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 Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2015

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30.12.2015 Ein Priester auf den Philippinen wurde vorübergehend suspendiert. Er war an Heiligabend singend mit einem Hoverboard durch eine Kirche gefahren. Nun lässt sich darüber streiten, ob eine solche Aktion der Verkündigung des Evangeliums dient oder nicht. Nicht streiten lässt sich darüber, dass die Kirchenverantwortlichen hier – anders als bei sexuellem Kindesmissbrauch – sehr rasch suspendieren.
Quelle: orf

20.12.2015 Interview mit der Fernsehautorin Eva Müller zum Fall des Hildesheimer Bischofs (ab Min 8)
Quelle: wdr 5

19.12.2015 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, ist der Ansicht, dass jemand Verantwortung für das von Bischof Trelle eingeräumte Fehlverhalten im Umgang mit dem Missbrauch eines Mädchens durch Peter R. übernehmen müsse – etwa durch einen Rücktritt. Außerdem bemerkt Katsch, dass der Bischof sich nicht zu einer Entschuldigung durchringen konnte.
Quelle: ndr
Im Film des NDR wird berichtet, dass das Opfer sagt, das Bistum habe ein Viertel des Protokolls vom Gespräch im März 2010 zurückhalten wollen. Dem habe das Opfer nicht zugestimmt – das gesamte Protokoll solle veröffentlicht werden. Bischof Trelle formuliert: “Einer vollständigen Veröffentlichung des Vermerks über das am 4. März 2010 … mit dem Mädchen geführte Gespräch, der offenbar verschiedenen Redaktionen im Wortlaut vorliegt, hat die Betroffene gegenüber dem Bistum Hildesheim bislang nicht zugestimmt.”
Quelle: ndr

18.12.2015 Der des Kindesmissbrauchs angeklagte Erzbischof Wesolowski starb eines natürlichen Todes. Das Foto zeigt die polnische Trauergemeinde und die kirchlichen Würdenträger, die an der Beerdigung teilnahmen.
Quelle: radiovaticana.va

18.12.2015 Bischof Trelle bedauert, im Fall des Mädchens, das von Peter R. sexuell missbraucht wurde, nicht anders vorgegangen zu sein: “Aus heutiger Sicht und mit der Erfahrung von fünf Jahren Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch würden wir heute anders entscheiden und vorgehen. Dass wir damals so entschieden haben, bedauern wir heute sehr.” Die Darstellung der Aussagen des Mädchens in Presseberichten nennt er verkürzt und unvollständig.
Quelle: Bistum Hildesheim nicht mehr online

17.12.2015 Missbrauchsopfer des kath. Priesters Karadima sagen, der Papst stehe auf der Seite der Vertuscher. Er habe Juan Barros zum Bischof von Osorno ernannt, obwohl Barros seinen Mentor, den kath. Priester Karadima, der inzw. vom Vatikan verurteilt wurde, schützte. Karadima habe ein “aus Psychodruck und Vergewaltigung bestehendes System” in El Bosque installiert, aus dem Dutzende Priester und drei weitere chilenische Bischöfe hervorgingen. Einem der Bischöfe, Francisco Javier Errázuriz Ossa, waren seit 2003 die Vorwürfe gegen Karadima bekannt, er reagierte aber erst 2010, als der Vatikan ein Verfahren einleitete.
Quelle: badische-zeitung.de

17.12.2015 Die Berliner Staatsanwaltschaft überprüft, ob sie erneut gegen Peter R., Ex-Jesuit und suspendierter kath. Priester aus dem Bistum Hildesheim, ermitteln will. Der Fall wurde an die Fachabteilung für Jugendschutz übergeben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sprach von einer schwierigen Sachlage. – Peter R. ist ein Haupttäter aus dem Canisius-Kolleg. Im Bistum Hildesheim hat er u.a. ein damals 11-jähriges Mädchen missbraucht. Die Meldung des Opfers, 3 Jahre danach, wurde vom Bistum erst Monate später an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.
Quelle: epd.de nicht mehr online

17.12.2015 Der kanadische Premier fordert vom Papst eine Entschuldigung für das Leid, das indigenen Kindern in kanadischen zumeist katholisch geführten Internaten angetan wurde. Rund 150.000 Kinder wurden zwischen 1867 und 2000 von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt. Ziel war die Anpassung der Kinder an die Mehrheitsgesellschaft. Viele wurden misshandelt und sexuell missbraucht. 3201 Kinder starben, die meisten an Tuberkulose.
Quelle: spiegel.de

15.12.2015 In Kanada wurde heute der Abschlussbericht der “Truth and Reconciliation”-Kommission vorgestellt, der die Gewalt gegen indigene Kinder in kanadischen Schulen/Internaten dokumentiert. Von 3201 Todesfällen zwischen 1867 und 2000 ist die Rede, die Kinder/Jugendlichen wurden oft in anonymen Gräbern bestattet, ihre Eltern, denen die Kinder weggenommen worden waren, wurden nicht einmal über ihren Tod informiert. Die Internate wurden zumeist von der kath. Kirche betrieben.
Quelle: trc.ca/

15.12.2015 Kardinal Pell sollte in dieser Woche von der Königlichen Untersuchungskommission in Australien gehört werden – er kann wegen seines erhöhten Blutdrucks leider nicht reisen.
Quelle: theage.com.au

15.12.2015 Der Hildesheimer Bischof Trelle konnte Anfang März 2010 nicht erkennen, dass es bei der Meldung des damals 14-jährigen Mädchens um sexuellen Missbrauch einer 11-Jährigen durch einen 60-jährigen Priester ging. Aus einem unter dem Titel “Ablage: Missbrauch 2010” abgelegten Vermerk über das Gespräch des Bistums mit dem Mädchen, das dem Spiegel und dem WDR vorliegt, geht hervor, dass der Beschuldigte Peter R. mit der Minderjährigen im selben Zimmer übernachtete, ihr nahe gekommen sei, schon früher Situationen herbeigeführt habe, in denen er mit ihr alleine war und aufdringlich geworden war. Und er habe ihr immer wieder große Geschenke (mehrere [Spiegelreflex-]Kameras) gemacht. Das Bistum riet dem Mädchen, den Kontakt mit Peter R. zu meiden.
Dem Bistum war zu dieser Zeit bekannt, dass Peter R. der Haupttäter im Canisius-Kolleg war. Weiter war bekannt, dass Peter R. im Bistum Hildesheim mehrfach  “auffällig” geworden war. Er wurde von Göttingen nach Hildesheim und nach Hannover versetzt und schließlich in den Ruhestand verabschiedet. Für die Verbrechen im Canisius-Kolleg wurde er mit der Entlassung aus dem Priesterstand “bestraft”. Der Missbrauch der 11-Jährigen, der zum Zeitpunkt der Anzeige beim Bistum Hildesheim im März 2010 noch nicht verjährt war, wurde von der Staatsanwaltschaft wegen geringen öffentlichen Interesses eingestellt. Das Bistum hatte die Staatsanwaltschaft nicht über den Kontext der Anzeige informiert und die Staatsanwaltschaft hat ihrerseits keinen Zusammenhang mit dem Canisius-Kolleg-Täter hergestellt.
Am 2.8.2010 leitete das Bistum Hildesheim eine kirchenrechtliche Voruntersuchung (http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Bischof-weist-Vorwurf-der-Verschleppung-zurueck,missbrauch1136.html, nicht mehr online) des Falles ein – zu einem Zeitpunkt also, in dem das Bistum nach eigener Aussage nichts von Missbrauch im Fall des Mädchens hat erkennen können. Dieser Verdacht trat – nach Aussage des Bistums – erst ein, als die Eltern/Großeltern des Mädchens im November 2010 – nach dessen Selbstmordversuch und Psychiatrieaufenthalt – beim Bistum vorstellig wurden. Unerfindlich bleibt, warum das Bistum ein kirchenrechtliches Verfahren einleitet, wenn es doch keinen Hinweis auf Missbrauch erkennen kann. Verurteilt wurde Peter R. von einem Berliner Kirchengericht zu 4000 Euro Strafe. Das Kirchengericht machte das Urteil ohne Anhörung des Opfers, das über das Verfahren auch nicht informiert wurde.
Dass der Bischof und der damalige Missbrauchsbeauftragte und heutige Weihbischof Bongartz im März 2010 angesichts der Schilderungen des Mädchens und im Wissen um die Vorgeschichte Peter Riedels nicht auf den Gedanken kamen, es könne sich um sexuellen Missbrauch handeln, nennt Ursula Enders das Nicht-Wahrnehmen und Bagatellisieren eindeutiger Hinweise und das Vertuschen von Gewalt.
Und wie Weihbischof Bongartz sagen kann: “Angesichts des tatsächlichen Ablaufs der Geschehnisse sind die Vorwürfe in keiner Weise haltbar”, ist mir unerfindlich. Er sprach in einer Pressekonferenz davon, dass er die Vorwürfe “ungeheuerlich” finde und als Verleumdung und Beleidigung verstehe.
Quelle: spiegel.de und NDR

15.12.2015 Anmerkungen zum ehemaligen Domspatzendirektor Johann Meier: Der Exzess-Täter und seine (Ex-)Freunde
Quelle: regensburg-digital (Teil 1)  und regensburg-digital (Teil 2)

9.12.2015 Im Vatikan soll es Ermittlungen gegen Kardinal Müller geben, die jedoch vom Pressesprecher Lombardi und von Kardinal Müller dementiert werden. Geld, das Bistümer für die Ermittlungen in Missbrauchsfällen an die Glaubenskongregation zahlen, soll gefunden worden sein. Es sollen auch Gelder für private Zwecke benutzt worden sein. Pressesprecher Lombardi sagte, es habe Unregelmäßigkeiten gegeben, die seien aber beseitigt. Kardinal Müller habe mit den Unregelmäßigkeiten nichts zu tun.
Quelle: Mittelbayerische

8.12.2015 Bischof Dr. Ackermann ist überzeugt, dass die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der kath. Kirche nicht abgeschlossen sei. Es gebe immer noch Menschen, die sexuellen Missbrauch aus der Vergangenheit meldeten. Die Bischofskonferenz hat inzwischen den Bistümern bei rund 1600 Opfern die Zahlung einer finanziellen Entschädigung empfohlen. Ackermann kündigte an, als Missbrauchsbeauftragter der DBK nicht nur rückwärts zu schauen, sondern sich auch gesellschaftlich dafür einzusetzen, einen sicheren Raum für Kinder und Jugendliche zu schaffen.
Quelle: katholisch.de

8.12.2015 In Minnesota, USA, hat nun auch das Bistum Duluth Insolvenz beantragt. Im Nov. 2015 wurde dem Bistum eine Teilschuld an einem Missbrauchsfall von 1978 zugesprochen. Das Bistum sieht sich einer Schadenersatzforderung von 4,5 Millionen Euro gegenüber. Der Insolvenzvertrag solle nun “sicherstellen, dass die Mittel der Diözese unter allen Opfern gerecht aufgeteilt werden können und zugleich die tägliche Arbeit der Kirche fortgesetzt werden kann”.
Quelle:domradio.de

8.12.2015 Traumatisierte Flüchtlinge
Quelle: FR und Tagesspiegel 9.10.2015 und Zeit 16.9.2015 und NDR 30.11.2015

7.12.2015 In Rotherham, England, beginnt ein erster Prozess gegen 5 Männer und zwei Frauen, die zwischen 1997 und 2013 bandenmäßig mindestens 1400 Kinder misshandelt und missbraucht haben, wie die Sozialforscherin Alexis Jay im August 2014 in ihrem unabhängigen Bericht ermittelte. Ihr Fazit: Das alles geschah unter den Augen der Stadtverwaltung und der Polizei, die beschlossen hatten, nichts zu tun. Erste aktenkundige Hinweise gab es 2001, dann 2002, 2003 und 2006. Die Hinweise wurden ignoriert und verheimlicht. Die Stadtverwaltung fürchtete den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit und soziale Spannungen, falls sie gegen die Täter vorgegangen wäre. Quelle: sueddeutsche.de/

5.12.2015 Die insolvente Erzdiözese St.Paul-Minneapolis, USA, hat 2015 mindestens fünf Millionen Dollar für Anwaltskosten in Zusammenhang mit dem Konkurs und Fällen sexuellen Missbrauchs ausgegeben. Das Bistum muss mehr als 400 Entschädigungsforderungen für sexuellen Missbrauch durch Priester erfüllen. Erzbischof Bernard Hebda erklärte, die Verfahren seien so komplex, dass hochspezialisierte Rechtsexperten notwendig seien. Das Bistum hatte sich zum Konkurs entschlossen, um eine angemessene Entschädigung von Missbrauchsopfern sicherzustellen und um teure Rechtsstreitigkeiten abzuwenden.
Quelle: radiovaticana.va

4.12.2015 Christoph Fleischmann, Theologe und Joeurnalist, fragt im Fall des Peter R. und damit des Bistums Hildesheim, warum das Kirchengericht in Berlin das Mädchen und seine Familie nicht angehört hat und wie der Hildesheimer Bischof den in Berlin lebenden Pater R. überwachen solle, dass er nicht wieder zum Täter wird und Fleischmann konstatiert: “Es ist beklagenswert, dass auch nach dem Aufdecken weit verbreiteten Missbrauchs durch Geistliche Anfang 2010 das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche noch immer nicht erkennen lässt, dass es Ihnen wirklich um rückhaltlose Aufklärung geht. Aber es ist beschämend, wie die Verantwortlichen darauf reagieren, wenn man ihnen eigenes Versagen nachweist.” Quelle: publik-forum.de

3.12.2015 Pax Christi warnt vor der Zustimmung zu einem Kriegseinsatz in Syrien: Friedensverhandlungen werden erschwert, Fluchtursachen und Gewaltursachen nicht bekämpft, “Im Gegenteil, die Luftangriffe ausländischer Streitkräfte verstärken die aussichtslose Lebenssituation der Menschen.”
Quelle: paxchristi.de

3.12.2015 Die Schweizer Bischofskonferenz hat beschlossen, einen Fond für die Opfer sexueller Gewalt durch Priester einzurichten, deren Fälle nach zivilem und kirchlichen Recht verjährt sind, weil die Anstellungsbehörden eine Mitverantwortung trügen. Die SBK geht von einem Betrag von 10.000 Franken aus.
Quelle: kath.ch

3.12.2015 Inzwischen gibt es gegen den Erzbischof von San Salvador, Jose Luis Escobar Alas, den Vorwurf, er habe 2011 einem Missbrauchsopfer die Zahlung von Geld in Aussicht gestellt, wenn die Frau ihren Fall nicht öffentlich mache. Konkret ging es um einen inzw. verstorbenen Priester, der seit den 1970er-Jahren ein junges Mädchen missbraucht hat. Der Beschuldigte habe die Tat eingestanden und das aus diesem Missbrauch entstandene Kind anerkannt.
Das Opfer erhob weitere Vorwürfe: 2000 habe sich ein anderes Opfer an den damaligen Erzbischof Fernando Saenz Lacalle und an den damaligen Generalvikar Jesus Delgado (der inzw. selbst wegen sexuellen Missbruchs suspendiert wurde) gewandt und beide hätten nichts unternommen. Delgado habe dem Opfer geraten, die Beziehung zu dem Priester fortzusetzen, “damit es dem Kind nicht am Notwendigsten” fehle.
Quelle: religion.orf.at

4.12.2015 Der Bischof von San Salvador weist den Vorwurf der Schweigegeldzahlung zurück: Das sei eine “abolute Lüge”. Die 5.000 US-Dollar seien gezahlt worden, weil die Frau die Kirche um Hilfe für ihren in Kuba studierenden Sohn gebeten habe. Die Zahlung sein ein Akt der Barmherzigkeit gewesen.
Quelle: ORF

2.12.2015 Die Kirche El Salvadors sei im Schockzustand, berichtet der orf. Bekannt wurde, dass der Generalvikar des Bistums San Salvador, Jesus Delgado, suspendiert wurde, weil er 8 Jahre lang ein zu Beginn 9-jähriges Mädchen missbraucht hat. Gegen einen weiteren Geistlichen liegen fünf Anschuldigungen vor. Der Erzbischof von San Salvador, Jose Luis Escobar Alas kündigte eine Null-Toleranz-Strategie an und forderte ein Gesetz, das die Verjährung von Kindesmissbrauch ausschließt.
Quelle: religion.orf.at

2.12.2015 Im Fall des Umgangs im Bistum Hildesheim mit dem Serientäter des Canisius-Kollegs in Berlin gibt es Ungereimtheiten. Das Bistum Hildesheim hat im August ein kircheninternes Verfahren gegen den Berliner Täter Peter R. eingeleitet, sagt jedoch, es habe nicht bereits im März 2010, sondern erst im November 2010 Hinweise auf sexuellen Missbrauch eines 11-jährigen Mädchens durch den Täter erhalten. Das kircheninterne Verfahren soll im August eingeleitet worden sein – also Monate bevor das Bistum Hinweise auf sexuellen Missbrauch hatte.
Quellen: ndr.de und  spiegel.de (4.12.2015)

1.12.2015 Das Bistum Hildesheim nimmt Stellung zur WDR/ARD-Sendung “Richter Gottes” am 30.11.2015 und weist darauf hin, dass sich bei dem Gespräch im März 2010 mit der 14-Jährigen keine eindeutigen Hinweise auf sexuellen Missbrauch ergeben hätten.
Quelle: Bistum Hildesheim (nicht mehr online)
s. auch die Ausführungen des Eckigen Tisches
In einer Diskussion mit dem Bistum Hildesheim schreibt das Bistum am 2.12.2015: “Nach Auskunft unserer Rechtsabteilung besteht die Pflicht zur Herausgabe der Akten gegenüber staatlichen Behörden und Gerichten.” Claudia Adams hatte gefragt: “Konkrete Antwort, bitte: Könnte der Bischof in diesem Fall die Herausgabe seiner Informationen aus dem Geheimarchiv verwehren? Ja oder nein?”
Kommentar: Da dürfen wir gespannt sein. Im CiC 490 (3) heißt es nämlich: Aus dem Geheimarchiv bzw. Geheimschrank dürfen keine Dokumente herausgegeben werden.

30.11.2015 Der Eckige Tisch fordert den Rücktritt von Bischof Trelle.
Quelle: Eckiger Tisch

30.11.2015 Nach Recherchen von ARD und WDR (online) zeigte eine 14-Jährige Anfang März 2010 einen sexuellen Übergriff im Bistum Hildesheim an. Das Bistum informierte weder die Eltern noch die Staatsanwaltschaft. Als das Mädchen im Oktober 2010 in die Kinderpsychiatrie kam, wandten sich die Eltern an das Bistum. Auf ihr Drängen hin informierte das Bistum die Staatsanwaltschaft, verschwieg jedoch, dass der benannte Täter Pater Peter R. einer der Haupttäter im Canisius-Kolleg war. Die Staatsanwaltschaft ging also von einer Einzeltat aus und stellte 2011 die Ermittlungen wegen geringen öffentlichen Interesses gegen Zahlung einer Geldauflage von Peter R. ein.
Kirchenrechtlich jedoch wurde Peter R. 2012 zu diesem “Fall” befragt und dort  zu 4000 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Opfer erfuhr von diesem kircheninternen Prozess nichts und bekam auch keine finanzielle “Entschädigung”.
Quellen: presseportal und morgenpost

29.11.2015 Der Gründer des Instituts des fleischgewordenen Wortes (Instituto del Verbo Encarnado, IVE), Carlos Miguel Buela, wurde Anfang 2010 wegen Missbrauchsvorwürfen vom Vatikan mit lebenslanger Wirkung abgesetzt. Er erhielt ein Kontaktverbot zu den Gemeinschaften. Das IVE hielt die vatikan. Anwiesung intern geheim, hielt sich nicht an die Kontaktsperre und gestattete Buela weiterhin Zutritt zu seinen Niederlassungen. Daher wurde das Institut am 16.12.2015 auf Weisung der vatikan. Ordenskongregation unter Aufsicht gestelle. Das päpstliche Dekret wurde in der Öffentlichkeit erst im Nov. 2015 bekannt, als Ex-Mitglieder es veröffentlichten.

28.11.2015 Anfang Dezember wird die Aussage von Kurienkardinal Pell vor der australischen Untersuchungskommission von sexuellem Missbrauch erwartet. Zwei Männer, die Opfer von Priestern in Ballarat wurden, werfen Pell vor, von den Verbrechen seiner damaligen Weggefährten gewusst zu haben und nichts unternommen zu haben bzw. Schweigegeld gezahlt zu haben. Auch sein ehemaliger Weihbischof Geoffrey Robinson wirft Pell vor, sich mit einem kircheneigenen Aufklärungsprogramm der Missbrauchsfälle (“Melbourne Response”) profilieren zu wollen und zugleich “zu hohe Hürden für eine Kontaktaufnahme durch Opfer” aufgestellt zu haben.
In der Erzdiözese Melbourne wurden seit 1980 454 Missbrauchsfälle angezeigt, Täter waren 84 Priester und 104 Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter (bei 289 Priestern und 284 Ordenspriestern und 1.061.570 Katholiken insgesamt – Zahlen von 2007).
Quelle: katholisch.de

27.11.2015 Der Generalvikar der Erzdiözese San Salvador, Jesus Delgado, 77, wurde nach Missbrauchsvorwürfen suspendiert. Er soll eine heute über 40jährige Frau missbraucht haben, als sie zwischen 9 und 17 Jahre alt war. Delgado ist bereit, sich mit dem Opfer zu treffen und um Verzeihung zu bitten. Delgado hat u.a. am laufenden Heiligsprechungsverfahren für Oscar Romero mitgearbeitet – auch von dieser Aufgabe wurde er suspendiert.
Quelle: radiovaticana.va

26.11.2015 Der Papst stehe auf der Seite derer, die Missbrauch durch kath. Kleriker vertuschen, sagen Betroffene aus Chile. Sie werfen Papst Franziskus vor, er habe Juan Barros zum Bischof von Osorno ernannt, obwohl Barros seinen Mentor, den kath. Priester Karadima, der inzw. vom Vatikan verurteilt wurde, schützte. Karadima habe ein “aus Psychodruck und Vergewaltigung bestehendes System” in El Bosque installiert, aus dem Dutzende Priester und drei weitere chilenische Bischöfe hervorgingen. Einem der Bischöfe, Francisco Javier Errázuriz Ossa, waren seit 2003 die Vorwürfe gegen Karadima bekannt, er reagierte aber erst 2010, als der Vatikan ein Verfahren einleitete.
Quelle: augsburger-allgemeine.de

26.11.2015
Der nach dem Missbrauchsskandal von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtete Fonds für Präventionsprojekte ist ausgeschöpft. Aus dem mit 500.000 Euro dotierten Fonds seien seit 2011 insgesamt 43 beispielhafte Projekte gefördert worden.
Quelle: domradio

25.11.2015 Die Finanzierung der geplanten und beschlossenen unabhängigen Aufarbeitungskommission der Bundesregierung, die sexuellen Missbrauch in Familien und Institutionen untersuchen soll, ist nicht gesichert. 2016 soll sie die Arbeit aufnehmen.
Quelle: ekin-deligoez.de

25.11.2015 Heute: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
13. trotz allem: Hoffnungs- und Stärkungsgottesdienst für Frauen, Mittwoch, 25.11.2015, 19 Uhr Hauptkirche St. Trinitatis Altona, Hamburg

25.11.2015 Ein Interview mit Wolfgang Palaver über die Aktualität der Theorien von René Girard.

24.11.2015 Seit Juni 2015 lief ein – öffentlich bislang nicht bekanntes – Verfahren gegen einen kath. Priester aus Mainz-Weisenau. Ihm wurde sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er wurde im Dienst belassen. Laut Staatsanwaltschaft haben sich diese Vorwürfe nicht erhärtet, das Verfahren wird voraussichtlich eingestellt. Das Verfahren gegen die ErzieherInnen der Kita in Mainz-Weisenau hingegen wurde öffentlich bekannt gemacht, alle ErzieherInnen fristlos entlassen. Heute berichtet die Staatsanwaltschaft, dass sich die Vorwürfe gegen die Kinder, die Kinder missbraucht haben sollen, nicht erhärten ließen. Dann kann auch keine Aufsichtspflichtverletzung der ErzieherInnen vorliegen.
Quellen: merkurist.de und allgemeine-zeitung.de
Stellungnahme des Bistums Mainz

23.11.2015 Ein Polizeichef argumentiert mit Fakten gegen die vielfältigen Gerüchte über gewalttätige Flüchtlinge. Und ganz nebenbei sagt er auch, es interessiere niemanden und es läge kein öffentliches Interesse vor, wenn ein Mann eine Frau schlägt. Da spricht er vermutlich sowohl über Flüchtlinge als auch über Deutsche, die Frauen schlagen.
Quelle: süddeutsche

22.11.2015 Im Vatikan beginnt am Dienstag ein Prozess gegen 5 Verdächtige, darunter die beiden Investigativ-Journalisten Fittipaldi und Nuzzi. Den Angeklagten wird vorgeworfen, Informationen über beträchtliche Unregelmäßigkeiten der Kurie weitergegeben zu haben. Den Journalisten wird die Veröffentlichung der Dokumente vorgeworfen. Die beiden Bücher von Nuzzi und Fittipladi erschienen am 5.11.2015. Der Prozess beginnt am 24.11., also 19 Tage später.
Quelle: spiegel.de
Kommentar: Wenn es um Kindesmissbrauch durch kath. Priester geht, lässt die Kurie sich länger Zeit.

20.11.2015 Weil es in Europa unterschiedliche Wege der Vorbeugung gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche gibt, soll in der nächsten Zeit ein europaweites Netzwerk von Experten aufgebaut werden. Dazu fand eine erste europäische Konferenz kirchlicher Präventionsbeauftragter mit Teilnehmern aus 14 Ländern in Luxemburg und Trier statt: „Eine Krise – verschiedene Antworten“.
Quelle: orf.at

19.11.2015 Das Abschlussdokument der Bischofskonferenz „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ liegt vor.
Quelle: dbk.de

18.11.2015 So kann es Opfern in Deutschland in der katholischen Kirche ergehen, die die Anschuldigungen – naturgemäß – nicht beweisen können.

Quelle: kiz-online.de
Kommentar: So erklärt sich vermutlich auch die niedrige Zahl von Meldungen in Deutschland im Vergleich z.B. zu Österreich: Dort gab es bei ca 5 Millionen Katholiken und derzeit 3.834 kath. Priestern und Ordenspriestern ca 1.381 Opfer. In Deutschland gab es bei ca 24 Millionen Katholiken und derzeit ca 14.636 Priestern und Ordensleuten ca 1425 Meldungen.

18.11.2015 Heute ist der 1. Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung.
Quelle: fra.europa.eu und coe.int

17.11.2015 Im Vatikan geht man gegen die beiden Autoren von Büchern – Nuzzi und Fittipaldi – vor, die sich mit den dortigen Missständen befassen. Vermutlich wäre es klüger, gegen die Missstände selbst vorzugehen.
Quelle: orf

16.11.2015 Der Vatikan hat einen deutschen Karmeliter-Pater, der Jugendliche sexuell missbraucht hat, bestraft. Zur Strafe darf der Täter keine priesterlichen Handlungen mehr außerhalb des Ordens abhalten und muss sich von Jugendlichen fernhalten; aus Hilfsprojekten muss er sich zurückziehen. Er darf auch nicht mehr uneingeschränkt reisen und sein Wahlrecht im Orden wurde eingeschränkt.
Quelle: katholisch.de

15.11.2015 Die deutschen Bischöfe reisen zum ad-limina-Besuch nach Rom. Sie nehmen die Nachricht mit, die Kirche in Deutschland habe wieder Glaubwürdigkeit zurückgewonnen. Vermutlich übersehen sie dabei, dass sich 2014 nur noch jeder Zweite mit den Zielen seiner Kirche identifizieren kann. 2009 galt dies für jeden Dritten.
Quelle: katholisch.de

15.11.2015 Information der Öffentlichkeit über den Status des Untersuchungs- Gutachtens- und Berichtsauftrags bzgl. der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen. Der vom Bistum Beauftragte RA Weber berichtet, dass das Bistum ihm alle angeforderten Unterlagen zugänglich mache, sich weiterhin Betroffene melden und das Beraterkuratorium feststehe. Es ist zu gleichen Teilen aus Vertretern von Opfern und Verantwortlichen zusammengesetzt. Seine personelle Zusammensetzung wird Anfang Februar 2016 bekannt gegeben. Im Februar 2016 soll ein erster Zwischenbericht erscheinen. RA Weber ruft weiterhin Opfer auf, sich zu melden.
Quelle: docs.dpaq.de/9958-20151214_mitteilung_ra_weber.pdf

13.11.2015 Der oberste Gerichtshof Chiles hat die vatikanischen Unterlagen angefordert, die – nach Aussage von Papst Franziskus – belegen sollen, dass der kürzlich zum Bischof von Osorno ernannte Juan Barros nicht an der Vertuschung der Missbrauchsfälle durch den Priester Fernando Karadima beteiligt war. Karadima wurde von der Kirche zu einem Leben des Gebets und der Buße “verurteilt”. Ob der Vatikan die Unterlagen zur Verfügung stellt, wird abzuwarten sein.
Quelle: reuters.com

12.11.2015 In Chile sind Opfer des Priesters Karadima entsetzt über den Papst. Sie bezweifeln inzwischen, dass er tatsächlich Bischöfe, die sexuellen Missbrauch vertuscht haben, zur Rechenschaft ziehen will. Sie warten auf Taten.
Quellen: zeit.de und Christ und Welt

12.11.2015 Amerikanische Bischöfe beraten ihre Diözesen, wie mit dem Film Spotlight umgegangen werden soll. Der Klerus erhält Hinweise, wie mit Menschen umzugehen ist, die durch den Film getriggert werden. Der Film zeigt, wie die Aufdeckungsarbeit des Boston Globe über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche vor sich ging.
Quelle: bostonglobe.com

11.11.2015 In einem Artikel über die Vorstellung des Buches “Schweigebruch” von Bettina Janssen und Mary Hallay-Witte wird Generalvikar Ansgar Thim, früher Personalchef und Missbrauchsbeauftragter, zitiert:
“‘Die verschiedenen Erwartungshaltungen, mit denen ich damals konfrontiert wurde, gaben mir das Gefühl, zwischen allen Stühlen zu sitzen.’ Er habe Vertrauensmann sein wollen, sei immer aber auch als Repräsentant einer Täter-Institution wahrgenommen worden.”
Quelle: neue-kirchenzeitung.de
Kommentar: Damit benennt Generalvikar Thim das entscheidende Problem: Er hat eine Doppelrolle inne, der er nicht gerecht werden kann. Einerseits möchte er Vertrauensmann/Seelsorger sein, andererseits hat er die Aufgabe, Ermittlungen über die Plausibilität von Vorwürfen anzustellen. Diese Doppelrolle muss zu Kollissionen führen. Aus dieser Doppelrolle heraus gibt es nur einen Weg: Die Kirchenverantwortlichen müssen sich entscheiden, welche der beiden Rollen sie einnehmen wollen. Wenn sie als Vertrauensleute für Opfer handeln wollen, müssen sie die Ermittlungsaufgaben an nicht-kirchliche Fachleute abgeben. Wollen sie die Ermittlungen in eigener Regie führen, müssen sie auf die Rolle der Vertrauensleute/der Seelsorger verzichten. Dann würde allerdings öffentlich, dass Kirche nicht auf der Seite der Opfer steht.

11.11.2015 Der katholische Theologe Wolfgang Beck hat eine Kontrolle aller deutschen Bischöfe im Umgang mit Missbrauchsfällen gefordert. Beck weist daraufhin, dass es in den höheren Ebenen der katholischen Kirche immer noch einen ausgeprägten Klerikalismus gebe und dass die Strukturen, die Kindesmissbrauch und andere Skandale begünstigten, bis heute unverändert seien. Die deutschen Bischöfe, die meist sehr auf Rom hören, seien sehr zurückhaltend, wenn es um die Kontrolle durch Synoden oder frei gewählte Gremien gebe, von denen Papst Franziskus spreche.
Quelle: jesus.de

11.11.2015 Das US-Bistum Milwaukee hat Insolvenz angemeldet. Es musste 21 Millionen Dollar an 355 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche zahlen.
Quelle: Radio Vatikan

11.11.2015 Der Bürgermeister von Kevelar referiert anlässlich des Missbrauchs eines Jungen durch den früheren Bischof Janssen von Hildesheim die sog. Forschung, die das “false-memory-syndrome” streut. Das Bistum Hildesheim argumentiert da  sorgsamer.
Quelle: rp-online.de

9.11.2015 Kritik am Mangel an Transparenz im Missbrauchsfall des früheren Hildesheimer Bischofs Janssen üben – zu Recht – mehrere Leute.
Quelle: ndr.de und ndr.de
Weihbischof Bongartz rechtfertigt das Vorgehen des Bistums Hildesheim (11.11.2015)
(Wer Kirchenvolkes’ Stimme kennen will, lese auch die Kommentare. Und wenn mir jemand erklären kann, wie folgendes funktionieren soll, bin ich dankbar: Anzuerkennen, dass ein Mensch Opfer sexuellen Missbrauchs wurde und zugleich die Unschuld des Täters behaupten. Das Opfer soll also Opfer sein, der Täter aber nicht Täter?)

9.11.2015 Hinweis auf ein neues Buch: Mary Hallay-Witte / Dr. Bettina Janssen: “Schweigebruch: Vom sexuellen Missbrauch zur institutionellen Prävention”. Das Buch dokumentiert die Lern- und Entwicklungsprozesse der katholischen Kirche in Deutschland im Umgang mit den Missbrauchsfällen.
Quelle: Erzbistum Hamburg
Leseprobe

8.11.2015 Der Papst sagt, es sei ein Verbrechen und ein “beklagenswerter Akt, der nicht hilfreich ist”. Die Äußerung bezieht sich auf die verabredungswidrige Zugänglichmachung vertraulicher Dokumente, die zwei kirchl. Mitarbeiter an Journalisten weitergegeben haben.  Zudem warnte der Papst die Kardinäle vor Verschwendung.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Verständlich ist mir, dass die Dokumentenweitergabe insofern zu beklagen ist, weil die verabredete Vertraulichkeit nicht eingehalten wurde. Andererseits gehört es m.E. zur versprochenen Transparenz des Vatikans, dass Missstände öffentlich werden. Immerhin geht es um die Gelder, die Gläubige dem Vatikan zukommen ließen/lassen. Wenn sie dann nicht – wie den Spendern zugesagt – für die Unterstützung von Armen und Bedürftigen verwendet werden sondern zur Unterstützung eines luxuriösen Lebensstils von Kardinälen und vatikan. Mitarbeitern, dann ist es nur gut, wenn die Zweckentfremdung bekannt wird, genauso wie andere Missstände. Die Veröffentlichung als “Beschädigung des Papstes” zu interpretieren, dürfte falsch sein – sie legt die Widerstände offen, die der Transparenz im Wege stehen.

8.11.2015 Der Hildesheimer Bischof Trelle ist tief bestürzt darüber, dass einer seiner Vorgänger ein Kind sexuell missbraucht hat.
Quelle: katholisch.de und spiegel.de

7.11.2015 Die Diözese Duluth muss dem Opfer eines Ordenspriesters 7,4 Millionen Euro zahlen. Fünf weitere Prozesse stehen dem Bistum noch bevor. Sie wurden durch eine 2013 beschlossene Fristverlängerung möglich.
Quelle: katholisch.de

6.11.2015 Der frühere Bischof von Hildesheim, Heinrich Maria Janssen, wird von einem Opfer beschuldigt, ihn zwischen 1958 bis 1963 sexuell missbraucht zu haben. Janssen war von Februar 1957 bis Dezember 1982 Bischof. Die Hildesheimer Missbrauchskommission hielt die Vorwürfe für glaubwürdig. – Dass auch Bischöfe Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen/missbraucht haben, muss eigentlich nicht verwundern. Täter sind in allen Berufsgruppen und auf jeder Ebene der Hierarchie zu finden.

Quelle: zeit.de und radiovaticana.va

6.11.2015 Der Erzbischof von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, sagte im Prozess dreier Opfer des Priesters Karadima – der vom Vatikan des Missbrauchs schuldig befunden wurde -, aus, dass die Kirche die Wahrheit liebe und vollstes Verständnis für die Opfer habe und nichts vertuscht habe.
Aus E-Mail-Schreiben zwischen Ezzati und seinem Vorgänger, Kardinal Errazuiz, ging hervor, dass sie verhindern wollten, dass der Chilene Juan Carlos Cruz, eines der Missbrauchsopfer von Karadima, über den an ihm begangenen Missbrauch spricht bzw. in die päpstliche Missbrauchskommission komme.
Quelle: de.radiovaticana.va/
Kommentar: Dass Radio Vatikan das Missbrauchsopfer als “homosexuell” bezeichnet, dürfte zur Sache nichts Wichtiges beitragen. Es könnte jedoch – in manchen kirchlichen Kreisen – der Diskriminierung des Opfers dienen. 

4.11.2015 Ein katholischer Pfarrer aus Weilheim, Bistum Rottenburg-Stuttgart, wurde mit 80% seiner Bezüge beurlaubt. U.a. soll er einen Jugendlichen pornografische Filme zugänglich gemacht haben.
Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

2.11.2015 Nach ernst zu nehmenden Schätzungen hat die kath. Kirche der USA in den letzten 60 Jahren ca 4 Milliarden US-Dollar im Kontext der Missbrauchsfälle ausgegeben – so der National Catholic Reporter.
Nicht beziffert werden konnten die Verluste an Glaubwürdigkeit der Kirche und an Vertrauens-/Glaubensfähigkeit der Opfer und ihrer Umgebung.
Quelle: ncronline.org

29.10.2015 Gabriel Ringlet, der zwei der Dutroux-Opfer beerdigt hat, plädiert dafür, dass die Kirche die kirchlichen Missbrauchsfälle aufarbeitet.
Quelle: kath.ch

29.10.2015 Johannes Heibel, Gründer der bundesweit aktiven “Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch”, stellt fest, dass es der Kirche noch immer am Aufklärungswillen mangelt. Quelle: general-anzeiger-bonn.de

28.10.2015 Pater Eduardo Robles Gil, Generaldirektor von Regnum Christ und von den Legionären Christi, hat den Vatikan um einen Ablass gebeten. Die Bitte wurde positiv beschieden. Am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu 2016 können die Laien- und Ordensmitglieder des von dem notorischen Verbrecher Pater Maciel gegründeten Ordens den vollkommenen Ablass erhalten. Pater Robles-Gil ermuntert die Ordens-Mitglieder, “diese Gnade zu nutzen und den Dank an Gott für das Geschenk der Bewegung zu erneuern”.
Quelle: radiovaticana.va
Kommentar: Fragen drängen sich auf: Warum wird den Legionären ein besonderer Ablass gewährt? Erfüllen sie die Bedingungen –  immerhin haben die ca 900 Priester Armut gelobt und sind Multi-Milliardäre. Und nicht wenig ihres Vermögens wurde vom Gründer Maciel Marcial, einem Verbrecher, erworben, indem er viele Millionärswitwen um ihr Vermögen brachte. Und: Warum wird in der katholischen Kirche die Institution des Ablasses anlässlich des Jahres der Barmherzigkeit ohne jegliche Problematisierung und Diskussion erneuert?

26.10.2015 In Peru wird u.a. dem Gründer des “Sodalitium Vitae Christianae”, Luis Fernando Figari, sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er befindet sich in Rom.
Quelle: infostelle-peru.de

26.10.2015 Zehn Jahre, nachdem bekannt wurde, dass 21 Priester (bei insg. 131 amtierenden Priestern) über 100 Kinder im Bistum Ferns, Irland, sexuell missbrauchten, hat der Bischof Bilanz gezogen. Die Veröffentlichung des Berichts war – so Bischof Brennan – eine Katharsis, seither habe sich viel verändert. Dennoch gebe es eine Atmosphäre des Misstrauens: Pilgerfahrten seien nur noch für Erwachsene ausgerichtet, in einigen Gemeinden gebe es keine Ministranten mehr; Chöre und Jugendeinrichtungen der Gemeinden hätten keinen Zulauf mehr von Kindern. Bischof Brennan ist sicher, dass die Angst unbegründet ist: “Wir sind heute besser denn je aufgestellt, um die Kluft zu überwinden, die in den vergangenen Jahren entstanden ist.”
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Wenn das Vertrauen durch die Verbrechen und ihre Vertuschung erstmal zerstört ist, kann nicht erwartet werden, es in 10 Jahren wieder zu gewinnen. Im übrigen sind es die Kinder und Jugendlichen und deren Eltern, die entscheiden, ob die Kirche im Bistum Ferns “besser denn je aufgestellt” sei – Sache des Bischofs ist es, sich darum zu bemühen.

25.10.2015 Obwohl die 270 stimmberechtigten Teilnehmer der Bischofssynode ausschließlich männlich und ehelos waren, sprachen sie über Ehe und Familie und schlossen damit Frauen von diesen Überlegungen aus. Nicht zu Wort kamen auch junge Menschen. Konkrete Empfehlungen an den Papst enthielt das Schlussdokument nicht. Der Papst scheint den regionalen Bischofskonferenzen mehr Entscheidungsbefugnis einräumen zu wollen – ob Bischofskonferenzen davon Gebrauch machen werden, hängt sicher von ihrem Mut ab. Dem Thema Homosexualität wichen die Bischöfe aus. Auch um die biblischen Grundlagen und die Praxis der frühen christlichen Gemeinden und Konzilien in der Ehe- und Familienlehre hat sich die Synode leider nicht bemüht – der Blick darauf hätte den garstig breiten Graben zwischen Kirchenvolk und ihren Bischöfen ein wenig zuschütten können. Wer es als Erfolg wertet, dass die Realität in den Beziehungen und Familien überhaupt – zumindest teilweise – wahrgenommen wurde (Gewalt und sexueller Missbrauch wurde lediglich in einer der 13 Arbeitsgruppen erwähnt) und dass darüber gestritten werden konnte, verkennt, dass das freimütige Gespräch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.
s.auch: Joachim Frank, FR

22.10.2015 In Peru wurde das Buch des Journalisten Pedro Salinas “Mitad monjes, mitad soldados” vorgestellt, das die Verwicklung von Mitglieders des Sodalitium Vitae Christianae (SCV), darunter der Gründer, in sexuellen Missbrauch thematisiert.
Quelle: telesurtv.net

22.10.2015 Der Film “Spotlight” thematisiert, dass es kaum noch aufdeckende Pressearbeit gibt – wie der Boston Globe sie in den kirchlichen Missbrauchsfällen gezeigt hat. Damals, 2001/2002, wurde öffentlich, was eine Studie später bestätigte: Die kirchlichen Missbrauchsfälle sind mit 6-7 % signifikant höher als in der übrigen Bevölkerung.
Quelle: wienerzeitung

21.10.2015 Die Caritas Wien stellte heute ihren Bericht über Gewalt, incl. sexuelle Gewalt, in Caritas-Kinderheimen vor. Caritas-Direktor Landauer berichtet von 48 Betroffenen, die sich gemeldet hätten und davon, dass Therapiekosten von je 5.000 bis 25.000 Euro übernommen worden wären. Von einer theologischen Reflexion der Missbrauchstaten, einer zu ändernden Kirchenstruktur oder einem Angebot seelsorglicher Begleitung der unwiderruflich Betroffenen berichtet er nichts.
Quelle: orf

21.10.2015 Immerhin einer Arbeitsgruppe der derzeit tagenden Bischofssynode in Rom ist aufgefallen, dass “Familie” auch mit “Gewalt, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung” konnotiert sein könnte und dies nicht unter den Tisch fallen dürfe, wenn es um die Familie. gehe.
Quelle: radiovaticana.va

20.10.2015 Zunehmend schicken Bischöfe Missbrauchs-Priester in Entwicklungsländer, die eine weniger effektive Strafverfolgung, weniger unabhängige Medien und ein größeres Machtgefälle zwischen Priestern und Gemeindemitgliedern haben. So geschehen bei  dem ehemaligen belgischen Pfarrer Jan Van Dael, der in Brasilien ein Waisenhaus gründete. Und bei dem kolumbianischen Priester Ferdico Fernandez Baeza, der nach Anzeigen wegen Kindesmissbrauch Texas verließ und in Cartagena an der Universität “San Buenaventura” die zweithöchste Stelle in der Universität antrat.
Quelle: pri.org

16.10.2015 In Kolumbien haftet die katholische Kirche für ihre Priester, wenn diese Kinder sexuell missbrauchen. Die kolumbianischen Bischöfe sint entsetzt über dieses Urteil der Justiz. Sie sagen, es handle sich um individuelle Straftaten von Einzelpersonen. Derzeit laufen gegen 18 kath. Priester in Kolumbien Verfahren, denen schwerer Kindesmissbrauch vorgeworfen. Mitunter sollen Kirchenvertreter versucht haben, die Verbrechen zu verheimlichen. Nun drohen der Kirche Schadenersatzforderungen.
Quelle: domradio.de

16.10.2015 Die Revision des zu 6 Jahren Haft verurteilten Pfarrers Georg K. ist gescheitert.
Quelle: wz-newsline.de

15.10.2015 Michael T., Opfer des Kardinals Groer, fragt über seinen Anwalt das Stift Göttweig, ob tatsächlich ein Seligsprechungsverfahren für Groer lanciert werde. Für Groer, der anvertraute Jugendliche sexuell missbrauchte, wurden mindestens bis 2013 jährliche Gedenkgottesdienste gehalten.

12.10.2015 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und Kinderhilfswerke weisen auf sexualisierte Gewalt in Flüchtlingsunterkünften hin. Sie kann von Wachleuten, von Ehrenamtlichen, von ehrenamtlichen Vormündern, von Bewohnern der Unterkünfte ausgehen.
Quelle: tagesspiegel.de

12.10.2015 Die vatikanische Kinderschutzkommission hat ihre zweite Vollversammlung beendet. Beraten wurde über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen “Richtlinien zum Kinderschutz”, “Betreuung der Opfer” und “Ausbildung von Priesteramtskandidaten”. Die Überlegungen, die von den Arbeitsgruppen angestellt wurden, wurden nicht veröffentlicht.
Quelle: domradio

11.10.2015 Ein dem Aktionskreis Regensburg Nahestehender hat beim Kirchenanwalt am Strafgericht im Vatikan eine Anzeige wegen Vertuschung eines sexuellen Missbrauchs durch den damaligen Diözesanbischof Gerhard Ludwig Müller und jetzigen Präfekten der Glaubenskongregation eingereicht.
Quelle: akr-regensburg.de
Es kam eine Antwort. Stand: Juli 2017.

9.10.2015 Der Oberste Gerichtshof von Kolumbien entschied, dass die kath. Kirche 22.300 $ an zwei Missbrauchsopfer des Priesters Luis Enrique Padua und weitere “Entschädigungen an die Geschwister zahlen muss. Padua wurde 2010 zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt.
Quelle: au.news.yahoo.com

8.10.2015 Letzte Woche wurde ein Video vom Mai 2015 öffentlich, in dem der Papst mit einem Priester spricht, der Angehörige von Opfern des chilenischen Priesters Karadima nach Rom begleitete. Karadima war über Jahre hinweg von dem ehemaligen Militärbischof und jetzigen Bischof Barros von Osorno, Chile, geschützt worden. Der Papst hat ihn dennoch zum Bischof ernannt. Im Gespräch mit dem Begleiter der Opfer sagt der Papst, die Linke in Chile habe diese Geschichte aufgebauscht. Gegen den Bischof läge nichts vor. Papst Franziskus sagt seinem Gesprächspartner, ‘sie sollen sich nicht an der Nase herumführen lassen von denen, die nur versuchen, Verwirrung zu stiften, die versuchen zu verleumden…’
Marie Collins, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission sagte The Irish Catholic “die ganze Einstellung zum Problem ist deprimierend, enttäuschend und entmutigend.” Juan Carlos Claret, ein Sprecher der Laienbewegung OLA de Osorno, nannte den Papst “unempfindlich gegen die erneute Viktimisierung von denen, die er versprach, zu schützen, nämlich die Opfer von sexuellem Missbrauch”.
Quelle: http://www.irishcatholic.ie/article/pope%E2%80%99s-attitude-abuse-survivors-%E2%80%98disappointing%E2%80%99-%E2%80%93-marie-collins und nytimes.com
Kommentar: Im Vatikan hat sich – entgegen aller öffentlichen Verlautbarungen – offensichtlich doch nichts geändert. Abzuwarten bleibt, wie lange Marie Collins noch in einer sog. Päpstlichen Kinderschutzkommission mitarbeitet, die die Täterschützer weiterhin schützt und sogar befördert.

7.10.2015 Der anglikanische frühere Bischof von Gloucester, Peter Ball (83) hat 18 angehende Priester über einen Zeitraum von 15 Jahren sexuell missbraucht. Geschützt wurde er u.a. von der königlichen Familie und hochrangigen Mitgliedern des Establishments. Nun wurde er zu 32 Monaten Gefängnis verurteilt.
Quelle: the telegraph

7.10.2015 In Italien hat ein Priester Verständnis für Pädophile geäußert und gesagt, Homosexuelle sollten zum Arzt gehen. Und nebenbei wird im deutschsprachigen Raum öffentlich, dass 2014 in Italien 200 Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche öffentlich wurden.
Quelle: Spiegel

1.10.2015 Der National Catholic Reporter stellt eine Diskrepanz zwischen den Worten und den Taten von Papst Franziskus fest. Einerseits spricht er davon, dass die Fälle nicht länger geheimgehalten werden können oder dürfen (die Übersetzungen variieren), andererseits ändert er das Kirchenrecht, das die Bischöfe zur Geheimhaltung verpflichtet, nicht.
Quelle: ncronline.org

29.9.2015 Der 80jährige Kardinal Justin Rigali, früherer Erzbischof von Philadelphia, zelebrierte zusammen mit Papst Franziskus einen Gottesdienst in der Kathedrale von Philadelphia. Auch an dem Treffen des Papstes mit Missbrauchsopfern nahm er teil. Rigali wird vorgeworfen, als Erzbischof Priester gedeckt zu haben, die des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurden. Priester, Ordensleute und Kirchenrechtler forderten den Papst auf, Rigalis Rolle von der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation untersuchen zu lassen. Der jetzige Erzbischof von Philadelphia, Chaput, verteidigte die Präsenz seines Vorgängers.
Quelle: Radio Vatikan

28.9.2015 Fünfzig Reformgruppen appellieren an die Bischofssynode zu Ehe und Familie daran, dass die Situation von unterdrückten und missbrauchten Kindern und Frauen von der Synode angemessen berücksichtigt werde. „Gegenüber den Überlebenden sexuellen Missbrauchs durch Priester und Ordensleute sollte die Synode ein klares Zeichen der Reue setzen und sich verpflichten, ihnen und ihren Familien Gerechtigkeit, Mitgefühl und Fürsorge zukommen zu lassen.“
Quelle: wsk

27.9.2015 Papst Franziskus hat bei seiner USA-Reise Missbrauchsopfer von kath. Priestern, Erziehern und Familienangehörigen getroffen. Auf dem Welttreffen der Familien sagte er vor Bischöfen und Kardinälen: “Die Verbrechen und die Sünden des sexuellen Missbrauchs dürfen nicht länger geheim gehalten werden. Ich verspreche, dass die Kirche ihrer Aufsichtspflicht nachkommt, um Kinder zu schützen und alle Täter zur Rechenschaft zu ziehen.”
Im Blick auf Verbrechen durch Priester und Bischöfe sagte er, er bedauere zutiefst, wenn den Opfern nicht geglaubt worden sei. „Sie sollen wissen, dass der Heilige Vater Ihnen zuhört und Ihnen glaubt. Ich beklage zutiefst, dass einige Bischöfe ihrer Verantwortung, Minderjährige zu schützen, nicht nachkamen. Sehr beunruhigend ist es zu wissen, dass in einigen Fällen sogar Bischöfe selbst Missbrauchstäter waren. Ich verpflichte mich dazu, dem Weg der Wahrheit zu folgen, wohin immer er uns führt. Der Klerus und die Bischöfe werden über ihr Handeln Rechenschaft ablegen müssen, wenn sie Minderjährige missbrauchten oder nicht schützten.“
Quelle: Deutschlandfunk und Radio Vatikan
Kommentar: Es bleibt zu hoffen, dass den Worten auch Taten folgen. Z.B. könnte die Glaubenskongregation Zahlen von Tätern und Opfern, von Verurteilungen und Konsequenzen veröffentlichen. Die deutschen Bischöfe könnten endlich die einmal versprochenen Zahlen in ihren Bistümern überhaupt bzw. so veröffentlichen, dass Leser nicht verwirrt werden durch eine verschleiernde Sprache. Bischöfe könnten sich in Rom anzeigen, wenn sie vertuscht haben… Es gäbe viel zu tun. Denn noch darf in einem Pfarrblatt in Deutschland öffentlich gesagt werden, dass die Erinnerung von Opfern trügerisch   (http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/export/sites/gemeinden/seelsorgebereich-erftstadt-ville/Pfarreien/lambertus/news/23-1-2015.pdf) sei, obwohl der Täter sich bei den Opfern entschuldigte und seine Übergriffe eingestand. – Dass nicht nur Opfer von Klerikern, sondern auch Opfer von Erziehern und Familienangehörigen, angehört wurden, deutet hoffentlich darauf hin, dass sich die Perspektive der Verantwortlichen geweitet hat und die Opfer in Familien nicht nur als dunkle Hintergrundfolie benutzt werden, um die kath. Kirche leuchtender erscheinen zu lassen.

23.9.2015 Papst Franziskus dankte auf seiner US-Reise den Bischöfen für ihren “großzügigen Einsatz, um die Opfer zu heilen – in dem Wissen, dass mit dem Heilen auch wir geheilt werden.” Er wisse, wie sehr die “Wunden der vergangenen Jahre” auf den Bischöfen gelastet hätten. Er lobte die Bischöfe für ihren Mut, ihre Selbstkritik, ihre Selbstdemütigung und ihre großen Opfer (sacrifice) im Umgang mit den Missbrauchsfällen.
Quelle: spiegel.de
Kommentar: Nun, zunächst haben die Wunden auf den (nach Einschätzung von Kirchenexperten (!) 100 000) Opfern gelastet und tun es meist noch immer. Und auf den Bischöfen haben sie jedenfalls nicht so sehr gelastet, dass sie nennenswerte Konsequenzen gezogen hätten und zurückgetreten wären, wenn sie die Opfer durch Vertuschung bedrückt und gedemütigt haben. Statt eines Dankes an die US-amerikanischen Bischöfe wäre eine klare Kritik des Papstes angebracht und die Aufforderung, dass jene der ca 400 anwesenden Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht und die Opfer im Stich gelassen haben, sich bei den 10 Mitarbeitern der neu eingerichteten Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation zu melden haben. Angemessen wäre auch, dass der Papst mit den Opfern spricht und sie fragt, was sie von der/ihrer Kirche brauchen.
Es ist darüber hinaus eine Verkennung der Realität vieler Opfer, wenn der Papst von ‘Heilung’ spricht – die gibt es für viele Opfer nicht. Dass P. Franziskus den Blick auf die Heilung “der Kirche” – gemeint ist die Hierarchie – richtet, zeugt von der verengten Sicht auch dieses Papstes: Die Opfer scheinen zu dem “Wir” nicht dazuzugehören.

22.9.2015 Heute ist Jef Barzin Dekan im Dekanat Antwerpen. In den 1980er Jahren gehörte er einer “Oecumenischen Werkgroep Pedofilie” an, die am 9. August 1984 in der Kirchenzeitung “Kerk en Leven” mitteilte, die Kirche sensibilisieren zu wollen für das Phänomen der Pädophilie und Vorurteile bekämpfen wollte. Darüber hinaus sollte die Gruppe ein Treffpunkt für Pädophile sein – zum Meinungsaustausch und zur gegenseitigen Ermutigung.

22.9.2015 Papst Franziskus besucht in den USA eine Kirche in der Krise. Der Missbrauchsskandal auch in den USA ist noch lange nicht aufgeklärt. Bislang hat er die kath. Kirche drei Milliarden Dollar gekostet. bishopaccountability.org schätzt, dass es in den USA mehr als 17.000 Missbrauchsopfer gibt. 95 % der Diözesen sollen betroffen gewesen sein.  Quelle: http://www.heute.de/papstbesuch-in-den-usa-leere-kirchen-leere-kassen-40173412.html

20.9.2015 Im August 2015 veröffentlichte die McLellan-Kommission ihren Bericht zu den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche Irlands. U.a. werden Opfer zitiert, die den entscheidenden Mangel feststellten: “No-one ever said ‘What can I do to help?’” Der Report erkennt an: “Survivors need compassion, and survivors need justice. To meet these needs may be the greatest challenge faced by the Church.”
Quelle: https://www.mclellancommission.co.uk/report/chapter-5 und https://www.mclellancommission.co.uk/report/foreword

17.9.2015 Fast jedes elfte Kind in Deutschland erlebt sexuellen Missbrauch.
Quelle: aktuell.evangelisch.de

17.9.2015 In Chile lädt die Kirche traditionell zu einem Gebet mit Politikern ein. In diesem Jahr erhalten die Einladenden – Kardinal Ricardo Ezzati Andrello, ein enger Freund und Vertrauter von Papst Franziksus, und Kardinal Francisco Javier Errazuriz – jedoch Absagen. Die Eingeladenen kritisieren, dass die chilenische kath. Kirche wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsfällen ihre Glaubwürdigkeit verloren habe.
Zuletzt war ein E-Mail-Wechsel bekannt geworden, in dem die beiden Kardinäle zu verhindern suchten, dass ein Opfer des Priesters Karadima in die päpstliche Missbrauchskommission berufen werde.
Quelle: katholisch.de

17.9.2015 In Wien steht ein kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Brüdern vor Gericht. Die Brüder waren zur Zeit der zwei Jahre dauernden Missbräuche 13 und 14 Jahre alt.
Quelle: http://www.%C3%B6sterreich.at/chronik/Priester-verging-sich-an-Jugendlichen/204627804

10.9.2015 Ein ehemaliger Bischof der anglikanischen Kirche hat zugegeben, 18 Jungen missbraucht zu haben. Ein Opfer berichtete von Missbrauch in den 70er Jahren des 20.Jh. Eine erste Anzeige vom März 1993 blieben folgenlos. Das Urteil wird Anfang Oktober 2015 erwartet.
Quelle: BBC

10.9.2015 Der Leiter des Kinderschutzzentrums der Gregoriana, Pater Hans Zollner, bezeichnet das österreichische Sytem des Umgangs mit kirchlichen Missbrauchsopfern als vorbildlich, weil es Zuhören, Therapie und finanzielle Hilfe anbiete. Seelsorgliche Begleitung nennt er nicht.
Drei Fehler der Vergangenheit zeigt er auf: Den Opfern sei zu wenig zugehört worden (s. meine bislang unbeantwortete Kritik am e-learning-Projekt der Gregoriana), die kirchlich Verantwortlichen seien zugleich von den Tätern manipuliert worden. Der zweite Fehler sei gewesen, die Häufigkeit sexuellen Missbrauchs zu unterschätzen und das Leid der Opfer nicht zur Kenntnis zu nehmen. Der dritte Fehler sei gewesen, davon auszugehen, dass Täter vollkommen geheilt werden könnten. Quelle: kathpress.co.at

5.9.2015 Die Veranwortlichen der evangelischen Landeskiche Württemberg lassen sich Zeit mit Überlegungen zu Zahlungen an Missbrauchsopfer der Brüdergemeinde Korntal, beklagen Opfer.
Quelle: stuttgarter-zeitung.de

4.9.2015 Der Film “spotlight” wurde auf dem Filmfest Venedig gezeigt. Er erzählt von der Aufdeckung jahrelangen sexuellen Missbrauchs in der Kirche, dem Wegschauen der Kirchenverantwortlichen und der Justiz, die vom Boston Globe geleistet wurde.
Quelle: swp

3.9.2015 Missbrauchsopfer des früheren Nuntius in der Dominikanischen Republik haben Schadenersatzforderungen angekündigt. Der Vatikan hat bereits Zahlungen in Aussicht gestellt, jedoch nichts über die Höhe gesagt.
Quelle: orf

3.9.2015 Ein Bericht über die Anglophone Conference 2015 zu Kindesmissbrauch in der kath. Kirche fasst zusammen: “Zum ersten Mal…war eine Tagung der systematisch-theologischen Reflexion der Auswirkungen der Skandale, der Notwendigkeit von Prävention sowie der spirituellen und religiösen Motivation für Reinigung und Reform in der Kirche gewidmet.” Erneut forderte ein Teilnehmer der Konferenz, dass es für die Verantwortlichen innerhalb der Kirche zunächst und vor allem wichtig sei, Betroffenen zuzuhören – aber die Konferenz fand ohne Betroffene statt.
Quelle: Stimmen der Zeit

2.9.2015 Das Verfahren gegen einen Mönch von Admont wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Jugendlichen wurde eingestellt. Es habe kein Autoritätsverhältnis bestanden.
Quelle: kleinezeitung.at

2.9.2015 Das Collegium Josephinum arbeitet mit Prof. Claudia Bundschuh die Vergangenheit auf. Beteiligt sind zwei Betroffene, ein Vertreter Betroffener, zwei Vertreter des Erzbistums Köln, zwei Wissenschaftler.
Quelle: Domradio

1.9.2015 Im Vatikan fand eine Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Nuntius in der Dominikan. Republik, Wesolowski, statt. Anstelle einer Predigt gab es eine Stille. Der Ex-Nuntius war des Kindesmissbrauchs angeklagt.
Quelle: domradio.de

28.8.2015 Der des sexuellen Missbrauchs angeklagte ehemalige Erzbischof Wesolowski starb im Vatikan. Gegen ihn war am 11.7.2015 ein Prozess eröffnet worden, der nach 6 Minuten vertagt wurde, weil der Angeklagte am Vortag in eine Klinik gekommen war.
Quelle: Radio Vatikan

27.8.2015 In Osthessen, Dermbach, wurde ein Pfarrer nach Angaben des Bistums Fulda “aus gesundheitlichen Gründen” beurlaubt. In einer Kinderfreizeit hat er einen nackten Jungen auf Zeckenbisse untersucht. Viele Gemeindemitglieder fordern vom Bistum die Wiedereinstellung des Pfarrers. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt, jedoch “fehlende Distanzlosigkeit” [gemeint ist vermutlich “fehlende Distanz”] festgestellt.
Quelle: osthessen-news und Fuldaer Zeitung

27.8.2015 Klaus Mertes scheint die Aussagen des früheren Weihbischofs von Syndney, Geoffrey Robinson zu teilen. Robinson hat vor der australischen Kommission zur Aufklärung u.a. kirchlicher Missbrauchsfälle Kardinal Pell und Papst Johannes Paul II. für den Umgang mit kirchl. Missbrauchsopfern kritisiert und Papst Franziskus mangelnde Führungsstärke bescheinigt. Mertes stellt die Fragen vieler kirchlicher Opfer: Wer in Rom spreche eigentlich mit Opfern? Wer in der Glaubenskongregation befasst sich mit Opferberichten? “Wie glaubwürdig sind
die Personen, die für Aufklärung und Untersuchungen zuständig sind? Wird es jemals eine Veröffentlichung von Untersuchungs- und Aufklärungsberichten aus Rom geben, von denen ja einige bereits in den Schubladen liegen?“
Zu Recht weist Mertes darauf hin, dass die Glaubwürdigkeit der kath. Kirche tief erschüttert ist und Äußerungen aus Rom zu Familie, Sexualität, Ehe, Gender usw. nicht ernst genommen werden können. Dies sei den Bischöfen nicht einmal bewusst.
Quelle: katholisch.de

24.8.2015 Der frühere Weihbischof von Sydney, Geoffrey Robinson, hat vor der staatlichen Kommission zur Aufklärung von Missbrauchsfällen in Australien sowohl Kardinal George Pell – bis 2014 Erzbischof von Syndney, heute Finanzaufseher des Vatikans und Mitglied der Kurienreform-Kommission – als auch Papst Johannes Paul II. (1978 – 2005) für ihren Umgang mit Missbrauchsfällen in der kath. Kirche kritisiert. Pell warf er vor, sich auf Kosten der Einheit der australischen Bischöfe mit einem eigenen Programm “Melbourne Response” profilieren zu wollen und zugleich hohe Hürden für eine Kontaktaufnahme durch Opfer aufgestellt zu haben. Den Umgang von Papst Joh.Paul II. mit dem Missbrauchsthema nannte Robinson “armselig”. Auch Papst Franziskus zeige in den kirchl. Missbrauchsfällen nicht die nötige Führungsstärke. Robinson bemängelte u.a. das, was Opfer seit Jahren weltweit feststellen: “No one – no one – wanted to touch this subject of sexual abuse.
Quelle: katholisch.de
Das Transcript der Anhörung (Tag 156) ist hier zu finden.

19.8.2015 Viele offene Fragen nach dem Missbrauchsskandal
Quelle: noz.de

19.8.2015 Das Opfer eines Meppener Maristen-Paters, einer Ordensschwester und eines ausländischen Priesters berichtet.
Quelle: noz.de

18.8.2015 Schottische Bischöfe bitten um Vergebung für Missbrauch. 2013 war – erstmals nach 1927 – ein Bischof – der Erzbischof von Edinburgh, Keith Michael Patrick O’Brien – wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch zurückgetreten. Auch an der Papstwahl nahm er nicht teil. Im März 2015 hat er seine Kardinalswürde verloren.
Quelle: http://www.kath.ch/newsd/schottische-bischoefe-bitten-um-vergebung-fuer-missbrauch/

18.8.2015 In Schottland hat eine unabhängige Kommission die kath. Kirche aufgefordert, das Unrecht des sexuellen Missbrauchs anzugehen. Der Vorsitzende der Kommission, Andrew McLellan, beschrieb die Aufgabe der Bischöfe: Sie sollten sich den Verletzungen der Betroffenen stellen, sich mit ihrer dunklen Seite auseinandersetzen und Heilung für sich selbst suchen und Schritte suchen, um ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.
In Schottland waren zwischen 2006 und 2012 mehr als 23 sexuelle Übergriffe bekannt geworden. In 61% der Fälle gab es keine strafrechtliche Verfolgung. Zahlen für die Jahre 1947 bis 2005 sollen demnächst vorgelegt werden.
Quellen: katholisch.de und orf

16.8.2015 Der Mühlstein, der an die Opfer von Kindesmissbrauch erinnert, kommt im September nach Rostock vor die Marienkirche.
Quelle: http://www.kirche-mv.de/Muehlstein-kommt-nach-Rostock-und-erinnert-an-Miss.5669.0.html

12.8.2015 SNAP sagt zu Recht, den Verantwortlichen in der kath. Kirche fehle es nicht an Information über sexuellen Missbrauch – es fehle ihnen an Mut.
Quelle: snap

11.8.2015 Die KITA in Mainz-Weisenau soll neu getüncht werden, weil der rote Farbanstrich durch die intensive Berichterstattung über die sexualisierte Gewalt, die dort stattgefunden hat, mit den Missbrauchsvorwürfen in Verbindung gebracht werde. In einem zweiten Missbrauchsfall in einer Kita des Bistums Mainz, in Pfungstadt, registriert der Generalvikar, dass der mutmaßliche Täter zwar eine Präventionsschulung erhalten habe, die jedoch in diesem Fall nicht gereicht habe. Der Generalvikar sagte, das Bistum müsse sich fragen, ob es in Zukunft noch Mitarbeiter aus Bundesfreiwilligendiensten so einsetzen könne.
Quelle: hessenschau.de
Kommentar: 1. Mit einem neuen Anstrich dürfte es nicht getan sein. 2. Es ist jedem klar, dass Präventionsschulungen die Aufmerksamkeit von BetreuerInnen erhöhen (können), dass sie aber Täter nicht von ihrem Vorhaben abhalten. Das sichtliche Erstaunen des Generalvikars erstaunt. 3. Zu Recht wehrt sich die kath. Kirche gegen einen Generalverdacht gegen Priester – und hier spricht ein Kirchen-Vertreter einen Generalverdacht gegen Bundesfreiwilligendienste aus. 

11.8.2015 Nachdem Bischof Huonder, Schweiz, sich über Homosexuelle geäußert hat, ertragen manche Missbrauchsopfer diese Äußerungen nicht. Sie sagen: “Diese Heuchelei ist unerträglich. Herabwürdigende Aussagen über Homosexuelle machen, aber dafür Pädophile in den eigenen Reihen dulden.” Drei Männer, ein Rapper, ein Bluesmusiker und ein Schriftsteller geben sich als Opfer zu erkennen.
Quelle: blick.ch

7.8.2015 Die Linzer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Pater des Stiftes Lambach erhoben. Er soll im Mai betrunken gegen Geld Sex mit einem 12Jährigen gehabt haben. Zunächst war der Pater in U-Haft, derzeit ist er in einer Art Hausarrest im Kloster.
Quelle: orf

1.8.2015 Eine Gruppe von Priestern, Ordensleuten und Laien –  fordert eine Anklage gegen den US-Erzbischof John Myers, Newark/New Jersey. Sie wirft ihm vor, Missbrauchstäter geschützt zu haben und aggressiv gegen Opfer und ihre Anwälte vorgegangen zu sein.
Quellen: ncronline.org, katholisch.de

31.7.2015 Die Kirche prüft ihre caritative Sorge um den vom Papst laisierten Priester des Bistums Würzburg, W.W., der weiterhin in einer kirchlichen Wohnung lebt.
Quelle: br.de

30.7.2015 Im Bistum Würzburg wurde ein Priester – 15 Jahre nach einer ersten Verurteilung vor dem Landgericht Coburg und ca 29 Jahre nach ersten Vorwürfen in Miltenberg – aus dem Amt entlassen, weil er in den Bistümern Limburg und Würzburg, vielleicht auch Bamberg Kinder sexuell missbraucht hat. Der Laisierte war bereits 1987 vom Amtsgericht Obernburg wegen sexuellen Missbrauchs und Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu 10.500 DM Geldstrafe verurteilt. Im Jahr 2000 verurteilte ihn das Landgericht Coburg erneut wegen sexuellen Missbrauchs von 3 Kindern zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe.
Quellen: infranken.de, mainpost.de, main-echo.de, fnp

30.7.2015 Dass die Bischöfe fast nicht mit Opfern von Klerikern sprechen, beklagen die Opfer seit langem. Ein Anwalt von Priester-Tätern berichtet, dass sie auch fast nicht mit Tätern sprechen.
Quelle: kirchenrecht.blogspot.de

29.7.2015 In Wiener Neustadt wurde ein Pfarrer in einem zweiten Rechtsgang wegen sexuellen Missbrauchs zu 3 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Er sagt, er sei unschuldig und will erneut gegen das Urteil vorgehen.
Quelle: orf

28.7.2015 Bislang haben 35 Frauen öffentlich gemacht, dass sie Opfer sexueller Gewalt von Bill Cosby wurden.
Quelle: SZ

27.7.2015 Auch bei den Zeugen Jehovas kam es in Australien zu sexuellem Missbrauch und zu seiner Vertuschung. Akten wurden geschreddert. Bekannt wurden seit 1950 etwa 1.006 “Fälle”.
Quelle: radiovaticana.va und SZ

24.7.2015 “Derzeit scheint es so zu sein, dass viele Bischöfe aus aller Welt den Wunsch hegen, in bequemen Gepflogenheiten und Machtpositionen zu überwintern, und sich nur sehr zögerlich, wenn überhaupt, auf den wunderbaren Aufbruch, den Papst Franziskus eingeleitet hat, einlassen.” So schätzt – nicht nur – der Theologe Kurt Appel die Situation in der kath. Kirche ein.
Quelle: erzdioezese-wien.at

24.7.2015 Die UN-Vize-Hochkommissarin für Menschenrechte Pansieri tritt “aus gesundheitlichen Gründen” von ihrem Amt zurück. Das Kommissariat war wegen der Verzögerung der Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch UN-Soldaten in die Kritik geraten. Inzwischen wurde eine unabhängige Kommission eingesetzt.
Quelle: dw.com/de
Kommentar: Die Angabe gesundheitlicher Gründe für den Rücktritt spricht nicht dafür, dass die Vertuschung ein Ende haben soll.

21.7.2015 Der frühere Nuntius Wesolowski, dessen Prozess am letzten Samstag auf unbestimmte Zeit vertagt worden war, ist inzwischen aus dem vatikanischen Krankenhaus entlassen worden.
Quelle: orf

17.7.2015 Bislang wandte die kath. Kirche in Australien im Umgang mit Opfern sexueller Gewalt durch katholische Priester des sog. “Ellis Defence” von 2007 an. Es besagt, dass nicht die Kirche (mit-)verantwortlich für die Verbrechen ihrer Priester ist. Veranwortlich sei alleine der Täter und die Pfarrei, Schule oder das Krankenhaus, in dem der Missbrauch geschah. Die kath. Kirche sei keine juristische Person. Regressansprüche von Opfern müssten sich an die Pfarrei, Schule oder Krankenhaus wenden, wo der Missbrauch geschah. Nun sagt der australische Erzbischof Anthony Fisher OP, die Kirche in Australien wolle dieses Vorgehen ändern.
Quelle: http://ccpblog.unigre.it/wp-content/uploads/2015/07/Post-futuro-Church-leaders-commit-to-no-Ellis-defence-2015-05-22.pdf 

15.7.2015 Der frühere Nuntius Wesolowski, dessen Prozess wegen Kindesmissbrauch und Besitz von kinderpornografischen Medien am letzten Samstag eröffnet und nach 6 Minuten vertagt wurde, weil der Angeklagte auf der Intensivstation lag, hat die Intensivstation verlassen und befindet sich in einem vatikanischen Krankenhaus.
Quelle: wprost.pl

15.7.2015 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana veröffentlicht ein Referat von Robert Barron: “Scriptural Sources for Renewal”, gehalten auf der Konferenz des Kinderschutzzentrums 2015.
Quelle: ccpblog.unigre.it http://ccpblog.unigre.it/wp-content/uploads/2015/07/Anglophone-pres-2015-Barron.pdf

13.7.2015 Am 15.6.2015 veröffentlichte das Kinderschutzzentrum des Vatikans einen Hinweis auf Forschung, die belegen soll, dass aus Opfern Täter werden. Am 19.6.2015 machte ich die für die Veröffentlichung verantwortliche Mitarbeiterin des Kinderschutzzentrums auf einen Forschungsbericht aufmerksam, der belegt, dass Kindern tatsächlich zu 29% von Menschen, die früher Opfer waren, Gewalt angetan wird – aber auch zu 26% von Menschen, die keine Gewalterfahrung hatten.  Daraufhin erhielt ich eine Antwort: Dem Kinderschutzzentrum ginge es um den Schutz der Opfer… Die Forschung, die die Ubiquität von Gewalt im Umgang mit Kindern belegt, wurde jedoch – bislang – nicht auf dem Blog des Kinderschutzzentrums veröffentlicht. Es bleibt also dabei: Wieder einmal ging es darum, Opfer als künftige Täter darzustellen. Es geht mitnichten um einen umfassenden Blick auf die Gewaltproblematik.
Ebenso wurde bislang nur ein Referat auf dem Kongress 2015 veröffentlicht, der sich der theologischen und spirituellen Fragen im Umgang mit den kirchlichen Missbrauchsfällen widmete. Und in dem vorliegenden Referat geht  es – wieder einmal – um die Institution Kirche. Noch immer scheinen die Opfer nicht in den Blick zu geraten, obwohl die Pressemitteilungen ankündigen, dass es um die Opfer ginge und m.E. durchaus richtige Fragen stellen. Es scheint, dass die Verantwortlichen noch immer nicht in der Lage sind, die Perspektive zu wechseln: Weg von der Sorge um die Institution, hin zur Perspektive der Opfer.

13.7.2015 “Opfer von Gewalt im Kindesalter leiden häufig noch als Erwachsene unter ‘massiven Schädigungen’. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie über die Langzeitfolgen von Missbrauch in Häusern der Wiener Jugendwohlfahrt.” Allerdings dürfte das keine Überraschung sein.
Bemerkenswert jedoch ist, wie diese Studie die Opfer einbezieht.
Quelle: orf

11.7.2015 In Palermo wurde der Priester Paolino M. zu 6 Jahren Haft verurteilt. Er hat ein 13-jähriges Mädchen, das Nonne werden wollte, sexuell missbraucht. Das Opfer erhielt 150.000 Euro Euro, seine Familie 30.000 Euro “Entschädigung”.
Quelle: ilmattino.it

11.7.2015 Heute sollte der Prozess gegen den vatikanischen Ex-Nuntius Wesolowski im Vatikan beginnen. Nun ist der Angeklagte heute vor Beginn der Eröffnung des Prozesses auf die Intensivstation einer Klinik eingeliefert worden. Der Prozess beginnt also mit einer kurzen Anhörung – ohne den Angeklagten.
Quelle: Spiegel und Radio Vatikan

10.7.2015 Ingo Fock, wirft den Grünen (damals AL) vor, bei der Aufklärung der Berliner Missbrauchsfälle die Ideologie zu verharmlosen, die die Partei in der Propagierung von Sex mit Kindern vertreten habe. Sie erkenne ihre Verantwortung nur dort, wo ein institutioneller Verantwortungszusammenhang bestehe, d.h. wo Missbrauch am Rande von Parteiveranstaltungen und unter Duldung parteilicher Gremien stattfand. Sie übersehe, dass die Ideologie darüber hinaus gewirkt habe. Außerdem kritisiert Fock, dass in dem Anhörungsbeirat der Grünen der Bundesvorstand bei Uneinigkeit in der Anerkennung eines Opfers das letzte Wort habe. Zudem gibt es eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die der Bundespartei erlaubt, die Vertraulichkeit auch ohne Absprache zu brechen, wenn Betroffene zuvor – auch anonym – an die Öffentlichkeit gegangen sind. Die Bundespartei sagte, sie nehme diese Kritik ernst.
Quelle: Süddeutsche

10.7.2015 In Großbritannien untersucht eine neuseeländische Richterin Missbrauchsfälle. Sie wirft der Polizei vor, über Jahrzehnte hinweg Missbrauchsfälle ignoriert oder nur nachlässig ermittelt zu haben. In bekannt gewordene Skandale waren Unterhaltungsstars (BBC-Mitarbeiter Savile u.a.), Entertainer, Geistliche und Krankenhausmitarbeiter ebenso verwickelt wie hochrangige Politiker, z.B. der frühere Innenminister Leon Brittan.
Quelle: http://www.spiegel.de

9.7.2015 Der Prozess gegen den Ex-Nuntius Wesolowski beginnt.
Quelle: katholisch.de

9-7-2015 Der Heimkinderfonds wurde nun um 182 Mio Euro aufgestockt. Die bislang zur Verfügung gestellten 120 Mio Euro reichen bei weitem nicht aus. Bislang haben 20 000 Heimkinder Anträge gestellt, 13 000 haben Leistungen erhalten. Die übrigen warten noch…
Quelle: zeit.de

*8.7.2015 Auf Mallorca muss sich der ehemalige kath. Pfarrer von Selva vor Gericht verantworten. Er soll ein 12jähriges Mädchen sexuell missbraucht haben. Der Priester ist inzwischen im Ruhestand, unterstützt jedoch weiterhin zahlreiche Pfarreien, auch diejenige, in der der Missbrauch geschehen sein soll. Zwei weitere Anzeigen liegen gegen ihn vor.
Quelle: radioaleman.com

8.7.2015 In Italien wurde ein kath. Priester, Don Rasia, der 6 Jugendliche sexuell missbrauchte, in einem Berufungsverfahren zu 4 Jahren Haft verurteilt. Ursprünglich war die Strafe mit 6 Jahren Haft angesetzt worden.
Quelle: vcoazzurratv.it

8.7.2015 Eine italienische kath. Pfarrei muss an drei Opfer eines kirchlichen Mitarbeiters, der zu 9 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, 30.000 Euro zahlen. Die Pfarrei war über die Vorwürfe informiert und hat den Beschuldigten dennoch weiter beschäftigt.
Quelle: oggimilazzo.it

8.7.2015 ErzieherInnen des Mainzer Kindergartens, in dem es zu körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt von Kindern gegen Kinder kam, ohne dass die ErzieherInnen etwas bemerkt haben wollen, haben einem Vergleich mit dem Bistum nicht zugestimmt. Ihnen wurde vom Bistum fristlos gekündigt. Nun werden die Kündigungen und ihre Gründe in einem Kammertermin geprüft.
Quelle: welt.de

7.7.2015 Eine Studie über die Landeserziehungsheime Jagdberg (Vorarlberger/Schlins), St. Martin (Schwaz), Mariatal (Kramsach) und Kleinvolderberg (Tirol) kommt zum Ergebnis: „Das System der Erziehungsheime hat gewaltvolle Erziehungspraktiken in all ihren Formen der körperlichen, psychischen und sexualisierten Gewalt erzeugt, toleriert und war zu ihrer Verhinderung nicht willens oder nicht imstande.“ Die Studie wertete historische Quellen aus und interviewte 54 Betroffene.
Quelle: orf

4.7.2015 Dubiose Geschäfte – große Summen – Bereicherung und Inkompetenz
Quelle: diepresse.com

3.7.2015 Der Deutsche Bundestag beschließt eine Unabhängige Aufarbeitung von Kindesmissbrauch
Quelle: bundestag.de

2.7.2015 Sexueller Missbrauch – noch immer ein Schmuddelthema
Quelle: nemup.de/

28.6.2015 Die Mutter eines in Südafrika zum Opfer gewordenen Kindes von Pfarrer Georg K. hat die Kirche gebeten, sich zu entschuldigen und die Verantwortung für die Versetzung des Pfarrers zu übernehmen. Die Bischofskonferenz sandte ihr daraufhin das Formular zum Antrag auf eine Geldzahlung “in Anerkennung des Leids” – weder gab es ein Gespräch noch eine Verantwortungsübernahme der Bischofskonferenz/des Bistums Aachen.
Quelle: wdr Diesseits von Eden
Quelle: Publik Forum

28.6.2015 Im April 2015 hat eine Mutter eines Opfers des inzw. in Deutschland verurteilten Pfarres Georg K. einen offenen Brief an die Bischofskonferenz geschrieben. Das Anliegen war, eine Entschuldigung der Kirche zu erhalten, die den Täter nach Südafrika versetzt hatte. Als Antwort erhielt sie den Hinweis auf einen Antrag zur Anerkennung des Leids.
Quelle: WDR 5 Diesseits von Eden

28.6.2015 Erwachsene Menschen mit Behinderung haben in der Schweiz keine direkte und unbürokratische Anlaufstelle, wenn sie missbraucht werden.
Quelle: Tagesanzeiger

27.6.2015 In der Kirchenpresse Deutschlands war die Nachricht vom Kongress des Kinderschutzzentrums der Gregoriana nicht der Rede wert. So viel zum Interesse an den Opfern.

28.6.2015 Die Mutter eines in Südafrika zum Opfer gewordenen Kindes von Pfarrer Georg K. hat die Kirche gebeten, sich zu entschuldigen und die Verantwortung für die Versetzung des Pfarrers zu übernehmen. Die Bischofskonferenz sandte ihr daraufhin das Formular zum Antrag auf eine Geldzahlung “in Anerkennung des Leids” – weder gab es ein Gespräch noch eine Verantwortungsübernahme der Bischofskonferenz/des Bistums Aachen.
Quelle: wdr Diesseits von Eden
Quelle: Publik Forum

28.6.2015 Im April 2015 hat eine Mutter eines Opfers des inzw. in Deutschland verurteilten Pfarres Georg K. einen offenen Brief an die Bischofskonferenz geschrieben. Das Anliegen war, eine Entschuldigung der Kirche zu erhalten, die den Täter nach Südafrika versetzt hatte. Als Antwort erhielt sie den Hinweis auf einen Antrag zur Anerkennung des Leids.
Quelle: WDR 5 Diesseits von Eden

28.6.2015 Erwachsene Menschen mit Behinderung haben in der Schweiz keine direkte und unbürokratische Anlaufstelle, wenn sie missbraucht werden.
Quelle: Tagesanzeiger

27.6.2015 In der Kirchenpresse Deutschlands war die Nachricht vom Kongress des Kinderschutzzentrums der Gregoriana nicht der Rede wert. So viel zum Interesse an den Opfern.

26.6.2015 Der ehemalige Bischof von Trapani, Francis Miccichè, Diözese Monreale, soll kinderpornografische Fotos besessen haben. Miccichè wurde bereits 2012 vom Papst des Amtes enthoben – wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten.
Quelle: monrealepress.it

26.6.2015 Der irische Kardinal Brady, früherer Primas der kath. Kirche von Irland, räumt Vertuschung von Missbrauchsfällen ein. Einen Täter, der mehr als 100 Kinder missbrauchte, Brendan Smyth, soll er mehrfach weiter versetzt haben. Außerdem war er anwesend, als zwei Opfern ein Schweigegelübde abverlangt wurde. Auch die Polizei wusste wohl von Smyths Verbrechen – Opfer wollen nun auch rechtlich gegen die Polizei vorgehen.
Quelle: orf

25.6.2015 Der Papst hat den Rücktritt des chilenischen Bischofs Gonzalo Galvan Castillo, Bistum Autlan, angenommen. Über die Gründe teilte der Vatikan nichts mit. Dem Bischof wird vorgeworfen, auf einen 2009 bekannt gewordenen Missbrauchsvorwurf gegen einen Priester mit der Versetzung des Priesters reagiert zu haben. Weder gab es Disziplinarmaßnahmen gegen den Priester noch eine Anzeige vor weltlichen Justizinstanzen.
Quelle: kath.ch

25.6.2015 Pater Zollner, Präsident des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana, sagt: “Wie soll ich zu einem Opfer von Missbrauch von Erlösung sprechen? Was bedeutet es, wenn ich sage: ,Jesus Christus hat dich erlöst in deinem Leiden’ – kann man das sagen? Wie kann man das sagen – einem Opfer von Missbrauch, ohne dass es schal wird, ohne dass es leer ist?”
Quelle: jesuiten.org
Kommentar: Dies scheint mir ein wichtiger Zugang zum Erleben von Opfern zu sein: Fragen stellen! Und auf die Antworten und Antwortversuche hören und es aushalten, wenn es keine Antworten gibt. Wenn Pater Zollner allerdings davon spricht, dass Kirche von den “Heilungsgeschichte[n] der Opfer lernen” könne, so darf nicht übersehen werden, dass es für nicht wenige Opfer keine Heilungsgeschichte gibt. Was dann?

24.6.2015 Pater Zollner, Präsident des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana, sagt, die Kirche müsse noch mehr auf Missbrauchsopfer zugehen.
Quelle: kath.ch
Kommentar: Eine gute Gelegenheit wäre z.B., wenn ich eine inhaltliche Antwort auf meine Anmerkungen zum E-Learning-Programm der Gregoriana erhielte, die das Gremium am 25.5.2015 erreicht hat.

24.6.2015 Im Vatikan werden erstmals theologische und spirituelle Fragen im Blick auf den Impact für Bischöfe, Täter und Opfer, der von den Missbrauchsfällen ausgeht, gestellt.
Quelle: Radio Vatikan

22.5.2015 Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Europa rund 18 Millionen Kinder von sexueller Gewalt betroffen. Die deutsche Traumafolgekostenstudie beziffert die jährlichen Kosten in Deutschland mit rund 11 Milliarden Euro. Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, fordert, dass sexueller Missbrauch nicht mehr als “gesellschaftliches Randphänomen” gesehen wird, sondern als Problem mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen. Dies müsse auch in der Forschung sichtbar werden. Prof. Fegert sagt: “Wenn wir Prävention und Intervention nachhaltig verbessern wollen, müssen wir die Forschung zu sexuellem Missbrauch künftig noch weiter im wissenschaftlichen Mainstream verorten. Dies erfordert auch, vermehrt fächerübergreifend in transdisziplinären Forschungsinitiativen zu arbeiten. Darüber hinaus müssen wir dringend Forschungsprioritäten definieren, ein kontinuierliches Monitoring etablieren, welches die Folgen von Verbesserungen in Prävention und Intervention erfasst, sowie die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis verbessern. Nur so können wir sicherstellen, dass wir über die richtigen Themen forschen und gleichzeitig die richtigen Antworten auch in der Praxis ankommen.“ Auch die frühzeitige Einbindung von Fachberatungsstellen, Kitas, Schulen, Betroffenen müsse ausgebaut werden.
Quelle: beauftragter-missbrauch.de

22.6.2015 Ein im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Italien und der Schweiz zu 5 Jahren Haft verurteilter französischer kath. Priester saß 4 Jahre seiner Strafe ab. Im 5. Jahr (2004) setzte ihn sein Freund, der Bischof von Reunion, in einer Gemeinde ein, trotz seiner Verurteilung und obwohl er sich von Kindern fernhalten sollte. Nun wurde er vom Vatikan laisiert. Ob der Bischof von Reunion Konsequenzen zu erwarten hat, ist unbekannt.
Quelle: la croix

21.6.2015 In Kanada, Bistum Chicoutimi, hat ein kath. Priester im Ruhestand zugegeben, zwischen 1963 und 1987 insgesamt 40 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren missbraucht zu haben. Erste Anschuldigungen ergingen 2012.
Quelle: kath.ch

24.4.2015 Ein junger holländischer Priester – und wohl viele seiner Kollegen – beschuldigen das Bistum Brügge, in der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen weder transparent zu sein, noch sich an die eigenen Statuten zu halten.
Quelle: demorgen.be

20.6.2015 Im Jahr 2004 wurde Don Giorgio Barbacini verhaftet und 2006 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er entzog sich durch Flucht in die Schweiz der Strafe und wurde nun bei seiner Rückkehr in sein Haus in Lusignan/Albenga festgenommen.
Quelle: retelabuso.org

19.6.2015 Im Bistum Rottenburg wurden bislang 92 Priester, Diakone, Welt- und Ordenspriester des sexuellen Missbrauchs an 170 mutmaßlichen Opfern beschuldigt. 5 Priester wurden entlassen, 7 wurden suspendiert bzw. ließen ihr Amt ruhen.
Quelle: swr.de

19.6.2015 Die Insolvenzverwalterin der Odenwaldschule prüft das Weiterbestehen der Schule. Es hänge davon ob, ob die Mittel aufgetrieben werden könnten und die Behörden die Genehmigung erteilten. Offenbar geben Eltern die Odenwaldschule nicht auf. Aus deren Kreisen sei zu hören, man hoffe auf einen kompletten Neuanfang unter anderem Namen. Ein Namens-Vorschlag laute „Paul-Geheeb-Schule“.
Klaus Mann beschreibt Geheeb als einen älteren Herrn, der sich schamlos an Schülerinnen heranmachte. Geheebs Biograph Martin Näf berichtete, dass die nahen Beziehungen Geheebs oft etwas gehabt hätten, das wir heute als übergriffig bezeichnen würden.
Quelle: FR

19.6.2015 Amy Berg wurde bekannt durch ihre Dokumentation “Erlöse uns von dem Bösen“. Nun beschäftigt sie sich mit sexuellem Missbrauch in der Filmindustrie Hollywoods: “An Open Secret”. Der Film beschreibt, wie Eltern sich blind stellen, wie Täter sich das Vertrauen der Opfer erschleichen und sich miteinander vernetzen; wie Täter abgebrüht und ohne Schuldbewusstsein sind; wie noch noch oder auch nach einer Verurteilung weiterhin dort arbeiten, wo sie mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt sind und wie die Information der Öffentlichkeit verhindert wird.
Quelle: Süddeutsche

18.6.2015 Die Erzieherinnen der Mainzer Kita, die Kinder nicht vor der Gewalttätigkeit, den Erpressungen und den sexuellen Übergriffen anderer Kinder schützten, hatten eine Präventionsschulung durchlaufen.
Quelle: swr
Anmerkung: Zu beachten ist, dass Kinder, die anderen Kindern gegenüber übergriffig werden, in der Regel selbst Opfer von Übergriffen geworden sind. Sie dann, wenn sie Erlittenes ausagieren, als “Täter” zu bezeichnen, wird diesen Kindern nicht gerecht – auch sie sind vermutlich Opfer.

16.6.2015 Dem zurückgetretenen Erzbischof von Saint Paul an Mineapolis, Nienstedt, wurde nicht nur Vertuschung von Missbrauchsfällen, sondern auch sexueller Missbrauch vorgeworfen. Mit den “Ermittlungen” war der Weihbischof Lee A. Piché beauftragt worden, der inzwischen ebenfalls wegen Vertuschung zurückgetreten ist.
Quelle: diepresse.com

15.6.2015 Der Prozess gegen den früheren Nuntius Josef Wesolowski soll am 11. Juli 2015 beginnen.
Quelle:  bzbasel

15.6.2015 “Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre, war einst selbst an der Vertuschung eines Missbrauchsskandals beteiligt” – Macht der Papst den Bock zum Gärtner?
Quelle: welt.de und ntv

15.6.2015 Die Vorgänge in der Mainzer Kita, in der die erwachsenen ErzieherInnen die Kinder (und ihre Eltern?) nicht ernst genommen haben, machen sehr betroffen. Offensichtlich genügt eine Selbstverpflichtung nicht und offensichtlich ist es möglich, jahrelange Präventionsarbeit zu ignorieren. Allerdings machen Bischöfe den ErzieherInnen vor, wie Opfer nicht gehört werden.
Quelle: swr.de

15.6.2015 Klaus Mertes weist darauf hin, dass aufklären muss, wer Prävention (glaubwürdig) betreiben will. 
Quelle: evangelisch.de

15.6.2015 Gegen das US-Bistum Saint Paul and Mineapolis hat die Staatsanwaltschaft im Januar Anklage erhoben, weil Kinder nicht ausreichend vor sexuellem Missbrauch geschützt wurden. Die Anklagen richten sich gegen Erzbischof Jon Nienstedt und Weihbischof Lee A. Piché. Nun hat der Vatikan die Rücktritte der beiden Bischöfe angenommen.
2001 war John Ward, Erzbischof von Cardiff zurückgetreten. Ihm wurde das Vertuschen von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Der polnische Erzbischof Paetz musste 2002 zurücktreten, weil er Seminaristen zu sexuellen Handlungen genötigt hatte.
Der Bischof von Limerick, Donal Murray, trat wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen im Dezember 2009 zurück. Im April 2015 akzeptierte der Papst den Amtsverzicht von US-Bischof Robert Finn, Kansas City-Saint Joseph. Gründe wurden nicht genannt, vermutlich wurde ihm der Rücktritt nahegelegt, weil er einen Priester, der kinderpornografische Fotos besaß, nicht den Behörden meldete.
Hingegen wurde der chilenische Bischof Barros 2015 neu ernannt, obwohl ihm das Vertuschen von sexuellem Missbrauch vorgeworfen wird. Und Kardinal Müller, dem Vertuschung von Missbrauchsfällen im Bistum Regensburg vorgeworfen wird, ist Präfekt der Glaubenskongregation, die wiederum weltweit die kirchlichen Missbrauchsfälle bearbeitet. Quelle: Radio Vatikan
s. auch: Stuttgarter Nachrichten

12.6.2015 Der Generalzeiger Bonn macht darauf aufmerksam, dass ein neuer Vatikan-Gerichtshof, der gegen vertuschende Bischöfe vorgehen soll, das staatliche Monopol auf Strafverfolgung nicht ersetzt. “Die Frage ist, ob dem Gebot der Transparenz Genüge getan wird, wenn Anzeigen gegen Bischöfe, die Täter decken, zunächst bei den zuständigen vatikanischen Kongregationen eingereicht werden müssen und von dort an das neue Tribunal in der Glaubenskongregation weitergeleitet werden (können). Dem Eindruck, dass Priester Ihresgleichen schützen, muss der Vatikan glaubhaft entgegentreten. Diese Glaubwürdigkeit wird sich daran messen lassen, ob der Vatikan auch Bischöfe zur Verantwortung zieht, die weit zurückliegende Fälle von Missbrauch auch in Zukunft decken.” Quelle: general-anzeiger-bonn.de

12.6.2015 In Mainz wurde ein kath. Kindergarten geschlossen. Dort soll es seit einem halben Jahr zu sexuellen Übergriffen von Kindern an Kindern, zu Erpressungen, Diebstählen und Erniedrigungen gekommen sein. Erste Mitteilungen von Eltern an den Kindergarten haben die ErzieherInnen nicht ernst genommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt u.a. wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Der Kindergarten wurden geschlossen, die ErzieherInnen entlassen.
Quelle: derwesten.de

11.6.2015 In Italien wurde der ehemalige Pfarrer von Sciacca, David M., 44, zu 15 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Er hat in Spas 4 Jungen, 14-18 Jahre, sexuell missbraucht und versucht, zwei weitere Kinder zu missbrauchen.
Quelle: comunicalo.it

11.6.2015 Gesetzesänderungen unterliegen auch in der Kirche einem Rückwirkungsverbot. Erst wenn die vom Vatikan geplanten Regeln zum Umgang mit Bischöfen, die Missbrauchsfälle vertuschten, in Kraft treten, können Bischöfe zur Rechenschaft gezogen werden. “Sollte aber ein Bischof in Zukunft einen Täter wegen eines zurück liegenden Falles von Missbrauchs decken, könnte er deshalb dennoch beim Vatikan angezeigt werden. Mary Collins, Mitglied der Kommission und selbst Missbrauchsopfer zeigte sich ‘sehr zufrieden’ mit der Ankündigung.”
Quelle: mittelbayerische.de

11.6.2015 Der KNA-Chefredakteur L. Ring-Eifel erwartet, dass die geplante Gesetzesänderung des Vatikans, der auch Bischöfe wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zur Rechenschaft zieht, weniger Auswirkungen auf bisherige Fälle hat: “Weniger das Hinterherarbeiten an alten Fällen – das wird es auch geben. Aber der Umgang mit neuen Fällen wird sich jetzt verändern, weil eben diese Strafdrohung gegen die Bischöfe im Raum steht.”
Quelle: domradio.de

10.6.2015 Der Papst kommt einer Empfehlung der päpstlichen Kinderschutzkommission nach und richtet eine neue Sektion in der Glaubenskongregation ein, die Amtsmissbrauchs-Beschwerden gegen Bischöfe prüfen soll. Dazu gehören auch Beschwerden gegen Kirchenmänner (nur Bischöfe? Was ist mit Generalvikaren und Personalchefs?), die im Verdacht stehen, Fälle sexuellen Missbrauchs vertuscht zu haben. Der Sekretär untersteht dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal G.L.Müller, früher Bischof von Regensburg. Für Anzeigen sind weiterhin die Bischofs-/Missions- oder Ostkirchenkongregation zuständig, die die Anzeigen an den neu einzurichtenden Gerichtshof weiterleiten – oder auch nicht.
Quellen: Domradio, Süddeutsche, Zeit, katholisch.de

Kommentar: Eine erste Konsequenz wäre, zunächst einmal den/die Täter in der Glaubenskongregation ihres Amtes zu entheben und zu suspendieren. Außerdem kann nur gehofft werden, dass den Absichtserklärungen auch Taten folgen – anders als bei der Absichtserklärung von Bischof Ackermann vom Katholikentag 2014, einen “strukturierten Dialog” mit kirchl. Missbrauchsopfern zu prüfen. Und anders als die bislang nicht/jedenfalls nicht öffentlich erkennbar eingelöste Absicht, eine Hotline für die Opfer einzurichten, die für das Forschungsprojekt der DBK zu Interviews gebeten wurden und werden. Auch der angekündigte angemessene Aufruf und die angemessene Werbung für die Studienteilnahme ist bislang nicht öffentlich geworden, obwohl die Forscher selbst davon ausgingen, dass das Teilprojekt “Qualitative biografische Analyse in Form von Interviews mit (Tätern und) Opfern” nur unter dieser Voraussetzung gelingen könne.
Zu fragen ist auch, ob Bischöfen vorgeworfen werden kann, dass sie sich an das geltende Kirchenrecht halten.
Dort heißt es:

Zu Recht sind daher denen, die zum Dienst am Volk Gottes bestimmt sind, gewisse Dinge anvertraut, die geheimzuhalten sind, nämlich solche, die kundgetan oder zu unrechter Zeit und unpassend kundgetan, entweder für die Auferbauung der Kirche hinderlich sind oder dem öffentlichen Wohl schaden oder überhaupt die unverletzlichen Rechte der einzelnen oder Gemeinschaften verletzen (vgl. die Instruktion Communio et progressio Nr. 121). Das alles verpflichtet immer im Gewissen, vor allem ist das Beichtgeheimnis wegen der Disziplin des Bußsakramentes streng zu halten, und dann das Amtsgeheimnis oder das sogenannte anvertraute Geheimnis und darüber hinaus das päpstliche Geheimnis, von dem diese Instruktion handelt….
Unter das päpstliche Geheimnis fallen:…
4. außergerichtliche Anzeigen und Verstöße gegen Glaube und Sitten, über Delikte gegen das Bußsakrament sowie die diesbezüglichen Verfahren und Entscheidungen, jedoch immer unbeschadet des Rechtes des Angezeigten auf Kenntnis der Anzeige, wenn das zu seiner Verteidigung erforderlich sein sollte. Der Name des Anzeigenden darf aber nur dann bekannt gegeben werden, wenn die zuständige Autorität es für opportun hält, den Angezeigten und den Anzeigenden einander gegenüberzustellen.
s.auch 2001 AD EXSEQUENDAM ECCLESIASTICAM LEGEM
s.auch 2010 Normae de gravioribus delictis

6.6.2015 Klaus Mertes verweist auf das Buch von Doris Wagner und formuliert: „Einer der Täter [von Doris Wagner] ist heute Abteilungsleiter in der Glaubenskongregation. Das kann man nachlesen. Das ist zugegeben.“ Das wisse auch Kardinal Müller, aber auch hier sei wieder dieses Schweigen, diese Untätigkeit. „Man muss ganz klar sagen: In der Glaubenskongregation sitzen Täter“ – so Mertes.
Quelle: regensburg-digital

6.6.2015 Der MB-Beauftragte der Bundesregierung fordert, dass die evangelische Kirche mehr gegen sexuellen Missbrauch tun solle. Er appellierte an die EKD, einen Leitenden Geistlichen einer Landeskirche mit der Aufklärung vergangenen Unrechts zu betrauen. Wenn die EKD die Aufarbeitung zur Chefsache machen würde, wäre das ein starkes Signal.
Quelle: idea.de

5.6.2015 In der Schweiz werden weiterhin Missbrauchsfälle in der Kirche gemeldet. 2014 wurden 12 “Vorfälle” registriert. 9 der Meldungen beziehen sich auf die Jahre 1950  bis 2000, ein Fall datiert von 2013. 8 der Opfer waren Kinder, ein Opfer war jugendlich, 3 Opfer waren erwachsene Frauen. 2013 waren 11 Fälle gemeldet worden. Die Meldungen von 2013 betrafen 14 Täter. Die Meldungen von 2014 betrafen 10 Täter. – Die Statistik wird von einer Kommission “Sexuelle Übergriffe in der Pastoral erstellt und von der Bischofskonferenz veröffentlicht.
Quelle: appenzellerzeitung.ch

4.6.2015 Die Päpstliche Kinderschutzkommission will sich zu den Vorwürfen gegen den australischen Kardinal George Pell nicht äußern. Peter Saunders, Mitglied der Kinderschutzkommission habe seine Privatmeinung geäußert. Die Kommission habe nicht die Kompetenz, rechtliche Einzelfälle zu beurteilen, sie solle den Papst beim Kampf gegen sexuellen Missbrauch im kirchl. Bereich beraten. (Offensichtlich gehört dazu nicht die Beratung, wie mit Bischöfen umzugehen ist, die verdächtigt werden, priesterliche Missbrauchstäter nur versetzt zu haben und Opfern Schweigegeld anzubieten.)
Quelle: kath.ch
Hier finden Sie einen Überblick über den Umgang von Kardinal Pell mit Missbrauchsopfern.

3.6.2015 Der Regensburger Anwalt, der im Auftrag des Bistums Regensburg Gewalt bei den Domspatzen untersucht, hat Berichte des Bayerischen Rundfunks zurückgewiesen, dass die Zahl der Misshandlungsfälle höher sei als bisher bekannt. Seine Aussage von einem “Dominoeffekt” habe sich auf das Vertrauen der Opfer zu ihm, nicht jedoch auf die Zahl der Opfer bezogen.
Quelle: katholisch.de

3.6.2015 Pater Zollner berichtet, dass es noch keine kirchenrechtliche Handhabe gegen Ortsbischöfe gebe, die sexuellen Missbrauch in ihrer Diözese vertuschen. Es fehlt eine Prozessordnung und eine Sanktionsliste. Quelle: kathweb.at

3.6.2015 Mehr als 150 000 Kinder von Indianern, Inuit und Mestizen wurden seit dem späten 19. Jh. in meist katholischen Heimen untergebracht, wo sie häufig Misshandlung und sexuellen Missbrauch erlitten. Der Ureinwohnerverband First Nations bezeichnete die Zwangseinschulung der Kinder als kulturellen Völkermord.
Quelle: kurier.at

3.6.2015 Auf Mallorca wurde im März 2015 gegen den Pfarrer von Sa Pobla Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs erstattet – nun hat der Anzeigende die Beschwerde vor Gericht zurückgezogen.
Quelle: radioaleman.com

2.6.2015 Das Bistum Mallorca zahlt an das Missbrauchsopfer des früheren Pfarrers von Can Picafort 30.000 Euro. Damit verzichtet die Frau auf eine Entschädigung, die ihr von einem Gericht im Fall der Verurteilung des Beschuldigten zugesprochen würde. Die Staatsanwaltschaft fordert ein Schmerzensgeld von 100.000 Euro. 1998 hatte ein Gemeindemitarbeiter den Fall angezeigt, das Mädchen leugnete jedoch. Sie sei vom Pfarrer dazu gezwungen worden, sagt sie. Der damalige Bischof nahm die Vorwürfe nicht weiter ernst, der Pfarrer blieb im Amt.
Quelle: mallorcazeitung

1.6.2015 Der australische Kardinal Pell wurde 2014 vom Papst zum Leiter des vatikanischen Finanzministeriums ernannt. Er gehört auch der Kardinalskommission für eine Reform der römischen Kurie an.
Bekannt ist seit langem, dass Pell einem Missbrauchsopfer eines Serientäters, der mindestens 50 Kinder missbrauchte, Schweigegeld angeboten hat. Das Opfer, David Ridsdale, sagte dies vor der australischen Royal Commission into Institutional Responses to the Child Sexual Abuse aus. Nun wurde Pell vorgeladen. Er will der Vorladung folgen, beteuert jedoch seine Unschuld.
Peter Saunders, eines von 2 Opfern in der päpstlichen Kinderschutzkommission, fordert den Rücktritt Pells. Der Papstsprecher Lombardi wies die Forderung zurück. Er wies darauf hin, dass Peter Saunders’ Forderung von keinem der 17 (16?) anderen Kommissionsmitglieder unterstützt werde. Pell erwäge juristische Schritte gegen Peter Saunders.
Quelle: 20 min und zeit und kathpress
Kommentar: Pell ist nicht der einzige Bischof, der Priester-Täter versetzte. Dass Peter Saunders in der vatikan. Kinderschutzkommission der einzige ist, der Pells Rücktritt fordert, bedeutet, dass die 16 (17?) anderen Kommissionsmitglieder sich nicht daran stören, dass ein Kardinal hohe Ämter in der Kurie hat, obwohl er verdächtig ist, priesterliche Missbrauchstäter lediglich versetzt zu haben.

1.6.2015 Der vom Bistum Regensburg beauftragte unabhängige Gutachter Ulrich Weber spricht davon, dass die Zahl der Opfer bei den Regensburger Domspatzen deutlich höher liegen könne als die bislang bekannten 70 /72?) Opfer. Das Bistum war für den br nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Klaus Mertes berichtet, dass auf unterer und mittlerer Ebene viel an Aufklärungs- und Präventionsarbeit geschehen sei, dass es aber nach wie vor einen harten Block von Verweigerern gebe. Er kritisierte, dass ausgerechnet Kardinal Gerhard Müller, ehemals Regensburg, jetzt Leiter der vatikanischen Glaubenskongregation sei, nachdem er bei den ersten Berichten über sexuellen Missbrauch von einer Pressekampagne und von Pogromstimmung gesprochen hatte.
Quellen: br
Die Seite der Missbrauchsopfer der Regensburger Domspatzen

1.6.2015 Der Prozess in Österreich gegen den aus Teisendorf (D.) stammenden Pater Fabian V. wird voraussichtlich neu aufgerollt. Der Pater war wegen sexuellen Missbrauchs zu 4 Jahren Haft verurteilt worden. Er hofft, dass das Strafmaß reduziert wird.
Quelle: bayernwelle

1.6.2015 Heute ist der Internationale Kindertag. Vermutlich wieder einmal der Tag der großen und folgenlosen Reden – von denen gibt es zu viele.

31.5.2015 Klaus Mertes sagt: „Das größte Hindernis ist die Unfähigkeit und Unwilligkeit zuzuhören.“ Diese Unfähigkeit und Unwilligkeit sei strukturell begründet, weil die Opfer das Selbstverständnis der Kirche in Frage stellen. – Mertes berichtet, dass er von den deutschen Bischöfen nicht eingeladen wurde und Signale aus Rom erhalten habe, der er “für die ein rotes Tuch” sei.
Quelle: Mittelbayerische

31.5.2015 Im Stift Lambach wurde ein Pater, Pius H., wegen eines “privaten Vorfalls” suspendiert. Ihm wird vorgeworfen, einen minderjährigen Jungen für sexuelle Dienste bezahlt zu haben.
Quelle: kurier.at

30.5.2015 Der Papst ist – weiterhin – der Ansicht, zwei oder drei “Klapse auf den Hintern” schaden nicht.
Quelle: Badische Zeitung

30.5.2015 Französische Soldaten sollen in einem Flüchtlingscamp in der Zentralafrikanischen Republik Kinder sexuell missbraucht haben. Die UNO wurde informiert, unternahm aber nichts. Jetzt hat sie etwas unternommen – gegen Anders Kompass, einen UNHCHR-Mitarbeiter, der – zu Recht – davon ausgehen musste, dass weder die UNHCHR noch die Befehlshaber der französischen Truppen vor Ort irgendetwas gegen den möglicherweise fortgesetzten Missbrauch unternehmen würden. Kompass wurde suspendiert, weil er den Dienstweg nicht einhielt.
Was im Blick auf die Opfer geschieht, ist unbekannt.
Quelle: spiegel.de

28.5.2015 Die Erzdiözese Saint Paul and Minneapolis tätigt Notverkäufe. Sie hat Insolvenz angemeldet, weil die Steuerjahres-Bilanz ein Minus aufwies, sich die Kirchenleitung mit möglichen weiteren Missbrauchsklagen konfrontiert sah und teure Rechtsstreitigkeiten mit Missbrauchsopfern abwenden wollte.
Quelle: orf

28.5.20155 Bayerische Mitglieder des Betroffenenrates des Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung berichten von ihren Zielen.
Quelle: br.de

28.5.2015 Das Bistum Aachen prüft noch immer, ob der inzwischen in Deutschland verurteilte Priester Georg K. auch in Südafrika einen Jungen missbraucht hat und ob sich die Kirche in Deutschland entschuldigen will oder nicht. Der Prozess in Südafrika endete ohne Urteil, weil die in Deutschland verhandelten Taten schwerer waren. Die Familie des Opfers aus Südafrika hat Johannes Heibel bevollmächtigt, sie gegenüber der Kirche zu vertreten. Der Pressesprecher des Bistums Aachen sagt: „Wir wünschen uns sehr, dass wir als katholische Kirche damit [mit der Antragstellung der Familie auf Leistungen in Anerkennung des Leids] einen Beitrag leisten können, damit die Wunden endlich verheilen können.“
Quelle: wz-newsline

28.5.2015 Nachdem ein Opfer aus dem Erzbistum Freiburg 10 verschiedenen Ansprechpartnern die Vorwürfe gegen einen amtierenden Priester des Bistums Münster erklären musste und das Bistum Münster dem mutmaßlichen Täter glaubt, der die Vorwürfe zurückweist (trotz Anerkennung des Opfers durch das Erzbistum Freiburg und die Koordinierungsstelle der DBK), hat sich nun das Erzbistum Freiburg entschlossen, das Leid der Frau “anzuerkennen”. Das Bistum Münster wiederum prüft die Vorwürfe weiterhin und will das Opfer erneut anhören. Der Täter will zum 1.9.15 in den Ruhestand gehen, aber weiterhin als Priester zur Verfügung stehen. Das Bistum Münster beabsichtigt nicht, ihn zu suspendieren.
Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Dass ein Bistum sich nicht der Entscheidung der Bischofskonferenz unterwirft, dürfte häufiger vorkommen. Dass ein Bistum die Entscheidung eines anderen Bistums nicht akzeptiert, dürfte nicht oft vorkommen. Es dürfte innerkirchlich prekär sein.

27.5.2015 Kardinal Pell,  Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariates, ist bereit, als Zeuge vor dem staatlichen Untersuchungsausschuss in Australien auszusagen. Ein Opfer eines Serientäters wirft Pell vor, ihm finanzielle Unterstützung gegen Schweigen in Aussicht gestellt zu haben.
Quelle: orf

26.5.2015 In Italien wurde ein 49-jähriger kath. Priester (Salesianer, in Alassio) festgenommen wegen des Verdachts auf Konsum von Kinderpornografie. Er gehörte einem internationalen Netzwerk mit 233 Verdächtigen aus 35 Staaten an.
Quelle: retelabuso.org

26.5.2015 In der Schweiz werden 172 katholische Priester und Mönche des sexuellen Missbrauchs verdächtigt (bei derzeit ca 730 amtierenden kath. Priestern und Ordensmännern). Gegen ca 20 der Verdächtigen wurden Verfahren eröffnet. Manche der Verdächtige sind einfach unauffindbar. Der Sekretär der kirchlichen Sonderkommission ergänzte, dass die Diözesen nur sehr lückenhaft Informationen – vor allem, den Zeitraum von 1950 bis 1980 betreffend – zur Verfügung gestellt hätten.
Da dürfte noch immer zutreffen, was ein Opfer 2014 sagte: “Man hat den Eindruck, dass die Kirche ihre Rolle nicht ernst nimmt.
Quelle: luzernerzeitung.ch

23.5.2015 Auch ein zu den Armen bekehrter Bischof hat es nicht leicht, im Vatikan anerkannt zu werden. An diesem Sonntag wird Oscar Romero – 35 Jahre nach seinem Tod – seliggesprochen.
Quelle: sueddeutsche.de

22.5.2015 In Italien wurden in 5 Wochen sechs kath. Priester verhaftet: einem wird Mord an einer Frau vorgeworfen, den 5 anderen sexueller Missbrauch von Kindern: 26.5.2015 ein Salesianer-Priester, 49, Alassio; 20.5.2015 ein Priester aus Brindisi, Giampiero P.; 24.4.2015 der Salesianer V.; 11.1.2015 ein Priester, 50 J., aus Neapel; 2.1.2015 ein Priester aus Parioli, Rom, Missbrauch in Argentinien
Quelle: panorama.it

22.5.2015 Missbrauchsopfer fordern mehr Hilfe. Sie kritisieren:

  • “Sexueller Missbrauch ist noch immer eins der sichersten Verbrechen”( Renate Bühn)
  • Der MB-Beauftragte der Bundesregierung spricht von “unverbindlichem Mitgefühl” und weist darauf hin, dass Präventionsmaßnahmen mangels Finanzierung nicht umgesetzt werden.
  • Die Hilfen für Betroffene seien nicht ausreichend – nur Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben bislang in den Hilfsfond eingezahlt. 
  • der Zugang zu Hilfen ist kompliziert
  • Opfer wollen Anerkennung ihres Leids und treffen auf Juristen (Kerstin Claus, Journalistin)
  • noch immer werden in der evang. Kirche Verschwiegenheitserklärungen verlangt
  • Manchmal streiten sich verschiedene Behörden über ihre Zuständigkeit
  • Nötig sei eine Reform des Hilfssystems und des OEG und eine Verlängerung des Hilfsfonds, der 2016 auslaufen sollte.

Quelle: dw

22.5.2015 In Viterbo wurde ein kath. Priester verhaftet. Ihm wird regelmäßige Kinderprostitution mit minderjährigen Roma-Mädchen am Hauptbahnhof Termini, Rom, vorgeworfen. Zudem wurden 1700 kinderpornografische Bilder bei ihm gefunden.
Quelle: kath.ch

21.5.2015 Kardinal Pell, dem seit Jahren vorgeworfen wird, einem Opfer Geld gegen Schweigen angeboten zu haben, dementiert. Er habe kein solches Angebot gemacht. Es steht Aussage unter Eid gegen Aussage unter Eid. Pell ist seit 2014 Präfekt des neuen Wirtschaftssekretariates im Vatikan.
Quelle: spiegel, s. auch  childabuseroyalcommission.gov.au

21.5.2015 Aufruf der Aktion Sühnezeichen und der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus für das Recht von Flüchtlingen, zu kommen und zu bleiben.

21.5.2015 Die britische Polizei ermittelt gegen 1400 Menschen, die im Verdacht stehen, Kinder in der Vergangenheit sexuell missbraucht zu haben, darunter auch 261 Prominente.
Quelle: SZ

20.5.2015 Heute wird eine Studie über sexuelle Gewalt gegen Kinder in der Vorgängerpartei der Grünen in Berlin vorgestellt. Dort ist von 1000 Opfern die Rede. Die Berliner Vorgänge sind in der Walter-Studie nicht enthalten. Die Grünen/Berlin korrigieren den Bericht des Tagesspiegels.
Quelle: tagesspiegel.de

19.5.2015 Die Diözese Chicago zahlt einem Missbrauchsopfer 1,25 Millionen US-Dollar, die Diözese Seattle einem anderen Opfer 1,2 Millionen Dollar als Entschädigung. Die Diözese Chicago will mit dieser außergerichtlichen Einigung mit dem Opfer einen Prozess abwenden.
Quelle: orf

16.5.2015 Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen innerhalb des Deutschen Kinderschutzbundes. Zusammenfassende Analyse der Bedingungsfaktoren sexuellen Missbrauchs, diskursiver Anschlussstellen und institutioneller Schwachstellen aus historischer Perspektive
Quelle: Endbericht + Anhang

12.5.2015 Pater Zollner berichtet von einem einsemestrigen Diplomkurs in englischer Sprache an der Gregoriana. Er soll weltweit für künftige Präventionsbeauftragte gemacht werden. Pro Sommersemester können 18 Studierende teilnehmen. Auch online ist der Kurs einsehbar. Außerdem fordert er Sanktionen für Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuschen.
Quelle: radiovaticana.va

10.5.2015 Ein zorniger Beitrag über den Rückgang der Schülerzahlen in kirchlichen Internaten. Die Kirche sucht Gründe für den Rückgang überall – nicht jedoch in den Missbrauchsfällen.
Quelle: freitag.de

8.5.2015 Inzwischen sind die Statuen des vatikanischen Kinderschutzkommission öffentlich. Die Mitglieder der Kommission sind hier nachzulesen. Es sind 18 (17?) Mitglieder (2 davon Betroffene), die für 3 Jahre ernannt werden. Es soll 2 Tagungen pro Kalenderjahr geben.
Die Kinderschutzkommission berät den Papst und ist eine unabhängige, mit dem Heiligen Stuhl verbundene Institution. Vorschläge, die an den Papst gehen, müssen mit einer Zweidrittelmehrheit verabschiedet werden (gegen die Ernennung des Bischofs Barros von Chile haben m.W. 4 der 17 oder 18 Mitglieder protestiert, also keine Zweidrittelmehrheit erreicht.)
Die Kompetenz der Glaubenskongregation in der Behandlung von Klerikern, die Kinder/Jugendliche missbrauchten, bleibt unberührt. Wie die genaue Zusammenarbeit mit der Glaubenskongregation aussieht und wie unabhängig die Kommission ist, geht aus den Statuten nicht hervor.
Quelle: press.vatican.va

8.5.2015 Der in Krefeld zu 6 Jahren Haft verurteilte kath. Priester Georg K. hat das Urteil beim Bundesgerichtshof fristgerecht angefochten. Eine Opferfamilie hat einen Offenen Brief an die Bischofskonferenz geschrieben. Die DBK hat sich im Februar 2015 erstmals – über 7 Jahre nach der Tat – bei der Familie gemeldet und ihr vorgeschlagen, einen Antrag auf Anerkennungszahlung zu stellen, obwohl die Fakten längst bekannt sind und obwohl J. Heibel beauftragt war, die Interessen der Familie zu vertreten.
Quelle: aachener-zeitung.de

6.5.2015 Bishof Anthony Fisher, Australien, wurde in die Glaubenskongregation berufen. Fisher hatte anlässlich des Weltjugendtages 2008 Missbrauchsopfer dazu aufgefordert, „nicht ständig verschroben und verärgert an alte Wunden zu rühren.“ Damit würden sie die gute Stimmung des Weltjugendtages stören und von den Feierlichkeiten ablenken. Quelle: KNA

3.5.2015 Der Papst forderte zum bessern Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und vor Gewalt auf.
Quelle: Domradio
Kommentar: Nun, der Papst könnte ganz aktuell den chilenischen Bischof Barros wieder seines Amtes entheben – und dies bei allen Bischöfen tun, die sexuelle Gewalt vertuscht haben. Außerdem könnte der für Januar 2015 angesetzte Prozess gegen den Ex-Nuntius der Dominikanischen Republik, der sich im Vatikan aufhält, endlich beginnen.

3.5.2015 Gegen den chilenischen Bischof Juan de la Cruz Barros, Osorno, gibt es in Chile Widerstand. Barros wird vorgeworfen, von dem schweren Missbrauch Minderjähriger in der Gemeinde “El Bosque” gewusst zu haben. Ein Opfer sagt:”Ich habe gesehen, wie er zuschaute, applaudierte und in gewisser Weise den Missbrauch deckte. Ich habe auch gesehen, wie er Fernando Karadima und dessen Verhalten nachahmte. Barros war ein treuer Jünger in jener Atmosphäre von Machtmissbrauch und Beihilfe.” Unter denen, die gegen die Ernenneung des Bischofs protestieren, sind auch Priester. Die chilenische Bischofskonferenz hingegen hält zu Barros.
Quelle: Deutschlandradio
s. auch die Reaktion von Mitgliedern der vatikanischen Kinderschutzkommission

30.4.2015 Der Papst sagt: “Die Ungleichheit [der Frauen] ist der reinste Skandal!” Er hat Recht, meint allerdings nur die ungleiche Bezahlung von Frauen, nicht ihre Diskriminierung in der katholischen Kirche.
Quelle: Domradio

30.4.2015 Die Odenwaldschule wird – aus wirtschaftlichen Gründen – geschlossen.
Quelle: Zeit

29.4.2015 Das Bistum Münster bedauert, dass ein mutmaßliches Opfer so viele Ansprechpartner hatte – insgesamt 10, eine Ansprechpartnerin aus dem Erzbistum Freiburg. Da der mutmaßliche Täter seine Unschuld betont und da das Bistum Münster sich der Entscheidung der Zentralen Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz in Bonn nicht anschließen will, ohne den Fall selbst vorurteilsfrei und von Anfang an zu prüfen, kommt es nicht zu einer Einigung.
Quelle: wn.de

28.4.2015 Der zu sechs Jahren Haft verurteilte Pfarrer Georg K., der teilweise schweren sexuellen Missbrauch von Kindern begangen hat, ist mit dem Strafmaß nicht einverstanden. Er wird in Revision gehen.
Quelle: rp-online

27.4.2015 Die Missbrauchsfälle und Misshandlungsfälle bei den Regensburger Domspatzen sollen nun von einem Rechtsanwalt des Weißen Rings, Ulrich Weber, untersucht werden. Das Ziel sei, mehr Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Der Rechtsanwalt sagte, er wolle “das Geschehene sichtbar machen, den Betroffenen Gehör verschaffen und dazu beitragen, dass Antworten gefunden werden, wie wir solche Geschehnisse künftig verhindern können”. Er wolle mit den Opfern ins Gespräch kommen. In einem noch zu bildenden Beratungskreis sollten alle verfügbaren Unterlagen gesichtet werden, auch öffentlich nicht zugängliche Papiere aus dem Ordinariat. Auch Geheimarchive sowie Personalakten des Bistums und persönliche Notizen des Generalvikars dürfe er einsehen (br). Der RA Ulrich Weber sagte: „Mir werden auch Geheimarchive zur Verfügung gestellt. Das ist fixiert.“ Sollte er nicht uneingeschränkt agieren können, werde er die Arbeit sofort niederlegen (Mittelbayerische). Den Hinweis des Anwaltes auf „Geheimarchive“ korrigierte Generalvikar Fuchs: Im Bistum Regensburg gebe es keine Geheimarchive, sagte er (Mittelbayerische). Der in einem Jahr zu erwartende Abschlussbericht solle anonymisiert öffentlich gemacht werden.
Zu den verfügbaren Unterlagen sagte Fuchs, ihm sei nicht bekannt, dass zu irgendeinem Zeitpunkt Akten vernichtet worden seien. Die Frage sei vielmehr, “warum manche Akten nicht aufgehoben wurden.”
Quellen: katholisch.deRegensburger Domspatzen, Mittelbayerische, br.de, regensburg digital
Kommentar: Der Konflikt scheint bereits programmiert: Der RA spricht von Geheimarchiven, die ihm zugänglich gemacht würden und der Generalvikar bemerkt, dass es gar keine Geheimarchive gebe. Und ob es Opfer gibt, die nach allen bisherigen Erfahrungen mit dem Bistum Regensburg noch kontaktbereit sind, wird sich zeigen.

25.4.2015 Das Bistum Lausanne-Genf-Freiburg sucht Informationen, die einer Arbeitsgruppe ermöglichen, Berichten nachzugehen, dass zwischen 1930 und 1950 Kinder zahlreiche sexuelle und andere Misshandlungen in dem katholischen Pensionat Marini, Montet, Kanton Freiburg vorgekommen seien.
Quelle: kath.ch

25.4.2015 In der Diözese Bozen-Brixen haben sich 70% der kirchlichen Organisationen mit dem Thema beschäftigt. 7 der 33 Einrichtungen haben sich um die Ausbildung von Mitarbeitern bemührt.
Quelle: tageszeitung.it

25.4.2015 Ein Priester des Bistums Brügge wirft dem Bischof in einem Brief vor, dass sich auch nach dem Fall Vangheluwe im Bistum nichts geändert habe. Eine gewisse Anzahl neuer Missbrauchsfälle werde im Bistum stillschweigend akzeptiert und die neuen Richtlinien würden einfach nicht befolgt.
Quelle: brf.be

24.4.2015 In Italien wurde ein Priester aus Vercelli festgenommen wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen. Das bestätigte Erzbischof Marco Arnolfo.
Quelle: nachrichten.at torino.repubblica.it

24.4.2015 Der Primas der kath. Kirche in Belgien, Andre-Joseph Leonard, muss eine Geldstrafe von 10.000 Euro zahlen. Er wurde dazu verurteilt, weil er versäumt hat, nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen Maßnahmen gegen einen Priester-Täter einzuleiten. Das Opfer war von 1987 bis 1991 – zu Beginn 14 Jahre alt – missbraucht worden. 1996 zeigte es den Täter an. Der wurde 2003 (!) suspendiert. Das Gericht wies dem Primas eine Mitschuld an der Situation des Opfers (psychische Probleme, Arbeitsunfähigkeit) zu.
Quelle: orf

21.4.2015 Die katholische Kirche in den USA hat seit 2004 2,9 Milliarden Dollar wegen sexuellen Missbrauchs ausgegeben. Von Mitte 2013 bis Mitte 2014 betrugen die Ausgaben der US-Bistümer und Orden 110.079.647 Dollar. Davon gingen 62,9 Millionen als Ausgleichszahlungen an Opfer, 7,7 Millionen wurden für Therapien gezahlt (59% gingen also an Opfer). 28,8 Millionen gingen an kirchliche Anwälte, 15,4 Millionen dienten der Unterstützung der kirchlichen Straftäter. Nicht enthalten sind in diesen Zahlen Aufwendungen, die vor 2004 gezahlt wurden.
Quelle: catholicculture

21.4.2015 Papst Franziskus hat den US-Bischof der Diözese Kansas-St. Joseph entlassen. Bischof Finn hatte darum gebeten, weil er die Polizei erst 6 Monate später informierte, dass ein Priester junge Mädchen auf Hunderten obszöner Fotos abgelichtet hatte und die Bilder auf dem Computer gespeichert hatte. Der Priester wurde inzw. zu 50 Jahren Haft verurteilt. Der Bischof erhielt 2012 eine 2-jährige Bewährungsstrafe, blieb jedoch im Amt. Außer ihm gibt es keinen weiteren Bischof, der in den USA wegen Vertuschung zur Verantwortung gezogen wurde. Anne Barrett Doyle von “BishopAccountability” rügt die päpstliche Entscheidung als halbherzig. Sie sagt, es sei “nur ein Anfang”  und noch “keine bedeutsame Wende” in der päpstlichen Haltung. Der Vatikan nennt keine Gründe für die Annahme des vorzeitigen Demissionsgesuchs von Bischof Finn. Die benennt jedoch T. Doyle hier.
Quelle: tagesanzeiger.ch und Radio Vatikan und dw
Bereits im Sept. 2014 hatte der Papst einen Bischof von Paraguay, Rogelio Livieres Plano der Diözese Ciudad del Elste, entlassen. Ihm wurde Vertuschung sexuellen Kindesmissbrauchs vorgeworfen.

20.4.2015 Der ehemalige australische Bischof Brian Heenan sagte vor der königlichen australischen Untersuchungskommission aus, dass er unangemessen auf Missbrauchsvorwürfe reagierte. Vor der Kommission wurde ehemalige Kinder des Waisenhauses Neerkol, Rockhampton, angehört. Er hatte die Angaben der Opfer als “skuril” bezeichnet und dem Priester-Täter erlaubt, weiterhin in der Kirche zu arbeiten – auch mit Kindern.
Quelle: brisbanetimes.com.au

18.4.2015 In den USA wurden von Mitte 2013 bist Mitte 2014 insgesamt 120 Millionen Dollar an Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester ausgezahlt. Das geht aus dem Jahresbericht der US-amerikanischen Bischofskonferenz hervor. Von 657 Beschwerden wurden 130 anerkannt. 243 werden noch geprüft, 284 wurden abgewiesen. Zusätzlich wurden 30 Millionen Dollar für Programme zur Bekämpfung der Pädophilie ausgegeben.
Quelle: stol.it

16.4.2015 Eine Untersuchung von 8.600 Seelsorgern – darunter 4.200 Priestern – ergab, dass sich der Zölibat auf ein Drittel der Priester belastend auswirkt. Ein Viertel der befragten Priester würden sich nicht noch einmal für ein zölibatäres Leben entscheiden. Weltweit ist die Zahl der Priesteramtskandidaten um 2 % zurückgegangen.
Quelle: zeit.de und ORF und katholisch.de

16.4.2015 Der ehemalige Pfarrer von Erftstadt räumt die Vorwürfe – sexueller Missbrauch von 3 Kindern – inzwischen ein, sieht sich aber “vom Erzbistum über Gebühr streng behandelt und auch von Woelki unverstanden.”
Quelle: KStA

16.4.2015 Der Vatikan plant strengere Regeln für den Umgang mit Bischöfen, die Missbrauchsfälle vertuschen. Die bisherigen Regeln seien nicht klar genug.
Quelle: blick.ch

13.4.2015 Die beiden Missbrauchsopfer in der vatikan. Kinderschutzkommission – Peter Saunders und Marie Collins – erwarten, dass der Papst die Berufung von Juan Barros zum Bischof von Osorno, zurücknimmt. Zuvor hatten sie mit Kardinal Sean O’Malley gesprochen und dessen Einverständnis erhalten, im päpstl. Beratergremium auf eine Entlassung des neu ernannten chilenischen Bischofs hinzuwirken.
(In anderen Meldungen wurden neben Saunders und Collins auch Dr. Catherine Bonnet, Dr. Krysten Winter-Green und Baroness Sheila Hollins genannt, die die Absetzung des Bischofs erwarten.)
Quelle: kathweb

12.4.2015 Inzwischen berichtet die NZZ, dass 4 Mitglieder der von Papst Franziskus berufenen Kommission zur Aufklärung der Sexualvergehen an Kindern die Berufung des Geistlichen Juan Barros zum Bischof von Osorno in Chile kritisieren. Sie wollten heute dem Kinderschutzbeauftragten des Vatikans, Kardinal Sean O’Malley, ihre Kritik erläutern und begründen. Barros wird die Vertuschung eines Missbrauchsfalls vorgeworfen.
Quelle: nzz.ch
Quelle: The Guardian

10.4.2015 Im Fall einer Frau, die im Erzbistum Freiburg wohnend von einem Priester missbraucht wurde, für  den das BIstum Münster zuständig ist, tauchen 10 (!) Ansprechpersonen auf, denen sie Rechenschaft ablegen soll. Ein psychiatrisches Gutachten von Prof. Leygraf, der bislang für die Kirche arbeitete, lehnt die Frau ab.
Quelle: badische-zeitung

2.4.2015 Der Theologe und Filmemacher Gerd Schneider berichtet vom kolossalen Versagen der katholischen Kirche im Umgang mit den Missbrauchsfällen. So deutlich hatte er es bislang in Interviews nicht benannt. Quelle: swp.de

1.4.2015 Eine Studie in den USA kommt zum Ergebnis, dass auch Menschen, die in ihrer Kindheit keine Gewalterfahrung machen mussten, den Forschern berichteten, dass sie im Erwachsenenleben Gewalt gegenüber Kindern angewendet haben. Dies traf bei 23 % der unbelasteten Eltern zu. Von den Eltern, die Gewaltfolgen in der Kindheit ins Erwachsenenleben hinein mitbrachten, berichteten 26 % von Gewalt, die sie gegenüber Kindern ausübten. 21 % davon waren den Kinderschutzbehörden gemeldet worden.
Quelle: spiegel.de
Fazit: Tatsächlich scheint Gewalterfahrung in der Kindheit auf eine erhöhte Anfälligkeit für Gewaltausübung im Erwachsenenleben hinzuweisen. Die Anfälligkeit für Gewaltausübung von unbelasteten Eltern ist jedoch mit 23% ebenfalls hoch. Die Studie legt nahe, dass Gewalt tatsächlich endemisch ist.

31.3.2015 Mitglieder der vom Papst eingesetzten vatikanischen Kinderschutzkommission – Marie Collins, Dr. Catherine Bonnet, Dr. Krysten Winter-Green, Baroness Sheila Hollins und Peter Saunders – kritisierten die Ernennung des chilenischen Bischofs Juan Barros Madrid. Marie Collins, selbst Missbrauchsopfer, erklärte gegenüber US-Medien, sie sei sehr überrascht über die Ernennung Barros, „denn sie scheint genau dem entgegenzustehen, was der Heilige Vater gesagt hat, dass er niemand in der Kirche in einer Vertrauensstellung wolle, der nicht unzweifelhaft 100 Prozent für Kinderschutz stehe“. Peter Saunders sagte: “Pope Francis has to withdraw this appointment or I and others may find it impossible to stay on the commission.”
Quelle: blog.zdf.de
Kommentar: Es wird sich zeigen, ob der Papst die vatikanische Kinderschutzkommission ernst nimmt. Fatal wäre, wenn er das nicht täte. Sollten die Opfer, die Mitglieder der Kinderschutzkommission sind, ihre Mitgliedschaft beenden, dann wäre zu erkennen, dass die Kinderschutzkommission lediglich dem Ansehen der Kirche und nicht den Opfern gilt.

31.3.2015 Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die praktischen Folgerungen stehen nach Ansicht des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Rörig, erst am Anfang.
Mertes beklagt eine große Intransparenz bei der Aufklärung in der kath. Kirche und ein fehlendes Controlling bei den Verfahren der Glaubenskongregation. Mertes hofft auf die Kraft der unabhängigen Aufarbeitungskommission, die 2016 (!) die Arbeit aufnehmen soll.
Quelle: swp.de

31.3.2015 Im Vatikan wurde die Ernennung des chilenischen Bischofs Juan Barros Madrid sehr genau geprüft. Es lägen keine objektiven Gründe gegen die Ernennung vor. Kritiker werfen dem Bischof die Vertuschung von einem Missbrauchsfall vor. Der Bischof erklärt seine Unschuld.
Quelle: Radio Vatican

30.3.2015 Interview mit einem Opfer des Lehrers Buß.
Quelle: FR

29.3.2015 Im Stift Kremsmünster wurde systematisch weggeschaut.
Quelle: standard.at
Der Bericht “Heiner Keupp, Florian Straus u.a.: Schweigen – Aufdeckung – Aufarbeitung: Sexualisierte, physische und psychische Gewalt im Konvikt und Gymnasium des Benediktinerstiftes Kremsmünster”

27.3.2015 Die Missbrauchsfälle in Kremsmünster wären zu verhindern gewesen, wenn…
Quelle: kurier.at

27.3.2015 Ein katholischer Kommentar zu den Medien, die über Missbrauch berichten.
Quelle:katholisch.de

26.3.2015 Wer sich bei den Grünen gegen Pädophile aussprach, wurde nicht gehört. Thomas Birk geht von bis zu 1000 Opfern in Berlin aus.
Quelle: dierevolutionmissbrauchtihrekinder.wordpress

26.3.2015 Nach Ansicht der Stuttgarter Zeitung setzt sich der vielfach gelobte Film “Verfehlung” nicht mit den strukturellen Ursachen der Gewalt auseinander. 
Quelle:stuttgarter-zeitung, s.a. dw.de

25.3.2015 Das Erzbistum Köln hat im Fall der Erzieherin weitere Unterlagen an die Staatsanwaltschaft gegeben, so dass die Behörde nun doch ermittelt.
Quelle: domradio.de

25.3.2015 In Polen wurde ein inzwischen amtsenthobener Priester zu 7 Jahren Haft wegen Kindesmissbrauchs an 6 Kindern in der Dominikanischen Republik und an 2 Kindern in Polen verurteilt.
Quelle: tah.de

25.3.2015 “Gewöhnliche Menschen unter ungewöhnlich hohem Druck” so beschreibt Gerd Schneider seine drei Protagonisten im Film “Verfehlung”.
Quelle: katholisch.de

25.3.2015 Der Papst empfängt ehemalige Heimkinder aus der Schweiz, die in kirchlichen Heimen missbraucht wurden. Politisch ist dieses Signal wichtig, weil in der Schweiz ein Fond diskutiert wird, der mit 250 bis 300 Millionen Franken (240 – 284 Millionen Euro) ausgestattet werden soll. Derzeit gibt es noch keine Mehrheit für den Fond. Vor allem Bauern kritisieren die Entschädigung, weil sie eine pauschale Verurteilung fürchten. Viele der Heimkinder haben als “Verdingkinder” für Bauern gearbeitet.
Quelle: derbund.ch

24.3.2015 Interview mit Gerd Schneider, der von den Studien (Plural) spricht, die belegen sollen, dass es unter kath. Priestern nicht mehr Pädophile gibt als im Rest der Gesellschaft. Verlinkt wird dazu ein Artikel der Zeit über eine Studie, deren Fragwürdigkeit nicht mitgeteilt wird. (s. hier und hier)
Quelle: Zeit

24.3.2015 Über den Film “Verfehlung”
Quelle: http://heinz-magazin.de/artikel/Missbraucht

22.3.2015 Anlässlich der Weihe des chilenischen Bischofs Juan Barros Madrid versuchten ca 650 Menschen, die Weihe zu stoppen. Sie werfen Barros vor, seinen Mentor Fernando Karadima Farina (84), der Jugendliche missbraucht hat und vom Vatikan 2011 zu einem Leben in Buße und Gebet in einem Kloster verurteilt (!) wurde, geschützt zu haben, indem er seine Position ausnutzte, um Untersuchungen zu verzögern bzw. zu vertuschen. Der neu geweihte Bischof schrieb an die chilenischen Priester: “Ich hatte nie Kenntnis oder hätte mir vorstellen können, dass Pater Karadima schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hat”.
Quelle: latina-press.com

20.3.2015 Der – neben dem Ex-Nuntius Wesolowski – zweite Missbrauchstäter in der Dominikanischen Republik, der Priester Wojciech G., hat sich vor Gericht inzwischen als schuldig erklärt, nachdem er sich bislang als unschuldig bezeichnet hatte. Mit seiner Schuldanerkennung erwarten ihn ca 7 Jahre Haft, ohne sie, müsste er mit 15 Jahren Haft rechnen. G. wird achtfacher Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen und zweifacher Besitz von Kinderpornografie. Das Urteil wird am 25.3.2015 erwartet.
Quelle: karibik-news.com

20.3.2015 Gegen den neuen chilenischen Bischof von Osorno, Juan de la Cruz Barros Madrid, gibt es den Vorwurf, er sei als junger Priester Augenzeuge von sexuellen Übergriffen des Priesters Karadima an Jugendlichen gewesen.
Kritiker werfen Barros vor, er sei als junger Priester Augenzeuge von sexuellen Übergriffen Karadimas an Jugendlichen gewesen. Später habe er Briefe zerrissen, in denen Karadima beschuldigt wurde. Barros sagt, er habe bis 2009 nichts von den Vorwürfen gegen Karadima gewusst. 2011 war Karadima vom Vatikan verurteilt worden.
Auch Kardinal Francisco Javier Errazuriz Ossa (81), Mitglied in dem von Franziskus einberufenen Kardinalsrat zur Kurienreform und emeritiertem Erzbischof von Santiago und seinem Nachfolger Ricardo Ezzati Andrello (73) wird vorgeworfen, von dem Fall gewusst zu haben. Beide widersprechen dieser Darstellung.
Quelle: katholisch.de

20.3.2015 Der schottische Kardinal Keith Michael Patrick O’Brien (77), emeritierter Erzbischof von Edingburgh, hat den Papst gebeten, auf seine Kardinalsvorrechte und -privilegien verzichten zu dürfen. Ihm wird vorgeworfen, Anfang der 1980er Jahre mehrere Priesteramtskandidaten missbraucht zu haben.
Quelle: Radio Vatikan und catholicherald

20.3.2015 In Polen hat sich erstmals ein Bistum verpflichtet, ein Opfer sexueller Gewalt eines Priesters finanziell zu entschädigen. Im Gegenzug muss das Opfer seine Klage zurückziehen. Das Opfer warf den Vorgesetzten des Täters vor, sie hätten nichts unternommen, um den Kontakt des Priesters, dessen pädophile Neigungen bekannt gewesen seien, zu Kindern und Jugendlichen zu unterbinden.
Quelle: religion.orf.at und srf

19.3.2015 Das Erzbistum Köln hat eine Erzieherin wegen sexuellen Missbrauchs entpflichtet. Die Kirche übergab der Strafverfolgungsbehörde die Tatbestände. Die Staatsanwaltschaft sagt, die Tatbestände seien nicht ausreichend, um tätig zu werden. Das Erzbistum hat Beschwerde gegen die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft eingelegt. Das Jugendamt teilt die Einschätzung des Bistums.
Quelle: KStA

19.3.2015 Kirche zwischen Schuld und Sühne – Bayerisches Fernsehen
Quelle: br.de und Kirche zwischen Schuld und Sühne, 18.3.2015
Kommentar: Immerhin kommt in diesem Film  e i n  weibliches Opfer vor. Ansonsten werden Mädchen/Frauen als Missbrauchsopfer seit 2010 nur selten thematisiert.

18.3.2015 Die Schüler, die in der Elly-Heuss-Knapp-Schule in ca 30 Jahren Opfer eines Lehrers wurden, sollen gehört werden. Es ist von mehr als 100 SchülerInnen die Rede, die Opfer wurden.
Quelle: echo-online.de
Webseite der Opfergruppe

17.3.2015 Gegen den Erzbischof von Adelaide wird wegen des Vertuschens eines Missbrauchsfalls ermittelt.
Quelle: spiegel.de  tagesspiegel.de

17.3.2015 In London hat die Polizei jahrelang einen Pädophilenring geschützt statt die Kinder zu schützen.
Quelle: sueddeutsche.de

17.3.2015 Hier müssten eigentlich Stellungnahmen der katholischen Kirche zum Film “Schweigen der Männer” verlinkt sein. Allerdings: Es gibt keine…. Vermutlich hat Mertes Recht: Die Kirche hat die Tendenz, die Opfer verloren zu geben. Pater Mertes erinnerte auch daran, dass das Schweigen der Kirche Gewalt sei. (Diese Seite ist im Juni 2015 nicht mehr online. Die Aussage ist jedoch auch hier nachzulesen.)
Leider wurden nicht die ForscherInnen zum Stand der Forschung des DBK-Auftrages “MHG-Studie: Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz” interviewt. An sie wären Fragen zu stellen.

17.3.2015 Philipp Gessler im Interview zum Film “Das Schweigen der Männer”

17.3.2015 Matthias Drobinski schreibt in der Süddeutschen zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche unter dem ganz richtigen Titel: Verstörte Kinder Gottes.

17.3.2015 Kommentar zum Film “Das Schweigen der Männer”
Quelle: fr-online.de

16.3.2015 Heute Abend, 23.30 Uhr, in der ARD: Das Schweigen der Männer
Interview mit dem Autor

16.3.2015 Sexueller Missbrauch an einer hessischen Schule.
Quelle: taz.de

15.3.2015 Die Solidaritätsbekundungen für den Pfarrer von Erftstadt gehen weiter, obwohl er seine Schuld eingesehen hat. Nach wie vor sind aber Solidaritätsbekundungen für die Opfer verboten.
Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot
Interessant sind die Leserzuschriften in der Zeit.

15.3.2015 “Im Skandal um mutmaßliche Missbrauchsfälle im Kinderchor von Lluc in den 90er Jahren sind belastende E-Mails öffentlich geworden. So zitiert die MZ-Schwesterzeitung “Diario de Mallorca” in ihrer Printausgabe aus dem angeblichen E-Mail-Verkehr zwischen dem beschuldigten Prior Antoni Vallespir und dem ehemaligen Chorknaben, der Anzeige erstattet hat. Darin bittet der Geistliche den inzwischen 34-Jährigen, ihm zu verzeihen und nicht gegen ihn vorzugehen. Er sei damals schwach gewesen, hätte aber niemals zulassen dürfen, was passiert sei, zitiert das Blatt den Beschuldigten.”
Quelle: mallorcazeitung.es/

15.3.2015  Der Kremsmünsterer Pater, der wegen sexuellem Missbrauch zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde, muss nun doch ins Gefängnis.
Quelle: nachrichten.at

13.3.2015 Peter Saunders ist bislang der Geschäftsführer des Bundesverbandes Napac, der Menschen vertritt, die in der Kindheit missbraucht wurden. Von diesem Amt tritt er nun zurück. Er will seine Arbeit in der vatikanischen Kinderschutzkommission, deren Mitglied er ist, ausbauen. Er hofft, dass die vatikan. Kommission aufgestockt wird, um die Anzeigen aus den Ortskirchen zu bearbeiten. Sie ist derzeit mit nur einer Stelle ausgestattet, die Fr Bob Oliver innehat. Oliver ist der Sekretär der vatikanischen Kinderschutzkommission, dessen Vorsitz Kardinal Sean P. O’Malley hat. Saunders berichtet, dass er überschwemmt werde mit Nachrichten von Überlebenden, die immer noch ignoriert werden, wenn sie in ihren Ländern Missbrauch bei den Kirchenführern anzeigen.
Quelle: The Tablet
Allerdings übersieht Saunders, dass es nicht die Aufgabe der Kinderschutzkommission ist, Missbrauchsfälle aufzuklären. Ihre Aufgabe ist die Prävention, wie der Papst betont. Jedoch war noch im März 2014 die Rede davon, dass die Aufgabe dieser Kommission in der Vorbeugung und in der Strafverfolgung bestehe.
Nach Aussagen des Präfekten der Glaubenskongregation ist die Glaubenskongregation nicht zuständig für die Gesamtaufarbeitung bzw. die pastorale Betreuung der Opfer. In der Glaubenskongregation gehe es um die Frage, ob ein Priester, der Kinder missbraucht hat, noch im pastoralen Dienst verwendbar ist.

12.3.2015 Erzbischof Andre-Joseph Leonard, Vorsitzender der belgischen Bischofskonferenz, muss vor einem Berufungsgericht in Lüttich aussagen. Ein Missbrauchsopfer wirft ihm vor, von dem Missbrauch zwischen 1987 bis 1991 gewusst zu haben und das Opfer nicht geschützt zu haben. 

Quelle: kathpress.co.at

12.3.2015 Kirchlich bezahlte Wissenschaftler gehen davon aus, dass “nur” 5 – 10 % der kirchlichen Täter auf Kinder und vorpubertäre Jugendliche fixiert seien. Die meisten Täter seien Ersatzhandlungstäter. Das bezweifelt u.a. der renommierte Sexualpsychologie Dr. Ch.J.Ahlers: “Dafür haben wir keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil: Psychologisch betrachtet müssen wir davon ausgehen, dass es in der katholischen Kirche überzufällig viele Personen mit problematischer Sexualpräferenz gibt.” Grund sei das “Sexualitätsverbot” der katholischen Kirche, das eine Anziehungskraft ausübe auf Pädophile, die sich mit einer Kirchenkarriere vor lästigen Fragen schützen wollten. Ahlers und Prof. Beier und Prof. H.Bosinski weisen darauf hin, dass in der Kirche bislang der Besitz von Kinderpornografie bagatellisiert werde.
Ein Hilfsangebot für pädophile Kleriker, die noch nicht Täter wurden, wurde bislang von der kath. Kirche nicht aufgegriffen.
Quelle: cleankids.de

12.3.2015 Fördern Strukturen der katholischen Kirche sexuellen Missbrauch? Pater Mertes im Interview
Quelle: tagesschau.de

12.3.2015 Der Ex-Pater des Klosters Stift Kremsmünster, der zu 12 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, ist nur bedingt haftfähig. Er muss in der Haftanstalt ähnlich wie in einem Pflegeheim Barrierefreiheit u.ä. vorfinden. Das zuständige Landesgericht such eine Vollzugsanstalt, die diese Bedingungen erfüllt.
Quelle: nachrichten.at

11.3.2015  Ein Ettaler Pater wurde wegen sexuellen Missbrauchs von 3 Schülern zu einem Jahr und 10 Monaten auf Bewährung, einer Geldzahlung und der Verpflichtung zu einer Sexualtherapie verurteilt. Strafmildernd wurde sein Geständnis während des Prozesses gewertet.
Quelle: spiegel.de
Der Verein Ettaler Missbrauchsopfer kommentiert: “Wir sind der Meinung, dass eine Strafe auf Bewährung keine Strafe ist. Dieses Strafmaß bestärkt Täter nach dem Motto: “Wenn man erwischt wird muss man halt aufhören”. Alle Erzieher und Leitenden, die Kinder und Jugendliche betreuen, brauchen ein klares Signal, dass Übergriffe unter keinen Umständen toleriert werden. Die Auflage einer Therapie für Pater G. ist sicher sinnvoll. Einige von uns befinden sich auch heute noch in Therapie, obwohl die Vorfälle bereits Jahrzehnte zurückliegen. Wer ist hier mehr bestraft? Zehn Jahre hat Pater G. die Klostergemeinschaft angelogen und seit fünf Jahren die Betroffenen genarrt. Junge Männer, die in dem Alter sich nicht mit Missbrauch, sondern mit Beziehungen beschäftigen sollten. Als wir so alt waren dachten wir auch, wir hätten keinen Schaden geommen.”

10.3.2015 ttt: Der sexuelle Missbrauch und die katholische Kirche. Bemerkenswert die Aussagen über das neue Forschungsprojekt der DBK. Und passend dazu der Hinweis an der Erftstädter Kirchentüre: Solidaritätsbekundungen (für Opfer) sind nicht gestattet – so wird noch immer über Opfer von sexueller Gewalt gedacht und gesprochen.

10.3.2015 In Niedersachsen hat das Kultusministerium im September 2013 eine Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche oder deren Eltern eingerichtet. 2013 und 2014 meldeten sich ca 1000 Kinder und Jugendliche, die Mobbing und Diskriminierung beklagten. 84 mal stand sexuelle Grenzverletzung durch Lehrer oder Betreuer im Mittelpunkt. Eine Auswertung wird es nicht geben – sie sei zu aufwändig.
Quelle: noz.de

7.3.2015 Der Bischof von Mallorca hat den Prior der Glaubenskongregation des Heiligen Herzens Jesu in Lluc vom Dienst suspendiert. Gegen ihn liegt eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs vor.
Quelle: mallorcazeitung.es

6.3.2015 Bischof Fürst, Rottenburg, zum Film “Die Verfehlung”  (gemeint sind natürlich Verbrechen, nicht “Verfehlungen”)
Über den Film Verfehlung mit “feinen Zwischentönen” schreibt die Stuttgarter Zeitung

6.3.2015 Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, kommentiert die Einrichtung einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

6.3.2015 In Erftstadt hat sich eine Gruppe gebildet, die sich mit den Opfern des Erftstädter Pfarrers solidarisiert. Die Solidaritätsaktionen für den Pfarrer, der nicht leugnet, seien „beschämende Aktivitäten“ und „unerträglichen Parolen“. Auch das Bistum wehrt sich gegen die Vorwürfe derer, die sich mit dem Pfarrer solidarisieren.

6.3.2015 Auf Mallorca hat ein mutmaßliches Opfer sexuellen Missbrauchs durch den Prior der Glaubenskongregation des Heiligen Herzens Jesu in Lluc Anzeige erstattet. Es wirft dem Prior mehrfachen sexuellen Missbrauch in der Zeit seiner Mitgliedschaft in einem kirchl. Kinderchor und Internat. Die Anwaltskanzlei forderte das Bistum auf, den Geistlichen vom Dienst zu suspendieren. 
Quelle: mallorcazeitung.es

5.3.2015 In der Forschung über Resilienz wird erkennbar, dass diese Fähigkeit vermutlich weniger mit der Kraft eines Kindes zu tun hat und mehr damit, ob ein traumatisiertes Kind in seiner Umgebung Unterstützung erfährt oder alleine gelassen wird.
Quelle: deutschlandfunk.de

4.3.2015 Im Interview mit Franceso Zanardi, dem Gründer der italienischen Opfergruppe gegen Missbrauch „Rete L’abuso“, sagt Zanardi, dass die kath. Kirche in Italien Missbrauchsfälle weiterhin vertusche. Dern Fall Wesolowsky bezeichnet er als größten Betrug des Vatikans. Wesolowsky sei die Flucht aus der Dominikan. Republik mit einem Diplomaten-Pass gelungen. Er habe sich im Vatikan versteckt und der Vatikan habe den Eindruck erweckt, Weselovsky sei inhaftiert. Dabei sei er wenige Monate nach der Verhaftung bereits wieder frei gewesen sei. Masalles, Weihbischof von Santo Domingo, traf Wesolowski bei einem Spaziergang in der röm. Innenstadt und kommentierte die Begegnung: “Das Schweigen der Kirche hat das Volk Gottes verletzt.”  Zusammenfassend stellt Zanardi fest: “Der Schutz des eigenen Images ist der Kirche wichtiger. Sagen wir es so, für die Kirche gibt es viele Dinge, die aus ihrer Sicht „opferbar“ sind. In diesem Fall sind es die Kinder, die für die Kirche „opferbar“ sind, um den guten Namen der Kirche als Institution zu erhalten.” Auch Zanardi muss die Erfahrung machen, dass seine Organisation, die im Namen zahlreicher Opfer etliche Briefe an die Kirche geschrieben hat, nie eine Antwort bekommen hat.
In Deutschland stellt Kardinal Lehmann nach 13 Jahren Diskussion über Priester, die Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan haben, fest, dass der Missbrauch der Kirche geschadet habe: “Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, der offensichtlich lange Zeit verdeckt war und wurde, hat der Kirche in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten weltweit außerordentlich geschadet. Ganz gewiss ist dies nicht nur ein Problem der Kirche, gar der katholischen. Aber da die Kirche im Bereich der Gestaltung der menschlichen Sexualität große Anforderungen stellt, war das Aufdecken von Verfehlungen in ihrer Mitte besonders reizvoll, für die Kirche freilich extrem schädlich. Es gibt bis zum heutigen Tag viele Bereiche, in denen es auch Verfehlungen dieser Art anderswo gibt: im Sport, im Ballettunterricht, in Therapien usw. ” Kardinal Lehmann bedauert: “So beschämend dies alles für die Kirche und auch für die Verantwortlichen in ihr ist und bleibt, so sehr haben wir zu Beginn der 90er Jahre rasch reagiert und entsprechende Richtlinien zum Umgang mit Opfern und Tätern aufgestellt. Dies wird von verschiedener Seite durchaus anerkannt. Aber manche Leute ignorieren dies bis auf den heutigen Tag und schaffen so den Eindruck, als vertusche die Kirche auch heute noch diese Verfehlungen. Dass dies früher oft erfolgte, soll nicht geleugnet werden, was immer die Motive dafür waren.” Lehmann erwähnt, dass der Leiter der vatikan. Kinderschutzzentrums in “seiner eigenen Diözese,  dem großen Erzbistum Boston, eine der schwierigsten Situationen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch überstehen” musste. Kardinal Lehmann unterscheidet auch genau zwischen den Mitgliedern der vatikan. Kinderschutzkommission, die Experten sind und den Mitgliedern, die Opfer sind.
Quelle: netzfrauen.org
Kommentar: Die Wahrnehmung der Kirchenverantwortlichen von der eigenen Aufarbeitung der kirchl. Missbrauchsfälle und von der eigenen Zuwendung zu den Opfern ist positiv. Diese Binnensicht dreht sich immer nur um sich selbst, d.h. um den Klerikerstand. Die Opfer werden immer noch nicht als “Kirche” wahrgenommen. Diese sich selbst bemitleidende Binnensicht wird unermüdlich in der Presse verbreitet. Der Blick gilt immer noch nicht den Opfern. Dabei hüten sich die Kirchenverantwortlichen, ihre vielfältigen Bemühungen von denen, denen sie gelten, nämlich den Opfern von Priestern beurteilen zu lassen. Die Sicht vieler Opfer sieht häufig – nicht immer – gravierend anders aus. Solange die Kirche nicht die Opfer befragt und sie nicht als Experten in die Aufarbeitung und die Präventionsbemühungen einbezieht, wird sich daran wohl auch nichts ändern. Da hilft auch kein Jammern über Kirchenaustritte und über ein Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche. Dem Bischof ist uneingeschränkt zuzustimmen: “wir wollen eine Kirche sein, die für die Menschen da ist” – allein, es fehlt die Erfahrung. 

4.3.2015 Klaus Mertes, SJ, fordert mehr Aufmerksamkeit der Kirche für Missbrauchsopfer. “Das Schweigen der Kirche ist nicht neutral, sondern eine Form von Gewalt”, kritisierte er. Er beobachte eine Tendenz in der Kirche, die Opfer verloren zu geben. Dabei hätten viele von ihnen zwar mit den Tätern, nicht aber mit der Institution Kirche abgeschlossen.

Quelle: kathweb.at
Kommentar: Leider hat Mertes da nur zu Recht.

4.3.2015 In Österreich haben sich 2014 insgesamt 138 weitere Opfer sexueller Gewalt bei der Klasnic-Kommission gemeldet. Dort gab es bislang ca 1400 Opfer, an die 20 Millionen Euro gezahlt wurden. In der evang. Kirche Österreichs gibt es 55 anerkannte Opfer. Klasnic führt dies auf die geringere Zahl der evang. Internate und Heime zurück. Einen Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellen Übergriffen auf Kinder kann sie nicht sehen. Registriert hat sie, dass manche Opfer Selbstmord begangen haben.
Quelle: orf.at

3.3.2015 Der Kinderschutzbund Niedersachsen hat es abgelehnt, Edathys Strafe über 5000 Euro in Empfang zu nehmen. Die Strafe zahlte Edathy, damit das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde. Der Kinderschutzbund weist darauf hin, dass der Eindruck entsteht, dass es möglich sei, sich von Vergehen an Kindern freikaufen zu können.
Quelle: Süddeutsche

3.3.2015 Der Rektor des Canisius-Kollegs sagt, “das Trauma” sei gegenwärtig und er fürchtet, dass das Jesuitengymnasium mit dem Stigma leben muss. Eine Schülerin (16) weist “belustigt” darauf hin, dass das doch “so ein Medien-Hype” war.
Quelle: katholisch.de

2.3.2015 Zwei Geschichten vom Überleben sexueller Gewalt – Nicht nur Opfer und Bittsteller! Von Christoph Fleischmann (Vorsicht, Triggergefahr!)
Quelle: WDR3

1.3.2015 Der vor im Februar 2010 bekannt gewordene Fall des “Sport-Paters” der Franziskaner-Minoriten, der in Bonn und Würzburg Opfer hinterließ, ist kirchenrechtlich noch immer nicht geahndet. Strafrechtlich waren die Taten verjährt. Das lange hinausgezögerte kirchliche Verfahren, das derzeit bei der Glaubenskongregation (Präfekt Kardinal Müller, ehemals Regensburg) liegt, lässt die Vermutung zu, dass die Zahl der “Fälle” klein gehalten werden soll.
Quelle: mainpost.de

1.3.2015 Missbrauch – eine offene Wunde. Ein Beitrag von Manuela Göbel in der Mainpost.

28.2.2015 Der Ettaler Verein von Missbrauchs- und Misshandlungsopfern hält die Bewährungsstrafe des Paters G., Ettaler Bedediktiner, für problematisch. Der Vorsitzende des Vereins Robert Köhler sagte, es sei keine Strafe, wenn ein Täter nicht einmal eine Woche ins Gefängnis müsse. Thomas Pfister, RA und Sonderermittler in Ettal, sagte, die Unehrlichkeit der Täter sei ein großes Problem. Wenn sie die Taten bestritten, käme dies dem Vorwurf der Lüge an die Opfer gleich. Eigentlich müsse ein ehrliches Geständnis zu Beginn des Prozesses erfolgen. Andernfalls läge der Verdacht nahe, dass es nur taktisch motiviert sei, um eine Haftstrafe ohne Bewährung zu vermeiden.
Quelle: katholisch.de

28.2.2015 Bischof Koch, Dresden, zum Ettaler MB-Prozess

27.2.2015 Die Benediktinerabtei des Klosters Ettal ist entsetzt, dass der Pater einen Großteil der Vorwürfe eingeräumt habe. Außerdem sind die Benediktiner “enttäuscht, dass Pater G. über einen so langen Zeitraum hinweg die Wahrheit verschwiegen” hat. Ganz so groß dürfte das Entsetzen nicht sein, denn der Angeklagte war 2005 ins Benediktinerkloster Wechselburg versetzt worden – nachdem intern Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut geworden waren.
Quelle: schwaebische.de  merkur.de

27.2.2015 Am 17. März 2015 um 19.30 Uhr stellt Johannes Heibel sein Buch “Der Pfarrer und die Detektive” in Coburg, Kleine Johannisgasse 8 (Müpnchner Hofbräu Coburg) vor. Einlass ab 19 Uhr, Eintritt frei.

26.2.2015 Hier schildert ein Opfer, was Opfer erleben, wenn christliche Gemeinden sich mit dem Priester – einem Missbrauchstäter – identifizieren und die Opfer völlig ausblenden bzw. beschuldigen.
Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de

26.2.2015 Nachdem der angeklagte Pater des Klosters Ettal bislang leugnete, 3 bzw. 4 Jungen in den Jahren 2001 bis 2004 missbraucht zu haben, hat er heute ein “indirektes Teilgeständnis” abgelegt.
Quelle: nordbayerischer-kurier.de und süddeutsche

26.2.2015 Auf Mallorca wurde jetzt ein ehemaliger Priester aus Selva angezeigt. Der Kläger beschuldigt den Pfarrer, ihn als 10-Jährigen sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: inselradio.com

25.2.2015 Ein Film von und mit Susanne Jansen – für Menschen mit großer Leiderfahrung

24.2.2015 Der Vorsitzende des Weltklimarates tritt zurück. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.
Quelle: tagesschau.

24.2.2015 Das Bistum Regensburg reagiert auf die Anschuldigen ehemaliger Schüler der Regensburger Domspatzen-Vorschulen in Etterzhausen und Pielenhofen, dass sie permanenter körperlicher Gewalt ausgesetzt waren. 72 Opfer werden mit 2.500 Euro entschädigt. Die Gewalt wurde von dem Priester Johann M. zwischen 1953 und 1992 ausgeübt.
Nach Abschluss der Aufarbeitungstätigkeit des Bistums soll eine unabhängige Stelle das Vorgehen des Bistums prüfen.
Quellen: http://www.bistum-regensburg.de und katholisch.de

22.2.2015 Eine Gemeinde hat Schwierigkeiten, die dunklen Seiten eines offensichtlich beliebten Pfarrers sehen zu wollen. Inzwischen ist von 3 Opfern die Rede.
Quelle: ksta 18.2.2015  und ksta 22.2.2015

21.2.2015 Filmtipp: Von jetzt an kein Zurück Kinostart 12.3.2015

18.2.2015 Chilenische Politiker schrieben an den Papst und baten um eine Überprüfung der Berufung des früheren Militärbischofs Juan de la Cruz Barros Madrid (58) zum Bischof von Osorno/Südchile. Sie werfen Barros vor, dass er den sexuellen Missbrauch vertuschte, den der inzwischen nach Kirchenrecht wegen Verletzung seines Zölibatsversprechens verurteilte Priester Fernando Salvador Miguel Karadima Farina begangen hat.
Quelle: katholisch.de

18.2.2015 Gegen einen aus Deutschland stammenden – nach wie vor als im Bistum Trier inkardiniert geführten –  Pater des Stiftes Admont erheben 2 männliche Jugendliche Anklage wegen sexuellen Missbrauchs. Der Pater ist geständig und wurde aller Ämter enthoben. Der Abt des Klosters betont, dass die Vorwürfe “in keinerlei Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in der Pfarr- und Jugendseelsorge” stünden und weder Schüler des Gymnasiums noch Jugendliche aus Pfarreien seien. (Als ob sexueller Missbrauch an nicht-kirchlichen Jugendlichen weniger Missbrauch wäre.)
Quellen: standard und orf

18.2.2015 Der Bischof von Hildesheim hat anlässlich des Aschermittwochs Gott und die Menschen um Vergebung gebeten, denen von der Kirche Unrecht getan wurde. Im Blick auf kirchliche Missbrauchsopfer sagte Weihbischof Heinz-Günter Bongartz: “Voller Scham erkennen wir, dass Priester und kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen und Gemeinden Gewalt angetan haben. Auch im Bistum Hildesheim wurden Opfer zu lange alleingelassen.”
Quelle: ndr.de (http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Bischof-erinnert-an-Fehler-aus-1200-Jahren,schuldbekenntnis100.html

17.2.2015 Gegen den Erfstädter Pfarrer Winfried J. erheben zwei weitere Frauen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Die Gemeinde protestierte gegen die Suspendierung des Pfarrers. Gegen Kardinal Woelki und gegen den Pressesprecher des Kölner Erzbistums wurden Strafanzeigen gestellt, die derzeit geprüft werden.
Quelle: ksta.de

17.2.2015 Der Erfstädter Pfarrer Winfried J., der sich noch 1m 11.2. gegen Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gewehrt hat, bittet nunmehr die Opfer um Entschuldigung.
Quelle: ksta.de

16.2.2015 Im spanischen Granada wurden 2 Laien und 10 Priester wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. Nun wurden die Verfahren gegen die beiden Laien und 9 Priester wegen Verjährung eingestellt. Die Anklage gegen einen Priester wegen andauernden sexuellen Missbrauchs bleibt bestehen.
Quelle: orf

14.2.2015 Ein Interview mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über die Aufgabe der Kirchengeschichte im notwendigen Reformprozess der Kirche.

14.2.2015 Das Erzbistum München-Freising hat einen Missbrauchsbericht vorgelegt. Seit April 2011 wurden 29 Opfern in Anerkennung ihres Leides 147.000 Euro ausgezahlt. In 11 “Fällen” wurden Kosten für Psychotherapien zugesagt.
Quelle: Erzbistum München-Freising

14.2.2015 Bischof Trelle, Hildesheim, wird am Aschermittwoch ein historisches Schuldbekenntnis ablegen.  Er will auch nicht verschweigen, wo Kirchenverantwortliche weggeschaut und geschwiegen haben, als Menschen in der Kirche Opfer von sexuellem Missbrauch wurden.
 Quelle: Bistum Hildesheim
Kommentar: Im Blick auf die Missbrauchsfälle im Bistum Hildesheim wäre es hilfreich und der Glaubwürdigkeit dienlich, wenn das Bistum den aktuellen Wissensstand über sexuellen Missbrauch durch Kleriker mitteilen würde. Die zuletzt veröffentlichte Information des Bistums stammt vom 22.11.2012.

13.2.2015 Offener Brief des Papstes an die Kinderschutzkommission
Quelle: dbk.de

12.2.105 Ein britischer Kinderarzt wurde wegen sexuellen Missbrauchs zu 18 Jahren Haft verurteilt. Er hatte Mädchen in einem Krankenhaus missbraucht – im selben Krankenhaus, in dem auch Jimmy Savile Kinder missbraucht hatte.
Quelle: kleinezeitung.at

11.2.2015 Im Prozess um den Ettaler Mönch belastet ein Schüler den ehemaligen Benediktiner. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld.
Quelle: sueddeutsche.de

11.2.2015 Über das Versagen der Politik bei der Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Kindesmissbrauch.
NDR-Beitrag

11.2.2015 Die staatliche Kommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch in australischen Institutionen hat der kath. Erzdiözese Sydney vorgeworfen, gegenüber Opfern eine Politik der Einschüchterung betrieben zu haben. Das Erzbistum – so die Kommission – habe fundamental versagt in seinem Umgang mit dem Opfer, Mr. E., habe die eigenen Prinzipien, die in “Towards Healing” niedergelegt sind, missachtet und dem Opfer keine Unterstützung gewährt.
Von 2001 bis 2014 war Kardinal Pell Erzbischof von Sydney. Die Vorwürfe der Kommission gelten ihm. Kardinal Pell ist seit 2014 Präfekt des neuen Wirtschaftssekretariates im Vatikan.
Quelle: childabuseroyalcommission.gov.au

11.2.2015 Die vatikan. Kinderschutzkommission sieht es als vordringliche Aufgabe an, sich mit dem Schutz Minderjähriger vor sexuellem Missbrauch in der Kirche zu beschäftigen. Dazu sollen internationale Leitlinien für kirchliche Einrichtungen erstellt werden. Auch andere Fragen sollen behandelt werden – so die Frage nach der Gestaltung von Seelsorge für Geschädigte und ihre Familien, nach der Sensibilisierung von Priestern für das Thema und danach, wie vorgegangen wird, wenn Bischöfe Anzeigen gegen Priester nicht ernst nehmen.
Quelle: radiovaticana.va

11.2.2015 Der Erfstädter Pfarrer Winfried J. wehrt sich gegen die Anschuldigung sexueller Grenzverletzungen gegenüber einem 9 Jahre alten Mädchen.
Quelle: ksta.de

9.2.2015 Luise Schottroff ist tot. Ein Nachruf in der taz

8.2.2015 Der Anwalt des veruteilten Ex-Pfarrers Georg K. hatte vor Gericht von einer “erfolgreichen Therapie” gesprochen, die K. in Südafrika absolviert habe. Es stellt sich heraus, dass der ihn betreuende Pfarrer Stefan H. einen Gesprächstermin für Georg K. bei einer Schönstatt-Schwester vermittelt habe.
Quelle: wz newsline

7.2.2015 Papst Franziskus plant einen Gebetstag für Opfer von Kindesmissbrauch. Die vatikanische Kinderschutzkommission hofft auf den Beitrag von Missbrauchsopfern für die Entwicklung von Vorbeugungsprogrammen von Kindesmissbrauch.
Quelle: Kleine Zeitung
Kommentar: Ein Gebets- und Gedenktag ist sinnvoll. Gebete jedoch dürfen die Wahrheit nicht zudecken, sie müssen sie aufdecken. Dazu gehört, dass Bischöfe, Generalvikare und Personalchefs Konsequenzen aus ihren Vertuschungen ziehen und zurücktreten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Bischöfe, die vertuscht und Täter geschützt haben, ihren eigenen Verrat an den Opfern offenlegen. Der Rücktritt dieser Bischöfen kann u.a. künftigen Bischöfen deutlich signalisieren, wie ernst die Kirche die Verbrechen an Kindern nimmt. Das ist EIN Beitrag zur Entwicklung von Vorbeugungsprogrammen, er liegt schon lange auf dem Tisch. Die vatikanische Kinderschutzkommission müsste ihn nur noch hören.

6.2.2015 Der kath. Priester aus dem Bistum Aachen, der auch in Südafrika Kinder missbrauchte, ist wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Kindern in Deutschland zu 6 Jahren Haft verurteilt worden.
Quelle: welt.de/ spiegel
In der Meldung des Domradios wird ausdrücklich betont, dass nicht die Kirche am Pranger stehe, sondern die Tat eines Einzelnen.

6.2.2015 Ein ehemaliger belgischer Priester ist zum zweiten Mal wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden. 1990 wegen des Missbrauchs von 8 Kindern. Nun sagten mehr als 20 Zeugen in Alaska, Angehörige der Inuits, aus, er habe sie missbraucht. Der Ex-Priester wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Martin Schlüter hat bereits vor Jahren auf den Missbrauch von Eskimos durch katholische Missionare mit eindrucksvollen Bilder aufmerksam gemacht.
Quelle: nr.news-republic

6.2.2014 Papst Franziskus unterscheidet beim Schlagen von Kindern zwischen einem Schlagen, das die Würde des Kindes verletzt bzw. nicht verletzt. Mit einem Schlagen, das die Würde des Kindes nicht verletzt, ist er einverstanden.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Eine solche Äußerung ist angesichts des Leides so vieler Kinder unter elterlicher und sonstiger Gewalt weltweit – auch in Ländern mit gesetzlichem Züchtigungsverbot! – sträflich leichtfertig. Es bleibt zu hoffen, dass die theologischen und kirchenpolitischen Maßnahmen des Papstes qualifizierter als seine pädagogischen Äußerungen sind. Wie kirchliche Missbrauchsopfer ihn im Kampf gegen Missbrauchs-Priester und kirchl. Täter-Schützer weiterhin ernst nehmen sollen, bleibt unklar.

5.2.2015 Im Papstbrief zum Schutz von Kindern vor Missbrauch steht auch, “dass weiter alles nur Mögliche getan werden muss, um in der Kirche die Plage sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen auszurotten und einen Weg der Versöhnung und Heilung zugunsten derer, die missbraucht worden sind, zu öffnen.”
Quelle: radiovaticana.va
Kommentar: Zur Heilung und Versöhnung gehört eine solide Aufdeckung der Missbrauchsfälle und die Verantwortungsübernahme derer, die Täter geschützt haben. Wenn der Papst ernst genommen wird, gibt es in Deutschland noch viel zu tun.

4.2.2015 Offener Brief eines Missbrauchsopfers bei den Regensburger Domspatzen an Bischof Vorderholzer

3.2.2015 Der des Missbrauchs beschuldigte Priester aus Erftstadt erhält die Unterstützung seiner Gemeinde. Gemeindemitglieder sprechen von Vorverurteilung, zweifeln die Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Opfers an und unterstellen, dem Opfer ginge es um Geld. Der Pfarrer räumt die länger dauernden Vorfälle ein, widerspricht jedoch einem sexuellen Motiv.
Quelle: ksta.de

3.2.2015 “Der Vatikan hat am Völkermord in Ruanda beteiligte Geistliche nach Darstellung eines ehemaligen UN-Richters vor der Strafverfolgung zu schützen versucht. Neben hochrangigen Politikern und Militärs hätten sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda auch katholische Priester verantworten müssen, “die schwer in den Genozid verwickelt waren”, sagte der Jurist Wolfgang Schomburg dem “Badischen Tagblatt” (Dienstag). “Leider hat der Vatikan sie noch lange hinterher gedeckt.”

Quelle: kathpress.co.at

2.2.2015 Im Erzbistum Köln wird einem Pfarrer grenzverletzendes Verhalten vorgeworfen.
Quelle: n-tv.de

1.2.2015 Interview mit Matthias Katsch

1.2.2015 Interview mit Gerd Schneider über seinen Film “Verfehlung”
Quelle: www.zeit.de

31.1.2015 Im Bistum Essen wurden am 23.1.2015 56 Priester als Missbrauchstäter benannt. Am 12.10. 2014 waren es noch 88 Täter, darunter 35 Bistumspriester und 19 Ordensangehörige. Die Zahl der Priester-Täter hat sich in 3 Monaten also um 21 erhöht. Die Zahl der MissbrauchstäterInnen unter Ordensleuten hat sich um 9 TäterInnen auf 28 erhöht.
Die im Oktober benannten 159 “Hinweise” von Opfern erhöhten sich um 14 auf 173. In der Presse wurde m.W. von keinem einzigen “Fall” berichtet.

30.1.2015 Im Bistum Münster sind inzwischen 100 TäterInnen und 122 Opfer  bekannt. Das sind 11 Opfer mehr als am 30.9.2014 bekannt wurden. Die zuletzt benannte Täterzahl – 60 – enthielt möglicherweise keine Ordenspriester und Laienmitarbeiter. Keiner dieser neuen “Fälle” ging m.W. durch die Presse.
Quelle: kirchensite

29.1.2015 Ein zu Unrecht wegen Kindesmissbrauch Verurteilter erhält 50.000 Euro Schmerzensgeld für 683 Tage Haft
Quelle: Spiegel

29.1.2015 Die Erinnerung an die mit dem Namen Auschwitz verbundene Judenvernichtung spielt in der christlichen Theologie kaum mehr eine nennenswerte Rolle. Zu diesem nüchternen Befund kam der Wiener Theologie Jan-Heiner Tück.
Quelle: radio Vatikan

29.1.2015 Das Oberlandesgericht Linz entscheidet, ob der ehemalige Konviksdirektor des Stiftes Kremsmünster zu 12 Jahren Haft verurteilt wird. Der Oberste Gerichtshof hat den Schuldspruch bereits bestätigt. Der Täter hat Berufung dagegen eingelegt. Ihm werden sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf 24 ehemalige Schüler vorgeworfen.
Quelle: orf

29.1.2015 Auszüge aus dem Buch von Hubert Wolf: Krypta. Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte, München 2015
Quelle: Herder-Korrespondenz
Interview von Hubert Wolf mit dem Deutschlandfunk Teil I und Teil II

29.1.2015 “Wir sind Kirche” kritisiert, dass die Missbrauchsfälle die kath. Kirche bislang nicht veranlassten, nach den strukturell begünstigenden Ursachen und nach dem System an Vertuschungen zu fragen.
Quelle: Wir sind Kirche

29.1.2015 Pater Zollner, Psychologe, Theologe und Leiter des vatikanischen Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana, verteidigt den Umgang der kath. Kirche mit Opfern sexuellen Missbrauchs: “Das heißt, dass in vielen Bereichen der Kirche das Bewusstsein da ist. Und auch die Schritte getan werden, um zu systemischen Veränderungen zu kommen.” In Deutschland sei nicht bekannt, dass auch der Vorsitzende der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, die Arbeit des Kinderschutzzentrums unterstütze.
Quelle: katholisch.de

28.1.2015 Das Erzbistum Köln will sexuellen Missbrauch am Collegium Josephinum, Bad Münstereifel, wissenschaftlich aufarbeiten.

28.1.2015 Prof. Becker, Opfer des Direktors Otto K. im Erzbischöflichen Collegium Josephinum, trifft im Krankenhaus auf einen Seelsorger, der ebenfalls dort missbraucht wurde.
Quelle: berliner-zeitung.de

28.1.2015 Im Bistum Rottenburg sind 169 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester bekannt geworden. Damit hat sich die bislang bekannte Opferzahl um 39 erhöht. Auf katholisch.de war noch vor zwei Tagen von 126 Opfern die Rede. In der Presse war 2014 m.W. lediglich von einem Täter berichtet worden. Neuere Täterzahlen sind nicht bekannt.

159 Hinweise auf Missbrauch hat es in diesen Jahren gegeben. Der Zeitraum betraf die Jahre 1950 bis in die unmittelbare Gegenwart, Schwerpunkt waren laut Lota die Jahre 1960 bis 1980. Genau 88 potenzielle Täter aus dem Bereich des Bistums Essen wurden benannt, darunter 35 Priester und 19 Ordensangehörige, letztere wohl überwiegend aus dem Franz-Sales-Haus. Quelle: derwesten.de

28.1.2015 In Spanien wurden 10 Priester wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Jugendlicher angeklagt.
Quelle: Spiegel  nachrichten.at

28.1.2015 Im Bistum Speyer wurden 2014 vierzehn Priester und Kirchenmitarbeiter neu angezeigt wegen sexuellen Missbrauchs. Die Zahl der Opfer sei auf 50 angewachsen. Am 28.1.2015 war von 53 Opfern die Rede. In der Presse wurde m.W. von keinem einzigen “Fall” berichtet.
Quelle: swr.de

27.1.2015 Das Bistum Würzburg legt eine neue Missbrauchsbilanz vor: 41 Anschuldigungen bezogen sich auf 33 Priester des Bistums. Im Blick war der Ermittlungszueitraum seit 2010.
Quelle: Mainpost

27.1.2015 “Aufklärung unerwünscht” titelt rp-online.

27.1.2015 Im Bistum Paderborn hat sich die Zahl der bekannt gewordenen Priester-Täter mindestens um 10 erhöht auf nunmehr mindestens 47. Die Zahl der bislang bekannten Opfer stieg von 84 auf 95.
Quelle: wdr

27.1.2015 Es sind 81% der Deutschen, die die Geschichte der Judenverfolgung “hinter sich lassen” möchten und sich gegenwärtigen Problemen widmen möchten. Das ermittelte die Bertelsmann-Stiftung. 58% der Befragten wollen einen Schlussstrich ziehen. Unter den 40-49-Jährigen gilt dies für jeden Zweiten. Bei den über 60-Jährigen stimmen 61 % zu. In Israel hingegen wollen nur 22% mit der Vergangenheit abschließen – vielleicht können sie es auch nicht: als unmittelbar Betroffene, als Nachfahren der Ermordeten oder Überlebenden.
Quelle: taz.de.
Kommentar: Es wird vermutlich keine freie und wirkliche Zukunft geben für diejenigen, die sich nicht erinnern wollen. Dies gilt für jene, die die Shoa vergessen machen wollen. Es gilt auch für diejenigen, die das anhaltende Leid von Missbrauchsopfern hinter Aktionismus, Hochglanzpapieren und (sinnvollen und wichtigen!) Präventionsprojekten vergessen machen wollen. Ich glaube, es braucht Menschen, die dem schrecklichen und oft nicht wieder gut zu machenden Unrecht, das Menschen zugefügt wurde, ins Auge blicken, umkehren zu den Opfern und ehrlichen Herzens an der Seite der Opfer bleiben. Nebenbei: Christen sind Menschen, die sich erinnern – an das Leid des Jesus von Nazareth, eines Juden – und all das Leid, das Menschen zugefügt wurde und wird.  

26.1.2015 Der Regensburger Bischof Voderholzer bat die Opfer um Vergebung.
Quelle: tv-aktuell
Vergebung dürfte für viele Opfer schwierig sein, denn in der Regel bereuen die Täter nicht. Und auch diejenigen, die über Jahre hinweg Täter schützten, übernehmen keine Verantwortung für das Im-Stich-Lassen der Opfer. Nach wie vor sind sie Personalchef, Generalvikar und/oder Bischof. Dabei kennt die katholische Kirche den Begriff der “tätigen Reue”, die zu jeder Buße dazugehört. Bitte um Vergebung macht erst Sinn, wenn tätige Reue zu erkennen ist. Die sehe ich in der Regel nicht. 

26.1.2015 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, hat eine ernüchternde, teils niederschmetternde Bilanz der letzten 5 Jahre gezogen: Es fehlt an finanziell abgesicherten Beratungsstellen, es mangelt an Therapieplätzen und noch immer sind Tausende Kinder ohne Schutz und noch “immer liegen nahezu alle Täter-Netzwerke in den betroffenen Kirchen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen im Verborgenen. Eine zentrale Aufklärungsstelle gibt es bisher nicht, der Auftrag und das Mandat für eine solch schwierig zu bewerkstelligende Aufgabe sind unklar oder nach wie vor noch nicht vergeben. Und viele Menschen, die als Kinder Opfer sexueller Gewalt von Priestern geworden sind, berichten darüber, dass ihre Fälle dem Vatikan zwar bekannt seien und dort bearbeitet werden sollten, sie aber keine Rückmeldungen auf ihre Fragen bekommen.” So hat Matthias Katsch seit 24 Jahren keine Antwort erhalten. Am Freitag bringen die Regierungsfraktionen einen Antrag im Bundestag ein – eine geplante “Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch” soll mit einem umfangreichen Mandat und genügend finanziellen Mitteln ausgestattet werden.
Quelle: rponline
Im Wortlaut:
P. Mertes SJ: „Der größte Gewinn von 2010 ist, dass kirchlich und auch gesellschaftlich Sprachlosigkeit bei Opfern, Mitwissern und auch bei Tätern aufgebrochen wurde. Das ist zugleich die Voraussetzung für Aufklärung und Prävention. Mein Grundsatz dazu lautet: „Schulen und andere pädagogische Institutionen müssen auf die Gewalt reagieren, die sichtbar ist, um sehend zu werden für die Gewalt, die unsichtbar ist.“
Katsch: „Das Bewusstsein in der Gesellschaft hat sich durch die breite Debatte der letzten Jahre gewandelt. Missbrauch ist Gewalt. Er ist eine Beziehungstat, in deren Mittelpunkt nicht die Sexualität, sondern die Macht gegenüber dem Kind steht. Dieses Machtgefälle setzt sich heute fort, wenn Bischöfe sich beharrlich weigern, mit Betroffenen auf Augenhöhe über ihre Forderungen zu sprechen. So sehr wir alle präventiven und sonstigen in die Zukunft gerichteten Maßnahmen für die Kinder von heute begrüßen, so energisch muss ich an diesem fünften „Jahrestag“ darauf hinweisen, dass die an uns begangenen Taten bislang weder systematisch noch unabhängig aufarbeitet worden sind, so wie wir bisher keine angemessene Entschädigung erhalten.“ Katsch berichtet auch, dass keines der Opfer aus katholischen Institutionen von einem deutschen Bischof angehört worden sei.
mehr: sueddeutsche.de und spiegel und spiegel

24.1.2015 Der Ex-Pfarrer von Lebach hat seine Klage zurückgezogen. Er hatte mit der Klage erreichen wollen, dass die von ihm genommenen und gespeicherten Daten, Fotos und Fingerabdrücke gelöscht werden. Sie waren erhoben worden, weil dem Pfarrer versuchter sexueller Missbrauch an einem 15-Jährigen vorgeworfen wurde. Das Verfahren war gegen Zahlung von 6000 € eingestellt worden.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

23.1.2015 Im Bistum Essen hat sich seit Oktober 2014 die Zahl der kirchlichen Missbrauchstäter und ihrer Opfer erhöht: Bislang war von 159 Opfern die Rede, nun wird von 173 Opfern ausgegangen. Auf drei der Opfer ging das Bistum von sich aus zu, um einen Antrag zu stellen. Die nun veröffentlichten Zahlen kirchlicher TäterInnen – Diözesanpriester, Ordenspriester, Ordensschwestern – sind nur bedingt mit den im Oktober 2014 genannten Zahlen vergleichbar, weil unklar ist, ob Ordenspriester bereits in der Priesterzahl enthalten sind oder nicht. Es ist von mindestens 14 (bis maximal 30) innerhalb von 3 Monaten neu bekannt gewordenen Tätern und Täterinnen auszugehen.
Quelle: Bistum Essen

22.1.2015 Heute begann der Prozess gegen Pater G. aus dem Kloster Ettal. Der Angeklagte bezeichnete alle Vorwürfe als unzutreffend. Daher müssen seine Opfer – zur Tatzeit Kinder unter 14 Jahren und Jugendliche unter 16 Jahren – vor Gericht noch einmal detailliert aussagen.
Quelle: Spiegel und Süddeutsche

22.1.2015 Ein 4. Opfer bei den Regensburger Domspatzen hatte sich im März 2010 an das Bistum gewandt – eine Antwort gab es nicht.

Quelle: regensburg-digital

22.1.2015 Robert Köhler, Vorsitzender des Vereins der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer, zieht eine überwiegend positive Bilanz der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Kloster Ettal. Dort ist es offensichtlich gelungen, dass der Orden die Missstände anerkannte und Verantwortung dafür übernahm.
Quelle: katholisch.de

21.1.2015 Im November 2015 wurde bei der Glaubenskongregation eine Stelle eingerichtet, die die Untersuchung von Missbrauchsfällen und anderen delicta graviora beschleunigen soll. Das Gremium soll Einsprüche von Priestern gegen Entscheidungen der Kongregation bearbeiten.
Nun wurden die Mitglieder des Kollegiums benannt: Charles J. Scicluna, Weihbischof in Malta – er war von ca 2001 bis 2012 Justizpromotor an der Glaubenskongregation und mit “delicta graviora” befasst. Weitere Mitglieder sind: Kardinal Zenon Grocholewski, Präfekt der Bildungskongregation, Kardinal Attilio Nicora, der emeritierte Präsident der APSA, Kardinal Francesco Coccopalmerio, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, Kardinal Giuseppe Versaldi, der Präsident der Wirtschaftspräfektur, die argentinischen Bischöfe José Luis Mollaghan und Juan Ignacio Arrieta Ochoa de Chinchetru. Als zusätzliche Mitglieder wurden Kardinal Julian Herranz und Bischof Giorgio Corbellini ernannt.
Quelle: Radio Vatican

21.1.2015 Der Prozess gegen das Kloster Mehrerau von Egbert Schmoll, überarbeitet

20.1.2015 Bericht über die Kritik von Missbrauchsopfern an der Aufklärung der Missbrauchsfälle im Bistum Trier (ab Minute 19.51)
Quelle: swr

20.1.2015 Klaus Mertes, SJ, weist darauf hin, dass es bis in die Führungsspitze der Kirche hinein „immer noch Kräfte, die aus der Verteidigungshaltung nicht herauskommen“, gebe. Grund dafür sei vor allem der fehlende Kontakt zu Opfern sexuellen Missbrauchs.
Quelle: FR

20.1.2015 Die Bistümer Mainz und Speyer berichteten dem Morgenweb neue Opferzahlen. Im Bistum Mainz erhöhte sich die Opferzahl um 2 auf nunmehr 42 anerkannte Opfer. Das Bistum Speyer spricht von 52 Opfern und damit von 13 Opfern mehr als bislang bekannt. Täterzahlen wurden nicht genannt.
Quelle: morgenweb

20.1.2015 “Hier muss die Kirche genau hinhören, was die Betroffenen wollen. Das kann nicht nur in der Zahlung einer Geldsumme bestehen,” sondern “in einer ehrlichen Anerkennung des Leides. Manche Opfer wünschen sich das noch stärker.” Diese Empfehlung gibt der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing der katholischen Kirche mit Blick auf die Opfer sexuellen Missbrauchs.
Quelle: Radio Vatikan und Morgenweb
Kommentar: Damit spricht Dreßing aus, was ich von vielen kirchlichen Opfern höre: Ihnen fehlt die “ehrliche Anerkennung”.

19.1.2015 In einem Offenen Brief wendet sich das Missbrauchsopfer aus dem Bistum Regensburg, dessen Fall neu aufgerollt werden soll, an das Bistum. Er widerspricht dem Bistum, dass neue Fakten die Wiederaufnahme des Verfahrens begründeten – die Fakten seien dem Bistum längst bekannt. Außerdem warnt dieses Opfer andere Opfer, sich an das Bistum zu wenden.
Quelle: regensburg-digital

19.1.2015 Das Erzbistum Berlin veröffentlicht zum dritten Mal einen Zwischenbericht zu den Missbrauchsfällen im Erzbistum und Orden, soweit sie im Dienste des Erzbistums standen. Die Zahl der Täter hat sich im letzten Jahr um drei – auf 31 – erhöht. Drei weitere Opfer haben Anträge auf Leistungen in Anerkennung ihres Leids gestellt.
Quelle: Erzbistum Berlin

18.1.2015 Hans Zollner, SJ, vatikanische Kinderschutzkommission, hält das Zölibatsgebot als solches nicht für einen spezifischen Auslöser für Missbrauch in der kath. Kirche. Auch die Vertuschung der Verbrechen geschehe nicht nur in der kath. Kirche, sondern z.B. auch in Schulen oder bei der BBC.
Quelle. http://www.eslarn-net.de

16.1.2015 Der Prozess gegen den letzten verdächtigten Pater G. vom Kloster Ettal beginnt am kommenden Donnerstag. Es dürfte der letzte der insgesamt 3 Prozesse sein. Die beiden anderen Prozesse endeten mit Bewährungsstrafen. Verdächtigt wurden 15 Patres und 3 weltliche Erzieher, die zwischen 1960 und 1990 Schüler körperlich oder sexuell missbraucht haben sollen. Der Sonderermittler Pfister sprach 2011 von wahrscheinlich mehreren hundert Opfern.
Pater G. ist wohl der letzte, der sich verantworten muss. Viele andere Beschuldigte sind tot oder ihre Taten verjährt. Die Vorwürfe gegen G. sind seit 2005 (!) bekannt. Der Geistliche soll sich an insgesamt vier seiner Schüler vergangen haben. Die Opfer waren zu den mutmaßlichen Tatzeitpunkten noch keine 16 Jahre alt. Ettaler Missbrauchsopfer hingegen sprechen von 20 Opfern dieses Mannes.
Quelle: merkur-online.de

16.1.2015 Der in Krefeld wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht stehende Pfarrer K. aus dem Bistum Aachen wollte heute dann doch nicht aussagen. Beide Opfer wurden inzwischen vor Gericht vernommen, eines der Opfer zweimal.
Quelle: Aachener Zeitung

16.1.2015 Der Bistumssprecher des Bistums Regensburg, Clemens Neck, begründete, warum das Bistum den Fall des in der ARD-Dokumentation über Regensburger Domspatzen erneut prüfen wolle damit, dass in der Sendung Aussagen zu Straftaten gemacht wurden, die bislang nicht in den Akten stehen. Die Schwester des Betroffenen sagt:  „Es ist jetzt acht Jahre her, seit sich mein Bruder an das Bistum gewandt hat. Seitdem ist dort alles ganz genau bekannt und dokumentiert.“
Quelle: regensburg-digital

15.1.2015 Das Bistum Regensburg rollt nun doch den Fall eines Missbrauchsopfers wieder auf, das in der ARD-Dokumentation “Sünden an den Sängerknaben” von seiner Ablehnung des Antrags durch das Bistum Regensburg berichtet hatte. Ein ehemaliges MItglied der Domspatzen und Opfer rät Opfern ab, sich an das Bistum Regensburg zu wenden.
Quelle: nordbayern.de

15.1.2015 Die mit der wissenschaftlichen Erforschung des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und sonstige MitarbeiterInnen der kath. Kirche betrauten Forscher führen derzeit Interviews mit Opfern und Tätern. 46 Opfer und 6 Täter wurden bislang befragt. Zum Forschungsauftrag gehört nicht, als mögliche Ursache auch den Pflichtzölibat zu untersuchen – individuelles “Fehlverhalten” soll erforscht werden. Zwar heißt es, dass der wichtigste Wert der Studie “in den aus den Erkenntnissen gezogenen Konsequenzen liegen” werde. Vermutlich sind damit nicht die Konsequenzen gemeint, die Kirchenverantwortliche, die Täter schützten und Verbrechen vertuschten, von kirchlichem oder staatlichen Recht zu erwarten haben.
Statistische Erkenntnisse über die relative Häufigkeit von sexuellem Missbrauch durch Geistliche sind ebenfalls nicht zu erwarten – dafür sind die Fallzahlen zu gering und es fehlen Vergleichszahlen von anderen besonders gefährdeten Berufsgruppen (Lehrer, Mediziner, Jugendbetreuer).1
 Quelle: rp-online.de und tagesspiegel.de und kath.ch und katholisch.de
1 An anderer Stelle heißt es: “Schließlich gebe es bereits Untersuchungen, wonach das Ausmaß an Kindesmissbrauch unter katholischen Priestern nicht größer sei als unter evangelischen Geistlichen oder Trainern.” Diese Aussage wird immer wieder getätigt, einen Beleg dafür habe ich bislang nicht gefunden. Auch über den Prozentsatz der Männer (und Frauen), die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen verüben, gibt es bislang keine Untersuchungen.
Die John-Jay-Studie spricht 2011 von 4,3 % Tätern unter den Priestern in den USA. 2009 nannte Kardinal Hummes 4 % Täter. Papst Franziskus halbierte diese Zahl am 13.7. 2014 auf 2 % Täter – das hätten ihm seine vatikanischen Mitarbeiter gesagt. Richard Sipe spricht von 6-9% Tätern.

15.1.2015 Die katholiche Kirche hat 1500 Anträge von Missbrauchsopfern kirchlicher Täter bearbeitet. Ca 95 % der Anträge wurde stattgegeben.
Quelle: rp-online.de

15.1.2015 Interview mit Bischof Dr. Ackermann über die Missbrauchsdebatte und ihre Konsequenzen für die Kirche.

Quelle: katholisch.de
Interview mit einem Betroffenen.

14.1.2015 Im Bistum Lausanne, Genf, Freiburg (Schweiz) lässt der Bischof sexuelle Übergriffe und Misshandlungen im ehemaligen Waisenhaus und Pensionat Marini im Broyebezirk von zwei externen Experten untersuchen. Die Untersuchungen gelten für die Zeit zwischen 1930 und 1950.
Quelle: srf.ch

14.1.2015 In Nitra, Slowakei, wurde ein kath. Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs eines 11jährigen Mädchens zu einer bedingten dreijährigen Haftstrafe und einer Sexualtherapie verurteilt. Das milde Urteil rief Empörung hervor. Ein kirchenrechtliches Verfahren steht noch aus.
Quelle: heute.at

13.1.2015 Der in Krefeld vor Gericht stehende kath. Pfarrer Georg K., dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, will nun doch vor Gericht aussagen. Georg K. spricht – fälschlicherweise – davon, dass er in Südafrika freigesprochen wurde. Tatsache ist, dass das Verfahren vorerst eingestellt wurde und er nach Deutschland überstellt wurde, weil hier eine höhere Strafe zu erwarten ist.
Quellen: rponline und express

13.1.2015 Zwischen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal und den Heimopfern, die sich im Februar treffen wollten, kommt es immer wieder zu Irritationen. “Doch auch abseits der aktuellen Aufregung verläuft der Aufarbeitungsprozess nicht reibungslos. Denn es gibt auf beiden Seiten Kräfte, die die Erinnerung an die Ereignisse am liebsten ruhen lassen möchten.”
Quelle: Stuttgarter Zeitung und tagblatt.de

13.1.2015 Fünf Jahre nach dem sog. “Krisenjahr der kath. Kirche” zieht Bischof Ackermann eine vorläufige Bilanz: Die Missbrauchsdebatte habe zu einem Reinigungsprozess der Kirche geführt, dieser Prozess sei aber noch lange nicht zu Ende. Nun gelte es, nach vorne zu schauen und sich den Themen “Missbrauch und Mobbing im Internet” zu widmen. Auch Klaus Mertes zog “vorsichtig eine optimistische Bilanz”.
Quelle: radio vatikan und Domradio
Ob die Missbrauchsopfer von Priestern und Ordensleuten diese Sicht teilen, ist den Artikeln nicht zu entnehmen. Sie müssten es vermutlich am besten wissen.

10.1.2015 Der Anwalt des Bistums Regensburg nimmt auf regensburg-digital Stellung zu dem Fernsehbeitrag der ARD über drei ehemalige Domspatzen und ihre Erfahrungen dort und über die Erfahrungen, die sie mit dem Bistum Regensburg machten. Das Bistum Regensburg berichtet von Donausegnung, den Sternsingern, einer “trau-dich”-Aktion von Paaren… Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der drei ehemaligen Regensburger Domspatzen finde ich nicht.

9.1.2015 Der Priester aus dem Bistum Aachen, dem sexueller Missbrauch in Deutschland (und Südafrika) vorgeworfen wird, verweigert die Aussage. Deshalb müssen seine Opfer nun vor Gericht aussagen. Die Kirche wusste seit 2003 von den Vorwürfen. schickte den Pfarrer 2007 dennoch nach Südafrika.
Quelle: express.de

8.1.2015 Kardinal Burke beklagt die Verweiblichung der kath. Kirche, Männer seien durch die Frauen “marginalisiert” worden. Erkennbar sei dies daran, dass weibliche Messdiener zugelassen wurden. Weil Jungen nicht tun wollten, was Mädchen tun, seien die Priesterberufungen zurückgegangen. Die Feminisierung der Kirche habe auch dazu geführt, dass Priester Kinder missbraucht hätten – die Priester seien feminisiert worden und verwirrt über ihre eigene sexuelle Identität.
Quellen: welt.de und religionnews.com
Kommentar: Es ist ein beliebtes Spiel, Sündenböcke zu suchen. Das hat in der Theologie (und nicht nur dort) eine sehr lange Tradition.

8.1.2015 ARD/SWR – Mediathek: Doku zu den Regensburger Domspatzen und der “Aufklärung” der kath. Kirche im Bistum Regensburg

8.1.2015 Inzwischen gibt es viele Hinweise, dass sozial und emotional belastende Situationen – wie ein Trauma sie darstellt – auf Dauer den Organismus angreifen und die Immunabwehr schwächen. Dadurch können im Körper chronische Entzündungsvorgänge aktiviert werden. Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass viele Krankheiten – u.a. Diabetes, Gefäßverkalkung, Demenz – durch chronische Entzündungsprozesse entstehen.
Quelle: Süddeutsche

8.1.2015 Ein inzwischen pensionierter Priester aus dem Bistum Trier klagt gegen die Polizei. Er fordert die Löschung seiner Fotos und Fingerabdrücke. Gegen ihn war wegen versuchten Missbrauchs eines Jungen ermittelt worden. Gegen Zahlung von 6000 Euro wurde das Verfahren eingestellt. Der Seelsorger soll dem Minderjährigen Geld für Sex angeboten haben. Der Junge hat – nach Angaben der Ermittler – das Geld angenommen, die vereinbarten sexuellen Handlungen jedoch fanden nicht statt. Der Priester bestritt die Vorwürfe.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

7.1.2015 Heute Abend, 23.30 Uhr, gibt es in der ARD eine Doku zu den Regensburger Domspatzen

4.1.2015 Einladung zur Buchvorstellung “Der Pfarrer und die Detektive”, von Johannes Heibel. Viersen, 20.1.2015, 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr), Mehrgenerationenhaus der Caritas (Bistro), Heierstraße 17

1.1.2015 Hinweis: Am Mittwoch, 7. Januar, 23.30 Uhr sendet die ARD einen Film über die Erfahrungen von ehemaligen Regensburger Domspatzen mit vielfältiger Gewalt und mit der Aufklärung durch die Kirche.
Quelle: mittelbayerische.de

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