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 Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2018 

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14.12.2018 Prälat Henryk Jankowski, eine Ikone der Solidarność-Bewegung in Polen und Beichtvater des Arbeiterführers Lech Wales, soll Kinder missbraucht und vergewaltigt haben. Im Umkreis der Danziger Kirchen, an denen der Geistliche tätig war, soll sein Treiben ein offenes Geheimnis gewesen sein. Niemand habe sich aber getraut, laut darüber zu sprechen. Das erste Opfer, das 2004 Anzeige erstattete, wurde als unglaubwürdig eingestuft.

Die polnische Zeitung "Wyborcza" schreibt, dass er sich in seinem Pfarrhaus eine Art Harem mit Jungen im Teenager-Alter hielt. Der damals zuständige Erzbischof Tadeusz Goclowski habe ihn gerügt: "Ein ernsthaftes Problem, das mich bereits seit einigen Jahren beunruhigt, ist dein Verhältnis zu jungen Männern." 2004 wurde er suspendiert. In Deutschland wurden 2010 erste Vorwürfe bekannt. Jankowski starb 2010.

Quellen: mdrSpiegel 26.3.2010


14.12.2018 Kardinal Vincent Nichols, Erzbischof von Westminster, wird Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch katholische Kleriker vorgeworfen. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen, zugleich jedoch Fehler eingeräumt. Die Vorwürfe beziehen sich auf seine Zeit als Erzbischof von Birmingham, 2000 - 2009. Er wollte Zivilklagen gegen die Kirche vermeiden.

Kardinal Nichols berichtete auch, dass ein Generalvikar seiner früheren Erzdiözese versucht hat, zwei priesterlichen Missbrauchstäter zur Flucht in die USA zu verhelfen. Der frühere Bischof Leonard P.James Robinson habe einem der Beschuldigten zudem ein gutes Führungszeugnis ausgestellt, obwohl Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch in Großbritannien vorlagen.

Quellen: Domradio  telegraph.co.uk  catholic.herald


14.12.2018 Der Hildesheimer Bischof Wilmer sagt, der Missbrauch von Macht stecke in der DNA der Kirche. Bisher fehle es an jeglicher Idee, welche Konsequenzen das für die Theologie haben müsse. In Zukunft müsse über die sündige Kirche neben der heiligen Kirche gesprochen werden. Um das Böse einzudämmen, brauche es wirksame Kontrolle von Macht, also Gewaltenteilung. Wilmer wies auf Eugen Drewermann als Propheten hin ("Kleriker") und nannte auch Klaus Mertes einen Propheten unserer Zeit. Gegen Kardinal Müller warnt er vor Geschichtsvergessenheit. Bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gehe es in erster Linie um Wahrheit und Gerechtigkeit, nicht um die Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit der Kirche, die sei "bestenfalls ein Kollateralnutzen".

Quelle: katholisch.de


13.12.2018 Am 12.12. haben Frauen - aufgerufen von der kfd - vor Kirchen protestiert. Mit der Aktion #MachtLichtAn wollten sie öffentlich zeigen, was viele Frauen in der Kirche bewegt: "Solidarische Klage mit den Opfern, persönliche Betroffenheit und eigene Ohnmacht." In Deutschland gab es mehr als 160 solcher "Klage-Andachten" vor Kirchen.

Quelle: Domradio  bistumlimburg.de  kirche-und-leben.de


13.12.2018 Der frühere Vatikansprecher Federico Lombardi hat zur vorbehaltlosen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals aufgerufen. Wenn die katholische Kirche die Frage nicht grundlegend angehe, werde sie "von einer Krise in die nächste" geraten, schrieb er in der Zeitschrift La Civilta Cattolica. Es sei unrealistisch, Missbrauch als Problem des Westens oder der angelsächsischen Welt anzusehen. Unter den Kirchenoberen herrsche zum Teil eine unglaubliche Naivität.

Quelle: Domradio


13.12.2018 Nach Angaben der italienischen Webseite Vatican Insider wurde Pell am Dienstag in fünf Anklagepunkten für schuldig erklärt. Viermal handele es sich um "obszöne Handlungen in der Öffentlichkeit", einmal um "Gewalt" gegen einen Minderjährigen in den 1990er Jahren. Der Vorwurf lautet, er habe 1996 als Erzbischof in der Sakristei der Kathedrale von Melbourne zwei Chorknaben zu Oralsex gezwungen. Das Strafmaß soll am 4. Februar verkündet werden. Danach kann Pell Berufung einlegen. Da das australische Gericht eine Nachrichtensperre verhängt hat, werden keine Einzelheiten bekannt. 


13.12.2018 Die katholische Kirche in Spanien hat priesterliche Missbrauchstäter ins Ausland geschickt, vor allem nach Chile, Ecuador, Peru, Bolivien, Venezuela, Honduras, USA, Benin und Kenia. El Pais hat die Fälle von 18 Priestern untersucht, die aus Spanien kamen und im Ausland des Missbrauchs Minderjähriger überführt wurden. Einige der spanischstämmigen Geistlichen war bereits in Spanien angezeigt worden. Ein Geistlicher war sieben Mal in verschiedenen Schulen im Baskenland, in Aragon und in Madrid angezeigt worden, ging dann nach Chile, wurde dort 2009 verhaftet und 2011 verurteilt. Aufgedeckt wurde auch mindestens ein Fall, in welchem der Priester durch seine Kirche, mittels Versendung ins Ausland, vor einer Haftstrafe bewahrt wurde.



Quelle: br.de


13.12.2018 Das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung soll ab März 2019 dauerhaft eingerichtet werden. Bislang ist es noch befristet.

Quelle: Deutschlandfunk


12.12.2018 Kardinal Pell soll von einer australischen Jury aufgrund von fünf Anklagen wegen Kindesmissbrauch in der Kathedrale von Melbourne, die Jahrzehnte zurückreichen, einstimmig für schuldig befunden worden sein. Die Verurteilung werde Anfang Februar 2019 erwartet. Die Art der Anschuldigung ist nicht bekannt, weil der Vorsitzende Richter eine Nachrichtensperre erlassen hat. Eine Bestätigung der australischen Justiz steht  aus.

Ein zweiter Prozess gegen Pell wegen Missbrauchsvorwürfen in Ballarat wurde noch nicht eröffnet. Auf die Journalistenfrage, ob Kardinal Pell Präfekt des Sekretariats für Wirtschaft bleiben könne, antwortete der Direktor des Pressebüros des Heiligen Stuhls, Greg Burke: "Das ist eine gute Frage".

Quelle: americamagazine.org  cruxnow.com  cruxnow.com


12.12.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert einheitliche Standards in den deutschen Bistümern bei der Aufarbeitung. Er erwartet, dass  im ersten Quartal 2019 klar wird, wann Einvernehmen unter den Bistümern erreicht wird. Unklar sei noch immer, wer bei bereits verjährten Taten Zugang zu den Akten und Archiven bekomme. Auch das Recht auf Akteneinsicht der Betroffenen sei noch unklar.

Quelle: Domradio


12.12.2018 Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt in zwei Missbrauchsfällen gegen Priester des Bistums Hildesheim. Das Bistum selbst hat Unterlagen zu sechs noch lebenden beschuldigten Priestern an die Staatsanwaltschaft übergeben. Ein erstes Vorermittlungsverfahren gegen einen Geistlichen sei mangels Anfangsverdacht eingestellt worden, hieß es weiter. Drei weitere Fälle seien bereits verjährt.

Quelle: NDR  domradio.de


12.12.2018 Der Papst hat die Kardinäle George Pell, Monsengwo Pasinya und Errazuriz Ossa von der Arbeit im K-9-Rat entpflichtet. Er entsprach damit bereits im Oktober dem Gesuch der Kardinäle um Entpflichtung aus Altersgründen.

Pell wird Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen und Missbrauch vorgeworfen, Errazuriz wird Vertuschung und Meineid und Falschaussage vorgeworfen.

Quelle: katholisch.de  Spiegel


11.12.2018 Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, hat einen 50 Jahre alten Priester, der zuletzt als Leitender Pfarrer in der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer in Bedburg-Hau eingesetzt war, am 10. Dezember, mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst freigestellt. Begründet wurde die Suspendierung nicht.

Quelle: rp-online.de

Kommentar: Über die Gründe der Suspendierung kann nur spekuliert werden - da wäre Transparenz sinnvoll, um Spekulationen zu vermeiden. Immerhin wurden nicht die bislang üblich benannten "gesundheitlichen Gründe" angeführt, die ein gravierendes Fehlverhalten verdecken sollten.

Nachtrag: Es gehe um beleidigende Äußerungen, nicht um sexuellen Missbrauch Minderjähriger.


11.12.2018 Nach einer Veranstaltung in der Kirchengemeinde Rhede über sexuellen Missbrauch durch den Geistlichen Heinz P. meldeten sich sieben Betroffene. Der Westfälische Anzeiger berichtete, dass sich ihm vier Opfer anvertrauten. Vor der Informationsveranstaltung wusste das Bistum nur von vier Betroffenen. 

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Es ist nicht selten so, dass Täter mehrere Opfer haben. Ist der Name eines Täters bereits bekannt, trauen sich auch Opfer, sich zu erkennen zu geben, weil sie die Hoffnung haben, dass ihnen geglaubt wird. Solange sie davon ausgehen müssen, dass sie die einzigen Opfer sind, rechnen sie damit - und müssen es aller Erfahrung nach auch -, dass ihnen nicht geglaubt wird. Wenn die Namen von glaubwürdig Beschuldigten veröffentlicht würden, könnten wir ein genaueres Bild über kirchliche Missbrauchsfälle erhalten.


 11.12.2018 Nach dem zweiten glaubhaften und plausiblen Missbrauchsvorwurf gegen den Hildesheimer Altbischof Heinrich Maria Janssen will das Bistum Hildesheim ein externes Institut an der Aufklärung beteiligen. Kriminologen, Historiker und andere Experten sollten den Vorwurf prüfen. Das mutmaßliche Opfer war von seinem Heimleiter zum Bischof gebracht worden. Auch der Heimleiter, ein Priester, und ein Kaplan sollen den Mann missbraucht haben. Daher will Bischof Wilmer auch die damaligen Hildesheimer Kinder- und Waisenhäuser, den Johannishof und den Bernwardshof, komplett überprüfen.

Quelle: katholisch.de


10.12.2018 Der kongolesische Arzt Denis Mukwege (63) und die irakische Jesidin und Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad (25) haben den Friedensnobelpreis 2018 erhalten. Sie wurden für ihren außergewöhnlichen Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen und bewaffneten Konflikten geehrt.

Quelle: domradio.de

 


7.12.2018 Robert Zollisch, ehemaliger Erzbischof von Freiburg, gibt ein bislang unveröffentlichtes Interview, in dem zugesteht, die Pflicht gehabt zu haben, kirchliche Missbrauchstäter anzuzeigen. Er sagte: "Ich musste dann schauen, wie wir damit umgehen, und ich trug die Verantwortung als Personalreferent und als Erzbischof für die personellen Konsequenzen... Ich stand zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite waren die Menschen, die von Missbrauch betroffen worden waren, und die jungen Menschen, die nicht in der Lage waren, sich öffentlich dazu zu äußern, die auch nicht die Kraft hatten, vor Gericht dazu aufzutreten und insofern eben als Zeugen öffentlich nicht infrage kamen. Auf der anderen Seite war die Kirche, in die ich eingebunden war, die sich mit den Missbrauchsfällen ungeheuer schwertat und die natürlich dann spürte, ja da kommt etwas auf uns zu, und die damals nicht in der Lage war, es als das zu benennen, was es war, nämlich ein Verbrechen." Zollitsch sagt auch: "Wir waren alle beteiligt."

Christ&Welt hat den Film gesehen, den in Gänze keiner kennt. Fabian Klask und Raoul Löbbert kommentieren die Interviewaussagen von Zollisch. Sie bemängeln, dass Zollitsch nie konkret wird und sich an besonders heiklen Stellen ins "Wir" flüchtet. Wer dieses "Wir" genau ist, sagt Zolllitsch nicht.  Nach diesem Satz "Wir waren alle beteiligt "wird kein Bischof mehr behaupten können, er selbst habe sich nichts vorzuwerfen. Klerikalismus, lautet Zollitschs Botschaft, das sind nicht die anderen. Das sind alle zusammen und jeder einzeln.

Quellen: zeit.de


7.12.2018 Zwei Jesuitenprovinzen in den USA haben die Namen von 153 glaubwürdig des Missbrauchs beschuldigten Jesuiten veröffentlicht.

Quelle: jesuitscentralsouthern.org


7.12.2018 Nach Angaben des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst und des Weihbischofs hat das Bistum aus Opferschutzgründen in einer ganzen Reihe von Missbrauchsfällen keine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Diese Fälle datieren von 2002, dem Zeitpunkt Einrichtung der Kommission sexueller Missbrauch (KsM), bis zum 29.11.2018 und sind "grundsätzlich nicht verjährt". Daher haben Strafrechtsprofessoren ihre Strafanzeige vom 26.10.2018 ergänzt.

Quelle: weltanschauungsrecht.de


7.12.2018 Die Strafrechtler, die im Gefolge der MHG-Studie Strafanzeige bei allen Staatsanwaltschaften, die für die 27 Bistümer zuständig sind, gestellt haben, stellen fest: "Es überrascht, wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen. Das hat seinen Grund möglicherweise in einer vielfach herrschenden intuitiven Vorstellung von der sakrosankten Eigenständigkeit der Kirche. (...) Dabei ist die Rechtslage in Deutschland eindrutig. Es gibt für die Kirche und ihre Priester keine grundsätzlichen  Ausnahmen von der Strafverfolgung wie etwa bei der Immunität von Parlamentariern oder Diplomaten. Es gibt auch kein Recht der Kirche (etwa unter Hinweis auf das Kirchenrecht und die eigene Strafgewalt), ihre Institution von strafrechtlichen Eingriffen freizuhalten."

Laut  FAZ haben seit Ende Oktober vier Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen unbekannt aufgenommen. 20 Staatsanwaltschaften prüfen derzeit Anzeigen. Durchsuchungen oder Beschlagnahmungen hat es laut FAZ bisher nicht gegeben. Bemerkenswert sei auch die Art und Weise, in der zumindest einige Staatsanwaltschaften mit der Materie umgehen. Die Staatsanwaltschaft Münster beispielsweise traf sich laut WDR mit dem Generalvikar des Bistums, "um die weiteren Schritte zu besprechen".

Quelle: hpd.de


7.12.2018 Vier Ordensmänner der Legionäre Christi, teils in Leitungspositionen, werden beschuldigt, Ermittlungen wegen Missbrauch gezielt behindert und Betroffene zu Falschaussagen gedränt zu haben. In mindestens zwei Fällen sei auch Geld gezahlt worden. Die beschuldigten Ordensmitglieder wiesen die Vorwürfe zurück. Der ehemalige Priester, dessen Vergehen Anlass für die mutmaßliche Vertuschung gewesen sein sollen, wurde 2013 in den Laienstand versetzt und vom Orden ausgeschlossen. Gegen ihn ist in Novara, Italien, ein strafrechtliches Verfahren im Gang.

Quelle: kath.ch





Quelle: katholisch.de


7.12.2018 Der Sozialpädagoge Johannes Heibel, Siershahn, hat Anzeige gegen einen Geistlichen des Bistums Würzburg, den früheren Personalreferenten, und gegen den damaligen Generalvikar des Bistums erstattet. Die Anzeige geht von einem Verdacht der fahrlässigen Unterlassung einer Amtshandlung aus. Der Personalreferent und der Generalvikar hätten Hinweise bezüglich der pädophilen Neigungen eines jungen Priesters in einem Dreiergespräch erhalten. Die Hinweise seien von einem Bekannten des Missbrauchstäter, einem Priester, übermittelt worden: Der junge Priester habe bereits in den 1990er Jahren im österreichischen Stift Klosterneuburg einen Jungen missbraucht. Der Personalreferent und der Generalvikar haben den 2002 verurteilten jungen Priester dennoch im Bistum Würzburg eingesetzt, der kurz danach einen Schüler sexuell missbrauchte. Das Bistum verneinte, dass es über die Vorgeschichte des jungen Priesters informiert worden sei. Heibel hat bei der Glaubenskongregation auch Anzeige unter anderem gegen den Propst von Stift Klosterneuburg und Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, erhoben – wegen deren Umgang mit dem Missbrauchsfall in Österreich. - Der frühere Personalreferent wurde auch von Alexandra W. des Missbrauchs beschuldigt. Das Bistum Würzburg habe ihren Fall zu den Akten gelegt. Ein zweites mutmaßliches Opfer des früheren Personalreferenten machte als Zeuge laut Staatsanwaltschaft keine weitergehenden Angaben, so dass das Verfahren eingestellt wurde.

 Quelle: mainpost.de


7.12.2018 Das Erzbistum Los Angeles veröffentlichte eine Liste von 72 Priestern, die in der Diözese Orange, USA, wegen sexuellem Missbrauch angeklagt wurden. 2016 war noch von 14 Tätern die Rede gewesen. Insgesamt sind im Erzbistum Los Angeles 323 Priester des sexuellen Missbrauchs angeklagt worden. (Die Gesamtzahl der 2016 im Bistum incardinierten Priester betrug 575 Priester, die Anzahl der Ordenspriester betrug  540.

Quelle: nytimes.com


Quelle: domradio.de


6.12.2018 Auf der Missbrauchs-Synode soll es, so Pater Zollner, vor allem um  Verantwortungen der Kirchenleitungen und um Kirchenrecht gehen. Es soll nach strukturellen Fehler geschaut werden, die den Missbrauch so viele Jahre haben ungestraft fortdauern lassen. Zu klären sei, warum Bischöfe sich nicht an das Kirchenrecht gehalten haben und wer Bischöfe zur Rechenschaft zieht. Außerdem müsse entschieden werden, welche Straftat welches Strafmaß nach sich ziehe. Zu prüfen sei auch, ob das Kirchenrecht nicht zwischen unterschiedlich schweren Arten von Missbrauch unterscheiden müsse.

Quelle: kathpress.at


Quelle: Domradio


5.12.2018 Bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche hat das Bistum Speyer Gespräche noch in diesem Jahr mit den zuständigen Generalstaatsanwaltschaften in Zweibrücken und Saarbrücken angekündigt. Auch wenn die Täter juristisch keine Konsequenzen mehr fürchten müssten, so könne das Bistum kirchenrechtliche Schritte einleiten. Warum offensichtlich bislang keine kirchenrechtlichen Schritte unternommen wurden, erklärt das Bistum nicht.

Quelle: swr


5.12.2018 In Kleve wurde ein Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Missbrauch fand in Isselburg (Bistum Münster?) statt.

Quelle: nrz.de/


5.12.2018 Ein katholischer Priester aus den USA ist auf den Philippinen wegen des Verdachts auf Missbrauch Minderjähriger festgenommen worden. Er soll mehr als 50 Opfer haben, darunter auch Siebenjährige. Der Beschuldigte hat seit über 37 Jahren auf den Philippinen gepredigt. Er muss mit seiner Auslieferung an die USA rechnen. - 2017 hatte die philippinische Regierung den einstigen philippinischen Priester Fernando Sayasaya an die USA überstellt. Ihm war dort sexueller Missbrauch zweier Jungen in den 1990er-Jahren vorgeworfen worden. Er hatte sich fast 20 Jahre lang auf den Philippinen versteckt. - Auch andere katholische Priester von dort sind beschuldigt worden, in den USA und im südostasiatischen Inselstaat sexuelle Straftaten begangen zu haben.

Quelle: katholisch.de


4.12.2019 „Die Topleute des kirchlichen Schweigekartells saßen und sitzen auch heute noch immer in Rom!“ Das schreibt Paul Glotter: " USA: Missbrauch-Skandal - Alle Wege führen nach Rom.


4.12.2018 Das Bistum Syracuse, USA, hat eine Liste (s. auch hier) der glaubwürdig beschuldigten katholischen Priester, die Minderjährige missbrauchten, veröffentlicht. Der zuständige Bischof Robert Cunningham verknüpft mit der Veröffentlichung die Hoffnung, den direkt Betroffenen und der Glaubensgemeinschaft insgesamt "etwas Frieden und Heilung" zu bringen. Die Entscheidung zur Veröffentlichung ist in seinem Bistum umstritten. Im Bistum Syracuse werden alle Anschuldigungen dem zuständigen Bezirksstaatsanwalt gemeldet, bevor die Diözese ihren kanonischen Prozess beginnt.

Quelle: ncronline.org


4.12.2018 Klaus Mertes schreibt die nötige Stellungnahme zu den letzten Äußerungen von Papst Franziskus zu Homosexuellen im Priesteramt: "Die Behauptung, "diese Art von Zuneigung" habe keinen Platz, ist keineswegs bloß eine deskriptive Aussage, sondern ein diskriminierender Akt, ein Akt der Ausgrenzung – letztlich gegenüber allen Homosexuellen in der Kirche. Müssen homosexuelle Geistliche ebenso konsequent enthaltsam leben wie heterosexuelle Geistliche? Aber selbstverständlich! Nur: Warum muss man das eigens betonen?"

Quelle: katholisch.de


3.12.2018 Patrick berichtet von den Folgen des sexuellen Missbrauchs, den er im ehemaligen Don-Bosco-Haus der Salesianer erlitten hat. Das Erzbistum Berlin sei durchaus zuständig, weil der Missbrauch in Berlin passiertesagte der Pressesprecher des Erzbistums. Er zitiert Erzbischof Koch, der Opfern die Frage stellen wolle: "Was fehlt Euch denn noch? Was sollen wir denn tun? Was können wir denn tun?" Patrick möchte für 15 Jahre Verdienstausfall 450 000 Euro.  An den Orden der Salesianer haben sich mehr als 200 Betroffene von Missbrauch, davon 138 Betroffene sexuellen Missbrauchs, gewandt. In Berlin meldeten sich 24 Missbrauchsopfer, darunter 19 Opfer sexuellen Missbrauchs.

Quelle: deutschlandfunk.de

Nachtrag: Der Pressesprecher des Erzbistums teilt mit, dass mit der Zuständigkeit des Erzbistums gemeint gewesen sei, dass niemand, der sich an das Erzbistum wende, mit dem Hinweis auf Nicht-Zuständigkeit abgewiesen werde, denn es sei Opfern nicht zuzumuten, dass sie sich um kirchenrechtlich geregelte Zuständigkeiten kümmern müssen.


30.11.2018 Der Papst bekräftigt, dass ein Homosexueller kein Kandidat für das Priestertum oder das geweihte Leben sein könne. Er sagt: "Die Frage der Homosexualität ist eine sehr ernste, die von Anfang an bei den Kandidaten richtig eingeschätzt werden muss, wenn das der Fall ist. Wir müssen anspruchsvoll sein. In unseren Gesellschaften scheint es sogar, dass Homosexualität in Mode ist und dass die Mentalität in gewisser Weise auch das Leben der Kirche beeinflusst."

Quelle: aciprensa.com

Kommentar: Nun, Homosexualität mit einer Mode in Verbindung zu bringen, ignoriert völlig, was wir darüber wissen und auch der Papst wissen müsste. Er leistet damit der Homophobie Vorschub und der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. 


30.11.2018 In der Slowakei prüfen die Behörden die Missbrauchsvorwürfe einer Frau gegen den griechisch-katholischen Bischof Milan Chautur, Kosice, erneut. Eine frühere Entscheidung der Behörde - Zurückweisung der Anzeige - sei vorzeitig gefällt worden, erklärte die Kreisprokuratur Presov. Chautur respektiere die Entscheidung der Kreisprokuraur, teilte der Sprecher des Eparchen mit. Chautur hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Quelle: kathpress.at


30.11.2018 Frauen aus aller Welt sprechen über sexuellen Missbrauch- Ein Aufruf zur Veränderung

Quelle: voicesoffaith.org


30.11.2018 Offenbar hat der Kaplan aus Rhede, dem eine Vielzahl von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird, sich auch an Jungen in Bockum-Hövel vergangen. Ein Opfer meldete sich bei der Redaktion. Als es nach der Tat der Mutter davon erzählte, glaubte die ihrem Sohn nicht.

Quelle: wa.de


30.11.2018 Erzbischof John Wester, Erzdiözese Santa Fe, kündigte an, dass die Diözese Konkurs beantragen werde. Dort gibt es 35 - 40 Ansprüche gegen die Erzdiözese.- In Neumexiko hat der Generalstaatsanwalt einen Durchsuchungsbefhel ausgestellt. Gesucht werden Personalakten und weitere Beweise im Fall zweier angeklagter Priester.

Quelle: de.catholicnewsagency.com


30.11.2018 Kurienkardinal Filoni, Präfekt der Missionskongregation, ist der Meinung, sexueller Missbrauch sei immer ein persönliches Vergehen, nicht der Gesellschaft oder der Kirche. Er entstelle nicht die Kirche, sie bleibe, wie sie ist. Die Kirche als Institution sei nicht davon betroffen.

Quelle: kathpress.at


30.11.2018 Der Diakon, der im Erzbistum München-Freising eine 15-Jährige vergewaltigt hat, ist geständig. Öffentlich wurde der Fall durch die Staatsanwaltschaft, nicht durch das Erzbistum. Die Sprecherin des Erzbistums, Bettina Göbner, sagte, dass man strafrechtlich Relevantes sofort an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet habe, sobald sich bei Durchsicht der Aufzeichnungen ein Anfangsverdacht ergeben habe. Der Oberstaatsanwältin Anne Leiding dagegen ist nach eigenem Bekunden kein solches Verfahren bekannt. Nachdem die Bischofskonferenz alle Anstrengungen zugesichert hatte, Fälle sexuellen Missbrauchs aufzuklären, wolle man "die Bischöfe beim Wort nehmen", sagt Leiding. Meldungen seitens der Bistümer habe es nach dem Brief der Strafrechtsprofessoren bislang nicht gegeben.

Quelle: sueddeutsche.de


30.11.2018 Der Vatikan hat zwei neue Statuten der katholischen Gemeinschaft "Regnum Christi" (Legionäre Christi) anerkannt. Zur Gemeinschaft "Regnum Christi" gehören derzeit insgesamt weltweit gut 1.500 "Legionäre Christi" (Priester, Novizen und Ordensleute), rund 562 gottgeweihte Frauen und 63 gottgeweihte Männer sowie etwa 21.300 Laien. Mit den neuen Statuten soll verhindert werden, dass erneut ein System von Betrug und sexuellem Missbrauch entstehen kann, wie es der Ordensgründer Marcial Maciel Degollado (1920-2008) aufgebaut hatte.

Quelle: kathpress.at


29.11.2018 Hier berichtet ein früherer Ministrant, wie er als Nicht-Betroffener sexualisierter Gewalt durch den Priester, der andere Ministranten missbrauchte, die Zeit mit diesem Kaplan erlebt hat und was die Vorgänge in ihm als Kind, als Jugendlichem und heute als Erwachsenem gemacht haben. Es ist eines der wenigen Dokumente aus dem Umfeld eines Missbrauchstäters: "Am Ende haben viele Leute aus meinem Umfeld gesagt, sie hätten es geahnt. Ich nicht. Ich war 13, als ich Fotos von Penissen im Aktenschrank eines Priesters fand, zu dem ich als Ministrant aufschaute. Und ich wurde gerade 18, als ich das erste Mal mit meinen Eltern darüber sprach und alles rauskam. Heute, mit 26, frage ich mich noch immer, wie mein junges Ich so lange über diese Fotos schweigen konnte. Warum ich das Verhalten des Priesters gegenüber uns Jungen nicht besser deuten konnte. Es hat lange gedauert, diese Geschichte als Teil meines Lebens zu akzeptieren. Doch das Bild von Herrn P., wie ich ihn hier nennen werde, ist für mich erst nach und nach klarer geworden."

Quelle: vice.com


29.11.2018 Buchhinweis: Johann Hinrich Claussen: Buch der Flucht. Claussen schaut 40 biblische Texte daraufhin an, wie Menschen mit Flucht, Vertreibung, Wanderung umgehen. "Alle großen religiösen Innovationen, Neuentdeckungen der Bibel haben damit zu tun, dass die Heimat verlorengegangen ist, dass das, was früher den Glauben, die Heimat, den Staat ausgemacht hat, das ist verlorengegangen. Und in diesem Nullpunkt des Alles-verloren-habens, da entsteht das entscheidend Neue." Das könnte ein Buch auch für Menschen sein, denen alles verlorenging, mitten im Frieden.

Quelle: deutschlandfunk.de


29.11.2018 Immer mehr Katholiken nehmen das Wohlstands-Evangelium an - ausgehend von den USA breitet es sich zunehmend in Lateinamerika und Afrika aus. Es besagt, dass es möglich ist, Gott mit Geld zu kaufen. Dr. Kate Kingsbury, außerordentliche Professorin an der University of Alberta und Dr. Andrew Chesnut, Professor am Lehrstuhl für Katholizistik und Professor für Religionswissenschaft an der Virginia Commonwealth University berichten.

Quelle: catholicherald.co.uk


29.11.2018 Der Priester aus Rhede, Bistum Münster, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, hat nach seiner Priesterweihe in Aldekerk, Waltrop, Bösensell, Dinslaken-Lohberg, Bockum-Hövel, Rhede, Marl und ab 1974 an Berufsschulen in Marl und Recklinghausen gearbeitet. Für Versetzungen des bereits verurteilten Priesters war als Generalvikar der spätere Bischof Lettmann verantwortlich. Dafür hat das Bistum jetzt einen schriftlichen Beleg gefunden. Die Aufarbeitung ist erschwert, weil Personalakten unvollständig sind und Versetztungsurkunden fehlen. In der Gemeinde in Rhede gibt es eine Spaltung: "Alles hochgepuscht, solche Fälle gibt es doch in jedem Sportverein", sagt ein älterer Mann.

Quelle: noz.de


29.11.2018 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat 22 Fälle lebende Täter der Staatsanwaltschaft übermittelt. Insgesamt ist die Rede von inzwischen 80 Fällen.  Erzbischof Burger, Freiburg, traf heute Opfer aus Oberharmersbach.

Quelle: swr


29.11.2018 Ein Diakon des Erzbistums München wird beschuldigt, eine 15-jährige Ministrantin sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben. Die Tat soll sich Anfang Mai ereignet haben, seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.  Der Übergriff sei auf einer Ministrantenfahrt nach Nürnberg geschehen.

Quelle: katholisch.de 


29.11.2018 Ermittler haben Büros der Erzdiözese Houston, Kardinal DiNardo, durchsucht. Das Bistum betonte, man habe die von der Staatsanwaltschaft gesuchten Informationen bereits zusammengestellt. Von einer Razzia könne keine Rede sein.

Quelle: katholisch.de


28.11.2018 Drei Frauen berichten von ihrem Missbrauch/ihrer Vergewaltigung durch katholische Kleriker: die Peruanerin Rocio Figueroa Alvear, die Amerikanerin Barbara Dorris, SNAP, und Doris Wagner.

Quelle: globalsistersreport.org


28.11.2018 Die Missbrauchsdebatte in der Kirche ist stark männlich geprägt. Das sagt die langjährige Präventionsbeauftragte im Erzbistum Hamburg, Mary Hallay-Witte. „Wir haben viele männliche Betroffene, die das Thema voranbringen, die das auch gut machen, ...aber ich sehe in Deutschland im Moment wenig Frauen, die öffentlich auch in den Medien so präsent sind und ihre Forderungen stellen, wie wir das in Deutschland (bei Männern) erleben.“ Hallay-Witte nahm in Rom an einer Konferenz über weibliche Stimmen in der Missbrauchskrise teil.

Quelle: vaticannews.va


28.11.2018 Der indische Kardinal Oswald Gracias steht im Verdacht, einen Missbrauchsfall in seiner Diözese ignoriert zu haben. Gracias soll das Bischofstreffen zum Thema Missbrauch im Vatikan vorbereiten. Er ist Vorsitzender der indischen Bischofskonferenz und Mitglied des Kardinalsrats C-9. Damit ist er - nach den Kardinälen Pell, Marx, Maridiaga und Errazuriz - der fünfte der neun Kardinalsratsmitglieder, die der Vertuschung beschuldigt werden.

Die ehemalige Direktorin der Frauenkommission der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen, Virginia Saldanha, sagte laut "Crux" am Dienstag bei einer Konferenz in Rom, dass sie von Gracias vor einigen Jahren eine Untersuchung über einen mutmaßlichen Missbrauchsfall im Erzbistum Mumbai gefordert habe. Gracias habe ihr jedoch gesagt, dass er "zu beschäftigt" sei. Der Einrichtung eines Untersuchungsausschusses habe Gracias erst zugestimmt, als Saldanha damit gedroht habe, sich an einen anderen Bischof zu wenden. Der beschuldigte Priester sei zudem erst sechs Monate später aus seiner Pfarrei abgezogen worden – ohne der Gemeinde den Grund für die Abberufung zu nennen. Auf die Frage, warum er der Gemeinde die Vorwürfe gegen den Priester verschwiegen habe, sagte Gracias laut Saldanha: "Ich muss Ihnen keine Antwort geben. Unser Treffen ist vorbei."

Quelle: katholisch.de


28.11.2018 Im Bistum Augsburg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen kath. Priester wegen des Besitzes von möglicherweise strafrechtlich relevanter Pornografie, möglicherweise Kinderpornografie. Der Priester wurde vom Dienst freigestellt.

Quelle: br.de


27.11.2018 In der katholischen Kirche Belgiens fanden 43 % der Missbrauchsfälle in Schulen und Internaten statt, ca 25 % in Pfarreien, 5 % im Ministrantendienst, 5 % in der Pflege, 5 % in der Jugendarbeit. 15 % gaben an, in anderen Kontexten missbraucht worden zu sein. Das berichtet die belgische interdiözesane Schutzkommission für Kinder und Jugendliche, die von der Bischofskonferenz beauftragt wurde. Zwischen 2012 und 2016 entschädigte die belgische Kirche 655 Opfer mit insgesamt 3,9 Millionen Euro.

Quelle: kathpress.at


27.11.2018 Gemeinden und Seelsorgende auf dem Weg zu Missbrauchsopfern


27.11.2018 In Rhede, Bistum Münster, war Anfang der 70er Jahre ein Kaplan, dem 4 Menschen sexuellen Missbrauch vorwerfen. Eines der Opfer hat Kontakt zu fünf weiteren Opfern - die Betroffenen gehen von 20-30 Betroffenen aus.  Der Kaplan war bereits 1968 in Bochum wegen Kindesmissbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Auch nach seiner Versetzung nach Recklinghausen hat er Minderjährige missbraucht. Wegen des Missbrauchs von zwei Jungen wurde er Anfang der 80er Jahre verurteilt. Nun will das Bistum die Aufarbeitung in Gang setzen.

Quelle: 1.wdr.de


27.11.2018 Der ehemalige chilenische Erzbischof Francisco Cox Huneeus (84) sei in der Lage, sich einer Befragung durch die Justiz in Chile wegen Missbrauchsvorwürfen zu stellen. Das teilte ein Sprecher der Priestergemeinschaft Schönstatt in Chile mit. Cox wurde im Oktober wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Er lebt in Vallendar bei der Schönstattgemeinschaft.

Quelle: katholisch.de


26.11.2018 In Lautenbach, Mulhouse/Elsaß, wurde nach dreimonatigen Ermittlungen ein katholischer Pfarrer festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 1980 und 1990 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Erste Hinweisde gehen von einer Vielzahl von Opfern aus. Die Untersuchungen begannen, nachdem sich ein mögliches Opfer des Klerikers das Leben genommen hatte und in einem Abschiedsbrief Anschuldigungen gegen den Priester vorgebracht hatte. Ob der Missbrauch Ursache des Suizids war, ist derzeit unklar. Auch andere Opfer haben sich über den Priester beschwert. Bislang gab es im Elsaß gegen ca 30 Priester Missbrauchsanschuldigungen, drei von ihnen sollen verurteilt worden sein.

Quelle: swr.de  verlagshaus-jaumann.de


26.11.2018 Das Bistum Speyer will Opfer, Betroffene und unabhängige Experten in die Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs einbeziehen. Für Dezember sind Gespräche mit den Generalstaatsanwaltschaften Zweibrücken und Saarbrücken geplant. "Wir sind bereit, den Staatsanwaltschaften alle unsere Unterlagen offenzulegen. Transparenz und Offenheit sind der Weg, um die Verbrechen der Vergangenheit aufzuklären und Vertrauenswürdigkeit zurückzugewinnen", sagte Generalvikar Sturm. Der Arbeitsgruppe gehört unter anderem Andreas Rödder von der Johannes Gutenberg Universität Mainz (Lehrstuhl für neueste Geschichte) an. "Der Blick von außen hat eine hohe Bedeutung für uns. Er soll uns helfen, Erfahrungen aus anderen Feldern aufzunehmen und blinde Flecken im eigenen System aufzudecken", sagte Sturm.

Quelle: rnz.de

Kommentar: "Transparenz und Offenheit sind der Weg, um ... Vertrauenswürdigkeit zurückzugewinnen", sagt der Generalvikar. Er hat noch nicht verstanden, dass das Ziel nicht die Rückgewinnung von Vertrauenswürdigkeit sein kann. Ist sie das Ziel, geht es noch immer um "die" Kirche, d.h. um die Kirchenleitung und ihr Ansehen. Es müsste den Kirchenverantwortlichen (und den Gemeinden!) darum gehen, den Weg zu den Opfern - den kirchlichen ebenso wie den nicht-kirchlichen - zu suchen und zu gehen. Ob die Kirchenverantwortlichen dann auch Vertrauen zurückgewinnen, wird sich zeigen. 


26.11.2018 Der Fonds Heimerziehung läuft Ende des Jahres aus, auch die Beratungsstelle in Stuttgart schließt dann ihre Türen. Sozialminister Lucha will eine landesweite Ombudsstelle in Baden-Württemberg einrichten, an die sich künftig derzeitige und ehemalige Heimkinder wenden können.Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg hat seine Studie veröffentlicht: Mehr als Geld und gute Worte. Ergebnisse der Anlauf- und Beratungsstelle Heimerziehung Baden-Württemberg


26.11.2018 In der evangelischen Landeskirche Bayern haben sich seit 2008 insgesamt 87 Personen an die Stelle für sexualisierte Gewalt gewandt. Allein 2018 waren es elf Personen. In 25 Fällen wurden insgesamt 469.000 Euro an die Opfer ausgezahlt.

Quelle: br.de


26.11.2018 Kardinal Müller beschimpft Klaus Mertes SJ. Er weist die Kritik von Mertes zurück als "dreiste Beschimpfungen". "Besinnungsloser Zorn" habe sie Mertes eingegeben. Mertes habe keine "Sachkenntnis und Urteilskraft" und gebe sich "zu Unrecht als Experte in Sachen sexueller Missbrauch von Jugendlichen aus". Kardinal Müller fordert, die Sexualmoral der Kirche nicht durch die weltliche Akzeptanz von Homosexualität zu relativieren. Es sei Teil der Krise, "dass man die wahren Ursachen nicht sehen will und sie mit Propagandasätzen der Homo-Lobby vertuscht". Die Glaubenskongregation hingegen besitze die "klare Expertise".

Quelle: katholisch.de


25.11.2018 In Frankreich wurde im September 2017 ein Priester wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs Minderjähriger von Bischof, André Marceau, Bistum Nizza, von allen Tätigkeiten suspendiert, die ihn in Kontakt mit Minderjährigen bringen könnten. Im Mai 2018 teilte die Staatsanwaltschaft dem Bischof mit, dass gegen den Priester eine gerichtliche Untersuchung wegen nicht verjährter Taten eingeleitet worden sei. Daraufhin suspendierte ihn der Bischof von seinem Amt als Pfarrer. Inzwischen wurde der Priester verhaftet. Ein kirchenrechtliches Verfahren sei bereits eingeleitet. Angesichts der neuen Vorwürfe würden die kanonischen Maßnahmen gegen den suspendierten Priester beibehalten. „Unsere Kirche bleibt von der Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit betroffen und verwundet", sagte der Bischof.

Quelle: vaticannews.va


24.11.2018 In der pfälzischen Landeskirche wurden in den vergangenen Jahrzehnten vier Fälle sexuellen Missbrauchs angezeigt. In einem Fall habe der Pfarrer von selbst gekündigt, in einem zweiten Fall eines Pfarrers seien keine Beweise für ein Fehlverhalten erbracht worden. Zwei Fälle beträfen Vorwürfe ehemaliger Bewohner evangelischer Heime, die noch aufgearbeitet würden. Die Landeskirche will den 11-Punkte-Plan der Synode umsetzen.

Quelle: swr.de


24.11.2018 Traumatische Erfahrungen in der Kindheit verändern Gehirn, Immunsystem und Psyche ein Leben lang. Extreme Stresssituationen erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs, und eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSB). Die Effekte tangieren auch zahlreiche Organsysteme. Z.B. ist die GEfahr für chronische Lungenerkrankungen erhöht. Gehirnareale, die für Stressregulation zuständig sind, sind verkleinert, weil Stress toxisch auf Zellen wirkt. Hippocampus oder Frontalkortex erfahren Volumenveränderungen oder verminderte Aktivität. Dort werden emotionale und körperliche Reaktionen auf Belasungen reguliert und das Angstgedächtnis kontrolliert. Im Bereich der Amygdala (Mandelkern) werden Gefühle, Bilder und körperliche Reaktionen gespeichert. Wird das Hirn mit Stresshormonen geflutet, gelingt die Zusammenarbeit von Amygdala und Hippocampus nicht mehr. Die Folge sind Erinnerungslücken. Wer als Kind körperlich oder psychisch misshandelt wurde, muss mit chronisch erhöhten Entzündungswerten im Erwachsenenalter rechnen. Das Immunsystem ist dauerhaft aktiviert, es kann zu Herzerkrankungen und Autoimmunkrankheiten kommen. Auch Veränderungen des genetischen Musters von Zellen sind beobachtbar, es kann zu Entwicklungsverzögerungen kommen. Extremer Stress kann das Erbgut verändern und als Lebensangst über Generationen weitergegeben werden. Manche der Folgeerscheinungen traumatischer Erfahrungen ließen sich verhindern, wenn sie frühzeitig behandelt würden.

Quelle: rp-online.de


24.11.2018 Der Anti-Missbrauchs-Gipfel Ende Februar im Vatikan müsse „für Bistümer in der ganzen Welt einen klaren Fahrplan entwickeln“. Dabei dürfe es keine Abkehr von der „Null-Toleranz-Linie“ geben. Zur nötigen TRansparenz gehöre auch „die Veröffentlichung der Namen von Priestern, die des Missbrauchs beschuldigt werden“. Auch die Ordensgemeinschaften müssten dazu „ermutigt“ werden, „eine ähnliche Politik zu verfolgen“. Vor allem jedoch müssten die Hilfe und Seelsorge für die Überlebenden an die erste Stelle gesetzt werden. O'Malley wies auf die Verantwortung der Bischöfe im Bereich Missbrauchsprävention hin. „Dazu gehört, dass sie zur Verantwortung gezogen werden können.“ Sie seien „nicht nur vor Gott oder dem Gewissen, sondern auch gegenüber der Gemeinschaft verantwortlich“.

Quelle: vaticannews.va  vaticannews.va


23.11.2018 23. Impuls von Pater K. Mertes vor dem Zentralkomitee der Katholiken: "Konsequenzen aus der MHG-Studie für strukturelle Änderungen in der katholischen Kirche"

Quelle: ZdK


23.11.2018 Jede Ordensfrau, die Opfer von Missbrauch geworden ist, soll diesen bei ihrer Vorgesetzten und den zuständigen kirchlichen und zivilen Behörden zur Anzeige bringen. Das fordert die Internationale Union der Generaloberinnen (UISG). Die UISG erklärt, Opfern in jeder Form zur Seite zu stehen, um eine Anzeige und Strafverfolgung zu ermöglichen. Die UISG besteht aus 2.000 Generaloberinnen der Ordensgemeinschaften von Frauen auf der ganzen Welt und vertritt über 500.000 Ordensleute.

Quelle: vaticannews.va


23.11.2018 Die römische Glaubenskongregation nimmt die Suspendierung eines katholischen Priesters (84) von 2016 wieder zurück. Begründung: Bei einem alten Priester hebe man bei sexuellen Übergriffen die Verjährung nicht auf. Der Priester solle in einen Opferfonds einzahlen und nicht mehr mit Jugendlichen arbeiten. Ein Verbot priesterlicher Funktionen ist damit nicht verbunden. Drei Opfer werfen dem Priester sexuelle Übergriffe vor. Der Priester bestreitet die Vorwürfe und drohte mit Verleumdungsklage, die er aber nicht einreichte.

Quelle: bazonline


23.11.2018 Der ehemalige Bischof von Orléans, André Fort, wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung für die Vertuschung von Missbrauch verurteilt.

Quelle: katholisch.de


23.11.2018 Im Bistum Hildesheim besteht der Verdacht, dass eine Gruppe von Klerikern systematisch Missbrauch betrieb – darunter der langjährige Bischof von Hildesheim, Janssen. Schon vor drei Jahren erklärte ein ehemaliger Ministrant, Janssen haben ihn zum Oral- und Analverkehr gezwungen. Der Mann bekam Geld vom Bistum zur Anerkennung des Leids, der ehemalige Bischof wurde jedoch nicht als Täter bezeichnet. Inzwischen hat sich ein zweiter Mann gemeldet. Er berichtete, er sei vom Leiter des Bernwardshofes, eines kath. Kinderheims in Hildesheim, der Priester war, und von einem Kaplan am Hildesheimer Kinderheim Johannishof missbraucht worden. Nun steht der Verdacht im Raum, dass eine Gruppe von Klerikern – darunter Janssen – systematisch Kinder missbrauchte. Bischof Wilmer will eine externe Untersuchungskommission einsetzen.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur


23.11.2018 Der Hildesheimer Bischof Wilmer und der Opfer-Vertreter der Initiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, haben sich getroffen. D.i. nach fast 9 Jahren eine Premiere. Matthias Katsch beurteilt das Treffen als möglicherweise beispielhaft für andere Bistümer und Institutionen. Bischof Wilmer sagte, lückenlose Aufklärung sei nötig, "weil die Wahrheit ein erster Schritt zur Gerechtigkeit ist". Katsch ergänzte: "Wenn wir das verknüpfen mit Hilfen und einer angemessenen Entschädigung für die Opfer, dann haben wir viel auf den Weg gebracht."

Quellen: domradio.de  NDR


23.11.2018 Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken hat eine Erklärung zur Reform der Kirche verabschiedet. Frauen solle der Zugang zu allen kirchlichen Äntern gewährt werden, der verpflichtende Zölibat für Priester solle abgeschafft werden und die kirchliche Sexualmoral neu ausgerichtet werden. Der Präsident des ZdK, Thomas Sternberg sprach sich für eine unabhängige Kommission aus, die die Präventionsarbeit der 27 Bistümer in Deutschland kontrollieren und vereinheitlichen könne. Das Thema sorge für Spannungen unter den Bischöfen, sagte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Klaus Mertes sagte, die Kirche stehe an einem Scheideweg. Viele Katholiken an der Basis erwarteten von allen Bischöfen die Bereitschaft, die Verantwortung für strukturelles Versagen der Institution klar erkennbar zu übernehmen und eine entsprechende Änderung der Strukturen herbeizuführen. Wer sich täglich in der Ebene abmühe und dann "absurde Interviews" von dem ein oder anderen Nuntius oder Kardinal lesen müsse, den packe irgendwann auch "Trauer und Zorn".

Mertes kommentiert die letzten Äußerungen von Kardinal Müller, der der Ansicht ist, Homosexualität und Atheismus habe zu den Missbrauchsfällen geführt und im Übrigen seien Laien nicht in der Lage, die Arbeit von Bischöfen zu verurteilen. Für Mertes muss die zentrale Frage lauten: "Was hören wir von den Betroffenen - und was brauchen sie?". Dazu sei unter anderem das bisherige Verfahren der "Anerkennungszahlungen" zu prüfen. Ein besserer Zugang zu Akten gehöre ebenfalls dazu. Hilfreich seien zudem "bundesweite, unabhängige und niedrigschwellige Anlaufstellen". Mertes wies auch darauf hin, dass kirchliche MitarbeiterInnen sich in der Ebene abmühen und dann "absurde Interviews" von Nuntien oder einem Kardinal lesen müssten. Wenn Bischöfe schwiegen, ertrügen das immer weniger Gläubige, sagte er.

Quelle: katholisch.de


23.11.2018 Papst Franziskus hat das Organisationskomitee der Bischofssynode zu Kindesmissbrauch im Februar 2019 ernannt. Zum Komitee gehören der der maltesische Erzbischof Charles Scicluna, Pater Hans Zollner, Psychologe, Theologe und Kinderschutzexperte; der Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, derErzbischof von Chicago, Kardinal Blase J. Cupich, die Bioethikerin Gabrielle Gambino und die Juristin Linda Ghisoni. Kardinal O'Malley, Leiter der Päpstlichen Kinderschutzkommission gehört nicht zum ORganisationskomitee.

Quelle: orf


22.11.2018 "Es ist ja offensichtlich, dass die staatliche Seite ihre Aufsichtspflicht gegenüber den Kindern nicht in hinreichender Weise wahrgenommen hat." Das sagt Johannes WIlhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bunderegierung.

Quelle: DLF


22.11.2018 In Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen von Misshandlung und sexuellem Missbrauch von Kindern wieder angestiegen. 2017 gab es landesweit 2.803 Opfer beim sexuellen Missbrauch und 703 Opfer bei der Misshandlung von Kindern, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul. Bei den Missbrauchsfällen habe es zwischen Täter und Opfern in etwa 20 Prozent der Fälle familiäre Beziehungen geben. Die meisten Täter stammten aus dem Umfeld. Die Misshandlungsfälle seien zu fast 80 Prozent dem Familienbereich zuzuordnen.

Quelle: WDR


22.11.2018 In den niedersächsischen Landeskirchen Hannover, Braunschweig und Oldenburg hat es 107 Missbrauchsfälle seit 1950 gegeben. Das berichtete der Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns. 95 der Missbrauchsfälle seien dem Bereich der auch für Kinderheime verantwortlichen Diakonie zuzuordnen.

Quelle: ndr.de


22.11.2018 Bischof WIlmer, Hildesheim, hat Matthias Katsch getroffen. Das Treffen sei bemerkenswert und beispielhaft gewesen, erklärte Katsch. Die Frage, wie eine unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gelingen könne, habe breiten Raum eingenommen. Bischof Wilmer erklärte, beim Thema Missbrauch und Aufarbeitung bedürfe es der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt des Handelns müsse stets der Mensch stehen. Lückenlose Aufklärung sei nötig, "weil die Wahrheit ein erster Schritt zur Gerechtigkeit ist."

Quelle: NDR


22.11.2018 Strafrechtsprofessoren Reinhard Merkel ermutigt kirchliche Missbrauchsopfer, nicht nur strafrechtlich, sondern auch zivilrechtlich Schadenersatzansprüche gegenüber den Kirchen geltend zu machen – auch wenn der jeweilige Täter nicht mehr am Leben sei. Die Schadenersatzansprüche und ggf. Ansprüche auf Schmerzensgeld richteten sich nicht nur gegen den jeweiligen Täter, sondern auch gegen die Institution, die gegebenenfalls ein eigenes Verschulden trifft, mindestens ein Überwachungsverschulden, das solche Dinge unmöglich gemacht hätte oder deutlich erschwert hätte, also diese sexuellen Übergriffe erschwert hätte.

Quelle: Deutschlandfunk


21.11.2018 Mediathek: "mal ehrlich -... darf die Kirche machen, was sie will?" Ein Gespräch mit Betroffenen, PolitikerInnen, Prof. Dreßing und Bischof Bätzing, Limburg.


21.11.2018 Kardinal Daniel DiNardo, Galveston-Houston und Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, soll zwei des Missbrauchs beschuldigte Priester nicht aus dem Dienst entfernt haben. In einem Fall hatte das mutmaßliche Opfer demnach bereits 2002 Vorwürfe gegenüber der Erzdiözese erhoben. Diese habe versprochen, den Beschuldigten in Therapie zu schicken. Tatsächlich sei der Pfarrer im aktiven Dienst verblieben. DiNardo leitet die Erzdiözese seit 2006. - Der CBS-Bericht stützt sich auf die Einsicht von Gerichtsunterlagen. Dabei sei ein weiterer Fall mutmaßlichen Kindesmissbrauchs entdeckt worden. Ein damals Zwölfjähriger hatte demnach per eidesstattlicher Erklärung einen weiteren Priester beschuldigt, ihn in den 70er Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die Anwälte der Erzdiözese argumentieren, die körperliche Beschreibung passe keinesfalls auf den Beschuldigten. Zudem sei der Fall bereits außergerichtlich geklärt und die Verjährungsfrist überschritten. Möglicherweise gibt es weitere Vertuschungen durch Kardinal DiNardo.

Quelle: katholisch.de


21.11.2018 Die Frage, ob die jüngsten Stellungnahmen der Kirche zur Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz das Vertrauen wieder hätten festigen können, beantworteten laut einer SWR-Erhebung 87 Prozent mit Nein. Nur 6 % der ca 1.000 Befragten sehen eine Stärkung des Vertrauens durch die Stellungnahmen der Kirchenverantwortlichen zur MHG-Studie. In der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen stimmten sogar 94 Prozent mit nein. 84 % beantworteten die Frage, ob die Kirche die richtigen Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie gezogen habe, mit Nein, acht Prozent mit Ja. Auf die Frage, ob die Stellungnahmen der Kirche zur Missbrauchsstudie das Vertrauen wieder festigen konnten, antworteten 87 Prozent der mehr als 1.000 Befragten mit nein.

Quelle: domradio  pro-medienmagazin.de


21.11.2018 Katholische Unternehmer aus den USA und Kanada werden wegen des Missbrauchsskandals den traditionellen Zehnt, ca eine Million Euro, nicht zahlen.

Quelle: Domradio


20.11.2018 Der Vorsitzende des BDKJ, Thomas Andonie, kritisiert den Sieben-Punkte-Plan, den die deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung im September verabschiedet haben. Er reiche „nicht ansatzweise“ aus, es gebe weder Verpflichtungen noch Zeitplan. Andonie fordert, "Ross und Reiter" zu nennen. Einige wenige Bischöfe engagierten sich, für einige Bischöfe scheine das Thema "mit der Formulierung einer Beileidsbekundung abgehakt zu sein". Andonie sagt, auch der Vatikan habe einiges zu erklären, denn er könne sich nicht vorstellen, dass in Rom niemand von der flächendeckenden Versetzung von Tätern gewusst habe.

Quelle: kirche-und-leben.de


20.11.2018 Häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt nicht ab. Jede vierte bis dritte Frau erlebt häusliche Gewalt. Das Ausmaß hat sich seit 20 Jahren nicht verändert. 138 893 Mal sind im vergangenen Jahr hierzulande Menschen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft geworden. Das ergab die Kriminalstatistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt. 82 % der Opfer waren Frauen.  Von den 116 043 Tätern/Tatverdächtigen  waren 80 % Männer. Neu erfasst wurden 2017 Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. In diesen Kategorien wurden im vergangenen Jahr 6 898 Opfer registriert.

Quelle: zeit.de  Süddeutsche


20.11.2018 Klaus Mertes macht auf etwas Wichtiges aufmerksam: "Die Kirche müsse jetzt die Begriffe neu denken, klassische Begriffe mit neuem Leben erfüllen und abgrenzen von ihrem Zusammenhang mit dem Missbrauch."  Dem ist nur zuzustimmen - und dies gilt für viele zentrale Begriffe des Christentums.

Quelle: vaticannews.va


20.11.2018 WsK stellt fest, dass der Ständige Rat der Bischofskonferenz fast keine Fortschritte und Konkretisierungen gegenüber dem 27.9.2018 vorgelegt hat. Noch immer scheint es kein grundlegendes und mit allen Bischöfen abgestimmtes Konzept zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu geben. Erkennbar sei nicht, ob zwischenzeitlich mit Betroffenen bzw. deren Verbänden, mit Fachleuten und mitz Laienorganisationen diskutiert und abgestimmt wurde.

Quelle: wir-sind-kirche.de


20.11.2018 Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat beschlossen

  • Einführung gemeinsamer Standards bei der Personalaktenverwaltung der Priester
  • Einrichtung externer unabhängiger Anlaufstellen
  • Unabhängige Aufarbeitung zur Klärung, wer neben den Tätern institutionell verantwortlich für das Missbrauchsgeschehen war
  • Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids
  • überdiözesanes Monitoring bei Intervention und Prävention
  • Bis zur nächsten Sitzung Erarbeitung eines Arbeitsplans, um mit Fachleuten Zölibat und Sexualmoral zu überdenken
  • Befürwortung des Vorschlags, interdiözesane Strafgerichtskammern für Missbrauchsverfahren, Kontaktaufnahme mit Rom
  • Einsatz für Reform des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts.

Quelle: Domradio

Kommentar: Am 27.9.2018 bereits hat die Vollversammlung der Bischofskonferenz beschlossen:

  • Entwicklung von Standardverfahren zur Führung von Personalakten
  • Einrichtung externer und unabhängiger Anlaufstellen 
  • Klärung, wer neben den Tätern institutionell verantwortlich für das Missbrauchsgeschehen war
  • ein transparenter Gesprächsprozess mit Experten über den Zölibat und die Sexualmoral
  •  die Zahlungen von Anerkennungsleistungen an Opfer sollen überprüft werden
  • überdiözesane Kontrollverfahren für den Umgang mit Missbrauch und für Prävention sollen eingeführt werden
  • mehr als bisher Begegnungen mit Betroffenen

Neu ist, dass nun von der Einbindung Betroffener keine Rede mehr ist. Und neu ist der Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern einzurichten und sich für die Reform kirchlichen Rechts und Prozessrechts einzusetzen. Unbeantwortet ist, ob alle Bischöfe Personalakten den staatlichen Strafverfolgungsbehörden übergeben werden. Das hatte Bischof Ackermann zugesagt. Die Frage, wie Frauen in der kath. Kirche an Entscheidungen und Rechten beteiligt werden, scheint überhaupt nicht zur Diskussion zu stehen.

Dass die Bischöfe acht Wochen nach der Bischofskonferenz im Wesentlichen wiederholen, was sie bereits am 27.9. sagten, deutet nicht auf ein Konzept hin. Der Hinweis auf "Dringlichkeit" ersetzt keinen konkreten Zeitplan. Zudem können Beschlüsse der Bischofskonferenz m.W. nicht durch Absichtserklärungen des Ständigen Rats ersetzt werden. Kurz: Es sieht nicht so aus, als hätten die Bischöfe alle verstanden, was ihre ureigene Aufgabe - nicht erst seit der MHG- Studie - ist.

Quelle: domradio


20.11.2018 Die Polnische Bischofskonferenz hat "sich entschuldigt" bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester: "Wir entschuldigen uns bei Gott, den Missbrauchsopfern, ihren Familien und der Kirchengemeinschaft für das Leid, welches Kindern, jungen Menschen und ihren Angehörigen zugefügt wurde", hieß es in einer Stellungnahme nach einer Versammlung des Episkopats. Die Bischöfe stellten fest, dass es auch in Polen Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger "durch einige Geistliche und Kirchenvertreter" gegeben habe.

Quelle: katholisch.de

Die polnischen Bischöfe könnten sich bei ihren Kollegen in Irland, USA, Deutschland, Chile.... über die "Einzelfälle" informieren.


19.11.2018 Der kfd-Bundesverband lädt zu einer Klage-Andacht am 12.12.2018, 18 Uhr zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und zum Gebet für die Erneuerung der Kirche ein. Er fordert die deutschen Bischöfe auf, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern.

Quelle: kfd-bundesverband.de 


19.11.2018 Hinweis: SWR Bürgertalk Mal ehrlich … darf die Kirche machen, was sie will? Mittwoch, 21. November 2018, ab 22 Uhr im SWR Fernsehen mit dem Limburger Bischof Georg Bätzing und weiteren Gästen


19.11.2018 Der frühere Erzbischof von Freiburg (2003-2013; Personalchef von ca 1983 - 2003) und DBK-Vorsitzende Zollitsch räumt in einem Interview Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Aus heutiger Sicht hätte er die Pflicht gehabt, "entsprechende Täter" anzuzeigen. Das "ganze Ausmaß" der Taten sei ihm erst sehr viel später bewusst geworden. Opfer, die sich an ihn gewandt hätten, seien damals nicht bereit gewesen "öffentlich zu sprechen und Anklage zu erheben". Für seine Fehler bitte er erneut um Verzeihung, so Zollitsch. Er leide darunter. Viele Fälle gingen ihm immer wieder durch den Kopf. "Diesen Menschen ist tiefes Unrecht geschehen. Wir haben dieses Maß an Unrecht damals nicht erkannt", sagte er. Zollitsch betonte, er sei "zwischen zwei Polen" gestanden: auf der einen Seite die Opfer, auf der anderen Seite die Kirche, "die sich mit den Missbrauchsfällen ungeheuer schwer tat". Die Kirche sei damals nicht in der Lage gewesen die Taten "als das zu benennen, was es war: als Verbrechen". Zollitsch sagte: "Ich war stets eingebunden in die Gemeinschaft der katholischen Kirche und ich habe nie alleine für mich entschieden, sondern es ist eine gemeinsame Entscheidung". Er selbst habe, so der Alterzbischof weiter, nie Anweisung gegeben, Missbrauchstaten zu vertuschen oder Akten zu vernichten.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: M.W. ging damals ein Opfer an die Öffentlichkeit. Wieder einmal wird "wir" ("wir haben ....nicht erkannt") vereinnahmend und übergriffig verwendet. Fragwürdig scheint mir auch das Kirchenbild zu sein, das hinter der Aussage steht, Zollitsch habe zwischen zwei Polen gestanden, den Opfern und der Kirche. Sind die Opfer also nicht Kirche gewesen? Immerhin waren es ganz überwiegend Minderjährige, die in Jugendarbeit oder Ministrantendienst kirchennah lebten und in der Regel christlich sozialisiert waren. Was die Aktenvernichtung oder ihre Manipulation angeht, die nach Aussage des jetzigen Erzbischofs stattgefunden hat, frage ich mich, wer denn Akten vernichtet oder manipuliert hat, wenn es keine Anweisung des Personalchefs bzw. Erzbischofs Zollitsch gab. Schließlich: In einem Interview um Verzeihung zu bitten ist etwas anderes als ein Gespräch mit den Opfern.


19.11.2018 "Better Church Governance" (BCG) ist eine neue Laieninitiative, die den ehemaligen FBI-Agenten Scala engagiert hat, um das Leben der 224 Männer, die den Papst beraten, unter die Lupe zu nehmen. Sein besonderer Fokus wird auf den 124 Männern liegen, die, wenn der Papst morgen sterben würde, für die Wahl seines Nachfolgers zuständig wären. Scalas Team besteht aus bis zu zehn Ermittlern.

Quelle: focus


19.11.2018 In der Diskussion um Missbrauch in der Kirche hält der Opfervertreter Matthias Katsch eine umfassende unabhängige Untersuchung der Situation im katholischen Bistum Hildesheim seit den 1950er Jahren für dringend geboten. Dass der Leiter eines Hildesheimer Kinderheims, ein Priester, einen Jungen zum damaligen Bischof Janssen fuhr und wieder abholte, deute auf ein systematisches Vorgehen hin. Ähnliche Fälle seien aus den USA bekannt, sagte Katsch. Er wied darauf hin, dass sich in den Jahren nach Bischof Janssen das Leitungspersonal des Bistums aus Menschen rekrutierte, die in einem engen Verhältnis zu ihm standen. In dieses Bild passe, dass die Verantwortlichen des Bistums später offenbar im Fall des inzwischen suspendierten Priesters und mutmaßlichen Missbrauchstäters Peter R. nicht konsequent genug gehandelt hätten, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. 

Quelle: evangelisch.de


19.11.2018 In Spanien hatte die Zeitungt "El Pais" geschrieben, dass die span. katholische Kirche Missbrauch durch Kirchenmitarbeiter systematisch vertuscht habe. In den letzten 30 Jahren seien nur 33 Urteile gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von 80 Minderjährigen verhängt worden. Die Strafen reichten von Schmerzensgeld bis hin zu einer 21-jährigen Gefängnisstrafe. In Spanien gebe es 18.000 Priester - somit seien also weniger als 0,2 Prozent von ihnen wegen Missbrauchs verurteilt worden. Nun hat der Präsident der span. Bischofskonferenz, Ricardo Blazquez, Erzbischof von Valladolid, auf der 112. Vollversammlung der Bischöfe in Madrid Missbräuche anerkannt.

Quelle: religion.orf.at


19.11.2018 Der Diözesanrat des Erzbistums Berlin fordert bis spätestens März 2019 ein offenes Gespräch von Vertreterinnen und Vertretern des Diözesanrates mit der Bistumsleitung über die Missbrauchsfälle und die Konsequenzen für die Gegenwart und Zukunft.

Quelle: Berliner Zeitung


19.11.2018 Im Bistum Augsburg wurde den ChristInnen eine Gebetsvorlage zum Gedenktag für Missbrauchsopfer empfohlen. Darin heißt es u.a.: "„Damit sich die Kirche bzw. unser Bistum Augsburg erneuern kann, braucht es die Umkehr jedes Einzelnen, besonders auch stellvertretend für die, die sich schuldig gemacht haben an Kindern und Jugendlichen und damit am Leib Christi, der Kirche.“ Dagegen gibt es Widerspruch. Der Augsburger Journalist Peter Hummel, Pfarrgemeinderatsmitglied, kritisierte auf Facebook: „Mit dieser Aufforderung wird impliziert, dass es nicht eine Gruppe von Tätern gab, sondern dass letztlich alle Katholiken mitschuldig sind am Skandal um sexuellen Missbrauch. Geht’s noch?“ Er kenne einige Pfarrer, die den Gebetszettel nicht ausgelegt hätten. Das Bistum wies die Kritik zurück: Individuelle Schuld solle nicht in eine kollektive umgemünzt werden. Gemeint sei vielmehr, „dass alle bzw. die, die es möchten, auch dafür beten, dass die Täter zu Einsicht und Umkehr gelangen“.

Kommentar: Die Erklärung des Bistums macht es auch nicht besser, denn sie benennt zwar die Täter, nicht jedoch die Vertuscher.


 18.11.2018 In Rhede, Bistum Münster, war von 1971 bis 1973 ein Kaplan eingesetzt, der nachweislich Kinder missbraucht hat. Das Bistum hat die katholische Gemeinde in Rhede informiert. Es möchte die sexualisierte Gewalt aufarbeiten und lädt in einem ersten Schritt zu einer Informationsveranstaltung ein. Der Generalvikar, Dr. Jochen Reidegeld, ist seit längerem mit einem unmittelbar Betroffenen im Gespräch. Die Leitungsgremien der Pfarrei St. Gudula tragen den Prozess der Aufarbeitung mit.

Quelle: Bistum Münster


18.11.2018 Klaus Mertes sagt im Interview: "Man merkt inzwischen, dass die Hierarchen sich untereinander zerfleischen und gegeneinander kämpfen. Ich nenne auch noch ein anderes Beispiel: Als im Jahr 2010 Kardinal Schönborn öffentlich Kardinal Sodano wegen seiner Vertuschungssprache kritisierte, ist Kardinal Schönborn damals in Gegenwart von Papst Benedikt von Sodano gedemütigt worden, weil ein Kardinal einen anderen Kardinal nicht öffentlich kritisiert. Inzwischen kritisieren Kardinäle den Papst. Kardinäle kritisieren sich untereinander und werfen einander gegenseitig Vertuschung vor. Ich glaube, dass das ganz einfach damit zusammenhängt, dass die Angst größer wird. Und wenn in solchen Situationen Typen wie Vigano anfangen mit dem Finger auf andere Kardinäle und den Papst zu zeigen, dann ist das für mich ein Zeichen. Wenn "Obervertuscher" anfangen, anderen auf ihrer hierarchischen Ebene Vertuschung vorzuwerfen, dann ist das ein Hilfeschrei. Die haben richtig Angst und deswegen müssen sie "Haltet den Dieb" brüllen, um nicht selbst entdeckt zu werden. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Aufklärungsdruck inzwischen oben angekommen ist."

Quelle: domradio.de


18.11.2018 Kardinal Marx, Erzbistum München-Freising, räumte Versäumnisse der Kirche bei der Aufklärung der katholischen Missbrauchsfälle ein: „Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen.“ Das sagte er am Sonntag bei einem Gottesdienst in München. Er dankte Missbrauchsopfern und Medien, die Fälle öffentlich gemacht zu haben.

Quelle: welt.de

Kommentar: Wer "wir" ist, führte er nicht aus. Korrekt wäre es, wenn er sagen würde: Ich als Bischof von Trier und München habe versagt.


18.11.2018 Bei einem Treffen mit Seelsorgern hat der Bischof von Limburg, Bätzing, die Kirche angesichts des Missbrauchsskandals als "Täterorganisation" bezeichnet. Zugleich kündigte er bei der Aufarbeitung des Skandals für seine Diözese konkrete Konsequenzen an. Ein Projektfahrplan sei bereits in Arbeit und werde noch in diesem Jahr synodal und kurial erarbeitet. 

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Das Muster scheint beliebt zu sein: Die Kirchenleitung, die verantwortlich für Vertuschung von Missbrauchsfällen ist, kollektiviert die Verantwortung(slosigkeit): "Die" Kirche sei eine Täterorganisation. Nein, ist sie nicht. Täter sind Priester, die Minderjährige missbrauchten; Bischöfe, Kardinäle, Weihbischöfe, Generalvikare und Personalverantwortliche, die vertuschten und viele ChristInnen an der Basis, die nichts wissen wollen von Missbrauch und Opfern - aber es haben sich längst nicht alle Kirchenmitglieder schuldig gemacht.  So viel Differenzierung muss sein.


18.11.2018 Klaus Mertes sagt: "Wenn Geistliche missbrauchen, handelt es sich immer auch um geistlichen Missbrauch. Das hat  mit der besonderen Fallhöhe zu tun. Ich habe viele Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche kennengelernt, die mir gesagt haben, der sexuelle Missbrauch sei nicht das Schlimmste, obwohl er natürlich schlimm ist, sondern dahinter steht noch einmal dieser geistliche Missbrauch." Letztlich sei es "Missbrauch des Namens Jesu oder des Namens Gottes im Sinne. Der Name Jesu ist missbraucht worden, um Nähe zu gewinnen. Viele der Betroffenen", weiß Pater Mertes, seien "tief gläubige Menschen, die sich auf der Suche nach Gott, nach einer Erfahrung nach Nähe zu Gott begeben haben und in dem Zusammenhang missbraucht worden sind." Mertes wurde erstmals seit 2010 (!) von den Bischöfen eingeladen.

Quelle: domradio

18.11.2018 Das Bistum Essen übergibt 41 Akten über mögliche Missbrauchsfälle durch katholische Kleriker an die Staatsanwaltschaft.
Quellen: wz.de  waz.de

17.11.2018 Um Missbrauchsfälle besser aufzuarbeiten, will die Kirche in Chile stärker mit der Staatsanwaltschaft des Landes zusammenarbeiten. Die Bischöfe beschlossen, eine entsprechende Vereinbarung zu unterschreiben. Die chilenischen Justizbehörden hatten ihnen mangelnde Kooperationsbereitschaft vorgeworfen.
Quelle: kathpress.at

17.11.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, Bistum Trier, will die Archive für unabhängige Fachleute öffnen: "Es ist klar, dass die nun folgende Aufarbeitung keine interne Sache mehr sein kann. ... Unabhängig heißt für mich, dass der jeweilige Bischof die weitere Untersuchung aus der Hand gibt und alles zur Verfügung stellt, was dafür nötig ist." Ackermann verteidigte die MHG-Studie, räumte jedoch Defizite ein. "Man hat das Thema offensichtlich nicht in allen Diözesen so prioritär behandelt, wie es erforderlich gewesen wäre." Weiter sagte der Missbrauchsbeauftragte: "Von oben muss die klare Direktive kommen: Wir wollen das, wir machen das. Wenn ein Bischof die Thematik nicht zur Chefsache erklärt, bleibt die Umsetzung schwierig."

Quelle: kathpress.at  kirche-und-leben.de


17.11.2018 Die Psychologin Katharina Fuchs, verantwortlich für Forschung und Entwicklung am "Centre for Child Protection" der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, stellte bei einer Fachtagung der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen zu Prävention von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche fest: "Es ist ein Problem der Institution und des Systems." Sie weist darauf hin, dass nur etwa 10% der missbrauchenden Kleriker im klinischen Sinn pädophil seien. Etwa ein bis zwei Drittel der übergriffigen Priester sei selbst als Kind missbraucht wurden. Opfer würden später zu Tätern - ein Phänomen, das aus dem Bereich des sexuellen Missbrauchs im familiären Umfeld allzu bekannt sei. Es gebe tatsächlich Geistliche, die glauben, Sexualität mit einem Kind oder einem Mann sei kein Verstoß gegen den Zölibat, weil der ja nur durch sexuellen Verkehr mit einer erwachsenen Frau verletzt werde, berichtet Fuchs.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Aus den Forschungsergebnissen, die von einem bis zwei Dritteln der Priester-Täter berichten, sie seien selbst Opfer gewesen, zu schließen, dass "aus Opfern Täter werden", dient der Opfer-Beschuldigung. Opfern wird signalisiert, dass sie Täter oder mindestens künftige Täter sind. Interessanter dürfte die Frage sein, warum ein bis zwei Drittel der Priester Minderjährige missbrauchten, ohne zuvor selbst zum Opfer sexualisierter Gewalt geworden zu sein. 

17.11.2018 Papst Franziskus hat den Beitrag von Männern für die theologische Wissenschaft gewürdigt: "[Es] darf kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Männer die höchsten Stufen der Glaubensweisheit erreichen können."

16.11.2018 Die katholische Kirche Polens will im 1. Halbjahr 2019 Zahlen zu sexuellem Missbrauch vorlegen.

16.11.2018 Im Erzbistum Freiburg hat eine neue Kommission "Macht und Missbrauch" ihre Arbeit aufgenommen. Zu den Mitgliedern der Kommission zählen u. a. die Rechtsanwältin Angelika Musella und der Kriminologe Helmut Kury (beide sind Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums), der Theologe Magnus Striet und die Psychotherapeutin und Supervisorin Gisela Hogeback. Kirchliche Missbrauchsopfer sind nicht in der Kommission vertreten. Die Kommission soll zunächst exemplarisch und systematisch einige besonders auffällige Missbrauchsfälle in der Erzdiözese aufarbeiten, um daraus Erkenntnisse über Strukturen zu gewinnen, die Missbrauch begünstigen können. Zudem soll die Kommission Erzbischof Burger vor allem hinsichtlich der Konsequenzen beraten, die aus den Ergebnissen der MHG-Studie zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen.

16.11.2018 Zustimmung und Kritik zum Gedenktag für Missbrauchsopfer

16.11.2018 Heute trafen der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, der Oldenburger Weihbischof Wilfried Theising, Osnabrücks Generalvikar Theo Paul und der Justiziar des Bistums, Ludger Wiemker, mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) zusammen. Es geht um die Öffnung kirchlicher Archive für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zu Missbrauchsfällen. Bischof Wilmer hatte die Öffnung der Akten bereits zugesagt. Nach dem Gespräch teilte die Justizministerin Barbara Havliza mit, die Kirchenvertreter hätten versichert, den Ermittlungsbehörden umfassenden Zugang zu erforderlichen Unterlagen zu gewähren. Erste Kontakte zu den Staatsanwaltschaften seien bereits aufgenommen worden. Im Bistum Hildesheim seien sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, ein weiteres Verfahren werde geprüft. Das Bistum Osnabrück stehe im Austausch mit den Staatsanwälten darüber, welche Fälle den Ermittlungsbehörden noch nicht bekannt sind. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, hieß es. Im zum Bistum Münster gehörenden Offizialatsbezirk Oldenburg sei neben der Staatsanwaltschaft Münster auch die aus Oldenburg mit der Thematik befasst. Auch hier sei ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet worden. Erforderliche Unterlagen würden offengelegt.
Quelle: ndr.de  domradio

16.11.2018 Im Bistum Dresden-Meißen ist der Pfarrer einer polnisch-sprachigen katholischen Gemeinde suspendiert und nach Oppeln, Polen, zurückberufen worden. Er soll in den 1970er-Jahren sexuellen Missbrauch an einem Kind/an Kindern begangen haben. Ersten Informationen zufolge geht es zunächst um einen Tatvorwurf, der nicht nur kirchliche Untersuchungen nach sich zieht, sondern auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die Arbeitsstellen des Beschuldigten in Deutschland werden nun überprüft: Neben Leipzig war er in der deutschen Gemeinde in Neustadt in Sachsen, an der Pleiße hielt er Gottesdienste in polnisch-katholischen Gemeinden in Engelsdorf und Lindenau. Zudem feierte er etwa in Borna regelmäßig eine katholische Messe mit polnischen Arbeitern.
Quelle: lvz.de

15.11.2018 "Anzeigen wegen Meineids und Falschaussage, eine Vorladung durch die Staatsanwaltschaft: Mit Kardinal Francisco Javier Errazuriz hatte Papst Franziskus in seinem engen Beraterkreis, K-9-Rat, einen belasteten Bischof – bis jetzt." Kardinal Errazuriz hat seinen Rücktritt aus dem Reformrat des Papstes erklärt.
Quelle: katholisch.de

Kommentar: Anders als der Bericht formuliert ist Kardinal Errazuriz nicht der einzige Beschuldigte im Kardinalsrat. In dem 9-köpfigen K-9-Rat wird insgesamt 4 Mitgliedern vorgeworfen, Missbrauch vertuscht zu haben. Einem Mitglied wird neben Vertuschung sexueller Missbrauch vorgeworfen.

  • Kardinal Pell  hat Vertuschung eingestanden und wird vor einem australischen Gericht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Er ist weiterhin Mitglied des Reformrates.
  • Kardinal Oscar Rodriguez Maradiagaerklärte, er sei bereit, ins Gefängnis zu gehen, um nicht einem seiner Priester zu schaden, auch wenn der Vorwurf Pädophilie sei. So hat er zwischen 2002 und 2003 einen von Interpol wegen sexuellen Missbrauchs gesuchten Priester eine Zeit lang untergebracht. Er ist weiterhin Mitglied des Reformrates.
  • Auch gegen Kardinal Marx gibt es Vorwürfe, im Bistum Trier nicht richtig mit einem Missbrauchsfall umgegangen zu sein.

15.11.2018 "Wir sind Kirche" fordert - zu Recht! -, dass der Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs MIT den Betroffenen und ihren Selbsthilfe-Organisationen gestaltet werden sollte. Dabei müsse auch das Vertuschen kirchlicher Missbrauchsfälle thematisiert werden. Glaubhafte Reue manifestiere sich nicht durch einen Gedenktag, der die Geschehnisse bereits zu einem Ereignis der Vergangenheit mache.
Kommentar: Ein Gebetstag ist sinnvoll, wenn er der Gemeinde vor Ort tatsächlich zur Sensibilisierung für die Belange und das Leben von Opfern dient. Allerdings müsste das Gebet für die Opfer - die kirchlichen und die außerkirchlichen - so alltäglich in unsere Gottesdienste gehören, wie die Gewalt und ihre Folgen für Betroffene zu deren Alltag gehören. Und: Das Beten muss erfahrbare Folgen für die Opfer, die kirchlichen und die familiären...., haben, sonst bleibt es unglaubwürdig.

15.11.2018 Die US-Bischöfe haben an Papst Franziskus geschrieben. Sie bekunden ihre Entschlossenheit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch und schreiben, sie müssten mit Scham gestehen, dass ihr Versagen auch Verbrechen einiger Mitbrüder im Bischofsamt einschließe. Ihre Reaktion auf die Forderung des Papstes, keinen BEschluss über weitergehende Maßnahmen zu fassen, teilen sie nicht mit.

15.11.2018 Kardinal Francisco Javier Errazuriz hat seinen Rückzug aus dem engsten Beratergremium um Papst Franziskus, K9, bekanntgegeben. Missbrauchsopfer werfen ihm vor, als Erzbischof von Santiago de Chile von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung des Priesters Karadima jahrelang verhindert zu haben. Drei Betroffene zeigten Errazuriz Ende Oktober wegen Meineids und Falschaussage an. Die chilenische Staatsanwaltschaft wird den Kardinal "als Beschuldigten" vorladen. Der bestreitet die Vorwürfe.

15.11.2018 Das Erzbistum Köln will Opfer sexueller Gewalt in die Präventionsarbeit einbinden und dazu einen Betroffenenbeirat gründen. Das Gremium soll aus zwölf Mitgliedern verschiedener Altersgruppen bestehen, die Missbrauch erfahren haben, wie die Erzdiözese am Donnerstag in Köln mitteilte. An der Beiratskonzeption arbeitete den Angaben zufolge Patrik Bauer, ein Betroffener von sexuellem Missbrauch, mit. Erzbischof Woelki erhofft sich, aus den Gesprächen Erkenntnisse zu gewinnen, die in Präventions- und Interventionsstellen einfließen sollen.
14.11.2018 Endlich hat die evangelische Kirche weitere Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt und innerkirchliche Vertuschung beschlossen. Besser spät als nie? Einige Betroffene sehen die Verspätung mit Bitterkeit. Evelyn Finger und Wolfgang Thielmann berichten.
Quelle: zeit.de

14.11.2018 Die EKD-Synode hat beschlossen, Betroffene im Bereich Aufarbeitung und Prävention zu beteiligen; unabhängige Kommissionen, die Anerkennungsleistungen materieller oder immaterieller Art erarbeiten; eine externe wissenschaftliche Gesamtstudie, die die systemisch bedingten Risikofaktoren speziell der evangelischen Kirche analysiert; eine Dunkelfeldstudie in der EKD und der Diakonie; eine unabhängige zentrale Sprechstelle der EKD (www.hinschauen-helfen-handeln.de), einen fünfköpfigen Beauftragtenrat (drei Bischofspersonen, eine Juristin, ein Jurist); Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), eine zentrale Meldestelle in den Landeskirchen; die Stärkung der Konferenz für Prävention, Intervention und Hilfe; systemische Analysen in Zusammenarbeit mit der Diakonie; bei Wahrung des Seelsorgegeheimnisses im Kontext sexualisierter Gewalt sensibel und professionell zu verfahren, um ggf. die Schweigepflicht zu lösen. Der Rat der EKD soll 2019 in Dresden über den Stand der Umsetzungen berichten.

Quelle: evangelisch.de
Der vollständige Text steht hier.

14.11.2018 Das erste mutmaßliche Opfer des früheren Hildesheimer Bischofs Janssen kommentiert die Beschuldigungen durch ein zweites mutmaßliches Opfer so: "Die Parallelen zu meinem Fall sind erschreckend. Dem Bischof wurden Kinder durch Helfershelfer aus dem Umfeld der Kinderheime zugeführt. Bei mir war es ein Kaplan. Janssen galt als großer Gönner dieser Heime, er hielt sich dort gerne oft auf. Es liegt für mich nahe, dass es ein pädophiles Netzwerk gab." Der jetzige Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer war nach den neuen Vorwürfen  "wütend und traurig". "Es zerreißt mir das Herz angesichts dessen, was der Betroffene uns mitgeteilt hat", sagte Wilmer. Wilmer will eine externe Untersuchung machen lassen und überdies mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) über die Offenlegung von Kirchenakten für Staatsanwälte sprechen.

14.11.2018 Don Fortunato Di Noto, Gründer von METER, arbeitet seit 30 Jahren gegen Kindesmissbrauch. Im Blick auf die zu überarbeitenden Richtlinien der italienischen Bischofskonferenz ist er zuversichtlich: Die italienische Bischofskonferenz beginne nicht am Nullpunkt. Die Anstrengungen zur Prävention hebt Di Noto hervor.
Quelle: cruxnow.com

14.11.2018 Die Kirche habe sich mehr um den Schutz ihres Vermögens als um die ihr anvertrauten Menschen gekümmert, fasste Luis A. Torres vom Laienrat der Diözese Brooklyn  die Wut der Betroffenen gegenübe4r der US-amerikanischen Bischofskonferenz zusammen. Er habe eine Kirche kennengelernt, die sich „aktiv feindlich gegenüber Kindern“ verhalten habe, sagte der Anwalt in Gegenwart mehrerer Bischöfe.
Pitt Green, Opfer-Organisation „Spirit Fire Live“, sprach über die Folgen von Missbrauch für die zumeist jugendlichen Opfer: Suizide, Suchterkrankungen, chronische mentale Erkrankungen, zerbrochene Beziehungen. In Anspielung auf Vertuschung und Verleugnung von sexuellen Übergriffen in den eigenen Reihen, sagte sie den Bischöfen: „Ich weiß nicht, wie Sie das aushalten.“

14.11.2018 Francesco Cesareo, Kinderschutzbeauftragter der 196 US-Diözesen, erhebt schwere Vorwürfe. Die Antwort der Bischöfe auf die Krise sei "unvollständig" geblieben, vor allem im Blick auf den Umgang mit Amtsbrüdern. Mehr als 130 Bischöfe seien "während ihrer Laufbahn beschuldigt worden, versäumt zu haben, auf Missbrauchsvorwürfe in ihren Diözesen einzugehen". Darunter sei auch der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Daniel DiNardo. Andere hätten sich selbst Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt gesehen, nur wenige hätten echte Konsequenzen gezogen. Cesareo sprach von fehlender Transparenz vom Mangel an Verantwortlichkeit der Bischöfe. Das Misstrauen der Gläubigen gegenüber den Bischöfen werde bleiben, bis sie wirklich die Prinzipien von Offenheit und Transparenz leben.
Nachdem die Bischofskongregation der US-amerikanischen Bischofskonferenz verbot, Maßnahmen zu beschließen, liege der Ball nun beim Papst. Das sagte der Vatikanbeobachter John Allen.  Das römische Welttreffen der Bischöfe im Februar müsse nun "ein ganz dramatisches Ergebnis" liefern. Andernfalls könnte es in den USA "blutig" werden, fügte er hinzu.

14.11.2018 Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat, kritisiert die EKD-Synode: "Und wenn man nun erstmalig auf einer Synode dieses Thema behandelt, ist das schon ein Armutszeugnis, wenn Betroffene nicht eingeladen werden, kein Rederecht haben und man nicht auf Augenhöhe und miteinander dieses Thema angeht."
Quelle: domradio

14.11.2018 Marie Collins kritisiert die Anweisung des Vatikans an die US-amerikanische Bischofskonferenz, ihre geplanten Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt auch von Bischöfen zurückzustellen. Sie schlägt für das Februar-Treffen der Bischofskonferenz-Vorsitzenden im Vatikan vor, der Papst solle den Vorsitzenden drei Texte vorlegen: erstens eine klare, unmissverständliche Definition dessen, was Missbrauch ausmacht; zweitens die umfassende Beschreibung einer Kinderschutz-Politik mit "best-practice"-Beispielen und Hilfsmaßnahmen für die Opfer sowie drittens eine Regelung zur Verantwortlichkeit, die klare Sanktionen für jene Bischöfe benennt, die bei Prävention und Aufarbeitung versagen. Bekannt gemacht werden sollten die Bischofskonferenz-Vorsitzenden, die die Texte nicht unterschreiben. "Die Angst vor Skandalen und die Kultur nicht erklärter Rücktritte muss beendet werden", fordert Collins.

14.11.2018 Joachim Frank schreibt: "Notwendig wären Eingeständnis und Anerkenntnis der eigenen Verfehlungen durch die Verantwortlichen selbst. Dass es sie gibt, weiß jeder. 'Die Institution' gibt es nicht. Aber noch verstecken sich Personen in und hinter ihr. Das lässt an der Reue zweifeln, die Vergebung erst möglich macht. So aber klingt alles Bitten um Verzeihen hohl und setzt die Selbstblockade der Kirche fort. Wie halten es die Verantwortlichen mit der Bitte um den Geist, der unserer menschlichen Schwachheit aufhilft, und wie steht es mit ihrem Glauben an die Kraft der Wahrheit, die "euch frei machen wird"?

13.11.2018 Die EKD appellierte an Missbrauchsopfer in protestantischen Einrichtungen, ihre Fälle den zuständigen Stellen schnell zu schildern. Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die Erfahrungsberichte zu einer umfassenden Aufklärung beitragen können. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich nach Mitteilung der EKD um ehemalige Heimkinder. Die Diakonie Deutschland kündigte eine eigene wissenschaftliche Studie zu Missbrauch in ihren Einrichtungen an.
Quelle: rga

13.11.2018 In den Bistümern Trier und Speyer können sich Missbrauchsopfer, die sich nicht an kirchliche Stellen wenden wollen, auch beim Landesamt für Soziales melden.

13.11.2018 Papst Franziskus hat eine Untersuchung gegen Bischof Michael J. Bransfield, 75, Bistum Wheeling-Charleston, USA, angeordnet. Bransfield wird vorgeworfen, Erwachsene sexuell belästigt zu haben. Er erreichte am 8.9.2018 die Altersgrenze und Papst Franziskus nahm das Rücktrittsgesuch von Bransfield an.
Quelle: Domradio

13.11.2018 "Der Papst-Botschafter in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, erklärte nun vor den Bischöfen, dass Rom unter anderem Schwierigkeiten mit der Auslagerung von klerikaler Verantwortung habe. Er machte die 'Versuchung' aus, 'die Verantwortung zur Reform anderen zu überlassen statt selbst dafür zu sorgen', so der französische Erzbischof. 'Wir müssen zeigen, dass wir die Probleme lösen können, statt sie an andere zu delegieren.'" Dies erklärte Erzbischof Pierre den US-amerikanischen Bischöfen.
Quelle: domradio
Kommentar: Nun, offensichtlich waren die US-amerikanischen Bischöfe von 2002 bis 2018 nicht in der Lage, ihrer Verantwortung nachzukommen. Sie haben bislang die Probleme im Umgang mit den Opfern und mit den Kleriker-Tätern - auch denen unter den Bischöfen und Kardinälen - nicht lösen können. Was sollte die Gläubigen also veranlassen, den Bischöfen jetzt zuzutrauen, dass sie auf einmal die Probleme lösen können?

13.11.2018 Papst Franziskus hat den maltesischen Erzbischof Charles Scicluna zum beigeordneten Sekretär der Römischen Glaubenskongregation bestellt. Welche Befugnisse ein beigeorndeter Sekretär hat, wird nicht erläutert.
Quelle: orf

13.11.2018 Die Bischöfin der Nordkirche, Kirsten Fehrs, spricht im Ahrensburger Missbrauchsfall von einer "Kultur der Grenzverachtung". Auf ihrer Synode will die evangelische Kirche, das Thema Missbrauch umfassend aufzuarbeiten. Bislang wurden 479 Missbrauchsfälle gemeldet, zwei Drittel in kirchlichen Heimen. Die Synode fordert Opfer auf, sich zu melden. Zwei wissenschaftliche Studien sollen das Ausmaß von Missbrauch in der Vergangenheit ermitteln bzw. "systemisch bedingte Risikofaktoren in der evangelischen Kirche" untersuchen. Fehrs konstatierte: "Schon aus dem, was wir jetzt wissen, lassen sich aber evangelische Spezifika orten. Zum Beispiel die unreflektierte Vermischung von Privatem und Dienstlichem; dezentrale Strukturen, die unklar machen, wer für was zuständig ist – einschließlich einer fehlenden Beschwerdemöglichkeit."
Die EKD hat ein 11-Punkte-Programm vorgelegt, das jedoch nicht verbindlich ist.

13.11.2018 Die Missbrauchsfälle von Ahrensburg in der Nordkirche sind auch 8 Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch nicht abschließend aufgearbeitet. Anselm Kohn, Initiative "Missbrauch in Ahrensburg", spricht auch heute noch von Mängeln im Umgang mit den früheren Opfern. Die Entschädigungen seien nicht transparent und unzureichend. Kohn fordert externe Ansprechpartner und Ermittler: "Die Kirche kann nicht Aufklärer, Rechtsanwalt und Richter gleichzeitig sein. Das ist eine Konfusion, die funktioniert nicht."
Quelle: ndr

13.11.2018 Ein heute Mitte 70-Jähriger hat Bischof Wilmer, Hildesheim, einen Missbrauchsvorwurf gegen den früheren Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (1907 - 1988) mitgeteilt. Bereits früher hat ein anderer ehemaliger Messdiener Beschuldigungen gegen Bischof Janssen vorgebracht. Ab 1957 sei er gleich von mehreren Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht worden. Außer von Bischof Janssen sei er auch vom Leiter des damaligen Hildesheimer Kinderheims "Bernwardshof", einem Priester und einem Kaplan am damaligen Hildesheimer Kinderheim Johannishof missbraucht worden. Beide Beschuldigten sind dem Bistum bereits als mutmaßliche Täter bekannt. Sie sind gestorben.

12.11.2018 Die US-Bischöfe beraten derzeit über weitere Maßnahmen zum Umgang mit Missbrauchsfällen. Geplant war, eine Laienkommission zu installieren, die die Aufklärungsarbeit der Bischöfe untersuchen sollte. Gedacht war an eine externe Organisation, die Missbrauchsanzeigen ggf. direkt an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten sollte. Außerdem wollten sich die Bischöfe der 196 Bistümer der USA einen Verhaltenskodex geben. Dieser Verhaltenskodex war umstritten, einige Bischöfe argumentierten, das Evangelium sei ihnen höchster Maßstab für ihr Verhalten. Nun hat die Bischofskongregation gebeten, dass die US-Bischöfe mit der Verabschiedung von Maßnahmen das für Februar geplante Welttreffen der Bischöfe im Vatikan abwarten sollen. Der Vatikan nennt keine Begründung für seine "Bitte".  Anne Barrett Doyle, "BishopAccountability.org", erklärte, die Intervention des Vatikan sei "wirklich unglaublich". Sie wertete den Eingriff als "Versuch, selbst bescheidenen Fortschritt der US-Bischöfe zu unterdrücken".

12.11.2018 Die Spanische Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Española, CEE) hat eine Kommission zur Untersuchung der Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb kirchlicher Einrichtungen und zur Aktualisierung der Aktionsprotokolle eingerichtet. Die Kommission ist ausschließlich mit hohen kirchlichen Funktionären, vorwiegend Jesuiten und Mitglieder des Opus Dei besetzt. Psychologische und pädagogische Fachleute und Vertreter der Opfer blieben außen vor.


12.11.2018 Kardinal Francisco Javier Errazuriz soll nach Medienspekulationen seinen Rückzug aus dem K9-Rat vorbereiten. Ihm wird vorgeworfen, als Erzbischof von Santiago de Chile von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung eines später wegen Missbrauchs verurteilten Geistlichen jahrelang verhindert zu haben. Drei Betroffene werfen ihm zudem Meineid und Falschaussage in Zusammenhang mit sexuellen Vergehen des Priesters Fernando Karadima vor. Errazuriz bestreitet ein Fehlverhalten. Von 1971 bis 1990 war Errazuriz in der Leitung der Schönstatt-Bewegung in Vallendar bei Koblenz tätig. Anschließend war er bis 1996 Sekretär der Ordenskongregation im Vatikan und dann bis 1998 Bischof von Valparaiso. Im Anschluss erfolgte die Ernennung zum Erzbischof von Santiago de Chile. Das Bistum leitete er bis zu seiner Emeritierung 2010. Von 2003 bis 2007 war Errazuriz zudem Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM.

12.11.2018 Das Stift Klosterneuburg hat einen Bericht über einen Missbrauchsfall vorgelegt, der von der Initative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch kritisiert wird. Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative, kritisiert, dass die Expertengruppe nicht alle Zeugen eingeladen und angehört habe. Außerdem habe der Gruppe weder ein erfahrener Ermittler noch ein Kirchenrechtler angehört. Zudem bezweifelt Heibel die Unabhängigkeit der Expertenrunde. Die Untersuchungskommission habe keine Personen benannt, die den Missbrauchsfall vertuscht haben und dem Täter die Priesterweihe in Rumänien ermöglichten. "Niemand habe gewagt, die Verantwortung von Propst Bernhard Backovsky und anderer hochrangiger kirchlicher Würdenträger 'wirklich ernsthaft zu hinterfragen und eine Klärung herbeizuführen'. Somit blieben „Vertuscher und Förderer von pädophilen Klerikern unbehelligt und können in ihren Institutionen weiter so regieren, wie es ihnen gerade passt“, hieß es in der Stellungnahme der Initiative.
Quelle: orf
12.11.2018 Im Bistum Augsburg wurde den ChristInnen eine Gebetsvorlage zum Gedenktag für Missbrauchsopfer empfohlen. Darin heißt es u.a.: "„Damit sich die Kirche bzw. unser Bistum Augsburg erneuern kann, braucht es die Umkehr jedes Einzelnen, besonders auch stellvertretend für die, die sich schuldig gemacht haben an Kindern und Jugendlichen und damit am Leib Christi, der Kirche.“
Kommentar: Der Text erweckt den Eindruck, dass Täter und Vertuscher in der katholischen Kirche nicht etwa selbst verantwortlich sind für sexualisierte Gewalt oder ihre Vertuschung. Verantwortlich scheint das Kollektiv der KatholikInnen.

12.11.2018 Am Sonntag, 18.11. wird in Deutschland erstmals der Gedenktag für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche in Deutschland begangen. Die Bischöfe haben ihn in den Kontext des Europäischen Tages für Kinderschutz gestellt, um zu zeigen, dass Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, nicht nur ein katholisches. Der Gedenktag soll Betroffenen einen Raum des öffentlichen Gebetes geben. Zugleich soll damit für das Thema sensibilisiert werden, sagt der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann. Ackermann ist wichtig, dass nicht an den Opfern vorbei Vergebung von Gott erbeten wird. Matthias Katsch von der Opfervereinigung Eckiger Tisch hat den Gebetstag kritisiert, es brauche Hilfe und konkrete Entschädigung. Ackermann möchte nicht das eine gegen das andere ausspielen.

Quelle: domradio

Kommentar: Ein Gebetstag ist sinnvoll, wenn er der Gemeinde vor Ort tatsächlich zur Sensibilisierung für die Belange und das Leben von Opfern dient. Allerdings müsste das Gebet für die Opfer - die kirchlichen und die außerkirchlichen - so alltäglich in unsere Gottesdienste gehören, wie die Gewalt und ihre Folgen für Betroffene zu deren Alltag gehören. Und: Das Beten muss erfahrbare Folgen für die Opfer, die kirchlichen und die familiären...., haben, sonst bleibt es unglaubwürdig.

12.11.2018 Gläubige fordern den Rücktritt von Bischof Richard Malone (72), Buffalo, USA. Sie werfen ihm Vertuschung von Missbrauchsfällen vor, die er eingestanden hat. Zum Rücktritt ist er jedoch nicht bereit. Die Gläubigen knüpfen ihre Spendenbereitschaft an den Rücktritt des Bischofs.

Quelle: katholisch.de


12.11.2018 In Münster prüft die Staatsanwaltschaft mehrere Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester. Auslöser ist eine Initiative von sechs Strafrechtsprofessoren. Sie stellten Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs gegen Unbekannt, damit die Justiz den Fällen nachgeht, über die das Bistum Ende September berichtet hatte. Danach sind in den vergangenen Jahrzehnten 450 junge Männer und Frauen im Bistum missbraucht worden. Die Taten sollen 138 Geistliche, meist Priester, begangen haben.

Quelle: 1.wdr.de


11.11.2018 Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, sagt, auch in der evangelischen Kirche sei vertuscht und versetzt worden. Die Äußerungen des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, die evangelische Kirche sei aufgrund anderer Strukturen als in der katholischen Kirche nicht so anfällig für Missbrauch, wies sie zurück. Claus weist darauf hin, dass es in der evangelischen Kirche vermehrt um Betroffene ging, die in der Regel 14 Jahre und älter waren, also in einem Alter, in dem sie vermeintlich hätten "Nein" sagen können. Das mache es schwierig zu erkennen, dass es sich hier immer um sexualisierte Gewalt handelt. Claus fordert eine unabhängige zentrale Anlaufstelle für Betroffene und eine wissenschaftliche Studie, die den Umgang mit Betroffenen und Tätern untersuche. Immer auch seien Betroffene miteinzubeziehen.
In der evangelischen Kirche wurden bislang 480 "Fälle" aktenkundig.
Quelle: Domradio  und Domradio 12.11.2018

10.11.2018 Die römisch-katholische Kirche in England wird diese Woche einer intensiven Prüfung wegen ihres Umgangs mit sexuellem Kindesmissbrauch und der Vertuschung der Missbrauchsfälle durch Bischöfe unterzogen. Überlebende werden fünf Tage lang aussagen vor einer unabhängigen Untersuchungskommission, die die Erzdiözese Birmingham untersucht. Erstmals wird ein Kirchenverantwortlicher unter Eid aussagen: Kardinal VInvent Nichols, Erzbischof von Westminster. Er war von 2000 bis 2009 Erzbischof von Birmingham. Aussagen muss auch der jetzige Erzbischof von Birmingham, Bernard Longley.

Quelle: The Guardian

10.11.2018 Die US-Bischofskonferenz tagt nächste Woche. Sie wird entscheiden müssen, ob sie die 2002 in der Dallas-Charta eingeführte Null-Toleranz gegenüber Missbrauch auch für die Bischöfe einführen wird. Da Bischöfe jedoch nur der Autorität des Papstes unterstehen, müsste die Bischofskonferenz an den Papst  appellieren, dass er der Änderung der kanonischen Normen zustimmt und Bischöfe auch Sanktionen der Bischofskonferenz und einer Laiengruppe unterwirft.

In Italien will die Bischofskonferenz sich um eine Neufassung der Präventionsordnung kümnmern. Vermutet wird von Crux, dass Erzbischof Bruno Forte und Kardinal Lorenzo Baldisseri Einfluss nehmen, um die Sprache zur Missbrauchskrise zu verwässern, so dass es keine Nulltoleranz und keine direkte Entschuldigung bei den Überlebenden geben wird. Kenner gehen davon aus, dass die Missbrauchskrise in Italien in nächster Zeit ausbrechen wird. Als Beispiel nennen sie Erzbischof Mario Delpini, Mailand. Er wurde beschuldigt, als Weihbischof und Generalvikar von Mailand einen Täter geschützt und ihn in eine andere Gemeinde versetzt zu haben. Dabei war er sich nach eigenem Bekunden bewusst, dass er dem Täter eine neue Aufgabe im Bereich der Jugendarbeit gegeben hatte.

Quelle: cruxnow

10.11.2018 Die Vorsitzende des Vereins Evangelische Frauen in Deutschland (EFiD), Susanne Kahl-Passoth, sagte: "Es gibt immer noch Leute, den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm eingeschlossen, die mit dem Thema Missbrauch am liebsten nichts zu tun hätten und sich nicht ein bisschen in die Situation der Opfer einfühlen." Deren Forderungen würden als unangenehm, lästig oder sogar unbillig abgetan. Der EFiD ist ein Dachverband mit 39 Mitgliedsorganisationen und rund drei Millionen Mitgliedern. Ab Sonntag wird sich die EKD-Synode auch mit dem Thema Missbrauch beschäftigen.
Quelle: zeit.de

9.11.2018 Der NCR veröffentlicht einen Offenen Brief an die US-Bischöfe. Das Leitwort ist "It's over": "This, instead, is about a rot at the heart of the culture entrusted with leadership of the Catholic community. A rot so pervasive that it has touched every aspect of the community's life, disrupting all of the certainties and presumptions about who we are and who you are that helped hold this community together." Der Offene Brief spricht davon, dass es kein Verstecken mehr gibt, die Bischöfe haben den Tiefpunkt erreicht - nicht, weil sie entschlossen waren, die Wahrheit zu sagen, sondern weil sie wieder einmal erwischt wurden. Der Schmerz der Bischöfe sei selbst verschuldet. Sie hätten gewusst, dass die Missbrauchsfälle böse genug waren, um sie verstecken zu müssen.

Quelle: NCRonline

9.11.2018 Eine von fünf Provinzen der Jesuiten in Nordamerika wird am 7.12. die Namen aller glaubhaft beschuldigten Jesuiten in den Regionen Alaska, Arizona, Kalifornien, Hawaii, Idaho, Montana, Nevada, Oregon, Utah und Washington veröffentlichen. Das kündigte Scott Santarosa, S.J., Provinzial der Jesuiten-Region, an und sagte, auch die übrigen vier Jesuiten-Provinzen würden folgen, allerdings zu anderer Zeit. Keiner der Beschuldigten sei noch im aktiven Dienst. Santarosa räumte ein, dass die Veröffentlichung der Liste mehr Opfer hervorbringen und weitere Klagen nach sich ziehen könne.
Quelle: americamagazine.org

9.11.2018Dem Bischof von Salamanca, Carlos López, wird vorgeworfen, dass er Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs durch Priester ignorierte. So konnte z.B. Isidro López Santos ungestört Minderjährige missbrauchen. Eines der Opfer, Javier Paz, informierte 2011 das Bistum, dass er von 1982 - 1992 von Santos missbraucht wurde. Daraufhin versetzte der Bischof den Beschuldigten in den Ruhestand und bot dem Betroffenen Geld gegen Schweigen an. Der spanischen ZEitung El Pais liegen von Paz mitgeschnittene Telefonate vor. Danach unterschrieb Paz, dass er gegen Sofortzahlung von 300.00 € und eine monatzliche Rente von 1.500 € schweigen werde. als Paz nichts mehr vom Bistum hörte, wandte er sich erneut dorthin und erhielt die Antwort, dass er gar nichts bekomme, weil er nur auf Geld aus gewesen sei. Inzwischen seien weitere Fälle bekannt geworden, in denen Opfer mit dem Versprechen auf Entschädigungen zum Schweigen gebracht wurden.

Quelle: hpd.de


8.11.2018 Die französische Bischofskonferenz will eine unabhängige Untersuchungskommission einrichten, die allen Missbrauchsfällen seit 1950 nachgehen soll und die Gründe für das jahrelange Schweigen innerhalb der Kirche untersuchen soll. In zwei Jahren soll der Bericht vorliegen. EInzelheiten über Aufgaben und Zusammensetzung der Kommission werden noch bekannt gegeben.

Quelle: religion.orf.at


8.11.2018 Niedersachsen hat Details über Arzneimittelversuche an Kindern im ehemaligen Landeskrankenhaus Wunstorf vorgelegt. Bei einem Symposium zur Kinder- und Jugendpsychiatrie sagte eine Abteilungsleiterin, den Kindern sei Unrecht widerfahren, die Verantwortlichen hätten weggescvhaut. Das Jugendamt Hannover hatte pauschal in fragwürdige Untersuchungsmethoden eingewilligt. In der Wunstorfer Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde in den 60er- und 70er-Jahren an mindestens 286 Heimkindern mit Medikamenten geforscht - offenbar ohne Einwilligung der Eltern. Die meisten Eltern hätten wohl eingewilligt, ohne jedoch bis in die 1970er Jahre über die Nebenwirkungen informiert zu werden.
Untersucht werden soll noch die Rolle eines damaligen Psychiatriereferenten. Er hatte sich Mitte der 1960er Jahre für Arzneimittelversuche an Kindern von Pharmakonzernen bezahlen lassen. Später war er im Sozialministerium für die Aufsicht über die Kinder- und Jugendpsychiatrie zuständig. Auch mögliche Arzneimittelversuche in Heimen des Landes in Lüneburg oder Göttingen sollen noch untersucht werden.
Quelle: ndr

8.11.2018 Der Freiburger Erzbischof Burger spricht von wiederholten Aktenmanipulationen, gegen die nun durch Paginierung der Personalakten vorgegangen werden soll. Burger sieht "bewusstes Vertuschen" z.B. in Oberharmersbach, wo ein Gemeindepfarrer von 1968 bis Anfang der 90er Jahre Jugendliche missbraucht hat. Verantwortlich war die damalige Bistumsleitung. Der spätere Erzbischof Zollitsch trug als Personalreferent von 1983 bis 2003 bzw. als Erzbischof von 2003 bis 2013 Verantwortung für den Umgang mit Tätern und Opfern.
Quelle: Domradio

7.11.2018 Nach Dutzenden von Entschädigungsklagen wegen Kindesmissbrauchs durch Priester steht die Erzdiözese Agana, Guam, vor der Insolvenz. Mit dem Insolvenzverfahren solle größtmögliche Gerechtigkeit für so viele Opfer wie möglich erreicht werden. Der frühere Erzbischof von Agana, Anthony Sablan Apuron betuert seine Umschuld. Kirchenrechtlich wurde er wegen "einiger Anklagepunkte" für schuldig befunden. Welche Anklagepunkte das sind, wurde nicht gesagt.
7.11.2018 Papst Franziskus ermutigt die französischen Bischöfe, „in ihrem Kampf gegen Pädophilie nicht nachzulassen“.
Quelle: vaticannews.va

7.11.2018 Nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie fordert Essens Bischof Franz-Josef Overbeck deutliche Veränderungen in der katholischen Kirche. Diese erlebe "eine Vertrauenskrise extremsten Ausmaßes." Die Kirche müsse neuere Erkenntnisse z.B. der Biologie, der Psychologie, der Medizin berücksichtigen.

Quelle: domradio.de


7.11.2018 Die EKD befasst sich auf ihrer Synode mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den evangelischen Landeskirchen. Christine Bergmann wirft der EKD mangelndes Engagement bei der Aufarbeitung vor und plädiert für eine umfassende Studie über den Umfang des Missbrauchs in der EKD. Eine solche Studie plant die EKD nicht. Sie will einen Beauftragtenrat einrichten, dem die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, Bischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden) und Christoph Meyns (Braunschweig) angehören sollen. Der fünfköpfige Rat wird den Kontakt mit Betroffenen suchen. Bislang gibt es nur Anhaltspunkte und Schätzungen über das Ausmaß sexuellen Missbrauchs in der evangelischen Kirche. Eine repräsentative Studie, die Wissenschaftler um den Psychiater Jörg Fegert noch in diesem Jahr veröffentlichen wollen, geht von 200.000 Opfern im Bereich der christlichen Kirchen aus.

7.11.2018 In der Evangelischen Kirche Deutschlands sind seit 1950 insgesamt 480 Missbrauchsfälle bekannt geworden.
Quelle: domradio.de

7.11.2018 Der Freiburger Erzbischof Burger geht davon aus, dass der frühere Freiburger Erzbischof und ehemalige Vorsitzende der Dt Bischofskonferenz Zollitsch in seiner Zeit als Personalreferent der Erzdiözese Missbrauchsfälle vertuscht habe. Es geht dabei um den Missbrauchsskandal in Oberharmersbach im Ortenaukreis. In dem Schwarzwaldorf fand 23 Jahre lang, von 1968 bis 1991, durch den damaligen Ortsgeistlichen systematischer Missbrauch an mindestens 60 Kindern statt. Zollitsch hatte den Pfarrer in den Zwangsruhestand versetzt, den Missbrauch aber nicht der Staatsanwaltschaft gemeldet und nicht publik gemacht. Zu den Opfern hat er nie Kontakt aufgenommen.
Quelle: swr  katholisch.de

7.11.2018 Der Rechtswissenschaftler Reinhard Merkel wirft den deutschen Staatsanwaltschaften vor, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche "nicht im erforderlichen Maß" zu verfolgen. Er werfe der Kirche vor, wichtige Dokumente, die zur Identifikation möglicher Täter führen können, nicht herauszugeben.

7.11.2018 Sexueller Missbrauch müsse in deutschen Bistümern vordringlich bearbeitet werden, sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die "Perspektive der Opfer" müsse an erster Stelle stehen. Es brauche innerkirchlich nun "tatsächlich einen Mentalitätswechsel, um Vertrauen zurückzugewinnen". Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz meinte, die MHG-Studie habe den Bischöfen die Augen über systemische Ursachen sexuellen Missbrauchs geöffnet. Die Bischofskonferenz arbeite ein "dickes Arbeitsprogramm" ab. Ackermann versprach den Staatsanwaltschaften "volle Kooperationsbereitschaft".
Quelle: Domradio

6.11.2018 Daniel Deckers konstatiert, dass die Bischöfe nach 2002 und 2010 auch 2018 noch wortreiche Absichtserklärungen vorlegten statt Rechtsverbindlichkeit im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen zu schaffen. Bischöfe müssen sich niemandem gegenüber rechtfertigen (ausgenommen: dem Papst gegenüber). Noch immer glauben sie, Aufklärung und Entschädigung der Missbrauchsopfer seien bei ihnen gut aufgehoben. Wichtig wäre, dass es eine unabhängige Verwaltungsgerichtsbarkeit geben müssen, die mit umfassenden Ermittlungskompetenzen und Berichtspflichten ausgestattet seien. Kirchenrechtlich wüäre dies möglich - die Bischöfe müssten es nur wollen. Und wenn es nicht alle wollten, müssten "die vorangehen, die verstanden haben, dass es keinen anderen Weg gibt als den der Klarheit und Wahrheit, wollte die Kirche jemals wieder Vertrauen gewinnen".
Quelle: faz.net
6.11.2018 Die spanische Regierung plant die Abschaffung der Verjährungsfrist für sexuellen Kindesmissbrauch. Maria del Carmen Calvo Poyato informierte den Vatikan über die geplante Neuerung. Derzeit beginnt die Verjährungsfrist nach fünf bis 15 Jahren, d.h. Betroffene können Missbrauch maximal bis zum Alter von 33 Jahren anzeigen. Nach Aussagen der Organisation "Save the children" äußerten Betroffene sich im Schnitt erst mit 35 Jahren über das Erlittene.
Quelle: hpd

6.11.2018 Kardinal O'Malley ist enttäuscht über die schleppende Aufklärung  der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche. Fast ein Drittel der US-Bischöfe habe falsch auf sexuelles Fehlverhalten reagiert. Der "Boston Globe" und der "Philadelphia Inquirer" hatten zuvor mehr als 130 amtierenden und pensionierten US-Bischöfe, d.h. nahezu einem Drittel der US-amerikan. Bischöfe, unangemessene Reaktionen auf sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. O'Malley zeigte sich schockiert. Die Untersuchungen der Zeitungen haben ergeben, dass Anschuldigungen gegen mehr als 50 Bischöfe aus der Zeit nach der Konferenz von 2002 in Dallas stammten, bei der die Kirchenführer (auch auf Betreiben von McCarrick) eine Kinderschutz-Charta beschlossen hatten. O'Malley kündigte an, dass er sich bei der Herbstvollversammlung der US-Bischöfe dafür einsetzen werde, dass Bischöfe, die sexuelles Fehlverhalten ermöglichten oder selbst Fehlverhalten an den Tag legten, mit schweren Konsequenzen rechnen müssten. Wie diese konkret ausfielen, müsse am Ende Rom entscheiden.
Quelle: Domradio

6.11.2018 Die katholische Kirche in Polen gerät u.a. durch den Film "Kler" (Klerus) in den Blick der Öffentlichkeit. Bereits 2008 meldete der Dominikaner Marcin Mogielski – mit der Zustimmung seines Ordensoberen – einen Verdachtsfall auf Kindesmissbrauch durch einen Stettiner Priester an die Medien. Zuvor hatte Marcin jahrelang vergeblich versucht, die in der Erzdiözese tätigen Bischöfe zu einer Lösung des Problems zu bewegen. 2010 war eine Borromäusschwester von Zabrze wegen körperlicher und psychischer Gewalt und Anstiftung zu pädophilen Handlungen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Nach einer Zeitungsreportage meldeten sich 2014 weitere 140 Opfer. Overbeek gab Betroffenen im Jahr 2013 eine Stimme gegeben in seinem Buch "Fürchtet euch – Pädophilie-Opfer der Kirche in Polen sprechen". 2012 hatte die Polnische Bischofskonferenz Normen zum Umgang mit Missbrauchstätern erlassen. Seit 2013 ist der Jesuit Adam Żak Missbrauchsbeauftragter der Bischöfe, seit 2014 leitet er das "Zentrum für Kinderschutz". Bereits 2014 hatte die Einrichtung durch eine Datenerhebung bei staatlichen Gerichten mindestens 19 Priester ausgemacht, die in einem Zeitraum von drei Jahren wegen Missbrauchs verurteilt worden waren. 2017 gab es einen ersten Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Anfang Oktober wurde ein Orden zu der Rekordentschädigung von einer Million Złoty (233.000 Euro) und der Zahlung einer lebenslangen Monatsrente an eine junge Frau verurteilt, die als 13-jährige von einem Pater mehrfach vergewaltigt wurde. Die Gesellschaft Christi für Emigrantenseelsorge kündigte an, gegen das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof Beschwerde einzulegen. Für Ende November ist ein Dokument angekündigt, das die verschiedenen Aktivitäten zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt darstellt. Auch wolle man statistische Daten über Missbrauch sammeln.

Quelle: domradio


4.11.2018 Der Essener Caritas-Direktor Hermans berichtet, dass es noch immer Bistümer gebe, die keine weitergehende Öffnung ihrer Akten gestatten wollen, wenn es um das Thema Missbrauch geht. "Ich war neulich bei der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes, über den Missbrauchsskandal und andere aktuelle Themen wurde natürlich gesprochen, aber doch eher unter ferner liefen. Ein wirklicher Ruck, eine ehrliche, tiefe Erschütterung war für mich zwar seitens vieler Delegierter, in Gänze aber doch nicht ausreichend spürbar", sagt er und kritisiert den Freiburger Erzbischof Burger, der zwar von der Missbrauchsstudie in der Predigt sprach, die KRise der kath. Kirche jedoch nur als eine "Art Krise" bezeichnete. Hermans sagte: "Wir brauchen noch mal ein anderes Maß an öffentlicher Empörung, und das nicht nur von außen, sondern gerade von innen, von denen, die Mitglied der Kirche geblieben sind."
Kommentar: Die Empörung der Mitglieder der kath. Kirche hält sich nach meiner Beobachtung in Grenzen. Die Stimmung unter den praktizierenden KatholikInnen ist eher geprägt von dem Wunsch, nichts mehr über "das Thema" hören zu wollen. Deren Solidarität mit den Opfern sexueller Gewalt - den kirchlichen wie den außerkirchlichen Opfern - ist nur bei wenigen spürbar.

4.11.2018 Christoph Fleischmann interviewt den Strafrechtsprofessor Holm Putzke, einen der sechs Professoren, der Anzeige gegen die 27 Bistümer in Deutschland gestellt hat. Bislang wird davon ausgegangen, dass die MHG-Studie zu wenig konkrete Anhaltspunkte für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft biete. Nach Ansicht von Holm-Putzke jedoch liegen die "konkreten Anhaltspunkte" vor, denn in den kirchlichen Akten, die der MHG-Forschung nicht vorlagen, werden die Täternamen genannt. Die Staatsanwaltschaften müssten prüfen, ob die in der Studie ausgewerteten Fälle auch strafrechtlich untersucht wurden.
MB ist ein Offizialdelikt, die Staatsanwaltschaften müssten von sich aus ermitteln. Diese staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind unabhängig vom Willen der Opfer. Holm Putzke nennt dies ein Dilemma, denn bei (schwerem) sexuellen Missbrauch gebe es keine Verfügungsgewalt des Opfers über die Aufnahme von Ermittlungen. Nicht alle Opfer wünschen keine Ermittlungen, es gibt auch Opfer, die froh um die Ermittlungen sind.
Quelle: 1.wdr.de
3.11.2018 Die französische Bischofskonferenz denkt über eine Kommission nach, die das Thema "Missbrauch durch Kleriker" wissenschaftlich aufarbeitet. Der Vorsitzende der Bischofskonferenzt Erzbischof Georges Pontier hzatte sich zuvor gegen eine parlamentarische Untersuchungskommission ausgesprochen. Die Bischofskonferenz hörte auch Missbrauchsopfern zu. - Seit 2010 haben 433 Personen Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben, 212 davon wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet. In 36 Fällen wurde ein Ermittlungsvewrfahren eingeleitet. 13 Geistliche sitzen derzeit in Haft.

2.11.2018 Der katholische Priester Pierre Vignon hat eine Online-Petititon gestartet, in der er den Rücktritt von Kardinal Barbarin fordert. Die Petition wurde mehr als 100.000 mal unterschrieben. Nun erfuhr Vignon, dass er nicht mehr für den Dienst an einem Kirchengericht in Frage komme. Dort war er seit 2002 Richter.

2.11.2018 Sechs Juristen haben bei den Staatsanwaltschaften im Bezirk aller 27 katholischen Bistümer Anzeige wegen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs erstattet. Die Behörden in Freiburg, Osnabrück und Würzburgprüfen derzeit die Anzeige. In Köln und Regensburg sind die Staatsanwaltschaften unabhängig von der Anzeige mit der Prüfung eines Anfangsverdachtes befasst. Die Juristen gehen davon aus, dass die MHG-Studie "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" für Straftaten geliefert habe. Wahrscheinlich könnten Fälle bis 1998 zurück gefunden werden, die nicht verjährt seien. Die Staatsanwaltschaften müssten die Bistümer um Herausgabe der Akten bitten in solchen Fällen, die in die Studie eingeflossen sind, jedoch den Strafverfolgungsbehörden bislang nicht vorgelegen haben. Sollten die Bistümer die Aktenherausgabe verweigern, müssten sie durchsucht werden, ggf. müssten die Akten beschlagnahmt werden. Die Verweigerung der Aktenherausgabe könne eine Strafvereitelung sein.

Quelle: stern.de


2.11.2018 Erzbischof Gregory Aymond, Erzbistum New Orleans, hat 57 Namen katholischer Priester veröffentlicht, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wurden.

Quelle: nola.com

1.11.2018 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagt, Empörung über vertuschende Bischöfe reiche nicht: "Sie müssen entscheiden, was für Sie mehr zählt – Ihre kirchliche Vernabelung und persönliche Sympathien oder der Druck, den Kardinal Marx als notwendig anzeigt. Wenn Sie aber effektive Mittel scheuen, etwas an dem zu ändern, über das Sie sich empören, dann sollten Sie auch damit aufhören und sich mit der 'Übergriffigkeit des Systems' abfinden." Lüdecke weist auf drei Wege hin, die geeignet sind, Organisationen zum Lernen zu bewegen: Fluchtdruck, Kontrolldruck und Strafdruck. Der Strafdruck kann sich durch staatliche Maßnahmen erhöhen. Kontrolldruck aufzubauen, ist kirchenrechtlich ausgeschlossen. Fluchtdruck kann durch die Verweigerung ehrenamtlicher Arbeit und von Geld aufgebaut werden.
Quelle: theosalon

1.11.2018 Der Regensburger Bischof Voderholzer verteidigt den Pflichtzölibat. Er widerspricht der Ansicht, dass der Zölibat mitursächlich für den Missbrauch durch Kleriker sei und halte diese Ansicht "für einen Missbrauch des Missbrauchs, insbesondere für einen Missbrauch der Opfer des Missbrauchs." Forderungen nach Veröffentlichung der Personalakten aller Priester nannte er  "ungeheuerlich", Priester genössen denselben Datenschutz wie alle anderen Menschen auch. Einen möglichen Generalverdacht gegen alle katholischen Priester im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals wies Voderholzer "auf das Entschiedenste" zurück. Das hätten die Priester und die katholische Kirche nicht verdient.
Kommentar: Nun, dem Generalverdacht gegen kath. Priester haben die Kirchenverantwortlichen selbst Vorschub geleistet. Hätten sie alle Fälle zur Anzeige gebracht, müssten Menschen sich nicht die Frage stellen, ob sie in einem Priester/Ordensmann womöglich einen Kindesmissbraucher vor sich haben.
1.11.2018  In Dublin gehen Google-Mitarbeiter auf die Straße und schließen sich dem weltweiten Protest gegen die Nachsicht gegenüber sexuellem Fehlverhalten von Führungskräften im Unternehmen an. Ein vergleichbarer  Protest gegen die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der kath. Kirche wurde bislang nicht bekannt.

1.11.2018 In Chile wurden zwei Priester vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Der Apostolische Verwalter der Diözese Rancagua, Bischof Fernando Ramos, hat die Priester wieder in ihre pastorale Tätigkeit integriert. Untersuchungen des Kirchengerichts ergaben, dass Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs nicht glaubwürdig waren, berichtete die Diözese am Mittwoch. Die Priester standen im Verdacht einer Beteiligung an den Pädophilen-Netzwerken „La Cofradía“ und „La Familia“.Bereits am 18. Oktober wurden zwei weitere katholische Priester wieder zum pastoralen Dienst zugelassen, die zuvor ebenfalls zu Unrecht sexueller Vergehen gegen Minderjährigen beschuldigt worden waren. In anderen Fällen gingen Untersuchungen gegen möglicherweise pädophile Priester jedeoch weiter, teilte die Diözese mit.

31.10.2018 Der katholische Weihbischof von New York, John Jenik, wurde des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und aus seinem öffentlichen Dienst entfernt. Ihm wird eine "unangemessene Beziehung" zu einem Teenager von 1980 bis 1986 vorgeworfen. Die zuständige Prüfstelle, das Lay Review Board, hält die Anschuldigungen für glaubwürdig und begründet, teilte Kardinal T.M. Doland, Erzbischof von New York, mit. Bischof Jenik weist die Anschuldigungen zurück.
Quelle: nytimes.com

31.10.2018 Die Diözese Würzburg hat einen Priester wegen des Verdachts einer Sexualstraftat bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg angezeigt. Der Vorwurf bezieht sich auf Aktivitäten in den Sozialen Medien. Der Pfarrer wurde mit sofortiger Wirkung bis zur Klärung des Sachverhalts von seinen priesterlichen Aufgaben entbunden.

31.10.2018 Zwischen 2017 und 2018 haben sich 211 Opfer bei französischen Bischöfen gemeldet haben. Über die Hälfte der angezeigten Fälle geschah vor dem Jahr 2000, 31 danach. 75 Fälle wurden laut dem Bericht von Bischöfen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. 11 mutmaßliche Täter seien bereits verstorben. Gegen 10 Geistliche laufen derzeit Ermittlungsverfahren. Seit 2016 richtete die Kirche 71 Zentren in Frankreich ein, bei denen sich Opfer melden können. Zur französischen Bischofskonferenz wurden auch Missbrauchsopfer eingeladen. Die Bischöfe wollen auch darüber beraten, ob sie eine interdisziplinäre Kommission für eine umfassende Studie über Missbrauch einrichten. Ein Antrag verschiedener französischer Politiker, eine parlamentarische Untersuchung der Missbrauchsfälle in der Kirche durchzusetzen, war im Oktober gescheitert.

31.10.2018 Eine Fachtagung von drei bischöflichen Kommissionen der Dt. Bischofskonferenz (Pastoralkommission, die Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste und die Jugendkommission) beschäftigte sich mit Geistlichem Missbrauch, von dem zunehmend mehr Betroffene berichteten. Bischof Genn wies auf den Zusammenhang von psychischem und geistlichem Missbrauch mit sexuellem Missbrauch hin: „Allzu oft, so die Befürchtung, geht psychischer und geistlicher Missbrauch dem sexuellen Missbrauch voraus. Opfer sexuellen Missbrauchs werden durch eine falsche geistliche Begleitung in Abhängigkeiten vom Begleiter gebracht und gefügig gemacht.“
Quelle: dbk.de

31.10.2018 Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht bislang kein Fehlverhalten seiner Amtsvorgänger beim Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch. "Dafür geben die Akten auf den ersten Blick nichts her", sagte Kohlgraf am Dienstagabend in Mainz. Seine Amtsvorgänger Kardinal Karl Lehmann und Kardinal Hermann Volk hätten das Thema sexueller Missbrauch allerdings "unter den Maßgaben und Erkenntnissen ihrer Zeit" beurteilt, erklärte Kohlgraf bei einer Podiumsdiskussion. Opfer sehen das anders.

30.10.2018 Die evangelische Kirche ist nach Ansicht des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber „weniger anfällig für Missbrauch“. Huber wörtlich: „Für sexuellen Missbrauch gibt es bei uns nicht dieselben strukturellen Voraussetzungen wie in der katholischen Kirche – Stichworte: hierarchische Struktur, Autoritätsverhältnisse, Pflichtzölibat, Sexualmoral.“ Auch im internationalen Vergleich habe das Phänomen „im evangelischen Bereich nicht die gleiche Dramatik“. Huber plädiere dafür, „dass wir uns auch als evangelische Kirche ein Gesamtbild erarbeiten und gemeinsam wirksame Vorkehrungen (gegen Missbrauch) treffen“.Quelle: vaticannews.va

30.10.2018 Der Erzbischof von Johannesburg, Buti Tlhagale, fordert einen generellen Ausschluss aus der Kirche für Priester, die in Missbrauchsfälle mit Minderjährigen involviert sind. Er kritisiert, dass auf Hilfe zur Abtreibung oder den Bruch des Zölibats die Exkommunikation stehe, nicht jedoch auf Missbrauch. Das Kirchenrecht müsse entsprechend geändert werden.

30.10.2018 Der Strafrechtsprofessor Hilgendorf begründet die Anzeige gegen die katholische Kirche damit, dass nach dem EIndruck der anzeigenden Strafrechtsprofessoren "die Missbrauchsstudie – nach dem ersten öffentlichen Aufschrei, den Äußerungen der Betroffenheit und Entschuldigungen der Bischöfe – im Sande zu verlaufen droht und letztendlich die Aufarbeitung nicht vorankommt." Deshalb müsse jetzt etwas passieren. Er weist auch darauf hin, dass die Priester unter Generalverdacht gestellt werden: "Eltern denken, sie können ihre Kinder nicht mehr mit ihnen alleine lassen. Dieses Misstrauen ist ungerechtfertigt. Wenn klar wäre, dass schwarze Schafe sofort der staatlichen Justiz übergeben werden, dann würden diese Probleme nicht auftreten. Es geht ja auch um den Schutz und das Ansehen der ganz überwiegenden Mehrzahl von katholischen Geistlichen, die völlig korrekt und aufopferungsvoll arbeiten."
Kommentar: Mir ist seit Jahren unverständlich, warum katholische Priester ihre Bischöfe nicht dazu drängen, missbrauchende Kollegen der staatlichen Justiz zu übergeben. Dies würde dem Schutz jener Priester dienen, die sorgsam arbeiten - und auch für das Ansehen dieser Priester tragen Bischöfe die Verantwortung.

30.10.2018 Andre Fort, Bischof em. von Orleans, muss sich vor Gericht verantworten. Eines von mindestens sechs Opfern (10 - 13 Jahre) eines Priesters, die Übergriffen während eines Sommerlagers 1993 ausgesetzt waren, hatte den Bischof 2008 informiert. Der Bischof soll nichts unternommen haben. 2010 übernahm Bischof Jacques Blaquart das Bistum, mutmaßliche Opfer informierten  auch ihn. 2012 wurde ein Verfahren gegen den beschuldigten Priester eröffnet, 2017 ein Verfahren gegen Bischof Fort. Fort droht eine dreijährige Gefängnisstrafe.
Quelle: domradio.de

30.10.2018 Sexueller Missbrauch soll in Spanien künftig nicht mehr verjähren. Eine entsprechende Reform des Sexualstrafrechts gab Vizeregierungschefin Carmen Calvo nach einem Besuch im Vatikan bekannt, wie die Tageszeitung „El País“ am Dienstag berichtete. Die Politikerin habe die Änderung am Vortag in Rom mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin abgesprochen. Derzeit besteht in Spanien für Sexualdelikte je nach Schwere der Tat eine Verjährungsfrist von fünf bis 15 Jahren. Bei minderjährigen Opfern beginnt die Frist, sobald diese das 18. Lebensalter erreichen. Der Nichtregierungsorganisation Save the Children zufolge sprechen viele Opfer jedoch erst nach Ablauf der Verjährungsfrist über ihre Erfahrungen. Die katholische Kirche in Spanien hatte vor wenigen Tagen eine Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche angekündigt. Jedes Mitglied der kirchlichen Gemeinschaft, das sich strafbar gemacht habe, solle sich dafür verantworten, hieß es. Gegenwärtig liegen nur die Berichte einzelner Opfer vor. In Deutschland ist lediglich Mord von der Verjährung ausgenommen. Im Übrigen variieren die Fristen zwischen drei und 30 Jahren, abhängig vom Strafhöchstmaß der Tat. Bei Vergewaltigung beträgt die Frist demnach 20 Jahre. Eine Besonderheit bei sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung und ähnlichen Straftaten ist jedoch, dass die Frist seit 2015 bis zum 30. Lebensjahr des Opfers ruht und erst dann beginnt.
Quelle: faz.net

30.10.2018 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft beim Thema sexueller Missbrauch. Hintergrund sind Strafanzeigen von fünf Jura-Professoren gegen Unbekannt. Die Kommission sexueller Missbrauch habe in den vergangenen Jahren wegen des Verdachts auf Sexualdelikte zwei Strafanzeigen erstattet, erklärte Bischof Gebhard Fürst. In sieben weiteren Fällen sei die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig geworden. Auch da habe die Diözese "eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiert".
Quelle: Domradio

30.10.2018 Die US-Staatsanwaltschaft hat die katholische Kirche aufgefordert, sämtliche Dokumente und Dateien im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen zu sichern. Ein Anwalt der Bischofskonferenz (USCCB) bestätigte, dass die Bischofskonferenz alle 197 Diözesen der USA anweisen solle, die betreffenden Dokumente zu sichern.
Quelle: kathpress

29.10.2018 In einem Entwurf des Dokumentes der Jugend-Bischofssynode stand, dass die Synode die Politik der "Nulltoleranz" gegenüber sexuellem Missbrauch bestätige. Im Abschlussdokument steht die Nulltoleranz nicht mehr. Dort wird lediglich davon ein "festes Bekenntnis zur Annahme rigoroser Präventionsmaßnahmen ..., die verhindern, dass sich[Missbräuche] wiederholen" genannt.Der Widerstand gegen den Ausdruck "Nulltoleranz" kam von Bischöfen, die auf die Ungenuigkeit des Begriffs verwiesen, der für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeute. Zudem verwiesen sie auf die im Februar 2019 geplante Konferenz aller Bischöfe. Insbesondere Bischöfe aus den Entwicklungsländern befürchteten, dass eine zu große Aufmerksamkeit für die Missbrauchsskandale dringendere Sorgen überschatten würde.

29.10.2018 Die sechs Strafrechtsprofessoren, die in den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche Anzeige gegen unbekannt erstattet haben, zeigen sich überrascht darüber, "wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen".
Quelle: focus
Kommentar: Nach meiner Beobachtung ist es bei den Katholiken häufig so, dass sie in aller Stille gehen, nicht protestieren, sich auch nicht öffentlich mit den Opfern solidarisieren.

29.10.2018 Das Erzbistum Köln hat zu vier Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Informationen an die Staatsanwaltschaften Bonn, Düsseldorf und Koblenz übersandt. Dabei gehe es um mutmaßliche Taten aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Die Meldungen basierten auf neuen Informationen von Betroffenen oder auf Erkenntnissen der internen Akten-Aufarbeitung, wie die Erzdiözese an diesem Montag mitteilte. Bei den Beschuldigten handelt es sich den Angaben zufolge um Priester aus dem Erzbistum Köln, bei denen bereits Sanktionen ausgesprochen und kirchenrechtliche Verfahren in die Wege geleitet wurden.
Quelle: domradio

29.10.2018 Papst Franziskus hat angeregt, jährlich einen Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs zu begehen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat für Deutschland festgelegt, diesen Gedenktag im zeitlichen Umfeld des durch den Europarat initiierten „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ zu begehen. Dieser findet bereits seit 2015 jeweils am 18. November statt. Ziel des europäischen Tages ist es, Impulse für einen verbesserten Kinderschutz zu geben und die Gesellschaft weiterhin für die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs zu sensibilisieren. Die Textvorschläge für Fürbitten sind hier nachzulesen.
Quelle: dbk.de
Kommentar: Ein besonderer Gedenktag macht durchaus Sinn. Er ist jedoch erst der Beginn der Erkenntnis, dass sexueller Missbrauch und seine oft lebenslänglichen Folgen für jede/n Siebten Alltag sind. Genauso alltäglich und selbstverständlich sollte es sein, dass für die Opfer gebetet wird und dass die ChristInnen dafür Sorge zu tragen haben, dass die Opfer in der Kirche eine Heimat finden. Davon sind wir weit entfernt.

28.10.2018 Bei dem Weltbischofstreffen ging es um das Thema Jugend. Rund 270 Bischöfe kamen dazu nach Rom. In dem Abschlussdokument sprechen sich die Geistlichen dafür aus, mit "rigorosen Mitteln" sexuellem Missbrauch durch Geistliche vorzubeugen. Am umstrittensten war die Passage über Homosexualität. "Gott liebt alle Menschen und so macht es die Kirche», heisst es darin. Niemand dürfe wegen seiner Sexualität diskriminiert werden. Homosexuelle müssten in ihrem Glauben begleitet werden. Die Passage fand 178 Zustimmungen und 65 Gegenstimmen. In dem Dokument fehlt ein klares Schuldeingeständnis für jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauch durch katholische Geistliche. 208 Bischöfe stimmtem dem Paragrafen "Wahrheit suchen und um Vergebung bitten" zu, 30 Bischöfe stimmten dagegen. Zu Frauen in der kath. Kirche wurde immerhin erkannt, dass die «Abwesenheit der weiblichen Stimme ... die Debatte und den Weg der Kirche verarmen" lässt. Obwohl das Priestertum von Frauen nicht zur Debatte stand, gab es "Dutzende" Gegenstimmen.
Quelle: NZZ

27.10.2018 Eine Gruppe von Strafrechtsprofessoren hat Anzeige gegen unbekannt erstattet und sie bei Staatsanwaltschaften im Bezirk jeder Diözese eingereicht.Sie sagen, die MHG-Studie habe "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" für Straftaten geliefert. Daher seien die Behörden verpflichtet, die Akten der Kirche sicherzustellen. Die Studie rechtfertige die Durchsuchung aller Diözesen. Bislang habe keine Staatsanwaltschaft Akten beschlagnahmt. Lediglich die Generalstaatsanwaltschaften in Bayern hätten an die bayerischen Diözesen appelliert, relevante Dokumente auszuhändigen. Die Behörden etwa in Ingolstadt, Münster oder Mainz verweisen auf die Anonymität der Studie, der weder Betroffene noch Tatzeiten oder Tatorte zu entnehmen seien. Anderswo heiße es, es hätten sich keine Betroffenen gemeldet. In Fulda verlasse man sich auf das "vorbildliche" Anzeigeverhalten durch die Kirche selbst.

Die Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) wies darauf hin, dess es im Rechtsstaat keine Geheimarchive gebe und die Kirche sich einer juristischen Aufklärung nicht verweigern könne. Johannes-Wilhelm Rörig sagte, der Staat übertrage den Kirchen zwar die Verantwortung für Kitas und Schulen, gebe damit aber nicht die Verantwortung für die Kinder ab. Der Staat stehe für sie "natürlich in der Pflicht", sei dieser aber "nicht immer gerecht geworden".

Quelle: katholisch.de  NDR  domradio.de


26.10.2018 ECA (End Clerical Abuse) wirft Bischof David Zubik Vertuschung von Missbrauch vor. Zubik war seit 1991 im Bistum Pittsburgh Personalchef, ab 1996 Generalvikar. 1997 wurde er Weihbischof in Pittsburgh unter Bischof Donald Wuerl. 2003 wurde er Bischof von Green Bay, 2007 Bischof von Pittsburg. Gerichtsakten belegen, dass Zubik im Bistum Green Bay systematisch Beweise für Missbrauch vernichtet hat, die sich auf mindestens 51 bekannte Sexualstraftäter bezogen. Unter den vernichteten Akten waren auch Akten von kirchlichen Behandlungseinrichtungen. ECA fragt, ob Zubik nicht nur in Green Bay, sondern möglicherweise auch in Pittsburgh Akten vernichtet hat.

Quelle: ecaglobal.org


26.10.2018 "Für pädophile Priester ist Italien eine Insel des Glücks", sagte Francesco Zanardi vom italienischen Opferverband Rete l'Abuso. Zwar werden immer wieder Übergriffe durch kath. Priester bekannt, aber der Aufschrei bleibt aus. Auch die italienischen Medien berichten wenig.

Quelle: orf

26.10.2018 Hat ein Bischof vor 20 Jahren sexuellen Missbrauch vertuscht, könne man ihn heute nicht dafür beschuldigen, meint Mumbais Kardinal Oswald Gracias, der auch Mitglied des Kardinalsrats ist. Immerhin habe man früher nicht gewusst, welche Spätfolgen das für die Opfer haben könne. "Ich frage mich oft, ob es fair ist, einem Bischof, der heute 85 oder 86 Jahre alt ist, die Schuld dafür zu geben, was er als 65-Jähriger getan hat", so der Kardinal. In der Vergangenheit sei nicht bekannt gewesen, dass sexueller Missbrauch für die Betroffenen lebenslange Auswirkungen haben könne.

26.10.2018 Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, kritisiert den Theologen Wucherpfennig, der einen kritischen Umgang mit Äußerungen der Bibel zu Homosexualität anmahnt und dem deswegen bislang das nihil obstat für eine weitere Amtszeit als Rektor von St. Georgen, Ffm, verweigert wird. Wucherpfennig müsse nur den Katechismus lesen. Der Nuntius sagte, die Kirche in Deutschland habe kein Imageproblem, dies sei eher eine "partielle Wahrnehmung". "Die Massenmedien konzentrieren sich zu sehr auf die negativen Dinge in der Kirche, die ja leider auch existieren, wie etwa der sexuelle Missbrauch. Aber es passiert auch so viel Gutes." Zudem reiche es nicht aus, nur über Strukturreformen zu reden. "Laien, Priester, Ordensleute, Bischöfe und der Papst, wir alle sind berufen, Heilige zu werden. Das hat das Zweite Vatikanische Konzil deutlich unterstrichen. Wenn wir einfach alle in puncto Heiligkeit miteinander wetteifern, wird das Problem von selbst verschwinden. Heilige nämlich missbrauchen niemanden", zeigte sich Eterovic überzeugt.
Quelle: katholisch.de

25.10.2018 Die Generaloberinnen von 34 Frauenorden aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg fordern mehr Mitbestimmung von Frauen in der katholischen Kirche. Frauen sollten zu allen kirchlichen Ämtern und Diensten zugelassen und bei Bischofssynoden mit Stimmrecht einbezogen werden, erklärten die deutschsprachigen Mitglieder der weltweiten Ordensfrauen-Vereinigung UISG am Mittwoch in Innsbruck.

25.10.2018 Martin Schmitz, Missbrauchsopfer eines Priesters aus dem Bistum Münster, fordert Akteneinsicht für Opfer sexualisierter Gewalt durch kath. Kleriker. Schmitz berichtete, er habe drei Pfarrern seines Heimatortes sein Schicksal geschildert und um Stellungnahmen zum Umgang der Kirche mit Betroffenen gebeten. Zwei der Priester seien nach jeweils zwei Jahren versetzt worden, ohne dass es eine Antwort gegeben habe. Erst der jetzige Pfarrer unternehme gemeinsam mit der Bistumsleitung Schritte der Aufarbeitung. Der Täter sei zweimal verurteilt worden. 1968 habe das Landgericht Bochum den Geistlichen wegen Unzucht mit Abhängigen zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. 1983 sei der Priester von einem Schöffengericht in Bochum zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 70 Mark verurteilt worden. Damals sei es um sexuelle Handlungen an zwei Jungen im Alter von neun und elf Jahren gegangen.
Quelle: kirche-und-leben.de
25.10.2018 Markus Elstner, Betroffener sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester, gibt Opfern eine Stimme. Er kämpft gegen die Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch.
Quelle: nwzonline.de
25.10.2018 Das „Dignitatis Humanae Institute“ verbreitet im Namen des Christentums antisemitische, anti-islamische und autoritäre Ideen. Ex-Trump-Berater Steve Bannon hält dort Vorträge. Der Papst gilt als Feind, aber die Beziehungen zur Kurie sind eng. Am 22.10. berichtete der Spiegel, dassSteve Bannon Gloria von Thurn und Taxis und Kardinal Gerhard Müller empfangen habe. Bannon wolle eine rechte Sammlungsbewegung gründen.
Quellen: DLF  br

24.10.2018 Das irische Kinderministerium teilte mit, dass nun Grabungen in Tuam unter einem katholischen Heim der Orden der Bon-Secours-Schwestern genehmigt sind. In Tuam, dessen Heim von 19215 bis 1961 existierte, war ein Massengrab mit knapp 800 Kinderleichen (Föten, Kinder von 0-3 Jahre) gefunden worden. Nur eines der Kinder war beerdigt worden. Von den anderen Kindern fand eine Historikerin etwa 2014 lediglich Einträge im Sterberegister. Neben Tuam gab es in Irland neun weitere Einrichtungen, in denen ca 35.000 ledige Mütter untergebracht waren.

24.10.2018 Der Wallfahrtsrektor von Maria Vesperbild (Mittelschwaben) Erwin Reichart, soll laut "Augsburger Allgemeine" Missbrauch verharmlost und die Berichterstattung darüber als Kampagne gegen die Kirche bezeichnet haben. Er wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe den sexuellen Missbrauch in der Kirche verharmlost.

24.10.2018 Der Präses eines kath. Jugendverbandes im Bistum Bamberg hatte möglicherweise 400-500 Opfer. Ein Opfer wurde in der MHG-Studie eingerechnet. Eines der Opfer ist katholischer Priester. Er bat andere Mitglieder der Jugendgruppe, sich zu melden, die dies ablehnten: "Da sind auch Freundschaften daran kaputtgegangen, an dieser Nicht-Unterstützung: 'Lasst die Toten ruhen', sagte man." Inzwischen haben sich mehrere Opfer in einer facebook-Gruppe zusammengeschlossen. Schwierig für den Priester ist seine Doppelrolle als selbst Betroffener und als Vertreter der Täter-Institution.
Quellen: br.de  Domradio

24.10.2018 Opferanwälte haben in der Erzdiözese San Francisco 135 Geistliche benannt. die des sexuellen Missbrauchs angeklagt sind. In der Diözese Oakland listen sie 95 Angeklagte, und in der Diözese San Jose 33 angeklagte Priester auf. Bischof Patrick McGrath, hatte vor einer Woche in einem Bericht von 15 Tätern in der Diözese San Jose gesprochen. Im Bistum Los Angeles sprechen die Opferanwälte von 307 geistlichen Tätern.
Quelle: cruxnow.com

23.10.2018 Der polnische Erzbischof Stanislaw Budzik (66) bedauert, dass der Film "Klerus" ein einseitig negatives Bild der Kirche zeichne. Der Oberhirte der ostpolnischen Diözese Lublin sieht in sexuellem Missbrauch an Kindern ein "Ärgernis für das Volk Gottes", spricht jedoch von "Einzelfällen" und davon, dass weniger als 1 % der Priester Missbrauchstäter seien.
Quelle: katholisch.de

23.10.2018 Im Bistum Paderborn melden sich weitere Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs durch Kleriker.
Quelle: nw.de

23.10.018 In Frankreich haben zwei Priester, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, Selbstmord begangen. Einer hatte gestanden, der zweite bat in einem Schreiben um Vergebung.

23.10.2018 Wolfgang Treitler, Professor für Fundamentaltheologie in Wien, hofft, dass die (Erz-)Bischöfe Burger und Wilmer "genug Rückgrat haben, um möglichen Gegenwind durchzustehen." Beide Bischöfe haben das Versagen ihrer Vorgänger im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsopfern benannt.
Quelle: domradio.de

23.10.2018 "Zwar beklagen heute sogar Bischöfe einen verderblichen „Klerikalismus“ in der Kirche. Aber das war es dann auch schon. Schritte zu einem Mentalitätswandel, Ansätze für echte Strukturreformen? Bislang Fehlanzeige. Manche Reaktion aus den Bistümern klingt im Gegenteil sehr verdächtig nach den bekannten Abwehrreflexen. Einige in der Studie benannte „Themenfelder“ wie Zölibat, Sexualmoral und Homosexualität „scheinen jetzt von manchen auf der Empörungswelle benutzt zu werden, um ihre Interessen voranzubringen“, hat der neue Kölner Generalvikar Markus Hofmann gesagt. Und ein führender Vertreter des Bistums Regensburg nennt die Studie intern 'Lug und Trug' “. So schreibt Joachim Frank und schlussfolgert: "Gegen solches Abwiegeln hilft nur konstanter öffentlicher Druck: durch Medien, Opferverbände, durch die staatliche Justiz."
Quelle: ksta.de

22.10.2018 Die Generalvikare der dt. Bistümer wollen bis zur Sitzung des Ständigen Rates Mitte November eine Projektskizze vorlegen, um auch das institutionelle Versagen der Kirche im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch aufzuarbeiten. Dazu gehörten auch das Thema der innerkirchlichen Machtstrukturen sowie Fragen der Sexualmoral. Auch auf der Jahreskonferenz der deutschsprachigen Offizialate in Bensberg sei über die Inhalte der MHG-Studie sowie über den aktuellen Stand der Überprüfung der Leitlinien bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch gesprochen worden. Zusammen mit Bischof Ackermann sowie Pfarrer Manfred Bauer von der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre hätten die Offiziale Fragen zur Vorgehensweise bei Verfahren in Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker diskutiert, darunter auch die Frage der Einrichtung von bistumsübergreifenden Sondergerichten. Nicht berichtet wird, ob die Generalvikare und Offiziale auch den Umgang mit Betroffenen thematisierten.
Quelle: vaticannews.va

22.10.2018 Die Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) befasst sich bei ihrer Herbstversammlung im November mit der Missbrauchskrise. In Baltimore, dem Tagungsort, sollen die Kontrollen verschärft werden, da mit Demonstrationen gegen das Vorgehen der Bischöfe bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen gerechnet wird. Der Kommunikationsbeauftragte der Bischofskonferenz und Bischof von Burlington, Christopher J. Coyne, wies darauf hin, dass die 2002 verabschiedete "Charta zum Schutz von Kindern und Jugendlichen" funktioniere. Aber diese Botschaft komme nicht an.- Die Charta wurde unter maßgeblicher Beteiligung von Ex-Kardinal McCarrick verabschiedet.
Quelle: kathpress

22.10.2018 2.10.2018 Nach bislang unbestätigten Informationen muss die Kirche in Chile ca 575.000 Euro an die Opfer des Priesters Karadima zahlen.  Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz sprach von einem historischen Urteil, welches "die Kardinäle Errazuriz, Ezzati und ihre Bande von Bischöfen als das zeigt, was sie sind: eine Gruppe von Kriminellen."

Quelle: domradio


21.10.2018 Der ehemalige Bischof von La Serena und Chillán, Francisco José Cox Huneeus lebt in Vallendar bei der Schönstatt-Bewegung. Seine Opfer verstehen nicht, dass Cox bislang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Victoria Eglau sprach mit einem von ihnen, der 2002 schwerwiegende Übergriffe öffentlich machte und im Juni 2018 Anzeige erstattete und auch die Glaubenskongregtation informierte. Der Papst hat Cox nach der Anzeige durch drei Opfer aus dem Priesteramt entlassen. Die Opfer hoffen, dass die chilenische Justiz den Täter bestraft. Ob das möglich ist, ist offen. Cox (84) lebt seit 16 Jahren  in Vallendar. 1997 war er zurückgetreten Rücktritt, 2002 sprach Kardinal Francisco Javier Errázuriz von “unangemessenem Verhalten mit Minderjährigen”.  Die chilenische Kirchenspitze und die röm. Bischofskongregation hatten angeordnet, dass Cox bei den Schönstatt-Patres in Vallendar untergebracht werden soll und ein Leben in Stille, Gebet und Buße führen solle. 2004 kam es auch in Vallendar zu einem Missbrauchsfall. Die Schönstattpatres erhielten Ende 2017 Kenntnis, informierten die Glaubenskongregation und erstatteten im August Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen wegen Verjährung ablehnte. Der chilenische Sprecher der Schönstatt-Patres kündigt an, die Reisefähigkeit von Cox prüfen zu lassen, um ihn in Chile vor Gericht zu stellen. Eine chilenische Opfergruppe wirft  den Schönstatt-Patres vor, einen Pädophilen zu schützen. Die Schönstattpatres rechtfertigen sich, dass es bislang keine Anzeige und keine Aufforderung der chilenischen Justiz gegen Cox gegeben habe.

Quelle: www1.wdr.de  ab Minute 23'12


21.10.2018 Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat sich für das Verhalten seiner "Vorgänger und der Verantwortlichen in der Bistumsleitung" im Umgang mit Missbrauch entschuldigt und Opfern ein Gespräch angeboten.

20.10.2018 Gespräch von der Journalistin Kerstin Claus und Pater Klaus Mertes mit HörerInnen des DLF über das Brechen des Schweigens über eigene Missbrauchserfahrungen.

19.10.2018 Der USA-Experte Klaus Prömpers schätzt die Situation der Justiz in den USA so ein, dass sie keinen Einfluss auf Rom hat. Auf die Frage: "Was meinen Sie, welche Auswirkungen haben denn diese Ermittlungen in der Öffentlichkeit? Befindet sich die katholische Kirche in den USA im freien Fall nach unten?" antwortet Prömpers: "Zweifelsohne. Vor 15 Jahren wurden in Boston die ersten Skandale in der Kirche aufgedeckt. Die jetzigen Skandale zeigen, dass es in diesen 15 Jahren eben keine Null-Toleranz-Politik gegeben hat, die man vollmundig verkündet hat. Das ist ein überaus starkes Glaubwürdigkeitsproblem - vor allem für die Bischöfe, die auch nach den Vorfällen und Erfahrungen von Boston immer noch weiter weggeschaut haben. Das werden nicht alle gewesen sein. Aber einige schon. Und die gilt es nun zur Verantwortung zu ziehen. Und im Grunde muss man sagen: Die müssen ihr bischöfliches Amt niederlegen und ausscheiden."
Quelle: Domradio

19.10.2018 In einem Brief des katholisch-Theologischen Fakultätentags, der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie, der Deutschen Sektion der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie und des Forums katholischer Theologinnen (Agenda) solidarisieren sich TheologInnen mit Pater Wucherpfennig. Wucherpfennig hat sich 2016 dazu geäußert, wie biblische Aussagen über Homosexualität heute verstanden werden müssen und hatte daraufhin nicht das Nihil obstat für eine weitere Amtszeit als Rektor der Hochschule St. Georgen, Ffm, erhalten. Die TheologInnen sagen, theologisch und pastoral drängende Themen dürften nicht disziplinarisch erledigt werden. Die augenblickliche Situation verschärfe „den aktuellen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust“ der Kirche dramatisch.

19.10.2018 Ein französisches Gericht hat den Chef der Glaubenskongregation, Präfekt Ladaria, vorgeladen. Es will klären, ob Ladaria Kardinal Barbarin, Lyon, geraten hat, einen Missbrauchsfall zu vertuschen. Der Heilige Stuhl informierte den französischen AUßenminister, dass Ladaria der Vorladung nicht Folge leisten werde. Der Hl. Stuhl beruft sich dabei auf die Immunität. Barbarin muss sich im Januar 2019 vor Gericht verantworten, dass er 2007 Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht verfolgt habe. Quelle: katholisch.de

19.10.2018 Im Bistum Würzburg wurde ein Pfarrvikar mit sofortiger Wirkung vorübergehend beurlaubt. Die Diözese Eichstätt hat den  Pfarrvikar wegen des Verdachts einer "sexuellen Grenzverletzung" angezeigt. Sie soll sich 2017 im Bistum Eichstätt ereignet haben. Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt erfolgte am 15. Oktober 2018.
Quelle: br

19.10.2018 Ein Bundesgeschworenengremium hat das Erzbistum Philadelphia vorgeladen. Es muss Dokumente über Missbrauch im Bereich des Bistums vorlegen. Dies sind die ersten Ermittlungen zu Kindesmissbrauch in den USA auf Bundesebene. Auch das Bistum Greensburg wurde ebenso wie weitere Bistümer im Bundesstaat Pennsylvania vorgeladen. - Erstmals seit der Veröffentlichung des Missbrauchs-Berichts im August steht nun ein ehemaliger Priester vor Gericht. Der 64-jährige David P. bekannte sich schuldig, einen Jungen mehrmals sexuell angegriffen zu haben. Außerdem wird ihm der Versuch des Missbrauchs eines zweiten Minderjährigen zur Last gelegt. Dem Beschuldigten könnten bis zu 14 Jahre Gefängnis bevorstehen. Ein Urteil soll in 90 Tagen verhängt werden. GEgen einen zweiten Priester wurde Anklage erhoben. Ob es zu weiteren Gerichtsverfahren kommen wird, ist unklar, da die geltenden Verjährungsfristen in Pennsylvanianur bis zum 50. Lebensjahr des Opfers eine Anklage zulassen.

18.10.2018 Der Münchner Generalvikar Peter Beer wendet sich gegen die These, Homosexualität sei der Hauptgrund für kirchliche Missbrauchsfälle. Zur Krise für die Kirche als Ganzes sei es dadurch geworden, wie Zuständige und Mitwisser mit ihm umgegangen seien, nämlich mit Verschweigen und Vertuschen: "Wenn man also nach den Schuldigen der Krise sucht, dann sollte man bei denen beginnen, die die Täter stoppen und die (weitere) Taten hätten verhindern können." Der Churer Weihbischof Marian Eleganti hingegen betont, dass sich ohne eine homosexuelle Veranlagung auf Täterseite nicht wirklich erklären lasse, dass in den bisher veröffentlichten Reports wie zuletzt in Deutschland die Opfer übergriffiger Kleriker mehrheitlich männliche Kinder und Jugendliche gewesen seien.
Quelle: Domradio

18.10.2018 Chilenische Vertreter von kirchlichen Missbrauchsopfern sehen durch die Entlassung zweier Bischöfe "eine kleine Tür der Hoffnung für Betroffene. Juan Carlos Cruz wies darauf hin, dass es in der Kurie Widerstände gegen den Papst gebe - es sei nicht einfach für den Papst zu tun, was er tue.
Quelle: religion.orf

18.10.2018 Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer wirft seinem Vorvorgänger Josef Homeyer und der damaligen Bistumsleitung Versagen und Vertuschung in Sachen Missbrauch vor. "Ich kann nur sagen: Im Zusammenhang mit der Causa Peter R. hat der damalige Bischof Josef Homeyer mit seiner Bistumsleitung nicht nur versagt, sondern sie haben fürchterliche Dinge zugedeckt, und das ist eine Katastrophe", sagt Wilmer im NDR. Der 2010 gestorbene Homeyer war von 1983 bis 2004 Bischof von Hildesheim.
Ein  Mitarbeiter des Bistums Hildesheim berichtete Bischof Wilmer, er habe die damalige Bistumsleitung über das Verhalten von Peter R. informiert. Außerdem habe es finanzielle Unregelmäßigkeiten gegeben. Die Bistumsleitung hat dem Mitarbeiter demnach mit einer Abmahnung gedroht, falls dieser nicht schweige.

18.10.2018 Sexuelle Übergriffe in Australien gab es in kirchlichen Einrichtungen, aber auch bei den Pfadfindern, in Sozialverbänden und in Sportvereinen. Am 22. Oktober wird sich die australische Regierung offiziell bei den zehntausenden Opfern entschuldigen.

18.10.2018 Der Skandal um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche wird in Niedersachsen vorerst kein juristisches Nachspiel haben. Keine Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund der von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen und im September vorgestellten Missbrauchsstudie. Das erklärte das Justizministerium auf Anfrage. „Es hat sich kein Anfangsverdacht ergeben“, sagte Ministeriumssprecher Martin Speyer. Vermutlich, weil in der Studie keine konkreten Fälle genannt worden seien. Laut Speyer kann Justizministerin Barbara Havliza (CDU) keine Ermittlungen anweisen – und will deshalb jetzt das Gespräch mit der katholischen Kirche suchen.
Quelle: Hannoversche Allgemeine, Printausgabe

17.10.2018 Die ehemalige Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, fordert eine Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Sie beklagt, dass Aufklärung im Bereich der EKD bisher nur dann passiert sei, "wenn Betroffene nicht lockergelassen haben". EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm hatte im September erklärt, dass es keine mit der MHG-Studie der katholischen Kirche vergleichbare Studie geben würde. Stattdessen werde man unter anderem einen Beauftragtenrat auf EKD-Ebene einrichten.

17.10.2018 Matthias Katsch hat zwei Opfer des Haupttäters vom Canisius-Kolleg, Peter R., in Chile gefunden. Dass Peter R. auch dort Menschen zu Opfern gemacht hat, war durch ein Gutachten bekannt geworden. Dem Bistum Hildesheim war es jedoch nicht gelungen, über die Apostolische Nuntiatur in Chile Kontakt zu den Frauen aufzunehmen. „Wenn wir nun mithilfe von Herrn Katsch Kontakt zu den Opfern bekommen, werden wir auf die Betroffenen zugehen.“ Das Bistum wolle den Opfern Hilfe und Unterstützung anbieten und, soweit möglich, auch die im Beitrag weiteren erwähnten neuen Fälle prüfen.
17.10.2018 Der französische Senat entschied, dass der Forderung der Sozialisten nach der Einsetzung einer Untersuchungskommission über sexuellen Missbrauch in der Kirche nicht stattgegeben wird. 27 Senatoren, meist rechts, stimmten dagegen, 14 dafür, 4 enthielten sich der Stimme.
Quelle: la-croix.com

16.10.2018 "Lange habe ich an das Gute und Richtige der Kirche geglaubt, trotz aller Probleme und trotz ihrer notorisch langsamen Lernfähigkeit. Doch dieser Glaube verdunstet gerade im Zeitraffertempo..." Daniel Bogner, Professor für Moraltheologie und Ethik an der Uni Fribourg/Schweiz denkt darüber nach.

16.10.2018  Der Journalist Gianluigi Nuzzi schätzt die Situation im Vatikan so ein: "Ich glaube, dass der Kampf gegen die Pädophilie in diesem Pontifikat schlicht keine Priorität hat. Der Vatikan hat nicht verstanden, wie zentral es wäre, deutlich Stellung zu beziehen. Wir durchleben aktuell eine ganz, ganz dunkle Periode. Dieser Papst bremst bei der Missbrauchsbekämpfung. Er macht weit weniger als Benedikt XVI.... In dem Moment, wo der Papst eine Gruppe von Kardinälen attackiert, provoziert er eine Spaltung im Innern der Kirche. Doch der Pontifex muss per definitionem die Einheit der Kirche garantieren. Pädophilie ist ein Verbrechen. Warum macht Franziskus nichts? Weil das die Einheit der Kirche gefährden könnte. Das ist eine Hypothese."
Quelle: bazonline.ch

16.10.2018 Im katholisch geprägten Spanien ist Missbrauch durch Kirchenmitarbeiter bislang noch kaum ein Thema. Recherchen der Zeitung "El País" haben nun offengelegt, woran das liegt: die spanische Kirche vertusche systematisch die allermeisten Fälle von Kindesmissbrauch. Das lasse sich etwa an den sehr geringen Missbrauchszahlen ablesen, die öffentlich gemacht werden.

16.10.2018 Der Papst ist weiterhin der Ansicht, dass der Anteil kath. Priester an der Gesamtheit sexueller Gewalt bei 2 % liegt und hält dies für eine gute Zahl, auch wenn er jeden einzelnen Missbrauchsfall bedauert.
Zudem rät er zu einem Verhalten, das bislang gründlich versagt hat: „In diesem Fall braucht es Klartext: Wenn ihr so eine Sache seht, sofort zum Bischof! Um diesem Bruder-Täter zu helfen - sofort zum Bischof!"
Kommentar: Der Anteil katholischer Priester (13.560) - grob gemessen am Anteil der männlichen Bevölkerung in Deutschland z.B. (40.844.000) - beträgt  ca 0,03 %. Dann würden 0,03 % einer Berufsgruppe 2 % aller Missbrauchstaten zu verantworten haben - in meinen Augen ein hohes Alarmzeichen. Dies gilt auch noch, wenn das eine Prozent der männlichen Weltbevölkerung, die kath. Kleriker, für 2 % der Missbrauchstaten verantwortlich sind.

16.10.2018 Eine in 45 europäischen Ländern durchgeführte Studie der Interparlamentarischen Union und der parlamentarischen Versammlung des Europarates zeigt, dass fast jede zweite Abgeordnete Mord-, Vergewaltigungs- oder Gewaltdrohungen erhalten hat und jede vierte selbst sexualisierte Gewalt erlitten hat.

16.10.2018 Vier Missbrauchsopfer des vor zehn Jahren verstorbenen Gründers der "Legionäre Christi" Marcial Maciel Degollado (1920-2008) planen offenbar eine Klage gegen die Ordensgemeinschaft sowie 38 mit ihr verbundene Firmen. Es soll um Schadenersatz für erlittenes seelisches Leid gehen, wie das mexikanische Portal "Zocalo" (Montag Ortszeit) berichtete.
Quelle: kath.press

16.10.2018 Ilse Müllner über die Auslegung biblischer Texte im Blick auf Homosexualität: "... in der Antike ist ein sexueller Akt zwischen Männern durch ein Machtverhältnis definiert. Es geht nicht um eine Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern darum, auszusagen, wer mächtig und reich ist und wer den anderen sexuell wie einen Sklaven beherrscht."

15.10.2018 Zwei Jahre lang soll der indische Bischof Franco Mulakkal eine Ordensfrau missbraucht haben. Vor drei Wochen urde er verhaftet, nun kam er unter Auflagen wieder frei.
Quelle: katholisch.de
15.10.2018 ARD: "Meine Täter, die Priester"

14.10.2018 Presseclub mit Ring-Eifel, Joachim Frank, Christiane Florin, Julia Krittian über die "Auftragsmord"-Aussage des Papstes, über Mängel im Umgang mit Missbrauchsfällen und mit Homosexuellen.
Quelle: ardmediathek.de
14.10.2018 In Polen wird derzeit sexueller Missbrauch diskutiert.

14.10.2018 Erneut hat die Chilenische Bischofskonferenz im Namen der Kirche die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche sowie deren Angehörige und Gemeinden um Vergebung gebeten. Das Schreiben ist unterzeichnet von Santiagos Erzbischof, Kardinal Ricardo Ezzati, dem von Missbrauchsopfern selbst vorgeworfen wird, entsprechende Hinweise vertuscht zu haben. Die chilenische Schönstatt-Bewegung zeigt Scham, nachdem Cox laisiert worden ist und lässt den Gesundheitszustand von Cox prüfen, um ihn ggf. wieder nach Chile zu bringen, wo staatliche Anzeigen gegen ihn vorliegen.

13.10.2018 Im Interview weist Matthias Katsch auf eine noch unveröffentlichte Studie der Universität Ulm hin, die mit über 100.000 Opfern rechnet. Er kritisiert die Bischöfe, weil sie auf der Bischofskonferenz keine konkreten Schritte beschlossen haben und erst jetzt über bestimmte Themen nachdenken wollen. Er fordert, dass die Bischöfe an einer staatlichen Aufarbeitung mitarbeiten. Bislang haben die Bischöfe die Schuld allein auf die Täter abgewälzt, aber die Mitschuld der Institution für die Tat und den Umgang mit der Tat beiseitegewischt. Das erleben Opfer als ein zweites Verbrechen.
Quelle: Tagesspiegel
13.10.2018 Die katholische Kirche in Südafrika hat versprochen, eine "interne Untersuchung" wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eines britischen Jesuitenpriesters einzuleiten. Die Fakten gehen auf die 80er Jahre zurück und erstrecken sich über einen Zeitraum von fünf Jahren in Johannesburg.
Quelle: cath.ch

13.10.2018 Kritische Stellungnahme zur Auswertung der MHG-Studie im Bistum Regensburg: "Wie das Bistum die Spitze des Eisbergs schönt"

Quelle: regensburg-digital.de


13.10.2018 Papst Franziskus hat den früheren Erzbischof Francisco José Cox Huneeus, Chile, wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand ausgeschlossen. Er war seit den 1970er Jahren immer wieder des Missbrauchs beschuldigt worden und wurde 1997 in den Ruhestand versetzt. Er lebt seit Jahren in Vallendar bei Schönstattpatres. 

Auch der ehemalige Bischof Marco Antonio Ordenes Fernández, ebenfalls aus Chile, wurde wegen Kindesmissbrauchs aus dem Klerikerstand ausgeschlossen.  2006 wurde er mit 42 Jahren zum Bischof geweiht und trat 2012 "aus gesundheitlichen Gründen" zurück. Später wurde bekannt, dass sowohl staatliche als auch kirchliche Behörden wegen Missbrauchs gegen ihn ermittelten.
Quelle: welt.de

12.10.2018 Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie durch die deutschen Bischöfe ist die bayerische Justiz hellhörig geworden: Die Bistümer im Freistaat sollen jetzt Akten zu Missbrauchsfällen an die zuständigen Generalstaatsanwaltschaften in München, Nürnberg und Bamberg übergeben. Die Generalstaatsanwaltschaft München sagte, der Kirche lägen "sicherlich nach Ort, Zeit und Beteiligten konkretisierte Sachverhalte zugrunde". Die Staatsanwaltschaften bleiben somit auf die Unterstützung durch die kirchlichen Institutionen angewiesen.
Quelle: katholisch.de 

12.10.2018 Papst Franziskus hat den Rücktritt des katholischen Erzbischofs von Washington, Kardinal Donald Wuerl, angenommen. Kardinal Wuerl war in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten, weil er in seiner Zeit als Bischof von Pittsburgh (1988-2006) an der Vertuschung von Missbrauchsfällen innerhalb des Klerus beteiligt gewesen sein soll. Der Papst schrieb an Wuerl: "Du hast genügend Elemente, dein Verhalten zu rechtfertigen und zu unterscheiden, was es heißt, Verbrechen zu decken oder sich nicht um Probleme zu kümmern, oder einfach einen Fehler zu machen. Deine Vornehmheit hat dich aber dazu veranlasst, diesen Verteidigungsweg nicht einzuschlagen.“ Er äußerte Respekt dafür, dass Wuerl mit seinem Rücktrittsgesuch, das ihn am 21. September erreicht habe, das Wohl der Kirche über sein eigenes gestellt habe.

11.10.2018 Nach Ansicht des Hildesheimer Bischofs H. Wilmer können Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewonnen werden durch Transparenz und Aktenöffnung auch für Externe. Wilmer will für die Aufklärung von Missbrauchsfällen in seinem Bistum die Akten weitgehend öffnen. Der niedersächsische FDP-Fraktionschef Stefan Birkner kritisierte, dass die Landesregierung beim Thema sexueller Missbrauch zu vorsichtig mit der Kirche umgehe. "Es gibt weder rechtlich noch politisch einen Grund zur Zurückhaltung - meines Erachtens müssten die Staatsanwaltschaften tätig werden und Akten, die die Kirche nicht herausgibt, beschlagnahmen", sagte Birkner.

Quelle: katholisch.de


11.10.2018 Im Fall Timmerbeil in der Kirche Mecklenburgs wurde ein Beirat gegründet, der für eine transparente Aufarbeitung der Fälle in Neubrandenburg sorgen soll, die zwischen 1946 bis 1975 durch den inzwischen verstorbenen Gemeindepfarrer an Kindern und Jugendlichen begangen wurde. Bislang sind 14 betroffene Männer und Frauen bekannt. Rimmerbeil leitete die Pfarrei von 1946 bis 1975. Ihm wird schwerer physischer, psychischer und sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen.
Quelle: ndr.de

10.10.2018 In Frankreich sprechen sich 87 Prozent der Katholiken für eine parlamentarische Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch in der Kirche aus. Das geht aus einer am Mittwoch in der französischen Zeitung "La Croix" veröffentlichten Umfrage des Instituts Odoxa für das französische Magazin "Temoignage chretien" (Christliches Zeugnis) hervor.
Quelle: kathpress.at

10.10.2018 Auch in der altkatholischen Kirche der Niederlande gab es sexuelle Gewalt gegen Minderjährige. Die Rede ist von mindestens sieben Tätern, die Zahl der Opfer ist unbekannt. Eine Studie kritisierte die Rolle der Kirchenleitung. Es habe keine klaren Anweisungen gegeben. Erst wenn Fälle nicht mehr zu leugnen waren, habe man reagiert, inadäquat; den Tätern sei eine neue Chance gegeben worden oder Fälle seien nicht näher untersucht worden.
Quelle: Domradio

10.10.2018 Im Spanischen Bürgerkrieg und während der Militärdiktatur von General Franco (1939-1975) wurden Frauen republikanischer Kämpfer und politischer Häftlinge die Kinder abgenommen und an regimetreue Familien gegeben. Später geschah dies auch unehelichen Kindern und Kindern aus armen Familien. Ab 1975 wurden im demokratischen Spanien Babys ihren Müttern sofort nach der Geburt weggenommen und für Geld an zeugungsunfähige Paare gegeben. Den Müttern zeigte man ein eingeforenes Baby und sagte ihnen, ihr Kind sei gestorben.
Beteiligt an diesen Verbrechen waren Ärzte, Helfer, Anwälte, Ordensschwestern und Geistliche. Nun wurde der Arzt Eduardo Vela vor Gericht schuldig gesprochen, jedoch nicht verurteilt, weil die Taten verjährt sind. Eine angeklagte Ordensschwester, Sor Maria, starb bereits bei Prozessbeginn 2013. Eine Opfervereinigung geht davon aus, dass es in Spanien bis zu 300.000 Fälle von Babyraub gab.
Quelle: domradio.de

9.10.2018 Steinernes Herz: Kirche erneuern in Zeiten der Selbsterhaltung? Der feinschwarz-Beitrag von Martin Brüske enthält wichtige Überlegungen zum Umgang mit den "Missbrauchsfällen". "So stellt die Missbrauchskrise – und zwar genau in dieser Konkretion und nicht in leerer Abstraktion – nichts anderes als die Gottesfrage. Es geht hier um den praktischen Monotheismus des ersten Gebots, der tagtäglich Gott und Welt und Gott und Götze unterscheidet. Und so zu reden bedeutet dann keine Spiritualisierung (als Form der Flucht), sondern die Nennung des alles entscheidenden Kriteriums jeder Reformdebatte, die auf eine wirkliche Erneuerung der Kirche zielt. Um es ganz konkret zu machen: Es war gut, dass die Kirche im Blick auf den deutschen Missbrauchsbericht die mediale Kontrolle verloren hat – und es hängt viel daran, ob sie einen solchen Kontrollverlust theologisch und geistlich zu lesen lernt." Die Kirche "hat in den Beteiligten ein affektives Pendant oder besser gesagt einen affektiven Ausfall: eine, nach allem was sichtbar wird, praktisch totale Empathielosigkeit mit den Opfern." "Das steinerne Herz als geistliche Krankheit und als die brutale Inhumanität, die sie hervorbringt, sind hier und konkret Resultat einer ebenfalls sehr konkreten sozialen Logik der institutionellen Selbstfixierung. Das Verhalten von Papst Franziskus in der Krise mag nicht über jeden Zweifel erhaben sein; seine Kirchenvision jedenfalls ist es: Allein eine Kirche, die aus dem Vertrauen auf den real wirkenden Gott, der grösser ist als sie und auf den hin sie sich wagen kann, den Weg hinaus aus der Selbstfixierung in die Dezentrierung schafft, ist geistlich und dann auch in ihren Strukturen erneuerungsfähig."
Quelle: feinschwarz.net

9.10.2018 Ein Pfarrer aus dem Kreis Altenkirchen, Erzbistum Köln, wird verdächtigt, zwischen 1993 und 1996 eine damals Zwölfjährige sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein. Der Pfarrer ist derzeit vom Dienst suspendiert.
Quelle: swr

9.10.2018 Joachim Frank kommentiert die Verweigerung des Nihil obstat für den Bibelwissenschaftler Ansgar Wucherpfennig als weiteren Rektor der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt: "Wie Rom kritische Anfragen des Theologen Ansgar Wucherpfennig mit faktischer Amtsenthebung und der Forderung intellektueller Unterwerfung beantwortet, das erinnert fatal an den Selbstschutz der Institution im Missbrauchsskandal. Statt sich ihren Problemen zu stellen, geschweige denn sie zu lösen, verdrängt und unterdrückt die Kirche die Problemanzeige. Das ist nicht nur armselig und unwürdig, sondern am Ende auch selbstzerstörerisch.
Quelle: FR

9.10.2018 Der Würzburger Bischof Franz Jung hält nichts von einer Aufhebung des Zölibats. Er ist beunruhigt darüber, dass "90 Prozent des sexuellen Kindesmissbrauchs gesamtgesellschaftlich betrachtet im Elternhaus geschieht." Er betonte, dass derzeit überhaupt nicht mehr erwähnt werde, dass viele Geistliche ihren Dienst gut getan und sich nach Herzenskräften bemüht hätten, gute Seelsorger zu sein. Als verstörend und verletzend empfinde er die vielen Pauschalurteile, "nicht zuletzt auch aus dem Mund kirchlicher Würdenträger, die über die Priester gefällt werden und die wir alle, ich als Bischof und Sie als meine direkten Mitarbeiter, ertragen müssen. Das tut weh."

Quelle: Domradio

9.10.2018 Beim Erzbistum Bamberg haben sich weitere Betroffene von sexuellem Missbrauch durch Kleriker gemeldet und über bislang nicht aktenkundige Missbrauchsfälle berichtet. Diese betreffen auch weiter zurückliegende Zeiträume.
Quelle: br.de

9.10.2018 Die kürzlich präsentierte Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat keine strafrechtlichen Folgen, weil keine Namen von Tätern, Opfern, Zeitpunkten, Orten... in der Studie genannt werden. Die Studie ist ausdrücklich keine Aufklärung und keine Aufarbeitung. Brigitte Tilmann von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission sagt, entweder die Politik müsste die gesetzliche Grundlage schaffen, um auch gegen den Willen der Kirche an Akten heranzukommen. Oder die katholische Kirche schafft die Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine Staatsanwaltschaft praktisch einen Anfangsverdacht für eine Straftat hat. In Deutschland ist Vertuschung kein Straftatbestand, jedoch ist eine aktive Vertuschung, die zu einer Strafvereitelung führt, strafbar. Das ließe sich in den Akten belegen.

8.10.2018 Die Bischofssynode zur Jugend kommt mit der Hälfte der Menschheit aus, der männlichen Hälfte. "Frauen sind bereits als Beobachterinnen anwesend und nehmen an der Synodenversammlung und den Kleingruppen teil, und sie haben ein Rederecht." Das erklärte der Untersekretär der Synode, Bischof Fabio Fabene, auf die entsprechende Frage eines Journalisten. Petra Dankova und mit ihr viele Frauen protestieren.

Quelle: katholisch.de


8.10.2018 Über den Klerikalismus der Laien - Dr. Martin Steven

Quelle: feinschwarz.net


8.10.2018 Auf der Jugend-Bischofs-Synode bedauerte Scicluna, dass Kirchengerichte so langsam arbeiten. Er sagte auch, es gebe ein großes Verlangen nach Wahrheit und Gerechtigkeit bei den Betroffenen, "das nicht mit Barmherzigkeit zu vereinbaren ist".
Quelle: kathpress
Kommentar: M.a.W. meint Scicluna, das Verlangen der Opfer nach Wahrheit und Gerechtigkeit sei unbarmherzig. Ich frage mich, was das für eine Barmherzigkeit ist, die auf Wahrheit und Gerechtigkeit verzichtet. Diese "Barmherzigkeit" hatten wir doch lange genug. Und sie ging auf Kosten der Wahrheit und der Gerechtigkeit - und der Opfer. Ich glaube nicht, dass es eine "Barmherzigkeit" geben darf, die nicht zugleich der Wahrheit und der Gerechtigkeit verpflichtet ist.
La Stampa formuliert gegenteilig: "But then there is a great thirst for truth and justice, which is not incompatible with mercy, because we all need mercy but mercy is empty if it does not respect the truth. We must say sin to sin: this is justice." Dann wäre die Aussage von Scicluna keine Opferbeschuldigung, sondern ein Übersetzungsfehler:-).

8.10.2018 Der Film "Kler" (Klerus) lief in Polen an. Einige Kirchenfunktionäre und Regierungspolitiker sehen einen Angriff angeblicher Feinde Polens auf die Kirche, rufen zum Boykott auf oder wollen den Film gar verbieten lassen.
Quelle: Süddeutsche

8.10.2018 Ein Priester der Pfarrei St. Franziskus in Duisburg-Homberg, der eine Sabbatzeit dort verbrachte, ist wegen pornografischer Nachrichten aus dem Dienst des Bistums Münster entlassen worden. Der brasilianische Priester hatte über WhatsApp "unangemessene Nachrichten pornografischen/sexuellen Inhalts" mit einem anderen erwachsenen Mann ausgetauscht.

8.10.2018 Dem Bibelwissenschaftler Ansgar Wucherpfennig wird eine dritte Amtszeit als Rektor der Jesuiten-Hochschule St. Georgen verwehrt. Hintergrund könnten seine positiven Äußerungen über homosexuelle Paare und das Frauendiakonat sein.
Quelle: domradio
Kommentar: Eine solche Begründung für die Verweigerung des Nihil obstat ist in Zeiten, in denen nach den Ursachen für die gehäuften sexuellen Gewalttaten gegen Minderjährige gesucht wird, mindestens befremdlich.

8.10.2018 Der in Vallendar untergekommene ehemalige chilenische Erzbischof Francisco José Cox wird von der Justiz wegen eines Missbrauchs eines 17Jährigen nicht angeklagt. Die Aussagen des Opfers seien glaubwürdig, aber der Übergriff sei zum damaligen Zeitpunkt - 2004 - kein Straftatbestand gewesen. Allerdings haben mehrere Betroffene in Chile erneut massive Beschuldigungen gegen Cox vorgebracht. Bereits im November 2002 waren die Vorwürfe bekannt.  Im gleichen Jahr bat die Bischofskongregation in Rom die Pallottiner, Cox in einem der Pallottiner-Häuser unterzubringen. Er kam nach Vallendar, wo er 2004 einen 17jährigen Bolivianer, der zu Studienzwecken in Vallendar war, missbrauchte. Der Betroffene meldete sich im November 2017. Die Schönstatt-Gemeinschaft informierte das Bistum Trier und den Vatikan und erstattete im August 2018 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz. Warum die Verantwortlichen der Schönstatt-Gemeinschaft seit 2002 keine Verbindung mit der chilenischen Justiz aufnahmen, ist offen.
Quelle: DW

8.10.2018 "In einigen kirchlichen Äußerungen über Missbrauch spielte das Begriffspaar Schmutz/Reinigung oder auch Dreck/Putzen eine wichtige Rolle. Mir stößt diese Wortwahl auf, und zwar aus folgenden Gründen:

Erstens: Dreck kommt von außen – dass Problem des Missbrauchs und dessen Vertuschung kommt aber von innen. Zweitens: Dreck kann man wegputzen, dann leuchtet der Raum wieder unverändert im alten Glanz – aus der Missbrauchskrise wird die Kirche aber nur verändert herauskommen können. Drittens: Die Kirche sieht sich, wenn sie sich als Beschmutzte definiert, in der Opferposition – sie befindet sich aber beim Missbrauch durch Kleriker und dessen Vertuschung durch Bischöfe nicht in der Opferposition." Klaus Mertes macht sich Gedanken über die Wortwahl im Kontext von sexuellem Missbrauch durch Kleriker.

7.10.2018 Der Leiter der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, hat auf die Vorwürfe des Ex-Diplomaten Erzbischof Carlo Maria Vigano gegen Papst und Vatikan reagiert. Quellet weist alle Vorwürfe Viganos zurück, schließt jedoch nicht aus, dass es Fehleinschätzungen der Kurie in Sachen McCarrick gibt. Es habe Anweisungen an McCarrick nach seiner Emeritierung gegeben, er solle wegen Vorwürfen früheren sexuellen Fehlverhaltens gegenüber erwachsenen Seminaristen ein zurückgezogenes Leben führen. Dies seien aber keine "Sanktionen" durch Papst Benedikt XVI. gewesen, die Franziskus dann aufgehoben hätte.
Quelle: cruxnow.com
7.10.2018 In Italien ist Kindesmissbrauch durch Geistliche bis heute ein Tabu.Während in den letzten Monaten weltweit immer neue Missbrauchsskandale publik geworden sind, ist es in Italien auffällig still geblieben. Die katholische Kirche hat hier bis heute starken Einfluss auf Medien, Politik und Justiz. Doch die Stimmen der Opfer werden lauter.
Quelle: nzz.ch

6.10.2018 Der ehemalige katholische Erzbischof Francisco José Cox Huneeus aus Chile,  wird beschuldigt, in Deutschland mindestens einen Schutzbefohlenen missbraucht zu haben. Die deutsche Justiz ermittelt. Das hätten der Generalobere der Schönstattbewegung, Juan Pablo Catoggio, und der chilenische Provinzobere Fernando Baeza der DW bestätigt. Cox gehört der Schönstatt-Bewegung an und stand nicht in einem Gestellungsvertrag mit dem BIstum Trier.
Cox wurde bereits in Chile des Missbrauchs verdächtigt, fand zunächst in Kolumbien, schließlich in Deutschland bei den Schönstatt-Patres Unterschlupf. Auch in Deutschland wird ihm ein 2004 begangener Missbrauch vorgeworfen. Der Generalobere Catoggio habe sich selbst an die Justiz gewandt. Chilenische Quellen sprechen von mehreren Missbrauchsfällen in Deutschland. Nach DW-Informationen ist ein Prozess bei der vatikanischen Glaubenskongregation anhängig.

Quelle: domradio, s.auch  schoenstatt.de


6.10.2018 Der Vatikan hat eine Untersuchung des McCarrick-Falls angeordnet. Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick habe der Papst im Herbst das Erzbistum New York mit einer Voruntersuchung beauftragt; die Ergebnisse seien an die Glaubenskongregation weitergeleitet worden. Im Zuge der Ermittlungen seien weitere Details bekannt geworden, so dass McCarrick Ende Juli aus dem Kardinalsstand entlassen worden sei. Nun habe der Papst angeordnet, alle vatikan. Unterlagen u sammeln und auszuwerten. Dem Hl. Stuhl sei bewusst, dass im Zuge dieser weiteren Untersuchungen deutlich werden könne, "dass Maßnahmen ergriffen wurden, die nicht im Einklang stehen mit dem gegenwärtigen Ansatz, dem Weg der Wahrheit zu folgen, wohin immer er führen möge".
Quelle: domradio   vaticannews.va


5.10.2018 The fallout and damage that has resulted, “has not been caused by the press doing their job properly, but rather by the church itself; it’s caused by the church leadership,” which had a duty to act responsibly. Das sagte Kardinal Marx bei der Feier anlässlich der Eröffnung des Masterstudienganges "Safeguarding of Minors"


5.10.2018 Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) dringt nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie durch die Kirche auf weitere Aufklärung. Sie fordert die Bistümer auf, den Staatsanwaltschaften Einblick in die Unterlagen zu gewähren. "Ich erwarte nunmehr von den Bistümern eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Justiz", sagte sie.
Quelle: ndr.de

5.10.2018 Die päpstliche Universität Gregoriana hat einen neuen Masterstudiengang eingerichtet: Safeguarding of Minors.

5.10.2019 Kardinal Müller, von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation, sind keine Sanktionen gegen Erzbischof McCarrick bekannt.

4.10.2018 Der Vorsitzende des Bundes der deutschen katholischen Jugend, Thomas Andonie, fordert eine größere Gleichberechtigung der Geschlechter und dass Missbrauchsfälle vor Gericht verhandelt werden: „Der Laden muss saubergemacht werden. Opfer müssen eine Stimme und Täter ein Gesicht bekommen.“
Quelle: vaticannews

4.10.2018 Bischof Franco Mulakkal von Jalandhar, Indien, bleibt in Haft, eine Kaution wurde abgelehnt. Eine Ordensschwester wirft Mulakkal Vergewaltigung vor. Familienangehörige der Ordensfrau erklärten, sie sei mit ihrer Klage zur Ziviljustiz gegangen, weil die kirchlichen Behörden, einschließlich des Vatikans, ihre Beschwerde fast ein Jahr lang ignoriert hätten. Die öffentliche Anklage gegen den Bischof habe die Ordensfrau in die Isolation geführt, ihre Mitschwestern hätten sich von ihr abgewandt, kein Angehöriger des Klerus habe sie aufgesucht, um mit ihr zu sprechen, so die Angehörigen der Schwester.

Quelle: vaticannews.va


4.10.2018 In Nigeria ist jedes 4. Mädchen und jeder zehnte Junge Missbrauchsopfer. Die Dunkelziffer ist höher. Die Kirche kümmert sich um die Opfer, ist jedoch auch Tatort. Gesprochen wird darüber nicht.
Quelle: domradio

4.10.2018 Die Kirche sollte als eine in der Welt wirkende Institution betrachtet werden und genauso behandelt werden "wie jede andere gesellschaftliche Organisation auch. Nicht schlechter, aber eben auch nicht besser. Der katholischen Kirche, deren hohe und höchste Kleriker sich ja kaum noch zeigen können, ohne ihre Reue und Beschämung über die Verbrechen ihrer Amtsbrüder bekennen zu müssen, könnte diese 'Verweltlichung' sogar helfen. Auch im Bereich der Kirche hat es stets die staatliche Justiz zu sein, die Verbrechen untersucht und ahndet, und nicht die Kirche selbst." Das fordert Uwe Bork, der bis Ende 2016 die Fernsehredaktion „Religion, Kirche und Gesellschaft“ des SWR leitete und mit dem Caritas-Journalistenpreis sowie zwei Mal mit dem Deutschen Journalistenpreis Entwicklungspolitik ausgezeichnet wurde.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de


4.10.2018 Kardinal Ricardo Ezzati hatte den chilenischen Ermittlungsbehörden Zusammenarbeit zugesagt. Nun wurde er vernommen, schwieg jedoch, um sich nicht selbst zu belasten.Vermutlich wurde Ezzati vorgeladen, um im Fall von Pater Oscar Munoz Toledo auszusagen. Munoz ist der ehemalige Kanzler der Erzdiözese Santiago. Er wurde am 12. Juli verhaftet, nachdem er vermutlich sieben Minderjährige in Santiago und Rancagua seit 2002 missbraucht hatte.

4.10.2018 Die unabhängige Aufarbeitungskommission der Bundesregierung ist enttäuscht von den halbherzigen Maßnahmen der Bischöfe. Sie  appelliert, "endlich Verantwortung zu übernehmen und eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung zu beginnen". Vor allem den von sexueller Gewalt betroffenen Menschen werde erneut viel Geduld abverlangt.

Die Aufarbeitungskommission betonte weiter, die vage Erklärung der Bischöfe werde dem in der Studie aufgedeckten Ausmaß sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und den Dimensionen des Vertuschens innerhalb der katholischen Kirche nicht gerecht. Sie zeuge nicht von einer eindeutigen Verantwortungsübernahme.

Quelle: domradio


4.10.2018 Joachim Frank warnt vor der "Lasst-uns-bloß-in-Ruhe-Mentalität", die nach den vielen Betroffenheitsbekundungen ausbricht: "Klar ist das schlimm mit dem Missbrauch. Aber das kommt schließlich auch anderswo vor, nicht nur in der Kirche. Und überhaupt, haben wir eigentlich keine andere Themen?"

3.10.2018 Die Gesellschaft Christi, eine polnische Ordensgemeinschaft muss an eine Frau, die als Kind von einem Ordensmitglied sexuell missbraucht wurde, 233.000 Euro und eine lebenslange Rente von knapp 190 Euro/Monat zahlen.
Quelle: religion.orf

2.10.2018 Ein von wohlhabenden Katholiken unterstütztes Forschungsteam will alle 124 Papst-Wahlberechtigten auf ihre mögliche Beteiligung an Skandalen, Missbrauch und Vertuschungen überprüfen.

2.10.2018Die italienische Initiative Rete L'Abuso wirft Papst Franziskus Versäumnisse vor, er verfolgte ihm bekannte Fällte nicht k

1.10.2018 Der Kirchenrechtler Peter Landau hält es für wünschenswert, den Missbrauchstatbestand erneut ins Kirhcenrecht (CiC) aufzunehmen. Als Formulierung schlug er 2009 schon vor: "Wer einen Minderjährigen durch ein Sittlichkeitsverbrechen verletzt, unterliegt der mit der Tat bereits eintretenden Exkommunikation." Bis 1917 enhielt der CiC eine solche Norm: "Hat sich ein Kleriker mit Minderjährigen unter sechzehn Jahren schwer versündigt, ... dann soll er suspendiert, als infam erklärt, jedes Amtes, jedes Benefiziums, jeder Dignität und überhaupt jeder Anstellung enthoben und in schweren Fällen mit Absetzung bestraft werden." 1983, bei der Reform des Codex, entfiel diese Passage.

30.9.2018 Die Missbrauchsopfer der Korntaler Brüdergemeinde fordern eine staatliche Aufklärung. Im Untersuchungsbericht der Brüdergemeinde seien viele Taten gar nicht erwähnt. Statt von 80 Tätern und Täterinnen sei nur von 8 Tätern die Rede.
Quelle: swr.de
30.9.2018 Das erste Opfer von Pater Gregor Müller berichtet, dass der Abt irgendwann nach 1968 über den Missbrauch informiert war und nichts unternahm. Erst als der Großvater des Opfers zum Abt ging, wurde der Pater versetzt, nach BIrnau, wo er weitere Opfer fand. Aus der Klasse des ersten Opfers mit 44 Schülern, machten nur 14 das Abitur, zwei Schüler versuchten, sich umzubringen.
Quelle: blick.ch

29.9.2018 Im Monat Oktober lädt Franziskus zu einer richtiggehenden Gebetskampagne gegen den Teufel ein. Die Katholiken sollten „gegen den Teufel, der die christliche Gemeinschaft spaltet“, bitte möglichst täglich zum Rosenkranz greifen und Maria anrufen, „um die Kirche in diesen schwierigen Zeiten zu schützen“.

29.9.2018 Für das Erzbistum Berlin übernehme Bischof Koch die Verantwortung da, "wo vertuscht oder nicht angemessen mit Schuld umgegangen wurde, wo Menschen im 'System Kirche' das Offensichtliche nicht wahrhaben wollten oder systematisch weggeschaut haben". (Was die Verantwortungsübernahme konkret bedeutet, ist nicht erkennbar.) Das Erzbistum ruft Opfer auf, sich zu melden.
Quelle: Domradio

29.9.2018 In Chile wird gegen 221 Priester und 8 Bischöfe wegen sexuellen Missbrauchs und Vertuschung aufgrund von Anschuldigungen zwischen 2000 und 2018 ermittelt. Untersucht wird u.a., ob Bischöfe Opfer daran hinderten, die Jutiz einzuschalten.
Quelle: cruxnow

29.9.2018 83 Prozent von 1.260 von der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer befragten Wahlberechtigten sind der Ansicht, dass die Katholische Kirche zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch zu wenig tut.
Quelle: fuldainfo.de

29.9.2018 Der Film "Kler" (deutsch "Klerus") befeuert die Debatte um Missstände in der mächtigen katholischen Kirche Polens.
Quelle: dw.com

29.9.2018 Hier einige Stimmen zur Reaktion der Bischöfe auf die MHG-Studie:
Marianne Heimbach-Steins, Theologin und Sozialethikerin: „Ich bin überrascht, dass jetzt viele [Bischöfe] von den Ergebnissen überrascht zu sein scheinen...Die Kirche ist seit acht Jahren mit dem Missbrauchsthema befasst. Das finde ich erschütternd... Die Kirche muss mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren... Die Kirche braucht eine unabhängige Kontrollinstanz." In Teilen des Klerus’ sei immer noch tief verankert, dass die katholische Kirche eine „sich selbst genügende Institution“ sei, eine „societas perfecta“. Dieses Verständnis begünstige es, eher die Institution zu schützen als Missbrauch und Fehlverhalten aufzudecken. „Dieses Kirchen- und Amtsverständnis, dieser Klerikalismus muss aufgebrochen werden“, betonte sie. Durch das verklemmte Verhältnis zu Sexualität, Beziehungen und Homosexualität habe sich die Kirche von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt. Die Bereitschaft der Gläubigen, die Kirche als moralische Instanz zu akzeptieren, schwinde.
ZdK-Präsident Sternberg beklagt den „Flickenteppich von 27 Erzbistümern“ bei der Präventionsarbeit.
Heiko Schnitzler, AKO, Eckiger Tisch: „Dieselben, die da oben [bei der Vorstellung der MHG-Studie] Krokodilstränen vergießen, sind diejenigen, die ihre Archive nicht geöffnet haben.“ „Allein an unserer Schule gab es rund 400 Fälle, wenn die Bischöfe nun rund 3700 gefunden haben, denke ich, dass da einige fehlen“, sagt er ironisch. „Hängen Sie eine Null dran.“ Der Nachfolger des Haupttäters als Schulleiter trat 2010 zurück, die Betroffenen des Eckigen Tisches unterstellen ihm Mitwisserschaft. „Er ist nun in gleichem Rang Superior einer Jesuiten-Kommunität und Seelsorger für Priester“, sagt Schnitzler. „Es ist eigentlich nichts passiert.“ Schnitzler fordert ein Eingreifen des Staates. Bei den Bischöfen gebe es „weiter einen Willen zur Verschleierung“. „Wenn mal einer Verantwortung übernehmen und zurücktreten würde, das wäre ein Zeichen.“
Quelle: waz.de
"Die Leidensfähigkeit vieler Katholiken ist erschöpft." sagt Giovanni di Lorenzo in der Zeit.

28.9.2018 Im Kampf gegen den Missbrauch in ihren Reihen haben die Bischöfe einen neuen Schuldigen gefunden: den "Klerikalismus", die Selbstbezogenheit der Geistlichen. Ehrlichkeit und schonungslose Selbstkritik aber klingen anders – und sie hätten Folgen. Raoul Löbbert kommentiert.
Quelle: zeit.de

28.9.2018 Norbert  Bauer stellt die richtigen Fragen; "Was wäre eigentlich gewesen, wenn die Bischöfe mal die selbstreferentielle Sorge um die Kirche außer Acht gelassen hätten? Was wäre gewesen wenn sie auf ihre Christusgewissheit als Durchhalteparole verzichtet hätten.  Wie wäre es gewesen, wenn Bischof Schick Mt 28.20 nicht auf die Kirche bezogen hätte, sondern mit aller Vorsicht die Hoffnung formuliert hätte, dass diese Zusage Jesu in diesen Tagen den Opfern zunächst gelte und eben nicht der Kirche. Was wäre gewesen, wenn er nicht vom Fegefeuer der Kirche, sondern von der Hölle der Opfer gesprochen hätte ? Vielleicht wäre der von Kardinal Marx fixierte Wendepunkt auch in den Predigten erkennbar gewesen."

28.9.2018 Das Erzbistum Freiburg hat eine Expertengruppe und ein Beratungstelefon für Opfer eingerichtet. Erzbischof Burger berichtete, dass auch in seinem Bistum Akten manipuliert wurden. Täter der vergangenen Jahrzehnte seien so nicht mehr zu identifizieren. Teile von Personalakten oder Einträge fehlten, 9 der insgesamt 4123 Personalakten seien komplett verschwunden.

28.9.2018 Im Bistum Würzburg soll ein spezielles Seelsorgeteam Betroffene begleiten.

28.9.2018 "Ich bin selber kein Täter. Aber ich bin mitverantwortlich für das System und möchte ein Zeichen setzen. Ich habe leider viel zu lange geschwiegen und weggesehen. Ich habe es gut gemeint und wollte Schaden von meiner Kirche abwenden. Ich habe so Opfer verraten und Täter geschützt. Heute sehe ich, dass das falsch war. Dafür übernehme ich die ganze Verantwortung. Ich kann nicht länger in meinem Amt bleiben und bitte die Opfer meiner Kirche und Gott um Vergebung."
Das schlägt der Chefredakteur des Domradios, Ingo Brüggenjürgen, den Bischöfen vor zu sagen. Ihm würde es Mut machen, wenn wenigstens ein einziger verantwortlicher Kirchenmann aufsteht und dies bekennt.
Quelle: Domradio

28.9.2018 Die taz kommentiert: "Die Bischöfe mögen es mehrheitlich durchaus ernst meinen mit ihrem stets betonten Willen, nach Jahrzehnten des kirchlichen Wegschauens, Leugnens und Schweigens endlich reinen Tisch zu machen. Dass sie unabhängige ForscherInnen damit betrauten, den sexuellen Missbrauch von jungen Menschen, meist Jungen, in ihrer Kirche zu untersuchen, spricht dafür. Die letzte Konsequenz aus der erschütternden Studie aber haben die Oberhirten gescheut: kein Rücktritt, nirgends. Haben sie sich wirklich nichts vorzuwerfen, was es erzwänge, für sich einen Schlussstrich zu ziehen, und sei es aus (kirchen-)politischen Gründen?"
Quelle: taz.de
Kommentar: "Ein Bischof, der einen Priester in eine andere Pfarrei versetzt, wenn ein Fall von Pädophilie entdeckt wird, ist verantwortungslos, und das Beste, was er tun kann, ist, seinen Rücktritt einzureichen." Das sagte Papst Franziskus am 17.2. 2016 auf der Rückreise von Mexiko. Offensichtlich nimmt ihn da kein deutscher Bischof so recht ernst.

28.9.2018 Bischof Richard J. Malone hat die Identität mutmaßlicher Priestertäter vor der Öffentlichkeit verborgen. Im März veröffentlichte er die Namen von 42 Priestern der Diözese Buffalo, die nach Missbrauchsvorwürfen das Priesteramt verlassen hatten. CNN hat inzwischen Daten erhalten, die zeigen sollen, dass die Zahl der beschuldigten Priester bis zu 200 betragen könne.
Quelle: edition.cnn.com
28.9.2018 Karadima, Chile, wurde nun aus dem Klerikerstand entlassen. Ursprünglich sollte er eine mildere Strafe erhalten: er sollte sein restliches Leben in Gebet und Buße vrbringen. Missbrauchsopfer kritisierten, dass diese Strafe einer bezahlten Pensionierung gleichkomme. Geistliche betrachten die Entlassung aus dem Klerikerstand als kirchliches Äquivalent zur Todesstrafe.

28.9.2018 Der Freiburger Erzbischof will nun Opfer treffen und aktiv auf sie zugehen: „Ich möchte in der Begegnung nicht nur den Betroffenen zuhören, sondern mir von den Betroffenen erzählen lassen, woran gearbeitet werden muss, was überhaupt aus Betroffenensicht die notwendigen Konsequenzen aus dem jahrzehntelangen Missbrauch durch unsere Kleriker sind. Ich möchte gezielt eine Möglichkeit schaffen, in der Betroffene aus ihrem jeweiligen Blickwinkel erzählen, wie sie die Kirche wahrnehmen und erleben.“
Im Erzbistum Freiburg seien, so der Erzbischof weiter, in der Vergangenheit Akten gesäubert worden, so dass Hinweise auf Missbrauch bei Tätern, von denen wir heute wissen, in den Akten nicht zu finden seien.

28.9.2018 In den evangelischen Landeskirchen haben Missbrauchsopfer vergleichbare Probleme wie in der katholischen Kirche.

28.9.2018 Rechtsanwalt Eberhard Reinecke, Beiratsmitglied des Instituts für Weltanschauungsrecht, fordert die Staatsanwaltschaften auf, die Kirchenarchive der Diözesen zu beschlagnahmen.
Quelle: hpd.de
28.9.2018 Anlässlich der Aufstellung des Mahnenden Mühlsteins in Münster sagt der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings: „Die Missbrauchszahlen erschrecken, erschüttern und beschämen mich“ und er stellte die Frage, wo die bischöfliche Leitungsebene versagt habe.
Quelle: muensterschezeitung.de
27.9.2018 Der Maßnahmenkatalog der Bischofskonferenz stößt auf Kritik. Rörig vermisst einen konkreten Fahrplan  und schlägt vor, dass die Bischöfe ihn bis zum Gipfelgespräch im Vatikan im Februar vorlegen sollten. Wunibald Müller dringt auf rasches Handeln, es müssten jetzt Konsequenzen aus dem, was wir schon seit Jahrzehnten wissen, gezogen werden. Der Eckige Tisch ist enttäuscht von den "dürftigen Ankündigungen" und fassungslos. Wir sind Kirche sagt, die allgemein formulierte Erklärung lasse nicht erkennen, wann die konkrete Aufarbeitung der institutionellen Verantwortung in Angriff genommen werde und ob es ein einheitliches und gemeinsames Vorgehen der Bischöfe gebe.

Quelle: neuesruhrwort.de


27.9.2018 Matthias Katsch fordert eine unabhängige Untersuchung sexuellen Missbrauchs in der kath. Kirche. Bemerkenswert findet er den hohen Anteil von Mädchen in der MHG-Studie.

Quelle: feinschwarz.net

Kommentar: Nach meiner Beobachtung ist der sexuelle Missbrauch junger Mädchen und junger Frauen durch Kleriker noch gar nicht recht im Blick.


27.9.2018 Zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz erklärten die Bischöfe ihre Absichten:  ein transparenter Gesprächsprozess mit Experten über den Zölibat und die Sexualmoral der Kirche solle geführt werden, die Zahlungen von Anerkennungsleistungen an Opfer sollen überprüft werden. Externe und unabhängige Anlaufstellen zu Fragen sexuellen Missbrauchs sollen zusätzlich eingerichtet werden; die Bischöfe wollen mehr als bisher Begegnungen mit Betroffenen suchen; Standardverfahren zur Führung von Personalakten sollen entwickelt werden, überdiözesane Kontrollverfahren für den Umgang mit Missbrauch und für Prävention sollen eingeführt werden.

Zudem wollen sie klären, wer über die Täter hinaus Verantwortung institutioneller Art für das Missbrauchsgeschehen getragen hat. "Ausdrücklich soll der weitere Weg gemeinsam mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs, externen Fachleuten und Vertretern unserer Laiengremien, besonders des Zentralkomitees der deutschen Katholiken erfolgen", sagte Bischof Ackermann.

Quelle: domradio

Kommentar: Am 22.10.2010 sagte der damalige Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch: "Wir haben Opfern zu wenig zugehört, Fehler falsch beurteilt und unser Handeln, wie andere auch, oft zu sehr darauf ausgerichtet, dass das Ansehen der eigenen Institution, der Kirche, bewahrt bleibe."  Im Maßnahmenkatalog der Bischofskonferenz kommt die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche erst gar nicht vor. Der Gesprächsprozess über den Zölibat läuft ergebnislos seit Jahrzehnten. Den Opfer sollte doch seit 2010 zugehört werden - nur haben die das eher selten erlebt, dass ihnen zugehört wurde. Und diejenigen, die seit Jahren Auskunft über ihre Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen, d.h. die Vertuschung, hätten geben können und müssen, sind die Bischöfe, Generalvikare, Personalchefs. Sie müssten nur nachdenken, welche Täter sie versetzt haben, ohne auch nur die neue Gemeinde zu informieren; welchen Anzeigen und Hinweisen von Opfern sie nicht nachgegangen sind; welche Opfer sie abgeschreckt haben; welchen Meldungen sie mit Schweigen und unerträglichem Hinauszögern von Antworten - und Taten! - begegnet sind; wo sie den Tätern Glauben schenkten und die Opfer im Stich ließen.

Und schließlich: Noch immer ist nicht im Blick, dass es Missbrauchsopfer gibt, die seelsorgliche Begleitung (d.i. immerhin das Kerngeschäft der Kirche!) im Leben mit anhaltenden Traumafolgen suchen. Noch immer sind nicht auch die Menschen im Blick, die außerhalb der Kirche sexualisierte Gewalt erlebt haben und von ihrer Kirche Unterstützung erwarten. Sollen die alle weiter warten, bis den Verantwortlichen aufgeht, dass sie diese Menschen fragen müssten: "Was brauchst du? Was würde Ihnen das Leben erleichtern?"

Und wie lange sollen sie warten? Bis zum nächsten Forschungsergebnis? Wird dann wieder ein ergebnisloser Gesprächsprozess angeregt? Wird es dann wieder wortreiche Entschuldigungen und große Versprechen geben? Wird auch bis dahin kein einziger verantwortlicher Bischof  mit Nein antworten, wenn er gefragt wird: "Eine Frage noch zur persönlichen Verantwortung. ... Gab es einen oder zwei [Bischöfe], die ... gesagt hätten: 'Ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen. Ich kann eigentlich die Verantwortung des Amtes nicht mehr tragen?'"Aber vielleicht gibt es bis dahin sowieso niemanden mehr, den das noch interessiert. Ich fürchte, viele Bischöfe haben  den Ernst der Lage noch immer nicht erfasst, den Ernst ihrer Lage und was das für die Verkündigung des Evangeliums bedeutet. Dass viele die Situation der Opfer noch immer nicht erfasst haben, ist leider wahr.


27.9.2018 Wie die Vertuschung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche funktionierte und warum das Problem auch in Deutschland noch nicht gelöst ist. Diesen Fragen gehen Evelyn Finger, Wolfgang Thielmann, Veronika Völlinger und Marc Widmann nach: "Das Schweigen": "Wie konnte es geschehen, dass Kleriker tausendfach Missbrauch begingen, ohne dass sie bestraft wurden? Wie konnte es geschehen, dass all die Missbrauchsfälle in den Bistumsarchiven dokumentiert wurden, folgenlos? Doris Wagners Schicksal belegt: Es geschah und geschieht nicht nur aus Angst vor Skandal. Sondern weil die Kirche, indem sie sich gegen die moderne Welt abschottete, zum Selbstzweck wurde. Weil sie in ihrem Machtwahn die Gutgläubigsten verletzte: die Kinder, die Jugendlichen, die Frommen."

Quelle: zeit.de


26.9.2018 Prof. Dr. Harald Dreßing - Leiter forensische Psychiatrie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim, Jörg Vins - SWR-Abteilungsleiter Religion und Welt, Baden-Baden, Dr. Wunibald Müller - katholischer Theologe und psychologischer Psychotherapeut, Würzburg. Eine Diskussionssendung. Gesprächsleitung: Holger Gohla. Hier wird Klartext geredet.

Quelle: swr.de


26.9.2018 "Papst Franziskus hat den öffentlichen Umgang mit den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche kritisiert. Es sei unfair, heutige moralische Maßstäbe an frühere Vertuschungen von sexuellen Übergriffen durch Priester anzulegen, da einst jeder Verbrechen verschleiert habe. Die Verschleierung in der Kirche an heutigen Standards zu messen sei genauso ungerecht wie ein Richten über erzwungene Bekehrungen von indigenen Völkern während der Kolonialära oder gar über die Anwendung der Todesstrafe, sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstagabend weiter.

Quelle: welt.de

Ohne Kommentar


26.9.2018 "Das System Jegge" - Film über Jürg Jegge, einen Reformpädagogen, der Schüler sexuell missbrauchte: Wie es ihm gelang, in aller Öffentlichkeit ein geschlossenes System aufzubauen.

Quelle: 3sat.de


26.9.2018 Die Bundesjustizministerin Kaarina Baley sagt, Staatsanwaltschaften können auch kirchliche Einrichtungen durchsuchen und Akten beschlagnahmen. Vorausgesetzt, die gesetzlichen Voraussetzungen liegen vor. Geheimarchive gebe es in der dt. Strafprozessordnung nicht. Gebraucht wird ein Anfangsverdacht auf eine konkrete Straftat in einem konkreten Fall, etwa eine Strafanzeige gegen einen namentlich beschuldigten Täter. Eine Vermutung, dass in Geheimarchiven Hinweise auf Straftaten liegen könnten, reicht für einen Durchsuchungsbeschluss nicht aus.

Gäben jedoch Insider aus einem Bistum den Ermittlern belastbares Material, könnten strukturelle Ermittlungen angestellt werden.

Justizministerin Barley sagt: "Nur die Kirche selbst kann ihre Strukturen verändern. Wären die Mauern des Schweigens früher durchbrochen worden, hätten viele Kinder geschützt werden können."

Quelle:  zeit.de


26.9.2018 Eine Betroffene schildert ihre Erfahrungen mit der katholischen Kirche und sagt, dass viele Gemeinden das Thema Missbrauch völlig ausblenden.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Stimmt. Dabei könnte das der Ort sein, an dem Missbrauchsopfer spüren: Ich gehöre dazu.


26.9.2018 Kein Bischof tritt zurück.

Quelle: Zeit.de


26.9.2018 Interview mit Prof. Dreßing

Quelle: katholisch.de


26.9.2018 Kardinal Marx bekannte eigene Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen. Aber die Bischöfe denken nicht über Rücktritte wegen eigenen Versagens oder Fehlverhaltens nach.

Quelle: Domradio

Kommentar: Da bleibt zu fragen, ob den Bischöfen nicht klar ist, dass sie (einige/viele von ihnen und ihren Generalvikaren, Personalchefs, Vorgängern),  mindestens bei Mehrfach- und Serientätern Beihilfe zu sexuellem Missbrauch geleistet haben. Mir ist schleierhaft, wie die Bischöfe so Vertrauen zurückgewinnen wollen.


26.9.2018 Hier ist die ganze MHG-Studie zu finden.

Quelle: dbk.de


26.9.2018 Im Bistum Münster ist man der Ansicht, dass wir härtere kirchliche und staatliche Strafen brauchen und ein Ende der Verjährungsfristen. Kirche müsste auch eine Neubewertung von Homosexualität vornehmen.

Quelle: bistum-muenster.de


26.9.2018 Der dt. Arzt der Colonia Dignidad wurde 2011 in Chile wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch in 16 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er floh nach Frankfurt a.M. Nach dt. Recht kann er nicht an Chile ausgeliefert werden. Chile beantragte die Strafvollstreckung in Deutschland. Nach dt. Recht sind die im chilenischen Verfahren geschilderten Taten des Arztes nicht strafbar, so die Ansicht des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Die Entscheidung des Gerichts ist abschließend. Die Urteilsbegründung ist noch nicht öffentlich.

Quelle: amerika21.de spiegel.de


25.9.2018 Das Opfer eines Berliner Kaplans informiert, dass der Täter wieder Gottesdienste feiern darf, zur Aushilfe, ohne eigene Gemeinde. 2012 wurde der Pfarrer suspendiert. Seitdem hat die Kirche intern ermittelt, hat den Fall nach Rom überwiesen, Gespräche mit Opfer und Täter geführt. Er hat sich einer forensischen Begutachtung unterzogen. Das Erzbistum geht jetzt davon aus, dass von ihm keine Gefahr mehr droht. Er bleibt im Ruhestand und bekommt keine eigene Gemeinde mehr, das sind Auflagen aus Rom. Gottesdienste darf er jedoch feiern.

Quelle: Berliner Zeitung


25.9.2018 Schwester Katharina Kluitmann, Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz und DOK-Präventionsbeauftragte sagt: "Ordensobere dürfen das Gespräch mit Opfern nicht verweigern, nur weil sie dann drei Nächte nicht schlafen können. Die Opfer können oft Jahrzehnte nicht schlafen – und haben keine Wahlmöglichkeit. Wäre es nicht angemessen, das Gespräch aktiver anzubieten? Oder gar zu fragen: „Was würde Ihnen jetzt helfen?“ Die finanzielle Seite ist dabei klar: Besser, wir werden an Geld arm durch die Unterstützung der Opfer, als dass wir an Liebe arm werden – und nebenbei auch noch am letzten Rest an Glaubwürdigkeit in dieser Sache. "

Quelle: orden.de

25.9.2018 Der US-Schauspieler Bill Cosby muss wegen sexuellen Missbrauchs mindestes drei Jahre ins Gefängnis. Sein Name kommt auf die Liste der Sexualstraftäter in Pennsylvania.

Quelle: Zeit


25.9.2018 Der Opferverband Eckiger Tisch hat kritisiert, dass die katholische Kirche ihren Missbrauchsskandal nicht umfassend genug aufklärt. Vor allem würden in einer Studie der Kirche dazu keine Namen fallen, weder von Tätern noch von ihren Vorgesetzten, bemängelte der Verband. "Es werden auch keine verantwortlichen Bischöfe genannt, die das System aus sexuellen Übergriffen über Jahrzehnte gedeckt und perfektioniert haben." Die katholische Kirche solle ihre Archive öffnen.

Quelle: Zeit


September 2018: Klaus Mertes in den Stimmen der Zeit: Sprechen über den Skandal: Missbrauch institutionell aufarbeiten. "Wer sexuellen, körperlichen oder verbalen Missbrauch in Institutionen auf-arbeitet, befindet sich auf einem schmalen Grat zwischen Opfer- und Institu-tionsperspektive. Nur wer gegen das Vergessen ankämpft, kann langfristig aus den Vorfällen lernen und nachhaltige Präventionsarbeit leisten. Über Chancen dieser Gratwanderung aber auch über ihren Preis berichtet Klaus Mertes SJ.

Quelle: herder.de


25.9.2018 Hier einige Pressestimmen zur heutigen Veröffentlichung der MHG-Studie: Süddeutsche, Spiegel, Domradio, Jürgen Erbacher, katholische Verbände - ZdK, BDkJ, Familienbund, Augsburger Allgemeine, NDR 


25.9.2018 Ca 22 Bistümer haben heute Täter- und Opferzahlen veröffentlicht. Nachzulesen bei

katholisch.de


25.9.2018 Übertragung der Pressekonferenz der Bischofskonferenz zur Vorstellung der MHG-Studie. Die letzte Fragerin war Dr. Christiane Florin. Sie sagte/fragte: "Eine Frage noch zur persönlichen Verantwortung. Hier sind jetzt über 60 Bischöfe versammelt. Gab es einen oder zwei, die im Zuge Ihrer Beratungen gesagt hätten: 'Ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen. Ich kann eigentlich die Verantwortung des Amtes nicht mehr tragen?'"

Die Antwort von Kardinal Marx: "Nein."


25.9.2018 Kardinal Ricardo Ezzati, Chile, hat die Opfer des Missbrauchsskandals öffentlich um Entschuldigung gebeten. Er forderte Hilfe und Unterstützung für Betroffene von Missbrauchsfällen. Es müsse alles unternommen werden, damit sich solche Fälle nicht mehr wiederholten. - Von der ihm vorgeworfenen Vertuschung sprach er nicht.

Quelle: domradio.de


25.9.2018 Kardinal Raymound Leo Burke und andere Kirchenführer sind der Meinung, dass schwule Priester und Ordensleute für sexuelle Übergriffe auf Minderjährige verantwortlich sind. Das sagte er im Gespräch mit "Catholic Action for Faith and Family". Für seine These gibt es keine wissenschaftlichen Belege.

Quelle: katholisch.de


25.9.2018 Sexueller Missbrauch ist in der evangelischen Kirche fast ebenso verbreitet wie in der katholischen Kirche. Das sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Ulm, Fegert. Er berief sich auf eine repräsentative Umfrage, an der sich 2.500 Menschen beteiligten.

Quelle: mdr.de  (schon nicht mehr online)


25.9.2018 Im Erzbistum Berlin wurden 77 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. Bis zum 15. Dezember 2017 lagen im Erzbistum Berlin 77 (59) Meldungen über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs oder sexueller Übergriffe an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, vom Erzbischof beauftragte Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst vor. Im Jahr 2017 wurden demnach sechs neue Vorwürfe erhoben. In diesen Zwischenbericht eingegangen sind jetzt 18 Fälle, die durch die MHG-Studie recherchiert wurden und Meldungen aus früheren Jahren betreffen. Insgesamt gehen die Vorwürfe bis auf das Jahr 1947 zurück, die Beschuldigten sind zum Teil verstorben.

Quelle: erzbistumberlin.de


24.9.2018 Manfred Lütz kritisiert die MHG-Studie.

Quelle: de.catholicnewsagency.com


24.9.2018 In der Evangelischen Kirche im Rheinland gab es in den letzten 15 Jahren gegen 27 GEistliche Ermittlungen wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs. 14 Fälle sind abgeschlossen, der Verdacht bestätigte sich. Zwei Geistliche seien entlassen worden, in anderen Fällen habe es disziplinarische Strafen oder eine Geldbuße gegeben. Acht Ermittlungen wurden eingestellt, fünf dauern noch an. 

Quelle: tag24.de


24.9.2018 Dem Vatikan wurden zwischen 2013 und 2017 ca 2000 Missbrauchsfälle von Klerikern gemeldet. 410 Fälle 2017, 451 Fälle 2016518 Fälle 2015522 Fälle 2014433 Fälle 2013. Der Vatikan teilt mit, dass jeweils  "die meisten dieser Fälle" Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Geistliche umfassen.


24.9.2018 Die chilenische Staatsanwaltschaft will vom Erzbisum Santiago eine Kopie des Vatikan-Dekrets, das die Versetzung des Geistlichen Cristian Precht in den Laienstand dokumentiert. Kirchenvertreter hatten den Vatikan 2012 um Untersuchungen gebeten, in der letzten Woche wurde Precht in den Laienstand versetzt. Nach Angaben chilenischer Medien hat die Staatsanwaltschaft seit 2000 gegen 221 Geistliche und 8 Bischöfe ermittelt. Bishop Accountability veröffentlichte eine Liste von 122 chilenischen Geistlichen, die in Missbrauchsfälle verwickelt sein sollen. Derzeit stehen 8 der 27 Bistümer Chiles unter einer Übergangsverwaltung.

Quelle: domradio.de


24.9.2018 Der pensionierte Weihbischof Robert Morneau, Bistum Green Bay in Milwaukee, USA, ist zurückgetreten. Er schrieb an Bischof David Ricken, dass er den Fall des ehemaligen Priesters David Boyea, der 1985 wegen sexueller Gewalt gegen Kinder verurteilt wurde, falsch behandelt habe. Auf Bitten der Familie des Opfers habe er eine Entschuldigung des Täters veranlasst und so geholfen, dass die Parteien sich versöhnen. Er hätte jedoch den Missbrauch melden müssen, um zu verhindern, dass der Täter einige jahre später erneut dre Minderjährige missbrauchte. Weihbischof Morneau bat um Entschuldigung, will für die Opfer beten und Wiedergutmachung leisten für das, was er 1979 nicht getan hat.
Quelle: catholicnewsagency.com

Kommentar: Weihbischof Morneau ist m.W. weltweit der erste Bischof, der von sich aus seinen Fehler im Umgang mit einem Missbrauchsfall offenlegt und Konsequenzen zieht, ohne durch öffentlichen Druck dazu gedrängt zu werden. Respekt.


24.9.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Rörig, fordert eine Beteiligung des Staates an der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Verträge zwischen Staat und Kirchen sollten ein Akteneinsichtsrecht für Betroffene regeln, Ermittlungs- und Zugangsbefugnisse sowie Entschädigungsansprüche. Die Kirche spüre selbst, dass es "einen weiteren mutigen Schritt" brauche, "um den Vertrauensverlust zu stoppen, um diese Schuld aufzuarbeiten". Auch der Staat sei gefragt, nach Wegen zu suchen, wie hier Gerechtigkeit hergestellt werden könne.

Quelle: Süddeutsche


24.9.2018 Interview mit Claudia Mönius: "Nach dem Missbrauch zurück zu Glaube und Spiritualität"

Quelle: mk-online.de


24.9.2018 Alexandra W. hatte 2013 einen hochrangigen Geistlichen der Diözese Würzburg des Missbrauchs im Exerzitienheim Himmelspforten beschuldigt, er habe sie vergewaltigt. Eine zweite Beschuldigung gegen den Geistlichen wurde im Dezember 2017 der Staatsanwaltschaft durch das Bistum vorgelegt. Das Verfahren wurde im Februar 2018 eingestellt. Dass es sich beim zweiten Verfahren um den gleichen Geistlichen handelt, bestätigte eine Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft. Das mutmaßliche Opfer machte als Zeuge keine weitergehenden Angaben. Zudem war eine etwaige Tat verjährt. Nach Angaben des Bistums hat die Glaubenskongregation bezüglich des Verdachts in der ersten Hälfte der 1970er Jahre die Verjährung nicht außer Kraft gesetzt. Der Fall von Alexandra W. wurde zu den Akten gelegt. Das Bistum hatte - ohne Wissen von Alexandra W. - ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss kam, dass ein sexueller Übergriff durch den von W. beschuldigten Geistlichen ausgeschlossen sei. Im ersten Gutachten war dies nicht so eindeutig.

Quelle: Mainpost

23.9.2018 Christiane Florin und Jan-Christoph Kitzler über "Strukturen des Missbrauchs. Vom Versagen der Katholischen Kirche". Über fünf Prozent der deutschen Priester werden beschuldigt, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Der Ruf nach Veränderungen im System der Kirche wird lauter.

Quelle: DLF

 23.9.2018 Interview mit Dr. Barbara Haslbeck, Theologin, mit DLF Kultur


23.9.2018 Ein Interview mit Pater Mertes über Homophobie (nicht: Homosexualität!) als eine Ursache für sexuellen Missbrauch, verübt von Klerikern.

Quelle. www1.wdr.de


23.9.2018 Auf der Rückseite des St.-Paulus-Doms in Münster wird am Mittwoch, 26.9.2018, 10 Uhr, der „Mahnende Mühlstein“ aufgestellt werden. Er erinnert an die Opfer sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche. Im Kreuzgang des Doms wird die Ausstellung „Der Fluch“ gezeigt. Die Plastik „Der Fluch“ steht für das Leid und die ausweglose Situation betroffener Kinder. Die Eröffnungsveranstaltung wird unter anderem vom emeritierten Weihbischof Dieter Geerlings, dem Chor der Hildegardisschule und von Johannes Heibel gestaltet.

Quelle: bistum-muenster.de


22.9.2018 Zwölf Opfer von wahrscheinlich acht Hiltruper Missionaren im Johanneum meldeten sich 2011 beim Orden. Orden und Schule reagierten nicht. Juristisch wurde keiner der Täter belangt. Nun haben sechs ehemalige Schüler, Abijahrgang 1992, einen Initiativkreis gebildet. Sie ließen eine Skluptur anfertigen, der als ein Element für einen Erinnerungsort an der Schule aufgestellt wurde. Der neue Schulleiter, Oliver Schales, gerade erst ein paar Wochen im Amt, griff die Initiative der ehemaligen Schüler auf. Am Freitag wurde die Skulptur aufgestellt und ein Vertreter der Hiltruper Missionare räumte den sexuellen Missbrauch von Internatsschülern und das Versagen des Ordens öffentlich ein: "Die Opfer haben damals keinen ausreichenden Schutz erfahren. Der Orden der Herz-Jesu-Missionare bittet um Vergebung", sagte der Superior des Konvents, Pater Ludger Holtmann. Betroffene und ihre Angehörigen weinten, für sie bedeuteten die Worte des Provinizialrates des Hiltruper Ordens endlich auch die öffentliche Wahrnehmung und ein Schuldeingeständnis für das, was ihnen in den 1970er und 1980er Jahren am früheren Internat des Johanneums wiederfahren ist.

Quelle: Domradio  Saarbrücker Zeitung


22.9.2018 Wie die Kirche in Polen mit Missbrauchspriestern und ihren Opfern umgeht. Von 300 Opfern und 66 verurteilten Täter ist die Rede. Genannt werden auch "ein paar Hundert Fälle", die dann erklärt werden als "ein paar Hundert Priester" als Täter.

Quelle: mediathek.rbb-online.de


22.9.2018 Der Bischof der Diözese Jalandhar im nordindischen Punjab, Franco Mulakkal (54), dem eine Ordensschwester vorwirft, sie zwei Jahre lang vergewaltigt zu haben und der seine Unschuld beteuert, wurde inhaftiert.

Quelle: katholisch.de


22.9.2018 "Allen Diözesanbischöfen liegt die identische Zusammenfassung von 15 Seiten der MHG-Studie bereits länger vor.“ Das sagte der Pressesprecher der Bischofskonferenz kath.net.


22.9.2018 Marokko hat einen kath. Priester in die USA ausgeliefert. Er wird seit 1992 wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen gesucht. Kurz bevor ein Anwalt Anzeige gegen die Erzdiözese von Santa Fe erstattete und den Priester Arthur J. Perrault beschuldigte, sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben, floh der Angezeigte nach Kanada, später nach Marokko. In Marokko arbeitete er weiter mit Kindern. Medien berichten, dass der Beschuldigte von 1973 bis 1992 in New Mexico gearbeitet habe und dort womöglich weitere Kinder missbrauchte. Örtliche MEdien berichten, dass die Erzdiözese New Mexico in vielen Fällen Geld gezahlt habe, um ein Bekanntwerden der Vorwürfe zu vermeiden.

Quelle: focus.de


21.9.2018  Anthony Ruff OSB, USA, denkt über Beten im Angesicht des Missbrauchs nach. Da scheint mir viel Bedenkenswertes dabei zu sein. Gebetet werden soll für "die Kirche", die Bischöfe, die Kleriker. Allerdings fehlt in den Überlegungen erneut eine Gruppe von Menschen, die zuallerst in den Blick kommen sollte: Die Opfer. Auch sie sind, wenn sie das wollen, "Kirche".

Quelle: katholisch.de


21.9.2018 Der Erzbischof von Köln, Woelki, kündigt als erstes deutsches Bistum eine umfassende und unabhängige Aufklärung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln an. 

Quelle: Domradio


21.9.2018 Papst Franziskus hat das vorzeitige Rücktrittsangebot des Bischofs Carlos Eduardo Pellegrin Barrera (60 J.) von San Bartolome de Chillan, Chile angenommen. Eine Begründung teilte der Vatikan nicht mit. Gegen Pellegrin Barrera ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Vertuschung. Bereits 2011 gab es Ermittlungen wegen Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Schüler. Pellegrin leitete die Bildungskommission der Chilenischen Bischofskonferenz (2007 - 2010) und wurde 2007 Präsident der Internationalen katholischen Bildungsorganisation OIEC.

Auch das Rücktrittsangebot des Bischofs von San Felipe, Cristian Enrique Contreras Molina (71 J.) nahm der Papst an. Eine Begründung teilte der Vatikan nicht mit. Die chilenische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Contreras wegen sexueller Übergriffe auf einen volljährigen Mann. Contreras bestritt ein Fehlverhalten.

Quelle: katholisch.de


 21.9.2018 Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan erwartet "ungeduldig" eine Apostolische Visitation der US-Kirche. Er hoffe, dass der Vatikan eine kirchliche Untersuchung einleiten werde, um den Missbrauchsskandal um den New Yorker Alt-Erzbischof Theodore McCarrick aufzuklären. Einige Katholiken würden das "Vertrauen in die Bischöfe verlieren", wenn sie sähen, dass ein Mann wie McCarrick in der kirchlichen Hierarchie aufsteigen könne, so der Erzbischof über seinen Vorgänger. Er könne sie gut verstehen, gab der Kardinal zu. Gleichzeitig bekräftigte er, volles Vertrauen in Papst Franziskus bei der Lösung der Missbrauchskrise zu haben.

Quelle: katholisch.de

Zur Erinnerung: Kardinal Timothy Dolan soll als Erzbischof von Milwaukee 57 Millionen Dollar in einen Friedhofsfonds gesteckt haben, damit das Geld nicht an Missbrauchsopfer geht.


Die Deutsche Bischofskonferenz schaltet ab Dienstag, 25.9., 11 Uhr erneut eine Hotline für Betroffene von sexuellem Missbrauch frei. Die Rufnummer 0800/0005640. Die Hotline bleibe dann an den darauf folgenden Tagen bis zum 28. September immer zwischen 14 und 20 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten rufen die Berater nach Wunsch zurück. Internetbratung ist unter https://www.hilfe-nach-missbrauch.de/ zu erreichen.

Quelle: katholisch.de

Hinweis: Mittwoch, 26. September 2018, ab20.15 Uhr, Themenabend Missbrauch in 3sat.


21.9.2018 Matthias Katsch sieht die Kirche an einem Wendepunkt. Ihr wird seiner Ansicht nach nichts anderes übrigbleiben als einer unabhängigen Untersuchung zuzustimmen, die die Akten einsehen kann. Auch der Papst müsste die Akten im Vatikan freigeben. Ob er sich gegen beharrende Kräfte durchsetzen kann, sei unklar.

Quelle: mazonline


20.9.2018 Der Amerikaner Ed Hanratty, Journalist, berichtet, wie er seinen Missbrauch durch einen Priester öffentlich machte. Der Priester war noch immer im Dienst und wurde nach dem Bericht suspendiert.

Quelle: huffingtonpost.de


20.9.2018 Die EKD plant keine der MHG-Studie vergleichbare Studie. Die bisherigen Aufarbeitungsprozesse seien lokal und regional verortet gewesen. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm und verwies auf den Abschlussbericht der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland von 2014 zum Missbrauchsskandal in Ahrensburg. Nicht jede Landeskirche habe einen Beauftragten für Missbrauch, aber es gebe Ansprechpersonen. Die Kirchenkonferenz der EKD habe gerade einen Maßnahmenkatalog beschlossen, der nun in alle Landeskirchen transportiert werde. Da werde auch der Wunsch des Betroffenenrats in Berlin berücksicht, auch außerhalb der Kirche Ansprechpartner zu haben. Zudem solle die Zahl der bearbeiteten Fälle, die Höhe der finanziellen Leistungen und die Anzahl der Disziplinarverfahren erhoben und "anlassgemäß öffentlich kommuniziert" werden. Geplant seien auch Empfehlungen für die Landeskirchen zu "systematischen Organisationsuntersuchungen in den kirchlichen Untergliederungen zur Minimierung des Risikos sexualisierter Gewalt".

Quelle: katholisch.de


20.9.2018 Die US-Bischofskonferenz will eine Melde-Hotline einrichten, über die Missbrauchsfälle angezeigt und zur Strafverfolgung gebracht werden sollen. Die Meldungen werden an die zuständigen kirchlichen Stellen und an die weltlichen Justizbehörden weitergeleitet. So soll sichergestellt werden, dass Vorwürfe geprüft werden. Außerdem berät sie mit Betroffenen und Experten über zusätzliche Maßnahmen, um auf den Skandal zu reagieren "und Gerechtigkeit wiederherzustellen".

Quelle: 24matins.de


20.9.2018 Das Domradio verteidigt das "indirekte Aktenstudium" der MHG-Studie. Andernfalls wären auch Personalakten eingesehen worden von Menschen, die nichts mit Missbrauch zu tun haben. Zudem bedeutet das indirekte Aktenstudium, dass Prominente geschützt wurden, wie etwa Papst Benedikt, der ehemalige Erzbischof von München. Die Bischofskonferenz bemühe sich um ein "halbwegs geordnetes Vorgehen". Da die Studie den Bischöfen erst auf der Herbstvollversammlung vorgestellt werden sollte, aber zuvor von Zeit und Spiegel veröffentlicht wurde, hat das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz den Text vorab per Post verschickt. - Das Domradio vergleicht - zu Recht - die John Jay-Studie mit der MHG-Studie, die auf ca 4 bzw. 4,4 % Geistliche kommen, die Minderjährige missbrauchen.

Quelle: Domradio

Kommentar: Ich frage mich, wie die Bischöfe zu einer über 300-seitigen Studie Stellung nehmen wollen, wenn sie sie zuvor nicht gelesen haben. Und ich frage mich, woher der Ärger über die Vorabveröffentlichung kommt. Andernorts betonen die Bischöfe doch, dass sie den Medien dankbar seien, dass die immer wieder sexualisierte Gewalt in der Kirche thematisieren. Der Vergleich mit der John-Jay-Studie ist richtig, denn auch sie gewann ihre Erkenntnisse aus indirektem Aktenstudium. Da wo staatliche Untersuchungen stattfanden, war der Anteil der Priester-Täter jedoch deutlich höher. Aus den 6 untersuchten Diözesen in Pennsylvania hatten nach Aufforderung der US-Bischofskonferenz 2004 die Bischöfe von 143 beschuldigten Priestern gesprochen. Im Bericht der Grand Jury von Pennsylvania stellte sich heraus, dass es 301 beschuldigte Priester gibt, also mehr doppelt so viele wie im Bericht der Bischöfe. Zu den 6 genannten Bistümern kommt noch das Bistum Altoona-Johnstown mit mindestens 50 Tätern und mehreren hundert Opfern hinzu. In Boston hatte das Spotlight-Team mindestens 161 Priester-Täter gefunden. Als eine Grand Jury unter Thomas F. Reilly das Bistum untersuchte, waren es im Juli 2003 bereits 237 Priester, die Minderjährige missbraucht hatten. Diese 237 Priester sind 10 % aller Priester in der Diözese Boston. (bostonglobe.com) Die Wahrscheinlichkeit, dass bei staatlichen Untersuchungen mit direktem Aktenzugriff mehr als die 4,4 % Missbrauchstäter unter den Priestern gefunden werden, ist hoch. Und nebenbei: Es geht noch immer nicht um die Opfer: Es geht um die Täter, "die" Kirche, die Vorabveröffentlichung der dt. Studie, im Fall Viganó - McCarrick um kirchenpolitische Auseinandersetzungen. 


20.9.2018 Papst Franziskus hat dem vorläufigen Amtsverzicht des indischen Bischofs Franco Mulakkal stattgegeben. Mulakkal wird von einer Ordensfrau vorgeworfen, sie zwischen 2014 und 2016 wiederholt vergewaltigt zu haben.

Quelle: katholisch.de


20.9.2018 Evelyn Finger macht auf die kirchenrechtliche Bagatellisierung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger aufmerksam. Im CiC 1395 gilt sexueller Missbrauch als Verstoß gegen den Zölibat. Angesichts der Machtkämpfe in der Kirche sagt Finger: "Da hilft nur eins. Die Kirche muss sich um das Wichtigste zuerst kümmern. Nein, nicht um die Kirche! Nicht um Sexualmoral, Zölibat, Priestermacht! Sondern zuerst um die Opfer. Die warten noch immer auf Antwort, warum sie einst zur Beichte geschickt wurden und wie die Kirche nun sühnen will, dass sie so viele Verbrechen geschehen ließ."

Quelle: zeit


19.9.2018 Marc Quellet forderte bei der Vollversammlung des Rats der europäischen Bischofskonferenzen, dass die Kirche künftig besser auf die Stimmen der Opfer von Missbrauch hören müssen.

Quelle: orf


19.9.2018 Das Bistum Brooklyn in New York zahlt vier Missbrauchsopfern eines Religionslehrers 27,5 Millionen Dollar. Damit umgeht das Bistum einen Prozess.

Quelle: orf


18.9.2018 Florian Breitmeier kommentiert die vorab veröffentlichten Zahlen der MHG-Studie. Er spricht von einem "katholischen Schweigekartell", das nicht durch die Kirchenleitungen, sondern durch Betroffene aufgelöst wurde. Sein Fazit: "In der katholischen Kirche fehlt bislang eine tiefergehende theologische Reflexion darüber, welches institutionelle Selbstverständnis einzelne Täter geschützt und das klerikale Machtsystem insgesamt gestützt hat. Wenn die Kirche beim Aufarbeiten des Missbrauchsskandals eine Lerngemeinschaft sein will, dann muss sie die Betroffenen sexualisierter Gewalt und die Gläubigen viel stärker in den Aufarbeitungsprozess einbinden. Und Aufarbeitung bedeutet nicht nur Prävention. Es geht auch um Partizipation, Gewaltenteilung, das kirchliche Selbstverständnis, und die kirchliche Lehre. Doch genau davor haben viele leitende Geistliche große Skrupel, weil dies einen persönlichen und theologischen Kontrollverlust bedeuten kann."

Quelle: ndr.de 


18.9.2018 Michael Räuber hat in seinem Buch "Geteilte Hölle" den Fall des Pfarrers Timmerbeil beschrieben., der Kinder schwer körperlich misshandelte und sexuell missbrauchte. Mary Halley-Witte von der Präventionsstelle des Erzbistums Hamburg spricht von schwereren und brutaleren Formen von Missbrauch, "immer auch gepaart mit sehr schwerer physischer Gewalt". Die Kirchengemeinde ist gespalten. Viele halten Michael Räuber für einen Nestbeschmutzer. Die Staatsanwaltschaft hat 2015 Ermittlungen eingestellt. 12 Betroffene haben sich bei der Kirche gemeldet. Gerüchteweise wird von mehr als 100 Opfern gesprochen.

Quelle: ndr.de


18.9.2018 Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sagt: "Auch wir, die Verantwortungsträger im Erzbistum Freiburg, müssen uns die Frage stellen, wo wir mitschuldig geworden sind, wo wir Bedingungen unterstützt haben, unter denen Minderjährigen durch Kleriker unermessliches Leid zugefügt werden konnte. Die veröffentlichten Ergebnisse fordern von uns weiterhin eine verantwortungsvolle und sensible Aufarbeitung."

Quelle: Konradsblatt


17.9.2018 Der chilenische Priester, Reverend Cristian Precht Banados, 77, der wegen sexuellen Missbrauchs laisiert wurde, hat in den 1970er Jahren unter der Pinochet-Diktatur das kirchl. Büro für Menschenrechte geleitet.

Quelle: dailymail


17.9.2018 Neben der Erkenntnis der MHG-Studie, dass fast 10 % der kirchlichen Missbrauchstäter irgendwann ein höheres Kirchenamt innehatten, belegt die Studie, das 67,1 % der Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt wurden. In Vergleichsgruppen (Schulen, Sportvereine) betrug die Einstellungsquote nur 20,5 %. 46,6 % der Verfahren wurden wegen Verjährung eingestellt. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 3,8 Prozent der Verfahren der Fall. Die Verurteilungsrate betrug bei Klerikern nur 30,9 Prozent, während sie sich in der Vergleichsgruppe auf 67,9 Prozent belief.

Quelle: orf


17.9.2018 Der Ex-Chef des Weißen Rings in Lübeck war von 29 Frauen angezeigt worden wegen Belästigung. Vor Gericht muss er wegen einer Sache, Exhibitionismus.

Quelle: Spiegel.de


17.9.2018 Die meisten der 20 niederländischen Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe, denen Vertuschung vorgeworfen wird, sind inzwischen verstorben. 4 von ihnen wird zudem sexueller Missbrauch vorgeworfen. Quelle: orf
16.9.2018 Im Bistum Osnabrück sind 35 katholische Priester als Missbrauchstäter und 68 Opfer bekannt geworden. Bislang war von 21 Tätern und einer unbekannten Zahl Betroffener und von 17 "Entschädigungszahlungen" die Rede.

Quelle: kirche-und-leben.de


16.9.2018 Zwanzig von 39 niederländischen Kardinälen, Bischöfen und Weihbischöfen haben im Lauf von 65 Jahren sexuellen Missbrauch vertuscht.

Quelle: Theguardian


16.9.2018 Kardinal Marx äußert sich anlässlich der MHG-Studie: "Die Kirche geht durch Höhen und Tiefen. Gerade in diesen Tagen denken wir an die dunklen Seiten dessen, was in der Kirche geschehen ist und geschieht. Tief bedrückt, erschüttert und beschämt sind wir von der Realität sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der katholischen Kirche." Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. "Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist", so Kardinal Marx. Er sagte dies in Valendar in einem Gottesdienst der Schönstattbewegung. Zur Erinnerung: der ehemalige Bischof von La Serena und Chillán, Francisco José Cox Huneeus lebt in Vallendar bei der Schönstatt-Bewegung. Ihm werden Sexualstraftaten im Kontext chilenischer kirchlicher Kinder- und Jugendheime vorgeworfen. Von seinem Amt trat er am 16. April 1997 zurück wegen seiner von der Kirche eingeräumten „etwas überschwänglichen Zuneigung“ besonders zu Kindern.

Quelle: Domradio


 15.9.2018 Matthias Drobinski berichtet, dass es sogar einen Leiter eines kirchlichen Archivs gebe, der selbst beschuldigt wurde, Minderjährige missbraucht zu haben. Nach SZ-Informationen kam auch eine Beraterin der von der Bischofskonferenz geschalteten Hotline mit rund 50 Verdachtsfällen zu den Forschern, ihre Angaben wurden nicht mehr berücksichtigt. Wenn Kirche Glaubwürdigkeit gewinnen wolle, wäre es nötig, dass die päpstlichen Archive geöffnet werde, der CiC sexuellen Missbrauch nicht weiter als Vergehen, sondern als Verbrechen wertet; die Debatte über Zölibat und das Selbstverständnis der Priester geführt wird und über das Verhältnis der katholischen Kirche zur Sexualität und zur Homosexualität, zur Verbindung von Religion, Autorität und Macht.

Quelle:  sueddeutsche.de


15.9.2018 Auch in Salt Lake City und San Diego werden Missbrauchsfälle berichtet.

Quelle:  vaticannews.va


15.9.2018 Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Speyer, wendet sich im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch direkt an die Gemeinden und Gläubigen im Bistum Speyer. Seine Erklärung zur Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wird an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen. „Das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Deutschland im Jahr 2010 hat eine tiefe Erschütterung ausgelöst. Wir Bischöfe haben in dieser Situation zahlreiche Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention ergriffen. Auch sahen wir die Notwendigkeit, den Missbrauch in der katholischen Kirche durch Wissenschaftler von außen unabhängig untersuchen zu lassen“, schreibt Bischof Wiesemann.

Quelle: rheinpfalz.de


15.9.2018 Auch  Weihbischof Rolf Lohmann zeigte sich erschüttert von der „enorm großen Zahl junger Opfer sexueller Übergriffe“, von der „nachgewiesenen Vertuschung durch kirchliche Verantwortungsträger“ und von der Forschererkenntnis, dass davon auszugehen sei, dass auch heute im kirchlichen Bereich sexueller Missbrauch vorkomme.

 Quelle: kirche-und-leben.de


15.9.2018 Bischof Gonzalo Duarto, Chile, wird inzwischen sowohl Vertuschung als auch sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Papst hatte am 11.6.2018 seinen  "Rücktritt aus Altersgründen" angenommen. Auch Bischof Carlos Pellegrin, Chillian, wird des Missbrauchs beschuldigt. Gegen ihn wurde bereits 2011 wegen einer Reihe von anonymen Anschuldigungen ermittelt, aber im vergangenen Monat tauchten neue auf, so dass die örtliche Staatsanwaltschaft erneut wegen Missbrauchs ermittelt.
Quelle: orf cruxnow.com


15.9.2018 Die französische Bischofskonferenz hat Missbrauchsopfer zu ihrer Vollversammlung eingeladen.

Quelle: catholicnewsagency.com


 15.9.2018 Fast zehn Prozent der katholischen Kleriker, die in Kindesmissbrauch verwickelt sein sollen, hatten irgendwann ein leitendes Amt inne: Dechant, Regens, Offizial, Domkapitular, Weihbischof, Bischof oder Erzbischof.

Quellen: epochtimes, Zeit  orf


 15.9.2018 Einige Bischöfe reagieren auf die Vorabmeldungen der MHG-Studie: Erzbistum Berlin, Bistum Passau. Kardinal Wölki, Köln, schreibt: Vor allem gehört zur Buße, den Betroffenen zu begegnen, sie anzuhören und ihr Leid auszuhalten. Erst dann kann die Kirche selbst auf die Vergebung Gottes hoffen, die wir sonst den Menschen zusprechen. Und erst dann können wir hoffen, dass auch die Betroffenen uns eines Tages – vielleicht – IHRE Vergebung gewähren." Das Bistum Trier erläutert, warum ein Beratungsangebot für Missbrauchsopfer wichtig ist, wenn anlässlich der Veröffentlichung der Studie der DBK Erinnerungen hochkommen.

Der Würzburger Bischof Franz Jung berichtet, dass beim Einführungskurs neuer Bischöfe in Rom ein ganzer Tag diesem "schwierigen Thema" eingeräumt worden sei, "das die Kirche sehr belastet".


14.9.2018 Hermann Häring im Gespräch über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche

Quelle: br.de


14.9.2018 Die Süddeutsche spricht von den Einschränkungen, denen die MHG-Studie unterliegt und benennt die Verbindung zum Auftraggeber, die bei aller seriös geleisteten Arbeit, die Zweifel nie ganz ausräumen könne. Nach Informationen der SZ kam z.B. eine Beraterin der von der Bischofskonferenz geschalteten Hotline mit rund 50 Verdachtsfällen zu den Forschern zu spät, um Eingang in die Studie zu finden. In einem anderen Fall war der Leiter des bischöflichen Archivs einer der Beschuldigten.

Quelle: Süddeutsche


14.9.2018 Josh Shapiro, verantwortlich für die Untersuchung in 6 Bistümern von Pennsylvania, berichtet, dass mehr als 1.000 Anrufe seit der Veröffentlichung der Studie eingegangen sind. 

Quelle: wjactv.com


14.9.2018 Die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Lisi Maier, macht "Männerbünde" innerhalb der katholischen Kirche für fehlende Aufklärung von sexuellem Missbrauch verantwortlich. "Das sind etwa Karrierenetzwerke, bei denen sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen. Diese Netzwerke verhinderten Aufklärung. Sie fordert, die "größere Macht der Geistlichen in der Kirche im Vergleich zu den Laien" zurückzudrängen.

Quelle: katholisch.de


14.9.2018 In Chile wurden in Valparaiso, Osorno, Concepcion und Chillian Durchsuchungen der Bistümer vorgenommen. Auch der E-Mail-Verkehr hochrangiger Kirchenvertreter wurde sichergestellt. Ermittelt wird gegen die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Javier Errazuriz. Bischof Cristian Contreras Molina aus San Felipe steht im Verdacht für Missbrauchsfälle verantwortlich zu sein, Luis Infanti de la Mora aus Aysen wird die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen, wie die Tageszeitung "La Tercera" (Donnerstag Onlineausgabe) berichtete.

Quelle: Domradio


14.9.2018 Interview mit Dr. Christiane Florin im Deutschlandfunk: Was ist Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer?


14.9.2018 In Chile wurden in Valparaiso, Osorno, Concepcion und Chillian Durchsuchungen der Bistümer vorgenommen. Auch der E-Mail-Verkehr hochrangiger Kirchenvertreter wurde sichergestellt. Ermittelt wird gegen die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Javier Errazuriz. Bischof Cristian Contreras Molina aus San Felipe steht im Verdacht für Missbrauchsfälle verantwortlich zu sein, Luis Infanti de la Mora aus Aysen wird die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen, wie die Tageszeitung "La Tercera" (Donnerstag Onlineausgabe) berichtete.

Quelle: Domradio


14.9.2018 Interview mit Dr. Christiane Florin im Deutschlandfunk: Was ist Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer?


12.9.2018 Nicht nur Minderjährige und (erwachsene) Seminaristen gehören zu den Opfern klerikalen Missbrauchs, sondern auch Ordensfrauen, selbst wenn sie gerne die letzten sind, denen in der Kirche Aufmerksamkeit zuteil wird. Aus Afrika kamen schon früher vereinzelt Fälle ans Licht. Irgendwann wird auch diese Welle wirklich losbrechen: missbrauchte Schwestern. 

Quelle: katholisch.de


11.9.2018 Aus Sicht von Kurienerzbischof Georg Gänswein erschüttern die Missbrauchsskandale die katholische Kirche in ähnlichem Maß wie die Terrorattacken vom 11. September 2001 die USA. "Heute schaut in der Tat auch die katholische Kirche voller Befremden auf ihren eigenen 11. September..."

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Das Bild, das Kurienerzbischof Georg Gänswein wählt, zeigt Terrorismus, der von außen kommt. Sexuelle Gewalt durch Kleriker hingegen ist Terror, der aus dem Inneren der Kirche kommt. Vermeidet Gänswein also die Umkehr der Kirchenverantwortlichen zu den Opfern? Sieht er Verantwortung nicht in zentralen Themen des Christentums (Klerikalismus, Umgang mit Laien und Frauen...)?


5.9.2018 Bischof Genn, Bistum Münster, fordert ein Ende des Klerikalismus. Er fordert nicht die gleichen Rechte für Frauen in der katholischen Kirche und auch nicht die Aufhebung des Pflichtzölibats für Priester.
Quelle: katholisch.de


5.9.2018 Der Wiener Theologe Paul Zulehner warnt, Homosexualität und sexuellen Missbrauch zu vermengen. Aus wissenschaftlichen Gründen lehne er diese Vermengung ab. Sexueller Missbrauch sei keine Frage der sexuellen Ausstattung, sondern der sexuellen Reife.
Quelle: katholisch.de


5.9.2018 Papst Franziskus traf Kardinal Wuerl. Diskutiert wurde die Lage Wuerls, der wegen seines Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen während seiner Zeit als Erzbischof des US-Bundesstaats Pittsburgh in Pennsylvania in der Kritik steht. Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt.
Quelle: religion.orf.at


5.9.2018 Der Churer Weihbischof Marian Eleganti fordert, dass Homosexuelle nicht Priester werden dürfen.

Quelle: aargauerzeitung.ch


4.9.2018 Kardinal Wuerl stieß bei seiner Sonntagspredigt auf Protest der Gemeinde: "Schäm dich!" rief ein Gottesdienstbesucher.  Amerikanische KatholikInnen äußern ihren Zorn inzwischen offen und fordern den Papst auf, die Fragen rund um den Fall McCarrick (wer wusste wann was? Wer tat wann was?) zu beantworten. Auch die Rolle von Kardinal Wuerl ist zweifelhaft, er zeigte sich als Aufklärer, ging zugleich jedoch nicht hart genug gegen Sexualstraftäter vor oder versetzte sie lediglich.
Quellen: katholisch.de   katholisch.de


4.9.2018 Kardinal Wuerl stieß bei seiner Sonntagspredigt auf Protest der Gemeinde: "Schäm dich!" rief ein Gottesdienstbesucher.  Amerikanische KatholikInnen äußern ihren Zorn inzwischen offen und fordern den Papst auf, die Fragen rund um den Fall McCarrick (wer wusste wann was? Wer tat wann was?) zu beantworten. Auch die Rolle von Kardinal Wuerl ist zweifelhaft, er zeigte sich als Aufklärer, ging zugleich jedoch nicht hart genug gegen Sexualstraftäter vor oder versetzte sie lediglich.
Quellen: katholisch.de   katholisch.de


4.9.2018 Die Schweizer Bischofskonferenz will ihre Meldepflicht verschärfen. Sexuelle Übergriffe sollen künftig in jedem Fall zu einer Anzeige bei der Justiz führen, wenn es Hinweise auf ein Offizialdelikt gibt. Die Bischofskonferenz will ihre Direktiven entsprechend anpassen.
Quelle: bluewin.ch


4.9.2018 Die IG Feministische Theologinnen nennt den Klerikalismus der römisch-katholischen Kirche eine der Hauptursachen für die zahlreichen Missbrauchsskandale. Sie fordert die Schweizer Bischofskonferenz auf, die klerikalen Strukturen als Faktoren des Machtmissbrauchs zu verstehen und Maßnahmen für Strukturreformen zu ergreifen, die über Sexualkurse für Priester und andere Präventionsarbeit hinausgingen. Empört sind die Theologinnen darüber, dass der Papst seinen Appell zur Umkehr an das ganze Volk Gottes richtet, wo doch die Schuld und Verantwortung nicht beim Kirchenvolk, sondern bei den Priestern, den Bischöfen und Ordensoberen lägen. Ohne eine Veränderung der zölibatär-klerikalen und autoritär-patriarchalen Amtsstrukturen werden sich der Klerikalismus und damit die Anfälligkeit für sexuellen Machtmissbrauch wohl auch in Zukunft nicht vermeiden lassen, sagen die Theologinnen.
Quelle: kath.ch


 3.9.2018 Wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche haben mehrere Bischöfe Papst Franziskus zur Einberufung einer Sondersynode aufgerufen - so der Bischof von Dallas, Edward Burns; der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput und Bischof Philip Egan, Portsmouth.
Quelle: orf


3.9.2018 Der emeritierte Erzbischof Francisco José Cox von La Serena lebt in Valendar. Eines seiner Opfer, Hernán Godoy, hat sich Mitte August mit einer Kommission - zwei Priestern und dem derzeitigen Erzbischof von La Serena getroffen, um seine Anzeige gegen Cox vorzubringen. Godoy hat bereits ein zivilrechtliches Verfahren gegen Cox eingeleitet. Erzbischof Cox musste 1997 sein Amt wegen Missbrauchsvorwürfen aufgeben. Es gab weder staatliche Maßnahmen gegen ihn noch kirchenrechtliche Konsequenzen. Die Kirche begründete den Rücktritt mit "etwas überschwänglicher Zuneigung besonders zu Kindern". Zuerst wurde er nach Kolumbien und von dort nach Deutschland geschickt.
Quelle: diarioeldia.cl


 3.9.2018 In einem Offenen Brief an die Bischöfe und Gemeinden beider Großkirchen haben 18 kirchliche Missbrauchsopfer geschrieben, beide Großkirchen mangele es an Willen zur Aufklärung. Betroffene seien "Bittsteller, die abgewehrt und mit heimlichen Zahlungen abgespeist" würden, um die Geschehnisse anschließend wieder mit dem Mantel des Schweigens zu verhüllen. Nötig sei aktive und proaktive Mitarbeit der Gemeinden und der aktuellen Priester, Diakone und Laien. Die Unterzeichner fordern eine zentrale und öffentliche Dokumentation von Missbrauchsällen und unabhängige Kommissionen zur Aufarbeitung. Die AutorInnen des Offenen Briefes beklagen, dass bisherige Prozesse eher den BEtroffenen als den Tätern gemacht worden seien.
Quelle: katholisch.de


 2.9.2018 Burkhard Jürgens weist darauf hin, dass Papst Franziskus am 27.9.2015 vor 300 Bischöfen aus aller Welt versprochen habe, alle für Vertuschung von Missbrauchsfällen durch Kleriker Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Im Hini 2015 war eine eigene Gerichtssektion innerhalb der Glaubenskongregation angekündigt worden - sie sollte gegen vertuschende Bischöfe vorgehen. Später wurde der BEschluss als Missverständnis bezeichnet. Dann erschien der Erlass "Wie eine liebende Mutter" im September 2016, aber niemand scheint zu wissen, was daraus geworden ist. Dort ist geregelt, dass die Kurie bei ernst zu nehmenden Hinweisen Ermittlungen aufnehmen kann. Ihr Urteil legt sie dem Papst vor, der ein ad hoc zu berufende Juristenkollegium mit der Prüfung beauftragt und ggf. deren Urteil billigt. Ausführungsbestimmungen gibt es nicht. Der Papst berichtete auf dem Rückflug von Irland, dass zuletzt Erzbischof Apuron nach diesem Verfahren verurteilt worden sei. Im Erlass ist die Rede von der "zuständigen Kongregation - gemeint ist wohl die Bischofs- und die Missionskongregation. Apurons Fall jedoch wurde vor der Glaubenskongregation verhandelt, also nach dem Modell von 2015. Das vatikan. Presseamt konnte auch nach einer Woche interner Recherchen nicht sagen, wie viele Verfahren seit 2016 begonnen haben. Gründe für Bischofsrücktritte werden seit einiger Zeit nicht mehr vom Presseamt mitgeteilt. Das Fazit von Herrn Jürgens: "Papst Franziskus hat Transparenz zugesichert, um Vertrauen zurückzugewinnen. Die Aufgabe beginnt, wie es scheint, im eigenen Haus."
Quelle: katholisch.de


 1.9.2018 Die EU-Bischofskommission COMECE hat sich angesichts der ernsthaften Angriffe auf die Kirche und den Papst hinter den Papst gestellt und ihm Unterstützung, Treue und Vertrauen zugesagt.
Quelle: orf
Kommentar: Der Solidaritätserklärung ist nicht zu entnehmen, ob die Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben, von sich aus ihren Rücktritt anbieten, wie der Papst das gewünscht hat. Bislang wurde mir kein Rücktrittsgesuch eines europäischen Bischofs bekannt.


 31.8.2018 Die Zahl der Ermittlungen gegen kirchliche Mitarbeiter in Chile hat sich innerhalb weniger Wochen verdreifacht. Derzeit wird gegen 167 Verdächtige ermittelt, unter ihnen 96 Priester und sieben Bischöfe.
Quelle: epochtimes.de


 31.8.2018 Die Bischöfe von Spanien, Argentinien, Peru und Paraguay drücken ihre Solidarität mit Papst Franziskus ebenso aus wie CELAM, der lateinamerikanische Bischofsrat. Die Bischöfe in den USA scheinen gespalten zu sein. Zwar bat die Bischofskonferenz der USA unter ihrem Vorsitzenden Daniel DiNardo um eine Audienz, aber einzelne Bischöfe würdigten Erzbischof Viganó als integren Kirchenmann. Der Bischof von San Diego, Robert McElroy, nahm pointiert Stellung: Viganòs Zeugnis sei inspiriert von Hass auf den Papst und auf das, was er lehre.
Von der dt. Bischofskonferenz oder deutschen Bischöfen gibt es bislang keine Stellungnahme.
Quelle: vaticannews.va
Kommentar: Um die im Raum stehenden Vorwürfe zu klären, könnte Papst Franziskus die Öffnung der Akten anordnen. Das Format, eigene Fehler zu sehen und öffentlich einzugestehen, hat er.


 31.8.2018  Thomas Jansen schaut sich das Schreiben von Erzbischof Viganó genauer an. 
Quelle: katholisch.de


31.8.2018 Der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Mark Coleridge, sagte, es werde keine Vertuschungen mehr geben, keine Versetzungen von Beschuldigten und der Ruf der Kirche werde nicht mehr über die Sicherheit von Kindern gestellt werden. Bistümer und Orden erklärten, sie würden die Empfehlungen der australischen Missbrauchskommission akzeptieren, d.h. auch die Prüfung eines freiwilligen Zölibats und die Änderung des Kirchenrechts. Statt der bisherigen Definition von Missbrauch als "moralische Verfehlung", solle Kindesmissbrauch als "Straftat" ins Kirchenrecht. Die Abschaffung des Beichtgeheimnisses lehnte die Bischofskonferenz ab.
Der Journalist Paul Collins wies darauf hin, dass Erzbishof Coleridge nichts zur Priesterausbildung, dem Klerikalismus und einer transparenten Rührungs- und Verwaltungsstruktur gesagt habe, weil die australische Bischofskonferenz gespalten sei. Viele "reaktionäre Bischöfe" hätten das Ausmaß des Missbrauchsproblems noch nicht begriffen.

Quelle: religion.orf.at


 31.8.2018 Die katholische Kirche in Polen spielt dasMissbrauchsproblem herunter. Marek Lisinski, selbst Opfer eines Priesters, sucht die Öffentlichkeit und kritisiert den früheren polnischen Papst Johannes Paul II. Das Ansehen, das Johannes Paul II in Polen genießt, erschwere seine Aufklärungsarbeit, sagt Marek Lisinski. Denn viele wollten verhindern, dass ein schlechtes Licht auf den mittlerweile heilig Gesprochenen und sein Pontifikat fielen.
Quelle: DLF


 30.8.2018 Der australische Erzbischof Philip Wilson wird gegen seine Verurteilung wegen der Vertuschung von Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern Berufung einlegen. Das berichten australische Medien.

 Quelle: religion.orf.at


30.8.2018 Mittlerweile gibt es in der katholischen Kirche eine bizarre Entwicklung: Der Papstankläger taucht unter aus Angst um sein Leben, die Diskussion um Homosexualität als Ursache für Kindesmissbrauch lebt wieder auf. Die deutschen Bischöfe schweigen laut in dieser Situation. Auch der Papst schweigt. US-Bischöfe fordern Aufklärung darüber, ob Papst Franziskus im Fall McCarrick etwas wusste. Der pennsylvanische Staatsanwalt sagt, er habe Beweise dafür, dass der Vatikan von der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen durch US-amerikanische Bischöfe wusste, jedoch keine Beweise dafür, dass Papst Franziskus Bescheid wusste. Extrem Konservative nutzen die Krise, um ihre Agenda (gegen Homosexualität, gegen die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zu den Sakramenten, u.s.w.) durchzusetzen. Kurz: Hier geschieht, was in allen Gemeinschaften geschieht, die mit Aufklärung von Missbrauch konfrontiert sind: Sie spalten sich. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen bleibt eine Gruppe außen vor: Die Opfer sexueller Gewalt. Wieder einmal werden sie für andere Interessen instrumentalisiert, diesmal für kirchenpolitische.


29.8.2018 Klaus Mertes weist darauf hin, dass Spaltung zum Aufklärungsprozess dazugehört und wehrt sich gegen den diffamierenden Kampfbegriff "homosexuelle Netzwerke", der aus dem homophoben Sumpf stamme und bis in die höchsten Spitzen der Hierarchie reiche. Schwule sollten als Sündenbock dienen. Diese Sündenbocksuche diene dazu, die notwendige Strukturdebatte zu vermeiden. Im Übrigen gehörten auch Heteros zu "männerbündischen Netzwerken".
Quelle: katholisch.de


29.8.2018 Paul Zulehner zeigt sich entsetzt darüber, dass die europäischen Bischöfe zu den Angriffen gegen Papst Franziskus schweigen.
Quelle: zulehner.wordpress.com


29.8.2018 Rainer Bucher sagt, für Klerikalismus dürfe es keinen Platz mehr in der Kirche geben. Papst Franziskus identifiziere den Klerikalismus als Wurzel des Missbrauchs in der Kirche und die "machtgestützte Selbstbezüglichkeit" als Kern des Klerikalismus. Das sei ebenso wahr, "wie es gerne verschämt beschwiegen wird"
Quelle: kathpress.at


29.8.2018  Der Staatsanwalt von Pennsylvania sagt, er habe Beweise, dass der Vatikan über die Vertuschungsversuche in den USA informiert war. Ob Papst Franziskus selbst Kenntnis von den Vertuschungen hatte, könne er nicht sagen. Die Grand Jury fand handschriftliche Notizen in Geheimarchiven, in denen der Missbrauch detailliert beschrieben worden sei. Kleriker seien vom Bostoner Kardinal Bernard Law gezwungen worden, "alles" zu dokumentieren. Diese Politik bezeichnete der Staatsanwalt als "unerklärlich". Er beklagte, Kirchenführer hätten "Gemeindemitglieder am Sonntag belogen, die Öffentlichkeit belogen, die Täter vor der Öffentlichkeit geschützt, aber alles dokumentiert und es in Geheimarchive gelegt".
Seit Bekanntmachung des Reports für die katholischen Bistümer im Bundesstaat Pennsylvania habe es über die Hotline rund 700 weitere Hinweise auf Sexualstraftaten gegeben.
Quelle: katholisch.de   domradio.de


18.8.2018 Wir sind Kirche international fordert die Kirchenverantwortlichen auf:

  • Alle Akten bezüglich sexuellem Missbrauch zu öffnen, im Vatikan, in den regionalen Bischofskonferenzen, auf Diözesanebenen, damit sie von Experten eingesehen und analysiert werden können
  • Alle Bischöfe, die sexuellen Missbrauch vertuscht haben, aus ihren Ämtern zu entfernen und sicherzustellen, das kein zukünftiger Bischof je Missbrauch begangen, gefördert, erleichtert oder vertuscht hat
  • Sofort alle Anstrengungen zu unterlassen, die notwendige Satzungen für Begrenzungen für sexuellen Missbrauch an Kindern hinauszögern oder wenn vorhanden, wieder ausrotten wollen
  • Das nötige Geld für Beratung und finanzielle Entschädigung zur Verfügung zu stellen für all jene, deren Anklage wegen sexuellen Missbrauch durch einen Kleriker von einer unabhängigen Gruppe von Experten als wahr erkannt worden ist
  • Einen Prozess öffentlicher Versöhnung in die Wege zu leiten, ähnlich wie den in Südafrika, wo Opfer und Überlebende von Missbrauch Kirchenführern von ihren Erfahrungen berichten können
  • Sicherzustellen, dass alle, die sexuellen Missbrauchs oder Justizbehinderung schuldig sind, auch vor Zivilgerichte gestellt werden
  • Laienkommittees zu errichten, die allen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs nachgehen und darauf entsprechend reagieren
  • Sich bei jedem einzelnen Missbrauchsopfer und bei allen betroffenen Familien persönlich zu entschuldigen.

 

Nur durch die sofortige Abschaffung des Systems, das Missbrauch und Vertuschungen jahrelang ermöglichte, kann die Kirchenleitung beweisen, dass sie es ernst meint mit der Reue und dass Kinder in der Kirche in Zukunft sicher und unverletzt bleiben.

 

We Are Church International verpflichtet sich, mit den Opfern der klerikalen Missbräuche solidarisch zu sein und darauf hinzuarbeiten, dass ihnen endlich Gerechtigkeit widerfährt.

Quelle: wir-sind-kirche.at

 


28.8.2018 Was ist Klerikalismus und was bedeuten die Aussagen des Papstes in seinem Brief an das Volk Gottes für die Laien? Dazu nimmt der Grazer Pastoraltheologe Rainer Bucher im Gespräch Stellung.
Quelle: kirchenzeitung.at


28.8.2018  Kardinal Joseph Tobin aus Newark zeigte sich am Montag „schockiert, traurig und bestürzt“ über die Vorwürfe Viganos. Washingtons Kardinal Donald Wuerl, der sich selbst mit Vorwürfen der Vertuschung von Missbrauch konfrontiert sieht, erklärte, er wisse nichts von Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick oder Sanktionen gegen den Geistlichen. Die US-amerikanischen Bischöfe drängen auf baldige Aufklärung der Vorwürfe Viganós.
Quelle: religion.orf.at  domradio.de


28.8.2018 Die Einschätzung der Richtigkeit von Viganós Vorwürfe an Papst Franziskus geht weit auseinander. Einige Kenner halten die Vorwürfe für berechtigt, andere haben massive Zweifel und vermuten einen innerkirchlichen Machtkampf zwischen Papst Franziskus und der Rechten.
Quelle: NZZ


27.8.2018 Das Schreiben des Erzbischofs Viganó wirft Fragen auf: Hat Papst Benedikt Kardinal McCarrick tatsächlich mit Reiseverbot, Vortragsverbot etc. bestraft? Oder geht es Viganó darum, Papst Franziskus zu beschädigen und den eigenen Kampf gegen Homosexuelle und die Integration Wiederverheiratet Geschiedener fortzuführen?
Quelle: Papstgeflüster


26.8.2018 Papst Franziskus bittet um Vergebung. vgl. Papst Benedikt bittet um Vergebung, 11.6.2010
Quelle: vaticannews.va


26.8.2018 Der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, fordert Papst Franziskus zum Rücktritt auf. Er habe den Papst bereits im Juni 2013 über die sexualisierte Gewalt von Kardinal McCarrick informiert, der Papst habe nichts unternommen: "In this extremely dramatic moment for the universal Church, he must acknowledge his mistakes and, in keeping with the proclaimed principle of zero tolerance, Pope Francis must be the first to set a good example to Cardinals and Bishops who covered up McCarrick's abuses and resign along with all of them," schreibt Vigan.
Papst Benedikt habe 2009 oder 2010 Sanktionen gegen McCarrick erlassen. U.a. durfte er nicht mehr öffentlich Messe feiern, Vorträge halten, reisen und an öffentlichen Versammlungen teilnehmen. Er solle das Seminar, in dem er lebte, verlassen und ein Leben des Gebets und der Buße führen.
Vigan nennt Namen von Kardinälen, die McCarricks Verbrechen kannten und/oder um die Sanktionen wussten: Kardinal Tarcisio Bertone, Leonardo Sandri, Kardinal William Levada, Kardinal Angelo Sodano, Kardinal Pietro Parolin, Kardinal Marc Ouellet, Kardinal Lorenzo Baldisseri, Erzbischof Ilson de Jesus Montanari, Kardinal Leonardo Sandri, Kardinal Fernando Filoni und Kardinal Angelo Becciu u.a.
Vigano sagt, dass alle in seinem Schreiben an Papst Franziskus erwähnten Memos, Briefe und andere Dokumente beim Staatssekretariat des Heiligen Stuhls oder bei der Apostolischen Nuntiatur in Washington, D.C. erhältlich seien.
Quelle: cbsnews.com   cruxnow   ncregister.com   catholicherald.co.uk

26.8.2018 Der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, fordert Papst Franziskus zum Rücktritt auf. Er habe den Papst bereits im Juni 2013 über die sexualisierte Gewalt von Kardinal McCarrick informiert, der Papst habe nichts unternommen: “In this extremely dramatic moment for the universal Church, he must acknowledge his mistakes and, in keeping with the proclaimed principle of zero tolerance, Pope Francis must be the first to set a good example to Cardinals and Bishops who covered up McCarrick’s abuses and resign along with all of them,” schreibt Vigan.
Papst Benedikt habe 2009 oder 2010 Sanktionen gegen McCarrick erlassen. U.a. durfte er nicht mehr öffentlich Messe feiern, Vorträge halten, reisen und an öffentlichen Versammlungen teilnehmen. Er solle das Seminar, in dem er lebte, verlassen und ein Leben des Gebets und der Buße führen.
Vigan nennt Namen von Kardinälen, die McCarricks Verbrechen kannten und/oder um die Sanktionen wussten: Kardinal Tarcisio Bertone, Leonardo Sandri, Kardinal William Levada, Kardinal Angelo Sodano, Kardinal Pietro Parolin, Kardinal Marc Ouellet, Kardinal Lorenzo Baldisseri, Erzbischof Ilson de Jesus Montanari, Kardinal Leonardo Sandri, Kardinal Fernando Filoni und Kardinal Angelo Becciu u.a.
Vigano sagt, dass alle in seinem Schreiben an Papst Franziskus erwähnten Memos, Briefe und andere Dokumente beim Staatssekretariat des Heiligen Stuhls oder bei der Apostolischen Nuntiatur in Washington, D.C. erhältlich seien.
Quelle: cbsnews.com   cruxnow   ncregister.com   catholicherald.co.uk

25.8.2018 Marie Collins nahm zusammen mit 7 anderen Missbrauchsopfern an einem 90minütigen Gespräch mit Papst Franziskus teil. Ein Tribunal, wie die Päpstliche Kinderschutzkommission vorgeschlagen hatte und das nie eingeführt wurde, wird es auch in Zukunft nicht geben. Vier vatikanische Ämter seien mit der Sanktionierung vertuschender Bischöfe beschäftigt – die Intrumente seien vorhanden, um Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings scheint der Papst bereit zu sein, die wahren Gründe für den Rücktritt von Bischöfen zu nennen. Collins nennt dies einen Schritt vorwärts.
Quelle: ncronline.org

24.8.2018 Marie Collins, Irin und ehemaliges Mitglied der Päostlichen Kinderschutzkommission, sieht eine URsache, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle der Kleriker nicht ernsthaft aufklären will, darin, dass sie einen Dominoeffekt fürchtet. Bislang habe jede genauere Untersuchung gezeigt, dass die Kirche sich und ihren Ruf schützt. Marie Collins erinnerte auch an das nach wie vor gültige “päpstliche Geheimnis“, das Verfahrensbeteiligten an einem Prozess wegen sexuellem Missbrauch Schweigen auferlegt.
Quelle: irishtimes

24.8.2018 Kurienerzbischof Georg Gänswein fordert, Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche umfassend aufzuarbeiten. Es gebe nichts zu beschönigen, die Schuldigen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte er und betonte, die Kirche gehe bei Aufklärung und Aufarbeitung seit Jahren mit gutem Beispiel voran.
Quelle: vaticannews

24.8.2018 In der “Clergy Abuse Hotline” in Pennsylvania haben sich weitere 300 Opfer von Kindesmissbrauch durch Kleriker gemeldet. Die Justiz wird diesen Fällen ebenfalls nachgehen.
Quelle: zeit.de

24.8.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes Rörig sieht die Kirche angesichts der Missbrauchsfälle in einem “historischen Moment”: “Es gibt ja einen sehr, sehr langen Vorlauf, über 20 Jahre, wenn man an Boston denkt, an den Film “Spotlight”, wo der Missbrauch in der Katholischen Kirche so gut dargestellt wurde, England, Australien, Deutschland, Chile. Es geht ja um zehntausende von Opfern sexueller Gewalt. Ich glaube, jetzt ist der entscheidende Punkt für eine Kehrtwende, für umfassende Aufarbeitung und Aufklärung der Sexualverbrechen im kirchlichen Kontext.”
Quelle: DLF

24.8.2018 Papst Franziskus und die gesamte Kirche leide „unglaublich tief“ an der Aufdeckung der Missbrauchsfälle. Das sagte der Mailänder Erzbischof, Kardinal Angelo Scola – und ich glaube es ihm aufs Wort.
Quelle: vaticannews

24.8.2018 Marie Collins nimmt Kardinal O’Malley in Schutz: Nicht an seiner Leitung der Päpstlichen Kinderschutzkommission sei es gelegen, dass die Kommission so wenig erreicht hat, sondern an den Widerständen in der vatikanischen Kurie.
Quelle: ncronline.org

24.8.2018 Die weltweite Initiative “Ending Clerical Abuse” fordert eine Reform der Päpstlichen Kinderschutzkommission. In den 4 Jahren ihres Bestehens habe es keine sichtbaren Fortschritte gegeben. Die Kommission brauche einen neuen Leiter. ECA schlägt Erzbischof Diarmuid Martin vor.
Quelle: Domradio

24.8.2018 Der Brief des Papstes zum Thema Misbrauch hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Dabei will Franziskus es aber offenbar nun belassen. Quellen im Vatikan zufolge sollen keine weiteren Anweisungen des Papstes mehr folgen. Der Papst meine, die katholische Kirche verfüge bereits über die nötigen rechtlichen Instrumente, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, schrieb der Vatikan-Experte Andrea Tornielli.
Quelle: katholisch.de
Kommentar: Nun ja, diese Instrumente gibt es ja wirklich – aber wenn sie nicht angewandt werden oder personell so unterbesetzt sind, dass eine effektive Arbeit nicht möglich ist, dann ist das auch eine Form, das Problem zu verdrängen.

24.8.2018 Eine Online-Petition für einen Rücktritt des Lyoner Kardinals Philippe Barbarin hat bis Donnerstagvormittag mehr als 50.000 Unterzeichner gefunden. Dem französischen Primas wird Nichtanzeige sexueller Übergriffe vorgeworfen. Er wurde 2017 vor Gericht angehört; die Hauptverhandlung ist nach mehreren Verschiebungen nun für Oktober anberaumt.
Nachdem erste Hinweise auf Vertuschung auftauchten, stellte die französische Staatsanwaltschaft im August 2016 zunächst die Ermittlungen ein. Im Februar 2017 stand Barbarin erneut vor Gericht wegen Nichtanzeige von sexuellen Übergriffen gegen Minderjährige und wegen unterlassener Hilfeleistung. Er wurde freigesprochen. Im September 2017 haben zehn Opfer eines Priesters einen anderen Rechtsweg eingeschlagen. Der Prozess soll im Oktober 2018 stattfinden. Im Mai 2016 war Barbarin von Papst Franziskus empfangen worden. Kurz zuvor hatte der Papst Forderungen nach einem Amtsverzicht von Barbarin zurückgewiesen – sie kämen einem Schuldeingeständnis gleich.
Barbarin hatte im August 2016 Fehler zugegeben: “es habe Fehler bei der Ernennung einiger Priester gegeben”. Wer die Fehler gemacht hat, sagte er nicht.
Quelle: katholisch.de

24.8.2018 “Das [sexueller Missbrauch in der kath. Kirche] ist keine Nebensache, keine Marginalie, sondern hier geht es um die Existenzfrage der römisch-katholischen Kirche. Wenn wir das nicht anpacken, können wir einpacken.” Mit diesen Worten plädiert der Kirchenrechtler Thomas Schüller für eine Bischofssynode.
Quelle: domradio

23.8.2018 Philipp Egan, Bischof von Portsmouth, schlägt Papst Franziskus vor, eine außerordentliche Synode zum Leben und Wirken von Geistlichen abzuhalten. Sexueller Missbrauch durch Geistliche scheine ein weltweiter Phänomen zu sein, schreibt Egan.  Als Katholik und als Bischof erfüllten ihn diese Enthüllungen mit tiefer Sorge und Scham, schreibt Egan.
Quelle: die-tagespost.de
Kommentar: Ich habe Mühe zu verstehen, dass unter Geistlichen unbekannt sein soll, dass ihr Amt ein Dienst an den Menschen sein soll und dass weder sexueller Missbrauch dem Amt angemessen ist noch das Vertuschen von Verbrechen.

22.8.2018 Kardinal Parolin sagt, Missbrauch sei eine Schande für die Kirche: “Ich glaube, dass wir sehr tief von diesem Phänomen betroffen waren und noch sind. Das hat einen erschreckenden Einfluss auf die Zeugnisvermittlung der Kirche genommen. Der Papst hat immer darauf bestanden und tut dies auch weiterhin, dass es unsere oberste Pflicht und Aufgabe ist, den Missbrauchsopfern beizustehen, ihnen zu helfen, damit sie wieder ihr Leben aufbauen können. Ich glaube, dass die katholische Kirche in Irland ihre Unterlassungen, Fehler und Sünden eingesehen und gleichzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen hat, damit solche Fälle nicht mehr geschehen können. Ich glaube, dass die Reise des Papstes nach Irland auch ein Zeichen der Hoffnung ist.”
Quelle: vaticannews.va
Der bischöfliche Beauftragte der irischen katholischen Kirche sieht das anders – er würde heute diese Aufgabe nicht mehr übernehmen, wegen des Widerstands der Bischöfe.  irishtimes.com

22.8.2018 Erzbischof Schick, Bistum Bamberg, schreibt auf Twitter: Die Wahrheit macht nicht nur frei, sie ist auch die notwendige Voraussetzung für jede Heilung und allen Fortschritt im Guten.”
https://mobile.twitter.com/BischofSchick/status/1032154951013883909?p=v
Kommentar: Nun, die Wahrheitssuche hätte schon Jahre und Jahrzehnte früher beginnen können. Es ist kaum erträglich, dass dieses Zitat aus dem Johannes-Evangelium erneut auftaucht. Was sollte Opfer veranlassen, den Verantwortlichen dieses Mal Glauben zu schenken?

22.8.2018 Der Jesuit und frühere Vatikansprecher Federico Lombardi sieht Nachbesserungsbedarf beim Kinderschutz in der katholischen Kirche Italiens. Hans Zollner, SJ, stellte fest, dass “die katholische Kirche des Landes … im Blick auf sexuelle Ausbeutung und Machtmissbrauch durch Kleriker noch keinen ‘solchen Moment der Wahrheit erlebt'” habe.
Quelle: kathpress.at

22.8.2018 Der Jesuitenpater Godehard Brüntrup spricht noch immer von “sexueller Lustbefriedigung”, wenn er sexuellen Missbrauch Minderjähriger meint. Er hat nicht verstanden, dass der Missbrauch Minderjähriger ein Machtgeschehen ist, das sich sexualisiert ausdrückt. Es geht um Macht, nicht um Sex. So einfach ist das. Und das müsste sich doch inzwischen rumgesprochen haben.
Quelle: Domradio 

21.8.2018 Margarete Stokowski berichtet, dass ihr Bistum sie nach Missbrauch durch einen kirchlichen Mitarbeiter alleine gelassen hat. Sie erhielt lediglich die Nachricht, der Täter arbeite nicht mehr im Bistum. Den Beteuerungen einzelner Kirchenvertreter, ihnen läge an Aufklärung, glaubt sie nicht mehr. Die Kirche habe genügend Chancen gehabt, die Aufklärung radikal voranzutreiben.
Quelle: spiegel.de

21.8.2018 George Zirwas, katholischer Priester im Bistum Pittsburgh, gehörte einem priesterlichen Pädophilenring an, der u.a. die Kinder “zeichnete” – mit einem großen Kreuz! -, um sie als zugerichtete Opfer für Kollegen sichtbar zu machen. Das Bistum wusste seit 1987 Bescheid. Zirwas blieb bis 1994 Priester und wurde dann “aus persönlichen Gründen” beurlaubt. Der damals zuständige Bischof, Anthony J. Bevilacqua, bestrafte Zirwas nicht. Donald Wuerl, damals Bischof von Pittsburgh, setzte ihn wieder als Priester ein, suspendierte ihn jedoch, als ihm Beschwerden über Zirwas bekannt wurden.
Quelle: welt.de

21.8.2018 Ein am 28. Juni 2018 zum Kardinal ernannter mexikanischer Erzbischof, Sergio Obeso Rivera, sagt, dass einige Ankläger sexuellen Missbrauchs durch Kleriker sich schämen sollten, mit dem Finger auf Kleriker zu zeigen, denn viele von ihnen hätten selbst Leichen in ihrem Schrank.
Quelle: cruxnow.com

21.8.2018 Kardinal O’Malley übernimmt die Verantwortung dafür, dass er einen Brief von Pater Boniface Ramsey aus New York im Juni 2015 über Kardinal McCarrick nicht erhalten hat. Der Brief wurde an OMalley in seiner Funktion als Präsident der Päpstklichen Kommission für Kinderschutz geschickt. Pater Kichkam, Sekretär,  hatte den Brief nicht weitergeleitet und geantwortet, die Päpstliche Kinderschutzkommission habe nicht das Mandat, Vorwürfe zu untersuchen.
Der Brief ging nach Aussage von Ramsey auch an den damaligen päpstlichen Botschafter in den Vereinigten Staaten, den 2006 verstorbenen kolumbianischen Erzbischof Gabriel Montalvo und den 2015 verstorbenen Kardinal Edward Egan aus New York.
Quelle: cruxnow.com
Was es konkret bedeutet, dass O’Malley die Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit übernimmt, ist dem Artikel nicht zu entnehmen. Immerhin will er die Verfahren ändern, so dass in Zukunft ein solcher Brief nicht mehr übersehen wird.

21.8.2018 Der Papst könne das nach wie vor existierende “päpstliche Geheimnis” rund um Missbrauchsfälle aufheben, sagt Matthias Katsch. “Der Papst könnte seine Bischöfe auffordern, das gleiche bei sich vor Ort zu tun. Er könnte dafür sorgen, dass seine Bischöfe aufhören, gegen die Verlängerung von Verjährungsfristen sich einzusetzen in vielen Ländern. … Es braucht eine Aufarbeitung auch an der Spitze der Kirche. Es braucht auch eine Aufarbeitungskommission, die sich mit den Vorgängen im Vatikan, mit den Verantwortlichkeiten beschäftigt.”
Quelle: DLF

21.8.2018 Kardinal O’Malley sagt, die Laien sollten den Klerikern bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle helfen: “Bekehrung, Transparenz und die nötige Rechenschaftspflicht seien überhaupt nur möglich mit Hilfe der Laien, die ihre Kompetenzen, Erfahrungen und Fähigkeiten in die Aufgabe einbringen können.”
Quelle: vaticannews.va

21.8.2018 Opfervertreter anerkennen die starken Worte des Papstes zu den kirchlichen Missbrauchsfällen und ihrer Vertuschung, fordern jedoch Taten, insbesondere im Vatikan. Die Vorsitzende des irischen Selbsthilfevereins One in Four, Maeve Lewis, vermisst einen klaren Aufruf zum Handeln, man habe genug von “bedeutungslosen Entschuldigungen und Solidaritätsbekundungen”.
Quelle: domradio.de  kathpress.at

21.8.2018 Der Papst  hat mit seiner Reise nach Irland einen schwierigen Weg vor sich. Der Besuch zum Weltfamilientreffen wird von den Veröffentlichungen von Missbrauch durch Kleriker in Pennsylvania, Irland, Chile, … überschattet.
Quelle: katholisch.de

21.8.2018 Bischof Ackermann würdigt den Papstbrief an die KatholikInnen, stellt jedoch auch fest: “Sicher wird die Frage gestellt werden, warum der Papst dieses Schreiben an das ganze Volk Gottes richtet, wo doch die Schuld und Verantwortung in erster Linie bei den Priestern, den Bischöfen und Ordensoberen liegt. Spricht der Papst nicht allzu leicht in der Wir-Form und nimmt damit diejenigen in der Kirche mit in Haftung, die aufgrund des skandalösen Verhaltens von Priestern selbst eher zu den Leidtragenden gehören? Der Brief wird sich diese Frage gefallen lassen müssen.”
Quelle: katholisch.de

21.8.2018 Wir sind Kirche International“ den Vatikan am Montag aufgefordert, acht konkrete Maßnahmen gegen Missbrauch zu setzen. Dazu gehört, dass alle Akten bezüglich sexuellem Missbrauch, auch die vatikanischen, geöffnet werden und von Experten analysiert werden sollen. Bischöfe, die Fälle vrtuschten, sollen aus ihren Ämtern entfernt werden. Kein künftiger Bischof dürfte ernannt werden, der Missbrauch begangen, gefördert, erleichtert oder vertuscht hat. Verjährungsfristen müssen aufgehoben werden. Ein Prozess öffentlicher Versöhnung sollte stattfinden.
Quelle: orf

21.8.2018 In Österreich hat die Unabhängige Opferschutzkommission seit 2010 1812 zugunsten der Opfer entschieden, 245 Fälle sind noch in Bearbeitung. Bei 44 % dr Vorfälle sei es um sexuellen Missbrauch gegangen, in den anderen Fällen um körperliche und psychische Gewalt. 54,5 % der Fälle geschahen vor 1970, 44,6 % von 1970 bis 1999, 0,9 % seit 2000.
Quelle: ORF

21.8.2018 Joachim Frank macht darauf aufmerksam, dass der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung mit dem Vorwurf, die katholische Kirche öffne nicht ihre Archive, Unrecht hat. In der derzeit noch laufenden MHG-Studie gehe es im quantitativen Teil darum, dass nur einige Bistümer stichprobenartig ihre Archive ab 1945 öffnen.
Quelle: katholisch.de

21.8.2018 In einem Offenen Brief an Kirchengemeinden, die von sexuellem Missbrauch durch Priester oder Mitarbeiter betroffen sind, fordern die UnterzeichnerInnen:

  • Eine zentrale Dokumentation der Missbrauchsfälle, öffentlich zugänglich.
  • Unabhängige Missbrauchs-Kommissionen, die nach Standards arbeiten
  • Die Suche nach weiteren Opfern, wenn sich eine Gemeinde als betroffen erweist
  • Konkrete Angebote der Unterstützung (statt Diskreditierung und Diskriminierung!) an diese – alles andere ist unterlassene Hilfeleistung!
  • Angemessene Entschädigungen
  • Den ehrlichen Willen zu Aufklärung der Taten und Unterstützung der Betroffenen

Quelle: talkingaboutsexualtrauma.wordpress.com

20.8.2018 Papst Franziskus hat an alle KatholikInnen einen Brief geschrieben, in dem er sich für “die Kirche” entschuldigt, den Klerikalismus als Ursache für sexuellen, Macht- und Gewissensmissbrauch ausmacht und Umkehr einfordert. Er sei sich der Bemühungen in den verschiedensten Teilen der Welt bewusst. Dazu gehöre auch die Null-Toleranz-Politik und die Maßnahmen, Rechenschaft zu fordern von allen, die diese Verbrechen begehen oder decken. “Mit Scham und Reue geben wir als Gemeinschaft der Kirche zu, dass wir nicht dort gestanden haben, wo wir eigentlich hätten stehen sollen und dass wir nicht rechtzeitig gehandelt haben, als wir den Umfang und die Schwere des Schadens erkannten,” schreibt er.
Quelle: dbk.de
Kommentar: Worte sind zu wenig. Kirchliche Opfer warten seit vielen Jahren auf Taten, die sie die Solidarität auch spürbar erfahren lassen. Ich wüsste gerne konkret, was der Papst zu unternehmen gedenkt, um Rechenschaft zu fordern von denen, die vertuschten. Immerhin ist er der einzige Vorgesetzte der Bischöfe. Sie sind ihm gegenüber rechenschaftspflichtig. Aber Papst Franziskus quittiert Vertuschung von Bischöfen noch immer normalerweise damit, dass er einem Rücktrittsgesuch eines Bischofs stattgibt. Nicht einmal die Gründe werden immer genannt.
Zudem spricht der Papst – neben viel Richtigem – von einem “Wir als Volk Gottes”, und es bleibt unklar, ob die verwundeten Brüder und Schwestern dazugehören oder nicht. Ich bin Glied der Gemeinschaft der Kirche, aber ich gebe nicht zu, dass ich nicht dort gestanden hätte, wo ich hätte stehen sollen.

20.8.2018 bishop accountability hat mehr als 70 Geistliche in der Republik Irland und Nordirland identifiziert, die wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt wurden oder deren Missbrauch in den Berichten Ferns, Ryan, Murphy und Cloyne ausführlich dokumentiert wurde.

Quelle: bishop-accountability.org

19.8.2018 Zur Kritik des Missbrauchsbeauftragten an der Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche kommt nun die Information an die Öffentlichkeit, dass von 27 Diözesen 18 alle Akten von Priestern zugänglich machen, die im Jahr 2000 noch lebten. Neun Diözesen stellen nur jene Akten von Priestern zur Verfügung, die 1946 noch lebten, darunter auch die Diözese Essen. Zudem können die federführenden Wissenschaftler nicht selbst auf die Akten zugreifen, vielmehr schicken sie Fragebögen an die Kirchenarchive und die dortigen MitarbeiterInnen suchen die Akten heraus.
Quelle: rp-online
Außerdem erinnert hpd daran, dass die Akten von Sittlichkeitsverfahren in den bischöflichen Geheimarchiven nach 10 Jahren bzw. dem Tod eines kirchenrachtlich Straffälligen an die Glaubenskongregation geschickt werden müssen. D.h. in den Geheimarchiven bleibt lediglich ein “Tatbestandsbericht” und das Endurteil. Die Forscher der MGH-Studie müssen also im Vatikan die Akten anfordern, die sie in ihrer Studie untersuchen sollen.

19.8.2018 Hans-Joachim Sanders erklärt, dass Bischöfe, die der Kirche viel zu verdanken haben, sich schwer tun, ihre eigene Kirche zu kritisieren.
Quelle: Deutschlandfunk

19.8.2019 Die Vertuschung von Missbrauch deutet auf ein totes Gewissen in der kirchlichen Hierarchie hin.
Quelle: cruxnow

19.8.2018 Gegen den Missbrauch Minderjähriger in der Kirche seien nach Ansicht von Hans Zollner, vatikanischer Kinderschutzexperte,  nicht nur Gesetze, sondern auch ein grundlegender Mentalitätswandel in der Kirche nötig. Pennsylvania zeige, dass in den letzten 70 Jahren etwa 4-6 % der Priester wegen Missbrauchs angezeigt oder verurteilt worden. Der Bericht von Pennsylvania zeige auch, dass seit 2002 die Fälle drastisch gesunken seien.
Quelle: kathpress.at
Kommentar: Dass die kirchlichen Missbrauchsfälle in den USA seit 2002 gesunken sind, ist hoffentlich richtig. Allerdings wissen wir das vermutlich erst in 20-40 Jahren, wenn die heutigen Opfer sich erinnern werden/können. Die Angabe von 4-6 % der Priester, die Missbrauchstäter seien, dürfte ein wenig geschönt sein. Überall da, wo genau und unabhängig hingeschaut wurde, (Australien, stellenweise in den USA) müssen wir von 6-9 % Tätern unter den Priestern ausgehen. Allerdings dürften da auch eine gewisse Zahl an Priestern einbegriffen sein, die nicht angezeigt und nicht verurteilt wurden.

19.8.2018 Kardinal O’Malley sagte, dass die Katholiken ihre Geduld mit den Kirchenverantwortlichen und die Gesellschaft ihr Vertrauen verloren habe. Die Krise sei das Ergebnis von klerikalen Sünden und klerikalem Versagen. Es brauche Umkehr, Transparenz und Glaubwürdigkeit und dazu müssten Laien verstärkt einbezogen werden. Die Jesuitenzeitschaft “America” schlägt einen Fast- und öffentlichen Reuetag vor, an dem die Zeugnisse der Gläubigen gehört werden sollten.
Quelle: vaticannews

19.8.2018 Erzbischof Wuerl, Washington, kommt nicht zum Weltfamilientreffen in Dublin. Eine Begründung gibt es nicht. Erzbischof Kardinal Sean O’Malley, Boston, hat abgesagt wegen einer aktuellen Untersuchung in seinem Priesterseminar.
Quelle: Domradio

19.8.2018 Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, sagt: “Es reicht nicht, sich nur zu entschuldigen.”
Quelle: religion.orf.at

18.8.2018 In den USA haben rund 140 Theologen und engagierte Laien die Bischöfe des Landes aufgerufen, dem Papst wegen des jüngsten Missbrauchsskandals geschlossen ihren Rücktritt anzubieten – wegen eines “allgemeinen Systemversagens” der Kirche im Umgang mit dem Missbrauch durch Priester.
Quelle: Domradio

18.8.2018 Matthias Katsch weist auf das Vorgehen bei der MHG-Studie hin: Nicht alle Bistümer lassen ihre Akten untersuchen, Orden sind nicht einbezogen; es wid keine Täternamen geben, auch keine Namen von Verantwortlichen (Bischöfen), die vertuschten. Die Forscher selbst dürfen keine Akten einsehen. Sie haben einen Fragebogen erarbeitet, mit dem Bistums-Mitarbeiter versuchten, in den Archiven die Sachverhalte zu ermitteln.
Quelle: https://www.ovb-online.de/bayern/erneute-erschuetterung-10131620.html

18.8.2018  Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur “Augsburger Allgemeine”, sagt, die Missbrauchsfälle in Pittsburg seien verstörend, verstörender sei, “wie sehr sich das Verhalten der Personen an der Spitze ähnelt. Da sind nicht allein die Belege, dass Bischöfe die sexuellen Vergehen ihrer Priester gedeckt oder sogar gerechtfertigt haben. Nein, der Vorwurf trifft auch die Vertreter von Petrus auf Erden.”… “Franziskus versteht sich also auf Symbolik. Aber gerade bei der Sexual-und Geschlechterfrage, für so viele ein Symbol der Ausgrenzung, hat er Symbolik bislang gescheut – und die Männerbastion Vatikan nicht geschleift.”
Quelle: Deutschlandfunk

18.8.2018 Was sie damals versprachen, versprechen sie auch heute, sagt Matthias Rüb. Der Erzbischof von Washington und langjährige Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Kardinal Donald Wuerl, beteuert, weder von den Untaten des als „Uncle Ted“ bekannten Kardinals McCarrick – seines Vorgängers als Erzbischof in der Hauptstadtdiözese Washington – noch von den Missbrauchsfällen in seiner Diözese Pittsburgh und in den anderen Diözesen Pennsylvanias etwas gewusst zu haben – immerhin waren die Taten in den Kirchenarchiven dokumentiert. Wuerl war immerhin von 1988 bis 2006 Bischof von Pittsburgh.
Quelle: faz

18.8.2018 John O. Bambrick, katholischer Pfarrer, USA, selbst Missbrauchsopfer eines Priesters, Gründungsmitglieder der “Catholic Whistleblowers”, plädiert für Reformen. U.a. sagt er, auch Laien sollten bei der Wahl von Bischöfen beteiligt werden, Priesterseminaristen strenger ausgewählt. Bambrick wurde als 15Jähriger missbraucht. Während seiner mehr als 20-jährigen Versuche, den Priester zur Rechenschaft zu ziehen, hätten Kirchenobere seine Erlebnisse von Kirchenoberen als “Sommerromanze” oder pure Erfindung dargestellt. “Ich erinnere mich, dass manche mich fragten, warum ich das Leben dieses Mannes ruinieren will – als wäre ich der Abnormale.”
Quelle: Domradio

17.8.2018 Erzbischof Eamon Martin von Armagh, irischer Primas, sagt, die Menschen wollten vom Papst, wenn er Irland besucht, keine Entschuldigungen für kirchliche Missbrauchsfälle, sondern Taten. Opfer erwarten, dass die Kirche endlich die systemischen Ursachen angeht.
Quelle: cruxnow

17.8.2018 Das aktuell gültige Gesetz in Pennsylvania erlaubt es Opfern von Kindesmissbrauch nur bis zum Alter von 50 Jahren, strafrechtliche Klage einzureichen. Bei zivilen Klagen liegt das Limit beim 30. Lebensjahr. Viele Opfer sind schon älter, können die Täter also nicht mehr anklagen. Die Verfasser des Berichtes empfehlen, die Verjährungsfrist abzuschafen. Bislang hat sich die katholische Kirche erfolgreich gegen die Abschaffung der Verjährungsfristen gewehrt – ein Großteil der Verbrechen läge in der Vergangenheit und die aktuellen Würdenträger seien nicht verantwortlich, argumentiert die Kirche.
Quelle: sueddeutsche.de

17.8.2018 Der Stern listet Reaktionen auf die Veröffentlichungen der kirchlichen Missbrauchsfälle in Pennsylvania auf.
Quelle: stern

17.8.2018 Wie gewohnt äußert der Vatikan Scham und Trauer angesichts der bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in Pennsylvania und weist wie gewohnt darauf hin, dass der Papst an der Seite der Opfer stehe. Am 15.8.2018 noch kommt ein Kommentar von P. Hagenkord, Vatikannews, ohne die Nennung der Täter- und der Opferzahl in 6 der 8 Bistümer Pennsylvanias aus.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig,wirft der katholischen Kirche in Deutschland  unzureichende Aufklärung vor. Für eine entsprechende Studie der Deutschen Bischofskonferenz hätten leider nicht alle Bistümer ihre Archive geöffnet, Aufarbeitung werde wohl noch zu oft als Gefahr für die eigene Institution gesehen. Bischof Ackermann widerspricht: Er habe keine Anhaltspunkte dafür, dass nicht alle Bistümer ihre Geheimarchive geöffnet hätten.
Quelle: zeit  Spiegel

16.8.2018 Opfer berichten aus Pennsylvania. Der Vatikan nimmt bislang keine Stellung. Bereits im Juli hatte der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro, einen persönlichen Brief an Papst Franziskus geschrieben und ihn gewarnt, dass “eine umfassende Untersuchung” durch sein Büro “einen weit verbreiteten sexuellen Missbrauch von Kindern und eine systemische Vertuschung durch Führer der katholischen Kirche” gefunden habe. Eine Antwort erhielt Shapiro nicht. Hans Zollner hält die Skandale von Pennsylvania nicht für die letzten. Er ist überzeugt, dass wir uns noch lange mit diesen Themen beschäftigen werden.
Quellen: Spiegel   Stuttgarter Zeitung  edition.cnn.com

16.8.2018 Dem FBI, das in 6 der 8 Diözesen in Pennsylvania ermittelte, fiel auf, dass das Muster des Verhaltens der Kirchenverantortlichen systematisch gewesen ist: Primär ging es darum zu verhindern, dass die Polizei von den Anschuldigungen etwas erfuhr. In internen Berichten war nicht von Vergewaltigung die Rede, sondern von “Grenzproblemen” und “nicht angemessenem Verhalten”. (Richard Sipe hatte bereits 2010 und früher darauf hingewiesen, dass die Kirche “Code-Wörter” verwende.) Die Kirche habe absichtlich nicht-qualifiziertes Personal, d.h. andere Geistliche, mit der Untersuchung von Anschuldigungen beauftragt, die dann nicht die wichtigen Fragen stellten. Angeschuldigte wurden an kirchliche psychiatrische Einrichtungen überwiesen, um Integrität vorzuspielen. Dort seien mutmaßliche Täter auf der Basis ihrer eigenen Aussagen evaluiert worden. Bei Versetzungen der Täter habe die Kirche die neuen Arbeitsstellen nicht über die Gründe der Versetzung informiert.
Quelle: NZZ

16.8.2018 Ian Elliott, der für die katholische Kirche in Irland Kinderschutzstrukturen geschaffen hat, würde dies wegen des Widerstandes der Bischöfe nicht mehr tun. “Wenn ich wieder mit der Aussicht konfrontiert würde und wüsste, was ich jetzt weiß, würde ich diesen Weg wieder gehen? Die Antwort ist nein. Ganz bestimmt nicht,” sagte er und sprach von “viel Lippenbekenntnis” und einem “sehr begrenzte Engagement… Alle wollten eine Reform. Sie erkannten, dass es ein Problem gab. Sie wollten das Problem lösen. Sie waren entschlossen, dieses Problem zu lösen, und sie wollten, dass ich diesen Prozess leite. Aber das war nicht der Fall…. Ich begegnete einer Menge Feindseligkeit, manchmal war es nicht einmal irgendwie versteckt, es war völlig feindselig.” Mit Erzbischof Diarmuid Martin habe er gute Erfahrungen gemacht, sagte Elliott.
Quelle: irishtimes.com

16.8.2018 Ein Opfer aus Pennsylvania berichtet.
Quelle: t-online

15.8.2018 In Pennsylvania wurden 6 der 8 Bistümer genauer untersucht im Blick auf Missbrauchsfälle und deren Vertuschung. 300 Priester-Täter und etwa 1000 Opfer – überwiegend Jungen, aber auch Mädchen, wurden in den letzten 70 Jahren identifiziert. Die Untersucher gehen von einer Dunkelziffer bei Tätern und Opfern (“Tausende”) aus. Die Täterzahl erhält nochmal ein erschreckendes Gewicht, wenn man bedenkt, dass es in den 5 Bistümern laut wikipedia 1426 Diözesanpriester und 349 Ordenspriester gibt. – Als ein prominenter “Vertuscher” wird Kardinal Donald Wuerl genannt, der Ex-Bischof von Pittsburgh und seit 2006 Erzbischof von Washington. Wuerl, 77, ist ein wichtiger US-Berater von Papst Franziskus.
David Zubik, Bischof von Pittsburgh, wies den Vorwurf zurück, die Kirche habe versucht, die Untaten zu vertuschen. “Es gab keine Vertuschung”, sagte er nach der Vorstellung des Reports, “ich finde es wichtig, das festzuhalten.” (zitiert nach Süddeutscher Zeitung vom 16.8.2018)
Quelle: Spiegel  Der Report stern.de
Kommentar: Überall da, wo jemand genau hinschaut, zeigt sich, dass ca 6-9 % der katholischen Kleriker Missbrauchstäter sind. Unter den Bischöfen, die priesterliche Missbrauchstäter schützen, dürfte der Prozentsatz deutlich höher liegen, denn es dürfte weltweit kaum ein Bistum geben, in dem es nicht zu sexuellem Missbrauch durch Kleriker kam. Nur einige Bistümer wurden von unabhängigen Kommissionen untersucht – die Zahlen sind entsetzlich. Würden weltweit alle Bistümer untersucht, wäre der Befund vermutlich in jedem Bistum ähnlich.

15.8.2018 Chilenische Ermittlungsbehörden haben gestern die Räumlichkeiten der chilenischen Bischofskonferenz nach Missbrauchsunterlagen durchsucht und Akten beschlagnahmt. Sie ermitteln im Fall der Maristen-Schulbrüder – dort sollen Geistliche Seminaristen missbraucht haben. Eine Stiftung hat Klage gegen zwei Kardinäle – Ezzati und Errazuriz – eingereicht, sie wirft den Kadinälen Vertuschung vor.
Die Botschaft Chiles hat offiziell den Antrag gestellt, den Untersuchungsbericht von Scicluna zu erhalten.
Quelle: katholisch.de

14.8.2018 Ein Geschworenengremium von Pennsylvania hat 6 der 8 Bistümer im Staat Pennsylvania untersucht. Im Abschlussbericht seht, dass in den letzten 70 Jahren 301 katholische Priester sexuelle Übergriffe auf mindestens 1000 Minderjährige begangen haben. Generalstaatsanwalt Shapiro sprach von einer “jahrzehntelangen Vertuschung” durch Kirchenobere in Pennsylvania und im Vatikan. Die Kirche habe ihre Institutionen geschützt – “kostete es, was es wolle”. Fast alle der aufgezählten Fälle seien mittlerweile verjährt. Zwei Priester hätten jedoch innerhalb der vergangenen zehn Jahre Kinder missbraucht.
Die meisten Opfer waren der Untersuchung zufolge Jungen, viele vorpubertär. Es gibt auch Berichte, dass Priester junge Mädchen vergewaltigten und schwängerten. Von einer Abtreibung wird berichtet.  Der zuständige Bischof habe anschließend sein Mitgefühl ausgedrückt – nicht mit dem Opfer, sondern mit dem Priester. “Es muss eine sehr schwere Zeit für Sie sein.”
Ausgewertet wurden eine halbe Million Seiten kircheninterner Dokumente, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten worden waren. Sie mussten aufgrund juristischen Drucks herausgegeben werden. Unter den Verdächtigen sind nach Angaben von Generalstaatsanwalt Shapiro auch hochrangige Kirchenvertreter.
Der Erzbischof von Washington und frühere Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Donald Wuerl widersprach der Darstellung, die Kirche habe nichts unternommen. Er selbst sei nach Rom gefahren und habe erfolgreich die Wiedereinstellung eines Priesters verhindert.
Quellen: dw.com  domradio  NZZ  katholisch.de

14.8.2018 Erzbischof Wilson, Australien, muss nicht ins Gefängnis. Er darf seine zwölfmonatige Haftstrafe im Hausarrest – mit elektonischer Fußfessel – absitzen. Nach sechs Monaten entscheidet das Gericht, ob die zweite Hälfte der Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden kann. Der Richter bescheinigte dem Erzbischof, weder Reue noch Bußfrtigkeit zu zeigen.
Quelle: religion.orf.at

13.8.2018 Kardinal Pell, Mitglied des päpstlichen Reformrates, steht in Australien wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs vor Gericht.
Quelle: sueddeutsche.de

11.8.2018 Nun wird bekannt, dass der ehemalige vatikanische Staatssekretär, Kardinal Angelo Sodana, in zwei  privaten Gesprächen vom britischen Staat erwartete, zugunsten der Kirche/des Vatikans einzugreifen. Im Gespräch mit der damaligen Präsidentin Mary McAleese schlug Sodana im November 2003 ein Konkordat vor, um sicherzustellen, dass die laufenden irischen staatlichen Missbrauchsuntersuchungen keinen Zugriff auf kirchliche Dokumente haben. McAleese beendete die Diskussion sofort. Ein Jahr später, im November 2004, schlug Sodano Außenminister Dermot Ahern vor, dass der irische Staat die katholische Kirche von rechtlichen Schritten zur Entschädigung von Überlebenden des klerikalen Kindesmissbrauchs in Irland freistellen könnte. Ahern wies den Kardinal klar und deutlich zurück. – Sodano war es, der das Verfahren gegen Kardinal Hans Hermann Groër eingestellt hatte. Er beendete auch 1998 die Untersuchung gegen P. Marcial Maciel Degollado. Beide Kleriker erwiesen sich später als Serientäter.
Quelle: irishtimes.com  katholisch.de

10.8.2018 Die chilenische Staatsanwaltschaft hat Unterlagen aus dem Archiv der Militärdiözese beschlagnahmt. Militärbischof ist der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz, Santiago Silva Retamales (63). Er ist der Nachfolger von Juan Barros, der von 2004 bis 2015 Militärbischof war.
In Peru ermittelt die Staatsanwaltschaft offenbar gegen den Erzbischof von Lima, Kardinal Juan Luis Cipriani und drei weitere Personen. Es scheint einen Anfangsverdacht wegen versuchter Vertuschung im Missbrauchsfall gegen den Gründer der geistlichen Gemeinschaft “Sodalitium Christianae Vitae, Luis Fernando Figari.
Quelle: orf

9.8.2018 Gegen zwei vom Benediktinerorden geführte Schulen in Großbritannien – Ampleforth in der Grafschaft North Yorkshire und Downside in Somerset  – gibt es Vorwürfe eines breiten Spektrums von Missbrauch, u.a. sadistischen und sexuellen Missbrauch. Die Vorwürfe reichen zurück bis in die 60er Jahre. Das steht in einem Bericht der unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission (IICSA). Die jüngsten Opfer seien sieben Jahre alt gewesen. Der Ruf der Schule war wichtiger als das Wohl der Kinder. Die Schulen vertuschten auch nach Einführung neuer Aufklärungs- und Präventionsstandards im Jahr 2001. Insgesamt wurden zehn Personen, darunter auch Ordensbrüder, wegen Missbrauchs verwarnt oder verurteilt. Der Bericht geht jedoch noch von einem wesentlich höherem Ausmaß von Übergriffen aus. Kardinal O’Malley lässt die Vorwürfe überprüfen.
Quelle: katholisch.de  katholisch.de 11.8.2018  religion.orf.at

8.8.2018 Zusammenfassung der Schwierigkeiten von Papst Franziskus bei der Reform der Kurie. U.a. wird darauf hingewiesen, dass gegen Kardinal O’Malley der Vorwurf im Raum steht, er habe 2015 von einem Priester einen Brief erhalten, der Behauptungen gegen McCarrick einzeln aufführt, aber nur die Antwort eines Angestellten erhielt, in der mitgeteilt wurde, es liege nicht in der Verantwortung des Kardinals, sich dieser anzunehmen.
Quelle: de.catholicnewsagency.com

7.8.2018 In Pennsylvania werden in den nächsten Tagen Missbrauchsfälle aus sechs Diözesen Pennsylvanias veröffentlicht. Der Bischof von Pittsburg hat in einem Schreiben an die Gläubigen geschrieben, der Bericht werde tragisch und traurig ausfallen. Er betont, dass die Kirche nicht versucht habe, den Bericht zu blockieren und versichert, dass aktuell kein Priester oder Diakon im Dienst sei, gegen den ein begründeter Missbrauchsvorwurf erhoben werde. Auch die Namen der Beschuldigten werden publik gemacht werden.
Quelle: Domradio

7.8.2018 In einer Sondervollversammlung der chilenischen Bischöfe beschlossen sie: Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, weitergehende Befugnisse für die nationale kirchliche Missbrauchskommission, Entschädigung der Opfer, persönlichen Kontakt mit Betroffenen, Einbindung von Laien in kirchliche Institutionen. Der Papst lobte die chilenischen Bischöfe für ihr Vorgehen.
Quelle: domradio.de

7.8.2018 Gegen Bischof Francisco Javier Prado, den ehemaliger Weihbischof von Valparaiso und gegen Bischof Santiago Silva, heute Chiles Militärordinär und Präsident der Bischofskonferenz, und gegen Bischof Gonzalo Duarte, dessen Rücktrittsgesuch 2018 vom Papst angenommen wurde, liegen Vertuschungsvorwürfe vor. Duarte z.B. war außerstande, dem Zeugnis von 70 Personen zu glauben, die gegen Pater Jaime DaFonseca Missbrauchsvorwürfe erhoben.
Quelle: cruxnow.com

7.8.2018  Bischof Edward Scharfenberger, Diözese Albany, schickte einen öffentlichen Brief an den gesamten US-Episkopat, in dem er schrieb, dass die Lösung von Kardinal Würl bei den Gläubigen keine Glaubwürdigkeit besitze. Er forderte stattdessen ein nationales, von der Kirche unabhängiges Gremium von Laien.
Quelle: ncregister.com

6.8.2018 NCR berichtet, will der Erzbischof von Washington, Würl, ein Gremium der US-Bischofskonferenz gründen, das Vorwürfe gegen Bischöfe oder entsprechende Gerüchte untersucht.
Quelle: vaticannews.va

5.8.2018 Die US-amerikanischen Bistümer Pittsburgh und Harrisburg veröffentlichen die Namen von Priestern, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchten.
Quelle: Domradio

3.8.2018 Einen Gedenkort für die Missbrauchsopfer von Herz-Jesu-Missionaren am Gymnasium Johanneum in Homburg wollen ehemalige Schüler errichten. Dort gab es zahlreiche Opfer, zwei der Patres legten ein umfassendes Geständnis ab.
Quelle: pfaelzischer-merkur.de/region/homburg

2.8.2018 Die chilenische Staatsanwaltschaft hat im Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche in Chile den Vatikan offiziell um Amtshilfe ersucht. Es geht um Akteneinsicht zu neun Klerikern, gegen die von drei regionalen Justizbehörden in Chile wegen sexueller Vergehen an Minderjährigen ermittelt wird.
Quelle: derstandard.de

1.8.2018 Der Bischof der Diözese von Harrisburg, Ronald Gainer, wird eine Liste von Geistlichen veröffentlichen wird, die seit den 1940er Jahren des sexuellen Missbrauchs angeklagt sind. Die 71 Namen der Täter betreffen 37 Priester der Diözese Harrisburg, 3 Diakone, 6 Seminaristen. 9 Geistliche kamen aus anderen Bistümern und 16 Namen stammen aus religiösen Gemeinschaften.
Quelle: local21news.com/

1.8.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, nennt die Kirchenführer, die von Kardinal McCarricks Missbrauchstaten wussten, ohne etwas dagegen zu unternehmen, “Komplizen”. Die vermeintliche “Null-Toleranz” in der US-amerikanischen katholischen Kirche klammere Bischöfe und Kardinäle aus. Kardinal O’Malley fordere nun, was die Kinderschutzkommission, der er als Leiter angehört, bereits 2015 vergeblich gefordert habe: Rechenschaftspflicht für Bischöfe in einem sog. Tribunal. 2015 hatte der Papst seine Zustimmung gegeben, die Glaubenskongregation unter Kardinal Müller sich jedoch geweigert.
Quelle: thetablet

1.8.2018 Die Vereinigung “Leadership Conference of Women Religious” (LCWR) hat ihre Mitglieder aufgefordert, jeden sexuellen Missbrauch durch Geistliche zu melden. Die kirchlichen Behörden forderten sie auf, “Maßnahmen zu ergreifen, um eine Kultur des Schweigens zu beenden, Täter zur Rechenschaft zu ziehen und den Missbrauchten Unterstützung zu gewähren”.
Quelle: katholisch.de

31.7.2018 Die chilenischen Bischöfe werden fünf Tage über ihren künftigen Umgang mit Missbrauchsfällen beraten, u.a. darüber, wie sie mit den staatlichen Behörden zusammenarbeiten wollen. Der chilenische Staatsanwalt Emiliano Arias bestätigt, dass seiner Erkenntnis zufolge Ordensobere Beweismittel vernichtet hatten, um Missbrauchsermittlungen in der Kirche zu behindern.
Quelle: Radio Vatikan

31.7.2018 Der Kirchenrechtler Lüdicke präzisiert zur Entlassung eines Kardninals: “Eine Entlassung aus dem Kardinalsstand ist im Kirchenrecht, dem Codex Iuris Canonici (CIC), nicht vorgesehen. Der Verlust der Kardinalswürde dürfte im Fall von Theodore McCarrick dadurch ermöglicht sein, dass er das angeboten und Papst Franziskus dieses Angebot angenommen hat.”
Quelle: Domradio

30.7.2018 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Bischof Wilson, Adelaide/Australien angenommen. Wilson (67) war im Mai wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu 12 Monaten Hausarrest verurteilt worden.
Quelle: Radio Vatikan

29.7.2018 “An important ministry for us as bishops is to ‘see, judge, and act.’ It’s not enough to see. Yet, seeing clearly leads to sound judgment that requires fortitude for us to act… If we don’t do that as pastors we sell our vocation as shepherds in exchange for a career as hirelings.” (Ein wichtiger Dienst ist es für uns als Bischöfe zu sehen, zu urteilen und zu handeln. Es genügt nicht zu sehen. Doch klares Sehen führt eindeutig zu einem gesunden Urteil, das Kraft braucht, damit wir handeln können. .. Wenn wir das als Hirten nicht tun, verkaufen wir unsere Berufung als Hirten im Tausch für eine Karriere als Mietlinge.”
Das sagt Bischof Michael F. Olson von Fort Worth, Texas den Gläubigen. Die Gerechtigkeit verlange, dass alle Mitglieder der Kirchenleitung, die von den Verbrechen von Kardinal McCarrick wussten und nichts dagegen taten, zur Verantwortung gezogen werden. Multipliziert würden die schlimmen Auswirkungen von den Taten des Kardinals dadurch, dass finanzielle Abmachungen mit Opfern ohne Transparenz getroffen wurden und ohne Konsequenzen für den Kardinal blieben.
KArdinal McCarrick war eine führende Stimme, die in der US-Kirche 2002 Reformen forderte. Er gilt als Architekt der “Charta für den Schutz von Kindern und Jugendlichen”
Quelle: catholicnewsagency.com  cruxnow

28.7.2018 Die Grand Jury zur Untersuchung des sexuellen Missbrauchs in sechs katholischen Diözesen in Pennsylvania (Harrisburg, Pittsburgh, Allentown, Scranton, Erie und Greensburg) nennt mehr als 300 Priester, die Missbrauchstäter waren. Damit dürften in den genannten Bistümern mehr kirchliche Missbrauchstäter sein als in Boston (248 Priester als Täter).
Quelle: pennlive.com

28.7.2018 Die Nachrichten sind nicht eindeutig: Entweder hat der Papst Kardinal McCarrick aus dem Kardinalsamt entlassen oder McCarrick bat um seinen Rücktritt vom Kardinalsamt und der Papst nahm das Rücktrittsgesuch an. Hans Zollner geht davon aus, dass der Papst den Kardinal entlassen hat.
Quelle: cbsnews.com   ncronline.org  katholisch.de  Radio Vatikan
Kommentar: Es macht einen Unterschied, ob der Papst den Kardinal entlässt oder dessen Rücktrittsgesuch annimmt. 

27.7.2018 Mark Crawford berichtete dem damaligen Erzbischof Theodore McCarrick, dass er von einem Priester sexuell missbraucht wurde. McCarrick sagte Crawford zu, dass der Priester nie wieder Zugang zu Kindern haben werde. Zwei Jahre später wurde sein Täter bei einer Kinderparty mit McCarrick fotografiert.
Quelle: cronline.org

27.7.2018 Drei Nonnen der Congregación Hermanas del Buen Samaritano in Molina, Bistum Talca, Chile, berichten von sexuellen Übergriffen, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Machtmissbrauch durch Priester, aber auch eine ältere Nonne. 15 Novizinnen verließen den Orden. Den Nonnen, die sich bei der Oberin beschwerten, antwortete die Oberin: “Du läufst wie eine läufige Hündin hinter den Schwestern her”. Die Opfer wurden gezwungen “Buße zu tun” und mit monatelangem 24 Stunden Bereitschaftsdienst ohne Wochenende bestraft. Das schloss die Bedienung ihrer Peiniger ein. Ihre Post wurde kontrolliert und Telefonate vermutlich abgehört. So konnten sie niemandem außerhalb des Konvents informieren.
Die berichtenden Nonnen wurden auch Zeuginnen von Kommentaren von Kardinal Ezzati, Erzbischof Scapola (Nuntius) und des Bischofs von San Bernardo, Errazuriz. Die Herren beschimpften die Opfer, die Aufklärung im Fall Karadima forderten und fragten, wann die Opfer “endlich aufhören”. Eine der Nonnen berichtete, Karadima habe nach seiner Verurteilung von ihrem Orden etwa 25.000 Euro erhalten für seine “persönlichen Bedürfnisse”. Entlassene Nonnen erhielten keine Unterstützung durch den Orden – sie hatten nie ein Gehalt erhalten und keine Rentenbeiträge gezahlt.
Beschwerdeschreiben an Erzbischof Scapola blieben unbeantwortet, die Oberin, Patricia Ibarra Gómez, verweigerte jeden Kommentar, der frühere Bischof von Talca, Horacio Valenzuela, zog es vor, aus seinem Arbeitsbüro über den Garten vor den Fragen zu fliegen. Kürzlich wurde er vom Papst wegen seiner Beteiligung an der Vertuschung der sexuellen Agressiones Karadimas des Amtes enthoben.
Quelle: newslocker.com

27.7.2018 Kardinal Sean O’Malley fordert, dass die Kirche „schnell und entschieden“ gegen bischöfliche Missbrauchstäter reagieren müsse; die große Enttäuschung und Wut vieler Menschen sei nur verständlich. Die Opfer müssten gelobt werden, dass sie ihre tragischen Erfahrungen öffentlich machen und müssten mit Respekt und Würde behandelt werden.
O’Malley wird von dem New Yorker Priester Boniface Ramsey vorgeworfen, O’Malley habe 2015 auf seine Konfrontation mit Vorhaltungen gegen McCarrick nicht reagiert. O’Malley reagierte: Er habe den Brief Ramseys “nicht persönlich erhalten”. Das Erzbistum Boston teilte Boniface Ramsey mit, O’Malley könne nichts tun, da die Angelegenheit nicht in seine Rolle als Leiter der Kommission für sexuellen Missbrauch des Vatikans oder seiner Erzdiözese fiel.
Quelle: religion.orf.at  ncregister.com

26.7.2018 Kardinal Theodore McCarrick wird vorgeworfen, Priesterseminaristen sexuell missbraucht zu haben. Der Priester Desmond Rossi, Diözese Albany, war wohl einer von ihnen. Die mehrfachen sexuellen Belästigungen durch McCarrick und ein Übergriff zweier Priesterkollegen verursachten bei Rossi eine tiefe Depression. Rossi ließ sein Amt 15 Jahre ruhen und nahm erst 2017 den Dienst wieder auf. Sein jetziger Bischof Edward Scharfenberger sagte Rossi seine volle Unterstützung für die Veröffentlichung seiner Erfahrungen zu. Dies sei notwendig für die eigene Heilung des Geistlichen UND die Solidarität mit anderen Opfern, sagte Scharfenberger.
Quelle: katholisch.de

25.7.2018 Am 25. und 26. August besucht Franziskus Irland anlässlich des Welttreffens der Familien. Missbrauchsopfer in Irland fordern, dass der Papst den Anteil, den der Vatikan an den Vertuschungen von Missbrauchsfällen hat, benennt – ähnlich wie in Chile. Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagt: “The devastation to ordinary Catholics, ordinary people was huge, leaving aside survivors and their families altogether.” Große Worte und allgemeine Entschuldigungen bewirkten nichts, sagte Collins.

25.7.2018 Der NCR macht darauf aufmerksam, dass in Missbrauchsfällen, die von Klerikern verübt werden, der Verrat an der Gemeinschaft unberücksichtigt bleibt. Geschehen müsse eine tiefgründige Gewissenserforschung aller, die in den letzten 40 Jahren Macht in der Kirche innehatten. Sie müssten sagen, was sie jeweils wussten, was sie tolerierten und worüber sie geschwiegen haben.
Quelle: ncronline.org

25.7.2018 Inzwischen häufen sich – nicht überraschend – Missbrauhsvorwürfe auch gegen katholische Bischöfe und Kardinäle. Der Bostoner Kardinal und Vorsitzende der päpstlichen Kinderschutzkommission, Sean O’Malley, sagt, hier gebe es eine große Lücke und es seien “klarere Verfahren erforderlich. Dabei hat er nicht nur sexuellen Missbrauch von Minderjährigen im Blick, sondern auch den “sexuellen Umgang” von Bischöfen und Kardinälen mit Erwachsenen. Er kündigte an, er werde das Thema im Vatikan mit “großer Dringlichkeit” zur Sprache bringen.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Der gesamte Bereich sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester/Kleriker in seelsorglichen Abhängigkeitsbeziehungen, von dem mutmaßlich nicht wenige junge Frauen betroffen sind, hat in Deutschland noch kaum Interesse gefunden.  

25.7.2018 Mit schöner Regelmäßigkeit erheben Kirchenverantwortliche die Forderung, dass die katholische Kirche sexuellen Missbrauch durch Kleriker entschiedener aufklären und ahnden müsse. Dieses Mal kommt die Forderung von Kardinal Sean O’Malley, Boston, der u.a. Präsident der Päpstlichen Kinderschutzkommission ist.
Quelle: vaticannews.va

25.7.2018 Die chilenische Justiz hat den Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Ricardo Ezzati vorgeladen. Er muss sich zu dem Vorwurf äußern, der Klerus habe sexuellen Missbrauch ranghoher Geistlicher vertuscht. Ezzati hatte übrigens Auftrag, die Gründungen Degollados und der Legionäre zu untrsuchen. Seine Untersuchung der chilenischen Legionärs-Universität Finis Terrae bestand in einem einstündigen Treffen mit dem akademischen Rat der Universität.
Quelle: religion.orf.at

24.7.2018 Die chilenische Bischofskonferenz wird eine Sondersitzung abhalten. Chilenische Ermittlungsbehörden untersuchen Vorwürfe gegen 138 Kleriker und  20 Laien. 266 Opfer sind betroffen, 178 davon Minderjährige, 31 Erwachsene und 57 nicht näher benannte Opfer.

Quelle: vaticannews.va  religion.orf.at

24.7.2018 Kardinal Theodore McCarrick, der jetzt des Missbrauchs eines Kindes und von Seminaristen beschuldigt wird, war 2002 eine führende Stimme in der Reaktion der US-Kirche auf die Missbrauchskriste. In dem Dokument, das die Bischofskonferenz verabschiedete, wird lediglich von Priestern und Diakonen gesprochen, die Rechenschaft ablegen sollten und sanktioniert werden sollten, wenn sie Kinder/Jugendliche sexuell missbrauchten. Erzbischof Elden Curtiss, Omaha, fragte nach dieser Sprachregelung und wies darauf hin, dass auch Bischöfe Kleriker seien. Im Kirchenrecht wird von Klerikern gesprochen, das Diakone, Priester, Bischöfe, Kardinäle… umfasst. Offensichtlich sahen die Bischöfe nicht, dass in den eigenen Reihen Missbrauchstäter sein könnten – McCarrick jedoch hätte es besser wissen müssen.
2005 und 2007 zahlten die Diözese Metuchen und die Erzdiözese Newark Gelder an Priester, die sagten, sie seien von McCarrick missbraucht worden. Ob der Erzbischof John Myers und der Bischof Paul Bootkoski die Zahlungen und ihre Gründe dem Vatikan oder dem Nuntius meldeten, ist unbekannt. Die Gemeinden jedenfalls wurden nicht – wie in den USA üblich – informiert.
Auch andere Bischöfe, die mit McCarrick in Kontakt waren, könnten von seinem Verhalten gewusst haben: Kardinal Joseph Tobin, Bischof James Checchio und Kardinal Donald Wuerl. Auch Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laizität, Familie und Leben, könnte mehr gewusst haben: Er teilte in Washington eine Wohnung mit McCarrick.
Kardinal Sean O’Malley, Boston, der Mitglied des Kardinalsrats ist und Präsident der Päpstlichen Kinderschutzkommission muss sich von Pater Boniface Ramsey, einem New Yorker Priester, fragen lassen, was mit seiner – Ramseys – Meldung von 2015 geschehen ist. Ramsey hatte O’Malley über Vorwürfe gegen McCarrick berichtet, jedoch keine Antwort von O’Malley erhalten.
Auch gegen Bischof Michael Hoeppner, Crockston, liegt der Vorwurf vor, er habe einen Diakon, Ronald Vasek, gezwungen, den Vorwurf des Missbrauchs durch Bischof Hoeppner zurückzunehmen.
Quelle: ncregister.com  katholisch.de 25.7.2018

21.7.2018 Papst Franziskus hat den Rücktritt des Weihbischofs von Tegucigalpa, Honduras, Juan José Pineda Fasquelle (57), angenommen. Der Vatikan gab keine Gründe an. Bekannt wurde, dass Anzeigen ehemaliger Seminaristen wegen “sexuellen Missverhaltens des Weihbischofs vorliegen.
Quelle: channelnewsasia.com/  vaticannews.va
mehr unter de.catholicnewsagency.com

20.7.2018 Mary E. Hunt, amerikanische Theologin, macht darauf aufmerksam, dass weitere Bereiche von Machtmissbrauch durch katholische Kleriker weiterhin ein blinder Fleck sind. Dies gilt einmal für Abhängigkeitsverhältnisse von Seminaristen und untergebenen Priestern, die auf Vorgesetzte und Bischöfe angewiesen sind, wenn sie Priester werden wollen oder in der Kirche Karriere machen wollen.
Hunt sagt weiterhin: “The abuse of minors and the utilization of underlings are variants on the systematic abuse of women rooted in an ideology of female subordination to male power. To have that top-down schema recapitulated with young and vulnerable men is totally consistent with the patriarchal logic on which it is based.” Hunt fürchtet, dass es wenig Hoffnung auf dringend benötigte Veränderungen im priesterlichen Verhalten und den kirchlichen Strukturen gibt.
Quelle: ncronline.org

20.7.2018 Gegen den inzwischen suspendierten amerikanischen Kardinal Theodore McCarrick wird neben dem sexuellen Machtmissbrauch von Seminaristen und Priesteranwärtern auch über den jahrelangen sexuellen Missbrauch eines anfänglich 11-jährigen Jungen berichtet. Dem Vatikan seien die Vorwürfe “seit Jahren” bekannt, berichtet AP.
Quelle: catholicnewsagency.com  cruxnow.com 

20.7.2018 Der Papst hat den Rücktritt des Weihbischofs der Erzdiözese von Tegucigalpa in Honduras, Juan José Pineda Fasquelle (57), angenommen. Gründe wurden nicht genannt.
Quelle: vaticannews.va

19.7.2018 Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hat den Papst gebeten, dass er Erzbischof Philip Wilson aus seinem Amt entfernt. Wilson weigert sich zurückzutreten – trotz einer Verurteilung zu zwölf Monaten Haft.
Quelle: katholisch.de

18.7.2018 Alexander Probst hat als Domspatzenschüler Gewalt und Missbrauch erlebt, als einer dr ersten das Schweigen gebrochen und ist heute im Aufarbeitungsgremium des Bistums Regensburg. Er bezeichnet die Zusammenarbeit mit dem Bisum als optimal.
Quelle: br

18.7.2018 Angesichts der sog. Flüchtlingskrise, die eine Krise der Menschlichkeit ist, sei an Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann. Tagebuchaufzeichnungen 1938 – 1945, Berlin 1947 erinnert.

17.7.2018 Die Laienorganisation im chilenischen Bistum Osorno fordert den Rücktritt von Kardinal Ezzati als Erzbischof von Santiago. Ezzati habe durch die Handhabung von Missbrauchsfällen Autorität verloren. Ezzati erklärte, die Justiz habe das letzte Wort. Er solidarisiere sich mit den Opfern und fühle großen Schmerz für Munoz, seine Familie und die Opfer. Munoz war Kanzler des Erzbistums Santiago, Missbrauchsbeauftragter und Missbraucher von sieben Kindern.
Quelle: domradio.de

14.7.2018 In Indien bitten 168 UnterzeichnerInnen – darunter Mitglieder der Vereinigung indischer Theologen, des Frauen-Theologen-Forums und der Bewegung christlicher Frauen in Indien – den Papst, den unter Vergewaltigungsverdacht stehenden Bischof Franco Mulakkal, 54, seines Amtes zu entheben. Die indische Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bischof Mulakkal weist die Anschuldigung der Ordensfrau zurück. Die Ordensfrau habe die Vergewaltigung frei erfunden, um von einem kircheninternen Disziplinarverfahren gegen sie abzulenken, in dem ihr ein sexuelles Verhältnis mit dem Ehemann einer Cousine vorgeworfen wird.
Die katholische Bischofskonferenz in Indien hat Rrichtlinien für den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen verfasst, die sind aber nicht öffentlich.
Quelle: katholisch.de

14.7.2018 In Temuco und Villarrica, Chile, haben die staatlichen Behörden am Freitag Dokumente und Computer bei Razzien gegen die katholische Kirche beschlagnahmt. Die Bischöfe hatten sich geweigert, die von den Staatsanwälten angeforderten Informationen zu übergeben.
Quelle: presstv.com

13.7.2018 Im Januar 2018 räumte der chilenische Priester Oscar Munoz ein, einen Minderjährigen missbraucht zu haben. Im Mai 2018 wurde er abgesetzt. Inzwischen wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben. Zunächst hatte die kath. Kirche selbst ermittelt, dann den Fall an den Vatikan weitergegeben. Im Juni hatten sich die chilenischen Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet und Archive der kath. Kirche durchsucht. Die chilenischen Behörden gehen auch dem Vorwurf nach, dass hochrangige Geistliche – u.a. Erzbischof Francisco Javier Errazuriz und RIvardo Ezzati, Missbrauch vertuscht hätten.

Quelle: religion.orf.at

13.7.2018 Fragen an Doris Reisiger geb. Wagner, ehemals Mitglied "Das Werk": #Nunstoo - warum der Missbrauch von Ordensfrauen ohne Konsequenzen bleibt

Quellen: kulturradio.de, rbbmediapmdp-a.akamaihd.net,mp3, ab 7:30 min

12.7.2018 Der frühere Bischof von Regensburg, Müller, wurde während des öffentlichen Hearings “Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs als abschreckendes Beispiel, wie die kath. Kirche mit Missbrauchsfällen und Opfern umgegangen ist, benannt. Kardinal Marx war nicht zu dem Hearing erschienen.
Quelle: regensburg-digital.de

12.7.2018 Auf Hawai gibt es ein neues Gesetz, das Missbrauchsopfern bis April 2020 Anzeige gegen mutmaßliche Missbrauchstäter erlaubt. Derzeit liegen Beschuldigungen gegen 58 Geistliche vor. Die meisten Anzeigen betrafen die katholische Kirche. Ein Bericht geht davon aus, dass auf Hawai Priester geschickt wurden, die andernorts sexuellen Missbrauch begangen haben. 2017 gab es auf Hawai, das identisch ist mit dem Bistum Honolulu, 134 Priester und Ordenspriester.
Quellen: kitv.com  de.wikipedia.org

10.7.2018 Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana empfiehlt, bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der kath. Kirche schnellere und zentrailisierte Prozesse, um Vertuschungen durch Kirchenobere zu verhindern. Die juristischen Vorgaben über das Vorgehen bei Anschuldigungen seien in der kath. Kirche weltweit gleich. In den Bistümern werden Voruntrsuchungen angestellt, die im Fall begründeter Anschuldigung an die Glaubenskongregation weitergeleitet werden müssen. Um in den ORtskirchen angemessen mit den Fällen umgehen zu können, seien mehr Kirchenrechtler notwendig.
Quelle: vaticannews.va  s. jedoch apnews.com/

4.7.2018 Im Bistum Cheyenne, USA, haben sich Missbrauchsvorwürfe gegen den emeritierten Bischof Joseph Hart bestätigt. Das gab das Bistum nach eigenen Untersuchungen bekannt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Untersuchung aus Mangel an Beweisen eingestellt. Hart wird beschuldigt, 1976 zwei Jungen mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Er wies diese Anschuldigungen stets zurück. 
Quelle: katholisch.de

4.7.2018 Der australische Erzbischof Philip Wilson geht in Berufung. Nach Abschluss des Berufungsverfahrens will er entscheiden, ob er dem Papst seinen Rücktritt anbietet.
Quelle: katholisch.de

3.7.2018 Der suspendierte amerikanische Kardinal Theodore McCarrick hat wohl jahrzehntelang sexuellen Machtmissbrauch begangen. Dem Erzbistum Washington seien keine weiteren Vorwürfe bekannt außer denen zu Beginn der 1970er Jahre. “Der amerikanische Journalist Rod Dreher berichtet in der jüngsten Ausgabe des „American Conservative“ von zahlreichen weiteren Vorfällen in den Diözesen New York und Metuchen, wo McCarrick in den siebziger und achtziger Jahren tätig war. Aus Gerichtsdokumenten und aus eigenen Recherchen Drehers ergibt sich das Bild eines Priesters, Bischofs und Erzbischofs, der seine wachsende Macht systematisch zur sexuellen Ausbeutung von Seminaristen und Priesteranwärtern ausnutzte. Seine Opfer waren in aller Regel nicht minderjährig, aber sie waren ihm untergeben. Die eifrige homosexuelle „Aktivität“ McCarricks war weithin bekannt. Doch weil der Kardinal mächtig, gut vernetzt und ein fleißiger Spendensammler war, schwiegen das kirchliche, politische und intellektuelle Establishment.”
In Amerika wird McCarrick mit dem Hollywood-Produzenten Weinstein verglichen.
Quelle: FAZ

3.7.2018 Der wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch schuldig gesprochene australische Erzbischof Philip Wilson ist zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Er ist einer der ranghöchsten verurteilten römisch-katholischen Geistlichen in Australien. Es klärt sich noch, ob er die Haft im Hausarrest verbringen kann.
Quelle: orf  katholisch.de  domradio.de

1.7.2018 Über die Schwerhörigkeit der evangelischen Kirche, wenn Missbrauchsopfer Anzeige erstatten. Quelle: wdr.de  

1.7.2018 Im Vatikan gibt es noch immer kein Verfahren für den Umgang mit Bischöfen, die Missbrauchsfälle innerhalb des Vatikans nicht behandeln.  Quelle: apnews.com/

29.6.2018 Nicht wenige Flüchtlinge sind traumatisiert durch Krieg, Hunger, Gewalt im Herkunftsland und auf der Flucht, sexuelle Gewalt inbegriffen. Die neuen Beschlüsse des EU-Gipfels werden von Hilfsorganisationen scharf kritisiert. Pro-Asyl spricht von einem “Gipfel der Inhumanität”. Quelle: Domradio

29.6.2018 Der frühere Bischof von Orleans Andre Fort soll von einem Missbrauchsfall gewusst haben, diesen aber nicht der Justiz gemeldet haben. Nun muss er sich wegen Nichtanzeigens eines Missbrauchsfalls vor Gericht verantworten.
Quelle: katholisch.de

29.6.2018 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, sagt anlässlich des öffentlichen Hearings der Missbrauchskommission: “Es ist schon traurig, dass wir acht Jahre, nachdem wir diese Bombe in der Öffentlichkeit erlebt haben, oder es war von Missbrauchs-Tsunami die Rede, immer noch am Anfang stehen. Aber so ist es. Wir sind mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Rahmen der katholischen Kirche, für die ich sprechen kann, immer noch am Anfang.” Quelle: deutschlandfunk  dlf   twitter.com/hashtag/geschichtendiez%C3%A4hlen

29.6.2018 Australien verpflichtet Priester, Missbrauchsfälle anzuzeigen, die ihnen in der Beichte anvertraut werden. Mehrere Bundesstaaten haben dazu Gesetze beschlossen. Die Kirche lehnt die Gesetze ab. Quelle: domradio.de

28.6.2018 Papst Franziskus hat den Rücktritt von zwei weiteren chilenischen Bischöfen angenommen: Vom Bischof von Rancagua, Alejandro Goic Karmelic, und von dem Bischof von Talca, Horacio Valenzuela Abarca. Goic wurde kritisiert, weil er – als Vorsitzender des kirchlichen “Nationalen Rates zur Prävention von Kindesmissbrauch”! – keine Maßnahmen gegen eine Priestervereinigung ergriffen hat, deren überwiegende Anzahl an Mitgliedern Kinderpornografie konsumierte. Horacio Valenzuela Abarca gilt als Vertrauter von Karadima. Quelle: katholisch.de

28.6.2018 Interview mit Sabine Andresen: “Kirchen werden dem eigenen Anspruch im Umgang mit Betroffenen immer noch nicht gerecht.” Andresen sagte, die Kirchen seien mitverantwortlich dafür, dass das tatsächliche Ausmaß bis heute nicht bekannt sei. Die Kirche hätten “alles dafür getan”, dass sich Betroffene nicht bei ihnen melden. Andresen forderte die Kirchen auf, auf Betroffene zuzugehen und je eine zentrale Anlaufstelle einzurichten. Es fehle weiterhin an Transparenz und an einer menschlichen Haltung im Umgang mit Betroffenen. Aus einer Studie für die Aufarbeitungskommission geht hervor, dass die Hälfte der evangelischen Betroffenen und ein Drittel der Katholiken nicht an kirchliche Stellen herangetreten sind. Von denen, die sich an die Kirche gewandt haben, berichteten sämtliche evangelischen Betroffenen von negativen Erfahrungen. Von den Katholiken gab ein Fünftel an, auf Verständnis gestoßen zu sein. Quelle: zeit  evangelisch.de

28.6.2018 In Irland rufen Internetnutzer dazu auf, eine Messe von Papst Franziskus zu boykottieren. Sie wollen damit gegen die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche protestieren. Quelle: orf

28.6.2018 Hier gehts zum  Bericht von Marlene Kowalski: Fallanalyse Sexueller Kindesmissbrauch im Kontext der evangelischen und katholischen Kirche

28.6.2018 Berichte von Opfern aus der öffentlichen Anhörung der Missbrauchskommission – Triggergefahr. Quellen: zeit.de  welt.de   

27.6.2018 Florian Breitmeier berichtet vom öffentlichen Hearing zum Thema “Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs” und sagt, die Kirchen stünden erst am Anfang. Opfer forderten beim Hearing, dass die EKD eine zentrale, unabhängige Aufklärungsstelle brauche. In der katholischen Kirche fehle es noch immer an einer theologischen Reflexion im Blick z.B. auf das Priesterbild oder das Thema Vergebung. Opfer forderten auch eine Neuordnung des Opferentschädigungsgesetzes und Entfristung der Stelle des Missbrauchsbeauftragten. Seitens der Politik fehlt noch immer eine Studie – wie sie u.a. in Australien durchgeführt wurde. Quelle: NDR

27.6.2018 Das Fazit des öffentlichen Hearings zum Thema “Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs”. Betroffene schildern ihr Leid, Experten teilen ihre Analyse-Ergebnisse mit. Die lassen sich so zusammenfassen: Es feh den kirchlichen Verantwortlichen an der Bereitschaft zum Zuhören, an der Empathie. Der Sozialpsychologe Keupp sagt, von Verantwortung der Kirchen habe er wenig mitbekommen. Beiden Großkirchen ginge es um die Bewahrung der glänzenden Fassade. Opfer würden sogar noch zu Tätern gemacht, wenn führende Kirchenvertreter Missbrauchsvorwürfe als Teil einer Kampagne bezeichneten. Keupp sprach von einem „ausgeprägten institutionellen Narzissmus“.
 „In der evangelischen Kirche machte kein einziger Betroffener eine positive Erfahrung“, sagte die Erziehungswissenschaftlerin Marlene Kowalski. „Aber auch bei der katholischen Kirche stießen sie auf nur wenig Empathie.“ Als „besonders beschämend“ empfindet es die Expertin, dass die Täter nur geringe berufliche Folgen hätten ertragen müssen.
Quelle: tagesspiegel.de  swr.de – Videobericht  katholisch.de  Interview mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz

27.6.2018 Den Kirchen in Deutschland fällt es nach Einschätzung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs weiterhin schwer, offensiv mit ihrer Schuld umzugehen. Es habe zwar sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche „eine Reihe von einzelnen Aufarbeitungsprojekten gegeben“, sagte die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk. Diese seien aber „meistens angestoßen worden durch Betroffene und durch den öffentlichen Druck“. Betroffene hätten oftmals den Eindruck, dass die Kirchen ihnen ihnen „nicht auf Augenhöhe“ begegneten, kritisierte die Vizevorsitzende des Deutschen Kinderschutzbunds. „Sie werden häufig als Bittsteller angesehen – und sie brauchen sehr lange, bis sie in einzelnen Fällen überhaupt auf eine Meldung, auf ein Schreiben eine Antwort erhalten.“
Quelle: epochtimes  evangelisch.de

27.6.2018 Der Vatikan hat bisher mehr als zehn Anzeigen gegen Ordensträger der Kirche in Paraguay wegen sexuellen Missbrauchs ignoriert. Fragen von Mitgliedern der Katholischen Universität in Asunción wurden nicht beantwortet. Sie sind der Ansicht, dass die Angeklagten von Mitgliedern der praguayischen Bischofskonferenz (CEP) unter Bischof Edmundo Valenzuela geschützt werden.
Quelle: wochenblatt.cc

27.6.2018 Matthias Katsch von der Opferinitiative “Eckiger Tisch” sagt, die katholische Kirche habe in der Prävention sexuellen Missbrauchs viel erreicht, übernehme jedoch weiterhin viel zu wenig Verantwortung für vergangenes Unrecht. Bislang sei kein einziger Bischof oder Ordensoberer zur Verantwortung gezogen worden und es habe keine wirkliche Auseinandersetzung mit den Opfen gegeben.
Auch die evangelische Kirche sei im Windschatten der katholischen Kirche gesegelt und habe durch ihre dezentrale Organisation erreicht, dass viele Verfahren nicht öffentlich wurden.
Heute beginnt ein öffentliches Hearing in Berlin , an dem die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs und Bischof Ackermann teilnehmen.
Quellen: kathpress  domradio

26.6.2018  Dokumentarfilm über Erfahrungen aus einem evangelischen Kinderheim in Hessen: Kinder wurden durch Medikamente ruhig gestellt. Betroffene berichten: “Wenn das Kinderheim zur Versuchsanstalt wird” (Triggergefahr!)
Quellen : hr-fernsehen.de  hessenschau.de

23.6.2018 Der frühere Vatikandiplomat Monsignore Carlo C. wurde zu fünf Jahren Haft und der Zahlung von 5.000 € verurteilt. Er hat gestanden, Kinderpornografie konsumiert und verbreitet zu haben. US-Behörden hatten den Heiligen Stuhl um die Aufhebung der diplomatischen Immunität gebeten, der Beschuldigte wurde jedoch im August 2017 in den Vatikan zurückgerufen.
Quelle: orf

22.6.2018 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana hat eine einwöchige internationale Konferenz zum Einfluss kultureller Unterschiede im Kampf gegen Missbrauch abgehalten. Besonders wichtig war Hans Zollner der Hinweis auf die vom Internet geschaffene Kultur. Tim Brennan, Herz-Jesu-Missionar, zuständig für Kinderschutz in der kath. Kirche Australiens mahnte, stets miteinander und voneinander zu lernen, um Missbrauchsopfern besser und sensibler antworten zu können und Kinder, junge Menschen und verletzliche Erwachsene vor Missbrauch zu schützen.
Quelle: katholisch.de

20.6.2018 Der Papst hat Kardinal Theodore McCarrick suspendiert, bis die kirchenrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen sind. Das Erzbistum New York hält die Missbrauchsvorwürfe gegen den Kardinal für glaubwürdig und begründet. Die Missbrauchstaten sollen zu Beginn der 1970er Jahre stattgefunden haben, als McCarrick Diözesanpriester in New York war. McCarrick kann sich nicht erinnern und glaubt an seine Unschuld. Das Erzbistum Newark und das Bistum Metuchen berichtete, dass es dort nie einen Hinweis auf Kindesmissbrauch gegeben habe. McCarrick wurde jedoch vor Jahrzehnten mit drei Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens mit Erwachsenen konfrontiert. Zwei der Fälle wurden mit Vergleichen abgeschlossen.
Quelle: katholisch.de

20.6.2018 Heute ist Weltflüchtlingstag. Pro Asyl beschreibt, dass Europa die Verantwortung für den Flüchtlingsschutz abwälzt.
Quelle: Pro Asyl

20.6.2018 Den Opfern müsse Gerechtigkeit widerfahren „für das Wohl des Landes wie auch der Kirche“. Gehör für die Anklagen von Betroffenen müsse das „Leitprinzip“ der kirchlichen Strafverfolgung von Missbrauch sein. Das sagte Erzbischof Scicluna am Ende seiner Reise nach Chile. Er stellte außerdem eine vom Vatikan geführte Kontaktstelle für Opfer und Zeugen vor, die ab sofort per E-Mail und Telefon erreichbar sein soll.
Die Staatsanwaltschaft von Santiago de Chile befragte Scicluna als Zeuge zu Missbrauchsfällen. Es ging um Anzeigen wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen in Schulen der Maristen und der Marianisten. Unter ihnen sollen 25 Verdächtige sein, die von ca 30 mutmaßlichen Opfern angezeigt wurden.
Quelle: orf  orf

18.6.2018 Der jüngere Bruder des chilenischen Missbrauchstäter Fernando Karadima, Oscar Karadima, berichtete, die ganze Familie sei ein “Opfer von Machtmissbrauch” durch Fernando Karadima. Er, Oscar Karadima habe nie mit seinem Bruder über die sexuellen Vergehen gesprochen, weil die Angehörigen Angst vor Fernando K. hatten. Oscar Karadima wünschte, dass sein Bruder seine “Seele retten und um Vergebung bitten” solle, er glaube jedoch nicht, dass er das tun werde. Vielmehr sei Fernando Karadima von seiner Unschuld überzeugt.
Oscar Karadima berichtete auch, dass nach der Veröffentlichung der Missbrauchsfälle niemand von der Kirche zu seiner Familie gekommen sei, um zu erfahren, wie es der Familie des Täters gehe.
Quellen: Domradio  cruxnow 

18.6.2018 In Chile hat der Apostolische Administrator des Bistums Osorno, P. Jorge Concha Cayuqueodie, vor einem “Gottesdienst der Versöhnung” gesagt, er sei glücklich, damit beginnen zu können, den Menschen aus den christlichen Gemeinden anzuhören. Scicluna, der vatikanische Sondergesandte, bat die Menschen in den christlichen Gemeinden um Vergebung.
Quellen: kathpress  orf   katholisch.de

16.6.2018 Die Southern Baptists, die größte protestantische Konfession der USA, räumt mit sexuellem Missbrauch in ihrer Glaubensgemeinschaft auf. Ein Video über eine Aussage des langjährigen Präsidenten der 15 Millionen BaptistInnen, Paige Patterson, war öffentlich geworden. Dort riet er einer misshandelten Frau, zu ihrem Mann zurückzukehren und ihm zu verzeihen. Zahlreiche andere sexistische Äußerungen wurden öffentlich. 3.300 Frauen forderten daraufhin den Rücktritt von Patterson, der auch erfolgte. Inzwischen ist eine Grundsatzdebatte über moralische Werte und die Rolle der Frau in Kirche und Familie entbrannt. Die Reformbewegung wird von Jüngeren und von Frauen getragen.
 Quelle: domradio.de

15.6.2018 Papst Franziskus kritisiert die Ausbeutung und Missachtung von Frauen als “Sünde gegen den Schöpfergott”. Sie sei in der heutigen Wegwerfkultur überall zu finaden, “auch vor unserer Haustür”.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Ob sie auch im Haus der Kirche zu finden sei, erwähnte der Papst nicht.

15.6.2018 Wolfgang Treitler, Professor für Fundamentaltheologie an der Uni Wien, wurde als Schüler auf einem katholischen Stifts-Internat missbraucht. Er sieht die katholische Kirche auf einem guten Weg im Umgang mit Missbrauchsfällen.
Quelle: vaticannews.va

15.6.2018 Der österreichische Bischof Alois Schwarz soll u.a. den Missbrauch eines Heimkindes durch einen Diakon gedeckt haben. Das von der Kirche anerkannte Opfer berichtet (Triggergefahr!)
Quellen: kaernten.orf.at 

15.6.2018 Die staatliche Justiz in Chile will den Vatikan um Amtshilfe im chilenischen Missbrauchsskandal bitten.
Quelle: kath.de

14.6.2018 Im Bundesstaat Südaustralien sind Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter und katholische Priester verpflichtet, alle Fälle sexuellen Missbrauchs zu melden, auch wenn sie davon bei der Beichte erfahren. Wenn sie sich weigern, müssen sie ab Oktober mit einer Geldstrafe bis zu 10.000 australische Dollar rechnen. Die katholische Kirche von Südaustralien werde die Folgen des neuen Gesetzes prüfen, teilte sie nun mit. Der Erzbischof von Adelaide, Greg O’Kelly, sagte, die Kirche habe „von dieser Änderung bis heute nichts gewusst“, die Konsequenzen würden jetzt durchdacht. In Australien wurden Zehntausende Kinder zwischen 1960 und 2015 sexuell missbraucht. Unter den kath. Priestern betätigten sich 7 % als Täter.
Quelle: orf
Kommentar: Dass der Erzbischof von Adelaide bislang nichts von dieser Änderung wusste, bedeutet, dass er weder die Ergebnisse der Königlichen Australischen Untersuchungskommission gelesen hat, noch die öffentliche Diskussion mitbekommen hat, die selbst in Deutschland bekannt ist. Greg O’Kelly wurde am 3.6.2018 zum Administrator von Adelaide ernannt, weil der wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen verurteilte Erzbischof Wilson sein Amt ruhen lässt. Bislang war O’Kelly Bischof von Port Pirie, Australien.

14.6.2018 Die chilenische Polizei hat wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs Archive der katholischen Kirche in Santiago und Rancagua durchsucht. Dabei wurden Akten beschlagnahmt von kirchenrechtlichen Verfahren seit 2007. Das Bistum Rancagua sei darüber hinaus aufgefordert worden, Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die bis ins Jahr 2003 zurückreichen. Der Nuntius Ivo Scapolo hat die Herausgabe der Akten zunächst verweigert und sich auf das nach wie vor gültige päpstliche Geheimnis (secretum pontificium) berufen. Daraufhin wurde die Beschlagnahmung angeordnet, die nach Ansicht von Rechtsexperten nur dann geschieht, wenn die Behörden annehmen, dass Unterlagen beseitigt werden sollen. Scicluna hingegen sagte den Behörden seine Unterstützung zu und begründete die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden mit dem Schutz von Minderjährigen, dem alles unterzuordnen sei.
Staatsanwalt Emiliano Arias sprach von einem “Meilenstein”, da bisher zivile Behörden nicht gegen Kirchenvertreter vorgegangen seien. In Chile gab es seit 2000 ca 80 Priester, die den Behörden wegen Verdachts auf Missbrauch gemeldet wurden.
Scicluna kündigte ein Treffen mit der Staatsanwaltschaft und die Einrichtung einer direkt dem Vatikan unterstellte Meldestelle an. Die Anlaufstelle soll in der Gemeinde Providencia im Großraum der Hauptstadt entstehen.
Quelle: Spiegel.de  domradio  katholisch.de

13.6.2018 Der Vatikan berichtet, dass alle Mitglieder des Kardinalrates mit Ausnahme von Kardinal Pell an dem Treffen teilgenommen haben. Kardinal Francisco Javier Errazuriz ist Mitglied des Kardinalrates und nahm an der Sitzung teil, bleibt also Mitglied des K9-Rates. Errazuriz hatte eingeräumt, dass er die Aufklärung der Missbrauchsfälle durch Karadima um 5 Jahre verzögert hat.
Quelle: catholicculture.org

13.6.2018  Horst Hohmann über bischöflichen Amtsmissbrauch in Chile: “und keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus.” Und nicht nur Urs Noti fragt: “Warum feuert der Papst diesen Nuntius nicht?” Gemeint ist Ivo Scapolo, Chile.

13.6.2018 Charles Scicluna, Sonderermittler des Vatikans in Chile, soll zusammen mit Jordi Bertomeu Missbrauchsopfer befragen und die chilenischen Diözesen im Umgang mit neuen Missbrauchsklagen anleiten. Sie treffen heute mit Kirchenrechtsexperten der chilenischen Diözesen zusammen.
Quelle: orf

12.6.2018 Bischof Gonzalo Duarte, Valparaiso, Chile, wurde bereits 2008 von einem Priester des sexuellen, des Gewissens- und des Machtmissbrauchs beim Nuntius Ivo Scapolo angeklagt. Der Priester sagte, er habe nie eine Antwort erhalten.
Quelle: whispersintheloggia.blogspot.com

11.6.2018 Ein Pfarrer der evangelischen Badischen Landeskirche soll sich vor 10 Jahren mehrfach an einem Kind sexuell vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt.
Quelle: swr

11.6.2018 Der Papst hat laut orf den Rücktritt von 8 chilenischen Bischöfen angenommen: Vier von ihnen sind über 75 Jahre (Erzbischof Kardinal Ricardo Ezzati (76) Santiago, Erzbischof Cristian Caro (76; Rücktritt aus Altersgründen); Puerto Montt, Bischof Gonzalo Duarte von Valparaiso, (76, altersbedingter Rücktritt;  er wird selbst des sexuellen Missbrauchs beschuldigt) und Bischof Alejandro Goic (78; Rancagua), bis Ende Mai Missbrauchsbeauftragter der chilenischen Bischofskonferenz.. Vier sind Bischöfe aus der “Pia Union Secardotal” des Missbrauchsgeistlichen Fernando Karadima: Bischof Juan Barros (62; Osorno), Bischof Horacio Valenzuela (65; Talca), Bischof Tomislav Koljatic (63; Linares) sowie Weihbischof Andres Arteaga (59; Santiago). Andere Medien, z.B. vaticannews und domradio.de, schreiben von drei angenommenen Rücktritten: Barros, Caro und Duarte. (Barros wurde also nicht entlassen und sanktioniert, sein Rücktrittsgesuch wurde angenommen. D.i. ein Unterschied.)

9.6.2018 Der Prozess gegen einen früheren päpstlichen Diplomaten beginnt am 22.6. Dem 50-Jährigen wird Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials vorgeworfen. Gegen den Geistlichen liegt ein Haftbefehl in Kanada vor. Die Verhandlung findet vor dem  vatikanischen Gericht statt, weil die Taten begangen wurden, als der Beschuldigte Amtsträger des Heiligen Stuhls war.
Quelle: katholisch.de

8.6.2018 In Australien werden demnächst katholische Priester vom Gesetz verpflichtet, in Missbrauchsfällen das Beichtgeheimnis zu brechen. Das Nichtanzeigen von sexuellem Kindesmissbrauch in Institutionen wird zu einem strafrechtlich relevanten Vergehen gemacht. Dies gilt auch für Informationen, die im Beichtgespräch gegeben wurden. Die Australische Bischofskonferenz hat die Verpflichtung zurückgewiesen.
Quelle: katholisch.de

7.6.2018 US-amerikanische Diözesen und religiöse Institute zahlten zwischen 2014 und 2017 insgesamt 642.975.667 US-Dollar als Entschädigungen für sexuellen Missbrauch durch Kleriker.  Seit 2007/8 wurden 2.744.881.843 US-Dollar gezahlt. Insgesamt zahlten die US-amerikanischen Bistümer seit 2004 3.387.857.500 US-Dollar, also ca 2,869 Mrd. Euro. Zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 gab es 695 neue Vorwürfe mit 654 mutmaßlichen Opfern, über 80 % männlich. Die meisten Vorwürfe betrafen die Zeit vor 1980.
Quellen: catholicculture.org  katholisch.de 8.6.2018 s. auch Bericht der US-Bischofskonferenz über Kinder- und Jugendschutz

7.6.2018 Der anglikanische Bischof Peter Ball wurde 2015 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte zugegeben, dass er zwischen den 1970er und 1990er Jahren gegenüber 18 Minderjährigen oder jungen Menschen übergriffig geworden war. Er wurde zu 32 Monaten Haft verurteilt und kam nach 16 Monaten im Februar 2017 frei. Ein 2017 veröffentlichter unabhängiger Bericht zeigte, dass Ball vom damaligen Primas der anglikanischen Kirche, Carey, gedeckt worden war.
Prinz Charles, der öBall als loyalen Freund bezeichnete, sagte, er habe nichts von den Übergriffen gewusst. Nun soll Prinz Charles vor einem Untersuchungsausschuss aussagen.
Quelle: religion.orf.at   katholisch.de

7.6.2018 In Genf wurde die multinationale Initiative End Clergy Abuse (ECA) gegründet. Die Gruppe fordert den Papst auf, das Tribunal gegen Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuschen, einzurichten.
Die Forderungen der Initiative: Die kath. Kirche soll rechenschaftspflichtig sein und Daten bereitstellen. Die öffentliche Meinung soll durch gerichtliche und legislative Maßnahmen mobilisiert werden, um klerikalen Missbrauch zu beenden und die Opfer zu schützen. Opfer sollen unterstützt und gestärkt werden durch ECA und andere Organisationen. ECA will mit Organisationen kooperieren, die sexuellen klerikalen Missbrauch untersuchen.
Quelle: cruxnow.com

7.6.2018 Die evangelische Brüdergemeinde Korntal und ihre Diakonie haben die Opfer von Gewalt und Missbrauch in ihren Kinderheimen von den 1950er bis 1980er Jahren um Vergebung gebeten. Die beiden unabhängigen AufklärerInnen – die ehemalige Amtsrichterin Brigitte Baums-Stammberger (Birresborn/Eifel) und der Marburger Erziehungswissenschaftler Prof. Benno Hafeneger – legten heute ihren 400-Seiten-Bericht vor. Die Aufklärer führten Gespräche mit 105 ehemaligen Heimkindern. 93 berichten von körperlicher Gewalt, zwei Drittel von ihnen sprechen von regelmäßiger, mehrmals wöchentlicher oder täglicher Gewalt. 85 Opfer sprechen von seelischer Gewalt, 61 von sexueller Gewalt. Die sexuellen Übergriffe gingen von Mitarbeitern, aber auch von älteren Heimkindern aus. 81 Täter unter den Mitarbeitern wurden benannt, darunter acht Intensivtäter, die mehr als 10 Minderjährige gewalttätig behandelten.
Quellen: idea.de  schwaebische.de  sueddeutsche.de  Vorsicht Triggergefahr!

7.6.2018 Der chilenische Bischof Barros, dem Vertuschung von sexuellem Missbrauch vorgeworfen wird, ist bereit, mit dem Vatikan zusammenzuarbeiten.
Quelle: katholisch.de

6.6.2018 2017 wurden nach Angaben des Innenministeriums in Baden-Württemberg 1.637 Kinder Opfer von Misshandlungen und sexuellem Missbrauch. Der sexuelle Missbrauch stellte mit 1334 Fällen (2016: 1393) den größten Teil dar. 303 Kinder wurden misshandelt, neun dabei schwer verletzt (2016: 21). Beim Besitz und der Verbreitung Kinderpornografischer Schriften gab es 624 Fälle (2016: 703).
Quelle: swr

6.6.2018 Die vatikanische Ordenskongregation hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach der peruanische Laienkatholik und mutmaßliche Missbrauchstäter Luis Fernando Figari, Gründer der Gemeinschaft „Sodalitium Christianae Vitae” in Rom „geschützt oder versteckt“ werde.
Quelle: vaticannews.va

5.6.2018 Inés San Martín schildert die Situation der katholischen Kirche in Chile und fragt, was es bedeutet, eine “prophetische Kirche” zu sein.
Quelle: cruxnow.com   cruxnow.com

5.6.2018 Gewalt gegen Minderjährige nimmt weiter zu. 2017 wurden 4247 (2016: 4237) Kinder schwer misshandelt. 1830 davon waren jünger als sechs Jahre. 143 Kinder (2016: 133) wurden getötet. 13.539 Kinder wurden Opfer von Vergewaltigungen und anderer sexueller Gewalt. 16.317 Fälle des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornographischem Material wurden der Polizei bekannt. Die Internet Watch Foundation (IWF) fand mehr als 80.000 Internetseiten mit Abbildungen von Kindesmissbrauch. Gegenüber 2016 ist das eine Steigerung von 35 %.  Jede dritte Seite zeigt schwere Verbrechen: Folter und Vergewaltigungen. 55 Prozent der Kinder sind jünger als zehn Jahre, 85 Prozent sind Mädchen.
Die MiKADO-Studie berichtet, dass jeder Dritte befragte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren mindestens eine Erfährung von sexueller Online-Annäherung machte. Fünf Prozent der Internetnutzer geben zu, sich im Internet Kindern und Jugendlichen sexuell zu nähern. 40 % der befragten Jugendlichen wurden bereits als Kinder erstmals mit Online-Pornografie konfrontiert. 47 % der Befragten gaben an, Pornografie mindestens einmal von einem Erwachsenen erhalten zu haben. Bei erzwungenen sexuellen Handlungen Minderjähriger live vor Webcams, die dann gespeichert und verbreitet werden, waren 98 % der Kinder jünger als 14 Jahre und 96 % Mädchen.
Quelle: tagesschau  tag24.de  rtlnext.rtl.de

5.6.2018 Burkhard Jürgens macht in seinem Kommentar bemerkenswerte Beobachtungen: Der Papst spricht im Umgang mit den Missbrauchsfällen nicht von Moral, sondern von Macht und nennt die Ursünde der Kirche: Ausgrenzung und Elitenbildung. Er verweist darauf, dass die Kirche ein Raum sein müsse, in dem man “Kritik und Hinterfragen nicht mit Verrat verwechselt”. Ein “Hauptversagen nennt es der Papst, den Opfern so lange kein Gehör geschenkt zu haben. Papst Benedikt hatte auf die kirchliche Führungselite – und damit auf eine Reform von oben nach unten – gesetzt. Franziskus hingegen meint, die Erneuerung der kirchlichen Hierarchie für sich bringe nicht den Wandel, nötig sei eine aktive Teilhabe aller Getauften.
Quellen: kath.ch und vaticannews.va 7.6.2018
Kommentar: Erinnert sei an das sog. Päpstliche Geheimnis.  

5.6.2018 In Braunschweig findet die Woche der Wahrheit statt. Wolfgang Beck, Juniorprofessor an der Hochschule St. Georgen, Frankfurt, bewertet positiv, dass im Bistum Hildesheim erkannt wurde, dass externe Beratung nötig ist. Er sehe jedoch derzeit die Tendenz, den Tätern die alleinige Verantwortung zu übergeben und sich als Institution zu distanzieren. Zudem handele es sich bei kirchlichen Institutionen oft um intransparente Männerbünde mit vielen Abhängigkeiten und Gefälligkeiten. Die Frage, wie “wir” dahin kommen könnten, die Interessen der Betroffenen zu schützen, blieb nicht nur aus Zeitgründen unbeantwortet. 
Quelle: woche-der-wahrheit.de

3.6.2018 Papst Franziskus hat für das Erzbistum Adelaide, Australien, den Apostolischen Administrator Bischof Gregory O’Kelly (76) von Port Pirie geschickt, der das Bistum verwalten soll. Der Erzbischof Wilson lässt sein Amt ruhen, um die Begründung eines Urteils zu prüfen. Er wurde für schuldig befunden, in den 1970er-Jahren als Priester den Missbrauch an Jungen durch einen Geistlichen nicht bei der Polizei angezeigt zu haben.Die Anwälte Wilsons hatten argumentiert, dass in den 1970er-Jahren sexueller Missbrauch nicht als anzeigewürdiges schweres Verbrechen angesehen worden sei.
Quelle: domradio.de  vaticannews.va  katholisch.de 5.6.2018

3.6.2018 Die sieben chilenischen Priester, die beim Papst zu Gast waren und von denen 5 Missbrauchsüberlebende sind, sind mit den Gesprächen mit dem Papst zufrieden. In den Gesprächen sei es um Trost und Heilung von Wunden gegangen. Der Papst wollte durch die Gespräche die Wirklichkeit eines Teils der chilenischen Gläubigen und Kleriker besser verstehen und den “inneren Zusammenbruch der kirchlichen Gemeinschaft” in Chile beheben. Zwei Sprecher der Gruppe betonten, dass es einen tiefgreifenden Wandel in der Kirche geben müsse. Zu wenig bewusst sei, dass “normale Gläubige” seit dem 2. Vatikanischen Konzil aufgefordert seien, Priestern und Bischöfen auch Kritisches zu sagen.
Quelle: katholisch.de

2.6.2018 Der Papst feiert mit fünf Priestern zu Beginn seines Treffens mit ihnen Eucharistie. Diese chilenischen Priester sind Missbrauchsüberlebende.
Quelle: vaticannews.va
Kommentar: Damit fällt ein Licht auf eine Opfergruppe, die bislang höchst selten in den Blick kam: Katholische Priester. Über sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern durch Priester wurde die Kongregation für die Ordensberufe bereits 1995 informiert. Der Bericht wurde unter Verschluss gehalten. 2001 gingen Berichte durch die Presse. Seither ist der Missbrauch von Ordensschwestern kein Thema mehr. Auch das Buch des Kirchenhistorikers Hubert Wolf, Die Nonnen von Sant’Ambrogio, hat am kirchlichen Desinteresse nichts geändert. Wolf beschreibt in diesem Buch sehr detailliert ein ganzes Missbrauchssystem.

2.6.2018 Die Bischofskonferenz der USA veröffentlicht ihren 17. Rechenschaftsbericht. Die Anzahl der Vorwürfe ist deutlich zurückgegangen, zugleich gebe es besorgniserregende Anzeichen für zunehmende Selbstzufriedenheit.
Quelle: Bericht der US-Bischofskonferenz über Kinder- und Jugendschutz J

1.6.2018 Hans Zollner sagt, die Frage des sexuellen Missbrauchs habe mit der Frage zu tun: “Wer sind wir als Kirche?”.
Quelle: cruxnow.com

1.6.2018 Der Papst hat den Gläubigen in Chile einen Brief geschrieben, in dem er betonte, dass die “Kultur des Missbrauchs” und das “System der Vertuschung” nur durch die Mitarbeit aller beseitigt werden könnten. Er forderte erneuerte Formen der Teilhabe, wenn die Kirche synodaler und prophetischer werden solle. Franziskus schreibt, dass die Bildung kleiner Eliten und theologische und spirituelle Engführungen für die “Verödung und Pervertierung” der Kirche verantwortlichen seien. Er wandte sich gegen Klerikalismus, der das Charisma der Gläubigen immer kontrollieren und bremsen wolle. Es gelte Räume zu schaffen, “in denen die Kultur des Missbrauchs und der Vertuschung nicht das beherrschende Schema ist, in denen man Kritik und Hinterfragen nicht mit Verrat verwechselt”. Ein Hauptversäumnis sei gewesen, den Opfern nicht zuzuhören.
Die chilenische Kirche begleite den Brief des Papstes mit tiefer Dankbarkeit [!], ließen die Bischöfe wissen. Sie berichteten, sie arbeiteten an einem Vorschlag, der u.a. eine Reform des Nationalen Rates zur Prävention von Missbrauch  und (!)  Begleitung von Opfern vorsehe.
Von heute bis zum Sonntag wird der Papst Gespräche mit fünf Geistlichen aus dem Umkreis Fernando Karadimas führen. Zwei weitere Priester, die Opfern rechtlichen und geistlichen Beistand leisteten und zwei Laien werden ebenfalls an den Gesprächen teilnehmen.
Der chilenische Bischof Barros ist bereit, mit der Vatikan-Delegation zusammenzuarbeiten.
Quellen: katholisch.de  domradio.de  domradio.de

1.6.2018 Die Erzdiözese Saint-Paul und Minneapolis in Minnesota hat sich mit den rund 450 Missbrauchsopfern geeinigt, ihnen 210 Millionen Dollar (179,50 Mio. Euro) zu zahlen. 91 Priester der Erzdiözese werden des Missbrauchs beschuldigt. [Dort waren 2007 ca 483 Priester/Ordenspriester tätig, d.h. 18 % sind Missbrauchstäter.]
Quelle: orf  zeit.de

31.5.2018 Die Liste der katholischen Diözesen und Orden, die Konkurs angemeldet haben in den vergangenen 14 Jahren. Der Liste sind auch Zahlungen und die Anzahl der Opfer zu entnehmen.
Quelle: ncr

30.5.2018 Die katholische Kirche Australiens beteiligt sich an der Entschädigung von Missbrauchsopfern. Für rund 60.000 Opfer aus unterschiedlichen Institutionen werden etwa 2,9 Milliarden Euro benötigt.
Quelle: vaticannews.va

27.5.2018 Der Bischof von Rancagua, Alejandro Goic, ist von seinem Posten als Beauftragter der chilenischen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle zurückgetreten. Er müsse sich auf den Fall von 14 Geistlichen aus seiner Diözese konzentrieren, die kürzlich wegen “unangemessenen Verhaltens” suspendiert worden waren. Einige von ihnen werden verdächtigt, sich an Minderjährigen vergangen zu haben. Bischof Goic hatte sich entschuldigt, dass er nicht gehandelt hat, als er vor zwei Jahren von den Vorwürfen erfuhr. Erst als die Presse die Vorgänge meldete, reagierte der Beauftragte der chilenischen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle.
Quelle: tah.de

25.5.2018  Das Schreiben des Papstes an die Bischöfe Chiles – zur Meditation.
Quelle: zeit.de

25.5.2018 Der Skandal von Chile wird zum Test, wie energisch Franziskus seine Kirche umbaut. Beobachtungen von Julius Müller-Meiningen.
Quelle: zeit.de

24.5.2018 Pater Óscar Munoz Toleado, ehemaliger Kanzler der Erzdiözese Santiago, Chile, hat bisher Missbrauchsvorwürfe gegen Kleriker bearbeitet und dokumentiert. Ihm oblag die Organisation und der Schutz aller Dokumente und Akten der Erzdiözese Santiago. Im Januar hat er sich selbst angezeigt, er habe einen Menschen, mutmaßlich Minderjährigen, sexuell missbraucht. Munoz Toleado hat u.a. die Anschuldigen von Juan Carlos Cruz gegen Karadima aufgenommen.
Quelle: cruxnow

24.5.2018 Ein Mitarbeiter der Kinder-Stadtkirche Karlsruhe wird des sexuellen Missbrauchs von Kindern verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Quelle: ka-news.de

24.5.2018 Nicht nur Felix Neumann wundert sich über eine Auusage des vatikanischen Sonderermittlers, Jordi Bertomeu Farnos, dass es im Unterschied zu den Missbrauchsskandalen in den USA und in Irland in Chile nicht nur um sexuellen Missbrauch, sondern auch um den Missbrauch von Macht gehe. Neumann: “Als ob es eine chilenische Besonderheit sei, dass sexualisierte Gewalt mit Macht zu tun hat. Als ob in den USA, Irland oder auch Deutschland Macht und Autorität keine Rolle dabei gespielt hätten, dass sich über Jahrzehnte Schweigekartelle halten konnten. Diese Verbrechen lassen sich nicht auf eine missgeleitete Sexualität reduzieren und individualisieren. Die persönlich verantwortlichen Täter handeln in einem Umfeld, das Missbrauch begünstigt hat, und ihre persönliche Macht ist ein wesentlicher Aspekt davon.”, dass erst in den chilenischen Missbrauchsfällen von Machtmissbrauch die Rede sei – als sei es nicht auch bisher bereits um Machtmissbrauch gegangen.
Quelle: katholisch.de  s. auch  dw.com

24.5.2018 Der chilenische Geistliche Villa Prat Sergio Diaz wirft dem päpstlichen Nuntius, Erzbischof Ivo Scapolo vor, ihn nicht empfangen zu haben, als er ihn über Missbrauchsfälle informieren wollte. Bischof Tomislav Koljatic, Bistum Linares, sei nicht ans Telefon gegangen, als er ihn über Missbrauchsfälle informieren wollte. Als Villa Prat Sergio Diaz Kardinal Ezzati per Mail über das Verhalten des Nuntius informierte, habe Ezzati nicht geantwortet. “Wie wollen sie so etwas nennen. Vertuschung”, sagte der Geistliche.
Quelle: katholisch.de

24.5.2018 Sexueller Missbrauch an Minderjährigen ist in Italien kein öffentliches Thema. Dort sind ca 1000 Kleriker wegen Missbrauch oder Vertuschung angeklagt (2% der kath. Priester in Italien), aber die Bevölkerung und die Medien thematisieren das Thema nicht. Emiliano Fittipaldi schreibt: “Die italienische Bischofskonferenz hält es immer noch für nicht notwendig, dass ihre Mitglieder Kindesmissbrauch anzeigen. Ich fragte einen Bischof aus Malta, der am vatikanischen Gerichtshof als Ankläger im Fall von Priesterpädophilie tätig ist, warum in Italien, im Vergleich zu den USA, Irland und Deutschland, wo es große Missbrauchsskandale gab, nichts dergleichen stattfand. Seine Antwort: Überall dominiert ein Verschweigen dieser Realität, eine Art Schweigepflicht.”
Quelle: deutschlandfunk.de

23.5.2018 Bischof Vitus Huonder, Bistum Chur, Schweiz, hat Strafanzeige gegen den Pfarradministrator von Tujetsch gestellt wegen einer “mutmaßlich strabaren Handlung gegen die sexuelle Integrität einer erwachsenen Person.
Quelle: katholisch.de

23.5.2018 Entgegen der Aussage der chilenischen Bischöfe, dass alle in Rom anwesenden (amtierenden) Bischöfe ihr Amt zurückgeben, wird nun berichtet, dass nur 29 Bischöfe ihr Amt zur Verfügung stellen. Der Militärbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz Santiago Silva und der apostolische Vikar von Aysen, Luigi Infanti della Mora haben dem Papst kein Schreiben, in dem sie die Rückgabe ihres Amtes bekunden, gegeben. Von den drei in Rom anwesenden emeritierten Bischöfen – Bischof Juan Luis Ysern, Kardinal Errazuriz und Kardinal Ezzati – habe nur Bischof Juan Luis Uysern sein Amt zur Verfügung stellt. Unbekannt ist auch, dass der chilenische Nuntius, Erzbischof Ivo Scapolo, sein Amt zur Verfügung stellte.
Quelle: katholisch.de 

23.5.2018 Der Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, hat angekündigt, sein Amt ruhen zu lassen. Zurücktreten will er nicht. Er wurde wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt. Das Strafmaß ist noch nicht festgelegt.
Quellen: catholicnewsagency.com
Kommentar: Der der Vertuschung überführte Erzbischof entscheidet also selbst, ob er denn nun zurücktreten will oder nicht. Es scheint, dass nicht einmal in einem solchen Fall kirchliche Gesetze eingehalten werden ( Motu proprio „Come una madre amorevole”, September 2016).

23.5.2018 Inzwischen hat sich die Zahl der katholischen Priester aus dem Bistum Rancagua, Chile, die wegen sexueller Kontakte zu Minderjährigen im Internet suspendiert wurden, von 12 auf 14 erhöht. Sie gehören der Priestergruppe “La Familia” an, die aus 17 Geistlichen besteht. Der zuständige Bischof  Alejandro Goic habe Informationen für einen Scherz gehalten. Im Bistum Rancagua gibt es derzeit 68 Diözesanpriester (2007: 76). 20 % werden also sexueller Kontakte zu Minderjährigen beschuldigt.
Papst Franziskus hat 5 katholische chilenische Priester aus dem Umkreis des Missbrauchstäters Karadima, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, zum 1.-3.6. zu Gesprächen in den Vatikan eingeladen.
Quelle: latercera.com  domradio.de  katholisch.de  catholicnewsagency.com

22.5.2018 In Argentinien wurde ein katholischer Priester für schuldig befunden, im Priesterseminar in Paraná zwischen 1985 und 1993 mindestens sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der Täter war für Disziplin und Seelsorge zuständig. Die bekannten Opfer waren 13-14-jährige Internatsschüler. 2010 wandten sich die Kläger an die Staatsanwaltschaft, weil die Kirche nichts unternommen habe. Der Täter wurde 2012 aus dem Seminar abgezogen, durfte aber weiter als Priester arbeiten. Die Vorwürfe bezeichnete der Täter als Verschwörung. Zuständig für das Bistum Paraná war bis 2010 Erzbischof Mario Luis Bautista Maulión, seit 2010 ist Erzbischof Juan Alberto Puiggari verantwortlich.
Quelle: epochtimes.de

22.5.2018 Bischof Ackermann gesteht, dass das Bistum Trier bereits 2006 gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, hätte vorgehen müssen. Der Beschuldigte – so Ackermann – habe “Menschen für persönliche Zwecke eingespannt, ja gar instrumentalisiert”. In der Folge kam es zu einer Spaltung der Gemeinde. Ackermann gesteht auch, dass der jetzige Pfarrer in dieser Situation zu wenig Unterstützung vom Bistum bekommen habe.
Quelle: Saarbrücker Zeitung  katholisch.de

22.5.2018 Erzbischof Philip Wilson, Adelaide, Australien, wurde wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt. Ihm drohen zwei Jahre Haft.
Quelle: cruxnow.com

21.5.2018 Marie Collins fordert, dass die chilenischen Bischöfe nicht einfach zurücktreten sollen – ihr Verhalten müsse überprüft werden und sie müssen dafür verantwortlich gemacht werden. Weltweit verhalten sich Bischöfe wie ihre chilenischen Kollegen. Wenn das individuelle Fehlverhalten der Bischöfe und der Kardinäle nicht geklärt wird, gehen sie in den Ruhestand, werden nie für schuldig befunden, behalten alle Titel und Privilegien.
Nötig ist, dass diese Männer zur Rechenschaft gezogen werden. Die Päpstliche Kinderschutzkommission hat 2015 ein Tribunal gegen vertuschende Bischöfe vorgeschlagen, der Papst hat den Vorschlag angenommen und personelle und finanzielle Ressourcen zugesagt. Die Glaubenskongregation hat die Einrichtung des Tribunals als unnötig abgelehnt, es gebe bereits Werkzeuge und rechtliche Mittel der Kongregation für die Bischöfe, um vertuschende Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Nur: Diese Werkzeuge wurden nie angewandt, auch im Fall der chilenischen Bischöfe und Kardinäle nicht. Collins fragt, ob die Werkzeuge jemals angewandt werden, wenn sie bei den chilenischen Bischöfen nicht angewandt werden. Das würde bedeuten, dass kein Bischof Sorge haben muss, Rechenschaft über seinen Umgang mit Tätern und Opfern ablegen zu müssen. 
Maßnahmen gegen den C9-Kardinal Errazuriz sind bislang nicht ergriffen worden. Er ist weiterhin Mitglied des C9-Rates und trat auch nicht zurück, weil er in der chilenischen Kirche kein Amt hat. Errazuriz wies darauf hin, dass er gegen den Missbrauchstäter Karadima nichts unternahm, weil Karadima für Priesternachwuchs sorgte. Errazuriz war es, der gemeinsam mit Kardinal Ezzati dafür sorgte, dass das Karadima-Opfer Cruz auf der Anglophonen Konferenz 2014 nicht sprechen durfte und nicht in die Päpstliche Kinderschutzkommission berufen wurde. Quelle: mariecollins.net

20.5.2018 Bischof Alejandro Goic, Chile, Diözese Rancagua, hat 12 Priester seines Bistums suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, im Internet Kontakt zu Minderjährigen gesucht zu haben und Gespräche mit sexuellem Inhalt geführt zu haben. Der Bischof war von 2004 bis 2010 als Präsident der Bischofskonferenz. Die Vorwürfe sind dem Bischof vor nahezu einem Jahr bekannt gemacht worden, ohne dass er handelte.
Quelle: religion.orf.at und cruxnow.com

18.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, die an dem Treffen mit dem Papst teilgenommen haben, haben dem Papst kollektiv ihren Rücktritt angeboten. Ob auch Kardinal Errazuriz, der nicht mehr als Bischof amtiert, ebenfalls seinen Rücktritt anbot, ist unbekannt. Er gehört dem C9-Rat des Papstes an, der die Reform des Vatikans vorantreiben soll.
In einem bekannt gewordenen 10-seitigen Brief schreibt der Papst, “es gebe eine ‘schmerzende, offene Wunde’. Diese sei bislang mit einer Medizin behandelt worden, die anscheinend mehr geschadet als genutzt habe. ‘Es wäre ein schweres Versäumnis, die Probleme nicht an der Wurzel zu packen.’ Der Papst spricht von besorgniserregenden Erkenntnissen…. So seien mehrere Geistliche, die wegen ‘sittenlosen Verhaltens’ entfernt worden seien, wieder in anderen Diözesen aufgenommen worden. Obendrein haben man ihnen Aufgaben mit ‘einem täglichen und direkten Kontakt zu Minderjährigen’ anvertraut.”
Der Papst schreibt von groben Fehlern. In etlichen Fällen sei die Aufklärungsarbeit gezielt behindert worden. Zudem kritisiert der Papst die elitäre Haltung einiger Geistlicher. Sie interessierten sich weder für Jesus noch für ihre Mitmenschen. “Perversion im kirchlichen Dasein” nennt der Papst diese Einstellung.
Quelle: katholisch.de  orf
Kommentar: Ich hoffe, der Papst nimmt die kollektiven Rücktrittsgesuche nicht undifferenziert an. Es ist nötig, dass die Bischöfe (und ihre Generalvikare und Personalchefs und sonstigen Helfer) konkret benannt werden, die sich an Versetzungen von Tätern, Behinderungen der Ermittlungen, Einschüchterung und Verleumdung der Opfer, Vernichtung von Akten etc. beteiligt haben. Und dass sie angemessen sanktioniert werden. Im anderen Fall geschieht, was z.B. in Australien geschah: Kardinal Pell gestand vor der australischen Königlichen Missbrauchskommission ein, dass “die Kirche in Australien” Missbrauchsfälle vertuscht hat. Wer für die Vertuschung verantwortlich war, wurde nicht benannt. Die Strukturen und Denkweisen, die die Vertuschung ermöglichten, wurden weder untersucht noch verändert. Das allgemeine Eingeständnis blieb also völlig folgenlos.
Von einem Rücktritt des K9-Ratsmitglieds Errazuriz und dem Rücktritt des Nuntius Erzbischof Ivo Scapolo ist bislang keine Rede. Keine Rede ist auch von anderen Bischöfen und Bischofskonferenzen weltweit, die wegen der Vertuschung von Missbrauch und dem Im-Stich-Lassen von Opfern entlassen und sanktioniert werden. Auch die Installierung eines Tribunals für Bischöfe, das die Glaubenskongregation für überflüssig erklärt hatte, scheint nicht wieder im Gespräch zu sein.
Hoffentlich werden – nach 16 Jahren! – endlich die “Perversionen im kirchlichen Dasein” zum Thema und damit die nötigen Veränderungen im Denken und in den Strukturen, damit personell und strukturell abgesichert wird, dass Opfer nie wieder im Stich gelassen werden.  

KORRIGIERT

 

18.5.2018 Der buddhistische Mönch Thich Thien Son, bis 2009 Vorsitzender der Deutschen Buddhistischen Ordensgemeinschaft e.V. (DBO), soll sich in den Klöstern “Pagode Phat Hue” in Frankfurt am Main und “Buddhas Weg” im Odenwald an mehreren Klosterschülern sexuell vergangen haben. Einem mutmaßlichen Opfer sagte er, dem Opfer bliebe die Erleuchtung verwehrt, wenn es nicht weitermache.
Quelle: spiegel.de

17.5.2018 Nach den Gesprächen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen gab Franziskus ihnen einen Brief mit: “Nach diesen Tagen des Gebets und der Reflexion bitte ich Sie, den Aufbau einer prophetischen Kirche fortzusetzen, welche weiß das Wichtigste ins Zentrum zu stellen: den Dienst am Herrn im Hungrigen, im Gefangenen, im Einwanderer, im Missbrauchten.” Ziel sei es, Gerechtigkeit und kirchliche Gemeinschaft wiederherzustellen. Konkreter benannte der Papst die Maßnahmen nicht.
Quelle: vaticannews.va   cruxnow.com

16.5.2018 Film: Das Schweigen der Hirten. Der Film beleuchtet die sog. geographische Lösung für Priester, die Minderjährige sexuell missbrauchten: Täter werden von der Kirche in andere Bistümer und andere Länder geschickt, um sie der Justiz zu entziehen. Die Journalisten haben 95 belegte “Versetzungen” ermittelt. Auch Papst Franziskus soll in seiner Zeit als Erzbischof versucht haben, ein argentinisches Gericht – mit Hilfe einer Studie, in der u.a. die Opfer beschuldigt wurden – zu beeinflussen.
Quelle: zdf.de

15.5.2018 Kardinal Errazuriz, Chile, schrieb über die Ankläger von Karadima: “They were accusing a priest with a great pastoral calling, whose preaching enriched more than 30 young people who were ordained priests and four priests who were consecrated bishops. They also accused a priest who inspired a youth association that propagated his fame.” U.a. ließ Errazuriz einen Karadima-Schützling Schweigegeld an ein Opfer erklären als “Werk der Barmherzigkeit” bzw. als “gemeinnützige Spende”. Vertuschungsvorwürfe weist der Kardinal zurück.
Quelle: washingtonpost

15.5.2018 Die chilenischen Bischöfe haben auf einer Pressekonferenz ihren Schmerz und ihre Scham über die Vergehen an Minderjährigen bekannt. Der Papst erklärte, er werde sich weder während noch nach dem Treffen zu den Gesprächen, die heute beginnen, äußern.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Transparenz geht anders.

14.5.2018 In Chile hat der Maristenbruder Abel Perez 2010 gestanden, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Nun haben die Maristen eine kanonische Untersuchung und rechtliche Schritte gegen Perez eingeleitet. Inzwischen ist von mindestens 14 minderjährigen Opfern von den 1970er Jahren bis 2008 die Rede. Jetzt haben die Opfer Strafanzeige gegen drei katholische Priester, einen Kapuzinerbruder und sechs Maristen eingereicht. Die Misshandlungen fanden am Alonso de Ercilla-Institut statt. Der erste Priester, den die Maristen mit der Voruntersuchung beauftragten, wurde wieder entfernt, nachdem chilenische Medien berichtet hatten, er sei selbst wegen sexueller Übergriffe angeklagt.
Scicluna hatte bei seinem Chile-Aufenthalt nicht nur den Auftrag, den Fall Karadima und die Vertuschungen der Bischöfe zu untersuchen, sondern auch andere Beschuldigungen aufzunehmen. Zeugen sagten aus, dass die Kirchenführer auch im Fall von staatlich verurteilten kirchlichen Missbrauchstätern untätig blieben. 1995 waren ca 75 % der Chilenen katholisch, 2017 nur noch 45 %.
Quelle: cruxnow

14.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, inclusive Errazuriz, sind im Vatikan eingetroffen und werden vom 15.-18.5. mit dem Papst beraten, wie das Vertrauen in die Kirche in Chile wieder gewonnen werden kann. Vielleicht werde der Papst den Bischöfen sagen, auch sie seien zu der Umkehr gerufen, die sie anderen predigen. Laien in Chile fordern ein Mitspracherecht – auch von Frauen – bei der Ernennung von Bischöfen. Sie seien nicht nur Beobachter und Befehlsempfänger.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com

13.5.2018 Kardinal Errazuriz wird nun wohl doch an dem Treffen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen teilnehmen. Er habe es sich anders überlegt.
Quelle: de.catholicnewsagency.com

12.5.2018 Von Dienstag bis Donnerstag trifft Papst Franziskus, die chilenischen Bischöfe, um in einem synodalen Prozess „vor Gott die Verantwortung aller und eines jeden Einzelnen“ zu klären. Die Mechanismen des Vertuschens sollen geprüft werden. Der Papst will wissen, wie es zu diesem Macht-, sexuellen und Gewissensmissbrauch in Chile und zu schweren Unterlassungen gegenüber Opfern kommen konnte. Er will auch wissen, welche angemessenen und dauerhaften Änderungen nötig sind.
Quelle: vaticannews.va

11.5.2018 Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte auf dem Katholikentag in Münster, erst 2010 haben die Berichte über Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg ein Umdenken in der Kirche eingeleitet. Danach habe die Kirche die Perspektive der Opfer wirklich ernst genommen. Die Kirche müsse in der Gesellschaft Vorreiter in der Aufarbeitung und der Prävention von Missbrauch bleiben. Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte, die Kirche sei “auf einer anderen Stufe” im Umgang mit Missbrauch angekommen. Die Opfer erwarteten Gerechtigkeit von den Kirchenführern und dass ihnen zugehört werde.
Bischof Ackermann hob hervor, dass die Kirche Nachholbedarf habe. Dazu zählte er Fragen der Transparenz, der Machtkontrolle und der Gewaltenteilung. Der Pastoraltheologe Michael Schüßler sagte, die Kirche dürfe dem Gespräch mit den Opfern nicht ausweichen. Nun müsse sich die Theologie mit den Missbrauchsskandalen und ihren Folgen auseinandersetzen.
Quelle: religion.orf.at  domradio.de

10.5.2018 Kardinal Francisco Javier Errázuriz, Chile, wird der “Einladung” des Papstes nach Rom nicht folgen. Er gibt persönliche und finanzielle Gründe an (Rom zahlt die Reisekosten nicht). Errazuriz wird von Opfern vorgeworfen, den Fall Karadima jahrelang vertuscht zu haben. Er war zuletzt anlässlich eines Treffens des C9-Rates, dem er angehört, am 23.-25.4.2018 in Rom und habe dem Papst Informationen zum Fall Barros/Karadima übergeben.
Quelle: cruxnow

9.5.2018 Dem inzwischen verstorbenen Priester, der im Gerolsteiner Internat Albertinum unterrichtete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er war von 1969 bis 1982 Direktor des Internats und starb 2007. Einem zweiten Priester, Oberpräfekt, wird Misshandlung vorgeworfen. Gerüchte über körperliche, psychische und sexuelle Gewalt kursieren seit vielen Jahren. Das Bistum Trier ist seit 2010 informiert, bestätigt seine Kenntnis darüber aber erst jetzt auf Anfrage des Trierer Volksfreundes. 
Quelle: volksfreund.de  s. auch allgemeine-zeitung.de 11.5.2018saarbruecker-zeitung.de  sueddeutsche.de  swr.de

9.5.2018 Ein früherer Schüler des Benediktinerstifts Kremsmünster hat das Stift auf 100.000 Euro verklagt. Er war von 1987 bis 1996 Internatsschüler in Kremsmünster und wurde Opfer sexueller Übergriffe des damamligen, inzwischen verurteilten Internatsleiters. Kläger und Stift sind zu Vergleichsgesprächen bereit. Der nächste Gerichtstermin ist der 26. Juni.
Quelle: religion.orf.at

9.5.2018 Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission und Präsident des Centre for Child Protection an der Gregoriana, kritisiert das VErhalten der Kirche im Umgang mit Missbrauchsfällen: Die Kirche sei wie paralysiert, habe nicht die Sprache, den Mut und den Willen, sich wirklich mit sexuellem Missbrauch auseinander zu setzen. Sie steuere daher mit “Karacho auf die Wand zu”. Erneut beklagt Zollner, dass zwar Kirchenrechtler und Psychiater mit der Thematik beschäftigt seien, nicht jedoch Theologen und Sozialwissenschaftler. Bischöfe lernten nicht von den Erfahrungen anderer Bischöfe in anderen Ländern. Aktiven Widerstand gebe es nicht, aber viel Unbehagen, Unwissen und Unwillen. Nach wie vor würden viele Betroffene nicht gehört und spürten nicht, dass die Kirche bei ihnen sei.

Quelle: kirche-und-leben.de

8.5.2018 Anlässlich der heutigen Bekanntgabe der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2017 durch Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, die Bundesregierung auf, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche konsequent zu bekämpfen und für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutz im Netz einzutreten. Rörig weist auf den Anstieg der sog. Kinderpornografie um 14.5 % und der sog. Jugendpornografie um 24 % hin. Sexueller Kindesmissbrauch ist in seiner Häufigkeit weitgehend unverändert geblieben. Auch die GEfahren sexueller Gewalt mittels digitaler Medien steigen. Jungen und Mädchen werden mit Sexting-Bildern bloßgestellt und erpresst, erleben Cyber-Grooming und sind mit Pornografie konfrontiert. Rörig fordert die Modernisierung des Jugendmedienschutzes und alles zu tun, damit Sexualstraftäter sich nicht mehr sicher fühlen können.
Quelle: beauftragter-missbrauch.de

8.5.2018 Der ehemalige Erzbischof Apuron von Guam wurde von einem Kirchengericht wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hat Widerspruch gegen das Urteil eingelegt. Beim 50. Jahrestag der Gründung des Neokatechumenalen Weges, dessen Mitglied und Unterstützer Apuron ist, saß er in der Nähe des Papstes auf einem Ehrenplatz auf einer Bühne in Rom.  
Quellen: guampdn.com  37’25 und 39’25  cruxnow.com

7.5.2018 Eine heute 41-jährige Frau gibt an, sie sei ab 1990 als Dreizehnjährige in dem kirchlichen Erziehungsheim Hollabrunn von dem dort tätigen Kaplan über Jahre hinweg zu sexuellen Handlungen gezwungen und zweimal schwanger geworden. Die zweite Schwangerschaft durch denselben Priester mit Drillingen sei eine Eileiterschwangerschaft gewesen. In der Vorgeschichte war die Frau sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Das Erzbistum Wien sagt, der Geistliche sei erst im April 1994 überhaupt in die Erzdiözese gekommen.
Die Frau berichtet, dass sie in der ersten Schwangerschaft von einer Klosterschwester schwer misshandelt worden mit dem Ziel, die Schwangerschaft abzubrechen. Sie beschuldigt Kardinal Schönborn, er habe die Adoption erzwungen. Kardinal Schönborn sprach am Wochenende von einer “Affäre” und einer “problematischen Beziehung” ohne strafrechtliche Relevanz, weil sich das junge Mädchen freiwillig mit dem Priester getroffen habe.
Ein weiterer Vorwurf betrifft die von der Frau geschilderte “unfreiwillige Eizellenabnahme, die angeblich an ihr und offensichtlich bei mehreren Klosterschülerinnen vorgenommen wurde.“
In Österreich hat die Opferschutzanwaltschaft ca 1700 Missbrauchsfälle entschieden.
Quelle: orf

6.5.2018 Mehrere Dutzend KatholikInnen haben im Vatikan gegen Pädophilie und Kinderpornografie inner- und außerhalb der Kirche demonstriert. Sie forderten Null Toleranz vom Papst. Der italienische Priester Fortunato Di Noto, Präsident der Opfervereinigung Meter, hatte den 22. Tag der Kinder organisiert. Der Papst ermutigte die Opfervereinigung, “ihr Engagement für die Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, fortzusetzen.
Quelle: orf

6.5.2018 Als Kardinal Pell von Papst Franziskus in den K9-Rat berufen wurde, kannte der Papst die Vertuschungs- und Missbrauchsvorwürfe gegen Pell. Ein zweites K9-Ratsmitglied, der frühere Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Francisco Errazuriz, soll an der Vertuschung der Missbräuche von Karadima beteiligt sein. Ein drittes K9-Ratsmitglied und zugleich Vorsitzender, Kardinal Maradiaga, ist in undurchsichtige Finanzgeschäfte verwickelt. Darüber hinaus wird sein Weihbischof, Juan José Pineda, beschuldigt, ungehemmt mit Geld umgegangen zu sein und es für einen Geliebten ausgegeben zu haben. Außerdem wird Pineda vorgeworfen, Seminaristen sexuell belästigt zu haben. Der Papst hatte einen Ermittler beauftragt, dessen Bericht liegt dem Papst längst vor – geschehen ist nichts.
Quelle: tagesanzeiger.ch

6.5.2019 Heribert Prantl: “Die Gemeinheit der Amtsträger in den Missbrauchsskandalen entehrt die katholische Kirche. Es ist wieder Zeit für eine Reformation.” Und: “Die Unwürdigkeit der Person erfasst das Amt, die Gemeinheit des Amtsträgers entehrt die katholische Kirche. Erstens, weil es so viele Amtsträger sind, die als unwürdig entlarvt werden. Zweitens, weil die Amtskirche so lange weggeschaut hat, und drittens, weil lügnerische Figuren das Wort Hierarchie zu einem Synonym für Heuchelei machen.” Und: “Die Missbrauchsskandale sind die Dornen in der Dornenkrone. Sie sind die Spucke im Angesicht dessen, den die Christen als Gott verehren. Die Kirche muss mit sich selbst ins Gericht gehen – und sich dann aus der Schuld zu befreien versuchen. Wie? Damit sind wir wieder bei Vorschlägen, die die staatliche Untersuchungskommission in Australien gemacht hat. Die katholische Kirche muss ihre Strukturen ändern, sie muss den Zölibat hinterfragen. Es hat sich gezeigt, dass viele Priester, die Minderjährige missbrauchen, in ihrer sexuellen Entwicklung auf der Stufe eines 13-Jährigen stehengeblieben sind. Das lässt sich nicht mit Beten ändern. Das verlangt Änderungen im System Kirche. Das muss Thema auf dem Katholikentag zu Münster sein.”
Quelle: sueddeutsche.de

6.5.2018 Das Erzbistum Wien erklärt, die Beziehung eines Priesters zu einer 17-Jährigen sei problematisch, aber strafbarer Kindesmissbrauch habe zweifelsfrei nicht stattgefunden.
Quelle: orf

Horst Hohmann fasst einige Ereignisse im Umgang der katholischen Kirche mit kirchlichen Kindesmissbrauchern zusammen. Er listet die Formen auf, in denen Bischöfe ihr Amt missbrauchten: Sie vernichteten belastendes Archivmaterial, sie haben gelogen und vor Gericht Meineide geschworen, sie haben Schmiergelder gezahlt/versprochen, um Zeugen zum Schweigen zu bringen; sie haben die Opfer und ihre Familien als Kirchenfeinde beschimpft und ihnen mit Schadenersatzklagen gedroht; sie haben beschuldigte Priester in andere Pfarreien versetzt.
Quelle: imprimatur-trier.de   imprimatur-trier.de

4.5.2018 Die Abgeordneten des kanadischen Unterhauses haben Papst Franziskus offiziell eingeladen, sich für die Rolle zu entschuldigen, die die katholische Kirche in Kanada bei der Errichtung und Leitung der Internate für Ureinwohner gespielt hat. In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Indianern, Mestizen und Inuit von ihren Familien getrennt und in kirchlich geführten Internaten untergebracht worden. Viele von ihnen wurden misshandelt oder sexuell missbraucht. Die kanadische Bischofskonferenz hat bereits vor 25 Jahren um Vergebung gebeten. Sie argumentiert, dass weder der Heilige Stuhl noch die Bischofskonferenz an der Leitung der Internate beteiligt war. 2009 hatte es ein Treffen zwischen dem Vorsitzenden der Versammlung der Ersten Nationen in Kanada gegeben und Papst Benedikt gegeben. Damals seien die erwarteten Entschuldigungen gemacht worden. Der Papst könne nicht persönlich auf den Appell des Unterhauses reagieren.
Quelle: vaticannews.va

4.5.2018 Am Dienstag beginnt der erste Schadenersatzprozess im Missbrauchsfall rund um das Stift Kremsmünster vor dem Landesgericht Steyr (Oberösterreich). Betroffene kritisieren, das Stift verweigere Schadenersatz und Verantwortung. Das Stift dementiert und sagt, dass die Übergriffe außerhalb der Schulzeit erfolgt seien und verjährt seien.
Quelle: religion.orf.at

4.5.2018  Neuer Vorsitzender der australischen Bischofskonferenz ist der Erzbischof von Brisbane, Mark Coleridge. Stellvertretender Vorsitzender ist der Erzbischof von Sydney, Anthony Fisher (58). Von Coleridge sagen Opfer, er sei im Blick auf Missbrauch lernfähig. Anthony Fisher hatte anlässlich des Weltjugendtages in Sydney Missbrauchsopfern vorgeworfen, sie störten die gute Stimmung des Weltjugendtages und würden griesgrämig auf alten Wunden herumreiten. Die australischen Bischöfe klären nach den Untersuchungen der Missbrauchsfälle durch die Australische Königliche Kinderschutzkommission, bei der 7 % der Priester als Sexualstraftäter benannt wurden, ob und wie sie die Empfehlungen der Kommission umsetzen wollen.
Quelle: katholisch.de

4.5.2018 Der Papst hat neben den amtierenden Bischöfen Chiles nun auch die 19 im Ruhestand befindlichen Bischöfe zu einem Gespräch eingeladen. Zu den Ruheständlern gehört auch Kardinal Francisco Errazuriz und Kardinal Jorge Medina Estevez. Estevez hatte zu den Taten von Karadima erklärt, ein 17-jähriger Jugendlicher wisse, was er tue. Es handle sich also nicht um sexuellen Missbrauch.
Quelle: katholisch.de  orf

4.5.2018 Der ehemalige Büroleiter des Limburger Bischofs Bätzing, ein Theologe, Diakon und Kirchenrechtler, wurde zu einer Geldstrafe von 12.000 € wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornographischen Dateien (Posing-Darstellungen) verurteilt. Der Bistumsmitarbeiter ist freigestellt. Nach dem Abschluss der staatlichen Ermittlungen wird das kirchenrechtliche Verfahren fortgesetzt.
Quelle: katholisch.de

4.5.2018 Im Fall einer Frau, die 1995 mit 18 Jahren nach einer “Affäre” mit einem jungen Priester Zwillinge geboren hat, die zur Adoption freigegeben wurden, prüft die Erzdiözese Wien den Sachverhalt erneut. Der Priester war in seinen Funktionen belassen worden mit der Auflage, die “Beziehung” nicht fortzusetzen und seine Verantwortung gegenüber Mutter und Kindern wahrzunehmen. Die Erzdiözese war von der Freiwilligkeit der Beziehung ausgegangen. Die Klasnic-Kommission rollt den Fall neu auf, weil die Frau berichtet, der Priester sei übergriffig gewesen und die Freigabe der Kinder zur Adoption sei nicht freiwillig erfolgt. Das Erzbistum teilte mit, heute wisse man, dass der Begriff Freiwilligkeit bei Beziehungen mit Minderjährigen sehr problematisch sei. Die Konsequenzen für den Priester werden entschieden, wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Das Erzbistum gesteht ein, dass es zu wenig den der Frau durch die Beziehung zugefügten Schaden und ihr weiteres Schicksal im Blick gehabt habe. Dem Priester wurden seit 1995 keine sexuellen Kontakte mit Minderjährigen vorgeworfen.
Quelle: orf  spiegel.de (Triggergefahr!)

3.5.2018 JD Flynn, CNA, berichtet, dass auch der apostolische Nuntius in Chile, Erzbischof Ivo Scapolo, Teil des Problems der Fehlinformation des Papstes ist. Flynn stellt Überlegungen an, wer den Papst im Fall Barros falsch informierte, nachdem Cruz dem Papst vor der Ernennung von Barros einen Brief geschrieben hatte. Im April 2015 hat Marie Collins den Brief an O’Malley gegeben mit der Bitte, ihn an den Papst weiterzuleiten. O’Malley berichtete später u.a. Cruz und Collins von der Übergabe des Briefes. Unklar ist, ob O’Malley den Brief direkt an den Papst oder an einen Untergebenen übergab. Wenn er oder der Papst den Brief an einen Untergebenen weitergab, ist es möglich, dass er nie vom Papst gelesen wurde. Dann wäre zu klären, ob jemand vom persönlichen Peronal des Papstes Barros beschützte oder dem Papst unangenehme Nachrichten vorenthielt. Denkbar ist auch, dass der Papst den Brief las, sich dann aber mit Errazuriz beriet, der die Aussagen von Cruz als politischen Angriff auf die Kirche abtat. Es bleibt die Frage, ob der Papst in Missbrauchsangelegenheiten auf das Urteil von Beratern vertraut, ohne sich selbst über einen Fall zu informieren. Dies geschah im Fall Inzoli. Der Papst wird entscheiden müssen, wann er sich auf welche Berater verlässt und wann er sich selbst informiert.
(Auch Bischof Robert Finn von Kansas City wurde von seinen Beratern falsch informiert und für nachfolgende falsche Beurteilungen und Handlungen verurteilt.)
Quelle: catholicnewsagency.com

3.5.2018 Der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Hart, hat eine neue kirchliche Kommission gegen sexuellen Missbrauch eingerichtet. Das GRemium soll alle katholischen Gruppen ansprechen, Laien, Geistliche und Bischöfe.
Dies ist die dritte kirchliche Kommission in Australien. Im Oktober 1996 bereits hat der damalige Erzbischof von Melbourne die “Melbourne Response” eingerichtet. Damit kam er der Bischofskonferenz zuvor, die für die gesamte Kirche in Australien verbindliche Standards “Towards Healing” (Dezember 1996) veröffentlichen wollte.
Quellen: DLF   Tag des Herrn

3.5.2018 Juan Carlos Cruz, James Hamilton und Jose Andres Murillo nennen sexuellen Missbrauch durch Geistliche eine Epidemie von Verbrechen und und Verderbtheit, die Tausende auf dem Gewissen habe. Dieser Missbrauch sei eine Erfahrung, die andere nicht überleben konnten. Die Geschhichten von der Ahnungslosigkeit mancher heutiger Kirchenoberer habe Risse bekommen. Als Eckstein von Missbrauch und Vertuschung nannten die drei Opfer die “pathologische und uneingeschränkte Machtausübung”. Wiederholung sei möglich, solange Missbrauch nicht gesühnt werde. Murillo sprach von einem neuen Umgang mit Macht, der auch eine andere Beteiligung von Gruppen brauche, die bislang eingeschränkt sei, etwa die Beteiligung von Frauen. In den Gesprächen der Opfer mit dem Papst ging es auch nicht nur um pastorale Zuwendung zu den Opfern, sondern auch darum, Änderungen in der Kirche zu thematisieren. Zur Sprache kaum auch die Rolle von Kardinal Francisco Errazuriz, Mitglied des des Kardinalsrates, der über mehr als fünf Jahre die Strafverfolgung sexueller Vergehen unterbunden habe. Der Papst bat die Gesprächspartner um ein Vorschlagspapier und werde mit ihnen in Kontakt bleiben. Was mit dem Brief von Cruz geschehen ist, ob der Papst ihn erhalten, gelesen und ernst genommen hat, ist weiterhin unbekannt. Cruz sagte: “Meine Schlussfolgerung ist, dass der Papst in Wirklichkeit schlecht informiert war.” Gelogen habe Franziskus nicht, die Unterlagen, die Indizien, die sie dem Vatikan geschickt haben, seien wohl nie bei ihm angekommen.
Quelle: kath.press  tagesschau.de

3.5.2018 Der Jurist Heribert Prantl verliert die Geduld. Er sagt, für Kardinal Pell gelte die Unschuldsvermutung, nicht bzw. nicht mehr jedoch für die katholische Kirche. Sie habe zu lange zugeschaut. Sie müsse Änderungen der Struktur herbeiführen, incl. des (Pflicht-)Zölibates. Viele der Missbrauchsskandale – so zitiert Prantl die Australische Königliche Untersuchungskommission – haben mit den Schweigestrukturen in der Kirche und den Abgründen, in die der Zölibat führen könne, zu tun. Die Kirche müsse mit sich selbst ins Gericht gehen und nicht weiter diese Fragen von sich wegschieben.
Quelle: sueddeutsche.de

3.5.2018 Bill Cosby, inzwischen als Sexualstraftäter verurteilt, und Roman Polanski, der sich seit 1977 der Justiz entzieht, wurde wegen der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs die Mitgliedschaft in der Oscar-Akademie entzogen.
Quelle: tagesschau

2.5.2018 Die drei chilenischen Opfer, die mit dem Papst gesprochen haben, bewerteten die Gespräche als offen und respektvoll. Der Papst habe gesagt, er sei Teil des Problems (“I was part of the problem, I caused this, and I apologize to you.”). Die Opfer hoffen, dass die Kirche ein Verbündeter im Kampf gegen Missbrauch werde und nicht ein Zufluchtsort für Missbrauchstäter. Franziskus müsse seinen Worten nun “beispielhafte Taten” folgen lassen; andernfalls wäre das Treffen vergebens, sagten die Opfer. Gegen Kardinal Francisco Errazuriz haben sie auf einer Pressekonferenz schwere Vorwürfe erhoben: Errazuriz habe mehr als fünf Jahre die Strafverfolgung sexueller Verbrechen unterbunden, sagte James Hamilton. Errazuriz sei seit 2002 über die Verbrechen Karadimas informiert gewesen. Der kirchliche Strafverfolger Eliseo Escudero habe die Anschuldigungen als glaubwürdig eingestuft. Aber erst 2009 seien nach einer neuen Zeugenaussage von Cruz die Vorwürfe zur röm. Glaubenskongregation gekommen. Karadima wurde 2011 vrurteilt. Auch der amtierende Erzbischof von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, sei an der Vertuschung beteiligt, sagte Cruz.
Quelle: domradio.de  katholisch.de

2.5.2018 Bei der Organisation “Reclaimed Voices” gingen seit November 2017 in den Niederlanden Meldungen über 276 Fälle sexuellen Missbrauchs ein. Raymond Hintjes, der Vorsitzende der Organisation, wundert sich, warum das Thema in Deutschland noch nicht aufgegriffen worden ist – anders als in Norwegen und Großbritannien.
Quelle: orf

2.5.2018 Das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen Kardinal Pell wird in zwei getrennte Verfahren aufgeteilt.
Quelle: orf

1.5.2018 Jürgen Erbacher kommentiert: “Missbrauchsskandal ohne Ende” und konstatiert: “An seinem [Papst Franziskus] weiteren Handeln wird man dann messen können, wie konsequent er bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle wirklich handelt. Gerade die vergangenen Wochen haben wieder gezeigt, dass auch im Pontifikat von Franziskus der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein Dauerthema ist, auch wenn es in der Öffentlichkeit längst nicht mehr so präsent ist, wie in der Amtszeit seines Vorgängers.”
Quelle: zdf.de

1.5.2018 Kardinal Pell, seit 2013 Mitglied des Kardinalsrates und seit 2014 Finanzchef des Vatikans, wird in Australien wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. In einem Vorverfahren wurden zahlreiche Anschuldigungen fallen gelassen, eine Melbourner Richterin entschied jedoch, dass die restlichen Indizien schwerwiegend genug seien, dass eine Anklage und ein ordentlicher Prozess angebracht seien. Pell soll sich in seiner Zeit als Priester in seiner Heimatgemeinde Ballarat (1976-1980) und als Erzbischof von Melbourne (1996-2001) an Jungen vergangen haben. Nach Angaben des Erzbistums Sydney handelt es sich um 10 Fälle (nicht: Opfer). Kardinal Pell hat wiederholt seine Unschuld erklärt.
Bereits 2016 hatte Kardinal Pell vor der Königlichen Australischen Missbrauchskommission ausgesagt, er habe nichts von Missbräuchen durch Priester in Ballarat gewusst. Die Missbrauchskommission glaubte ihm nicht. 2002 war Pell von einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne vom Missbrauchsvorwurf aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Ein Mann hatte Pell beschuldigt, ihn als Zwölfjährigen in einem katholischen Jugendlager sexuell missbraucht zu haben.
Pell ist weiterhin beurlaubt.
Quelle: NZZ  spiegel  domradio 30.4.2018  katholisch.de

1.5.2018 Der honduranische Weihbischof Juan José Pineda soll Seminaristen sexuell belästigt und missbraucht haben. Bereits 2017 gab es eine Untersuchung dieser Vorwürfe durch Bischof Casaretto. Pineda ist bis heute im Amt.
Quelle: kath.net  ncregister.com

30.4.2018 In der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB), Immensee, soll es vor 50 und mehr Jahren in der Schweiz zu sexuellen Übergriffen durch Mitglieder der Missionsgesellschaft auf zwei mutmaßliche Opfer gekommen sein. Die SMB beabsichtigt, eine externe historische Untersuchung in Auftrag zu geben.
Quelle: kath.ch

27.4.2018 Auf Sizilien, im Bereich des Bistums Acireale, gründete der katholische Pater Stefano Cavalli – “spiritueller Sohn” von Padre Pio – die katholische Laienorganisation Lavina, später umbenannt in “Katholische Kultur- und Umweltvereinigung”. Von der Gemeinschaft wurde seit etwa 1976 von abweichenden Lehren und spirituellen Praktiken und von psychologischer Einschüchterung vor allem junger Mädchen berichtet. Die Rede war auch von einem starken Personenkult um den Laienführer Piero Capuana, genannt “Erzengel”. Seit Anfang der 80er Jahre wusste das Bistum auch von einem Roman, den Capuana über Beziehungen mit jungen Mädchen schrieb. Seit mindestens 2010 ist dem Bistum auch sexueller Missbrauch minderjähriger Mädchen durch Capuana bekannt. Vier Bischöfe behandelten trotz der Hinweise auf problematisches, sektenhaftes Gebaren der Leitung die Laiengemeinschaft als legitime katholische Organisation.
Quelle: cruxnow

27.4.2018 Neben dem chilenischen Journalisten Carlos Cruez und dem Philosophen José Andrés Murillo ist auch der Arzt James Hamilton zum Gespräch mit dem Papst eingeladen. In einem Interview erinnert er auch daran, dass einige der Opfer des Priesters Karadima sich das Leben genommen haben.
Quelle: dw.com

27.4.2018 Die Erfurter Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, neu ernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ist zuversichtlich, dass das Treffen chilenischer Missbrauchsopfer mit dem Papst neue Entwicklungen ermöglichen wird. Die Arbeit der Kommission habe mit der Anhörung einer Gruppe von Opfern aus England und Wales begonnen. Wijlens glaubt, dass die Erfahrung des Austausches mit den Opfern als prägende Erfahrung für die Kommissionsarbeit bleibt.
Als Kirchenrechtlerin sieht sie ihre Aufgabe darin, die Kommission über die jeweiligen Zuständigkeiten für Bistums- und Ordensangehörige, die z.B. in Bistümern arbeiten, aufzuklären. Auch die Frage der Aufhebung von Verjährungsfristen müsse geprüft werden, ebenso die Frage, welche Autorität die Aussagen von Opfern haben und wie Vertraulichkeit gehandhabt werden solle: “Wer hat ein Recht auf Informationen und wie kann man diese Rechte auch umgehen, sodass eine gewisse Klarheit auch für die Opfer deutlich wird? ”
Quelle: vaticannews.va,  s. auch srf.ch

27.4.2018 Cruz glaubt nicht, dass die Einladung zum Gespräch mit dem Papst eine PR-Aktion sei. Er hoffe auf grundlegende Schritte in Richtung auf eine Null-Toleranz-Politik und frage sich, warum der Papst nicht früher gehandelt habe. In die Arbeit der vatikanischen Sonderermittler Erzbischof Scicluna und Jordi Bertomeu Farnos habe er Vertrauen. Negativ äußerte er sich über den früheren Erzbischof von Santiago, Kardinal Francisco Javier Errazuriz. Cruz glaubt nicht, dass es genügt, einige chilenische Bischöfe zu entlassen, die Kirche brauche “eine Null-Toleranz-Politik in Sachen Missbrauch”. Cruz berichtet von einer Begegnung mitz Errazuriz in der chilenischen Botschaft Roms. Errazuriz sei wütend und habe vermutlich über die chilenischen Opfer geschimpft. Er versuche Lobbyarbeit zu machen.
Quelle: kathpress.at
Zur Erinnerung: Von Null-Toleranz-Politik ist seit 2002 die Rede.

27.4.2018 An diesem Wochenende treffen drei chilenische Missbrauchsopfer mit Papst Franziskus zusammen. Juan Cruz, eines der Opfer, sagt, in der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen gebe es “gute Leute”, aber es sei “ziemlich beschämend”, dass die Kommission den Überlebenden wenig geholfen habe.
Quelle: americamagazine.org

26.4.2018 Die Independent Inquiry into Child Sexual Abuse (IICSA), geleitet von Alexis Jay, hat einen Zwischenbericht über die Untersuchung von 21 britischen Institutionen, dareunter die Church of England und die kath. Kirche. Untersucht wurde, wie die Institutionen auf Missbrauchsvorwürfe reagierten. Hinweise an die Polizei ergingen über Vorwürfe aus Schulen und Kinderheimen, gefolgt von Vorwürfen aus religiösen Einrichtungen. Die Auswirkungen des Missbrauchs auf den religiösen Glauben wurden ebenfalls untersucht. Wenn Täter aus der Kirche kamen, fühlten sich die Opfer oft von Gott verlassen oder bestraft und begannen, ihr Verständnis der Welt in Frage zu stellen. Einige der angehörten Opfer praktizierten weiterhin ihren Glauben, um ihren Kindern ein Aufwachsen mit dem Glauben zu ermöglichen. Einige andere nutzten ihren Glauben, um mit dem sexuellen Missbrauch umgehen zu können, hatten damit jedoch Schwierigkeiten.
Quelle: christiantoday.com

26.4.2018 Im ehemaligen Kinderheim Heilig Kreuz, Donauwörth, sind bei einem Runden Tisch auch Missbrauchsvorwürfe gegen einen katholischen Priester – Max Auer – aufgetaucht. Max Auer starb 1980, er war der Enkel des Lehrers und Verlegers Ludwig Auer. Ein ehemaliges Heimkind, Stefan Schmid, berichtet u.a. von Vergewaltigung. Auch Cornelia Heiderich erzählt, dass Max Auer sie als kleines Mädchen unsittlich berührte, wenn die Haushälterin nicht da war. Andere ehemalige Heimkinder berichten von brutalen Methoden der weltlichen Erzieherinnen. Der für das bis 1977 bestehende Kinderheim zuständige Bischof von Augsburg will eine Arbeitsgruppe einrichten, die die Vorgänge aufklären soll. Die Koordinierung der Arbeitsgruppe hat Manfred Prexl, ein von der Kirche unabhängiger Richter i.R. Der Bericht soll der Öffentlichkeit “zu gegebener Zeit” zugänglich gemacht werden. Nach einem öffentlichen Aufruf haben sich bislang zwölf Personen gemeldet.
Quelle: katholisch.de  br.de (25.4.2018)
Kommentar: Bereits im September 2011 waren Vorwürfe von Gewalt, körperlicher und psychischer Misshandlung (Triggergefahr!) und von sexuellen Übergriffen anderer Heimkinder im Donauwörther Kinderheim öffentlich bekannt geworden – öffentlich reagiert hat die zuständige kirchliche Behörde damals jedoch nicht.

26.4.2018 Der Theologe Alvaro Ramis, Universidad de Chile, erklärt, dass der Fall Karadima mit der engen Verflechtung der katholischen Kirche und der wirtschaftlichen Elite in Chile zusammenhänge: “Die ersten Vorwürfe gab es in den 80er Jahren, aber sie führten zu Nichts, weil der Priester Karadima der Kirche viele wirtschaftliche Vorteile brachte durch Spenden, da er Freundschaften zu mächtigen Unternehmergruppen pflegte. Er warb außerdem erfolgreich junge Männer aus hohen sozialen Schichten für das Priesteramt an, die auch wiederum viele Kontakte hatten, um Spenden für die Kirche zu erwerben. Was damals niemand wusste war, dass Karadima diese jungen Männer für seine Sekte manipulierte und indoktriniert. Der sexuelle Missbrauch war der letzte Preis, den sie zahlen mussten, um zur Gruppe zu gehören.” Im BLick auf die Fehlinformation des Papstes über den Fall Barros und andere chilenische Bischöfe sagt Ramis: “Die Verantwortung hat jetzt nicht mehr der Papst, sondern die Informanten. Und diese Informanten sind der ehemalige Erzbischof von Santiago Francisco Errázuriz, der Apostolische Nuntius in Chile Ivo Scapolo, der aktuelle Erzbischof von Santiago Ricardo Ezzati und sicherlich noch weitere Bischöfe. Die starke Aufmerksamkeit, der Aufruf zu Ordnung und dass die gesamte Bischofskonferenz im Mai nach Rom reist, zeigt, dass es hier um eine kollektive Verantwortung geht. Die gesamte chilenische Bischofskonferenz hat falsche Informationen weitergegeben.”
Quelle: deutschlandfunk.de  s. auch: Inés San Martin, 25.4.2018

25.4.2018 Fast 100 Prozent der Männer, die sechs Jahre nach dem Ende einer Therapie wegen Pädophilie in der Berliner Charité – “Kein Täter werden” – befragt wurden, haben keinen Missbrauch begangen. Nur einer von 56 Männern therapierten Männer habe sexuellen Missbrauch begangen.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

25.4.2018 In der Schweiz gibt es verschiedene Gremien innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche, die kirchliche Missbrauchsfälle aufklären sollen und den Bischöfen Empfehlungen geben für den weiteren Umgang mit Opfern, u.a. im Blick auf Entschädigungszahlungen. Nun hat die Präsidentin der unabhängigen Kommission “Cecar”, Sylvie Perrinjaquet, aus Protest ihre Arbeit unterbrochen. Sie wirft den Bischöfen vor, die Arbeit von Cecar infrage zu stellen und viele der Empfehlungen von Cecar anzuzweifeln. Perrinjaquet vermutet, dass die Bischöfe argwöhnisch geworden seien, weil ihre Kommission oft für eine Entschädigung von 20.000 SF plädiere. Vermutlich wolle die Kirche sparen. Liliane Gross, Landeskirche Zürich, widerspricht: Die Entschädigungen müssten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein. Die Schweizer katholische Kirche beteuert, auf der Seite der Opfer zu stehen. Daran zweifelt die “Cecar”-Präsidentin: “Ich habe das Gefühl, dass die Kirche noch nicht in der Realität angekommen ist. Sie hat kein Gespür dafür, was die Opfer in ihrem Alltag durchmachen müssen.” Nun gibt es eine Krisensitzung zwischen Kirchenvertretern und Vertretern von Cecar.
Quelle: 3sat.de

24.4.2018 Seit den 70er Jahren gab es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester des Erzbistums Köln. Seit acht Jahren lebte der Ruhestandsgeistliche im Bistum Trier. Dort hatte er jahrelang Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, obwohl ihm vom Erzbistum Köln verboten worden war, Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen. Das Bistum Trier wurde nicht vom Erzbistum Köln über die Vorwürfe und die Auflagen informiert. Beide Bistümer gaben die Einsatzorte des Ruhestandspriesters aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt. Die Vorgänge fielen erst auf, als das Bistum Trier dem Ruhestandsgeistlichen eine Pfarrverwaltung übertragen wollte und es einen Kontakt zum Erzbistum Köln gab. Erst da fiel dem Erzbistum Köln auf, dass der Geistliche nur unter Auflagen hätte arbeiten dürfen. Erst da fiel auch auf, dass der Geistliche sich nicht an die Auflage hielt, “keine Angebote für Kinder und Jugendliche” zu machen. Der Kölner Erzbischof entschuldigte sich beim Trierer Bischof. Der Kölner Stadtanzeiger sagt, der Fall werde laut Erzbistum “nach Abschluss der vorgeschriebenen Maßnahmen zur Überprüfung nach Rom” gemeldet.
Quelle: Saarbrücker Zeitung  Kölner Stadtanzeiger
Kommentar: Das Erzbistum Köln braucht also 8 Jahre, um die vorgeschriebenen Maßnahmen abzuschließen, damit der Fall nach Rom gemeldet werden kann? Einem Missbrauchstäter lediglich die Auflage zu erteilen, keine “Angebote für Kinder und Jugendliche” zu machen, ist nicht hilfreich – Seelsorger begegnen in allen seelsorglichen Handlungsfeldern Kindern und Jugendlichen – da muss ein Täter gar keine gezielten “Angebote für Kinder und Jugendliche” machen.  

24.4.2018 Bill Kilgallon, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, berichtet, dass die Kommission Leitlinien erstellte, um Bischofskonferenzen weltweit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch zu unterstützten. Die Glaubenskongregation hatte zuvor schon an Richtlinien gearbeitet. Die Kinderschutzkommission bat die Glaubenskongregation, über die dort geleistete Arbeit informiert zu werden. Die Glaubenskongregation lehnte dies ab.
Weitere Themen der Kinderschutzkommission waren Kirchenrecht und Änderungen der Praxis im Umgang mit Missbrauchsbeschwerden, Fristen für Missbrauchsfälle und eine bessere Definition “gefährdeter Erwachsener”. Eine Arbeitsgruppe kümmerte sich um Bildung und Ausbildung der Kirchenleitung (P. Zollner) eine andere Arbeitsgruppe um die Stimmen der Überlebenden (M. Collins) und eine dritte Arbeitsgruppe um Bildung in kirchlichen Gemeinschaften.
Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, schreibt, es sei beschämend, dass die Glaubenskongregation noch immer nicht auf Briefe von Missbrauchsüberlebender reagiert, obwohl sie durch den Papst dazu angewiesen wurde.
Quelle: nzcatholic.org.nz

22.4.2018 Papst Franziskus beabsichtigt, den Status der Kinderschutzkommission definitiv zu bestätigen. Die Vollversammlung der Kommission hat in dieser Woche großes Augenmerk auf die Anhörung von Missbrauchsüberlebenden gelegt. Die angehörten Missbrauchsopfer beraten auch die katholische Kinderschutzkommission von England und Wales. Sie hätten sich durch die Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt wurde, gestärkt gefühlt. Auch weiterhin soll den Zeugnissen von Opfern katholischer Priester großes Gewicht beigemessen werden. Thema der Beratungen waren auch die Ergebnisse der Australischen Königlichen Kommission. Die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission wurden vom Papst in Privataudienz empfangen.
Quelle: vatikannews

21.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, konstatiert, dass die Kommission sich erstmals seit 7 Monaten trifft und bislang wenig praktischen Wandel erreicht hat. Bisher gibt es keine Rechenschaftspflicht von Bischöfen, weil das Tribunal gegen vertuschende Bischöfe von der Kurie ebenso abgelehnt wurde wie die Wahrung der Leitlinien. Collins wünscht Transparenz der Arbeit der Kommission und hofft, dass am Ende des Treffens ein umfassender Bericht über die aktuelle Arbeit und die künftigen Pläne veröffentlicht wird.
Quelle: twitter.com

20.4.2018 Erstmals hat der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz Ezzati sich von den Bischöfen distanziert, denen Vertuschung sexuellen Missbrauchs vorgeworfen wird. Ezzati sagt: “Es ist bedauerlich, dass einige den Heiligen Vater betrogen haben.” Bischof Barros lässt bekanntgeben, dass er gesundheitliche Probleme habe. Bischof Koljatic hat bereits gestern geäußert, er werde zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte.
Quelle: Domradio

20.4.2018 Die Korntaler Brüdergemeinde, in deren Heimen Kinder Gewalt und Missbrauch erlitten haben, hat erste Geldzahlungen angewiesen. Die Mitglieder der Vergabekommission sind unbekannt. Voraussetzung für Zahlungen war ein Gespräch mit der Juristin Brigitte Baums-Stammberger, die 112 Interviews führte. Weitere Interviews sollen folgen. Bis Sommer 2010 können sich Opfer noch melden. In ersten Stellungnahmen von Vertretern von Opfergruppen wird von unterschiedlichen Reaktionen der Opfer berichtet. Eine Opfergruppe bemängelt die Intransparenz der Entscheidungskriterien für die Vergabe der Gelder. Angemahnt wird eine bislang fehlende Erinnerungskultur und eine ehrliche Entschuldigung. Detlev Zander, der die Gewaltvorfälle vor vier Jahren publik machte, sagt: “Jetzt haben wir nur aufeklärt. Die Menschen sind befriedet. Jetzt muss es weitergehen.” Auch der Sprecher der Brüdergemeinde gab zu erkennen, dass es mit der Bezahlung nicht getan ist. Die gemeindebezogene Aufarbeitung habe schon begonnen, sagte er.
Quelle: Stuttgarter Zeitung

19.4.2018 Bischof Tomislav Koljatic, Linares, Chile, sagte, er werde zum Wohl der Kirche zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte. Zugleich erklärte er, es seien nie Vertuschungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden und er sei auch keines Vergehens angeklagt worden.
Quelle: orf

19.4.2018 In der Schweiz wird jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge sexuell missbraucht. Nach Schätzungen gibt es in der Schweiz 50.000 Täter. Das erklärte Marie-Jo Abey von der Vereinigung Groupe Sapec. Bruno Gravier, Professor und Psychiater forderte für Pädophile psychiatrische Begleitung. Groupe Sapec berichtete, dass viele Vereine Prävention scheuten, aus Sorge, man unterstelle ihnen dann Missbrauchsfälle. Bischof Morerod, Westschweiz, sagte, in seinem Bistum sei der Umgang mit Verdachtsfällen schwierig. Er müsse die Polizei über Verdachtsfälle informieren, habe aber Angst, dass man daraufhin noch mehr Dinge vor ihm verstecken wird. Er sehe keine perfekte Lösung.
Quelle: kath.ch

19.4.2018 Martin Grichting, Generalvikar von Chur, konstatiert, dass die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche durch die Geringschätzung des kirchlichen Rechts und die undifferenzierte Forderung nach Dezentralisierung der Kirche begünstigt haben.
Quelle: NZZ

18.4.2018 Katholische Whistleblower – Priester, Ordensleute und Laien – fordern eine substanzielle Überarbeitung der Politik der US-amerikanischen katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen. Sie wollen, dass Missbrauchsüberlebende und Laien einbezogen werden, Die Nulltoleranzpolitik auf alle geistlichen, religiösen und kirchlichen Angestellten ausgedehnt wird, dass auch Bischöfe einbezogen werden. Zudem sollen Täter, denen “erhebliche Vorwürfe” gemacht werden, auf den Internetseiten der Bistümer veröffentlicht werden. Die Kirche solle mit den Gesetzgebern jeden Staates zusammenarbeiten, die die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch aufheben wollen. Die Forderungen wurden in einem Schreiben vom 1.4. an den Präsidenten der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, gerichtet und abschriftlich an den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Christoph Pierre, und an alle aktiven und pensionierten Bischöfe in den USA geschickt. Eine Antwort ging bislang nicht ein.
Von dem Bischof von Lafayette, Indiana, Timothy Lawrence Doherty allerdings erhalten die Anliegen der Wihistleblower Unterstützung.
Quelle: ncronline.org

17.4.2018 Die von Marcial Maciel Degollado gegründeten Legionäre Christi in ihrem Zweig des Regnum Christi berät neue Statuten. Die Statuten sollen verhindern, dass erneut ein System von Betrug und sexuellem Missbrauch entstehen kann, wie Degollado (1920-2008) es aufgebaut hatte.
Quelle: katholisch.de

17.4.2018 Am 1.5.2018 entscheidet die australische Justiz, ob gegen Kardinal Pell ein Prozess wegen Missbrauchsvorwürfen eröffnet wird. Die Anwälte Pells fordern die Einstellung des Verfahrens.
Quelle: religion.orf.at

16.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, kommentiert die chilenischen Ereignisse so: “Was in Chile passiert ist, ist dasselbe wie in einem Land nach dem anderen, wo Überlebende einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Ortskirche hat mit Hilfe von Verschleierung geschaut, wie sie ihre Kollegen schützen kann – seien es die Täter oder die nachlässigen Bischöfe. Der einzige Unterschied in diesem Fall war, dass die chilenischen Kirchenverantwortlichen nicht nur versuchten, die Laien zu täuschen, sondern auch versuchten, den Papst zu täuschen. Der einzige Weg, zu verhindern, dass dies wieder passiert, ist sicherzustellen, dass es schwerwiegende Folgen für jeden Kardinal, Bischof oder religiösen Führer hat, die versuchen, ihre Kollegen auf Kosten der Opfer zu schützen. Es muss Rechenschaftspflicht bestehen.”
Quelle: www.latercera.com

16.4.2018 Häusliche Gewalt nimmt zu. In der Gesellschaft wird Gewalt oft noch immer verharmlost und gerechtfertigt. Das Thema muss immer wieder angesprochen werden, auch auf politischer Ebene.
Quelle: Süddeutsche

14.4.2018 Papst Franziskus wird am 28. und 29.4. drei chilenische Missbrauchsopfer treffen. Darunter ist auch Juan Carlos Cruz.
Quelle: vaticannews.va

13.4.2018 J. Müller-Meiningen benennt die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Errázuriz als “Urheber einer Diffamierungskampagne gegen chilenische Missbrauchsopfer” und kommentiert: “Ein Papst, der sich explizit für eigenes Fehlverhalten entschuldigt, markiert nicht nur eine Änderung in der Sache, sondern im System.”
Quellen: Augsburger Allgemeine 

13.4.2018 Hans Zollner sagt, dem Papst gehe es keineswegs nur um “eine schnelle Entschuldigung”. Vielmehr ginge aus dem Brief des Papstes an die chilenische Bischofskonferenz hervor, dass er den Vorgängen in Chile „bewusst auf den Grund gehen“ wolle.
Quelle: vaticannews.va

13.4.2018 Mit der Entschuldigung des Papstes für seine Fehleinschätzung der Behandlung der Missbrauchsfälle in Chile gerät auch die Rolle des dortigen Nuntius in Santiago, Erzbischof Ivo Scapolo, in den Blick. Aufgabe des Nuntius ist es, den “Heiligen Stuhl” auf dem Laufenden zu halten. Offensichtlich hat Scapolo dies nicht getan. Auch die Rolle des Kardinalsrats-Mitglieds Errazuriz gehört auf den Prüfstand. Zu fragen ist, wie es möglich ist, dass der Papst drei Jahre lang die Informationen nicht erhält, die er gebraucht hätte, um die Situation der kath. Kirche in Chile richtig zu beurteilen.
Quelle: ncregister.com
s. auch Daniel Deckers, FAZ: Der Papst, ein Opfer? “Der Papst ist kein Opfer. Anders als für seinen Vorgänger Benedikt hat die strukturelle Dimension des Themas Missbrauch bis heute für Franziskus keine Priorität. Im Fall Barros kommt hinzu, dass Franziskus dem eigenen Urteilsvermögen und den Einflüsterungen aus seiner Umgebung mehr vertraute  als allen Zweiflern. Auch das ist eine Spielart der doch so verheerenden ‘institutionellen Selbstgewissheit’, die die Kirche immer wieder an den Tag legt – und das nun in Gestalt des Papstes selbst.” Der Papst habe die Risiken der Netzwerke von Tätern und Mitwissern unterschätzt und gleich drei Kardinäle in sein engstes Beratungsgremium aufgenommen, “auf deren Amtsführung ein langer Schatten lag, darunter eine der Schlüsselfiguren der chilenischen Missbrauchsauffäe. Man kannte sich, man half sich.”

13.4.2018  Die Mitglieder der chilenischen Bischofskonferenz sind vom Papstbrief (englische Übersetzung) überrascht und geben sich selbstkritisch. “Wir haben nicht genug dagegen getan”, sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Militärbischof Santiago Silva. Zugleich betont er, man habe Franziskus alle verfügbaren Informationen zukommen lassen. Der Papst benennt als Ziel, die Wiederherstellung der kirchlichen Gemeinschaft in Chile, die Wiedergutmachung des Skandals und die Herstellung von Gerechtigkeit.
 Quelle: katholisch.de

12.4.2018 Einer österreichischen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung zufolge werden 27% der 11-18-Jährigen mit sexueller Belästigung im Internet konfrontiert. Mädchen geraten mit 40% dreimal so oft in eine solche Situation wie Jungen. Nur 8% melden der Polizei Vorfälle.
27 Prozent der Elf- bis 18-Jährigen in Österreich sind schon sexueller Belästigung im Internet ausgesetzt gewesen. Mädchen geraten mit einem Anteil von 40 Prozent fast dreimal so häufig in solche Situationen wie Burschen, sagt Raphaela Kohout vom Institut für Jugendkulturforschung. Die Täter sind oft Unbekannte und meist viel älter als die Betroffenen. Neue Freunde finden und sich verlieben, das passiert für Jugendliche heute laufend auch in Online-Spielen, auf Chatportalen und auf Instagram. Dass sie dabei mitunter “ungut angegangen werden” – bis hin zu strafrechtlich relevantem Missbrauch –, werde von vielen als “normal” empfunden: “Obwohl wir tagtäglich mit dem Problem konfrontiert sind, waren wir sehr schockiert, wie sehr sich Jugendliche mit sexueller Belästigung im Internet abgefunden haben”, sagt Elke Prochazka, Psychologin beim Jugendnotruf Rat auf Draht. Rat auf Draht und SOS-Kinderdorf, das die Beratungsstelle seit 2014 führt, waren Auftraggeber der Umfrage unter 400 Elf- bis 18-Jährigen. – derstandard.at/2000077812311/Missbrauch-im-Internet-27-Prozent-der-Elf-bis-18-Jaehrigen

Quelle: der-standard.at

11./12.4.2018 Papst Franziskus schreibt den chilenischen Bischöfen, er habe sich  „aufgrund eines Mangels an genauen und ausgewogenen Informationen” ein falsches Bild von der Situation in Chile gemacht. Charles Scicluna hat dem Papst einen Bericht seiner Anhörungen in Chile vorgelegt. Dieser Bericht habe einen tiefen Eindruck beim Papst hinterlassen. Er halte die Zeugenaussagen für glaubwürdig. Die Zeugen beschuldigen Bischof Barros der Vertuschung der Missbrauchshandlungen durch den Priester Karadima. Dankbar sei der Papst denen, die „mit Ehrlichkeit, Mut und Sinn für die Kirche ein Treffen mit meinen Gesandten einforderten und ihnen die Wunden ihrer Seele zeigten“. Er entschuldigt sich bei allen, die er beleidigt hat und werde dies auch bei Treffen mit Vertretern der befragten Personen persönlich tun. Der Papst plant, die chilenischen Bischöfe zu Beratungen in den Vatikan zu berufen, um Schlussfolgerungen aus dem Bericht zu diskutieren. Von einer Entlassung des Bischofs Barros sprach er nicht. Auch die Namen der weiteren beschuldigten Bischöfe – Tomislav Kohljatic, Horatio Valenzuela, Erzbischof Francisco Javier Errazuriz Ossa – werden nicht genannt; ebensowenig wie die Namen derer, die den Papst nicht wahrheitsgemäß informierten.
kathpress berichtet, dass Barros selbst übergriffig geworden sein soll.
Quelle: vaticannews.va  katholisch.de  domradio.de  kathpress.at

11.4.2018 Erzbischof  Philip Wilson, Adelaide, Australien, sagte vor Gericht, er erinnere sich nicht, dass zwei Ministranten ihm von sexuellem Missbrauch durch den Priester James Fletcher berichtet hätten. Hätten sie ihm davon berichtet, hätte er dem damals 15-jährigen mutmaßlichen Opfer und seiner Familie Seelsorge zukommen lassen und die Vorwürfe seinen Vorgesetzten gemeldet.
Bei Wilson wurde eine beginnende Alzheimer-Krankheit diagnostiert, aber er sieht sich imstande, weiterhin das Bischofsamt auszuüben.
Quelle: cruxnow.com

9.4.2018 Die neu zusammengesetzte Päpstliche Kinderschutzkommission trifft sich Mitte nächster Woche erstmals. In einem Opferbeirat sollen auch Opfer gehört werden. Aufgabe der Kommission ist es, den Papst zu beraten, Kontakt zu Betroffenen zu haben; Initiativen und Möglichkeiten zu fördern, die Minderjährige im kirchlichen Raum schützen; Leitlinien zu Prävention und Intervention zu verbessern und anzuwenden und Verantwortliche zu informieren und zu schulen. Voraussichtlich trifft sich die Kommission zweimal jährlich in Rom.
 Quelle: domradio

7.4.2018 Ein früherer Kirchendiplomat der Nuntiatur in Washington, Angehöriger des Bistums Mailand, hatte in Kanada von einem kirchlichen Rechner Kinderpornographie heruntergeladen. Die kanadische Justiz erließ Ende September 2017 einen Haftbefehl, stellte jedoch keine Festnahmeersuchen an die Vatikanbehörden. Sehr wohl jedoch forderten kanadische und amerikanische Behörden die Aufhebung der diplomatischen Immunität des Beschuldigten. Der Vatikan holte ihn jedoch nach Rom. Nun hat ihn die vatikanische Justiz in Untersuchungshaft genommen.
 Quellen: kathpress.at  faz.net 10.4.2018

6.4.2018 Bischof Lawrence T. Persico, Bistum Erie, Pennsylvania, hat eine Liste von 34 glaubhaft des Missbrauchs beschuldigten Priestern und 17 Laien veröffentlicht. Er begründete: “Als Katholiken glauben wir, dass der Herr unendliche Barmherzigkeit und Absolution für diejenigen hat, die zerknirscht sind und aufrichtig Vergebung suchen. Aber das bedeutet nicht, dass sie frei von den Auswirkungen ihres Verhaltens sind.”
Quelle: crux-now

5.4.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte dringend zusätzliche Therapeuten und spezifische thrapeutische Angebote für komplex traumatisierte Missbrauchsopfer, sowohl für Minderjährige als auch für Erwachsene. Rörig fordert darüber hinaus zum wiederholten Mal die Reform des Opferentschädigungsgesetzes und die Beseitigung der Missstände beim Ergänzenden Hilfesystem. Derzeit müssen Betroffene mit einer Bearbeitungszeit von zwei Jahren rechnen.

Quelle: epochtimes  beauftragter-missbrauch.de

5.04.2018 Seit 2010 gingen im Bistum Würzburg 111 Missbrauchsmeldungen ein. Im letzten halben Jahr wurden drei Priester beschuldigt. Das Bistum zahlte an 21 Opfer materielle Leistungen von 100.500 €. Beschuldigt  wurden 34 Priester, von denen 16 bereits verstorben sind. Zudem gibt es 16 Vorwürfe gegen weitere Mitarbeiter. In 14 Fällen ermittelte die Staatsanwaltschaft, in einem Fall gab es eine gerichtliche Verurteilung.

Quelle: main-echo.de

4.4.2018 Der britische Bericht über das Schicksal der Kindermigranten ist erschienen. Kinder aus armen oder verwahrlosten Familien oder uneheliche Kinder wurden bei angeblich wohltätigen Institutionen in ehemaligen oder damaligen Kolonien untergebracht: In Australien, Kanada, Neuseeland und Südrhodesien (Simbabwe). Zwischen 1946 und 1970 wurden ca 4000 Kinder in ausländische Heime verlegt. Erst 2010 bat der damalige Premierminister Gordon Brown die Überlebenden von Staats wegen um Vergebung. Der heute 75-jährige Michael O’Donoghue berichtet, dass er als Zehnjähriger von einem Kinderheim in London in ein Waisenhaus in Australien geschickt wurde. Dort, bei katholischen Glaubensbrüdern in Clontarf in Westaustralien, wurde der Knabe systematisch gequält und vergewaltigt. Hier (Triggergefahr) berichten weitere Kindermigranten von ihrem Schicksal.
Quelle: NZZ

4.4.2018 Kardinal Barbarin, Lyon; Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, Chef der Glaubenskongregation und fünf weitere katholische Kirchenvertreter sind vom 7.-9.1.2019 vor ein Lyoner Gericht geladen. Er wird beschuldigt, den sexuellen Missbrauch von Pfadfindern durch Pater Bernard Preynat vertuscht zu haben. Erzbischof Ladaria und die anderen Kirchenvertreter sollen informiert gewesen sein, den Missbrauch jedoch nicht an die Behörden gemeldet haben. Erzbischof Ladaria habe 2015 Kardinal Barbarin mitgeteilt, dass die Glaubenskongregation angemessene Disziplinarmaßnahmen empfohlen habe und angeordnet habe, einen öffentlichen Skandal zu vermeiden.
Quellen: cruxnow.com  La-croix

4.4.2018 Ein 50-jähriger Priester aus dem Erzbistum Leon, Guanajuato, Mexiko, wurde wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jugendlichen zu 90 Jahren Haft verurteilt. Die Jugendlichen hatten das psychologische Beratungsangebot des Täters an einer katholischen Schule in Irapuato genutzt. Weitere Missbrauchsvorwürfge gegen den Geistlichen liegen vor.
Quelle: kathpress.at  katholisch.de

3.4.2018 Papst Franziskus hat das altersbedingte Rücktrittsgesuch des Weihbischofs Thomas J. Curry, Los Angeles, angenommen. 2013 wurde bekannt, dass der frühere Erzbischof von LA, Kardinal Roger Mahony und Curry als Personalverantwortlicher in den 1980er Jahren gezielt pädophil auffällig gewordene Priester sowohl einer Therapie als auch der staatlichen Strafverfolgung entzogen haben. Mahony wurde daher von seinem Amtsnachfolger Jose Gomez Velasco im Februar 2013 von allen Aufgaben entbunden. Curry hatte zeitgleich seinen Rücktritt angeboten, den Papst Benedikt aber nicht annahm.
Quelle: orf

Ich wünsche allen, die hier vorbeischauen, frohe Ostern und das Vertrauen, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben werden.

29.3.2018 Die Anhörung von Kardinal Pell vor einem australischen Gericht ist abgeschlossen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob es Anklage erheben wird oder nicht. Die Entscheidung fällt frühestens am 17.4.2018. 2002 endete ein kirchliches Verfahren gegen Pell mit einem Freispruch aus Mangel an Beweisen. In seinen Aussagen  vor der australischen Missbrauchskommission hatte Pell den Vorwurf der Vertuschung von Missbrauchsfällen energisch zurückgewiesen. Zugleich räumte er ein, dass “die katholische Kirche” beim Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch “gewaltige Fehler” gemacht habe. Man habe “Menschen im Stich gelassen”.
Quelle: katholisch.de

29.3.2018 Christoph Fleischmann fordert eine Änderung des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). 2013 stand im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, das OEG müsse in einem zeitgemäßen Regelwerk neu geordnet werden. Da bislang nur ein Arbeitsentwurf vorliegt, taucht das Thema im aktuellen Koalitionsvertrag erneut auf. Die Hürden wurden im Arbeitsentwurf jedoch nicht abgebaut: MIssbrauchsopfer müssen die Straftat nachweisen und beweisen, dass ihre physischen und psychischen Beeinträchtigungen vom Missbrauch herrühren. Beide Gesetztesbedingungen können in der Regel von Missbrauchsopfern nicht erfüllt werden. Zudem muss das Leid quantifiziert werden in Prozentzahlen. Dabei gelten für den Osten höhere Anforderungen an das quantifizierte Leid als im Westen.
Fleischmann kommentiert: “Es ist beschämend, denn es ist ein Versagen der Gemeinschaft, die nicht hören will, was Menschen Schlimmes erlebt haben, und die dem lebenslangen Leid, das aus der bösen Tat folgt, die Anerkennung verweigert.”
Quelle: deutschlandfunkkultur.de

29.3.2018 Michael Ruegg beschreibt die Rolle, die Verantwortliche des Schweizer Bistums Lausanne, Genf, Freiburg, der Journalist Laurent Grabet, Verantwortliche der Kapuziner, dem der Täter Joel A. angehörte und das Opfer Daniel Pittet spielten: Eine Rolle der Intrigen, der Lügen, der Desinformation. Ziel war nach Ansicht Rueggs, die Handlungen der Bistums-Verantwortlichen Lausanne, Freiburg, Genf (Bischof Morerod) unsichtbar zu machen und den Verantwortlichen der Kapuziner  die Schuld zuzuschieben.      
Quelle: republik.ch

28.3.2018 Beitrag im srf zum Fall Joel A.
Quelle: srf.ch

28.3.2018 Ein ehemaliger Schüler des Stiftes Kremsmünster klagt gegen das Stift, dem er 1987 bis 1996 angehörte; er will 95.000 € Schmerzensgeld wegen sexuellen Missbrauchs durch einen Pater, der 2013 zu zwöllf Jahren Haft verurteilt wurde. Von der Opferschutzanwaltschaft hat er bereits 35.000 € erhalten. Sepp Rothwandl, Obmann der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt betroffen.at argumentiert, das Fehlverhalten des Täters sei dem Orden bekannt gewesen und der Orden habe es versäumt, Gefahren von den Schülern abzuwenden.
Quelle: ooe.orf.at

27.3.2018 Im Bistum Sitten, Schweiz waren vor einem Jahr 5 Missbrauchsfälle bekannt. Inzwischen sind es 13 Fälle.

Quelle: rro.ch

27.3.2018 Die Schweizer Bischofskonferenz verzeichnete bis 2016 insgesamt 218 Meldungen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. 48 Personen zeigten Missbrauch nach dem Jahr 2000 an. Mindestens 59 Kinder unter 12 Jahren, 24 Mädchen und 60 Jungen im Teenageralter, 48 erwachsene Frauen und 40 erwachsene Männer zeigten sexuellen Missbrauch an. 113 Täter sind Weltpriester (von ca 1456 Weltpriestern insgesamt), 60 Täter sind Ordensmänner und Laientheologen, 20 sind Ordensschwestern oder Laientheologinnen. Ca 100 Meldungen betreffen schwere Delikte wie Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung.
Quelle: NZZ

27.3.2018 Der Auszug aus dem Bericht der Untersuchungskommission zum “Fall Joel Allaz” zeigt das Versagen des Kapuzinerordens und des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. Sie ließen Allaz seit 1958 insgesamt 45 Jahre lang gewähren. Weder wurde Strafanzeige bei staatlichen Behörden gestellt, noch wurden die Vorschriften des Kirchenrechts befolgt. Es wurde versucht, das Verhalten der Verantwortlichen zu vertuschen. 24 Opfer konnten identifiziert werden – ein Interesse an den Opfern zeigte keine der verantwortlichen kirchlichen Stellen. Lediglich an Daniel Pittet zeigte das Bistum Interesse.
Quelle: kapuziner.ch

27.3.2018 Die Anwälte von Kardinal Pell werfen der Buchautorin Louise Milligan (Der Kardinal: Aufstieg und Fall von George Pell) Beeinflussung der Justiz und Vergiftung der öffentlichen Meinung vor. Die Autorin weist den Vorwurf zurück.
Quelle: vaticannews

25.3.2018 Auf der Vorsynode der Jugend wurde von der Kirche gefordert, dass sie transparent, offen, ehrlich, einladend, kommunikativ, zugänglich, freudig und eine Gemeinschaft im Austausch sein solle. Die Nulltoleranz gegenüber sexuellem Missbrauch solle ausgeweitet werden, der Missbrauch von Macht und Reichtum verurteilt werden. Junge Menschen und Frauen sollen in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Quellen: katholisch.de  cruxnow
Kommentar: Diese Wünsche dürften auch von Älteren geteilt werden :-).

25.3.2018 Bei der Deutschen Bischofskonferenz wurden 1788 Anträge von Missbrauchsopfern auf Geldzahlungen in Anerkennung des Leides gestellt, die in 1675 Fällen genehmigt wurden. 2015 gab es 105 Anträge, 2016 waren es 126 Anträge und 2017 gab es 54 Anträge.
Im Bistum Mainz wurden 51 Anträge gestellt, 43 wurden bewilligt, drei abgelehnt, fünf Anträge müssen noch entschieden werden. Bislang zahlte das Bistum 253.000 Euro. 2016 stellten drei Betroffene Anträge, 2017 vier Betroffene. Gegen 52 Priester, Ordensmänner und Diakone liegen seit 1946 Anschuldigungen vor.
Im Bistum Limburg gab es 2016 und 2017 je ein Fall. Seit 2010 wurden 35 Anträge gestellt. Das Bistum zahlte insgesamt 166.000 Euro aus.
Im Bistum Fulda wurden 15 Anträge gestellt. Der letzte Antrag stammt von 2014. Insgesamt zahlte das Bistum 45.500 Euro. Seit 1943 seien 20 Priester und 8 Laien wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden.
Quelle: fnp.de

25.3.2018 Ein Nachruf auf ein kirchliches Missbrauchsopfer mit wohltuenden Worten und einer klaren Sprache von Annette Langer.
Quelle: Spiegel

25.3.2018 In Mexiko werden mindestens 17 katholische Priester des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ermittler sprechen von einem Netzwerk, das die Bistümer Saltillo, Torreón und Piedras Negras umfasst. Drei der angeklagten Priester feiern weiterhin Gottesdienste. Die Taten liegen zwischen 4 und 8 Jahre zurück. Eines der Opfer war in einem Priesterseminar, als die Taten geschahen.
Quelle: reporteindigo.com

23.3.2018 Eine Ausstellung in Waiblingen „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg, 1949 bis 1975“ des Landesarchivs Baden-Württemberg zeigt das Leid von Heimkindern. Die Ausstellung bereitet eine wissenschaftliche Publikation von Dr. Gudrun Silberzuahn-Jandt vor. Gezeigt wird die “Pädagogik” in der ehemaligen Anstalt Stetten.
Quelle:  zvw.de

23.3.2018 Im Bistum Saginaw, Michigan, wurden die Bischofswohnung von Bischof Joseph Cistone und weitere Kirchengebäude durchsucht. Ein Polizeisprecher nennt mangelnde Kooperation des Bischofs bei der Aufklärung von zwei Missbrauchsvorwürfen. Gefunden hat die Polizei keine Hinweise auf Vertuschung. Cistone sagte, er habe vorher keine Erkenntnisse über polizeiliche Ermittlungen oder Verdachtsäußerungen gehabt. Die Polizei bezweifelt die Aussage des Bischofs. Am 8. März informierte das Bistum, dass eine weitere Überprüfung ergeben habe, dass die Diözese 1992 Gerüchte über einen Beschuldigten – DeLand – gehört habe und dass 2005 eine Frau das Bistum über den sexuellen Missbrauch ihres Bruders informierte. Ein vom Bistum beauftragter Ermittler, ein Diözesanprüfungsausschuss, der damalige Bischof Robert Carlson und die Familie entschieden, dass der Verdacht gegen DeLand unbegründet sei. – Cistone war bereits 2012 angeklagt, ein Geschworenengericht getäuscht zu haben. Ihm war vorgeworfen worden, 1994 in Philadelphia Dokumente mit Namen mutmaßlicher Missbrauchspriester zerstört zu haben. Cistone wurde nicht verurteilt.
Quelle: katholisch.de  catholicnewsagency.com

23.3.2018 Eine weitere Klage gegen Kardinal Pell wurde zurückgezogen, weil ein Zeuge “aus medizinischen Gründen” nicht aussagen könne. Eine Frau sagte aus, ihr Bruder habe ihr 16 Jahre nach dem angeblichen “Vorfall” gesagt, von Pell sexuell missbraucht worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft sagte, die Frau und ihr Bruder seien zum Zeitpunkt des Geständnisses betrunken gewesen. Die Zeugin wies dies zurück.
Quelle: orf

22.3.2018 Das Bistum Buffalo, USA, hat eine Liste von 42 Priestern und höheren Kirchenvrtretern veröffentlicht, die sexuellen Missbrauch begangen an. Damit folgt das Bistum ca 30 anderen US-Diözesen. Auf der Liste befinden sich Namen von 27 bislang unbekannten Beschuldigten, darunter auch prominente frühere Kleriker. Mehr als die Hälfte der Täter sind gestorben – u.a. Joseph E. Schnieder, der in den 1950er und 1960er Jahren zwei US-Präsidenten in Jugendfragen beriet. Die meisten der Beschuldigten mussten sich nicht strafrechtlich verantworten, einige wurden vorzeitig pensioniert oder “aus medizinischen Gründen” aus dem Amt entfernt. – Opfervertreter sagen, die veröffentlichten Akten seien unvollständig, geheime Unterlagen, in denen Vertuschungen und die dafür Verantwortlichen dokumentiert seien, seien unveröffentlicht. Zudem gebe es drei weitere Missbrauchstäter, die jedoch nicht auf der Liste stehen. Opfer bezweifeln, dass das Bistum tatsächlich alle Namen veröffentlicht hat. So wurden die Namen von Ordenspriestern nicht eingeschlossen. In der John-Jay-Studie waren 53 Täter benannt worden.
Quelle: kathpress.at  buffalonews.com  buffalonews.com

22.3.2018 Das Bistum Regensburg fordert ehemalige Dimspatzen, die sexuelle Gewalt durch ältere Mitschüler erlebt haben, auf, sich zu melden. Peter Schmitt, Mitglied des Aufarbeitungsgremiums kritisiert die ARD, weil der Hinweis, dass sich eine sozialwissenschaftliche Studie mit dieser Thematik beschäftigt, ignoriert werde. Außerdem spreche der Bericht von zwei Fällen und leite daraus ein “System” von Missbrauch unter Schülern ab.
Quelle: orf

21.3.2018 Das Bistum Regensburg zeigt sich erschüttert über den Missbrauch jüngerer Domspatzen-Schüler durch ältere Schüler. Das Bistum habe keine Stellungnahme zum swr-Bericht abgegeben können, weil die Report-Redaktion trotz mehrfacher Bitte nicht über die konkreten Vorwürfe des Beitrages informiert habe. – Peter Schmitt, Mitglied des Aufarbeitungsgremiums bei den Regensburger Domspatzen sagt, die laufende Aufarbeitung sei nicht korrekt dargestellt. Es fehle der Hinweis, dass sich eine derzeit noch laufende sozialwissenschaftliche Studie auch mit Missbrauch jüngerer durch ältere Domspatzen-Schüler beschäftigt.
Quelle: bistum-regensburg.de  br  domradio

21.3.2018 Bei den Regensburger Domspatzen gab es sexuellen Missbrauch von älteren Schülern an jüngeren. Das berichtet ein mutmaßliches Opfer, das von 1987 – 1992 das Domspatzen-Internat besuchte. Der Missbrauch sei im Internat und auf Konzertreisen geschehen. Hinweise darauf gab es bereits im Prozess gegen den ehemaligen Domspatzen-Schüler Christian F., der u.a. zwei ehemalige jüngere Schüler des Domspatzengymnasiums missbrauchte. Hinweise auf Missbrauch jüngerer Domspatzen-Schüler durch ältere Schüler gab es auch bereits im Untersuchungsbericht des Sonderermittlers Ulrich Weber, in dem Missbrauch unter Schülern ausdrücklich nicht als Gegenstand der Untersuchung benannt wird. Das Bistum Regensburg wurde vom swr angefragt, reagierte jedoch nicht.
Quellen: swr  br

20.3.2018 Der Bischof von Formosa, Jose Ronaldo Ribeiro und weitere Priester haben in die eigene Tasche gewirtschaftet. Der Bischof ließ Zeugen einschüchtern. Zudem ließ er Kinder im Bischofshaus wohnen, die den Auftrag hatten, während der Messen Gläubige zu bestehlen. Ermittlungen verliefen im Sand.
Quelle: katholisch.de

20.3.2018 Psychische und körperliche Gewalt in der Kindheit erhöhen – u.a. – das Diabetesrisiko.
Quelle: Ärzteblatt

20.3.2018 Das Kölner Kirchengericht hat noch keinen Termin festgesetzt, wann das Strafverfahren gegen den früheren Pfarrer in Freisen-Oberkirchen, Bistum Trier, eröffnet wird. Der Beschuldigte bestreitet sexuellen Missbrauch. Das Verfahren war von Bischof Ackermann nach Köln gegeben worden, um größtmögliche Neutralität sicherzustellen.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

20.3.2018 Der Kirchenpfleger der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn wusste seit September 2017 von Ermittlungen wegen Besitzes von Kinderpornographie gegen einen Erzieher. Erst im Februar 2018 erfuhren Eltern und Mitarbeiter von den Vorwürfen – durch die Medien. Der Kirchenpfleger hat nun Eigenanzeige erstattet und damit ein Disziplinarverfahren gegen sich eingeleitet. Die zuständige kirchliche Stelle hat bislang nichts getan, außer dem Kirchenpfleger die Zuständigkeit für Kindergärten zu entziehen. Der Erzieher steht weiterhin auf der kirchlichen Lohnliste. Dem Erzieher wird inzwischen auch sexueller Missbrauch vorgeworfen, nachdem ein Video gefunden worden sein soll, das ihn bei sexuellen Handlungen mit einem Minderjährigen zeigt.
Quelle: echo24.de  swr.de

20.3.2018 Gegen Kardinal Pell hat ein Zeuge eine weitere Anschuldigung erhoben. Über den Inhalt der neuen Anschuldigung wurde ebenso wenig bekannt wie über den Inhalt der bisherigen Anschuldigungen.
Quelle: Domradio

19.3.2018 Der Erzbischof von Guam, Michael Jude Byrnes, bat die ehemaligen Ministranten, die Erzbischof Apuron des sexuellen Missbrauchs beschuldigten, um Entschuldigung für den erlittenen Missbrauch. Er bat auch Doris Concepcion um Entschuldigung. Sie hatte für ihren verstorbenen Sohn Sonny Quinata gekämpft und Lobbyarbeit gemacht. In einer früheren Erklärung hatte sich Byrnes auch bei Mark Apuron bedankt für seine mutige Entscheidung, sich zur Vergewaltigung durch seinen Onkel Bischof Apuron zu äußern. – Apuron wurde vom Vatikan des Missbrauchs für schuldig befunden. Unbekannt ist der Umfang der Taten, der vom vatikanischen Gericht anerkannt wurde und zum Schuldspruch (Entzug des Erzbischof-Titels und Verbot, sich in Guam aufzuhalten) führte. – Nach dem sexuellen Missbrauch auf Guam, dessen 96 katholische Priester von Guam für schuldig befunden wurden, spricht Byrnes von einem Neuanfang im Bistum.
Quelle: kcentv.com

19.3.2018 In Essen findet der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) statt. Dort wird über den Umgang mit dem Erziehungswissenschaftler Hartmut von Hentig – Lebenspartner des Haupttäters Gerold Becker an der Odenwaldschule – gestritten. Hentig hat sich nicht von Becker distanziert und nahegelegt, dass die Jugendlichen an der Odenwaldschule ja hätten wehren oder beschweren können, wenn sie mit den sexuellen Handlungen der Erwachsenen nicht einverstanden gewesen wären. – Im Januar 2017 hat der Vorstand der DGfE entschieden, Hentig den 1998 verliehenen Trapp-Preis zu entziehen. Hentigs Unterstützer wollen die Entscheidung rückgängig machen. So wurde kurzfristig eine Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern der Entscheidung angesetzt. Ursprünglich sollte es nur ein Podium „Disziplin und Fachgesellschaft – verstrickt in pädagogische Gewaltverhältnisse“ geben. Zu dieser Diskussion waren keine Opfer eingeladen. Der Betroffenenrat des UBSKM fordert die Finanzierung einer unabhängigen Aufarbeitung durch die DGfE.
Quelle: fr.de
s. auch fr.de/15.3.2010

19.3.2018 Der frühere katholische Kardinal und Erzbischof Keith Michael Patrick O’Brien von Edingburgh, Schottland, ist gestorben. 2013 hatte er auf sein Amt verzichtet. Ihm warfen mehrere Priesteramtskanditaten sexuelle Belästigung in den 1980er Jahren vor. Damals war O’Brien Leiter eines Priesterseminars. Der Kardinal räumte die “Verfehlungen” ein und nahm nicht an der Papst-Wahl im März 2013 teil. Den Kardinalstitel führte er weiter, übte aber die Rechte und Privilegien eines Kardinals nicht aus.
Quelle: orf

19.3.2018 Beim Weißen Ring Lübeck soll ein ehemaliger Mitarbeiter mehrere Frauen sexuell belästigt haben. 6 (von 12) erstatteten unabhängig voneinander Anzeige. Der Weiße Ring will Strafanzeige gegen den Mitarbeiter erstatten. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe und hat Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede erstattet. Bereits 2012 soll es Hinweise auf Fehlverhalten gegeben haben, denen jedoch nicht konsequent nachgegangen wurde. Die Tufts University, Boston, hat in einer Studie ermittelt, dass es häufig vorkommt, dass Mitarbeiter von Hilfesorganisationen sexuelle Übergriffe begehen. Verantwortlich dafür seien Strukturen, in denen oftmals Männer in Führungspositionen seien und sich eine herablassende Einstellung gegenüber Frauen etabliert habe. Petra Kappler, eines der mutmaßlichen Opfer, wendet sich in einem Brief an den Beschuldigten.
Quelle: sueddeutsche.de  spiegel

18.03.2018: Und der Erzbischof schweigt – Wie Irland mit kirchlichen Verbrechen an unehelichen Kindern umgeht …Im März 2017 bestätigte Irlands Regierung, dass Katholische Nonnen zwischen 1925 und 1961 bis zu 800 Kleinkinder in Klärgruben ihres Mutter-Kind-Heims im Städtchen Tuam „entsorgt“ hatten. Fast alle Kinder waren an Unterernährung und heilbaren Krankheiten gestorben. Im strikt katholischen Irland jener Zeit wurden ledige Mütter zwangsweise in kirchlichen Heimen entbunden und nach einem Jahr von ihren Babys getrennt. Seit 2015 untersucht eine staatliche Kommission die Geschehnisse in Tuam und anderen Heimen in Irland, die Kirche hält sich bedeckt bislang. – „Und der Erzbischof schweigt – Thomas Kruchem hat für Camino in hr2-kultur nachgeforscht, wie Irland mit den kirchlichen Verbrechen an unehelichen Kindern umgeht.
Quelle:mp3.podcast.hr-online.de

18.3.2018 Der ehemalige Klever katholische Pfarrer, dem das Bistum “unangemessenes Kommunikationsverhalten” vorwirft, der eine “Auszeit” nehmen und nicht nach Kleve zurückkehren wollte, lebt weiterhin im dortigen Pfarrhaus. Das Bistum sagt, es habe keine rechtliche Handhabe, weil das Pfarrhaus der (politischen) Gemeinde gehöre.
Quelle: rp-online.de
Kommentar: Priester versprechen bei der Weihe dem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Darauf müsste der Bischof sich berufen können und vom Priester den Auszug aus dem Pfarrhaus verlangen können.  

17.3.2019 Der ehemalige Leiter der Außenstelle des Weißen Rings in Lübeck wird mit einer eidesstattlichen Erklärung von zwei Frauen der sexuellen Belästigung beschuldigt. Weitere Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung vor. Die Lübecker Opferhilfe soll schon länger von ähnlichen Vorwürfen gehört haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück.
Quelle: Süddeutsche

17.3.2018 Das Bundeskriminalamt bekam 2017 aus den USA knapp 35.000 Hinweise auf Kinderpornokonsumenten im Internet. Die Hinweise haben sich nach Angaben bayerischer Cyberermittler von 2016 auf 2017 verdreifacht.
Quelle: Spiegel

17.3.2018 Der nach Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochene frühere Erzbischof Anthony Sablan Apuron hat gegen das Urteil der vatikanischen Glaubenskongregation Berufung eingelegt. Er sei erleichtert, dass der Vatikan die “Mehrzahl der Anklagen” gegen ihn verworfen habe, ließ er seinen Anwalt mitteilen. Die Strafe (Absetzung vom Bischofsamt und Verbot der Rückkehr nach Guam) wird mit der Berufung ausgesetzt.
Quelle: kathpress  domradio

16.3.2018 Der Erzbischof von Agana/Guam/USA (1986-2018) wurde vom Vatikan abgesetzt und darf nicht nach Guam zurückkehren. Apuron bestreitet jegliches Fehlverhalten und lehnte bisher einen Rücktritt ab. Fünf Minderjährige werfen ihm sexuellen Missbrauch in den 1970er Jahren vor. Die ersten Vorwürfe tauchten 2014 auf. 2016 wurde Apuron beurlaubt. Das Urteil wurde im Oktober 2017 gefällt und heute veröffentlicht. Nicht veröffentlicht wurden die Ereignisse, deretwegen Apuron verurteilt worden war. Apuron kann Widerspruch einlegen. Das Parlament von Guam beschloss inzwischen die Aufhebung der Verjährung bei sexuellem Kindesmissbrauch. Apuron hält sich im Vatikan auf.
Quelle: religion.orf.at

16.3.2018 Der Würzburger Missbrauchsbeauftragte Förster – seit Deptember im Dienst – berichtet von sechs Kontakten. Vermutlich handelt es sich dabei um drei Missbrauchsfälle. Förster berichtet, dass Täter den Missbrauch abstreiten und nicht reumütig seien. Vom Bistum Würzburg fühlt sich der Missbrauchsbeauftragte gut unterstützt.

Quelle: main-echo.de

14.3.2018 Im Bistum AUgsburg ist nun möglich, was 2011 noch nicht möglich war. Das Bistum sucht Heimkinder des Donauwörther Kinderheims, die Gewalt unterschiedlicher Formen erlitten haben.
Quelle: deutschlandfunkkultur.de

14.3.2018 In Telford, Großbritannien, berichtet “Sunday Mirror” von tausend Missbrauchsopfern einer Bande vorwiegend asiatischer Männer. Die Missbräuche, Vergewaltigungen, sogar Mord hätten sich über 40 Jahre in der 170 000-Einwohner-Stadt hingezogen. Die Polizei sei bereits in den 1990er informiert gewesen, habe jedoch bis 2007 nicht reagiert – aus Angst vor dem Vorwurf, rassistisch zu sein. Die Zahl der Opfer wurde von der Polizei nicht bestätigt. Der zuständige Polizeikommandant Harding sagt, Telford sei nicht schlimmer als irgendein anderer Ort in England oder Wales. Er spricht von ca 46 Missbrauchsfällen bzw. Fällen, bei denen eine Gefährdung junger Menschen vorlag. Diese Fälle seien auch bearbeitet worden.
Quellen: sueddeutsche.de  stern.de  faz.net, s. auch Rotherham  Rochdale
Kommentar: Für die Opfer dürfte die Nationalität der Täter unerheblich sein.

14.3.2018 Heiner Keup, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs weist auf Missstände in den evangelischen Landeskirchen beim Umgang mit Missbrauchsopfern hin: “Die Verfahren müssen zügiger bearbeitet und kürzer werden, es bedarf eines von den Kirchen unabhängigen Rechtsbeistandes und das Recht auf Akteneinsicht. Betroffene brauchen schneller und unkomplizierter Geld für Therapien. Und vor allem muss man von der Institution erwarten, dass sie offen und respektvoll mit den Opfern umgeht.”
Es reiche auch nicht, Schutzkonzepte und Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Sie seien kein Ersatz für Aufarbeitung der institutionellen Bedingungen, die Grenzüberschreitungen ermöglicht haben. Innerhalb der Institutionen sei es wie bei den Betroffenen selbst: “Der Mechanismus der Bewältigung ist es, den Missbrauch abzukapseln.” Über Jahre hinweg spalteten Betroffene ihre Erfahrungen psychisch ab. “Die Erfahrungen holen sie aber wieder ein”, warnt Keupp. “Und das gilt auch für Institutionen.”
Quelle: evangelisch.de

14.3.2018 In Mexiko wurde erstmals ein kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Zwischen 1994 und 1998 hat er einen anfänglich 11jährigen Jungen missbraucht. Er wurde – nach einer längeren Flucht – zu 63 Jahren Gefängnis verurteilt. In Mexiko ist eine Verurteilung möglich, weil die Verjährung aufgehoben wurde. Das Opfer beschuldigte die mexikanische Kirchenleitung, Opfer zu diskreditieren und Täter zu beschützen: “Ich vergesse nicht, dass Kardinal Norberto Rivera [ehemaliger Erzbischof von Mexiko-Stadt] gesagt hat, dass ich nach Geld und Ruhm suche und die Kirche angreife.”  – Degollado hingegen, Gründer der Legionäre Christi, wurde nie in Mexiko vor ein Gericht gestellt.
Quelle: crux  katholisch.de 15.3.2018

14.3.2018 In einem Heilbronner Kindergarten wird beim Leiter 2016 Kinderpornographie gefunden. Im Sommer 2017 erfährt der Träger des Kindergartens davon. Im Januar 2018 wird der Kindergartenleiter entlassen. Inzwischen besteht der Verdacht sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Ungeklärt ist, warum es so lange dauerte, bis der Erzieher entlassen wurde. 
Quelle: Stuttgarter Zeitung  swr

14.3.2018 Eine Klage gegen den emeritierten französischen Bischof Jean-Michel Di Falco (76) wegen sexuellen Missbrauchs an einem Schüler in den 1970er Jahren wurde von einem Gericht wegen Verjährung abgewiesen.
Quelle: kathpress.at

13.3.2018 Über das Versagen der Justiz im Umgang mit Missbrauch. Die Gerichte sind völlig überlastet, die Verfahren dauern jahrelang, so dass die Opfer erneut zu Opfern werden. DIe Täter profitieren von den überlangen Verfahren.
Quelle: frontal21

13.3.2018 Die österreichische Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den in Freisen aufgewachsenen, seit 2002 suspendierten kath. Priester aus Beweisgründen eingestellt. Das Opfer habe keine Angaben machen wollen, andere Beweismittel stünden nicht zur Verfügung. Rom wurde über den “Vorfall” (sexueller Missbrauch eines jugendlichen Ministranten im Stift Klosterneuburg) informiert. – Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Würzburg über den sexuellen Missbrauch eines elfjähigen Jungen dauern an.
Quelle: saarbruecker-zeitung.de

13.3.2018 Hier kann nachgehört werden, was auf der Frauenkonferenz “Voices of Faith” am 5.3.18 in Rom Thema war: Gerechtigkeit für Frauen. Die Tagung fand erstmals nicht im Vatikan, sondern in der Jesuitenniederlassung statt. Der Vatikan wollte drei Rednerinnen keine Sprech-Erlaubnis erteilen, worauf die Konferenz den Tagungsort verlegte. Von der Kirchenleitung war zu hören, man sei interessiert an der Stimme der Frauen – aber es war niemand von der Kirchenleitung anwesend, um den Frauen zuzuhören.

12.3.2018 Die vielen Nachrufe auf Kardinal Lehmann heben – zu Recht! – seine Leistungen für die kath. Kirche hervor. Kirchliche Opfer jedoch erinnern sich mit Trauer, dass der Kardinal sie immer wieder der Geldgier beschuldigte, so in “Glaube und Leben” vom 9.3.2011 und zuletzt noch 2016. Er hat leider nicht verstanden, wie verletzend (und falsch) dieser Vorwurf ist.

10.3.2018 Der chilenische Kardinal Errazuriz, Alt-Erzbischof von Santiago de Chile und Mitglied des Kardinalsrats, macht Bischof Barros dafür verantwortlich, dass die Presse negativ über den Chile-Besuch des Papstes berichtete. Dies schrieb Errazuriz an mehrere lateinamerikanische Bischofskonferenzen. Er wirft der Presse vor, sie habe den Anklägern von Bischof Barros zu viel Raum gegeben. Die Ankläger, Karadima-Opfer, beschuldigt er, für ihre Angriffe auf die Kirche international bekannt zu sein. Sie wollten vom Vorwurf der Vertuschung profitieren. Für die schlechte Presse beim Papstbesuch macht er außerdem das Sommerwetter und einen abwesenden Pressesprecher verantwortlich.
Quellen: kathpress.at  theclinic.cl
Kommentar: Das könnte ein Ablenkungsmanöver von Kardinal Errazuriz sein. Opfer werfen ihm vor, die Ermittlungen gegen den chilenischen Missbrauchstäter Karadima verschleppt zu haben. Errázuriz wusste seit 2003 von den Vorwürfen gegen Karadima, glaubte den Opfern nicht und reagierte erst, als der Vatikan 2010 ein Verfahren einleitete.

9.3.2018 Australische Missbrauchsopfer sollen mit bis zu 150.000 australische Dollar (ca 95.000 €) entschädigt werden. Als erste australische Bundesstaaten wollen sich Victoria und New South Wales an einem Entschädigungsfonds für Opfer sexuellen Missbrauchs beteiligen. Zahlungen werden an schätzungsweise 60.000 Opfer gehen. Auch die katholische Kirche will sich an dem Entschädigungsfonds beteiligen. Zuletzt hatte es Unklarheiten über das Kirchenvermögen der kath. Kirche in Australien gegeben. So hatte das Bistum Melbourne von 70 Millionen Euro Vermögen gesprochen; Recherchen hingegen sprachen von einem Vermögen von 4,4 Milliarden Euro des Bistums. Den Vorwurf, die Kirche rechne ihr Vermögen klein, um Entschädigungszahlungen zu vermeiden, wies die Kirche zurück.
Quelle: NZZ  orf  orf

8.3.2018 Mary McAleese, frühere irische Präsidentin, äußert ihre schwindende Hoffnung auf konkrete Schritte zu einer stärkeren Beteiligung von Frauen an der Kirchenleitung. Zwar werde vom Genius und vom Mysterium der Frau gesprochen, aber es fehle an konkreten Schritten. Das sagte sie zu Beginn des Frauen-Kongresses in Rom. Den Ausschluss der Frauen von der Priesterweihe nannte sie einen “als Theologie getarnten Frauenhass”. 2014 gegründet tagte der Kongress viermal im Vatikan. 2018 hat der Leiter der Behörde für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Farrell, die Streichung von drei Rednerinnen verlangt. Daraufhin verlegten die Organisatorinnen die Tagung in die Generalkurie der Jesuiten.
Quelle: Domradio  katholisch.de

7.3.2018 Die Kinderpsychiaterin Catherine Bonnet, nicht wiederernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagt, die Kommission könne effektiver arbeiten, wenn sie mehr Ressourcen hätte, sich häufiger als zweimal jährlich treffe und wenn der Papst sich Zeit nähme, die Vorschläge der Gruppe anzuhören. Bonnet beklagte, dass die Kommission nie mit dem Papst zusammengearbeitet hätte, der Papst habe lediglich Hallo und Auf Wiedersehen gesagt. Bonnet berichtete von drei Vorschlägen der Kommission an den Papst: die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses und der strikten Vertraulichkeitsregeln in Fällen von Kindesmissbrauch; die Überprüfung des Päpstlichen Geheimnisses, ob es Hindernisse für die Verdachtsmeldung an Zivilbehörden schaffe und ein Ende der Verjährungsfrist im Kirchenrecht. Tom Doyle nennt die Kommission – selbst als PR-Versuch – ineffektiv und weist auf die Gründe des Rücktritts von Marie Collins hin: den Mangel an Zusammenarbeit mit der vatikanischen Bürokratie.
Experten in Kinderschutz sagen, es genüge nicht, dem Papst Vorschläge zu machen, man brauche auch Behörden, die die Vorschläge umsetzen. Sie weisen daraufhin, dass die Kommission bisher nicht mit Institutionen zusammengearbeitet hat, die Erfahrungen in Kinderschutz und Verfolgung von Verbrechen gegen Kinder habe.
Quelle: ncronline

7.3.2018 Der irische Opferverband Soca möchte anlässlich des Irlandbesuchs von Papst Franziskus mit dem Papst vor allem über die finanzielle Verantwortung der Kirche in Entschädigungsfragen f+sprechen. Die Kirche hat sich mit dem irischen Staat 2002 geeinigt, dass sie 128 Millionen Euro der insgesamt 1,3 Milliarden Euro umfassenden Entschädigungen in katholischen EInrichtungen zahlen will. Bislang sind jedoch lediglich 85 Mio Euro ausgezahlt worden. Zudem ist der Opferverband enttäuscht, dass die Ordensgemeinschaften nicht angemessen zur Rechenschaft gezogen wurden.
Quelle: religion.orf.at

6.3.2018 Opfervertreter krititisieren, dass das Präventionspapier der Nordkirche so spät kommt und lediglich von der Nordkirche, nicht von der EKD eingeführt wird. Außerdem gebe es innerkirchlich keine Unabhängigkeit, Betroffene müssten sich an eine externe Stelle wenden können, weil das Vertrauen in die Kirche nicht da sei.
Die Landeskirche Hannover lehnt es ab, ein ähnliches Gesetz zu verabschieden. Ein Gesetz mache zwar mehr Druck, “aber dieses sensible Thema müssen die Menschen freiwillig ernst nehmen”, sagte Hella Mahler von der Ansprechstelle sexualisierter Gewalt. Kritisch sieht sie auch das Vorhaben, Berater in Kirchenkreisen zu etablieren. Betroffene suchten keine Ansprechstelle in direkter Nähe, aus Angst vor persönlichen Konsequenzen.
Quelle: taz

4.3.2018 Ehemalige Seminaristen werfen gegenüber einem vatikanischen Ermittler dem honduranischen Bischof Juan José Pineda, dem Weihbischof von Tegucigalpa, schwerwiegendes sexuelles Fehlverhalten vor. Papst Franziskus hat die Ermittlungsergebnisse seit Mai 2017. Die Untersuchung galt vor allem dem Finanzgebaren des Bischofs Maradiaga, an dem auch Pineda Anteil hat.
Quelle: ncregister.com

4.3.2018 Heute beginnt in Australien die voraussichtlich vierwöchige nicht-öffentliche Anhörung im Fall des Kardinals Pell (76). Pell wird vorgeworfen, zwischen 1978 und 2001 drei Jungen in einem Schwimmbad sexuell belästigt zu haben. Bereits 2002 war Pell aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf freigesprochen worden, einen Jungen in einem Zeltlager sexuell missbraucht zu haben. Der Kläger, der das jetzige Verfahren gegen Pell ins Rollen brachte, ist gestorben. Seine Anklage wurde zurückgezogen. Kardinal Pell weist alle Anklagen zurück. In Ballarat haben 139 Menschen berichtet, zwischen 1980 und 2015 sexuell missbraucht worden zu sein. Unter den 21 Beschuldigten waren 17 Priester.
Quelle: Domradio

3.3.2018 Ab dem Jahr 1986 wurde nach eigener Aussage William Segodisho, damals 14 Jahre alt, über mehrere Jahre hinweg in Südafrika von einem Jesuiten sexuell missbraucht. Er war Mitglied einer Jugendorganisation, die den bewaffneten Kampf gegen die Rassentrennung unterstützte. Als er fliehen musste, wurde er als Straßenkind von einem katholischen Waisenhaus aufgenommen. Dort habe ihn der Priester missbraucht, ebenso wie mindestens zwei weitere Jungen. Andere Priester, denen er von dem Missbrauch erzählte, ignorierten den Missbrauch.
Gegen den Beschuldigten wurden bereits vor 17 Jahren Vorwürfe laut. Er zog nach Großbritannien, der Jesuitenorden zog ihn von allen geistlichen Ämtern ab. Nun hat das mutmaßliche Missbrauchsopfer Klage gegen den Geistlichen erhoben. Die Erzdiözese Johannesburg kündigte ihrerseits Ermittlungen an und sagte, sie werde, abhängig von den Ergebnissen der Polizeiermittlungen, Konsequenzen ziehen.
Quelle: 123ru.net  pressreader.com  kathpress

3.3.2018 Kardinal Pell muss sich einem australischen  Gericht stellen. Ihm wird Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Vor der australischen königlichen Missbrauchskommission sprach er davon, dass die katholische Kirche beim Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch “gewaltige Fehler” gemacht habe. Opfer werfen ihm selbst auch sexuellen Missbrauch vor. Nach den vierwöchigen Anhörungen entscheidet das Gericht, ob es zu einem Prozess kommt. 50 Zeugen sollen gehört werden. Bereits 2002 war Pell von einem Kirchengericht der Erzdiözese Melbourne aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf, einen Jungen sexuell missbraucht zu haben, freigesprochen worden.
Quelle: Deutschlandfunk

2.3.2018 Ordensfrauen klagen über Ausbeutung durch Kleriker.
Quelle: orf  spiegel.de

2.3.2018 Die evangelische Nordkirche hat als erste Landeskirche ein Präventionsgesetz verabschiedet. Es umfasst auch sexuelle Belästigungen, sexistische Beschimpfungen und aufgedrängte Küsse. Wenn Mitarbeiter von einem Vorfall erfahren, müssen sie es den Beauftragten der Einrichtung melden. Der Schutz gilt auch Menschen, die sich in einem Abhängigkeitsverhlältnis befinden.
 Quelle: evangelisch.de

2.3.2018 Eine von mehreren Anklagen gegen Kardinal Pell wurde zurückgenommen. Der Kläger ist verstorben.
Quelle: katholisch.de

2.3.2018 Der irische Bischof von Dromore,  John McAreavey, ist zurückgetreten. Nach einer BBC-Spotlight-Veröffentlichung wurde öffentlich, dass McAreavey den Missbrauchstäter Pater Malachy Finnegan, dem 12 Opfer sexuellen Missbrauch vorwerfen, geschützt hat und ihn 2002 beerdigte. Die ersten Vorwürfe gegen Finnegan waren dem Bistum seit 1994 bekannt.
Quelle: bbc.com

1.3.2018 Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer ist überrascht, dass das Gesamtimage der Kirche so “miserabel” sei. Dies sagte er bei der Veröffentlichung einer Studie im Bistum Essen, an der 3.000 Personen aus dem Ruhrgebiet beteiligt waren, unter ihnen 450 Ausgetretene.
Quelle: katholisch.de

1.3.2018 Der vatikanische Sonderermittler Erzbischof Scicluna hat seine Untersuchung in Chile beendet. “In Kürze” wird er dem Papst Bericht erstatten.
Quelle: orf

27.2.2018 Der Vatikan erwägt, die Glaubenskongregation unter Erzbischof Ladaria von der Untersuchung von Missbrauchsfällen zu entlasten. Der K9-Rat will dem Papst vorschlagen, diese Aufgabe an regionale Spezialgerichte zu übergeben, die mit den rechtlichen und kulturellen Gegebenheiten vor Ort besser umgehen könnten als eine zentrale Stelle.Im Vatikan sind derzeit rund 1.800 Fälle anhängig. 
Quelle: orf

27.2.2018 Im Erzbistum Berlin wurden 2017 sechs neue sexuelle Übergriffe gemeldet. Damit liegen 59 Meldungen seit 2002 vor, die bis zum Jahr 1947 zurückreichen. Ende 2017 wurde kein kirchliches Ermittlungsverfahren neu aufgenommen. Bis Ende 2017 wurde kein neuer Antrag auf Leistungen als Anerkennung des Missbrauchs gestellt. Bisher wurden für 19 Anträge 85.000 € bewilligt (2013: an 12 Opfer wurden 53.000 € gezahlt). Ende 2017 wurde ein kirchliches Ermittlungsverfahren wieder neu aufgenommen. Ein im Jahr 2015 begonnenes Verfahren wurde sowohl staatlich als auch kirchlich abgeschlossen.
Quellen: Erzbistum Berlin  morgenpost.de
Anmerkung: Laut welt.de  vom 5.4.2017 hat das Berliner Kirchengericht des Erzbistums Berlin ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Haupttäter am Canisius-Kolleg eröffnet. Ob das erwähnte neu aufgenommene kirchliche Ermittlungsverfahren von Ende 2017 damit gemeint ist, ist unklar.

26.2.2018 In Casapesenna, Süditalien, wurde ein 42-jähriger katholischer Priester verhaftet und für ein Jahr vom Bischof von Aversa suspendiert. Ihm wird sexueller Missbrauch einer 13-Jährigen und weiterer junger Frauen vorgeworfen. Den Mädchen/Frauen hatte er suggeriert, sie seien von Dämonen besessen und sie im Zuge eines (vorgeblichen) Exorzismus sexuell missbraucht.
Quelle: katholisch.de  iene.mediaset.it

26.2.2018 Ernesto Caffo aus Italien, Kinderneuropsychiater, Gründer von Telefono Azzuro, einer Telefonnotrufnummer für Kinder und neu ernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission ist der Ansicht, dass die katholische Kirche der Welt ein Vorbild sein könne und der Welt ihr Wissen und ihre Expertise anbieten kann, um gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. Dabei sei die Stimme der Opfer wichtig, es müsse von ihrem realen Leiden ausgegangen werden. Die Opfer seien Zeugen und eine Garantie für die Zukunft.
Quelle: cruxnow.com
Kommentar: Diese Aussagen sind befremdlich, wenn man an den Mangel an Verantwortung denkt, den vertuschende Bischöfe zeigen; wenn man daran denkt, wie intransparent die kirchlichen Verfahren sind; wie die Kirche in den USA gegen die Aufhebung der Verjährungsfrist kämpft; wie immer wieder öffentlich wird, dass Opfer nicht gehört werden (s. Fall Barros); wie noch immer Täter versetzt werden – einige von ihnen einfach in wenig entwickelte und wenig problembewusste Länder der sog. 3. Welt u.s.w. Im Übrigen ist es nicht mit pastoralem Gespräch mit Opfern getan – so wichtig diese Gespräche sind. Die Opfer müssen auch an Entscheidungen über strukturelle Veränderungen beteiligt werden.

24.2.2018 Gegen einen katholischen Priester aus Lille ist ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung einer minderjährigen Frau aus seiner Gemeinde eingeleitet worden. Der Beschuldigte gebe den Geschlechtsverkehr zu, versichere aber, dass dieser einvernehmlich gewesen sei, teilte die Staatsanwalt in Dunkerque mit. Der Geistliche wurde suspendiert. Die Klägerin, 1990 geboren, wirft dem Beschuldigten vor, sie zwischen 2004 und 2008, also zwischen 14 und 18 Jahren missbraucht zu haben. Der Beschuldigte erklärt, es sei zum ersten Geschlechtsverkehr gekommen, als die Klägerin bereits 15 Jahre alt war.
Bereits am 13.1.2015 musste Bischof Ulrich vor Gericht erklären, wie es möglich war, dass der Priester Philippe Detré 35 Jahre lang – von 1976 bis 2011 in Merville, Loos und anderen Gemeinden Kinder missbrauchen konnte, ohne dass irgend jemand eingeschritten ist. Der Bischof war äußerst überrascht über die Missbräuche.
Quelle: tt.com

24.2.2018 Andrew Mac Leod, ehemaliger hochrangiger UN-Mitarbeiter, entnimmt einer Hochrechnung von 2016, dass unter dem Deckmantel der Hilfeleistung Missbrauch und seine Vertuschung bei den UN endemisch seien. Er spricht von bis zu 60.000 sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in den vergangenen 10 Jahren. 2016 gab es 145 bekannte Fälle sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs, denen 311 Menschen (davon 309 Frauen und Kinder) zum Opfer gefallen seien.
Quelle: Pattayablatt

24.2.2018 Der Sonderermittler des Vatikans, Erzbischof Scicluna, hat seine Ermittlungen in Chile abgeschlossen. Das Delegationsmitglied Jordi Bertomeu, der die Gespräche während des Krankenhausaufenthaltes von Scicluna fortführte sagte: „Wir haben uns durch die Intensivität des Leidens etwas überrollt gefühlt. Wir haben versucht, zuzuhören, und waren bereit, in dieses Leid einzutreten.“
Quelle: vaticannews.va

23.2.2018 Im Fall des Donauwörther Kinderheims drückten sich wahrscheinlich sowohl das Bistum Augsburg als auch die Verantwortlichen für das Kinderheim vor der Aufklärung. Das Bistum sagt, es sei Wunsch eines Opfers gewesen, dass die Öffentlichkeit nichts von den Entschädigungen erfahre. “Marsha”, eines der Opfer, wiederum sagt, das sei nicht wahr. Sie habe nur darum gebeten, über die Höhe der Zahlungen nicht in der Öffentlichkeit zu sprechen. Sie habe die Missbrauchsbeauftragte des Bistums 2012 nach einem öffentlichen Aufruf gefragt und zur Antwort erhalten, das werde nicht stattfinden. Triggergefahr beim Lesen der Erfahrungen der Kinder.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Viele Verantwortliche in der katholischen Kirche haben sich offensichtlich entschieden, das Risiko einzugehen, dass die Kirche immer wieder über Jahre hinweg in die Schlagzeilen gerät, weil sie der bitteren Wahrheit und dem Leid der Opfer nicht ins Auge schauen wollen.

23.2.2018 Das Bistum Regensburg zieht nach der Verurteilung des Ex-Priesters, der widerrechtlich sein Priesteramt weiterhin ausübte, obwohl er laiisiert war, Konsequenzen. In Zukunft müssen alle Gastpriester, die Gottesdienst feiern wollen, dem zuständigen Pfarrer ihren Dienstausweis vorlegen. Wenn ein Priester längere Zeit einer seelsorglichen Tätigkeit nachgeht, muss zuvor Ausweis, polizeiliches Führungszeugnis und eine Unbedenklichkeitserklärung dem Ordinariat zur Genehmigung vorgelegt werden.
Quelle: katholisch.de

23.2.2018 Der Bistumsmitarbeiter des Bistums Limburg wird wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material mit einem Strafbefehl davonkommen. Es gibt keine öffentliche Gerichtsverhandlung. Die Aufnahmen sollen keinen Missbrauch oder andere brutale Darstellungen zeigen, sondern Posing-Bilder. Der Beschuldigte bat alle um Vergebung.
Quelle: domradio

23.2.2018 In vielen Schulen gibt es noch immer kein Schutzkonzept, das Schüler und Schülerinnen vor sexueller Gewalt schützt. Drei Landeskulturminister waren nicht einmal bereit, an einer Auftaktpressekonferenz in der eigenen Landeshauptstadt zu kommen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung erklärt sich das Desinteresse damit, dass das Thema sexuelle Gewalt Angst einflößt und kein Gewinnerthema ist. Viele Schulen werden erst dann aktiv, wenn es einen Vorfall in der Einrichtung gab. Das ergab eine Befragung von Schulen im Rahmen des Monitorings zum Stand der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. – Im neuen Koalitionsvertrag wurde das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung zwar verstetigt, aber er hat noch immer nicht den gesetzlichen AUftrag, die Länder in der Prävention von sexuellem Missbrauch dauerhaft zu unterstützen. Einen wichtigen Aufgabenbereich der Schulen sieht Rörig darin, die sexuellen Übergriffe unter gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen im Blick zu haben, die durch die digitalen Medien eine neue Dimension erhalten. Rörig möchte das Verbot einer sexuellen Beziehung zwischen einer Schülerin oder einem Schüler und dem pädagogischen Personal auf alle Erwachsenen einer Schulcommunity ausdehnen.
Quelle: Zeit.de

23.2.2018 Catherine Bonnet berichtet, dass sie im Juni 2017 ihren Amtsverzicht in der Päpstlichen Kinderschutzkommission erklärt habe, Kardinal O’Malley habe ihre Demission jedoch nicht akzeptiert und nicht an den Papst weitergegeben. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass sie keine Mehrheit gefunden habe dafür, dass Bischöfe und Ordensobere im Fall eines jeden Missbrauchsverdachts von Priestern verpflichtet seien, Anzeige bei zivilen Behörden zu erstatten. Zwei Drittel der Kommission waren gegen eine Anzeigepflicht. Es werde bei einer Anzeigenpflicht einfacher, Kirchenverantwortliche zu belangen, die Missbrauch vertuschen und so den Opfern die Hoffnung auf Gerechtigkeit nehmen. – Bonnet kritisierte, dass das Dekret “Wie eine liebende Mutter”, in dem die Absetzung von Bischöfen und Ordensoberen geregelt werde, die Missbrauch verschwiegen, das im Sept. 2016 in Kraft hätte treten sollen, bis jetzt in keinem einzigen Fall genutzt worden sei. Bonnet wies noch einmal darauf hin, dass die Kommission ein eigenes Gericht für Bischöfe/Ordensobere empfohlen habe, der Vorschlag sei vom Papst und vom Kardinalsrat im Juni 2015 gebilligt, aber nie verwirklicht worden.
Die Päpstliche Kinderschutzkommission hatte den Papst auch gebeten, das “päpstliche Geheimnis” (Secretum pontificium) in kanonischen Verfahren im Blick auf Missbrauchsfälle aufzuheben. Der Papst habe nicht auf den Vorschlag geantwortet.
Zuversichtlich äußert sich Bonnet über die neue Zusammensetzung der Kommission. Dort seien inzwischen Mitglieder mit juristischem und kirchenrechtlichem Sachverstand. Wenn Verbrecher festgenommen werden sollen, müsse es eine Gesetzesänderung geben, das sei das einzige, was ihnen Angst mache.
Quelle: vaticannews.va  lexpress.fr

23.2.2018 Teresa Kettelkamp, neues Mitglied der Päostlichen Kinderschutzkommission und bereits bisher Mitarbeiterin der Kommission, sagt: “Die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen reagiert gewissenhaft auf die gesamte Korrespondenz der Opfer.” Die beiden bisherigen Mitglieder, Marie Collins und Catherine Bonnet, beklagten jedoch, dass die Kommission und andere Behörden in der Kurie Briefe von Missbrauchsopfern nicht beantworteten. Kettelkamp tritt Kritikern der Kinderschutzkommission entgegen und sagt, die Kirche versage nicht, wenn es darum gehe, sexuellen Missbrauch in der Kirche zu verhindern. Wer wolle, dass sich Dinge schneller ändern, sei nicht realistisch. Außerhalb der Kommission nähmen die Menschen die Arbeit im Hintergrund nicht wahr.
Quelle: cruxnow.com   cruxnow.com

22.2.2018 Seit der Veröffentlichung der Misshandlungen von zwei Schwestern im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth durch den Bayerischen Rundfunk haben sich zwei weitere Opfer gemeldet. Das Bistum Augsburg berichtet von einem weiteren Opfer, das sich seit Bekanntwerden der Vorwürfe im März 2011 gemeldet hat. Das bisherige Schweigen des Bistums erklärt es mit dem Opferschutz. In dem Heim, das zwischen 1916 und 1977 existierte und das u.a. von Max Auer geleitet wurde, dürften Hunderte Kinder gewohnt haben.
Quellen: sueddeutsche.de, s. auch hpd.de vom 19.9.2011
Kommentar: Ein öffentlicher Aufruf des Bistums, dass Opfer von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt, die sie im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth erlitten haben, sich melden sollen, wäre ohne Namensnennung bekannter Opfer ausgekommen.

22.2.2018 Auch während der Erkrankung des vatikanischen Sonderermittlers Erzbischof Scicluna werden die Gespräche mit Opfern in Chile durch den Juristen Bertomeu fortgeführt. Die bisherigen Einschätzungen der angehörten Opfer sind zuversichtlich. Es sei sehr erfreulich, dass Personen der Kirche endlich damit begonnen hätten, die Opfer einzuladen und anzuhören, sagte Juan Andres Murillo. “Sich in einem vertrauensvollen Umfeld angehört zu fühlen, vermittelt uns den Eindruck, dass wir uns in einem serösen Prozess befinden”, so Murillo. Nun müsse es weiter vorwärtsgehen – und auch Konsequenzen geben. Der Sprecher der Laienorganisation des Bistums Osorno, Juan Carlos Claret, will den Sonderermittlern 1.500 Seiten belastendes Material über Bischof Barros und andere Bischöfe geben. Claret sagt, seine Organisation werde keine Einmischung eines chilenischen Bischofs oder des Nuntius, Ivo Scapolo, hinnehmen.
Quelle: Domradio, s. auch imprimatur-trier.de

22.2.2018 In Deggendorf wurde ein früherer kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs von fünf Jungen unter 14 Jahren zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Zunächst muss er in einer Psychiatrie eine Therapie absolvieren. Das Gericht behält sich vor, den Verurteilten nach der Haft in Sicherungsverwahrung zu nehmen. Die Taten geschahen zwischen 1997 und 2016.
Bereits von 2003 bis 2009 war der Priester wegen Sexualstraftaten an zwei jugendlichen Mädchen in Haft. 2008 entfernte ein Freiburger Kirchengericht ihn aus dem Klerikerstand. Geweiht worden war der Mann in Polen, hatte sich aber auch nach seiner Laiisierung noch als Priester ausgegeben.
Quellen: kirche-und-leben.de  katholisch.de

21.2.2018 Im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth wurden Kinder geschlagen, misshandelt, mit psychischer Gewalt überzogen und auch von Mitbewohnern sexuell missbraucht. Auch der Leiter des Heims, Max Auer, kath. Priester, beteiligte sich an den Missbahndlungen. Zwei Schwestern, die 8 und 10 Jahre in dem Kinderheim waren, haben vom Bistum Augsburg eine “Entschädigung” erhalten. Öffentlich gemacht wurde die Situation in dem Kinderheim nicht; es gab auch keinen Aufruf an andere ehemalige Heimkinder, sich zu melden. Nun zeigt sich, dass es in der Stiftung Cassianeum, zu der das Kinderheim in Donauwörth bis 1977 gehörte, keine Archivunterlagen gibt, lediglich einige wenige Informationen. Der Vorstand des Cassianeums bittet weitere Betroffene, sich entweder an die Missbrauchsbeauftragte der Diözese Augsburg oder an die Stiftung zu wenden. Dem Vorstand ist wichtig, mit früheren Heimbewohnern oder Zeitzeugen in Kontakt zu treten. – In Donauwörth scheint kaum jemand etwas über die Ereignisse in dem Kinderheim zu wissen; selbst die Existenz des Kinderheims scheint fast unbekannt zu sein. Selbst im Stadtarchiv ist kaum etwas zu finden. Die derzeit tagende
Bischofskonferenz will sich nicht dazu äußern: DIesem sensiblen Thema könne man in dem Rahmen nicht gerecht werden.
Quellen: br.de  br.de  süddeutsche
Eine weitere Betroffene hat sich an das Bistum Augsburg gewandt.

21.2.2018 Kardinal Scicluna, der derzeit in Chile Zeugenaussagen anhört, um Bischof Barros zu überprüfen, wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Zeugenbefragungen übernimmt Jordi Bertomeu, Mitglied der Glaubenskongregation.
Quelle: katholisch.de

21.2.2018 Marie Collins berichtet, dass vier ehemalige Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission bereit zur Weiterarbeit waren, jedoch nicht ernannt wurden: Catherine Bonnet, Sheila Hollins, Bill Kilgallon und Krysten Winter-Green. Dabei handelte es sich um Leiter von Arbeitsgruppen, die sich um die Behandlung und Heilung Überlebender kümmerten. Collins äußert die Sorge, dass diese Arbeitsgruppen und damit die Überlebenden von Missbrauch nun unberücksichtigt bleiben. Es gibt nun keine Gruppe für Überlebende mehr in der Päpstlichen Kinderschutzkommission.
Quelle: irishtimes

20.2.2018 In Irland wurden bei einer Überprüfung im Blick auf ihre Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Gewalt fünf Ordensgemeinschaften erhebliche Mängel vorgeworfen: die christlichen Brüder, die Brüder De La Salle, die irischen Norbertiner, die Herz-Jesu-Missionare und die Kongregation des Heiligen Geistes. Bei den christlichen Brüder waren zwischen 1996 und 2015 insgesamt 626 Vorwürfe gegen 190 Ordensmänner erhoben worden. In Irland wurden gegen 549 Ordensmitglieder 1.882 Behauptungen sexuellen Missbrauchs erhoben. 56 der Beschuldigten (ca 10%) wurden verurteilt. Bei der Untersuchung wurden 29 Orden als “ausgezeichnet” im Kinderschutz bewertet, 43 Orden mit “befriedigend” und 16 mit “unbefriedigend”. Das Audit war im Ferns-Bericht gefordert worden.
Quellen: rte.ie  Audit of Religious Orders, Congregations and Missionary Societies Safeguarding Arrangements and Management of Allegations of Child Sexual Abuse – Volume II -: Audit 1  Audit 2

20.2.2018 Bei Arte (Mediathek) wird heute Abend der Film “Hinter dem Altar, Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche” des britischen Historikers John Dickie gezeigt. Drei Viertel der Pfarrer, gegen die zwischen 2004 und 2012 ermittelt wurde und gegen die glaubhafte Anschuldigungen vorliegen, üben ihr Amt weiterhin aus.
Quelle: Domradio  faz  fr  srf.ch

19.2.2018 Don Fortunato Di Noto, ein italienischer Priester, der den Verband “Meter” gegründet hat, der gegen Kindesmissbrauch kämpft, sagt, die Geste des Papstes, Missbrauchsopfer zu treffen, sei prophetisch. Eigentlich müssten alle Bischöfe, Priester und engagierten Katholiken Missbrauchsopfer treffen. Don Fortunato wies darauf hin, dass auch Getaufte, die nicht Priester sind, Kindern sexuelle Gewalt antun. Neben dem Anhören der Opfer sei es wichtig, in der Öffentlichkeit zu protestieren. Für den 6. Mai, den Welttag gegen Ausbeutung und Misshandlung von Kindern, plant Meter einen Protest auf dem Petersplatz. Don Fortunato erklärte, dass auch nicht übersehen werden darf, dass kriminelle Organisationen aus dem Missbrauch Minderjähriger und ihrer Versklavung ein Geschäft machen. Der Umsatz in diesem Geschäft sei höher als beim Drogengeschäft. Weltweit werden Millionen von Kindern zwischen null und zwölf Jahren missbraucht.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: So richtig es ist, dass Missbrauchsopfer (neben anderen ausgegrenzten Gruppen) in ihrer Kirche Gehör finden sollten, so wichtig wäre es jedoch zuvor, dass Bischöfe, Pfarrer und engagierte KatholikInnen sich über sexuelle Gewalt gegen Minderjährige und Traumafolgen informieren, um Betroffene/Überlebende nicht mit den noch immer üblichen Beschuldigungen zu konfrontieren.

19.2.2018 Erzbischof Denis Hart, Australien, sagt, sexuell missbrauchte Kinder könnten “eine spirituelle Begegnung mit Gott” erleben durch den Priester, während sie belästigt werden.
Quelle: yournewswire.com

19.2.2018 Pietro Amenta, hochrangiger Vatikan-Richter, der auch Priester ist, wurde wegen Belästigung eines 18-Jährigen und wegen des Besitzes von Kinderpornographie zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Bereits 1991 (?) und 2004 soll der Geistliche wegen sexueller Belästigung aufgefallen sein. Nach Medienberichten ermittelt der Vatikan auch gegen einen Priester aus der Nähe von Neapel, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Auch der Fall des Priesters, Mitarbeiter an der Botschaft des Hl. Stuhls in Washington wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ist noch nicht abgeschlossen.
Quelle: domradio.de

18.2.2018 Im April 2010 machte Juan Carlos Cruz den Missbrauch durch den chilenischen Priester Karadima erstmals öffentlich. Nun, acht Jahre später, hat er im Gespräch mit dem vatikanischen Ermittler, Erzbischof Scicluna, das Gefühl, erstmals von der Kirche gehört zu werden. Unbekannt ist, wie viele Kirchenverantwortliche er angesprochen hat, ohne im Blick auf die Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof Barros gehört zu werden.
Quelle: katholisch.de

18.2.2018 Das chilenische Missbrauchsopfer von Karadima, Juan, Carlos Cruz, das Bischof Barros und anderen Vertuschung vorwirft, hat den vatikanischen Ermittler Scicluna getroffen. Im Anschluss an das dreistündige Treffen sagte Cruz, er habe zum ersten Mal das Gefühl, gehört zu werden.
Quelle: tagesanzeiger.ch

17.2.2018 Die Sozialwissenschaftlerin Kathleen Jennings beobachtet, dass sexueller Missbrauch und Ausbeutung in Nothilfe und Entwicklungsarbeit weit verbreitet seien. Die UN habe seit längerem Gegenmaßnahmen ergriffen. Für Entwicklungshilfeorganisationen und Nothilfe-Organisationen gelte dies nicht.
Quelle: zeit.de

17.2.2018 Marie Collins weist darauf hin, dass 2016 ein weiteres aktives Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission zurücktreten wollte. Der Rücktritt wurde nicht akzeptiert. Das Mitglied arbeitete weiter, wurde nun aber nicht erneut benannt. Collins vermutet, dass der Imageschaden zu groß gewesen wäre. Außerdem weist sie darauf hin, dass neue Mitarbeiter von vorne anfangen müssen.
Quelle: twitter

17.2.2018  Folgende neue Mitglieder (unter ihnen auch Opfer/Überlebende) hat der Papst für die 2. Amtszeit der Päpstlichen Kinderschutzkommission ernannt: Myriam Wijlens, Neville John Owen, Benyam Dawit Mezmur, Ernesto Caffo aus Italien, Nelson Giovanelli Rosendo dos Santos, Schwester Jane Bertelsen, Schwester Arina Gonsalves , Sinalelea Fe’ao, Teresa M. Kettelkamp. Weiterhin gehören dem Gremium wie bisher an: Dr. Gabriel Dy-Liacco, Bishop Luis Manuel Alí Herrera, Fr. Hans Zollner, SJ, Prof. Hanna Suchocka, Sr. Kayula Lesa, RSC, Sr. Hermenegild Makoro, Msgr. Robert Oliver. Kardinal Sean Patrick O’Malley wurde als Leiter bestätigt.
Marie Collins sagte dem NCR: “I’m shocked at the discarding of some of the most active and independent members of the commission. Some of those who have gone were really the most active and had the most experience of working in child protection and working directly with survivors.”
Quellen: protectionofminors.va  ncronline.org

16.2.2018 Der Bochumer Pastor Christan Rommert stellt fest, dass in den Freikirchen sexuellen Missbrauch “im Windschatten der Vergebung” gibt. Dort herrschten Bedingungen, etwa Gehorsam und konservative Sexualmoral, die es Tätern leicht machten. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sieht das anders.
Quelle: Deutschlandfunk

16.2.2018 Im Bistum Syracuse, USA, haben kirchliche Missbrauchsopfer noch bis zum 16.5.2018 die Möglichkeit, Ansprüche geltend zu machen, die aus der Haftpflichtversicherung des Bistums bezahlt werden. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung müssen die Opfer nicht unterzeichnen, sie verpflichten sich jedoch, die Diözese oder das Diözesanpersonal nicht zu verklagen.
Quelle: ncronline.org
Erinnerung: Der Bischof von Syracuse sagte 2011 auf die Frage eines Anwalts, ob ein von einem Priester missbrauchtes Kind eine Sünde begangen habe: “Der Junge ist schuldig.” Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl. Von einer Entschuldigung für den Inhalt seiner Aussage finde ich keine Informationen. 2017 erklärte er, dass Jungen, die sexuell missbraucht wurden, mit dem 7. Lebensjahr verantwortlich für ihr Handeln seien, denn mit 7 Jahren beginne in der katholischen Kirche das Alter, in dem Kinder Gut und Böse erkennen können.

16.2.2018 Im Interview sagt Juan Carlos Cruz, ein Karadima-Opfer, der Bischof Barros von Osorno und weiteren chilenischen Bischöfen Vertuschung vorwirft, dass er kein Vertrauen in die kath. Kirche in Chile habe. Man habe die Opfer zur Aussage ermuntert, die Aussagen dann jedoch mit weniger guten Absichten quittiert. Cruz zeigte sich überzeugt, dass Kardinal Errazuriz einen “enorm schlechten Einfluss auf den Papst” habe, weil er vertuscht habe und versucht habe, die Opfer zu diskreditieren. Auch sein Nachfolger, Kardinal Ezzati habe jüngst noch die Objektivität der Opfer in Zweifel gezogen. Cruz sagte, es sei wichtig, dass das Verhalten der Bischöfe Barros, Tomislav Koljatic und Horoacio Valenzuela genauestens untersucht werde.
Quelle: kath.ch  domradio.de (17.2.2018) katholisch.de 17.2.2018

15.2.2018 Der Papst trifft nahezu wöchentlich einzelne Missbrauchsopfer von Klerikern oder Gruppen von Missbrauchsopfern. Er nannte die kirchlichen Missbrauchsskandale eine “große Demütigung”, die “unsere” Zerbrechlichkeit zeige und “unsere Heuchelei/Scheinheiligkeit”. Marie Collins nannte diese Information “bemerkenswert” und wüsste gerne mehr über die Treffen des Papstes mit den Opfern. Unbekannt ist, wer die Opfer auswählt (und nach welchen Kriterien), die mit dem Papst sprechen. Papst Franziskus sagte, er habe gehört, dass die Leute Statistiken anführen, in denen der Prozentsatz katholischer Priester, die sexuellen Missbrauch begingen, bei nur 1,6 % liege. Es gebe neuere religiöse Gemeinschaften, die in sexuellen Missbrauch involviert seien. Sexueller Missbrauch in diesen Gemeinschaften gehe immer einher mit Autoritätsmissbrauch und wirtschaftlichem Durcheinander.
Quellen: ncronline.org  katholisch.de  laciviltacattolica.it  vaticannews.va
Kommentar: Dort, wo genauere Untersuchungen vorliegen, ist von 6-9 % der Priester, die Missbrauchstäter sind, die Rede (USA) bzw. von 7 % (Australien). Die Quelle der vom Papst angegebenen 1,6 % wäre interessant zu wissen.

14.2.2018 Vor der australischen königlichen Missbrauchskommission gab die Erzdiözese Melbourne ihr Vermögen mit umgerechnet ca 70 Millionen Euro an. Dabei legte sie dem Wert der Immobilien die Kaufpreise aus dem 19. Jh. bzw. dem Anfang des 20. Jhs. zugrunde. Zeitungen recherchierten das Vermögen der Erzdiözese Melbourne mit 4,4, Milliarden Euro – hochgerechnet auf das ganze Land ergäben dies ca 19 Milliarden Euro. Missbrauchsopfer werfen der Kirche vor, ihr Vermögen zu verschleiern, um Entschädigungszahlungen zu drücken. Diesen Vorwurf wies Francis Sullivan, Leiter des kirchlichen Rates für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung, zurück.Ann O’Conell, Steuerrechtsexpertin der Uni Melbourne, forderte eine Überprüfung der Kirche als wohltätigen Organisation und der damit verbundenen Steuerprivilegien. Der “Sydney Morning Herald” weist darauf hin, dass die Kirche sich einerseits als eine einzige Organisation präsentiere, zugleich jedoch Fragen über ihr gesamtes Vermögen ausweiche. Erleichtert werde das durch die dezentrale Struktur der Kirche.
Quelle: katholisch.de

13.2.2018 Der Erzbischof von Guam, Apuron, nahm an der wöchentlichen Generalaudienz von Papst Franziskus teil. Er wurde des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Anfang Januar hatte auch ein Neffe Apurons behauptet,  er sei vom Erzbischof 1990 sexuell missbraucht worden. Apuron hat alle Missbrauchsvorwürfe zurückgewiesen. Ein kanonisches Urteil soll ergangen sein, wurde jedoch bislang nicht veröffentlicht.
Quelle: cruxnow.com  LaStampa

13.2.2018 “Übergriffe, wie sie die #MeToo-Bewegung anprangert, finden sich auch im deutschen Protestantismus. Zahlen dazu gibt es nicht, dafür viele Berichte von Pfarrerinnen, die sexistische Aussagen oder gar Handgreiflichkeiten ertragen müssen. Beklagen sollten sie sich darüber aber besser nicht. Das schadet der Karriere.”
Quelle: zeitzeichen.net

12.2.2018  Hans Zollner, SJ, sagt im Interview: “Die Kirche will ja den Opfern glauben, aber bei rechtlichen Fragen und besonders im Blick auf die zu ziehenden Konsequenzen bedarf es eben der Beweise.” Er weist darauf hin, dass es in der Eigenart der Vertuschung liege, dass sie nur schwer nachgewiesen werden könne. Anders als Marie Collins erlebt Pater Zollner bei den Leitern der römischen Behörden, also bei Kardinälen, die Präfekten von Kongregationen sind, nie Widerstand, sondern viel Unterstützung. Ob der Papst den Brief des Missbrauchsopfers Juan Carlos Cruz gelesen habe, weiß Zollner nicht, fügt jedoch hinzu: “Mich wundert, dass viele davon ausgehen, wo doch klar ist, dass Franziskus jeden Tag Tausende Schreiben bekommt, von denen er nur einen Bruchteil lesen kann. Ich habe ihm selbst einmal zwei Briefe in die Hand gegeben – und weiß trotzdem nicht, ob er sie gelesen hat.” [Vor drei Tagen noch war Zollner ziemlich sicher, dass der Papst die ihm von Zollner gegebenen Briefe nicht gelesen habe – das habe er an der Art der Reaktion des Papstes gemerkt.]
Quelle: spiegel.de  domradio
Kommentar: Wer keine Beweise für MB oder dessen Vertuschung vorlegen kann, sollte sich gut überlegen, ob er oder sie Anzeige bei der Kirche erstatten will.

12.2.2018 Ein ehemaliger Domspatz berichtet. Vorsicht: Triggergefahr
Quelle: jetzt.de

9.2.2018 Die Anwälte von Kardinal Pell wollen Einsicht in die Krankenakten der Ankläger: “We know from the material that we have, that around the time of the complaints first being made, that there are treatments.”
Quelle: The Guardian

9.2.2018 An der Universität Gregoriana wird es einen zweijährigen Studiengang zum Kinderschutz geben, der in kulturell unterschiedlichen Kontexten hilfreich sein soll.
Quelle: vaticannews.va

9.2.2018 Hans Zollner sagt, die katholische Kirche habe alle notwendigen Normen und Gesetze, um Minderjährige vor Missbrauch durch Kleriker zu schützen, diese Regeln und Richtlinien würden jedoch nicht verstanden oder nicht berücksichtigt und nicht effektiv angewandt. Viele Kirchenführer wüssten nicht, was das Kirchenrecht oder das Zivilrecht ihres Landes über Missbrauchsverbrechen und Meldepflicht sage. Prozesse müssten in der Zukunft transparenter für alle sein – für Opfer, Angeklagten und Vorgesetzte des Angeklagten.
Der Papst höre zu, sagte Zollner. Er weiß das aus eigener Erfahrung, weil er für zwei deutsche Missbrauchsüberlebende als Dolmetscher bei einem privaten Treffen mit dem Papst 2014 dabei war. Das Treffen hätte einen sehr positiven Einfluss auf das emotionale und spirituelle Wohlergehen der beiden Überlebenden gehabt. Ob der Papst den Brief des chilenischen Missbrauchsopfers Juan Carlos Cruz gelesen habe, wisse Zoller nicht. Er habe dem Papst einmal zwei Briefe übergeben und sei ziemlich sicher, dass der Papst diese Briefe nicht geöffnet habe; sein Eindruck basiere auf der Art der Reaktion des Papstes.
Quelle: ncronline.org

9.2.2018 Die konservative Elite Chiles werde von der sozialen Botschaft des Papstes nicht erreicht. Die Basis werde vom Papst nicht erreicht, u.a. aufgrund der fortschreitenden Säkularisierung und der Missbrauchsfälle in Chile. Chile ist in Lateinamerika das Land, in dem der Papst am schlechtesten bewertet werde. 1995 waren noch 75 % der Chilenen katholisch, heute sind es noch 45 %. Nur 36 % der chilenischen Bevölkerung vertrauen der kath. Kirche.
Quelle: dw.com

8.2.2018 Unter dem Hashtag “#churchToo” melden sich zunehmend US-Frauen aus evangelikalen Gemeinden und berichten von sexuellen Übergriffen. Berichtet wird, dass manche Christen Schwierigkeiten haben, die Entsetzlichkeit von sexuellem Missbrauch einzusehen. “Man begnüge sich oft mit Plattitüden nach dem Motto: Gott wird schon alles zum Guten bringen. Ihrer Erfahrung nach sei die Kirche eines derjenigen Umfelder für Opfer, die am wenigsten sicher seien.” Häufig wird ein Übergriff des Pastors Andy Savage, Highpoint Kirche in Memphis/Tennessee, kommentiert. Dort hatte er öffentlich um Entschuldigung gebeten und gemeint, Vergebung sei stärker als Sünde. Die Gemeinde applaudierte ihm. Sein Opfer hatte den Übergriff gemeldet und von Savages Vorgesetztem vorgeworfen bekommen, sie habe mitgemacht.
Quelle: domradio.de

7.2.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagt, die Behandlung des Briefes von Juan Carlos Cruz durch den Papst untergrabe definitiv Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Hoffnung in den Papst. Man habe versucht, die Opfer dazu zu bringen, sich zu melden und habe ihnen gesagt, ihnen werde geglaubt – und dann sage der höchste Geistliche der Katholiken, dass er ohne Beweise den Opfern nicht glaube.
Quelle: Crux  mariecollins.net 5.2.2018

7.2.2018 “Wir Opfer sind es gewohnt, dass Bischöfe lügen. Aber es ist hart zu ertragen, wenn selbst der Papst das tut.” Das sagt Juan Carlos Cruz, der vom Papst als Verleumder hingestellt wurde, weil er behauptete, Bischof Barros sei Zeuge von Missbrauch gewesen und er, der Papst, habe nie etwas von chilenischen Opfern dazu gehört. Cruz hatte dem Papst 2015 einen Brief zur Sache geschrieben. – Der Vatikan-Ermittler Scicluna wird Cruz persönlich treffen. Bislang war ein Skype-Gespräch verabredet.
Quelle: Süddeutsche  Crux

7.2.2018 Erzbischof Apuron, Guam, wurde im Oktober 2017 von einem Kirchengericht verurteilt. Das Urteil ist unbekannt. Am 7.2.2018 nahm er an einer Papstaudienz teil und wurd4 von Papst Franziskus freundschaftlich begrüßt.
Quelle: lastampa.it

6.2.2018 Juan Carlos Cruz, Chile, soll in dem Brief an den Papst, der den chilenischen Bischof Barros der Vertuschung sexueller Gewalt, verübt von dem Priester Karadima, beschuldigt, auch beschrieben haben, dass  Barros selbst mit Karadima sexuelle Handlungen verübt habe. Cruz nennt auch Namen anderer heutiger Bischöfe, die zur Zeit der Übergriffe zur “Gruppe von Karadima” gehört haben sollen. Der Vorwurf: Die Geistlichen hätten dem Missbrauch beigewohnt und teilweise neben den Opfern gestanden, während sie von Karadima missbraucht worden seien. Karadima habe die Zuschauer zudem “in unpassender Weise” berührt: Er habe sie geküsst und ihnen kleine Schläge auf die Genitalien verabreicht.
Cruz berichtet, dass auch psychologischer Druck auf die Missbrauchsopfer ausgeübt worden sei. Als er 1987 beschlossen habe, Karadima und sein Umfeld zu verlassen, habe der übergriffige Priester eine Art Gericht gegen ihn einberufen, das einem Tribunal der Inquisition geglichen habe. Zwölf Mitbrüder hätten teilgenommen, darunter auch Juan Barros. In dem Gespräch seien private Informationen über ihn öffentlich geworden, die er seinem Beichtvater anvertraut hatte.
Quelle: catholicnewsagency.com  Spiegel
Kommentar: Die Verletzung des Beichtgeheimnisses durch den Priester Karadima scheint in seinem kanonischen Verfahren keine Rolle gespielt zu haben. Sie sieht die Exkommunikation eines Priesters als Tatstrafe vor (can. 983 & 1 CiC 1983; can. 1388 & 1 CiC). Karadima wurde zwar verurteilt, aber nicht exkommuiniziert.

5.2.2018 Papst Franziskus erhielt 2015 einen 8-seitigen Brief. Geschrieben war er von Juan Carlos Cruz aus Chile. Lanciert wurde der Brief über Marie Collins, die ihn Kardinal O’Mallay überreichte (s. Foto), der ihn dem Papst persönlich übergab. O’Malley berichtete Marie Collins, er habe den Brief an den Papst übergeben. In dem Brief schrieb Cruz, dass er von dem chilenischen Priester Karadima missbraucht wurde und der heutige Bischof Barros, Bistum Osorno/Chile, Zeuge war. Barros habe entsprechende Beschwerden/Anzeigen von Cruz unterschlagen und leugnet bis heute jegliche Vertuschung. – Papst Franziskus hatte anlässlich seines Besuchs in Chile im Januar 2018 gesagt, es gebe keine Beweise (später korrigierte er: Indizien) gegen Barros: “Niemand ist gekommen. Sie haben keine Beweise für ein Urteil vorgelegt. Das ist alles ein bisschen vage. Es ist etwas, das nicht akzeptiert werden kann.”
Quellen: ncronline.org   cruxnow.com  twitter.com
Kommentar: Nun, offensichtlich kamen durchaus Opfer und bezeugten das Wissen und Vertuschen von Barros – aber sie wurden nicht gehört. Das wiederum ist nichts Neues.

5.2.2018 Die katholische Bischofskonferenz in Australien widmet die ersten vier Fastentage der Fastenzeit der Solidarität mit den Opfern sexuellen Missbrauchs. Die australische königliche Missbrauchskommission hatte in fast fünf Jahren 57 öffentliche Anhörungen von Missbrauchsopfern abgehalten und die Aussagen von 8.013 Opfern angehört. 4.000 von ihnen waren in Einrichtungen christlicher Kirchen missbraucht worden.
Quelle: kathpress.at

3.2.2018 Der Vatikan-Staatsanwalt ermittelt in zwei Verdachtsfällen auf Missbrauch Minderjähriger im Vatikan. Es gebe erste Ermittlungen, die zum Schutz aller Betroffenen in absoluter Verschwiegenheit erfolgten.
Quelle: katholisch.de

2.2.2018 Die Arbeitsstelle der Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz widmet sich verstärkt dem Thema “Seelsorge nach sexuellem Missbrauch – es ist an der Zeit”.
Quelle: frauenseelsorge.de

1.2.2018 Ein Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma steht im Verdacht, in der Diakonie Stetten in der Zeit zwischen Dezember 2015 bis September 2016 „sexuelle Grenzverletzungen“ begangen zu haben. Ein sehr junger Bewohner und eine Bewohnerin sind demnach betroffen. Laut Staatsanwaltschaft bestreitet der 33-Jährige die Vorwürfe. Er war eine Zeit lang als Nachtwache bei der Diakonie Stetten eingesetzt. Im Herbst 2017 hat die Diakonie Stetten eine Hotline eingerichtet. Die Pressesprecherin Kaltarar berichtete, die Telefone standen nicht mehr still.
Quelle: zvw.de

30.1.2018 Papst Franziskus hat Charles J. Scicluna, Malta, beauftragt, nach Bekanntwerden neuer Informationen über den Fall Barros, nach Chile zu reisen und dort Personen zu treffen, die “Dinge übermitteln” wollen. Scicluna ist bekannt für seine kirchenrechtliche Expertise im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen Kleriker.
Quelle: CNA  orf

30.1.2018 Film: Das dunkle Geheimnis: In Deutschland erfährt jedes siebte Kind sexuelle Gewalt. Besonders häufig stammt der Täter aus der eigenen Familie oder dem familiären Umfeld. Der Hort des Vertrauens wird zur Gefahr.
Quelle: zdf.de

28.1.2018 Im Jahr 2008 berief der damalige Regensburger Bischof Müller Dr. Birgit Böhm zur Missbrauchsbeauftragten des Bistums. Sie amtierte bis zum 29.5.2013 und starb überraschend. Der Sohn und Erbe verweigerte die Herausgabe der Unterlagen der Missbrauchsbeauftragten an das Bistum. Die MB-Beauftragte hatte entschieden, welche Informationen und Unterlagen sie an das Bistum weitergab und welche nicht. Bei der Amtsübernahme durch Martin Linder meldeten sich vier mutmaßliche Opfer. Sie hatten Dr. Böhm ihre Angaben gemacht, die jedoch nicht bei ihrem Nachfolger vorlagen. In vier Fällen legte Linder dem Erben die Schweigepflichts-Entbindung vor, um die Herausgabe der Unterlagen zu erwirken. Vor Gericht kam es nun zu einem Vergleich: Wenn eine Schweigepflichts-Entbindung vorliegt, gibt der Erbe die Unterlagen an den MB-Beauftragten. Persönliche Notizen von Dr. Böhm muss er nicht herausgeben. Insgesamt geht es um 15 Fälle, in denen Dr. Böhm Unterlagen hat, die Linder nicht hat.
Quelle: wochenblatt.de

28.1.2018 Nach Meinung des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung wissen viele Menschen noch immer nicht, was sexuelle Gewalt ist, wie Täterstrategien funktionieren und an wen sie sich im Verdachtsfall wenden können. Er fordert eine Aufklärungskampagne in der Dimension der Anti-Aids-Kampagne und ein Gesetz zum Kampf gegen Kindesmissbrauch. Der Betroffenenrat fordert, auch die Opfer sexueller Gewalt an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Traumaspezifische Therapieplätze fehlen noch immer. – Der Haupttäter am Canisius-Kolleg lebt bis heute als Rentner in Freiheit.
Quelle: morgenpost.de

28.1.2018 Johannes-Wilhelm Rörig sagt, sexueller Missbrauch habe die “Dimension einer Volkskrankheit”. 2016 wurden in der polizeilichen Kriminalstatistik mehr als 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren verzeichnet. Opfer waren zu ca 75 % Mädchen, zu 25% Jungen. Hinzu kommen Fälle von Missbrauch von Schutzbefohlenen und Jugendlichen und 7.000 Fälle von Kinder- und Jugendpornografie. Zwei- bis dreimal häufiger betroffen als der Durchschnitt sind Mädchen und Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. Die Täter sind zu 80-90 % männlich. Frauen sind bei sexuellem Missbrauch von Kindern zu 4 % Täter, bei sexuellem Missbrauch von Jugendlichen zu 3 %, bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen zu 8 % und bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- und jugendpornografischer Schriften (nicht auch Videos, Fotos?) zu jeweils 5 %. Diese Zahlen aus dem Hellfeld müssen ergänzt werden durch Zahlen aus dem Dunkelfeld. Es ist davon auszugehen, dass etwa jeder Achte in Deutschland betroffen ist.
Quelle: faktenfinder.tagesschau.de

28.1.2018 Ein chilenisches Gericht hat den früheren katholischen Bischof Marco Antonio Oredenes Fernandez freigesprochen aus Mangel an Beweisen. Oredenes war angeklagt wegen sexuellen Missbrauchs eines Messdieners. Er sagte aus, der Messdiener sei 17 Jahre alt gewesen und die Beziehung habe begonnen, als der Messdiener nicht mehr minderjährig war. Der Messdiener hingegen berichtete, der Missbrauch habe begonnen, als er 15 Jahre alt war. Daraus sei später eine Liebesbeziehung geworden. Papst Benedikt hatte 2012 das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Iqueque angenommen.
Quelle: santiagotimes

27.1.2018 Das Stift Klosterneuburg, Österreich, hat eine unabhängige und weisungsfreie Expertengruppe eingesetzt, um die Vorwürfe aufzuklären, die im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall von 1993 aufgetreten sind.
Quelle: vaticannews

26.1.2018 Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte ehemalige katholische Priester hat sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu den Vorwürfen geäußert. Unbekannt ist, ob der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Taten eingeräumt hat. Der aus Wuppertal stammende frühere Priester soll seit Mitte der 1990er Jahre fünf Jungen bei mindestens 100 Gelegenheiten sexuzell missbraucht haben und versucht haben, eine 18-Jährige zu vergewaltigen. Außerdem soll er Urkundenfälschung, Betrug und Titelmissbrauch begangen haben und sich so mindestens 100 000 Euro erschlichen haben. Von 2003 bis 2009 war er fünfeinhalb Jahre wegen Sexualstraftaten im Gefängnis. 2008 wurde er vom Kirchengericht in Freiburg aus dem Priesteramt entlassen.
Quelle: pnp.de  volksfreund.de

KORRIGIERT

26.1.2018 Die Mitgliederversammlung des Eckiger Tisch Bonn hat im Dezember 2017 entschieden, dass der Verein der Geschädigten des Canisius-Kollegs den Dialog mit den Jesuiten als gescheitert ansieht und keinen Sinn mehr in weiteren Gesprächen sieht. Dieser Entscheidung voraus ging ein Briefwechsel, in dem der Eckige Tisch nach den Konsequenzen fragte, die sich aus dem Mangel an Kommunikation zwischen den Jesuiten und dem Bistum Hildesheim im Fall des Haupttäters im Canisius-Kolleg ergeben haben. – Die Deutsche Provinz der Jesuiten bedauert den Abbruch der Gespräche. Der Orden habe in diesen Gesprächen viel gelernt und unmittelbar davon profitiert. Er bleibe weiter gesprächsbereit, halte jedoch die Kommunikation über offene Briefe für ungeeignet. Der Provinzial Siebner habe erst Ende November ein direktes Gespräch angeboten als Reaktion auf den letzten offenen Brief des Eckiger Tisches Bonn.
Quelle: eckiger-tisch-bonn  katholisch.de

26.1.2018 Klaus Mertes, SJ, lobt den Papst für seine Entschuldigung. Papst Franziskus hatte sich für seine Wortwahl ín seinen Äußerungen über den Fall Barros entschuldigt, ohne jedoch seine Unterstützung für den Bischof, dem Vertuschung vorgeworfen wird, zurückzuziehen.
Quellen: domradio.de

25.1.2018 Im Jahr 1993 hat ein Mann im Stift Klosterneuburg bei Wien einen Jungen missbraucht. 1996 wurde er dennoch in der rumänischen Diözese Oradea zum Priester geweiht. Bis 1996 war er in Klosterneuburg gemeldet und bis 1998 in einer Wohnung in Wien-Döbling, die dem Stift gehört. 2000 übernahm er die Aufgabe eines Pfarradministrators einer Gemeinde im Bistum Würzburg. Dort missbrauchte er einen 11-jährigen Jungen. 2002 zeigte er sich selbst an. Der Priester wurde supendiert und in den Ruhestand versetzt, ging jedoch nicht in sein griechisch-katholisches Heimatbistum Oradea, Rumänien, sondern blieb im Bistum Würzburg. Johannes Heibel, “Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen”, gab dem österreichischen Nachrichtenmagazin “Profil” und der “Mainpost” Hinweise auf den Missbrauch von 1993. Nach einer Anfrage der Mainpost erstattete das Bistum Würzburg im Juni 2017 Anzeige gegen den Ex-Priester. Das Bistum sagte im September 2017, es fühle sich von dem Priester hintergangen, weil er dem Bistum die Vorgeschichte verschwiegen habe. Dem widerspricht ein Geistlicher – er selbst habe das Bistum Würzburg informiert. Es sei zu einem Gespräch mit dem damaligen Generalvikar Hillenbrand und dem damaligen Personalreferenten gekommen. Das Bistum sei von dem Geistlichen über die pädophile Anlage informiert worden. Dem widerspricht das Bistum: Es habe nachweislich 1998 kein Dreiergespräch gegeben. Der Geistliche begründete seinen Einsatz für den Priester: “Man lässt einen Priester nicht auf der Straße liegen.”
Quelle: mainpost.de

25.1.2018 Der Jesuit Thomas Reese sagt, der Papst habe in Sachen Missbrauch einen blinden Fleck. Reese plädiert für ein unabhängiges Justizministerium mit professionellen Ermittlern und Staatsanwälten, die sich mit sexuellem Missbrauch und Vertuschungen sowie mit finanzieller Korruption, Diebstahl und anderen Verbrechen befassen. Es sei ein Fehler des Papstes gewesen, dem Vorschlag der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ein eigenes Büro für die Untersuchung von Bischöfen, denen Vertuschung von sexuellem Missbrauch vorgeworfen wird, zunächst zuzustimmen, ihn dann jedoch abzulehnen. Die Institution, die die Ernennung von Bischöfen vorbereiten, werde niemals Beweise dafür suchen, dass die ernannten Bischöfe Versager seien.
Quelle: ncronline.org

24.1.2018 Im Fall des Regisseurs der Hersfelder Festspiele, Wedel, bemerkt die Kommentatorin, dass es verstörend ist, dass die Frauen den Vorwurf sexuellen Missbrauchs durch Wedel erhoben. Die Vorwürfe wurden sogar schriftlich festgehalten und kamen in einen Revisionsbericht des Saarländischen Rundfunks. Danach wurde nicht etwa der Regisseur entlassen – die Frau wurde ausgetauscht gegen eine andere, die wiederum den gleichen Vorwurf erhob. Weitere Konsequenzen scheint es nicht gegeben zu haben.
Quelle: tagesthemen

24.8.2018 Klaus Mertes weist auf das Dilemma des Papstes im Fall des chilenischen Bischofs Barros hin: Missbrauchsopfer seien darauf angewiesen, dass man ihnen glaubt. Sie brauchen einen Vertrauensvorschuss. Gleichzeitig gelte für einen Täter oder Vertuscher die Unschuldsvermutung. Die Erfahrung von Mertes ist, dass die Aussagen von Missbrauchsopfern meistens glaubwürdig sind. Er sei aber auch mit Fällen konfrontiert gewesen, da er einem mutmaßlich Betroffenen habe glauben wollen, aber nicht konnte. Geschehe das, dann müsse “man es deutlich sagen. Auch wenn es wehtut.”
Quelle: zeit.de

24.1.2018 Peter Saunders berichtet von seinen Erfahrungen, u.a. in der Päpstlichen Kinderschutzkommission.
Quelle: politicalcritique.org

24.1.2018 Julius Müller-Meiningen kommentiert das Verhalten des Papstes gegenüber dem chilenischen Bischof Barros und den drei Opfern von Karadima, die Barros vorwerfen, Karadima geschützt zu haben, so: Da ist ein Papst “der die Loyalität zu alten Freunden über das Wohl von Menschen stellt, die Opfer von Straftaten geworden sind. Die Reden gegen Gewalt, gegen Machokultur und Korruption werden so zu Makulatur. Franziskus steht am Rand zur Unglaubwürdigkeit. Denn wie ernst die Kirche das Thema Missbrauch nimmt, ist mitentscheidend für ihre Zukunft.”
Quelle: badische-zeitung.de
Kommentar: Dass die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission noch immer nicht ernannt sind, zeigt, wie ernst es dem Papst mit der Bekämpfung sexuellen Missbrauchs ist.

22.1.2018 Papst Franziskus will gegen seelische und sexuelle Gewalt in kirchlichen Gemeinschaften streng vorgehen. Er benannte die Gemeinschaft “Sodalitium Christianae Vitae”, dessen Gründer Figari wegen sexuellen Missbrauchs und Gehirnwäsche von einem Kirchengericht in Rom verurteilt worden sei. Figari bezeichnet sich als unschuldig und hat Berufung bei der Apostolischen Signatur eingelegt. Daraufhin hätten sich weitere Opfer gemeldet und es seien “noch viel schwerere Fälle” ans Licht gekommen.
Quelle: katholisch.de

22.1.2018 Prof. K. Demasure, S. Joulain und K. Phillips haben einen Artikel geschrieben: Perspectives and Challenges in Pastoral Care for Child Sex Offenders, in:  Counselling and Spirituality 35/2 (2016), 51-73 (Perspektiven und Herausforderungen in der Seelsorge für Sexualstraftäter)
Quelle: childprotection.unigre.it

22.1.2018 Papst Franziskus hat sich für den Begriff “Beweise” im Kontext der Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof Barros entschuldigt. Er hatte gesagt, es gebe keine Beweise, dass Barros den Missbrauchstäter Karadima geschützt habe. Franziskus sagte auf dem Rückflug von Peru, von Opfern Beweise zu fordern, sei wie eine Ohrfeige. Er hätte stattdessen von “Indizien” sprechen müssen. Der Papst wiederholte, dass er einen Bischof nicht einfach absetzen könne, wenn keine Beweise für sein Fehlverhalten vorliegen. Er sei überzeugt, dass Bischof Barros wirklich nichts wusste. Die Null-Toleranz-Linie für Kindesmissbrauch in der Kirche gelte weiterhin.
Der Papst bleib jedoch dabei: “To insist, without evidence on one thing or the other, is a calumny”, sagte er.
Quelle: Vatikannews  crux
Kommentar: Dem Papst scheint es so zu gehen, wie vielen Menschen: Er leugnet nicht, dass Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden. Aber er kann sich einfach nicht vorstellen, dass es jemand tut, den er kennt (“Don Mercedes”). Er kann sich auch nicht vorstellen, dass ein Bischof, den er kennt und dem er vertraut, Verbrechen vertuscht. Das ist auch eine Art, Opfer zum Schweigen zu bringen.

22.1.2018 In der Gemeinschaft der Piusbrüder gibt es Übergriffe auf Kinder und auf Mitarbeiterinnen verschiedener Schulen der Piusbrüder. Im Frühjahr wurde bereits ein Priester der Piusbrüderschaft verurteilt. Im Dezember wurde der Piusbruder Frédéric A. (40) wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen unter 16 Jahre verurteilt.
Im April 2017 war von 4 Missbrauchstätern in der Piusbrüderschaft die Rede, die mindestens 12 Jugendliche missbrauchten. Die Täter wurden von der Bruderschaft geschützt und durften weiter in der Seelsorge tätig sein. Einer der Täter wurde inzwischen in den USA zu Lebenslänglich verurteilt, 2 haben sich der Gruppe um Williamson angeschlossen. Dem Vatikan sind die Vorwürfe bekannt, er hat aber nur geringen Einfluss auf die Piusbrüder. Im Mai 2015 hatte die Glaubenskongregation dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Fellay, das Recht erteilt, über Missbrauchstäter in den eigenen Reihen zu urteilen. Zwar ist die Pius-Bruderschaft nicht von Rom anerkannt, darf aber über “delicta graviora” Recht sprechen.
Quelle: blick.ch
s. auch badische-zeitung.de 6.12.2012   deutschlandfunk.de, 28.4.2016  watson.ch, 29.5.2016

22.1.2018 Der Kommentar von Julius Müller Meiningen weist auf die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Erscheinungsbild und der Wirklichkeit hin. Die kirchliche Hochzeit des Paares im Flugzeug, die von Papst Franziskus assistiert wurde, war bereits im Dezember verabredet worden, also durchaus nicht spontan. Ebenso wird die Entschuldigung des Papstes für die Missbrauchsfälle in Chile untergraben von seinem konkreten Umgang mit den Opfern des Priesters Karadima. Er beschuldigt die Opfer als Verleumder und verteidigt Bischof Barros, der des Vertuschens von sexuellem Missbrauch beschuldigt wird. Bereits im Oktober 2015 hatte Papst Franziskus gesagt, das Bistum Osorno, in dem sich Teile der Katholiken gegen die Ernennung von Barros stellten, leide an “Dummheit”. (Video)
Quelle: augsburger-allgemeine.de

21.1.2018 Der Priester aus Nordrhein-Westfalen, der wegen “unangemessenem Kommunikationsverhalten” (Bistum Münster) zurückgetreten ist, hat dem anfänglich 15-jährigen über zwei Jahre lang Tausende Whatsapp-Nachrichten geschickt, berichtet die Rheinische Post. Nach Aussage der Eltern habe das Bistum als offiziellen Grund für den plötzlichen Rücktritt “Burn- out” angeben wollen. Das Bistum weist diese Aussage als falsch zurück. Das Bistum geht davon aus, dass es sich nicht um sexuellen Missbrauch handelt und hat keine Strafanzeige gestellt. Bei der Staatsanwaltschaft ging jedoch eine Strafanzeige ein, die derzeit geprüft werde.
Quelle: Süddeutsche  rp-online.de

21.1.2018 Kardinal Sean O’Malley, Vorsitzender der nicht mehr/noch nicht wieder amtierenden Päpstlichen Kinderschutzkommission äußerte Verständnis für den Schmerz von Überlebenden sexuellen Missbrauchs angesichts der Papstworte zum Fall des Bischofs Barros. Äußerungen, die die Botschaft vermittelten, “wenn du deine Vorwürfe nicht belegen kannst, glaubt man dir nicht”, ließen diejenigen alleine, die sexuelle Gewalt erlitten haben und stellten Opfer ins Abseits. Zugleich verteidigte O’Malley den Papst, der das gravierende Versagen der Kirche und ihrer Geistlichen vorbehaltlos anerkenne ebenso wie die zerstörerischen Folgen der Verbrechen für die Opfer und ihre Familien.
Quelle: orf
Kommentar: Was hilft es denn, wenn das Versagen der Kirche “ganz allgemein” anerkannt wird, im konkreten Fall den Opfern jedoch nicht geglaubt wird und sie als Verleumder beschimpft werden? – In Erinnerung gerufen sei der Umgang der argentinischen Kirche mit Missbrauchsfällen unter Kardinal Bergoglio. Sebastian Cuattromo, einem Missbrauchsopfer eines Marianisten, bot der Marianisten-Orden eine “Entschädigung” an, unter der Bedingung, dass er Stillschweigen wahre. Cuattromo wandte sich an den heutigen Papst und damaligen Erzbischof von Buenos Aires. Sein Sekretär empfing ihn. Von dem Bischof Mario Poli, dem Nachfolger Bergoglios als Erzbischof von Buenos Aires, hörte Cuattromo dann, dass das Verlangen des Ordens, Stillschweigen gegen Entschädigung, in Ordnung sei.

20.1.2018 Auch in Peru wird der Papst bei seinem Besuch mit Missbrauch in kirchlichen Gruppierungen konfrontiert. In der Gruppe “Sodalitium Christianae Vitae”, einer gegen die Befreiungstheologie gerichtete Laien-Initiative mit sektenhaften Zügen, kam es zu körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt, u.a. durch die beiden Gründer. Der eine Gründer starb. Während seines Seligsprechungsprozesses kamen seine Verbrechen ans Licht. Der andere lebt in Rom in einer Villa. Der Jurist Wilfredo Ardito beobachtet, dass die Mitglieder des Sodalitiums der peruanischen Oberschicht angehören. Opfer aus ärmeren Gesellschaftsschichten hätten Mühe, ihre Fälle publik zu machen und Gerechtigkeit zu bekommen.
Quelle: kleinezeitung.at

20.1.2018 Das Bistum Regensburg hat bislang 178.000 € an 45 Opfer körperlicher Gewalt gezahlt, zwei Fälle sind noch nicht abgeschlossen. 75 Personen haben einen Antrag auf Anerkennung erlittener körperlicher Gewalt gestellt. 547 ehemalige Domspatzen wurden Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt.
Quelle: orf

19.1.2018 Bei den UN gibt es sexuelle Übergriffe. Auch wenn die Mitarbeiterinnen die Übergriffe melden, geschieht nichts. Die Täter bleiben im Amt, die Opfer werden nicht selten mit Kündigung bedroht. Es herrsche eine Kultur des Schweigens.
Quelle: sueddeutsche.de

19.1.2018 Auch in ultraorthodoxen jüdischen Gemeinden ist sexuelle Gewalt Alltag. In den strenggläubigen und geschlossenen Gruppen  Milieus sind die Täter meist männliche Autoritätspersonen und die Opfer sind oft Jungen. Nun werden Präventionsprojekte begonnen.
Quelle: tachles.ch

19.1.2018 Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) in Firrel (Ostfriesland) hat ihren Pastor suspendiert. Das Amtsgericht Leer hatte den Geistlichen wegen des Besitzes von Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten zu 6.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Die Gemeinde prüft weitere dienstrechtliche Schritte.

Quelle: idea.de/

19.1.2018 Papst Franziskus sagt, es gebe keinen Beweis, dass der chilenische Bischoff Juan Barros von dem sexuellen Missbrauch durch den Priester Karadima gewusst habe. Alles sei Verleumdung.
Dem stehen die Aussagen von drei Opfern von Karadima entgegen. Juan Carlos Cruz, José Andrés Murillo und James Hamilton behaupten, dass sie in Anwesenheit von Barros von Karadima missbraucht wurden.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com  spiegel.de  srf.ch
Kommentar: Vor Gericht, das die Verjährung feststellte, waren die Opfer Karadimas als glaubwürdig eingestuft worden. Der Papst nennt sie Verleumder. Gegen Karadima hatten sie bereits 2002 Anzeige bei der Kirche erstattet. Erst 2010, als die Opfer an die Öffentlichkeit gingen, reagierte der Vatikan und verurteilte Karadima zu einem Leben der Buße und des Gebets. Sollten die Anzeigenden gegen Karadima korrekt aussagen, gegen Barros jedoch nicht? Selbst im Vatikan wurde auf dem Kongress 2012 “Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung” von Stephen Rossetti, bemerkt: “Aber die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen zeigen, dass die große Mehrheit aller Anschuldigungen, d.h. über 95 % der Fälle, berechtigt sind. Ein Mensch, der sich aufrafft und aussagt, von einem Priester sexuell missbraucht worden zu sein, hat wenig zu gewinnen und viel zu verlieren. Dazu braucht es viel Mut und die Bereitschaft, Scham und Spott zu ertragen.” (aus dem Kongress-Vortrag, S. 45). Diese Beobachtung gilt vermutlich auch für den Vorwurf des Vertuschens, zumal, wenn er im Blick auf einen Bischof geäußert wird, der die Unterstützung des Papstes hat. – Das Signal, das diese Papstaussage an Opfer sendet, ist verheerend.

18.1.2018 Hans Zollner, SJ, schreibt über die spirituellen Wunden derer, der von Priestern sexuell missbraucht wurden. “Wer sich weigert, einer persönlichen dunklen Seite zu begegnen, wird früher oder später dafür mehr bezahlen.”
Quelle: laciviltacattolica.com
Kommentar: Das ist es, was sich Jahren in der kath. Kirche abspielt: Die Weigerung, der eigenen dunklen Seite zu begegnen. Der Preis: Immer neue Skandale, statt ehrlicher und glaubwürdiger Umkehr zu den Opfern.

18.1.2018 In den Kinderheimen der Korntaler Brüdergemeinde waren bereits in den 1960-er Jahren Missbrauchsfälle aktenkundig. Die Verantwortlichen wussten davon. Die Täter wurden geschützt. Das legen neuere Informationen nahe.
Quelle: stuttgarter-zeitung.de

17.1.2018 Papst Franziskus hat in Chile auf zwei Gruppen hingewiesen: Auf die Menschen, die als Opfer oder deren Familien unter Missbrauch gelitten haben. Und auf die kirchlichen Gemeinschaften, Priester und Ordensleute, die hart gearbeitet haben und der Verdächtigung zum Opfer gefallen seien. Viele Ordensleute seien in öffentlichen Bereichen beleidigt worden und ihre geistliche Kleidung habe dazu führen können, dass sie einen hohen Preis zahlten.
Quelle: cruxnow.com  cna

17.1.2018 In der ersten Eucharstiefeier des Papstes in Chile war auch Bischof Barros als Konzelebrant anwesend. Barros wird vorgeworfen, sexuellen Missbrauch des zu Buße und Gebet verurteilten Priesters Karadima vertuscht zu haben. – Der Papst traf in der Nuntiatur von Santiago eine kleine Gruppe von Missbrauchsopfern. Das Treffen stand nicht im Protokoll.
Quelle: NZZ

16.1.2018 Der Papst bat die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker in Chile um Verzeihung. Er fühle Scham und Schmerz und wolle sich dafür einsetzen, dass sich das nicht wiederholt und er wolle die Opfer mit allen Kräften unterstützen.
Bischof Barros, Bischof von Osorno, hat er jedoch nicht von seinem Bischofsamt entpflichtet. Vielmehr nahm Barros als Konzelebrant an einer Messe mit dem Papst teil. Barros, einem Schützling des Priesterausbilders und Missbrauchstäters Karadima, wird vorgeworfen, dass er Karadima geschützt habe. Barros sagt, er habe von nichts gewusst. Papst Franziskus spricht “von diesen ganzen Linken, die diese Sache aufgebauscht haben”, man solle sich von ihnen “nicht an der Nase herum führen lassen”. Gegen Barros lägen keine Beweise vor, sagte der Papst. – Opfer des ehemaligen Priesterausbilders Fernando Karadima hatten nach eigenen Angaben vergeblich beantragt, vom Papst empfangen zu werden.
Quellen: domradio.de  orf
Kommentar: Spätestens seit 2002 sprechen die Päpste von ihrer Scham angesichts der kirchl. Missbrauchsfälle. M.E. ist es nicht genug, dass der Papst Scham empfindet, er müsste handeln, und zwar transparent.

16.1.2018 In Kleve ist ein kath. Pfarrer von dem Pfarramt zurückgetreten. Das Bistum Münster benennt als Hintergrund “unangemessene Kommunikation mit einem Jugendlichen”.
Quelle: rp-online

14.1.2018 Das Bistum Trier hat 453.500 € an 90 Missbrauchsopfer ausgezahlt. 135 Betroffene haben sich in den 8 Jahren seit 2010 gemeldet. Gegen 33 Priester sei in kircheninternen Verfahren ermittelt worden. Zwei kirchenrechtliche Voruntersuchungen laufen noch.
Quelle: t-online

13.1.2018 Gegen den Erzbischof von Guam, Apuron, gibt es einen neuen Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Er wird von einem Verwandten des Erzbischofs erhoben. Vertreter der katholischen Kirche von Guam sagten, sie hätten den Vatikan über die neuen Anschuldigungen informiert. Vorwürfe, Ministranten missbraucht zu haben, werden bereits seit den 1970er Jahren erhoben. Ende des Jahres 2017 sei der jetzige kommisarische Erzbischof von Guam, Michael Byrnes, über das Urteil gegen Apuron informiert worden, das Urteil wurde jedoch noch nicht veröffentlicht. Apuron hat bisher die Beschuldigungen zurückgewiesen.
 Quelle: cruxnow.com

12.1.2018 Opfer des chilenischen Priesters Karadima veranstalten anlässlich des Papstbesuches in Chile ein Seminar: “Sexueller Missbrauch in kirchlichem Kontext: Herausforderungen für die Prävention, Intervention und Unterstützung für die Opfer.” Einer der Schützlinge und Schüler von Karadima ist Barros, der vom Papst gegen den Widerstand vieler Gläubigen zum Bischof ernannt wurde. Auch die Bischöfe Tomislav Koljatic und Horacio Vaslenzuela hätten von den Missbräuchen Karadimas gewusst, als dessen Schützlinge jedoch nichts unternommen.
Ein Treffen mit kirchlichen Missbrauchsopfern sieht der Plan des Papstes bei seinem Besuch in Chile und in Peru nicht vor.
Quellen: nytimes.com  domradio  cruxnow.com

12.1.2018 Der Anwalt des früheren Freisener kath. Priesters, der des sexuellen Missbrauchs angeklagt ist, von staatlichen Gerichten wegen Verjährung nicht belangt wurde, den Missbrauch eines Jugendlichen z.T. gestanden hat und nun einer kirchlichen Rechtsprechung gegenübersteht, ist überzeugt, dass der Priester für die Kirche ein “Sündenbock” sei, mit dem die Kirche demonstrieren wolle, “dass man in Zukunft aktiver sein will”.
Quelle: sr.de

12.1.2018 Inés San Martín fordert, dass der Papst sich den Folgen sexueller Missbrauchsskandale in Chile und Peru bei seinem Besuch stellen müsse. Die Skandale haben die Basis gespalten und demoralisiert, das öffentliche Ansehen der Kirche beschädigt und auch zu Kritik an der Handhabung der Missbrauchsfälle geführt. Die Kritik betrifft vor allem den kirchlichen Umgang mit dem Priester Karadima und dem Gründer von Sodalitium Christianae Vitae (SCV), Figari, – beide beschuldigt des Machtmissbrauchs und des sexuellen Missbrauchs. Karadima lebt inzwischen in Rom, das nicht an Peru bzw. Chile ausliefert.
Quelle: cruxnow.com
Nachtrag: Der Vatikan weist am 6.6.2018 den Vorwürf zurück, er verstecke Figari.
vaticannews.va

11.1.2018 Die polnische Regierung begünstige Pfarrer, die sexuellen Missbrauch begangen hätten, nicht, sagte Adam Zak, der Kinderschutzkoordinator der Polnischen Bischofskonferenz. Es gebe ein öffentliches Register von Mehrfachtätern und ein nicht-öffentliches Register von Tätern, die erstmals verurteilt wurden. Kath. Priester fielen in die zweite Kategorie, sagte Zak. Die Zahl von 56 verurteilten Priestern dürfe stimmen, obwohl einige Verfahren noch nicht abgeschlossen seien. Zur einzigen Opferorganisation in Polen habe die Bischofskonferenz nur “sehr schwachen Kontakt”, führte Zak aus, der Leiter sei “sehr emotional”.
Quelle: katholisch.de

10.1.2018 Bei der Deutschen Bischofskonferenz sind inzwischen 1750 Anträge auf “Anerkennungsleistung” von Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker eingegangen.
Quelle: taz

10.1.2017 In Chile werden nahezu 80 kath. Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Liste sei nur eine “Stichprobe”, weil die Auflärung bislang nicht unabhängig geschehe, sondern den chilenischen Bischöfen obliege.
Quelle: ncronline.org

10.1.2018 Der Papst hat die Gruppe “Sodalicio de Vida Cristiana” unter die kommissarische Leitung des kolumbianischen Bischofs Noel Antonio Londono Buitrago gestellt. Dem Gründer der konservativen “Gesellschaft des apostolischen Lebens” Luis Figari und führenden Mitgliedern wird sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen. Figari lebt in Rom, der peruanischen Justiz wird er nicht zugeführt. Auch dem zweiten Mitgründer, Germán Doig Klinge, der 2001 mit 44 Jahren starb, wird ein Zweitleben mit Gewalttaten an Abhängigen vorgeworfen. Sein Seligsprechungsverfahren wurde abgebrochen.
Quelle: orf  s. auch wir-sind-kirche  infostelle peru

10.1.2018 Die Glaubenskongregation hat das Verfahren gegen einen früheren Freisener Pfarrer, Bistum Trier, an das Kirchengericht des Erzbistums Köln gegeben. Dem pensionierten Prarrer wird sexueller Missbrauch von Jugendlichen vorgeworfen. Bereits 2006, 2013 und 2016 hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Verfahren wurden wegen Verjährung oder mangelndem Tatnachweis eingestellt. Kardinal Marx, früherer Bischof des Bistums Trier, hatte eingeräumt, von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen des Jahres 2006 gewusst zu haben.
Quelle: volksfreund  volksfreund.de 1.3.2018  s. auch wir-sind-kirche.de

10.1.2018 Einer der Hauptzeugen gegen Kardinal Pell, Danian Dignan, ist zu Wochenanfang an Leukämie gestorben. Welchen Einfluss sein Tod auf das Verfahren gegen Pell hat, ist noch unklar.
Quelle: orf  katholisch.de

10.1.2018 In ganz Deutschland gab es 2017 weniger als 60 Priesterweihen. Die Zulassungskriterien sind streng. Weil jedoch der Priestermangel groß ist, besteht die Gefahr, dass die Kriterien nicht angewandt werden und Kandidaten geweiht werden, die dem Amt nicht gewachsen sind. Das gilt für die menschliche Reife ebenso wie z.B. für die Personalführung, die Kommunikationsfähigkeit oder die politische Gesinnung. So wurde ein Priesteramtsanwärter im Bistum Würzburg wegen antisemitischer Äußerungen entlassen, im Bistum Eichstätt jedoch aufgenommen und inzwischen zum Diakon – der ersten Weihestufe – geweiht.
Quelle: Deutschlandfunk

10.1.2018 Im Deggendorfer Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer, der im Bistum Regensburg einen Jungen missbrauchte und trotz Laiisierung sich als Priester ausgab, erkennt das Bistum Regensburg Verbesserungsbedarf bei der Verhinderung solcher Straftaten. Wie ein verbessertes Vorgehen aussehen soll, teilte Generalvikar Fuchs nicht mit. Der angeklagte Ex-Priester schweigt weiterhin zu den Vorwürfen.
Quelle: Mittelbayerische

8.1.2018 Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Pfarrer von Kalbach, Bistum Fulda, wurden eingestellt. Der Pfarrer hatte sich selbst angezeigt wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. Wie es kirchenrechtlich weitergeht, ist derzeit offen.
Quelle: hessenschau.de

8.1.2018 In Polen sind derzeit 56 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern inhaftiert. Seit 1.1.2018 gibt es in Polen eine Datenbank des Justizministeriums, die die Namen verurteilter Kindesmissbraucher und schwerer Sexualverbrecher enthält. Die öffentliche Liste enthält die Namen der verurteilten Pfarrer nicht.
Quelle: katholisch.de

7.1.2018 Zu einem Präventionskurs in der Schweizer kath. Kirche für “viele Tausend” MitarbeiterInnen meldeten sich 5 InteressentInnen an. Das sagt Catherine Boss in einem Kommentar zur Veröffentlichung der Informationen über sexuelle Gewalt gegen Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene in der Kirche. Boss fordert, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht habe, endlich alles über Missbrauch in der Kirche zu erfahren.
Quelle: tagesanzeiger.ch

7.1.2018 In der kath. Kirche der Schweiz gingen seit 1950 rund 250 Meldungen sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld ein. BEtroffen sind über 140 Kinder und Jugendliche und 88 Erwachsene (Frauen: 48) Männer: 40). Mindestens 25 der gemeldeten Fälle ereigneten sich zwischen 2010 und 2016. Giorgio Prestele, Präsident des kirchl. Fachgremiums “Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umgeld” erklärte, die Opfer zwischen 2010 und 2016 seien ausschließlich Erwachsene.
Staatsanwalt Elmar Tremp, St. Gallen, ist der Meinung, dass in der Kirche auch heute noch nicht alle wirklich den Ernst der Lage erkannt haben – und nicht wissen, wann sie einen Verdacht melden müssen.” Wenn die Kirche Fälle zuerst intern abklärt und dann erst der Justiz übergibt, vergehe zu viel Zeit für die Ermittlungen. Tremp sagt, es sei möglich, dass ein Bischof sich strafbar mache, wenn er ein Offizialdelikt nicht meldet. In der Schweiz ist sexueller Missbrauch von Unmündigen ein Offizialdelikt.
Quelle: nzz.ch  tagesanzeiger.ch  tagesanzeiger.ch
Kommentar: In Deutschland wurde im Verfahren gegen den ehemaligen Weihbischof Eisenbach, Bistum Mainz, gerichtlich festgestellt, dass Übergriffe in der Seelsorge mit Erwachsenen nicht justitiabel sind, Seelsorge also kein gesetzlich geschützter Raum ist.

7.1.2018 Dr. Andrew McLellan hat vor zwei Jahren einen Bericht über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche in Schottland erstellt. U.a. forderte der Bericht, dass die Kirche Kontakt mit Opfergruppen aufnimmt. Jetzt wurden die kirchlichen Maßnahmen überprüft. Philip Tartaglia, Erzbischof von Glasgow, begründete, warum die Verantwortlichen keinen Kontakt zu Opfergruppen herstellten: “Crucially, no individual or organisation has a monopoly on survivor representation or interaction. Contact with survivors, by its nature confidential, is taking place across the church. Many survivors do not identify with or join national groups and such groups should not presume to speak for them.”
Quelle: the guardian  cruxnow.com 8.1.2018

6.1.2018 Der ehemalige katholische Priester Oliver O’Grady lebt inzwischen in der Stadt Waterford. Er wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Jahren Haft verurteilt, sieben Jahre verbrachte er in US-Haft. 2001 wurde er nach Irland abgeschoben. 2010 tauchte er in Rotterdam als “Bruder Francis” in einer katholischen Gemeinde auf. 2012 wurde er erneut wegen Bilder sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Inzwischen ist er aus der Haft frei. Der Bischof von Waterford und Lismore warnte nun vor O’Grady, der weiterhin aktiv nach Opfern suche. – In dem Dokumentarfilm “Deliver Us from Evil” von Amy Berg (2006) wurde O’Grady interviewt.
Quelle: speakingnews.net

3.1.2018 Im Bistum Sitten, Schweiz, wurden nach einem Aufruf des Bistums 10 Ordenspriester als Missbrauchstäter identifiziert. 3 davon leben noch. Im Bistum leben 87 Ordenspriester.
Quelle: blick.ch

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