24.3.2010 Ein evangelischer Pfarrer, Villach, berichtet, dass er als Junge in Kremsmünster missbraucht wurde.
Quelle: ORF

24.3.2010 Die SPD-Politikerin Christine Bergmann ist die erste Regierungsbeauftragte für Missbrauchsfälle. Opferverbände begrüßen diese Entscheidung für eine Frau, die schon lange gegen Gewalt arbeitet.
Quelle: taz

24.3.2010 Im Jahr 1998 soll der bereits suspendierte Priester H.  als Pfarradministrator in Garching/Alz erneut einen Minderjährigen missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Der Fall ist noch nicht verjährt.
Quelle: Erzbistum München

24.3.2010 Gegen das frühere Erziehungsheim Steyr-Gleink in Oberösterreich werden Vorwürfe erhoben. Ein ehemaliger Zögling berichtet von körperlicher Gewalt der Patres Ende der 60er bzw. Anfang der 70er Jahre. Ein Geistlicher soll wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden sein. Die Caritas nimmt die Aussagen ernst.
Quelle: nachrichten.at

24.3.2010 Zwei Männer erinnern sich, dass sich in Homburg am früheren Knabenrealgymnasium ein Priester an Jungen vergangen hat. “Der wusste, dass er gedeckt wird, dass wir die Gosch halten”, sagt einer von ihnen über den mutmaßlichen Täter.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

24.3.2010 Der Südkurier berichtet, dass der Opfer-Selbsthilfeverein “Grauzone” heute weitere Missbrauchsberichte aus dem Raum Donaueschingen darlegen wird.
Quelle: Südkurier

24.3.2010 Der Papst hat den Rücktritt des irischen Bischofs von Cloyne, John Magees, angenommen. Magees wird vorgeworfen, dass er Berichten über sexuelle Übergriffe nicht angemessen nachgegangen sei. Dadurch wurden weitere Kinder Gefahren ausgesetzt. Magees war persönlicher Sekretäür von Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II. Vier weitere irische Bischöfe haben ihren Rücktritt angeboten, der Papst nahm den Rücktritt eines Bischofs an.
Quelle: focus

24.3.2010 Das Erzbistum Freiburg erklärt, es sei der Kirche nicht bekannt, dass drei Opfer des Pfarrers von Harmersbach 1991 gegenüber dem Nachbarpfarrer ausgesagt hätten.
Quelle: Badische Zeitung

24.3.2010 im Jugendhilfeheim Maria in Hüfingen soll es ebenfalls zu Gewalt und sexualisierter Gewalt gekommen sein.
Quelle: Südkurier

23.3.2010 Verlorenes Vertrauen: Dem ist nichts hinzuzufügen.

23.3.2010 Der Caritas-Vertreter klingt ehrlich. Und das ist eine Auszeichnung in all diesen derzeit wohlfeilen Äußerungen von Kirchenmännern.
Quelle: FR

23.3.2010 Viele Therapeuten vergreifen sich an Klientinnen.
Quelle: welt.de

23.3.2010 Nun entschuldigt sich auch Kardinal Wetter bei den Opfern. Zuvor hatte sich bereits der  Generalvikar Gerhard Gruber entschuldigt.
Ich frage mich, ob die inflationären Ent-Schuldigungen hilfreich sind – und wem sie hilfreich sind.

23.3.2010 Report Mainz über sexuellen Missbrauch durch einen Priester in Oberharmersbach – und wie der damalige Personalreferent und heutige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz damit umging.
Quelle: Report Mainz

24.3.2010 Reaktion des Erzbistums Freiburg: “Von einer Aussage dreier Opfer gegenüber einem Seelsorger einer Nachbargemeinde ist uns nichts bekannt”, sagte der Pressesprecher von Erzbischof Robert Zollitsch. Nach Angaben des Sprechers ist der Diözese auch nicht bekannt, dass es im Ruhestand des Pfarrers weiter zu sexuellem Missbrauch gekommen sein soll. Eberle bestätigte aber, dass es danach noch Besuche von Eltern und deren Kindern bei Pfarrer B. gab. Als die Diözese davon erfahren habe, sei auch dies untersagt worden.

23.3.2010 Die Entwicklung in den USA seit 2002.
Quelle: zeit.de

23.3.2010 Missbrauchsnachrichten aus der Schweiz

23.3.2010 Das Bistum Hildesheim hat einen Pfarrer in Göttingen vorerst beurlaubt. R. A. habe vor neun Jahren als Pfarrer von B. einen Jugendlichen missbraucht. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren eingestellt. Die Medien hatten berichtet. Der Pfarrer wurde danach als Klinikseelsorger in einem Göttinger Krankenhaus eingesetzt. Weitere Missbrauchsfälle von R.A. wurden bislang nicht bekannt.
Ein anderer Priester, W.F., wurde ebenfalls beurlaubt – er hatte im Erzbistum Paderborn als Krankenhausseelsorger gearbeitet. Er hatte sich in den 80er Jahren als Pfarrer in Bad Münder des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. 2005 wurde er von seinem DIenst im Bistum Hilfesheim entbunden und in der Region Paderborn eingesetzt. Da er nun von Paderborn entpflichtet wurde, ist das Bistum Hildesheim wieder zuständig. Weiter Missbrauchsfälle sind nicht bekannt.
Pfarrer S. soll sich ca 1995 an einem Kind außerhalb des Bistums Hildesheim vergriffen haben. 2003 wurde das Bistum informiert. Die Familie des Opfers hatte um Verschwiegenheit gebeten und eine strafrechtl. Verfolgung abgelehnt. Nach einem psychiatrischen Gutachten wurde der Pfarrer wieder in der Seelsorge eingesetzt. 2007 dann sei S. von einem Unbekannten angezeigt worden und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. In den Gemeinden, in denen S. seit 1995 arbeitete, seien keine weiteren Missbrauchsfälle bekannt geworden.
Quelle: hna.de

23.3.2010 Die Evangelische Landessynode in Bayern musste am Rande ihres Treffens zwei Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit zur Kenntnis nehmen. In einem Fall spielte sich der Übergriff 1984 ab – die Betroffene war 14 Jahre alt. Der Pfarrer ist als stellvertretender Dekan im Dienst.
Quelle: nn-online.de

23.3.2010 Der Verein ehemaliger Heimkinder berichtet von großem Zulauf. Viele Traumatisierte riefen an und berichteten von Missbrauch. Der Vereinssprecher schätzt, dass 70-80% der 500 Vereinsmitglieder sexuell missbraucht wurden.
Quelle: Zeit.de

23.3.2010 Der Weiße Ring übt Kritik an den kirchlichen Ombudsstellen – sie seien zu täternah. Die  österreichische Plattform “Betroffene Kirchlicher Gewalt” hat eine Hotline für Missbrauchsopfer eingerichtet: 0699-10369369, 9-12 Uhr. Die Internetseite http://www.betroffen.at/ ist im Aufbau.
Quelle: Presse.com

23.3.2010 Im Bistum Fulda wurde ein bereits verurteilter 64-jähriger Missbrauchstäter in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er war in Duisburg in der Altenseelsorge tätig gewesen, nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauch im Bistum Fulda. Die Bistümer Fulda und Essen wollen laut Lota nun Gutachten erstellen lassen. Danach soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.
Quelle: FR

23.3.2010 In der Steiermark wurden drei Priester dienstfrei gestellt. Die Gemeinden wurden informiert. Die genaue Abklärung der Vorwürfe steht aus. In allen Fällen liegen die Taten 15 bis 25 Jahre zurück. Der Pfarrer von Graz-Puntigam gestand den Missbrauch ein. Die beiden anderen Priester wurden bereits verurteilt. Spätere Vorfälle sexualisierter Gewalt sind unbekannt, werden aber geprüft.
Quelle: steiermark.orf.at

23.3.2010 Im Bistum Linz, Österreich, meldeten sich 50 Menschen, die von Missbrauch (zwei Drittel) und Gewalt in Einrichtungen und Internaten bzw. durch “Einzelpriester” berichteten. 21 der Meldungen stammen vom März 2010.
Quelle: nachrichten.at

22.3.2010 Es war 2006, als sich ein Missbrauchsopfer, 53, an das Erzbistum Freiburg wandte. Es sagt, das Erzbistum habe den Fall vertuscht. Der Mann berichtete weiter, das Bistum habe ihm zugesagt, seinen Fall zu prüfen. Seither habe er aus Freiburg nichts mehr gehört. Er jetzt hat das mutmaßliche Opfer versucht, Druck auf denmutmaßlichen Täter auszuübern – und seither ist der Priester vom Dienst in seiner Schweizer Gemeinde freigestellt. Das hätte bereits 2006 geschehen müssen, sagte der Ankläger.
Quelle: Bild
s. auch Südkurier

22.3.2010 Radio Vatikan meldet: Der Bischof von Basel hat einen Priester von Aadorf, Kanton Thurgau, dispensiert. Der Geistliche wurden wegen eines möglichen Fehlverhaltens verhaftet. Bis zum Abschluss des Verfahrens wird das Bistum nichts veröffentlichen, um unnötigen Spekulationen und Vorverurteilungen zu entgehen.

22.3.2010 Ein Interview mit der evangelischen Theologin Prof. Susanne Heine. Sie sagt u.a.: “Es ist sehr befremdlich für mich, dass der Papst den Missbrauch vielfach herunterspielt, etwa durch den Vergleich mit dem “heroischen Beitrag” der Katholiken in Irland, die „immer eine Kraft für das Gute“ waren, dem Evangelium treu und Opfer der Protestanten. Als ziemlich zynisch empfinde ich, den Opfern Christus vor Augen zu stellen, der “wie ihr” die Wunden ungerechten Leidens trägt. Sollen die Opfer nun ihr Leid geduldig ertragen wie Christus? Und ist Missbrauch nur ‘ungerecht’?” und: Seine Aufforderung an die Täter, Wiedergutmachung durch Gebet zu leisten, kam bei mir sehr zynisch an. Als wären da keine beschädigten Menschen im Spiel! Der Schaden betrifft auch alle redlichen Amtsträger, die nun unter Generalverdacht fallen.” und: “Es wäre ein unglaublich wichtiges Zeichen, wenn alle Verantwortungsträger, in deren Diözesen das passiert ist, zurücktreten, auch wenn sie selber nicht betroffen und involviert sind.” und “Sicher ist, dass das bei Frauen sehr, sehr selten vorkommt. Dass Frauen allerdings so was verhindern können, bezweifle ich. Da schreiben sich Frauen eine Erlöserrolle zu, mit der sie sich übernehmen würden.”
Quelle: kurier.at

22.3.2010 Ein 45-jähriger kath. Priester hat sich wegen einer Beziehung zu einer 17-jährigen Messdienerin selbst angezeigt. Die 17-Jährige wollte keine Anzeige.
Quelle: mv-online.de

22.3.2010 Der Focus titelt: Hirtenbrief: Zufriedene Geistliche, enttäuschte Opfer – wenn das so ist – und danach sieht es aus -, dann gibt es ein gravierendes Verständigungsproblem zwischen Papst/Geistlichen einerseits und Opfern andererseits.
Wenn das Gebet, das den Hirtenbrief abschließt, ohne Erwähnung der Opfer auskommt, halte nicht nur ich das für ein Alarmsignal.
Quelle: focus

15.3.2010 Vorsicht – Triggergefahr: Berichte von Opfern in Kinderheimen – youtube

22.3.2010 Wie im Bistum Fulda ein Missbrauchsfall vertuscht wurde. FR

Die Rolle Ratzingers: Große katholische Vertuschung. Christoph Hitchens in der FR

22.3.2010 Wie ein verurteilter Priester durch den Vatikan wieder freigesprochen wurde. FR

22.3.2010 Die Machtlosigkeit der Opfer. Protokoll eines Missbrauchsskandals in Österreich: Jahrelang schützte die Kirche einen Pfarrer. Als ihn ein Kirchengericht schuldig sprach, hob es der Vatikan wieder auf.
Quelle: Zeit

22.3.2010 Stephan Hebel in der FR: Worüber der Papst schweigt

22.3.2010 Anders als der Hirtenbrief des Papstes treibt mir dieser Text die Tränen in die Augen.

22.3.2010 In Thurgau, Schweiz, wurde ein katholischer Pfarrer verhaftet – Verdacht auf sexuelle Handlungen mit einem Kind.
Quelle: tagesanzeiger

22.3.2010  Auch im ehemaligen Kapuziner-Internat in Bocholt sollen Kinder sexuell missbraucht worden sein. Der Provinzleitung der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz liegen Hinweise auf Missbrauchsfälle am ehemaligen Kapuziner-Internat in Bocholt vor.
Quelle: rp-Online

22.3.2010 Die Kleine Zeitung aus Österreich berichtet, dass es in Deutschland auch in evangelischen Gemeinden Missbrauchsvorwürfe gibt.

22.3.2010 Ein 64jähriger katholischer Pastor, der bislang in der Pfarrei Liebfrauen tätig war, ist vom Bischof des Bistums Fulda in Absprache mit dem Bischof von Essen in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. In den Sonntagsgottesdiensten wurde die Gemeinde informiert. Der Stadtdechant Lücking berichtete, dass der Priester “offensichtlich sehr leidet”. Ob die Opfer leiden, ist dem Presseartikel nicht zu entnehmen.
Quelle: rp-online

22.3.2010 Das Bistum Hildesheim berichtet über zwei bereits bekannte Missbrauchsfälle und einen bislang unbekannten Fall.
Quelle: glaube aktuell.net

22.3.2010 Im Bistum Regensburg hat es in den 50er bis 70er Jahren weitere sieben Missbrauchsfälle gegeben. Der aktuellste Fall stammt aus dem Jahr 1975, wie der Pressesprecher des Bistums, Clemens Neck, am Montag auf einer Pressekonferenz in Regensburg mitteilte. Insgesamt seien neue Vorwürfe gegen sechs noch lebende Personen erhoben worden: einen Pfarrer, zwei Ordensgeistliche, einen ehemaligen Ordensmann und zwei Ordensschwestern.
Quelle: focus

22.3.2010 Ein Priester aus dem Bistum Fulda, der seit 1996 in Duisburg in der Altenseelsorge arbeitet, wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zuvor war er im Landkreis Fulda gegenüber Messdienern übergriffig geworden. Er wurde von der Kirche nach Kassel versetzt, wurde dort erneut übergriffig und wurde nach Duisburg, Bistum Essen, versetzt. Nun soll in Rom geklärt werden, ob der Pfarrer noch im kirchlichen Dienst arbeiten kann.
Quelle: hr-online

21.3.2010 Hans Küng über den Papst: “Es gab keinen einzigen Mann, der so viel wusste über die Missbrauchsfälle, und zwar ex officio, von seinem Amt her.”  Ratzinger habe als Professor in Regensburg, als Erzbischof von München und in 24 Jahren als Präfekt der Glaubenskongregation direkt mit den Missbrauchsfällen zu tun gehabt. In der Glaubenskongregation würden “seit langem alle Missbrauchsfälle zentralisiert, damit sie unter höchster Geheimhaltungsstufe unter der Decke gehalten werden können.” Als ein prominentes Beispiel für die Mitverantwortung des Papstes nannte Küng einen Brief vom Mai 2001, unterzeichnet mit Joseph Ratzinger. In diesem Schreiben habe der heutige Papst sämtliche Bischöfe der Welt aufgefordert, alle Sexualdelikte mit höchster Geheimhaltung nach Rom zu melden. “Dort sind sie archiviert worden und es ist eben nichts geschehen.”
Quelle: tagesanzeiger.ch

8.3.2010 Die Wormser Zeitung erinnert an einen früheren Missbrauchsfall bei den Limburger Domsingknaben Mitte der 80er Jahre. Zwei Missbrauchstäter hatten mindestens 10 Jungen (11-18 Jahre) missbraucht. Sie wurden zu 7 Jahren und 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Was danach mit dem Leiter der Domsingknaben, einem Priester, und dem Kantor geschah, ist unbekannt.
Quelle: Wormser Zeitung
Zuvor hat es wohl bei den Limburger Domsingknaben bereits sexuellen Missbrauch gegeben: durch Hans B., der 1967 bis 1973 Leiter der Domsingknaben war. Er starb 2002.

21.3.2010 Österreichische Opfer sind enttäuscht vom Papst-Brief.
ORF

21.3.2010 Wie der Papstbrief auf eine Missbrauchte wirkt. – Erst ist es Ekel. Dann ist es Wut. …”Wessen Wunden will der Papst eigentlich heilen? Die der Kinder? Oder geht es um den Imageschaden der Kirche?”… Die Kirche versage. «Mir fehlt das Eingeständnis, dass der massenhafte Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche eine strukturelle Ursache haben muss”, sagt Stefanie Schneider. “Diese Vertuschung hatte System.” Sie will keine Entschuldigung aus Rom, sie würde ihr ohnehin nicht glauben.
Quelle: Die Zeit

21.3.2010 So sieht der Regensburger Bischof Müller die Aufklärung. Und so kommentiert der Kölner Stadtanzeiger: Verhöhnung der Opfer. Der KStA hat Recht.

21.3.2010 Der Pädagoge Bueb, Schloss Salem, berichtet von drei oder vier Fällen von Grenzverletzungen durch Lehrer. Die Lehrer mussten die Schule verlassen.
Quelle: Süddeutsche

21.3.2010 Ein 69-jähriger Priester, Mönch der Zisterzienerabtei Mehrerau/Bregenz, hat gestanden, im Kloster Birnau einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben. Dem Opfer gegenüber gestand der Priester 2006 den Missbrauch. Aber erst, als das Opfer in diesen Tagen ankündigte, beim Sonntagsgottesdienst die Schweizer Kirchengemeinde zu informieren, meldete sich der Täter im Bistum Chur, in der Abtei Mehrerau und bei der Staatsanwaltschaft Bregenz. Das Opfer berichtet, dass es weitere Opfer im Kloster Mehrerau gebe.
Bereits 2006 habe das Opfer die Abtei Mehrerau und die Erzdiözese Freiburg über das vorliegende Geständnis informiert. Geschehen ist, dass der Freiburger Missbrauchsbeauftragte 2006 den Abt von Mehrerau verständigt habe. Dieser habe zugesichert, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und das Bistum Chur zu informieren. Das Bistum Chur hingegen weiß nichts von diesem Fall. Auch der neue Abt von Mehrerau erfuhr erst jetzt von dem Missbrauch.
Quelle: Südkurier

21.3.2010 Geneviève Appenzeller-Combe, die Leiterin der Klosterschule Disentis, berichtet von Vorwürfen eines ehemaligen Schülers über schweren Missbrauch durch einen Mönch. Sie sagte, wohl jedes Internat habe «Leichen im Keller». Zur aktuellen Situation an der Klosterschulde Disentis sagte sie, dass jede Berührung im Unterricht tabu sei. Selbst wenn ein Zwölfjähriger weinend dastehe, werde er nicht in den Arm genommen.
Quelle: tagesanzeiger
Kommentar: Noch einmal: Jeder Erwachsene, der ein Kind berührt, weiß sehr genau, ob der Kontakt sexualisiert ist oder nicht. Jetzt vor jeder Berührung eines Kindes oder Jugendlichen zu warnen, halte ich für ziemlich absurd! Die Äußerung, jedes Internat habe wohl Leichen im Keller, müsste zu Aufklärung führen – andernfalls verharmlost sie.

21.3.2010 Abt M. Werlen, Einsiedeln, sagt: “Ich befürchte, dass die Kirchenleitung in Rom die Situation zu wenig ernst nimmt.” Für ihn geht es um die Glaubwürdigkeit der Kirche. Er fühle sich mit seinen Stellungnahmen und Forderungen zurzeit aber sehr einsam. Nur wenige Verantwortungsträger schätzten die Situation richtig ein. Auch in der Schweiz gebe es Diözesen, in denen man sehr wachsam sei. Aber es gebe auch andere, in denen man kaum zu merken scheine, in welche schwieriger Situation die Kirche stecke.
Quelle: tagesanzeiger

21.3.2010 In der FAZ berichtet ein katholischer Priester, Ordensmann, davon, dass er des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. Genaueres über die Anklage weiß er nicht; er kennt auch nicht den Zeitraum, auf den sich die Anschuldigungen beziehen (es scheint, als gäbe es da viele mögliche Zeiträume). An diesem Text ist einiges bemerkenswert:
1. Die Aufdeckung wird von einem anderen Kirchenmann kommentiert mit dem Satz: “Die Kampagne läuft…”
2. Der mutmaßliche Täter fürchtet nicht seine Mitbrüder, denn die seien sehr besorgt um ihn.
3. Die Kontakte zu den ihm anvertrauten Jugendlichen beschreibt der mutmaßliche Täter so: “Sie hatten zu mir ein Verhältnis wie zu einem Bruder oder zu einem Vater….Sie machten mir auch laufend Geschenke. Ich habe sie gern gehabt und sie mich in der Regel auch.”
4. Was nun genau passiert ist, bleibt im Dunkeln. Der mutmaßliche Täter berichtet von seinem Alkoholmissbrauch.
5. Den Jungen, der ihm mitteilte, dass die Kinder/Jugendlichen Angst vor ihm haben, misshandelte/missbrauchte er. Auch da ist die Erinnerung schwach.
6. Ein halbes Jahr später ist der suspendierte Priester wieder in der Pfarrseelsorge.
7. Heute sorgt er sich um seine Zukunft, also um sich. Er fragt sich, wie er sich entschuldigen kann. Ich denke, das hätte erst dann Sinn, wenn ihm klar wäre, was er da getan hat und wenn er die Folgen für das Opfer/die Opfer halbwegs erkennen könnte. Aber danach sieht es in diesem Bericht nicht aus.
Weil die Triggergefahr bei diesem Text sehr hoch ist, gebe ich den Link hier weiter.

21.3.2010 Die irische Sängerin Sinéad O’Connor sagte SPIEGEL ONLINE, der Papstbrief sei “eine Studie in der hohen Kunst des Lügens”. Der Papst schiebe alle Schuld auf die Bischöfe ab, dabei sei die Verschleierung des Kindesmissbrauchs in Irland auf direkte Anordnung aus Rom erfolgt. Der Brief sei die “Vertuschung der Vertuschung”, sagte O’Connor.
Garry O’Sullivan, Chefredakteur des “Irish Catholic”, sagte, der bisherige Umgang der Kirche mit dem Skandal sei “absolut erbärmlich”. Wenn die Bischöfe die Aufklärung nicht deutlich beschleunigten, verlören sie auch noch den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit. Sie würden nicht die Aufklärung beschleunigen, weil sie noch immer etwas zu verbergen hätten. O’Sullivan: “Wir haben noch nicht alles gesehen.”
Quelle: Spiegel
Kommentar: Es ist davon auszugehen, dass noch lange nicht alles öffentlich ist. Bislang hat die katholische Kirche immer erst unter dem Druck der Öffentlichkeit gehandelt und nur das eingestanden, was bereits öffentlich war. Aufrichtige Umkehr zu den Opfern sieht anders aus. Ich fürchte, die KritikerInnen haben Recht.

21.3.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat zugegeben, dass in der Kirche sexueller Missbrauch bewusst verschleiert wurde. Seit Jahren jedoch fahre die Kirche den entgegengesetzten Kurs.
Quelle: bild.de

21.3.2010 Im Arnold-Janssen-Gymnasium der Steyler Missionare, St. Wendel, gab es in den 80er-Jahren einen sexuellen Missbrauch. Das Opfer war 14 Jahre alt, als es zuerst missbraucht wurde. Der Missbrauch zog sich über drei Jahre hin. Der Täter starb 2000.   Unbekannt ist, ob es weitere Opfer gab.
Quelle: Steyler.de

20.3.2010 Im Windsbacher Knabenchor, evang., wurde offensichtlich geprügelt – und das nicht zu knapp.
Quelle: Spiegel

20.3.2010 In Spandau, im evangelischen Johannesstift, soll es in den 80er- und 90er -Jahren zu vier Missbrauchsfällen und sexueller Nötigung gekommen sein. Zu den Opfern gehört eine 17-Jährige. In der Einrichtung werden Patienten, u.a. in der Alten- und Behindertenpflege, betreut.
Quelle: morgenpost
Ein Opfer erzählt

20.3.2010 Nach Angaben von Radio Vatican hat der irische Bischof Seamus Hegarty von Derry eingeräumt, dass die Kirche an einem Stillschweigeabkommen mit einem Opfer sexuellen Missbrauchs beteiligt war. Die Diözese habe den Vorschlag nicht eingebracht – also muss es entweder das Opfer oder der Täter gewesen sein.
Quelle: Radio Vatikan

20.3.2010 Im früheren Knabenheim Kemperhof in Bendorf haben Salesianerpatres über Jahrzehnte Kinder sexuell missbraucht. Bundesweit haben sich bislang 38 Betroffene bei den Salesianern gemeldet. 18 von ihnen berichteten von sexuellem Missbrauch. Der Orden sieht keinen Anlass, von systematischem Missbrauch zu sprechen.
Quelle: rhein-zeitung

20.3.2010 Überblick des Spiegel über die Missbrauchsfälle in Deutschland

20.3.2010 In den Niederlanden wurden seit Anfang März bereits rund 1100 Hinweise auf Fälle von mutmaßlichem sexuellem Missbrauch zwischen 1950 und 1970 erfasst. Die Hinweise wurden von der kirchlichen Kommission Hulp en Recht (Hilfe und Recht) gesammelt, die Mitte der 90er Jahre von der Bischofskonferenz zur Unterstützung von Missbrauchsopfern gegründet worden war.
Quelle: bild.de

20.3.2010 Nachrichten über Missbrauch aus Brasilien.

20.3.2010 Matthias Drobinski stellt fest, dass die Ursachensuche des Papstes für die sexualisierte Gewalt schwach sei. Er fragt: “Und hilft es tatsächlich, gegen die Verunsicherung in Klerus und Kirchenvolk den heiligen Jean-Marie Vianney im Gebet anzurufen, weil der so schöne Dinge über das Mysterium des Priestertums geschrieben hat? Hier spiritualisiert der Papst, wo er besser konkret geworden wäre…”
Quelle: Süddeutsche

20.3.2010 Irische Missbrauchsopfer sind vom Hirtenbrief des Papstes enttäuscht. Statt salbungsvoller Worte erwarten sie Taten. Vertreter der Opfer sagen, der Brief sei weit davon entfernt, die Sorgen der Opfer anzusprechen. Darüber hinaus übernehme der Papst keine Verantwortung für das Handeln des Vatikan. Auch das Oberhaupt der kath. Kirche in Irland, Kardinal Brady, werde nicht zum Rücktritt aufgefordert.
In Österreich erklärt der Betroffene Klaus F.: “Wir wollen endlich von der Kirche Taten sehen. Dazu gehört die Auslieferung aller Täter, Mitwisser und Helfershelfer an staatliche Gerichte ebenso wie eine Enschädigung und Wiedergutmachung, welche diesen Namen auch verdient.”
Quelle: die Presse
Kommentar: Auch mir stellt sich die Frage, wie diejenigen, die soeben noch Verbrechen vertuscht, Täter geschützt und Opfer im Stich gelassen haben, jetzt Aufklärung betreiben sollen.

20.3.2010 Der Hirtenbrief des Papstes zu sexuellem Missbrauch in der Kirche. Vatican
Kommentar: Erneut bringt der Papst ein völlig verdrehtes Priesterbild, wenn er formuliert:  “Der Priester besitzt den Schlüssel zu den himmlischen Schätzen: Er ist es, der die Tür öffnet; er ist der Haushälter des lieben Gottes; der Verwalter seiner Güter…” Dieser Text stand bereits im Brief des Papstes zum Priesterjahr. Offensichtlich hat der Papst die Proteste gegen dieses völlig antiquierte Priesterbild nicht zur Kenntnis genommen. Er sieht nicht, dass dieses Priesterbild nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist.
Nun habe ich den Hirtenbrief in Ruhe gelesen – und wundere mich, warum er mich nicht erreicht.  

20.3.2010 Im Bistum Aachen sind mittlerweile mehr als 6 Fälle, in denen Priester aus der Diözese in vergangenen Jahrzehnten des sexuellen Missbrauchs von Kindern überführt wurden,  bekannt. Dabei wurden rechtskräftig verurteilte Geistliche nicht nur im Einzelfall nach Verbüßung ihrer Strafe wieder im Pfarrdienst eingesetzt, obwohl das Generalvikariat von den Verbrechen unter dem Deckmantel der Kirche wusste.
Quelle: az-web

20.3.2010 Nach SPIEGEL-Informationen hat das Bistum Essen das Bistum München in einem Übergabebrief darüber informiert, dass der Kaplan Peter H. sich sexuell an Kindern seiner Gemeinde vergriffen hätte. Das erklärte das Bistum Essen. Der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger isei also genauer informiert gewesen, als er bislang zu erkennen gegeben habe.
Quelle: Spiegel

20.3.2010  Auch in der Stiftsschule Einsiedeln ist es seit den 70er-Jahren mehrmals zu sexuellen Übergriffen an Schülern gekommen. Das bestätigte der Abt des Schweizer Benediktinerklosters. Konkret  wisse er von drei Brüdern, welche sexuelle Übergriffe verübt hätten. Sie würden weiterhin beschäftigt, denn man wolle ihnen eine zweite Chance geben. Die drei Benediktiner hätten eine Therapie gemacht und den Arbeitsbereich gewechselt. Auf eine Anzeige habe man aus Gründen des Opferschutzes verzichtet.
Quelle: Radio Vatikan

20.3.2010 Die Staatsanwaltschaft Hanau prüft, ob sie ein Verfahren gegen Weihbischof Kapp, Bistum Fulda, einleitet wegen Strafvereitelung.
Quelle: FR

20.3.2010 Die entscheidende Frage lautet: “Was geschah mit den guten Priestern? Warum griffen sie nicht ein?” Mary Raftery, deren Dokumentarfilme über den systematischen Missbrauch von irischen Kindern in katholisch geführten Arbeitsanstalten, Waisenhäusern und anderen Institutionen maßgeblich zur Offenlegung dieser Missstände beitrugen, stellt sie.
Quelle: welt.de

20.3.2010 Ein früherer Schüler berichtet von Missbrauch im Tiroler Stift Fiecht. Das Opfer als Lügner.
Quelle: orf.at

20.3.2010 Die Machtlosigkeit der Opfer. Protokoll eines Missbrauchsskandals in Österreich: Jahrelang schützte die Kirche einen Pfarrer. Als ihn ein Kirchengericht schuldig sprach, hob es der Vatikan wieder auf.
Quelle: Zeitund 22.3.2010 FR

20.3.2010 Ein Sprecher des Erzbistums Freiburg  wies den von der Badischen Zeitung erhobenen Vorwurf gegenüber dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz zurück, im Fall des Priesters von Oberharmersbach 1991 Missbrauch an 17 Jugendlichen vertuscht zu haben.   Er stellte fest: “Zu diesen Fakten gehört die offensichtliche Tabuisierung in früheren Jahrzehnten – Kinder und Jugendliche haben sich offenbar zunächst jahrelang nicht getraut, über den Missbrauch zu sprechen. Erst danach konnte die Erzdiözese den Opfern durch gezielte Kommunikation vor Ort ihre Hilfe anbieten.”
Quelle: Spiegel

20.3.2010 Persönliches zwischendurch: Es führt kein Weg an der Aufdeckung von Missbrauchsfällen vorbei. Es führt auch kein Weg daran vorbei, dass die Verantwortlichen in meiner Kirche, die Täter geschützt haben und Opfer alleine gelassen haben, sich wirklich zu den Opfern bekehren. Nur so und nur dann hat die Kirche noch eine Chance, hierzulande Glaubwürdigkeit zu gewinnen.  Ohne Glaubwürdigkeit wird es kein Erzählen der frohen Nachricht geben. Der taz-Kommentator sagt es völlig richtig so: “Die katholische Kirche ist angesichts des Missbrauchsskandals derzeit wie in einem Zeitraffer einem umfassenden Lernprozess ausgesetzt. Dieser Prozess ist schmerzhaft und wird lange dauern. Das Gute aber ist: Die Kirche hat keine Alternative.”
Gesagt sei, dass es keine Freude macht, Chronistin von Täterschutz und Opfer-Einsamkeit zu sein – aber irgendjemand muss diesen Job tun.
Gesagt sei auch: Es ist absolut richtig, dass die überwältigende Mehrheit  der Missbrauchsopfer in ihren Familien und im Nahbereich zum Opfer wird und nur eine statistische Minderheit im kirchlichen Kontext. Aber diese richtige Aussage macht das Leid der Opfer leider nicht kleiner. Sie vernachlässigt auch völlig, dass Missbrauch durch Priester den Opfern zeigt: Der Gott der Täter steht nicht auf der Seite der Opfer. Damit fällt Gott für die Opfer als Appellationsinstanz gegen  himmelschreiendes Unrecht  aus. Und das ist wirklich schlimm. Erika Kerstner

19.3.2010 Die Badische Zeitung berichtet: 1991 wurde der Pfarrer Franz B. aus der Gemeinde Oberharmersbach abberufen. Verantwortlich war der damalige Personalreferent des Erzbistums Freiburg, der heutige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Dem Abberufenen wurde auferlegt, sich von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten. Vier Jahre später tauchten Missbrauchsvorwürfe auf – aufgrund der Aussage von mindestens einem Betroffenen. Als das Bistum den Angeschuldigten mit der Aussage konfrontierte, sei er zusammengebrochen, habe jedoch weder geleugnet noch gestanden. Der Gemeindechronist Karl-August Lehmann berichtet, dass ein Pfarrgemeinderat und der damalige Bürgermeister Franz B. aufgesucht hätten und der habe “unter Tränen gestanden”.
Nach Aussage des Freiburger Ordinariates wurde dem Geistlichen klar gemacht, dass nun die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bevorstehe. Der Angeschuldigte nahm sich das Leben. Zweieinhalb Monate nach dem Tod des Beschuldigten, am 15. Oktober 1995, informierte der zuständige Dekan Winkler die Gemeinde in einem Gottesdienst, bat um Entschuldigung und darum, dass Opfer sich meldeten. 17 Betroffene meldeten sich. Wer das wollte, wurde vom Ordinariat unterstützt.
In der Bistumszeitung, dem Konradsblatt, stand zwischenzeitlich ein Nachruf, der für manche unerträglich war. Sie meldeten sich bei Herrn Winter, Konradsblatt, und bei dem Dorfchronisten Karl-August Lehmann. Lehmann wandte sich an den Personalreferenten des Bistums. “Was wollen Sie eigentlich, Herr Lehmann?”, soll R. Zollitsch gesagt haben. Pfarrer B. sei tot, und die Staatsanwaltschaft ermittele nicht gegen einen Toten. Höhepunkt und Abschluss des Telefonats soll dann folgende Bemerkung gewesen sein: “Für uns ist die Sache erledigt.”
So die Darstellung von Herrn Lehmann. Das Ordinariat kann sich an ein solches Telefonat 1995 nicht erinnern.
Quelle: Badische Zeitung

19.3.2010 Der Neffe des Diözesanmusikdirektors Georg Z. aus dem Bistum Regensburg beschuldigt seinen Onkel, ihn kurz nach der Erstkommunion zum ersten Mal vergewaltigt zu haben. Weitere Täter folgten, auch Verwandte. der Neffe hat die kirchliche Karriere Z.’s verfolgt. sein Fazit: “Der Täter wurde hofiert, um die Opfer kümmerte sich niemand.”
Quelle: Oberpfalznet

19.3.2010 Gerold Becker, ehemals Odenwaldschule, ist geständig und bittet um Entschuldigung. Der Brief an die Schule liegt der FR vor.

19.3.2010 In der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden soll ein Lehrer 1989 vier Schüler missbraucht haben. Die Angaben der ehemaligen Schulleiterin Enja Riegel zur Aufarbeitung dieses Falls seien nicht nachvollziehbar, sagte die hessische Kultusministerin Henzler.
Quelle: Kleine Zeitung.at

19.3.2010 Rainer Bucher u.a. zum “pastoralen Supergau” der katholischen Kirche. Dort heißt es u.a.: “Genau in dieser Situation besitzt die Kirche nichts als das Evangelium ihres demonstrativ machtlosen Gründers. Sie hat es anzubieten und sie muss sich zu ihm bekehren. Sie kann dabei nur noch auf jene Orte und Erfahrungen hoffen, wo dieses Evangelium heute machtlos und gerade deshalb wirkungsvoll präsent ist: auf die Orte wirklicher Pastoral in tätiger Nächstenliebe, wirksamer Anwaltschaft für die Schwachen und demütigen Gotteslobs in der Liturgie. Diese Orte gibt es und sie sind die einzige Hoffnung.”

19.3.2010 Die Süddeutsche informiert, dass der Psychiater des Missbrauchstäter, der von Essen ins Bistum München ging, die Kirche mehrfach und eindringlich gewarnt hatte, den Priestern wieder in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen zu bringen. Die Warnungen waren vergeblich, der erwartbare Rückfall geschah.
Mehr dazu hier.

19.3.2010 Die Zeit spricht vom “Knabenopfer”

19.3.2010  Jan Schulz-Ojala spricht von einem Kapitalverbrechen an Körper und Seele. Er hat Recht.
Quelle: Tagesspiegel

19.3.2010 In Bruchköbel, Bistum Fulda, soll sich Mitte der 90er Jahre ein katholischer Geistlicher an einem Jugendlichen vergangen haben. Er wurde in eine benachbarte Hanauer Gemeinde versetzt. Der 2. Pfarrer in Bruchköbel habe von dem Übergriff gewusst, ihn aber nur kirchenintern zur Anzeige gebracht. Die Eltern des Opfers hatten gebeten, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Auch der damalige Weihbischof Kapp zeigte den mutmaßlichen Täter nicht an und überließ dem Kollegen, Anzeige zu erstatten – oder eben nicht. Es gab also keine Anzeige. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau wurde der katholische Geistliche 1995 nur wenige Kilometer weit nach Hanau in die Gemeinde St. Elisabeth versetzt. Von einem “Folgefall” ist die Rede. Eine weitere Versetzung geschah, diesmal nach Fulda.
Quelle: FR

19.3.2010 In der katholischen Kirche in Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit Vorwürfe gegen 5 Geistliche. Ein Priester wurde in den Ruhestand geschickt, ein anderer versetzt. Keiner ist mehr am Leben. In zwei weiteren Verdachtsfällen aus den 50er und 80er Jahren wurden die Staatsanwaltschaften in Schwerin und Rostock eingeschaltet.
Quelle: nnn.de

19.3.2010 Ein 69-jähriger Priester hat gestanden, vor Jahrzehnten im Kloster Birnau einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben. Der Zisterzienser-Mönch, angesiedelt in der Abtei Mehrerau/Bregenz hat sich selbst angezeigt. Die Tat räumte er ein, als das Opfer ankündigte, die Gemeinde beim Sonntagsgottesdienst zu informieren. Es gibt offenbar weitere Opfer.
Quelle: suedkuriermehr dazu: vol.at

19.3.2010 Ein Kirchengericht in Österreich hatte einen kath. Priester des sexuellen Missbrauchs an 13 Jungen zwischen 5 und 18 Jahren für schuldig befunden. Das Verfahren ging zur Glaubenskongregation, deren Vorsitz Kardinal Ratzinger hatte. Als die Antwort der Glaubenskongregation in Rom eintraf, war Ratzinger Papst. Die Antwort: Das Urteil des Kirchengerichtes wurde wegen Verjährung kassiert, der Priester durfte weiterhin als Priester arbeiten.
Quelle: FR und Falter

19.3.2010 Ein Opfer von Pater Gregor Müller, Mehrerau, berichtete, dass Müller bereits 2006 zugab, ein Kind sexzuell missbraucht zu haben. Das Opfer informierte mit dem Geständnis die Erzdiözese Freiburg. Das Bistum leitete die Anzeige an den Abt von Mehrerau weiter. Dieser wollte Maßnahmen ergreifen und das Bistum Chur informieren. Dort arbeitete der Pater seit 1992.Zwischen 2006 und 2010 wartete das Opfer, nichts geschah. Erst als es 2010 ankündigte, den Pater beim Sonntagsgottesdienst in Schübelbach zu konfrontieren, gestand der Pater beim Churer Bischof. Wo die Anzeige des Opfers von 2006 versickerte, ist unbekannt. Das Bistum Chur versichert, erst vor wenigen Tagen informiert worden zu sein.

Quelle: blick.ch

18.3.2010 Ein früherer Schüler der Mehrerau – in der auch Pater Gregor Müller, ehemals Birnau, unterrichtete – berichtet, dass er nicht missbraucht wurde. Hörenswert – und die Kommentare sind lesenswert.
Quelle: vol.at

18.3.2010 Im Katholischen Bildungszentrum Berchtesgardener Land findet heute eine Veranstaltung über sexuellen Missbrauch hinter Kirchenmauern statt. Dr. Barbara Haslbeck wird als Referentin mitwirken. Wir sind sicher, dass mit dieser Referentin die Opfer in den Blick geraten.

18.3.2010 In Neuenkirchen, Westfalen, wurde Anfang der 80er Jahre ein damals 14-jähriger Schüler von einem Steyler Missionar missbraucht. Der Täter starb 2000.
Quelle: Domradio

18.3.2010 Im Bistum Fulda – darauf weist ein “Noch-Katholik aus dem Bistum Fulda” gegenüber der FR hin – sei in den 80er und 90er Jahren das Tagesgespräch in Kleinlüder und Großenlüder, Landkreis Fulda, gewesen, dass zwei Geistliche sich jahrelang Ministranten unsittlich genähert haben. Beide wurden versetzt. Einer von ihnen hat sich in Kassel erneut an Miessdienern vergangen. Der zweite Geistliche wurde 2001 zu einer Geldstrafe verurteilt und in ein Kloster versetzt. Inzwischen arbeite er in der Altenseelsorge in einer Stadt in NRW.
Quelle: FR
NDR-Bericht von 1966

18.3.2010 Im Bistum Speyer wurden zwei weitere Fälle von möglichem sexuellen Missbrauch gemeldet. Die Beschuldigten sind Gemeindepfarrer. Die Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet.
Aus den 80er Jahren wurde ein weiterer Missbrauchsfall durch einen Priester an einem Gymnasium im Bistum Trier bekannt. Der Beschuldigte habe zugegeben, dass er zwischen 1985 und 1987 mehrere 17 bis 18 Jahre alte Schüler missbraucht habe. Ermittlungen wurden der Staatsanwaltschaft zufolge nicht eingeleitet, weil die Fälle «allesamt eindeutig verjährt» seien.
Quelle: wochenspiegelonline

18.3.2010 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart informiert die Öffentlichkeit darüber, dass seit Februar d.J. 14 Priester in den Verdacht geraten sind, Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. 4 der 7 Täter, die dem Bistum angehörten, sind bereits tot. 7 andere Beschuldigte sind Ordenspriester.
Quelle: Bistum Rottenburg

18.3.2010 In der südniederländischen Ortschaft Grave sollen in den 60er Jahren sechs Mitglieder des katholischen Ordens Fraters von Tilburg blinde Kinder zum Teil über Jahre hinweg sexuell missbraucht und misshandelt haben. Keiner der Beschuldigten ist noch am Leben. Eines der Opfer, Peter D., konfrontierte 1985 die Schulleitung mit den Vorwürfen. Dabei sei deutlich geworden, dass die Taten bekannt waren. Unternommen jedoch hat niemand etwas. – Bei der kirchlichen Organisation “Hilfe und Recht” sind bislang weit mehr als 600 Hinweise auf Kindesmissbrauch in den Niederlanden eingegangen.
Quelle: Spiegel

18.3.2010 Der Leiter des Priesterkollegs in Rom, Erwin Gatz, berichtet, dass er die Diskussion in Deutschland verfolge – sie sei ein bisschen hysterisch. Wörtlich fährt er fort: “Das Beunruhigendste an der ganzen Sache ist nicht, dass hie und da mal ein Priester einen Fehltritt macht, was, gemessen an anderen Bevölkerungsgruppen, ja relativ selten vorkommt, sondern, dass die Masse der katholischen Bevölkerung nicht mehr für den Pflichtzölibat ist.”
Quelle: Radio Vatikan

18.3.2010 Inzwischen teilten 11 ehemalige Heimkinder des Hofheimer Vincenshauses dem Caritasverband Frankfurt mit, dass sie in dem Kinderheim missbraucht oder misshandelt wurden. Die Vorwürfe betreffen die 50er und 60er Jahre.
Quelle: FR

18.3.2010 Der irische Bischof Seamus Hegarty von Derry soll an einem außergerichtlichen Vergleich zwischen einem Opfer und einem Priester, der das Opfer missbraucht hatte, beteiligt gewesen sein. Das Opfer hatte neben einem Entschuldigungsschreiben des Täters Geld erhalten und war zur Verschwiegenheit verpflichtet worden.
Quelle: Radio Vatican

18.3.2010 Genau so ist es: Wer sich entschuldigt, kann dies völlig unabhängig von den Opfern tun. Der sich Entschuldigende bleibt auf sich selbst konzentriert, es geht ihm um sich – und um niemanden sonst. Der Kommentator auf radiovatikan.de sieht das ganz richtig.

18.3.2010 Umfrageergebnis des Integral-Instituts bei 300 telefonisch Befragten:
17% der 5,6 österreichischen Katholiken überlegen ihren Kirchenaustritt. Das sind fast 1 Million Menschen.
77% sind für eine rückwirkende Abschaffung der Verjährungsfristen bei Missbrauch.
38% haben ihre Grundeinstellung zur katholischen Kirche negativ verändert.
56% der Bevölkerung kann sich nicht/nicht mehr vorstellen, ihre Kinder in eine Einrichtung der katholischen Kirche zu geben.
69% glauben nicht, dass die Kirche die pädokriminellen Taten in ihrem Umfeld aufklären.
Quelle: Salzburger Nachrichten
Kommentar: Ich kann verstehen, wenn Menschen der Kirche den Rücken kehren. Ich kann es wirklich verstehen. Die Frage ist nur, ob man die Kirche jenen überlassen darf, die sie so gründlich in die Krise der Glaubwürdigkeit gefahren haben.

18.3.2010 P. Dr. Udo Fischer im Interview mit ORF

18.3.2010 Im Bistum Fulda hatte Ende der 90er Jahre ein Priester im Bistum Fulda, in Homberg/Efze, sexuelle Übergriffe auf Jugendliche begangen. Er wurde zu einer Geld- und GEfängnisstrafe verurteilt. Die Haft war zur Bewährung ausgesetzt. Nach 1996 war der Priester in Weimar in der Gefängnisseelsorge tätig. Im Frühjahr 2004 wurde ihm sexuelle Nötigung eines jungen Erwachsenen vorgeworfen. 2006 wurde das gerichtliche Verfahren eingestellt.2007 versetzte das Bistum Fulda den Priester in den Ruhestand, gab ihm aber die Möglichkeit, unter strengsten Auflagen in Naumburg und Volkmarsen (Nordhessen) weiterhin Eucharsitie zu feiern.
Quelle: welt.de
s. auch Presseerklärung des Bistums Fulda

18.3.2010 Im Bistum Speyer hat sich ein Mann gemeldet, der in den 60er Jahren von einem Gemeindepfarrer missbraucht worden sei. Außerdem gibt es Ermittlungen gegen zwei Patres, die sich vonr 25 Jahren in Homburg/Saar an Schülern vergangen haben sollen.
Quelle: BildZeitung

18.3.2010 Die Caritas Bonn hat Hinweise auf Gewalt in ihrem früheren Kinderheim Schloss Allner in Hennef erhalten. Die Berichte seien alarmierend.
Quelle: domradio

18.3.2010 In der katholischen Gemeinde in Barßel wird Alwin B., Kaplan von 1957 bis 1961, verdächtigt, sich in dieser Zeit Messdienern unsittlich genähert zu haben.
Quelle: nwzonline

18.3.2010 Der Pfarradministrator von Schübelbach, Schweiz, ist zurückgetreten. Ein Opfer hat das Bistum informiert. Der Täter gestand die sexuellen Übergriffe gegenüber Bischof Huonder. Die Taten ereigneten sich in den 70er Jahren in Deutschland und Österreich.
Quelle: Südostschweiz
Nachtrag am 20.3.2010:  «10vor10» zeigte gestern Abend ein Polizeidokument aus Österreich, welches besagt, dass der Pater Knaben missbrauchte und dass die Ordensvorgesetzten von Anfang an Bescheid wussten – und ihn trotzdem immer wieder Knaben betreuem liessen. Im Polizeidokument heisst es wörtlich: «Pater G. M. soll Ende der 60er-Jahre vom deutschen Kloster Birnau wegen wiederholtem sexuellem Missbrauch ins Gymnasium Mehrerau versetzt worden sein und dort über einen längeren Zeitraum die Missbrauchshandlungen an Schülern fortgesetzt haben.” Das Bistum Basel bezeichne heute die Anstellung «aus heutiger Sicht als unvertretbare Fehleinschätzung», schreibt Gracia weiter. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe die Bistumsleitung aber keine Kenntnis davon, dass Pater G. M. während der 16 Jahre seines Einsatzes im Bistum Basel pädophile Übergriffe verübt habe.

18.3.2010 Stars erzählen von ihrer Kindheit und Jugend – und sie erzählen von sexuellem Missbrauch.

18.3.2010 Die Frankfurter Rundschau berichtet von sexuellen Übergriffen im Landheim Schondorf, Ammersee, durch einen Pädagogen. Der ehemalige Internatsleiter Rolf Mantler bestätigte die Information.
Quelle: FR

17.3.2010 Der irische Bischof Sean Brady hat vor 35 Jahren eionen Jungen, damals 10, und ein Mädchen, damals 14, schwören lassen, dass sie über den von ihnen erlittenen Missbrauch schweigen. Der Täter war der Priester Brendan Smyth. Der damalige Bischofssekretär erstattete keine Anzeige – auf Anweisung seines Bischofs. Der Täter wurde vom Dienst entfernt. In der Folgezeit hat er weitere Kinder missbrauch. 1994 wurde er verurteilt. Man nimmt an, dass er mindestens 90 Kinder missbraucht hat. Der dafür mit-verantwortliche Bischof lehnt seinen Rücktritt ab.
Quelle: sz-online

17.3.2010 Derzeit wird diskutiert, ob Abt und Prior von Ettal zu Unrecht zurückgetreten sind – ihnen sei nichts vorzuwerfen, sagt der Theologe und Mediziner Dr. M. Lütz.
Quelle: Merkur

17.3.2010 Offene Geheimnisse um einen pädokriminellen Missbrauchstäter
Quelle: Spiegel

17.3.2010 Der Eichstätter Bischof Hanke hat einen Geistlichen suspendiert. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen im Schuljahr 1971/72 einen Minderjährigen missbraucht zu haben.
Quelle: Abendzeitung

17.3.2010 Missbrauch verursache nicht nur eine psychische Traumatisierung, sondern auch eine nachhaltige Störung der körpereigenen Schmerzkontrolle, sagte Müller-Schwefe, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) ist. “Die primären Schmerzen, welche die Opfer während einer Misshandlung ertragen müssen, können im Körper unmittelbar Spuren hinterlassen und sich tief in das Schmerzgedächtnis einbrennen”, so Müller-Schwefe mit Blick auf die aktuelle Diskussion um sexuellen Missbrauch.
Quelle: Ärztezeitung

17.3.2010 Aufruf zur Demo der ehemaligen Heimkinder in Berlin am 15. April 2010:
“Wir ehemaligen Heimkinder wurden über Jahre hinweg in meist kirchlichen Heimen systematisch gedemütigt und misshandelt, viele von uns auch sexuell missbraucht und als „Arbeitssklaven“ ausgebeutet. Wir waren den Jugendämtern und dem Heimpersonal schutzlos ausgeliefert. Lange Zeit hat man uns zum Schweigen gebracht, doch… JETZT REDEN WIR!!!”
mehr

17.3.2010 Im Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt hat es in den 80er Jahren möglicherweise sexuelle Übergriffe auf Kinder gegeben. Der Schulleiter der von den Siebenten-Tags-Adventisten betriebenen Schule erhielt einen Brief, in dem berichtet wird, dass es zu sexualisierter Gewalt gegen Klavierschüler gekommen sei.
Quelle: FR

17.3.2010 Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt in einem konkreten Fall: Ein mittlerweile 58-jähriger Mann soll von 1963 bis 1970 von einem Mönch der Benediktiner-Abtei Michaelbeuern (Flachgau) mehrfach sexuell missbraucht, gezüchtigt und geschlagen worden sein. Das Opfer erstattete am 12. März 2010 Anzeige bei der Polizeiinspektion Lenzing (OÖ), teilte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger, am Dienstag mit.
Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg ist noch ein zweiter Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch anhängig, der erst vergangenen Februar bekanntgeworden war. Ein Ordenspriester in der Erzdiözese Salzburg soll einen siebenjährigen Buben durch Vorzeigen des Geschlechtsteils und Fotos “sittlich gefährdet” haben. Es wird noch ermittelt.
Quelle: Die Presse

17.3.2010 Wie die HNA in einem Bericht schreibt, hat sich in den 90er Jahren auch in Homberg ein Fall von sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Pfarrer zugetragen. Wie bei solchen Fällen üblich, wurde der Mantel des Schweigens über diese Vorfälle gelegt. Laut HNA teile die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Fulda mit, daß 1996 der seinerzeit tätige katholische Pfarrer “im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs aus seinem Amt abberufen wurde”. Der Pfarrer war in der Zeit von 1986 bis 1996 in der Katholischen Kirchengemeinde Homberg tätig.
Quelle: avaio

17.3.2010 Der Abt von Stift Wilten berichtet, er habe in dieser Woche von Vorfällen im Bereich des Stiftes erfahren. Die Übergriffe liegen schon 50 Jahre zurück. Demnach hat es durch einen Heimleiter Ende der 50er Jahre mehrfach sexuellen Missbrauch gegeben. Betroffen waren laut Abt Raimund Schreier mehrere Schüler in einer Ballnacht. Als Täter wurde der damalige, inzwischen verstorbene Leiter des Lehrlingsheimes genannt. Dem damaligen Heimleiter des kirchlichen Lehrlingsheimes St. Bartlmä sei nach Bekanntwerden der Vorfälle die Leitungsaufgabe entzogen worden, sagte Schreier. Derselbe Täter soll auch Wiltener Sängerknaben sexuell belästigt haben, die in diesem Heim ihre Proben abhielten. Das wurde vor wenigen Tagen bei der Ombudsstelle der Diözese Innsbruck gemeldet.
Quelle: tirol.orf

17.3.2010 Hans Küng über die Aufgaben des Papstes
Quelle: SZ

17.3.2010 Auszug aus einem Artikel “Das belämmerte Schweigen”, von Micha Hilgers: “Dass die Täter schweigen bis sich die Balken biegen, und dann in die für Pädophile üblichen Ausflüchte verfallen, die die Opfer zu den wahren Tätern zu machen versuchen, wundert nicht. Das Trio infernale der pädophilen Rechtfertigungen besteht aus dem Vorwurf an die Opfer, diese hätten in Wirklichkeit den Täter verführt – also einer Verkehrung von Tätern und Opfern. So zum Beispiel der im Alter nicht weiser gewordene sogenannte Reformpädagoge Hartmut von Hentig (84), der sich allenfalls vorstellen kann, dass sein Lebenspartner von Schülern verführt worden wäre. Womit sich jede weitere Debatte über die Qualitäten von Hentigs erübrigt.”
Quelle: FR
Kommentar: Wenn nach Kinderheimen, Kirche(n) und Internaten weitere Institutionen genauer angeschaut würden – etwa die Familie -, dann müsste für jeden erkennbar werden, dass sexualisierte und sonstige Gewalt gegen Kinder allüberall ist. Das ist seit den 80er Jahren bekannt.

16.3.2010 Pressemitteilung der Abtei Königsmünster

16.3.2010 Bischof Franz-Josef Bode hat an die Katholiken im Bistum Osnabrück geschrieben.
Quelle: Bistum Osnabrück

16.3.2010 Im Schloss Salem soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. Die Täter seien sofort entlassen worden.
Quelle: Spiegel

16.3.2010 Wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche sieht der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper deren Glaubwürdigkeit weithin verspielt. Es werde einige Zeit dauern, bis die Kirche sie wieder zurückgewonnen habe, sagte er am Dienstag in Vallendar.
Quelle: kirchensite

16.3.2010 In der FR steht in einem langen Katalog an Fragen der bemerkenswerte Satz, warum Kinder zu wenig und Täter zu sehr geschützt werden: “Es fehlt uns an Empathie.”

16.3.2010 “Da wo kein wirklicher Aufklärungswille vorhanden war und Täter einfach nur versetzt wurden, müssen wir in einer ganzen Reihe von Fällen gestehen, dass vertuscht worden ist“, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann der Koblenzer „Rhein-Zeitung“ vom Mittwoch. Die Schuldfrage sieht er dabei weniger bei der Kirche als Institution, als den Tätern und deren direkten Vorgesetzten.
Quelle: focus

16.3.2010 Im Kloster Metten soll es zu sexuellem Missbrauch von Jugendlichen gekommen sein. Ein Mann berichtet, dass er 1970 im Knabeninstitut Fürstenstein puren Sadismus erlebt habe und in Metten beobachtete, wie ein Pater seinen pädokriminellen Neigungen öffentlich nachging.
Quelle: Passauer Neue Presse
Das Bistum Regensburg nimmt dazu Stellung: „Der Vorwurf sexuellen Missbrauchs an einen Mitbruder und der Vorwurf der Brutalität an einen anderen Mitbruder entsetzen und erschüttern mich sehr. Mir war zwar durchaus bewusst, dass in früheren Jahrzehnten auch harte Strafen in unserer Erziehung zum Einsatz kamen. Ich wusste aber nichts über dieses Ausmaß. Genauso wenig wusste ich, dass Handlungen sexuellen Missbrauchs vorkamen. Nachdem mir nun der Bericht unseres ehemaligen Schülers vorliegt, bin ich entschlossen, alles in Bewegung zu setzen, um für Aufklärung, Transparenz und Hilfe zu sorgen.
N a c h t r a g
6.7.2010  Die Ermittlungen gegen einen Ordensmann des Klosters Metten wegen übermäßiger Gewalt und sexueller Übergriffe wurden eingestellt. Die Taten sind entweder bereits verjährt oder die Vorwürfe seien sehr pauschal und in manchen Fällen läge kein strafbares Verhalten vor.
Quelle: idowa.de

16.3.2010 Im Kapuziner-Seminar St. Lorenzheim erheben ehemalige Zöglinge gegen einen früheren Pater den Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Die Vorgänge betreffen die Jahre 1960 bis 1967. Ein damals Zehnjähriger wurde von dem Pater nachts unsittlich berührt. Ältere Schüler, die ihm helfen wollten, meldeten ihre Beobachtungen dem Heimleiter, einem Pater. Der versprach, er selbst werde die Vorgänge an den Ordensoberen in Wien melden. Aber es geschah- nichts. Der beschuldigte Pater kennt den Vorwurf, streitet aber alles ab. Er selbst habe vielmehr von einem Missbrauch gehört, aber der Mitbruder sei bereits gestorben. Der Beschuldigte sagt auch noch: “Ein Bub selber wollte einmal so etwas anfangen.”
Quelle: Kleine Zeitung

16.3.2010 Dem Bistum Mainz liegen nun weitere Erkenntnisse über das Konvikt in Bensheim vor. Bei weiteren Recherchen ist ein unbeschrifteter Aktenordner aufgetaucht, in dem ein Brief an den damaligen Mainzer Bischof, Kardinal Hermann Volk, gefunden wurde. In dem Brief, datiert vom 23. Februar 1981, finden sich Schilderungen eines Konviktbewohners über sexuellen Missbrauch an ihm und an anderen Bewohnern durch den Heimleiter, der das Konvikt von 1973 bis 1979 leitete. Zudem existiert ein Antwortschreiben von Domdekan Hermann Berg, der zu dieser Zeit Leiter des Dezernates Schulen und Hochschulen war, der den Verfasser des Briefes zu einem Gespräch einlädt. Dieses Gespräch kam nicht zustande. Über das weitere Geschehen liegt kein Schriftverkehr vor. Der Aktenfund ist der zuständigen Staatsanwaltschaft in Darmstadt übergeben worden.
Quelle: Bistum Mainz

16.3.2010 In Friedrichsdorf gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Gemeindepfarrer Dieter F. Er räumte die Vorwürfe teilweise ein. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gab die drei bekannt gewordenen Fälle an die Staatsanwaltschaft Frankfurt.
Quelle: FR

16.3.2010 In Brasilien werden drei Priester, zwei davon höhere Würdenträger (Monsignore), des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Quelle: ORF

16.3.2010 Die Diözese Graz-Seckau und der Vatikan sollen nach einem Bericht des “Falter” einen weitreichenden Missbrauchsfall eines steirischen Pfarrers jahrelang  vertuscht haben. In den 1980er Jahren soll der Pfarrer mehr als ein Dutzend Kinder missbraucht haben. Die Eltern der mutmaßlichen Opfer versuchten vergeblich, die Entlassung des Priesters zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft befragte zwei mutmaßliche Opfer und drei aktuelle Ministranten. Die weiteren mindestens 70 Ministranten wurden nicht befragt. Die Staatsanwaltschaft rechtfertigte die Einstellung des Verfahrens mit ihrem “Fingerspitzengefühl” – wenn nichts dran wäre, wäre der Mann ruiniert.
Als später das Erzbischöfliche Metropolitan- und Diözesangericht in Salzburg den Pfarrer für schuldig befand, soll direkt aus dem Vatikan die Order gekommen sein, die Sache fallen zu lassen.
Nach einem Urlaubsjahr arbeitete der Priester wieder in der Seelsorge. Dann wurde er verdächtigt, mindestens 13 Jungen zwischen 5 und 18 Jahren wiederholt sexuell und schwer sexuell missbraucht zu haben. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt.
Eltern intervenierten weiter. Es kam zu einem Kirchengerichtsverfahren, das mit einem Schuldspruch endete. Das Urteil wurde 2006 wegen Verjährung aber wieder aufgehoben. Das Verfahren fand statt, als Kardinal Ratzinger an der Spitze der Glaubenskongreggation stand. Es wurde aufgehoben, als Josef Ratzinger bereits Papst war.
Gerhard Holotik, jener Prälat des Erzbischöflichen Metropolitan- und Diözesangerichts in Salzburg, der das Gerichtsverfahren geleitet hatte, erklärte dem FALTER, er habe sich wegen der Verjährung sehr wohl im Vorhinein abgesichert. “Wir haben die Sache ja von Rom zugewiesen bekommen. Sie können sich denken, wie wir empfinden, wenn unser Urteil plötzlich aufgehoben wird. Ich bin nicht glücklich über das Ganze.”
Quelle: standard.at und FR vom 19.3.2010
s. auch Falter und Falter

16.3.2010 Ein katholischer Priester, Lehrer, zuletzt an einer Universität in Santiago de Chile, wurde 2009 verhaftet. Er soll von 1992 bis 2005 in Spanien Jugendliche missbraucht haben und die Missbräuche gefilmt haben. Anhand der Videos konnten spanische Ermittler rekonstruieren, an welchen Schulen der Geistliche Kinder missbraucht haben soll. Klagen hatte es von Eltern oder Schülern nie gegeben.
Quelle: welt.de

16.3.2010 Im katholischen Kapuzinerorden in Bad Mergentheim soll ein heute 80-jährige Pater zwischen 1967 und 1975 mindestens ein Kind sexuell missbraucht haben. Den Vorgesetzten war den Angaben zufolge bekannt, dass es “Auffälligkeiten” gegeben habe. Eintrage in der Personalakte gäbe es jedoch nicht.
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart soll sich ein inzwischen gestorbener Priester in den 50er und 60er Jahren an Jungen vergangenhaben. Der beschuldigte Ireister ist seit 1968 Ehrenbürger der Stadt Rottenburg.
Inzwischen kam auch heraus, dass die Missbrauchsvorwürfe am ehemaligen katholischen Jungen-Internat in Bensheim bereits in den siebziger und achtziger Jahren bekannt waren. Es sei ein Brief an den damaligen Mainzer Bischof vom Februar 1981 aufgetaucht, in dem ein Schüler sexuellen Missbrauch durch den Internatsleiter schildert, teilte das Bistum in Mainz am Dienstag mit. Zu einem daraufhin dem Schüler angebotenen Gespräch sei es aber nie gekommen. Zudem gebe es Hinweise auf Briefe aus den siebziger Jahren, in denen Eltern von sexuellem Missbrauch berichteten. In dem Konvikt soll es bis 1979 Misshandlungen und Missbrauch gegeben haben.
Quelle: Spiegel

16.3.2010 Nach Aufdeckung des Missbrauchsskandals am Bad Godesberger Jesuiten-Gymnasium Aloisiuskolleg haben sich nach Informationen der “Kölnischen Rundschau” 30 ehemalige Schüler sowie ein Schüler von heute gemeldet.
Quelle: Tageblatt

16.3.2010 In Österreich kursieren Zahlen zu den Kirchenaustritten.

16.3.2010 Auch im oldenburgischen Münsterland ist es offenbar in katholischen Einrichtungen zu sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gekommen. Der Sprecher des Offizialatsbezirks Vechta im Bistum Münster, Peter Waschinski, bestätigte dem epd fünf Fälle in Vechta, Cloppenburg, dem Nordkreis Cloppenburg und Neuenkirchen aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie würden nun untersucht. Insgesamt werden Vorwürfe gegen vier Pfarrer und einen Hilfsarbeiter eines inzwischen geschlossenen Internats erhoben.
Quelle: epd

16.3.2010 Opfer werden zu Tätern gemacht:Von Hentig hatte der SZ gesagt, wenn Becker, der frühere Rektor der Odenwaldschule, jemanden missbraucht habe, so könnte vielleicht mal ein Schüler den Lehrer Becker verführt haben. Der Soziologe Oskar Negt kommentiert, dass Hentig die Opfer zu Tätern machen. “Das ist für mich nicht nur eine große persönliche Enttäuschung, sondern einfach unerträglich”, sagte er.
Quelle: FR

16.3.2010 Ursula Enders weist darauf hin, dass Missbrauch nicht nur in der Kirche stattfindet. Sie hat Sorge, dass vor lauter Kirche vergessen wird, dass es Missbrauch auch in anderen Institutionen gibt: in Sportvereinen, Kindertagesstätten, in der Jugendhilfe und auf Ferienfreizeiten. Sie fordert eine unabhängige Kommission, die Missbrauchsfälle aufarbeitet – nicht nur in der Kirche, sondern überall. Es sei noch immer leichter, einen übergriffigen Geistlichen aus der Kirche zu bekommen als einen übergriffigen Lehrer aus der Schule. Sie fordert einen gesetzlichen Verhaltenskodex für pädagogische Berufe.
Quelle: hna.de

15.3.2010 Am gestrigen Sonntag stand in der Leseordnung der katholischen Kirche als Evangelium das Gleichnis vom barmherzigen Vater. Mich erreichten gestern und heute Mails,  in denen Missbrauchsopfer berichteten, dass katholische Priester vor Ort dieses Gleichnis nutzten, um von der Barmherzigkeit Gottes mit Priestern, die Kinder und Jugendliche missbrauchten,  zu sprechen. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Opfern. Noch bevor die Opfer gehört wurden und ihr Leid auch nur annähernd ermessen wurde; noch bevor weder die Täter noch die sie Beschützenden ermessen haben, welches nicht selten lebenslängliche Leid beide (!) angerichtet haben – ist schon wieder vom Erbarmen mit den Tätern die Rede. Nicht nur ich denke, dass damit wieder einmal die Opfer im Regen stehen gelassen werden. In diesem Denken ist Gott also der Kumpane der Täter. Da ist es möglich, die Vergebung Gottes den Tätern zuzusprechen, ohne dass auch nur ein Opfer gefragt worden wäre. Das ist unerträglich, meine ich und mit mir Frauen, die das Leid der Opfer am eigenen Leib täglich erfahren. Erika Kerstner

15.3.2010 “Den Papst und die gesamte Kirche in die Missbrauchsskandale hineinziehen zu wollen, ist ein Zeichen von Gewalt und Barbarei”, sagte der Sprecher des Papstes, Erzbischof Rino Fisichella.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Da ist dieser immer wiederkehrende Gedanke, dass die wahren Opfer nicht etwa die misshandelten und missbrauchten Kinder sind – sondern die Kirche oder ihre Repräsentanten!

15.3.2010 Der Deutsche Kinderschutzbund lehnt den geplanten Runden Tisch ab. Der Kinderschutzbund-Präsident Hilgers nannte die Initiative überflüssig. “Wir haben keine Erkenntnisprobleme in Deutschland. Wir haben ein Problem, dass jahrzehntelang nicht gehandelt worden ist”, sagte Hilgers. Übersehen werde in der Diskussion der Vergangenheit, dass Zehntausende Kinder auch 2010 dasselbe Schicksal erleiden werden.
Quelle: focus.de
Kommentar: Gehandelt wurde sehr wohl – allerdings im Interesse der Täter und im vermeintlichen Interesse der Institution Kirche! Nur im Interesse der Opfer wurde nicht gehandelt!

15.3.2010 Im Jülicher Internat Haus Overbach, katholisch, sollen in den 1950er Jahren drei Menschen von Ordensleuten sexuell missbraucht worden sein. Das teilte die deutschsprachige Ordensprovinz der Oblaten des heiligen Franz von Sales mit.
In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wird drei Verdachtsfällen nachgegangen.
Quelle: Zeit

15.3.2010 Auch in Italien sind Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester bekanntgeworden. Der ehemalige Erzbischof von Lecce, Cosmo Francesco Ruppi, räumte in einem Interview entsprechende Vergehen durch Kleriker in der Region Apulien ein.
Quelle: rp-online

15.3.2010 Eklat im Gottesdienst der katholischen Gemeinde in Bad Tölz: In diese Gemeinde war der Pfarrer versetzt worden, der in Essen Kinder missbraucht hatte. Der Papst hatte als damaliger Erzbischof von München und Freising die Versetzung nach Bayern angeordnet. Er habe jedoch nicht den Einsatz in einer Pfarrei und in der Seelsorge zu verantworten, heißt es. Der Vorsitzende des Pfarrverbandes, zu dem Bad Tölz gehört, zeigte sich der SZ gegenüber schockiert. In seiner Predigt fand er für den Kollegen beschwichtigende Worte. Daraufhin kam es zum Zwischenruf: “Ich kann das nicht hören!…Sie können doch jetzt nicht mehr ablenken!”
Quelle: de.news.Yahoo

15.3.2010 Ein Beitrag von GottesSuche auf evangelisch.de über die Erwartungen von Gewaltopfer an Kirchen.
Quelle: evangelisch.de

15.3.2010 Ein Priester aus Graz hat vor 20 Jahren einen Jugendlichen auf einer Urlaubsreise missbraucht. Der Geistliche gestand und legte die Leitung seiner Pfarreien nieder.
Quelle: Steiermark.orf

15.3.2010 Der Abt des Stiftes Kremsmünster, Ambros Ebhart, hat zwei weitere Patres, gegen die Missbrauchsvorwürfe vorgebracht worden waren, ihrer Ämter enthoben. Damit sind mittlerweile fünf Geistliche des oberösterreichischen Klosters suspendiert.
Quelle: Salzburg.com

15.3.2010
Dublin — Trotz des sexuellen Missbrauchs hunderter Kinder durch katholische Geistliche in Irland will das dortige Kirchenoberhaupt Sean Brady nicht zurücktreten. Dies erklärte er, nachdem er zuvor eingestanden hatte, 1975 als einfacher Priester an zwei Treffen mit Missbrauchsopfern teilgenommen zu haben, bei denen diese Schweigegelübde unterzeichneten.
Quelle: google.com

15.3.2010 Der Leiter des Seelsorgereferates I im Ordinariat des Erzbistums München, Josef Obermaier, 65, ist zurückgetreten. Er hat die Verantwortung für gravierende Fehler übernommen. Er hat einen wegen sexuellen Missbrauchs seit 1986 vorbestraften Priester in der Seelsorge eingesetzt und wohl nicht überprüft, ob der Vorbestrafte sich an die Auflagen hielt – er hielt sich nicht daran.
Quelle: Bild-Zeitung (na ja, muss auch mal sein!)

15.3.2010 Die Entschuldigung der Kapuziner in Österreich

15.3.2010 Erfahrungen aus dem Kinderheim in Altdöbern
Quelle: Lausitzer Rundschau

14.3.2010 Buchhinweis: Zedlitz, Markus: Zerrbilder- Stimme eines Opfers, htpp://www.heimdall-verlag.de, ISBN 978-3-939935-31-5

14.3.2010 Immer wieder wird das Elend von Erwachsenen benannt, die kein Kind mehr tröstend in den Arm nehmen können, weil sie sonst Gefahr laufen, des Missbrauchs verdächtigt zu werden. Diese Argumentation halte ich für unrealistisch. Jeder Erwachsene weiß ganz genau, mit welchen Motiven und Gefühlen er ein Kind tröstet und berührt. Und jedes Kind spürt genau, ob die Motive des Erwachsenen in Ordnung sind oder nicht.
Ich glaube auch nicht, dass das Risiko einer falschen Beschuldigung hoch ist – niemand, der halbwegs bei Verstand ist, wird für sich eine Biographie “erfinden”, in der sexualisierte Gewalt vorkommt.

14.3.2010 Hier erzählt ein Psychotherapeut ein wenig von dem, was den Opfern von sexualisierter Gewalt geschieht.

14.3.2010 Der Prozess gegen den katholischen Priester Georg K., 51, hat in Südafrika begonnen. Der Priester muss sich vor einem Gericht in Johannesburg verantworten, weil er drei Jungen sexuell genötigt haben soll. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Seine Anwälte haben versucht, den Prozessauftakt hinauszuzögern. Auch in Krefeld liegt eine Strafanzeige vor.
Quelle: wz-newsline

14.3.2010 Im Bistum Münster wurde ein katholischer Priester entpflichtet, weil er sich an frühere sexuelle Vorfälle mit Jugendlichen erinnerte.
Quelle: Der Spiegel

14.3.2010 Die “Initiative Kirche von unten” bezieht  – nach dem Gespräch des Papstes mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz – Stellung zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.

14.3.2010 Die katholische Kirche hat in der Öffentlichkeit und in den eigenen Reihen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Einer Emnid-Umfrage zufolge geben 67 Prozent der deutschen Katholiken an, dass die katholische Kirche durch die jüngsten Aufdeckungen von Missbrauchsfällen an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, in der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 71 Prozent.
Quelle: SZ

14.3.2010 in einem britischen Inzestfall sind die Behörden 25 Jahre lang nicht eingeschritten, obwohl sie die Verbrechen ahnten.
Quelle: FR

14.3.2010 Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff, 61, wurde als 12-jähriger Schüler 1960 im evangelischen Internat Gaienhofen am Bodensee von einem Lehrer wiederholt missbraucht. “Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden.” Ihm seien, so Kirchhoff, “Doktorspiele, Ferkeleien, unausgegorener Sex” widerfahren.
Quelle: Spiegel

14.3.2010 Im Oldenburger Land hat es in katholischen Einrichtungen in den 50er und 60er Jahren sexuellen Missbrauch gegeben. Das bestätigte das Bischöfliche Offizialat in Vechta. Es bittet mögliche Opfer, sich zumelden. Bislang liegen vier Verdachtsfälle vor, in 3 Fällen geht es um sexuelle Übergriffe. Angezeigt wurden drei Priester und ein Kirchenmitarbeiter. Die mzutmaßlichen Täter sind verstorben.
Quelle: ov-online

14.3.2010 Ein Mann erzählt, was er in einem evangelischen Heim erlebt hat. Triggergefahr.
Quelle: faz

13.3.2010 Wie das Vertuschen funktioniert – am Beispiel der Odenwaldschule. Quelle: FR

13.3.2010 Gewalt im Maristen-Internat in Mindelheim – ein Opfer berichtet: Meine Kindheit ist verloren gegangen.
Quelle: Augsburger Allgemeine

13.3.2010 Radio Vatikan schreibt im Link und in der Artikelüberschrift von 300 und nicht von 3000 Anzeigen gegen Priester wegen sexueller Gewalt. Die Zahl 3000 dürfte die richtige sein, denn bereits 2008 hat die Presse von 1000 Fällen nur aus den USA berichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es 10 Verurteilungen, d.i. 1%.

13.3.2010 Der Vatikan gibt Zahlen bekannt: Ihm liegen 3000 Anzeigen gegen Priester vor, die in den letzten 50 Jahren des Missbrauchs verdächtigt wurden. 10% betrafen Minderjährige, 60% betrafen gleichgeschlechtliche Kontakte, 30% heterosexuelle Kontakte.
Von 3000 Anzeigen, die beim Vatikan wegen sexuellem Fehlverhalten von Priestern und Ordensmännern eingingen, wurden 300 Anzeigen wegen pädophiler Verbrechen erstattet.
“Zwischen 1975 und 1985 ist meines Wissens kein einziger Hinweis auf Fälle von Pädophilie bei Klerikern zur Kenntnis unserer Kongregation gelangt.” Das sagt Monsignor Charles J. Scicluna, der „Anwalt der Gerechtigkeit” der Kongregation für die Glaubenslehre. Dem widerspricht alllerdings eine Information von salzburg.com, die berichtet, dass  sich mindestens der Erzbischof Rembert G. Weakland auf Beschwerden von Opfern des Pater Murphy hin an den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger wandte, allerdings keine Antwort erhielt. Murphy soll 200 taubstumme Kinder missbraucht haben. Eine Antwort jedoch erhielt Pater Murphy, als er Rom darum bat, seine letzte Lebensfrist mit seiner Würde des Priestertums erleben zu dürfen: der damals Zuständige Kardinal Tarcisio Bertone stellte das nochnicht begonnene Verfahren ein.
Quelle: 20 min.ch und Vatikan-Chronik
Kommentar: Mit anderen Worten: Anzeige im Vatikan (oder auf dem Weg über die Diözesen an den Vatikan) werden in der Regel nur Menschen erstatten, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Menschen, die einvernehmliche sexuelle Kontakte haben – egal, ob homosexuell oder heterosexuell -,  werden üblicherweise keine Anzeige erstatten. Was wir also im Moment in Deutschland (und den Niederlanden, in Österreich und der Schweiz) erleben, betrifft nur die 10% der Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige. Darüber hinaus gibt es dann – wenn die Zahlen des Vatikans halbwegs repräsentativ sind – 90%, also 2700 Fälle, in denen es sexualisierte Gewalt gab, die von Priestern ausging und Erwachsene betraf. Da scheint es ein großes Dunkelfeld zu geben.
In 10% der Fälle, die dem Vatikan vorlagen, wurde den Priestern das Recht entzogen, Sakramente (wie die Beichte) zu spenden. Weitere 10% hätten selbst darum gebeten. Gegen 60% der Betroffenen gab es nur disziplinarische Verfahren – angesichts des fortgeschrittenen Alters der Beschuldigten. Es gilt also nach wie vor: Sexueller Missbrauch ist eines der am meisten sicheren Verbrechen.

13.3.2010 In der vergangenen Woche ist die Zahl der Meldungen über Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche in den Niederlanden um 250 auf jetzt 450 gestiegen, berichtet das NRC Handelsblad.
Quelle: blogs.taz.de

13.3.2010 In einem katholischen Internat in Cloppenburg sollen drei Priester, die inzwischen gestorben sind, und ein Laie sich an Kindern vergangen haben.
In der Schweiz sind rund 60 mutmaßliche Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche gemeldet worden. Ob hinter den Meldungen tatsächlich 60 Übergriffe stünden, müsse geprüft werden.
Der Vatikan sieht Papst Benedikt XVI. unterdessen als Opfer einer Kampagne im Skandal um sexuelle Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland. “In den letzten Tagen gab es einige, die mit einer gewissen Verbissenheit in Regensburg und in München nach Elementen gesucht haben, um den Heiligen Vater persönlich in die Missbrauchs-Fragen mit hineinzuziehen”, kritisierte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Samstag in Rom. Diese Versuche seien jedoch “gescheitert”.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Merke: Das wahre Opfer dieser Missbrauchsserie sind nicht die Missbrauchten – das wahre Opfer ist die Kirche – und allen voran der Vatikan und der Papst.

13.3.2010 Eine Information aus dem Bistum Passau, die ich im Moment nicht einordnen kann.
Quelle: Bistum Passau
Nachtrag vom 11.7.2010: Im Bürgerblick Nr. 34, April 2010, S. 23-24 werden die Hintergründe ein wenig deutlicher. Unter dem Titel “Er wirkte unter Erzbischof Ratzinger in München und Bischof Schraml in Passau. Benediktiner und Bubenschänder – 40 Jahre lang stoppte ihn keiner” wird berichtet, wie der im Februar verstorbene Pater Berthold mehr als 40 Jahre lang ungehindert Kinder missbrauchen konnte.

13.3.2010 Aus dem Internat des Klosters im bayerischen Plankstetten, Bistum Eichstätt, werden Übergriffe von Benediktinern auf Schüler berichtet. Ein 58-Jähriger berichtet von Übergriffen in den 60er Jahren. Der Abt bestätigte, dass 1967 ein Bruder des Klosters verwiesen wurde. Bei dem Hauptverantwortlichen für die sexuellen Übergriffen von 1965 bis 1967 handle es sich um einen etwa 35 jährigen Ordensmann, erzählt der Informant der Mittelbayerischen Zeitung. Er weist darauf hin, dass er von weiteren 5 bis 6 Jungen wisse, die ebenfalls die Übergriffe erdulden mussten.
Quelle: news-adhoc

13.3.2010 Neue Betroffene haben sich gemeldet, darunter einer, der bei den Regensburger Domspatzen bis in die 90er Jahre sexuelle Gewalt erlebt hätte.  Thomas Mayer berichtete, er habe sexuelle und körperliche Gewalt bis zum Verlassen des Internats 1992 als allgegenwärtig erlebt. Er sei im Internat von älteren Schülern vergewaltigt worden, berichtete er. Auch in der Wohnung eines Präfekten sei es zu Analverkehr zwischen Schülern gekommen. Die hätten den Druck eines totalitären Systems weitergegeben, sagt Thomas Mayer. Das Bistum Regensburg wollte sich nicht äußern.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Wenn es in so vielen katholischen – und nicht-christlichen – Internaten Gewalt und sexuelle Gewalt von Vorgesetzten an Untergebenen und von Gleichgestellten untereinander gab, dann stellt sich mir die Frage, ob es solche Vorgänge nicht auch in den Priesterseminaren gab – und immer noch gibt. Aber dort ist mit einer noch ausgeprägteren Loyalität mit der Institution zu rechnen als sie ohnehin üblich ist. Da werden wir vermutlich den nächsten Skandal abwarten müssen. Und der wird unweigerlich kommen, wenn die katholische Kirche  sich nicht wirklich zu den Opfern bekehrt. Ich bin skeptisch – aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

13.3.2010 Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es in den 50er und und 60er Jahren Fälle von Kindesmissbrauch. Nach Informationen des Schweriner Weihbischofs Werbs sind die Täter inzwischen gestorben. Im Erzbistum Hamburg wurde in einem Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, weil  ein damals 12-14 Jahre alter Junge zwischen 1953 und 1955 von einem Priester missbraucht worden sei.
Quelle: Ostsee-Zeitung

13.3.2010 Wieso die Missbrauchsvorwürfe an der Odenwaldschule jahrelang nicht aufgeklärt wurden – Die Schutzmauer (FR)

13.3.2010 Demontage eines Denkmals – Hartmut von Hentig

13.3.2010 Im Donaukurier berichten Opfer, die in Ingolstadt, Diözese Eichstätt, in kirchlichen Studienseminaren Gewalt erlebten.
Quelle: Donaukurier

13.3.2010 Der Onkel als Vergewaltiger – ein Opfer berichtet von einem Täter, der bei den Regensburger Domspatzen arbeitete.
Quelle: ovb-online

12.3.2010 Im Klosterinternat St. Ottilien durfte ein prügelnder Pater bis 2006 unterrichten.
Quelle: br-online

12.3.2010 Mit Wissen des heutigen Papstes kam in den achtziger Jahren ein einschlägig belasteter Pfarrer von Essen nach München. Dort missbrauchte er erneut Jugendliche – und arbeitet noch heute als Seelsorger in Oberbayern. Der heutige Papst habe als damaliger Erzbischof von München der Versetzung zugestimmt. Die Verantwortung für den erneuten Einsatz des pädokriminellen Priesters übernahm der damals zuständige Generalvikar Gerhard Gruber. “Der wiederholte Einsatz des Mannes in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler”, sagte der 81-Jährige der Zeitung. “Ich übernehme dafür die volle Verantwortung. Ich bedauere zutiefst, dass es durch diese Entscheidung zu dem Vergehen mit Jugendlichen kommen konnte und entschuldige mich bei allen, denen Schaden zugefügt wurde.”
Quelle: Süddeutsche und Spiegel und Erzbistum München und Vatikan
Kommentar: Was soll man dazu noch sagen? Der größte Feind der Kirche ist die Kirche selbst. Und sie ist  es, die dafür sorgt, dass Gott in den Herzen der Missbrauchten keine Chance mehr zu haben scheint. Rainer Bucher hat immer mehr Recht, wenn er von der “Niederlage Gottes in seiner Kirche” schreibt. Selbst die wohlwollendsten ChristInnen müssen sich da fragen, wie ernst es dem Papst mit seiner großen Erschütterung und seiner großen Betroffenheit ist.

12.3.2010 Bei den Regensburger Domspatzen gingen die gewalttätigen “Erziehungsmethoden” möglicherweise bis 2001.
Quelle: Domradio

12.3.2010 In den 70er Jahren soll es im Bad Honnefer Internat Schloss Hagerhof Fälle sexueller Gewalt gegeben haben. Ein 50-Jähriger berichtete der Schulleitung, dass er als 12-Jähriger von einem Erzieher missbraucht wurde. Dem Lehrer sei 1976 wegen eines anderen Falles fristlos gekündigt worden, sagte die jetzige Schulleiterin. Der Erzieher ist inzwischen gestorben.
Quelle: wdr

12.3.2010 Ein früherer Domkapitular des Bistums Essen wurde wegen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen verurteilt. Der über 16-Jährige wurde für Sex bezahlt. Der Gewalttäter muss 14.000 Euro Strafe zahlen, eine öffentliche Verhandlung gibt es nicht. Er gilt als vorberstraft.
Quelle: Spiegel

12.3.2010 Papst Benedikt XVI. hat „mit großer Betroffenheit und tiefer Erschütterung“ auf die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen in Deutschland reagiert. Das erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, am Freitag nach einer Audienz im Vatikan. Der Papst habe ihn ermutigt, die Fälle rückhaltlos aufzuklären und den Opfern beizustehen.
Quelle: focus.de

12.3.2010 Der Bundestagsvizeprsident Wolfgang Thierse, SPD, fordert den Papst auf, sich bei den Opfern zu entschuldigen. – Das mag ja gut gemeint sein – aber es gibt schon seit Jahren so viele folgenlose Entschuldigungen und Betroffenheitsäußerungen.
Quelle: google.com 

12.3.2010 Das hätte ich ja nicht gedacht, dass ein Bischof merkt, wie peinlich das Selbstmitleid der Kirche ist – Mitleid mit sich. Kardinal Schönborn stellt ganz richtig fest: “Es muss uns zuerst um das Leid der Opfer und nicht um die eigene Befindlichkeit gehen”- Kardinal Christoph Schönborn hält angesichts der Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Selbstmitleid für “unangebracht”. Auch wenn es schmerzlich sei, müssten die Mitglieder der Kirche in diesen Tagen Anfeindungen aushalten. “Es muss uns zuerst um das Leid der Opfer und nicht um die eigene Befindlichkeit gehen”, sagte Schönborn.
Übersehen hat er, dass auch die Opfer Mitglieder der Kirche sein können. In seiner Optik gehören also die Opfer nicht zu den “eigenen Leuten”.
Quelle: der standard

12.3.2010 Der 64-jährige Reinhard Gutmann sagt, er sei vor mehr als 50 Jahren im Stift Wilhering, Österreich, missbraucht worden. Der heutige Abt Hemmelmayr zeigt sich betroffen und will das Opfer treffen.
Quelle: die presse

12.3.20010 Erste Zahlen deuten darauf hin, dass die katholische Kirche mit einer Austrittswelle rechnen muss. Das moralische Desaster könnte zu einem finanziellen Fiasko werden.
Quelle: Süddeutsche

12.3.2010 Nach Ansicht des Regensburger Bischofs Müller braucht die Kirche in Deutschland keine päpstliche Hilfe, um mit den Missbrauchsfällen fertig zu werden. Die Kirche werde den Opfern von Gewalt Beratung anbieten, die meisten Fälle lägen jedoch weit zurück, sagte er.
Quelle: reuters
Kommentar: Nur für eine Gruppe liegen die Fälle nicht weit zurück. Sie bedrücken und bedrängen die Opfer als sei die Gewalt eben erst passiert. Das ist für Traumaüberlebende Alltag. Der Bischof sollte das erfahren und sich kundig machen.

12.3.2010 Bis in die 80er Jahre hinein sollen Steyler Missionare Schüler des Studienkollegs St. Johann sexuell missbraucht haben. Das teilte Pater Bernd Werle, Oberhaupt der Steyler Missionare in Deutschland, mit. Werle war in einer Mail informiert worden. Weder Täter- noch Opfernamen wurden ihm genannt. Er recherchierte und stieß auf drei mutmaßliche Täter aus den 60er Jahren, um das Jahr 1974 und 1981. Alle drei mutmaßlichen Täter sind tot. Der zuständige Bischof von Rottenburg-Stuttgart wurde informiert. Einer der Täter wurde rechtskräftig verurteilt, die anderen beiden versetzt.
Quelle: Schwäbische

11.3.2010 Kontraste berichtet über Aufklärung von sexuellem Missbrauch zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Quelle: rbb-online

11.3.2010 Eine Seltenheit: Die Direktorin der Odenwaldschule weint, als sie von der sexuellen Gewalt gegen Schüler und Schülerinnen berichtet.
Schon einmal hat jemand geweint: Es waren Bischöfe der nordamerikanischen Bischofskonferenz.

11.3.2010 Ein ehemaliger Schüler der Odenwaldschule korrigierte die jetzige Schulleiterin. Er sagte, dass nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Rektor Gerold B. die Schule das Thema damals eben nicht entsprechend aufgearbeitet. Der Nachfolger des beschuldigten Schulleiters habe gesagt, falls diese Vorwürfe öffentlich würden, werde die Schule geschlossen.
Der Pädagoge und Autor Bernhard Bueb, der 2 Jahre Lehrer an der Odenwaldschule war, sagte dem „Stern“, er könne die Vorwürfe gegen Gerold B. „nicht in Einklang mit der Person bringen, die ich ausschließlich als Freund und fürsorglichen Pädagogen kenne.“ Obwohl er Gerold B. nach den ersten Vorwürfen und Gerüchten über Missbrauch noch oft begegnet sei, habe er ihn nie auf das Thema angesprochen. Das sei eine Frage von Takt und Respekt gewesen.
Quelle: roeser-presse
Kommentar: Herr Bueb spricht von “Takt und Respekt” – Takt und Respekt gegenüber dem Täter, nicht gegenüber den Opfern. Der Begriff der “Kumpanei” oder des Täterschutzes wäre vermutlich korrekt.
Dass der Nachfolger des beschuldigten Schulleiters der Odenwaldschule die Loyalität der Schüler mit der Institution einforderte, ist bezeichnend. 

11.3.2010 Im Fall der Regensburger Domspatzen hat ein mutmaßliches Opfer berichtet, dass brutale Erziehungsmethoden auch 2001 noch praktiziert wurden. Internatsschüler in Pielenhofen, die die Nachruhe störten, hätten zur Strafe stundenlang und meist barfuß in einem dunklen Waschraum ausharren müssen.
Quelle: roeser-presse

11.3.2010 Der Stadard berichtet, dass es bei den Wiener Sängerknaben nach Aussagen von zwei ehemaligen Chormitgliedern in den 1960er und 1980er Jahren zu sexuellen Übergriffen kam.
Quelle: der standard.at

11.3.2010 Im Bistum Osnabrück gab es am ehemaligen Internat des Maristenklosters in Meppen Ende der 60-er Jahre sexuelle Gewalt gegenüber Minderjährigen. Das gab der Justiziar des Ordens bekannt. Der beschuldigte Pater war zu dieser Zeit Präfekt im Internat. Er starb vor zwei Jahren. Zwei ehemalige Schüler haben sich gemeldet.
Quelle: abendblatt.de

11.3.2010 Nach Angaben der Direktorin der Odenwaldschule haben sich weitere Opfer gemeldet, insgesamt 33. Die Anzahl er beschuldigten Lehrer hat sich von drei auf 8 erhöht. 40% der mutmaßlichen Missbrauchsopfer seinen ehemalige Schülerinnen.
Quelle: Spiegel

11.3.2010 Im oberschwäbischen Attenweiler, Kreis Biberach, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen sexueller Gewalt im ehemaligen Kinderheim der kirchl. Stiftung Piuspflege. Zuständig ist das Bistum Rottenburg-Stuttgart. Der mutmaßliche Täter ist der ehemalige Pfarrer des Kinderheims.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

11.3.2010 An der evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen, Bodensee, wurden Kinder und Jugendliche in sechs Fällen sexuell missbraucht.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

11.3.2010 Die eine oder andere Nachricht kann ich hier nicht verlinken, weil das Medium, die Zeitung etwa, gleichzeitig mit einer neuen Meldung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche Frauen als Sex-Objekte “anbietet”.

11.3.2010 Man mag es gar nicht mehr hören von Kirchenmännern: Dass es auch anderswo sexuellen Missbrauch gäbe. Als ob dadurch der sexuelle Missbrauch durch katholische Priester auch nur einen Deut weniger schlimm würde! Rainer Bucher hat vor einigen Jahren den Sachverhalt zutreffend beschrieben als “Niederlage Gottes in seiner Kirche”.

11.3.2010 Bistum Limburg: Ein Pfarrer, 48, aus dem Hochtaunuskreis hat gestanden, dass er ANfang der 90er Jahre in einer PFarrei im Westerwald Sexualkontakte mit Jugendlichen und Heranwachsenden hatte. Einvernehmlich seien sie gewesen, sagt der Pfarrer. Das Ermittlungsverfahren, das das Bistum Limburg veranlasst hatte, wurde eingestellt, weil die Übergriffe verjährt sind.
Quelle: FR

11.3.2010 Zwischenbericht zum Aloisius-Kolleg in Bonn

11.3.2010 Heidi Kastner, Chefärztin für forensische Psychiatrie in Linz, wiest darauf hin, dass Missbrauch vor allem Missbrauch eines AUtortätsverhältnisses ist. Missbrauch gedeiht dort umso leichter, wo die BEdingungen ihn fördern, so sich der Täter in Sicherheit vor Aufdeckung wiegen kann und wo die GEfahr gering ist, öffentliche Konsequenzen des eigenen Fehlverhaltens ziehen zu müssen. Bei fortgesetztem Missbrauch brauche es immer ein System, das ihn trägt und begünstigt. Es braucht Leute, die wegschauen, das Opfer für unglaubwürdig erklären, ihm eine Mitschuld geben und Geheimhaltung einfordern.
Zu ergänzen wäre noch, dass in der katholischen Kirche die Identifikation des Opfers mit der Institution fatale Konsequenzen hat.
Quelle: nachrichten.at

11.3.2010 Ein früherer Schüler im Gymnasium des Vorarlberger Klosters Mehrerau sagte dem ORF-Radio, ein Drittel seiner Klaaenkameraden sei in den 1960er Jahren von einem Pater missbraucht worden. Der Geistliche sei zuvor wegen eines sexuellen Übergriffs aus Detuschland nach Österreich versetzt worden. Die Opfer und deren MItschüler seien vom Abt zum Stillschweigen verdonnert worden.
Quelle: de.reuters.com

11.3.2010 ORF-Club 2-Diskussion: Sexskandale ohne Ende – wie scheinheilig ist die katholische Kirche?

11.3.2010 Bischof Laun, Österreich, wurde von Sandra Maischberger gefragt, ab wann Missbrauchs-Verdachtsfälle kirchenintern als “kriminell” eingestuft würden. Bischof Laun versuchte daraufhin zwischen Pornographie-Konsum am Computer und realen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen zu unterscheiden. Dabei erwähnte er den Fall eines Therapeuten, der beim Sichten von Pornographie “in die Falle gegangen” sei.
Quelle: süddeutsche

11.3.2010 Im Erzbistum Bamberg gingen drei Mails ein, die von sexuellem Missbrauch in einem Internat berichten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Bistum wollte nicht bestätigen, dass es sich um das Aufseianum-Internat handelt. Die Vorwürfe beziehen sich auf die 1960er und 1970er Jahre. Zu dieser Zeit wurde das Internat von katholischen Priestern geführt.
Quelle: br-online

11.3.2010 Der Erzdiözese Freiburg sind in den vergangenen Wochen mehrere Fälle sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen gemeldet worden. Es handelt sich um Vorfälle aus den Jahren 1950 bis 1980.
Quelle: Badische Zeitung

11.3.2010 HR-Online berichtet über Missbrauchsverdacht bei den Limburger Domsingknaben. Ein ehemaliges Chormitglied habe dem Bischof von Übergriffen des damaligen Dirigenten zwischen 1967 und 1973 berichtet. Der beschuldigte Domkapellmeister und Priester starb 2002. Das Bistum Limburg hat den Verdacht bestätigt.
Quelle: hr-online

11.3.2010 Die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Fulda, Anne Schmitz, weist darauf hin, dass es den Tätern – wie den Opfern auch – derzeit nicht besonders gut gehe. “Ich habe bislang noch keinen erlebt, der nicht auch in seinen Grundfesten erschüttert war”, berichtete Schmitz. Es sei für die Täter Zeit, sich den dunklen Kapiteln ihrer Vergangenheit zu stellen. “Eine Erklärung dafür haben die meisten aber nicht.” Der Imageverlust der Kirche ist derzeit groß, bestätigt auch der Fuldaer Generalvikar Gerhard Stanke. Doch das Problem des sexuellen Missbrauchs sei nicht allein auf die Kirche bezogen. Er behauptet: “Überall, wo Menschen pädagogisch einander näher kommen, kann es zu Übergriffen kommen.”
Quelle: welt.de
Kommentar: Diese Struktur der Argumentation begegnet sehr häufig: Nach dem pflichtgemäß geäußerten Mitgefühl für die Opfer folgt der Hinweis auf die leidenden Täter. Anschließend wird der Blick auf den Schaden gerichtet, der der Kirche entstanden ist. Der oft lebenslängliche Schaden der Opfer und ihr Leid gerät zuerst an den Rand und dann ganz aus dem Blickfeld.

11.3.2010 Ein ehemaliger Internats-Zögling aus dem Stift Kremsmünster beschuldigt drei Pateres, in den 1980er Jahren Schüler geschlagen und sexuell missbraucht zu haben. Der Hauptbeschuldigte dementierte. Die Diözese will die Vorfälle untersuchen.
Quelle: news.at

11.3.2010 Im Jahr 1982 war ein Zisterzienser-Priester nach sexuellem Missbrauch nach Tirol versetzt worden. Zugegeben hatte der Pfarrer vor seiner Versetzung einen Fall. Er soll jedoch zehn Jugendliche  zwischen 13 und 15 Jahren missbraucht haben. Eine entsprechende Anzeige ging 2004 bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch ein. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Die Vorwürfe beziehen sich auf die 1970er Jahre bis 1982.
Quelle: tirol.orf

10.3.2010 Die Passauer Neue Presse berichtet über einen Ruhestandspriester, der in Altötting lebte und jahrzehntelang Kinder missbrauchte. Er wurde Mitte der 70er Jahre als Ordenspriester suspendiert, leistete aber in Altötting von 2002 bis 2010 priesterliche Dienste. Der dortige Prälat Ludwig Limbrunner, u.a. Missbrauchsbeauftragter des Bistums Passau, sagte: “Ich kann das alles gar nicht glauben.”

10.3.2010 Auf der Internetseite des Bistums Passau beteuert das Bistum, nichts gewusst zu haben.

10.3.2010 In Hofheim/Taunus soll es im Kinderheim Vincenzhaus zu sexuellen Übergriffen und Misshandlungen gekommen sein. Die Vorwürfe stammen von drei früheren Heimkindern und betreffen die 50er und 60er Jahre.
Quelle: newsblogger.de

10.3.2010 In den Niederlanden haben sich innerhalb von 14 Tagen 350  mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch bei der kath. Kirche gemeldet. Vor allem ehemalige Internatsschüler meldeten sich bei Hulp en Recht, das Mitte der 90er Jahre von der Bischofskonferenz zur Unterstützung von Missbrauchsopfern gegründet wurde.
Quelle: Göttinger Tageblatt

10.3.2010 Auch in einem DDR-Kinderheim in Sachsen soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein.
Quelle: mdr

10.3.2010 Über eine Fernsehsendung: Wie Kirche es nicht machen sollte, wenn sie glaubwürdig werden will. Es nützt nichts, wenn Kirchenleute darauf hinweisen, dass auch andere missbrauchen – nicht nur katholische Priester. Es nützt auch nichts, wenn der Bischof dem Opfer über den Mund fährt.
Quelle: Spiegel

10.3.2010 André Heller war Jesuitenzögling und bekam als Zeuge sexuellen Missbrauch mit: “Wir waren mit unserer Verstörung allein”, beschreibt er das Erlebte.
Quelle: ORF

10.3.2010 Der Theologe und Psychotherapeut Richard Pickert sieht im Ende des Schweigens von Missbrauchsopfern eine Chance für die katholische Kirche und ist zugleich skeptisch, ob sich wirklich etwas ändern wird. U.a. berichtet Pickert: „Ich war mit den Jesuiten am Traunsee. Da hat mich ein Pater alleine im Schlafsaal erwischt und gefragt, ob ich schon geschlechtliche Lust kenne – ein klassischer Anmachspruch. Mich hat das damals kalt gelassen. Aber es gibt halt viele, die das nicht kalt lässt.“
Quelle: nachrichten.at

10.3.2010 Die Odenwald-Schule geht inzwischen von 27 Opfern aus.
Quelle: welt.de

10.3.2010 Im Bistum Mainz gibt es Misshandlungs- und Missbrauchsvorwürfe, die das frühere Konvikt Bensheim Ende der 70er Jahre betreffen. Es handle sich um 2 Täter. Der sexuelle Missbrauchsverdacht richtet sich gegen einen 1979 aus den Diensten des Bistums ausgeschiedenen Heimleiter. Die Staatsanwaltschaft ist informiert.
Quelle: Radio Vatikan

10.3.2010 “Alle haben es gewusst” – ein ehemaliger Schüler der Odenwaldschule berichtet. Er erzählt davon, dass alle es wussten, auch Lehrer, dass der Schulleiter “auf kleine Jungs steht”. Er erzählt auch, wie das spätere Verhalten der Verantwortlichen der Odenwaldschule bei ihm angekommen ist.  Ihm wurde gesagt, dass die Schule zumachen würde, wenn das öffentlich würde. Die Opfer wurden also zu denjenigen gemacht, die die Existenz der Institution in Gefahr brachten. Es waren nicht die Täter, die durch ihr Verhalten die Institution beschädigten.
Quelle: FR
Kommentar: Dass der Schutz der Institution wichtiger als der Schutz von Menschen ist, wurde (wird?) in der katholischen Kirche ähnlich gehandhabt.

9.3.2010 Missbrauchsverdacht in Eilenburger Heim
Quelle: lvz-online

9.3.2010 Im Bistum Graz-Seckau wurde bekannt, dass ein Priester in den späten 1970er und -80-er Jahren bis zu zwanzig Jungen und Mädchen sexuell missbraucht oder belästigt hat. Der Priester – heute in einer Gemeinde im Burgenland tätig, bestätigte in der Wochenzeitung “Falter” diese Aussage. Die Missbräuche seien verjährt. Der Geistliche spricht on sieben oder acht Fällen, die Opfer deuten bis zu zwanzig Fälle an. In den 80er Jahren unterrichtete der Pfarrer Religion und wurde gegenüber einem Mädchen aufdringlich. Er sei sofort aus dem Schuldienst der höhren Schule genommen worden, an einer Haupt- und einer Volksschule jedoch habe er weiter utnerrichtet. Bis 2001 war er an Pflichtschulen tätig.
Quelle: der standard

9.3.2010 Das Bistum Regensburg nimmt Stellung zu einem Artikel in der Süddeutschen “Mein Mut ist dahin”.

9.3.2010 Im Internat des Gymnasiums Johanneum auf Schloss Loburg in Ostbevern, Kreis Warendorf soll es ebenfalls zwischen 1966 und Sommer 1968 zu regelmäßigem sexuellen Missbrauch eines Jungen durch einen Angehörigen der Canisianer-Brüdergemeinschaft gekommen sein.
Quelle: nw-news

9.3.2010 Das Bistum Limburg bestätigt Gewalt minder schwerer Art bei den Domsingknaben in Limburg.
Quelle: fnp

9.3.2010 Ein zweiter ehemaliger Schüler der Stiftsschule Amöneburg hat sich als Opfer sexuellen Missbrauchs gemeldet, wie das Bistum Fulda auf Anfrage mitteilte. Das mutmaßliche Opfer sei von einem Laienmitarbeiter missbraucht worden.
Das Bistum Limburg bestätigte inzwischen den Verdachtsfall auf Missbrauch bei den Domsingknaben. In den 70er Jahren habe es eine Ermittlung gegen den damaligen Leiter des Musischen Internates Hadamar gegeben. Es habe keine strafrechte Verurteilung gegeben, der Beschuldigte sei 2002 gestorben.
Quelle: Faz

9.3.2010 In Österreich wurde ein heute 53-Jähriger Opfer des Erzabtes des Stiftes St. Peter, Salzburg. Der Täter entschuldigte sich beim Opfer für den 40 Jahre zurück liegenden Missbrauch. Das Opfer wurde außerdem von zwei anderen Patres der Benediktiner-Abtei 6 Jahre lang missbraucht. Einer der Täter ist inzwischen gestorben. Er wurde 2005 in Marokko wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen festgenommen. Einer der Täter (der andere?) wurde wegen Missbrauch auch in Österreich verurteilt.

Auch im Internat eines Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters wurde in den 1980er Jahren mindestens ein Schüler sexuell missbraucht. Die Tat wurde von der Schule jahrelang vertuscht. Wie Abt Anselm van der Linde den “Vorarlberger Nachrichten” sagte, war der Täter geständig. Die Schule habe den zuständigen Bischof informiert und den heute 74-Jährigen nach Tirol versetzt, wo er heute noch als Priester arbeite. Er habe auch eine Therapie gemacht. Der Vater des Jugendlichen habe damals auf eine Anzeige verzichtet.
Quelle: google

9.3.2010 Manfred v.H.65 J., ist ehemaliger Regensburger Domspatz. Er wurde über Jahre hinweg vom früheren Internatsleiter Friedrich Z. sexuell missbraucht. 1958 wurde der Täter zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und später in einem Mädchengymnasium in der Schweiz eingesetzt. Das Opfer berichtet, dass er nie als Zeuge befragt wurde. Das Opfer prüft, ob es Schadenersatzforderungen an das Bistum Regensburg oder die Domspatzen stellen will. Für die Deutsche Bischofskonferenz sind Entschädigungszahlungen kein Thema. Der Regensburger Bistumssprecher C. Neck sagte, ob es noch andere Opfer gebe, wisse man nicht.
Ein anonym bleiben wollender ehemaliger Schüler der Regensburger Domspatzen schilderte “Welt Kompakt”, dass es bis in die 70er Jahre unter dem Nachfolger von Friedrich Z. als Internatsleiter zu Übergriffen kam. Ab 1964 war der Bruder des derzeitigen Papstes, Georg Ratzinger, Domkapellmeister . Prälat Heinrich Wachter aus der Umgebung von Georg Ratzinger kritisierte die jetzige Berichterstattung:
“Natürlich war das schlimm, was damals passiert ist”, aber es ist jetzt richtig Mode geworden, die Domspatzen durch den Kakao zu ziehen, nur weil der Papstbruder dort tätig war.” Der Regensburger Bischof Müller sieht in der Berichterstattung eine “Verletzung der Menschenwürde aller katholischen Priester und ORdensleute.”
Quelle: Die Welt

9.3.2010 In einer diakonischen Schule sollen autistische Kinder misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen 17 ehemalige Mitarbeiter eines Tochterunternehmens der Graf-Recke-Stiftung. Es gehe um Misshandlung Schutzbefohlener, Freiheitsberaubung und Nötigung. Quelle: Süddeutsche

9.3.2010 Gegenüber der Abendzeitung hat sich der Miniterialdirigent Toni Schmid, der von 1958 bis 1967 bei den Regensburger Domspatzen war, zu Wort gemeldet. Er war in der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen und berichtete von regelmäßigen Prügeln durch die dortigen Priester. Schmid bezeichnete die Prüger als pädagogischer “State of the Art”. Ein anderes Opfer hingegen sprach von Nacktprügeln und Vergewaltigungen.
Quelle: Regensburg digital

9.3.2010 Im Bonner Aloisius-Kolleg geht man davon aus, dass zwischen 1946 und 2005 sechs Jesuitenpatres 30 Opfer hatten. Einer ist inzw. gestoreben. Er arbeitete von 1946 bis 1962 dort. Der andere was bis 2008 40 Jahre lang in Bonn tätig – die meiste Zeit als Internatis- und Schulleiter. Ein heutiger Internatsschüler berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Bonn gegen den Pater wegen eines Falles von 2005 ermittelt.
Nebenbei: Die Zeitung spricht von der Missbrauchsbeauftragten und nennt sie “Berliner Misstrauensbeauftragte des Ordens”.
Quelle: domradio

9.3.2010 In den Niederlanden werden neben etlichen Priestern jetzt auch Nonnen beschuldigt, sich an kleinen Jungen vergangen zu haben. Mehr als 200 mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche der Niederlande haben bislang bei Behörden und Hilfsorganisationen entsprechende Beschwerden eingelegt.
Quelle: Die Zeit und ORF

8.3.2010 Mindestens zehn Jungen im Alter zwischen elf und 18 Jahren wurden im Zeitraum 1976 – 82 vom Leiter des Domchors, einem damals 50-jährigen Priester, und seinem Stellvertreter, einem 35-jährigen Kantor, sexuell missbraucht.
Quelle: Wormser Zeitung

8.3.2010 Der Salzburger Erzabt des Benediktinerstiftes St. Peter tritt wegen Missbrauch zurück. Als 24-Jähriger hat er einen einmaligen sexuellen Übergriff gegenüber einem Minderjährigen begangen. Unmittelbar nach der Tat habe er sich bei dem Betroffenen aufrichtig entschuldigt. Er bedauert auch heute noch diesen Vorfall aufs Tiefste und bittet um Verzeihung.
Quelle: ORF

8.3.2010 Gegen einen Priester im Bistum Limburg wurde ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von der Staatsanwaltschaft Koblenz eingestellt. Er soll in den vergangenen 15-20 Jahren mehrfach Kinder missbraucht haben. Die Taten sind verjährt. Der Beschuldigte hatte eingeräumt, dass es Anfang der 90er Jahre in einer Pfarrei im Westerwald “zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen mit Jugendlichen und Heranwachsenden gekommen” sei.
Quelle: FR
Kommentar: Zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen gibt es keine “einvernehmlichen sexuelle Handlungen”, weil ein Abhängigkeitsverhältnis besteht und weil zumindest Kinder nicht etwas zustimmen können, das sie nicht überschauen. Die Verantwortung trägt in jedem Fall der Erwachsene.

8.3.2010 Die Presse berichtet, dass Absolventen des Vorarlberger Privatgymnasiums der Zisterzienser in Bregenz dem Spiegel von sadistischen Patres berichten –  von Schlägen mit den Handknöcheln auf den Kopf, Schlagen mit Rohrstöcken und von sexuellen Handlungen. Der Abt von Mehrerau, Anselm Linde, stritt gegenüber dem „Spiegel“ die Vorwürfe nicht ab. „Wir machen uns große Sorgen und schämen uns.“ Er wolle Schülern bei der Aufklärung zu helfen. Allerdings seien alle Patres, die zur Zeit der inkriminierten Vorfälle in den 60ern gelebt hätten, bereits gestorben.

8.3.2010 Im Bistum Augsburg wurde einem Pfarrer nahegelegt, sich selbst anzuzeigen. Der Verdacht stammt von 1999. Die Eltern, die das Bistum über ein “moralisch fragwürdiges” Verhalten des Pfarrers informierten, hatten von einer Strafanzeige abgesehen, das Bistum jedoch um disziplinarische Maßnahmen gebeten. Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe, wurde jedoch mit einer Aufgabe betraut, bei der er keinen Kontakt mehr mit Kindern und Jugendlichen hatte – so das Bistum. Nun gäbe es jedoch aktuelle Hinweise, die das Bistum veranlassten, den Vorgang erneut aufzugreifen. Der Priester wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entpflichtet.
Quelle: Augsburger Allgemeine

8.3.2010 Der irische Bischof Walsh wünscht sich ein Treffen kirchlicher Missbrauchsopfer mit dem Papst. Dieser Wunsch sei jedoch beim Treffen im Vatikan Mitte Februar nicht besprochen worden. Bischof Walsh ist der Ansicht, dass die Kirche Entschädigungen für die Opfer zahlen solle, nicht jedoch deshalb die Öffentlichkeit um Spenden zu bitten. Es könnten Anlagen und Häuser der Kirche verkauft werden.
Der Bischof Brennan hatte seine Gemeindemitglieder um Spenden für die Opferentschädigung gebeten.
Quelle: domradio

8.3.2010 Dem Morgenweb gegenüber sprachen ehemalige Schüler des früheren bischöflichen Konvikts in Bensheim davon, dass Ende der 70er Jahre unter Schülern regelmäßig von sexuellen Übergriffen durch einen Betreuer gemunkelt wurde. Der damalige Konviktleiter hat 1979 das Haus verlassen. Er wurde vom Bischöflichen Ordinariat nach Südamerika versetzt.
Kommentar: Gegenüber Gerüchten bin ich üblicherweise sehr zurückhaltend. Aber bei sexuellem Missbrauch weiß ich inzwischen, dass die Opfer eher viel zu wenig erzählen als dass sie falsche Anschuldigungen erheben oder Erfahrungen dramatisieren.

8.3.2010 Das Abendblatt denkt darüber nach, dass in den jetzt öffentlich werdenden Missbrauchsfällen von Einzelfällen nicht mehr gesprochen werden kann. Und es erkennt, dass die Opfer erst jetzt mit ihren Klagen auf offene Ohren treffen.
Quelle: Abendblatt

8.3.2010 Der vom Dienst suspendierte Wolfsburger Priester räumte eine Verfehlung ein, habe aber keinen sexuellen Missbrauch begangen – sagt er. Die Tragweite des Vorfalls sei ihm nicht bewusst gewesen. Er habe sich dem Jugendlichen nicht gegen dessen Willen genähert. Mit dem damals Minderjährigen habe ihn eine “Art Partnerschaft” verbunden.
Quelle: Spiegel

8.3.2010 Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, hat 30 Jahre lang die Regensburger Domspatzen geleitet, von 1964 bis 1994. Nach eigener Aussage sind ihm keinerlei Fälle von Missbrauch bekannt. Er sieht hingegen “eine gewisse Feindseligkeit der Kirche gegenüber.”
Quelle: der standard

7.3.2010 “Dabei wäre eine Wertegemeinschaft wie die katholische Kirche in einer Zeit, in der alles beliebig und alles machbar erscheint, dringend nötig. Doch um mit ihren Mahnungen durchzudringen, bräuchte die Kirche Autorität. Sie müsste Teil der Gesellschaft sein, die sie kritisiert. Doch die Kirche verschanzt sich. So gewinnt sie nicht Autorität, sie verliert sie.”
So endet ein Kommentar von Annette Ramelsberger , dem nichts hinzuzufügen ist.

7.3.2010 “Mona Lisa” interviewt eine Frau und einen Mann – beide mutmaßliche Opfer sexuellen Missbrauchs durch Ordensschwestern.
Quelle: Morgenpost

7.3.2010 “Wir sind Kirche” weist darauf hin, dass die Missbrauchsfälle in Bayern zu einer Zeit stattfanden, als der jetzige Papst Erzbischof in München war und fragt, was der damalige Erzbischof wusste.
Quelle: Süddeutsche

7.3.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch formulierte im Vorfeld seines Vatikan-Besuchs am kommenden Freitag: “Ich bin überzeugt, dass das, was wir beschlossen haben, in die richtige Richtung weist und dass wir ganz klar sagen, dass das ein furchtbares Verbrechen ist. Da sind wir uns mit dem Heiligen Vater einig.”
Quelle: Radio Vatikan

7.3.2010 Ein Marburger Blogger hatte eine Nachricht des Handelsblattes über sexuellen Missbrauch im Bistum Regensburg in seinem Blog wiederholt. Daraufhin soll er nach eigene Aussage vom Bistum Regensburg eine Abmahnung erhalten habe. Das Handelsblatt erhielt keine Abmahnung.
Quelle: heise s. auch der standard.at

6.3.2010 Das Bistum Hildesheim hat einen Pfarrer aus Wolfsburg suspendiert. Er hatte gestanden, vor mehr als 30 Jahren einen minderjährigen Jugendlichen sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: Bistum Hildesheim

6.3.2010 Um 1960 soll es im Kinderheim des Klosters Lehmen in Rheinland-Pfalz zu Misshandlungen von Kindern gekommen sein. Die Oberin des Ordens der Karmelitinnen kann es nicht glauben. Der Kölner Anwalt Thomas Jembrek hat ca 20 ehemalige Heimkinder gefunden, die die Angaben zumindest teilweise bestätigen. Unterlagen existieren nicht mehr.
Quelle: swp

6.3.2010 In der FR ist nachzulesen, wie langjähriges Vertuschen funktioniert. Als Beispiel dient die Odenwald-Schule. So oder so ähnlich laufen diese Vorgänge vermutlich in allen Institutionen, denen der Ruf der Institution wichtiger als das Wohl von Kindern und Jugendlichen ist.

6.3.2010 Ein Mann, der bei den Regensburger Domspatzen war, berichtete dem Spiegel von grausamen Ritualen im Internat Etterzhausen, einer Vorschule für jüngere Schüler, aus dem sich die Domspatzen in Regensburg rekrutierten. Dort habe Ende der fünfziger Jahre der Direktor M., ein katholischer Priester, härteste Bestrafungen exerziert: Häufig habe er auch in seinen Privaträumen ein “Nacktprügeln” betrieben, bei dem sich die acht- bis neunjährigen Kinder entblößen mussten und Schläge mit der Hand bekamen. In einigen Fällen, so das Opfer, sei es zu Penetrationen gekommen. “Warum der Papstbruder Georg Ratzinger, der seit 1964 Domkapellmeister war, davon nichts mitbekommen haben soll, ist mir unerklärlich”, fügte der Regisseur hinzu. In seinem Jahrgang habe ein Mitschüler kurz vor dem Abitur Selbstmord begangen. 
Quelle: Spiegel

6.3.2010 Die Fuldaer Zeitung berichtet, dass 18 von 27 Bistümern mit Fällen von sexuellem Missbrauch – meist aus zurückliegenden Jahren – konfrontiert sind.

6.3.2010 An der Odenwaldschule in Südhessen soll es in den 70er Jahren regelmäßigen sexuellen Missbrauch gegeben haben. Im Prinzip wurden die Vorwürfe bereits vor 10 Jahren öffentlich. Seinerzeit berichteten Altschüler von massiven Übergriffen des damaligen Rektors Becker gegen 13-Jährige, bis hin zum erzwungenen Oralverkehr. Die Vorwürfe wurden von der Schule jedoch nur halbherzig aufgegriffen. – Die ehemaligen Schüler – fast alle Männer – berichten, wie sie als 13-, 14-Jährige von ihren Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als „sexuelle Dienstleister“ für ganze Wochenenden eingeteilt, und sie zu Oralverkehr gezwungen wurden. Einige Lehrer hätten ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen. Lehrkräfte haben demnach Schutzbefohlene geschlagen, mit Drogen und Alkohol versorgt oder beim gemeinschaftlichen Missbrauch eines Mädchens nicht eingegriffen. „Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat“, sagt Kaufmann, die seit 2007 im Amt ist. Sie selbst sei im vergangenen Jahr erneut von Ehemaligen angesprochen worden, die fürchteten, die Schule werde sich auch bei der 100-Jahr-Feier im April 2010 wieder ihrer Verantwortung entziehen. Daraufhin habe sie etliche Gespräche mit Ex-Schülern geführt und dabei erst „das wahre Ausmaß“ des Skandals erahnt. Kaufmann geht von mindestens drei Lehrern aus, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben sollen. Zeugen hätten 20 Opfer genannt. Juristisch gesehen gelten alle diese Fälle als verjährt. Die betroffenen Ex-Schüler gehen von 50 bis 100 Missbrauchsopfern aus. Namentlich nennen sie neun Lehrer, denen sie Gewalt gegen Schüler und sexualisierte Gewalt vorwerfen.
Quelle: ksta

6.3.2010 Der Kriminalpsychiater Kröber vermutet, dass es manchen Anklägern der Kirche darum gehe, die Kirche zu verurteilen. Was Kröber wirklich ärgere, sei, dass hier “verstaubte Geschichten aus den 70er Jahren hervorgezerrt” würden und mit ihnen vor allem von einem Thema abgelenkt werde. Die Frage des sexuellen Missbrauchs interessiere eigentlich niemanden so richtig. Doch da müsse angesetzt werden. Und nicht nur ein Blick auf die Kirche helfe weiter. Kröber: “Man muss nur einmal zum Deutschen Fußballbund gehen, die haben viele kleine Jungs.”
Quelle: heute.de

Kommentar: Der Kriminalpsychiater Kröber weiß nicht, dass die Verbrechen für die Opfer alles andere als “verstaubte Geschichten” sind – sie sind oft brutale Gegenwart.

6.3.2010 Vor ca 50 Jahren soll ein Kind im katholischen Vinzenzwerk in Münster missbraucht worden sein. Das mutmaßliche Opfer berichtete von sexuellem Missbrauch durch einen Priesteramtsanwärter und von gewalttätigen Übergriffen durch Ordensschwestern. Die Kommission des Bistums kündigte an, dem Fall nachzugehen. Das mutmaßliche Missbrauchsopfer kam später in ein Jungenheim nach Hövelhof bei Paderborn. Seine Akte ging ebenfalls dorthin. Dem Vinzenwerk verweigert das Salvator-Kolleg in Hövelhof die Herausgabe der Akten.
Quelle: Die Glocke.de

6.3.2010 ORF berichtet, die Schüler von Ettal wollten schweigen, um – wie es heiße – nicht “noch mehr Schaden anzurichten.”
Kommentar: Genau so geschieht die Ent-Solidarisierung mit den Opfern. Der Schaden für die Opfer ist ja längst angerichtet. Nur der Schaden für die Institution scheint durch Schweigen verhindert zu werden. Nicht die Opfer, sind bei dieser Position im Blick, sondern die Institution. Dass die Institution tatsächlich durch das Schweigen geschützt wird, halte ich für einen Irrtum. Es dauert dann nur ein wenig länger, bis die Dinge auf den Tisch kommen – in einigen Jahren, im nächsten Skandal dann.

6.3.2010 Der Wiener Kardinal Schönborn formulierte: ” Leider wurden zu Unrecht in der Vergangenheit in der Kirche die Täter oft mehr geschützt als die Opfer.” Und weiter: Mit Scham und Trauer stellen die Bischöfe fest, dass sich erst in den letzten Jahren in der Kirche in Österreich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass bei Missbrauchsvorwürfen nichts anderes zählt als die Wahrheit, die allein frei macht.” Die Bischöfe zollen in ihrer Erklärung all jenen großen Respekt, “die bereit sind, über ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld zu sprechen”. Es sei nur zu erahnen, “wie viel Überwindung und Mut es braucht, die Erinnerung an erlittenen Missbrauch in Worte zu fassen”. Nur so ist die Begegnung mit der befreienden Wahrheit möglich. Die Bischöfe zeigen zugleich auch Verständnis für all jene, “deren Schmerz, Angst oder Wut noch zu groß sind, um sich über den Missbrauch zu äußern”.
Quelle: ORF

6.3.2010 Im Erzbistum Freiburg erhebt ein Mann den Vorwurf, während einer der traditionellen mittelbadischen Wallfahrten von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Jugendarbeit missbraucht worden zu sein. Das Erzbistum Freiburg fordert belastbare Hinweise. Der Missbrauchsbeauftragte sagt, von so etwas habe er noch nie gehört.
Quelle: Tagblatt

5.3.2010 Die Mainpost berichtet:
“Die Flucht nach vorne hat der Kapuzinerorden mit seiner Erklärung zu sexuellen Übergriffen im eigenen Internat angetreten. Zu groß war der öffentliche Druck, auch 25 Jahre nach den Vorfällen weiter den Mantel des Schweigens darüberzulegen – obwohl zwischenzeitlich die Staatsanwaltschaft ermittelt hatte und dem beschuldigten Pater kirchenintern Auflagen gemacht wurden, die er wohl eingehalten hat. So traumatisch seine Übergriffe damals für die Heranwachsenden gewesen sein müssen – auch für den in Würzburg geschätzten Seelsorger bricht mit dem aktuellen Bekanntwerden des dunklen Flecks seiner Vergangenheit eine Welt zusammen. Das hat die Redaktion am Donnerstag im persönlichen Gespräch mit ihm gespürt, ebenso die Unsicherheit des Ordens im Umgang mit dem Thema – genauso wie die Erschütterung eines damaligen Schülers.”
Quelle: Mainpost
Kommentar: Dass für den in Würzburg geschätzten Seelsorger eine Welt zusammen bricht, hat er selbst zu verantworten. Niemand hat ihn gezwungen, Kinder zu missbrauchen. Der Zusammenbruch seiner Welt ist eine Folge seiner Tat.  

5.3.2010 Der Manager der Domspatzen, Christof Hartmann, reagierte auf die Informationen des Bistums zu Missbrauchsfällen bei den Regensburger Domspatzen reserviert. “Natürlich ist jeder Missbrauchsfall zu verurteilen”, sagte er der SZ. Wie aus der Mitteilung des Bistums zu entnehmen sei, hätten diese Fälle aber mit der heutigen Wirklichkeit des Chores nichts zu tun. “Das war vor 50, 60 Jahren.” Dennoch seien solche Vorfälle “ein Schaden für die Institution”.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Das ist es, was vielen Kirchenleuten immer zuerst einfällt: Der Schaden für die Kirche. Der oft lebenslängliche Schaden für die Kinder und Jugendlichen wird dabei völlig vergessen.

5.3.2013 Im Kloster Ettal wurde möglicherweise auch ein Pater von seinen Mitbrüdern sexuell missbraucht.
Quelle: Spiegel

4.3.2010 Gegen den früheren Direktor des Vincenz-Stiftes in Rüdesheim werden schwere Vorwürfe erhoben.
Quelle: Wiesbadener Tagblatt

4.3.2010 Der Gründer der “Legionäre Christi”, Pater Marcial Maviel Degollado (1920 – 2008) hat nach Aussagen einer ehemaligen Lebensgefährtin mit ihr 2 Kinder. Die mutmaßlichen Söhne beschuldigten ihren Vater, dass er auch sie sexuell missbraucht habe.
Quelle: ORF

4.3.2010 Im Bistum Regensburg gibt es Missbrauchsfälle aus den Jahren 1958 bis 1973. Laut ORF sind die Regensburger Domspatzen betroffen. Von 1924 bis 1963 war Theobald Schrems Domkapellmeister in Regensburg. Von 1964 bis 1994 leitete der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, die Regensburger Domspatzen.

4.3.2010 Der Direktor eines Studienseminars der Kapuziner in Burghausen/Oberbayern soll sich 1984/1985 an mehreren Seminaristen/Jugendlichen vergangen haben. 1991 wurden die Fälle juristisch verfolgt, waren jedoch – wie üblich – bereits verjährt. Der Direktor wurde an ein Münchner Krankenhaus versetzt, danach war er als Wallfahrtsseelsorger in Würzburg eingesetzt. 2009 wurde er von allen priesterlichen Aufgaben entbunden. Die involvierten Bistümer seien ebenso wie der Papst informiert gewesen.  «Der Schritt an die Öffentlichkeit geschieht aus Respekt und tiefer Achtung vor den Opfern», sagte Pater Mittermaier.
Quelle: nz-online
Kommentar: Die kath. Kirche benötigte also 18 Jahre, um die Konsequenzen aus “schwer wiegenden” sexuellen Missbräuchen zu ziehen. Genauso lange brauchte sie, um sich des Respektes und der tiefen Achtung vor den Opfern zu erinnern.

3.3.2010 Denis Brennan, Bischof von Ferns in Irland, bittet die Gemeinden seiner Diözese, sich an den Kosten für die Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer zu beteiligen. Das Bistum muss mehr als 10,5 Millionen Euro für Zivilklagen, Anwälte  und die Behandlung der Täter zahlen. 21 Priester sollen in mehr als 100 Fällen Kinder und Jugendliche missbraucht haben.
Quelle: Radio Vatikan

3.3.2010 Der Comic-Autor Olivier Ka wurde als Kind missbraucht. Von einem Priester.  Er hat im Zeichnen einen Weg zum Verarbeiten des Missbrauchs gefunden – so gut das möglich ist.
Quelle: br-online

3.3.2010 Im Bistum Fulda hat die Missbrauchsbeauftragte auf Anfrage der Osthessen-News folgende Erklärung gegeben: “Die Diözese Fulda hat derzeit Kenntnis von zwei Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Priester bzw. kirchliche Mitarbeiter, die schon länger zurückliegen und hat sich an die Staatsanwaltschaft gewandt. Das Bistum ist schockiert und bedauert jeden einzelnen Verdachtsfall. Die Verantwortlichen stehen in Gesprächen mit den Betroffenen und hoffen auf eine rasche Aufklärung. Den Opfern gilt die erste Sorge der Kirche.”
Quelle: Osthessen-News

3.3.2010 Die Elisabeth-Schwestern, die früher im Franz Sales Haus, Essen, tätig haben, haben Verfehlungen von Ordensangehörigen in den 50er und 60er Jahren des 20.Jh. eingeräumt. Ehemalige Heimbewohner hatten öffentlich gesagt, dass sie dort misshandelt und teils auch missbraucht worden waren.
Quelle: Domradio

3.3.2010 In den Niederlanden gingen nach einem Aufruf letzten Samstag, Missbrauch zu melden, 34 Meldungen ein. Es gingen Nachrichten von persönlichen Missbrauchserfahrungen ebenso ein wie Schilderungen von Gehörtem.
Quelle: Radio Vatikan

3.3.2010 Im Bistum Osnabrück gab es zwischen 2002 und Februar 2010 vier Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs. Drei wurden mangels Beweisen von der Staatsanwaltschaft eingestellt, in einem Fall kam es zur Zahlung einer Geldauflage.
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

3.3.2010 Das Bistum Limburg prüft mehrere Missbrauchsvorwürfe gegen einige Priester. Es gibt einen Verdachtsfall gegen einen inzw. verstorbenen Priester, der in die 1940er Jahre zurückreicht. Ein zweiter Verdachtsfall stammt aus den 1960er Jahren. Auch dieser mutmaßliche Täter ist tot. Außerdem gibt es Vorwürfe von Taten, die vor einigen Jahren begangen worden sind.
Das Bistum Limburg gehörte zu den drei Bistümern, die dem Spiegel keine Informationen über Missbrauchsfälle gegeben hatten.
Quelle: Domradio

3.3.2010 Der Maristenorden hat verschwiegen, dass der Internatsleiter  vor 2 Jahren versetzt wurde, weil er wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Schülern rechtskräftig verurteilt wurde.
Quelle: Süddeutsche

2.3.2010 Der Mainzer Bischof Karl Lehmann, früherer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich gegen den Vorwurf mangelnder Aufklärung oder gar Vertuschung seitens der Kirche gewandt. Es sei “barer Unsinn” zu behaupten, die katholische Kirche habe keinen überzeugenden Willen zur Aufklärung, schrieb er.
Quelle: news-adhoc

2.3.2010 Im bayerischen Mindelheim ist der ehemalige Leiter im Jahr 2004 unter Missbrauchsverdacht geraten. Er sei im August 2007 nach Anzeigen zweier Internatsschüler versetzt worden. Die Staatsanwaltschaft Memmingen bestätigte den Fall – der Täter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung verurteilt.
Quelle: Die Presse

2.3.2010 Bemerkenswert: Prof. Bordt SJ, München, hat bereits 2008 ein Buch geschrieben: “Was in der Krise zählt”. Dort berichtet er, er selbst habe aus der Krise gelernt „radikal die Opfer in den Mittelpunkt zu stellen.“ Es dürfe keine Rücksicht auf finanzielle Einbußen oder einen gewaltigen Rufschaden geben. Bordt betonte, dass jedem Opfer Recht widerfahren und es in der Öffentlichkeit gehört werden müsse.
Quelle: domradio

2.3.2010 Drei Patres, die aus Ettal kamen, sind von ihren Aufgaben entbunden: die Benediktiner Pater Georg und Pater Gabriel sowie ein dritter Pater. Die Ettaler Kloster-Sprecherin machte keine Angabe über die Gründe, verwies jedoch auf Berichte zum Rücktritt des Ettaler Abtes.
Quelle: freie presse

2.3.2010 Nach Recherchen der Berliner Zeitung muss von höheren Opferzahlen und mehr Tätern ausgegangen werden als bisher bekannt ist. Die Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. berichtet, dass sich – ausgelöst durch den Skandal um die Jesuitenschulen – täglich bei ihr weitere Betroffene melden. Ursula Raue sprach zuletzt von 150 Opfern und 12 mutmaßlichen Tätern.
Quelle: Berliner Zeitung

2.3.2010 In s’Heerenberg, Niederlande, sollen Salesianer in den 60er und 70er Jahren drei Kinder missbraucht haben. Einer der tatverdächtigen Mönche ist heute 98 Jahre alt. Mindestens zwei andere Mönche sollen sich an Kindern vergangen haben. Opfer berichten, dass die Verbrechen damals angeblich schon bekannt waren und von der Kirche verheimlicht wurden. Der Bischof von Rotterdam hat inzwischen geschockt auf diese Verdachtsfälle reagiert. Er war damals oberster Chef der Salesianer in den Niederlanden.
Quelle: rp-online

2.3.2010 Ein Franziskaner der Franziskaner-Minoriten im Bereich des Bistums Würzburg wird sexueller Übergriffe an Kindern oder Jugendlichen verdächtigt. Er wies alle Vorwürfe als absurd zurück. Diözese und Orden hingegen verweisen auf unabhängig voneinander eingegangen Vorwürfe, die erst zu nehmen sein.
Der Sportbund Deutsche Jugendkraft (DJK) Würzburg hatte seinen langjähirgen Geistlichen Beirat verteidit und angekündigt, juristisch gegen die Vorwürfe gegen den Pater vorgehen zu wollen. Bistum und Ordensgemeinschaft kritisierten dieses Vorgehen als einen “nicht statthaften Versuch, die Betroffenen einzuschüchtern.
Quelle: News – adhoc

1.3.2010 Missbrauchsfall auch in München/Aubing: Ein Pater hat in München eine 13-Jährige missbraucht. Der Pater wurde nach Fürstenfeldbruck versetzt. Auch als er verurteilt war, erfuhr die dortige Gemeinde nichts. Der Orden des Paters wurde hingegen informiert. Es gab keine Nachfragen, ob der Pater sich in Fürstenfeldbruck etwas zuschulden hat kommen lassen. Ende letzter Woche meldeten sich zwei Familien beim Brucker Pfarrer. Der Vorwurf: Missbrauch von zwei minderjährigen Mädchen. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. 
Quelle: Merkur-online

1.3.2010 Im ehemaligen Kinderheim in Oggelsbeuren, Kreis Biberach, verdichten sich die Missbrauchs-Vorwürfe gegen den ehemaligen Pfarrer. Es soll drei mutmaßliche Opfer geben. Sie werden Ende der Woche vom Diözesanrichter gehört.
Quelle: kanal 8

1.3.2010 Auch im Kloster Schäftlarn, Benediktiner, wird ein mutmaßlich pädokrimineller Pater bekannt.
Quelle: Abendzeitung

1.3.2010 Pater Damian geht an die Öffentlichkeit. Er wird beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein und weist die Anschuldigung zurück.
Quelle: Mainpost

1.3.2010 Zwei Ordensbrüder aus dem Bistum Speyer wollen sich selbst anzeigen, um die Vorwürfe gegen sie aufzuklären. Zuerst muss die Verjährung geprüft werden.
Quelle: swr

1.3.2010 M.Z. ist ein Opfer aus dem Canisius-Kolleg in Berlin. Der gläubige Katholik berichtet im Tagesspiegel: „Seit vier Wochen laufen in ganz Deutschland Hunderte Betroffene herum, denen es so geht wie mir.“ Sie stehen unter extremer, nervlicher Anspannung, was aber kein Wunder sei, wenn nach so langer Zeit der Deckel vom Topf genommen werde und alles wieder da sei…..
….Er und viele andere seien jetzt vor allem wütend darüber, mit welcher Leichtigkeit den Bischöfen das Wort von der Verzeihung über die Lippen ginge, ohne dass sie darüber nachdenken würden, wie sie den Opfern helfen könnten.
….„Was ist mit uns, mit denen, die jetzt auf die Bühne getreten sind und mit den Folgen leben? Das Verhalten der Kirche zeigt mir, dass sie immer noch nicht begriffen hat, was Missbrauch mit Kindern, die erwachsen werden, anrichtet. Das braucht es aber, damit sich etwas ändern kann.“
Quelle: Tagesspiegel
Kommentar: Der anonyme M.Z. weist auf etwas Wichtiges hin: Dass die Opfer von Missbrauch mit den Folgen leben müssen. Diese Gruppe wird üblicherweise in der Kirche übersehen. Jedenfalls muss ich das von der “Initiative GottesSuche” nach einem Jahrzehnt durchgängig und immer noch so bestätigen. 

1.3.2010 In der Klosterschule Ettal hat der derzeitige Elternbeirat das Vorgehen der Erzdiözese München und die Rücktritte des Priors und des Abtes kritisiert. Prior und Abt hatten – entgegen den Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen – Fälle nicht an das Bistum gemeldet. Der Elternbeirat warf dem Ordinariat vor, nur Sündenböcke zu suchen. Er behauptete, das Vorgehen des Klosters sei stets offen und korrekt gewesen und die Öffentlichkeit schade dem Ruf der Schule.
Quelle: FR
Kommentar: Dass der Ruf der Schule zuerst beschädigt wurde durch die Verbrechen und dann durch das Vertuschen, ist dem Elternbeirat entgangen. Entgangen ist dem Elternbeirat auch, dass die Opfer bisher im Stich gelassen wurden. An diesem Vorgang ist zu sehen, wie Eltern ihre Kinder im Stich lassen können und wie Opfer alleine gelassen werden von denen, die sie schützen sollten.

28.2.2010 “Uns ist die Hilfe für das Opfer wichtiger als die Strafe des Täters”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.
Quelle: welt.de

27.2.2010 Im Salesianer-Orden richten sich Anschuldigen wegen Missbrauchs gegen 17 Personen. 7 beschuldigte Ordensangehörige sind inzw. verstorben, fünf noch am Leben. 4 hätten den Orden in den 1060er und 1070er Jahren verlassen, ein Angestellter sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe “verschwunden”.
Quelle: Liborius.de

27.2.2010 Der Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums Berlin hat gebeten, ihn von diesem Amt zu entbinden, denn ihm fehle die nötige Distanz.
Quelle: Morgenpost

27.2.2010 30,3 Prozent der Deutschen halten die katholische Kirche für ehrlich. Für lebensnah halten sie 29,9 % und für glaubtwürdig 32,8%. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “Omniquest”, den der KStA in Auftrag gegeben hat. Nicht repräsentativ ist das Teilergebnis für die Katholiken: Nur weniger als die Hälfte der Katholiken halten ihre Kirche für ehrlich und lebensnah.
Quelle: markus arlt

26.2.2010 Kritik an den Beschlüssen der dt. Bischöfe zum Umgang mit Missbrauchsfällen kommt u.a. von Frau Raue, der Beauftragten der Jesuiten. Sie sagt: “Wer eingebunden ist in dieses System, hat andere Loyalitäten und muss Rücksichten nehmen, ist unter Umständen berichtspflichtig.”
Quelle: FR

26.2.2010 In der Schule der Benediktiner im Kloster Ettal ist derzeit von 20 Opfern und 4 Tätern die Rede. Ein Täter ist bereits gestorben. Der Abt Barnabas Bögle und der Prior der Abtei und Leiter der Klosterschule, P. M. Kraß, traten zurück. Bögle, oberster BEnediktiner in Bayern, hatte einen massiven Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs durch einen Mitbruder nicht gemeldet.
Quelle: Spiegel
Und noch mehr Missbrauch – die SZ berichtet

25.2.2010 Gegen einen Missionsbenediktiner in St. Ottilien gibt es einen anonymen Hinweis auf sexualisierte Gewalt.
Quelle: Süddeutsche
Quelle: http://www.erzabtei.de/html/Aktuelles/Presse/2010/2/05-25022010presseanfragen.pdf

25.2.2010 Wortlaut des neuen Vier-Punkte-Plans der deutschen Bischöfe zum Missbrauch
Quelle: ORF

25.2.2010 Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist zentraler Ansprechpartner für  minderjährige Missbrauchsopfer von Priestern und Kirchenangestellten. Außerdem wird im Sekretariat der Bischofskonferenz, Bonn, ein zentrales Büro eingerichtet. Ackermann und das Büro sollen Kontakt zu zivilgesellschaftlichen Initiativen und staatlichen Aktivitäten halten. Zudem wird eine bundesweite Hotline eingerichte.
Quelle: Domradio
Kommentar: Ob die katholische Kirche nach all den Jahren des Hinhaltens, Vertuschens und Schweigens bei den Opfern noch glaubwürdig ist, bezweifle ich sehr. Und nicht nur bei den Opfer ist der Schaden, den die Kirche angerichtet hat, immens. Es wäre gut, wenn sie Missbrauchsbeauftragte beauftragen würde, die in völliger Unabhängigkeit von der Kirche arbeiten können und die Interessen der Opfer wahrnehmen und nicht die Interessen der Kirche.
Dass nicht bereits 2002 sondern erst jetzt viele Opfer an die Öffentlichkeit gehen, dürfte eine klare Sprache sprechen – sie trauen der kath. Kirche nicht. Wie sonst ist zu erklären, dass sich beim Zypresse-Notruf ca 300 Opfer von ca 150 Tätern gemeldet haben?

25.2.2010 Im Kloster Ettal haben sich 8 ehemalige Internatsschüler gemeldet und angegeben, von Missbrauch und sexueller Belästigung betroffen gewesen zu sein. Drei Personen werden als missbrauchend identifiziert.
Quelle: merkur online

25.2.2010 Ursprünglich stand hier eine Meldung, die eine Opferbeschuldigung des Bistums Magdeburg gegenüber Herrn Denef in der Sendung “hart aber fair” zitierte. Inzwischen korrigiert der Sender die Nachricht und stellt richtig, dass die Opferbeschuldigung nicht vom Bistum Magdeburg ausging, sondern von einem Zuschauer. Die gute Nachricht ist also: Die Opferbeschuldigung ging nicht von der Kirche aus. – Die schlechte Nachricht ist: Sie kam von einem Zuschauer. Sie lautete sinngemäß: Der Moderator möge Herrn Denef in der Sendung fragen, ob es ihm um Aufklärung gehe oder ob Denef aus der Sache mit dem sexuellen Missbrauch Profit ziehen möchte oder die Kirche beschädigen wolle.
Kommentar: Offensichtlich wirft die Öffentlichkeit Zölibat und Kindesmissbrauch in einen Topf. Eigentlich sollte sich so langsam rumsprechen, dass beides vermutlich nichts miteinander zu tun hat – zumindest gibt es keine Untersuchung darüber, die den Verdacht bestätigen könnte. Und bekannt sollte auch so langsam sein, dass sexueller Missbrauch mit Gewalt zu tun – nichts mit Sexualität.

25.2.2010 In der Steiermark wurde ein Fall von mutmaßlich mehrfachem sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer aus den 1970er Jahren bekannt. Die Diözese Graz-Seckau wusste davon. Ein der Diözese bekanntes Opfer habe keine Schmerzensgeld, sondern eine Schweigegeldforderung über 1 Million  Euro gestellt. Dies habe die Diözese abgelehnt.
Die Psychotherapeutin Posch-Keller, die mit Missbrauchsfällen in der Diözese betraut ist, sagte, es sei zu hoffen, dass sich die aktuelle Situation verbessert habe,  „die Hand ins Feuer legen“ würde sie dafür aber nicht. Das Thema sei noch immer gesellschaftlich tabuisiert und der Widerstand, mit denen redende Opfer zu rechnen hätten, auch in kirchlichen Gemeinden groß.
Quelle: nachrichten.at

24.2.2010 Im Bistum Trier soll es weitere Missbrauchsfälle geben. Ich verliere inzw. den Überblick – Lesen Sie selbst.
Quelle: Volksfreund

24.2.2010 Der Abt des Klosters Ettal ist zurückgetreten. Damit übernimmt er die Verantwortung dafür, dass – entgegen den bischöflichen Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche – ein Verdacht dem Erzbistum München nicht gemeldet wurde. 
Quelle: focus.de

24.2.2010 Auch in der Steiermark soll sich ein inzwischen verstorbener Gemeindepfarrer, ein Ordensangehöriger, Pater aus dem Stift Admont,an mehreren männlichen Jugendlichen vergangen haben.
Quelle: Kleine Zeitung.at

24.2.2010 Im Bistum Münster wurde ein Ordensgeistlicher der Hiltruper Missionare wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt. Ihm werden Übergriffe vorgeworfen, die er vor 20 Jahren im Johanneum in Homburg begangen haben soll. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle in Münster mit.
Auch aus der Region Trier werden Missbrauchsfälle gemeldet. In den 60er Jahren verging sich in Trier und im Vulkaneifelkreis ein Kaplan offenbar an merheren Messdienrn. Und im ehemaligen kirchlichen Internat in Biesdorf gab es wohl nicht nur einen Missbrauchsfall
Quelle: Saarbrücker Zeitung

23.2.2010 Ein ehemaliger Dechant aus dem Bistum Hildesheim (Celle) wird von mehreren Personen unabhängig voneinander sexueller Übergriffe verdächtigt. Bestätigt werden damit Hinweise eines Opfers, das sich bereits vor Jahren beim Bistum Hildesheim gemeldet hat. Der mutmaßliche Täter arbeitete in den 50er bis Ende der 70er Jahre in Celle. Er starb 1991.
Quelle: katholisch.de

23.2.2010 Annemarie Laakmann vom Zypresse-Notruf berichtet, dass sich seit der Gründung des Notrufs etwa 300 Opfer gemeldet haben und dass von etwa 150 Tätern ausgegangen werden muss. Auch Täter hätten sich beim Notruf gemeldet. “Was uns überrascht hat war, dass das Schuldbewusstsein fehlte”, sagte Laakmann.
Quelle: nn-opnline

22.2.2010 Die Berliner Umschau berichtet aus einem Kinderheim in Wannsee. Vorsicht – der Artikel kann triggern.

22.2.2010 Ein Franziskaner-Minorit wurde von seiner Tätigkeit in der Diözese Würzburg beurlaubt. Er hatte sich 1970 selbst angezeigt. Ein strafrechtlich relevantes Vergehen wurde nicht festgestellt. Nach neuen Vorwürfen in Medienberichten beurlaubte der Bischof den Pater nun.
In einem Benediktiner-Internat in Ettal werden im Moment alte Vorwürfe erneut diskutiert. Z.wischen 1950 und 1990 wurden drei Lehrer aus dem Schuldienst entfernt, einer wurde verurteilt und kam ins Gefängnis. Der letzte Fall datiert von 2002. Im Nachlass einer Psychotherapeutin waren Schilderungen eines Opfers gefunden waren. Zu dieser Zeit war der Beschuldigte noch im Schuldienst, wurde aber trotz Verjährung entlassen.
Eine weitere Nachricht besagt, dass die Missbrauchsfälle möglicherweise durch den Nachlass eines am Missbrauchbeteiligten Ordensgeistlichen Anfang d.Jahres bekannt wurden – er legte eine Art Geständnis ab.
Quellen: ad hoc news und Süddeutsche

22.2.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, sagte, sexueller Missbrauch sei immer ein abscheuliches Verbrechen. Wörtlich fuhr er fort: „Ich entschuldige mich im Namen der Kirche in Deutschland bei allen, die Opfer eines solchen Verbrechens wurden.” (Wie das gehen soll, dass einer sich selbst entschuldigt, sich selbst also die Schuld wegnimmt, weiß ich nicht. Die Zukunft wird zeigen, ob die katholische Kirche es dieses Mal ernst meint.)
Quelle: Badische Zeitung

22.2.2010 In der FR ist ein Artikel von Wunibald Müller, der seit Jahren mit missbrauchenden Priestern arbeitet. Der Artikel trägt den Titel “Keine falsche Stärke vortäuschen” und den Untertitel: “Ein Essay über Täter und Opfer und die Fehler im System”. Der Untertitel ist irreführend, denn von den ca 3110 Wörtern des Essays betreffen genau 130 Wörter die Opfer, das entspricht 4%. Opfer kommen nur in einem Abschnitt vor – dort werden sie als Objekte kirchlicher Fürsorge beschrieben. Das Leid der Opfer wird nicht erwähnt. Erwähnt wird jedoch, dass ein Priester, der Minderjährige missbraucht hat, den “sozialen Tod” erleidet.
Genau da liegt m.E. das Problem: Kirche schaut in erster Linie – immer noch! – auf die Täter und nicht auf die Opfer. Eine wirkliche Veränderung der Situation ist – vor allen notwendigen Änderungen in den Strukturen! – erst dann zu erwarten, wenn die Verantwortlichen in etwa ermessen können, welches oft lebenslängliche Leid den Opfern zugefügt wurde. – Das Alte und das Neue Testament kennen dafür ein Wort: Compassion im Spanischen, Mit-Leid im Deutschen. Weil jemand Mitleid hatte, wird einem Menschen geholfen. Die ägyptische Prinzessin hat Mitleid mit dem Kind im Binsenkorb. Jesus hat Mitleid mit den Hungernden; mit der Witwe, deren einziger Sohn gestorben war… Würden die Verantwortlichen in der Kirche mit den Opfern mitleiden, wäre Entscheidendes gewonnen.

22.2.2010 In einem Interview äußert Christian Weisner, WsK, dass es eine “kopernikanische Wende” in der katholischen Kirche braucht. Wörtlich weiter: “Es braucht wirkliche Buße und Umkehr. Entschuldigungen sind zu wenig. Wichtig ist auch, den Opfern Glauben und Gehör zu schenken. Und wir brauchen Therapieangebote, damit die Opfer mit dem Schaden leben können, der ihrer Seele zugefügt worden ist.”
Quelle: Stuttgarter Zeitung

22.2.2010 Im Bistum Chur, Schweiz, wurde von einem mutmaßlichen Opfer und dem Bistum Anzeige gegen eine Person erstattet. Die Staatsanwaltschft prüft, ob ein Verfahren eingeleitet werden soll. Derzeit untersucht das Bistum Chur in zwei anderen Fällen, ob es weitere Anzeigen einreichen will.
Quelle: Südostschweiz

22.2.2010 Wären die bisherigen Leitlinien der Bischofskonferenz tatsächlich ausreichend gewesen, so wären die jetzigen Anschuldigungen bereits 2002 erfolgt. Offensichtlich kam bisher der Anspruch der Bischofskonferenz, dass alle Fürsorge den Opfern gelte, bei den Opfern nicht an. Dann ist es Zeit, nach den Gründen zu schauen. Es rächt sich nun, was Kenner der Szene schon lange sagen: Solange die Kirche sich eher den Tätern als den Opfern verpflichtet weiß und solange sie nicht die Option für die Opfer ernst nimmt, solange werden sich die Skandale wiederholen. Der Schaden für die Kirche – und damit auch für das Evangelium – ist verheerend, solange nicht der Schaden für die Opfer realisiert wird.
Nun alle katholischen Geistlichen unter einen Generalverdacht zu stellen, ist unangemessen. Die katholische Kirche, soweit sie bislang Täter geschützt und Opfer im Regen hat stehen lassen, zur Umkehr zu den Opfern aufzufordern, ist angemessen.
Erika Kerstner

22.2.2010 Ein früherer Bewohner des Don Bosco Schülerheims in Herrenbach beschuldigt einen Ordensmann, ihn in den 60er Jahren sexuell genötigt zu haben. Er spricht von weiteren sechs Mitschülern, die genötigt worden seien. Zwei von ihnen sind namentlich voll bekannt.
Quelle: Augsburger Allgemeine

22.2.2010 Im ehemaligen Kinderheim des Ordens der Salesianer Don Bosco in Berlin – Wannsee sollen Patres in den 50er bis 70er Jahren Kinder geschlagen und in einigen Fällen auch vergewaltigt haben. Es handelt sich um sechs Geistliche, die verdächtigt werden. Drei sind inzwischen tot, einer hat die Salesianer verlassen, zwei Beschuldigte gehören noch heute dem Orden an. Diese beiden wiesen die Vorwürfe zurück. Bislang gibt es keine Beweise für die Vorwürfe.
Quelle: Tagesspiegel

22.2.2010 Ein ehemaliger Mitarbeiter des Franz Sales Haus in Essen ist in Verdacht geraten, einen Bewohner der Behinderten-Einrichtung sexuell missbraucht zu haben. Nach Einschätzung des jetzigen Leiters ist der frühere Angestellte seit mindestens 30 Jahren nicht mehr im Franz Sales Haus tätig. Möglicherweise sei er tot. Bereits 2002 trat der damalige Leiter , ein kath. Pfarrer, zurück,weil er über Jahre hinweg “ein sexuelles Verhältnis” zu einem Kind seiner Gemeinde gehabt habe.
Quelle: Der Westen
Kommentar: Wer den Missbrauch eines Kindes als “sexuelles Verhältnis” bezeichnet, weiß nicht, was sexueller Missbrauch ist.

22.2.2010 Inteview mit der Psychologin Peterle, die Täter und Opfer therapiert
Quelle: wdr

21.2.2010 Beim Zypresse-Notruf von “Wir sind Kirche” haben sich seit 2002 Hunderte von Opfern gemeldet. Deren Schilderungen ließen auf etwa 150 Täter schließen. Eine der Beraterinnen des anonymen Notrufes weist darauf hin, dass derzeit männliche Opfer im Fokus stünden. Die Katholische Kirche unterschätze, wie hoch die Zahl der Mädchen sei, die Opfer von priesterlichem sexuellem Missbrauch wurden.
Quelle: mona lisa zdf
Kommentar: Wenn amerikan. Zahlen auch für Deutschland repräsentativ sind, dann muss von ca 4 % der Priester ausgegangen werden, die Täter sind. Für Deutschland bei ca 15 000 Welt- und Ordenspriestern müsste also von ca 600 Tätern ausgegangen werden. E. Kerstner

21.2.2010 In der Schweiz gab es in den letzten 15 Jahren 60 Opfer sexueller Übergriffe in der Pastoral. 8mal waren Priester die Täter, einmal eine Lehrerin. In einem weiteren Fall lud ein Kirchenmann Kinderpornografie aus dem Internet herunter. Opfer sind 3 Mädchen, 2 heranwachsende Frauen, 2 erwachsene Frauen, ein Junge und ein heranwachsender Junge.
Quelle: baz-online

20.2.2010 Auch aus zwei ehemaligen Heimen der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin wird gemeldet, dass drei Geistliche und ein Mitarbeiter Minderjährige missbraucht haben sollen. Ein ehemaliges Kinderheim der Vinzentinerinnen in Oggelsbeuren sei ebenfalls betroffen. Ebenso wie das Maristen-Internat in Mindelheim und das frühere Franziskaner-Internat in Großkrotzenburg. Massive Missbrauchsvorwürfe gibt es auch gegen frühere Mitarbeiter des Franz-Sales-Hauses in Essen, einer renommierten Behinderten- Einrichtung.
Quelle: Spiegel

20.2.2010 Ideale der Hitlerzeit: Auch bei den Franziskaner-Minoriten soll es mindestens einen Missbrauch und Drangsalierung von Schülern gegeben haben.
Quelle: FR

19.2.2010 Auch bei den Pallottinern gab es sexuellen Missbrauch. Bislang wurden drei Missbrauchsfälle  in Rheinbach/Bonn bekannt. Der Beschuldigte sei in den 1960er Jahren aus dem Orden ausgeschieden.  Ein weiteres Vergehen geschah in einem Internat in Rheinberg. Der Beschuldigte sei aus dem Dienst genommen worden und habe in die Altenarbeit im Ausland gewechselt. Quelle: Radio Vaticanund Generalanzeiger

19.2.2010 In Italien wurde nach Auskunft des Pfarrers Di Noto, der seit langem gegen Kindesmissbrauch kämpft, in den letzten 10 Jahren gegen mindestens 80 katholische Priester wegen Pädokriminalität ermittelt.
Quelle: tt.com

19.2.2010 Das Leiden der Jungen. Ein Opfer erinnert sich
Quelle: Die Zeit

19.2.2010 Mitte der 1960er Jahre wurde in einem ehemaligen Internat der Missionare von der Heiligen Familie in Biesdorf ein damals 13-15 Jahre alter Jugendlicher von einem Ordensmann sexuell missbraucht. Das Opfer hatte 2007 den Beauftragten des Bistums Trier für Missbrauchsfälle darüber informiert. Der Täter hat gegenüber der eingesetzten unabhängigen Kommission die Taten gestanden. Er starb im Laufe der Voruntersuchungen.

Quelle: swr.de

19.2.2010 Helmut Mangold, der Vorsitzende des Diözesanrats Augsburg, äußerte sich im Rahmen der Auseinandersetzung  um die Schuldzuweisung von Bischof Mixa an die sog. sexuelle Revolution. Er berichtet aber auch aus seiner Jugendzeit in den fünfziger Jahren. Damals wurde getuschelt über einen Augsburger Kleriker, der mit “Ministranten rummache”. Aufklärung gab es nicht, der Mann wurde nach Rom versetzt. Der pädophile Priester aus Helmut Mangolds Jugendzeit zog im Rentenalter wieder nach Augsburg. – in Ehren, sagte Mangold.
Quelle: Süddeutsche.de vom 19.2.2010

18.2.2010 Die Reaktionen der irischen Öffentlichkeit auf das Treffen der irischen Bischöfe mit dem Papst wegen der Missbrauchsfälle in Irland ist hier nachzulesen. Die Irish Times geht davon aus, dass der sexuelle Missbrauch durch Geistliche in weiten Teilen der Gesellschaft zu einer Schwächung des Glaubens beigetragen habe. Der Papst geht umgekehrt davon aus, dass die Schwächung des Glaubens den sexuellen Missbrauch gefördert habe.
Offensichtlich hat der Vatikan noch nicht verstanden, wie groß der Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche nicht nur in Irland ist. Und Glaubwürdigkeit ist das Kapital der Kirche.

18.2.2010 Die Erklärung des Jesuitenordens nach dem Zwischenbericht der Anwältin, Frau Raue, ist hier nachzulesen.

18.2.2010 Die Anwältin Frau Raue, Missbrauchsbeauftragte der Jesuiten, hat einen Zwischenbericht vorgelegt zu den Missbrauchsfällen nicht nur in Jesuiten-Kollegs in Deutschland. Sie spricht von 115 Opfern und davon, dass unter den ca 12 Beschuldigten auch Frauen sind. Die Opfer berichten von Manipulationen an ihren Genitalien und von zudringlichen Zärtlichkeiten. Sie wisse von Opfern, die sich das Leben genommen hätten. In den Personalakten der Jesuiten sei es an keiner Stelle um das Seelenleben der Kinder gegangen.
Quelle: rbb

18.2.2010 ORF-Sendung vom 17.2.2010 Missbrauch im Internat – hat die Kirche nichts gelernt?
Quelle: ORF – Club 2

17.2.2010 Der Opernregisseur Calixto Bieitos berichtet davon, dass er im Jesuitenkolleg von Miranda de Ebro in Burgos missbraucht wurde.
Quelle: FR

17.2.2010 Nach Informationen des Pressesprechers der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, gab es 2009 in der Erzdiözese Wien acht Fälle, in den Diözesen Graz, St. Pölten und Innsbruck jeweils zwei, in Linz, Salzburg und Eisenstadt jeweils einen Fall.
Quelle: Kleine Zeitung
Kommentar: Gestern war noch von 8 Opfern die Rede.

17.2.2010 Unter dem Titel “Gequält, missbraucht – und vertuscht” berichtet die FR über die Übergriffe des Jesuiten Peter R.

16.2.2010 Missbrauchsvorwürfe gegen einen israelischen Rabbi werfen ein Licht darauf, wie auch in jüdischen Gemeinden mit Opfern und (mutmaßlichen) Tätern umgegangen wird.
Quelle: ntv

16.2.2010 Der Papst wirft den irischen Bischöfe nach dem sexuellen Missbrauch  hunderter1 Kinder vor, sie hätten versagt und jahrelang nichts gegen die Übergriffe auf junge Menschen durch Geistliche unternommen. Er forderte “konkrete Maßnahmen”, um die Wunden der Opfer zu heilen. Welche konkreten Maßnahmen gemeint sind, ist nicht bekannt.
Der Augsburger Bischof Mixa sieht die Ursache für den gestiegenen(?) Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der sexuellen Revolution der vergangenen Jahrzehnte.
1Im September 2004 gingen Kirche und Regierung in Irland von ca 11.000 mutmaßlichen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter aus.

15.2.2010 Die mit der Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe beauftragte Rechtsanwältin Ursula Raue berichtet von mehr als 100 Missbrauchsopfern, die sich bei ihr bzw. im Canisius-Kolleg gemeldet hätten. Nicht alle Opfer hätten das Berliner Canisius-Kolleg besucht.
Quelle: ORF

15.2.2010 Eine evangelische Gemeinde suspendiert einen Kantor wegen des Verdachts, ein Kind missbraucht zu haben.
Quelle: spiegel

15.2.2010 Das Bistum Hildesheim geht nach einem Aufruf von Bischof N. Trelle weiteren Missbrauchsmeldungen nach.
Quelle: glaube aktuell

15.2.2010 Die bayerische Justizministerin B. Merk ist für eine Verlängerung der Verjährungsfristen auf 30 Jahre für sexuellen Missbrauch.
Quelle: SZ

15.2.2010 Die Zahl der Missbrauchsopfer ist möglicherweise dreistellig, sagte der Rektor des Canisius-Collegs in Berlin der BZ.

15.2.2010 In Österreich wurden 8 Fälle von Missbrauch bekannt. Zwei Verfahren sind noch anhängig, sechs Fälle verjährt.
Quelle: ORF

15.2.2010 Im Aloisiuskolleg sind mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt geworden. Fünf beziehen sich auf die 60er Jahre und einen Pater, der inzwischen gestorben ist. Andere Fälle datieren zwischen 1967 und 2004 und werden einem inzwischen 82-jährigen Pater zugeschrieben. Dieser mutmaßliche Täter lebt heute in einem Pflegeheim und war 26 Jahre in leitender Funktion als Internats- und Schulleiter tätig.
Quelle: Domradio

14.2.2010 Interview mit dem Jesuiten P. Mertes in der FR

12.2.2010 Ursula Raue, vom Jesuitenorden beauftragte Sachbearbeiterin, gibt dem Radio Vatikan ein Interview. Sie weist darauf hin, dass sich immer neu zeigt, dass die Autorität der Täter von großer und einschüchternder Bedeutung war, dass sich die Opfer nicht trauten, etwas zu sagen.
Quelle: Radio Vatikan

12.2.2010 In Niederösterreich wird ein kath. Priester verdächtigt, Kinderpornografie zu besitzen und verbreitet zu haben. Der Mutmaßliche Täter wurde suspendiert. Generalvikar Schsuter sagte: “Wir wollen vor allem den Opfern helfen. Aber auch die Täter dürfen nicht alleingelassen werden. Auch ihnen soll psychologische und pastorale Hilfe zuteilwerden.”
Quelle: Die Presse

12.2.2010 Missbrauchsfall in einem Werler katholischen Jungen-Internat. Das zuständige Bistum Paderborn wusste davon, hat aber bislang geschwiegen, weil das mutmaßliche Opfer den Gang in die Öffentlichkeit oder eine Anzeige nicht gewünscht habe.
Quelle: Der Westen und FR

12.2.2010 Bischof Dr. Stephan Ackermann, Trier, plädiert für lückenlose Aufklärung und Bischof Hanke, Eichstätt, hält – zu Recht ? – die Vermengung der Zölibatsdiskusstion mit der Missbrauchsproblematik für eine Instrumentalisierung der Opfer für eigene kirchenpolitische Ziele.

12.2.2010 Das Bistum Aachen untersucht neue Verdächtigungen gegen Geistliche. Genauere Informationen wurden nicht gegeben.
Quelle: az-web

11.2.2010 In der Erzdiözese Wien wird gegen einen Priester ermittelt, der kinderpornografische Datenträger besaß und weitergegeben hat. Er wurde von seinen Ämtern als Priester, Dechant, Religionslehrer und Wallfahrtsdirektor dienstfrei gestellt.
Quelle: der standard

11.2.2010 Im Bistum Essen wird einem Domkapitular sexueller Missbrauch eines 16-Jährigen vorgeworfen. Die Schuldfrage sei geklärt, lediglich die Höhe der Strafe müsse noch bestimmt werden, sagte der Pressesprecher des Essener Amtsgerichtes.
Quelle: Der Westen

10.2.2010 Die Aachener Staatsanwaltschaft ist irritiert, von einer kirchlichen Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsverdachtsfällen im Bistum Aachen zu erfahren, weil es “dem Gesetz nach verpflichtend ist, bei solchen Verdachtsfällen die Strafverfolgungsbehörden” einzuschalten.
Quelle: an-online.de

10.2.2010 Missbrauchsskandal in den USA: Kardinal Roger Mahoney deckte jahrzehntelang Missbrauchsfälle im Bistum von Los Angeles.
Quelle: spiegel.de

9.2.2010 Die Kirche hat einen Panzer gebildet – Solange die Kirche die Täter schützt, kann sie nicht für die Opfer optieren.
Spiegel

9.2.2010 Der Papst verurteilt Kindesmissbrauch. Quelle: rp-online

Kommentar: Na ja, befürworten wird er ihn kaum können.

9.2.2010 Im Bistum Münster gibt es derzeit 2 Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche.
Quelle: OV

9.2.2010 Der Rektor des Aloisiuskollegs in Bonn ist zurückgetreten. So will er zu einer Klärung aller Vorwürfe – auch des Vorwurfs seiner Mitwisserschaft – beitragen.
Quelle: Der Spiegel

8.2.2010 Die Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg sind verjährt.
Quelle: ORF

8.2.2010 Der Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber wies darauf hin, dass sexueller Missbrauch bei Geistlichen der katholischen Kirche sehr viel seltener vorkomme als bei anderen erwachsenen Männern. Nicht-zölibatär lebende Männer würden mit einer 36fach höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als katholische Priester.

Quelle: rp-online

8.2.2010 Er kenne nicht wenige Priester, die Täter seien, sagte der Regionaldechant Probst Martin Tenge in Hannover. “Ich kenne persönlich auch Opfer. Teilweise kenne ich die Kombination des Priesters als Täter und Opfer”, sagte der Propst.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Der Regionaldechant kennt nicht wenige Priester, die Täter sind. Vermutlich trifft das für alle Kirchenleute zu. Sie sind Täter, Opfer oder Zuschauer. So könnte es zu erklären sein, dass Kirche einen großen Abstand zur Initiative GottesSuche hält und die Hälfte meiner Mails (d.h. ca 125 von 250) mit der Bitte um einen Link zwischen 2002 und 2007erst gar nicht beantwortet hat. Je größer der Abstand zwischen Kirche und Missbrauchsopfern ist – gleichgültig ob diese Frauen in ihren Familien, im Nahbereich, in der Kirche missbraucht wurden -, umso besser – so scheint “man” in der Institution Kirche zu denken – von Ausnahmen abgesehen. – Wie ernst die derzeitigen Entschuldigungen von Kirchenleuten zu nehmen sind, wird sich zeigen.

7.2.2010 Die Anwältin Groll will drei Missbrauchsopfer mit einer Klage gegen den Jesuitenorden vertreten. Zwei davon wollen sich der Klage des Dritten anschließen. Es handle sich, so der Anwalt, um Menschen in exponierten Positionen. Wenn von ihnen bekannt würde, dass sie missbraucht wurden, wäre das schädlich. Quelle: Tagesspiegel

6.2.2010 Eine Umfrage des Spiegel bei allen 27 Bistümern in Deutschland ergab, dass seit 1995 mindestens 94 Kleriker und kirchliche Laien unter Missbrauchsverdacht gerieten. 30 von ihnen wurden verurteilt. Viele Fälle waren zum Zeitpunkt ihres Bekannwerdens bereits verjährt. Derzeit stehen den Angaben zufolge mindestens 10 Kirchenmitarbeiter unter Missbrauchsverdacht.
Die Bistümer Limburg, Regensburg und Dresden-Meißen verweigerten dem Spiegel eine Auskunft.
Quelle: Spiegel

5.2.2010 Im Bistum Hildesheim soll 2002 ein zweiter Priester Kinder missbraucht haben.
Quelle: OS-Radio

5.2.2010 Pater Eberhard von Gemmingen, SJ, bis vor Kurzem Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, hat in der Heilbronner Stimme nach Angaben des Spiegels und der SZ die Situation des Jesuitenordens, in dessen Schutz sexueller Missbrauch stattgefunden hat und der derzeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, mit der Situation der Juden in der Hitlerzeit verglichen. Wörtlich: “Es ist fatal, nun den ganzen Orden schlechtzumachen. Ich muss einen Vergleich ziehen: Mit den Juden ist es so losgegangen, dass vielleicht der ein oder andere Jude Unrecht getan hat. Dann aber hat man schlimmerweise alle angeklagt und ausrotten wollen. Man darf nicht von einzelnen Missetaten ausgehen und eine ganze Gruppe verurteilen. Und die Gefahr, dass das passiert, ist groß.”
Kommentar: Dieser Vergleich ist unerträglich.
19 Uhr: Zum Glück gibt es inzwischen eine scharfe Distanzierung des Jesuitenprovinzials. Und Herr von Gemmingen hat seinen Vergleich zurückgezogen.
Der Vergleich lässt ein wenig sichtbar werden, wie eben AUCH in der kath. Kirche gedacht wird: Es gibt Kirchenleute, die sich und ihre Kirche als Opfer einer ungerechten Verfolgung wahrnehmen, wenn Verbrechen  von Kollegen zur Sprache kommen.

4.2.2010 Der Gründer und langjährige Generalsekretär der “Ärzte für die 3. Welt”, der Jesuit Bernhard E., hat gestanden, in den 70er Jahren drei Kinder sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: FR

4.2.2010 Laut ORF hat Kardinal Georg Sterzinsky, Berlin, den Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch durch Geistliche nachdrücklich verurteilt. – Bereits am 2.2.2010 hat  laut ORF der Vatikan-Sprecher die Missbrauchsfälle an deutschen Jesuiten-Gymnasien verurteilt und betont, der Vatikan sei in völliger Übereinstimmung mit der Bitte um Entschuldigung des Jesuiten-Chefs Stefan Dartmann.
Kommentar: Es war – nach Angaben der BZ – 1981, als 7 ehemalige Schüler einen Brief  an ihre Schule UND an das bischöfliche Ordinariat in Berlin geschrieben haben, in dem sie von dem Pater und seinen Taten berichteten. Eine Reaktion sei nie gekommen. Wenn diese Angaben stimmen, dann müsste der Brief der 7 ehemaligen Schüler noch in den Akten des Bischöflichen Ordinariates in Berlin aufzufinden sein. Das Ordinariat unterstand zu dieser Zeit Kardinal Meisner und untersteht heute Kardinal Georg Sterzinsky.
Gleiches gilt für die Verurteilung der Missbrauchsfälle durch den Vatikan. Wenn sie ernst gemeint ist, müsste jemand im Vatikan das Schreiben des geständigen Paters suchen und finden, das dieser 1991 laut
SZ an den Vatikan schickte. Und schließlich müsste dann auch der Brief des Papstes (deutsche Version) anlässlich des Priesterjahres noch einmal korrigiert werden. Dort wurde im Sommer 2009 aufgefordert, die “Schwächen” der Priester nicht aufzudecken.

3.2.2010 Ein 62-jähriger ehemaliger Schüler des Bonner Aloisiuskollegs – Träger: Jesuiten – sagte der SZ er sei Anfang der 60er Jahre von einem Pater missbraucht worden. Das Opfer wolle anonym blieben. Er habe aus Angst nie gesprochen. Der Pater ist inzw. verstorben.

3.2.2010 Der Pastoraltheologe Hanspeter Heinz mahnt strukturelle Reformen in der katholischen Kirche an, empfiehlt – wie andere vor ihm – von der Kirche unabhängige Missbrauchsbeauftragte, kritisiert – zu Recht – den Umgang der Kirche mit Homosexualität und die Ansicht der Kirchenleitung, Homosexualität stünde mit Kindesmissbrauch in Verbindung und fordert mehr Psychologen und Therapeuten in den Priesterseminaren.
Quelle: FR

3.2.2010 Die FR berichtet von einem 3. Jesuiten-Täter, der  eingestandenermaßen drei Kinder missbraucht hat. Der Superior des geständigen Täters formuliert: “Er hat Tränen in den Augen, es beschämt ihn tief”. Für den Superior bleibt der Täter E. aber “ein absolut respektabler Mann”. Er müsse auch weiter dem Orden angehören dürfen: “Er ist einer von uns – wir stehen zu ihm!” E. darf ab sofort keine Gottesdienste mehr zelebrieren, “das trifft ihn tief”. Aber, so versichert der oberste Frankfurter Jesuit: “Wir exkommunizieren ihn nicht.”
Für den Superior sind die Täter Einzeltäter. Nach fast fünf Jahrzehnten im Orden könne er grundsätzlich sagen: “Bei uns gab es nichts desgleichen.”
Kommentar: “Das gibt es bei uns nicht” – eine solche Aussage ist geeignet, Opfern den Mund zu verbieten. Dass es in den letzten 50 Jahren immer nur Einzeltäter waren, die Kinder und Jugendliche missbrauchten, ist ein frommer Wunsch. In den USA hat der Jesuitenorden im Februar 2009 jedenfalls als Reaktion auf Dutzende Klagen Gläubigerschutz beantragt. Zu diesem Zeitpunkt standen noch 200 Klagen an. 2007 hat die Ordensprovinz der Jesuiten in Alaska 110 Opfer von 15 Jesuiten “entschädigt”. Die Taten fielen in die Jahre 1961 bis 1987.
Einzelfälle? Einzeltäter? Eher unwahrscheinlich. Leider.

2.2.2010 Hermann Häring über Körper und Korpsgeist.

2.2.2010 Der Rektor der Jesuitenschule in St. Blasien/Schwarzwald sprach heute von “mehreren” Opfern, die sich gemeldet hätten und von “erheblichen Übergriffigkeiten” berichteten. Die Übergriffe hätten sich über die zwei Jahre erstreckt, in denen der Priester W.S. an der Schule gewesen sei.
Quelle: berlin-online
25.3.2010 Im Kolleg Sankt Blasien haben inzwischen mehr als 15 Betroffene in den vergangenen Wochen von Missbrauch und Übergriffen durch zwei Jesuitenpatres in den Jahren 1965 bis 1967 sowie 1982 bis 1989 berichtet. Elf weitere Meldungen beziehen sich auf Taten von acht ehemaligen Jesuiten und eines schulischen Mitarbeiters aus den 50er und 60er Jahren, wie Schulleiter Pater Johannes Siebner in einem Brief an die Eltern der Kollegsschüler berichtet. Quelle: Tagesspiegel

2.2.2010 Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Stefan Dartmann, informiert im Domradio über einen weiteren Missbrauchstäter. Der bis heute amtierende und seit heute suspendierte Jesuit wurde mit den Aussagen von drei Opfern konfrontiert. In einem Fall bekannte der Täter sich schuldig. Der Aufforderung, Anzeige gegen sich selbst zu erstatten, kam der Jesuit nach. Er war 1970-1971 in Berlin am Canisius Kolleg Religionslehrer, 1971 – 1975 Jugendseelsorger in Hannover, 1976 – 1981 in der Jugendarbeit in Berlin und danach Lehrer und Jugenseelsorger in Hamburg von 1981 – 1983. Danach war er über 20 Jahre lang Projektleiter eines Hilfswerkes.
Quelle: Domradio

1.2.2010 Berichterstattung zu den Missbrauchsfällen in Schulen von Jesuiten
Tagesspiegel: Ursachensuche
NDR
Weitere Opfer soll es in Göttingen und Hildesheim gegeben haben.
welt.de Es werden weitere Täternamen genannt
Morgenpost Das Bistum Hildesheim bestätigt, dass ein Missbrauchsopfer der Canisius -Schule in Berlin 1986 einen Mordanschlag auf Pater P.R. verübte. Freunde sprachen vom Motiv der Rache. Kurz danach beging der Angreifer Selbstmord. Der mutmaßliche Missbrauchstäter Pater R. war in der von Jesuiten geführten Göttinger Gemeinde St. Michael in der Jugendarbeit tätig.

1.2.2010 Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Dartmann, sagte in Berlin, dass sich in Hamburg drei weitere Opfer eines der beiden Priester und zwei aus Sankt Blasien im Südschwarzwald gemeldet haben. Außerdem gebe es Hinweise, dass sich der mutmaßliche Täter W.S. bis 1990 auch in Chile und in Spanien des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht habe.
Quelle: berlin-online

1.2.2010 Auch in der Hamburger Sankt-Ansgar-Schule sind vor rund 30 Jahren offenbar Schüler sexuell missbraucht worden. Am Montag sollen sich laut dom-radio drei ehemalige Schüler beziehungsweise eine Mutter gemeldet haben. Das erklärte der heutige Direktor Friedrich Stolze der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Am Kolleg Sankt Blasien/Schwarzwald soll es nach Auskunft des ehemaligen Direktors, Pater Hans Joachim Martin, “ganz schwere Vorkommnisse” gegeben haben. Sie seien unter den Tisch gekehrt worden. Bereits in den 1970er Jahren hätten sich Schüler an ihn gewandt, weil sie von drei Erziehern des Internats sexuell missbraucht worden sein. Diese Ordensmitglieder habe der Direktor entlassen.
Quelle: domradio
Lesenswert: Das Interrview mit dem Rektor der Berliner Canisius-Schule auf domradio: Ich bin überwältigt von Scham.

1.2.2010 In Landau/Pfalz wird seit Dezember 2009 gegen einen Pater ermittelt, der Gemeindepfarrer war. Ermittelt wird wegen sexuellen Missbrauchs von einem Jugendlichen. Der Bischöfliche Beauftragte für Missbrauchsfälle im zuständigen Bistum Speyer möchte nicht namentlich genannt werden – zum Schutz der ihm anvertrauten Jugendlichen.
Quelle: Rheinpfalz

1.2.2010 Im Juli 2009 wurde der Pfarrer der Hohenschönhausener Gemeinde von seinem Amt entbunden. Ihm wird sexueller Missbrauch eines Jugendlichen vorgeworfen. Die Vorwürfe hatte er zunächst gestanden, später widerrufen. Die Gemeinde wurde von ihrem Bistum über “gesundheitliche Gründe” informiert. Aus der Presse erfuhren die Gemeindemitglieder schließelich von den Vorwürfen. Und am 31.1.2010, ein halbes Jahr später, informierte nun auch der Beauftragte für sexuellen Missbrauch die Gemeinde über die Hintergründe des Rückzugs ihres Pfarrers aus der Gemeinde.
Quelle: bz-berlin

1.2.2010 Derzeit wird erneut über die Homophobie in der katholischen Kirche diskutiert. Anlass sind die Missbrauchsfälle in einer Berliner Jesuiten-Schule. In dieser Diskussion wird übersehen, dass sexueller Missbrauch mit Homosexualität so viel zu tun hat wie sexueller Missbrauch mit Heterosexualität zu tun hat.  Pädophilie/Ephebophilie sind nicht an eine sexuelle Orientierung gebunden.

31.1.2010 Der Pfarrer aus dem Bistum Aachen, dem in Südafrika sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, soll auch in Viersen, wo er vorher tätig war, Ministranten sexuell missbraucht haben. Das Bistum kündigte Untersuchungen an.

31.1.2010 Helmut Schüller im Interview. Schüller war lange Jahre Ombudsmann für Betroffene von sexuellem Missbrauch durch Kleriker in Wien.

30.1.2010 Der deutsche Zweig des Jesuiten-Ordens sei 1991 durch einen der beiden (mutmaßlichen) Täter über seine verbrecherische Vergangenheit in der Berliner Schule informiert worden, sagte der Täter. Der heutige Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Stefan Dartmann, bestätigte diese Information. Die SZ ergänzt, dass der geständige Täter 1991 auch den Vatikan informiert habe.  (Offensichtlich sahen weder der Vatikan noch der Orden Handlungsbedarf. Auch 2002 nicht, als die deutschen Bischöfe Richtlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch beschlossen.)
Quelle: short-news
Die FR berichtet, dass ein mutmaßliches Opfer (in der BZ mit dem geänderten Namen Hartmut Walter zitiert) von einem der mutmaßlichen Täter im Keller der Schule zwischen 1975 und 1979 misshandelt wurde. 1981 hätten er und sieben ehemalige Mitschüler einen Brief an ihre Schule und das bischöfliche Ordinariat Berlin geschrieben, in dem sie von dem Pater und seinen Taten erzählten. Eine Reaktion sei nie gekommen.  Der Rektor der Schule spricht inzwischen von 22 Opfern, die die bislang genannten zwei mutmaßlichen Täter benannten. Die Missbrauchsbeauftragte des Ordens, Ursula Raue, wies darauf hin, dass auch andere Namen genannt wurden.
Die Stuttgarter Nachrichten stellen die Frage, ob es auch im Schwarzwälder St. Blasien zum Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gekommen sei, denn einer der mutmaßlichen Täter sei von 1982 bis 1984 an einer Jesuitenschule in Sankt Blasien tätig gewesen.

29.1.2010 In Berlin wurde ein katholischer Gemeindepfarrer wegen des Verdachts auf Missbrauch eines Jugendlichen bereits Anfang Juli 2009 suspendiert. Das Opfer wurde von der Kirchenleitung aufgefordert, Anzeige zu erstatten. Die Ermittlungen dauern an. Das Verfahren ist in Rom anhängig. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2001. Laut n-tv entschloss sich das Bistum Berlin, angesichts der Missbrauchsfälle im Canisius-Kolleg an die Öffentlichkeit zu gehen.
Am katholischen Canisius-Kolleg in Berlin haben sich unterdessen rund 15 weitere Missbrauchsopfer gemeldet. Das teilte der Rektor der Privatschule, Pater Klaus Mertes, mit.
Quelle: Tagesspiegel
Kommentar: In der Regel haben Missbrauchstäter mehr als ein Opfer. Und in der Regel schweigen die Opfer aus zwei Gründen: Ein Grund ist, dass sie erstmal – und das dauert Jahre und Jahrzehnte – mit ihrer Geschichte und den Traumafolgen zurecht kommen müssen. Nicht selten sind die Verbrechen dann auch schon verjährt. Das dürfte auch bei den Verbrechen am Canisius-Kolleg in Berlin so sein. Ein zweiter Grund ist, dass Opfer, die im kirchlichen Kontext missbraucht wurden, nur ausnahmsweise mit der Solidarität der Kirche(n) rechnen können. Eine Ärztin, Gynäkologin, Psychiaterin und Psychotherapeutin, schrieb in der neuesten Ausgabe des “Anzeigers für die Seelsorge” (2/2010) folgenden bemerkenswerten Leserbrief: „Ich arbeite als Frauenärztin und Psychiaterin und Psychosomatik. Inzwischen habe ich auch selbst Erfahrungen mit dem Thema „Missbrauch in der Seelsorge gemacht und kennen gelernt, wie die Kirche damit umgeht. Es ist glaube ich egal welche Konfession, und ich kann niemanden mehr raten, sich Hilfe zu holen bei der Kirche, erst recht kann ich nicht mehr empfehlen eine Anzeige zu erstatten. Das habe ich früher nur als „Professionelle“ und nicht auch Betroffene völlig anders gesehen. Die Dienstaufsicht und die Konsequenzen bei Fehlern opfern die Opfer ein zweites Mal.” – Offensichtlich wird das am Canisius-Kolleg ein wenig anders gehandhabt. Das ist gut so.
Erika Kerstner

29.1.2010 Das Bistum Essen beurlaubt einen Priester, Domkapitular, dem sexueller Missbrauch eines 16-jährigen Jugendlichen  vorgeworfen wird.
Quelle: Der Westen

28.1.2010 In einer Berliner Jesuitenschule sollen sich zwei ehemalige Lehrer, Patres, an Schülern vergangen haben. Der jetzige Rektor, P. Mertes, hatte sich an etwa 600 ehemalige SchülerInnen gewandt. Er sprach von entsetzlichen, nicht nur vereinzelten, sondern systematischen und jahrelangen Übergriffen. Bekannt seinen bislang sieben Fälle. Mertes geht davon aus, dass es eine größere Dunkelziffer gebe. Bereits früher seien Einzelfälle bekannt geworden, die Betroffenen haben sich aber nicht offenbaren wollen.
Die Justiz geht davon aus, dass die Taten der 70er Jahre verjährt sind, nicht unbedingt jedoch die Taten der 80er Jahre.
Auch Mitglieder der Gemeinschaft christlichen Lebens, die in der Schule Freizeitaktivitäten anbietet, sollen Übergriffe getätigt haben.
Quelle: Der Spiegel

21.1.2010 Der Schauspieler Gabriel Byrne berichtete in einer irischen Fernsehshow, dass er mit 11 Jahren Priester hatte werden wollen. Er lebte vier Jahre lang in einem Priesterseminar der “Christian Brothers” in England und sei dort sexuell missbraucht worden.
Quelle: Spiegel

20.1.2010 Der Papst hat die irischen Bischöfe zu einem Krisentreffen in den Vatikan eingeladen. Thema: Sexueller Missbrauch
Quelle: ORF

14.1.2010 Laut standard.at sagte Kardinal Hummes, Rom, dass das Verhalten pädophiler Priester “das Herz der Kirche verletze”. Der Vatikan sprach sich für Gerichtsverfahren gegen pädophile Priester aus, wenn es objektive Beweise für deren Verantwortung gäbe.
Kommentar: Es ist immer dasselbe: Die Kirche stellt den Schaden fest, der IHR entstanden ist. Der Schaden, den die Opfer erlitten, ist nachrangig und/oder muss gar nicht benannt werden. Die Opfer sind offensichtlich in der Wahrnehmung der Amtskirche “nicht Kirche”.

11.1.2010 Die katholische Kirche richtet eine Hotline für ehemalige Heimkinder ein.
Die Hotline-Nummer 0180 4100 400, Kosten: 20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, ist montags, mittwochs und freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Weitere Informationen im Internet: heimkinder-hotline.de.
Quelle: orf

 8.1.2010 Eine Frau hat das Bistum Yarmouth in Neuschottland/Kanada wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs verklagt. Die Klägerin wurde nach eigenen Angaben 10 Jahre lang von einem römisch-katholischen Priester sexuell missbraucht. Der mutmaßliche Missbrauch begann, als sie 12 Jahre alt war. Der mutmaßliche Täter starb in den 80er Jahren.

Quelle: yahoo

2.1.2010 Der emeritierte Bischof Edgardo Storni, der zu 8 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs eines Seminaristen verurteilt wurde, galt lange Zeit als drittmächtigster Würdenträger der argentinischen Katholiken. Bereits 1994 hatte eine vom Vatikan angeordnete Untersuchung gegen Edgardo Storni wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs stattgefunden. Papst Johannes Paul II. hatte ihn jedoch in seinem Amt bestätigt. Im Jahr 2002 war Storni dann von dem Seminaristen Rubén Descalzo bei einer richterlichen Anhörung erneut beschuldigt worden. Als die daraus folgende Anzeige gegen Storni öffentlich bekannt wurde, trat er im Oktober 2002 auf Anweisung des Vatikans von seinem Amt zurück. In einem Brief an Papst Johannes Paul II. beteuerte Storni damals seine Unschuld, an der er bis heute festhält. Laut Anklage fanden die sexuellen Missbräuche bereits 1992 das erste Mal statt (also über 10 Jahre!) und zwar an 47 jungen abhängigen Männern des Priesterseminars.
Die Veröffentlichung des Buches “Nuestra Santa Madre. Historia Pública y Privada de la Iglesia Católica Argentina” der Journalistin Olga Wornat im Jahr 2003, führte zur Anklage. Wornat kommentierte das Urteil: “Die Strafe ist für einen der Jungen, aber damit hat sich ein Fenster geöffnet für weitere Anklagen und Zeugenaussagen, denn es war nicht nur ein Seminarist, sondern es waren einige, die missbraucht wurden.”
Quelle: taz

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